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J. W. OSTENDORF GmbH & Co KG GmbH & Co. KG

Coesfeld ·HRA 1077 Coesfeld
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Teil 1 / 2

Strukturierte Daten

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Stammdaten

Rechtsform
GmbH & Co. KG
Anschrift
48653 Coesfeld
Handelsregister
HRA 1077, Coesfeld
Eintragungsdatum
1. října 1978
Branche
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Finanzen

Bilanz

2020
Aktivseite 151,31 Mio
  • Umlaufvermögen 52,4 % 79,27 Mio
  • Anlagevermögen 32,3 % 48,85 Mio
  • Nicht durch Vermögenseinlage gedeckter Verlustanteil der Kommanditisten 9,5 % 14,37 Mio
  • Nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag 4,8 % 7,26 Mio
  • Eigenkapitaldifferenz aus Währungsumrechnung 0,7 % 1,08 Mio
  • Aktive Rechnungsabgrenzungsposten 0,3 % 484,8 k
Passivseite 151,31 Mio
  • Verbindlichkeiten 90,2 % 136,47 Mio
  • Rückstellungen 8,3 % 12,61 Mio
  • Passive latente Steuern 1,0 % 1,57 Mio
  • Passive Rechnungsabgrenzungsposten 0,1 % 144,0 k
  • Eigenkapital 0,0 % 0
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Bilanzdaten für 5 weitere Geschäftsjahre verfügbar.

Gewinn- und Verlustrechnung

2020
Erträge 247,75 Mio
  • Umsatzerlöse 90,2 % 223,37 Mio
  • Auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen 3,9 % 9,63 Mio
  • Umgliederung ›Nicht durch Vermögenseinlage gedeckter Verlustanteil der Kommanditisten‹ 2,6 % 6,36 Mio
  • Umgliederung ›Nicht durch Konzerneigenkapital gedeckter Fehlbetrag‹ 1,7 % 4,20 Mio
  • Erhöhung oder Verminderung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen 1,1 % 2,65 Mio
  • Sonstige betriebliche Erträge 0,6 % 1,52 Mio
  • Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 0,0 % 23,5 k
  • Belastung auf Rücklagenkonten 0,0 % 0
  • Belastung auf Kapitalanteil der Kommanditisten des Munterunternehmens 0,0 % 0
  • Ergebnis nach Verwendungsrechnung 0,0 % 0
Aufwendungen 228,49 Mio
  • Materialaufwand 57,5 % 131,43 Mio
  • Sonstige betriebliche Aufwendungen 26,0 % 59,34 Mio
  • Personalaufwand 14,4 % 32,80 Mio
  • Zinsen und ähnliche Aufwendungen 1,9 % 4,40 Mio
  • Sonstige Steuern 0,2 % 510,0 k
  • Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 0,0 % 4,0 k
  • Ergebnis nach Steuern −10,05 Mio
  • Jahresüberschuss/Jahresfehlbetrag −10,56 Mio
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GuV-Daten für 5 weitere Geschäftsjahre verfügbar.

Vertretungsberechtigte

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Eigentum & Beteiligungen

Gesellschafter

Historie

  1. 2024
  2. 07.08.
    Austritt einer Position
    J. W. OSTENDORF GmbH & Co KG · Limited Partner
  3. 07.08.
    Eintritt eines Mitglieds
    J. W. OSTENDORF GmbH & Co KG · Limited Partner
  4. 2023
  5. 13.07.
    Austritt einer Position
    J. W. OSTENDORF GmbH & Co KG · Limited Partner
  6. 13.07.
    Austritt einer Position
    J** O****** · Limited Partner
  7. 13.07.
    Austritt einer Position
    M****** O****** · Limited Partner
  8. 13.07.
    Austritt einer Position
    J*** O****** · Limited Partner
  9. 2018
  10. 08.10.
    Eintritt eines Mitglieds
    J. W. OSTENDORF GmbH & Co KG · Limited Partner
  11. 04.06.
    Eintritt eines Mitglieds
    J. W. OSTENDORF GmbH & Co KG · Limited Partner
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Teil 2 / 2

Rohdaten & Dokumente

Originaldokumente, Markdown-Volltexte und PDFs – Volltext-Zugriff über die API.

Jahresabschlüsse (Volltext)

Veröffentlichte Berichte als Markdown – inklusive Lagebericht, Bilanz, GuV und Anhang.

  • 2023 Konzernabschluss
  • 2020 Konzernabschluss
  • 2019 Konzernabschluss
  • 2018 Konzernabschluss
  • 2017 Konzernabschluss
Vorjahresbericht – frei einsehbar

Konzernabschluss 2020

Veröffentlicht am 17. března 2022 · Quelle: Bundesanzeiger

J. W. OSTENDORF GmbH & Co KG

Coesfeld

Konzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2020 bis zum 31.12.2020

Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2020

1. Geschäft und Rahmenbedingungen

1.1. Angaben zu den Grundlagen und dem Geschäftsmodell

Die J.W. Ostendorf GmbH & Co. KG ist ein international tätiges mittelständisches Industrieunternehmen mit Tochter- und Beteiligungsgesellschaften im Europäischen In- und Ausland. Mit rund 600 Mitarbeitern entwickeln, produzieren und vertreiben wir Farben, Lacke und Lasuren. Durch die exklusive, ganzheitliche und hoch innovative Marketingstrategie für die Marke des Handels wurde eine bedeutende Marktposition innerhalb Europas erreicht. Kern der Unternehmensphilosophie ist die enge Systempartnerschaft mit führenden nationalen und internationalen Handelsorganisationen.

Der Erfolg von JWO und deren Systemsortimenten lässt sich vor allem auf wegweisende Innovationen und kontinuierliche Weiterentwicklungen in verschiedenen Unternehmens- und Produktbereichen zurückführen:

Entwicklung innovativer und maßgeschneiderter Kundenlösungen gemeinsam mit unseren Kunden im Hinblick auf die Gestaltung der Märkte von morgen

Fokus auf Nachhaltigkeitssysteme

Ausbau und Stärkung der modernen wasserbasierten Farben und Anstrichsysteme im gesamten JWO-Systemsortiment

Nutzung neuer Technologien durch kooperative Partnerschaften

Ausweitung der bereichsübergreifenden Entwicklung und Anwendung neuer und intelligenter Technologien

In den letzten Jahren war jedoch zu erkennen, dass der Farbenmarkt vor großen Veränderungen steht und die hohe Wettbewerbsintensität in der Farbenindustrie weiter zunehmen wird. JWO erwartet daher eine Konsolidierung der Branche. Um bei der globalen Konsolidierung eine führende Position einzunehmen hat sich JWO im Jahre 2018 mit einem Partner zusammengeschlossen, welcher in den Segmenten Industrie, Schiffslacke, Bautenfarben und besonders Marke stark ist. Somit übernahm im September 2018 Hempel A/S (Dänemark) im Rahmen einer Joint-Venture Vereinbarung 65 % der Gesellschaftsanteile an der J.W. Ostendorf GmbH & Co. KG.

Als Teil von Hempel ist JWO nun in der Lage das eigene Industriegeschäft zu stärken und von zahlreichen anderen Stärken des Hempel Konzerns zu profitieren. Besonders die enge Zusammenarbeit mit dem britischen Unternehmen Crown Paints, welches ebenfalls zur Hempel Gruppe gehört, bedeutet ein zusätzliches Know-How in Produktion und Marktbearbeitung und schafft somit eine starke Basis für die weitere Expansion auf dem europäischen Farben-Markt. Ebenfalls stehen damit starke Marken für die Geschäftsentwicklung bei JWO zur Verfügung. Dabei werden Crown und JWO jedoch weiterhin unabhängig voneinander am Markt auftreten.

Mit dem Joint-Venture wurden vom Brexit ausgehenden Risiken reduziert. Die Möglichkeit, in den Schlüsselmärkten von morgen - Deutschland, Frankreich und Großbritannien - qualitativ hochwertige Beschichtungslösungen - direkt in Produktionsanlagen im jeweiligen Land herzustellen, bietet enorme Vorteile.

1.2. Entwicklung der Gesamtwirtschaft und der DIY-Branche

Im Corona-Jahr 2020 war das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt (BIP) nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes um 4,8 % niedriger als im Vorjahr. Somit ist die deutsche Wirtschaft nach einer zehnjährigen Wachstumsphase im Jahr 2020 erstmals wieder in eine Rezession geraten. Laut den vorläufigen Berechnungen fiel der konjunkturelle Einbruch damit jedoch insgesamt weniger stark aus als bei der Finanz- und Wirtschaftskrise im Jahre 2008/2009. (Quelle: DESTATIS, Statistisches Bundesamt, 25. Mai 2021)

Dabei hatte sich die deutsche Wirtschaft nach dem historischen Einbruch des BIP im 2. Quartal um 9,7% zunächst wieder erholt (+8,5 % im 3. Quartal). Diese Erholung wurde im 4. Quartal jedoch durch die zweite Corona-Welle und dem dadurch erneut veranlassten Lockdown zum Jahresende gebremst. Davon war besonders der private Konsum betroffen, während die Warenexporte und die Bauinvestitionen die Wirtschaft stützten. (Quelle: CRP Infotec, "Bruttoinlandsprodukt Deutschland - Quartalsergebnisse")

Bei dem konjunkturellen Verlauf zeigt sich ein zweigeteiltes Bild: Ist der Dienstleistungssektor von den Einschränkungen der sozialen Kontakte wieder stärker betroffen, zeigt sich die Entwicklung in der Industrie hingegen weiter relativ robust. Die Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe und die Industrieproduktion haben im November trotz des Teil-Lockdowns weiter zugenommen. Auch der Warenhandel konnte erneut zulegen. Auch der Arbeitsmarkt erweist sich bislang als recht widerstandsfähig. In den letzten Monaten hat die Beschäftigung tendenziell zugenommen, während die Arbeitslosigkeit weiter zurückging. Aufgrund der Entwicklungen zum Jahresende dürfte die Kurzarbeit aber wieder verstärkt in Anspruch genommen worden sein. (Quelle; Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, Artikel "Konjunktur und Wachstum")

In 2020 waren im Jahresdurchschnitt rund 44,8 Millionen Personen mit Arbeitsort in Deutschland erwerbstätig. Nach vorläufigen Berechnungen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) lag die Zahl der Erwerbstätigen im Jahr 2020 um 477.000 Personen (-1,1 %) niedriger als 2019 und war auch um 76.000 Personen (-0,2 %) geringer als im Jahre 2018. 2019 hatte die Zuwachsrate noch +0,9 % betragen. Damit endete in der Corona-Krise der über 14 Jahre anhaltende Anstieg der Erwerbstätigkeit in Deutschland, welcher auch während der globalen Wirtschafts- und Finanzkrise im Jahr 2008/2009 anhielt. (Quelle: DESTATIS, Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung Nr. 001 vom 04. Januar 2021)

Im Bereich des DIY-Segments führten ausgefallene Urlaubsreisen und wenig alternative Ausgabemöglichkeiten zu einer Corona-Sonderkonjunktur mit einem Umsatz von 875 Mio. Euro und einer Verkaufsmenge von 400.000t. Weil die meisten Menschen zu Hause bleiben mussten, nahmen viele Reparaturen und Renovierungen in ihren eigenen vier Wänden vor. Besonders gefragt waren dabei Sortimente wie Anstrichmittel und Malerzubehör.

Aufgrund von Kapazitätsengpässen bei den Malern konnte der Profibereich im Vergleich zu 2019 hingegen nur leicht zulegen.

Für 2021 geht der VDL im Bereich der Bautenanstrichmittel hingegen von einem Rückgang des Umsatzes von 10% aus.

(Quelle: VDL, Pressemitteilung vom 23.02.2021 "Bilanz der deutschen Lack- und Druckfarbenindustrie 2020" sowie handelsdaten.de, Prozentuale Umsatzentwicklung ausgewählter Sortimente im deutschen DIY-Markt im 1. Halbjahr 2020 im Vergleich zum Vorjahr)

Die britische Wirtschaft hat aufgrund des EU Austritts und der unsicheren Zukunftsperspektiven bereits in den Jahren 2018 und 2019 nur um 1,3% und 1,4% zugelegt. Für das Gesamtjahr 2020 rechnen Ökonomen nun mit einem Rückgang der Wirtschaftsleistung um fast 11,3%. Einen erheblichen Anteil haben hier die im Zuge der Corona Krise beschlossenen Maßnahmen, wie dem Komplett-Lockdown im Frühjahr sowie zum Ende des Jahres, welcher Ausgangsbeschränkungen, Bewegungsverboten und Zwangsschließungen im Einzelhandel und Gastgewerben umfasste.

In den nächsten Jahren wird sich die britische Wirtschaft voraussichtlich nur langsam erholen. Die Negativeffekte des endgültigen Abgangs aus EU-Zollunion und Binnenmarkt werden den Rückweg in die volkswirtschaftliche Gewinnzone voraussichtlich erheblich erschweren. (Quelle: www.wko.at, "Die Wirtschaft im Vereinigten Königreich" vom 18.01.2021)

Durch den EU Austritt zeichnen sich für den britischen Farben und Beschichtungssektor bereits jetzt die negativen Auswirkungen ab. So zeigte eine kürzlich durchgeführte Umfrage bei Mitgliedern der British Coatings Federation (BCF) einen erhöhten Verwaltungsaufwand für die Erledigung der Zollpapiere sowie höhere Kosten für importierte Rohstoffe und den Versand der eigenen Waren. Dabei rechnen 30% der befragten Unternehmen mit einem Anstieg der Betriebskosten von 3-10%. Infolgedessen ist mit erheblichen Risiken für die Wettbewerbsfähigkeit der britischen Produktion wie auch für die britischen Exporte zu rechnen. (Quelle: www.coatings.org.uk, Artikel "BCF press release - UK Coatings industry faces significant challenges as result of the new Free Trade Agreement with the EU" com 09.02.2021)

In Frankreich ist die Wirtschaft im Jahr 2020 nicht so stark eingebrochen wie erwartet. Das Bruttoinlandsprodukt fiel 8,3 Prozent niedriger aus als im Jahr zuvor. Die Regierung war in ihren Haushaltsplanungen ursprünglich von einem Minus von elf Prozent ausgegangen. Auf den schweren Corona Einbruch im Frühjahr folge ein Rekordwachstum im Sommer von 18,5 Prozent bevor das BIP von Oktober bis Dezember aufgrund der Beschränkungen im Zuge der zweiten Corona-Welle um 1,3% zum Vorquartal abfiel.

Die Regierung rechnet trotz anhaltender Corona-Beschränkungen mit einer kräftigen Konjunkturerholung im Jahresverlauf 2021. Trotz der aktuell nur langsam angelaufen Impfkampagne in Frankreich geht sie derzeit von einem Wachstum von etwa sechs Prozent aus. (Quelle: Handelsblatt, "Frankreichs Wirtschaft schrumpft 2020 nicht so stark wie erwartet" vom 29.01.2021)

Beschaffungsmarkt 2020

Globale Rohstoffbeschaffungsmärkte unterliegen vielen Einflüssen, die seit Jahren analysiert und bewertet werden. Neu für die Beschaffungsmärkte 2020 ist allerdings der Einfluss von COVID 19, der weltweit Zyklen verändert hat.

Die globale Ausbreitung des neuartigen Coronavirus im ersten Halbjahr 2020 wurde von einem deutlichen Preisverfall auf den internationalen Rohstoffmärkten begleitet. Die weltweit verhängten Lockdown-Maßnahmen zur Eindämmung der durch das Coronavirus ausgelösten Pandemie bremsten die globale Wirtschaft und prägten die Entwicklung auf den internationalen Rohstoffmärkten maßgeblich. Die Lockdown-Maßnahmen wirkten durch verschiedene Kanäle sowohl auf die Nachfrage als auch auf das Angebot von Rohstoffen und beeinflussten dabei die Preise nahezu aller Rohstoffe aus den unterschiedlichen Segmenten.

Das Coronavirus bremste insbesondere das chinesische Wachstum und verringert somit deutlich die Nachfrage nach Industrierohstoffen. Da China weltweit sowohl größter Produzent als auch größter Konsument von Industriemetallen ist, wirkte sich die gebremste chinesische Industrie auf die Preise auf den Metallmärkten aus. Die Preise für Stahlschrott und Eisenerz sanken aufgrund der rückläufigen chinesischen Stahlproduktion. Aber auch die Preise für Kupfer, Nickel und Zink fielen im Februar deutlich und spiegelten die gebremste wirtschaftliche Aktivität insbesondere in China wider.

Die Rohölpreise wurden insbesondere durch eine geringere Treibstoffnachfrage aufgrund von strengen Beschränkungen des Reise- und Transportverkehrs beeinflusst. Die gebremste globale wirtschaftliche Aktivität reduzierte ebenfalls die Rohölnachfrage und zusätzlich in großem Maße die Nachfrage nach Industrierohstoffen. Der Preisverfall auf den Industrierohstoffmärkten wurde jedoch durch eine Verknappung des Angebots aufgrund von Störungen der Lieferketten und der Produktion abgeschwächt (World Bank Group, 2020).

Die Unsicherheiten in der geopolitischen Landschaft, i.e. Brexit, die Middle East und US-China Handelskonflikte, treiben die Volatilität der Rohstoffe an. Der Teilindex für Industrierohstoffe ist in den Index für Agrarische Rohstoffe, den Index für NE-Metalle sowie den Index für Eisenerz und Stahlschrott untergliedert. Alle drei Subindices verliefen ebenfalls rückläufig und reagierten auf die rasche Ausbreitung des Coronavirus. Lockdowns in Europa für Schlüsselindustrien wie beispielsweise der Automobilindustrie verursachten Preisrückgänge im petrochemischen Umfeld, im April 2020 veränderten sich die Preise für Brend Crude Oil zum ersten Mal in der Geschichte ins Negative.

Die Situation veränderte sich im Juni 2020. Durch den Wiederanlauf der chinesischen Wirtschaft erholte sich die Nachfrage nach petrochemischen Produkten. Die Marktpreise für Rohstoffe wie Bindemittel, Harze und Granulate stiegen stetig an, auch bedingt durch die Force Majeure Meldungen von BASF und Covestro. Letztlich kündigten die Hauptproduzenten für Monomer Produkte Preiserhöhungen im dreistelligen Bereich an, was zu Preissteigerungen für Bindemittel und Harze in Höhe von 7 bis 10 % im vierten Quartal 2020 und ersten Quartal 2021 führte.

Die weltweite Nachfrage nach Titandioxid zeigte sich unruhig in 2020. Im zweiten Halbjahr führte die erhöhte Nachfrage nach Farben und Beschichtungen, Kunststoffen und dekorativen Laminaten zu Verknappungen und Preissteigerungen. Insbesondere im 4. Quartal 2020 verzeichnet ICIS Preissteigerungen im dreistelligen Bereich und kündigt weitere Verteuerungen für 2021 an.

Personal- und Sozialbereich

Die Zahl der Beschäftigten per 31. Dezember 2020 betrug 573 Mitarbeiter (Vorjahr 623).

Die Personalkosten betrugen im Jahre 2020 € 32,8 Mio. (Vorjahr € 35,9 Mio.).

Insgesamt wurden in 2020 29 Auszubildende in drei Bereichen (kaufmännisch/ technisch/ gewerblich) beschäftigt.

1.3. Forschung & Entwicklung

Gesetzliche Anforderungen

REACH 1 , ATP 2 , GHS/CLP 3 , BPR 4

Eine zunehmende Verschärfung der europaweiten Chemikaliengesetzgebung hat auch im Jahre 2020 dazu geführt, dass zahlreiche Aktivitäten innerhalb des JWO-Konzerns auf die Vermeidung des Einsatzes einiger kritischer Rohstoffe ausgerichtet waren.

Nachdem mit der 13. ATP einer der wirksamsten Topfkonservierer (MIT) neu eingestuft wurde und als Folge ab Mitte 2019 die gesamte JWO Produktpalette auf ein neues Konservierungspaket umgestellt wurde, erfolgte mit der 14. ATP die Neueinstufung von Titandioxid und anschließend mit der 15. ATP eine Einstufung von MEKO, OIT und Zink-Pyrithion.

Da JWO seine Tradition fortsetzt, die gesundheitsverträglichsten Produkte am Markt zu entwickeln, wurde bereits im letzten Jahr an einem Austausch von MEKO (2-Butanonoxim) gearbeitet. MEKO findet Verwendung in nahezu allen, lösemittelbasierten Lacken und Holzschutzprodukten und verhindert die Hautbildung im Gebinde während der Lagerung bzw. vor dem Gebrauch. Auf Empfehlung des RAC 5 wird MEKO als karzinogen 1B (H350) eingestuft, so dass ein Austausch dringend angeraten war. Die Umstellung der JWO-Produktpalette auf MEKO-freie Formulierungen erfolgte somit sukzessiv ab Juli 2020.

Die Einstufung des Titandioxid führte zu neuen Aktivitäten, um den Einsatz bzw. die eingesetzte Menge an Titandioxid in den JWO Formulierungen zu minimieren. Aufgrund der einzigarten physikalischen Eigenschaften des Titandioxids (hoher Brechungsindex, große Dispersion, hervorragendes Aufhellungsvermögen) ist ein vollständiger Verzicht auf diesen Rohstoff technisch und wirtschaftlich allerdings derzeit nicht möglich, so dass in 2020 der zusätzliche Warnhinweise EUH211 in den Sicherheitshinweisen der JWO-Produkte eingeführt wurde.

In enger Zusammenarbeit mit unserem Lieferanten und Partner für Biozidprodukte wurde eine gemeinsame Entwicklungsarbeit gestartet, um die zukünftige Konservierungsstrategie unter Berücksichtigung der zu erwartenden Einstufung von Zink-Pyrithion (15. ATP) zu definieren. Zusätzlich wird zusammen mit unseren Partnerunternehmen in Hempel Decorative Europe an einer Alternative zum ebenfalls neu eingestuften OIT (Octylisothiazolinon) als Filmschutz gearbeitet.

1) REACH: R egistration, E valuation, Authorisation and R estriction of Chemicals (EU-Chemikalienverordnung)

2) CLP: C lassification, L abelling and P ackaging (Verordnung); GHS: G lobally H armonised S ystem zur weltweit einheitlichen Kennzeichnung bzgl. Gefahren, Risiken und Sicherheitshinweisen

3) BPR: EU B iocidal P roduct R egulation 528/2012 (EU Biozidrichtlinie)

4) BPR: EU B iocidal P roduct R egulation 528/2012 (EU Biozidrichtlinie)

5) RAC: R isk A ssessment C ommittee (Ausschuss für Risikobeurteilung)

1.4 Ausbau der technischen Innovationsführerschaft und Nachhaltigkeit

JWO arbeitet permanent an weiteren Innovationen. Sofern eine Neuentwicklung marktreif ist, wird sie flächendeckend eingesetzt. Neu erlangte Kenntnisse werden dann in allen Qualitätshierarchien des Produktsortiments implementiert. Bedingt durch den großen Hebeleffekt von JWO als Lieferant für die großen Handelsketten Europas werden damit alle wichtigen Käufersegmente schnell und direkt erreicht. Ein gutes Beispiel ist der Einsatz von Recyclatgebinden. JWO war einer der ersten Farbenhersteller, der Dispersionsfarbe in Gebinden aus hundertprozentig recyceltem Polypropylen einführte. Im Rahmen der neuen Nachhaltigkeitsstrategie hat sich JWO das Ziel gesetzt bis 2025 mindestens 50% Anteil an recyceltem Kunststoff in den in Verkehr gebrachten Kunststoffverpackungen zu erreichen.

Auf Produktebene konzentrieren sich die F&E Aktivitäten unter anderem auf die Entwicklung nachhaltiger Produkte. Es werden aktuell in Zusammenarbeit mit unseren Lieferanten unterschiedliche Ansätze untersucht, um verstärkt nachwachsende Rohstoffe in den Formulierungen einzusetzen. Im letzten Jahr wurde beispielsweise eine Holzbeschichtung entwickelt und vermarktet, in der ein biobasiertes Wachs erstmalig Verwendung gefunden hat. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Entwicklung biobasierter Wandfarben. Ein erstes Produkt, das auf einem zu >95% auf nachwachsenden Rohstoffen basiertem Alkydharz basiert, wurde bereits durch unsere Tochterunternehmen Renaulac in Frankreich zur Marktreife gebracht.

JWO arbeitet kontinuierlich daran, den Einsatz kritischer Rohstoffe zu vermeiden, um den Kunden und Verbrauchern nachhaltige und unbedenkliche Produkte zur Verfügung stellen zu können. Im Rahmen dessen, werden alle eingesetzten Materialien kontinuierlich überwacht und ggf. als bedenklich gekennzeichnet ("Red Raw Materials"). Im letzten Jahr wurden bereits einige dieser Red Raw Materials eliminiert, mit dem Ziel, Ende 2021 keine Rohstoffe mehr im Einsatz zu haben, die intern als "Red Raw Material" eingestuft sind.

Aufgrund der bereits im vorherigen Absatz beschriebenen Diskussion um biozide Produkte und deren immer stärkeren Einschränkung, liegt das Hauptaugenmerk der Innovationstätigkeit bei JWO auf der Entwicklung biozidfreier Formulierungen. Nach der Einführung der ersten weißen konservierungsmittelfreien Wandfarbe Ende 2019, wurden in 2020 auch die ersten konservierungsmittelfreien farbigen Wandfarben eingeführt. Zusätzlich konnte das Sortiment der weißen Dispersionsfarben erweitert und ausgebaut werden. Aktuelle F&E Aktivitäten in diesem Bereich konzentrieren sich nun auf die Darstellung eines Konzeptes für das Abmischen von konservierungsmittelfreien Farben in den Mischmaschinen unserer Kunden in den Baumärkten. Hierzu arbeitet JWO mit einem externen Partner an einem neuartigen Konzept, welches gegen Ende des laufenden Jahres mit unseren Kunden in eine Testphase überführt werden soll. Im Jahre 2020 wurde bereits im Pilotmaßstab gezeigt, dass eine grundsätzliche technische Machbarkeit gegeben ist.

2. Wirtschaftsbericht

2.1 Ertragslage

Das Jahr 2020 war bei der Geschäftsentwicklung stark von den Unsicherheiten und starken Bedarfsschwankungen durch Covid-19 beeinflusst. Durch die zahlreichen, aber in den einzelnen Europäischen Ländern, unterschiedlich gestalteten Lockdowns, traten extreme Bedarfsschwankungen auf. Über das gesamte Geschäftsjahr 2020 konnte jedoch ein deutlicher Umsatzanstieg erzielt werden. Der Umsatz ist in 2020 gegenüber dem Vorjahr von € 195,1 Mio. auf € 223,4 Mio. gestiegen. Dieser Anstieg ist zum einen durch Neukunden, Sortimentsausweitungen und Sortimentsveränderungen bei Bestandskunden und zum anderen durch eine höhere Nachfrage nach Farben im DIY Bereich aufgrund der Pandemie zu erklären. Insgesamt war für die Unternehmensgruppe ein Umsatzanstieg von 14,5 % zu verzeichnen. In der Planung für 2020 war zuletzt von einem Umsatzanstieg von 7 % ausgegangen worden. Der Margendruck im hart umkämpften europaweiten DIY-Markt stellt die Unternehmensgruppe aber auch zukünftig vor Herausforderungen.

Insgesamt ist festzustellen, dass der Markt für dekorative Farben und Lacke wie in den Vorjahren auch in 2020 national und international weiterhin von starkem Preiswettbewerb und Konkurrenzdruck gekennzeichnet war.

Aufgrund der Pandemie ist das Jahresergebnis mit Kosten zum Schutz der Mitarbeiter und zur Bedienung der stark schwankenden Nachfrage beeinflusst worden. Insbesondere sind hier die Aufwendungen für erhöhte Hygienemaßnahmen und die Schaffung von zusätzlichen Flächen zur Wahrung der Abstandsregelungen zu nennen, sowie gestiegene Instandhaltungs- und Investitionsmaßnahmen.

Die sonstigen betrieblichen Erträge von € 1,52 Mio. im Berichtsjahr enthalten € 0,3 Mio. aus Währungsumrechnung. Im Vorjahr lagen die sonstigen betrieblichen Erträge mit € 1,45 Mio. geringfügig niedriger trotz höheren Währungseffekten (€ 0,9 Mio.).

Der Anstieg des Materialaufwands um € 14,1 Mio. auf € 131,4 Mio. wurde im Wesentlichen durch die positive Absatzentwicklung hervorgerufen. Im Frühjahr 2020 sanken die Materialkosten zunächst, stiegen dann aber in den letzten beiden Quartalen von 2020 wieder an. Ferner haben Mix-Effekte im Kunden- und Produktportfolio die Materialkosten beeinflusst. Die Materialaufwandsquote bezogen auf die Gesamtleistung verbesserte sich von 60,6 % auf 58,2 %.

Der Personalaufwand sank von € 35,9 Mio. im Jahr 2019 auf € 32,8 Mio., was auf die durchgeführten Restrukturierungsmaßnahmen im Jahr 2019 zurückzuführen ist. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind im wesentlich durch den stark gestiegenen Absatz von € 53,4 Mio. in 2019 auf 59,3 Mio. angewachsen. Die betrifft insbesondere Kosten für die Produktion, die Kommissionierung und den Transport der Waren zum Kunden.

Insgesamt konnte im Geschäftsjahr 2020 ein Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) von € 4,0 Mio. (Vorjahr € - 11,5 Mio.) erwirtschaftet werden. Somit wurde die Prognose eines positiven EBITDAs erreicht.

Aufgrund einer Anpassung der Intercompany Zinsen für das Jahr 2020, welche auch rückwirkend für 2019 anzusetzen war, sind die Finanzierungskosten der JWO-Gruppe deutlich gestiegen. Der Anstieg von € 1,6 Mio. in 2019 auf € 4,4 Mio. in 2020 ergibt sich durch den erhöhten Zinssatz und eine im Durchschnitt höhere Inanspruchnahme des Intercompany Darlehns.

Auf Basis der vorgenannten Entwicklungen endete das Berichtsjahr mit einem Konzernjahresfehlbetrag von € -10,6 Mio. (Vorjahr € -22,5 Mio.) und fiel damit geringer aus als im Vorjahr und in der Planung angenommen. Insgesamt entspricht dies aber der im Vorjahr prognostizierten deutlichen Verbesserung des Konzernergebnisses.

2.2 Vermögens- und Finanzlage

Die immateriellen Vermögensgegenstände sind im Vergleich zum Vorjahr um € 3,3 Mio. auf € 5,3 Mio. gesunken, was in erster Linie aus der planmäßigen Abschreibung der Vermögenswerte resultiert. Ferner erfolgten Zugänge in Höhe von € 0,6 Mio., die sich im Wesentlichen aus dem Abschluss eines neuen Exklusivliefervertrages ergeben.

Das Sachanlagevermögen entwickelte sich durch Investitionen von € 4,3 Mio. (Vorjahr € 4,9 Mio.) und durch die planmäßigen Abschreibungen per 31. Dezember 2020 auf € 35,1 Mio. (Vorjahr € 36,5 Mio.). Die Investitionen in Sachanlagevermögen betreffen im Wesentlichen Anlagen zur Produktionsoptimierung, Verbesserung der Warenströme und IT in Deutschland und Frankreich. Das Investitionsvolumen lag mit € 4,3 Mio. deutlich unterhalb der geplanten Investitionstätigkeit von € 8 Mio., da Investitionen aufgrund der Pandemie zurückgestellt wurden.

Die Ausleihungen an verbundene Unternehmen betreffen im Wesentlichen ein Darlehen der J.W. Ostendorf GmbH & Co. KG an die Rottkamp Immobilien GmbH und Co. KG.

Das Umlaufvermögen hat sich von € 61,7 Mio. im Vorjahr per 31. Dezember 2020 auf € 79,3 Mio. erhöht. Der Aufbau bei den Vorräten ist überwiegend erfolgt, um die Lieferfähigkeit bei dem erhöhten Absatz und den stärkeren Bedarfsschwankungen abzusichern. Die Forderungen sind deutlich höher als per 31. Dezember 2019, was im Wesentlichen an den deutlich höheren Umsätzen im 4. Quartal 2020 liegt.

Die Rechnungsabgrenzungsposten sind gegenüber dem Vorjahr um € 0,2 Mio. auf € 0,5 Mio. gestiegen.

Das bilanzielle Eigenkapital wurde durch das negative Konzernergebnis im Vorjahr komplett aufgezerrt. Der Fehlbetrag hat sich durch das negative Konzernergebnis im Jahr 2020 weiter erhöht. Daher werden auf der Aktivseite Posten für nicht gedeckte Verlustanteile der Kommanditisten (€ 14,4 Mio.), nicht durch Konzerneigenkapital gedeckter Fehlbetrag (€ 7,3 Mio.) und Eigenkapitaldifferenz aus Währungsumrechnung (€ 1,1 Mio.) ausgewiesen. Die Liquidität ist jedoch aufgrund des Intercompany-Darlehns der Hempel A/S gesichert.

Die Rückstellungen reduzierten sich insgesamt um € 1,0 Mio. auf € 12,6 Mio.

Die Finanzierung erfolgt im Wesentlichen durch Liefer- und Leistungsverbindlichkeiten in Höhe von € 40,6 Mio. (Vorjahr € 35,1 Mio.) und ein auf Euro laufendes, Intercompany-Darlehn der Hempel A/S, Dänemark in Höhe von € 86,2 Mio. Dieses Darlehen aus 2018 hat eine Gesamtlaufzeit von 5 Jahren, und sorgt dafür, dass fast keine Bankverbindlichkeiten zum Abschlussstichtag bestanden.

2.3. Liquidität

Die Finanzierung der JWO-Gruppe wird seit Oktober 2018 über ein Intercompany-Darlehn sichergestellt. Ferner werden Lieferantenkredite zur Finanzierung des Umlaufvermögens verwendet. Zum 31. Dezember 2020 bestanden zugesagte, nicht genutzte Finanzierungslinien von € 23,8 Mio., die für die Finanzierung der anstehenden Investitionen und des laufenden Geschäftsbetriebes zur Verfügung stehen.

Der Liquiditätsentwicklung wurde in 2020 im Wesentlichen durch das operative Geschäft sowie durch die Investitionstätigkeit beeinflusst. Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit betrug € - 7,1 Mio. (Vorjahr € - 12,3 Mio.).

Der Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit reduzierte sich im Berichtszeitraum auf € 3,8 Mio. (Vorjahr € - 7,3 Mio.) insbesondere bedingt zurückgestellte Investitionen aufgrund der Corona Pandemie.

Der Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit beträgt € 12,3 Mio. (Vorjahr € 22,5 Mio.) und beinhaltet im Wesentlichen neben Einzahlungen aus der Aufnahme von Kreditverbindlichkeiten in Höhe von € 16,8 Mio. Mittelabflüsse aufgrund von gezahlten Zinsen in Höhe von € 4,4 Mio.

3. Risikobericht

3.1 Allgemeines

Im Vergleich zum Vorjahr haben sich keine wesentlichen Änderungen bei der Risikobetrachtung ergeben, bis auf die Tatsache, dass die Risiken aus der Verbreitung des Coronavirus aktuell noch nicht vollständig absehbar sind. Bezüglich der aus Covid-19 sich ergebenen Risiken ist insbesondere die Dauer und Stärke der Beeinträchtigung der Wirtschaft von Relevanz. Nach den bisherigen Erfahrungen und der aktuellen Einschätzung der Marktteilnehmer, kann von einer weiterhin stabilen Auftragslage ausgegangen werden, sofern sich der Lockdown in den relevanten Absatzländern nicht zu lange hinzieht. Da Krisen tendenziell den DIY-Bereich stärken und auch in 2021 die Reisetätigkeit deutlich reduziert bleiben wird, ist von einer weiterhin guten Nachfragesituation auszugehen. Risiken werden in der Reihenfolge ihrer Bedeutung erläutert.

3.2 Absatzmarktrisiken

Der intensive Preiswettbewerb innerhalb der europäischen Baumarktbranche wird sich, wie in den Vorjahren, durch intensive Rabattaktionen und Niedrigpreisgarantien weiter verschärfen - insbesondere bei nationalen und internationalen Ausschreibungen, unter anderem aufgrund von Überkapazitäten in der Produktion. Daher ist ein erfolgreiches Bestandskundenmanagement von erheblicher Bedeutung.

Zwar steigt weiterhin der Anteil der Eigenmarken im Verhältnis zu A-Marken (Quelle: GfK), jedoch gleichzeitig auch der Marktanteil von Niedrigpreisartikeln innerhalb der Eigenmarken. Diese gehen in der Regel auch für den Produzenten mit niedrigeren Margen einher. In Abhängigkeit der weiteren Wirtschaftsentwicklung wird sich zeigen, inwieweit diese Negativfaktoren nachhaltig sind oder nur zu Verschiebungen im Konsumverhalten führen.

Weiterhin sind die mittel- und langfristigen Auswirkungen des "Brexit" für alle Marktteilnehmer nach dem Volksentscheid in Großbritannien und dem Austritt des Landes noch nicht endgültig abzuschätzen. Bislang kam es nicht zu nennenswerten Problemen oder Verzögerungen bei Lieferungen nach Großbritannien oder Beschaffungen in Großbritannien. Lediglich die Abwicklung der Prozesse ist durch den Austritt deutlich aufwendiger geworden.

Die Konsolidierung in Europa wird sich nach unserer Ansicht auch in 2021 und in den folgenden Jahren unvermindert fortsetzen und somit weitere Bewegung in die internationale Baumarktlandschaft bringen.

Die in Europa marktführenden Baumarktbetreiber ADEO und Kingfisher werden weiterhin hart um Marktanteile kämpfen, OBI wird seine Stellung als Nr. 1 in Deutschland verteidigen wollen.

3.3 Beschaffungsmarktrisiken

Schon die ersten Wochen des Jahres 2021 haben gezeigt, dass wir in einem mehr als turbulenten Rohstoffumfeld agieren. Force Majeure Meldungen von DOW, Celanese, BASF, INEOS, LyondellBasell, Total, Celanese führen zu drastischen Preissteigerungen. So sind die Preise für Styrene und Vinylacetat Monomere seit Dezember 2020 um mehr als 60% gestiegen. Ebenso verteuerten sich Preisstellungen für Methylmethacrylate und Butylacrulate mit mehr als 25 %.

Mehr noch ist die Versorgungsituation Ende des 1. Quartals 2021 und für das 2. Quartal 2021 durch die Wetterkatastrophe in Texas, weltweit fehlende Seecontainer und Auswirkungen der bisher nicht gestoppten Corona Pandemie mehr als angespannt.

3.4 Finanzwirtschaftliche Risiken

Die Unternehmensgruppe ist sowohl auf der Beschaffungs- als auch auf der Absatzseite Währungsrisiken ausgesetzt. Zu nennen sind hier vor allem Zahlungsein- und Ausgänge in Britischen Pfund und in geringem Umfang Zahlungsausgänge in US-Dollar im Rahmen des Rohstoffeinkaufs. Die in der Vergangenheit vorgenommene Umstellung der Rechnungsstellung für ausgewählte britische Kunden auf Euro minimiert das Währungsrisiko erheblich. Für die verbleibenden Wertflüsse besteht zu einem wesentlichen Teil ein natürlicher Hedge. Grundsätzlich handelt die Unternehmensgruppe stringent nach der internen Richtlinie zur Risikopolitik für die Minimierung von Währungsrisiken.

Die negative Ertragslage war bereits 2019 Auslöser für den Start eine Restrukturierungsprogrammes. In diesem Rahmen wurden Organisationsstrukturen angepasst, welche sich u.a. in einer geänderten Geschäftsführung widerspiegeln, als auch eine Reduzierung der Belegschaft. Darüber hinaus wurde in Prozessverbesserungen, die Entwicklung und den Aufbau einer Marke investiert, um die Ertragssituation zu verbessern. Der Fehlbetrag konnte in 2020 im Vergleich zu 2019 erheblich reduziert werden. Weitere Maßnahmen zur Verbesserung der Ertragslage wurden eingeleitet bzw. Maßnahmen aus 2020 werden ihre vollständige Wirkung in 2021 entfalten.

Die bilanzielle Überschuldung ist grundsätzlich als entwicklungsbeeinträchtigende Tatsache einzustufen. Die strategische Ausrichtung der Hempel-Gruppe mit der Organisationseinheit Deco Europe einen nachhaltigen Wachstumspfad zu beschreiten, führt jedoch in Verbindung mit der gesicherten Finanzierung dazu, dass keine Bestandsgefährdung gegeben ist.

Die langfristige Finanzierung erfolgt über ein Intercompany Darlehn der Hempel A/S, Dänemark. Durch die vorgenommenen Veränderungen im Rahmen der Refinanzierung durch Hempel in 2018 mittels eines 5-Jahresvertrags wurde die Finanzierung der JWO-Gruppe für die kommenden Jahre nachhaltig gesichert. Von dem aktuell zur Verfügung stehenden Kreditrahmen wurden zum Abschlussstichtag € 23,8 Mio. nicht genutzt.

3.5 Risikomanagement

Unternehmerische Tätigkeit beinhaltet das bewusste Eingehen von Risiken. Aufgabe eines wertorientierten Risikomanagementsystems ist es, eine bewertbare Abschätzung der mit der Planung und Ausführung unserer Geschäftstätigkeit verbundenen Chancen und Risiken sicherzustellen.

Die Risikopolitik der Unternehmensgruppe basiert darauf, das Risikomanagement als konstruktives und offensives Instrument zu nutzen. Ziel ist es, einen optimalen Mix aus profitablem Wachstum und technologischer Entwicklung einerseits und der Minimierung der damit verbundenen Risiken andererseits zu erreichen und damit die europäische Marktbedeutung der JWO-Gruppe weiter auszubauen. Die vollständige Erfassung aller wesentlichen Risiken ist Grundvoraussetzung für die effiziente Wirkung des Risikomanagementsystems. Hierzu werden neben den aktuellen operativen Tätigkeiten auch die in die Zukunft reichenden strategischen Entscheidungen mit den zugehörigen Risiken aus allen Geschäftsbereichen betrachtet. Sämtliche Unternehmensbereiche, in denen wesentliche Risiken entstehen können, werden laufend überwacht.

Diese und andere Bausteine des Risikomanagementsystems bei JWO werden durch das Controlling und interne Revisionsaktivitäten der wesentlichen Risikofaktoren abgedeckt. Die Gesamtsituation der zuvor erläuterten Einzelrisiken stellt sich für die JWO durch das Risikomanagementsystem als transparent und steuerbar dar. Dieses System wird durch das Risiko- und Kontrollsystem der Hempel-Gruppe ergänzt.

Die Geschäftsführung sieht somit insbesondere neben den zuvor explizit ausgeführten Risiken Risiken, die als branchenüblich einzustufen sind. Bestandsgefährdende Risiken werden durch die Geschäftsführung nicht gesehen.

4. Chancenbericht

Chancen werden nachfolgend in der Reihenfolge ihrer Bedeutung erläutert. Die JWO-Gruppe hat in Ergänzung zur weiteren Entwicklung der bestehenden Märkte neue Potenziale im europäischen und asiatischen Raum geschaffen und weitere Kunden im Industriebereich gewonnen. In der durch Verdrängungswettbewerb gekennzeichneten DIY-Branche wird sich JWO in 2021 und in den folgenden Jahren noch intensiver als "Maßkonfektionär" für die "Marken des Handels" profilieren. Grundlage dieser Strategie ist die Stärke von JWO, für eine Vielzahl von Kunden individuelle Vollsortimente zu entwickeln und diese in kürzester Zeit bedarfsgerecht sowie extrem flexibel zu produzieren und zu liefern. Aufgrund dieser Kompetenz konnte im Jahr 2018 einer der größten DIY-Händler in Europa als Kunde gewonnen werden und diese neue Geschäftsbeziehung konnte in 2019 und 2020 ausgebaut werden. Hieraus werden erneut erhöhte Umsätze in 2021 mit diesem Kunden resultieren. Die damit verbreiterte Kundenbasis bietet Wachstumschancen und reduziert die Abhängigkeit von einzelnen Kundenbeziehungen.

Für 2021 plant die JWO-Gruppe als Teil der Hempel-Gruppe eine Stabilisierung der sehr guten Umsätze aus 2020. Dies wird im Wesentlichen durch Sortimentserweiterungen bei in- und ausländischen Kunden, durch eine verstärkte Diversifizierung und eine weitere Intensivierung des Industriebereiches sowie neu akquirierte Kunden in Europa generiert werden.

Verlässliche Marktstudien sind aufgrund der Pandemie nicht verfügbar. Durch Wachstumsmaßnahmen plant JWO die allgemeine Marktentwicklung in 2021 und den Folgejahren zu übertreffen und weitere Marktanteile zu gewinnen. Ziel ist es, neben der Weiterentwicklung von Bestandskunden im DIY-Markt, über Internationalisierung und Diversifizierung in neuen Geschäftsfeldern durch Nutzung der Integration in die Hempel-Gruppe Marktpotentiale zu erschließen.

5. Prognosebericht

Voraussichtliche Entwicklung wesentlicher Rahmenbedingungen

Der Sachverständigenrat ging in seinem Jahresgutachten 2020/21 für das Jahr 2021 von einem Anstieg des Bruttoinlandsprodukts von 3,7 %. Diese Einschätzung wurde im März 2021 auf 3,1% reduziert.

Erwartet wird außerdem, dass die Verbraucherpreise geringfügig stärker steigen als im Jahr 2020. Der Arbeitsmarkt wird durch die deutlich ausgeweiteten Möglichkeiten zur Kurzarbeit stabilisiert. Die Bundesregierung rechnet für das laufende Jahr mit einer stabilen Zahl an Erwerbstätigen. Damit würde das Niveau der Erwerbstätigkeit mit 44,9 Millionen Menschen knapp unter der Rekordmarke von durchschnittlich 45,3 Millionen Menschen aus 2019 bleiben.

Auch im Jahre 2021 werden die globalen Handelskonflikte, die Entwicklung der Weltkonjunktur und die Ungewissheiten bzgl. der Effekte durch den Brexit eine starke Unsicherheit für die exportorientierten Industrien haben.

Die OECD sieht für 2021 ein Wachstum von 5,8% in Frankreich und 7,6% in Großbritannien. Somit ist in diesen, nach Deutschland, beiden wichtigsten Ländern für die JWO Gruppe eine positives Wirtschaftsumfeld zu erwarten.

Voraussichtliche Entwicklung der Gesellschaft im Geschäftsjahr 2021

In diesem durch die Pandemie und andere weltpolitische Umbrüche geprägten Umfeld rechnet das Management für 2021 mit einer weiterhin schwierigen Geschäftsentwicklung. Konkurrenzdruck im Absatzmarkt, Unsicherheiten an den Rohstoffmärkten und mögliche Währungsturbulenzen werden in 2021 dazu führen, dass bei stabilen Umsatzerlösen die Ergebnissituation angespannt bleibt. Es wird ein leicht rückläufiges EBITDA und Konzernergebnis für 2021 erwartet.

Die Liquidität ist aufgrund des Intercompany-Darlehns der Hempel A/S gesichert, sodass sich das negative Eigenkapital nicht negativ auf das operative Geschäft oder das Zahlungsverhalten auswirken wird.

Die wesentlichen Investitionsvorhaben in 2021 (in Summe € 8 Mio.) betreffen die Ersatzbeschaffung von Maschinen, Tintinganlagen und Equipment für Markeneinführungen. Darüber hinaus werden weitere Optimierungen im Produktionsprozess umgesetzt.

 

Coesfeld, den 18. Juni 2021

Ostendorf-Beteiligungs-GmbH, Coesfeld

Joseph Devitt

Philip McDonald

Jan Ostendorf

Jens Ostendorf

Sven Schräder

Konzernbilanz zum 31. Dezember 2020

Aktiva

31.12.2020
31.12.2019
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 5.307.859 8.626.012
2. Geschäfts- oder Firmenwert 0 77.334
5.307.859 8.703.346
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 13.874.090 14.634.381
2. Technische Anlagen und Maschinen 14.191.638 15.106.481
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 4.180.316 4.450.772
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 2.830.135 2.259.614
35.076.179 36.451.248
III. Finanzanlagen
1. Beteiligungen 17.001 17.001
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 8.401.464 9.457.329
3. sonstige Ausleihungen 50.307 34.741
8.468.772 9.509.071
48.852.810 54.663.665
B. Umlaufvermögen
I. Vorräte
1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 6.330.273 7.278.385
2. Unfertige Erzeugnisse 1.349.435 1.203.511
3. Fertige Erzeugnisse und Waren 23.524.195 20.843.496
4. Geleistete Anzahlungen 0 3.280
31.203.903 29.328.672
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 37.172.297 23.776.928
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 2.866.855 856.505
3. Sonstige Vermögensgegenstände 2.631.251 3.506.208
42.670.403 28.139.641
III. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten 5.396.988 4.252.727
79.271.294 61.721.040
C. Rechnungsabgrenzungsposten 484.817 318.307
D. Nicht durch Vermögenseinlage gedeckter Verlustanteil der Kommanditisten 14.369.937 8.012.067
E. Nicht durch Konzerneigenkapital gedeckter Fehlbetrag 7.256.369 3.056.328
F. Eigenkapitaldifferenz aus Währungsumrechnung 1.075.588 822.035
151.310.815 128.593.442

Passiva

31.12.2020
31.12.2019
A. Eigenkapital
Kapitalanteile
Kapitalanteile der Kommanditisten 0 0
0 0
B. Ausgleichsposten für aktivierte eigene Anteile 32.000 32.000
C. Sonderposten für Investitionszuschüsse zum Anlagevermögen 489.205 552.830
D. Rückstellungen
1. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 193.716 343.438
2. Steuerrückstellungen 127.256 76.444
3. Sonstige Rückstellungen 12.285.618 13.221.889
12.606.590 13.641.771
E. Verbindlichkeiten
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 3.586 148.843
2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 40.580.142 35.128.186
3. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 88.011.872 71.171.909
4. Sonstige Verbindlichkeiten 7.870.322 6.084.494
136.465.922 112.533.432
F. Rechnungsabgrenzungsposten 144.000 163.200
G. Passive latente Steuern 1.573.098 1.670.209
151.310.815 128.593.442

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2020

2020
2019
1. Umsatzerlöse 223.366.452 195.091.817
2. Erhöhung/Verminderung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen 2.651.699 -1.346.083
3. Sonstige betriebliche Erträge 1.521.655 1.452.457
4. Materialaufwand
a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren 131.125.538 116.486.068
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen 305.735 871.256
5. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter 26.620.725 29.412.693
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 6.183.386 6.502.875
(davon für Altersversorgung € 518.874; Vorjahr € 609.053)
6. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen 9.629.986 9.361.802
7. Sonstige betriebliche Aufwendungen 59.342.079 53.420.407
8. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 23.529 7.632
9. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 4.399.756 1.593.142
10. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 4.024 -420.303
(davon aus der Veränderung latenter Steuern € -48.573; Vorjahr € -423.396)
11. Ergebnis nach Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -10.047.894 -22.022.117
12. Sonstige Steuern 510.017 454.360
13. Konzernjahresfehlbetrag -10.557.911 -22.476.477
14. Belastung auf Rücklagenkonten 0 10.888.082
15. Belastung auf Kapitalanteil der Kommanditisten des Munterunternehmens 0 520.000
16. Umgliederung »Nicht durch Vermögenseinlage gedeckter Verlustanteil der Kommanditisten« 6.357.870 8.012.067
17. Umgliederung »Nicht durch Konzerneigenkapital gedeckter Fehlbetrag« 4.200.041 3.056.328
18. Ergebnis nach Verwendungsrechnung 0 0

Konzernanhang für das Geschäftsjahr 2020

1. Allgemeine Grundsätze

Die J. W. OSTENDORF GmbH & Co. KG ist gemäß § 290 HGB verpflichtet, einen Konzernabschluss sowie einen Konzernlagebericht aufzustellen. Der Konzernabschluss, bestehend aus der Konzernbilanz, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, dem Konzernanhang, dem Konzerneigenkapitalspiegel sowie der Konzernkapitalflussrechnung, wurde unter Beachtung der Vorschriften der §§ 290 ff. HGB sowie der einschlägigen Vorschriften des Gesellschaftsvertrags erstellt.

Die J. W. OSTENDORF GmbH & Co. KG, Coesfeld ist beim Registergericht Coesfeld unter der Handelsregisternummer HRA 1077 gemeldet.

Auf den Konzernabschluss werden die für große Kapitalgesellschaften geltenden Vorschriften angewendet. Der Konzernabschluss ist in Euro aufgestellt und, sofern nicht ausdrücklich anders vermerkt, erfolgen alle Angaben in Tausend Euro (T€).

Für die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung wird das Gesamtkostenverfahren angewendet.

Der Konzern ist zum 31. Dezember 2020 mit € 22,7 Mio. bilanziell überschuldet. Aufgrund der aktuellen wirtschaftlichen Situation sind die J. W. Ostendorf GmbH & Co. KG und deren Tochtergesellschaften auf die finanzielle Unterstützung des Mutterunternehmens Hempel A/S angewiesen. Der zwischen der Gesellschaft und der Hempel A/S bestehende Darlehensvertrag weist einen noch nicht voll ausgeschöpften Kreditrahmen in Höhe von € 23,8 Mio. auf. Die Laufzeit des Kreditvertrages endet im Geschäftsjahr 2023. Auf Basis der Unternehmensplanung, die eine Ertrags-, Vermögens- und Liquiditätsplanung bis zum 31. Dezember 2023 umfasst, geht die Geschäftsleitung derzeit davon aus, dass die Finanzkraft mit hoher Wahrscheinlichkeit im Betrachtungszeitraum gewährleistet ist. Der Konzernabschluss wurde daher unter der Annahme der Unternehmensfortführung erstellt.

2. Konsolidierungskreis und Konzernabschlussstichtag

In den Konzernabschluss sind folgende Unternehmen einbezogen:

Gesellschaft Sitz Anteil am Kapital Anteile werden gehalten von
Ostendorf-Beteiligungs-GmbH Coesfeld/Deutschland 100,00% J.W. Ostendorf GmbH & Co. KG
J.W. OSTENDORF GmbH & Co. KG Coesfeld/Deutschland Ohne Kapitaleinlage
Brand.IQ GmbH Coesfeld/Deutschland 100,00% J.W. Ostendorf GmbH & Co. KG
B.B. Participation S.A.S. Lagord/Frankreich 100,00% FLT Handel & Service GmbH
B.B. Fabrication S.A.S. Lagord/Frankreich 100,00% B.B. Participation S.A.S.
Bontemps Bonarme S.A.S. Lagord/Frankreich 100,00% B.B. Participation S.A.S.
FLT Handel & Service GmbH Coesfeld/Deutschland 100,00% J.W. Ostendorf GmbH & Co. KG
Brifa Maling A/S Køge/Dänemark 100,00% J.W. Ostendorf GmbH & Co. KG
J. W. Ostendorf (Schweiz) AG Zug/Schweiz 100,00% J.W. Ostendorf GmbH & Co. KG
Ostendorf GmbH Gleisdorf/Österreich 100,00% J.W. Ostendorf GmbH & Co. KG
Ostendorf UK Limited Darwen/Großbritannien 100,00% J.W. Ostendorf GmbH & Co. KG

Die OSTENDORF Frankreich Holding GmbH wurde rückwirkend zum 1. Januar 2020 auf die FLT Handel & Service GmbH verschmolzen. In Frankreich wurde darüber hinaus die Anzahl der Gesellschaften, die Farbenfachgeschäfte betreiben, durch Fusion der Lary Peintures S.A.R.L. mit der Bontemps Bonarme S.A.S. reduziert. Hieraus folgt eine weitere Straffung der Organisation, welche in 2021 fortgeführt wird.

Die J. W. OSTENDORF GmbH & Co. KG nimmt für das Geschäftsjahr 2020 die Befreiungsvorschrift des § 264b HGB in Anspruch, stellt keinen Anhang und Lagebericht auf und legt ihren Jahresabschluss nicht offen. Die Brand.IQ GmbH und FLT Handel & Service GmbH nehmen für das Geschäftsjahr 2020 die Befreiungsvorschrift des § 264 Abs. 3 HGB in Anspruch, stellen keinen Anhang auf und legen ihren Jahresabschluss nicht offen.

Die OSTENDORF U.K. LIMITED nimmt für den Jahresabschluss 2020 die Befreiung von der Prüfungspflicht unter dem Companies Act 2006 Section 479A und 479C in Anspruch.

3. Konsolidierungsmethoden

Kapitalkonsolidierung

Die Ostendorf-Beteiligungs-GmbH ist persönlich haftende Gesellschafterin (Komplementärin) der J. W. OSTENDORF GmbH & Co. KG. Sie leistet keine Einlage und ist am Gesellschaftsvermögen nicht beteiligt; sie stellt der Gesellschaft ihre Haftung und Dienste zur Verfügung.

Bei der Kapitalkonsolidierung werden die Anschaffungskosten der Beteiligungen zum Zeitpunkt der erstmaligen Konsolidierung mit dem auf sie entfallenden Eigenkapital verrechnet. Die Kapitalkonsolidierung der einbezogenen Unternehmen erfolgt nach der Neubewertungsmethode gemäß § 301 Abs. 2 Nr. 2 HGB.

Schuldenkonsolidierung

Bei der Schuldenkonsolidierung werden die ausgewiesenen Forderungen und Verbindlichkeiten zwischen den in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen gegenseitig aufgerechnet. Eventualverbindlichkeiten sind, soweit erforderlich, konsolidiert worden.

Eliminierung der Zwischenergebnisse

Zwischenergebnisse im Vorratsvermögen wurden als Differenz des Konzernverrechnungspreises und der Herstellungskosten gemäß § 255 Abs. 2 HGB für die im Bestand der Konzerngesellschaften befindlichen Artikel eliminiert.

Aufwands- und Ertragskonsolidierung

Gemäß § 305 Abs. 1 HGB wurden die Aufwendungen und Erträge, die sich aus Geschäftsbeziehungen im Konzern ergeben, gegenseitig verrechnet.

Grundlage für die Umrechnung in Euro

Die Posten der Einzelbilanzen der einbezogenen Gesellschaften werden mit dem amtlichen Stichtagskurs vom Bilanzstichtag (31. Dezember 2020) umgerechnet.

Die Posten des Eigenkapitals werden zu historischen Kursen umgerechnet.

Die Posten der Gewinn- und Verlustrechnungen werden mit den Jahresdurchschnittskursen umgerechnet.

Differenzen, die aus den unterschiedlichen Umrechnungskursen resultieren, sind im Ausgleichsposten aus Währungsumrechnung erfasst.

Konzerneigenkapital

Die Entwicklung des Konzerneigenkapitals wird unter Berücksichtigung von DRS 22 in einer gesonderten Anlage dargestellt.

4. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Im Konzernabschluss werden die nachfolgenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden angewendet.

Erworbene immaterielle Vermögensgegenstände sind zu Anschaffungskosten bilanziert und werden entsprechend ihrer Nutzungsdauer planmäßig abgeschrieben. Bei Software beträgt die Abschreibungsdauer i.d.R. 3 Jahre, bei Belieferungsrechten richtet sich die Abschreibungsdauer nach der Vertragslaufzeit.

Erworbene Exklusivrechte werden als immaterielle Vermögensgegenstände ausgewiesen. Die Anschaffungskosten werden in Höhe der Vorleistungen ausgewiesen. Die Abschreibung der Belieferungsrechte erfolgt leistungsabhängig über einen vertraglich fixierten Gesamtumsatz oder linear über die Laufzeit der Exklusivrechte.

Geschäfts- oder Firmenwerte werden über ihre Nutzungsdauer abgeschrieben. Die Nutzungsdauer des Geschäfts- oder Firmenwertes bestimmt sich durch die wirtschaftlich zu erwartende Nutzung des erworbenen Geschäftes. Der entgeltlich erworbene Geschäfts- oder Firmenwert wird über seine voraussichtliche Nutzungsdauer von 5 Jahren linear abgeschrieben. Das Sachanlagevermögen ist zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten angesetzt und wird, soweit abnutzbar, nach Maßgabe der voraussichtlichen Nutzungsdauer (3 bis 10 Jahre) um planmäßige Abschreibungen vermindert. Die Abschreibungen auf Zugänge des Sachanlagevermögens werden pro rata temporis vorgenommen.

Bei voraussichtlich dauerhaften Wertminderungen werden außerplanmäßige Abschreibungen vorgenommen. Entfallen die Gründe für die Wertminderung bei dem Geschäfts- oder Firmenwert in den Folgejahren, so wird der niedrigere Wertansatz beibehalten. Für immaterielle Vermögensgegenstände sowie die Gegenstände des Sachanlagevermögens gilt das Wertaufholungsgebot.

Im Konzernabschluss wird vom Bewertungswahlrecht des § 308 Abs. 1 Satz 2 HGB in der Weise Gebrauch gemacht, dass die immateriellen Vermögensgegenstände (mit Ausnahme der erworbenen Exklusivrechte) und Sachanlagen teilweise abweichend gegenüber den Einzelabschlüssen nach der linearen Methode abgeschrieben werden. Die Anwendung der linearen Abschreibungsmethode führt im Ergebnis zu einem besseren Einblick in die Vermögens- und Ertragslage des Konzerns, da diese Methode mit dem betriebsgewöhnlichen Wertverzehr korrespondiert.

Für Anschaffungen seit dem 1. Januar 2019 wurde die Möglichkeit der vollständigen Abschreibung von geringwertigen Anlagegütern mit einem Wert von unter € 800,00 in Anspruch genommen.

Geleistete Anzahlungen werden zum Nennbetrag angesetzt.

Bei den Finanzanlagen sind die Beteiligungen zu Anschaffungskosten oder mit dem niedrigeren beizulegenden Wert zu bewerten. Bei dauernder Wertminderung werden Abschreibungen vorgenommen werden.

Die Bestände an Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen sowie Handelswaren werden zu gleitenden Durchschnittspreisen um Anschaffungspreisminderungen vermindert sowie Abwertungen auf den niedrigeren Wert nach § 253 Abs. 3 HGB bewertet.

Die unfertigen und fertigen Erzeugnisse sind mit den Herstellungskosten bewertet. Alle erkennbaren Risiken im Vorratsvermögen, die sich aus überdurchschnittlicher Lagerdauer und geminderter Verwertbarkeit ergeben, sind durch Abschläge berücksichtigt.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sind zum Nennwert angesetzt. Allen risikobehafteten Posten ist durch die Bildung angemessener Einzelwertberichtigungen Rechnung getragen. Zur Abdeckung des allgemeinen Kreditrisikos wurde eine Pauschalwertberichtigung auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gebildet.

Die flüssigen Mittel werden zum jeweiligen Nennwert bewertet.

Als aktive Rechnungsabgrenzungsposten sind Auszahlungen vor dem Abschlussstichtag angesetzt, soweit sie Aufwand für einen bestimmten Zeitraum nach diesem Zeitpunkt darstellen.

Bei den Sonderposten werden erhaltene Investitionszuschüsse aus dem Erwerb von Vermögensgegenständen des Anlagevermögens ausgewiesen. Die Auflösung dieser Sonderposten erfolgt ratierlich entsprechend dem gewählten Abschreibungsverfahren der jeweils geförderten Vermögensgegenstände des Anlagevermögens.

Die Rückstellungen für Pensionsverpflichtungen (Retirement Indemnity Plan) in Frankreich sind nach versicherungsmathematischen Grundsätzen ermittelt. Als Rechnungsgrundlage wurde die Sterbetafel TH/TF 00-02 unter Anwendung der "Retrospektive pro rata temporis Methode" verwendet. Der Rechnungszinsfuß für die Abzinsung beträgt 0,34 % (Rechnungszinsfuß 10-Jahresdurchschnitt). Im Vergleich zur Abzinsung mit dem Sieben-Jahres-Durchschnittszins (0,08%) ergibt sich zum 31. Dezember 2020 ein Unterschiedsbetrag von T€ 14. Es wurde mit einer erwarteten Lohn- und Gehaltsentwicklung von 2 %, dem gesetzlichen Renteneintrittsalter von 62 Jahren und einer Fluktuation von 2 % gerechnet.

Die Rückstellungen für Jubiläumsverpflichtungen in Deutschland sind nach versicherungsmathematischen Grundsätzen ermittelt. Als Rechnungsgrundlagen finden die Richttafeln 2018 G von Prof. Dr. Klaus Heubeck Anwendung. Dabei wird der fristenkongruente durchschnittliche Marktzinssatz der vergangenen sieben Geschäftsjahre in Höhe von 1,60 % angewendet. Als Bewertungsverfahren wurde für die Rückstellungen für Jubiläumsverpflichtungen die Projected Unit Credit Method (PUC-Methode) zugrunde gelegt.

Die Steuer- und übrigen sonstigen Rückstellungen werden in Höhe des Erfüllungsbetrages angesetzt, der nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendig ist, um alle zum Bilanzstichtag drohenden Verluste und ungewissen Verbindlichkeiten abzudecken.

Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden mit dem fristenkongruenten durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Geschäftsjahre der Deutschen Bundesbank abgezinst. Aufwendungen und Erträge aus Änderungen des Abzinsungssatzes und Zinseffekte geänderter Schätzungen der Restlaufzeit werden im Zinsergebnis ausgewiesen (Bruttomethode).

Verbindlichkeiten sind zum Erfüllungsbetrag angesetzt.

Kurzfristige Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten in fremder Währung wurden zum Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag nach § 256a HGB bewertet.

Als passive Rechnungsabgrenzungsposten sind Einzahlungen vor dem Abschlussstichtag angesetzt, soweit sie Ertrag für einen bestimmten Zeitraum nach diesem Zeitpunkt darstellen.

Latente Steuern werden nach § 274 und § 306 HGB und unter Anwendung von DRS 18 gebildet. Sie enthalten künftige Steuerminder- oder Steuermehrbelastung, die sich aus temporären Differenzen zwischen der Konzernbilanz, den Einzelbilanzen und den Steuerbilanzen ergeben. Latente Steuern auf steuerliche Verlustvorträge werden gebildet, soweit zukünftig ausreichende steuerliche Gewinne mit hinreichender Wahrscheinlichkeit erwartet werden. Latente Steuern werden unter Verwendung des Steuersatzes berechnet, der nach gegenwärtiger Rechtslage zum voraussichtlichen Ausgleichszeitpunkt der temporären Differenzen maßgebend sein wird.

5. Erläuterungen zur Konzernbilanz

Konzernanlagevermögen

Die Entwicklung der einzelnen Posten des Konzernanlagevermögens ist unter Angabe der Abschreibungen des Geschäftsjahres im Anlagespiegel (Anlage zum Anhang) dargestellt. Im Geschäftsjahr wurden keine außerplanmäßige Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände vorgenommen (im Vorjahr: T€ 206).

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Bezeichnung 31.12.2020
T€
31.12.2019
T€
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 37.172 23.777
(davon Restlaufzeit von mehr als einem Jahr) 0 0
Forderungen gegen verbundene Unternehmen aus L. u. L. 2.867 857
(davon Restlaufzeit von mehr als einem Jahr) 0 0
Sonstige Vermögensgegenstände 2.631 3.506
(davon Restlaufzeit von mehr als einem Jahr) 0 0
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 42.670 28.140

Investitionszuschüsse

Der Sonderposten für Investitionszuschüsse zum Anlagevermögen enthält Zuschüsse aus dem regionalen Wirtschaftsförderungsprogramm des Landes Nordrhein-Westfalen sowie Zuschüsse aus dem BMU-Programm zur Förderung von Demonstrationsvorhaben. Der Sonderposten wird entsprechend der Nutzungsdauer der bezuschussten Vermögensgegenstände gewinnerhöhend aufgelöst.

Übrige Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen wurden im Wesentlichen für Personalkosten, ausstehende Lieferantenrechnungen, allgemeine Gewährleistungsrisiken, Drohverluste, ausstehende Gutschriften an Kunden sowie Marketingmaßnahmen gebildet.

Rückstellungspflichtige Jubiläumsverpflichtungen bestehen zum Bilanzstichtag in Höhe von T€ 921 (Vorjahr: T€ 875). Der Zinsanteil (T€ 18, Vorjahr: T€ 21) wurde unter dem Finanzergebnis "Zinsen und ähnliche Aufwendungen" ausgewiesen.

Rückstellungspflichtige Pensionsverpflichtungen bestanden nur in der Renaulac-Gruppe zum 31. Dezember 2020 in Höhe von T€ 194 (Vorjahr: T€ 343).

Eigenkapital

Die Entwicklung des Konzerneigenkapitals wird im Eigenkapitalspiegel dargestellt. Aufgrund des negativen Ergebnisses des Jahres 2019 und 2020 ergibt sich ein negatives Eigenkapital. Dies führt zu Ausgleichsposten auf der Aktivseite der Bilanz. Die Eigenkapitaldifferenz aus Währungsumrechnung wird daher ebenfalls auf der Aktivseite ausgewiesen.

Verbindlichkeiten

Die Restlaufzeiten sind im Verbindlichkeitenspiegel im Einzelnen dargestellt:

Stand 31.12.2020 Verbindlichkeiten Gesamt
T€
<= 1 Jahr
T€
> 1 Jahr
T€
davon > 5 Jahre
T€
gegenüber Kreditinstituten 4 4 0 0
(149) (149) (0) (0)
aus Lieferungen und Leistungen 40.580 40.580 0 0
(35.128) (35.128) (0) (0)
Verbindlichkeiten verbundenen Unternehmen 88.012 2.024 85.988 0
(71.172) (3.314) (67.858) (0)
Sonstige 7.870 7.870 0 0
(6.084) (6.084) (0) (0)
- davon Steuern 1.003 1.003 0 0
(799) (799) (0) (0)
- davon im Rahmen der sozialen Sicherheit 355 355 0 0
(410) (410) (0) (0)
136.466 50.478 85.988 0
(112.533) (44.675) (67.858) (0)

Die Verbindlichkeiten gegen verbundene Unternehmen enthalten in Höhe von T€ 1.807 Verbindlichkeiten, welche aus Lieferungen und Leistungen resultieren.

Zudem sind Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern aus der Finanzierung eines Intercompany-Darlehns der Hempel A/S enthalten, welches sich im Geschäftsjahr von T€ 69.458 auf T€ 86.223 erhöht hat.

Latente Steuern

Die in der Bilanz ausgewiesenen passiven latenten Steuern ergeben sich wie folgt:

Bezeichnung Verbindlichkeiten 01.01.2020
T€
Veränderung
T€
31.12.2020
T€
Passive latente Steuern 1.670 -97 1.573
1.670 -97 1.573

Die passiven latenten Steuern setzen sich zusammen aus Bewertungsunterschieden zwischen dem Einzel- und dem Konzernabschluss (T€ 399, Vorjahr: T€ 582) und passiven latenten Steuern aus Bewertungsunterschieden zwischen der Handels- und Steuerbilanz der Renaulac-Gruppe (T€ 306, Vorjahr: T€ 269). Darüber hinaus entstanden passive latente Steuern auf die aufgedeckten stillen Reserven im Rahmen der Erstkonsolidierung Renaulacs, welche in der Folgekonsolidierung zum 31. Dezember 2020 mit T€ 868 (Vorjahr: T€ 819) bilanziert wurden.

Latente Steuern wurden unter Verwendung eines Steuersatzes von 15,75 % für die deutsche Gesellschaft und von 33 % für die französischen Gesellschaften berechnet. Diese Steuersätze werden voraussichtlich zum Ausgleichszeitpunkt der temporären Differenzen maßgebend sein.

6. Erläuterungen zur Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

Umsatzerlöse

Der Konzern produziert Dispersionen, Lacke und Lasuren und bietet Dienstleistungen zur Vermarktung dieser Produkte an. Der Gesamtumsatz der Unternehmensgruppe lag im Jahr 2020 bei T€ 223.366. Der Umsatz im Geschäftsjahr in Deutschland betrug T€ 88.011 und in Großbritannien T€ 42.491. In anderen Ländern der EU wurden T€ 78.257 und in anderen Ländern außerhalb der EU wurden T€ 14.607 realisiert.

Sonstige betriebliche Erträge und Aufwendungen

In den sonstigen betrieblichen Erträgen sind zum Teil periodenfremde Erträge enthalten. Dabei handelt es sich im Wesentlichen um Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen (T€ 852, Vorjahr T€ 473). Darüber hinaus beinhalten die sonstigen betrieblichen Erträge Erträge aus der Auflösung des Sonderpostens (T€ 64, Vorjahr T€ 64) und Erträge aus Währungsumrechnungen in Höhe von T€ 332 (Vorjahr T€ 881). Bei den sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind entsprechende Aufwendungen aus Währungsumrechnungen in Höhe von T€ 941 (Vorjahr T€ 1.102) enthalten.

Finanzergebnis

Der Nettozinsaufwand, welcher fast ausschließlich aus der Intercompany Finanzierung resultiert, ist aufgrund der erhöhten Inanspruchnahme des Darlehnsrahmens und einer höheren Stufe beim Zinssatz angestiegen. Nennenswerte Zinserträge sind darin nicht enthalten. Erträge aus der Abzinsung sind hier ebenfalls nicht enthalten.

7. Sonstige Angaben

Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Es bestehen laufende sonstige finanzielle Verpflichtungen aus Leasing- und Mietverhältnissen in Höhe von T€ 6.889 (Vorjahr T€ 6.652). Das Bestellobligo beträgt T€ 10.485 (Vorjahr T€ 7.549).

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind nicht durch Pfandrechte, Grundschulden oder ähnliche Rechte gesichert.

Außerbilanzielle Geschäfte

Die o.g. außerbilanziellen Leasinggeschäfte wurden unter Gesichtspunkten der Wirtschaftlichkeit und zur Reduzierung der Kapitalbindung abgeschlossen. Forderungsverkäufe wurden im Geschäftsjahr 2020 temporär in Frankreich und Dänemark vorgenommen.

Das Factoring wurde im Rahmen der Refinanzierung aufgrund der Übernahme von 65 % der Gesellschaftsanteile durch Hempel A/S (Dänemark) zwischenzeitlich eingestellt.

Angaben zur Kapitalflussrechnung

Der Finanzmittelfonds setzt sich aus dem Kassenbestand sowie den vorhandenen Kontokorrentguthaben der Konzerngesellschaften zum Bilanzstichtag zusammen.

Honorar des Abschlussprüfers

Im Geschäftsjahr ist ein Gesamthonorar des Abschlussprüfers in Höhe von T€ 238 angefallen. Für Abschlussprüfungsleistungen ist ein Betrag von T€ 148 angefallen. Für Steuerberatung wurden T€ 17 und für sonstige Beratung wurden insgesamt T€ 73 berechnet. Sonstige Bestätigungsleistungen gemäß § 285 Nr. 17 HGB wurden nicht in Anspruch genommen.

Einbeziehung in einen übergeordneten Konzernabschluss

Alle Gesellschaften, die in den Konzernabschluss der J.W. Ostendorf GmbH & Co. KG einbezogen werden, sind Tochterunternehmen der Hempel A/S, Dänemark, und wurden in den Konzernabschluss der Hempel A/S als Mutterunternehmen einbezogen. Dieser Abschluss ist über Erhverus-OG Selskabsstyrelsen, Dänemark, oder auf der Internetseite von Hempel A/S unter www.hempel.com abrufbar.

Geschäftsführung

Mitglieder der Geschäftsführung des Mutterunternehmens sind:

Devitt, Joseph Geschäftsführer strategische Unternehmensentwicklung
McDonald, Philip Geschäftsführer kaufmännische Leitung
Ostendorf, Jan Geschäftsführer Vertrieb
Ostendorf, Jens Geschäftsführer Vertrieb
Schräder, Sven Geschäftsführer kaufmännische Leitung (ab 22.02.2020)

Die Gesamtbezüge der Geschäftsführung betrugen im Geschäftsjahr T€ 599 (Vorjahr T€ 934).

Mitarbeiter

Die durchschnittliche Zahl der während des Geschäftsjahres beschäftigten Mitarbeiter betrug:

Bezeichnung 2020 2019
Gewerbliche Arbeitnehmer 266 282
Angestellte 338 353
604 635

Sonstige Angaben

Befreiung der Jahresabschlüsse

Der Konzernabschluss wird beim Betreiber des Bundesanzeigers elektronisch offengelegt. Er dient somit für die folgenden einbezogenen Gesellschaften als Befreiung von der Pflicht zur Aufstellung, Prüfung und Offenlegung eines Jahresabschlusses nach den für Kapitalgesellschaften geltenden Vorschriften i.S.d. § 264b HGB:

 

J. W. OSTENDORF GmbH & Co. KG, Coesfeld, Deutschland

Der Konzernabschluss dient ebenfalls als Befreiung von der Pflicht zur Aufstellung, Prüfung und Offenlegung eines Jahresabschlusses nach den für Kapitalgesellschaften geltenden Vorschriften i.S.d. § 264 Abs. 3 HGB:

 

Brand.IQ GmbH, Coesfeld, Deutschland

 

FLT Handel & Service GmbH, Coesfeld, Deutschland

 

Coesfeld, den 18. Juni 2021

Ostendorf-Beteiligungs-GmbH, Coesfeld

Joseph Devitt

Philip McDonald

Jan Ostendorf

Jens Ostendorf

Sven Schräder

Entwicklung des Konzernanlagevermögens für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2020

Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten
01.01.2020
Währungsdifferenzen
Zugänge
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 24.561.079 -32 590.676
2. Geschäfts- oder Firmenwert 2.019.597 0 0
3. Geleistete Anzahlungen 0 0 0
26.580.676 -32 590.676
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 35.661.219 0 153.945
2. Technische Anlagen und Maschinen 82.564.131 0 2.298.378
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 18.663.381 6.291 655.271
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 2.259.614 1 1.199.245
139.148.345 6.292 4.306.839
III. Finanzanlagen
1. Beteiligungen 17.001 0 0
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 9.457.329 0 0
3. Sonstige Ausleihungen 34.741 0 15.566
9.509.071 0 15.566
175.238.092 6.260 4.913.081
Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten
Umglie derungen
Abgänge
31.12.2020
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 88.134 11.256 25.228.601
2. Geschäfts- oder Firmenwert -77.334 0 1.942.263
3. Geleistete Anzahlungen 0 0 0
10.800 11.256 27.170.864
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 47.732 4.770 35.858.126
2. Technische Anlagen und Maschinen 65.273 1.376.580 83.551.202
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 504.920 783.352 19.046.511
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau -628.725 0 2.830.135
-10.800 2.164.702 141.285.974
III. Finanzanlagen
1. Beteiligungen 0 0 17.001
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 0 1.055.865 8.401.464
3. Sonstige Ausleihungen 0 0 50.307
0 1.055.865 8.468.772
0 3.231.823 176.925.610
Abschreibungen
01.01.2020
Währungsdifferenzen
Zugänge
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 15.935.067 -68 3.997.000
2. Geschäfts- oder Firmenwert 1.942.263 0 0
3. Geleistete Anzahlungen 0 0 0
17.877.330 -68 3.997.000
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 21.026.838 1.449 955.749
2. Technische Anlagen und Maschinen 67.457.650 225 3.255.506
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 14.212.609 11.045 1.421.731
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0 0 0
102.697.097 12.719 5.632.986
III. Finanzanlagen
1. Beteiligungen 0 0 0
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 0 0 0
3. Sonstige Ausleihungen 0 0 0
0 0 0
120.574.427 12.651 9.629.986
Abschreibungen
Abgänge
31.12.2020
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 11.257 19.920.742
2. Geschäfts- oder Firmenwert 0 1.942.263
3. Geleistete Anzahlungen 0 0
11.257 21.863.005
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 0 21.984.036
2. Technische Anlagen und Maschinen 1.353.817 69.359.564
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 779.190 14.866.195
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0 0
2.133.007 106.209.795
III. Finanzanlagen
1. Beteiligungen 0 0
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 0 0
3. Sonstige Ausleihungen 0 0
0 0
2.144.264 128.072.800
Restbuchwerte
31.12.2020
31.12.2019
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 5.307.859 8.626.012
2. Geschäfts- oder Firmenwert 0 77.334
3. Geleistete Anzahlungen 0 0
5.307.859 8.703.346
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 13.874.090 14.634.381
2. Technische Anlagen Maschinen und 14.191.638 15.106.481
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 4.180.316 4.450.772
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 2.830.135 2.259.614
35.076.179 36.451.248
III. Finanzanlagen
1. Beteiligungen 17.001 17.001
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 8.401.464 9.457.329
3. Sonstige Ausleihungen 50.307 34.741
8.468.772 9.509.071
48.852.810 54.663.665

Kapitalflussrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2020

2020
2019
Konzernjahresfehlbetrag -10.557.911 -22.476.477
+ Abschreibungen auf Gegenstände des Anlagevermögens 9.629.986 9.361.802
+/- Zunahme/Abnahme der Rückstellungen -678.331 54.154
+/- Sonstige zahlungsunwirksame Aufwendungen/Erträge -471.287 -464.374
Investitions- oder der Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind -16.572.503 1.092.285
der Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind 7.218.584 -1.102.360
-/+ Gewinn/Verlust aus dem Abgang von Gegenständen des Anlagevermögens 669 -144
+/- Zinsaufwendungen/Zinserträge 4.376.227 1.585.510
+/- Ertragsteueraufwand/-ertrag 4.024 -420.304
-/+ Ertragsteuerzahlungen/-erstattungen -50.323 48.108
= Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit -7.100.865 -12.321.800
- Auszahlungen für Investitionen in das immaterielle Anlagevermögens -590.712 -3.533.433
+ Einzahlungen aus Abgängen von Gegenständen des Sachanlagevermögens 31.026 160.010
- Auszahlungen für Investitionen in das Sachanlagevermögen -4.306.839 -4.893.406
+ Einzahlungen aus Abgängen von Gegenständen des Finanzanlagevermögen 1.055.865 1.001.446
- Auszahlungen für Investitionen in das Finanzanlagevermögen -15.566 0
+ Erhaltene Zinsen 23.529 7.632
= Cashflow aus der Investitionstätigkeit -3.802.697 -7.257.751
+ Einzahlungen aus der Begebung von Anleihen und der Aufnahme von (Finanz-) Krediten 16.839.963 24.198.163
- Auszahlungen aus der Tilgung von Anleihen und (Finanz-) Krediten -145.257 -154.319
- Gezahlte Zinsen -4.399.756 -1.593.142
= Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit 12.294.950 22.450.702
Zahlungswirksame Veränderungen des Finanzmittelfonds 1.391.388 2.871.151
+ Wechselkurs-, konsolidierungskreis- und bewertungsbedingte Änderungen des Finanzmittelfonds -247.127 248.515
+ Finanzmittelfonds am Anfang der Periode 4.252.727 1.133.061
= Finanzmittelfonds am Ende der Periode 5.396.988 4.252.727

Eigenkapitalspiegel zum 31. Dezember 2020

Eigenkapital des Mutterunternehmens
Kapitalanteile der Kommanditisten
Rücklagen
Eigenkapitaldifferenz aus Währungsumrechnung *
Stand 31.12.2018 520.000 10.904.004 0
Währungsumrechnung 0 0 258.748
sonstige Veränderungen 0 -15.922 0
Konzernjahresfehlbetrag -8.532.067 -10.888.082 0
Umgliederung in den Aktivposten »Nicht durch Vermögenseinlage gedeckter Verlustanteil der Kommanditisten« 8.012.067 0 0
Umgliederung in den Aktivposten »Nicht durch Konzerneigenkapital gedeckter Fehlbetrag« 0 0 0
Umgliederung in den Aktivposten »Eigenkapitaldifferenz aus Währungsumrechnung« 0 0 -258.748
Stand 31.12.2019 0 0 0
Währungsumrechnung 0 0 -253.553
sonstige Veränderungen 0 0 0
Konzernjahresfehlbetrag -6.357.870 0 0
Umgliederung in den Aktivposten »Nicht durch Vermögenseinlage gedeckter Verlustanteil der Kommanditisten« 6.357.870 0 0
Umgliederung in den Aktivposten »Nicht durch Konzerneigenkapital gedeckter Fehlbetrag« 0 0 0
Umgliederung in den Aktivposten »Eigenkapitaldifferenz aus Währungsumrechnung« 0 0 253.553
Stand 31.12.2020 0 0 0
Eigenkapital des Mutterunternehmens
Nicht durch Eigenkapital gedeckter Differenzbetrag für das gegenüber dem MU niedrigere Konzernergebnis
Summe
Stand 31.12.2018 0 11.424.004
Währungsumrechnung 0 258.748
sonstige Veränderungen 0 -15.922
Konzernjahresfehlbetrag -3.056.328 -22.476.477
Umgliederung in den Aktivposten »Nicht durch Vermögenseinlage gedeckter Verlustanteil der Kommanditisten« 0 8.012.067
Umgliederung in den Aktivposten »Nicht durch Konzerneigenkapital gedeckter Fehlbetrag« 3.056.328 3.056.328
Umgliederung in den Aktivposten »Eigenkapitaldifferenz aus Währungsumrechnung« 0 -258.748
Stand 31.12.2019 0 0
Währungsumrechnung 0 -253.553
sonstige Veränderungen 0 0
Konzernjahresfehlbetrag -4.200.041 -10.557.911
Umgliederung in den Aktivposten »Nicht durch Vermögenseinlage gedeckter Verlustanteil der Kommanditisten« 0 6.357.870
Umgliederung in den Aktivposten »Nicht durch Konzerneigenkapital gedeckter Fehlbetrag« 4.200.041 4.200.041
Umgliederung in den Aktivposten »Eigenkapitaldifferenz aus Währungsumrechnung« 0 253.553
Stand 31.12.2020 0 0
Nicht beherrschende Anteile
Konzerneigenkapital
Stand 31.12.2018 -15.922 11.408.082
Währungsumrechnung 0 258.748
sonstige Veränderungen 15.922 0
Konzernjahresfehlbetrag 0 -22.476.477
Umgliederung in den Aktivposten »Nicht durch Vermögenseinlage gedeckter Verlustanteil der Kommanditisten« 0 8.012.067
Umgliederung in den Aktivposten »Nicht durch Konzerneigenkapital gedeckter Fehlbetrag« 0 3.056.328
Umgliederung in den Aktivposten »Eigenkapitaldifferenz aus Währungsumrechnung« 0 -258.748
Stand 31.12.2019 0 0
Währungsumrechnung 0 -253.553
sonstige Veränderungen 0 0
Konzernjahresfehlbetrag 0 -10.557.911
Umgliederung in den Aktivposten »Nicht durch Vermögenseinlage gedeckter Verlustanteil der Kommanditisten« 0 6.357.870
Umgliederung in den Aktivposten »Nicht durch Konzerneigenkapital gedeckter Fehlbetrag« 0 4.200.041
Umgliederung in den Aktivposten »Eigenkapitaldifferenz aus Währungsumrechnung« 0 253.553
Stand 31.12.2020 0 0

* Die »Eigenkapitaldifferenz aus Währungsumrechnung« wird auf der Aktivseite ausgewiesen, wenn bei einem Ausweis auf der Passivseite der Saldo des Postens Eigenkapital insgesamt negativ wird.

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die J. W. OSTENDORF GmbH & Co. KG, Coesfeld

Prüfungsurteile

Wir haben den Konzernabschluss der J. W. OSTENDORF GmbH & Co. KG, Coesfeld, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2020, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, dem Konzerneigenkapitalspiegel und der Konzernkapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2020 sowie dem Konzernanhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der J. W. OSTENDORF GmbH & Co. KG, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2020 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Konzernabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 31. Dezember 2020 sowie seiner Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2020 und

vermittelt der beigefügte Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Konzernlagebericht in Einklang mit dem Konzernabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Konzernabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Konzernlageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass der Konzern seine Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Konzernabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt.

holen wir ausreichende geeignete Prüfungsnachweise für die Rechnungslegungsinformationen der Unternehmen oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns ein, um Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht abzugeben. Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Überwachung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die alleinige Verantwortung für unsere Prüfungsurteile.

beurteilen wir den Einklang des Konzernlageberichts mit dem Konzernabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Konzerns.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Konzernlagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Osnabrück, den 18. Juni 2021

PricewaterhouseCoopers GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Dr. Achim Lienau, Wirtschaftsprüfer

ppa. Marc Middendorf, Wirtschaftsprüfer

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