Textilkontor Walter Seidensticker GmbH & Co. KGBielefeldKonzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.05.2021 bis zum 30.04.2022Bestätigungsvermerk des unabhängigen AbschlussprüfersPrüfungsurteile Wir haben den Konzernabschluss der Textilkontor Walter Seidensticker GmbH & Co. KG, Bielefeld, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 30. April 2022, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, dem Konzerneigenkapitalspiegel und der Konzernkapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Mai 2021 bis zum 30. April 2022 sowie dem Konzernanhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der Textilkontor Walter Seidensticker GmbH & Co. KG, Bielefeld, für das Geschäftsjahr vom 1. Mai 2021 bis zum 30. April 2022 geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat. Grundlage für die Prüfungsurteile Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen. Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist. Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
Herford, den 26. September 2022 PKF
Treuhand GmbH
Lutzke, Wirtschaftsprüfer Horstmeier, Wirtschaftsprüfer AKTIVA
PASSIVA
Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Mai 2021 bis 30. April 2022
Konzernanhang für das Geschäftsjahr 2021/2022I. Allgemeine Angaben 1. Angaben zum Mutterunternehmen
Der Konzernabschluss der Textilkontor Walter Seidensticker GmbH & Co. KG ist nach den deutschen handelsrechtlichen Rechnungslegungsvorschriften für große Kapitalgesellschaften sowie bestimmte Personenhandelsgesellschaften nach den Vorschriften des § 264a HGB i. V. m. §§ 290 ff. HGB aufgestellt worden. Die Aufstellung der Kapitalflussrechnung erfolgte unter Berücksichtigung der Regelungen des DRS 21 (Kapitalflussrechnung). Die Aufstellung des Konzern-Eigenkapitalspiegels erfolgte unter Berücksichtigung der Regelungen des DRS 22 (Konzerneigenkapital). Die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren gemäß § 275 Abs. 2 HGB aufgegliedert. In Abweichung zum gesetzlichen Gliederungsschema werden in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung die sonstigen Steuern nicht in einem separaten Posten, sondern unter den sonstigen betrieblichen Aufwendungen ausgewiesen. 2. Konsolidierungskreis
Bei den vorstehend genannten einbezogenen Tochterunternehmen hat die Textilkontor Walter Seidensticker GmbH & Co. KG die Mehrheit der Stimmrechte. Die Gesellschaften werden jeweils im Wege der Vollkonsolidierung in den Konzernabschluss einbezogen. Mit Wirkung zum 1. Mai 2021 wurden die bisher als Minderheitenanteile ausgewiesenen Anteile an der Seidensticker France S.A.S. (24,8 %) erworben und auf diesen Stichtag erstkonsolidiert. Aus der Kapitalkonsolidierung dieser Anteile ergibt sich ein aktiver Unterschiedsbetrag in Höhe von T€ 17, der aus anteiligen Verlusten vor Erstkonsolidierung dieser Anteile resultiert und daher als Unterschiedsbetrag aus der Kapitalkonsolidierung als Teil der Rücklagen des Konzerns ausgewiesen wird. Die SeiTex Co. Ltd., Hongkong, und die SeiClini Ltd., Hongkong, werden als assoziierte Unternehmen nach der sogenannten "Equity-Methode" in den Konzernabschluss einbezogen (§§ 311, 312 HGB). Der von der Textilkontor Walter Seidensticker GmbH & Co. KG bzw. den in den Konzernabschluss einbezogenen Tochterunternehmen am Kapital dieser Gesellschaften gehaltene Anteil beträgt jeweils 50 %. Wegen untergeordneter Bedeutung für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns wird die Seidensticker Verwaltungs GmbH, Bielefeld, gemäß § 296 Abs. 2 und § 311 Abs. 2 HGB wie in den Vorjahren nicht konsolidiert und nicht im Wege der Equity-Bewertung in den Konzernabschluss einbezogen. Der von der Textilkontor Walter Seidensticker GmbH & Co. KG am Kapital dieser Gesellschaft gehaltene Anteil beträgt 100 %. 3. Konsolidierungsgrundsätze Die Kapitalkonsolidierung der vollkonsolidierten Unternehmen wird in Anwendung des Artikels 66 Abs. 3 Satz 4 EGHGB nach der Buchwertmethode (im Sinne des § 301 Abs. 1 Nr. 1 HGB a. F.) durchgeführt. Hierbei werden die dem Mutterunternehmen gehörenden Anteile an den in den Konzernabschluss einbezogenen Tochterunternehmen mit den auf diese Anteile entfallenden Beträgen des Eigenkapitals der Tochterunternehmen verrechnet. Der Zeitpunkt der Erstkonsolidierung ergibt sich aus der vorstehenden Tabelle. Der 1. Mai 1990 ist hierbei der Zeitpunkt der erstmaligen Aufstellung des Konzernabschlusses; hiervon abweichende Erstkonsolidierungszeitpunkte beziehen sich auf den Erwerbszeitpunkt der jeweiligen Anteile. Soweit der Unterschiedsbetrag im Rahmen der Erstkonsolidierung auf einen nicht der Abschreibung unterzogenen Geschäfts- oder Firmenwert entfiel, wurde dieser mit den Gewinnrücklagen verrechnet. Passive Unterschiedsbeträge aus der Kapitalkonsolidierung resultieren aus Rücklagen bzw. Gewinnvorträgen, die von den betreffenden Tochtergesellschaften in der Zeit vor der Erstkonsolidierung erwirtschaftet wurden. Diese werden unter den Rücklagen als Unterschiedsbetrag aus der Kapitalkonsolidierung ausgewiesen. Nicht (direkt oder indirekt) dem Mutterunternehmen gehörende Anteile am Eigenkapital von in den Konzernabschluss einbezogenen Tochterunternehmen wurden im Vorjahr unter dem Posten Nicht beherrschende Anteile innerhalb des Konzerneigenkapitals gesondert ausgewiesen. Unternehmen, auf die ein in den Konzernabschluss einbezogenes Unternehmen einen maßgeblichen Einfluss auf die Geschäfts- und Finanzpolitik ausübt, werden als asso-ziierte Unternehmen gemäß §§ 311, 312 HGB nach der Equity-Methode bilanziert und in der Konzernbilanz als Beteiligungen an assoziierten Unternehmen ausgewiesen. Die Bewertung der Beteiligungen an assoziierten Unternehmen erfolgt nach der Buchwertmethode gemäß § 312 HGB. Das auf assoziierte Beteiligungen entfallende Ergebnis wird in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung im Posten Gewinne/Verluste aus Beteiligungen an assoziierten Unternehmen und in der Entwicklung des Konzern-Anlagevermögens als Zuschreibung bzw. Abschreibung ausgewiesen. Forderungen und Verbindlichkeiten zwischen den in den Konzernabschluss einbezogenen konsolidierten Unternehmen wurden gegeneinander aufgerechnet. Umsatzerlöse, sonstige Erträge und Zinsen zwischen den einbezogenen Unternehmen wurden mit den entsprechenden Aufwendungen verrechnet. Ferner wurden Beteiligungserträge von einbezogenen Tochterunternehmen eliminiert. Die aus konzerninternen Lieferungen und Leistungen eliminierten Zwischengewinne sowie die sonstigen erfolgswirksamen Konsolidierungsdifferenzen werden in die entsprechenden Aufwands- und Ertragsposten der Konzern-Gewinn- und Verlust-rechnung eingestellt. Das Geschäftsjahr aller konsolidierten Tochterunternehmen entspricht dem Geschäftsjahr der Textilkontor Walter Seidensticker GmbH & Co. KG als Mutterunternehmen. 4. Währungsumrechnung Die funktionale Währung des Mutterunternehmens ist der Euro. In den Einzelabschlüssen werden Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten zum Anschaffungskurs (Mittelkurs) oder zum geringeren bzw. höheren Mittelkurs am Bilanzstichtag bewertet. Soweit Fremdwährungspositionen kursgesichert sind, erfolgt die Bewertung zum entsprechenden Sicherungskurs. Aufwendungen und Erträge in fremder Währung werden zum Tageskurs umgerechnet. Die in Landeswährung erstellten Bilanzen sowie Gewinn- und Verlustrechnungen der ausländischen Gesellschaften sind wie folgt umgerechnet worden: Die Bilanzen der ausländischen - nicht dem Euro-Raum angehörenden - Unternehmen werden einheitlich zu den am 30. April 2022 gültigen Stichtagskursen umgerechnet. Die Vorträge des Anlagevermögens zum 1. Mai 2021 sind mit den Stichtagskursen zum Vorjahres-Bilanzstichtag umgerechnet. Die sich hieraus ergebenden Unterschiede zum Stichtagskurs am 30. April 2022 sind im Anlagenspiegel gesondert ausgewiesen. Kursdifferenzen aus der Kapitalfolgekonsolidierung, die aus unterschiedlichen Umrechnungskursen zum Tag der Kapitalerstkonsolidierung und zum Bilanzstichtag resultieren, werden im Posten Eigenkapitaldifferenz aus Währungsumrechnung innerhalb des Konzerneigenkapitals gesondert ausgewiesen. Alle Aufwendungen und Erträge in den Gewinn- und Verlustrechnungen werden zu Jahresdurchschnittskursen umgerechnet. Das Jahresergebnis ergibt sich aus dem Saldo der umgerechneten Gewinn- und Verlustposten. Die Differenz zur Umrechnung mit dem Stichtagskurs wird erfolgsneutral in den Posten Eigenkapitaldifferenz aus Währungsumrechnung eingestellt. In diesem Posten werden auch Differenzen der Schuldenkonsolidierung ausgewiesen, die ausschließlich auf Währungskursdifferenzen beruhen. Die Posten in der Überleitung zum Konzern-Bilanzergebnis werden ebenfalls zum Stichtagskurs am 30. April 2022 umgerechnet. 5. Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze Die in den Konzernabschluss einbezogenen Jahresabschlüsse sind grundsätzlich nach den auf den Jahresabschluss der Textilkontor Walter Seidensticker GmbH & Co. KG angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden aufgestellt worden. Die ausländischen Jahresabschlüsse wurden in Bezug auf die Gliederung, den Ansatz und die Bewertung den Vorschriften des Handelsgesetzbuches angepasst. Steuerliche Bewertungswahlrechte wurden nicht in den Konzernabschluss übernommen. Die Abschlüsse der einbezogenen wesentlichen Unternehmen sind von Abschlussprüfern nach berufsüblichen Grundsätzen geprüft worden. Die Bewertung der immateriellen Vermögensgegenstände erfolgt zu Anschaffungskosten abzüglich planmäßiger linearer Abschreibungen. Sachanlagen werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten - bei abnutzbaren Gegenständen abzüglich planmäßiger Abschreibungen - bewertet. Die Abschreibungen werden grundsätzlich linear vorgenommen. Für vor dem 1. Januar 2011 von inländischen Gesellschaften angeschaffte abnutzbare bewegliche Vermögensgegenstände wird die Abschreibung nach der degressiven Methode vorgenommen, soweit dies auch steuerlich zulässig ist. Auf die lineare Abschreibungsmethode wird bei diesen Vermögensgegenständen übergegangen, sobald dies zu höheren jährlichen Abschreibungen führt. Geringwertige Wirtschaftsgüter (Vermögensgegenstände mit Anschaffungskosten von bis zu € 250,00) werden als Aufwand gebucht. Für bewegliche Vermögensgegenstände des abnutzbaren Anlagevermögens mit Anschaffungskosten von mehr als € 250,00 bis zu € 1.000,00 werden jahresbezogene Sammelposten angesetzt, die im Jahr der Bildung und den folgenden vier Geschäftsjahren mit jeweils einem Fünftel abgeschrieben werden. Als Nutzungsdauern werden in der Regel für immaterielle Vermögensgegenstände drei bis zehn Jahre, für Gebäude dreißig Jahre, für Einbauten in fremde Grundstücke vier bis acht Jahre, für Betriebs- und Geschäftsausstattung zwischen drei und zehn Jahre angesetzt. Die Finanzanlagen sind zu Anschaffungskosten oder, falls ihnen ein niedrigerer Wert zum Bilanzstichtag beizumessen ist, mit diesem angesetzt. Hinsichtlich der Bewertung der Beteiligungen an assoziierten Unternehmen verweisen wir ergänzend auf die Ausführungen zu den Konsolidierungsgrundsätzen. Bei den Vorräten werden die Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sowie Waren zu Anschaffungskosten bzw. zu niedrigeren Marktpreisen bewertet. Die Bewertung der fertigen Erzeugnisse erfolgt zu Herstellungskosten, die sowohl aktivierungspflichtige Einzelkosten als auch angemessene Teile der Material- und Fertigungsgemeinkosten beinhalten. Vorräte aus Lieferungen von konsolidierten Unternehmen sind zu Konzernanschaffungs- bzw. -herstellungskosten bewertet. Fertigerzeugnisse und Waren werden verlustfrei bewertet. Dabei werden vom voraussichtlich erzielbaren Verkaufspreis Abschläge für noch anfallende Kosten vorgenommen. Das Niederstwertprinzip wird beachtet. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände werden zum Nennwert angesetzt. Allen erkennbaren Risiken wird durch Einzel- und Pauschalwertberichtigungen Rechnung getragen. Unverzinsliche oder niedrig verzinsliche Forderungen werden grundsätzlich mit ihrem Barwert angesetzt. Der aktive Rechnungsabgrenzungsposten beinhaltet Ausgaben vor dem Abschlussstichtag, soweit sie Aufwand für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen. Für temporäre Differenzen zwischen den steuerlichen und den handelsbilanziellen Wertansätzen (in der Handelsbilanz II) von Vermögensgegenständen und Schulden bzw. Rückstellungen werden künftige Steuerentlastungen (aktive latente Steuern) und künftige Steuerbelastungen (passive latente Steuern) berechnet. Die aktiven latenten Steuern berücksichtigen grundsätzlich auch künftige Steuerentlastungen, die sich aus der erwarteten künftigen Nutzung eventuell bestehender steuerlicher Verlustvorträge ergeben. Die Berechnung der latenten Steuern erfolgt auf der Basis der Steuersätze, die nach gegenwärtiger Rechtslage zum Realisationszeitpunkt gelten bzw. erwartet werden. Ergibt sich in der Gesamtbetrachtung der künftigen Steuerent- bzw. -belastungen ein Überhang aktiver latenter Steuern, so werden diese in Ausübung des Wahlrechts nach § 274 Abs. 1 Satz 2 HGB nicht bilanziert. Darüber hinaus werden latente Steuern nach § 306 HGB für künftige Steuerentlastungen und künftige Steuerbelastungen aufgrund temporärer Differenzen zwischen den steuerlichen und den handelsbilanziellen Wertansätzen der Vermögensgegenstände, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten aufgrund von Konsolidierungsmaßnahmen gebildet. Der Bewertung der latenten Steuern in Zusammenhang mit der Zwischenergebniseliminierung wird der maßgebliche Steuersatz desjenigen Unternehmens zugrunde gelegt, das die Lieferung oder Leistung empfangen hat. Die Rückstellungen für Pensionsverpflichtungen werden versicherungsmathe-matisch nach dem Teilwertverfahren unter Berücksichtigung eines durchschnittlichen Marktzinssatzes der vergangenen zehn Jahre für eine angenommene Restlaufzeit von fünfzehn Jahren berechnet. Zudem wurden die Sterbetafeln nach Heubeck ("Heubeck-Richttafeln 2018 G") aus dem Jahr 2018 verwendet. Der aus der Umstellung der Bewertung der Pensionsrückstellungen nach den Regelungen des BilMoG entstandene Unterschiedsbetrag zum 1. Mai 2010 wurde nach ratierlicher Zuführung in den Vorjahren im Geschäftsjahr 2019/2020 in voller Höhe des verbliebenen Unterschiedsbetrags ergebniswirksam erfasst. Sonstige Rückstellungen werden mit dem nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrag angesetzt und tragen allen erkennbaren Risiken angemessen Rechnung. Rückstellungen mit einer erwarteten Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden unter Berücksichtigung des Grundsatzes der Wesentlichkeit mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Jahre abgezinst. Aufwendungen und Erträge aus der Aufzinsung bzw. der Abzinsung von Rückstellungen werden unter den "Zinsen und ähnlichen Aufwendungen" bzw. den "sonstigen Zinsen und ähnlichen Erträgen" ausgewiesen. Altersteilzeitvereinbarungen werden nach dem Blockmodell abgeschlossen. Entspre-chende Rückstellungen für Altersteilzeit sind nach versicherungsmathematischen Grundsätzen nach den Vorgaben des Standards IDW RS HFA 3 (Bilanzierung von Altersteilzeitverpflichtungen) bewertet. Die Rückstellungen für Jubiläumsverpflichtungen werden versicherungsmathematisch unter Verwendung der Heubeck-Richttafeln 2018 G ermittelt. Vermögensgegenstände, die der Erfüllung von Altersversorgungsverpflichtungen oder vergleichbaren langfristig fälligen Verpflichtungen dienen und als Deckungsvermögen im Sinne von § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB anzusehen sind (z. B. insolvenzgesicherte Ansprüche aus Rückdeckungsversicherungen und Zeitkontenrückdeckungsverträgen) werden mit dem beizulegenden Zeitwert bewertet. Diese Ansprüche werden mit den korrespondierenden Erfüllungsbeträgen der Verpflichtungen verrechnet. Gleiches gilt für die Zinsaufwendungen und -erträge aus der Bewertung der Erfüllungsbeträge und dem zu verrechnenden Vermögen. Übersteigt der beizulegende Zeitwert des Deckungs-vermögens den Erfüllungsbetrag, erfolgt der Ausweis des übersteigenden Betrags unter dem gesonderten Posten Aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögens-verrechnung. Verbindlichkeiten werden mit dem Erfüllungsbetrag ausgewiesen. Der passive Rechnungsabgrenzungsposten beinhaltet Einnahmen vor dem Abschlussstichtag, soweit sie Ertrag für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen. II. Erläuterungen zur Konzernbilanz Die Entwicklung der einzelnen Posten des Konzernanlagevermögens im Geschäftsjahr 2021/2022 ergibt sich aus dem nachfolgenden Konzernanlagenspiegel. Aus dieser Aufstellung sind auch die Abschreibungen des Geschäftsjahres ersichtlich. Die Investitionen des Geschäftsjahres im Bereich der immateriellen Vermögensgegenstände betreffen im Wesentlichen die Erweiterung vorhandener Anwendungssoftware sowie die Anschaffung neuer Softwareanwendungen. Im Bereich des Sachanlagevermögens betreffen die Zugänge des Geschäftsjahres im Bereich der Technischen Anlagen und Maschinen Investitionen in die Produktionsstätten in Indonesien und Vietnam. Die Zugänge bei der Betriebs- und Geschäftsausstattung setzen sich unter anderem aus der Einrichtung von Einzelhandelsgeschäften sowie von Shop-in-Shop-Konzepten bei Kunden zusammen. Die Abgänge im Bereich Sachanlagen betreffen unter anderem die Einrichtungen von Einzelhandelsgeschäften, von Show-Rooms und von Shop-in-Shop-Flächen infolge neuer Ladenbaukonzepte oder der Schließung von Retailstandorten. Die Beteiligungen an assoziierten Unternehmen entfallen auf die SeiTex Co. Ltd., Hongkong, und auf die SeiClini Ltd., Hongkong. An diesen Gesellschaften wird jeweils eine Beteiligung in Höhe von 50 % des Gesellschaftskapitals gehalten. Der Buchwert der Beteiligung an der SeiTex Co. Ltd., Hongkong, in Höhe von T€ 0 (i. Vj. T€ 0) ergibt sich aus den um den Anteil an den Jahresergebnissen fortgeschriebenen Anschaffungskosten der Beteiligung unter Berücksichtigung von Wechselkursänderungen. Der anteilige Jahresfehlbetrag 2021/2022 in Höhe von T€ 2 wird im Rahmen der Equity-Bewertung mit statistisch fortgeschriebenen anteiligen Verlustvorträgen in Höhe von T€ 13 verrechnet, sodass sich zum Bilanzstichtag ein anteiliges negatives Eigenkapital in Höhe von T€ 15 ergibt. Der Ausgleich dieses Fehlbetrags wird aus künftigen positiven Jahresergebnissen erwartet. Gegenüber der SeiTex Co. Ltd., Hongkong, bestehen zum Stichtag Forderungen in Höhe von T€ 28 (i. Vj. T€ 23), die unter den Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, ausgewiesen werden. Der Buchwert der Beteiligung an der SeiClini Ltd., Hongkong, in Höhe von T€ 282 (i. Vj. T€ 166) ergibt sich aus den um den Anteil an den Jahresergebnissen fortgeschriebenen Anschaffungskosten der Beteiligung unter Berücksichtigung von Wechselkursänderungen. Der anteilige Jahresüberschuss 2021/2022 beträgt T€ 197, ergebnisneutrale Wechselkursänderungen liegen in 2021/2022 in Höhe von T€ -17 vor. Gegenüber der SeiClini Ltd., Hongkong, bestehen zum Stichtag Forderungen in Höhe von T€ 44 (i. Vj. T€ 1), die unter den Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, ausgewiesen werden. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von T€ 6.887 (i. Vj. T€ 5.333) setzen sich aus Kundenforderungen im Inland (T€ 3.277, i. Vj. T€ 4.534) und im Ausland (T€ 4.028, i. Vj. T€ 1.268) zusammen. Diesen Forderungsnennwerten stehen Einzelwertberichtigungen (T€ 369, i. Vj. T€ 377) sowie Pauschalwertberichtigungen auf Forderungen (T€ 49, i. Vj. T€ 92) gegenüber. Zum Bilanzstichtag waren im Rahmen von Factoringvereinbarungen bei den Inlandsgesellschaften T€ 5.392 (i. Vj. T€ 5.580) regresslos verkauft. Die Forderungen gegen Gesellschafter in Höhe von T€ 400 (i. Vj. T€ 2.451) bestehen gegen Kommanditisten der Textilkontor Walter Seidensticker GmbH & Co. KG, Bielefeld, und resultieren aus dem Saldo von Darlehensgewährungen, Privatentnahmen und -einlagen. Fristigkeit und Verzinsung der Gesellschafterkonten ergeben sich nach gesellschaftsvertraglichen Regelungen. Die Forderungen bestehen in voller Höhe (i. Vj. T€ 2.430) gegenüber geschäftsführenden Gesellschaftern. Die sonstigen Vermögensgegenstände in Höhe von T€ 8.165 (i. Vj. T€ 13.113) beinhalten ein Mieterdarlehen (T€ 1.925, i. Vj. T€ 6.136) im Zusammenhang mit einer sale and lease back-Transaktion. Ferner werden unter diesem Posten Forderungen aus der Überbrückungshilfe IV von T€ 2.500 (i. Vj. T€ 3.355 aus der Überbrückungshilfe III), Forderungen aus dem Factoring (T€ 1.926, i. Vj. T€ 1.487), Darlehensforderungen gegen Handelsvertreter (T€ 123, i. Vj. T€ 319), debitorische Kreditoren (T€ 196, i. Vj. T€ 487), sowie übrige sonstige Vermögensgegenstände (T€ 1.495, i. Vj. T€ 1.329) ausgewiesen. Bis auf einen Teilbetrag der sonstigen Vermögensgegenstände in Höhe von T€ 2.124 (i. Vj. T€ 6.269), der mit T€ 1.925 (i. Vj. T€ 5.878) im Wesentlichen auf das Mieterdarlehen entfällt, haben alle Forderungen und die sonstigen Vermögensgegenstände eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr. Der Ausweis der aktiven latenten Steuern in Höhe von T€ 115 (i. Vj. T€ 195) resultiert ausschließlich aus Konsolidierungsbuchungen (§ 306 HGB). Darüber hinaus ergaben sich bei einzelnen Konzerngesellschaften insgesamt erwartete künftige Steuerentlastungen (aktive latente Steuern), die insbesondere aus Ansatz- und Bewertungsunterschieden beim Sachanlagevermögen, bei Pensionsrückstellungen und sonstigen Rückstellungen sowie aus der erwarteten künftigen Nutzung steuerlicher Verlustvorträge resultieren. Diese aktiven latenten Steuern werden in Ausübung des geltenden Bilanzierungswahlrechts nicht aktiviert. Unverändert zum Vorjahr beinhalten die Kapitalanteile das im Handelsregister eingetragene Kommanditkapital der Muttergesellschaft in Höhe von T€ 8.692. Der Unterschiedsbetrag aus der Kapitalkonsolidierung setzt sich im Vorjahresvergleich wie folgt zusammen:
Wie im Vorjahr werden die Kursdifferenzen, die sich bei der Umrechnung der Einzelabschlüsse in Euro sowie aus den Konsolidierungsmaßnahmen ergeben, im Posten Eigenkapitaldifferenz aus Währungsumrechnung ausgewiesen. Die Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals ergibt sich aus dem Eigenkapitalspiegel als gesondertem Bestandteil des Konzernabschlusses. Der Ausgleichsposten für aktivierte eigene Anteile besteht nach § 264c Abs. 4 Satz 2 HGB für die Anteile an der Komplementärgesellschaft Seidensticker Verwaltungs GmbH, Bielefeld. Diese werden auf der Aktivseite unter dem Posten Anteile an verbundenen Unternehmen ausgewiesen. Die Pensionsrückstellungen entfallen im Wesentlichen auf die inländischen Konzerngesellschaften. Die Rückstellungen sind für Verpflichtungen aus laufenden Renten und Anwartschaften gegenüber berechtigten aktiven und ehemaligen Mitarbeitern sowie deren Hinterbliebenen gebildet. Diese resultieren aus Einzelzusagen und allgemeinen Versorgungszusagen. Bei der Bewertung der Pensionsrückstellungen werden neben den Annahmen zur Lebenserwartung auf der Grundlage der "Heubeck-Richttafeln 2018 G" folgende Prämissen gesetzt:
Der Renten- und Anwartschaftstrend ergibt sich aus den jeweiligen einzelvertraglichen Regelungen bzw. aus Erwartungen hinsichtlich künftiger Rentensteigerungen. Die angesetzte Fluktuationsrate berücksichtigt eine alters- und dienstjahresabhängige Ausscheidenswahrscheinlichkeit. Aus der Abzinsung der Pensionsrückstellungen mit dem durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen zehn Jahre ergibt sich im Vergleich zur Abzinsung mit dem durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Jahre (1,35 %) ein Unterschiedsbetrag in Höhe von T€ 674. Die Steuerrückstellungen in Höhe von T€ 768 beinhalten ausschließlich Rückstellungen für Steuern vom Einkommen und vom Ertrag. Zum Abschlussstichtag bestehen, wie auch im Vorjahr, keine passiven latenten Steuern. Die sonstigen Rückstellungen in Höhe von T€ 9.861 beinhalten Verpflichtungen aus dem Personalbereich (T€ 4.815), das Risiko aus erwarteten Retouren (T€ 625), Aufwendungen für die Erstellung von Jahres- und Konzernabschluss, für die Abschlussprüfung sowie für Beratungsleistungen (T€ 371), erwartete Verluste aus schwebenden Einkaufsverträgen (T€ 174), Verpflichtungen für ausstehende Rechnungen (T€ 1.022) sowie für übrige ungewisse Verbindlichkeiten (T€ 2.854). Für die Verpflichtungen aus Altersteilzeitvereinbarungen bestehen Zeitkontenrückdeckungsguthaben, die als Deckungsvermögen im Sinne des § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB zu qualifizieren sind, sodass diese zum Zeitwert bewerteten Vermögensgegenstände (insgesamt T€ 129) mit den betreffenden Erfüllungsbeträgen aus Altersteilzeitverpflichtungen (insgesamt T€ 128) zu verrechnen sind. Zum Abschlussstichtag werden Rückstellungen für Altersteilzeitverpflichtungen in Höhe von T€ 35 und ein aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung in Höhe von T€ 36 ausgewiesen. Der Zeitwert des Deckungsvermögens entspricht dem versicherungsmathematisch ermittelten Aktivwert. Aus dem Deckungsvermögen resultierende Erträge in Höhe von T€ 0 wurden mit den Aufwendungen aus der Aufzinsung der Erfüllungsbeträge in Höhe von insgesamt T€ 0 verrechnet. Der verbleibende Betrag wird unter den sonstigen Zinsen und ähnlichen Erträgen ausgewiesen. Die Fristigkeiten der Verbindlichkeiten ergeben sich auf Grundlage der zum Abschlussstichtag bestehenden vertraglichen Vereinbarungen aus dem folgenden Verbindlichkeitenspiegel:
Das Genussrechtskapital betrifft nachrangig haftende Darlehen mit einer zum Abschlussstichtag vereinbarten Laufzeit bis zum 30. Juni 2026. Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind durch die Sicherungsübereignung von Vorräten, die Globalzession von Forderungen, die nachrangige Verpfändung von Bankguthaben sowie die Verpfändung von immateriellen Vermögenswerten besichert. Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von T€ 15.721 (i. Vj. T€ 6.959) setzen sich aus Lieferverbindlichkeiten Inland in Höhe von T€ 1.410 (i. Vj. T€ 1.428) sowie Lieferverbindlichkeiten Ausland in Höhe von T€ 14.311 (i. Vj. T€ 5.531) zusammen. Bei den Liefer- und Leistungsverbindlichkeiten bestehen übliche Eigentumsvorbehalte. Die Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern betreffen mit T€ 1.931 (i. Vj. T€ 1.896) insbesondere die Komplementärin Seidensticker Verwaltungs GmbH, Bielefeld. Dieser zum Abschlussstichtag ausgewiesene Saldo resultiert aus Pensionszusagen an ehemalige Geschäftsführer der Seidensticker Verwaltungs GmbH und deren Hinterbliebene, aus Kostenerstattungen für die Übernahme der Geschäftsführung und aus Haftungsvergütungen für die Komplementärstellung. Für Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern in Höhe von T€ 487 (i. Vj. T€ 0) besteht eine Nachrangigkeitserklärung. Die sonstigen Verbindlichkeiten in Höhe von T€ 3.977 (i. Vj. T€ 2.898) beinhalten Steuer- und Zollverbindlichkeiten (T€ 2.615, i. Vj. T€ 1.447), Verbindlichkeiten aus Darlehen von Nicht-Kreditinstituten (T€ 73, i. Vj. T€ 73), kreditorische Debitoren (T€ 618, i. Vj. T€ 452), Verbindlichkeiten im Rahmen der sozialen Sicherheit (T€ 41, i. Vj. T€ 29) sowie übrige Verbindlichkeiten (T€ 630, i. Vj. T€ 897). Der passive Rechnungsabgrenzungsposten im Vorjahr resultierte aus Einnahmen aus der Überbrückungshilfe III, die die Monate Mai und Juni 2021 betreffen. III. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung Die Umsatzerlöse setzen sich im Geschäftsjahr 2021/2022 im Vorjahresvergleich wie folgt zusammen:
Das Produktsegment Hemden umfasst neben Herrenhemden zu einem geringeren Teil auch Strick- und Wirkware sowie Accessoires. Die sonstigen Umsatzerlöse Bekleidung betreffen insbesondere Umsatzerlöse mit sonstiger Oberbekleidung im Rahmen der Retailaktivitäten, Umsatzerlöse mit Mund-Nase-Masken sowie Umsatzerlöse mit der neuen Produktlinie Nachtwäsche und Loungewear. Unter den übrigen sonstigen Umsatzerlösen werden insbesondere Erlöse aus Weiterbelastungen von Werbematerial und Shop-/Corner-Kosten, Erlöse aus Dienstleistungen an nicht konsolidierte Gesellschaften sowie Vermietungserlöse ausgewiesen.
Unter den sonstigen betrieblichen Erträgen in Höhe von T€ 9.165 werden in Höhe von insgesamt T€ 7.726 (i. Vj T€ 7.597) Erträge aus staatlichen Corona-Unterstützungsleistungen ausgewiesen. An periodenfremden Erträgen, die insbesondere Eingänge auf wertberichtigte Forderungen, Erträge aus der Auflösung von Wertberichtigungen auf Forderungen, Erträge aus Versicherungserstattungen, Erträge aus der Auflösung nicht mehr benötigter Rückstellungen sowie Erträge aus Anlagenabgängen beinhalten, sind T€ 633 (i. Vj. T€ 1.306) enthalten. Die Erträge aus der Fremdwährungsumrechnung betragen T€ 390 (i. Vj. T€ 3). In den sonstigen betrieblichen Aufwendungen in Höhe von T€ 31.595 sind überwiegend Vertriebskosten (insbesondere Ausgangsfrachten, Werbekosten und Handelsvertreterprovisionen), Mieten und Mietnebenkosten des angemieteten Grundbesitzes, Kosten für Lager- und Versandarbeiten, Miet- und Leasingaufwendungen für bewegliche Vermögensgegenstände, Prüfungs- und Beratungskosten sowie sonstige Betriebs- und Verwaltungskosten enthalten. Außerdem werden hier die sonstigen Steuern des Konzerns (T€ 101; i. Vj. T€ 74) ausgewiesen. In den sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind periodenfremde Aufwendungen in Höhe von T€ 8 (i. Vj. T€ 4) enthalten. Die Aufwendungen aus der Fremdwährungsumrechnung betragen T€ 190 (i. Vj. T€ 1.016). Die Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen sowie auf Vermögensgegenstände des Umlaufvermögens betragen insgesamt T€ 1.831 (i. Vj. T€ 4.886). Im Vorjahr sind darin Abschreibungen auf das Vorratsvermögen in Höhe von T€ 2.781 aufgrund von Wertminderungen infolge verschlechterter Abverkaufsmöglichkeiten durch die Covid-19-Pandemie enthalten. Weitere Einzelheiten zu den Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen sind dem Anlagenspiegel zu entnehmen. Das Beteiligungsergebnis enthält das anteilige Jahresergebnis der nach der Equity-Methode in den Konzernabschluss einbezogenen assoziierten Unternehmen. Das Zinsergebnis hat sich gegenüber dem Vorjahr um T€ 33 auf T€ -2.254 verbessert. Die Zinsen und ähnlichen Aufwendungen enthalten Aufwendungen aus der Aufzinsung von Pensionsrückstellungen und sonstigen Rückstellungen in Höhe von insgesamt T€ 236 (i. Vj. T€ 273). In den Steuern vom Einkommen und vom Ertrag in Höhe von T€ 1.014 sind laufende Steueraufwendungen in Höhe von T€ 936 und latente Steueraufwendungen in Höhe von T€ 78 enthalten. Der ausgewiesene Steueraufwand weicht von dem erwarteten Steueraufwand auf der Grundlage des Ergebnisses vor Steuern und dem Steuersatz der Muttergesellschaft ab. Ursächlich hierfür sind zum einen die vom Sitz und der Rechtsform der einzelnen Konzerngesellschaften abhängigen Steuersätze, die der Besteuerung dieser Gesellschaften zugrunde zu legen sind. Diese Unternehmenssteuersätze variieren innerhalb der Seidensticker-Gruppe zwischen 14,0 % und 33,3 %. Zum anderen sind insbesondere auch die Nutzung steuerlicher Verlustvorträge aus Vorjahren, steuerlich nicht abzugsfähige Aufwendungen, steuerfreie Erträge, gewerbesteuerliche Hinzurechnungen/Kürzungen, der Nichtansatz aktiver latenter Steuern auf temporäre Differenzen und auf steuerliche Verlustvorträge sowie die Berücksichtigung von Sonder- und Ergänzungsbilanzen bei der Steuerberechnung zu berücksichtigen. IV. Sonstige Angaben Die folgenden Tochterunternehmen haben für das Geschäftsjahr 2021/2022 die Befreiungsvorschrift des § 264 Abs. 3 HGB in Anspruch genommen:
Des Weiteren hat das Mutterunternehmen Textilkontor Walter Seidensticker GmbH & Co. KG, Bielefeld, für das Geschäftsjahr 2021/2022 die Befreiungsvorschrift des § 264b HGB in Anspruch genommen. Die Textilkontor Walter Seidensticker GmbH & Co. KG, Bielefeld, stellt als oberstes Mutterunternehmen für den größten und kleinsten Kreis von Unternehmen einen Konzernabschluss auf. Dieser Konzernabschluss wird gemäß § 325 Abs. 3 HGB offengelegt und ist im elektronischen Bundesanzeiger unter http://www.unternehmensregister.de einsehbar. Die durchschnittliche Zahl der im Konzern beschäftigten Mitarbeiter während des Geschäftsjahres 2021/2022 gemäß § 314 Abs. 1 Nr. 4 HGB im Vorjahresvergleich ergibt sich aus der nachstehenden Übersicht:
Im Jahresdurchschnitt waren zusätzlich 12 Auszubildende (i. Vj. 12) beschäftigt. Die Geschäftsführung des Mutterunternehmens Textilkontor Walter Seidensticker GmbH & Co. KG, Bielefeld, liegt bei der Seidensticker Verwaltungs GmbH, Bielefeld, vertreten durch deren Geschäftsführer:
Die unmittelbaren Bezüge der Geschäftsführung (inkl. Leistungen von der Komplementärin) betragen für das Geschäftsjahr 2021/2022 insgesamt T€ 1.276 (i. Vj. T€ 1.163). Ehemalige Mitglieder der Geschäftsführung bzw. deren Hinterbliebene erhielten Bezüge (inkl. Bezüge von der Komplementärin) in Höhe von insgesamt T€ 357 (i. Vj. T€ 344). Für ehemalige Mitglieder der Geschäftsführung bzw. deren Hinterbliebene bestehen im Konzern und dessen Komplementärin Pensionsrückstellungen in Höhe von insgesamt T€ 3.065 (i. Vj. T€ 3.137). Der aus der BilMoG-Umstellung resultierende zum 30. April 2022 noch nicht bilanzierte Betrag von drei Fünfzehnteln des Unterschiedsbetrags zum 1. Mai 2010 beträgt bei der Komplementärin T€ 66. Als persönlich haftender Gesellschafter der Textilkontor Walter Seidensticker GmbH & Co. KG fungiert die Komplementärin Seidensticker Verwaltungs GmbH, Bielefeld. Das Stammkapital der Gesellschaft beträgt T€ 52 und ist voll eingezahlt. Haftungsverhältnisse, sonstige finanzielle Verpflichtungen und nicht in der Bilanz enthaltene Geschäfte Die Seidensticker-Gruppe hat finanzielle Verpflichtungen aus Leasing-, Miet- und Wartungsverträgen in Gesamthöhe von T€ 14.218 (i. Vj. T€ 20.330) entsprechend den vertraglichen Restlaufzeiten der Verträge. Die sonstigen finanziellen Verpflichtungen betreffen mit T€ 3.323 einen Immobilien-Leasingvertrag, der als ein nicht in der Bilanz enthaltenes Geschäft im Sinne von § 314 Abs. 1 Nr. 2 HGB anzusehen ist. Mit dem Zweck, vor allem die Unternehmensfinanzierung langfristig zu optimieren, hat die Gesellschaft mit notarieller Urkunde vom 28. April 2008 im Rahmen einer sale and lease back-Vereinbarung ihr Immobilienvermögen veräußert und dieses von dem Erwerber für eine Mietzeit von zwanzig Jahren ab dem 1. Mai 2008 zurückgeleast. Infolge dieses als Teilamortisationsvertrag mit Mieterdarlehen ausgestalteten Vertrages ergeben sich zum Abschlussstichtag künftige Zahlungsverpflichtungen in genannter Höhe bis zum Jahr 2028. Derivative Finanzinstrumente währungsbezogene Geschäfte Die inländische Seidensticker-Gruppe tätigt ihre Beschaffungsgeschäfte im Wesentlichen auf Euro-Basis unter Einschaltung des Tochterunternehmens Seidensticker Overseas Ltd., Hongkong, deren Beschaffung auf Basis des US-Dollar erfolgt. Darüber hinaus werden direkte Beschaffungsgeschäfte auf Basis des US-Dollar getätigt. Zur Währungsabsicherung werden Währungsderivate eingesetzt, wobei jeweils Euro gegen US-Dollar getauscht werden. Zum 30. April 2022 bestanden in der Gruppe Devisentermingeschäfte (Terminkauf von US-Dollar gegen Euro) im Nominalwert von insgesamt TUS-$ 29.141 bzw. T€ 24.807 (umgerechnet zu Kontraktkursen) mit unterschiedlichen Laufzeiten bis längstens Oktober 2023. Die Summe der positiven Marktwerte für diese Termingeschäfte beträgt am Bilanzstichtag insgesamt T€ 2.105 und die Summe der negativen Marktwerte insgesamt T€ 26 (umgerechnet zum Stichtagskurs). Die Ermittlung der Marktwerte erfolgte unter Anwendung allgemein anerkannter Bewertungsmethoden. Die Finanzinstrumente sind zum Bilanzstichtag Teil von nach § 254 HGB gebildeten Bewertungseinheiten zur Absicherung von Währungsrisiken. Grundgeschäfte sind mit hoher Wahrscheinlichkeit erwartete Zahlungseingänge in Euro aus Umsatzgeschäften mit Konzerngesellschaften, die in den US-Dollar konvertiert werden müssen bzw. mit hoher Wahrscheinlichkeit erwartete Zahlungsausgänge in US-Dollar aus Beschaffungsgeschäften mit Lieferanten. In dem Maße, wie sich die gegenläufigen Zahlungsströme in Bezug auf die abgesicherten Risiken (zum Beispiel aufgrund unvollständiger Volumenkongruenz) voraussichtlich nicht ausgleichen, unterliegen das Grundgeschäft und das Sicherungsgeschäft jeweils einer imparitätischen Einzelbewertung. Zum Abschlussstichtag waren keine Rückstellungen zu bilden (i. Vj. T€ 83). Gesamthonorar des Abschlussprüfers Im Geschäftsjahr sind im Konzernabschluss Aufwendungen aus Honoraren (inkl. Nebenkosten) des Konzernabschlussprüfers in Höhe von T€ 207 enthalten. Diese entfallen mit T€ 160 auf Abschlussprüfungsleistungen (Jahres- und Konzernabschlussprüfungen) und mit T€ 47 auf andere Bestätigungsleistungen. Geschäfte mit nahestehenden Personen Es wurden keine wesentlichen, nicht zu marktüblichen Bedingungen zustande gekommenen Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und Personen getätigt, die nach § 314 Abs. 1 Nr. 13 HGB angabepflichtig wären. Nachtragsbericht Die Covid-19-Pandemie hat für die Seidensticker-Unternehmensgruppe wie im Vorjahr auch im abgelaufenen Geschäftsjahr 2021/2022 zu deutlichen Umsatz- und Ergebnisrückgängen gegenüber den Vorjahren und den ursprünglichen Unternehmensplanungen geführt. Auch die Umsatz- und Ergebnisprognosen für das laufende Geschäftsjahr und die mittelfristige Planung sind von der Covid-19-Pandemie weiterhin negativ beeinflusst. Die eingetretenen und auch mittelfristig weiterhin zu erwartenden negativen Auswirkungen auf die Finanzlage hatten im Geschäftsjahr 2020/2021 die Erarbeitung und Umsetzung eines Sanierungskonzeptes notwendig gemacht, um die Zukunft der Textilkontor und der Seidensticker-Unternehmensgruppe zu sichern. In enger Zusammenarbeit mit unseren Finanzierungspartnern (Konsortialkredit- und Genussrechtskapitalgeber) haben wir ein Sanierungskonzept erarbeitet und die darin definierten Maßnahmen in vielen Teilen bereits umgesetzt. Das Sanierungskonzept beinhaltet zum einen umfangreiche Maßnahmen zur operativen Stärkung der Seidensticker-Unternehmensgruppe, zum anderen die Anpassung der mittelfristigen Finanzierung zur Deckung des coronabedingten Liquiditätsbedarfs. Entsprechende Vereinbarungen mit unseren Finanzierungspartnern wurden im September 2020 abgeschlossen und hierdurch unter anderem zusätzliche Finanzierungen zur Verfügung gestellt, die durch eine Landesbürgschaft besichert sind. Aufgrund der nachhaltigen negativen Auswirkungen der Covid-19-Pandemie aber auch infolge der negativen konjunkturellen Auswirkungen des russischen Angriffs auf die Ukraine auf unsere Ertragslage und Liquidität haben wir die vertraglichen Vereinbarungen mit unseren Finanzierungspartnern im August 2022 unter anderem hinsichtlich der Tilgungsvereinbarungen angepasst, sodass die mittelfristige Finanzierung im Planungs- und Sanierungszeitraum bis zum Geschäftsjahr 2025/2026 gesichert ist. Bei Aufstellung des Konzernabschlusses sind wir daher trotz der zum Abschlussstichtag ausgewiesenen nicht von Vermögenseinlagen gedeckten Verlustanteile der Kommanditisten von der Fortführung der Unternehmenstätigkeit ausgegangen, da dieser mit überwiegender Wahrscheinlichkeit keine tatsächlichen oder rechtlichen Gegebenheiten entgegenstehen.
Bielefeld, den 26. September 2022 Geschäftsführung der Seidensticker Verwaltungs GmbH Gerd Oliver Seidensticker Frank-Walter Seidensticker Dr. Silvia Bentzinger Dr. Marc Barrantes Dr. Horst Gersmeyer Konzern-Anlagenspiegel zum 30. April 2022
Konzern-Kapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Mai 2021 bis 30. April 2022
Konzern-Eigenkapitalspiegel für das Geschäftsjahr vom 1. Mai 2021 bis 30. April 2022
Lagebericht zum Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2021/2022A. Grundlagen des Unternehmens Die Textilkontor Walter Seidensticker GmbH & Co. KG, Bielefeld, ist die Muttergesellschaft und Holding der Seidensticker-Gruppe. Im Jahre 1919 gegründet, befindet sich die inhabergeführte Seidensticker-Gruppe heute bereits in dritter Generation in Familienhand. Die Seidensticker-Gruppe zählt international zu den größten Anbietern im Bereich von Herrenhemden und Damenblusen. Diese werden unter eigenen Markennamen und auch unter Eigenmarken der Handelspartner entwickelt, produziert und vertrieben. Der Vertrieb der Produkte erfolgt weltweit. Der Schwerpunkt der Produktion liegt in Fernost, wo die Seidensticker-Gruppe mit eigenen Fertigungsstätten sowie Beschaffungs- und Vertriebsgesellschaften seit vielen Jahren vertreten ist. Innerhalb des Retail-Bereichs betreibt die Seidensticker-Gruppe zum 30. April 2022 insgesamt 30 Einzelhandelsgeschäfte (Stores und Outlets) im Inland und europäischen Ausland sowie diverse Online-Shops. B. Wirtschaftsbericht 1. Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen Die deutsche Wirtschaft verzeichnete im Jahr 2021, analog zur Weltwirtschaft, einen konjunkturellen Aufschwung: Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) der Weltwirtschaft stieg um insgesamt +6,1 % (nach -3,1 % im Vorjahr), das BIP der deutschen Wirtschaft um +2,9 % (Vorjahr -5,0 %). Die privaten Konsumausgaben stiegen nur um +0,1 %, während der staatliche Konsum um +3,1 % anstieg. Die Verbraucherpreise stiegen über das Gesamtjahr 2021 um +3,1 % gegenüber dem Vorjahr an. Dieser Anstieg ist zum einen eine zwangsläufige Folge der zeitweiligen Mehrwertsteuersenkung im Vergleichsjahr 2020 sowie der im Zusammenhang mit der Covid-19-Krise sehr niedrigen Rohstoff- und insbesondere Energiepreise des Vorjahres. Daneben kamen Auswirkungen aus Lieferengpässen sowie die teils erheblichen Preisanstiege bei den Rohstoffen und Vorprodukten, insbesondere für Mineralöl, in den Verbraucherpreisen an. Zum Verbraucherpreisanstieg trugen im Jahre 2021 die gestiegenen Energiepreise mit +10,4 % bei, während die Preise für Nahrungsmittel um +3,2 % stiegen. Bekleidung und Schuhe verteuerten sich im Jahresdurchschnitt zu 2020 um +5,5 %. Der in der Textil- und Bekleidungsfertigung besonders wichtige Rohstoffpreis für Baumwolle verteuerte sich im Verlauf des Geschäftsjahres 2021/2022 erneut merklich. Per 30. April 2022 notierte der Weltmarktpreis bei 1,55 US-$/lb und somit rund 61 % höher als zum Geschäftsjahresbeginn. Der Euro notierte zu Beginn des Geschäftsjahres bei einem Wert von 1,20 US-$. Am 30. April 2022 lag der Schlusskurs der Gemeinschaftswährung bei 1,05 US-$ und damit um 12,5 % niedriger. Die Zahl der Erwerbstätigen in Deutschland im Jahresdurchschnitt lag bei 44,9 Mio. Personen und blieb somit nahezu unverändert zum Vorjahr. Die Anzahl der Unternehmensinsolvenzen war im Kalenderjahr 2021 mit 13.993 erneut rückläufig zum Vorjahr (-11,7 %). Der ifo Geschäftsklimaindex hatte sich im Kalenderjahr 2021 zunächst bis Juni positiv entwickelt, jedoch fiel der Index anschließend über das Jahresende 2021 hinaus bis zum Ende unseres Geschäftsjahres im April 2022. Nachdem zum Ende des Kalenderjahres insbesondere die verschärfte Pandemielage die Stimmung trübte, führte dann der Beginn des Krieges in der Ukraine im ersten Quartal 2022 nochmal zu einem deutlichen Abfall, der sich in den Bereichen Handel und Bauhauptgewerbe auch im April fortgesetzt hat. Im ersten Quartal 2022 stieg das BIP preis- und kalenderbereinigt um +3,8 % im Vergleich zum stark von Lockdown-Maßnahmen beeinträchtigten Vorjahresquartal und 0,2 % im Vergleich zum Vorquartal an. Im ersten Quartal 2022 kamen allerdings die Auswirkungen des Ende Februar 2022 begonnenen Krieges in der Ukraine in der deutschen Wirtschaft an; insbesondere war die Wirtschaftsleistung im produzierenden Gewerbe durch fehlende oder stark verteuerte Vorprodukte stark eingeschränkt und war um -0,4 % gegenüber dem Vorquartal rückläufig. Auch die privaten Konsumausgaben sind gegenüber dem Vorquartal um 0,1 % leicht zurückgegangen. Die Textil- und Bekleidungsindustrie verzeichnete 2021 mit einem Umsatzanstieg von 5,5 % gegenüber Vorjahr erste Anzeichen der Erholung von der Covid-19-Krise. Hierbei stieg der Textilumsatz mit +6,9 % stärker als der Umsatz mit Bekleidung (+3,0 % zum Vorjahr). Die Auslandsumsätze haben sich besonders gut entwickelt und so zum Branchenaufschwung beigetragen. Allerdings dürfen diese Anstiege nicht darüber hinwegtäuschen, dass angesichts fortgesetzter Schließungsanordnungen im Einzelhandel auch das Kalenderjahr 2021 in Summe als Krisenjahr für die Branche zu werten ist. Im Handel mit Textil, Bekleidung und Lederwaren ergab sich 2021 wiederholt ein deutliches Wachstum im Onlinesegment (+23,2 %). Im stationären Bereich wurden harte Lockdown-Maßnahmen auch zu Beginn des Jahres 2021 fortgesetzt, sodass die Umsätze des Bekleidungseinzelhandels insgesamt nochmals um 4,9 % zurückgingen (Vorjahr bereits -24,8 %). Die negative Beschäftigungsentwicklung in der Branche hat sich 2021 fortgesetzt. Die Bekleidungsindustrie beschäftigte zum Jahresende 6,5 % und die Textilindustrie 3,3 % weniger Mitarbeiter, sodass für die Branche ein Rückgang um insgesamt -4,3 % entstand. In den ersten vier Monaten des Jahres 2022 setzte sich die Erholung in der Branche - trotz des Ukraine-Krieges mit erheblichen Auswirkungen auf Energiepreise und Störungen in den Lieferketten - fort. Die Bekleidungsumsätze stiegen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 25,5 %, was allerdings zumindest teilweise den Lockdown-Zeiten im Vergleichsjahr 2021 geschuldet ist. Die Bekleidungsbranche liegt noch um mehr als 10 % unter dem Niveau des Vorkrisenjahres 2019. Die Beschäftigung bis April 2022 stieg im Bekleidungssektor um 1,6 %, während in der Textilindustrie 0,2 % weniger Mitarbeiter als im Vorjahr tätig waren. 2. Geschäftsverlauf Die Seidensticker-Gruppe hat infolge der Covid-19-Pandemie auch im Geschäftsjahr 2021/2022 Einbußen in der Umsatz- und Ertragslage hinnehmen müssen, die durch staatliche Hilfsprogramme (insbesondere durch die Inanspruchnahme von Mitteln aus den Überbrückungshilfeprogrammen der deutschen Bundesregierung) abgemildert werden konnten. Nachdem das vorangegangene Geschäftsjahr 2020/2021 vom Einbruch des operativen Geschäftes infolge der Pandemie selbst, von Effekten aus gegensteuernden Restrukturierungsmaßnahmen sowie von abmildernden Effekten aus der Inanspruchnahme staatlicher Hilfsprogramme gekennzeichnet war, stand das Geschäftsjahr 2021/2022 zunächst im Zeichen des Wiedergewinnens von Kunden und Umsätzen. Allerdings war das Geschäftsjahr auch gekennzeichnet von immensen Störungen der Lieferketten als Langfristfolge der weltweiten Pandemie und zum Geschäftsjahresende von den direkten und indirekten Folgen des Krieges in der Ukraine. Das Geschäftsjahr 2021/2022 wurde mit einem Konzernergebnis nach Steuern von T€ -2.948 nach T€ -6.417 im Vorjahr abgeschlossen. Der Konzern weist als Folge dieses negativen Konzernergebnisses sowie gegenläufig positiver Währungseffekte zum Abschlussstichtag wiederum nicht durch Vermögenseinlagen gedeckte Verlustanteile in Höhe von T€ 13.392 (Vorjahr T€ 11.519) und eine entsprechende bilanzielle Unterdeckung aus. 3. Lage 3.1. Ertragslage Die Umsatzerlöse stiegen um 2,7 % auf T€ 103.107 (Vorjahr T€ 100.393). Hierbei ist einerseits zu berücksichtigen, dass die Umsatzerlöse des Vorjahres erheblich beeinträchtigt waren durch diverse Schließungsanordnungen im nationalen und internationalen stationären Einzelhandel. Andererseits waren im Umsatz des Vorjahres Verkäufe von Mund-Nase-Masken im einstelligen Millionenbereich enthalten - ein Geschäftsfeld, das im Berichtsjahr erwartungsgemäß nicht mehr zum Tragen kam. Dank der Aufhebung von Schließungsanordnungen konnte unser stationärer Handel wieder ganzjährig Umsatzerlöse generieren, wobei dennoch in mehreren Geschäftsjahresmonaten Einschränkungen in Form von Zugangsbeschränkungen Bestand hatten. Unter diesem Vorzeichen und unter Berücksichtigung der im Vergleich zum Vorkrisenniveau weiterhin schwächeren Kundenfrequenzen im Einzelhandel insgesamt konnte unser stationärer Handel im Berichtsjahr mit einem flächenbereinigten Umsatzplus von annähernd 47 % abschließen. Einzelne Geschäftseinheiten haben wir im Berichtsjahr dauerhaft geschlossen, aber es wurden auch neue Stores eröffnet. Auch der wholesale-Bereich mit der Marke Seidensticker profitierte von den Entwicklungen und konnte den Umsatz um 29 % im Vergleich zum Vorjahr steigern. Neben der allgemeinen Marktentwicklung konnten insbesondere gute Abverkäufe im Handel und die erste Saisonauslieferung des Segmentes Nachtwäsche zur Umsatzsteigerung beitragen. Dagegen wurde bei der Marke Jacques Britt der prognostizierte Umsatzrückgang realisiert, der mit dem planmäßigen Auslaufen der Eigenmarke einhergeht. Der Bereich E-Commerce konnte um erfreuliche 30 % wachsen. Dieser Erfolg wurde zum einen durch die internationale Expansion der eigenen Onlineshops erzielt, zum anderen wurden national und international neue Marktplätze mit teils neuen Zielgruppen und somit neuen Absatzkanälen angebunden. Im Private-Label-Bereich konnte der asiatische Teil ebenfalls mit +17 % deutlich wachsen, während der inländische Private-Label-Bereich insbesondere infolge der Entwicklung bei einem Großkunden um rund 8 % unter dem Vorjahr lag. Die Rohertragsquote (definiert als Umsatzerlöse und Bestandsveränderung im Verhältnis zum Materialeinsatz) sank um einen Prozentpunkt auf 48,6 % (Vorjahr 49,6 %). Dank einer deutlich gestiegenen Gesamtleistung konnte der absolute Rohertrag jedoch um T€ 4.742 gesteigert werden. Die sonstigen betrieblichen Erträge in Höhe von T€ 9.165 (Vorjahr T€ 9.785) enthalten periodenfremde Erträge in Höhe von T€ 634 (Vorjahr T€ 1.306) aus der Auflösung von Rückstellungen und Wertberichtigungen, aus dem Eingang ausgebuchter Forderungen und aus dem Verkauf von Anlagevermögen, Erträge aus Fremdwährungsumrechnung in Höhe von T€ 390 (Vorjahr T€ 3) und andere Erträge in Höhe von T€ 8.141 (Vorjahr T€ 8.476), die in beiden Jahren im Wesentlichen auf staatliche Unterstützungsleistungen zur Abmilderung der wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie zurückzuführen sind. Der Personalaufwand stieg im Vergleich zum Vorjahr nur leicht um T€ 705 auf T€ 28.215 (i. Vj. T€ 27.510), obwohl im Vorjahr der Personalaufwand durch Sondereffekte wie Kurzarbeit, freiwillige Gehaltsverzichte und aus der Streichung von variablen Gehaltsanteilen positiv beeinflusst war. Die Aufwendungen für Altersversorgung sanken um T€ 124. Der jahresdurchschnittliche Personalstand in der Gruppe stieg um 2 % bei gewerblichen Mitarbeitern in den asiatischen Fertigungsbetrieben und sank um 2 % insbesondere bei Angestellten der inländischen Konzernbereiche. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen stiegen um T€ 3.082 auf T€ 31.595 (i. Vj. T€ 28.513). Darin stiegen die Vertriebsaufwendungen (inkl. Lizenzaufwendungen) im Wesentlichen umsatzbedingt sowie durch die Wiederaufnahme von Messen und im Vorjahr ausgefallenen Werbeaktionen, aber auch durch teurere Frachtraten in Summe um T€ 3.207. Aufwendungen für eigenen und angemieteten Grundbesitz stiegen um T€ 1.212, was in Höhe von T€ 538 auf dem erstmaligen Ausweis bestimmter flächenbezogener Logistikaufwendungen unter den Mietaufwendungen beruht. Des Weiteren stiegen die unter den Mietaufwendungen ausgewiesenen Rückstellungen für Rückbauverpflichtungen in angemieteten Einzelhandelsstandorten um T€ 310. Weitere Erhöhungen resultierten aus im Vorjahr temporär gewährten Mietreduktionen und aus Vertragsanpassungen. Die allgemeinen Betriebs- und Verwaltungskosten sanken um T€ 1.335. Zum einen wirkt sich der zuvor beschriebene Ausweis flächenbezogener Logistikkosten unter den Mietaufwendungen an dieser Stelle entlastend aus; die Aufwendungen für Lager- und Versandarbeiten durch Fremddienstleister sanken auch hierdurch in Summe um T€ 661. Verringert haben sich auch Aufwendungen für Kursverluste (T€ -826), Beratungsaufwendungen (T€ -639), Miet- und Leasingaufwendungen und Maschineninstandhaltungsaufwand (T€ -316) sowie Aufwendungen für Versicherungen (T€ -75). Sonstige Aufwendungen stiegen dagegen um T€ 1.182 an, insbesondere getrieben durch Fremdleistungen im Zusammenhang mit dem gestiegenen Umsatz im E-Commerce. Die Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen sanken um T€ 275 auf T€ 1.831. Abschreibungen auf Gegenstände des Umlaufvermögens waren im Berichtsjahr nicht vorzunehmen (Vorjahr T€ 2.781). In Summe konnte der gestiegene Rohertrag die erhöhten Nettobetriebskosten überkompensieren, sodass, bei gegenüber dem Vorjahr vergleichbarer Höhe der erhaltenen Corona-Hilfen, ein operatives Ergebnis von + T€ 122 erzielt wurde (Vorjahr T€ - 3.267). Das Finanzergebnis verbesserte sich um T€ 214 auf T€ -2.056, insbesondere da die Erträge aus Beteiligungen an assoziierten Unternehmen um T€ 180 anstiegen. Die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag stiegen um T€ 133 auf T€ 1.013. Dies ist im Wesentlichen auf den erhöhten Ertragsteueraufwand im asiatischen Teilkonzern zurückzuführen. Der Teilkonzern Seidensticker (Overseas) Ltd. in Fernost hat wiederholt ein deutlich positives Ergebnis auf einem gegenüber Vorjahr wieder erstarkten Niveau erwirtschaftet. Das Konzernergebnis nach Ertragsteuern des Geschäftsjahres 2021/2022 liegt somit bei T€ -2.948. Gegenüber dem von den Auswirkungen der Covid-19-Krise noch stärker beeinträchtigten Vorjahr hat sich das Ergebnis somit um T€ 3.469 verbessert. 3.2. Vermögenslage Aus den Bilanzen zum 30. April 2022 und 30. April 2021 des Konzerns lassen sich die Vermögens- und Kapitalstruktur sowie deren Veränderung wie folgt ableiten:
Die Seidensticker-Gruppe weist zum Abschlussstichtag nicht durch Vermögenseinlagen gedeckte Verlustanteile in Höhe von T€ 13.392 (Vorjahr T€ 11.519) und eine entsprechende bilanzielle Unterdeckung aus. Dies ist insbesondere Folge des abermals angefallenen Jahresfehlbetrages, abgemildert durch einen um T€ 1.076 verbesserten Währungsausgleichsposten im Eigenkapital. Die Unternehmensplanung für die Seidensticker-Unternehmensgruppe zeigt in Verbindung mit einer Anpassung der Finanzierungsvereinbarungen für die Textilkontor und die Seidensticker-Unternehmensgruppe für das laufende Geschäftsjahr 2022/2023 (und die Folgejahre bis zum 30. April 2026) keinen ungedeckten Finanzbedarf. Gleichwohl ist bis zur vollständigen Wirkung der Restrukturierungsmaßnahmen sowie einer nachhaltigen Erholung der Unternehmung im Geschäftsjahr 2022/2023 noch von einer weiteren Erhöhung der bilanziellen Unterdeckung auszugehen. Auf der Aktivseite sank das lang- und mittelfristig gebundene Vermögen um T€ 6.268. Der langfristig gebundene Teil der sonstigen Vermögensgegenstände sank insbesondere im Zusammenhang mit der Verringerung eines Mieterdarlehens um T€ 4.145, das Sachanlagevermögen sank im Wesentlichen abschreibungsbedingt um T€ 244. Zudem wird ein als Sicherheit verpfändetes Bankguthaben im Geschäftsjahr 2022/2023 frei und wird daher nun im kurzfristig gebundenen Vermögen ausgewiesen. Das kurzfristig gebundene Vermögen unter Einbezug des Rechnungsabgrenzungspostens stieg um T€ 9.691. Erheblich erhöhten Vorratsbeständen (T€ +12.462) und Kundenforderungen (T€ +1.601) standen insbesondere geringere Forderungen gegen Gesellschafter (T€ -2.051), geringere flüssige Mittel (T€ -1.912) sowie sonstige Vermögensgegenstände und Rechnungsabgrenzungsposten (T€ -329) gegenüber. Auf der Passivseite ist der Anteil des lang- und mittelfristig zur Verfügung stehenden Kapitals auf 41,0 % gesunken (Vorjahr 55,2 %). Der Rückgang des lang- und mittelfristigen Kapitals entfällt insbesondere auf Bankverbindlichkeiten (T€ -9.191) und resultiert im Wesentlichen aus Tilgungen und darüber hinaus gegenüber dem Vorjahr kürzeren Restlaufzeiten der bestehenden Darlehensverpflichtungen. Der Anteil des kurzfristig zur Verfügung stehenden Kapitals stieg auf 59,0 % (Vorjahr 44,8 %). Insbesondere stiegen die kurzfristigen Bankverbindlichkeiten um T€ 4.549 durch erhöhte Inanspruchnahmen kurzfristiger Kreditlinien als Folge von Darlehenstilgungen bei gleichzeitig erhöhter Working-Capital-Finanzierung. Insgesamt haben sich die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten um T€ 4.642 reduziert. Die Lieferverbindlichkeiten lagen stichtagsbezogen um T€ 8.762 über dem Vorjahreswert, was insbesondere auf die im Zusammenhang mit den gestörten Lieferketten ausgehandelten Zahlungszielverlängerungen bei Zulieferern von Rohwaren zurückzuführen ist, aber auch auf die im Vergleich zum Vorjahr erhöhten Einkäufe. Die sonstigen Rückstellungen und Steuerrückstellungen stiegen um T€ 354, insbesondere wegen erhöhter Rückstellungen für laufende Steuern. 3.3. Finanzlage Einen Überblick über die Veränderung der Finanzierungsmittel gibt die nachfolgende Kapitalflussrechnung, die auch die Vergleichszahlen der Vorperiode aufzeigt:
Neben Genussrechtskapital, Bankdarlehen und Kontokorrentlinien der TK besteht eine Factoring-Vereinbarung, die zu einer schnelleren Verfügbarkeit der liquiden Mittel aus den Absatzgeschäften des Inlandskonzerns führt. Eine im Jahr 2020 zur Deckung eines durch die Covid-19-Krise ausgelösten zusätzlichen Betriebsmittelbedarfes aufgenommene Fazilität innerhalb des Konsortialkreditvertrages ist durch eine Bürgschaft des Landes Nordrhein-Westfalen besichert. Zum Stichtag 30. April 2022 nutzte die Unternehmensgruppe lang- und mittelfristige Bankdarlehen von 12,5 Mio. € (Vorjahr 21,7 Mio. €) sowie Genussrechtskapital von 6,0 Mio. € (Vorjahr 6,0 Mio. €). Im kurzfristigen Bereich wurden Kreditlinien und Bankdarlehen (mit im Folgejahr fälligen Tilgungsraten) in Höhe von insgesamt 17,9 Mio. € (Vorjahr 13,3 Mio. €) in Anspruch genommen. Im aktuellen Geschäftsjahr 2022/2023 erfolgte eine Anpassung der Finanzierungsverträge auf die aktuellen Erfordernisse. Die bestehenden Finanzierungsinstrumente ermöglichen auch unter Berücksichtigung saisonaler Spitzen sowohl beim Liquiditätsbedarf als auch bei den verfügbaren Linien die jederzeitige Zahlungsfähigkeit der TK und der Seidensticker-Gruppe auf Basis der aktuellen Mittelfristplanung der Seidensticker-Gruppe. C. Prognosebericht In der im September 2022 veröffentlichten Konjunkturprognose geht das ifo Institut für 2022 von einem nur noch moderaten Wachstum des BIP in Höhe von 1,6 % und für 2023 von einem negativen BIP in Höhe von -0,3 % aus. Somit steht der deutschen Wirtschaft eine Rezession unmittelbar bevor. Die Schätzung des Instituts für die Inflationsrate 2022 liegt bei 8,1 %, mit einem weiteren Anstieg im Jahr 2023 auf jahresdurchschnittlich 9,3 %. Für das erste Quartal 2023 erwartet das Ifo Institut eine Inflationsrate von 11 %, insbesondere angesichts der dann in den Endverbraucherpreisen ankommenden Preiserhöhungen für Strom und Gas. Ein Ende der Rezession sieht das Ifo Institut für 2024 mit einem dann erwarteten Wirtschaftswachstum von 1,8 % und einer auf 2,4 % gesunkenen Inflationsrate. Dementsprechend schlecht ist die Stimmung in der deutschen Wirtschaft. Der ifo Geschäftsklimaindex ist bis zum August 2022 weiter auf 88,5 Punkte gefallen. Die Preisanstiege sind auch in der Textil- und Bekleidungsbranche zu verzeichnen. Im August 2022 lagen die Preisanstiege für Bekleidung bei rd. 6,5 % im Vergleich zu August 2021 und für Textilien sogar bei 13 %. Angesichts der anhaltenden Knappheiten, fortgesetzten Störungen der Lieferketten auch in wichtigen asiatischen Produktionsländern wie China und fortwährenden Preisanstiegen insbesondere im Energiesektor ist ein Ende des Erzeugerpreisanstieges nicht in Sicht. Die Rohstoffeinfuhren stiegen bis Juni deutlich um +28,6 %, wobei der Großteil der Steigerungen auf Preisanstieg zurückzuführen ist. Insgesamt sieht sich die Textil- und Bekleidungsindustrie nach Einschätzung des Branchenverbands textil + mode im Jahr 2022 auf dem Pfad der Erholung. Allerdings wird das Niveau der Vorkrisenzeit noch nicht erreicht, und die deutlich positive Umsatzentwicklung im Vergleich zum Vorjahreszeitrum (bis Juni 2022 im Bereich Bekleidung um 25,9 %) bemisst sich an einem von Lockdowns beeinträchtigten Basiswert des Jahres 2021. Auch ist derzeit keine Veränderung der Beschäftigung in der Textil- und Bekleidungsbranche insgesamt zu erkennen. Im Geschäftsjahr 2022/2023 wird die Unternehmensgruppe Seidensticker die Umsetzung der begonnenen Restrukturierungsprojekte weiter vorantreiben. Mit Beginn der Covid-19-Pandemie hatte die Unternehmensgruppe umgehend Maßnahmen ergriffen, um den Umsatz- und Ergebniseinbruch in Teilen kompensieren zu können. Das Maßnahmenpaket wurde und wird kontinuierlich fortgeschrieben und erweitert. Auch wenn wir davon ausgehen, dass in der Vergangenheit relevante Ergebnisbeiträge aus Themen wie Kurzarbeit, Mitarbeiterbeiträgen, staatlichen Unterstützungsleistungen im Rahmen der Überbrückungshilfen der deutschen Bundesregierung sowie die Fertigung von medizinischer Schutzkleidung in Zukunft nicht mehr zur Anwendung kommen, so werden ergebnisverbessernde Maßnahmen in anderen Themengebieten umgesetzt: Mit der Einführung eines modernen Product-Lifecycle-Management (PLM)-Systems, das in 2023 zur konzernweiten Anwendungslösung für alle Produkt- und Produktionsdaten ausgerollt wird, wird die Grundlage für strukturelle Anpassungen insbesondere im asiatischen Teilkonzern geschaffen. Die Immobilie in Bielefeld, welche wir im Rahmen einer sale and lease back-Vereinbarung als Unternehmenszentrale und für den Fabrikverkauf nutzen, ist im aktuellen Geschäftsjahr 2022/2023 veräußert worden. Hieraus werden der Seidensticker-Gruppe in zwei Schritten finanzielle Mittel zufließen - eine erste Charge im Herbst 2022 und die größere Restzahlung bei Übergabe des Gebäudes an den Käufer und Erfüllung aller Voraussetzungen im ersten Kalenderhalbjahr 2023. Diese Mittel werden im Wesentlichen zur Rückführung der Kreditverbindlichkeiten eingesetzt und so eine Entschuldung ermöglichen. Ein Teil der Zuflüsse wird verwendet, um eine alternative Immobilie für die Unternehmenszentrale und für den Fabrikverkauf in Bielefeld auszugestalten (Mietereinbauten und Ladenbau). In diesem Zusammenhang erarbeiten wir derzeit ein New-Work-Konzept, um die kooperative Zusammenarbeit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern am Hauptsitz mit flachen Hierarchien auch räumlich unterstützen zu können und ein modernes, zukunftsweisendes Arbeitsumfeld zu garantieren. Wir werden auch im Geschäftsjahr 2022/2023 auslaufende Mietverträge in unrentablen Einheiten des konzerneigenen Facheinzelhandels nicht verlängern und Sonderkündigungsrechte gegenüber Vermietern ausüben, sofern dies nicht bereits erfolgt ist. Alle strategische Kraft der Unternehmensgruppe soll sich nun zum einen auf die weitere Stärkung der Marke Seidensticker und zum anderen auf die Akquise von Neukunden im Private Label-Bereich im inländischen Geschäft wie auch in der asiatischen Vertriebseinheit richten. Dabei sind wir uns bewusst, dass insbesondere die Preissteigerungen für Rohwaren, verstärkt durch die Schwäche des Eurokurses im Verhältnis zum US-Dollar, als zusätzliche Herausforderung in den kommenden Saisons berücksichtigt werden müssen. Im Geschäftsjahr 2022/2023 leidet die Auslieferung der Marke Seidensticker an nationale und internationale Handelskunden teilweise unter Lieferterminverzögerungen, die sich aus den noch immer bestehenden Störungen in den internationalen Lieferketten ergeben haben. Die Beschaffung von Rohwaren hat sich verkompliziert, sodass bereits in dieser Stufe des Fertigungsprozesses mehr Flexibilität und erhöhte Sicherheitsbestände erforderlich sind. Auch die internationalen Transporte sind hinsichtlich ihrer Verfügbarkeit, ihrer Laufzeiten und ihrer Kosten mit hohen Unsicherheiten behaftet. In dieser schwierigen Situation haben wir mit neu entwickelten Monitoring-Tools die Transparenz der supply chain entscheidend verbessern können. Dennoch behauptet sich die Marke Seidensticker sehr gut im Marktumfeld. Der Auftragseingang für die Frühjahr-/Sommer-Saison 2023 konnte mit deutlichen Wachstumsraten zum Vorjahr abgeschlossen werden; auch das geplante Niveau konnte deutlich übertroffen werden. Der Bereich E-Commerce ist weiterhin ein stark wachsender Bereich innerhalb der Unternehmensgruppe. Mit der Anbindung neuer Marktplätze und dem Aufbau neuer internationaler eigener Onlineshops im Berichtsjahr 2021/2022 ist die Basis für weiteres Wachstum gegeben. Darüber hinaus werden zusätzliche Aktivitäten zur Neukundengewinnung und eine Neuordnung der internen Organisationsstruktur das für 2022/2023 geplante Wachstum stützen. Daneben bleibt der eigene stationäre Handel weiterhin ein wichtiger strategischer Absatzkanal, auch wenn weitere unrentable Geschäftseinheiten im Geschäftsjahr 2022/2023 geschlossen wurden oder die Schließung noch bevorsteht. Selektiv werden auch neue Standorte projektiert und eröffnet, sofern sie eine vielversprechende Ergänzung unseres Storeportfolios darstellen. Die Kundenfrequenzen im deutschen stationären Facheinzelhandel sind allerdings auch Mitte des Jahres 2022 noch unter den Werten des Vorkrisenjahres 2019, so+dass die Erreichung der erforderlichen Kennziffern weiterhin herausfordernd bleibt. Da jedoch das Geschäftsjahr 2021/2022 noch von Zutrittsbeschränkungen wie 2-G-Regeln beeinträchtigt war und die Verkäufe kein normales Niveau erreicht hatten, ist auch in diesem Segment des Konzerns von einem deutlichen Umsatzwachstum auszugehen. Das Großkundengeschäft des Private Label-Bereiches planen wir für 2022/2023 nur leicht wachsend, denn trotz aller Bemühungen, Neukunden unter den Großkunden zu gewinnen, wird es auch in diesem Kundenumfeld zum Entfall von Aufträgen kommen. In Summe erwarten wir für 2022/2023 eine deutliche Steigerung des Konzernumsatzes und auch entsprechend erhöhte Roherträge im Vergleich zum Berichtsjahr. Angesichts des weiterhin zu niedrigen Umsatzniveaus wird trotz einmaliger ergebnisverbessernder Sondereffekte aus dem Verkauf des Firmengebäudes nochmals ein negatives Konzernergebnis leicht besser als im Berichtsjahr erwartet, wodurch zum 30. April 2023 erhöhte nicht durch Vermögenseinlagen gedeckte Verlustanteile ausgewiesen werden. Hierdurch werden sich aber keine negativen Auswirkungen auf die positive Fortführungsprognose für die Seidensticker-Gruppe ergeben, da wir aufgrund unserer aktuellen Unternehmensplanung sowie der mit unseren Finanzierungspartnern im aktuellen Geschäftsjahr 2022/2023 modifizierten Vereinbarungen von der Fortführung der Unternehmenstätigkeit ausgehen können. Vor dem Hintergrund der eingeleiteten Restrukturierung der Seidensticker-Gruppe, aber insbesondere auch vor dem Hintergrund der absehbaren Rezession im europäischen Raum, möglicher Konsumzurückhaltung und zu erwartender weiterer Kostensteigerungen bei Material-, Personal- und Sachaufwendungen können zudem auch in 2022/2023 bisher noch nicht absehbare Maßnahmen notwendig werden und Sondereffekte eintreten, die das Jahresergebnis negativ oder positiv beeinflussen können. Zur Sicherstellung der Durchfinanzierung der Unternehmensgruppe Seidensticker mindestens über den aktuellen Planungszeitraum bis 2025/2026 bestehen entsprechende Finanzierungsvereinbarungen. Da zur Absicherung des Planergebnisses monatlich die laufende Erfolgskontrolle aller Budgetgrößen erfolgt, gehen wir weiterhin von einer Erreichung des Planergebnisses aus. Mit dem ersten Quartal des neuen Geschäftsjahres 2022/2023 liegt die Seidensticker-Gruppe im Ergebnis nach Steuern etwas besser als geplant. Die Seidensticker-Gruppe agiert als vollintegrierter Spezialist von Hemden und Blusen und deckt in Abhängigkeit vom Geschäftsbereich unterschiedliche Stufen der Wertschöpfungskette ab. Die vertikale Integration ermöglicht Einkaufs- und Produktionsvorteile. Auf der Beschaffungsseite werden die Dispositionen der Beteiligungsunternehmen im Zuge der für die gesamte Seidensticker-Gruppe beschlossenen knappen Beschaffungs- und Bevorratungsstrategie eng mit den Vertriebsdaten abgestimmt. In der aktuellen Situation sind darüber hinaus die Effekte aus den Störungen der internationalen Lieferketten als neue Parameter in die Bevorratungsstrategie der Gruppe eingeflossen. D. Chancen- und Risikobericht 1. Risikobericht Ein entscheidendes Risiko des Konzerns liegt in der Sicherstellung der Finanzierung sowie der diesbezüglichen Aufrechterhaltung der jederzeitigen Liquidität. Diesem Risiko wird durch die Vereinbarung ausreichender Banklinien begegnet. Die weiterhin nicht endgültig abschätzbare Entwicklung der Covid-19-Pandemie in den Herbst- und Wintermonaten 2022/2023 und deren mögliche Folgen stellen eine besondere Unsicherheit und ein besonderes Risiko für die Liquidität der Seidensticker-Gruppe dar. Hinzu kommen die möglichen negativen Auswirkungen aus Inflation, Konsumzurückhaltung, Rezession und Ukrainekrieg, die für uns als international agierendes mittelständisches Unternehmen ausgesprochen schwierig abzusehen sind. Im Rahmen unserer aktuellen Planung haben wir Umsatz- und Kostenrisiken in einem aus unserer Sicht geeigneten Maß berücksichtigt. Mit den bestehenden, im aktuellen Geschäftsjahr 2022/2023 angepassten Finanzierungsverträgen sowie mit den Zuflüssen in Zusammenhang dem Verkauf der Immobilie haben wir die Voraussetzungen für eine mittel- bzw. langfristige Finanzierung der Unternehmensgruppe geschaffen. Durch eine fortlaufende Liquiditätsplanung wird der Liquiditätsbedarf ständig überwacht und analysiert. Zudem besteht für den inländischen Konzern eine Factoring-Vereinbarung, die bereits auf Ebene der Tochterunternehmen zur Liquiditätsverbesserung beiträgt. In der Bekleidungsindustrie ist das Restantenrisiko von besonderer Bedeutung. Saisonal nicht verkaufte Ware kann in der Regel nur mit hohen Preisnachlässen vermarktet werden. Kam es in den Jahren 2020 und 2021 als Folge der Geschäftsschließungen im Rahmen der nationalen und internationalen Lockdowns in der Branche noch zu einem Warenstau, so steht in unserer Eigenschaft als Produzent und Handelspartner derzeit eher eine erhöhte Bevorratung zur Abmilderung von Störungen in den Prozessketten im Vordergrund. Zur Vermarktung von Restmengen bedient sich der Konzern unter anderem der Factory Outlets, über welche die Seidensticker-Gruppe im In- und Ausland verfügt. Auch das Konsumentenverhalten ist ein Risiko der Bekleidungshersteller, da mit der verschlechterten Wirtschaftslage eine sinkende Nachfrage der Endverbraucher nach Bekleidung einhergehen kann. Diesem Risiko begegnet der Konzern durch die genannte Dispositionssteuerung sowie die preisliche Diversifikation des Produktprogrammes. Veränderungen in der Wettbewerbssituation unserer Abnehmer, insbesondere Konsolidierungen, Zusammenschlüsse und Insolvenzen im Bereich von Großkunden, Warenhäusern und Filialisten, können ein Risiko für den Konzern darstellen, wenn sich daraus der Preiswettbewerb im Markt verschärft oder wenn sich daraus Anteiligkeiten der Absatzkanäle verschieben. Diesem Risiko begegnen wir, indem wir mit unserem Produktportfolio unterschiedliche Kundenkreise ansprechen. Veränderungen internationaler Handelsbeziehungen können sich negativ auf die Seidensticker-Gruppe auswirken, da wir weltweit auf Beschaffungs- und Absatzmärkten vertreten sind. Risiken ergeben sich zudem aus der weiterhin angespannten Situation auf dem Frachtmarkt. Als Folge von knappen Transportkapazitäten sowie aus verlängerten Verschiffungsdauern wird die Einhaltung von Lieferterminen gefährdet. Außerdem sehen wir aktuell das Risiko deutlicher Preissteigerungen. Sowohl die Roh- und Fertigwarenpreise als auch Kosten im Personalbereich sowie Sachkosten in Bereichen wie Energie, Frachten, Dienstleistungen, Mieten und Mietnebenkosten sind Preissteigerungen ausgesetzt. Hier besteht für uns das Risiko, dass die Preiserhöhungen nicht vollumfänglich und nicht sofort an die Kunden weitergegeben werden können. Diesem Risiko können wir zum Teil begegnen, da im Kollektionsrhythmus saisonal neue Produkte kreiert werden. Dem Ausfallrisiko von Kundenforderungen begegnet der Konzern, indem die Forderungen der Inlandsgesellschaften im Rahmen der Limite durch eine Factoring-Gesellschaft angekauft werden und versichert sind. Das Konzerneigenkapital unterliegt bezüglich des in Hongkong-Dollar bestehenden Eigenkapitals des Teilkonzerns SOL Währungsschwankungen in Abhängigkeit von der Volatilität des US-Dollars, die einen erheblichen Einfluss auf die Höhe des Konzerneigenkapitals haben können. Da ein Großteil des Beschaffungsvolumens aus dem asiatischen Raum bezogen wird und die Einkaufspreise direkt oder indirekt von der Entwicklung des US-Dollar abhängen, unterliegen die Beschaffungspreise Währungsrisiken. Diesen begegnen wir, indem wir unser geplantes Einkaufsvolumen in US-Dollar in ausreichendem Umfang mit Termingeschäften absichern. Die Derivate werden ausschließlich zur Absicherung von Einkaufsvolumen eingesetzt. 2. Chancenbericht Die Seidensticker-Gruppe steuert die gesamte logistische Kette von der Stoffbeschaffung über die Produktion bis zum Abruf der Ware in eigens entwickelten Supply Chain Management-Systemen selbst. Da alle relevanten Informationen über Produktions- und Logistikdaten jederzeit zur Verfügung stehen, ist die zeitgenaue und professionelle Steuerung des Warenflusses als besondere Stärke und Chance des Konzerns hervorzuheben. Aus der erfolgreichen Umsetzung der Restrukturierungsprojekte erwarten wir die schnellstmögliche Wiederherstellung der Ertragsfähigkeit der Seidensticker-Gruppe. Sollte der Gesamtmarkt schneller als erwartet wieder in Wachstumsdynamik kommen, dann sehen wir in unserer vertikalen Integration den Vorteil, Kapazitätsausweitungen schnell und marktkonform anbieten zu können. Das Thema Nachhaltigkeit ist ein wichtiger Bestandteil unserer Unternehmensphilosophie. Wir haben uns in einer Grundsatzerklärung zu sozialem Engagement, dem Umweltgedanken und einem fairen Miteinander als tragende Säulen unserer Gesellschaft bekannt. In dieser Zielrichtung haben wir unser Corporate Responsibility Engagement in den letzten Jahren deutlich verstärkt und für die Marke Seidensticker eine ganzheitliche Nachhaltigkeitsstrategie etabliert, die erstmalig auch eine On-Product-Kennzeichnung "together responsible" beinhaltet. Wir sind aktiv im Steuerungskreis für nachhaltige Textilien (Textilbündnis) beteiligt. Mit der weiteren Fokussierung auf die Kernmarke Seidensticker sehen wir ein sehr großes Potenzial. Die Seidensticker-Gruppe ist international präsent und wettbewerbsfähig, woraus weitere Marktchancen generiert werden können. Auch in der Verbindung der klassischen Vertriebswege Wholesale, Retail und Onlinehandel sehen wir Wachstumspotenzial der Seidensticker-Gruppe. Im Private Label-Segment gibt es gerade im volatilen Umfeld der Bekleidungsbranche die Chance, als Hemden- und Blusenspezialist wahrgenommen zu werden und somit für Industrie und Handel besondere Vorteile im Hinblick auf Qualität, Nachhaltigkeit und Prozessverschlankungen bieten zu können. 3. Gesamtaussage Vor dem Hintergrund unserer operativen und strategischen Neuaufstellungen, unserer konsequenten Nachhaltigkeitsstrategie, unserer Marktkenntnisse, unserer Diversifizierung in allen Elementen der Supply Chain und einer gesicherten Finanzierung sehen wir uns für die Bewältigung der künftigen Herausforderungen trotz der aktuellen Konjunkturrisiken gut aufgestellt. Risiken, die den Fortbestand des Konzerns gefährden könnten, sind derzeit nicht erkennbar.
Bielefeld, den 26. September 2022 Geschäftsführung der Seidensticker Verwaltungs GmbH |
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TK Buying GmbH GmbH
Strukturierte Daten
Geparste, typisierte und über die API direkt abfragbare Felder.
Stammdaten
- Rechtsform
- GmbH
- Anschrift
-
Am Stadtholz 39
33609 Bielefeld - Handelsregister
- HRB 30092, Bielefeld
- Eintragungsdatum
- 30 april 1973
- Branche
-
Großhandel mit Textilien
Tätigkeiten der Großhandelsvermittlung von Bekleidung und Bekleidungszubehör
Tätigkeiten der Großhandelsvermittlung von Möbeln - Unternehmenszweck
- a) der Aufbau von Logistik- und Controlling-Systemen, Ablaufoptimierung, insbesondere in den Bereichen Beschaffung, Lagerhaltung und Versand sowie die Entwicklung von ökonomisch und ökologisch sinnvollen Verpackungen, die Optimierung von Arbeitsabläufen in Fertigung und Verwaltung, der Aufbau von Informationssystemen und die Beratung in betriebswirtschaftlichen Fragen, b) die Beratung und Unterstützung von Wirtschaftsunternehmen bei der Auswahl, Einführung und Anwendung moderner Organisationsformen, vornehmlich unter Einsatz von Verfahren der elektronischen Datenverarbeitung, c) der Handel mit Büroausstattungsgegenständen und Büromaschinen aller Art, d) die gemeinsame Beschaffung von Waren und Dienstleistungen für die Konzerngesellschaften. Die Gesellschaft verfolgt insbesondere folgende Ziele: Die Bündelung der Einkaufsinteressen ihrer Mitglieder. Die Optimierung der Einkaufsprozesse, um Kosteneinsparungen zu erzielen. Die Verhandlung von vorteilhaften Einkaufskonditionen bei Lieferanten. Die Qualitätssicherung der beschafften Waren und Dienstleistungen. Die Erbringung von Beratungsdienstleistungen im Bereich Einkaufsmanagement. Die Durchführung von Angebotsvergleichen & gegenüberstellungen. Die Überwachung der Beschaffungsvolumen (Mengen, Art, Kosten etc.). Die Ausführung von Lieferantenbewertungen, e) die Beschaffung, der Handel und der Vertrieb von Bekleidung und Textilien aller Art sowie artverwandten und ergänzenden Erzeugnissen. Die Gesellschaft kann alle Geschäfte betreiben, die sich unmitelbar oder mittelbar aus dem Gesellschaftszweck ergeben. Die Gesellschaft kann gleiche oder ähnliche Unternehmen erwerben oder sich daran beteiligen.
Finanzen
Bilanz
2023- Umlaufvermögen 63,1 % 48,07 Mio
- Nicht durch Vermögenseinlagen gedeckte Verlustanteile der Kommanditisten 25,3 % 19,25 Mio
- Anlagevermögen 9,7 % 7,35 Mio
- Aktive Rechnungsabgrenzungsposten 1,8 % 1,34 Mio
- Aktive latente Steuern 0,2 % 131,7 k
- Aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung 0,0 % 0
- Verbindlichkeiten 71,3 % 54,31 Mio
- Rückstellungen 28,6 % 21,78 Mio
- Ausgleichsposten für aktivierte eigene Anteile 0,1 % 52,0 k
- Eigenkapital 0,0 % 0
Bilanzdaten für 6 weitere Geschäftsjahre verfügbar.
Gewinn- und Verlustrechnung
2023- Umsatzerlöse 56,1 % 126,81 Mio
- Konzernbilanzgewinn/Konzernbilanzverlust 21,8 % −49,24 Mio
- Verlustvortrag 18,8 % −42,59 Mio
- Erhöhung oder Verminderung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen 1,8 % 4,02 Mio
- Sonstige betriebliche Erträge 1,4 % 3,13 Mio
- Gewinne aus Beteiligungen an assoziierten Unternehmen 0,1 % 224,1 k
- Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 0,0 % 25,3 k
- Materialaufwand 47,5 % −66,84 Mio
- Sonstige betriebliche Aufwendungen 26,2 % −36,92 Mio
- Personalaufwand 22,4 % −31,59 Mio
- Zinsen und ähnliche Aufwendungen 2,0 % −2,87 Mio
- Abschreibungen 1,1 % −1,54 Mio
- Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 0,8 % −1,10 Mio
- Jahresüberschuss/Jahresfehlbetrag −6,65 Mio
GuV-Daten für 6 weitere Geschäftsjahre verfügbar.
Vertretungsberechtigte
-
Gerd Oliver Seidensticker
seit 2018 Geschäftsführer
-
Marc Alfredo Dr. Barrantes León
seit 2020 Geschäftsführer
-
Johannes Werner
seit 2020 Prokura
-
Kristina Güse
seit 2019 Prokura
-
Nadine Koring
seit 2019 Prokura
-
Nico Kemmler
seit 2020 Prokura
-
Silvia Dr. Bentzinger
seit 2008 Prokura
Historie
- 2024
-
27.12.
Austritt einer PositionHorst Dr. Gersmeyer · Managing Director
-
27.12.
Austritt einer PositionFrank-Walter Seidensticker · Managing Director
-
20.03.
Austritt einer PositionT***** S****** · Procura
-
20.03.
Berichtigung personenbezogener DatenMarc Alfredo Dr. Barrantes León · Managing Director
- 2023
-
05.12.
Zweckänderunga) der Aufbau von Logistik- und Controlling-Systemen, Ablaufoptimierung, insbesondere in den Bereichen Beschaffung, Lagerhaltung und Versand sowie die Entwicklung von ökonomisch und ökologisch sinnvollen Verpackungen, die Optimierung von Arbeitsabläufen in Fertigung und Verwaltung, der Aufbau von Informationssystemen und die Beratung in betriebswirtschaftlichen Fragen, b) die Beratung und Unterstützung von Wirtschaftsunternehmen bei der Auswahl, Einführung und Anwendung moderner Organisationsformen, vornehmlich unter Einsatz von Verfahren der elektronischen Datenverarbeitung, c) der Handel mit Büroausstattungsgegenständen und Büromaschinen aller Art, d) die gemeinsame Beschaffung von Waren und Dienstleistungen für die Konzerngesellschaften. Die Gesellschaft verfolgt insbesondere folgende Ziele: Die Bündelung der Einkaufsinteressen ihrer Mitglieder. Die Optimierung der Einkaufsprozesse, um Kosteneinsparungen zu erzielen. Die Verhandlung von vorteilhaften Einkaufskonditionen bei Lieferanten. Die Qualitätssicherung der beschafften Waren und Dienstleistungen. Die Erbringung von Beratungsdienstleistungen im Bereich Einkaufsmanagement. Die Durchführung von Angebotsvergleichen & gegenüberstellungen. Die Überwachung der Beschaffungsvolumen (Mengen, Art, Kosten etc.). Die Ausführung von Lieferantenbewertungen, e) die Beschaffung, der Handel und der Vertrieb von Bekleidung und Textilien aller Art sowie artverwandten und ergänzenden Erzeugnissen. Die Gesellschaft kann alle Geschäfte betreiben, die sich unmitelbar oder mittelbar aus dem Gesellschaftszweck ergeben. Die Gesellschaft kann gleiche oder ähnliche Unternehmen erwerben oder sich daran beteiligen.
-
05.12.
Änderung des UnternehmensnamensTK Buying GmbH
-
17.08.
AdressänderungTK Buying GmbH
- 2021
-
27.05.
Austritt einer PositionC****** H*** · Procura
Rohdaten & Dokumente
Originaldokumente, Markdown-Volltexte und PDFs – Volltext-Zugriff über die API.
Jahresabschlüsse (Volltext)
Veröffentlichte Berichte als Markdown – inklusive Lagebericht, Bilanz, GuV und Anhang.
- 2023 Konzernabschluss
- 2022 Konzernabschluss ↓
- 2021 Konzernabschluss
- 2020 Konzernabschluss
- 2019 Konzernabschluss
Konzernabschluss 2022
Registerdokumente
PDF-Dokumente direkt vom Amtsgericht – auf Anfrage über den :code Endpunkt abrufbar.
- Aktueller Auszug (AD)
- Chronologischer Auszug (CD)
- Strukturierte Inhalte (SI, XML)
- Gesellschafterliste
- Satzung / Gesellschaftsvertrag
Website-Inhalt
Strukturierter Markdown-Volltext der Unternehmenswebsite – ideal für Anreicherung und AI-Pipelines.
- Website-Snapshot (per AI ermittelt) AI
Strukturierte Daten und Volltexte – pro Unternehmen
Vom Jahresabschluss als HTML bis zur UBO-Liste: jedes Feld einzeln über den features Parameter aktivierbar. Eine API, alle Daten.
- Geschäftszahlen Umsatz, Mitarbeiterzahl, Bilanzsumme, Jahresergebnis pro Geschäftsjahr.
- Vertretungsberechtigte Aktuelle und ehemalige Geschäftsführer, Vorstände, Prokuristen mit Rollen und Datumsangaben.
- Bekanntmachungen Amtliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister inkl. Datum und Volltext.
- Gesellschafter Aktuelle Gesellschafterstruktur mit Beteiligungsquoten und Einlagebeträgen.
- Wirtschaftlich Berechtigte (UBOs) Wirtschaftlich Berechtigte gemäß Transparenzregister.
- Beteiligungen Beteiligungen dieses Unternehmens an anderen Gesellschaften.
- Bilanz Vollständige Bilanzpositionen aus den veröffentlichten Jahresabschlüssen.
- Gewinn- und Verlustrechnung GuV-Positionen pro Geschäftsjahr.
- Jahresabschlüsse (HTML) Veröffentlichte Jahresabschlüsse als gerendertes HTML.
- Insolvenzbekanntmachungen Bekanntmachungen aus den amtlichen Insolvenzregistern.
- News Aktuelle Erwähnungen des Unternehmens aus externen Quellen.
In jeden Stack einbaubar
Egal ob klassische API, AI-Agent oder No-Code-Tool – diese Daten lassen sich überall andocken.
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Tastenkürzel
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