Verlustanzeige

Definition

Grunddefinition

Eine Verlustanzeige ist die gesetzlich vorgeschriebene Mitteilung einer GmbH oder AG an ihre Gesellschafter oder Aktionäre, wenn mehr als die Hälfte des Stamm- oder Grundkapitals verloren ist, um über finanzielle Maßnahmen zu beraten.

Detaillierte Erklärung

Eine Verlustanzeige ist die gesetzlich verpflichtende Meldung einer GmbH oder Aktiengesellschaft (AG), wenn mehr als die Hälfte des Stamm- bzw. Grundkapitals aufgezehrt ist. Nach § 49 GmbHG und § 92 AktG muss die Geschäftsführung bzw. der Vorstand unverzüglich eine Gesellschafterversammlung einberufen, um die finanzielle Lage, mögliche Verlustdeckung und Sanierungsmaßnahmen zu beraten. Die Verlustanzeige wird nicht im Handelsregister veröffentlicht, bleibt also intern, doch über offen gelegte Jahresabschlüsse lässt sich der Kapitalverlust häufig nachvollziehen. Eine fristgerechte Verlustanzeige ist essenziell, um Haftungsrisiken der Geschäftsleiter zu minimieren und eine drohende Insolvenzantragspflicht rechtzeitig zu erkennen. Unterlassen Verantwortliche diese Meldung, drohen persönliche Haftung, Bußgelder und strafrechtliche Konsequenzen. Für Stakeholder, Investoren und Gläubiger signalisiert eine ordnungsgemäße Verlustanzeige Transparenz, Corporate-Governance-Bewusstsein und die Einhaltung des Kapitalerhaltungsgrundsatzes.

Verwandte Begriffe