Mayr-Melnhof Karton AGWienKonzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2022 bis zum 31.12.2022Konzernlagebericht1 DIE POSITIONIERUNG DER MM GRUPPE UND IHRER DIVISIONENKonzernLeading in Consumer PackagingDie MM Gruppe (MM) ist ein weltweit führender Hersteller von Karton und Faltschachteln für Konsumgüter mit einem attraktiven Angebot bei Kraftpapieren und ungestrichenen Feinpapieren für verschiedene Endanwendungen. MM ist langfristig ausgerichtet und fördert nachhaltige Entwicklung durch innovative, recycelbare Verpackungen und Papierprodukte. Nachdem MM in der Division MM Board & Paper in 2021 mit den strategischen Akquisitionen MM Kwidzyn und MM Kotkamills neben der bereits führenden europäischen Position bei Recyclingkarton in das europäische Spitzenfeld der Anbieter von Frischfaserkarton aufrückte, wurde 2022 mit dem Erwerb von Essentra Packaging und Eson Pac die Strategie umgesetzt, im resilienten und wachsenden Markt der Pharma-Sekundärverpackungen verstärkt Fuß zu fassen. Die Division MM Packaging ist damit nicht nur ein führender Faltschachtelproduzent in Europa, sondern hält darüber hinaus auch eine führende Marktposition in mehreren Ländern außerhalb Europas. Die beiden Divisionen der Gruppe, MM Board & Paper und MM Packaging, werden mit eigenständiger Ergebnisverantwortung geführt und beliefern einander zu Marktkonditionen. MM Board & Paper lieferte in 2022 rund 15 % des Kartonabsatzes an MM Packaging. Der überwiegende Teil der Karton- und Papierproduktion wird jedoch konzernextern verkauft. MM Packaging bezog in 2022 mehr als ein Viertel der verarbeiteten Tonnage intern von MM Board & Paper. Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft - Teil unseres GeschäftsmodellsDie Nachfrage nach Karton und Kartonverpackungen korreliert in hohem Maße mit dem Privatkonsum, vor allem jenem von täglichen Bedarfsgütern, und weist damit eine relative Resilienz auf. Karton wird im Wesentlichen als Rohstoff für die Erzeugung von Faltschachtelverpackungen eingesetzt. Faltschachteln sind neben Kunststoff das bedeutendste Primärverpackungsmittel für Konsumgüter des täglichen Bedarfes und erfüllen im Besonderen Kriterien der Nachhaltigkeit. Zusätzlich zur attraktiven Präsentation des Konsumgutes und zu dessen Schutz zeichnen sich Faltschachtelverpackungen vor allem durch die nachhaltige Produktion aus nachwachsenden und vielmals recycelbaren Faserstoffen aus. Verantwortungsvolle Kreislaufwirtschaft ist damit ein integraler Teil des Geschäftes der MM Gruppe. Weltweite Präsenz - regionaler Schwerpunkt EuropaDem Geschäft von MM Packaging kommt aufgrund von Transportkosten und Serviceanforderungen im Wesentlichen regionaler Charakter zu, wobei wir neben unserem Produktionsschwerpunkt in Europa auch in Nord- und Südamerika sowie einzelnen Ländern Asiens mit lokaler Fertigung präsent sind. Obgleich wir unsere europäische Karton- und Papierproduktion auch über größere Distanzen weltweit absetzen, liegt hier ebenfalls der Schwerpunkt auf Europa, da dem globalen Kartonhandel untergeordnete Bedeutung zukommt. Kraftpapiere gehen insbesondere an die Lebensmittel-/Gastronomiebranche sowie die Laminatindustrie, ungestrichene Feinpapiere (Office- und Druckpapiere) werden vor allem an Papier-/Bürobedarfshändler in Europa verkauft. Wachstum und Wertsteigerung durch Nachhaltigkeit, Innovation und Effizienz im FokusDie Schaffung langfristiger Wachstumsperspektiven und Wertsteigerung stehen im Zentrum der strategischen Ausrichtung der MM Gruppe. Verbesserte Wettbewerbsfähigkeit durch Skaleneffekte und modernste Technologie sowie der Fokus auf Nachhaltigkeit und Innovation sollen dazu wesentlich beitragen. Nach der Akquisition von zwei Großstandorten im Bereich Board & Paper in 2021 erfolgte im Jahr 2022 der strategische Einstieg von MM Packaging in den resilienten und wachsenden Markt für Pharmaverpackungen, mit der Zielsetzung, attraktives Wertsteigerungspotenzial und Synergien in den Folgejahren zu nutzen. Parallel dazu wurde im 4. Quartal 2022 zur Steigerung der strukturellen Effizienz die Produktion an der kleineren Kartonmaschine in Kolicevo eingestellt, nachdem man sich bereits in den beiden Vorjahren von drei kleinen Kartonwerken getrennt hatte. Darüber hinaus werden auch im Packagingbereich die Strukturen kontinuierlich den Marktnotwendigkeiten angepasst. In 2021 hat MM das bisher umfangreichste Investitionsprogramm auf den Weg gebracht, welches eine Vielzahl von Projekten mit Schwerpunkten auf Wachstum, Kosteneffizienz und technologischer Erneuerung an großen wettbewerbsfähigen Standorten beider Divisionen umfasst. In 2022 konnten diese Maßnahmen im Bereich Packaging bereits zu weiterem organischem Wachstum beitragen. Demgegenüber kommen in 2023 in der Division MM Board & Paper an den Standorten Frohnleiten, Neuss und Kolicevo die bislang größten Investitionen in modernste Technologie, Produktentwicklung und Nachhaltigkeit zur Umsetzung. Mit der strategischen Transformation von MM werden nicht nur die produzierenden Einheiten gestärkt, sondern haben auch die zentralen Konzernfunktionen einen deutlichen Entwicklungsschritt nach vorne gesetzt, um die neu eingenommene Größendimension abzusichern und Potenziale systematisch zu nutzen. Dabei wird insbesondere der Bedeutung von Nachhaltigkeit und Innovation als Differenzierungskriterium am Markt durch Einsatz modernster Systeme Rechnung getragen. MM möchte dadurch vor allem auch die Chancen aus dem Ersatz von Kunststoffverpackungen durch recycelbare Verpackungen aus nachwachsenden Rohstoffen nutzen. Eine umfassende Harmonisierung und Optimierung der Systeme und Prozesse im Zuge der Digitalisierung zielt darauf ab, den Wertschöpfungsprozess von MM langfristig noch besser und sicherer zu steuern. Das Management-Team von MM wurde den gestiegenen Aufgabenstellungen entsprechend auch in 2022 weiter verbreitert und um High Potentials ergänzt. MM Board & PaperFührender Kartonproduzent mit attaktiver Position bei Kraftpapier und ungestrichenem FeinpapierDie Division MM Board & Paper ist mit einer Jahreskapazität von 2,0 Millionen Tonnen Karton größter Kartonproduzent in Europa (exkl. Flüssigkeitskarton). An sechs europäischen Produktionsstandorten wird ein vielfältiges Angebot an Kartonprodukten für ein breites Einsatzspektrum mit Schwerpunkt im Verpackungsbereich gefertigt. Rund 65 % der Kartonkapazitäten entfallen auf gestrichenen Recyclingkarton und rund 35 % auf Frischfaserkarton. Darüber hinaus verfügt die Division über eine Jahreskapazität von rund 260.000 Tonnen Kraftpapier und 390.000 Tonnen ungestrichenem Feinpapier. Recyclingfasern, die extern zugekauft werden, halten einen Anteil von rund 48 % an den jährlich eingesetzten Faserstoffen. Weitere rund 23 % des Fasereinsatzes sind Holzschliff, der zum Großteil in den Kartonwerken und im divisionseigenen Faserwerk FollaCell in Norwegen selbst erzeugt wird. Zellstoff, auf welchen rund 29 % des Faserbedarfes entfallen, wird zu rund 74 % selbst erzeugt und zu rund 26 % zugekauft. Karton und Papier - ein breites EinsatzspektrumDie Kartonprodukte von MM Board & Paper werden als Verpackungsmaterial in einer Vielzahl von Konsumgütermärkten des täglichen Bedarfes eingesetzt. Anwendungsschwerpunkte sind Food & Specialities, auf welche rund 89 % des Absatzes entfallen, sowie der Premiumbereich (Pharma & Healthcare, Beauty & Personal Care etc.) mit einem Absatzanteil von 11 %. Kraftpapiere werden insbesondere an die Lebensmittel-/Gastronomiebranche und die Laminatindustrie verkauft, ungestrichene Feinpapiere vor allem an Papier-/Bürobedarfshändler. Um den speziellen Anforderungen einzelner Marktsegmente bestmöglich zu entsprechen, sind die Produkthauptgruppen von MM Board & Paper - Recyclingkarton, Frischfaserkarton, weiß gestrichener Recycling-Liner (hochwertig bedruck- und veredelbare Deckenlage für Wellpappenprodukte in niedriger Grammatur), Packaging Kraft Paper sowie Saturating Kraft Paper (Laminatpapier) - als eigene Units in der Verkaufsorganisation eingerichtet. In 2022 wurde zur Absicherung der Lieferfähigkeit insbesondere die Funktion Supply Chain & Sales Operations deutlich gestärkt. Hauptmarkt von MM Board & Paper ist Europa, auf welchem in 2022 rund 92 % der Verkaufsmenge abgesetzt wurden. Darüber hinaus wird ein weltweites Vertriebsnetzwerk unterhalten, sodass mehr als 2.000 Kunden in rund 110 Ländern beliefert werden. Diese sind insbesondere Druckereibetriebe der mittelständisch geprägten und stark fragmentierten europäischen Faltschachtelindustrie sowie Konsumgüterproduzenten und die zuvor erwähnten Abnehmer im Papierbereich. Wachstum durch Effizienz, Nachhaltigkeit und innovative ProdukteAls Schlüsselfaktor für weiteres Wachstum wurden nicht nur bisher umfassendste Investitionsprogramme für die Standorte Frohnleiten, Neuss und Kolicevo auf den Weg gebracht, sondern auch bereits Projekte bei den Neuakquisitionen MM Kotkamills und MM Kwidzyn aufgenommen. Ziel ist es, durch modernste Technologie das Produktprogramm auf neue Möglichkeiten am Markt auszurichten und mit mehr Effizienz und Nachhaltigkeit noch wettbewerbsfähiger zu werden. Ein gut abgestimmter Prozess zwischen Innovation, Produktentwicklung und Kommerzialisierung zielt sowohl auf die kontinuierliche Verbesserung bestehender Lösungen und Prozesse als auch auf die Erschließung neuer Einsatzmöglichkeiten und Marktpotenziale ab. MM Board & Paper verfolgt dabei einen Ansatz, welcher Aspekte aus der gesamten Wertschöpfungskette berücksichtigt. Hohe Qualität, Funktionalität, Sicherheit und Nachhaltigkeit unserer Produkte sowie umfassende Kompetenz und modernste Serviceleistungen zeichnen das Angebot bei Board & Paper aus. Plastiksubstitution durch innovative faserbasierte LösungenKarton und Papier sind das bevorzugte Verpackungsmaterial bei Konsumenten und Regulierungsstellen. Daher haben sich große Einzelhändler und Markenartikler dazu verpflichtet, den Einsatz von überflüssigem Plastik in Verpackungen zu vermeiden. Ziel von MM Board & Paper ist es, neue Möglichkeiten im Austausch von Kunststoffverpackungen durch umweltfreundliche, innovative Lösungen aus Karton und Papier zu schaffen und die Funktionalitäten ohne Einsatz von Kunststoffen weiter zu erhöhen. Mit diesem Anspruch entwickeln wir neuartige Barrierekonzepte, um die Verwendung von Karton als alternatives Verpackungsmaterial für eine breite Palette von Lebensmitteln einschließlich flüssiger, gekühlter, gefrorener und/oder fettiger Nahrungsmittel zu erleichtern. Der Einfluss dieses Trends auf unseren Karton- und Papierabsatz ist weiter schwer einzuschätzen. Unser Ziel ist jedoch, diesen zu nutzen, um schneller als der Markt zu wachsen. Konzentration auf leistungsstarke StandorteMM hat im Zeitraum 2020-2022 eine Konzentration der Produktion auf die leistungsstärksten Standorte vollzogen. Zum Jahresende 2022 wird auf sieben leistungsstarken Kartonmaschinen und vier Papiermaschinen an sechs Standorten produziert. Die Maschinen sind jeweils auf bestimmte Produktqualitäten ausgerichtet: drei auf Recyclingkarton, zwei auf Frischfaserkarton, eine auf weiß gestrichenen Recycling-Liner sowie eine weitere Kartonmaschine flexibel sowohl auf Recycling- als auch auf Frischfaserkartonqualitäten. Darüber hinaus produzieren zwei Papiermaschinen ungestrichene Feinpapiere und zwei weitere jeweils Packaging Kraft Paper bzw. Saturating Kraft Paper. Die Maschinen werden kontinuierlich auf dem Stand der Technik mit Fokus auf Wachstumspotenzial und Wettbewerbsstärke weiterentwickelt. Fasern und Energie zentrale FaktorenAltpapier ist der strategisch bedeutendste Rohstoff bei der Produktion von gestrichenem Recyclingkarton, Holzschliff bei Frischfaserkarton sowie Zellstoff bei Kraft- und Feinpapieren. Darüber hinaus sind Energie, Chemikalien und Logistik weitere wesentliche Kostenfaktoren. Hochqualitative Bedruckbarkeit von Karton wird durch die Applikation eines Striches aus Kalk, Füllstoffen und Bindemittel auf der Kartonaußenfläche erreicht. MM Board & Paper bezieht Recyclingfasern zur Gänze aus Europa, vorwiegend auf dem Spotmarkt. Ferner werden in kleinerem Ausmaß längerfristige Bezugsmöglichkeiten von Kommunen und Entsorgern genutzt. Aufgrund des Rückganges bei Printmedien und Office-Papieren wird Altpapier trotz hoher Recyclingquoten und bestehender Aufkommensreserven längerfristig zu einem knapperen Rohstoff, wobei wir die Verfügbarkeit für unsere Werke weiter als gesichert erachten. Auch bei Holz als Ausgangsstoff für Holzschliff und Zellstoff sehen wir die Versorgung aufgrund des laufenden Bezuges aus nachhaltiger Forstwirtschaft als gegeben. Wie die Situation infolge von Covid-19 und danach zeigte, kann es aber zu signifikanten Schwankungen bei Aufkommen und Preisen kommen. Als Energieträger wird von MM Board & Paper vorrangig Erdgas genutzt. Der verstärkte Einsatz erneuerbarer Energieträger, wie z. B. Biomasse, sowie eine Erhöhung der Eigenversorgung sind unsere Zielsetzung. Starker Wettbewerb in der KartonindustrieMM Board & Paper ist der einzige europäische Anbieter mit jeweils mehreren großen Produktionsstandorten von Recycling- und Frischfaserkarton und darüber hinaus der einzige europäische Kartonerzeuger mit einem substanziellen weiteren Standbein in der Faltschachtelerzeugung. Die drei größten skandinavischen Anbieter sind ausschließlich im Bereich Frischfaserkarton tätig. Der Kapazitätszuwachs bei Recyclingkarton erfolgt in Europa seit Jahrzehnten durch die laufende technologische Modernisierung bestehender Anlagen ("creeping capacity increase"). Bei Frischfaserkarton führte insbesondere der strukturbedingte Wechsel von grafischen Papieren hin zu Verpackungskartonprodukten in den letzten Jahren zu Neukapazitäten. Darüber hinaus muss für die nächsten Jahre im Zuge des Trends zu nachhaltigeren Verpackungen und großen hocheffizienten Anlagen mit einer deutlichen weiteren Expansion der Frischfaserkartonkapazitäten in Europa gerechnet werden. MM PackagingEin weltweit führender FaltschachtelproduzentFaltschachtelverpackungen für Konsumgüter des täglichen Bedarfes stehen im Zentrum des Geschäftes von MM Packaging. Im Geschäftsjahr 2022 wurden rund 4.056 Mio. m 2 produziert und Umsatzerlöse von 2.168,7 Mio. EUR erzielt. Damit ist MM Packaging nicht nur ein führender Faltschachtelproduzent in Europa, sondern auch einer der größten weltweit. Durch die Akquisitionen im Geschäftsfeld Pharma & Healthcare ist MM Packaging auch ein führender Produzent von Beipackzetteln und Etiketten für diesen Bereich. Aufgrund von Transportkosten und Serviceanforderungen haben Faltschachtelverpackungen einen limitierten Lieferradius und sind dadurch vorwiegend als regionales Produkt definiert. Infolge deutlich niedrigerer Markteintrittsbarrieren in der Faltschachtelbranche im Vergleich zur Kartonindustrie ist das Geschäft durch anhaltend intensiven Verdrängungswettbewerb und kleinere Anbieterstrukturen gekennzeichnet. Die Produktion von Faltschachtelverpackungen ist ein mehrstufiger Prozess, der sich vereinfacht wie folgt darstellen lässt: Karton wird bedruckt, im nachfolgenden Stanzvorgang gerillt und in einzelne Verpackungszuschnitte geteilt, welche in der abschließenden Prozessstufe individuell nach Anspruch der Abnehmerbranche gefaltet und verklebt werden. Darüber hinaus kommt eine große Vielfalt von Verfahren zur Verpackungsveredelung zum Einsatz. Der Versand und Transport der Verpackungen erfolgt in der Regel in gefaltetem Zustand in Überkartons. Die Verpackungsbefüllung mit Konsumgütern findet weitgehend an den Abpackanlagen durch den Kunden statt. MM Packaging setzt dem Anspruch auf Best Industrial Practice entsprechend sämtliche gängigen Preprint-, Druck- und Veredelungstechnologien auf dem Stand der Technik ein. Die Wellpappenproduktion stellt eine gegenüber Karton und Faltschachtel unterschiedliche Industriesparte mit anderen Produkten und Märkten dar, in der MM Packaging nicht tätig ist. Eine Überschneidung besteht bei Konsumgüterverpackungen aus Feinwelle (Mikrowelle), welche auch an einigen spezialisierten Standorten von MM Packaging produziert werden. Diese verbinden die Stabilität der Welle mit der ausgezeichneten Bedruckbarkeit von Karton. Internationales Standortnetzwerk stets nahe am KundenGeografischer Schwerpunkt des Standortnetzes von MM Packaging mit 65 Standorten in 24 Ländern ist Europa. Ferner sind wir im Bereich Pharmaverpackung seit der jüngsten Großakquisition auch an der US-Ostküste vertreten. Darüber hinaus hält MM Packaging in einzelnen Ländern des Mittleren Ostens, Südamerikas und in Fernost ebenfalls eine führende Position. Neben der breiten lokalen Aufstellung schaffen wir durch die Spezialisierung auf spezifische Markt- bzw. Produktsegmente aus den Bereichen Food & Specialities sowie Premium Wettbewerbsvorteile durch entsprechendes Knowhow und kontinuierliche Weiterentwicklungsmöglichkeiten. In 2022 entfielen auf den Hauptabsatzmarkt Europa rund 67 % der Umsatzerlöse, auf Amerika 10 % und auf die übrige Welt 23 %. Zielsetzung unserer Standortpolitik ist es, unsere Kunden aus geografisch gut positionierten und wettbewerbsstarken Produktionsbetrieben zu beliefern. Absatz in ein breites BranchenspektrumMM Packaging deckt mit Verpackungen für Konsumgüter des täglichen Bedarfes ein breites Branchenportfolio ab und schafft dadurch sowohl Entwicklungspotenzial als auch ein solides Maß an Resilienz. Die beiden Märkte Food & Specialities und Premium tragen zu etwa gleichen Teilen zum Umsatz von MM Packaging bei. Das hoch spezialisierte Premiumgeschäft umfasst die Bereiche Pharma, Healthcare, Beauty, Personal Care, Cigarette und Luxury. Die Konzentration der Organisation von MM Packaging auf einzelne spezialisierte Business Units ermöglicht es, den individuellen Markt- und Produktanforderungen mit zielgerichtetem Know-how zu entsprechen sowie den Wertschöpfungsprozess selektiv zu steuern. Der überwiegende Teil des Geschäftes wird mit großen multinationalen Kunden erwirtschaftet, auf welche rund 80 % der Umsatzerlöse entfallen. Die Vergabe des Bedarfes über Tenderverfahren und mehrjährige Bezugsvereinbarungen sind im internationalen Großkundengeschäft die Regel. Der weitere Teil des Absatzes geht an lokale Kunden. Insgesamt beliefert MM Packaging weltweit rund 2.300 Kunden. Strategischer Rohstoff KartonDie Faltschachtelproduktion setzt an Karton als zentralem Rohstoff auf. Dieser ist sowohl bedeutendster Input- als auch Kostenfaktor. Die Wahl des eingesetzten Kartons richtet sich zum einen nach der Funktionalität der Verpackung, zum anderen nach den individuellen Anforderungen einzelner Konsumgüterbranchen bzw. -hersteller. Dem divisionalen ProfitCenter-Prinzip des Konzerns entsprechend kauft MM Packaging den Bedarf an Recycling- und Frischfaserkarton bzw. Papieren über eine eigene Beschaffungsorganisation zu. Im Geschäft mit internationalen Konsumgütererzeugern wird der Kartonbezug auch vom Kunden entschieden bzw. verhandelt. Bedeutende Kartonpreisänderungen wie auch andere maßgebliche Kostenveränderungen werden in der Regel durch entsprechende Klauseln, die sich auf Referenzwerte beziehen, in der Verkaufspreisbildung berücksichtigt. Neben Karton und Papier sind Farben, Lacke und Werkzeuge weitere bedeutende Rohstoffe von MM Packaging. Die Personalintensität liegt durchwegs über jener der Kartonproduktion. Investition in Wettbewerbsfähigkeit und Nachhaltigkeit - Wachstum, organisch und über AkquisitionenDie Nachfrage nach Faltschachtelverpackungen korreliert ähnlich wie der Kartonmarkt mit dem Privatkonsum. Infolge des Schwerpunktes auf Verpackungen für Konsumgüter des täglichen Bedarfes ist das Geschäft von MM Packaging von hoher Kontinuität geprägt. Ziel von MM Packaging ist es, sowohl durch verstärkte Wettbewerbskraft als auch durch die gezielte Ausrichtung auf Zukunftsmärkte, wie z. B. Pharma, organisch und über Akquisitionen weiterzuwachsen. Dazu investieren wir in modernste Technologien und entwickeln attraktive Standorte nahe unseren Kunden. So wird beispielsweise der große Standort MMP Neupack Polska erweitert und ein weiteres Verpackungswerk in Polen (Emerald) gebaut, um am Marktwachstum in Zentral-Ost-Europa zu partizipieren und die günstigeren Kosten zu nutzen. Ferner wurde in 2022 der Ausbau von MMP Werken zu kritischer Größe in Großbritannien, Österreich und Rumänien abgeschlossen. Darüber hinaus werden kontinuierlich Modernisierungen im Maschinenpark zur Effizienzsteigerung und Entwicklung am Stand der Technik (u. a. Digitaldruck) umgesetzt. Für 2023 betrifft dies insbesondere die Nutzung des Wertsteigerungspotenzials bei ausgewählten Ex-Essentra-Standorten sowie die industrielle Fertigung neuer nachhaltiger Spezialverpackungen beim Plastikersatz. Ziel ist es, mit dem Anspruch auf Best Industrial Practice weiterzuwachsen und die Wettbewerbsfähigkeit von MM Packaging weiter zu erhöhen. Schwerpunkte liegen dabei auf einer verstärkten Spezialisierung sowie Automatisierung und Digitalisierung und der Entwicklung innovativer nachhaltiger Verpackungen. Daher geben wir Zukunftskonzepten allgemein viel Raum, damit laufender Wandel gelingen kann. Wie bisher wird MM Packaging den Expansions- und Akquisitionskurs risikobewusst und wertorientiert mit dem Anspruch auf nachhaltig hohe Ergebnisqualität fortsetzen. 2 ENTWICKLUNG IM JAHR 2022Allgemeine WirtschaftslageDie Weltwirtschaft war in 2022 im Wesentlichen von einem weiteren Anstieg der Inflation geprägt, welcher das einsetzende Wirtschaftswachstum stark abschwächte. Nach einer starken ersten Jahreshälfte für die Volkswirtschaften der EU, bedingt durch verstärkte Ausgaben der Verbraucher, verlangsamte sich die Dynamik infolge des Krieges in der Ukraine zusehends. Vor allem steigende Preise für Energieerzeugnisse und Unsicherheiten bei den Lieferketten führten zu einer Erhöhung der Preisniveaus und damit zu historischen Höchstständen bei Inflationsraten, auf welche die großen Notenbanken in den fortgeschrittenen Volkswirtschaften mit einer deutlichen Anhebung der Leitzinsen reagierten. Ein starker Arbeitsmarkt sowie fiskalpolitische Maßnahmen zum Ausgleich steigender Energiepreise stützten den Privatkonsum, wodurch das BIP der EU zum Jahresende insgesamt ein leichtes Wachstum verzeichnen konnte. Hohe Unsicherheiten bestehen weiterhin hinsichtlich der Entwicklung der Energiemärkte sowie der Auswirkungen einer länger anhaltenden Inflation und des Hochzinsumfeldes auf den Privatkonsum. BranchenentwicklungDie Nachfrage auf den Karton- und Faltschachtelmärkten sowie bei Papieren verzeichnete bis in das 3. Quartal 2022 eine starke Dynamik. Getrieben war diese Entwicklung insbesondere durch Versorgungsunsicherheiten angesichts gestörter Lieferketten und potenzieller Energieengpässe als Folgewirkung des Krieges in der Ukraine sowie die allgemein stark ansteigende Kosteninflation. Volle Lager, Rezessionsängste und die einschränkende Wirkung der Inflation auf die Kaufkraft der Konsumenten führten jedoch spätestens im 4. Quartal zu einem signifikanten Nachfrageeinbruch auf den Kartonmärkten, während sich das Faltschachtelgeschäft noch weitgehend stabil entwickelte. Vor dem Hintergrund der guten Buchungslage und hoher Auslastung über weite Strecken des Jahres konnten die massiven Kostensteigerungen bei Rohstoffen und Energie in der Industrie vielfach sukzessive weitergegeben werden. Im 4. Quartal setzte jedoch mit fallenden Energiepreisen aufgrund eines milden Winters und dem deutlichen Rückgang der Altpapierpreise eine rapide Umkehr bei wesentlichen Kostenkomponenten ein, wodurch der Druck auf die Verkaufspreise seither deutlich zunahm. Das Thema Nachhaltigkeit bei Verpackungen, insbesondere die Substitution von Kunststoff, stand bei allen Teilnehmern der Wertschöpfungskette weiter im Zentrum und wird von Karton-/Papier- und Faltschachtelproduzenten sowie Konsumgüterherstellern und Einzelhandel proaktiv vorangetrieben. Aufgrund der Vollbeschäftigung der Industrien erfolgten Umstellungen jedoch nur langsam und punktuell. Obwohl in 2022 keine maßgeblichen Kapazitätserhöhungen Platz griffen, drückte insbesondere die Umleitung vormaliger Russlandmengen verstärkt in den europäischen Kartonmarkt. Mittelfristig ist jedoch vor allem bei Frischfaserkarton mit einem deutlichen Anstieg von Neukapazitäten insbesondere aus Skandinavien zu rechnen. Marktwachstum und die Umstellung auf große, wettbewerbsstarke Hochleistungsanlagen sind wesentliche Gründe dafür. Im Bereich Recyclingkarton konzentrieren sich die Kapazitätserhöhungen auf die laufende Investitionstätigkeit, welche bei MM Board & Paper in 2023 mit der Modernisierung von drei großen Kartonmaschinen einen besonderen Schwerpunkt haben wird. Infolge der herausfordernden Rahmenbedingungen zeigt sich die Situation für strukturell kleinere Erzeuger weiterhin tendenziell angespannter. Im Bereich Faltschachtel setzte sich die Konzentration in Europa mit der Übernahme von AR Packaging durch Graphic Packaging (US) in 2022 fort, wobei Letztere nunmehr auch in Europa eine führende Position einnimmt. Durch die Akquisitionen von MM Packaging im Bereich Pharma-Sekundärverpackungen entstand in diesem Spezialgeschäft erstmals ein pan-europäischer Player mit einer ebenfalls bedeutenden Position in den USA. Im Grunde bleibt die Anbieterstruktur im europäischen Faltschachtelgeschäft jedoch insgesamt weiter durch starke Fragmentierung gekennzeichnet. Geschäftsverlauf 2022KonzernDie MM Gruppe ist im Geschäftsjahr 2022 in einem gesamtwirtschaftlich und geopolitisch herausfordernden Umfeld sowohl organisch als auch über Akquisitionen bei Ergebnis und Umsatz deutlich gewachsen. Die Nachfrage nach unseren natürlichen, recycelbaren Verpackungsprodukten aus nachwachsenden Rohstoffen zeigte sich über weite Strecken des Jahres dynamisch und die Kunden schätzen unsere Investitionen in wettbewerbsfähige Standorte, Innovation und Nachhaltigkeit. Die Energie- und Rohstoffkrise hat MM vor besondere Herausforderungen gestellt, die insgesamt erfolgreich bewältigt werden konnten. Verkaufspreiserhöhungen kompensierten die massiven Energie- und Rohstoffkostensteigerungen. Zudem gelang es, die kontinuierliche Versorgung unserer Kunden trotz instabiler Lieferketten sicherzustellen. Die 2022 abgeschlossenen Akquisitionen von Essentra Packaging und Eson Pac positionieren MM als globalen Player im Bereich der pharmazeutischen Sekundärverpackung und tragen zu mehr Resilienz und Wachstum im gesamten Unternehmen bei. Gemeinsam mit den beiden Zukäufen des Vorjahres im Bereich Board & Paper, MM Kwidzyn und MM Kotkamills, sind sie Teil der Transformation von MM, über Akquisitionen und operative Optimierungen die Wertschöpfung und Wachstumsfähigkeit der MM Gruppe zu steigern. Trotz einer zunehmenden Marktschwäche bei Karton und Papier ab Ende des 3. Quartals, infolge der gut bevorrateten Supply Chain und damit erheblicher marktbedingter Maschinenabstellung in diesem Bereich, verzeichnete die MM Gruppe in 2022 insgesamt einen starken Ergebnisanstieg. Der Zuwachs des betrieblichen Ergebnisses von 269,6 Mio. EUR auf 510,3 Mio. EUR resultiert im Wesentlichen aus der Division MM Board & Paper infolge operativer Verbesserungen sowie der ganzjährigen Einbeziehung der Akquisitionen des Vorjahres. Demgegenüber reduzierte sich das betriebliche Ergebnis von MM Packaging aufgrund von Einmalaufwendungen trotz erfreulichen organischen Wachstums von rund 5 %. Der guten Ergebnisentwicklung und langfristigen Dividendenpolitik entsprechend wird der 29. Ordentlichen Hauptversammlung am 26. April 2023 eine Dividendenerhöhung auf 4,20 EUR je Aktie (2021: 3,50 EUR) für das Geschäftsjahr 2022 vorgeschlagen. Konzerngewinn- und -verlustrechnungenKonzerngewinn- und -verlustrechnungen (Kurzfassung)
Die konsolidierten Umsatzerlöse des Konzerns erreichten 4.682,1 Mio. EUR und lagen damit um 52,5 % bzw. 1.612,4 Mio. EUR über dem Vorjahreswert (2021: 3.069,7 Mio. EUR). Diese Zunahme resultierte zum einen aus den Akquisitionen des Vorjahres in der Division MM Board & Paper und den Unternehmenskäufen von MM Packaging im Berichtsjahr sowie zum anderen aus der Kostenweitergabe über höhere Preise. Bei der geografischen Verteilung der Umsatzerlöse erhöhte sich der Anteil des Hauptmarktes Europa auf 80,1 % (2021: 77,1 %) und jener von Amerika leicht auf 5,1 % (2021: 4,8 %), während der Umsatzanteil der übrigen Welt auf 14,8 % zurückging (2021: 18,1 %). Die konzerninternen Umsätze erhöhten sich mengen- und preisbedingt auf 236,6 Mio. EUR (2021: 133,0 Mio. EUR) und betrafen im Wesentlichen Lieferungen von MM Board & Paper an MM Packaging. Konzernumsatz nach Regionen
Herstellungskosten
Die Herstellungskosten zur Erbringung der betrieblichen Leistung lagen mit 3.554,8 Mio. EUR um 1.141,2 Mio. EUR bzw. 47,3 % über dem Vergleichswert des Vorjahres (2021: 2.413,6 Mio. EUR). Diese Erhöhung resultierte vor allem aus der Ausweitung des Geschäftsvolumens infolge der Akquisitionen sowie gestiegenen Energie- und Rohstoffkosten. Aufgrund der erfolgten Kostenweitergabe verringerte sich der Anteil an den Umsatzerlösen von 78,6 % auf 75,9 %. Vertriebs- und Verwaltungskosten, sonstige betriebliche Aufwendungen
Die Vertriebs- und Verwaltungskosten sowie sonstige betriebliche Aufwendungen erhöhten sich ebenfalls, vorwiegend akquisitionsbedingt und infolge der Kosteninflation, von 471,4 Mio. EUR auf 687,9 Mio. EUR. Ihr Anteil an den Umsatzerlösen reduzierte sich leicht von 15,3 % im Vorjahr auf 14,7 %. Wesentliche Einmaleffekte im betrieblichen Ergebnis und EBITDA
Mit 510,3 Mio. EUR konnte ein betriebliches Ergebnis um 240,7 Mio. EUR über dem Vorjahr (2021: 269,6 Mio. EUR) erzielt werden. Der deutliche Anstieg resultiert aus der Division MM Board & Paper. Einmalaufwendungen in dieser Division ergaben sich insbesondere aus der Reorganisation der Produktion im slowenischen Kartonwerk MM Kolicevo, welche im 4. Quartal mit 24,6 Mio. EUR zu verbuchen waren. In der Division MM Packaging betrafen Einmaleffekte vor allem die Transaktionsnebenkosten für die Akquisitionen von Essentra Packaging und Eson Pac und den Verkauf der russischen Standorte in Höhe von 15,0 Mio. EUR sowie Aufwendungen im Zusammenhang mit dem Marktaustritt aus Russland in Höhe von insgesamt 32,5 Mio. EUR, welchen ein Ertrag aus dem Verkauf der Packagingstandorte in Russland in Höhe von 20,1 Mio. EUR gegenüberstand. Im Vorjahr waren Einmalaufwendungen aus der Erstkonsolidierung von MM Kwidzyn und MM Kotkamills in Höhe von 26,3 Mio. EUR sowie aus Anpassungs- und Restrukturierungsmaßnahmen in der Packagingdivision in Höhe von 20,1 Mio. EUR zu verbuchen. Dem stand ein Einmalertrag aus dem Verkauf der Frischfaserkartonwerke Eerbeek und Baiersbronn in Höhe von 46,1 Mio. EUR (nach Transaktionsnebenkosten) gegenüber. Die Operating Margin des Konzerns erhöhte sich somit auf 10,9 % (2021: 8,8 %), der Return on Capital Employed auf 16,3 % (2021: 12,8 %). Das EBITDA stieg um 308,9 Mio. EUR auf 729,9 Mio. EUR (2021: 421,0 Mio. EUR), womit die EBITDA Margin 15,6 % erreichte (2021: 13,7 %). Finanzerträge beliefen sich auf 4,3 Mio. EUR (2021: 3,3 Mio. EUR). Die Zunahme der Finanzaufwendungen von -24,4 Mio. EUR auf -32,1 Mio. EUR ist vor allem auf die Aufnahme von Schuldscheindarlehen und Namensschuldverschreibungen im Vorjahr zur Finanzierung der Akquisitionen und organischer Wachstumsprojekte zurückzuführen. Das "Sonstige Finanzergebnis -netto" veränderte sich vorwiegend fremdwährungsbedingt auf -15,5 Mio. EUR (2021: -4,0 Mio. EUR). Das Ergebnis vor Steuern stieg demnach um 222,4 Mio. EUR auf 466,9 Mio. EUR nach 244,5 Mio. EUR im Vorjahr. Die Steuern vom Einkommen und Ertrag beliefen sich auf 121,7 Mio. EUR (2021: 53,8 Mio. EUR), woraus sich ein effektiver Konzernsteuersatz von 26,1 % (2021: 22,0 %) ergibt. Jahresüberschuss, Gewinn je AktieDer Jahresüberschuss erhöhte sich somit um 154,5 Mio. EUR auf 345,2 Mio. EUR (2021: 190,7 Mio. EUR), wodurch die Umsatzrentabilität von 6,2 % auf 7,4 % anstieg. Im Geschäftsjahr 2022 befanden sich unverändert 20.000.000 Aktien im Umlauf, sodass sich ein Gewinn je Aktie von 17,19 EUR (2021: 9,46 EUR) bezogen auf den den Aktionär:innen der Gesellschaft zuzurechnenden Jahresüberschuss in Höhe von 343,8 Mio. EUR (2021: 189,2 Mio. EUR) errechnet. Vermögen, Kapitalausstattung, LiquiditätKonzernbilanzen (Kurzfassung)
Das Gesamtvermögen des Konzerns belief sich per 31. Dezember 2022 auf 4.818,6 Mio. EUR und lag damit um 804,4 Mio. EUR über dem Wert zum Ultimo 2021 (4.014,2 Mio. EUR). Dieser Anstieg ist vor allem auf die Erstkonsolidierung der Neuakquisitionen und das erhöhte Investitionsvolumen in Wachstum und Wettbewerbsstärke zurückzuführen. Das Konzerneigenkapital stieg von 1.661,9 Mio. EUR (31. Dezember 2021) auf 1.959,4 Mio. EUR, wobei dem Ergebnisanstieg die Dividendenzahlung mindernd gegenüberstand. Die Eigenkapitalrentabilität lag bei 19,1 % nach 11,9 % im Vorjahr. Die Finanzverbindlichkeiten haben überwiegend langfristigen Charakter und erhöhten sich aufgrund von Mittelaufnahmen zur Finanzierung der Unternehmenserwerbe und organischen Wachstumsprojekten von 1.423,1 Mio. EUR zum Jahresende 2021 auf 1.761,6 Mio. EUR zum 31. Dezember 2022. Die Eigenkapitalquote blieb mit 40,7 % (31. Dezember 2021: 41,4 %) nahezu unverändert. Bei verfügbaren Zahlungsmitteln des Konzerns in Höhe von 280,1 Mio. EUR (31. Dezember 2021: 359,5 Mio. EUR) stieg die Nettoverschuldung von 1.063,5 Mio. EUR auf 1.481,5 Mio. EUR zum Jahresende 2022. Dem Konzern standen ferner jederzeit ausnutzbare Kreditlinien und -rahmen in Höhe von 481,4 Mio. EUR (31. Dezember 2021: 472,6 Mio. EUR) zur Verfügung. Das Verhältnis Nettoverschuldung/Eigenkapital belief sich auf 0,8, die Quote aus Nettoverschuldung/EBITDA auf 2,0 (31. Dezember 2021: 0,6; 2,1). Die langfristigen Vermögenswerte stiegen überwiegend akquisitions- und investitionsbedingt von 2.460,0 Mio. EUR auf 2.884,3 Mio. EUR. Die kurzfristigen Vermögenswerte erhöhten sich vor allem infolge gestiegener Vorräte und Forderungen aus Lieferungen und Leistungen von 1.554,2 Mio. EUR auf 1.934,3 Mio. EUR. Cash Flow-EntwicklungKonzerngeldflussrechnungen (Kurzfassung)
Der Cash Flow aus der Geschäftstätigkeit erreichte 299,7 Mio. EUR und lag damit um 29,9 Mio. EUR über dem Vergleichswert des Vorjahres (2021: 269,8 Mio. EUR). Diese Veränderung resultiert im Wesentlichen aus einem höheren cashwirksamen Ergebnis, welchem ein starker Anstieg im Working Capital gegenüberstand. Der Cash Flow aus der Investitionstätigkeit veränderte sich von -891,4 Mio. EUR auf -573,3 Mio. EUR. Höheren Auszahlungen aus der Veränderung des Konsolidierungskreises im Vorjahr standen die Auszahlungen für den Erwerb der skandinavischen Pharmaverpackungsgruppe Eson Pac in Höhe von 52,1 Mio. EUR und für Essentra Packaging in Höhe von 338,1 Mio. EUR sowie Einzahlungen aus dem Verkauf der russischen Packagingwerke von 134,0 Mio. EUR gegenüber. Die Auszahlungen für den Erwerb von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten erhöhten sich dem intensivierten Investitionsprogramm entsprechend von 248,4 Mio. EUR auf 329,4 Mio. EUR. Investitionsauszahlungen von MM Board & Paper in Höhe von 191,8 Mio. EUR (2021: 103,4 Mio. EUR) betrafen vor allem technische Modernisierungen und Erweiterungen mit Schwerpunkten an den Standorten Frohnleiten, Österreich, Neuss, Deutschland, Kotka, Finnland, und Kolicevo, Slowenien. Schwerpunkte der Investitionsauszahlungen von MM Packaging in Höhe von 137,6 Mio. EUR (2021: 145,0 Mio. EUR) lagen auf Erweiterungen sowie technologischen Modernisierungen in Polen, Rumänien, Großbritannien, Türkei, Chile und Österreich. Der Cash Flow aus der Finanzierungstätigkeit veränderte sich vor allem aufgrund der Aufnahme von Schuldscheindarlehen und Namensschuldverschreibungen im Vorjahr von 836,9 Mio. EUR auf 191,9 Mio. EUR. Weitere InformationenErwerb Essentra PackagingAm 2. Oktober 2022 hat MM Packaging den im Juni 2022 vereinbarten Erwerb von Essentra Packaging nach Zustimmung aller relevanten Wettbewerbsbehörden um einen vorläufigen Kaufpreis in Höhe von 325,1 Mio. EUR erfolgreich abgeschlossen. Die Transaktion umfasst 100 % der Anteile an ESNT Packaging & Securing Solutions Limited (UK) und 100 % der Anteile an Essentra Packaging US Inc (US) sowie deren verbundene Unternehmen. Durch diese Akquisition erweitert MM Packaging sein Angebot von Faltschachteln, Beipackzetteln und Etiketten für den resilienten sowie profitablen Healthcare & Pharma-Markt und schafft damit eine attraktive Plattform für weiteres Wachstum. Essentra Packaging umfasst 21 Produktionsstandorte in 10 Ländern verteilt über Europa, das US-Festland und Puerto Rico, welche die Position von MM Packaging im Bereich Pharmaverpackungen ideal ergänzen. Das Unternehmen beschäftigt rund 3.500 Mitarbeiter:innen und beliefert weltweit über 800 Kunden, darunter 19 der Top-20-Pharmaunternehmen. In 2021 wurden Umsatzerlöse in Höhe von rund 370 Mio. GBP berichtet. Erwerb Eson PacAm 11. April 2022 hat MM Packaging 100 % der Anteile an Eson Pac mit Sitz in Veddige, Schweden, vom Mehrheitsgesellschafter Nalka Invest AB sowie den Minderheitsgesellschaftern erworben. Der vorläufige Kaufpreis belief sich auf 59,4 Mio. EUR. Das Unternehmen produziert und vertreibt hochwertige Sekundärverpackungslösungen für die Pharmaindustrie (Faltschachteln, Beipackzettel und Etiketten) und beschäftigt rund 300 Mitarbeiter:innen. Mit drei Produktionsstandorten in Schweden und einem in Dänemark wurde 2021 ein Jahresumsatz von rund 48 Mio. EUR erwirtschaftet. Verkauf der russischen StandorteAm 16. Dezember 2022 hat MM Packaging seine beiden Standorte in Russland, St. Petersburg und Pskov, nach erfolgter Genehmigung durch die Behörden an den lokalen Investor Granelle verkauft. Der Verkaufspreis beläuft sich auf 134 Mio. EUR. In 2021 erzielten die Werke gemeinsam Umsatzerlöse von rund 124 Mio. EUR. Definition der KennzahlenEBITDA (Earnings before Interest, Income Taxes, Depreciation and Amortization)Betriebliches Ergebnis zuzüglich Abschreibungen und Wertminderungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte. EBITDA MarginEBITDA dividiert durch die Umsatzerlöse. EigenkapitalquoteEigenkapital dividiert durch die Bilanzsumme. Eigenkapitalrentabilität (Return on Equity, ROE)Jahresüberschuss dividiert durch das durchschnittliche Eigenkapital. MitarbeiterMitarbeiterstand zum Jahresende inklusive Lehrlingen und aliquot berücksichtigter Teilzeitkräfte. Nettoverschuldung/NettoliquiditätKurz- und langfristige verzinsliche Finanzverbindlichkeiten inklusive Leasingverbindlichkeiten gemäß IFRS 16 abzüglich Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten. Sofern ein Überhang der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente über die Finanzverbindlichkeiten besteht, liegt eine Nettoliquidität vor. Nettoverschuldung/EBITDANettoverschuldung/Nettoliquidität dividiert durch EBITDA. Nettoverschuldung/EigenkapitalNettoverschuldung/Nettoliquidität dividiert durch das Eigenkapital zum Jahresende. Operating MarginBetriebliches Ergebnis dividiert durch die Umsatzerlöse. Return on Capital Employed (ROCE)Betriebliches Ergebnis dividiert durch die Summe aus durchschnittlichem Eigenkapital, aus den durchschnittlichen kurz- und langfristigen verzinslichen Finanzverbindlichkeiten inklusive Leasingverbindlichkeiten gemäß IFRS 16 sowie abzüglich des durchschnittlichen Bestandes an Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten. UmsatzrentabilitätJahresüberschuss dividiert durch die Umsatzerlöse. Sämtliche Kennzahlen wurden ausschließlich auf Basis der Angaben im Konzernabschluss berechnet. Geschäftsverlauf in den DivisionenMM Board & PaperDynamische Nachfrage und gute Ordertätigkeit kennzeichneten die Märkte bis Ende der Sommermonate. Nach einer Abschwächung zum Ende des 3. Quartals ist die Nachfrage im 4. Quartal nochmals deutlich zurückgegangen. Vor allem Recyclingkarton zeigte sich in der zweiten Jahreshälfte schwach. Hohe Lagerbestände in der Lieferkette und die hohe Inflation waren für diese Entwicklung verantwortlich. MM Board & Paper gelang es vor diesem Hintergrund, sowohl bei Frischfaser- als auch bei Recyclingkarton Marktanteile zu gewinnen. Der durchschnittliche Auftragsstand der Division belief sich auf 233.000 Tonnen (2021: 340.000 Tonnen). Aufgrund markt- und investitionsbedingter Maschinenabstellungen im 2. Halbjahr lag die Kapazitätsauslastung der Division mit 91 % unter dem Vorjahr (2021: 97 %). Die bis in das 3. Quartal anhaltende starke Kosteninflation, vor allem bei Energie und Rohstoffen, konnte über zeitnahe Preisanpassungen kompensiert werden. Trotz einer angespannten Supply Chain und Engpässen im Einkauf über weite Strecken des Jahres gelang es, die Versorgung der Kunden durch hohe Flexibilität und alternative Beschaffung sicherzustellen. Ab Herbst hat sich die Verfügbarkeit insbesondere bei Fasern sowie Chemikalien verbessert, wodurch unsere Werke aktuell eine gute Versorgungssituation verzeichnen und die Inputpreisspitzen der vergangenen Monate verlassen wurden. Letzteres galt insbesondere auch für Energie. Dem Risiko einer möglichen Gasrationierung, von welchem alle Karton- und Papierfabriken mit Ausnahme von MM Kwidzyn betroffen wären, wurde durch den Aufbau von Kartonvorräten, angemietete Gasspeicher in Österreich und Investitionen in alternative Ölbefeuerung in Finnland begegnet. Bei den laufenden Großinvestitionen in den Werken Frohnleiten, Neuss und Kolicevo mit Fokus auf Effizienzsteigerungen, Nachhaltigkeit, Mehrmenge und neue Produktqualitäten sind nun alle Maschinenumbauten für 2023 vorgesehen. Im Werk Kolicevo wurde zudem die Produktion auf die hochmoderne und größere Kartonmaschine 3 konzentriert, da eine wirtschaftliche Fortführung der kleineren Kartonmaschine 2 nicht möglich war. In Zusammenhang mit dieser Restrukturierung waren Einmalaufwendungen in Höhe von 24,6 Mio. EUR zu verbuchen. Die Integration der vor einem Jahr erworbenen Karton- und Papierwerke MM Kwidzyn und MM Kotkamills ist erfolgreich verlaufen. Die Produktion lag mit 2.433.000 Tonnen akquisitionsbedingt 17,6 % über dem Vorjahreswert (2021: 2.069.000 Tonnen). Davon entfielen 1.217.000 Tonnen (50 %) auf Recyclingkarton und 634.000 Tonnen (26 %) auf Frischfaserkarton (2021: 1.320.000 Tonnen bzw. 64 % und 502.000 Tonnen bzw. 24 %). Die übrigen 582.000 Tonnen (24,0 %) betreffen Kraftpapiere und ungestrichene Feinpapiere (2021: 247.000 Tonnen bzw. 12,0 %). Bezogen auf den durchschnittlichen Mitarbeiterstand wurden 520 Tonnen (2021: 616 Tonnen) pro Mitarbeiter erzeugt. Der Absatz erhöhte sich analog zur Produktion um 14,1 % auf 2.389.000 Tonnen (2021: 2.092.000 Tonnen). Die Umsatzerlöse lagen mit 2.750,0 Mio. EUR sowohl akquisitions- als auch preisbedingt um 76,2 % bzw. 1.188,9 Mio. EUR über dem Vergleichswert (2021: 1.561,1 Mio. EUR) und verteilten sich zu 92 % auf Europa (2021: 86 %), zu 1 % auf Amerika (2021: 2 %) und zu 7 % auf die übrige Welt (2021: 12 %). MM Packaging war mit einem Lieferanteil von rund 15 % bzw. 264.000 Tonnen Karton (2021: 13 % bzw. 236.000 Tonnen) unverändert größter Kunde von MM Board & Paper. Das betriebliche Ergebnis erhöhte sich um 273,3 Mio. EUR auf 381,0 Mio. EUR (2021: 107,7 Mio. EUR). Im Vorjahr waren positive Einmaleffekte aus den Veränderungen im Konsolidierungskreis enthalten. Die Operating Margin erreichte 13,9 % (2021: 6,9 %), der Return on Capital Employed 22,5 % (2021: 11,0 %). Das EBITDA stieg auf 499,3 Mio. EUR (2021: 185,2 Mio. EUR). Der Cash Flow aus der Geschäftstätigkeit belief sich auf 244,4 Mio. EUR nach 108,7 Mio. EUR im Jahr zuvor. Divisionskennzahlen MM Board & Paper
1) inklusive Umsatzerlösen zwischen den
Divisionen
MM PackagingMM Packaging verzeichnete in 2022 über alle Geschäftsbereiche hinweg eine insgesamt gute Nachfrage. Auftragsständen auf Rekordniveau im ersten Halbjahr folgte trotz zunehmender Zurückhaltung im Privatkonsum eine Stabilisierung auf Normalniveau in der zweiten Jahreshälfte. Vor diesem Hintergrund gelang ein erfreuliches organisches Mengenwachstum, zu welchem auch die zuletzt erfolgreich abgeschlossenen Erweiterungsinvestitionen beitrugen. Die massiven Kostenerhöhungen während des Jahres, vor allem bei Karton, Papier, Energie und Transport, konnten sukzessive weitergegeben werden. In diesem Zusammenhang wurden auch die Zyklen für Verkaufspreisanpassungen deutlich reduziert, mit dem Ziel, die Lieferfähigkeit durch eine strikte Margenpolitik aufrechtzuerhalten. Dies ist auch nachhaltig gelungen. Zudem hat die integrierte Aufstellung von MM als Karton- und Faltschachtelproduzent hinsichtlich Absicherung der Materialversorgung bei Kunden in 2022 deutlich an Bedeutung gewonnen. Aufbau einer globalen Position im Bereich Pharma & HealthcareMit den Akquisitionen von Essentra Packaging und Eson Pac hat MM Packaging seine Position im Markt Pharma & Healthcare auf einen globalen Footprint mit Schwerpunkten in Europa und Nordamerika ausgeweitet. Das hoch synergetische Kundenportfolio, darunter die weltweiten Top-Pharmaunternehmen, das erweiterte Produktportfolio, insbesondere bei Beipackzetteln und Etiketten, sowie die notwendige Hebung operativer Synergien sollen das Wachstum bei Menge und Ertrag in den nächsten Jahren deutlich unterstützen. Die produzierte Menge lag mit 4.056 Millionen m 2 um 10,4 % über dem Vorjahreswert (2021: 3.672 Millionen m 2 ). Nach Eliminierung der Effekte der Akquisitionen Eson Pac und Essentra Packaging konnte MM Packaging ein organisches Wachstum von über 5 % erzielen. Der soliden Performance von MM Packaging im laufenden Geschäft standen vor allem Sondereffekte in Höhe von netto rund -27 Mio. EUR aus dem Erwerb von Essentra Packaging, dem Verkauf der Standorte in Russland und dem Verlassen des russischen Marktes gegenüber. Die Umsatzerlöse stiegen preis- und mengenbedingt um 32,1 % auf 2.168,7 Mio. EUR (2021: 1.641,6 Mio. EUR). Diese entfielen zu 67 % auf Europa, zu 10 % auf Amerika sowie zu 23 % auf die übrige Welt (2021: 69 %; 7 %; 24 %). MM Packaging beliefert in verschiedenen Konsumgüterbranchen rund 2.300 Kunden. Die beiden Hauptmärkte sind Food & Specialities sowie Premium, wobei Letzterer die Märkte Pharma, Healthcare, Cigarette, Beauty, Personal Care und Luxury umfasst. Infolge der hohen Konzentration in den Abnehmerindustrien entfällt ein bedeutender Anteil des Geschäftes auf multinationale Großkunden, sodass in 2022 mit den Top-Fünf-Kunden rund 35 % (2021: 40 %) der Umsatzerlöse erwirtschaftet wurden. Das betriebliche Ergebnis lag mit 129,3 Mio. EUR um 32,6 Mio. EUR unter dem Vorjahreswert (2021: 161,9 Mio. EUR). Diese Entwicklung ist insbesondere durch oben genannte Sondereffekte bedingt. Im Vorjahr waren Einmaleffekte aus strukturellen Anpassungen enthalten. Die Operating Margin belief sich demnach auf 6,0 % (2021: 9,9 %), das EBITDA auf 230,6 Mio. EUR (2021: 235,8 Mio. EUR). Der Return on Capital Employed betrug 8,9 % (2021: 14,4 %), der Cash Flow aus der Geschäftstätigkeit 55,3 Mio. EUR nach 161,1 Mio. EUR in 2021. Divisionskennzahlen MM Packaging
1) inklusive Umsatzerlösen zwischen den
Divisionen
3 FORSCHUNG UND ENTWICKLUNGIm Fokus der Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten der MM Gruppe steht die langfristige Stärkung und Sicherung der Wettbewerbs- und Wachstumsfähigkeit des Konzerns durch innovative und nachhaltige Lösungen. Dabei haben wir den Anspruch, Markt- und Zukunftstrends frühzeitig zu identifizieren und diese für unsere Kunden sowie die gesamte Gruppe wertbringend zu nutzen. Damit dies langfristig gelingt, greifen wir auf ein breites Ressourcenspektrum in und außerhalb unserer Organisation zurück, schaffen regelmäßig Anreize, damit sich Neues entwickeln kann, und investieren kontinuierlich in die Zukunft von MM. Unsere Innovationsleistungen werden einerseits durch den Anspruch steter Produkt- und Prozessoptimierungen getrieben, andererseits durch sich ändernde Rahmenbedingungen, die Weiterentwicklung bedingen. Darüber hinaus ist die Erschließung neuer, zukünftiger Geschäftsfelder und Zielanwendungen Antrieb für die Innovationsaktivitäten. Die Entwicklung bzw. Umsetzung von Produktinnovationen erfolgt stets unter Berücksichtigung möglicher Risiken zur Produktsicherheit sowie Nutzung des Potenzials aus der Entwicklung innovativer und nachhaltiger Verpackungslösungen. Moderner InnovationsprozessMit unserer langjährigen Erfahrung in der Entwicklung innovativer Produkte und dem Know-how für die Gestaltung von Innovationsprozessen arbeiten wir kontinuierlich daran, unsere strategischen Wachstums- und Nachhaltigkeitsziele zu erreichen. Unser Ansatz ist dabei grundsätzlich auf einen verantwortungsvollen Umgang mit Rohstoffen und die Bereitschaft, den Status quo zu hinterfragen, ausgerichtet. Sämtliche Produktentwicklungen von MM durchlaufen einen vordefinierten und kontinuierlich verbesserten Prozess. Dieser beginnt mit der Ideenfindung und führt unter Einbindung der Expert:innen unserer Fachabteilungen über die Bewertung und technische Produktentwicklung bis hin zur Markteinführung. Wir sind davon überzeugt, dass Innovationskraft durch Vielfalt und die Kombination unterschiedlicher Potenziale entsteht. Offenheit für neue Ideen und die Bereitschaft zum Dialog sind wesentliche Bestandteile unserer Innovationskultur. Deshalb binden wir Stakeholder wie Kunden, Lieferanten, Endverbraucher und Forschungspartner frühzeitig in unseren Innovationsprozess ein und eröffnen so eine differenzierte Sicht auf Probleme und auf die spezifischen Anforderungen, wie modernste technologische Funktionalität, Qualität, Sicherheit und Nachhaltigkeit, die unsere Produkte erfüllen müssen. Dies ermöglicht es, neue Erkenntnisse und Lösungen direkt in die Entwicklung unserer Produkte einfließen zu lassen und die Bedürfnisse unserer Kunden in den Mittelpunkt unseres Handelns zu stellen. Wir erforschen neue Konzepte für Lebensmittelverpackungen und evaluieren kontinuierlich neue Technologien für unsere zukünftigen Karton- und Papierprodukte. Zur Gewährleistung von Qualität und Sicherheit setzen wir auf externe Zertifizierungen. Sie sind ein wichtiger Nachweis für Kunden und Endnutzer, dass unsere Produktinnovationen nachhaltig, sozial verträglich und gesundheitlich unbedenklich sind. Darüber hinaus dienen sie zur Bescheinigung der rechtlichen Compliance im Bereich Produktsicherheit. Das regelmäßige Überprüfen sowohl bestehender Produkte als auch innovativer Lösungen auf Einhaltung der Zertifizierungskriterien gewährleistet gleichzeitig eine rigorose Qualitätssicherung, die auch nach außen hin sichtbar wird. Im Jahr 2022 haben wir unsere Kooperationen mit externen Partnern wie Universitäten, Forschungseinrichtungen und Start-ups fortgesetzt. Unsere Hauptbereiche der Zusammenarbeit sind die anwendungsorientierte Grundlagenforschung zur Behandlung von Holzfasern, die Verwendung alternativer und/oder modifizierter Faserrohstoffe und die Verwendung biobasierter Materialien als Ersatz für fossile Rohstoffe. Unternehmensintern gibt die Plattform "we.invent" allen Mitarbeiter:innen die Möglichkeit, sich mit eigenen Ideen einzubringen, unabhängig davon, in welchem Land oder Bereich sie tätig sind. Die Beiträge werden anhand eines klar definierten Kriterienkataloges in einem Stage-Gate-Prozess bewertet und zur Umsetzung ausgewählt. Nachhaltigkeit im Fokus der Entwicklungs- und InnovationstätigkeitSowohl der Klimawandel als auch die Corona-Pandemie führen vor Augen, dass Sicherheit und Wohlstand davon abhängen, wie wir Gemeingüter, wie Klimastabilität und öffentliche Gesundheit, langfristig erhalten: Die Gesellschaft und die Wirtschaft müssen widerstandsfähig, nachhaltig und klimafreundlich aufgebaut sein. Karton und Papier gewinnen dadurch als umweltfreundliche Verpackung an Bedeutung. Zielsetzung von MM ist es, die Chance zu nutzen, Kunden dahingehend zu unterstützen, Plastik durch innovative, aber auch bewährte Lösungen aus Papier und Karton zu ersetzen. Dadurch folgen wir auch dem aktuell prägenden Trend zu nachhaltigen Verpackungen mit natürlichem Auftritt sowie hoher Convenience und Sicherheit und perfekter Einbindung in den Onlinevertrieb. Fortschreitende Automatisation im KonzernDie Automatisation von Arbeitsabläufen und Logistikprozessen erfährt in beiden Divisionen fortschreitende Durchdringung mit dem Ziel, zusätzliche Wettbewerbsvorteile zu schaffen. Bei der Optimierung unserer Produktionsprozesse werden die einzelnen Standorte bereits bei der Anschaffung neuer Maschinen von Beginn an zentral unterstützt. Dies reicht von der Maschinenkonfiguration über die Installation bis hin zur Inbetriebnahme und Abnahme der Maschinen. Stillstandszeiten zu reduzieren und die Flexibilität zu erhöhen stehen bei MM aktuell im Zentrum der Umsetzung zukunftsorientierter Automatisierungskonzepte. Innovationstätigkeit 2022 in der Division MM Board & PaperDas Forschungs- und Entwicklungszentrum von MM Board & Paper am Standort Frohnleiten arbeitet gemeinsam mit den F&E-Kapazitäten am Standort MM Kotkamills sowie externen Forschungseinrichtungen an der Umsetzung grundlegender Erkenntnisse im Kontext von Wissenschaft und Produktion. Zu den Innovationsschwerpunkten im Jahr 2022 gehörte die Entwicklung und Erweiterung innovativer Dispersionsbarrieren für verschiedene Verpackungsanwendungen. Diese Beschichtungen können Fettbeständigkeit, Feuchtigkeitsschutz sowie Heißsiegeleigenschaften bieten. Sie ermöglichen die Verwendung von Karton als Verpackungsmaterial für eine breite Palette von flüssigen, gekühlten, gefrorenen und/oder fettigen Lebensmitteln. Unsere Barriereentwicklungen erfüllen den Bedarf unserer Kunden an nachhaltigen und recycelbaren Verpackungen und ergänzen unsere laufenden Bemühungen, Kunststoff zu ersetzen. Darüber hinaus spielten inkrementelle Produktentwicklungen wie die Erweiterung des Flächengewichtsbereiches und die weitere Optimierung der technischen Werte eine wichtige Rolle im Jahr 2022. Von Neueinführungen ist insbesondere MM GT White aus dem Werk Gernsbach hervorzuheben: ein Recyclingkarton mit einem hervorragenden weißen Erscheinungsbild, ideal für hochwertige Verpackungen. Die hohe Helligkeit auf der Ober- und Rückseite macht MM GT White zur optimalen Wahl für die Pharma- und Kosmetikindustrie. Innovationstätigkeit 2022 in der Division MM PackagingMM Packaging InnovationsnetzwerkDie Innovations-Matrixorganisation von MM Packaging stellt sicher, dass das gesamte technische Know-how der MM Gruppe effizient und zielgerichtet für die Bedürfnisse und Anforderungen unserer Kunden genutzt werden kann. Es setzt sich aus folgenden Einheiten zusammen: aus PacProject, dem kreativen Innovationszentrum in Hamburg, dem Premium Printing Center in Trier sowie dem Technical Account Management-Team zur Koordination gezielter Kundenbriefings mit den lokalen Packaging Development-Centern und einzelnen Werken und dem Forschungs- und Entwicklungszentrum der Tann-Gruppe. Unser Divisional Technical Support-Team und die Packaging Development-Centers begleiten unsere Kunden insbesondere auch hinsichtlich technischer Ausrichtung sowie Ausstattung, um neuartige Verpackungskonzepte und -designs umzusetzen. Bei PacProject in Hamburg werden in enger Abstimmung mit dem Kunden Konzeptstudien bis hin zu ersten Prototypen erstellt. Durch die enge Zusammenarbeit mit dem Technical Account Management-Team werden bereits in diesem Stadium erste Machbarkeitsanalysen durchgeführt. Im Premium Printing Center in Trier kommen hochinnovative Technologien zur Anwendung, um Verpackungsdesigns mit außergewöhnlichen Effekten in kürzester Zeit zu realisieren. Die Nachfrage unserer Kunden zu "E-Trainings/Learning" hat im Bereich Innovation stark zugenommen. Daher bieten wir maßgeschneiderte Trendworkshops, Ideenworkshops und technische Trainings an. Mit der Expansion des Geschäftsfeldes Pharma & Healthcare wurde 2022 auch die Innovationsstruktur der Division erweitert. Die Einrichtung eines XBU Innovationsteams (Cross Business Unit Innovation Team), welches sich aus den Innovation Directors der einzelnen Geschäftsfelder zusammensetzt, stellt durch regelmäßigen Best Practice-Austausch sicher, dass der wachsende Kundenanspruch in Bezug auf Innovation langfristig sichergestellt werden kann. Damit einher geht auch eine enge Zusammenarbeit mit MM Board & Paper im Bereich der Innovation. Zielsetzung ist es, MM durch Innovationsführerschaft als bevorzugten Lieferanten zu positionieren. Aktuelle InnovationsschwerpunkteDie Innovationstätigkeit von MM Packaging konzentrierte sich auch im Jahr 2022 insbesondere auf das Thema Nachhaltigkeit. In diesem Zusammenhang wurde in Zusammenarbeit mit Kunden, Fachhochschulen und Forschungsinstituten an der Optimierung von wiederverwertbaren Verpackungen und der Entwicklung neuer Produkte gearbeitet. Neue Anwendungsbereiche wurden geprüft und weiterentwickelt, wie z. B. "Kindersicherungsboxen", welche Plastikverpackungen für Waschmittelkapseln ersetzen; "Green Peel", eine neue Alternative aus Karton für Lebensmittelschalen mit deutlich reduziertem Kunststoffanteil, und "Moulded Pulp", ein neuer Schwerpunkt im Bereich der faserbasierten Verpackungen. Im Bereich neuer Technologien richten wir einen besonderen Fokus auf den Digitaldruck für Kartonverpackungen, der durch unsere großen Investitionen in Polen und Deutschland auf die nächste Stufe gehoben wird. Auszeichnungen für innovative und nachhaltige LösungenMM Packaging und MM Board & Paper erhielten bei den European Carton Excellence Awards eine gemeinsame Auszeichnung in der Kategorie "Food & Drink Packaging, Recycled Fibre" für eine innovative, nachhaltige Kartoffelverpackung. Die aus Liner produzierte und von MM Packaging verarbeitete Lösung wurde für den Transport und die Lagerung von Kartoffeln als Alternative zu herkömmlichen Tiefziehschalen aus Kunststoff entwickelt. Die Jury war vor allem von der Kombination von hoher Funktionalität und den Möglichkeiten der Markenkommunikation überzeugt. MM Board & Paper wurde darüber hinaus in der Kategorie "Save Food" mit dem "Green Packaging Star Award" ausgezeichnet, welcher umweltfreundliche Verpackungslösungen und Verbesserungen bei internen Produktionsprozessen zum Nutzen der Umwelt würdigt. Beeindruckt zeigte sich die Jury von dem innovativen Karton FOODBOARDTM als Verpackungsmaterial für Bio-Tee. Mit seiner funktionalen Barriere schützt er den Tee vor äußeren Umwelteinflüssen und bewahrt sein natürliches Aroma. Dies macht eine zusätzliche Schutzfolie aus Zellophan überflüssig, die Verpackung ist somit vollständig recycelbar. Der praktische und zugleich voll recycelbare Steinobstkorb "MM Basket" aus Browncolor erhielt den goldenen "Marken Magnet" der deutschen Fachzeitschrift "Lebensmittel-Praxis" in der Kategorie "Nachhaltigkeit" sowie eine "Special Mention" in der Kategorie "Excellent Communication Design - Packaging" beim German Design Award. Weitere Auszeichnungen wie Silber beim "Marken Magnet" in der Kategorie "Impulse am POS" sowie eine "Special Mention" beim German Design Award gingen an eine innovative Lebensmittelverpackung aus Recyclingkarton von MM Board & Paper, die als erste Verpackung überhaupt das neue NaviLens-System einsetzt, das blinden und sehbehinderten Menschen über farbige QR-ähnliche Codes Informationen zum Produkt liefert. 4 RISIKOMANAGEMENTDie MM Gruppe steht im Rahmen ihrer internationalen Geschäftstätigkeit einer Vielzahl von branchenspezifischen und allgemeinen Risiken gegenüber. Aufgrund der Korrelation der Nachfrage nach den Produkten beider Divisionen, MM Board & Paper und MM Packaging, mit dem Privatkonsum hat vor allem die konjunkturelle Entwicklung für die Risikosituation des Konzerns wesentliche Bedeutung. Infolge des geografischen Geschäftsschwerpunktes in Europa und dem aufgrund von Transportkosten und Service vorwiegend regionalen Charakter von Karton, Papier und Packaging haben die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in den großen europäischen Volkswirtschaften besonderen Einfluss auf den Konzern. Hinsichtlich der Beschaffung haben vor allem die Entwicklungen auf den Faserstoff- und Energiemärkten bei der Risikobetrachtung besondere Relevanz. Im Geschäftsjahr 2022 wurden die im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine stehenden Risiken und Auswirkungen innerhalb der bestehenden Risikofelder betrachtet. Schwerpunkte lagen dabei auf Beschaffung (Engpässe in der Lieferkette, Volatilitäten bei Rohstoffpreisen), Energie (Energiepreise und -verfügbarkeit), Zahlungsverkehr, Compliance sowie potenziellem Produktionsausfall (Werksschließungen) und Absatzminderung. Demgegenüber werden die Risiken im Zusammenhang mit der Covid-19-Pandemie mittlerweile als überschaubar und nicht mehr wesentlich für den Konzern eingestuft. Die aufgrund der Pandemie erforderlich gewordenen Maßnahmen konnten jedoch neue Chancen erschließen, unter anderem hinsichtlich verbesserter Prozesse in der Beschaffung und dem Supply-Chain-Management sowie im Hinblick auf geschaffene Home-Office- sowie neue Kommunikationsmöglichkeiten mit in der Folge reduziertem Reiseaufwand. Als ein neuer Schwerpunkt im Risikomanagement wurden die zunehmend komplexeren Lieferketten aufgenommen. Das Supply-Chain-Risiko ist unter anderem begründet durch ein sich veränderndes Kundenportfolio (vermehrt auch kleinere und mittelgroße Kunden), Änderungen von Kundenanforderungen (u. a. kleinere Losgröße, kürzere Lieferzeiten), Regionalisierung und CO 2-Footprint-Reduktion. Um diese erhöhte Komplexität bewältigen zu können und im herausfordernden Wettbewerbsumfeld führend zu bleiben, investiert MM in den Aufbau von dezidierten Supply-Chain-Management-Abteilungen in beiden Divisionen MM Board & Paper und MM Packaging. Die Steuerung diesbezüglicher Risiken erfolgt durch veränderte Prozesse, zusätzliche Lieferanten bzw. einen höheren Bestand. Supply-Chain-Risiken werden im Risikomanagement von MM innerhalb der bestehenden Risikofelder abgedeckt. Unter Berücksichtigung der bereits im Einsatz befindlichen Sicherungs- und Steuerungsinstrumente sowie der Frühwarnindikatoren sind zurzeit keine wesentlichen bestandsgefährdenden oder die Entwicklung beeinträchtigenden Risiken erkennbar. Gegenüber dem Vorjahr wurden die Risiken aus der Verfügbarkeit von Rohstoffen für die Divisionen MM Board & Paper sowie MM Packaging als geringer eingestuft, die Kundenabhängigkeit bei MM Packaging höher. Ferner bleibt das Schadenspotenzial hinsichtlich Cash Management/Liquidität weiter hoch. Infolge der jahrelangen klaren Fokussierung auf die Kerngeschäftsbereiche verfügt die MM Gruppe über eine solide Grundlage, potenzielle Risiken frühzeitig zu erkennen und mögliche Folgen daraus in adäquater Weise einzuschätzen. Der Umgang mit Risiken ist in einem Risikomanagementprozess dargelegt. Dieser umfasst die systematische Identifikation, Bewertung, Steuerung und Berichterstattung von wesentlichen, den Bestand des Konzerns potenziell gefährdenden und/oder dessen Entwicklung beeinträchtigenden Ereignissen und Risiken. Den Begriff Risiko definieren wir als eine negative Abweichung von den Unternehmenszielen, die durch ein Ereignis, welches mit einer bestimmten Wahrscheinlichkeit in der Zukunft eintritt, hervorgerufen wird. Das Risikomanagementsystem zielt darauf ab, wesentliche Risiken durch geeignete Maßnahmen auf ein akzeptables Maß zu begrenzen. Der Bestand sowie die Wertschöpfungsfähigkeit des Konzerns sollen dadurch nachhaltig abgesichert werden. Für jedes identifizierte und für den Konzern als wesentlich erachtete Risiko werden unter Berücksichtigung der konzernweiten Risikopolitik spezifische Kontroll-, Steuerungs- und Sicherungsmaßnahmen zur Bewältigung bestimmt. Diese Maßnahmen werden kontinuierlich evaluiert und weiterentwickelt bzw. ergänzt. Sie sind darauf ausgerichtet, die Risikosituation des Konzerns zu verbessern, ohne aber mögliche Chancen zu mindern. Verantwortlich für das Risikomanagement des Konzerns ist der Vorstand. Er gibt die Risikopolitik, die insgesamt von einer konservativen Haltung geprägt ist, vor und legt die Rahmenbedingungen des konzernweiten Risikomanagements fest. Risikovermeidung und Risikoreduktion stehen im Vordergrund und werden, soweit wirtschaftlich vertretbar, durch geeignete Steuerungsmaßnahmen erzielt sowie durch das Versicherungsprogramm des Konzerns ergänzt. Die Stabsstelle "Risk Management Compliance" berichtet direkt an den Vorstand und stellt sicher, dass das Risikomanagement im Auftrag und im Sinne des Vorstandes umgesetzt und betrieben wird. Jedem als wesentlich erachteten Risikofeld ist ein Risikofeldverantwortlicher mit entsprechendem Expertenwissen zugeordnet, in dessen Aufgabenfeld die Analyse, Bewertung, Steuerung und Überwachung der jeweiligen Risiken fallen. Der Risikomanagementprozess findet somit nicht isoliert statt, sondern als integraler Bestandteil der Organisation und ihrer Abläufe. Die Bewertung der identifizierten Risiken erfolgt hinsichtlich des möglichen Schadenspotenzials und der Eintrittswahrscheinlichkeit sowohl vor als auch nach der Durchführung von Sicherungs- und Steuerungsmaßnahmen. Dem Konzernabschlussprüfer kommt die Aufgabe der Beurteilung der Funktionsfähigkeit des Risikomanagementsystems zu. Er berichtet darüber an den Aufsichtsrat und Vorstand. Nachstehend werden die für den Konzern als wesentlich erachteten Risikofelder sowie Maßnahmen zu deren Bewältigung beschrieben. VerkaufDer Bedarf an Kartonverpackungen und Papierprodukten von MM korreliert mit der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, insbesondere aber mit der Nachfrage nach Gütern des täglichen Bedarfes. Marktrisiken können daher vor allem aus der konjunkturellen Entwicklung sowie den regulativen und politischen Rahmenbedingungen in einzelnen Absatzmärkten und dem verspäteten Erkennen von Trendänderungen erwachsen. Die Absatzmärkte von MM Board & Paper und MM Packaging sind aufgrund ausreichend vorhandener Kapazitäten der Anbieter von intensivem Wettbewerb geprägt. Der Konzern verfolgt daher die Strategie, durch Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit über Effizienzgewinne, Nachhaltigkeit und Innovation die Marktposition beider Divisionen langfristig zu behaupten und weiter auszubauen. Der Konzern zählt insgesamt mehrere Tausend Kunden. MM Board & Paper verkauft Rohkarton zum Großteil an die mittelständisch geprägte europäische Faltschachtelindustrie. Kraftpapiere gehen insbesondere an die Lebensmittel-/Gastronomiebranche sowie die Laminatindustrie, ungestrichene Feinpapiere (Office- und Druckpapiere) werden vor allem an Papier-/Bürobedarfshändler in Europa verkauft. Die Division MM Board & Paper erwirtschaftet mit 15 Hauptkundengruppen, exklusive MM Packaging, rund 30 % des Divisionsumsatzes. Die Division MM Packaging liefert insbesondere bedruckte Kartonverpackungen an Konsumgüterproduzenten und erzielt mit 40 Hauptkunden rund 70 % des Divisionsumsatzes. Die Abhängigkeit einzelner Produktionsstandorte von Kunden wird insbesondere von Absatz- und Angebotsentwicklungen, Preisstrategien, der Versorgungskette wie auch dem politischen Umfeld bestimmt. Die Kunden überprüfen laufend sowohl zur Kostenoptimierung als auch zur Nutzung von Wachstumsmöglichkeiten ihr Standortnetz, wodurch es zu geografischen Verlagerungen von Geschäft kommen kann mit Schließungsrisiken an bestehenden oder Investitionsnotwendigkeiten an neuen Standorten. Die breite Aufstellung des Konzerns in vielen Marktsegmenten und geografische Streuung der Marktpräsenz tragen jedoch zur Risikominimierung bei. Zur Sicherung der Marktanteile und Generierung von neuem Geschäft befindet sich ein breites, gut etabliertes Maßnahmenpaket im Einsatz. Hierzu zählen enger Kontakt mit den Kunden, laufendes Monitoring, Marktanalysen, Kooperationen in Forschung und Entwicklung, nachhaltiges Qualitäts- und Kostenmanagement, kontinuierliche Investitionstätigkeit, Monitoring von Lebenszyklen und Trendanalysen sowie der systematische Ausbau der Kundenbasis und die regelmäßige Teilnahme an Ausschreibungen sowie Messen und Kongressen. Das verstärkte öffentliche Interesse an Nachhaltigkeit und Gesundheit geht damit einher, dass auch die Anforderungen seitens Kunden, Interessenvertretungen und Gesetzgebung in Bezug auf nachhaltige Verpackungslösungen sowie deren Produktqualität und -sicherheit zunehmen. Für MM ist es von besonderer Priorität, diesen Anforderungen zu entsprechen, um dadurch ein mögliches Absatz-, Compliance- oder Reputationsrisiko zu minimieren. Eingebettet in einen institutionalisierten Rahmen, setzen beide Divisionen kontinuierlich F&E-Aktivitäten, die laufend weiterentwickelt werden. So erfasst z. B. die Ideenplattform "we.invent" systematisch Ideen aus dem Kreis aller Mitarbeitenden von MM. Darüber hinaus wurde der Innovations-Stage-Gate-Prozess weiter ausgebaut. Dadurch gelingt es, nachhaltig marktadäquate, sichere und innovative Produkte anzubieten. Den hohen Produktsicherheits- und Qualitätsanforderungen begegnet MM unter anderem durch Zertifizierung aller Produktionsstandorte nach ISO 9001 und regelmäßige Qualitätssicherungsmaßnahmen und -kontrollen. Speziell im Bereich Lebensmittelverpackung stellt eine Vielzahl von effektiven Maßnahmen die Einhaltung der strikten gesetzlichen Reglementierungen und Kundenvorgaben sicher und trägt damit zur Compliance, Kundenzufriedenheit und Absatzsicherung bei. Dazu zählen die laufende Verfolgung von aktuellen, vorwiegend regulatorischen Themen im Bereich Lebensmittelkontaktmaterialien sowie Forschung und Entwicklung zu Migration von Inhaltsstoffen und deren Wirkung. In Bezug auf nachhaltige, umweltfreundliche Verpackungslösungen profitiert MM insgesamt von einer positiven Wahrnehmung von Karton und Papier als Verpackungsmaterial in der breiten Öffentlichkeit und bei Kunden. Besonderer Stellenwert kommt dabei aktuell Substitutionsmöglichkeiten für Kunststoffverpackungen durch Karton- und Papieranwendungen zu, die proaktiv und kundenorientiert aufgegriffen werden. Entsprechend dem Trend zu leichteren Verpackungen baut MM Board & Paper das Angebot an Qualitäten mit niedriger Grammatur weiter aus. Der Markt für Zigarettenverpackungen unterliegt durch Nichtraucher- und Jugendschutz einem regulatorischen Risiko, das mit potenziellen Auswirkungen auf die Umsatzentwicklung einhergeht. Davon kann die Menge betroffen sein wie auch die Wertigkeit derselben. Weltweit schreiben immer mehr Staaten, deren Zahl in 2022 weiter zunahm, "Plain Packaging", das sind Einheitspackungen ohne Markenlogo, vor. Im Zusammenhang mit der EU-Tabakprodukterichtlinie wurde im November 2022 das Verbot von charakteristischen Aromen auf erhitzte Tabakerzeugnisse ausgedehnt, das mit 23. Oktober 2023 in Kraft tritt. Ein weiterer Trend zeichnet sich in Bezug auf die Gestaltung der Zigarette selbst ab. Konkret haben einige Länder angekündigt, die direkte Anbringung von Warnhinweisen auf Zigaretten prüfen bzw. einführen zu wollen. Im Rahmen des Entwurfes zur Packaging and Packaging Waste Regulation ("PPWR") wird eine weitere Kennzeichnung in Bezug auf die Recyclierbarkeit von Verpackungen vorgeschlagen. Bei neuartigen Produkten ist die starke Verbreitung von sogenannten Nikotin-Pouches zu erwähnen, deren Einführung sehr kontroversiell diskutiert wird. Mit einem Vorschlag der EU-Kommission zur Überarbeitung der TPD2 wird Anfang 2024 gerechnet, die Evaluierungsphase hat am 20. Mai 2022 begonnen. Die Auswirkung auf den relevanten Absatz der Division MM Packaging kann noch nicht quantifiziert werden, das Risiko wird aber durch den breiten globalen geografischen Absatz und durch enge Kooperation mit den Zigarettenproduzenten minimiert. Ferner wird das Absatzrisiko durch Verpackungen für sogenannte "Reduced Risk Products" ebenfalls reduziert. Für diesen Produktbereich tätige Unternehmen können in der öffentlichen Wahrnehmung diskriminiert werden. ProduktionDie Produktionsanlagen und -prozesse im Konzern werden systematisch am Stand der Technik weiterentwickelt bzw. erneuert. Eine nachhaltig verantwortungsvolle Produktion unter Berücksichtigung ökonomischer, ökologischer und sozialer Aspekte steht im Mittelpunkt, mit der Zielsetzung, für unsere Stakeholder langfristig Nutzen zu schaffen. Dies bedeutet in erster Linie einen sparsamen Ressourceneinsatz bei der Herstellung unserer Produkte, hohe Lösungskompetenz und Qualität bei gleichzeitiger Verfolgung einer soliden finanziellen Gebarung. Dabei setzen wir auf laufendes Monitoring der Maschinen und Performance, Innovationen und nachhaltige Investitionen in neueste Technologie. Möglichkeiten der Automatisierung und Digitalisierung werden aktiv aufgegriffen und umgesetzt. Zielsetzung ist es, konzernweit nach bestmöglichen Standards zu produzieren. Eine hohe technische Verfügbarkeit der Anlagen (Betriebsbereitschaft) ist sowohl bei der Karton-/Papier- als auch bei der Faltschachtelerzeugung entscheidend. Kontinuierliche elektronische Überwachung einzelner Maschinen bzw. Maschinenabschnitte, Revisionen, Instandhaltung und Zertifizierungen sowie ein Risk Engineering in Zusammenarbeit mit Versicherungsunternehmen zählen zu den wesentlichsten vorbeugenden Maßnahmen für die Aufrechterhaltung eines kontinuierlichen Betriebes. Divisionsweite Back-up-Konzepte sichern darüber hinaus die Lieferbereitschaft auch bei längerfristigen Betriebsunterbrechungen. Die Möglichkeit, einzelne Produkte an verschiedenen Standorten herzustellen (Mill Back-up-Konzept), ist dabei Kernbestandteil. Die Erfüllung von geforderten Qualitätsstandards und Normen, insbesondere in den Bereichen der Produktsicherheit und im Lebensmittelkontakt, ist grundlegende Voraussetzung für die nachhaltige Wettbewerbsfähigkeit und Attraktivität unseres Produkt- und Serviceangebotes. Kontinuierliche Qualitätssicherungsmaßnahmen entlang der Wertschöpfungskette dokumentieren die Einhaltung hoher Standards und ermöglichen die Rückverfolgbarkeit von Produkten. Laufende Investitions- sowie F&E-Tätigkeit, Marktbeobachtung und langjährige Mitarbeit in den Interessenvertretungen sowie nationalen und internationalen Gremien der Normung geben uns die Möglichkeit, neue Erkenntnisse und Interpretationen sowie bevorstehende Entwicklungen zeitnah evaluieren und berücksichtigen zu können. Durch die Konzentration auf unsere Kernkompetenzen begrenzen wir Risiken im Zusammenhang mit Investitionen, technischen Neuerungen sowie der Integration von Akquisitionen. Investitionsvorhaben durchlaufen standardmäßig vor der Realisierung einen mehrstufigen Genehmigungsprozess sowie ein klar definiertes Ausschreibungsverfahren unter Einbindung der betroffenen Fachabteilungen. Verhandlung und Vertragsgestaltung von Kaufverträgen erfolgen in Zusammenarbeit zwischen Corporate Sourcing, Divisional Technology und Corporate Legal. Wenn angebracht, werden Tests bzw. Simulationen unter Produktions- oder Laborbedingungen durchgeführt. In der Umsetzung werden Investitionsprojekte über ein laufendes Controlling sowohl hinsichtlich qualitativer als auch quantitativer Aspekte begleitet. Neuerungen an Produkten und Prozessen werden umfangreichen Testphasen unterzogen und in der Regel vor der Ausrollung in Pilotprojekten erprobt. BeschaffungFür die Leistungserbringung beider Divisionen ist der Einsatz bestimmter wesentlicher Rohstoffe und Inputfaktoren notwendig, welche zum überwiegenden Teil extern bezogen werden. Für die Division MM Board & Paper sind dies vor allem Faserstoffe (Altpapier, Holz, Zellstoff), Energie, Chemikalien und Logistikdienstleistungen. Für die Division MM Packaging sind es insbesondere Karton und Papier sowie Farben und Lacke. Grundsätzlich besteht bei der Beschaffung einerseits ein Verfügbarkeitsrisiko hinsichtlich Menge und Qualität, andererseits ein Preisrisiko. Dem Verfügbarkeitsrisiko begegnen wir insbesondere durch kontinuierliche Markt- und Bedarfsbeobachtung, laufenden Kontakt zu einer Mehrzahl von Lieferanten und die Erarbeitung von langfristigen Strategien zur Anpassung der Rohstoffbeschaffung an aktuelle Gegebenheiten. Konformität mit den vereinbarten Eigenschaften sichern wir durch Wareneingangskontrollen, laufendes Qualitätsmonitoring und Lieferantenbesuche. Soweit sinnvoll und möglich, werden Ausschreibungen für vorliegende Einkaufsvolumina durchgeführt. Faserstoffe und Chemikalien sind die wesentlichsten Rohstoffe von MM Board & Paper und in Europa ausreichend verfügbar. Die Division bezieht diese über eine eigene europäische Einkaufsorganisation. Durch laufendes Monitoring und geeignete Sicherungsmaßnahmen, wie Kapazitätsreservierungen, Langfristverträge und Back-up-Konzepte, gelingt es teilweise, dem erhöhten Verknappungs- und Preisrisiko aufgrund weltweit gestiegener Nachfrage entgegenzuwirken und kurzfristig auftretende Preisspitzen abzufedern. Die Versorgung mit Faserstoffen sehen wir grundsätzlich gesichert. Aufgrund regulativer Maßnahmen kann es zu Verschiebungen im Angebot kommen. Der darüber hinaus benötigte Holzschliff wird zum überwiegenden Teil in den Karton- und Papierwerken sowie unserem norwegischen Faserwerk FollaCell intern erzeugt. In enger Zusammenarbeit von Produktion und Technik setzen wir auf modernste Maßnahmen zur Verbrauchssteuerung und auf Optimierungen beim Rohstoffeinsatz. Hierbei werden auch regelmäßig Möglichkeiten der Substitution und Anpassungen von Rezepturen evaluiert. Der Karton- und Papiereinkauf der Division MM Packaging erfolgt dem Profit-Center-Prinzip entsprechend über eine eigene Einkaufsorganisation unter fortwährendem Screening mehrerer Karton- und Papierproduzenten. In puncto Versorgungssicherung hat die Erhöhung des konzerninternen Kartonbezugs aus der Division MM Board & Paper zuletzt spürbar an Bedeutung gewonnen. Wesentliche Preisänderungen von strategisch bedeutenden Inputfaktoren werden in der Verkaufspreisgestaltung z. B. durch entsprechende Klauseln berücksichtigt. Energie (Gas, Strom, Kohle, Heizöl) hat vor allem für die Division MM Board & Paper als Inputfaktor strategische Bedeutung. In der Risikobetrachtung sind der Einkaufspreis sowie die grundsätzliche Verfügbarkeit und Abnahmemöglichkeit wesentliche Parameter. Letztere beziehen sich auf die physische Disponibilität von Energie, welche insbesondere von der politischen Stabilität in Erzeuger- und Durchleitungsländern abhängt. Politische Konflikte, kriegerische Auseinandersetzungen, aber auch Naturkatastrophen können vor allem das Verfügbarkeits-, aber auch das Preisrisiko von Energie wesentlich beeinflussen. In Energieverträgen sind zum Teil Mindestabnahmemengen definiert. Wird in diesen durch Stillstände oder technische Gebrechen die Bandbreite unterschritten, sind Ausgleichszahlungen fällig (Take-or-pay-Regelung). Zur Risikobewältigung setzen wir auf den Abschluss längerfristiger Rahmeneinkaufskontrakte, laufendes Monitoring der Preisentwicklung und bestehender Absicherungskontrakte sowie die Verknüpfung der Produktions- und Absatzplanung mit dem Energieeinkauf. Die mittelfristige Einkaufspolitik wird durch regelmäßige Abstimmung zwischen dem Management und einem gruppenweit verantwortlichen Energieeinkauf gesteuert. Ferner werden kontinuierlich Maßnahmen zur Senkung des spezifischen Energieverbrauches gesetzt. Substitution von fossilen Energiearten erfolgt z. B. durch lokale Biomasse- oder Ersatzbrennstoff-Anlagen. Anpassungen der Verkaufspreise an die Preisentwicklung auf dem Energiemarkt werden möglichst zeitnahe umgesetzt. Infolge des anhaltenden Krieges in der Ukraine ist das Verfügbarkeitsrisiko von Energie nach wie vor erhöht. Aufgrund der politischen Zielsetzung, Treibhausgasemissionen in der Industrie zu reduzieren, sind alle Werke der Division MM Board & Paper mit einem regulatorischen Risiko betreffend die Verfügbarkeit von Emissionsberechtigungen (CO 2 -Zertifikaten) konfrontiert, die nach dem "Cap & Trade"-Prinzip restriktiv vergeben werden. Dank energieeffizienter Anlagen und dementsprechend guter Ergebnisse im Benchmarking profitiert MM Board & Paper nach wie vor von einer teilweise unentgeltlichen Zuteilung von Emissionsberechtigungen. Um Anreize für weitere Emissionssenkungen zu schaffen, ist damit zu rechnen, dass die EU die freien Zuteilungen sukzessive reduzieren wird. Hier spielt seit Kurzem insbesondere der European Green Deal eine Rolle, der eine klimaneutrale EU bis 2050 zum Ziel hat. Es erfolgt eine dynamische CO 2 -Allokation bei Aktivitätsänderung +/-15 %. MM Board & Paper kauft fehlende Zertifikate im Rahmen des EU-Emissionshandelssystems am freien Markt zu, wobei ein Preisrisiko zu beachten ist, welches mittels Forward-Kontrakten teilweise mitigiert ist. Auch für MM Packaging besteht das Risiko einer indirekten Emissionsbepreisung. Basierend auf der Europäischen Klimaschutzverordnung bzw. dem Brennstoffemissionshandelsgesetz in Deutschland werden bestimmte Sektoren (Wärme und Verkehr) mit einer CO 2 -Abgabe konfrontiert, die aufgrund von Weiterverrechnung Auswirkungen auf die Kostenseite beider Divisionen haben kann. SustainabilityGrundsätzlich beschreibt Sustainability (Nachhaltigkeit) das nachhaltige Wirtschaften unter Berücksichtigung ökonomischer, ökologischer sowie sozialer Aspekte mit dem Ziel, langfristigen Nutzen für unsere Kund:innen, Aktionär:innen, Mitarbeiter:innen und die Umwelt und Gesellschaft zu schaffen und die negativen Auswirkungen auf Umwelt und Gesellschaft zu minimieren. Im Detail bedeutet dies, beispielsweise verantwortungsvoll und effizient mit Ressourcen (Recyclingpapier, Karton, Frischfaser, Chemikalien, Energie, Wasser, Abfällen) umzugehen und faire Arbeitsbedingungen sowie langfristiges qualitatives Wachstum zu gewährleisten, wodurch auch künftig der ökonomische Erfolg sichergestellt wird. Sustainability ist somit fester Bestandteil der Konzernstrategie und eine der Grundlagen des langfristigen finanziellen Erfolges des Unternehmens. Risiken in diesem Bereich bestehen aus physischen Risiken (z. B. Hochwasser, Waldbrände, Sturmschäden, Dürre) und transitorischen Risiken (z. B. Emissionszertifikate, veränderte Marktanforderungen und Konsumverhalten, politische Entwicklungen). Physische Risiken können zu direkten Produktionsausfällen, Lieferengpässen oder erhöhten Rohstoffpreisen führen. Transitorische Risiken sind vordergründig als Compliance-Thema zu betrachten, die keine kurzfristigen Produktionsausfälle zur Folge haben, aber bei Vergehen die "License to operate" negativ beeinträchtigen, was sich z. B. in sinkenden Verkaufszahlen, erhöhten Strafzahlungen sowie CO 2 -Steuern ökonomisch widerspiegeln kann. Aus einer makropolitischen Perspektive müssen hier Konflikte Berücksichtigung finden, die zu Produktionsausfällen in Konfliktregionen sowie zu Engpässen hinsichtlich Energie- und Rohstoffversorgung führen können. Gesetzliche Veränderungen, wie sie insbesondere durch den EU Green Deal in Kraft treten, verschärfen die Anforderungen an Unternehmensnachhaltigkeit, da finanzielle Kennzahlen und nichtfinanzielle Kennzahlen verstärkt in Abhängigkeit voneinander gesehen werden (z. B. EU-Taxonomie). Folglich ist Nachhaltigkeit ein wichtiger Parameter für Finanzmarktbewertungen und Investmententscheidungen. Hinsichtlich der Marktanforderungen gilt es zu berücksichtigen, dass bei der Erzeugung bedarfsgerechter Produkte Sustainability, gemessen am Produktlebenszyklus, ein wichtiges Entscheidungskriterium für Kunden darstellt. Nachhaltige Verpackungslösungen werden bei den Kunden selbst oftmals in den unternehmenseigenen Nachhaltigkeitszielen festgehalten. Auch im Wettbewerb um "Young Talents" spielt Nachhaltigkeit eine immer stärkere Rolle. Unternehmen, bei welchen Nachhaltigkeit nicht oder unglaubwürdig umgesetzt wird, werden künftig Nachteile bei der Gewinnung und Bindung von Nachwuchstalenten haben. MM setzt zur Sicherung und Steuerung des Sustainability-Risikos auf ein zentrales Nachhaltigkeitsmanagement, ressourceneffiziente Herstellung kreislauffähiger Produkte, ambitionierte langfristige (wissenschaftsbasierte) Nachhaltigkeitsziele sowie den Einbezug von Nachhaltigkeitskriterien in der Vergütungspolitik. Nichtfinanzielle Kennzahlen unterliegen einem umfassenden regelmäßigen Monitoring durch ein dediziertes Managementsystem. Zum Lieferkettenmonitoring hinsichtlich Nachhaltigkeitsrisiken wurde eine spezifische Softwarelösung eingeführt. Ferner sind alle Karton- und Papierwerke und ausgewählte Standorte von MM Packaging nach PEFC (Programme for the Endorsement of Forest Certification Schemes) sowie FSC ® (Forest Stewardship Council) zertifiziert. Darüber hinaus besteht die Zertifizierung ausgewählter Standorte nach EMAS (Eco Management and Audit Scheme) und/oder ISO 14001 für Umweltmanagementsysteme sowie nach ISO 50001 für Energiemanagement. In den Bereichen Produktqualität und/oder Lebensmittelsicherheit bestehen zudem für alle kartonproduzierenden und annähernd alle faltschachtelproduzierenden Standorte Zertifizierungen (ISO 9001, BRC, ISO 22000, EN 15593, ECMA GMP). MM orientiert sich darüber hinaus an den global gültigen Agenden und Zielrahmen, wie UN-Nachhaltigkeitszielen, EU Green Deal oder Paris Agreement. Human ResourcesDie Erbringung der Unternehmensleistung erfordert im Konzern qualifizierte, motivierte und leistungsorientierte Mitarbeiter:innen auf allen Ebenen. Um unsere Beschäftigten langfristig an das Unternehmen zu binden und geeignete Leistungsträger für offene Stellen zu finden, fördern wir die nachhaltige Zusammenarbeit durch kontinuierliche Personalentwicklung, Ausbildung, angemessene Entlohnungs- und Incentivierungssysteme sowie eine gelebte Werte- und Unternehmenskultur. Die Attraktivität als Arbeitgeber sichern wir durch gezielte Maßnahmen im Personalmarketing. Die Stabsstelle "Group Human Resources & Internal Communication" agiert als strategischer Partner des Managements und verantwortet nicht nur die operativen Personalthemen in der Konzernzentrale, sondern erarbeitet auch zielgruppenspezifische Standards für die gesamte MM Gruppe. Durch ein vielfältiges Angebot von Entwicklungs- und Ausbildungsprogrammen schaffen wir systematisch Rahmenbedingungen, unter welchen sich Talente entfalten können und modernes Know-how dem Unternehmen nachhaltig zur Verfügung steht. Das betriebliche Gesundheitswesen unterstützt unsere Beschäftigten durch vielfältige Förder- und Präventionsmaßnahmen mit dem Ziel, die Gesundheit und Leistungskraft das ganze Berufsleben hindurch hoch zu halten. Die HR-Agenden waren in 2022 von zwei großen Akquisitionen in der Division MM Packaging (Eson Pac, Essentra Packaging) geprägt. Aufgrund dieser strategischen Neuausrichtung wurden Organisationsstrukturen geändert und neue Funktionen etabliert. Geänderte Führungsstrukturen und Teams, aber auch System- und Prozessentscheidungen waren erforderlich. Dieser Prozess wird in 2023 fortgesetzt und insbesondere die Integration und Transformation der Werke von Essentra Packaging erfassen. Pensionen/Abfertigungen/AltersteilzeitDer Großteil der Arbeitnehmer:innen im Konzern ist im Rahmen der gesetzlichen Altersversorgung beitragsorientiert versichert. Neben der gesetzlichen Altersvorsorge hat der Konzern bestimmten Arbeitnehmer:innen auf Basis von Einzelzusagen und Betriebsvereinbarungen leistungs- und beitragsorientierte Pensionszusagen erteilt. Ferner bestehen leistungs- und beitragsorientierte Abfertigungsverpflichtungen sowie Verpflichtungen im Rahmen der gesetzlichen Altersteilzeit. Zur Risikoüberwachung und -minimierung wird insbesondere ein klar strukturierter Prozess der Datenbereitstellung, -plausibilisierung und -überprüfung auf Ebene der Einzelgesellschaften bzw. im Konzern verfolgt und ein Monitoring von Einzelzusagen durch die Konzernzentrale eingesetzt. Durch Nutzung von Rückdeckungsversicherungen in Österreich und Deutschland, Pensionsfonds in Großbritannien und auf den Philippinen sowie einer Sammelstiftung in der Schweiz zur Deckung des Vermögens wird einem Liquiditätsrisiko entgegengewirkt. Die Anlage birgt ein Veranlagungsrisiko. Die Veranlagung des externen Fondsvermögens erfolgt im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben möglichst konservativ (niedriger Aktienanteil, Unternehmens- statt Staatsanleihen). Das aktuelle Zinsniveau führt methodisch zu einem gegenüber den Vorjahren erhöhten Diskontierungszinssatz, der den versicherungsmathematischen Barwert der Verpflichtungen sinken lässt. Der sich daraus ergebende Abzugsposten im Eigenkapital ist im Verhältnis zum Eigenkapital als absolut überschaubar einzustufen. Der prognostizierte Pensions- und Abfertigungsaufwand bleibt stabil. Finanzielle RisikenDie Unternehmensplanung basiert auf professionellen Prognosen, Einschätzungen und Annahmen bezüglich zukünftiger wirtschaftlicher und finanzieller Entwicklungen im Konzern. Dem Risiko einer Fehleinschätzung begegnen wir durch enges Zusammenwirken zwischen den Werken und den Fachabteilungen von Konzern und Divisionen im Rahmen eines klar festgelegten, mehrstufigen Planungsprozesses. Risiken in der Finanzierung und Liquiditätsausstattung des Konzerns bewältigen wir insbesondere durch ein zentral gesteuertes Cash- und Credit-Management, sorgfältige Auswahl und ständiges Monitoring der nationalen und internationalen Bankpartner sowie jederzeit ausreichende Verfügbarkeit von Kreditlinien. Die Einhaltung der Covenants wird zur Risikominimierung regelmäßig überwacht. Zudem hat der Faktor Nachhaltigkeit Auswirkung sowohl auf das Verfügbarkeits- als auch auf das Kostenrisiko, da sogenannte ESG-Finanzierungen an Bedeutung gewinnen und somit die Bereitstellung von Finanzierungen und die Höhe der Finanzierungszinsen vermehrt von ESG-Kriterien abhängen. Diese werden von Group-Sustainability über entsprechende Kennzahlen gesteuert. Währungsrisiken werden kontinuierlich systemunterstützt überwacht und durch geeignete Absicherungsmaßnahmen begrenzt bzw. reduziert. Der Fokus ist dabei auf natürlichen Risikoausgleich durch Herstellen eines Gleichgewichtes von Forderungs- und Verbindlichkeitspositionen auf Ebene einzelner Tochtergesellschaften bzw. des Konzerns sowie auf Devisentermin-, Devisenswap- bzw. Optionsgeschäfte gerichtet. Währungsabsicherungen werden vorwiegend über eine zentrale Devisenhandelsplattform vorgenommen. Währungen, gegenüber deren Kursschwankungen Absicherungen getätigt werden, sind insbesondere das britische Pfund, der US-Dollar sowie der Euro aus Sicht von Gesellschaften, deren funktionale Währung nicht der Euro ist. Die diesbezüglichen Kursrisiken werden, soweit möglich, durch Währungskongruenz in der Geschäftsabwicklung bzw. durch Preisanpassungsmechanismen innerhalb längerfristiger Vereinbarungen reduziert. Derivative Finanzinstrumente werden weder zu Handels- noch zu Spekulationszwecken eingesetzt. Die laufende Optimierung des Working Capitals sowie die Minimierung von Werthaltigkeitsrisiken beim Vorratsvermögen erfolgen über ein zentrales Managementsystem. Das Ausfallrisiko bei Kundenforderungen wird durch laufende Bonitätsprüfung sowie Kundenkreditversicherungs-Anbietungspflicht für alle Kunden, mit Ausnahme von ausgewählten internationalen Kunden höchster Bonität, niedrig gehalten. RechnungslegungDer Vorstand ist für die Einrichtung und Ausgestaltung eines angemessenen internen Kontroll- und Risikomanagementsystems im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess sowie die Finanzberichterstattung und die Aufstellung des Konzernabschlusses verantwortlich. Dieses gewährleistet die Vollständigkeit, Zuverlässigkeit und Nachvollziehbarkeit von Finanzinformationen. Darüber hinaus werden die Zweckmäßigkeit und Wirtschaftlichkeit der Prozesse sowie die Einhaltung der gesetzlichen, vertraglichen und internen Regelungen sichergestellt. Der Rechnungslegungsprozess umfasst dabei alle wesentlichen Arbeitsschritte, die gewährleisten, dass die rechnungslegungsrelevanten Informationen vollständig, richtig und zeitgerecht erfasst und verarbeitet werden und die Abbildung in der Finanzberichterstattung den jeweils anzuwendenden Rechnungslegungsstandards entspricht. In der Aufbau- und Ablauforganisation sind klare und eindeutige Verantwortungen bezogen auf die Einzelgesellschaften und den Konzern vorgegeben. Den zentralen Funktionsbereichen "Group Accounting" sowie "Planning and Reporting" obliegen dabei die Ausgestaltung einheitlicher Konzernrichtlinien auf dem neuesten fachlichen Stand sowie die Organisation und Kontrolle der Finanzberichterstattung im Konzern. Die Berichterstattung an Vorstand und Aufsichtsrat erfolgt regelmäßig, umfassend und zeitnah. Die Übereinstimmung mit konzerninternen Richtlinien und Verfahren für die Erfassung, Verbuchung und Bilanzierung von Geschäftsfällen wird kontinuierlich kontrolliert. Die eingesetzten Datenverarbeitungssysteme werden gezielt weiterentwickelt und laufend optimiert. Der Rechnungslegungsprozess und die Finanzberichterstattung werden regelmäßig auf mögliche Risiken geprüft. Verbesserungsmaßnahmen werden schnellstmöglich eingeleitet und rasch umgesetzt. Schwerpunktprüfungen erfolgen durch Wirtschaftsprüfer und interne Revision. Eine Vielzahl von Maßnahmen wie Weiterbildung, Reviews und konzernweit abgestimmte Handlungsweisen stellen sicher, dass die Bilanzierung des Konzerns unter konformer Anwendung der IFRS erfolgt. InformationstechnologieDas zentrale IT-Risikomanagement basiert auf ISO 31000, die Informationssicherheit der zentralen IT auf ISO 27001. Das Risiko eines Ausfalls der zentralen Datenverarbeitung begrenzen wir durch ein geografisch getrenntes Ausfallrechenzentrum sowie durch eine Vielzahl an weiteren Vorsorge- und regelmäßigen Prüfungsmaßnahmen. Dem Risiko in Bezug auf die Informationssicherheit begegnen wir durch eine große Bandbreite an Sicherungsmaßnahmen, die in ein konzernweites Informationssicherheitsmanagement-System (ISMS) eingebettet sind. Der Funktion des Informationssicherheitsbeauftragten obliegt die konzernweite Etablierung sowie laufende Aktualisierung von Sicherheitsstandards. Cyber- und IT-Risiken bleiben eine ernste Bedrohung für MM. Angriffe werden immer professioneller und agiler, wodurch die Gefahr von Datenverlust, Betriebsunterbrechungen und finanziellen Schäden stetig zunimmt. Es ist wichtig, dass MM weiterhin proaktiv Maßnahmen ergreift, um sich gegen diese Bedrohungen zu schützen. Dazu zählen unter anderem die ständige Überwachung sämtlicher IT-Systeme, automatisierte Schutzmechanismen und eine gut ausgearbeitete Business-Continuity-Strategie. Die Entwicklung von Ransomware bleibt weiterhin ein bedeutendes Risiko für MM. Die Gefahr von Ransomware-Angriffen dürfte aufgrund der ständigen Weiterentwicklung und Verbreitung von Malware-Varianten weiterhin zunehmen. MM muss daher seine Sicherheit und seine Abwehrmechanismen ständig verbessern, um vor Angriffen geschützt zu sein. Dazu gehören regelmäßige Back-ups, Schulungen für Mitarbeitende und die Umsetzung eines Incident-Response-Plans. Die Re-Zertifizierung nach ISO 27001 belegt, dass MM ein gutes Sicherheitsmanagement aufgebaut hat und sich kontinuierlich verbessert, um den Schutz sensibler Daten und IT-Systeme sicherzustellen. Andere RisikenCompliance-Risiken aus der möglichen Nichteinhaltung von Normen, Gesetzen, Verhaltensregeln sowie gegebenenfalls Selbstverpflichtungserklärungen, wie dem MM Code of Conduct oder den universellen Prinzipien des UN Global Compact, werden insbesondere durch Absicherungsmaßnahmen in den Systemen, regelmäßiges, systematisches Compliance-Monitoring, das Vier-Augen-Prinzip sowie gruppenweite Richtlinien und Schulungen Rechnung getragen. Darüber hinaus ist die Funktion "Group Legal" eingerichtet, welche für die Überwachung und Steuerung des Risikofeldes Compliance verantwortlich ist und im Bedarfsfall auch externe Experten beizieht. Ziel ist eine strikte Einhaltung der Compliance-Vorgaben. Dadurch soll nicht zuletzt den zunehmenden Risiken einer Rechtsverletzung und möglicher Sanktionen aufgrund immer stärkerer Regulierung vorgebeugt werden. Dolosen Handlungen wird neben der Vorgabe von Genehmigungserfordernissen, insbesondere Schutz durch die Systeme, ein verstärktes internes Kontrollsystem als auch ein moderner Whistleblowing-Mechanismus entgegengesetzt. Der im Geschäftsbericht integrierte Corporate Governance-Bericht ist auf unserer Website unter https://www.mm.group/ueber-uns/verantwortung/corporate-governance/ abrufbar. Zusätzlich zu den hier angeführten Risiken können für den Konzern noch weitere Risiken bestehen. Gegenwärtig sind uns solche Risiken nicht bekannt bzw. werden diese als unwesentlich eingestuft. 5 ANGABEN NACH § 243 A ABS 1 UGBZusammensetzung des Kapitals, AktiengattungenEs wird auf die Angaben im Konzernabschluss unter Anhangangabe 13.1 verwiesen. Beschränkungen hinsichtlich der Stimmrechte bzw. der Übertragung von AktienRund 59 % der Aktien werden von den Kernaktionärsfamilien in einem Syndikat gehalten. Es besteht ein Syndikatsvertrag, welcher die Übertragbarkeit der Aktien innerhalb des Syndikates und nach außen regelt. Angelegenheiten, die die Hauptversammlung betreffen, beschließt das Syndikat mit 65 % der Stimmen, gemessen an der Gesamtzahl der abgegebenen Syndikatsstimmen. Änderungen des Syndikatsvertrages (betreffend Veränderung der Stimmrechte, Änderung des Syndikatszwecks oder -gegenständes, Begründung oder Entzug von Sonderrechten) bedürfen der Einstimmigkeit, gemessen an der Gesamtzahl aller Syndikatsstimmen. Direkte oder indirekte Beteiligungen am Kapital, die zumindest 10 vom Hundert betragenNach den der Gesellschaft bekannt gegebenen Informationen bestanden per Jahresende 2022 folgende Beteiligungen von mindestens 10 Prozent am Kapital: MMS Mayr-Melnhof-Saurau Beteiligungsverwaltung KG CAMA Privatstiftung Die Inhaber von Aktien mit besonderen Kontrollrechten und eine Beschreibung dieser RechteEs bestehen keine Aktien mit besonderen Kontrollrechten. Die Art der Stimmrechtskontrolle bei einer Kapitalbeteiligung der Arbeitnehmer, wenn sie das Stimmrecht nicht unmittelbar ausübenEs besteht kein derartiges Kapitalbeteiligungsmodell für Mitarbeiter. Die sich nicht unmittelbar aus dem Gesetz ergebenden Bestimmungen über die Ernennung und Abberufung der Mitglieder des Vorstandes und des Aufsichtsrates und über die Änderung der Satzung der GesellschaftEs bestehen keine Bestimmungen dieser Art. Die sich nicht unmittelbar aus dem Gesetz ergebenden Befugnisse der Mitglieder des Vorstandes, insbesondere hinsichtlich der Möglichkeit, Aktien auszugeben oder zurückzukaufenEs bestehen keine Befugnisse dieser Art. Alle bedeutenden Vereinbarungen, an denen die Gesellschaft beteiligt ist und die bei einem Kontrollwechsel in der Gesellschaft infolge eines Übernahmeangebotes wirksam werden, sich ändern oder enden, sowie ihre Wirkungen; ausgenommen hiervon sind Vereinbarungen, deren Bekanntmachung der Gesellschaft erheblich schaden würde, es sei denn, die Gesellschaft ist zur Bekanntgabe derartiger Informationen aufgrund anderer Rechtsvorschriften ausdrücklich verpflichtetEs wird von der Schutzklausel hinsichtlich der Bekanntgabe Gebrauch gemacht. Die Größenordnung des betroffenen Geschäftes ist als überschaubar einzustufen. Bestand und wesentlicher Inhalt von Entschädigungsvereinbarungen zwischen der Gesellschaft und ihren Vorstands- und Aufsichtsratsmitgliedern oder Arbeitnehmern für den Fall eines öffentlichen ÜbernahmeangebotesEs bestehen keine Vereinbarungen dieser Art. 6 KONSOLIDIERTE NICHTFINANZIELLE ERKLÄRUNG NACH § 267 A UGBEs wurde die Option gewählt, den Verpflichtungen gemäß § 267 a UGB nachzukommen, indem ein gesonderter konsolidierter nichtfinanzieller Bericht erstellt wird (siehe Seite 89 ff). 7 AUSBLICK AUF DAS GESCHÄFTSJAHR 2023Dieser Ausblick entspricht den Einschätzungen des Vorstandes zum 13. März 2023 und berücksichtigt keine Auswirkungen von Akquisitionen, Veräußerungen oder anderen strukturellen Änderungen innerhalb des Jahres 2023. Die vorangegangenen und nachfolgenden vorausblickenden Aussagen unterliegen sowohl bekannten als auch unbekannten Risiken und Unsicherheiten, die dazu führen können, dass die tatsächlichen Ereignisse von den hier getroffenen Aussagen abweichen können. Geopolitische und gesamtwirtschaftliche Unsicherheiten bestimmen weiterhin unsere Rahmenbedingungen. Während einige Inputpreise weiter sinken, setzt sich der Abbau hoher Lagerstände wie schon in den letzten Monaten des Vorjahres auch seit Jahresbeginn weiter fort. In der Division MM Board & Paper sind marktbedingte Maschinenabstellungen im 1. Quartal notwendig. In den ersten drei Quartalen kommt es weiters wie angekündigt zu längeren Maschinenstillständen im Zuge der Großinvestitionen an den Kartonstandorten Frohnleiten, Neuss und Kolicevo. Die Preise sind überwiegend rückläufig. Daher ist erwartungsgemäß im Bereich Board & Paper im laufenden Jahr ein deutlicher Rückgang bei Menge und Ergebnis absehbar. In der Division MM Packaging hat sich die Nachfrage in den ersten beiden Monaten etwas abgeschwächt, zeigt sich aber resilient. Strukturelle Anpassungsmaßnahmen und Kostenoptimierungen werden weiter fortgesetzt. Ungeachtet des Übergangsjahres im Bereich MM Board & Paper bleibt unser Geschäftsmodell mit Fokus auf nachhaltige Verpackungen für Konsumgüter des täglichen Bedarfes langfristig resilient und attraktiv. Die Bilanz von MM sowie die laufende Cash-Generierung sind solide. Unsere Investitionstätigkeit bleibt auch in 2023 erhöht, um die Wettbewerbs- und Wachstumsfähigkeit der MM Gruppe weiter zu stärken. Vor allem im Zuge der Modernisierung von drei Kartonmaschinen sowie wertsteigernder, technologischer Erneuerungen im Bereich Pharma- und Beautyverpackung erwarten wir heuer ein Investitionsvolumen von über 400 Mio. EUR. Zielsetzung bleibt, unser Wachstum mit nachhaltigen und innovativen Konsumgüterverpackungen langfristig mit einer attraktiven Rendite auf das eingesetzte Kapital fortzusetzen.
Wien, am 13. März 2023 Der Vorstand MMag. Peter Oswald e. h. Mag. Franz Hiesinger e. h. KonzernbilanzenAKTIVA
Der nachfolgende Konzernanhang ist ein integrierender Bestandteil des Konzernabschlusses. Konzerngewinn- und -verlustrechnungen
Der nachfolgende Konzernanhang ist ein integrierender Bestandteil des Konzernabschlusses. Konzerngesamtergebnisrechnungen
Der nachfolgende Konzernanhang ist ein integrierender Bestandteil des Konzernabschlusses.
1) inkl. Anpassungen aus der Hyperinflation in
Höhe von Tsd. EUR 22.709
Entwicklung des Konzerneigenkapitals
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1) inkl. Anpassungen aus der Hyperinflation in
Höhe von Tsd. EUR 22.709
Konzerngeldflussrechnungen
Der nachfolgende Konzernanhang ist ein integrierender Bestandteil des Konzernabschlusses.
1) inkl. auf zur Veräußerung
gehaltene langfristige Vermögenswerte
Konzernanhang1 GRUNDLEGENDE INFORMATIONENDer MM KonzernDie Mayr-Melnhof Karton AG und ihre Tochterunternehmen ("der Konzern") sind in der Herstellung und dem Verkauf von Karton, Papier und Faltschachteln mit Schwerpunkt in Europa tätig. Das Mutterunternehmen des Konzerns ist die Mayr-Melnhof Karton AG, welche ihren Sitz in Österreich, Brahmsplatz 6, 1040 Wien hat. Die Aktien der Gesellschaft notieren an der Wiener Börse. SegmentinformationDer Konzern wird in zwei operativen Segmenten (siehe Anhangangabe 19) geführt: MM Board & Paper und MM Packaging. MM Board & Paper produziert und vermarktet eine vielfältige Palette an Kartonsorten, hauptsächlich gestrichenen Faltschachtelkarton auf Basis von Recyclingfasern sowie Frischfaserkarton. Darüber hinaus umfasst das Produktsortiment der Division auch Kraftpapiere und ungestrichene Feinpapiere. MM Packaging verarbeitet Karton zu Faltschachteln hauptsächlich für die Nahrungsmittel- (z. B. Frühstückszerealien, Trockennahrung, Zucker- und Backwaren, hochwertige Süßwaren) und sonstige Konsumgüterindustrie (z. B. Kosmetika, Hygieneprodukte, Waschmittel, Haushaltsartikel, Tabakprodukte, Spielwaren und Pharmaprodukte). Des Weiteren umfasst das Produktsortiment von MM Packaging auch Beipackzettel und Etiketten. Wesentliche Ereignisse mit Auswirkung auf die Vermögens-, Finanz- und ErtragslageDie Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns ist in besonderem Maße durch die Änderungen im Konsolidierungskreis, insbesondere die Erwerbe von Eson Pac und Essentra Packaging sowie den Verkauf der russischen Verpackungswerke, geprägt. Des Weiteren waren die Akquisitionen von MM Kotkamills und MM Kwidzyn im Vorjahr erst unterjährig in den Konsolidierungskreis einbezogen, wodurch die Vergleichbarkeit mit den Vorjahreszahlen beeinträchtigt ist. Ein weiterer Einmaleffekt in 2022 ergab sich aus den Restrukturierungsmaßnahmen am Standort Kolicevo (siehe Anhangangabe 5). 2 GRUNDLAGEN DER AUFSTELLUNG DES KONZERNABSCHLUSSESRechnungslegungsgrundlagen und ÜbereinstimmungserklärungDer Konzernabschluss der Mayr-Melnhof Karton AG und ihrer Tochterunternehmen wurde in Anwendung von § 245 a UGB in Übereinstimmung mit den vom International Accounting Standards Board ("IASB") verlautbarten International Financial Reporting Standards und deren Interpretationen, wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind, aufgestellt. Die zusätzlichen Anforderungen des § 245 a Abs. 1 UGB wurden erfüllt. Der Konzernabschluss wurde mit Ausnahme bestimmter Posten, die in den entsprechenden Anhangangaben (z. B. Anhangangabe 7 und 15) erläutert sind, auf Basis der historischen Anschaffungs- oder Herstellungskosten aufgestellt. Der vorliegende Konzernabschluss umfasst den Zeitraum 1. Januar bis 31. Dezember 2022 und wurde mit Datum 13. März 2023 vom Vorstand unterzeichnet und vom Aufsichtsrat festgestellt. Der Konzernabschluss wird in Euro aufgestellt. Soweit nicht anders angegeben, sind alle Beträge mit Ausnahme der Aktienanzahl und der Angaben je Aktie in Tausend Euro angegeben. Anwendung von neuen und geänderten StandardsBei der Aufstellung des Konzernabschlusses wurden folgende Änderungen bestehender IAS und IFRS, soweit sie bis zum 31. Dezember 2022 im Amtsblatt der Europäischen Union veröffentlicht wurden und bis zu diesem Zeitpunkt in Kraft getreten sind, beachtet:
Die Überarbeitung von IFRS 3 bezieht sich explizit auf das IFRS-Rahmenkonzept aus dem Jahr 2018, mit einer Ausnahme bei der Anwendung von Rückstellungen und Eventualverbindlichkeiten bei Unternehmenszusammenschlüssen. Dies betrifft auch ein neues Ansatzverbot für im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusses erworbene Eventualforderungen. Die Änderungen an IAS 16 betreffen die Erfassung von Erträgen und Herstellungskosten bei der Produktion von Gütern, während die Sachanlage an den geplanten Standort gebracht wird. Bisher war unklar, ob diese direkt erfasst oder mit den Anschaffungs- oder Herstellungskosten verrechnet werden sollten. Durch die Standardänderung ist die Verrechnung mit den Anschaffungs- oder Herstellungskosten untersagt, stattdessen werden Erträge und Herstellungskosten direkt in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Die Änderungen an IAS 37 konkretisieren die Kosten der Vertragserfüllung, welche hiermit aus den direkt mit dem Vertrag zusammenhängenden Kosten für die Erfüllung des Vertrages, wie direkte Lohn- und Materialkosten, bestehen. Zudem erfolgt eine Klarstellung, wonach sich eine etwaige vorangegangene Wertminderung auf die zur Vertragserfüllung eingesetzten Vermögenswerte erstreckt. Weiteres wurden im Rahmen der jährlichen Verbesserungen geringfügige Änderungen und Klarstellungen in den Standards IFRS 9, IFRS 16, IFRS 1 und IAS 41 vorgenommen. Soweit im Einzelnen anwendbar, wurden die angeführten Bestimmungen im vorliegenden Konzernabschluss umgesetzt. Aus den oben angeführten Änderungen ergaben sich keine wesentlichen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns. Darüber hinaus wurden bis zum 31. Dezember 2022 folgende neue und geänderte Standards in EU-Recht übernommen, welche jedoch für das Geschäftsjahr 2022 noch nicht verpflichtend anzuwenden waren und auch nicht freiwillig frühzeitig angewendet wurden:
Weiters wurden bis zum 31. Dezember 2022 folgende geänderte Standards vom IASB veröffentlicht, aber noch nicht in EU-Recht übernommen:
Aus den oben angeführten Änderungen sind aus heutiger Sicht keine wesentlichen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns zu erwarten. 3 GRUNDSÄTZE DER RECHNUNGSLEGUNGDie im Konzern angewandten wesentlichen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden sind bei der entsprechenden Anhangangabe erläutert. Konsolidierungsgrundsätze und -methodenDer Konzernabschluss umfasst die Mayr-Melnhof Karton AG ("die Gesellschaft") sowie deren Tochterunternehmen. Das sind alle Unternehmen, welche vom Konzern beherrscht werden. Beherrschung besteht dann, wenn der Konzern die Verfügungsgewalt hat, an positiven und negativen variablen Rückflüssen einer Gesellschaft zu partizipieren und diese Rückflüsse durch ihre Verfügungsgewalt beeinflussen kann. Dies ist in der Regel bei einem Stimmrechtsanteil von mehr als 50 % gegeben. Bei der Beurteilung, ob Beherrschung vorliegt, werden auch Existenz und Auswirkung potenzieller Stimmrechte, die aktuell ausübbar oder umwandelbar sind, berücksichtigt. Das Vorliegen von Beherrschung wird auch dann vom Konzern überprüft, wenn weniger als 50 % der Stimmrechte gehalten werden. Der Konzern verfügt bei allen beherrschten Unternehmen über eine Anteils- und Stimmrechtsmehrheit. Zusätzliche Vereinbarungen, die einer Beherrschung entgegenstehen, bestehen nicht. Tochterunternehmen, sofern diese für die Vermittlung eines getreuen Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage nicht von untergeordneter Bedeutung sind, werden von dem Zeitpunkt an in den Konzernabschluss einbezogen, zu dem die Beherrschung auf den Konzern übergegangen ist. Sie werden zu dem Zeitpunkt entkonsolidiert, zu dem die Beherrschung des Konzerns endet bzw. wenn der Konzern ein Tochterunternehmen als unwesentlich erachtet. Änderungen der Beteiligungsquoten des Konzerns an Tochterunternehmen, die nicht zu einem Verlust der Beherrschung dieses Tochterunternehmens führen, werden als Eigenkapitaltransaktionen (Veränderung von Mehrheitsbeteiligungen) bilanziert und haben daher keine Auswirkung auf die Konzerngewinn- und -verlustrechnung. Wenn die Gesellschaft die Beherrschung über ein Tochterunternehmen verliert, wird der Endkonsolidierungsgewinn oder -verlust erfolgswirksam erfasst. Dieser wird ermittelt aus der Differenz zwischen
Bei Abgang eines ausländischen Geschäftsbetriebes, der zum Verlust der Beherrschung, der gemeinschaftlichen Führung oder des maßgeblichen Einflusses führt, wird der entsprechende, bis zu diesem Zeitpunkt kumuliert in der Währungsumrechnungsrücklage erfasste Betrag als Teil des Ergebnisses aus Endkonsolidierungen in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert. Nicht beherrschende (Minderheits-) Anteile umfassen den Anteil der konzernfremden Gesellschafter am Eigenkapital und am gesamten Jahresergebnis bei Tochterunternehmen des Konzerns. Diese Anteile werden innerhalb des Eigenkapitals gesondert ausgewiesen. Die Effekte aus konzerninternen Geschäftsvorfällen werden vollständig eliminiert. WährungsumrechnungVermögenswerte inkl. Geschäfts(Firmen)werten und Verbindlichkeiten ausländischer Tochterunternehmen, deren funktionale Währung nicht der Euro ist, werden mit den Mittelkursen am Bilanzstichtag in Euro umgerechnet. Erträge und Aufwendungen werden mit Jahresdurchschnittskursen in Euro umgerechnet. Die Jahresdurchschnittskurse werden als arithmetisches Mittel der einzelnen Stichtagskurse am Monatsende ermittelt, wobei als 1. Stichtagskurs immer der Wechselkurs des 31. 12. des Vorjahres herangezogen wird. Umrechnungsdifferenzen aus der Währungsumrechnung bei den Vermögenswerten und Verbindlichkeiten gegenüber der Umrechnung des Vorjahres werden erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst. Gewinne und Verluste aus Fremdwährungstransaktionen werden sofort erfolgswirksam erfasst. Geschäftsfälle der Gesellschaft, die in einer anderen Währung als der funktionalen Währung erfolgen, werden mit dem Wechselkurs zum Zeitpunkt der Transaktion umgerechnet. Monetäre Posten in Fremdwährung werden zu jedem Bilanzstichtag mit dem dann geltenden Wechselkurs umgerechnet. Dabei entstehende Umrechnungsdifferenzen werden ebenso wie die Effekte bei Realisierung erfolgswirksam erfasst. Umrechnungsdifferenzen aus monetären Posten, die Teil einer Nettoinvestition in einen ausländischen Geschäftsbetrieb sind, werden zunächst als separater Bestandteil des Eigenkapitals angesetzt und erst bei beabsichtigter Tilgung bzw. Veräußerung der Nettoinvestition im Ergebnis erfasst. Die der Währungsumrechnung zugrunde liegenden Wechselkurse nicht im Euro-Währungsgebiet vertretener Länder haben sich wie folgt entwickelt:
Mit Wirkung vom 1. Januar 2022 hat der Konzern IAS 29 "Rechnungslegung in Hochinflationsländern" für seine Tochtergesellschaften in der Türkei, deren funktionale Währung in den letzten drei Jahren eine kumulierte Inflationsrate von mehr als 100 % aufwies, angewendet. In der Folge wurden die betreffenden nicht monetären Posten in der Konzernbilanz zum 1. Januar 2022 nicht mehr auf Basis historischer Anschaffungs- und Herstellungskosten, sondern angepasst um die Einflüsse der Inflation in den Vorperioden dargestellt. Die Vorjahreswerte wurden gemäß den Vorgaben in IAS 21 "Auswirkungen von Wechselkursänderungen" für Abschlüsse in nicht hochinflationären Berichtswährungen nicht angepasst. Die Umrechnungsdifferenzen werden direkt im sonstigen Ergebnis erfasst und in den sonstigen Rücklagen im Eigenkapital kumuliert erfasst. Die Effekte aus der erstmaligen Anwendung von IAS 29 "Rechnungslegung in Hochinflationsländern" wurden in der Konzernbilanz zum 1. Januar 2022 berücksichtigt und in den sonstigen Rücklagen in der Höhe von Tsd. EUR 8.925 erfasst. Anpassungen aus der Berücksichtigung der Geldentwertung der monetären Bilanzpositionen türkischer Tochterunternehmen im Geschäftsjahr 2022 werden ergebniswirksam abgebildet und sind in der Konzerngewinn- und -verlustrechnung im "Sonstigen Finanzergebnis - netto" erfasst. Hierfür wurde der türkische Konsumentenpreisindex (TÜFE, 2005=100), vom türkischen Statistikamt (TURKSTAT) veröffentlicht, verwendet. Der zum Abschlussstichtag angewandte Wert des Indexes betrug 1.128 und stieg um 64 % im Vergleich zum Vorjahr (1. Januar 2022: 687). Für das am 31. Dezember 2022 endende Geschäftsjahr haben die Anpassungen aus der Hochinflationsbilanzierung zu einem Anstieg der Bilanzsumme in Höhe von Tsd. EUR 23.070 geführt. Dies resultiert im Wesentlichen aus der Indexierung der Sachanlagen (Tsd. EUR 21.891) und den Vorräten (Tsd. EUR 1.063). Auf der Passivseite erhöhten sich das Eigenkapital um Tsd. EUR 18.666 und die latenten Steuerverbindlichkeiten in Höhe von Tsd. EUR 4.404. In der Gewinn- und Verlustrechnung kam es insbesondere zu einem Anstieg der Materialkosten und Abschreibungen, welche zu einem negativen Effekt auf das betriebliche Ergebnis in Höhe von Tsd. EUR 13.209 führte. Darüber hinaus wurde ein monetärer Gewinn in Höhe von Tsd. EUR 353 erfasst, welcher im "Sonstigen Finanzergebnis - netto" ausgewiesen ist. UnternehmenszusammenschlüsseDie Bilanzierung von neu erworbenen Tochterunternehmen bzw. Geschäftseinheiten wird nach der Erwerbsmethode durchgeführt. Die Anschaffungskosten eines Erwerbes, welcher sich als Geschäftsbetrieb klassifiziert, bemessen sich nach den beizulegenden Zeitwerten der hingegebenen Vermögenswerte und der eingegangenen oder übernommenen Verbindlichkeiten zum Erwerbszeitpunkt (Wert der übertragenen Gegenleistung). Im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen erworbene identifizierbare Vermögenswerte und Schulden werden mit ihrem beizulegenden Zeitwert zum Erwerbszeitpunkt bewertet. Je nach Art und Wesentlichkeit des Erwerbes werden Grundstücke, Gebäude und Maschinen grundsätzlich auf Basis externer unabhängiger Gutachten bewertet. Immaterielle Vermögenswerte werden in Abhängigkeit ihrer Art und der Komplexität der Bestimmung des beizulegenden Zeitwertes entweder auf Basis externer unabhängiger Bewertungsgutachten oder intern unter Verwendung angemessener Bewertungsmethoden ermittelt. Anteile von nicht beherrschenden (Minderheits-) Gesellschaftern am erworbenen Unternehmen werden anhand des proportionalen Anteiles am Nettovermögen des erworbenen Unternehmens erfasst. Erwerbsbezogene Kosten werden aufwandswirksam verbucht, wenn sie anfallen. Etwaige bedingte Gegenleistungen werden mit dem beizulegenden Zeitwert zum Erwerbszeitpunkt bewertet. Nachträgliche Änderungen einer als Vermögenswert oder als Verbindlichkeit eingestuften bedingten Gegenleistung werden ebenfalls zum beizulegenden Zeitwert bewertet und ein daraus resultierender Gewinn bzw. Verlust wird im Jahresüberschuss erfasst. Der Überschuss der übertragenen Gegenleistung und des Betrages des nicht beherrschenden (Minderheits-) Anteiles an dem erworbenen Unternehmen über dem beizulegenden Zeitwert des erworbenen identifizierbaren Reinvermögens wird als Geschäfts(Firmen)wert bilanziert. Negative Unterschiedsbeträge werden nach nochmaliger Beurteilung direkt erfolgswirksam erfasst. Derivative FinanzinstrumenteDer Konzern verwendet derivative Finanzinstrumente zur Absicherung von Risiken, die aus der operativen Geschäftstätigkeit erwachsen. Finanzinstrumente zur Erzielung von Gewinnen aus kurzfristigen Schwankungen des Marktpreises werden nicht gehalten. Bilanzierung von derivativen Finanzinstrumenten, die nicht als Sicherungsbeziehung designiert sindDerivative Finanzinstrumente, die nicht als Sicherungsbeziehung designiert sind, werden gemäß IFRS 9 als zu Handelszwecken gehalten klassifiziert und zum beizulegenden Zeitwert erfasst. Zum Bilanzstichtag wird der beizulegende Zeitwert offener Derivate als Barwert zukünftiger Zahlungsströme unter Verwendung von Währungsnotierungen berechnet. Jeder aus der Bewertung resultierende Gewinn oder Verlust wird erfolgswirksam erfasst. Sicherungsbeziehungen (Hedge Accounting)Um die ökonomischen Auswirkungen der Risikomanagementaktivitäten im Bereich der außerbörslichen Absicherung von Rohstoffpreisen in Finnland abzubilden, wendet der MM Konzern die Bestimmungen zur bilanziellen Behandlung von Sicherungsgeschäften nach IFRS 9 an. Zu Beginn der Sicherungsbeziehung dokumentiert der MM Konzern die wirtschaftliche Beziehung zwischen dem Sicherungsinstrument und dem gesicherten Grundgeschäft einschließlich der Risikomanagementziele sowie der dem Abschluss von Sicherungsbeziehungen zugrunde liegenden Unternehmensstrategie. Die wesentlichen Konditionen der Zahlungen aus den Grundgeschäften und Sicherungsinstrumenten sind grundsätzlich identisch bzw. verhalten sich gegenläufig ("Critical Terms Match"). Derivate werden grundsätzlich zum Zeitpunkt des Abschlusses eines Derivatkontraktes zunächst zum beizulegenden Zeitwert erfasst und am Ende jeder Berichtsperiode zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Je nach beizulegendem Zeitwert (positiv oder negativ) werden die derivativen Finanzinstrumente als sonstige Forderung oder als sonstige Verbindlichkeit erfasst. Bei der Sicherungsbilanzierung der Rohstoffpreisabsicherung in Finnland wird das Derivat aufgrund des nicht realisierten Day-One-Gains zum Designationszeitpunkt nicht bilanziert, die Bewertungseffekte zum Bilanzstichtag werden erfolgsneutral im sonstigen Ergebnis erfasst (siehe Anhangangabe 7). Wenn ein Derivat als ein Instrument zur Absicherung von Zahlungsströmen (Cash Flow Hedge) designiert ist, wird der wirksame Teil der Änderungen des beizulegenden Zeitwertes im sonstigen Ergebnis erfasst und kumuliert in die Rücklage für die Absicherung von Zahlungsströmen (Cash Flow Hedge) eingestellt. Der wirksame Teil der Änderungen des beizulegenden Zeitwertes, der im sonstigen Ergebnis erfasst wird, ist begrenzt auf die kumulierte Änderung des beizulegenden Zeitwertes des gesicherten Grundgeschäftes (berechnet auf Basis des Barwertes) seit Absicherungsbeginn. Ein unwirksamer Teil der Veränderungen des beizulegenden Zeitwertes des Derivates wird unmittelbar im Gewinn oder Verlust erfasst. 4 ERMESSENSENTSCHEIDUNGEN, ANNAHMEN UND EINSCHÄTZUNGENBei der Aufstellung des Konzernabschlusses in Übereinstimmung mit den allgemein anerkannten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden nach IFRS werden Einschätzungen vorgenommen und Annahmen getroffen, welche die Höhe und den Ausweis der bilanzierten Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, die offengelegten Eventualforderungen und -verbindlichkeiten am Bilanzstichtag sowie die bilanzierten Erträge und Aufwendungen während der Berichtsperiode und die bilanzierten Werte zum Bilanzstichtag beeinflussen. Die Anwendung der Rechnungslegungsmethoden des Konzerns unterliegt verschiedenen Ermessensausübungen des Managements und die tatsächlichen Werte können letztendlich von diesen Einschätzungen bzw. Annahmen abweichen. Schätzungen werden umsichtig vorgenommen und die diesen zugrunde liegenden Annahmen werden laufend überprüft und prospektiv erfasst. Diese Annahmen basieren auf Erfahrungen der Vergangenheit und sonstigen Faktoren einschließlich Erwartungen im Hinblick auf zukünftige Ereignisse, die den Konzern finanziell beeinflussen können und die unter den gegebenen Umständen als sachgerecht gelten. Dabei beurteilt der Konzern auch die Aspekte bilanzieller Auswirkungen, die sich aus den Anforderungen der verschiedenen Stakeholder im Zusammenhang mit dem Klimawandel ergeben. Im Rahmen der Hyperinflationsbilanzierung (IAS29) wurden die nicht monetären Bilanzposten mit dem türkischen Konsumentenpreisindex (TÜFE, 2005=100), vom türkischen Statistikamt (TURKSTAT) veröffentlicht, angepasst (siehe Anhangangabe 3). Der Konzernabschluss beinhaltet folgende wesentliche Posten, deren Wertansatz maßgeblich von den zugrunde liegenden Annahmen und Einschätzungen abhängig ist: Nutzungsdauer von langfristigen VermögenswertenSachanlagen und entgeltlich erworbene immaterielle Vermögenswerte werden mit den Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten angesetzt und planmäßig linear über die jeweilige Nutzungsdauer abgeschrieben. Bei der Ermittlung der Nutzungsdauer werden Faktoren wie Abnutzung, Alterung, technische Standards, Vertragsdauer und Veränderungen in der Nachfrage berücksichtigt. Änderungen dieser Faktoren können eine Verkürzung der wirtschaftlichen Nutzungsdauer eines Vermögenswertes nach sich ziehen. In diesem Fall würde der Restbuchwert über die verbleibende kürzere Nutzungsdauer abgeschrieben werden, woraus höhere jährliche Abschreibungsbeträge resultieren (siehe Anhangangabe 6). Bilanzierung von UnternehmenserwerbenAls Folge von Unternehmenserwerben werden Geschäfts(Firmen)werte in der Konzernbilanz angesetzt oder negative Unterschiedsbeträge nach nochmaliger Überprüfung erfolgswirksam erfasst. Im Rahmen der Erstkonsolidierung eines Unternehmenserwerbes werden alle identifizierbaren Vermögenswerte, Verbindlichkeiten und Eventualverbindlichkeiten zu beizulegenden Zeitwerten zum Erwerbsstichtag angesetzt. Insbesondere die Bewertung immaterieller Vermögenswerte basiert grundsätzlich auf der Prognose der insgesamt erwarteten künftigen Cash Flows und ist eng mit den Annahmen des Managements bezüglich deren künftiger Weiterentwicklung sowie mit den zugrunde gelegten Entwicklungen des anzuwendenden Diskontierungszinssatzes verbunden (siehe Anhangangabe 5). Wertminderung von VermögenswertenIm Rahmen der jährlichen Werthaltigkeitsprüfung werden Geschäfts(Firmen)werte auf ihre Werthaltigkeit überprüft. Des Weiteren werden langfristig genutzte Vermögenswerte auf ihre Werthaltigkeit überprüft, sobald Ereignisse oder veränderte Umstände darauf hindeuten, dass der Buchwert eines Vermögenswertes oder einer Gruppe von Vermögenswerten den erzielbaren Betrag überschreiten könnte. Im Rahmen dieser Überprüfung liegen der Bewertung der langfristigen Vermögenswerte auch die Unternehmensplanung, die unter Berücksichtigung der markt- und unternehmensspezifischen Gegebenheiten abgeleiteten Diskontierungszinssätze sowie die erwarteten Wachstumsraten und EBITDA Margin/Kostenentwicklungen zugrunde. Die hierzu getroffenen Annahmen können Änderungen unterliegen, die zu Wertminderungen in zukünftigen Perioden führen könnten (siehe Anhangangabe 6). Sonstige immaterielle VermögenswerteDer Konzern ist verpflichtet, für die bei der Karton- und Papiererzeugung anfallenden Kohlendioxid-Emissionen CO 2 -Emissionszertifikate einzulösen. Diese Zertifikate erhält der Konzern teilweise durch eine unentgeltliche Zuteilung innerhalb der Europäischen Union und an Norwegen. Sofern diese Zuteilung nicht ausreicht, um das CO 2 -Emissionsvolumen einer Anlage abzudecken, erwirbt der Konzern weitere Zertifikate auf dem Markt. CO 2 -Emissionszertifikate werden gemäß IAS 38 "Immaterielle Vermögenswerte" als solche im kurzfristigen Bereich unter dem Posten "Rechnungsabgrenzungen, sonstige Forderungen und Vermögenswerte" ausgewiesen und mit den Anschaffungskosten bewertet, sofern diese entgeltlich erworben wurden. Bei unentgeltlicher Zuteilung werden diese mit Anschaffungskosten von null angesetzt. Übersteigen die tatsächlichen Kohlendioxid-Emissionen während der Berichtsperiode die Anzahl der zum Bilanzstichtag vorhandenen Zertifikate, so ist eine Rückstellung für die fehlenden Zertifikate anzusetzen, die unter dem Posten "Kurzfristige Rückstellungen" ausgewiesen wird (siehe Anhangangabe 18). In der Gewinn- und Verlustrechnung werden Aufwendungen aus der Verwendung von entgeltlich erworbenen Zertifikaten sowie Erträge aus der Veräußerung von überzähligen Zertifikaten erfasst. Steuern vom Einkommen und ErtragDer Konzern ist in zahlreichen Ländern operativ tätig und unterliegt daher in einer Vielzahl von Steuerhoheiten den unterschiedlichsten Steuergesetzen. Die Bestimmung der weltweiten Steuerverbindlichkeiten erfordert wesentliche Beurteilungen, die dazu führen können, dass der tatsächliche Ausgang solcher steuerlicher Unwägbarkeiten von der ursprünglichen Einschätzung abweicht und Auswirkungen auf die Steuerverbindlichkeiten und die latenten Steuern haben kann (siehe Anhangangabe 9). Realisierung latenter SteueransprücheDie Berechnung latenter Steuern erfolgt auf Basis jener Steuersätze, die am Bilanzstichtag gelten oder im Wesentlichen gesetzlich verabschiedet wurden und deren Geltung zum Zeitpunkt der Realisierung des latenten Steueranspruches bzw. der Begleichung der latenten Steuerverbindlichkeit erwartet wird, sowie auf Basis einer Einschätzung der künftigen steuerlichen Ertragsfähigkeit. Von den Annahmen abweichende künftige steuerliche Ergebnisse können dazu führen, dass die Realisierung latenter Steueransprüche unwahrscheinlich wird und eine Schätzungsänderung von aktiven latenten Steuern der diesbezüglichen Aktiva zu erfolgen hat (siehe Anhangangabe 9). Laufzeit von LeasingverhältnissenDer Konzern bestimmt die Laufzeit der Leasingverhältnisse unter Zugrundelegung der unkündbaren Grundlaufzeit sowie unter Einbeziehung der Zeiträume, die sich aus einer Option zur Verlängerung des Leasingverhältnisses ergeben. Bei der Beurteilung, ob hinreichende Sicherheit besteht, dass die Option zur Verlängerung bzw. Kündigung des Leasingverhältnisses ausgeübt oder nicht ausgeübt wird, werden Ermessensentscheidungen getroffen. Es werden alle relevanten Faktoren, die einen wirtschaftlichen Anreiz darstellen, in Betracht gezogen. Diese werden anlassbezogen hinterfragt und neu evaluiert, was zu einer Anpassung der Leasingdauer und damit zu Anpassungen der Leasingverbindlichkeit und des Nutzungsrechtes führen kann. Die relevanten Annahmen bei der Bestimmung der Laufzeit, vor allem bei den wesentlichen geleasten Bürogebäuden und Lagern mit unbefristeten Verträgen, werden aufgrund der strategischen Ausrichtung, Lage und Kosten getroffen. Der zugrunde liegende Diskontierungszinssatz für die Berechnung des Barwertes ist ebenfalls von der Bestimmung der Laufzeit abhängig. Pro Land, Währung und Laufzeit der jeweiligen Leasingverhältnisse wird ein Basiszinssatz herangezogen, der um einen Credit Spread und eine Länderrisikoprämie erhöht wird (siehe Anhangangabe 14). Rückstellungen für Pensionen, Abfertigungen und JubiläumsgelderDer versicherungsmathematischen Bewertung von Pensionen, Abfertigungen und Jubiläumsgeldern liegen Annahmen über Diskontierungszinssätze, Gehalts- und Pensionsanpassungen, Lebenserwartung und Pensionseintrittsalter zugrunde. Für Jubiläumsgelder wird zusätzlich eine dienstzeitabhängige Fluktuationswahrscheinlichkeit angesetzt. Diese Annahmen können aufgrund veränderter wirtschaftlicher Bedingungen und einer veränderten Marktlage von den tatsächlichen Daten abweichen und deshalb zu einer wesentlichen Veränderung dieser langfristigen Rückstellungen sowie des Eigenkapitals führen (siehe Anhangangabe 15). Sonstige RückstellungenDer Ansatz und die Bewertung von sonstigen Rückstellungen erfolgt auf Basis der bestmöglichen Einschätzung der Wahrscheinlichkeit des zukünftigen Ressourcenabflusses sowie anhand von Erfahrungswerten und den am Bilanzstichtag bekannten Umständen. Der tatsächlich eintretende Ressourcenabfluss kann insofern von dem am Bilanzstichtag angesetzten Rückstellungsbetrag abweichen (siehe Anhangangaben 15 und 18). Im Zusammenhang mit den Aktivitäten des Konzerns können Verpflichtungen zum Abbruch bzw. Rückbau von Anlagen sowie zur Bodensanierung entstehen. Zum Zeitpunkt der Entstehung einer Verpflichtung wird für diese durch Passivierung des Barwertes der künftigen Rekultivierungsausgaben vollständig vorgesorgt. In gleicher Höhe wird ein Vermögenswert als Teil des Buchwertes des Anlagevermögens aktiviert. Die Berechnung der Verpflichtung beruht auf bestmöglichen Schätzungen. Die Aufzinsung der Rückstellungen führt zu einem Zinsaufwand bzw. -ertrag (im Fall eines negativen Diskontierungssatzes) und erhöht oder verringert die Verpflichtung zu jedem Bilanzstichtag bis zum Anlagenrückbau. Für sonstige Umweltrisiken und -maßnahmen werden Rückstellungen gebildet, wenn diese Verpflichtungen wahrscheinlich sind und die Höhe der Verpflichtung vernünftig schätzbar ist. Restrukturierungsrückstellungen werden gemäß IAS 37 angesetzt, wenn ein ausreichend detaillierter, formaler Plan vorliegt und mit den Restrukturierungsmaßnahmen bereits begonnen oder der Plan vor dem Bilanzstichtag kommuniziert wurde. FinanzinstrumenteBeim Ansatz der Bilanzierungsregelungen nach IFRS 9 für Sicherungsbeziehungen ("Hedge Accounting") führte der anteilige Rückverkauf der abgesicherten Gaseinkaufsmengen zum Wegfall der Own-Use-Exemption im Geschäftsjahr 2022. Daher wurde in diesem Zusammenhang eine Sicherungsbeziehung designiert ("Cash Flow Hedge"), welche auf Basis der erwarteten Abnahmemengen für zugrunde liegende Gasverträge im Jahr 2023 und der zum Designationszeitpunkt vorliegenden TTF-Futurepreise bewertet wurde (siehe Anhangangabe 7). 5 ÄNDERUNGEN DES KONSOLIDIERUNGSKREISES UND WEITERE WESENTLICHE EREIGNISSE5 .1 Änderungen des Konsolidierungskreises in 2022Im April 2022 hat die MM Gruppe 100 % der Anteile an Eson Pac mit Sitz in Veddige, Schweden, vom Mehrheitsgesellschafter Nalka Invest AB sowie den Minderheitsgesellschaftern aus Familie und Management erworben. Eson Pac produziert und vertreibt hochwertige Sekundärverpackungslösungen für die Pharmaindustrie. Das Unternehmen verfügt über drei Produktionsstandorte in Schweden und einen in Dänemark, die sich auf Faltschachteln, Beipackzettel und Etiketten konzentrieren. Das Closing des Erwerbes wurde am 11. April 2022 vollzogen. Der vorläufige Kaufpreis beträgt Tsd. EUR 59.447, wovon Tsd. EUR 52.066 am Closing-Tag in bar bezahlt wurden und der restliche Betrag als bedingte Kaufpreisverbindlichkeit in Höhe von maximal Tsd. EUR 7.381, basierend auf dem derzeit nach lokalem Recht geschätzten EBITDA 2022, bilanziert wurde. Der Kaufpreis wurde durch Barbestände finanziert. Die den erworbenen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten zum Erwerbszeitpunkt nach IFRS zu diesem Stichtag beizulegenden Zeitwerte stellen sich vorläufig wie folgt dar:
Die beizulegenden Zeitwerte für Maschinen und technische Anlagen wurden von einem unabhängigen externen Gutachter mittels marktbasiertem und kostenbasiertem Ansatzes auf Basis von Wiederbeschaffungskosten für vergleichbare Maschinen ermittelt. Die Immobilie wurde von einem externen unabhängigen Gutachter abhängig von verfügbaren Marktdaten nach dem marktbasierten bzw. einkommensbasierten Ansatz zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Die immateriellen Vermögenswerte beinhalten im Wesentlichen einen Kundenstamm in Höhe von Tsd. EUR 16.342, der auf langfristigen Kundenbeziehungen beruht und über eine Laufzeit von 10 Jahren abgeschrieben wird. Bei den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von Tsd. EUR 10.699 sowie bei den Rechnungsabgrenzungen, sonstigen Forderungen und Vermögenswerten in Höhe von Tsd. EUR 862 entsprechen die beizulegenden Zeitwerte den Bruttobeträgen. Aufgrund des kurzfristigen Charakters der Forderungen geht der Konzern davon aus, dass die zukünftigen Zahlungsströme dem beizulegenden Zeitwert entsprechen. Der Konzern hat im Zuge der Transaktion keine Eventualverbindlichkeiten angesetzt. Die Finanzverbindlichkeiten beinhalten im Wesentlichen Verbindlichkeiten aus Leasingtransaktionen, die nach IFRS 16 bilanziert werden. Der verbleibende Geschäfts(Firmen)wert von Tsd. EUR 28.383 spiegelt im Wesentlichen den Ausbau und die Stärkung der Marktposition im Pharmabereich wider. Der erfasste Geschäfts(Firmen)wert ist für Steuerzwecke nicht abzugsfähig. Die erwerbsbezogenen Kosten in Höhe von Tsd. EUR 1.088 wurden im Geschäftsjahr 2022 als Aufwand erfasst und innerhalb der Verwaltungskosten in der Konzerngewinn- und -verlustrechnung ausgewiesen. Die Umsatzerlöse bzw. das Ergebnis vor Steuern ab dem Zeitpunkt der Zugehörigkeit zum Konzern bzw. zur Division betrugen im Geschäftsjahr 2022 Tsd. EUR 41.162 bzw. Tsd. EUR 2.858. Wäre der Unternehmenszusammenschluss zum 1. Januar 2022 erfolgt, hätte Eson Pac zusätzlich rund 16 Mio. EUR zum Konzernumsatz bzw. rund 1,3 Mio. EUR zum Konzernergebnis vor Steuern beigetragen. Die Kaufpreisallokation ist noch nicht final abgeschlossen, es werden jedoch keine wesentlichen Veränderungen mehr erwartet. Im Oktober 2022 hat die Division MM Packaging den im Juni 2022 vereinbarten Erwerb von Essentra Packaging nach Zustimmung aller relevanten Wettbewerbsbehörden erfolgreich abgeschlossen. Die Transaktion umfasst 100 % der Anteile an ESNT Packaging & Securing Solutions Limited (UK) und 100 % der Anteile an Essentra Packaging US Inc (US) sowie deren verbundene Unternehmen. Essentra Packaging umfasst 21 Produktionsstandorte in 10 Ländern verteilt über Europa, das US-Festland und Puerto Rico, welche die aktuelle Position von MM Packaging im Bereich Pharmaverpackungen in Skandinavien und Frankreich ideal ergänzen. Essentra Packaging beschäftigt rund 3.500 Mitarbeiter und berichtete für 2021 Umsatzerlöse von ca. 370 Mio. GBP. Durch die Akquisition erweitert MM Packaging sein Angebot von Faltschachteln, Beipackzetteln und Etiketten für den resilienten sowie profitablen Healthcare & Pharma-Markt und schafft damit eine attraktive Plattform für weiteres Wachstum. Ziel ist es zudem, durch die Integration attraktive Synergie- und Wertsteigerungspotenziale auszuschöpfen. Das Closing des Erwerbes wurde am 2. Oktober 2022 vollzogen. Der vorläufige Kaufpreis beträgt Tsd. EUR 325.135. Zuzüglich zu einem fixierten Grundbetrag liegen seiner Berechnung die ermittelten Nettofinanzverbindlichkeiten und das ermittelte Nettoumlaufvermögen zugrunde. Am Closingstichtag wurden Tsd. EUR 338.075 in bar bezahlt. Der Kaufpreis wurde durch im Konzern verfügbare Zahlungsmittelbestände sowie zugesagte Kreditlinien und -rahmen von Banken finanziert. Die den erworbenen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten zum Erwerbszeitpunkt nach IFRS zu diesem Stichtag beizulegenden Zeitwerte stellen sich vorläufig wie folgt dar:
Die beizulegenden Zeitwerte für Maschinen und technische Anlagen wurden von einem unabhängigen externen Gutachter mittels kostenbasierten Ansatzes auf Basis von Wiederbeschaffungskosten und valorisierten Anschaffungskosten für vergleichbare Maschinen ermittelt. Die Immobilien wurden von externen unabhängigen Gutachtern abhängig von verfügbaren Marktdaten entweder nach dem einkommensbasierten bzw. dem marktbasierten Ansatz zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Die immateriellen Vermögenswerte beinhalten Kundenstämme in Höhe von Tsd. EUR 22.716, die auf langfristigen Kundenbeziehungen beruhen und über eine Laufzeit von bis zu 13 Jahren abgeschrieben werden. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen umfassen Bruttobeträge der vertraglichen Forderungen von Tsd. EUR 101.216, wovon Tsd. EUR 1.694 als voraussichtlich uneinbringlich eingeschätzt wurden, wodurch sich der beizulegende Zeitwert von Tsd. EUR 99.523 ergibt. Bei den Rechnungsabgrenzungen, sonstigen Forderungen und Vermögenswerten in Höhe von Tsd. EUR 16.899 entsprechen die beizulegenden Zeitwerte den Bruttobeträgen. Aufgrund des kurzfristigen Charakters der Forderungen geht der Konzern davon aus, dass die zukünftigen Zahlungsströme dem beizulegenden Zeitwert entsprechen. Der Konzern hat im Zuge der Transaktion keine Eventualverbindlichkeiten angesetzt. Der verbleibende Geschäfts(Firmen)wert von Tsd. EUR 83.349 spiegelt im Wesentlichen die Stärkung der Marktposition von MM im Healthcare & Pharma-Markt sowie erwartete Synergien aus der Diversifizierung und Erweiterung des Portfolios wider. Der erfasste Geschäfts(Firmen)wert ist für Steuerzwecke nicht abzugsfähig. Die erwerbsbezogenen Kosten in Höhe von Tsd. EUR 9.723 wurden im Geschäftsjahr 2022 als Aufwand erfasst und innerhalb der Verwaltungskosten in der Konzerngewinn- und -verlustrechnung ausgewiesen. Die Umsatzerlöse bzw. das Ergebnis vor Steuern ab dem Zeitpunkt der Zugehörigkeit zum Konzern bzw. zur Division betrugen im Geschäftsjahr 2022 Tsd. EUR 126.545 bzw. Tsd. EUR -7.795. Wäre der Unternehmenszusammenschluss zum 1 . Januar 2022 erfolgt, hätte Essentra Packaging zusätzlich rund 373 Mio. EUR zum Konzernumsatz bzw. rund 4,5 Mio. EUR zum Konzernergebnis vor Steuern beigetragen. Die Kaufpreisverteilung war zum Bilanzstichtag noch nicht vollständig abgeschlossen, da die Bewertungen, insbesondere im Bereich der erworbenen Sachanlagen, noch nicht finalisiert sind. Im Dezember 2022 hat die Division MM Packaging 100 % der Anteile an den russischen Standorten OOO TANN Nevskiy, Pskov, MM Polygrafoformlenie Packaging LLC, St. Petersburg, und MM Polygrafoformlenie Rotogravure LLC, St. Petersburg, nach erfolgter Genehmigung durch die Behörden an den lokalen Investor Granelle verkauft. Der Verkaufspreis beläuft sich auf 134 Mio. EUR. In 2021 erzielten die Werke gemeinsam Umsatzerlöse von rund 124 Mio. EUR. Der Verkauf steht im Einklang mit der Strategie von MM, sich auf neue Akquisitionen und Wachstumsinvestitionen zu konzentrieren. Im Zuge des Verkaufes erfolgte ein Forderungsverzicht auf ein konzerninternes Darlehen in Höhe von Tsd. EUR 9.652. Die übertragenen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten zum Veräußerungszeitpunkt stellen sich wie folgt dar:
Neben dem Abgang des Nettovermögens sind anteilig ein Kundenstamm in Höhe von Tsd. EUR 9.058 sowie anteilige Geschäfts(Firmen)werte der MM Packaging Division von Tsd. EUR 23.415 ausgebucht worden. Zudem ergab sich aufgrund der Umgliederung der kumulierten Währungsumrechnungsdifferenzen aus dem sonstigen Ergebnis in die Gewinn- und verlustrechnung ein Aufwand in Höhe von Tsd. EUR 19.222. Aus diesen Unternehmensveräußerungen ist im Geschäftsjahr 2022 insgesamt ein Aufwand vor Steuern in Höhe von Tsd. EUR 12.362 erfasst worden, welcher in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen ausgewiesen ist. Des Weiteren sind Beratungs- und Transaktionskosten von Tsd. EUR 4.157 im Zuge des Verkaufes angefallen und wurden aufwandswirksam erfasst. Darüber hinaus gab es weitere für den Konzern unwesentliche Effekte aus Änderungen des Konsolidierungskreises. Im vorliegenden Abschluss wurden die Kaufpreisallokationen der im August 2021 erworbenen Gesellschaften MM Kotkamills und MM Kwidzyn entsprechend den Vorschriften des IFRS 3 innerhalb des Bewertungszeitraumes abgeschlossen. Die Überprüfung der vorläufigen Zuordnung des Kaufpreises auf Basis der nach dem Stichtag über die Verhältnisse am Erwerbsstichtag erlangten Informationen hat zu keinen Anpassungen mit Auswirkungen auf die Konzernbilanz zum 31. Dezember 2021 geführt. 5.2 Änderungen des Konsolidierungskreises in 2021Im August 2021 hat die Division MM Board & Paper 100 % der Anteile an Kotkamills Group Oyj ("Kotkamills"), mit Sitz in Kotka, Finnland, erworben. MM Kotkamills betreibt eine der modernsten Frischfaserkartonmaschinen in Europa (Baujahr 2016) sowie eine Maschine für Saturating Kraft Paper/Imprägnierpapier und ein Sägewerk. Durch die Akquisition stärkt MM die Position auf dem Frischfaserkartonmarkt (FBB) mit einem attraktiven Angebot an Barrierekartonlösungen, die PE (Polyethylen)-beschichteten Karton ersetzen können. Außerdem steigt MM in den wachsenden Markt für Karton für Papierbecher (Cupstock) ein. Die Akquisition ergänzt die etablierte Marktposition von MM bei Recyclingkarton. Darüber hinaus diversifiziert MM das Produktangebot mit Saturating Kraft Paper/Imprägnierpapier, in dem Kotkamills zu den weltweit führenden Produzenten zählt. Mittelfristiges Ziel ist es, das Verkaufsvolumen an die Kapazität von rund 400.000 Tonnen Karton pro Jahr heranzuführen sowie Synergiepotenzial auszuschöpfen. Das Closing des Erwerbes wurde am 2. August 2021 vollzogen. Der in bar bezahlte Kaufpreis betrug Tsd. EUR 203.097 und wurde durch die Begebung von Schuldscheindarlehen und Namensschuldverschreibungen finanziert. Weiters hat MM am Closing-Tag ein Darlehen in Höhe von Tsd. EUR 28.621 für Kotkamills zurückgezahlt. Außerdem wurden von MM auch die Darlehen der bisherigen Anteilseigner (in Summe Tsd. EUR 164.987) übernommen. Die den erworbenen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten zum Erwerbszeitpunkt nach IFRS zu diesem Stichtag beizulegenden Zeitwerte stellten sich wie folgt dar:
Die beizulegenden Zeitwerte für Gebäude, Maschinen und technische Anlagen wurden von einem unabhängigen externen Gutachter mittels kostenbasierten Ansatzes auf Basis von Wiederbeschaffungskosten ermittelt. Für die Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte der Grundstücke und grundstücksgleichen Rechte wurde das Vergleichswertverfahren unter der Prämisse, dass sie zum Bewertungsstichtag frei und verfügbar wären, angewendet. Die immateriellen Vermögenswerte beinhalteten im Wesentlichen einen Kundenstamm in Höhe von Tsd. EUR 39.057, der auf langfristigen Kundenbeziehungen beruht und über eine Laufzeit von rund 9 Jahren abgeschrieben wird. Die erworbenen CO 2 -Emissionszertifikate wurden nach einem Marktansatz bewertet, woraus sich ein sonstiger Vermögenswert in Höhe von Tsd. EUR 5.095 ergab, welcher unter dem Posten "Rechnungsabgrenzungen, sonstige Forderungen und Vermögenswerte" ausgewiesen wurde. Gleichzeitig wurde eine Rückstellung in Höhe von Tsd. EUR 8.408 im Ausmaß des CO 2 -Ausstoßes im Jahr 2021 bis zum Erwerbszeitpunkt angesetzt. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen umfassten Bruttobeträge der vertraglichen Forderungen von Tsd. EUR 15.700, wovon Tsd. EUR 81 als voraussichtlich uneinbringlich eingeschätzt wurden, wodurch sich der beizulegende Zeitwert von Tsd. EUR 15.619 ergab. Bei den Rechnungsabgrenzungen, sonstigen Forderungen und Vermögenswerten in Höhe von Tsd. EUR 27.009 entsprachen die beizulegenden Zeitwerte den Bruttobeträgen. Aufgrund des kurzfristigen Charakters der Forderungen ging der Konzern davon aus, dass die zukünftigen Zahlungsströme dem beizulegenden Zeitwert entsprechen. Der Konzern hat im Zuge der Transaktion keine Eventualverbindlichkeiten angesetzt. Der verbleibende Geschäfts(Firmen)wert von Tsd. EUR 127.093 spiegelt im Wesentlichen die Stärkung der Marktposition von MM im Frischfaserkartonbereich sowie erwartete Synergien aus der Diversifizierung und Erweiterung des Portfolios wider. Der erfasste Geschäfts(Firmen)wert ist für Steuerzwecke nicht abzugsfähig. Von den erwerbsbezogenen Kosten in Höhe von Tsd. EUR 7.377 wurden Tsd. EUR 3.187 im Geschäftsjahr 2020 und Tsd. EUR 4.190 im Geschäftsjahr 2021 als Aufwand erfasst und innerhalb der Verwaltungskosten in der Konzerngewinn- und -verlustrechnung ausgewiesen. Die Umsatzerlöse bzw. das Ergebnis vor Steuern ab dem Zeitpunkt der Zugehörigkeit zum Konzern bzw. zur Division betrugen im Geschäftsjahr 2021 Tsd. EUR 172.973 bzw. Tsd. EUR 6.704. Das Ergebnis vor Steuern wurde durch einen Einmaleffekt von Tsd. EUR 1.342 belastet, welcher aus der im Zuge der Kaufpreisallokation durchgeführten Bewertung der Vorräte resultiert und in den Herstellungskosten realisiert wurde. Wäre der Unternehmenszusammenschluss zum 1. Januar 2021 erfolgt, hätte Kotkamills zusätzlich rund 257 Mio. EUR zum Konzernumsatz bzw. rund 10 Mio. EUR zum Konzernergebnis vor Steuern beigetragen. Im August 2021 hat die Division MM Board & Paper 100 % der Anteile an International Paper (Poland) Holding Sp. z o. o. ("Kwidzyn") von International Paper erworben. Am integrierten Zellstoff- und Papierstandort in Polen betreibt Kwidzyn eine Zellstofffabrik und vier verbundene Karton-/Papiermaschinen. Durch die Akquisition wird die Wettbewerbsposition von MM Board & Paper auf dem attraktiven Markt für hochqualitativen Frischfaserkarton mit innovativen, nachhaltigen Qualitäten sowie mehr Effizienz gegenüber den beiden Marktführern gestärkt und die etablierte Marktposition bei Recyclingkarton ergänzt. Der Einstieg in neue Geschäftsfelder und die Integration von Zellstoff und Papier an einem Standort schaffen zusätzlich neue Perspektiven. Ziel ist zudem, die vorteilhafte Kostenposition für weiteres Wachstum bei Folding Box Board oder anderen Verpackungsqualitäten zu nutzen sowie Synergiepotenzial auszuschöpfen. Das Closing des Erwerbes wurde am 6. August 2021 vollzogen. Der in bar bezahlte Kaufpreis betrug Tsd. EUR 676.475 und wurde durch zugesagte Kreditlinien von Banken und die Begebung von Schuldscheindarlehen und Namensschuldverschreibungen finanziert. Zuzüglich zu einem fixierten Grundbetrag lagen seiner Berechnung die ermittelten Nettofinanzverbindlichkeiten und das ermittelte Nettoumlaufvermögen zugrunde. Die den erworbenen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten zum Erwerbszeitpunkt nach IFRS zu diesem Stichtag beizulegenden Zeitwerte stellten sich wie folgt dar:
Die Immobilien wurden von externen unabhängigen Gutachtern abhängig von verfügbaren Marktdaten entweder nach dem marktbasierten oder einkommensbasierten Ansatz zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Die beizulegenden Zeitwerte jener Vermögenswerte, welche im Zusammenhang mit der Kartonproduktion stehen, wurden von einem unabhängigen externen Gutachter mittels kostenbasierten Ansatzes auf Basis von Wiederbeschaffungskosten ermittelt. Die immateriellen Vermögenswerte beinhalteten im Wesentlichen einen Kundenstamm in Höhe von Tsd. EUR 98.716, der auf langfristigen Kundenbeziehungen beruht und über eine Laufzeit von bis zu 10 Jahren abgeschrieben wird. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen umfassten Bruttobeträge der vertraglichen Forderungen von Tsd. EUR 40.730, wovon Tsd. EUR 315 als voraussichtlich uneinbringlich eingeschätzt wurden, wodurch sich der beizulegende Zeitwert von Tsd. EUR 40.415 ergab. Bei den Rechnungsabgrenzungen, sonstigen Forderungen und Vermögenswerten in Höhe von Tsd. EUR 9.467 entsprachen die beizulegenden Zeitwerte den Bruttobeträgen. Aufgrund des kurzfristigen Charakters der Forderungen ging der Konzern davon aus, dass die zukünftigen Zahlungsströme dem beizulegenden Zeitwert entsprechen. Der Konzern hat im Zuge der Transaktion keine Eventualverbindlichkeiten angesetzt. Im Zuge des Erwerbes wurde eine kurzfristige Rückstellung in Höhe von Tsd. EUR 13.496 für die Menge bilanziert, die den CO 2-Ausstoß im Jahr 2021 bis zum Erwerbszeitpunkt abbildet, sowie eine langfristige Rückstellung für Umweltschutzmaßnahmen in Höhe von Tsd. EUR 12.672 angesetzt. Die nicht beherrschenden (Minderheits-) Anteile von Tsd. EUR 475 wurden als proportionaler Anteil am identifizierten Nettovermögen der jeweiligen Tochtergesellschaft ermittelt. Der verbleibende Geschäfts(Firmen)wert von Tsd. EUR 310.180 spiegelt im Wesentlichen die Stärkung der Marktposition von MM im Frischfaserkartonbereich sowie erwartete Synergien aus der Diversifizierung und Erweiterung des Portfolios wider. Der erfasste Geschäfts(Firmen)wert ist für Steuerzwecke nicht abzugsfähig. Von den erwerbsbezogenen Kosten in Höhe von Tsd. EUR 13.964 wurden Tsd. EUR 343 im Geschäftsjahr 2020 und Tsd. EUR 13.621 im Geschäftsjahr 2021 als Aufwand erfasst und innerhalb der Verwaltungskosten in der Konzerngewinn- und -verlustrechnung ausgewiesen. Die Umsatzerlöse bzw. das Ergebnis vor Steuern ab dem Zeitpunkt der Zugehörigkeit zum Konzern bzw. zur Division betrugen im Geschäftsjahr 2021 Tsd. EUR 242.365 bzw. Tsd. EUR -1.323. Das Ergebnis vor Steuern wurde durch einen Einmaleffekt von Tsd. EUR 7.200 belastet, welcher aus der im Zuge der Kaufpreisallokation durchgeführten Bewertung der Vorräte resultiert und in den Herstellungskosten realisiert wurde. Wäre der Unternehmenszusammenschluss zum 1. Januar 2021 erfolgt, hätte Kwidzyn zusätzlich rund 263 Mio. EUR zum Konzernumsatz bzw. rund 12 Mio. EUR zum Konzernergebnis vor Steuern beigetragen. Zur Finanzierung dieser Erwerbe hat die Mayr-Melnhof Karton AG Darlehen in Form von Schuldscheindarlehen und Namensschuldverschreibungen aufgenommen (siehe Anhangangabe 14.1). Im August 2021 hat die Division MM Board & Paper 100 % der Anteile an den Frischfaserkartonwerken Mayr-Melnhof Eerbeek B. V., Niederlande, und Baiersbronn Frischfaser Karton GmbH, Deutschland, an eine Tochtergesellschaft von Fonds, die von Oaktree Capital Management, L. P., gemanagt werden, um einen Kaufpreis von Tsd. EUR 110.501 verkauft. Zusätzlich hat die Käuferin MM die bestehenden konzerninternen Darlehens- und Cashpoolverbindlichkeiten in Höhe von Tsd. EUR 41.749 abgegolten. Der Verkauf steht im Einklang mit der Strategie von MM, sich auf neue Akquisitionen und Wachstumsinvestitionen zu konzentrieren. Aus diesen Unternehmensveräußerungen wurde im Geschäftsjahr 2021 insgesamt ein Ertrag vor Steuern in der Höhe von Tsd. EUR 55.545 erfasst, dem Veräußerungs- und Nachlaufkosten von Tsd. EUR 9.370 gegenüberstanden (siehe Anhangangabe 20). Die übertragenen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten zum Veräußerungszeitpunkt stellten sich wie folgt dar:
Darüber hinaus gab es weitere unwesentliche Änderungen bei einzelnen Tochterunternehmen. 5.3 Sonstige wesentliche Ereignisse in 2022In der Division MM Board & Paper wurden bei MM Kolicevo d. o. o., Slowenien, im Geschäftsjahr 2022 Restrukturierungsmaßnahmen beschlossen. Eine umfassende Evaluierung der Rahmenbedingungen hat ergeben, dass eine wirtschaftliche Weiterführung der Produktion auf der kleineren Kartonmaschine 2 (BM2) nicht möglich ist. Die Stilllegung der Kartonmaschine erfolgte Anfang November 2022. Mitte November hat der MM Konzern die Reorganisation abgeschlossen, nachdem der Umstrukturierungsvorschlag und der Sozialplan in Zusammenarbeit mit den Sozialpartnern angenommen wurden. Im Zuge der Beendigung der Produktion hat sich ein Wertminderungsbedarf auf die Sachanlagen des Standortes in Höhe von Tsd. EUR 12.970 ergeben. Weiters entstanden auch Aufwendungen für Wertminderungen auf Vorräte und einen Sozialplan sowie Nachlaufkosten. Insgesamt sind aus der Stilllegung Aufwendungen in Höhe von Tsd. EUR 24.627 entstanden, die in den Herstellungskosten erfasst wurden. In 2021 hat MM das bisher umfangreichste Investitionsprogramm auf den Weg gebracht, welches eine Vielzahl von Projekten mit Schwerpunkten auf Wachstum, Kosteneffizienz und technologischer Erneuerung an großen, wettbewerbsfähigen Standorten beider Divisionen umfasst. In 2022 konnten diese Maßnahmen im Bereich Packaging bereits zu weiterem organischem Wachstum beitragen. Demgegenüber kommen in 2023 in der Division MM Board & Paper an den Standorten Frohnleiten, Neuss und Kolicevo die bislang größten Investitionen in modernste Technologie, Produktentwicklung und Nachhaltigkeit zur Umsetzung. 5.4 Sonstige wesentliche Ereignisse in 2021In 2021 hat die Division MM Packaging aufgrund notwendiger marktbedingter struktureller Anpassungsmaßnahmen die vollständige Schließung des Standortes in Bielefeld bei der MM Graphia Bielefeld GmbH durchgeführt. Dabei entstanden vor allem Aufwendungen für Wertminderungen von Vorräten und für den Sozialplan, woraus das Konzernergebnis vor Steuern in Höhe von Tsd. EUR 20.111 belastet war. Weiters wurden Buchwerte in Höhe von Tsd. EUR 5.076 in die Position "Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte" umgegliedert. Darüber hinaus gab es im Geschäftsjahr 2021 weitere für den Konzern unwesentliche Restrukturierungsmaßnahmen. 6 ENTWICKLUNG DES ANLAGEVERMÖGENS6.1 Sachanlagen inklusive LeasingverhältnissenSachanlagenSachanlagen werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen und Wertminderungen bewertet. Abnutzbare Sachanlagen werden linear über die folgenden geschätzten Nutzungsdauern abgeschrieben:
Im Konzern werden wesentliche Erneuerungsinvestitionen in Sachanlagen sowie Investitionen in Mietobjekte aktiviert. Kosten für Maßnahmen, die zu einer Nutzungsverlängerung oder einer Steigerung der künftigen Nutzungsmöglichkeit der Vermögenswerte führen, werden grundsätzlich aktiviert. Die laufenden Instandhaltungs- und Reparaturkosten werden sofort aufwandswirksam erfasst. Die Herstellungskosten selbst erstellter Anlagen umfassen die jeweiligen Einzelkosten sowie die zurechenbaren Material- und Fertigungsgemeinkosten einschließlich der Abschreibungen. Fremdkapitalkosten, die direkt dem Erwerb, dem Bau oder der Herstellung eines qualifizierten Vermögenswertes zugeordnet werden können, werden grundsätzlich als Teil der Anschaffungskosten aktiviert. Alle sonstigen Fremdkapitalkosten werden in der Periode, in der sie anfallen, erfolgswirksam erfasst. Im Geschäftsjahr 2022 wurden im Zuge umfassender Investitionsmaßnahmen in der Division MM Board & Paper Fremdkapitalzinsen in Höhe von Tsd. EUR 1.271 aktiviert (2021: Tsd. EUR 0). Bei nicht spezifischer Finanzierung wurde ein konzerneinheitlicher Fremdfinanzierungszinssatz von 2,0 % zugrunde gelegt. Entwicklung der Sachanlagen 2022
Entwicklung der Sachanlagen 2021
LeasingverhältnisseDer Konzern ist Leasingnehmer von Leasingverhältnissen. Die Tabellen enthalten zusätzliche Informationen für diese Nutzungsrechte nach Klassen zugrunde liegender Vermögenswerte:
In den Abgängen von Nutzungsrechten sind auch Vertragsanpassungen und Änderungen von Laufzeitannahmen enthalten. 6.2 Immaterielle Vermögenswerte inklusive Geschäfts(Firmen)wertenEntgeltlich erworbene immaterielle Vermögenswerte mit bestimmbarer Nutzungsdauer werden zu Anschaffungskosten aktiviert und planmäßig linear über die folgenden geschätzten Nutzungsdauern abgeschrieben:
Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte werden je nach Art des immateriellen Vermögenswertes in den Herstellungs-, Vertriebs- oder Verwaltungskosten erfasst. Entwicklung der immateriellen Vermögenswerte inklusive Geschäfts(Firmen)werten 2022
Entwicklung der immateriellen Vermögenswerte inklusive Geschäfts(Firmen)werten 2021
Die in den Posten "Sachanlagen" und "Immaterielle Vermögenswerte inklusive Geschäfts(Firmen)werten" erfassten Abschreibungen und Wertminderungen betragen für das Geschäftsjahr 2022 Tsd. EUR 216.658 (2021: Tsd. EUR 148.953). Bei den Abschreibungen und Wertminderungen auf den Posten "Immaterielle Vermögenswerte inklusive Geschäfts (Firmen)werten" handelt es sich im Wesentlichen um Abschreibungen von Kundenstämmen, die in den Vertriebskosten erfasst sind, sowie Abschreibungen von Softwarelizenzen, die in den Herstellungs-, Vertriebs- und Verwaltungskosten gebucht wurden. Es wurden keine im Eigentum des Konzerns stehenden Sachanlagen zur Absicherung von Verbindlichkeiten verpfändet. 6.3 Werthaltigkeit von langfristigen VermögenswertenLangfristig genutzte Vermögenswerte werden auf ihre Werthaltigkeit überprüft, sobald Ereignisse oder veränderte Umstände darauf hindeuten, dass der Buchwert eines Vermögenswertes oder einer Gruppe von Vermögenswerten den erzielbaren Betrag überschreiten könnte. In diesem Fall wird der Buchwert mit dem höheren Betrag aus dem beizulegenden Zeitwert abzüglich der Veräußerungskosten oder dem Barwert der geschätzten zukünftigen Cash Flows aus der Nutzung des Vermögenswertes oder einer Gruppe von Vermögenswerten verglichen. Der sich aus dem Vergleich der Buchwerte mit dem erzielbaren Betrag ergebende Wertminderungsaufwand wird anteilig den Vermögenswerten auf Basis der Buchwerte jedes einzelnen Vermögenswertes zugeordnet. Die einzelnen Vermögenswerte werden hierbei nicht unter ihren beizulegenden Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten herabgesetzt. Entfällt der Grund für die Wertminderung, wird eine Zuschreibung vorgenommen. Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte mit bestimmbarer NutzungsdauerSachanlagen und immaterielle Vermögenswerte mit bestimmbarer Nutzungsdauer werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten abzüglich kumulierter Wertminderungen bewertet und planmäßig abgeschrieben. Der Konzern beobachtet anhand externer und interner Informationsquellen Ereignisse und veränderte Umstände, die auf eine Wertminderung dieser Vermögenswerte hindeuten könnten (z. B. technisches oder physisches Veralten der Vermögenswerte oder ungeplante Stillstandszeiten sowie veränderte wirtschaftliche Rahmenbedingungen). Bei Eintritt von solchen Ereignissen oder Umständen wird der Nutzungswert anhand des Barwertes der geschätzten zukünftigen Zahlungsströme ("Free Cash Flows") vor Steuern nach der Discounted-Cash-Flow-Methode (DCF-Methode) für die zahlungsmittelgenerierende Einheit bestimmt. Im Bedarfsfall werden zusätzlich externe Gutachten zur Ermittlung des beizulegenden Zeitwertes abzüglich Veräußerungskosten eingeholt. Liegt der unter Anwendung dieser Verfahren ermittelte erzielbare Betrag (Nutzungswert bzw. beizulegender Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten) unter dem jeweiligen Buchwert der Gruppe von Vermögenswerten, so ist die Differenz als Wertminderung zu erfassen. Der Konzern hat aufgrund der geopolitischen und wirtschaftlichen Ereignisse in Europa im Geschäftsjahr 2022 und der in der Folge stark gestiegenen Kapitalkosten für zahlungsmittelgenerierende Einheiten diverser Länder einen Wertminderungstest durchgeführt, bei dem die gestiegenen Rohstoff- und Energiepreise sowie gestiegenen Diskontierungszinssätze einen Indikator für eine potenzielle Wertminderung darstellen. Auf Basis der derzeit verfügbaren Informationen erwartet der Konzern keine wesentlichen negativen Effekte auf die zukünftigen Detailplanungsrechnungen und Zahlungsströme seiner zahlungsmittelgenerierenden Einheiten und damit bestand kein Wertminderungsbedarf. Im Zuge der Restrukturierungsmaßnahmen am Standort Kolicevo wurde eine Wertminderung auf Sachanlagen von Tsd. EUR 12.970 in den Herstellungskosten erfasst (siehe Anhangangabe 5.3). Restbuchwerte auf Gebäude wurden voll abgeschrieben, Maschinen auf ihren beizulegenden Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten. Darüber hinaus gab es in einem weiteren Kartonwerk in Deutschland sowie einigen Packagingstandorten Wertminderungen einzelner Maschinen und Anlagen aufgrund technischer Veralterung und Unterauslastung in der Gesamthöhe von Tsd. EUR 5.085. Wie im Vorjahr waren an den Standorten Bielefeld und Hirschwang Wertminderungen im Zusammenhang mit den "zur Veräußerung gehaltenen langfristigen Vermögenswerten" in Höhe von Tsd. EUR 2.991 (2021: Tsd. EUR 2.395) zu verbuchen, da der beizulegende Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten neu eingeschätzt wurde. Geschäfts(Firmen)werteGeschäfts(Firmen)werte werden zu Anschaffungskosten bilanziert und grundsätzlich einmal jährlich zum 31. Dezember oder zu jenem Zeitpunkt, zu dem Anzeichen dafür bestehen, dass eine wesentliche Wertminderung eingetreten sein könnte, auf ihre Werthaltigkeit hin überprüft. Zuordnung der Geschäfts(Firmen)werteGeschäfts(Firmen)werte innerhalb des Konzerns werden auf Ebene der operativen Segmente MM Board & Paper bzw. MM Packaging überwacht (siehe Anhangangabe 19). Die Prüfung auf Wertminderung erfolgt auf dieser Organisationsebene. Die Geschäfts(Firmen)werte werden den operativen Segmenten wie folgt zugeordnet:
Eine dabei allfällig festgestellte Wertminderung würde in jener Höhe zu erfassen sein, in welcher der Buchwert des jeweiligen operativen Segmentes inklusive der diesem Segment jeweils zugeordneten Geschäfts(Firmen)werte den erzielbaren Betrag übersteigt. Der erzielbare Betrag ist dabei als der höhere der beiden Beträge aus Nutzungswert und Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten der jeweiligen Gruppe zahlungsmittelgenerierender Einheiten definiert. Dem Impairment-Test wird die Berechnung eines Nutzungswertes für jedes operative Segment zugrunde gelegt. Ermittlung des NutzungswertesDer Nutzungswert für das jeweilige operative Segment wird anhand des Barwertes der geschätzten zukünftigen Zahlungsströme ("Free Cash Flows") vor Steuern nach der Discounted-Cash-Flow-Methode (DCF-Methode) unter Anwendung folgender Grundannahmen (Parameter) bestimmt:
Liegt der unter Anwendung dieses Verfahrens sowie der zugrunde liegenden Grundannahmen ermittelte jeweilige erzielbare Betrag (Nutzungswert) unter dem jeweiligen Buchwert des zahlungsmittelgenerierenden operativen Segmentes inklusive der diesem jeweils zugeordneten Geschäfts(Firmen)werte, so ist die Differenz als Wertminderung zu erfassen. Der Konzern hat seine jährliche Prüfung auf Wertminderung zum 31. Dezember 2022 bzw. 31. Dezember 2021 durchgeführt. Weder im Geschäftsjahr 2022 noch im Geschäftsjahr 2021 war auf dieser Basis eine Wertminderung von Geschäfts(Firmen)werten gegeben. Sensitivität der getroffenen AnnahmenHinsichtlich der die Ermittlung des Nutzungswertes beeinflussenden Parameter wurden die oben genannten Annahmen getroffen. Aus heutiger Sicht ist nach vernünftigem Ermessen keine derartig signifikante Änderung einer oder mehrerer der zur Bestimmung der Nutzungswerte der beiden operativen Segmente getroffenen Annahmen zu erwarten, die im folgenden Geschäftsjahr dazu führen könnte, dass der Buchwert des jeweiligen operativen Segmentes inklusive der diesem Segment jeweils zugeordneten Geschäfts(Firmen)werte den jeweils erzielbaren Betrag übersteigt. Jener Diskontierungszinssatz vor Steuern, bei dem zum 31. Dezember 2022 der Nutzungswert dem Buchwert entspräche, beträgt 12,92 % (31. Dezember 2021: 11,28 %) für das operative Segment MM Board & Paper sowie 15,56 % (31. Dezember 2021: 14,69 %) für das operative Segment MM Packaging. Eine Verminderung der Free Cash Flows um 5,0 %-Punkte bzw. der Wachstumsrate um 0,5 %-Punkte würde weder zum 31. Dezember 2022 noch zum 31. Dezember 2021 zu einer Wertminderung in einem der beiden operativen Segmente führen. Zu weiteren Sensitivitätsanalysen der nach vernünftigem Ermessen möglichen Änderungen der zugrunde liegenden Annahmen der CGUs MM Board & Paper sowie MM Packaging gehörten:
Bei keiner dieser Sensitivitätsanalysen ergab sich die Notwendigkeit einer Wertminderung. Zum 31. Dezember 2022 betrugen die Marktkapitalisierung des Konzerns Tsd. EUR 3.024.000 (31. Dezember 2021: Tsd. EUR 3.532.000) und der Buchwert des Eigenkapitals Tsd. EUR 1.959.351 (31. Dezember 2021: Tsd. EUR 1.661.878). 7 ANGABEN ZU FINANZINSTRUMENTEN7.1 Klassifizierung und Bewertung von FinanzinstrumentenFinanzinstrumente umfassen finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Verbindlichkeiten und werden für die Bilanzierung in unterschiedliche Kategorien eingestuft, welche die Bewertungsmethode und damit auch die Arten der daraus entstehenden Erträge und Aufwendungen festlegen. Im Folgenden werden die Finanzinstrumente den einzelnen Kategorien zugeordnet. Danach wird gezeigt, welche in der Bilanz enthaltenen Buchwerte auf die jeweiligen Kategorien entfallen. Abschließend wird dargestellt, welche Erträge und Aufwendungen aus den unterschiedlichen Kategorien entstehen. Die finanziellen Vermögenswerte des Konzerns umfassen Wertpapiere, sonstige Finanzanlagen, Ausleihungen, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, sonstige Forderungen und Vermögenswerte (ausgenommen jedoch bestimmte Posten, die keine Finanzinstrumente darstellen, wie Forderungen bezüglich Steuern und anderer Abgaben), Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente sowie derivative Finanzinstrumente mit positivem Saldo. Finanzielle Vermögenswerte werden wie folgt klassifiziert und bewertet:
In der Folge werden die Kategorien von finanziellen Vermögenswerten näher erläutert. Zu fortgeführten Anschaffungskosten werden finanzielle Vermögenswerte bewertet, wenn beide der folgenden Bedingungen erfüllt sind:
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie alle sonstigen finanziellen Forderungen werden im Konzern dieser Kategorie zugeordnet. Auch alle Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, wie Festgelder, fallen unter diese Bewertungskategorie. Ein Schuldinstrument ist erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis (als Posten, die nachträglich in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert werden) zu bewerten, wenn beide der folgenden Bedingungen erfüllt sind:
Der Konzern hält keine Schuldinstrumente, die erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden. Ein finanzieller Vermögenswert, der nicht zu fortgeführten Anschaffungskosten oder erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis bewertet wird, ist erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert zu bewerten. Dies trifft z. B. auf gehaltene Schuldinstrumente zu, die nicht die beiden Geschäftsmodellbedingungen erfüllen (z. B. Handelsportfolio) und/ oder bei denen nicht nur Zins- und Tilgungszahlungsströme vorliegen. Finanzinvestitionen in Eigenkapitalinstrumente (Beteiligungen) sind grundsätzlich erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert zu bewerten, wenn beim erstmaligen Ansatz keine unwiderrufliche Designierung zur erfolgsneutralen Bewertung bei fehlender Handelsabsicht erfolgt. In wenigen Fällen können auch die Anschaffungskosten eine angemessene Schätzung des beizulegenden Zeitwertes für (nicht notierte) Eigenkapitalinstrumente sein. Dies kann der Fall sein, wenn nicht genügend aktuellere Informationen zur Bemessung des beizulegenden Zeitwertes vorliegen oder wenn es eine große Bandbreite von möglichen Bemessungen des beizulegenden Zeitwertes gibt und die Anschaffungskosten der besten Schätzung des beizulegenden Zeitwertes innerhalb dieser Bandbreite entsprechen. Im Konzern gibt es Eigenkapitalanteile an nicht konsolidierten Gesellschaften. Grundsätzlich sind diese zum beizulegenden Zeitwert zu bewerten. Die Anschaffungskosten stellen jedoch eine angemessene Schätzung des beizulegenden Zeitwertes dar. Der Konzern hat aufgrund der untergeordneten Bedeutung der Gesellschaften, insbesondere im Hinblick auf deren geringes Geschäftsvolumen und deren Bedeutung für die Gruppe, auf eine Ermittlung des beizulegenden Zeitwertes verzichtet. Finanzielle Vermögenswerte, die im Konzern erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, betreffen Forderungen aus Finanzderivaten mit einem positiven beizulegenden Zeitwert sowie bestimmte Wertpapiere. Ansatz und AusbuchungEin marktüblicher Kauf oder Verkauf von finanziellen Vermögenswerten wird zum Handelstag angesetzt, d. h. zu dem Tag, an dem sich der Konzern verpflichtet, den Vermögenswert zu kaufen oder zu verkaufen. Finanzielle Vermögenswerte werden ausgebucht, wenn die Rechte auf Zahlungen aus den finanziellen Vermögenswerten erloschen sind oder übertragen wurden und der Konzern im Wesentlichen alle Risiken und Chancen, die mit dem Eigentum verbunden sind, übertragen hat. BewertungFinanzielle Vermögenswerte, die in die Kategorie "Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet" fallen, werden beim erstmaligen Ansatz mit dem beizulegenden Zeitwert zuzüglich Transaktionskosten erfasst. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die keine wesentliche Finanzierungskomponente aufweisen, werden bei erstmaligem Ansatz mit dem Betrag der unbedingten Gegenleistung erfasst. Im Konzern werden finanzielle Vermögenswerte nicht nach der Effektivzinsmethode bewertet, deshalb weist der Konzern kein Ergebnis nach dieser Methode im Gesamtergebnis aus. Finanzielle Vermögenswerte, die der Kategorie "Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet" angehören, werden bei erstmaliger Erfassung zu ihrem beizulegenden Zeitwert angesetzt; zugehörige Transaktionskosten werden erfolgswirksam erfasst. In den Folgeperioden werden die finanziellen Vermögenswerte entweder zu fortgeführten Anschaffungskosten oder erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert (Fair Value) bewertet. WertminderungFinanzielle Vermögenswerte sind an jedem Abschlussstichtag auf den erforderlichen Wertminderungsbedarf zu überprüfen. Das Wertminderungsmodell von IFRS 9 beruht auf der Prämisse, erwartete Verluste abzubilden. Im Konzern wurde eine Systematik für die Ermittlung eines vereinfachten Expected-Credit-Loss nach IFRS 9 für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen implementiert, die auf Basis von historischen Ausfällen mittels geeigneter Parameter belastbare Ergebnisse liefert. Eine genauere Beschreibung dieses Modells ist in dieser Anhangangabe im Abschnitt c) unter Kredit- und Ausfallrisiko zu finden. Die übrigen finanziellen Vermögenswerte erachtet der Konzern im Hinblick auf einen potenziellen Wertminderungsbedarf als unwesentlich. Die finanziellen Verbindlichkeiten des Konzerns umfassen die verzinslichen Finanzverbindlichkeiten, Leasingverbindlichkeiten, Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, sonstige Verbindlichkeiten (ausgenommen jedoch bestimmte Posten, die keine Finanzinstrumente darstellen, wie Verbindlichkeiten bezüglich Steuern und anderer Abgaben) sowie derivative Finanzinstrumente mit negativem Saldo. Finanzielle Verbindlichkeiten werden wie folgt klassifiziert und bewertet:
Die erfolgswirksam bzw. erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Verbindlichkeiten werden bei ihrem erstmaligen Ansatz zum beizulegenden Zeitwert erfasst, Transaktionskosten werden im Aufwand verbucht. Die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten finanziellen Verbindlichkeiten werden bei ihrem erstmaligen Ansatz zum beizulegenden Zeitwert nach Abzug von Transaktionskosten angesetzt. In den Folgeperioden werden die finanziellen Verbindlichkeiten entweder zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode oder erfolgswirksam bzw. erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert (Fair Value) bewertet. Die folgende Tabelle zeigt, in welche Kategorien die in der Bilanz enthaltenen finanziellen Vermögenswerte eingestuft werden bzw. mit welchen Methoden diese Finanzinstrumente bewertet werden:
Die folgende Tabelle zeigt, in welche Kategorien die in der Bilanz enthaltenen finanziellen Verbindlichkeiten eingestuft werden bzw. mit welchen Methoden diese Finanzinstrumente bewertet werden:
2) inkl. Zinsabgrenzungen für
Finanzverbindlichkeiten (siehe Anhangangabe 17)
Die folgende Tabelle zeigt die Arten der Erträge und Aufwendungen aus finanziellen Vermögenswerten nach Kategorien bzw. Bewertungsmethoden geordnet:
Die folgende Tabelle zeigt die Arten der Erträge und Aufwendungen aus finanziellen Verbindlichkeiten nach Kategorien bzw. Bewertungsmethoden geordnet:
7.2 DerivateDerivative Finanzinstrumente erfasst der Konzern als zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte oder Verbindlichkeiten. Diese Sicherungsbeziehungen als Absicherung von Zahlungsströmen oder Zeitwerten mit einzelnen Grundgeschäften reduzieren das Währungsrisiko oder Beschaffungspreisrisiko im Konzern. Dabei kommen Devisentermin-, Devisenswap- und Optionsgeschäfte zur Verminderung der kurzfristigen Auswirkungen von Wechselkursschwankungen zur Anwendung. Die wichtigsten Fremdwährungen, gegen deren Schwankungen sich der Konzern absichert, sind das britische Pfund, der US-Dollar sowie der Euro aus Sicht von Gesellschaften, deren funktionale Währung nicht der Euro ist. Die Änderungen der Marktwerte dieser Derivate werden unter dem Posten "Wechselkursgewinne und -Verluste - netto" ausgewiesen (siehe Anhangangabe 27). Die Abwicklung der Geschäfte und der Handel erfolgen in der Regel durch das Corporate Treasury. Zum 31. Dezember 2022 bestanden im Konzern Forderungen aus Devisentermin- und Devisenswapgeschäften mit einem Nominalbetrag von Tsd. EUR 506.421 (31. Dezember 2021: Tsd. EUR 357.917) und Verbindlichkeiten mit einem Nominalbetrag von Tsd. EUR 505.854 (31. Dezember 2021: Tsd. EUR 359.310) mit einem positiven Marktwert von insgesamt Tsd. EUR 1.471 (31. Dezember 2021: negativer Marktwert von Tsd. EUR 1.516). Bezüglich der angeführten derivativen Finanzinstrumente im Zusammenhang mit Devisentermingeschäften wurden in der Konzernbilanz unter dem Posten "Rechnungsabgrenzungen, sonstige Forderungen und Vermögenswerte" ein kurzfristiger Vermögenswert in Höhe von Tsd. EUR 3.895 (31. Dezember 2021: Tsd. EUR 4.441) bzw. unter dem Posten "Rechnungsabgrenzungen und sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten" eine kurzfristige Verbindlichkeit in Höhe von Tsd. EUR 2.424 (31. Dezember 2021: Tsd. EUR 5.957) erfasst. Im Geschäftsjahr 2022 kam es zum erstmaligen Ansatz der Bilanzierungsregelungen nach IFRS 9 für Sicherungsbeziehungen ("Hedge Accounting"). MM Kotkamills in Finnland konnte aufgrund von Stillständen die vertraglich abgesicherten Mindestabnahmevolumina von Gas zu fixierten Preisen nicht verbrauchen, was einen Rückverkauf des Überschusses und somit den Wegfall der Own-Use-Exemption ab dem 1. Juli 2022 zur Folge hatte. Daher wurde in diesem Zusammenhang zum 1. Juli 2022 eine Sicherungsbeziehung designiert ("Cash Flow Hedge"), welche auf Basis der erwarteten Abnahmemengen für zugrunde liegende Gasverträge im Jahr 2023 und der zum Designationszeitpunkt vorliegenden TTF-Futurepreise bewertet wurde. Daraus ergab sich ein nicht realisierter Day-One-Gain in der Höhe von Tsd. EUR 63.427, welcher als Bemessungsgrundlage des Marktwertes dient. Zum 31. Dezember 2022 beträgt der unangepasste beizulegende Zeitwert Tsd. EUR 33.761 auf Basis der zum Stichtag geltenden TTF-Futurepreise. Folglich weist der Konzern den Bewertungseffekt in der Höhe von Tsd. EUR -29.666 im sonstigen Ergebnis aus, dem eine finanzielle Verbindlichkeit in derselben Höhe gegenübersteht. In diesem Zusammenhang kam es zu keinen signifikanten Ineffektivitäten. 7.3 FinanzrisikomanagementDer Konzern ist verschiedenen Finanzrisiken ausgesetzt, die sich aus dem operativen Geschäft sowie der Finanzierungsstruktur ergeben. Dazu zählen insbesondere das Kredit-, Liquiditäts-, Währungs- und Zinsänderungsrisiko. Diese Risiken werden durch ein zentrales Risikomanagement begrenzt, das im gesamten Konzern Anwendung findet. Neben der Identifizierung, Analyse und Bewertung der Finanzrisiken erfolgen auch die Entscheidungen über den Einsatz von Finanzinstrumenten zum Management dieser Risiken grundsätzlich durch die Konzernzentrale. Kredit- und AusfallrisikoDas Kreditrisiko stellt das Risiko dar, das aus der Nichterfüllung von Vertragsverpflichtungen durch Geschäftspartner entsteht und zu Verlusten führen kann. Das im Grundgeschäft immanente Ausfallrisiko mit Geschäftspartnern wird im Konzern durch Kreditversicherungen bzw. bankmäßige Sicherheiten wie Garantien und Akkreditive größtenteils abgesichert. Die anzuwendenden Kriterien zur Bonitätsbeurteilung sind in den Verträgen mit Kreditversicherern sowie in internen Richtlinien festgelegt. Die Kredit- und Ausfallrisiken werden kontinuierlich überwacht, für eingetretene und erkennbare Risiken wird durch den Ansatz von entsprechenden Wertminderungen bzw. Rückstellungen vorgesorgt. Bei der Beurteilung des Gesamtrisikos werden bestehende Versicherungsdeckungen sowie eventuelle Garantien bzw. Akkreditive berücksichtigt. Zu den Finanzinstrumenten, die im Konzern in bestimmten Fällen eine Konzentration des Finanzrisikos verursachen können, zählen vor allem Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente sowie Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen beziehen sich auf eine breite und diversifizierte Kundenstruktur mit unterschiedlicher Bonität. Die Kontrolle des Finanzrisikos im Zusammenhang mit Kunden erfolgt durch eine laufende Bonitätsprüfung der Kunden. Darüber hinaus schließt der Konzern Ausfallversicherungen ab, um Schäden aus einer möglichen Uneinbringlichkeit bestimmter Forderungen und bereits produzierter Ware abzudecken. Zudem werden Wertminderungen auf Basis des zu erwartenden Verlustes für das gesamte Forderungsvolumen gebildet. Sind Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegen einen Ausfall versichert und wird eine Wertberichtigung notwendig, so ist nur jener Betrag anzusetzen, der nicht von der Versicherung gedeckt wird. Im Konzern werden entweder Einzelwertberichtigungen oder pauschalierte Einzelwertberichtigungen gebildet bzw. wird auf Konzernebene das Wertminderungsmodell gemäß IFRS 9 angewendet. Das Wertminderungsmodell beruht auf der Prämisse, erwartete Verluste abzubilden. Im Konzern wurde eine Systematik für die Ermittlung eines vereinfachten Expected-Credit-Loss nach IFRS 9 für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen implementiert, die auf Basis von historischen Ausfällen mittels geeigneter Parameter belastbare Ergebnisse liefert. Zur Ermittlung gibt es das vereinfachte Modell in Form einer Wertberichtigungsmatrix, welches die wahrscheinlichkeitsgewichteten gesamten Kreditausfälle berücksichtigt ("Lifetime-Expected-Loss-Modell"). Die geschätzten erwarteten Kreditausfälle werden auf Grundlage von Erfahrungen mit tatsächlichen Kreditausfällen der letzten vier Jahre separat für die Regionen Europa, Nord- und Südamerika sowie Asien und MENA berechnet. Um zukunftsorientierte Informationen in der Ermittlung zu berücksichtigen, werden CDS-Spreads für die Berechnung verwendet, da diese das zukünftige Ausfallrisiko widerspiegeln. Die sonstigen finanziellen Vermögenswerte erachtet der Konzern im Hinblick auf einen potentiellen Wertminderungsbedarf als unwesentlich. Aufgrund der breiten und diversifizierten Kundenstruktur sowie der bestehenden Kreditversicherungen liegt keine Konzentration von Ausfallrisiken vor. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen bestehen hauptsächlich mit Kunden, die einer Kreditversicherung unterliegen, und Kunden, die eine sehr gute Bonität aufweisen, entsprechend war der Forderungsausfall in der Vergangenheit unwesentlich. Der Konzern tätigt außerdem Devisentermin-, Devisenswap- und Optionsgeschäfte. Alle diesbezüglichen Vertragspartner sind namhafte internationale Finanzinstitute, mit denen der Konzern in laufenden Geschäftsbeziehungen steht. Dementsprechend und aufgrund der kurzfristigen Laufzeiten dieser Absicherungsgeschäfte betrachtet der Konzern das Risiko der Nichterfüllung durch einen Vertragspartner und damit das Risiko diesbezüglicher Verluste als gering. Geldmarktveranlagungen werden mit Geschäftsbanken, die über ein Rating im Investment-Grade-Bereich verfügen, abgeschlossen. Die Buchwerte der finanziellen Vermögenswerte entsprechen dem maximalen Ausfallrisiko. LiquiditätsrisikoDas Liquiditätsrisiko bezeichnet das Risiko, jederzeit die erforderlichen Zahlungsmittel zur fristgerechten Begleichung von Verbindlichkeiten aufbringen zu können. Die Finanzierungspolitik des Konzerns ist auf eine langfristige Finanzplanung ausgerichtet und wird zentral gesteuert und laufend überwacht. Basierend auf einer fristgerechten Liquiditätsplanung ist die ausreichende Liquidität aller Gesellschaften des Konzerns durch die Verfügbarkeit entsprechender Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente sowie nicht ausgenutzter und sofort verfügbarer Kreditlinien gewährleistet. Die Gesellschaften des MM Konzerns werden überwiegend konzernintern finanziert. Dazu stehen insbesondere Intercompany-Kreditverträge und ein mit Finanzierungslimits versehenes Cash-Pooling-System zur Verfügung. Das Liquiditätsrisiko wird somit als gering eingestuft. Die folgende Tabelle zeigt die undiskontierten zukünftigen Abflüsse aus verzinslichen Finanzverbindlichkeiten, Leasingverbindlichkeiten, Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, Zahlungsverpflichtungen und Zahlungsansprüchen aus derivativen Finanzinstrumenten sowie Zinsen für verzinsliche Finanzverbindlichkeiten und Leasingverbindlichkeiten nach Fälligkeitsklassen, basierend auf der verbleibenden Restlaufzeit am Bilanzstichtag bzw. bezogen auf die vertraglich vereinbarte Endfälligkeit.
Seit dem Erwerb von MM Kotkamills im Geschäftsjahr 2021 werden im Konzern Factoringtransaktionen durchgeführt. Dabei werden Forderungen aus Lieferungen und Leistungen an eine Bank gegen flüssige Mittel übertragen. Die Forderungen werden vollständig ausgebucht, da mit den verkauften Forderungen alle wesentlichen verbundenen Chancen und Risiken übertragen werden. Neben Factoring hat der Konzern vereinzelt auch Vereinbarungen zu Supply-Chain-Finanzierungen mit Kunden abgeschlossen, um die Liquidität im Working Capital Management zu optimieren. Der Konzern weist zum Bilanzstichtag eine finanzielle Verbindlichkeit in der Höhe von Tsd. EUR 29.666 als Folge der erstmaligen Anwendung von Hedge Accounting aus. Da aus diesem Finanzderivat ein Day-One-Gain in der Höhe von Tsd. EUR 63.427 resultiert und der finanziellen Verbindlichkeit gegenübersteht, ist zu diesem Zeitpunkt von keinem Liquiditätsrisiko auszugehen. WährungsrisikoAls Währungsrisiko bezeichnet man jenes Risiko, das sich aus Wertschwankungen von Finanzinstrumenten durch Wechselkursschwankungen ergeben kann. Dieses Risiko besteht dort, wo Geschäftsfälle in einer anderen Währung als der funktionalen (lokalen) Währung der Gesellschaft abgewickelt werden. Dies ist insbesondere für Geschäftsbeziehungen mit Kunden und Lieferanten in britischen Pfund, US-Dollar und Euro aus Sicht von Gesellschaften, deren funktionale Währung nicht der Euro ist, der Fall. Die diesbezüglichen Kursrisiken werden, soweit möglich, durch Währungskongruenz in der Geschäftsabwicklung bzw. durch Preisanpassungsmechanismen innerhalb längerfristiger Vereinbarungen sowie durch Devisentermin-, Devisenswap- bzw. Optionsgeschäfte reduziert. Hätte sich der Kurs der unten angeführten Währungen, bezogen auf kurzfristige und langfristige finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Verbindlichkeiten, zum Stichtag 31. Dezember 2022 (31. Dezember 2021) um den unten angeführten Prozentsatz ("Volatilität") verändert, wären der Jahresüberschuss und damit das Eigenkapital, sofern alle anderen Variablen konstant geblieben wären, um die folgenden Beträge höher bzw. niedriger ausgefallen.
1) aus Sicht von Gesellschaften, deren
funktionale Währung nicht der EUR ist
ZinsänderungsrisikoUnter Zinsänderungsrisiko versteht man das Risiko, dass durch Änderungen des Marktzinssatzes Wertschwankungen von Bilanzposten oder Schwankungen von Zahlungsströmen entstehen. Für festverzinsliche Bilanzposten besteht im Wesentlichen das Risiko von Wertschwankungen (Kursrisiko). Für den Fall, dass der Marktzinssatz sich ändert, ändert sich auch der (Bar-)Wert von Finanzinstrumenten mit fest vereinbarten Zinszahlungen. Durch diese Wertschwankungen kann ein Gewinn oder Verlust entstehen, der insbesondere dann realisiert wird, wenn das Finanzinstrument vor Fälligkeit veräußert wird. Für variabel verzinste Bilanzposten besteht im Wesentlichen das Risiko schwankender Zahlungsströme. Für den Fall, dass der Marktzinssatz sich ändert, ändert sich auch die Höhe der zu leistenden oder zu empfangenden Zinsen von Finanzinstrumenten mit variabel vereinbarten Zinszahlungen. Solche Veränderungen würden die laufenden Zinszahlungen und somit auch den Zinsertrag und Zinsaufwand ändern. Zum 31. Dezember 2022 finanziert sich der Konzern sowohl variabel als auch fix und hält nahezu ausschließlich variabel verzinsliche finanzielle Vermögenswerte. Wären die Zinssätze am 31. Dezember 2022 (31. Dezember 2021) um hundert Basispunkte (d. i. 1 %) höher bzw. niedriger gewesen, wären der Jahresüberschuss und das Eigenkapital, sofern alle anderen Variablen konstant geblieben wären, für das Gesamtjahr um die folgenden Beträge höher oder niedriger ausgefallen:
7.4 KapitalmanagementDas eingesetzte Kapital umfasst das Eigenkapital des Konzerns sowie die verzinslichen Finanzverbindlichkeiten abzüglich der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente. Das Kapitalmanagement zielt daher insbesondere auf die Sicherstellung einer für die langfristige wirtschaftliche Entwicklung des Konzerns angemessenen Eigenkapitalquote unter Berücksichtigung einer kontinuierlichen Dividendenpolitik sowie die dafür erforderliche Absicherung der Liquiditätsreserven ab. Das Eigenkapital und die Bilanzsumme betrugen zum 31. Dezember 2022 und 31. Dezember 2021:
Die Zielsetzung des Kapitalmanagements für die Eigenkapitalquote liegt in einer Bandbreite von 35 % bis 50 %. Die Gesellschaft erfüllt die gesetzlichen und satzungsmäßigen Mindestkapital-Anforderungen. Die Mayr-Melnhof Karton AG unterliegt den Mindestkapital-Anforderungen des österreichischen Aktiengesetzes. Satzungsmäßige Kapitalerfordernisse bestehen nicht. Die Nettoverschuldung ermittelt sich zum 31. Dezember 2022 und 31. Dezember 2021 wie folgt:
Für die verzinslichen Finanzverbindlichkeiten wurden teilweise mit den Kreditgebern Financial Covenants vereinbart. Die Financial Covenants orientieren sich hauptsächlich an der Eigenkapitalquote und an der Quote aus Nettoverschuldung zu EBITDA. Die Mayr-Melnhof Karton AG hat sämtliche dieser Klauseln im Geschäftsjahr eingehalten. 7.5 Bewertung zum beizulegenden ZeitwertEine Aufstellung der finanziellen Vermögenswerte sowie finanziellen Verbindlichkeiten, die zum beizulegenden Zeitwert angesetzt sind, lautet wie folgt:
BewertungsmethodenIn Abhängigkeit davon, ob ausreichend Informationen über Marktpreise vorhanden sind oder nicht, verwendet der Konzern folgende Hierarchie zur Bestimmung der Bewertungsmethode und zum Ausweis beizulegender Zeitwerte von Finanzinstrumenten:
Die beizulegenden Zeitwerte für Wertpapiere (Stufe 1-Bewertung) werden auf Grundlage notierter Preise auf aktiven Märkten ermittelt. Die beizulegenden Zeitwerte für derivative Finanzinstrumente (Stufe 2-Bewertung) werden im Wesentlichen anhand der Kassakurse am Bilanzstichtag unter Berücksichtigung von laufzeitadäquaten Terminauf- bzw. -abschlägen ermittelt. Darüber hinaus gibt es Finanzinstrumente, bei denen die Ermittlung von beizulegenden Zeitwerten auf Basis von Parametern, für die keine beobachtbaren Marktdaten zur Verfügung stehen (Stufe 3-Bewertung), erfolgt. Im Rahmen des Unternehmenserwerbes von Eson Pac wurde im Konzern eine bedingte Kaufpreisverbindlichkeit angesetzt, deren Berechnung auf dem derzeit nach lokalem Recht geschätzten EBITDA 2022 basiert. Die Bewertung der Absicherung von Rohstoffpreisrisiken ("Cash Flow Hedge") basiert auf den erwarteten Abnahmemengen (Level 3-Parameter) für zugrunde liegende Gasverträge im Jahr 2023 und der zum Bewertungszeitpunkt vorliegenden TTF-Futurepreise. Es ist von keiner signifikanten Variabilität der Abnahmemengen auszugehen. In den als "erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert" klassifizierten sonstigen Finanzanlagen sind am 31. Dezember 2022 Eigenkapitalanteile an nicht konsolidierten Gesellschaften in Höhe von Tsd. EUR 1.515 (31. Dezember 2021: Tsd. EUR 1.490) enthalten. Grundsätzlich sind diese zum beizulegenden Zeitwert zu bewerten. Die Anschaffungskosten stellen jedoch eine angemessene Schätzung des beizulegenden Zeitwertes dar. Der Konzern hat aufgrund der untergeordneten Bedeutung der Gesellschaften, insbesondere im Hinblick auf deren geringes Geschäftsvolumen und deren Bedeutung für die Gruppe, auf eine Ermittlung des beizulegenden Zeitwertes verzichtet. 8 NACH DER EQUITY-METHODE BILANZIERTE FINANZANLAGEN, WERTPAPIERE UND SONSTIGE FINANZANLAGENAnteile an assoziierten UnternehmenAnteile an assoziierten Unternehmen, in denen der Konzern einen maßgeblichen, aber nicht beherrschenden Einfluss auf die Geschäfts- und Finanzpolitik ausüben kann, werden nach der Equity-Methode bilanziert und anfänglich mit ihren Anschaffungskosten angesetzt. Dies ist grundsätzlich bei einem Stimmrechtsanteil zwischen 20 % und 50 % der Fall. Der Konzern hält zudem Anteile an assoziierten Unternehmen, die nicht nach der Equity-Methode bilanziert werden. Grundsätzlich sind diese zum beizulegenden Zeitwert zu bewerten. Ihre Anschaffungskosten stellen jedoch eine angemessene Schätzung des beizulegenden Zeitwertes dar bzw. ist der Betrag für den Konzern von untergeordneter Bedeutung. Anteile an GemeinschaftsunternehmenAnteile an Gemeinschaftsunternehmen werden nach der Equity-Methode bilanziert und anfänglich mit ihren Anschaffungskosten angesetzt. Ein Gemeinschaftsunternehmen ist eine Vereinbarung, über die der Konzern die gemeinschaftliche Führung ausübt, wobei er Rechte am Nettovermögen der Vereinbarung besitzt, anstatt Rechte an deren Vermögenswerten und Verpflichtungen für deren Schulden zu haben. WertpapiereDer Konzern bewertet seine Wertpapiere überwiegend erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert. Agios bzw. Disagios auf Schuldtitel werden über die Laufzeit des Wertpapiers verteilt und erfolgswirksam im Posten "Finanzerträge" bzw. "Finanzaufwendungen" erfasst. Wertpapiere sind als langfristig einzustufen, wenn ein Verkauf innerhalb der nächsten zwölf Monate ab dem Bilanzstichtag nicht beabsichtigt ist bzw. nicht erfolgen wird. Andernfalls sind die Wertpapiere als kurzfristig zu klassifizieren. Aktuell hält der Konzern keine kurzfristigen Wertpapiere. Sonstige FinanzanlagenSonstige Finanzanlagen umfassen sonstige Beteiligungen, Ausleihungen und sonstige Finanzinvestitionen. Sonstige Beteiligungen sind der Kategorie "erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert" zugeordnet, ihre Anschaffungskosten stellen jedoch eine angemessene Schätzung des beizulegenden Zeitwertes dar bzw. ist der Betrag für den Konzern von untergeordneter Bedeutung. Die Buchwerte der Anteile an assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen, der langfristigen Wertpapiere und der sonstigen Finanzanlagen setzen sich wie folgt zusammen:
Zum 31. Dezember 2022 waren in den langfristigen Wertpapieren des Konzerns Investmentfonds sowie festverzinsliche Wertpapiere mit einem Buchwert in Höhe von Tsd. EUR 480 (31. Dezember 2021: Tsd. EUR 471) enthalten. Der Konzern hält 45 % der Anteile an der Société Tunisienne des Emballages Modernes (STEM), Tunis, Tunesien (siehe Anhangangabe 33). Die Anteile an diesem Unternehmen stellen ein für sich genommen unwesentliches assoziiertes Unternehmen dar, das nach der Equity-Methode bilanziert wird. Der Konzern hält 40 % der Anteile an Zhejiang TF Special Papers Co., Ltd., Quzhou City, China (siehe Anhangangabe 33). Die Entscheidungen über maßgebliche Tätigkeiten müssen einstimmig erfolgen. Die Anteile an diesem Unternehmen stellen demnach ein Gemeinschaftsunternehmen dar, das für sich genommen unwesentlich ist und nach der Equity-Methode bilanziert wird. Folgende Tabelle fasst die Finanzinformationen zusammen:
1) ausgewiesen im "Sonstigen Finanzergebnis -
netto"
2) Anteil an Währungsumrechnungsdifferenzen
in der Konzerngesamtergebnisrechnung
9 STEUERN VOM EINKOMMEN UND ERTRAGSteuern werden in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst, es sei denn, sie beziehen sich auf Posten, die unmittelbar im Eigenkapital oder im sonstigen Ergebnis der Gesamtergebnisrechnung erfasst wurden. In diesem Fall werden die Steuern ebenfalls im Eigenkapital oder im sonstigen Ergebnis der Gesamtergebnisrechnung ausgewiesen. Der Steueraufwand der Periode setzt sich aus laufenden und latenten Steuern zusammen und wird unter Anwendung der Steuervorschriften jener Länder, in denen die Tochterunternehmen des Konzerns jeweils tätig sind und wo sie daher ihr zu versteuerndes Einkommen erwirtschaften, berechnet. Latente Steueransprüche und -verbindlichkeiten werden für sämtliche temporäre Differenzen zwischen den Wertansätzen in der Steuerbilanz und der Konzernbilanz gebildet. Latente Steuern werden unter Anwendung jener Steuersätze bewertet, die am Bilanzstichtag gelten oder im Wesentlichen gesetzlich verabschiedet sind und deren Geltung zum Zeitpunkt der Realisierung des latenten Steueranspruches bzw. der Begleichung der latenten Steuerverbindlichkeit erwartet wird. Latente Steueransprüche werden nur in dem Umfang angesetzt, in dem es wahrscheinlich ist, dass ausreichend zu versteuernder Gewinn für deren Nutzung verfügbar sein wird. Nicht bilanzierte latente Steueransprüche werden an jedem Abschlussstichtag neu beurteilt. Wurden in der laufenden Periode oder der Vorperiode Verluste erlitten, werden nur bei substanziellen Hinweisen auf ein zukünftig zu versteuerndes Ergebnis, wie z. B. durch ausreichend positive Planungsrechnungen oder grundlegende strukturelle Änderungen bei Tochterunternehmen, latente Steueransprüche angesetzt. Latente Steuerverbindlichkeiten, die durch temporäre Differenzen im Zusammenhang mit Beteiligungen an Tochterunternehmen, Gemeinschaftsunternehmen und assoziierten Unternehmen entstehen, werden angesetzt, es sei denn, dass der Zeitpunkt der Umkehrung dieser temporären Differenzen vom Konzern bestimmt werden kann und es wahrscheinlich ist, dass sich diese temporären Differenzen in absehbarer Zeit aufgrund dieses Einflusses nicht umkehren werden. Das ist im Konzern z. B. bei Dividenden, welche einer Quellenbesteuerung unterliegen bzw. nicht unter das internationale Schachtelprivileg fallen, der Fall. Latente Steueransprüche und -verbindlichkeiten werden saldiert, wenn ein verbindlicher Rechtsanspruch auf Aufrechnung besteht und wenn die latenten Steueransprüche und -verbindlichkeiten sich auf Ertragsteuern beziehen, die von der gleichen Steuerbehörde für entweder dasselbe Steuersubjekt oder unterschiedliche Steuersubjekte, die den Ausgleich auf Nettobasis herbeiführen können, erhoben werden. Dies ist insbesondere für Tochtergesellschaften der Fall, die der österreichischen Steuergruppe angehören, bzw. für Unternehmen der MM Gruppe, welche einer steuerlichen Organschaft angehören. Der Effekt von Steuersatzänderungen auf aktive und passive latente Steuerposten spiegelt sich im Ertragsteueraufwand bzw. in der Konzerngesamtergebnisrechnung der Periode der Gesetzesänderung wider. 9.1 Bilanziell erfasste latente SteuernDie latenten Steueransprüche und -verbindlichkeiten aufgrund von temporären Differenzen und steuerlichen Verlustvorträgen setzen sich an den Bilanzstichtagen wie folgt zusammen:
Die Zinsvorträge resultieren aus bislang nicht genutzten Zinsaufwendungen aufgrund der Zinsschrankenregelung in Finnland. Die nicht angesetzten latenten Steueransprüche in Höhe von Tsd. EUR 19.580 (31. Dezember 2021: Tsd. EUR 5.054) beinhalten Tsd. EUR 10.268 (31. Dezember 2021: Tsd. EUR 4.661) aus nicht angesetzten Verlustvorträgen. Die folgende Tabelle zeigt die voraussichtliche Realisation der latenten Steueransprüche und -verbindlichkeiten:
Latente Steuerverbindlichkeiten, die aus Unterschieden zwischen steuerlichem Beteiligungsansatz und anteiligem Eigenkapital (Outside-Basis-Differences) resultieren, wurden für bestimmte Tochterunternehmen, Gemeinschaftsunternehmen und assoziierte Unternehmen nicht angesetzt, da es wahrscheinlich ist, dass sich die temporäre Differenz in absehbarer Zeit nicht auflösen wird. Der Betrag der diesbezüglichen thesaurierten Gewinnanteile beläuft sich am 31. Dezember 2022 auf Tsd. EUR 1.469.097 (31. Dezember 2021: Tsd. EUR 1.325.648). Für jene thesaurierten Gewinnanteile, die zur Ausschüttung vorgesehen sind, wurde die Bewertung der latenten Steuerverbindlichkeiten entsprechend der bei Durchführung der Ausschüttung anfallenden Kapitalertrag- bzw. Quellensteuer angepasst. Der Konzern ist diversen Risiken ausgesetzt, die sich sowohl aus dem operativen Geschäft sowie von nationalen und internationalen Bestimmungen ableiten lassen. Nach detaillierten Analysen potenzieller Risiken ist der Konzern der Ansicht, aufgrund der fehlenden Vorhersehbarkeit hinsichtlich der Würdigung durch steuerliche Behörden im In- und Ausland diese Unsicherheiten zum Zeitpunkt der Abschlusserstellung ausreichend berücksichtigt zu haben. 9.2 Steuerliche VerlustvorträgeEine Übersicht über die zum jeweiligen Bilanzstichtag im Konzern bestehenden steuerlichen Verlustvorträge stellt sich wie folgt dar:
Die beschränkt vortragsfähigen Verlustvorträge verfallen, sofern zwischenzeitlich keine Nutzung erfolgen sollte, ab 2024 bis 2027. Die Überprüfung der Ansatzfähigkeit der Verlustvorträge führte zu dem Ergebnis, dass für Tsd. EUR 31.614 (31. Dezember 2021: Tsd. EUR 22.324) aktive latente Steuern in Höhe von Tsd. EUR 7.780 (31. Dezember 2021: Tsd. EUR 5.524) angesetzt wurden. Für die verbleibenden Tsd. EUR 45.847 (31. Dezember 2021: Tsd. EUR 16.529) wurden die darauf entfallenden aktiven latenten Steuern in Höhe von Tsd. EUR 10.268 (31. Dezember 2021: Tsd. EUR 4.661) in der Bilanz nicht angesetzt. Die Verfallsdaten dieser nicht angesetzten Verlustvorträge stellen sich dabei wie folgt dar:
9.3 Erfolgswirksam erfasste "Steuern vom Einkommen und Ertrag"Der Posten "Steuern vom Einkommen und Ertrag" setzt sich wie folgt zusammen:
9.4 Angaben zu steuerlichen Auswirkungen auf das "Sonstige Ergebnis"Grundlage für den Betrag der Ertragsteuern, die direkt im sonstigen Ergebnis erfasst wurden, sind die in 2022 gebuchten Gewinne aus versicherungsmathematischen Effekten, Währungsumrechnungen aus den Nettoinvestitionen und die Bewertung von Derivaten in Höhe von Tsd. EUR 12.422 (2021: Tsd. EUR 4.457). Darauf entfallen im Geschäftsjahr 2022 Ertragsteuern von Tsd. EUR -2.869 (2021: Tsd. EUR -47). Die Gewinne aus versicherungsmathematischen Effekten, Währungsumrechnungen und Sicherungsbeziehungen nach Steuern betragen Tsd. EUR 9.553 (2021: Tsd. EUR 4.410). 9.5 KonzernsteuersatzEine Überleitung vom anzuwendenden Steuersatz, der sich aus der geografischen Ergebnisgewichtung zu den in den einzelnen Steuerjurisdiktionen jeweils geltenden Nominalsteuersätzen ergibt, auf den effektiven Steuersatz, mit dem das Ergebnis vor Steuern tatsächlich belastet wurde, ermittelt sich wie folgt:
10 VORRÄTEVorräte werden zum niedrigeren Wert aus den Anschaffungs- oder Herstellungskosten und dem Nettoveräußerungswert bewertet. Der Nettoveräußerungswert wird dabei aus den erwarteten Verkaufspreisen unter Berücksichtigung der noch anfallenden Kosten zur Fertigstellung sowie der geschätzten Vertriebskosten abgeleitet. In der Division MM Board & Paper wird zur Ermittlung der Anschaffungskosten von Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen sowie Waren im Wesentlichen das gewogene Durchschnittspreisverfahren unter Berücksichtigung der Absatzmarktsituation angewandt. In der Packagingdivision erfolgt die Ermittlung der Anschaffungskosten von Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen sowie Waren grundsätzlich nach der tatsächlichen Verbrauchsreihenfolge (Identitätspreisverfahren). Der Wert der in der Bilanz ausgewiesenen Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe basiert auf den Daten der manuellen Inventur bzw. des Bestandsführungssystems. Eine Abwertung von Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen erfolgt abhängig vom jeweiligen Einzelfall. Die Herstellungskosten für unfertige und fertige Erzeugnisse beinhalten neben den direkten Kosten für Fertigungsmaterial und Fertigungslöhne auch Material- und Fertigungsgemeinkosten sowie fertigungsbezogene Verwaltungskosten. Wertminderungen für schwer verkäufliches bzw. veraltetes Vorratsvermögen werden auf Basis der Lagerdauer und unter Einbeziehung der Absatzsituation vorgenommen.
Im Geschäftsjahr 2022 wurden Wertminderungen in Höhe von Tsd. EUR 31.204 (2021: Tsd. EUR 9.445) bzw. Wertaufholungen in Höhe von Tsd. EUR 2.640 (2021: Tsd. EUR 1.111) erfolgswirksam als Teil der Herstellungskosten erfasst. Der Buchwert der zum Nettoveräußerungswert angesetzten Vorräte betrug Tsd. EUR 30.447 (31. Dezember 2021: Tsd. EUR 28.692). Die in der Konzerngewinn- und -verlustrechnung unter den Herstellungskosten ausgewiesenen Aufwendungen für Material und sonstige bezogene Leistungen setzen sich wie folgt zusammen:
11 FORDERUNGEN AUS LIEFERUNGEN UND LEISTUNGENForderungen werden zu fortgeführten Anschaffungskosten, also dem Nennwert abzüglich Wertberichtigungen, bilanziert.
Die überfälligen, aber nicht wertberichtigten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gliedern sich zum 31. Dezember 2022 und 31. Dezember 2021 in die folgenden Zeitbänder:
Zur Erläuterung der Faktoren, die bei der Feststellung der Wertberichtigungen berücksichtigt wurden, wird auf die Ausführungen zum Kredit- und Ausfallrisiko verwiesen (siehe Anhangangabe 7). Die Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen haben sich wie folgt entwickelt:
12 RECHNUNGSABGRENZUNGEN, SONSTIGE FORDERUNGEN UND VERMÖGENSWERTERechnungsabgrenzungen, sonstige Forderungen und Vermögenswerte setzen sich wie folgt zusammen:
Die Position "Sonstige Forderungen und Vermögenswerte" beinhaltet im Wesentlichen die Rückforderung aus der Überzahlung des Kaufpreises von Essentra Packaging, Vermögenswerte aus entgeltlich erworbenen CO 2 -Emissionszertifikaten, Forderungen aus Investitionszuschüssen sowie aus Factoringtransaktionen. 13 EIGENKAPITAL13.1 Grundkapital/KapitalrücklagenStammaktien werden als Eigenkapital klassifiziert. Unverändert zum Vorjahr beträgt das voll eingezahlte Grundkapital der Gesellschaft Tsd. EUR 80.000 und ist in 20.000.000 Stück genehmigte und ausgegebene nennwertlose Stückaktien eingeteilt. Der auf eine Stückaktie entfallende rechnerische Anteil am Grundkapital beträgt EUR 4,00. Jede Stammaktie ist am Kapital im gleichen Ausmaß beteiligt und vermittelt die gleichen Rechte und Pflichten, insbesondere das Recht auf eine beschlossene Dividende und das Stimmrecht in der Hauptversammlung. Es bestehen weder unterschiedliche Aktiengattungen noch Aktien mit besonderen Kontrollrechten. Die Kapitalrücklagen resultieren aus dem Agio der im Rahmen des Börsenganges 1994 erfolgten Kapitalerhöhung und aus der Einziehung eigener Aktien abzüglich der Erhöhung des Grundkapitals aus der gebundenen Kapitalrücklage in 2008 und 2010 und entsprechen betraglich der gebundenen Kapitalrücklage der Gesellschaft. 13.2 Gewinnrücklagen/DividendeDie Gewinnrücklagen enthalten thesaurierte Ergebnisse aus Vorjahren. Nach dem österreichischen Aktiengesetz ("AktG") bemisst sich die an die Aktionäre ausschüttbare Dividende nach dem Bilanzgewinn, der gemäß österreichischem Unternehmensgesetzbuch ("UGB") im Jahresabschluss der Mayr-Melnhof Karton AG ausgewiesen wird. Zum 31. Dezember 2022 beträgt der ausschüttungsfähige Bilanzgewinn Tsd. EUR 150.000 (31. Dezember 2021: Tsd. EUR 130.000). Auszug aus dem Jahresabschluss der Mayr-Melnhof Karton AG
Für das Geschäftsjahr 2022 hat der Vorstand dem Aufsichtsrat und in Folge der Hauptversammlung die Auszahlung einer Dividende von EUR 4,20 nach EUR 3,50 für 2021 pro stimmberechtigter Aktie vorgeschlagen. Daraus resultiert zum Bilanzstichtag 2022 eine Dividende von Tsd. EUR 84.000. Die Dividende 2021 in Höhe von Tsd. EUR 70.000 wurde termingerecht am 11. Mai 2022 ausbezahlt (siehe Entwicklung des Konzerneigenkapitals). 13.3 Nicht beherrschende (Minderheits-) AnteileNicht beherrschende (Minderheits-) Anteile umfassen den Anteil der konzernfremden Gesellschafter am Eigenkapital und am gesamten Jahresergebnis von Tochterunternehmen der Mayr-Melnhof Karton AG. Die nicht beherrschenden (Minderheits-) Anteile werden zum Zeitpunkt der Erstkonsolidierung als Anteil am Nettovermögen (Eigenkapital) des jeweiligen Unternehmens bzw. der Geschäftseinheit bilanziert und unter Berücksichtigung von Ergebnisanteilen, ausbezahlten Dividenden sowie Kapitalein- und -auszahlungen fortgeschrieben. Die zusammenfassenden Informationen hinsichtlich der Tochterunternehmen des Konzerns, an denen nicht beherrschende (Minderheits-) Anteile bestehen, sind nachfolgend gegeben. Die Angaben entsprechen den Beträgen vor konzerninternen Eliminierungen. Weitere Angaben zu diesen Tochterunternehmen sind der Anhangangabe 33 zu entnehmen.
13.4 Sonstiges Ergebnis der KonzerngesamtergebnisrechnungIn den sonstigen Rücklagen werden bestimmte erfolgsneutrale Veränderungen des Eigenkapitals ausgewiesen. Dies sind im Einzelnen der Unterschiedsbetrag aus der Währungsumrechnung einschließlich der Anpassungen aus der Hyperinflation, die versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste aus der Bewertung von leistungsorientierten Pensions- und Abfertigungsverpflichtungen sowie Gewinne und Verluste aus der Bewertung von Derivaten. Mit Ausnahme der Währungsumrechnungen erfolgt bei den anderen Positionen eine Berücksichtigung der darauf entfallenden werthaltigen Ertragsteuern. In 2022 beinhalten die erfolgsneutral im sonstigen Ergebnis erfassten Ergebnisbestandteile Währungsumrechnungen mit einem negativen Betrag von Tsd. EUR 5.469 (2021: negativer Betrag von Tsd. EUR 11.497) sowie versicherungsmathematische Gewinne in Höhe von Tsd. EUR 32.883 (2021: Verluste in Höhe von Tsd. EUR 1.518). Weiters wurden aus der Absicherung von Zahlungsströmen in der Cash Flow Hedge-Rücklage Verluste in Höhe von Tsd. EUR 29.666 (2021: Tsd. EUR 0) erfasst. Im Geschäftsjahr 2022 wurden Ertragsteuern (siehe Anhangangabe 9.4) in Höhe von Tsd. EUR -2.869 (2021: Tsd. EUR -47) im sonstigen Ergebnis erfasst. 14 FINANZVERBINDLICHKEITEN UND LEASINGDie Finanzverbindlichkeiten umfassen verzinsliche Finanzverbindlichkeiten und Leasingverbindlichkeiten und werden zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert. Dieser Wert errechnet sich aus der ursprünglich ausbezahlten Nominale abzüglich Tilgungen und zuzüglich aufgelaufener Zinsen. Die Finanzverbindlichkeiten des Konzerns stellen sich wie folgt dar:
14.1 Verzinsliche FinanzverbindlichkeitenZum 31. Dezember 2022 und zum 31. Dezember 2021 bestanden die verzinslichen Finanzverbindlichkeiten aus Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und Versicherungsgesellschaften. Diese Finanzverbindlichkeiten zu aktuellen Zinssätzen gliedern sich wie folgt:
Zum 31. Dezember 2022 betrug der gewogene Durchschnittszinssatz für diese Finanzverbindlichkeiten 2,004 % (31. Dezember 2021: 1,578 %). Zum 31. Dezember 2022 standen dem Konzern kurzfristige verzinsliche Finanzierungsrahmen in Höhe von Tsd. EUR 1.307 (31. Dezember 2021: Tsd. EUR 2.607) zur Verfügung, wovon ein Betrag von Tsd. EUR 1.307 (31. Dezember 2021: Tsd. EUR 2.607) zum Bilanzstichtag ausgeschöpft wurde. Zum 31. Dezember 2022 betrug der gewogene Durchschnittszinssatz dieser kurzfristigen, von ausländischen Tochterunternehmen genutzten Finanzierungen 10,400 % (31. Dezember 2021: 1,138 %). Die genannten Finanzierungen unterliegen üblichen Bankkonditionen. Im Vorjahr hat die Mayr-Melnhof Karton AG Schuldscheindarlehen und Namensschuldverschreibungen in Höhe von Tsd. EUR 1.125.000 aufgenommen, die sowohl einer fixen als auch variablen Verzinsung über Laufzeiten von 5 bis 18 Jahren unterliegen. Diese Darlehen dienten insbesondere zur Finanzierung der Akquisitionen der Werke MM Kotkamills, Finnland, und MM Kwidzyn, Polen. Von den verzinslichen Finanzverbindlichkeiten unterliegen Kredite in Höhe von Tsd. EUR 1.120.000 (31. Dezember 2021: Tsd. EUR 1.065.725) einem fixierten Zinssatz, deren beizulegender Zeitwert zum 31. Dezember 2022 Tsd. EUR 960.338 (31. Dezember 2021: Tsd. EUR 1.112.777) beträgt. Dieser errechnet sich als Barwert der zukünftigen Zahlungsströme diskontiert mit der aktuell beobachtbaren Zinsstrukturkurve (Stufe 2). Die fortgeführten Anschaffungskosten stellen für variabel verzinsliche Finanzverbindlichkeiten einen angemessenen Näherungswert für den beizulegenden Zeitwert dar. Für die angeführten Finanzverbindlichkeiten bestehen keine dinglichen Besicherungen. Zum 31. Dezember 2022 stehen dem Konzern zudem nicht ausgeschöpfte langfristige Kreditlinien in Höhe von Tsd. EUR 480.058 (31. Dezember 2021: Tsd. EUR 470.000) zur Verfügung. Zum 31. Dezember 2022 sind in den verzinslichen Finanzverbindlichkeiten kurzfristig revolvierende Bankkredite in Höhe von Tsd. EUR 67.980 (31. Dezember 2021: Tsd. EUR 37.980) enthalten. 14.2 LeasingDer Konzern ist bei Leasingtransaktionen überwiegend Leasingnehmer. Leasingverhältnisse werden zu dem Zeitpunkt, zu dem der Leasinggegenstand dem Konzern zur Nutzung zur Verfügung steht, als Nutzungsrecht und als entsprechende Leasingverbindlichkeit bilanziert. Leasingverbindlichkeiten mit einer Laufzeit von mehr als zwölf Monaten werden mit dem Barwert der verbleibenden Leasingzahlungen bewertet. Grundsätzlich wird mit dem impliziten Zinssatz, der dem Leasingverhältnis zugrunde liegt, abgezinst, sofern dieser bestimmbar ist. Andernfalls erfolgt eine Abzinsung mit dem Grenzfremdkapitalzinssatz des Leasingnehmers, d. h. dem Zinssatz, den ein Leasingnehmer für vergleichbare Transaktionen zahlen müsste. Zahlungen für kurzfristige Leasingverhältnisse von technischen Anlagen und Maschinen sowie Fahrzeugen und Leasingverhältnisse, denen Vermögenswerte von geringem Wert zugrunde liegen, werden nicht in der Bilanz, sondern als Aufwand erfasst. Als kurzfristige Leasingverhältnisse gelten Leasingverträge mit einer Laufzeit von bis zu zwölf Monaten. Der Konzern mietet und least vor allem Gebäude, Grundstücke, Lagerräume, Büro- und sonstige Einrichtungen, die für den operativen Betrieb notwendig sind. Eine Reihe von Immobilien-Leasingverträgen des Konzerns enthält Verlängerungs- und Kündigungsoptionen. Der Konzern hat diese abgewogen und entsprechend berücksichtigt. Derartige Vertragskonditionen werden dazu verwendet, um die maximale betriebliche Flexibilität in Bezug auf die vom Konzern genutzten Vermögenswerte zu erhalten. Die Mehrheit der bestehenden Verlängerungs- und Kündigungsoptionen kann nur durch den Konzern und nicht durch den jeweiligen Leasinggeber ausgeübt werden. Eine Übersicht über die in der Bilanz erfassten Leasingverbindlichkeiten im Konzern zum 31. Dezember 2022 und 31. Dezember 2021 stellt sich wie folgt dar:
Die gesamten Zahlungsmittelabflüsse für Leasingverhältnisse in 2022 betrugen Tsd. EUR 17.285 (2021: Tsd. EUR 10.851). Aufwendungen für Leasingverhältnisse, die nicht in den Leasingverbindlichkeiten berücksichtigt wurden, stellen sich wie folgt dar:
15 LANGFRISTIGE RÜCKSTELLUNGENLeistungsorientierte Pensions- bzw. Abfertigungsverpflichtungen werden gemäß IAS 19 "Leistungen an Arbeitnehmer" nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren ("Projected Unit Credit Method") versicherungsmathematisch bewertet. Der Barwert der Anwartschaften wird aufgrund der geleisteten Dienstzeit, der erwarteten Gehaltsentwicklung und der vertraglich bzw. gesetzlich verpflichtend vorgesehenen Rentenanpassungen berechnet. Der Dienstzeitaufwand wird im Personalaufwand erfasst; die Nettozinsen aus der Verzinsung der bilanzierten Rückstellung werden im "Sonstigen Finanzergebnis - netto" erfasst. Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste sowie Erträge aus Planvermögen unter Ausschluss von Beträgen, die in den Nettozinsen auf die Nettoschuld bereits enthalten sind, werden gemäß IAS 19 im sonstigen Ergebnis der Gesamtergebnisrechnung erfasst. Rückstellungen für Jubiläumsgelder werden für kollektivvertragliche bzw. auf Basis von Betriebsvereinbarungen erworbene, langfristige Ansprüche der Arbeitnehmer in Zusammenhang mit der Dauer ihrer Betriebszugehörigkeit nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren ("Projected Unit Credit Method"- laufendes Einmalprämienverfahren) versicherungsmathematisch bewertet. Der Dienstzeitaufwand wird im Personalaufwand erfasst; die Nettozinsen aus der Verzinsung der bilanzierten Rückstellung werden im "Sonstigen Finanzergebnis - netto" erfasst. Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste werden gemäß IAS 19 in den Gewinn- und Verlustrechnungen erfasst. Rückstellungen für Altersteilzeit werden sowohl bei Abschluss von einzelvertraglichen als auch für zukünftig wahrscheinliche Altersteilzeitvereinbarungen gebildet, wenn die Arbeitnehmer aufgrund von Betriebsvereinbarungen oder Tarifverträgen einen Anspruch auf Altersteilzeit haben. Die zur Abdeckung der Altersteilzeitverpflichtungen gesetzlich vorgeschriebenen Wertpapierbesicherungen werden entsprechend dem Verwendungszweck mit den Rückstellungen für Altersteilzeit saldiert, sofern diese die Voraussetzungen als Planvermögen erfüllen. Der Posten "Sonstige" beinhaltet im Wesentlichen Nachsorgeverpflichtungen für Altlasten sowie Verpflichtungen für Umweltschutzmaßnahmen. 15.1 Entwicklung der langfristigen RückstellungenIm Geschäftsjahr 2022 haben sich die langfristigen Rückstellungen wie folgt entwickelt:
Im Geschäftsjahr 2021 haben sich die langfristigen Rückstellungen wie folgt entwickelt:
Zum 31. Dezember 2022 wurden im Rahmen der gesetzlichen Verpflichtung zur Besicherung von Rückstellungen für Altersteilzeit Wertpapiere mit einem Marktwert in Höhe von Tsd. EUR 872 (31. Dezember 2021: Tsd. EUR 954) als Sicherheit gewidmet, welche sowohl zum 31. Dezember 2022 als auch zum 31. Dezember 2021 verwendungskonform als Planvermögen von der zugrunde liegenden Verpflichtung in Abzug gebracht wurden. In der Position "Sonstige" sind insbesondere langfristige Rückstellungen für Umweltschutzmaßnahmen und Rückbauverpflichtungen in Höhe von Tsd. EUR 28.389 (31. Dezember 2021: Tsd. EUR 17.239) enthalten. In der Division MM Board & Paper betreffen die Verpflichtungen vor allem Umweltschutzmaßnahmen im Zusammenhang mit einer Deponie in Kwidzyn (Polen) sowie Nachsorgeverpflichtungen am ehemaligen Standort in Hirschwang. Die Rückbauverpflichtungen in der Division MM Packaging resultieren im Wesentlichen aus der Verpflichtung mehrerer neu erworbener Standorte der ehemaligen Essentra Packaging, Mietereinbauten nach Beendigung des Mietverhältnisses zu entfernen. Die Rückstellungswerte sind mit ihren Barwerten in der Annahme der zu erwartenden Kosten unter Berücksichtigung laufzeitspezifischer Zinssätze ermittelt. 15.2 Rückstellungen für Pensionen und AbfertigungenDer Großteil der Arbeitnehmer des Konzerns ist im Rahmen der gesetzlichen Altersvorsorge versichert, wobei die laufenden Beitragszahlungen in diese gesetzlichen Versorgungseinrichtungen im Zeitpunkt der Zahlung aufwandswirksam erfasst werden. Neben der gesetzlichen Altersvorsorge hat der Konzern bestimmten Arbeitnehmern leistungs- oder beitragsorientierte Pensionszusagen erteilt. Diese Leistungszusagen hängen von den rechtlichen, steuerlichen und wirtschaftlichen Gegebenheiten des jeweiligen Landes ab und richten sich in der Regel nach der Beschäftigungsdauer und dem Entgelt der begünstigten Arbeitnehmer. Im Rahmen der beitragsorientierten Versorgungspläne leistet der Konzern fest vereinbarte Beiträge an externe Versorgungsträger, ohne dass der Konzern eine die Zahlung übersteigende Leistungsverpflichtung gegenüber dem Arbeitnehmer eingeht. Diese laufenden Beitragszahlungen werden als Teil des Pensions- und Abfertigungsaufwandes der jeweiligen Periode ausgewiesen und betragen im Geschäftsjahr 2022 Tsd. EUR 13.684 (2021: Tsd. EUR 7.868). Die leistungsorientierten Personalverpflichtungen im Konzern setzen sich aus Pensionen und Abfertigungen zusammen. Derartige Verpflichtungen bestehen in verschiedenen Ländern, in denen der Konzern Mitarbeiter beschäftigt, im Wesentlichen jedoch in Deutschland, Österreich und Großbritannien. Die Verpflichtungen aus Pensionen umfassen die Regelungen zur betrieblichen Altersversorgung für aktive und nach Erfüllung der Unverfallbarkeitsfristen für ehemalige Mitarbeiter sowie deren Hinterbliebene. Im Wesentlichen sind dies Führungskräfte sowie Mitarbeiter, bei denen entsprechende Zusagen, die aus der Zeit vor dem Erwerb eines solchen Tochterunternehmens stammen, vom Konzern übernommen wurden. Die Verpflichtung besteht demnach sowohl gegenüber Mitarbeitern in bestehenden Arbeitsverhältnissen als auch ausgetretenen sowie pensionierten Mitarbeitern. Die aufgrund der Pensionspläne vorgesehenen Zahlungen können sowohl auf dem im letzten Beschäftigungsjahr als auch auf dem im Durchschnitt mehrerer Jahre bezogenen Gehalt eines Mitarbeiters beruhen und sind in der Regel von der Beschäftigungsdauer abhängig. Die Versorgungsleistungen sind als Einmalzahlung oder als monatliche Rentenzahlung zu gewähren. Im Fall von Rentenzahlungen trägt der Konzern das Risiko der Langlebigkeit und der Inflation aufgrund von Rentenanpassungen in vollem Umfang. Der Konzern unterhält in Großbritannien einen Pensionsfonds, welcher durch ein Kuratorium, bestehend aus Gesellschaftsvertretern und den Begünstigten des Pensionsfonds, verwaltet wird. Die Verantwortung für Investmententscheidungen und Beitragspläne obliegt der Gesellschaft in Zusammenarbeit mit dem Kuratorium. Die Verpflichtung aus der Abfertigung von Mitarbeitern umfasst gesetzliche und vertragliche Ansprüche auf einmalige Abfertigungszahlungen des Konzerns an Arbeitnehmer, die aufgrund bestimmter Anlässe wie Arbeitgeberkündigung, einvernehmliche Lösung des Dienstverhältnisses sowie Pensionierung oder Tod des Arbeitnehmers entstehen. Diese ist von der Anzahl der Dienstjahre und dem im Abfertigungsfall maßgeblichen Bezug abhängig. Die leistungsorientierten Pensions- und Abfertigungspläne werden gemäß IAS 19 nach dem international üblichen Anwartschaftsbarwertverfahren ("Projected Unit Credit Method" - laufendes Einmalprämienverfahren) bewertet und bilanziert. Dabei werden die zukünftigen Verpflichtungen auf der Grundlage der zum Bilanzstichtag anteilig erworbenen Leistungsansprüche versicherungsmathematisch berechnet. Die Bewertung erfolgte aufgrund von Annahmen und Einschätzungen zum Bilanzstichtag. Die wesentlichen Einflussfaktoren waren dabei der Diskontierungszinssatz, die geschätzte Lebenserwartung, künftige Gehalts- bzw. Pensionsanpassungen sowie das Pensionseintrittsalter. Versicherungsmathematische Gewinne bzw. Verluste, die sich aufgrund von Änderungen im Bestand der Versorgungsberechtigten und Abweichungen der tatsächlichen Trends gegenüber den der Berechnung zugrunde gelegten Annahmen ergeben, werden gemäß IAS 19 im sonstigen Ergebnis der Konzerngesamtergebnisrechnung erfasst. Der Bewertung der leistungsorientierten Pensions- und Abfertigungsverpflichtungen wurden die folgenden versicherungsmathematischen Parameter zugrunde gelegt:
Die oben stehenden Angaben stellen den gewichteten Durchschnitt über alle relevanten Gesellschaften des Konzerns dar. Die Berechnung für die Lebenserwartung erfolgte auf Basis lokaler Sterbetafeln. Diese sind im Wesentlichen für Österreich AVÖ 2018-P "Angestellte" bzw. "Gemischt" (2021: AVÖ 2018-P "Angestellte" bzw. "Gemischt"), für Deutschland die Heubeck-Richttafeln 2018 G (2021: 2018 G), für Großbritannien Post Retirement und Pre Retirement: S3PA CMI_2021_M/F [1,25 %] (2021: S3PA CMI_2020_M/F [1,25 %]). Das Pensionseintrittsalter entspricht in aller Regel den jeweiligen länderspezifischen gesetzlichen Bestimmungen. Folgende Aufwendungen wurden für leistungsorientierte Pensions- und Abfertigungszusagen erfasst:
Die Anwartschaftsbarwerte der leistungsorientierten Verpflichtungen und das Planvermögen haben sich wie folgt entwickelt:
Eine Übersicht über die geografische und divisionale Verteilung des Nettoaufwandes für leistungsorientierte Pensionen und Abfertigungen, des Anwartschaftsbarwertes sowie des Marktwertes des Planvermögens stellt sich für die Geschäftsjahre 2022 und 2021 wie folgt dar:
1) Darin ist im Wesentlichen ein Pensionsfonds
in Großbritannien inkludiert.
1) Darin ist im Wesentlichen ein Pensionsfonds
in Großbritannien inkludiert.
Für das Geschäftsjahr 2023 werden im Konzern Arbeitgeberbeiträge in das Planvermögen in Höhe von Tsd. EUR 1.515 erwartet. Darin enthalten ist eine Verpflichtung zur Aufstockung des Planvermögens und für sonstige Aufwendungen in Großbritannien in Höhe von Tsd. EUR 1.116. Zusammensetzung des PlanvermögensIn Österreich und Deutschland besteht Planvermögen für Pensionsverpflichtungen in Form von Rückdeckungsversicherungen, die an die jeweiligen Begünstigten verpfändet wurden. Die Rückdeckungsversicherungen werden bedarfsgerecht durch den Konzern aufgestockt. Weiteres Planvermögen ist einem Pensionsfonds in Großbritannien zuzurechnen und wird durch ein externes Vermögensmanagement gemäß den Richtlinien des dafür zuständigen Kuratoriums veranlagt. Die derzeitigen Richtlinien sehen eine anteilige Investition von 30 % bis 40 % in Eigenkapitalinstrumente und 60 % bis 70 % in Fremdkapitalinstrumente vor; zur Streuung des Ausfallrisikos ist eine Mindestdiversifikation vorgeschrieben, indem einzelne Investments auf den Wert von 2 % des Portfolios und die Summe aller Investments in ein Unternehmen auf den Wert von 4 % des Portfolios limitiert sind. Investments in Private Equity Funds und Hedge Funds sind untersagt. Ziel des Vermögensmanagements ist die Renditemaximierung bei einem angemessenen Risikoniveau; zur Messbarkeit der Zielerreichung werden dem Vermögensmanagement indexbasierte Benchmarks vorgegeben. Der Konzern ist dazu verpflichtet, entsprechend einem mehrjährigen Beitragsplan laufende Einzahlungen in das Planvermögen in Großbritannien zu leisten. Des Weiteren besteht Planvermögen in Form eines Pensionsfonds auf den Philippinen und einer Sammelstiftung in der Schweiz. Die Portfoliostruktur des Planvermögens an den Bewertungsstichtagen 31. Dezember 2022 und 31. Dezember 2021 stellt sich wie folgt dar:
Alle Instrumente der Kategorien Eigenkapitalinstrumente und Fremdkapitalinstrumente werden auf aktiven Märkten gehandelt. Die Ratings der Investments in Fremdkapitalinstrumente entsprechen mindestens einem "Investment Grade". Marktpreisrisiken des PlanvermögensDie Rendite des Planvermögens ist gemäß IAS 19 in Höhe des Diskontierungssatzes für die zugrunde liegenden Verpflichtungen anzunehmen. Dies entspricht der Rendite von Unternehmensanleihen mit guter Bonität. Sofern dabei die tatsächliche Rendite des Planvermögens den angewandten Diskontierungszinssatz überschreitet (unterschreitet), vermindert (erhöht) sich die Nettoverpflichtung aus den bestehenden Plänen. Aufgrund der Aktienquote im Planvermögen in Großbritannien kann einerseits die tatsächliche Rendite langfristig über der Rendite von Unternehmensanleihen guter Bonität liegen, sich aber andererseits eine kurzfristig höhere Volatilität des Planvermögens ergeben. Das diesbezügliche Kursrisiko erachtet der Konzern aber aufgrund des niedrigen Aktienanteiles am gesamten Planvermögen als überschaubar. Zudem können die in den kommenden Jahren fällig werdenden Verpflichtungen aus dem laufenden Cash Flow des Konzerns und den übrigen Bestandteilen des Planvermögens bedient werden. Die Nettoverpflichtung aus Pensions- und Abfertigungsverpflichtungen und die Überleitung zu den Bilanzwerten stellen sich wie folgt dar:
In der nachfolgenden Sensitivitätsanalyse für Rückstellungen aus Pensionen und Abfertigungen wurden die Auswirkungen resultierend aus möglichen Änderungen wesentlicher versicherungsmathematischer Annahmen auf die Verpflichtungen dargestellt. Es wurde jeweils ein wesentlicher Einflussfaktor verändert, während die übrigen Einflussgrößen konstant gehalten wurden.
Die gewichtete durchschnittliche Laufzeit (Duration) der Verpflichtung beträgt zum Bilanzstichtag 12,0 Jahre (31. Dezember 2021: 14,3 Jahre). Bezogen auf die tatsächlichen Auszahlungen hinsichtlich der Pensions- und Abfertigungsverpflichtungen stellen sich die erwarteten Fälligkeiten in den nächsten zehn Jahren zum 31. Dezember 2022 und 31. Dezember 2021 wie folgt dar:
16 VERBINDLICHKEITEN AUS LIEFERUNGEN UND LEISTUNGENKurzfristige Verbindlichkeiten werden im Regelfall mit dem Rückzahlungsbetrag angesetzt. In den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von Tsd. EUR 499.677 (31. Dezember 2021: Tsd. EUR 437.726) sind zum 31. Dezember 2022 Verbindlichkeiten aus dem Erwerb von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten in Höhe von Tsd. EUR 26.441 (31. Dezember 2021: Tsd. EUR 23.222) enthalten, welche in der Konzerngeldflussrechnung im Cash Flow aus der Investitionstätigkeit als nicht zahlungswirksame Transaktionen berücksichtigt wurden, sowie erhaltene Anzahlungen von Kunden in Höhe von Tsd. EUR 5.823 (31. Dezember 2021: Tsd. EUR 4.550). 17 RECHNUNGSABGRENZUNGEN UND SONSTIGE KURZFRISTIGE VERBINDLICHKEITENAbgegrenzte Schulden stellen Schulden dar, bei denen der Zeitpunkt der Inanspruchnahme und/oder die Höhe nicht vollständig sicher, jedoch mit einem hohen Grad an Sicherheit bestimmbar sind. Auch wenn zur Bestimmung ihrer Höhe oder ihres zeitlichen Eintretens gelegentlich Einschätzungen erforderlich sind, ist der Bestimmtheitsgrad bei abgegrenzten Schulden deutlich höher als bei Rückstellungen. Daher werden sie je nach Zugehörigkeit unter den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (siehe Anhangangabe 16) und sonstigen kurzfristigen Verbindlichkeiten, vor allem im Personal- und Sozialbereich, dargestellt.
Die Verpflichtungen im Personal- und Sozialbereich umfassen vor allem Prämien und Tantiemen an Mitarbeiter, nicht konsumierte Urlaube sowie sonstige abgegrenzte Verpflichtungen aus dem Personalbereich. Die Berechnung der Verbindlichkeiten für Kundenrabatte und -boni erfolgt auf Basis der in den geltenden Kundenvereinbarungen enthaltenen Bonus- bzw. Rabattansprüche. Boni sind so ausgestaltet, dass Kunden rückwirkend eine Rückerstattung erhalten, wenn innerhalb einer Abrechnungsperiode ein gewisses Abnahmevolumen erreicht wurde. Die Verbindlichkeiten aus Finanzderivaten erhöhten sich im Geschäftsjahr 2022 aufgrund des erstmaligen Ansatzes eines Derivates aufgrund des Wegfalls der "Own-Use-Exemption" im Zuge der Absicherung von Rohstoffpreisen in Finnland (siehe Anhangangabe 7). Die Zinsabgrenzungen resultieren im Wesentlichen aus der Aufnahme von Schuldscheindarlehen und Namensschuldverschreibungen im Vorjahr. Die sonstigen Verbindlichkeiten beinhalten insbesondere die bedingte Kaufpreisverbindlichkeit im Zusammenhang mit dem Erwerb der Eson Pac-Gruppe sowie Verbindlichkeiten im Zusammenhang mit Beratungsleistungen. 18 KURZFRISTIGE RÜCKSTELLUNGENRückstellungen werden gebildet, soweit der Konzern gegenüber Dritten eine gegenwärtige - rechtliche oder faktische -Verpflichtung aus einem vergangenen Ereignis hat, die künftig wahrscheinlich zu einem Abfluss von Ressourcen führt und deren Höhe zuverlässig geschätzt werden kann. Die Rückstellungshöhe entspricht der bestmöglichen Einschätzung des Erfüllungsbetrages der gegenwärtigen Verpflichtung zum Bilanzstichtag. Wenn eine Vielzahl gleichartiger Verpflichtungen besteht - wie im Fall der gesetzlichen Gewährleistung -, wird die Wahrscheinlichkeit einer Vermögensminderung auf Basis der Gruppe dieser Verpflichtungen ermittelt. Eine Rückstellung wird auch dann passiviert, wenn die Wahrscheinlichkeit einer Vermögensbelastung in Bezug auf eine einzelne in dieser Gruppe enthaltene Verpflichtung gering ist. Im Geschäftsjahr 2022 haben sich die kurzfristigen Rückstellungen wie folgt entwickelt:
Im Geschäftsjahr 2021 haben sich die kurzfristigen Rückstellungen wie folgt entwickelt:
Die Rückstellungen im Absatzbereich werden für Produkthaftung und Gewährleistungen sowie Warenrückgaben gebildet. Die Rückstellung für Produkthaftung und Gewährleistungen basiert sowohl auf gesetzlichen als auch auf vertraglichen Grundlagen. Für die Berechnung werden einerseits Einzelrisiken bewertet und andererseits ein Gesamtrisiko auf Basis von Erfahrungswerten aus der Vergangenheit ermittelt. Die Restrukturierungsrückstellungen zum 31. Dezember 2022 resultieren im Wesentlichen aus der Stilllegung der kleineren Kartonmaschine am Standort Kolicevo (siehe Anhangangabe 5). Der Posten "Sonstige Rückstellungen" beinhaltet im Wesentlichen Rechtsstreitigkeiten und Prozesskosten, sonstige Steuerrückstellungen sowie eine Vielzahl an unwesentlichen Einzelsachverhalten. Der Rückgang zum Vorjahr resultierte insbesondere aus der Auflösung von kurzfristigen Rückstellungen im Zusammenhang mit CO 2 -Zertifikaten aufgrund ausreichender Deckung zum Bilanzstichtag. 19 SEGMENTBERICHTERSTATTUNGDie Mayr-Melnhof Karton AG und ihre Tochterunternehmen sind in zwei Geschäftsbereichen, der Karton- und Papiererzeugung (Division MM Board & Paper) und der Herstellung von Faltschachteln bzw. Verpackungen (Division MM Packaging), tätig. Der Konzern ist diesen Geschäftsbereichen entsprechend organisiert und wird auf Basis der für die beiden Geschäftsbereiche erstellten Finanzinformationen vom Vorstand geleitet. Daher entsprechen die Segmente den beiden Geschäftsbereichen. In der Division MM Board & Paper werden zahlreiche Kartonsorten, überwiegend gestrichener Faltschachtelkarton auf Basis von Recycling- und Frischfasern, hergestellt und vertrieben. Im Zuge der strategischen Akquisitionen der Karton- und Papierwerke Kwidzyn, Polen, und Kotkamills, Finnland, im Vorjahr wurden zusätzlich Kraftpapiere und ungestrichene Feinpapiere als neue Geschäftsfelder in die Division MM Board & Paper aufgenommen. Die Division MM Packaging verarbeitet Karton zu bedrucktem Faltschachtelkarton, der von einem breiten Kundenspektrum wie der Nahrungsmittelindustrie oder Konsumgüterproduzenten abgenommen wird (z. B. Verpackungen für Frühstückszerealien, Trockennahrung, Zucker, Süß- und Backwaren, Kosmetika, Waschmittel, Haushaltsartikel, Spielwaren, Tabakprodukte, Pharmaprodukte und hochwertige Süßware). Durch die Akquisitionen von Essentra Packaging und Eson Pac im Geschäftsfeld Pharma & Health Care ist MM Packaging auch in der Produktion von Beipackzetteln und Etiketten tätig. Die Daten aus dem Managementinformationssystem, die der Segmentberichterstattung zugrunde liegen, basieren grundsätzlich auf den im Konzernabschluss angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden. Die Zentralbereiche werden analog zur Vorgehensweise im Managementinformationssystem mithilfe eines Umlageverfahrens vollständig auf die Segmente verteilt. Ergebnisse aus Transaktionen zwischen den Segmenten werden bereits in den Segmentergebnisgrößen eliminiert. Der Konzern misst den Erfolg seiner Segmente anhand des betrieblichen Ergebnisses und des Jahresüberschusses, so, wie sie in der Konzerngewinn- und -verlustrechnung dargestellt werden. Die Umsätze innerhalb der Segmente finden zu fremdüblichen Konditionen statt. Die Umsätze werden nach dem Bestimmungslandprinzip jenen Ländern zugerechnet, in welche die Waren geliefert werden. Langfristig nutzbare Vermögenswerte werden nach den Standorten der jeweiligen Einheiten aufgeteilt. Investitionen bzw. Abschreibungen und Wertminderungen bezeichnen den Erwerb bzw. die Amortisation und Wertminderungen von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten inklusive Geschäfts(Firmen)werten (siehe Anhangangabe 6). UmsatzrealisierungUmsatzerlöse enthalten alle Erträge, die aus der typischen Geschäftstätigkeit des MM Konzerns resultieren, und umfassen Erträge aus Verkäufen von einer vielfältigen Palette an Kartonsorten sowie Faltschachteln. Die unter bestimmten Voraussetzungen geforderte Trennung von Leistungsverpflichtungen kann in Abhängigkeit von den im Einzelfall mit den Kunden vereinbarten Lieferkonditionen zu separierende Leistungsverpflichtungen im Zusammenhang mit Transportdienstleistungen ergeben, die im MM Konzern von untergeordneter Bedeutung sind. Im Übrigen gibt es im Konzern keine wesentlichen Mehrkomponentenverträge, die z. B. neben Warenlieferungen auch Dienstleistungen beinhalten. Werkzeuge, wie z. B. Stanzformen und Gravuren, werden nicht als einzelne Leistungsverpflichtung betrachtet, da diese zur Vertragserfüllung notwendig sind. Die Gegenleistung, zu deren Erhalt der Konzern im Austausch für die Lieferung seiner Waren berechtigt ist, setzt sich aus dem Preis der zu liefernden Güter und einer etwaigen variablen Komponente, in Form von Kundenrabatten und -boni, zusammen und ist auf Ziel zahlbar. Eine Finanzierungskomponente liegt aufgrund der vereinbarten Zahlungsziele nicht vor. Die variable Komponente wird als "Verbindlichkeit für Kundenrabatte und -boni" berücksichtigt. Die Höhe dieser Verbindlichkeit richtet sich nach dem wahrscheinlichen Anspruch des Kunden und wird regelmäßig evaluiert und gegebenenfalls angepasst. Die Erfassung der Umsatzerlöse aus der Herstellung und dem Verkauf von Karton und Faltschachteln erfolgt auf Basis der vereinbarten Lieferkonditionen (Incoterms) zeitpunktbezogen. Die Segmentberichterstattung des Konzerns stellt sich wie folgt dar:
Die folgende Aufstellung zeigt die Verteilung der Umsatzerlöse nach den jeweiligen Bestimmungsländern sowie der langfristig nutzbaren Vermögenswerte und der getätigten Investitionen nach Unternehmensstandorten:
Langfristig nutzbare Vermögenswerte sowie Investitionen beinhalten die Posten Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte inklusive Geschäfts(Firmen)werten (siehe Anhangangabe 6). Investitionen beinhalten darüber hinaus auch geleistete Anzahlungen (siehe Anhangangabe 12). 20 SONSTIGE BETRIEBLICHE ERTRÄGE
Die Erträge aus Energieverkäufen ergeben sich in 2022 insbesondere aus Gasrückverkäufen in Finnland resultierend aus niedrigeren Verbräuchen aufgrund von umbaubedingten Produktionsstillständen. Die Veräußerungsgewinne und -Verluste aus Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten - netto beinhalten diverse Abgänge von untergeordneter Bedeutung. Im Vorjahr waren darin im Wesentlichen Gewinne aus dem Verkauf von "zur Veräußerung gehaltenen langfristigen Vermögenswerten" im Zusammenhang mit der Stilllegung von Hirschwang enthalten. Die Erträge aus der Entkonsolidierung von Tochterunternehmen beinhalteten im Vorjahr Tsd. EUR 46.175 aus der Veräußerung der Standorte in Eerbeek und Baiersbronn sowie Tsd. EUR 1.160 aus der Entkonsolidierung von Al-Ekbal Printing and Packaging Co., Amman, Jordanien. Die Position "Sonstige Erträge" enthält zu einem Großteil Erträge aus Energieeffizienzrückvergütungen in Höhe von Tsd. EUR 11.736 (2021: Tsd. EUR 4.385) sowie eine Vielzahl von Einzelsachverhalten. 21 AUFWENDUNGEN NACH AUFWANDSARTENDie Darstellung der Konzerngewinn- und -verlustrechnung erfolgt nach dem Umsatzkostenverfahren. Die nachfolgenden Tabellen zeigen eine Aufgliederung nach Aufwandsarten für das Geschäftsjahr 2022 bzw. das Geschäftsjahr 2021:
22 PERSONALAUFWANDDer Personalaufwand setzt sich über alle Bereiche des Konzerns wie folgt zusammen:
Die durchschnittlichen Personalstände stellen sich wie folgt dar:
Vergütung des ManagementsDas Management in den Schlüsselpositionen des Konzerns besteht aus dem Vorstand und dem Aufsichtsrat. Die Vergütungen des Managements sind nachfolgend dargestellt:
Bedingung für die Auszahlung der langfristig fälligen Leistungen (langfristige Erfolgsbeteiligung) ist das Erreichen einer gewissen Operating Margin für die jeweils nächsten drei Jahre aufgrund einer Drei-Jahresplanung. Für eine zu Beginn festgelegte Operating Margin steht dem Vorstand eine Erfolgsbeteiligung in einer definierten Höhe zu. Abweichungen von dieser durchschnittlichen Operating Margin führen zu Zu- bzw. Abschlägen von dem Zielbetrag. Die kurzfristig fälligen Leistungen der Mitglieder des Vorstandes setzen sich wie folgt zusammen:
Die Rückstellung für die noch nicht ausbezahlten variablen Vergütungen betrug zum 31. Dezember 2022 Tsd. EUR 8.667 (31. Dezember 2021: Tsd. EUR 6.918). An ehemalige Organmitglieder und deren Hinterbliebene wurde im Geschäftsjahr 2022 die Firmenpension von Tsd. EUR 1.037 (2021: Tsd. EUR 841) bezahlt. Die Bezüge der von der Kapitalgeberseite entsandten Mitglieder des Aufsichtsrates betrugen im Geschäftsjahr 2022 Tsd. EUR 741 (2021: Tsd. EUR 717). 23 AUFWENDUNGEN FÜR DEN KONZERNABSCHLUSSPRÜFERDie PwC Wirtschaftsprüfung GmbH wurde von der 28. Ordentlichen Hauptversammlung am 27. April 2022 zum Jahres- und Konzernabschlussprüfer der Mayr-Melnhof Karton AG bestellt und prüft darüber hinaus die Einzelabschlüsse aller wesentlichen österreichischen Tochtergesellschaften. Im Geschäftsjahr 2022 betragen die Aufwendungen für Leistungen der PwC Wirtschaftsprüfung GmbH in Österreich Tsd. EUR 807 (2021: Tsd. EUR 743), davon entfallen Tsd. EUR 781 (2021: Tsd. EUR 644) auf Prüfung und andere Bestätigungsleistungen und Tsd. EUR 26 (2021: Tsd. EUR 99) auf sonstige Leistungen. 24 FORSCHUNGS- UND ENTWICKLUNGSAUFWENDUNGENAufwendungen für Forschungstätigkeiten werden sofort erfolgswirksam erfasst. Weder zum 31. Dezember 2022 noch zum 31. Dezember 2021 wurden Entwicklungskosten aktiviert. Die während des Geschäftsjahres 2022 in der Gewinn- und Verlustrechnung als Aufwand erfassten Forschungs- und Entwicklungskosten belaufen sich auf Tsd. EUR 7.429 (2021: Tsd. EUR 4.580). 25 FINANZERTRÄGE
26 FINANZAUFWENDUNGEN
Die Zinsaufwendungen aus Finanzverbindlichkeiten beinhalten im Wesentlichen Zinsen im Zusammenhang mit der Aufnahme von Schuldscheindarlehen und Namensschuldverschreibungen in 2021. Die sonstigen Finanzaufwendungen beinhalten insbesondere die Bereitstellungsprovision für nicht ausgenützte Kreditlinien sowie Provisionen im Zusammenhang mit Erwerbsfinanzierungen. 27 SONSTIGES FINANZERGEBNIS - NETTO
Die Wechselkursgewinne und -Verluste - netto in 2022 beinhalten insbesondere Bewertungseffekte eines transaktionsabhängigen EUR/GBP-Fremdwährungstermingeschäftes ("Deal Contingent Forward") für die Absicherung der Fremdwährungsrisiken aus der Kaufpreisverpflichtung der Essentra Packaging-Gruppe. Der negative Bewertungseffekt betrug Tsd. EUR -7.839. 28 ERGEBNIS JE AKTIEDer Gewinn je Aktie wird gemäß IAS 33 "Ergebnis je Aktie" ermittelt. Demnach sind zwei Kenngrößen, der unverwässerte und der verwässerte Gewinn je Aktie, zu berechnen und auszuweisen. Der unverwässerte Gewinn je Aktie wird durch die Division des auf die Aktionäre der Gesellschaft entfallenden Anteiles am Jahresüberschuss durch die gewichtete durchschnittliche Anzahl an ausstehenden Aktien während des Geschäftsjahres ermittelt. Da es weder zum 31. Dezember 2022 noch zum 31. Dezember 2021 verwässerungsfähige Aktienbezugsrechte gibt, war eine Berechnung des verwässerten Gewinnes je Aktie nicht erforderlich. Dieser entspricht somit dem unverwässerten Gewinn je Aktie. Bei der Berechnung des unverwässerten Ergebnisses je Aktie wird das den Inhabern von Stammaktien des Mutterunternehmens zuzurechnende Ergebnis durch die gewichtete durchschnittliche Anzahl von Stammaktien, die sich während des Jahres im Umlauf befinden, geteilt.
Die Anzahl der ausgegebenen Aktien betrug zum 31. Dezember 2022, unverändert zum Vorjahr, 20.000.000 Stück. 29 EVENTUALVERBINDLICHKEITEN UND SONSTIGE FINANZIELLE VERPFLICHTUNGENVerpflichtungen aus anhängigen Verfahren bzw. ähnliche AnsprücheGegen den Konzern sind verschiedene Verfahren sowie andere Ansprüche anhängig, die sich aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit ergeben. Unter Berücksichtigung aller verfügbaren Informationen geht der Konzern davon aus, dass alle Verfahren bzw. Ansprüche keinen wesentlichen Einfluss auf die Finanzlage oder das konsolidierte Ergebnis haben werden, obwohl der Ausgang einzelner Verfahren nicht mit Sicherheit vorausgesagt werden kann. UmweltverpflichtungenDer Konzern unterliegt in Umweltangelegenheiten verschiedenen staatlichen Auflagen und Gesetzen in den jeweiligen Ländern. Ausgaben für jene Maßnahmen, die der Behebung von Umweltangelegenheiten aus der vergangenen Geschäftstätigkeit zuzuordnen sind und die keinen nennenswerten zukünftigen Nutzen erwarten lassen, werden sofort aufwandswirksam erfasst. Sofern ein Aufwand wahrscheinlich und der Betrag zuverlässig schätzbar ist, bildet der Konzern Rückstellungen für Umweltrisiken und Nachsorgeverpflichtungen (siehe Anhangangabe 15). Sonstige finanzielle VerpflichtungenDie Verpflichtungen aus verbindlich kontrahierten Investitionsprojekten für Sachanlagen betragen zum 31. Dezember 2022 Tsd. EUR 201.754 (31. Dezember 2021: Tsd. EUR 136.440). Diese Entwicklung ist insbesondere auf geplante konzernweite Investitionsprogramme mit Fokus auf Ausbau und Erneuerung zurückzuführen. 30 ANGABEN ÜBER BEZIEHUNGEN ZU NAHESTEHENDEN UNTERNEHMEN UND PERSONENDer Aufwand für von sonstigen nahestehenden Unternehmen bezogene Rohstoffe für die Kartonerzeugung betrug im Geschäftsjahr 2022 Tsd. EUR 7.317 (2021: Tsd. EUR 5.497). Zum 31. Dezember 2022 bestanden gegenüber sonstigen nahestehenden Unternehmen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von Tsd. EUR 0 (31. Dezember 2021: Tsd. EUR 606). Im Geschäftsjahr 2022 wurden Umsatzerlöse mit assoziierten Unternehmen in Höhe von Tsd. EUR 2.501 (2021: Tsd. EUR 423) erzielt. Zum 31. Dezember 2022 bestanden gegenüber assoziierten Unternehmen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige Forderungen in Höhe von Tsd. EUR 672 (31. Dezember 2021: Tsd. EUR 45). Der Aufwand für von Gemeinschaftsunternehmen bezogene Rohstoffe betrug im Geschäftsjahr 2022 Tsd. EUR 7.451 (2021: Tsd. EUR 4.206). Zum 31. Dezember 2022 bestanden gegenüber Gemeinschaftsunternehmen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von Tsd. EUR 713 (31. Dezember 2021: Tsd. EUR 826). Die Geschäfte mit diesen Unternehmen erfolgen zu marktüblichen Bedingungen. Als nahestehende Personen sind Personen in Schlüsselpositionen des Konzerns (aktive Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder der Mayr-Melnhof Karton AG) und deren nahe Angehörige anzusehen. Für Informationen zu Managementvergütung siehe Anhangangabe 22. Der Aufwand für von zwei Aufsichtsratsmitgliedern erbrachte Beratungsleistungen betrug im Geschäftsjahr 2022 Tsd. EUR 40 (2021: Tsd. EUR 143). Zum 31. Dezember 2022 bestanden in diesem Zusammenhang Verbindlichkeiten in Höhe von Tsd. EUR 0 (31. Dezember 2021: Tsd. EUR 30). Es wurden marktübliche Sätze für derartige Beratungsleistungen in Rechnung gestellt. Für Informationen zu Beiträgen in den britischen Pensionsplan siehe Anhangangabe 15. 31 ERLÄUTERUNGEN ZUR KONZERNGELDFLUSSRECHNUNGZahlungsmittel und ZahlungsmitteläquivalenteDie Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente umfassen den Kassenbestand, Schecks und kurzfristig veranlagte Sichteinlagen bei Kreditinstituten mit einer ursprünglichen Laufzeit von maximal drei Monaten. Zahlungsmittel in Fremdwährung werden zu Stichtagskursen umgerechnet. Die so definierten Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente liegen der Konzerngeldflussrechnung zugrunde und beinhalten:
Der Cash Flow aus der Geschäftstätigkeit wird nach der indirekten Methode vom Konzernabschluss abgeleitet, die Cash Flows aus der Investitions- und Finanzierungstätigkeit werden hingegen direkt anhand der Geldzu- und -abflüsse ermittelt. Der Cash Flow aus der Geschäftstätigkeit erhöhte sich von Tsd. EUR 269.820 auf Tsd. EUR 299.738. Diese Veränderung resultiert im Wesentlichen aus einem höheren cashwirksamen Ergebnis, welchem ein starker Anstieg im Working Capital gegenüberstand. Die sonstigen Anpassungen im Cash Flow aus dem Ergebnis resultieren vor allem aus der Veränderung der langfristigen Rückstellungen sowie Effekten aus Wechselkursänderungen. Der Cash Flow aus der Investitionstätigkeit veränderte sich von Tsd. EUR -891.401 auf Tsd. EUR -573.297. Diese Veränderung stammt im Wesentlichen aus der Bezahlung der Kaufpreise für den Erwerb von Eson Pac in Höhe von Tsd. EUR 52.066 und Essentra Packaging in Höhe von Tsd. EUR 338.075, welchen Einzahlungen aus dem Verkauf der russischen Packagingwerke in Höhe von Tsd. EUR 134.000 gegenüberstanden. Die Auszahlungen für den Erwerb von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten erhöhten sich dem intensivierten Investitionsprogramm entsprechend von Tsd. EUR 248.430 im Vorjahr auf Tsd. EUR 329.388 im Geschäftsjahr 2022. Der Cash Flow aus der Finanzierungstätigkeit veränderte sich vor allem aufgrund der Aufnahme von Schuldscheindarlehen und Namensschuldverschreibungen im Vorjahr von Tsd. EUR 836.889 auf Tsd. EUR 191.894. Die folgende Aufstellung zeigt eine Überleitung der Finanzverbindlichkeiten aus zahlungswirksamen und nicht zahlungswirksamen Veränderungen:
In den sonstigen nicht zahlungswirksamen Veränderungen sind auch Zugänge zu Leasingverbindlichkeiten enthalten, denen der Erwerb von Vermögenswerten in gleicher Höhe gegenübersteht. Des Weiteren beinhaltet diese Position Umbuchungen von langfristigen zu kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten.
32 WESENTLICHE EREIGNISSE NACH DEM BILANZSTICHTAG UND WEITERE INFORMATIONENNach dem Bilanzstichtag sind keine Ereignisse eingetreten, die wesentliche Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns haben. 33 BETEILIGUNGSLISTE
Der Stimmrechtsanteil weicht von den Eigentumsanteilen nicht ab. Das Mutterunternehmen hält keine Vorzugsanteile an den Tochterunternehmen.
1) VK ... voll konsolidiertes Unternehmen
3) EK ... "at equity"-bilanziertes Unternehmen
4) NK ... aus Unwesentlichkeit nicht
konsolidiertes Unternehmen
5) Die Tochterunternehmen haben von der
Befreiung nach § 264 Abs 3 HGB Gebrauch gemacht
34 ORGANEDie Organe der Gesellschaft setzten sich im abgelaufenen Geschäftsjahr wie folgt zusammen: VorstandMMag. Peter Oswald (Vorsitzender) Mag. Franz Hiesinger (Mitglied des Vorstandes) Dr. Andreas Blaschke (Mitglied des Vorstandes, bis 30. Oktober 2022) AufsichtsratDipl.-Ing. Rainer Zellner (Vorsitzender) Mag. Johannes Goess-Saurau (1. Stellvertretender Vorsitzender) Dr. Nikolaus Ankershofen (2. Stellvertretender Vorsitzender) Dr. Alexander Leeb (Mitglied des Aufsichtsrates) MMMag. Georg Mayr-Melnhof (Mitglied des Aufsichtsrates) Mag. Ferdinand Mayr-Melnhof-Saurau, MSc (Mitglied des Aufsichtsrates) Univ.-Prof. Dr. Klaus Rabel (Mitglied des Aufsichtsrates) Ing. Franz Rappold (Mitglied des Aufsichtsrates, bis 26. April 2022) Andreas Hemmer (Arbeitnehmervertreter) Gerhard Novotny (Arbeitnehmervertreter)
Wien, am 13. März 2023 Der Vorstand MMag. Peter Oswald e. h. Mag. Franz Hiesinger e. h. BestätigungsvermerkBericht zum KonzernabschlussPrüfungsurteilWir haben den Konzernabschluss der Mayr-Melnhof Karton Aktiengesellschaft, Wien, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern), bestehend aus den Konzernbilanzen zum 31. Dezember 2022, den Konzerngewinn- und -verlustrechnungen, den Konzerngesamtergebnisrechnungen, der Entwicklung des Konzerneigenkapitals und den Konzerngeldflussrechnungen für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr und dem Konzernanhang, geprüft. Nach unserer Beurteilung entspricht der beigefügte Konzernabschluss den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt ein möglichst getreues Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 31. Dezember 2022 sowie der Ertragslage und der Zahlungsströme des Konzerns für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards, wie sie in der EU anzuwenden sind (IFRS), und den zusätzlichen Anforderungen des § 245 a UGB. Grundlage für das PrüfungsurteilWir haben unsere Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der EU-Verordnung Nr. 537/2014 (im Folgenden EU-VO) und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Diese Grundsätze erfordern die Anwendung der International Standards on Auditing (ISA). Unsere Verantwortlichkeiten nach diesen Vorschriften und Standards sind im Abschnitt "Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses" unseres Bestätigungsvermerkes weitergehend beschrieben. Wir sind vom Konzern unabhängig in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und wir haben unsere sonstigen beruflichen Pflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns bis zum Datum des Bestätigungsvermerkes erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu diesem Datum zu dienen. Besonders wichtige PrüfungssachverhalteBesonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten für unsere Prüfung des Konzernabschlusses des Geschäftsjahres waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Konzernabschlusses als Ganzes und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt, und wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab. Unsere Darstellung dieser besonders wichtigen Prüfungssachverhalte haben wir wie folgt strukturiert:
1. Unternehmenszusammenschlüsse - Identifizierung und Bewertung der erworbenen Vermögenswerte und Schulden im Rahmen des Erwerbs von Essentra PackagingSachverhaltAm 2. Oktober 2022 hat die Divisionsholding MM PACKAGING GmbH, Wien, den im Juni 2022 vereinbarten Erwerb von Essentra Packaging nach Zustimmung aller relevanten Wettbewerbsbehörden abgeschlossen. Essentra Packaging umfasst 21 Produktionsstandorte in 10 Ländern, verteilt in Europa und Amerika. Die übertragene Gegenleistung zum Erwerbszeitpunkt betrug Tsd. EUR 325.135. Unter Berücksichtigung des erworbenen Nettovermögens in Höhe von Tsd. EUR 241.786 ergibt sich ein Geschäfts(Firmen)wert in Höhe von Tsd. EUR 83.349. Die erworbenen identifizierbaren Vermögenswerte und Schulden wurden entsprechend den Regelungen des IFRS 3 zum beizulegenden Zeitwert zum Erwerbszeitpunkt angesetzt. Die Identifikation und Bewertung des übernommenen Nettoreinvermögens ist komplex und bedarf einer Reihe von ermessensbehafteten Entscheidungen und Annahmen. Insbesondere die Bewertung der übernommenen immateriellen Vermögenswerte, Gebäude und Maschinen basiert in erheblichem Maße auf vermögenswertspezifischen Annahmen, die Ermessensentscheidungen und Schätzungen des Vorstands erfordern. Zur Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte der identifizierbaren Vermögenswerte und Schulden hat der Vorstand externe Gutachter beauftragt. Die Kaufpreisallokation ist noch nicht final abgeschlossen. Es besteht das Risiko für den Konzernabschluss, dass aufgrund der Größe und Komplexität des Unternehmenszusammenschlusses die im Rahmen der Akquisition erworbenen Vermögenswerte und übernommenen Schulden unzutreffend identifiziert bzw. nicht sachgerecht bewertet wurden. Außerdem besteht das Risiko, dass die gemäß IFRS 3 geforderten Angaben im Konzernanhang nicht vollständig und fehlerhaft sind. Prüferisches Vorgehen und ErkenntnisseFür Zwecke der Erlangung eines Verständnisses über die Akquisition haben wir die zwischen den veräußernden Parteien und der MM PACKAGING GmbH, Wien, geschlossenen Kauf- und Verkaufsverträge inklusive der Zusatzvereinbarungen gelesen. Die darin geschlossenen Vereinbarungen haben wir nach den einschlägigen Regelungen des IFRS 3 "Unternehmenszusammenschlüsse" hinsichtlich der bilanziellen Abbildung im Konzernabschluss und der Angaben im Konzernanhang zum 31. Dezember 2022 beurteilt. Wir haben die Kompetenz, Fähigkeiten und die Objektivität der durch den Vorstand beauftragten Gutachter kritisch gewürdigt. Unter Beiziehung unserer Bewertungsspezialisten haben wir die Angemessenheit der wesentlichen Annahmen und Inputparameter (insbesondere der Annahmen zur Wachstumsrate, dem verwendeten Diskontierungszinssatz, der Annahmen zu der bewertungsrelevanten Beschaffenheit der Grundstücke und Bauten, der Annahmen zur Beschaffenheit und den Wiederbeschaffungskosten der erworbenen Maschinen sowie der Annahmen zu der angenommenen Abwanderungsrate (Churn Rate) der identifizierten Kundenstämme) sowie die Vollständigkeit und sachgerechte Bewertung der im Rahmen der Kaufpreisallokation identifizierten Vermögenswerte und Schulden beurteilt. Die verwendeten Bewertungsverfahren haben wir auf Übereinstimmung mit den Bewertungsgrundsätzen des IFRS 3 in Verbindung mit den einschlägigen Regelungen des IFRS 13 untersucht. Abschließend haben wir beurteilt, ob die Angaben im Konzernanhang zum 31. Dezember 2022 im Zusammenhang mit dem Unternehmenszusammenschluss vollständig und sachgerecht sind. Das der Identifikation und Bewertung des übernommenen Nettoreinvermögens zugrunde liegende Vorgehen ist sachgerecht und steht im Einklang mit den anzuwendenden bilanziellen Vorschriften. Die wesentlichen vom Vorstand getroffenen Annahmen und die verwendeten Inputparameter sind vertretbar. Die gemäß IFRS 3 Absatz 45 vorläufige Darstellung des Unternehmenszusammenschlusses im Konzernanhang zum 31. Dezember 2022 entspricht den Vorgaben des IFRS 3. Der Umstand, dass die Kaufpreisallokation noch nicht final abgeschlossen ist, wurde durch den Vorstand offengelegt, die vorläufigen Ergebnisse der Kaufpreisallokationen berücksichtigen alle wesentlichen Informationen über relevante Fakten und Umstände zum Erwerbszeitpunkt. Wesentliche rückwirkende Anpassungen der Kaufpreisallokationen werden nach aktuellem Stand nicht erwartet. Verweis auf weitergehende InformationenWeitergehende Informationen zu diesem besonders wichtigen Prüfungssachverhalt finden sich im Konzernanhang zum 31. Dezember 2022 unter Anhangangabe 5 - "Änderungen des Konsolidierungskreises und weitere wesentliche Ereignisse" in Punkt 5.1 - "Änderungen des Konsolidierungskreises in 2022", unter Anhangangabe 7 - "Angaben zu Finanzinstrumenten" in Punkt 7.4 - "Kapitalmanagement" sowie unter Anhangangabe 31 - "Erläuterungen zur Konzerngeldflussrechnung". 2. Werthaltigkeit des Geschäfts(Firmen)wertes der operativen Segmente MM Board & Paper bzw. MM Packaging sowie Werthaltigkeit der Buchwerte der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten bzw. Gruppe von VermögenswertenSachverhaltIm Konzernabschluss der Mayr-Melnhof Karton Aktiengesellschaft, Wien, werden unter dem Bilanzposten "immaterielle Vermögenswerte inklusive Geschäfts(Firmen)werten" Geschäfts- oder Firmenwerte in Höhe von Tsd. EUR 748.821 ausgewiesen, die damit rund 15,5 % der Bilanzsumme des Konzerns repräsentieren. Dieser Posten betrifft mit Tsd. EUR 433.557 den Geschäfts- oder Firmenwert MM Board & Paper, welcher insbesondere aus dem Erwerb der Produktionsstandorte Kotkamills (Finnland) und Kwidzyn (Polen) im Geschäftsjahr 2021 resultiert bzw. mit Tsd. EUR 315.264 den Geschäfts- oder Firmenwert MM Packaging, welcher insbesondere aus dem im heurigen Geschäftsjahr erfolgten Erwerb von Essentra Packaging resultiert. Die Geschäfts- oder Firmenwerte werden einmal jährlich zum Bilanzstichtag oder anlassbezogen vom Management einem verpflichtenden Werthaltigkeitstest unterzogen, um einen möglichen Abschreibungsbedarf zu ermitteln. Darüber hinaus werden im Konzernabschluss zum 31. Dezember 2022 sonstige immaterielle Vermögenswerte in Höhe von Tsd. EUR 268.296 und Sachanlagen in Höhe von Tsd. EUR 1.813.214 ausgewiesen. Das Management beurteilt bei Vorliegen von Anhaltspunkten gemäß IAS 36, ob die Buchwerte einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit wertgemindert sein könnten. Der Werthaltigkeitstest für den Geschäfts(Firmen)wert erfolgt auf Ebene des operativen Segments MM Board & Paper bzw. MM Packaging, welchem der Geschäfts- oder Firmenwert zugeordnet ist. Im Rahmen des Werthaltigkeitstests wird ein Wertminderungsaufwand des Geschäfts(Firmen)wertes erfasst, wenn der Buchwert des operativen Segments als zahlungsmittelgenerierende Einheit den entsprechenden erzielbaren Betrag übersteigt. Zudem wird ein Wertminderungsaufwand erfasst, soweit der Buchwert eines Vermögenswertes, einer Gruppe von Vermögenswerten bzw. einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit den erzielbaren Betrag übersteigt. Der erzielbare Betrag eines Vermögenswertes, einer Gruppe von Vermögenswerten bzw. einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit ist der höhere der beiden Beträge aus Nutzungswert und beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten. Bei der Beurteilung, ob Anhaltspunkte für eine Wertminderung vorliegen, sind externe und interne Informationsquellen zu berücksichtigen. Hierbei werden auch Erwartungen in Bezug auf die zukünftige Marktentwicklung und Annahmen über die Entwicklung makroökonomischer Einflussfaktoren sowie die erwarteten Entwicklungen der Rohstoffpreise (insbesondere Holz, Altpapier) wie auch die steigenden Energiekosten auf die Geschäftstätigkeit des Segments berücksichtigt. Der Konzern ermittelt den Nutzungswert mittels eines Discounted-Cash-Flow-Verfahrens (DCF-Methode). Neben Prognosen der zukünftigen Zahlungsströme ("Free Cash Flows") vor Steuern ist insbesondere auch der Kapitalisierungszinssatz (WACC) als stark ermessensbehaftet einzustufen. Die Diskontierung erfolgt mittels der gewichteten durchschnittlichen Kapitalkosten der operativen Segmente bzw. der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten des operativen Segments. Da sich bereits geringfügige Änderungen im Kapitalisierungszinssatz bzw. der zukünftigen Cash Flows wesentlich auf den erzielbaren Betrag auswirken können, bestehen im Hinblick auf die Ermittlung des Nutzungswerts und somit die Werthaltigkeit der Geschäfts(Firmen)werte der Gruppe von Vermögenswerten bzw. des Buchwerts der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten erhebliche Schätzungsunsicherheiten. Sollte bei Vorliegen von Anhaltspunkten eines möglichen Wertminderungsbedarfs der Nutzungswert unterhalb der Buchwerte eines Vermögenswertes, einer Gruppe von Vermögenswerten bzw. einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit liegen, ermittelt das Management unter Beiziehung von externen unabhängigen Gutachtern den beizulegenden Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten des Vermögenswertes, der Gruppe von Vermögenswerten und der zahlungsmittelgenerierenden Einheit, wobei ein rechnerischer Wertminderungsbedarf auf Ebene der zahlungsmittelgenerierenden Einheit auf die dieser zugehörigen Vermögenswerte bis maximal auf ihren jeweiligen Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten allokiert wird. Im Geschäftsjahr 2022 kam es zu keiner Erfassung von Wertminderungen von Geschäfts(Firmen)werten sowie Buchwerten von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten. Die Bewertung des erzielbaren Betrags ist komplex und bedarf entsprechender Expertise und ist in wesentlichem Ausmaß von bedeutsamen Annahmen und ermessensbehafteten Entscheidungen des Managements abhängig. Es besteht das Risiko für den Konzernabschluss, dass die dem Wertminderungstest zugrunde liegenden Bewertungsannahmen bei einer nicht angemessenen Ermittlung der erzielbaren Beträge der Vermögenswerte, der Gruppe von Vermögenswerten bzw. der zahlungsmittelgenerierenden Einheit zu einer nicht identifizierten und bilanziell nicht erfassten Wertminderung führen können. Prüferisches Vorgehen und ErkenntnisseWir haben die vom Vorstand beobachteten Anhaltspunkte möglicher Wertminderungserfordernisse überprüft und die Buchwerte der hierbei identifizierten risikobehafteten zahlungsmittelgenerierenden Einheiten hinsichtlich eines Wertminderungsbedarfs untersucht. Im Rahmen unserer Prüfung haben wir unter teilweiser Einbeziehung unserer Bewertungsspezialisten unter anderem das methodische Vorgehen zur Identifikation von Anhaltspunkten für einen Wertberichtigungsbedarf sowie zur Durchführung des Werthaltigkeitstests nachvollzogen. Zudem haben wir uns von der Angemessenheit der wesentlichen Annahmen und Inputparameter zu der geplanten Entwicklung der zukünftigen Zahlungsströme vor Steuern sowie von der Bewertung der Nutzungswerte und, wo relevant, der beizulegenden Zeitwerte abzüglich Veräußerungskosten überzeugt und beurteilt, ob alle relevanten internen und externen Informationsquellen durch das Management berücksichtigt worden sind. Die künftigen erwarteten Zahlungsströme wurden aus dem vom Management verabschiedeten und vom Aufsichtsrat genehmigten Budget 2023 der Segmente MM Board & Paper bzw. MM Packaging abgeleitet. Zudem haben wir die Angemessenheit der Berechnung insbesondere durch Abstimmung mit allgemeinen und branchenspezifischen Markterwartungen beurteilt. In diesem Zusammenhang haben wir auch die Einschätzung des Vorstandes hinsichtlich der Entwicklung der gestiegenen Rohstoff- und Energiepreise auf die Geschäftstätigkeit gewürdigt und deren Berücksichtigung bei der Ermittlung der künftigen Zahlungsströme nachvollzogen. Mit der Kenntnis, dass bereits geringe Veränderungen des verwendeten Diskontierungszinssatzes wesentliche Auswirkungen auf die Höhe des auf diese Weise ermittelten Nutzungswerts haben können, haben wir diese und deren Ableitung sowohl hinsichtlich der einzelnen Annahmen und Parameter auf Basis verfügbarer Marktdaten als auch vor dem Hintergrund einer kritischen Gesamtbeurteilung im Vergleich zu Vergleichsunternehmen der Verpackungsindustrie gewürdigt. Die bei der Ermittlung der Nutzungswerte verwendeten Bewertungsmodelle haben wir auf rechnerische Richtigkeit und auf Übereinstimmung mit den Bewertungsgrundsätzen der einschlägigen Regelungen der IFRS geprüft. Um den bestehenden Prognoseunsicherheiten Rechnung zu tragen, haben wir die vom Management erstellten Sensitivitätsanalysen nachvollzogen. Dabei haben wir festgestellt, dass die Geschäfts(Firmen)werte der operativen Segmente MM Board & Paper bzw. MM Packaging sowie die Buchwerte der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten unter Berücksichtigung der verfügbaren Informationen ausreichend durch die diskontierten künftigen Zahlungsströme gedeckt sind. Schließlich haben wir beurteilt, ob die Anhangangaben zur Werthaltigkeit der Geschäfts(Firmen)werte bzw. zur Werthaltigkeit der Buchwerte der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten vollständig und sachgerecht sind. Die vom Management identifizierten, auf Wertminderungen zu testenden Buchwerte der Geschäfts(Firmen)werte sowie diek Buchwerte der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten sind vollständig und sachgerecht. Die hierbei getroffenen wesentlichen Annahmen und Ermessensentscheidungen sind nachvollziehbar und liegen innerhalb vertretbarer Bandbreiten. Die Angaben im Konzernanhang zum 31. Dezember 2022 in Bezug auf die Werthaltigkeit der Geschäft(Firmen)werte sowie der Buchwerte der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten sind vollständig und ordnungsgemäß. Verweis auf weitergehende InformationenWeitergehende Informationen zu diesem besonders wichtigen Prüfungssachverhalt finden sich im Konzernanhang zum 31. Dezember 2022 unter Anhangangabe 6 - "Entwicklung des Anlagevermögens" in Punkt 6.1 - "Sachanlagen inklusive Leasingverhältnissen", Punkt 6.2 - "Immaterielle Vermögenswerte inklusive Geschäfts(Firmen)werten" und in Punkt 6.3 -"Werthaltigkeit von langfristigen Vermögenswerten". Sonstige InformationenDie gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen beinhalten alle Informationen im Geschäftsbericht, ausgenommen den Konzernabschluss, den Konzernlagebericht und den Bestätigungsvermerk. Unser Prüfungsurteil zum Konzernabschluss deckt diese sonstigen Informationen nicht ab, und wir geben keine Art der Zusicherung darauf ab. Im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Konzernabschlusses haben wir die Verantwortlichkeit, diese sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen wesentliche Unstimmigkeiten zum Konzernabschluss oder zu unseren bei der Abschlussprüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder anderweitig falsch dargestellt erscheinen. Falls wir auf der Grundlage der von uns zu den vor dem Datum dieses Bestätigungsvermerks erlangten sonstigen Informationen durchgeführten Arbeiten den Schluss ziehen, dass eine wesentliche falsche Darstellung dieser sonstigen Informationen vorliegt, sind wir verpflichtet, über diese Tatsache zu berichten. Wir haben in diesem Zusammenhang nichts zu berichten. Verantwortlichkeiten der gesetzlichen Vertreter und des Prüfungsausschusses für den KonzernabschlussDie gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses und dafür, dass dieser in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards, wie sie in der EU anzuwenden sind (IFRS), und den zusätzlichen Anforderungen des § 245a UGB ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig erachten, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist. Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen, Sachverhalte im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit - sofern einschlägig - anzugeben, sowie dafür, den Rechnungslegungsgrundsatz der Fortführung der Unternehmenstätigkeit anzuwenden, es sei denn, die gesetzlichen Vertreter beabsichtigen, entweder den Konzern zu liquidieren oder die Unternehmenstätigkeit einzustellen, oder haben keine realistische Alternative dazu. Der Prüfungsausschuss ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns. Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers für die Prüfung des KonzernabschlussesUnsere Ziele sind, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unser Prüfungsurteil beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit der EU-VO und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprüfung, die die Anwendung der ISA erfordern, durchgeführte Abschlussprüfung eine wesentliche falsche Darstellung, falls eine solche vorliegt, stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn von ihnen einzeln oder insgesamt vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Nutzern beeinflussen. Als Teil einer Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der EU-VO und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprüfung, die die Anwendung der ISA erfordern, üben wir während der gesamten Abschlussprüfung pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus gilt:Wir identifizieren und beurteilen die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern im Konzernabschluss, planen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken, führen sie durch und erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als ein aus Irrtümern resultierendes, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen oder das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können. Wir gewinnen ein Verständnis von dem für die Abschlussprüfung relevanten internen Kontrollsystem, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit des internen Kontrollsystems des Konzerns abzugeben. Wir beurteilen die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte in der Rechnungslegung und damit zusammenhängende Angaben. Wir ziehen Schlussfolgerungen über die Angemessenheit der Anwendung des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit durch die gesetzlichen Vertreter sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die erhebliche Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir die Schlussfolgerung ziehen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, in unserem Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerkes erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch die Abkehr des Konzerns von der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zur Folge haben. Wir beurteilen die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Konzernabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse in einer Weise wiedergibt, dass ein möglichst getreues Bild erreicht wird. Wir erlangen ausreichende und geeignete Prüfungsnachweise zu den Finanzinformationen der Einheiten oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns, um ein Prüfungsurteil zum Konzernabschluss abzugeben. Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Überwachung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die Alleinverantwortung für unser Prüfungsurteil. Wir tauschen uns mit dem Prüfungsausschuss unter anderem über den geplanten Umfang und die geplante zeitliche Einteilung der Abschlussprüfung sowie über bedeutsame Prüfungsfeststellungen einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Abschlussprüfung erkennen, aus. Wir geben dem Prüfungsausschuss auch eine Erklärung ab, dass wir die relevanten beruflichen Verhaltensanforderungen zur Unabhängigkeit eingehalten haben, und tauschen uns mit ihm über alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte aus, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit und - sofern einschlägig -damit zusammenhängende Schutzmaßnahmen auswirken. Wir bestimmen von den Sachverhalten, über die wir uns mit dem Prüfungsausschuss ausgetauscht haben, diejenigen Sachverhalte, die am bedeutsamsten für die Prüfung des Konzernabschlusses des Geschäftsjahres waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte in unserem Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhaltes aus oder wir bestimmen in äußerst seltenen Fällen, dass ein Sachverhalt nicht in unserem Bestätigungsvermerk mitgeteilt werden sollte, weil vernünftigerweise erwartet wird, dass die negativen Folgen einer solchen Mitteilung deren Vorteile für das öffentliche Interesse übersteigen würden. Sonstige gesetzliche und andere rechtliche AnforderungenBericht zum KonzernlageberichtDer Konzernlagebericht ist aufgrund der österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften darauf zu prüfen, ob er mit dem Konzernabschluss in Einklang steht und ob er nach den geltenden rechtlichen Anforderungen aufgestellt wurde. Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichtes in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften. Wir haben unsere Prüfung in Übereinstimmung mit den Berufsgrundsätzen zur Prüfung des Konzernlageberichtes durchgeführt. UrteilNach unserer Beurteilung ist der Konzernlagebericht nach den geltenden rechtlichen Anforderungen aufgestellt, enthält zutreffende Angaben nach § 243 a UGB und steht in Einklang mit dem Konzernabschluss. ErklärungAngesichts der bei der Prüfung des Konzernabschlusses gewonnenen Erkenntnisse und des gewonnenen Verständnisses über den Konzern und sein Umfeld wurden wesentliche fehlerhafte Angaben im Konzernlagebericht nicht festgestellt. Zusätzliche Angaben nach Artikel 10 der EU-VOWir wurden von der Ordentlichen Hauptversammlung am 27. April 2022 als Abschlussprüfer gewählt und im Anschluss vom Aufsichtsrat beauftragt. Wir sind seit dem Geschäftsjahr 2019 Abschlussprüfer der Gesellschaft. Wir erklären, dass das Prüfungsurteil im Abschnitt "Bericht zum Konzernabschluss" mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Artikel 11 der EU-VO in Einklang steht. Wir erklären, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen (Artikel 5 Abs. 1 der EU-VO) erbracht haben und dass wir bei der Durchführung der Abschlussprüfung unsere Unabhängigkeit von der geprüften Gesellschaft gewahrt haben. Auftragsverantwortlicher WirtschaftsprüferDer für die Abschlussprüfung auftragsverantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Herr Frédéric Vilain.
Wien, am 13. März 2023 PwC Wirtschaftsprüfung GmbH Frédéric Vilain e. h., Wirtschaftsprüfer Die Veröffentlichung oder Weitergabe des Konzernabschlusses mit unserem Bestätigungsvermerk darf nur in der von uns bestätigten Fassung erfolgen. Dieser Bestätigungsvermerk bezieht sich ausschließlich auf den deutschsprachigen und vollständigen Konzernabschluss samt Konzernlagebericht. Für abweichende Fassungen sind die Vorschriften des § 281 Abs. 2 UGB zu beachten. |
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MM Graphia Trier GmbH GmbH
Strukturierte Daten
Geparste, typisierte und über die API direkt abfragbare Felder.
Stammdaten
- Rechtsform
- GmbH
- Anschrift
-
Diedenhofener Straße 20
54294 Trier - Handelsregister
- HRB 4543, Wittlich
- Eintragungsdatum
- 15. Oktober 2001
- Branche
-
Herstellung von Verpackungsmitteln aus Kunststoffen
Herstellung von Verpackungsmitteln aus Holz und von Böttcherwaren
Herstellung von Verpackungen und Verschlüssen aus Eisen, Stahl und NE-Metall - Unternehmenszweck
- Herstellung und der Vertrieb von Verpackungen und Verpackungsprodukten sowie alle im Zusammenhang stehenden Geschäfte.
Finanzen
Bilanz
2023- Langfristige Vermögenswerte 62,2 % 3,16 Mio
- Sachanlagen 40,5 % 2,06 Mio
- Kurzfristige Vermögenswerte 37,8 % 1,92 Mio
- Immaterielle Vermögensgegenstände 20,6 % 1,05 Mio
- Kassenbestand, Bundesbankguthaben, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks 14,9 % 757,5 k
- Vorräte 11,5 % 582,6 k
- Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 7,6 % 384,5 k
- Rechnungsabgrenzungen, sonstige Forderungen und Vermögenswerte 3,5 % 176,9 k
- Aktive latente Steuern 0,9 % 44,5 k
- Sonstige Vermögensgegenstände 0,3 % 16,3 k
- Finanzanlagen 0,2 % 10,8 k
- Verbindlichkeiten 60,4 % 3,06 Mio
- Eigenkapital 39,6 % 2,01 Mio
- Den Aktionären der Gesellschaft zuzurechnende Eigenkapitalbestandteile 39,5 % 2,01 Mio
- Langfristige Verbindlichkeiten 38,8 % 1,97 Mio
- Gewinnrücklagen 38,7 % 1,97 Mio
- Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 34,8 % 1,77 Mio
- Kurzfristige Verbindlichkeiten 21,5 % 1,09 Mio
- Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 10,1 % 515,3 k
- Rechnungsabgrenzungen und sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten 5,2 % 263,6 k
- Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 4,9 % 250,5 k
- Sonstige Rücklagen 4,2 % −211,0 k
- Kapitalrücklage 3,4 % 172,7 k
- Steuerrückstellungen 2,4 % 119,8 k
- Passive latente Steuern 1,6 % 82,2 k
- Gezeichnetes Kapital 1,6 % 80,0 k
- Sonstige Rückstellungen 0,8 % 38,6 k
- Laufende Ertragsteuerverbindlichkeiten 0,5 % 25,6 k
- Nicht beherrschende (Minderheits-) Anteile 0,1 % 5,5 k
Bilanzdaten für 7 weitere Geschäftsjahre verfügbar.
Gewinn- und Verlustrechnung
2023- Umsatzerlöse 96,3 % 4,16 Mrd
- Sonstige betriebliche Erträge 1,9 % 80,87 Mio
- Erhöhung oder Verminderung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen 1,6 % −69,23 Mio
- Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 0,2 % 8,74 Mio
- Materialaufwand 49,5 % −2,23 Mrd
- Personalaufwand 18,7 % −840,10 Mio
- Sonstige betriebliche Aufwendungen 15,3 % −687,19 Mio
- Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) 9,3 % 419,01 Mio
- Abschreibungen, Wertminderungen und Zuschreibungen 4,9 % −221,38 Mio
- Zinsen und ähnliche Aufwendungen 1,3 % −58,28 Mio
- Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 1,1 % −47,63 Mio
- Betriebsergebnis 197,63 Mio
- Sonstiges Finanzergebnis - netto −11,40 Mio
- Ergebnis vor Steuern 136,69 Mio
- Jahresüberschuss/Jahresfehlbetrag 89,06 Mio
- Gewinn je Aktie für den auf die Aktionäre der Gesellschaft entfallenden Anteil am Jahresüberschuss 20,00 Mio
GuV-Daten für 7 weitere Geschäftsjahre verfügbar.
Vertretungsberechtigte
-
Jochen Molt
seit 2021 Geschäftsführer
-
Katharina Knäuper
seit 2025 Geschäftsführer
-
Daniel Aigner
seit 2014 Prokura
-
Nico Nesselhauf
seit 2022 Prokura
-
Thomas Braun
seit 2010 Prokura
Eigentum & Beteiligungen
Gesellschafter
- MM Graphia Beteiligungs & Verwaltungs GmbH DEU 100,0 % 3,5M €
Wirtschaftlich Berechtigte (UBOs)
Keine wirtschaftlich Berechtigten eindeutig zugeordnet — 2 mögliche Personen aus dem Transparenzregister.
Historie
- 2025
-
30.07.
AdressänderungMM Graphia Trier GmbH
-
23.06.
AdressänderungMM Graphia Trier GmbH
-
23.06.
Austritt einer PositionMaik Haegemann · Geschäftsführer
-
23.06.
Eintritt eines MitgliedsKatharina Knäuper · Geschäftsführer
- 2024
-
02.05.
Austritt einer PositionF**** P*** · Geschäftsführer
- 2022
-
18.10.
Eintritt eines MitgliedsNico Nesselhauf · Gesamtprokura
- 2021
-
09.11.
Austritt einer PositionR****** K****** · Geschäftsführer
-
09.11.
Eintritt eines MitgliedsJochen Molt · Geschäftsführer
Rohdaten & Dokumente
Originaldokumente, Markdown-Volltexte und PDFs – Volltext-Zugriff über die API.
Jahresabschlüsse (Volltext)
Veröffentlichte Berichte als Markdown – inklusive Lagebericht, Bilanz, GuV und Anhang.
- 2023 Konzernabschluss
- 2022 Konzernabschluss ↓
- 2021 Konzernabschluss
- 2021 Konzernabschluss
- 2020 Konzernabschluss
Konzernabschluss 2022
Registerdokumente
PDF-Dokumente direkt vom Amtsgericht – auf Anfrage über den :code Endpunkt abrufbar.
- Aktueller Auszug (AD)
- Chronologischer Auszug (CD)
- Strukturierte Inhalte (SI, XML)
- Gesellschafterliste
- Satzung / Gesellschaftsvertrag
Website-Inhalt
Strukturierter Markdown-Volltext der Unternehmenswebsite – ideal für Anreicherung und AI-Pipelines.
- Website-Snapshot (per AI ermittelt) AI
Strukturierte Daten und Volltexte – pro Unternehmen
Vom Jahresabschluss als HTML bis zur UBO-Liste: jedes Feld einzeln über den features Parameter aktivierbar. Eine API, alle Daten.
- Geschäftszahlen Umsatz, Mitarbeiterzahl, Bilanzsumme, Jahresergebnis pro Geschäftsjahr.
- Vertretungsberechtigte Aktuelle und ehemalige Geschäftsführer, Vorstände, Prokuristen mit Rollen und Datumsangaben.
- Bekanntmachungen Amtliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister inkl. Datum und Volltext.
- Gesellschafter Aktuelle Gesellschafterstruktur mit Beteiligungsquoten und Einlagebeträgen.
- Wirtschaftlich Berechtigte (UBOs) Wirtschaftlich Berechtigte gemäß Transparenzregister.
- Beteiligungen Beteiligungen dieses Unternehmens an anderen Gesellschaften.
- Bilanz Vollständige Bilanzpositionen aus den veröffentlichten Jahresabschlüssen.
- Gewinn- und Verlustrechnung GuV-Positionen pro Geschäftsjahr.
- Jahresabschlüsse (HTML) Veröffentlichte Jahresabschlüsse als gerendertes HTML.
- Insolvenzbekanntmachungen Bekanntmachungen aus den amtlichen Insolvenzregistern.
- News Aktuelle Erwähnungen des Unternehmens aus externen Quellen.
In jeden Stack einbaubar
Egal ob klassische API, AI-Agent oder No-Code-Tool – diese Daten lassen sich überall andocken.
Diese Daten in Ihrer App
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Tastenkürzel
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