DEKRA SEStuttgartJahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023LAGEBERICHT FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2023GRUNDLAGEN DES KONZERNSGeschäftsmodell des Konzerns DEKRA sorgt für Sicherheit DEKRA engagiert sich seit fast 100 Jahren für die Sicherheit von Menschen in allen Lebenssituationen. Was 1925 mit der technischen Überwachung von Kraftfahrzeugen begann, umfasst heute ein breites Spektrum an Dienstleistungen, insbesondere rund um das Prüfen, Testen und Zertifizieren von Kraftfahrzeugen, Produkten, Prozessen und Anlagen sowie Aus- und Weiterbildung. DEKRA ist bezogen auf den Umsatz weltweit die größte nicht börsennotierte Expertenorganisation in der TIC-Branche (Testing, Inspection, Certification) und profitiert vom nachhaltigen und globalen Trend zu mehr Sicherheit und Nachhaltigkeit. Der satzungsgemäße Auftrag Sicherheit ist heute so gültig wie in den Anfängen. Für DEKRA arbeiteten zum Jahresende 2023 rund 48.800 Beschäftigte in rund 60 Ländern auf fünf Kontinenten. Das Unternehmen führte weltweit rund 32 Millionen Fahrzeugprüfungen durch. Die umfassenden Dienstleistungen sind seit 2022 in sieben Service Divisions gebündelt. Das weltweite Geschäft wird von der DEKRA SE mit Sitz in Stuttgart gesteuert und ist in sechs Regionen aufgeteilt. Im Berichtsjahr hat DEKRA die Länder Deutschland, Schweiz und Österreich in der Region GSA (Germany, Switzerland, Austria) gebündelt, um stärker von den engen wirtschaftlichen Verflechtungen der drei Märkte zu profitieren. In allen Regionen der Welt vertreten Unter den sechs Regionen ist die Region GSA mit 2,6 Mrd. EUR Umsatz der größte Markt, gefolgt von der Region South-West Europe, zu der auch der zweite Heimatmarkt Frankreich gehört, mit 551,3 Mio. EUR. In der Region North-West Europe erzielte DEKRA einen Umsatz von 397,5 Mio. EUR, in Central East Europe & Middle East waren es 190,4 Mio. EUR. Zu den weiteren Fokusmärkten neben Europa zählen für DEKRA die Regionen APAC (Asia-Pacific) mit 260,7 Mio. EUR Umsatz und Americas mit 144,4 Mio. EUR Umsatz. Systematischer Ausbau des Produkt- und Dienstleistungsangebots In den sieben Service Divisions konzentriert sich DEKRA auf die Weiterentwicklung und Optimierung der Dienstleistungen in den jeweiligen entsprechenden Geschäftsfeldern. Im Zuge von Digitalisierung, Vernetzung und der wachsenden Bedeutung von Künstlicher Intelligenz (KI) und Cyber Security entwickeln die Expertinnen und Experten von DEKRA Sicherheitslösungen von morgen und bekräftigen die Rolle von DEKRA als Vordenker für Sicherheit. Das Serviceportfolio von DEKRA ist in den folgenden Service Divisions gebündelt: Vehicle Inspection In dieser Service Division sind sowohl periodisch wiederkehrende Fahrzeugprüfungen als auch nichtperiodische technische Prüfungen und periodische Emissionsprüfungen für alle Arten von Fahrzeugen zusammengefasst. Mit Blick in die Zukunft der Mobilität sorgt DEKRA in diesem Kernkompetenzfeld für eine sichere technische Prüfung von immer stärker vernetzten und automatisiert fahrenden Kraftfahrzeugen mit Verbrennungsmotoren sowie von E-Fahrzeugen mit den alternativen Antriebsformen Batterie oder Brennstoffzelle (Wasserstoff). Claims & Expertise Zum Leistungsangebot der Service Division Claims & Expertise gehören die Schadenregulierung für Schäden jeder Art, Fahrzeugbewertungs- und Verwaltungsdienstleistungen sowie Gutachten - national wie international. Digital & Product Solutions (Vorjahr: Product Testing) Die Prüfung und Zertifizierung von Konsum-, Industrie-, Automobil-, Informations- und Kommunikationsprodukten sowie Medizinartikeln zählen zur Expertise in der Service Division Digital & Product Solutions. DEKRA kombiniert analoge Sicherheitstests mit intelligenten digitalen Prüflösungen und arbeitet so an einer Zukunft, in der Produkte sicher sind, einwandfrei funktionieren, störungsfrei miteinander kommunizieren sowie Cybersicherheitsanforderungen entsprechen. Industrial Inspection Für Industriekundschaft in aller Welt erbringt DEKRA umfassende Dienstleistungen für Gebäude-, Anlagen-, Maschinen- und Infrastrukturinspektionen, einschließlich eines breiten Spektrums an Materialprüfungen. Advisory & Training Services Qualifizierte Mitarbeitende und leistungsstarke Unternehmen sind das Ergebnis unserer kompetenten Beratungen und Weiterbildungen in den verschiedensten Branchen. Unter der Nutzung moderner Tools und digitaler Technologien unterstützen unsere erfahrenen Consultants und Trainer mit Dienstleistungen, die auf die individuellen Bedürfnisse der Kundinnen und Kunden zugeschnitten sind. Audit Unabhängige Bewertungen und Zertifizierungen von Managementsystemen nach internationalen und nationalen Normen bilden die Kernkompetenz der Service Division Audit. DEKRA hält diverse Akkreditierungen für Systemzertifizierungen und übernimmt First- (Auditierung im eigenen Unternehmen), Second- (Auditierung bei Lieferanten nach eigenen Vorgaben) und Third-Party-Audits (Überprüfung nach international anerkannten Standards mit entsprechender Zulassung). Temp Work Umfassendes Know-how in den Bereichen Personal-, Lösungs-, Event- und Logistikmanagement zeichnet die Mitarbeitenden in der Service Division Temp Work aus. DEKRA ist bezogen auf den Umsatz auf Platz 6 der größten Personaldienstleister in Deutschland.
Ziele und Strategien Wir werden der globale Partner für eine sichere und nachhaltige Welt Die strategische Ausrichtung und operative Führung von DEKRA stehen unter dem Leitgedanken des stabilen und gesunden Wachstums. Fachliche Kompetenz, Innovationskraft und Kundennähe bleiben daher die primäre Aufgabe. Mit der "Vision 2025" und der Konzentration auf die relevanten drei Lebensbereiche - im Verkehr, bei der Arbeit und zu Hause - hat DEKRA zum 90. Geburtstag im Jubiläumsjahr 2015 die Weichen für die nächsten Jahre gestellt. Dabei hat sich DEKRA zum 100-jährigen Bestehen im Jahr 2025 das Ziel gesetzt: Wir werden der globale Partner für eine sichere und nachhaltige Welt. Dieser langfristigen Zielsetzung hat sich DEKRA auch im Geschäftsjahr 2023 mit ganzem Einsatz gewidmet. Dabei spielt die digitale Transformation eine bedeutende Rolle. DEKRA ist zwar schon heute ein weltweit anerkannter Partner für die Prüfung, Zertifizierung und Inspektion intelligenter und vernetzter Kraftfahrzeuge, Produkte und Anlagen, doch die digitale Kompetenz wird auf der Basis einer umfassenden Digitalstrategie konsequent weiterentwickelt. Das beginnt intern bei einer modernen, globalen IT und neuen Arbeitsformen, umfasst die digitale Interaktion mit Kundinnen und Kunden und führt bis zu neuen und datengetriebenen Dienstleistungen. DEKRA wird deshalb seine Prozesse so weit wie möglich digitalisieren, technisches Know-how weiter ausbauen und über Innovations- und Technologiepartnerschaften die Digitalisierung seiner Märkte mitgestalten und neue Geschäftsfelder aufbauen. Die Digitalstrategie ist 2021 konzernweit ausgerollt worden und wird bis 2025 umgesetzt. Dazu hat DEKRA im Berichtsjahr mit dem Chief Digitalization Officer (CDO) eine eigene Vorstandsposition geschaffen und mit der Digitalisierungsexpertin Petra Finke zum 1. Juli 2023 besetzt. Die Unternehmensvision hat DEKRA im Jahr 2021 um die Elemente "Security" und "Nachhaltigkeit" ergänzt. Die digitale Vernetzung von Produkten und Systemen führt zu einem erweiterten Sicherheitsbegriff. Der Mensch steht weiterhin im Mittelpunkt. Aber zum Aspekt der physischen Sicherheit bzw. Unversehrtheit (Safety) kommt die Sicherheit persönlicher Daten und vernetzter Systeme vor Angriffen von außen (Security) hinzu. Zudem hat DEKRA den Gedanken der Nachhaltigkeit in seinem Selbstverständnis verankert. Mit der erweiterten Unternehmensvision waren strategische Weichenstellungen verbunden. Die Prüforganisation konzentriert sich auf fünf Fokusbereiche (Corporate Focus Areas), die für bedeutende Wachstumsfelder stehen, in denen sowohl vorhandene Dienstleistungen verbessert als auch neue digitale Dienstleistungen entwickelt werden. Die Fokusbereiche sind "Dienstleistungen für Fahrzeuge und Mobilität in der Zukunft", "Informations- und Cybersicherheitsdienstleistungen", "Remote-Dienstleistungen", "Künstliche Intelligenz und Datenanalyse" sowie "Nachhaltigkeitsdienstleistungen". Als globales Unternehmen profitieren wir von einer nachhaltigen Entwicklung der Wirtschaft, Umwelt und Gesellschaft. Die Auswirkungen des Klimawandels auf unsere Organisation und unser Geschäftsmodell haben wir bewertet und in unserer Nachhaltigkeitsstrategie berücksichtigt. Die Nachhaltigkeitsstrategie wird in enger Abstimmung mit dem Vorstand und dem Executive Management (höchste Managementebene direkt unterhalb des Vorstands) kontinuierlich weiterentwickelt. Wir befassen uns mit spezifischen Herausforderungen im Zusammenhang mit unserer Geschäftstätigkeit, wie zum Beispiel den indirekten Klimaauswirkungen von Geschäftsreisen, und arbeiten daran, diese zu minimieren und innovative Lösungen zu entwickeln. Umwelt- und Klimafragen werden auch im Rahmen unseres internen Risikomanagementprozesses sowie in unserem internen Auditsystem berücksichtigt. Mit unserem internen Umweltmanagementsystem bewerten wir wesentliche Ressourcenverbräuche und Emissionen und leiten daraus relevante Risiken und Optimierungspotenziale ab. Forschung und Entwicklung DEKRA setzt sich als unabhängige Expertenorganisation seit 1925 und damit seit knapp 100 Jahren für das Thema Verkehrssicherheit ein - mit periodischen Fahrzeuguntersuchungen, dem Einsatz von Unfallanalytikerinnen und -analytikern sowie Unfallforschenden, Crashtests, Öffentlichkeitskampagnen und der Mitarbeit in nationalen und internationalen Gremien. So unterstützt die DEKRA Unfallforschung unter anderem Automobilhersteller und Systemzulieferer seit mehr als 40 Jahren mit Crashtests und Unfallanalysen. Der zeitlose Auftrag lautet: das reale Unfallgeschehen auf den Straßen analysieren und daraus Lehren für die Verkehrssicherheit ableiten. Überdies klärt DEKRA als internationale Expertenorganisation auch in Workshops und Publikationen die Öffentlichkeit über relevante technische Anforderungen für mehr Sicherheit rund um das Thema Straßenverkehr auf. Digitalisierung und Sicherheit im Straßenverkehr Im Geschäftsjahr 2023 wurde zum 16. Mal der DEKRA Verkehrssicherheitsreport (VSR) vorgestellt. Der seit 2008 jährlich erscheinende DEKRA VSR liefert aktuelle Informationen und Hinweise zur Weiterentwicklung der Verkehrssicherheit für die Entscheidungsinstanzen in Politik, Verbänden und Unternehmen. Der DEKRA VSR 2023 beschäftigt sich unter dem Titel "Technik und Mensch" mit der Frage, wie sich durch die zunehmende Digitalisierung des Straßenverkehrs die Rolle des Fahrers und die Mensch-Maschine-Schnittstelle im Fahrzeug wandeln. Der Report beleuchtet dazu zahlreiche Problemfelder aus Sicht der Unfallforschung, der Verkehrspsychologie, der Fahrzeugtechnik, der Infrastrukturgestaltung und der Gesetzgebung. Der DEKRA VSR wird flankiert durch das DEKRA Online-Portal zur Verkehrssicherheit, www.dekra-roadsafety.com. Hier sind weitergehende Inhalte zum gedruckten Report verfügbar, beispielsweise in Form von Videos oder interaktiven Grafiken. Das Portal beschäftigt sich auch mit vielen anderen Themen rund um die Verkehrssicherheit, wie Fahrzeugtechnik, Infrastruktur oder dem Faktor Mensch, zum Beispiel in der Frage der Ablenkung durch Smartphones. Mobilität der Zukunft DEKRA begleitet die technologischen Entwicklungen im Automobilbereich seit vielen Jahren. Der Wandel hin zur Mobilität der Zukunft stellt dabei für alle Akteure in der Automobilindustrie eine besondere Herausforderung dar. So arbeitet bei DEKRA ein Team daran, Dienstleistungen rund um das vernetzte Fahrzeug zu entwickeln. DEKRA bündelt dazu über Organisations- und Landesgrenzen hinweg das gesamte Wissen - von Labortests über Materialprüfungen bis hin zu Homologation und Typprüfungen. Nach der Übernahme des Lausitzrings in Klettwitz/Deutschland im November 2017 hat DEKRA die Rennstrecke im Jahr 2018 mit dem angrenzenden DEKRA Technology Center zusammengeführt. Auf einer Fläche von 540 Hektar entstand ein einzigartiges herstellerunabhängiges Test- und Prüfzentrum für Fahrerassistenzsysteme und automatisiertes Fahren. Die bisherigen Investitionen - unter anderem in die Strecken sowie die Übertragungs- und Messtechnik - liegen im mittleren zweistelligen Millionenbereich. Im Berichtsjahr ist der Bau von Citykursen auf den Parkflächen abgeschlossen worden. Auf den neuen Asphaltflächen sind mit mobiler Infrastruktur und flexibler Bebauung die unterschiedlichsten Innerorts-Szenarien darstellbar. So lassen sich zusammen mit den schon vorhandenen Strecken auf dem DEKRA Test-Oval und am Lausitzring Testfahrzeuge in flexiblen innerstädtischen sowie Überlandszenarien testen. Insgesamt sorgt DEKRA mit entwicklungsbegleitenden Tests für Hersteller und Zulieferer - genauso wie mit Tests im Rahmen von Homologation und Typprüfung - dafür, dass die automatisierten Fahrfunktionen, die morgen und übermorgen auf die Straße kommen, sicher sind. Wasserstofftechnologien werden eine wichtige Rolle im Kampf gegen den Klimawandel spielen. DEKRA engagiert sich daher für die Wasserstoffwirtschaft der Zukunft. Dabei geht es zum einen um weltweit gültige Standards und Regularien, zum anderen um eine sichere Infrastruktur. Von der Erzeugung, über Transport und Verteilung bis zur Anwendung von Wasserstofflösungen steuert DEKRA - nicht zuletzt in erfolgreichen Kunden- und Pilotprojekten - wesentliches Know-how bei. Im Berichtsjahr hat DEKRA als eine der ersten Prüforganisationen in Deutschland die Anerkennungen für alle wesentlichen Services rund um Wasserstofftankstellen erhalten. Damit können die Expertinnen und Experten des Unternehmens die Konformität der Tankstellenanlage gemäß den geltenden Sicherheitsstandards und die Qualität des dort angebotenen Wasserstoffs attestieren. Anhaltende Digitalisierungsoffensive Im Berichtsjahr hat DEKRA die Digitalisierung von Dienstleistungen und Prozessen erneut vorangetrieben und damit weitere Weichen für die Entwicklung von Services und Standards im Bereich KI und Cyber Security gestellt. So hat DEKRA im Jahr 2023 die erste Generation von KI-Prüfdienstleistungen im Markt eingeführt. Mit ihrer Hilfe können sich Kundinnen und Kunden proaktiv auf künftige Regulierungen vorbereiten und das Vertrauen der Nutzerinnen und Nutzer in KI-gestützte Lösungen gewinnen. Die Services werden von einer Geschäftseinheit begleitet, die KI-Bewertungen und -Tests durchführt, beispielsweise zur Modellrobustheit, Datenqualität und zum Risikomanagement. Das Ziel ist es, Konformitätsbewertungen durchzuführen und dabei die höchsten Sicherheitsstandards zu gewährleisten. Gleichzeitig hat sich DEKRA im Berichtsjahr für die Etablierung von KI-Branchenstandards und die Förderung von Best Practices eingesetzt, etwa in KI-Standardisierungsausschüssen und -Arbeitsgruppen. Wie im Zukunftsfeld der KI hat sich DEKRA auch im ebenso relevanten Feld der Cyber Security für die Weiterentwicklung der Sicherheitslandschaft engagiert. So haben DEKRA Expertinnen und Experten an der Entwicklung neuer Standards und Zertifizierungssysteme mitgewirkt. In Zusammenarbeit mit der European Union Agency for Cyber Security (ENISA) war das Unternehmen etwa maßgeblich an der Formulierung eines Cybersicherheits-Zertifizierungssystems speziell für KI beteiligt. Im Bereich der Prüfung von Kommunikationstechnologien hat DEKRA seine Dienstleistungen erweitert. Es werden Prüfdienstleistungen für Sensoren, Systeme und Fahrzeuge angeboten, die die Apple Car Keys-Funktion über NFC, Ultra-Wide Band oder Bluetooth-Technologien unterstützen. DEKRA war bereits autorisiert, Third-Party-Audits, Vortests und Beratungsdienstleistungen für Apples Car-Key-Funktionalitäten anzubieten. Diese Dienstleistungen werden von den DEKRA Laboren in den Vereinigten Staaten, Spanien und China erbracht. Integrität 1 Compliance Management System DEKRA lebt vom Vertrauen seiner Kundinnen und Kunden, seiner Mitarbeitenden und der gesamten Öffentlichkeit. Integrität, Zuverlässigkeit und Neutralität sind die Grundpfeiler der Unternehmenswerte und integraler Bestandteil der Unternehmenskultur. Der Vorstand hat eine auf Schadensprävention und Risikokontrolle ausgerichtete Compliance-Organisation einrichtet. Die Gesamtverantwortung für die Compliance-Organisation trägt der Chief Compliance Officer, der an den Finanzvorstand (CFO) berichtet und in dieser Funktion weisungsunabhängig agiert. Das DEKRA Compliance-Management-System (CMS) beschreibt dabei die Gesamtheit der organisatorischen Maßnahmen und Prozesse, die implementiert wurden, um die individuellen Compliance-Risiken im Unternehmen zu identifizieren, Verstöße durch Organe und Mitarbeitende zu minimieren (präventiv) und Pflichtverstöße schnell und effektiv aufzuklären, abzustellen und zu sanktionieren (reaktiv). Auch im Jahr 2023 wurde das DEKRA CMS unter Berücksichtigung geänderter regulatorischer Anforderungen weiterentwickelt und angepasst. Die vom DEKRA Compliance Office entwickelte webbasierte internationale Compliance-Schulung wurde aktualisiert und im gesamten DEKRA Konzern ausgerollt. Durch sie wird sichergestellt, dass alle Mitarbeitenden von DEKRA für Compliance sensibilisiert sind, um Compliance-relevante Themen und Risiken rechtzeitig zu erkennen. Der Anspruch, den DEKRA an sich selbst, an seine Mitarbeitenden und an seine Geschäftspartner hinsichtlich der Compliance-Kultur formuliert, findet seinen Niederschlag in den DEKRA Compliance Guidelines. Die DEKRA Compliance Guidelines enthalten für die Mitarbeitenden klare Vorgaben und geben diesen Handlungsanweisungen und Hilfen. Im Berichtsjahr wurden die DEKRA Compliance Guidelines aktualisiert und zum DEKRA Code of Conduct & Ethics weiterentwickelt. DEKRA Mitarbeitende und Dritte werden weltweit dazu angehalten, mögliche Compliance-Verstöße zu melden. Mit unserem DEKRA Hinweisgebersystem können Compliance-Vorfälle, Rechtsverstöße, Verstöße gegen Sozial- und andere Umweltstandards oder anderes Fehlverhalten gemeldet werden. Das DEKRA Hinweisgebersystem erfüllt sämtliche Anforderungen des am 2. Juli 2023 in Kraft getretenen deutschen Hinweisgeberschutzgesetzes (HinSchG) und geht teilweise sogar darüber hinaus, indem der Meldekanal so gestaltet ist, dass die Abgabe anonymer Meldungen ermöglicht wird. Diese Möglichkeit wurde 2023 von Mitarbeitenden, Kundinnen und Kunden sowie Dritten genutzt. Die Einführung des DEKRA Hinweisgebersystems hat dazu beigetragen, die Unternehmens- und Compliance-Kultur im Hinblick auf den Umgang mit Missständen positiv zu beeinflussen und durch rechtzeitiges Handeln, Schäden und Gefahren vom Unternehmen und der Allgemeinheit präventiv abzuwehren. Qualitätsmanagement Für den Erfolg von DEKRA als unabhängiger Sachverständigenorganisation sind die Werte Integrität, Zuverlässigkeit und Neutralität von entscheidender Bedeutung. Die Reputation und Wettbewerbsfähigkeit von DEKRA am Markt und die Unabhängigkeit bei Dienstleistungen und hoheitlichen Aufgaben werden durch das Verhalten jedes Einzelnen wesentlich mitbestimmt. Behörden, Auftraggebende, Kundinnen und Kunden können erwarten, dass alle bei DEKRA Beschäftigten - Mitarbeitende, Führungskräfte, Geschäftsführung und Vorstand - auf der Grundlage dieser Werte arbeiten, ihre Verpflichtungen verlässlich erfüllen und als faire Geschäftspartnerinnen oder -partner handeln. Im Qualitätsmanagementsystem werden hierfür die internen Vorgaben und Verpflichtungen festgesetzt. Im Berichtsjahr hat DEKRA die Harmonisierung und Digitalisierung der Qualitätsmanagementprozesse vorangetrieben. Der Schwerpunkt lag dabei auf der internen Revision, dem Management von Beschwerden und Nichtkonformitäten sowie der Serviceexzellenz. Derzeit verfügt DEKRA weltweit rund 400 Akkreditierungen in unterschiedlichen Geschäftsfeldern. Alle Akkreditierungen und Zertifizierungen werden nun in einer globalen Datenbank erfasst. Dadurch wird die Positionierung von DEKRA als unabhängiger Dritter gestärkt. Nachhaltigkeit 2 Nachhaltigkeits- Dienstleistungen Seit der strategischen Neuausrichtung im Jahr 2021 sind Nachhaltigkeitsdienstleistungen ein Fokusbereich von DEKRA. Daher wurde im Berichtsjahr weiter an der Umsetzung einer speziellen Strategie zum Ausbau, zur Weiterentwicklung und Vermarktung von Dienstleistungen rund um alle Aspekte der Nachhaltigkeit gearbeitet. Auf der Grundlage langjähriger Erfahrung und Expertise und unter Berücksichtigung neuer regionaler Anforderungen, zum Beispiel EU-Richtlinien und dem Inflation Reduction Act in den USA, hat das Unternehmen das Portfolio an Services in den Regionen ausgeweitet und in neue Dienstleistungen investiert. Konkret wurden im Berichtsjahr Prüf- und Zertifizierungsdienstleistungen sowie Experten- und Trainingsdienstleistungen entwickelt bzw. weiterentwickelt, die sich auf die Technologien der Energiewende beziehen, insbesondere auf Wasserstoff, Photovoltaik, Windkraft und Batterien. Daneben hat DEKRA Dienstleistungen weiterentwickelt und in Märkte eingeführt, die Unternehmen, Finanzdienstleister und Investoren in der Umsetzung und Überprüfung von Nachhaltigkeitsstrategien unterstützen - beispielsweise im Kontext der Nachhaltigkeitsberichterstattung. Aufgrund der Anforderungen von Kundinnen und Kunden, die Nachhaltigkeitsleistung von Unternehmen und Produkten bzw. Dienstleistungen unabhängig verifizieren zu lassen, hat DEKRA darüber hinaus seine Siegel-Strategie überarbeitet und kann der Kundschaft nachhaltigkeitsbezogene Siegel nach dem Stand der Technik sowie bereits unter Beachtung der zu erwartenden EU-Rahmenbedingungen (EU Green Claims Directive) anbieten. Einen Beitrag zu einer nachhaltigen Entwicklung in Wirtschaft, Umwelt und Gesellschaft leistet DEKRA insgesamt vor allem auch als Multiplikator durch den Sachverstand und die Expertendienstleistungen mit dem Fokus Sicherheit sowie durch die spezifische Unterstützung der Kundschaft im Bereich Nachhaltigkeit. Das Portfolio der Nachhaltigkeitsdienstleistungen wurde dafür in drei Themenfelder untereilt:
Nachhaltigkeitsmanagement Der Ausbau des DEKRA Nachhaltigkeitsmanagements wurde auch im Berichtsjahr fortgesetzt. Auf Grundlage der DEKRA Nachhaltigkeitsstrategie 2025 wurden im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung sowohl ökologische (zum Beispiel Ausbau des internen Umwelt- und Klimamanagements) und soziale Themen (zum Beispiel DEKRA Sozialstandards, Prozesse rund um die menschenrechtliche Sorgfaltspflicht) als auch die organisatorische Integration des Nachhaltigkeitsmanagements in die Lieferkette weiter vorangetrieben. Schritt für Schritt wird die Leistung von DEKRA in den definierten Schwerpunktfeldern weiter verbessert: Umwelt & Klima, Mitarbeitende & Gesellschaft, Liefer- & Wertschöpfungskette sowie Management & Governance. Die Ausrichtung im Bereich Nachhaltigkeit orientiert sich an den zehn Prinzipien des UN Global Compact und soll zur Erfüllung der 17 Sustainable Development Goals (SDGs) der Vereinten Nationen beitragen. Ein weiterer Baustein im Bereich Management & Governance ist die Nachhaltigkeitsberichterstattung: DEKRA berichtet die Fortschritte auf Grundlage des Deutschen Nachhaltigkeitskodex (DNK), international "The Sustainability Code". Der entsprechende Bericht wurde Ende 2023 zum dritten Mal extern auditiert (limited assurance). Aber auch externe Ratings spielen eine Rolle: Seit Ende 2020 ist DEKRA im ganzheitlichen Nachhaltigkeitsrating von EcoVadis mit der höchsten Stufe Platinum ausgezeichnet. Im Berichtsjahr wurde das Platinum-Rating zum dritten Mal in Folge bestätigt. Damit gehört DEKRA weiterhin zu den Top-1-Prozent der bewerteten Unternehmen. Die interne Nachhaltigkeitsmanagement-Struktur und -Organisation über die DEKRA Regionen und Länder stellt sicher, dass zentrale Nachhaltigkeitsthemen gemäß regionaler Wesentlichkeit umgesetzt werden. Das interne Umweltmanagement und die datenbasierte Steuerung von Umwelt- und insbesondere auch Klimaschutzthemen wird entsprechend aktuellen Erkenntnissen und Anforderungen ausgebaut und weiterentwickelt. Dabei stehen die Themen Energie- und Ressourceneffizienz sowie insbesondere Klimaschutz im Vordergrund. Zentraler Baustein ist hier der Treibhausgasemissionsreduktionspfad in Einklang mit dem Pariser 1,5°C Ziel, der 2023 bei der Science Based Targets Initiative (SBTi) zur Validierung eingereicht wurde. Eckpfeiler dieses Pfads sind eine konsequente Dekarbonisierung mit Fokus Bezug und Erzeugung von erneuerbarer Energie, Effizienz- und Einsparungsmaßnahmen sowie Umstellung des Fuhrparks auf alternative Antriebe. So zählt etwa die Umstellung der Stromversorgung auf 100 % erneuerbare Energien bis 2025 zu den spezifischen Zielen. Für DEKRA als Expertendienstleister sind die Mitarbeitenden das wichtigste Kapital, daher spielt auch die Nachhaltigkeitsdimension Mitarbeitende & Gesellschaft eine herausragende Rolle. Das Engagement, die Integrität und die Kompetenz aller Mitarbeitenden ermöglichen es, als weltweit anerkannte, unabhängige Third-Party zu agieren. Die fachspezifische und technische, aber auch werte- und verhaltensorientierte Weiterbildung aller Mitarbeitenden (zum Beispiel Nachhaltigkeitstraining, Compliance, Informationssicherheit und Arbeitsschutz) sowie interne Sensibilisierungskampagnen (Kampagne für Arbeitssicherheit) sind daher essenziell. Gleichermaßen stellt die weltweite Mitarbeiterbefragung den vertrauensvollen Austausch zwischen Mitarbeitenden und Arbeitnehmervertretern sicher. Seit 2017 werden alle Mitarbeitenden alle zwei Jahre zu ihren Einschätzungen und Wahrnehmungen ihrer Arbeitserfahrung, sowie Arbeitsbedingungen und allgemeinen Entwicklungen bei DEKRA befragt. Im Rahmen von Teamdialogen zwischen Führungskräften und Mitarbeitenden werden die Ergebnisse analysiert, notwendige Maßnahmen definiert und anschließend umgesetzt. Das Bekenntnis zu Vielfalt und Anti-Diskriminierung wurde mit dem Beitritt in 2022 zur Charta der Vielfalt symbolisch bekräftigt und seither durch die Schaffung und kontinuierliche Fortführung eines Diversity Comittees sowie einer globalen Verantwortlichkeit (Head of Diversity & Inclusion) organisatorisch gefestigt. Es wurden eine spezifische Schulungsreihe für alle Führungskräfte und Mitarbeitenden im Personalbereich sowie interaktive Workshops für die DEKRA Regionen durchgeführt. In Hinblick auf den Arbeits- und Gesundheitsschutz wurde das globale interne Gesundheits- und Sicherheitsprogramm - aufgeteilt in die drei Ebenen " safety4me", " safety4you" und " safety4us" - fortgeführt. Es soll alle Mitarbeitenden für Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit sensibilisieren und sie dazu anregen, mehr über Maßnahmen zur Verbesserung der Sicherheit am Arbeitsplatz sowie auf dem Weg zur Arbeit nachzudenken. Das Programm setzt auf eine kontinuierliche Kommunikation, zum Beispiel mit Videoclips, Best-Practice-Beispielen und Sicherheitstipps von internen Sicherheitsexperten. Die auf den DEKRA Sozialstandards basierende in 2023 neu veröffentlichte Grundsatzerklärung "Menschenrechte" deckt nicht nur den Bereich der Arbeitnehmerrechte im Unternehmen ab, sondern auch den Geltungsbereich der Lieferketten für die an den International Labour Organization-Standards ausgerichteten Prinzipien. Dies betrifft unter anderem die Bereiche Diskriminierung und Benachteiligung, Chancengleichheit, Arbeitsschutz, Arbeitszeit und Entlohnung, Vereinigungsfreiheit und Mitbestimmung, Meinungsfreiheit und Schutz der Privatsphäre sowie Ausschluss von Kinderarbeit, Zwangsarbeit, Sklaverei und Menschenhandel. Nachhaltigkeit findet auch in Bezug auf die Einkaufsaktivitäten von DEKRA Beachtung. Im Rahmen unseres Lieferkettenmanagements verlangen wir von unseren Lieferanten und deren Unterauftragnehmern die Einhaltung von Nachhaltigkeitsstandards und überprüfen deren Einhaltung. Dies ist im Nachhaltigkeitskodex für Lieferanten, dem Brief an Lieferanten und den Allgemeinen Einkaufsbedingungen festgehalten. Personalbericht Personalwachstum In den sechs weltweiten DEKRA Regionen erhöhte sich die Beschäftigtenzahl zum Jahresende 2023 (ohne Temp Work) um 1.182 auf 30.850 (Vorjahr: 29.668). In der Region GSA, welche seit 2023 die Länder Deutschland, Schweiz und Österreich umfasst, stieg die Zahl der Stammbeschäftigten gegenüber dem Vorjahr um knapp 5 % auf 13.916. Die Anzahl der Mitarbeitenden in den Service Divisions nahm ebenfalls zu und betrug zum Jahresende 380 (+15 %). Die Zentralbereiche des Konzerns ("Steering & Support") verzeichneten einen Anstieg des Personalbestands um 22 % auf 786 Mitarbeitende (Vorjahr: 645) - insbesondere bedingt durch die Gründung der DEKRA Technology & Services Kft. Im Bereich Temp Work ging die Zahl der Beschäftigten um knapp 7 % zurück und lag zum Stichtag bei 16.755 Mitarbeitenden (Vorjahr: 18.002). In Deutschland waren im Bereich Temp Work 8.425 Mitarbeitende tätig (Vorjahr: 10.690). Insgesamt erreichte damit die Gesamtbeschäftigtenzahl der DEKRA SE 48.771 Mitarbeitende (Vorjahr: 48.646). Zum Jahresende 2024 rechnet DEKRA mit einem Anstieg der Beschäftigtenzahl im niedrigen vierstelligen Bereich. Erklärung zur Unternehmensführung Für die Besetzung der wichtigsten Gremien sowie für die erste und zweite Führungsebene sind Zielgrößen für den Frauenanteil definiert. Die Zielgröße für die Besetzung des Aufsichtsrats der DEKRA SE beträgt 25,0 % (Vorjahr: 16,7 %). Diese Quote ist erreicht. Die Zielgröße für den Vorstand der DEKRA SE von 25,0 % wurde bereits 2021 realisiert. Für die erste Führungsebene (Executive Committee) bzw. für die zweite Führungsebene (Management Committee) wurden als Zielgrößen mindestens 25 % bzw. 30 % bis zum Jahresende 2027 festgelegt. Für die erste Führungsebene ist die Zielgröße mit 10,5 % (Vorjahr: 9,5 %) noch nicht umgesetzt. Auch für die zweite Führungsebene wurde mit 19,4 % (Vorjahr: 19,8 %) der vorgenannte Zielwert unterschritten. Es wird daher kontinuierlich und nachhaltig an der Zielerreichung gearbeitet. HR-Strategie Die unternehmensweite HR-Strategie dient uns als Leitfaden, die anstehenden unternehmerischen Herausforderungen der nächsten Jahre fokussiert zu begleiten und umzusetzen. Die Förderung unserer Mitarbeitenden ist das zentrale Thema unserer Personalstrategie. Mittel- und langfristig konzentrieren wir uns daher auf die folgenden strategischen Themen: Unternehmenskultur, Führung, Talent Management, Employee Experience, Digitalisierung, Operative Exzellenz und Struktur & Fundament. HR-Transformation 2022 haben wir bereits die ersten Schritte unserer HR-Transformation gestartet, um eine einheitliche Unternehmensstruktur weltweit in unserer HR-Organisation zu verankern. Diese Reise haben wir 2023 mit bisher großem Erfolg fortgesetzt und mit der Ernennung eines globalen ad interim HR-Leadership-Teams, der Etablierung der Center of Excellence (CoE) und Global HR-Operations bereits Grundlagen für eine globale HR-Organisationstruktur etabliert. Dabei stellt das Projekt "evolve" das neue digitale Fundament für HR dar, indem globale Systeme und digitalisierte Prozesse eingeführt werden. In den Jahren 2022 und 2023 wurden bereits durch lokale and globale Implementierungen wichtige Meilensteine gesetzt, auf die wir mit weiteren Funktionalitäten in den nächsten Jahren aufbauen. Leadership Development Mit der Einführung von evolve Performance-Management (ePM) unterstützen wir Führungskräfte darin, leistungsorientiertes Denken und Handeln im Hinblick auf eine "High Performance Culture" strategisch weiterzuentwickeln. Diese neue Entwicklung wird durch die Implementierung einer "Perfomance Management Training Journey" in den Jahren 2023 und 2024 nachhaltig unterstützt. Als zukunftsorientierte und strategische Basis für weitere Leadership-Aktivitäten wurden sechs neue Leadership-Standards im Unternehmen definiert. Auf dieser Grundlage erfolgt ein konsequenter Ausbau der gewünschten Führungs- und Unternehmenskultur. Diese kulturelle Weiterentwicklung wurde durch die Einführung eines Feedback-Prozesses und standardisierte Führungsbeurteilungen abgesichert. Spezifische Entwicklungsmaßnahmen sind dadurch initiiert und festgehalten. Durch die Implementierung eines neuen globalen Management Trainingsprogramms trainieren die Führungskräfte aktiv die praktische Umsetzung der Leadership-Standards und die kulturellen DEKRA Führungsanforderungen. Im Rahmen der "Digital Leadership Journey" wurden diverse praktische Trainingsformate implementiert, um Führungskräfte fokussiert auf die digitalen Herausforderungen vorzubereiten. Global Engagement Survey Die durchgeführte vierte Globale Mitarbeiterbefragung im Oktober 2023 zeigt, dass unsere eingeleiteten Maßnahmen deutliche Verbesserungen im gesamten Unternehmen erzielen. Auch durch den mitarbeiterzentrierten Follow-Up-Prozess konnte die Teilnahmequote von 73 auf 78 Prozent erhöht werden. Als positives Ergebnis konnte beispielsweise das Engagement, das Performance-Management, die Nachhaltigkeit und die Bindung der Mitarbeitenden an das Unternehmen deutlich gesteigert werden. In nahezu allen Dimensionen der Befragung hat sich das Unternehmen im Vergleich zur letzten Befragung steigern können. Talentmanagement Der Organisational Talent Review Prozess (OTR) ist global erfolgreich in 2023 eingeführt worden, um Talente und Potentialträger auf Schlüsselpositionen im Unternehmen systematischer zu identifizieren und zu entwickeln. Eine gezielte Talent- und Karriereentwicklung sowie eine spezifische Nachfolgeplanung zugunsten einer intensivierten Talentbindung sind das Ergebnis. Talent Pools sowie implementierte Talent-KPIs helfen, das Unternehmen zukunftsorientiert abzusichern und zu steuern. Die Steigerung von Besetzungs- und Führungsqualität ist das Ziel. Damit einher geht auch der Aufbau des "Talent Brokering" zugunsten mehr globaler Mobilität und interner Karrierechancen. Das globale Führungskräftenachwuchsprogramm "International Advancement Program" für Talente wurde durch ein "Alumni Network" bereichert. Dies hilft der gezielten Talententwicklung und der Mitarbeiterbindung. Diversity & Inklusion (D&I) Auch in 2023 ist D&I ein zentrales Anliegen der DEKRA Mitarbeitenden und der Unternehmensführung. Neben verschiedenen internen Podcasts und Blogs zum Thema D&I ist das Thema nun auch Inhalt der Compliance- und Nachhaltigkeitsschulungen. Die Durchführung des Diversity Days 2023 war ein Erfolg, so auch die Einführung eines internationalen Frauennetzwerkes. Mit der Konzipierung eines genderspezifischen Trainings werden auch im nächsten Jahr unter anderem Frauen im Arbeitsumfeld gefördert werden. Durch den regelmäßigen Austausch mit den anderen CoE ist der Fokus auf D&I in allen HR-Prozessen nun verankert, zum Beispiel im OTR-Prozess, wie auch bei der Auswahl neuer Mitarbeitenden im Recruiting Bereich. Global HR-Operations Im Rahmen der strategischen Neuausrichtung des HR-Bereichs ist Global HR-Operations für die Bereitstellung von standardisierten Dienstleistungen sowie deren kontinuierliche Weiterentwicklung und Verbesserung zuständig. Dabei liegt der Fokus der Dienstleistungserbringung auf der Kundenorientierung durch die Implementierung von transparenten, konsistenten und globalen Prozessen unter Berücksichtigung lokaler Besonderheiten. Talent Acquisition 2023 wurde eine globale Leiterin für den Bereich "Talent Acquisition" eingestellt, um dem allgemeinen Risiko des Fachkräftemangels bei DEKRA entgegenzuwirken. Schwerpunkte der Arbeit in diesem Bereich ist die Findung, Gewinnung und Bindung von Talenten aus globaler Sicht. Um der Fluktuation auch in Zukunft entgegenzuwirken, werden wir weiterhin in den Aufbau einer attraktiven Arbeitgebermarke unter der fachlichen Führung von Global Talent Acquisition investieren. WIRTSCHAFTSBERICHTGesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen Wachstum der Weltwirtschaft rückläufig Das Wachstum der Weltwirtschaft hat sich laut IWF 2023 abgeschwächt. War das globale Bruttoinlandsprodukt (BIP) 2022 noch um 3,5 % gewachsen, so konnte 2023 nur ein Wachstum von 3,1 % verzeichnet werden. Während das Wachstum in den USA mit 2,5 % über dem Niveau des Vorjahres (1,9 %) lag, war der Einbruch im Euroraum deutlich: Gegenüber 3,4 % im Jahr 2022 wurden 2023 nur 0,5 % erreicht. Unter den Entwicklungs- und Schwellenländern, die insgesamt um 4,1 % zulegten, verzeichneten Indien (6,7 %) und China (5,2 %) das stärkste Wachstum. Bei den westlichen Industrienationen lag Spanien (2,4 %) an der Spitze, Deutschland verzeichnete einen Wachstumsrückgang (-0,3 %). Die Arbeitslosigkeit im Euroraum (gemäß Definition Eurostat) ging gegenüber dem Vorjahr auf 6,4 % zurück (Dezember 2022: 6,6 %). Insgesamt waren im Dezember 2023 im Euroraum 12,9 Mio. Menschen ohne Beschäftigung. Die jährliche Inflationsrate im Euroraum ging im Jahresvergleich laut Eurostat von 9,2 % im Vorjahr auf 2,9 % im Dezember 2023 zurück. Deutschland verzeichnete nach Angaben von Eurostat eine jährliche Inflationsrate von 3,8 % im Dezember 2023. Durchwachsenes Umfeld Die für DEKRA wichtige Automobilindustrie hat in 2023 nach Daten des Verbands der Automobilindustrie (VDA) einen Anstieg der Zulassungszahlen in allen Regionen der Welt verzeichnet - am stärksten in Mexiko (25,4 %), Japan (15,8 %), in Europa (EU, EFTA, UK) (13,7 %) und den USA (12,4 %). Deutschland verzeichnete 7,0 % mehr Neuzulassungen. Indien und China wuchsen ebenfalls mit 8,1 % bzw. 11,0 %. Im Jahr 2023 war das wirtschaftliche Umfeld von rezessiven Tendenzen gekennzeichnet, etwa durch die Stimmungseintrübung aufgrund von globalen Spannungen und anhaltenden Konflikten wie den Kriegen in der Ukraine und im Nahen Osten. In Deutschland verzeichnete das produzierende Gewerbe einen Rückgang von 1,5 % im Jahr 2023. In energieintensiven Industriezweigen ist die Produktion allerdings deutlich stärker geschrumpft (-10,2 % gegenüber Vorjahr). In den Geschäftsfeldern Advisory & Training Services und Temp Work ist neben der Auftragsvergabe durch die öffentliche Hand vor allem die industrielle Nachfrage nach Zeitarbeit relevant. Nach Daten der Bundesagentur für Arbeit lag die Zahl der Zeitarbeitnehmenden im Jahresdurchschnitt 2022 bei 830.000 und damit um 14.000 höher als im Vorjahr. Geschäftsverlauf Konzern Erneut deutliches Wachstum Ungeachtet eines wirtschaftlich schwierigen und geopolitisch angespannten Umfelds ist DEKRA im Berichtsjahr erneut gewachsen. Der Umsatz stieg im Vergleich zum Vorjahr um 8,0 % auf 4.101,4 Mio. EUR. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) konnte gegenüber dem Vorjahr von 201,8 Mio. EUR auf 219,4 Mio. EUR verbessert werden. Region GSA Zum 1. April 2023 hat DEKRA die Aktivitäten in Österreich und der Schweiz in die neue Region GSA (Germany, Switzerland, Austria) überführt. Damit trägt DEKRA der engen Verknüpfung der drei Volkswirtschaften Rechnung und schafft die Voraussetzung für den Ausbau des Geschäfts in allen drei Märkten. Im Berichtsjahr wuchs der Umsatz in der Region GSA von 2.370,5 Mio. EUR auf 2.557,1 Mio. EUR. Im Bereich Vehicle Inspection konnte unter anderem durch den Ausbau des Prüfstellennetzes die Zahl der Hauptuntersuchungen gesteigert werden. Außerdem wurde das Dienstleistungsangebot erweitert. Dazu zählen Partikelanzahlmessungen für Dieselfahrzeuge. sowie weitere Services rund um die Mobilität der Zukunft. So wurden zum Beispiel im Juni 2023 am DEKRA Lausitzring neue Citykurse eröffnet. Auf diesen Strecken testet DEKRA in realen Verkehrsszenarien und im Auftrag von Automobilherstellern die Sicherheit von Fahrassistenzsystemen und Funktionen des automatisierten Fahrens. Im Geschäftsfeld Claims & Expertise haben zum Umsatzwachstum zum einen Gutachten rund um Hagelereignisse sowie andere Schadengutachten, die inzwischen wieder auf dem Niveau vor der COVID-19-Pandemie liegen, beigetragen. Zum anderen verzeichnete das Geschäftsfeld eine große Nachfrage nach Dienstleistungen rund um das Gebrauchtwagenmanagement sowie in den Bereichen Unfallanalytik und Unfallforschung. Das Wachstum im Bereich Industrial Inspection wurde maßgeblich durch den Ausbau des Geschäfts mit Dienstleistungen rund um die Gebäude- und Anlagentechnik erreicht. Positiv entwickelte sich zudem die Nachfrage nach Services rund um den Arbeits-, Umwelt- und Gesundheitsschutz. Das Wachstum im Bereich Advisory & Training Services ist zum einen auf eine positive Entwicklung im Firmenkundengeschäft zurückzuführen, unter anderem durch die weitere Digitalisierung des Lernangebots, zum Beispiel im Zukunftsfeld der Elektromobilität, und durch Qualifizierungen zur Verbesserung der Sicherheitskultur in Unternehmen. Zum anderen wuchs auch das Geschäft mit öffentlichen Auftraggebern. Angesichts eines guten Arbeitsmarkts setze sich etwa der Trend zu Kurz- und Teilqualifizierungen sowie Prüfungsvorbereitungen fort. Der hohe Bedarf an Arbeitskräften in der Pflege und Logistik spiegelt sich in einer großen Nachfrage nach Qualifizierungsangeboten wider. Sowohl bei den Kursen für das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) als auch bei Angeboten mit berufsbezogener Sprachförderung konnte eine Umsatzsteigerung gegenüber dem Vorjahr erzielt werden. Trotz herausfordernder Rahmenbedingungen durch ein schwaches konjunkturelles Umfeld konnte der Bereich Temp Work in Deutschland wachsen. Mit rund 2.100 Rahmenvereinbarungen mit deutschen Kundinnen und Kunden zählt das Geschäftsfeld zu den Top 10 Personaldienstleistern. Die Zahl der Zeitarbeitnehmerinnen und Zeitarbeitnehmer lag im Berichtsjahr in Deutschland bei 8.425 (Vorjahr: 10.690). Region Central East Europe & Middle East DEKRA verzeichnete in der Region Central East Europe & Middle East einen Umsatz von 190,4 Mio. EUR (Vorjahr: 167,9 Mio. EUR). Das Geschäftsfeld Claims & Expertise steigerte das Geschäftsvolumen hauptsächlich durch den in 2022 erfolgten Erwerb der restlichen 50 % einer Gesellschaft in Ungarn und deren Erstkonsolidierung in 2023 sowie durch die Erholung im Flottenmanagementgeschäft, insbesondere in Italien. Das Geschäft mit Fahrzeugprüfungen des Bereichs Vehicle Inspection entwickelte sich vor allem in der Tschechischen Republik und Italien positiv. Im Bereich Digital & Product Solutions wuchs das Prüfgeschäft durch die Erweiterung eines bestehenden Testlabors in Ungarn und die Integration der regionalen Kapazitäten in das globale Netzwerk von DEKRA rund um Themen wie die Prüfung der elektromagnetischen Verträglichkeit von Komponenten und Produkten. Der Bereich Audit baute sein Geschäft in Polen und Italien aus, indem beispielweise traditionelles Zertifizierungs-Know-how mit neuen Dienstleistungen im Bereich Nachhaltigkeit kombiniert wurde. Region North- West Europe DEKRA steigerte seinen Umsatz in der Region North-West Europe auf 397,5 Mio. EUR (Vorjahr: 365,2 Mio. EUR). Dieses Wachstum ist vor allem auf positive Entwicklungen in den Bereichen Vehicle Inspection, Digital & Product Solutions und Advisory & Training Services zurückzuführen. Im Geschäftsfeld Vehicle Inspection wurde das Prüfnetzwerk in Dänemark, Schweden und Finnland weiter ausgebaut. Die Zahl stieg auf 176 Stationen (Vorjahr: 147). Darüber hinaus konnte DEKRA seinen Marktanteil beispielsweise in Dänemark von 12,3 % auf 14,2 % steigern. Im Bereich Digital & Product Solutions wuchs das Geschäft mit der Zertifizierung von Medizintechnikprodukten, zum Beispiel in den Niederlanden, aufgrund neuer regulatorischer Anforderungen. Als Benannte Stelle konnte DEKRA die Anforderungen der Kundinnen und Kunden erfolgreich erfüllen. Aufgrund günstiger wirtschaftlicher Rahmenbedingungen und der hohen Bedeutung von Aus- und Weiterbildung baute der Bereich Advisory & Training Services sein Geschäft in Dänemark aus. Region South- West Europe In der Region South-West Europe erwirtschaftete DEKRA einen Umsatz von 551,3 Mio. EUR (Vorjahr: 535,1 Mio. EUR). Der Bereich Vehicle Inspection wuchs in allen Ländern der Region, beispielweise in Frankreich und Spanien durch die Akquisition von neuen Stationen. Positiv entwickelten sich auch die Bereiche Audit bzw. Advisory & Training Services. Beide konnten ihr Geschäft in Frankreich ausbauen. Im Tätigkeitsbereich der Industriedienstleistungen erzielte der Bereich Industrial Inspection leichtes Wachstum. Während sich im wichtigsten Markt Frankreich die Umsätze leicht unter dem Niveau des Vorjahres bewegten, konnte das Geschäftsvolumen in Spanien gesteigert werden. Das Geschäftsfeld Digital & Product Solutions ist im Berichtsjahr mit Dienstleistungen rund um Cyber Security, Telekommunikation und elektromagnetische Verträglichkeit (EMV) gewachsen. Region Americas Die Region Americas konnte den Umsatz um 27,1 % auf 144,4 Mio. EUR (Vorjahr: 113,5 Mio. EUR) steigern. Der Zuwachs ist hauptsächlich auf die gute Entwicklung in den Bereichen Vehicle Inspection, Digital & Product Solutions sowie Advisory & Training Services zurückzuführen. Im Bereich Vehicle Inspection prüft DEKRA in Mexiko und Costa Rica seit 2021 und 2022 Kraftfahrzeuge, in 2023 in sieben bzw. 13 Stationen. Im Berichtsjahr ist die Zahl der Prüfungen in beiden Ländern gestiegen. Im Geschäftsfeld Digital & Product Solutions war die Zertifizierung von Medizintechnikprodukten als Benannte Stelle ein Wachstumstreiber. Um die Bedürfnisse der Kundschaft aufgrund neuer EU-Normen zu erfüllen, hat DEKRA die Zahl seiner Expertinnen und Experten in diesem Bereich erhöht. Der Bereich Advisory & Training Services war in den Vereinigten Staaten mit Beratungsdienstleistungen rund um die Verbesserung der Sicherheitskultur in Unternehmen erfolgreich. Region APAC DEKRA steigerte den Umsatz in der Region APAC auf 260,7 Mio. EUR (Vorjahr: 244,3 Mio. EUR). Der wesentliche Treiber dieses Erfolgs war der Bereich Digital & Product Solutions. In diesem Geschäftsfeld hatte DEKRA 2023 sein Dienstleistungsangebot durch die Übernahme des taiwanesischen Spezialisten für Cyber Security-Prüfungen, Onward Security, erweitert. Dadurch konnte im Berichtsjahr das Geschäft mit Prüfungen sowohl von Produkten für Endverbraucher als auch für die Automobilindustrie ausgebaut werden. Im Wachstumsfeld der KI bzw. im Bereich der AIoT (Artificial Intelligence of Things) eröffnete DEKRA im Berichtsjahr das Greater Bay Area AIoT Testing Center in Guangzhou, China. Das Zentrum stellt die Weiterentwicklung des ehemaligen Smart Home IoT Testing Centers dar. DEKRA unterstreicht damit seine strategischen Investitionen im Bereich der KI. Ein weiteres Beispiel für die kontinuierlichen Investitionen von DEKRA in der Jangtse-Delta-Region ist die Eröffnung der Ausbaustufe zwei des Shanghai Jiading Acoustic and Vibration Testing Centers im Juli des Berichtsjahres. Dadurch hat DEKRA seine Kundenservices rund um hochwertige akustische Tests und Zertifizierungslösungen weiter ausgebaut. Darüber hinaus eröffnete DEKRA im Oktober 2023 seine Niederlassung in Ningbo, China, um lokale und regionale Unternehmen in ihrem Wachstum zu unterstützen. Die neue Niederlassung befindet sich in der Ningbo High-Tech Zone und verfügt über ein hochmodernes Labor für Sicherheits- und EMV-Tests, zum Beispiel für Leuchten und Hausgeräte. Im Bereich Vehicle Inspection hat DEKRA sein Dienstleistungsportfolio in Neuseeland mit einem neuen Angebot speziell für Lkw-Prüfungen erweitert. Durch die Vergabe von festen Terminen lassen sich Prüftermine für Kundinnen und Kunden produktiver durchführen. Der neue Service wurde gut angenommen und hat dazu beigetragen, dass die Umsätze auf dem hohen Vorjahresniveau gehalten werden konnten. Im Zuge der Fokussierung auf andere Märkte wurde in 2023 beschlossen, die der Region APAC zugeordnete Gesellschaft DEKRA Automotive Pty. Ltd., Südafrika, zu veräußern. Gesamtaussage der Unternehmensleitung Das Berichtsjahr war von großen politischen und wirtschaftlichen Herausforderungen gekennzeichnet. Dank des Fokus auf die Bedürfnisse der Kundinnen und Kunden sowie die konsequente Umsetzung der Unternehmensstrategie blieb DEKRA dennoch auf Wachstumskurs. Das Unternehmen geht davon aus, dass auch im Jahr 2024, wie im Prognosebericht dargestellt, der Umsatz weiter ausgebaut wird. Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage Ertragslage Die Entwicklung der Umsatzerlöse der DEKRA SE resultiert im Wesentlichen aus konzerninternen Dienstleistungen für die inländischen Tochtergesellschaften. Diese sind im Geschäftsjahr um 23,5 Mio. EUR auf 158,3 Mio. EUR (Vorjahr: 134,8 Mio. EUR) gestiegen. Der Anstieg ist im Wesentlichen auf höhere Konzernumlagen für Dienstleistungen an die Tochterunternehmen zurückzuführen, die unter anderem durch die organisatorische Neuausrichtung gestiegen sind. In Folge der verbesserten wirtschaftlichen Situation liegen die Umsatzerlöse leicht über der Prognose des Vorjahres. Die sonstigen betrieblichen Erträge verzeichneten einen Anstieg in Höhe von 10,8 Mio. EUR auf 26,8 Mio. EUR (Vorjahr: 16,0 Mio. EUR). Der Anstieg resultiert im Wesentlichen aus einer höheren Zuschreibung auf Anteile an verbundenen Unternehmen in Höhe von 13,0 Mio. EUR. Gegenläufig sind die Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen um 3,5 Mio. EUR gesunken. Der Materialaufwand erhöhte sich um 2,0 Mio. EUR auf 34,0 Mio. EUR (Vorjahr: 32,0 Mio. EUR). Im Geschäftsjahr erfolgte eine Ausweisänderung der Service Division Verrechnungen von sonstigen betrieblichen Aufwendungen zu Materialaufwand. Der Anstieg resultiert im Wesentlichen aus höheren Aufwendungen für bezogene Leistungen. Der Personalaufwand stieg um 3,7 Mio. EUR auf 84,2 Mio. EUR (Vorjahr: 80,5 Mio. EUR). Dies begründet sich überwiegend aus einem Anstieg der Löhne und Gehälter auf Grund des Anstiegs der Mitarbeitenden. Die Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen erhöhten sich um 9,7 Mio. EUR auf 15,6 Mio. EUR (Vorjahr: 5,9 Mio. EUR). Der Anstieg resultiert im Wesentlichen aus im Vergleich zum Vorjahr höheren außerplanmäßigen Abschreibungen auf IT-Projekte in Höhe von 3,2 Mio. EUR (Vorjahr: 0,1 Mio. EUR). Die Abschreibungen auf Sachanlagen sind auf Grund der Verschmelzung der DEKRA Immobilien GmbH auf die DEKRA SE deutlich angestiegen. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen betrugen im Geschäftsjahr 122,2 Mio. EUR (Vorjahr: 85,1 Mio. EUR) und beinhalten im Wesentlichen EDV-Kosten, sonstige Aufwendungen, allgemeine Verwaltungskosten, Rechts- und Beratungskosten, sonstige Personalkosten, Raumkosten und Werbekosten, Telefonkosten, Versicherungen. Der Anstieg ist im Wesentlichen auf gestiegene IT-Projektaktivitäten zurückzuführen. Die Beteiligungserträge verzeichneten einen Rückgang um 18,9 Mio. EUR auf 22,6 Mio. EUR (Vorjahr: 41,5 Mio. EUR), welcher auf geringere Ausschüttungserträge zurückzuführen ist. Gegenläufig haben sich die Erträge aus Gewinnabführungsverträgen um 58,2 Mio. EUR auf 191,8 Mio. EUR erhöht (Vorjahr: 133,6 Mio. EUR). Die Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen des Finanzanlagevermögens enthalten im Wesentlichen Zinsen aus Wertpapieren in Höhe von 4,3 Mio. EUR (Vorjahr: 5,8 Mio EUR) sowie Zinserträge aus den langfristigen Darlehensforderungen gegen verbundene Unternehmen in Höhe von 4,1 Mio. EUR (Vorjahr: 3,5 Mio. EUR). Die sonstigen Zinsen und ähnliche Erträge verzeichneten einen Anstieg um 6,7 Mio. EUR auf 9,5 Mio. EUR (Vorjahr: 2,8 Mio. EUR), welcher im Wesentlichen aus höheren Zinserträgen innerhalb der DEKRA Gruppe resultiert. Die Zinsen und ähnliche Aufwendungen erhöhten sich um 11,7 Mio. EUR von 8,3 Mio. EUR auf 20,0 Mio. EUR. Diese Veränderung ist insbesondere auf die Entwicklung des Finanzierungssaldos aus Pensionsrückstellungen sowie auf höhere Zinsaufwendungen innerhalb der DEKRA Gruppe zurückzuführen. Die im Lagebericht des Vorjahres enthaltene Prognose des Ergebnisses vor Steuern wurde leicht überschritten. Dies ist im Wesentlichen darauf zurückzuführen, dass DEKRA auf Grund der frühzeitigen Reaktion auf die gesamtwirtschaftliche Situation die steigenden Kosten kompensieren konnte. Die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag sind auf Grund des Anstiegs des steuerlichen Mehrergebnisses der Organgesellschaften im Vergleich zum Vorjahr um 4,6 Mio. EUR auf 39,7 Mio. EUR (Vorjahr: 35,1 Mio. EUR) gestiegen. Das Jahresergebnis der DEKRA SE vor Ergebnisabführung verzeichnete im Geschäftsjahr einen Anstieg in Höhe von 33,1 Mio. EUR auf 94,8 Mio. EUR (Vorjahr: 61,7 Mio. EUR). Vermögens- und Finanzlage Die immateriellen Vermögensgegenstände erhöhten sich insbesondere auf Grund von Aktivierung von Lizenzen und Nutzungsrechten sowie dem Anstieg von geleisteten Anzahlungen und Anlagen im Bau. Gegenläufig wirkten sich im Vergleich zum Vorjahr höhere außerplanmäßigen Abschreibung im Zusammenhang mit den IT-Projekten aus. Somit erhöhten sich die immateriellen Vermögensgegenstände insgesamt um 13,2 Mio. EUR auf 71,1 Mio. EUR (Vorjahr: 57,9 Mio. EUR). Das Sachanlagevermögen verzeichnete auf Grund der Verschmelzung der DEKRA Immobilien GmbH auf die DEKRA SE einen Anstieg in Höhe von 65,2 Mio. EUR auf 83,3 Mio. EUR (Vorjahr: 18,1 Mio. EUR). Das Finanzanlagevermögen verminderte sich um 32,1 Mio. EUR auf 877,2 Mio. EUR (Vorjahr: 909,3 Mio. EUR). Der Rückgang der Anteile an verbundenen Unternehmen um 16,1 Mio. EUR resultiert im Wesentlichen aus dem Abgang der Anteile an der DEKRA Immobilien GmbH, Stuttgart, auf Grund der Verschmelzung in Höhe von 59,2 Mio. EUR. Des Weiteren erfolgten Abschreibungen in Höhe von 5,5 Mio. EUR der Anteile an der DEKRA Digital GmbH, Stuttgart, 4,3 Mio. EUR der Anteile der DEKRA Revisión Técnica SpA, Santiago de Chile, Chile, 1,8 Mio. EUR der Anteile der DEKRA Vistorias e Serviços Ltda., Atibaia, Brasilien sowie 1,9 Mio. EUR der Anteile der DEKRA Claims Services GmbH, Stuttgart, auf Grund eines im Vergleich zum Beteiligungsbuchwert geringeren beizulegenden Zeitwert. Gegenläufig erfolgten Zuschreibungen auf wertgeminderte Beteiligungen. Diese betreffen die Anteile an der DEKRA (Shanghai) Investment Co., Ltd., Shanghai, China, in Höhe von 9,9 Mio. EUR, die Anteile an der DEKRA North America, Inc., Atlanta, USA, in Höhe von 5,8 Mio. EUR sowie die Anteile an der DEKRA UK Management Ltd., Southampton, Großbritannien, in Höhe von 3,4 Mio. EUR. Ebenfalls wirkten Zugänge von Anteilen an verbundenen Unternehmen erhöhend auf das Finanzanlagevermögen. Diese betreffen die Beteiligung an der Onward Security Corporation, New Taipei City, Taiwan, in Höhe von 17,4 Mio. EUR, der DEKRA Digital GmbH, Stuttgart, in Höhe von 5,7 Mio. EUR sowie der mastap GmbH, Hamminkeln, in Höhe von 2,1 Mio. EUR. Die langfristigen Darlehensforderungen gegen verbundene Unternehmen verzeichneten auf Grund planmäßiger Tilgungen bestehender Darlehen sowie Abschreibungen auf Ausleihungen einen Rückgang in Höhe von 17,2 Mio. EUR auf 99,2 Mio. EUR (Vorjahr: 116,4 Mio. EUR). Auf der Passivseite stieg das Eigenkapital auf Grund einer Zuführung des Gesellschafters in die Kapitalrücklage um 25,0 Mio. EUR auf 691,3 Mio. EUR (Vorjahr: 666,3 Mio. EUR) an. Die Eigenkapitalquote erhöhte sich auf 59,2 % gegenüber 57,5 % im Vorjahr. Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten in Höhe von 82,5 Mio. EUR (Vorjahr: 122,0 Mio. EUR) beinhalten Verbindlichkeiten aus den im Juni 2015 und Dezember 2016 emittierten Schuldscheindarlehen. Im Geschäftsjahr wurden keine neuen Schuldscheindarlehen emittiert. Die Schuldscheindarlehen, von denen im Geschäftsjahr eine Tranche in Höhe von insgesamt 64,5 Mio. EUR getilgt wurde, sind in Höhe von 13,5 Mio. EUR im Juni 2025 fällig. Des Weiteren bestehen Bankverbindlichkeiten in Höhe von 25,0 Mio. EUR (Vorjahr: 25,0 Mio. EUR), die im Wesentlichen im Rahmen des Cashpoolings an die Tochterunternehmen ausgereicht wurden. Diese sind in Höhe von 25,0 Mio. EUR in 2024 fällig. Die Forderungen bzw. Verbindlichkeiten im Verbundbereich saldieren sich zu einer Gesamtverbindlichkeit zum Bilanzstichtag in Höhe von 213,5 Mio. EUR (Vorjahr 204,8 Mio. EUR). Dies ist im Wesentlichen auf reduzierte Forderungen aus dem Cashpooling sowie gestiegene Forderungen aus der Ergebnisabführung zurückzuführen. Die Cash Pool Vereinbarungen bestehen überwiegend mit Gesellschaften im Euroraum. Zusammenfassende Beurteilung der Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage Trotz des global schwierigen wirtschaftlichen Umfelds zeigt sich die Ertragslage des DEKRA Konzerns im Geschäftsjahr 2023 weiterhin sehr robust. Die Umsatz- und Ergebnisentwicklung übertraf die Erwartungen für das Geschäftsjahr. Die Vermögens- und Finanzlage gibt genügend Raum für die Verfolgung der Unternehmensziele. RISIKO-, CHANCEN- UND PROGNOSEBERICHTRisikobericht Integrierter Risikomanagementprozess - strukturierter Umgang mit Risiken DEKRA hat eine ausgeprägte Risikokultur etabliert und weiter ausgebaut, welche die Basis für die Managementprozesse darstellt und die Grundlage für ein wirksames Risikomanagementsystem bildet. Diese ist geprägt von einer gelebten Verhaltensweise der Unternehmensleitung und Mitarbeitenden bei Eintritt von kritischen Risikoereignissen und dem grundsätzlichen Umgang mit Risiken sowohl im operativen als auch strategischen Geschäftsbereich des Unternehmens. Durch die Schaffung und Förderung eines entsprechenden Bewusstseins für Risiken (Schulungen, Workshops) innerhalb des Konzerns und über die Gesamtorganisation hinweg können Risiken frühzeitig erkannt, kommuniziert und entsprechende Maßnahmen rechtzeitig eingeleitet werden. Das Risikomanagementsystem als integraler Bestandteil der Corporate Governance des Unternehmens hat sich bewährt und wird kontinuierlich weiterentwickelt (Brutto-Netto-Bewertung, Schulungen). Die Integration in die Managementprozesse und das Tagesgeschäft sowie das Maßnahmencontrolling und Ad-hoc-Meldungen sind wichtige Bausteine des Prozesses. Bei der Risikoinventur werden ebenfalls Risiken in Bezug auf die Nachhaltigkeit und den Klimawandel geprüft und berücksichtigt. Um die Wirksamkeit der internen Kontroll- und Risikomanagementsysteme gewährleisten zu können, wird das Risikomanagement kontinuierlich durch Überwachungs- und Verbesserungsprozesse weiterentwickelt. Dieser Prozess wird laufend an veränderte rechtliche und wirtschaftliche Rahmenbedingungen angepasst. Hierbei wird internen sowie externen Anforderungen Rechnung getragen. Zur Orientierung der gegenwärtigen Standards und Einhaltung von Grundsätzen ordnungsmäßiger Prüfung von Risikomanagementsystemen zieht DEKRA den Prüfungsstandard des Instituts der Wirtschaftsprüfer IDW PS 981 heran. Für die frühzeitige Erkennung von Risiken im Rahmen des Risikomanagementsystems orientiert sich DEKRA am IDW PS 340. Die hieraus entstehenden Erkenntnisse werden an den Vorstand (monatlich), den Beirat und den Aufsichtsrat von DEKRA (jährlich) berichtet. Der integrierte Risikomanagementprozess besteht aus den folgenden drei Teilprozessen:
Die Risikoinventur für kurz-/mittelfristige bzw. operative Risiken wird für einen Mehrjahreszeitraum (laufendes Geschäftsjahr sowie zwei Folgejahre) durchgeführt. Für jedes operative Risiko werden somit die möglichen Auswirkungen für das aktuelle und die beiden folgenden Jahre aufzeigt, sofern vorhanden und zutreffend. Strategische Risiken und Chancen mit kumulativem Charakter werden in einer gesonderten Risikoinventur erfasst, welche langfristige Risiken mit einem Zeithorizont von vier oder mehr Jahren berücksichtigt. Den strategischen Risiken weist der Vorstand eine hohe Bedeutung zu, da diese auch erhebliche Chancen darstellen können. Risiken werden als negative Abweichung zu den festgelegten Planzahlen definiert. Bei den Risikoinventuren werden Risiken, soweit diese bereits in den Planungen oder dem Forecast für das laufende Geschäftsjahr erfasst wurden, nicht aufgenommen. Das Instrument des internen Ad-hoc-Risikomanagements mit Abstimmung zum Forecasting-Prozess für besonders dringliche Sachverhalte wird als Kommunikations- und Steuerungsmittel innerhalb des DEKRA Konzerns angewandt. Des Weiteren erfolgt ein regelmäßiges Controlling sowie eine Überprüfung und Anpassung der Wirksamkeit der Maßnahmen. Zusätzlich findet eine stetige Abstimmung zum Risikoappetit und der Risikotragfähigkeit des Unternehmens statt. Der Risikoappetit beschreibt die grundsätzliche Bereitschaft, Risiken einzugehen, um die angestrebten Ziele und Wertsteigerungen zu erreichen. Hieraus wird - unter Beachtung der Unternehmensstrategie - für das Risikomanagementsystem eine Risikotoleranz festgelegt. Dies ist die maximal tolerierte Abweichung in Bezug auf die angestrebte Zielsetzung. Die Umsetzung kann unter Angabe von quantitativen Wesentlichkeitsgrenzen oder qualitativen Kriterien erfolgen und im Einklang mit der Zielerreichung gemessen werden. Ausgangspunkt für die Bemessung des Risikoappetits sowie der Risikotoleranz des Risikomanagementsystems ist die Risikotragfähigkeit des Unternehmens. Die Risikotragfähigkeit ist das maximale Risikoausmaß, welches ein Unternehmen ohne Gefährdung seines Fortbestands tragen kann (gemäß IDW PS 340). Sie ist abhängig von der wirtschaftlichen Lage, der Größe und Möglichkeiten zur Kapitalaufbringung eines jeweiligen Unternehmens. DEKRA ermittelt die Risikotragfähigkeit individuell und detailliert auf Gesellschaftsebene, auf Länder- und Regionenebene sowie auf Konzernebene. Daraus ergibt sich eine Gegenüberstellung des Gesamtrisikos und der zur Deckung des Risikos verfügbaren finanziellen Mittel, der so genannten Deckungsmasse. Darunter versteht man die ökonomischen Kapazitäten der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage, die dazu dienen, die Auswirkungen von Risiken im Falle ihres Eintritts zu begrenzen. Zur Sicherstellung der Risikotragfähigkeit dienen die Eigenkapitalstärke, die ausgereiften Geschäftsmodelle, die breite Portfoliostruktur, die Ausschüttungspolitik und die solide Finanzierungsstruktur. Die Risikoinventuren sowie Ad-hoc-Berichte sind wesentlicher Bestandteil des Maßnahmenmanagements und -controllings des Vorstands sowie der verantwortlichen Leitungsebenen. Auf dieser Basis erfolgt die qualitative und quantitative Risikosteuerung durch den Vorstand. Die Risikosteuerung umfasst die Risikovermeidung, Risikoreduktion, Risikoteilung bzw. -transfer sowie Risikoakzeptanz. Der Prozess bildet auch die DEKRA Matrix aus Regionen und Service Divisions sowie Steering- und Support-Funktionen ab, so dass potenzielle Risiken mit Handlungsbedarf von den betroffenen Ebenen ermittelt, bearbeitet und auch gesteuert werden können. Der Risikomanagementprozess wird im Tagesgeschäft in allen Prozessen des internen Kontrollsystems sowie Cash- und Performance-Managements angewandt. Auch hier liegt ein Fokus auf den Maßnahmen bzw. dem Maßnahmencontrolling sowie Chancenmanagement in Abstimmung mit dem Risikoappetit, der Risikotragfähigkeit und dem Business Development. Business Development ist ein wichtiger Bestandteil auf Basis der Unternehmensstrategie hinsichtlich der Umsetzung/Erreichung von Chancen sowie der Reduzierung von Risiken im Rahmen des Maßnahmencontrollings. Die führende Kennzahl der operativen Risiken ist der Schadenerwartungswert. Der Schadenerwartungswert (brutto) einzelner Risiken wird durch die Kombination von Eintrittswahrscheinlichkeit und Schadenpotenzial für das jeweilige Geschäftsjahr berechnet. Diese Quantifizierung von Risiken wird auf Ebene der lokalen Gesellschaften vorgenommen. Eine darüberhinausgehende Quantifizierung auf Konzernebene findet nicht statt.
Qualitative Risiken werden insbesondere in den Bereichen Qualitätsmanagement, Interne Revision sowie dem Bereich des Nachhaltigkeitsmanagements berücksichtigt. Hierbei werden mögliche Auswirkungen auf die Erreichung unternehmensstrategischer Ziele und solche in Bezug auf die Reputation von DEKRA in Betracht gezogen. Für die unternehmensstrategischen Risiken wurde im laufenden Geschäftsjahr eine qualitative Bewertung von Risiken neu implementiert. Im Zuge von Workshops zwischen Regionen und Service Divisions wurden die zentralen Risiken eines jeden Bereichs untereinander und zwischen den Bereichen ausgearbeitet und in zuvor festgelegte Kategorien klassifiziert. Des Weiteren wurde an geeigneten Maßnahmen zur Mitigation gearbeitet. Diese Bewertungsergebnisse sind Basis für die Steuerung und Überwachung von langfristigen Risiken, weshalb die hieraus gewonnenen Erkenntnisse mit der Konzern-Strategie abgestimmt und fortlaufend berücksichtigt werden. Der Vorstand sowie die verantwortlichen Leitungsebenen werden regelmäßig über die aktuelle Risikosituation, deren Veränderung sowie deren Gegenmaßnahmen informiert. Auf dieser Basis werden durch den Vorstand kontinuierlich Risiken, Chancen sowie Gegenmaßnahmen qualitativ und quantitativ gesteuert und die Wirksamkeit der Maßnahmen überprüft. Durch dieses Maßnahmencontrolling wird sichergestellt, dass eine Steuerung der Risiken hinsichtlich Reduzierung und Bewältigung der Risiken permanent stattfindet. Zudem erfolgt regelmäßig die Abstimmung mit dem Business Development (Investitionsmanagement) als zentraler Bestandteil des Chancenmanagements. Die Erkenntnisse aus dem Risikomanagementprozess werden in das Controlling, Reporting und den Budgetprozess eingegliedert. Mittels des IT-basierten Risikomanagementsystems sowie des digitalen Dashboards sind die Daten jederzeit für alle handelnden Personen zugänglich. Durch diesen automatisierten Prozess wird die Sichtbarkeit der vorhandenen Risiken sowie deren Wahrnehmung und Relevanz deutlich erhöht und ein schneller Zugang zu den relevanten Daten jederzeit gewährleistet. Jeder der drei Teilprozesse des Risikomanagementsystems ist nunmehr als digitales Dashboard vorhanden und ermöglicht somit die Risikosteuerung, Kommunikation und Überwachung von Risiken fortlaufend zu gewährleisten. Nachfolgend werden die zum Bilanzstichtag vorhandenen Risiken mit Handlungsbedarf dargelegt. Im Vergleich zum Vorjahr ist das Gesamtrisikopotenzial unter Berücksichtigung der in den Planungen erfassten Risiken insgesamt stabil und vor dem Hintergrund der bestehenden und eingeleiteten Maßnahmen beherrschbar. Die Maßnahmen werden hinsichtlich ihrer Wirksamkeit gesondert erfasst, bewertet und im Maßnahmencontrolling verfolgt. Eine transparente Darstellung und fortwährende Beobachtung der in der Risikoinventur festgestellten Risiken und Maßnahmen gewährleistet, dass überschaubare Risiken eingegangen werden können. Der Risikoappetit, die Risikotoleranz und die Risikotragfähigkeit von DEKRA bilden die Voraussetzung, dass solche Risiken getragen werden können. Die finanziellen Auswirkungen der von den lokalen Gesellschaften gemeldeten Risiken und die Risikobelastbarkeit des Konzerns werden regelmäßig analysiert sowie die eingeleiteten Gegenmaßnahmen auf ihre Wirksamkeit überprüft und gegebenenfalls angepasst. Die Risikotragfähigkeit der Gesellschaft ist vor dem Hintergrund des Gesamtrisikoumfangs, des Deckungspotenzials, der Ausschüttungspolitik, der Liquidität, des Ratings und der Bonität sichergestellt. Die Auswirkungen sind auf Grundlage der gemeldeten Risiken sowie der bestehenden Maßnahmen beherrschbar. Operative Risiken Als operative (betriebliche) Risiken werden mögliche künftige Entwicklungen oder Geschehnisse angesehen, die hinsichtlich der Geschäftstätigkeit zu einer negativen oder positiven Abweichung von den aus den strategischen Zielsetzungen abgeleiteten operativen Zielen führen können. Disruptive Technologien stellen vor allem im Bereich der klassischen Fahrzeugprüfung ein operatives Risiko dar, welches aktuell als kritisches Risiko mit dringendem Handlungsbedarf angesehen wird. Um dieses zu bewältigen, werden unter anderem die Einführung neuer Technologien sowie Investitionen in die Produktentwicklung der Fahrzeugprüfung als Maßnahmen herangezogen. Politische, regulatorische und konjunkturelle Rahmenbedingungen sind für den Unternehmenserfolg einer weltweit tätigen Expertenorganisation wie DEKRA von großer Bedeutung. Aus Änderungen im Umfeld können sich Umsatz- und Ertragsrisiken ergeben. Diese Risiken werden zum momentanen Zeitpunkt als mittlere Risiken (Handlungsbedarf) eingeschätzt. DEKRA beobachtet deshalb Märkte, Branchen und sich weltweit verändernde Gegebenheiten intensiv und kontinuierlich - insbesondere vor dem Hintergrund, ob und wie technologische Entwicklungen bisherige Geschäftsmodelle infrage stellen könnten. Aus dem intensiven Wettbewerb und den sich wandelnden Technologien im Geschäftsbereich Vehicle Inspection ergibt sich jedoch ein mittleres Risiko (Handlungsbedarf), da Kostensteigerungen nur begrenzt an die Kundschaft weitergegeben werden können. Dieses Risiko reduziert DEKRA durch kontinuierliche Produktivitätssteigerungen auf der Basis optimierter Prozesse und neuer Technologien für mehr Verkehrssicherheit und weniger Verkehrstote. Konjunkturabhängig ist insbesondere die Dienstleistungserbringung in den Bereichen Advisory & Training Services und Temp Work. In beiden Geschäftsbereichen können Umsatz und Ertrag durch konjunkturell bedingte Auftragsschwankungen beeinträchtigt werden. Das Vorhandensein dieses Risikos wurde im vergangenen Jahr insbesondere in den Regionen GSA und Central East Europe & Middle East sichtbar. DEKRA begegnet diesen als mittel (unter Umständen Handlungsbedarf) eingestuften Risiken daher verstärkt durch das Erschließen neuer Märkte, durch eine Verbreiterung des Dienstleistungsportfolios und durch individualisierte Angebote. Neue gesetzliche Regelungen können im Bereich Temp Work zu mittleren Risiken führen (unter Umständen Handlungsbedarf). Regulatorischen Eingriffen in die Märkte für die Arbeitnehmerüberlassung wirkt DEKRA mit dem Ausbau des Großkundengeschäfts und mit Investitionen in seine Position als Qualitätsanbieter entgegen. Für das Geschäft mit Dienstleistungen rund um das Automobil besteht das grundsätzliche regulatorische Risiko von rechtlichen Änderungen. Davon wären vor allem die Regionen GSA, South-West Europe, North-West Europe und Central East Europe & Middle East potenziell betroffen. Dieses Risiko wird zum momentanen Zeitpunkt als gering (unter Umständen Handlungsbedarf) eingeschätzt. Konjunkturelle Erwartungen bestimmen auch die Investitionsbereitschaft der Industriekundschaft von DEKRA. Mit einer realen oder vermuteten wirtschaftlichen Unsicherheit wächst das Risiko von Auftragskürzungen. Das betrifft beispielsweise die Dienstleistungen im Bereich Digital & Product Solutions und Industrial Inspection bzw. die Regionen North-West Europe, GSA, APAC und Americas. Dieses Risiko wird hinsichtlich der Eintrittswahrscheinlichkeit und des Schadenpotenzials als gering eingestuft und verursacht unter Umständen Handlungsbedarf. Um dem entgegenzuwirken, erhöht DEKRA den Ausbau des Dienstleistungsangebots und die weitere Internationalisierung des Geschäfts. Zudem lagen vereinzelt Inflationsrisiken vor und sind in den gemeldeten Risiken implizit enthalten. Aufgrund der derzeitigen Entwicklung lassen sich jedoch weitere, nicht quantifizierte kurz- und mittelfristige Inflationsrisiken erkennen, welche auch die Folgejahre 2024 und 2025 betreffen und einen wesentlichen Anteil an den Gesamtrisiken des Konzerns darstellen können. Der Vorstand hält aufgrund der aktuellen weltweiten Entwicklungen eine weitere Verschärfung der geopolitischen Situation und damit eine Risikoerhöhung gegenüber dem von den lokalen Gesellschaften gemeldeten Risikopotenzial in Höhe von 4,4 Mio. EUR für 2024 für möglich. Eine finanzielle Aussage zu dem darüberhinausgehenden Potenzial von geopolitischen Risiken ist derzeit nicht möglich. Für das Gesamtjahr 2024 gehen führende Institutionen und Volkswirte von einer schrumpfenden Wirtschaft in Deutschland aus. Darüber hinaus besteht die grundsätzliche Gefahr der wirtschaftlichen Eintrübung bzw. Rezession in einigen Märkten von DEKRA. Die aktuelle Entwicklung behält DEKRA fortlaufend im Blick und bezieht dies in seine Handlungen und Entscheidungen ein. Mit gezielten Investitionen soll diesem Risiko entgegengewirkt werden. Vor dem Hintergrund der Zinspolitik, der Inflation und geopolitischen Auswirkungen ist eine ganzheitliche Quantifizierung von Rezessionsrisiken abschließend aktuell nicht möglich. Die relevantesten von den lokalen Gesellschaften gemeldeten operativen Risiken gehen aktuell von Umfeld- und Branchenrisiken bzw. Marktrisiken und Risiken im Bereich der Makroumwelt aus. Derzeit werden die nachfolgenden Risikoklassen als größte Risiken hinsichtlich des EBIT von DEKRA betrachtet und mit dem theoretischen Schadenerwartungswert angegeben (es findet keine darüberhinausgehende Quantifizierung der Risiken auf Konzernebene statt):
Insgesamt summieren sich die Risiken mit Handlungsbedarf 2023 auf einen theoretischen Schadenserwartungswert in Höhe von 103,0 Mio. EUR (Vorjahr: 111,6 Mio. EUR). Der Rückgang im Vergleich zum Vorjahr ist vor allem auf weniger Risiken in Bezug auf die Auswirkungen von Pandemien (COVID-19) zurückzuführen. Jedoch ist ein Anstieg der Risiken im Bereich der disruptiven Technologien zu sehen. Disruptive Technologien und neue Wettbewerber stellen zunehmend strategische Risiken, aber auch erhebliche Chancen dar. Entsprechende Maßnahmen (Maßnahmencontrolling, Workshops) sind initiiert. Die Gesamtrisikosituation hinsichtlich der operativen Risiken bewegt sich nach unserer Einschätzung im Verhältnis zum Jahresergebnis, EBIT sowie zum operativen Cashflow in einem für DEKRA normalen unternehmerischen Risikorahmen und wird regelmäßig überprüft sowie mit dem Risikoappetit, Maßnahmen, Projekten und Planungen sowie der Risikotragfähigkeit abgestimmt. Eine ausgeprägte, nachhaltige und performanceorientierte sowie cashflowbasierte Unternehmensführung sichert aus Sicht des Vorstands den langfristigen Bestand der Gesellschaft. Das Maßnahmencontrolling des Risikomanagements ist in das Tagesgeschäft bzw. die Prozesse der internen Kontrollsysteme integriert. Die Risikostruktur (Risikoprofil) der Folgejahre bzw. Risikoverteilung über die Jahre 2023 bis 2025 sowie gegenüber der Abfrage aus dem Vorjahreszeitraum ist stabil und vor dem Hintergrund der bestehenden und eingeleiteten Maßnahmen beherrschbar. Die Maßnahmen werden hinsichtlich ihrer Wirksamkeit gesondert erfasst, bewertet und im Maßnahmencontrolling verfolgt. Unternehmensstrategische Risiken Als unternehmensstrategische Risiken werden mögliche künftige Entwicklungen oder Geschehnisse angesehen, die zu einer negativen oder positiven Abweichung von den vorgegebenen strategischen Zielen führen können. Kumulative Chancen und Risiken können sich positiv und negativ auf verschiedene Regionen und/oder Service Divisions gleichzeitig auswirken. Mit dem Organisationsmodell TOM 2020 (sechs Regionen, sieben Service Divisions und Steering- & Support-Funktionen) kann DEKRA Wachstumschancen noch besser nutzen. Basierend auf der operativen Risikoabfrage, die hauptsächlich die kurz- und mittelfristige Risikoinventur für das laufende Geschäftsjahr sowie zwei Folgejahre widerspiegelt, erfolgt die unternehmensstrategische Risikoinventur (langfristig; Zeithorizont von vier oder mehr Jahren nach Risikoinventurstichtag) mit kumulativer Auswirkung auf Regionen- und/oder Service Division-Ebene. Die relevantesten unternehmensstrategischen Risiken gehen nach wie vor von Marktrisiken aus. Des Weiteren sind an dieser Stelle Risiken im Bereich der regulatorischen Änderungen zu nennen, während im Vorjahr noch verstärkt Risiken im Bereich Dienstleistungen/Produktlebenszyklus/Commodity vorhanden waren. Die unternehmensstrategischen Risiken werden in die folgenden Kategorien eingeordnet:
Mit Einführung der neuen qualitativen Bewertung von unternehmensstrategischen Risiken und den Workshops für Regionen und Service Divisions ist eine noch bessere und gezieltere Zusammenarbeit zwischen den Bereichen möglich. Dies umfasst auch die gemeinsame Entwicklung und Ausarbeitung von Maßnahmen für die entsprechenden Risiken. Im Rahmen der qualitativen Bewertung von Risiken nehmen die Regionen und Service Divisions eine Klassifizierung von gering, mittel, hoch oder kritisch vor. Die sich daraus ergebenden Ergebnisse werden aggregiert und dienen als Basis für die strategischen Entscheidungen sowie die langfristige Ausrichtung des Konzerns. Als kritisch wurden insbesondere unternehmensstrategische Risiken im Bereich der Digitalisierung über diverse Regionen und Service Divisions hinweg identifiziert. Wie bei den operativen Risiken besteht auch im strategischen Bereich für das Geschäft mit Dienstleistungen rund um das Automobil das grundsätzliche regulatorische Risiko von rechtlichen Änderungen. Dies betrifft vor allem die Region GSA sowie die Service Divisions Claims & Expertise und Vehicle Inspection und wurde als kritisch klassifiziert. Aufgrund der Bedeutung dieser Geschäftszweige und der entsprechenden Größe innerhalb des Konzerns, weist der Vorstand diesen strategischen Risiken eine hohe Bedeutung zu, da diese auch erhebliche Chancen darstellen können. Entsprechende Maßnahmen sind initiiert (Entwicklung innovativer Services, Stärkung Projektportfolio) und werden kontinuierlich ausgebaut sowie überprüft. Eine Abstimmung mit dem Konzern-Strategie-Prozess und den Projekten der Service Divisions wird regelmäßig vorgenommen. Die rechtlichen Rahmenbedingungen in außereuropäischen Märkten unterscheiden sich von den Verhältnissen in Deutschland und Europa. Die anhaltende Internationalisierung des Geschäfts ist daher mit Haftungs- und Reputationsrisiken als Bestandteil der Wettbewerbsrisiken verbunden. Das Risikomanagement und das Compliance-Management werden deshalb kontinuierlich weiterentwickelt. Dabei passt DEKRA den Haftungsschirm von Versicherungen laufend an sich ändernde Gegebenheiten an. Das Risiko eines Scheiterns der stärkeren Ausrichtung auf interne Vernetzung und mehr Kundennähe wird heute als laufend präsentes Thema und damit Risiko wahrgenommen. Diese Bewertung beruht auf dem Projektmanagement rund um die Einführung des Organisationsmodells, welches sich aus Sicht von DEKRA bewährt hat. Darüber hinaus setzt DEKRA weiter auf durch gezielte Akquisitionen ergänztes organisches Wachstum. Mit strategischen Zukäufen stellt sich DEKRA sowohl fachlich als auch regional breiter auf. Die Integration erworbener Unternehmen kann jedoch misslingen oder sich verzögern. Budgets können nicht erreicht und Synergieeffekte nicht realisiert werden. Derartige Risiken können aufgrund des Organisationsmodells für die Regionen mit entsprechendem Fokus angegangen und mitigiert werden. Der strategische Risikobericht umfasst in wesentlichem Maße auch die Themenfelder, aus denen sich strategische Chancen ergeben. Diese Opportunitäten werden regelmäßig überprüft und mit dem Business Development (Investitionsmanagement) abgestimmt, da diese unter Berücksichtigung von Maßnahmen eine negative oder positive Auswirkung (Chance) haben können. Insgesamt begegnet DEKRA unternehmensstrategischen Risiken mit einem Projekt-, Performance- und Integrationsmanagement. Es erfolgt eine regelmäßige Abstimmung mit der Strategie 2025 hinsichtlich der strategischen Ausrichtung des Konzerns. Aus Sicht von DEKRA sind derzeit alle strategischen Risiken mit den entsprechenden Maßnahmen und Investitionen sowie den laufenden und geplanten Geschäftsentwicklungsprojekten (Business Development) beherrschbar bzw. stellen aus Konzernsicht auch Chancen dar. Die Summe aller strategischen Risiken gefährdet den Fortbestand des Unternehmens nicht. Im Folgenden werden ausgewählte, bereits zuvor behandelte operative und unternehmensstrategische Risiken aus einer zusammengefassten Sicht dargestellt. Leistungswirtschaftliche Risiken Akkreditierungen und behördliche Zulassungen sind wichtige Voraussetzungen für den Geschäftserfolg von DEKRA. Das Risikomanagement spielt dabei eine wesentliche Rolle. Mit einem internen Kontrollsystem zur Sicherung der Dienstleistungsqualität sowie bestehenden Versicherungen reduziert DEKRA Risiken, die sich aus der Haftung für Prüfungen, Gutachten, Zertifizierungen und Siegel ergeben können. Risiken durch fehlende oder geänderte behördliche Zulassungen werden darüber hinaus durch kontinuierliche fachliche und rechtliche Prüfung identifiziert. Auf diese Weise lassen sich gesetzliche und normative Änderungen rechtzeitig erkennen und DEKRA Dienstleistungen zeitnah anpassen. Besonders wichtig ist in diesem Rahmen auch die oft aufwendige Qualifizierung der Mitarbeitenden sowie die rechtzeitige Planung und Vorhaltung der erforderlichen technischen Ausstattung. Die nationalen Vorgaben für die Hauptuntersuchung in Deutschland erfordern, dass Mess- und Prüfmittel nach unterschiedlichen Standards regelmäßig geeicht, kalibriert und stückgeprüft werden müssen. Die von der DAkkS zu auditierenden Dienstleistungen müssen durchgängig über ISO-konforme Nachweise verfügen. Das gilt für Kalibrierungen und bereitgestellte Informationen von Werkstätten gleichermaßen. DEKRA hat alle notwendigen Kalibrierverfahren so weit entwickelt, dass deren Begutachtungen durch die DAkkS erfolgreich abgeschlossen werden konnten. Für weitere Anpassungen und die vollständige Umsetzung der akkreditierten Kalibrierverfahren wurden die erforderlichen Maßnahmen eingeleitet. Ein Element zur Identifizierung und Bewertung von Risiken aus Akkreditierungen, internen Prozessrisiken und aus der Überwachung der Ordnungsmäßigkeit (Compliance) der internen Basisprozesse weltweit ist der Prozess des Control Self Assessments. Dieser erfolgt gemeinsam mit den Erhebungen zum Risikomanagement und führt zu der eingangs genannten Risikoinventur. Darin sind interne Prozessrisiken und Marktrisiken zusammengeführt und bewertet. DEKRA sieht sich aufgrund der umfangreichen Vorsorge- und Risikominimierungsmaßnahmen für das Risiko des Widerrufs der auf den Akkreditierungen beruhenden Anerkennungen gerüstet. Personalrisiken Die voranschreitende Digitalisierung und Globalisierung der Arbeitswelt, der demographische Wandel sowie politische und wirtschaftliche Ereignisse, steigende Inflation und Energiekrise haben weiterhin Einfluss auf Arbeitsmodelle aller Unternehmen, und damit auch auf DEKRA. Daraus ergeben sich aus Personalsicht folgende Risiken: Zum einen der voranschreitende Fachkräftemangel (zur Bewertung als Bestandteil der operativen Risiken verweisen wir auf die Übersicht der Risikoklassen) und damit verbunden die Schwierigkeit, qualifizierte Mitarbeitende zu finden. Zum anderen die Herausforderung, bestehende Mitarbeitende im Unternehmen zu halten und diese stetig weiterzuentwickeln. Die DEKRA Mitarbeitenden sind unser wichtigstes Kapital, denn sie erbringen die Dienstleistungen, die wir unserer Kundschaft weltweit anbieten können. Ihr Know-how ist für den Erfolg unseres Unternehmens entscheidend. Daher ist die Stärkung unserer Mitarbeitenden das zentrale Thema unserer Personalstrategie. Mittel- und langfristig konzentrieren wir uns daher auf die folgenden strategischen Themen: Unternehmenskultur, Führung, Talentmanagement, Employee Experience, Digitalisierung, Operative Exzellenz und Struktur & Fundament. Damit adressieren wir nicht nur genau die Themen, die unsere Mitarbeitenden beschäftigen, sondern stärken zudem unsere Arbeitgebermarke nach außen. Um auch in Zukunft als attraktiver Arbeitgeber am Arbeitsmarkt wahrgenommen zu werden, wird ein kontinuierlicher Fokus auf die Etablierung einer gemeinsamen und einheitlichen Arbeitgebermarke zunehmend an Bedeutung gewinnen. 2022 haben wir bereits die ersten Schritte unserer HR-Transformation gestartet, um eine einheitliche Unternehmensstruktur weltweit in unserer HR-Organisation zu verankern. Diese Reise haben wir 2023 mit großem Erfolg fortgesetzt. Mit der Ernennung eines globalen ad interim HR-Leadership Teams sowie der Etablierung der CoE und Global HR-Operations wurden bereits Grundlagen für eine globale HR-Organisationsstruktur etabliert. Die Analyse von Kündigungsgründen soll dabei helfen, der lokalen Fluktuation entgegenzuwirken und die Länderorganisationen bei der Rekrutierung von qualifizierten Mitarbeitenden zu unterstützen. Wir werden weiterhin in den Aufbau einer attraktiven Arbeitgebermarke unter der fachlichen Führung von Global Talent Acquisition investieren. Mit der Einführung von ePM unterstützen wir Mitarbeitende und Führungskräfte in ihrem Dialog, sowie darin, ein leistungsorientiertes Denken zu entwickeln. Darauf aufbauend wurde 2023 ein OTR-Prozess erfolgreich eingeführt, um gezielt Schlüsselpositionen, Talente und Potenzialträger im Unternehmen zu identifizieren, die gefördert und weiterentwickelt werden können. Diese Maßnahmen dienen als Beitrag zur individuellen Karriereentwicklung und somit der Bindung von Talenten im Unternehmen. Des Weiteren investieren wir auch in die kontinuierliche Weiterentwicklung unserer Führungskräfte, die als wesentliche Gestaltende der Kultur in unserem Unternehmen entscheidend sind. Studien zufolge beeinflussen sie zu 70 Prozent das Engagement und die Bindung der Mitarbeitenden. Daher haben wir in diesem Jahr einen Feedback-Prozess und standardisierte Beurteilungen für alle Führungskräfte sowie Trainingsmaßnahmen zur Unterstützung einer sogenannten "High Performance Culture" durchgeführt. Die erst kürzlich durchgeführte und unternehmensweit vierte Globale Mitarbeiterbefragung zeigt, dass unsere Maßnahmen Verbesserungen im gesamten Unternehmen erzielen. Informationstechnische Risiken Für die vorhandenen informationstechnischen Risiken entwickeln wir entsprechende Gegenmaßnahmen (zur Bewertung als Bestandteil der operativen Risiken verweisen wir auf die Übersicht der Risikoklassen). Als "First Line of Defence" wurde operativ auf aktuelle Ereignisse und politische Gefährdungslagen zeitnah und zielgerichtet reagiert. Die operative Absicherung des Tagesgeschäfts wird durch das 24/7 betriebene IT-Lagezentrum (Command & Control Center) sichergestellt - ergänzt durch die Bereitstellung automatisierter Bewertung von operativen Risiken und proaktiver Gestaltung von Gegenmaßnahmen. Im aktuellen herausfordernden Umfeld ist die Informations- und Cybersicherheit in einem Unternehmen wie DEKRA, das in mehr als 60 Ländern tätig ist, eine tragende Säule. Die Informations- und Cybersicherheit konzentriert sich auch auf das Bewusstsein der Mitarbeitenden. Zu diesem Zweck wurden Schulungen organisiert. Zur Sensibilisierung unserer Mitarbeitenden haben wir ergänzend im Oktober 2023 den Cyber-Month und globale Phishing-Kampagnen durchgeführt. In diesem Jahr war ein Anstieg der Anzahl von Angriffen festzustellen. Hierbei werden sowohl traditionelle als auch neue Methoden, wie z.B. das QR-Code-Phishing, verwendet. Den Angriffen konnten dank bestehender technischer Maßnahmen und einer guten Sensibilisierung der Mitarbeitenden entgegengewirkt werden. Das globale Cyber Defense-Team entdeckt, analysiert und überwacht potenzielle Schwachstellen und arbeitet mit den Diensten oder Systemeigentümern zusammen, um sie zeitnah zu beheben. DEKRA hat Maßnahmen ergriffen, um Bedrohungen entgegenzuwirken. DEKRA SE hat wiederholt erfolgreich die Trusted Information Security Assessment Exchange (TISAX)-Auditierung absolviert und ist und bleibt mit dem TISAX-Label ein verlässlicher Partner. Ergänzend hat DEKRA SE dieses Jahr ebenfalls erfolgreich das international anerkannte ISO 27001:2022 Zertifizierungsaudit durchlaufen. Finanzwirtschaftliche Risiken Gegen das Risiko von Forderungsausfällen und Zahlungsverzögerungen schützt sich DEKRA durch aktives Kunden- und Vertragsmanagement, globales Key-Account-Management und sorgfältige Bonitätsprüfungen. Da DEKRA das Geschäft überwiegend in Euro abwickelt, ist das Wechselkursrisiko gering (unter Umständen Handlungsbedarf). Die Fremdfinanzierung des Konzerns erfolgt in erster Linie durch aufgenommene Bank- und Schuldscheindarlehen sowie durch zugesagte Bankkredite. Es wurden Sicherheiten bzw. Garantien in Höhe von 16.980 TEUR (Vorjahr: 7.813 TEUR) gewährt. Das Risiko einer Inanspruchnahme wird derzeit als gering (unter Umständen Handlungsbedarf) eingestuft. Bei Inanspruchnahme der Garantien sind diese sofort fällig. Die Sicherung des für das operative Geschäft erforderlichen Liquiditätsspielraums erfolgt über vorgehaltene liquide Mittel sowie über zugesagte Kreditlinien der DEKRA SE bei Banken. Durch den zentralen Cash-Pool erfolgen die Liquiditätssteuerung und Versorgung der nationalen und zunehmend auch der internationalen Tochtergesellschaften. Die damit einhergehende Transparenz beugt möglichen Risiken vor. Die kurzfristige Anlage liquider Mittel erfolgt ausschließlich bei Finanzinstituten mit erstklassiger Bonität und auf Basis aktueller Einstufungen von Ratingagenturen sowie unter Berücksichtigung aktueller Credit Default Swap-Spreads. Das Risiko, dass DEKRA seinen Zahlungsverpflichtungen aus Finanzinstrumenten künftig nicht nachkommen kann, wird ebenfalls als gering (unter Umständen Handlungsbedarf) eingestuft. Gesamtaussage des Vorstands zu bestandsgefährdenden Risiken Wesentliche Risiken, aber auch Chancen, sind zunehmend neue Technologien, die zunehmende Digitalisierung sowie vor diesem Hintergrund das Risiko von neuen Wettbewerbern. Diese Entwicklung wurde durch die Auswirkungen der COVID-19-Pandemie weiter beschleunigt. Als Maßnahmen sind neben der Anpassung der Prozesse und Kostenstrukturen die damit zusammenhängenden Anpassungen der Geschäftsmodelle/Geschäftsbereiche und der damit erforderlichen Investitionen zu nennen. Die Risikostruktur sowie das Risikoprofil und die Risikoverteilung der Einzelgesellschaften sowie des Konzerns sind stabil und durch die definierten Maßnahmen begrenzt. Die Risikotragfähigkeit des Konzerns ist gegeben und wird regelmäßig vor dem Hintergrund des Risikoappetits und des Business Developments (Investitionsmanagement) überprüft. Aktuell sind die Risiken auf der Grundlage der initiierten und geplanten Projekte, Maßnahmen und Investitionen (Business Development) sowie der Chancen bei DEKRA beherrschbar. Der Vorstand hält die Summe aller Risiken in Relation zum Eigenkapital sowie der Finanzkraft vor dem Hintergrund des Risikoappetits der Gesellschaft für vertretbar. Aufgrund der Eigenkapitalstärke, der ausgereiften Geschäftsmodelle, der breiten Portfolioaufstellung, der Ausschüttungspolitik und der soliden Finanzierungsstruktur gefährdet die Gesamtsumme der einzelnen Risiken den Fortbestand von DEKRA nicht. Chancenbericht Umfeld- und Branchenchancen Die TIC-Branche (Testing, Inspection, Certification) entwickelt sich aufgrund digitaler Innovationen und eines gestiegenen Bewusstseins für den Klimawandel rasant weiter. Neue Technologien transformieren traditionelle Modelle und verbessern die Servicebereitstellung, Qualitätssicherung und Erfüllung von Compliance-Standards. Die Industrie strebt nach CO 2 -Neutralität und orientiert Geschäftsmodelle an Nachhaltigkeit. Darüber hinaus sind Industrie 4.0 und Gesellschaft 5.0 sowohl mit Chancen als auch mit ethischen und sozialen Herausforderungen verbunden. Diese Trends, gepaart mit strengeren Regulierungsstandards und einem verstärkten Fokus der Politik auf nachhaltige Praktiken, stehen hinter der Expansion der TIC-Branche. Die hohen Erwartungen der Verbraucherinnen und Verbraucher an sichere technologie- und datengestützte Kundenerlebnisse eröffnen der TIC-Branche weltweit neue Wachstumsmöglichkeiten. DEKRA ist gut aufgestellt, um von diesem Wandel zu profitieren, und konzentriert sich auf Wachstumsfelder wie die Mobilität der Zukunft, Cybersicherheit und KI sowie Nachhaltigkeit. Diese Bereiche stehen nicht nur für den Wandel in Wirtschaft und Gesellschaft. Auf der Basis von Entwicklungen wie virtueller Realität, Blockchain und intelligenten Sensoren bestimmen sie auch neue Prüf-, Inspektions- und Zertifizierungsprotokolle und damit die digitale TIC-Landschaft der Zukunft. Auf der Grundlage von fast 100 Jahren Erfahrung in der Fahrzeugprüfung ist DEKRA beispielsweise gut positioniert, um in einer Welt zunehmend vernetzter und intelligenter Mobilität für Sicherheit zu sorgen. Als vom Kraftfahrtbundesamt benannter Technischer Dienst hat sich das Unternehmen bereits einen Platz im Zukunftsmarkt der "Automotive Cyber Security" mit Fokus auf vernetztes und automatisiertes Fahren gesichert. In den Konsumgütermärkten erhöhen Technologien wie 5G und das Internet of Things (IoT) die Anforderungen an die Cybersicherheit. DEKRA begegnet dieser Herausforderung mit maßgeschneiderten Services. Um die Sicherheit von KI-Lösungen zu gewährleisten, hat DEKRA die erste Generation von Prüfdienstleistungen auf den Markt gebracht und sich damit für Wachstum in diesem Bereich positioniert. Seit DEKRA Nachhaltigkeit als Kerngeschäft definiert, orientiert sich das Unternehmen an den ESG-Kriterien und bietet unter anderem Nachhaltigkeits-Bewertungen und -Zertifizierungen an. Informationstechnische Chancen DEKRA ist sich der entscheidenden Rolle digitaler Technologien für die Neudefinition der traditionellen Paradigmen in der TIC-Branche bewusst. Auf der Basis von Innovation und qualitativ hochwertigen Services sieht das Unternehmen Chancen für höhere Kundenzufriedenheit sowie Wachstum, da die strategische Ausrichtung auf digitale Prozesse und Dienstleistungen die Servicequalität verbessert und die Betriebskosten senkt. Mit seinen Dienstleistungen verfolgt DEKRA das Ziel, für Sicherheit und Qualität in einer Welt zu sorgen, in der sich die Technologie ständig weiterentwickelt. Kundinnen und Kunden können sich mit Unterstützung des Unternehmens nicht nur an die digitale Zukunft anpassen, sondern von einem geschäftlichen Umfeld profitieren, in dem Technologie und Sicherheit gleichwertig nebeneinander existieren. Unternehmensstrategische Chancen DEKRA ist bestrebt, seine Dienstleistungen kontinuierlich weiterzuentwickeln, um den sich wandelnden Bedürfnissen seiner Kundschaft gerecht zu werden und dem Wettbewerb einen Schritt voraus zu sein. Mobilität der Zukunft, Nachhaltigkeit und Cybersicherheit gehören zu den wichtigsten strategischen Chancenbereichen. Sie sind miteinander verbunden und stehen alle im Zusammenhang mit der Digitalisierung sowie der Transformation der Weltwirtschaft. Eine weitere Chance besteht darin, auf interdisziplinäre Technologien wie künstliche Intelligenz und Remote-Technologien zu bauen, die in allen Dienstleistungsbereichen an Bedeutung gewinnen. In diesen Bereichen sehen wir einen wachsenden Bedarf und die Möglichkeit, unsere globalen Marktpositionen dynamisch zu stärken, indem wir uns sorgfältig an die Bedürfnisse ausgewählter regionaler Märkte anpassen. Prognosebericht Schwächeres Wachstum Für die Weltwirtschaft werden im Jahr 2024 keine neuen Wachstumsimpulse erwartet. Vor dem Hintergrund von Kriegen und wirtschaftlichen Krisen geht der Internationale Währungsfonds (IWF) von einem Zuwachs von 3,1 % (Vorjahr: 3,1 %) für das weltweite BIP aus. Während in den Entwicklungs- und Schwellenländern mit 4,1 % Wachstum gerechnet wird, sind es im Euroraum 0,9 % und in den USA 2,1 %. Am stärksten dürften Indien (6,5 %) und China (4,6 %) zulegen. Angesichts seiner guten Position in bestehenden und in Zukunftsmärken geht DEKRA von der Fortsetzung des Wachstumskurses aus. Der Umsatz im Konzern wird im Geschäftsjahr 2024 voraussichtlich im mittleren einstelligen Bereich steigen. Der Zuwachs wird vor allem organisch erzielt, ergänzt durch selektive Übernahmen. Auf Einzelabschlussebene wird mit einem Umsatzanstieg zwischen 10 % und 15 % gerechnet. Darüber hinaus wird im Konzern für 2024 mit einem moderaten Anstieg des EBIT (berechnet aus Konzernergebnis vor Steuern und Finanzergebnis) gerechnet. Dazu wird DEKRA unter anderem Geschäftsfelder mit höheren Renditechancen weiter ausbauen, Potenziale innerhalb und zwischen den Geschäftsfeldern nutzen sowie die globalen Strukturen und Prozesse im Vertrieb, in den Service Divisions und in den Steering- und Support-Funktionen weiter optimieren. Für den DEKRA SE Jahresabschluss erwarten wir, dass sich das Ergebnis vor Steuern im Geschäftsjahr 2024 vermindert. Die Verminderung ist im Wesentlichen auf die Bündelung und den Ausbau von Ressourcen im Rahmen der neuen Organisationsstruktur zurückzuführen. Die anhaltend gute Entwicklung des Unternehmens trotz eines herausfordernden Umfelds bestärkt alle Mitarbeitenden und den Vorstand in der "Vision 2025": Bis zum 100-jährigen Bestehen im Jahr 2025 wollen wir unser Dienstleistungsportfolio weitgehend digitalisiert haben und der globale Partner für eine sichere und nachhaltige Welt sein.
Stuttgart, 27. März 2024 DEKRA SE Der Vorstand Zurkiewicz, Vorsitzender Linsenmaier Laursen Finke
1 Keine inhaltliche Prüfung durch den
Abschlussprüfer
Bilanz zum 31. Dezember 2023Aktiva
Gewinn- und Verlustrechnung für 2023
Anhang für 2023Allgemeine HinweiseDer vorliegende Jahresabschluss wurde gemäß §§ 242 ff. und §§ 264 ff. HGB sowie nach den einschlägigen Vorschriften des AktG i. V. m. Art. 61 EU-VO 2157/2001 aufgestellt. Es gelten die Vorschriften für große Kapitalgesellschaften i. S. d. § 267 Abs. 3 HGB. Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt. Der Anhang ist in TEUR aufgestellt. Die Gesellschaft ist unter der Firma DEKRA SE mit Sitz in Stuttgart im Handelsregister des Amtsgerichts Stuttgart unter der Nummer HRB 734316 eingetragen. Bilanzierungs- und BewertungsmethodenFür die Aufstellung des Jahresabschlusses waren unverändert die nachfolgenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden maßgebend. Entgeltlich von Dritten erworbene immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens werden zu Anschaffungskosten zuzüglich der im Rahmen der Inbetriebnahme angefallenen Eigenleistungen aktiviert und über den Zeitraum der Nutzung planmäßig abgeschrieben. Im Wesentlichen beträgt die Nutzungsdauer für immaterielle Vermögensgegenstände zwischen drei und acht Jahren. Sofern erforderlich, werden außerplanmäßige Abschreibungen vorgenommen. Selbstgeschaffene immaterielle Vermögensgegenstände werden nicht aktiviert. Geleistete Anzahlungen werden mit ihrem Nennbetrag angesetzt. Die Anlagen im Bau werden jeweils mit ihren Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten bilanziert. Die Sachanlagen sind zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten angesetzt und werden, soweit abnutzbar, um planmäßige Abschreibungen vermindert. Die Vermögensgegenstände des Sachanlagevermögens, die ab dem 1. Januar 2010 zugegangen sind, werden linear unter Ansatz der wirtschaftlichen Nutzungsdauer angesetzt. Die Nutzungsdauer auf Sachanlagen beträgt drei bis zehn Jahre. Die Nutzungsdauer für Immobilien beträgt zehn bis vierzig Jahre und bei beweglichen Wirtschaftsgütern zwischen drei und zwanzig Jahren. Von dem Wahlrecht gemäß Artikel 67 Abs. 4 EGHGB wird Gebrauch gemacht. Dies bedeutet, dass die bisherigen Wertansätze zum 31. Dezember 2009, die auf einer degressiven Abschreibungsmethode basieren, fortgeführt werden. Die übrigen Anlagegüter werden linear abgeschrieben. Geringwertige Anlagegüter bis zu einem Netto-Einzelwert von EUR 250,00 sind im Jahr des Zugangs als Aufwand erfasst worden. Wirtschaftsgüter mit einem Netto-Einzelwert von EUR 250,01 bis EUR 800,00 werden im Jahr der Anschaffung vollständig aktiviert und abgeschrieben; ihr sofortiger Abgang wird unterstellt. Die Abschreibungen auf Zugänge werden zeitanteilig vorgenommen. Die Finanzanlagen werden mit den Anschaffungskosten bzw. zum Nennwert oder dem niedrigeren beizulegenden Wert am Bilanzstichtag bewertet, sofern von einer voraussichtlich dauernden Wertminderung auszugehen ist. Die Überprüfung des beizulegenden Wertes für die Beteiligungen erfolgt auf Basis der Ermittlung des Unternehmenswertes der einzelnen Tochtergesellschaften unter Zugrundelegung der aktuellen Fünf-Jahres-Planung sowie einer daraus abgeleiteten ewigen Rente. Den in die Planung einfließenden Werten liegen zahlreiche Annahmen zugrunde, sodass die Ermittlung der beizulegenden Werte ermessensabhängig ist und von Schätzungen über die künftige Geschäftsentwicklung abhängt. Die Beurteilung des Vorliegens einer dauernden Wertminderung von Wertpapieren des Anlagevermögens erfolgt angelehnt an die Stellungnahme zur Rechnungslegung IDW RS VFA 2 des Instituts der Wirtschaftsprüfer vom 8. April 2002. Von einer voraussichtlich dauernden Wertminderung wird in der Regel ausgegangen, wenn der Durchschnittswert der Monatsendkurse der letzten 12 Monate um mehr als 10 % unter dem Buchwert der Wertpapiere liegt. Die Gesellschaft analysiert die Wertpapiere des Anlagevermögens zudem im Rahmen einer Einzelfallbetrachtung. Dabei werden auch Kriterien wie die Dauer einer bereits eingetretenen Wertminderung, der Kursverlauf eines Wertpapiers im Vergleich zur allgemeinen Kursentwicklung oder, bei garantierter Rückzahlung, die Bonität des Emittenten berücksichtigt. Geht die Gesellschaft im Rahmen der beschriebenen Einzelfallbetrachtung von einer voraussichtlich dauernden Wertminderung aus, so erfolgt eine Abschreibung auf den Stichtagskurs zum Abschlussstichtag. Reflektieren die Zeitwerte zum Bilanzstichtag nach Einschätzung der Gesellschaft kurzfristige Marktschwankungen, erfolgt auch bei Überschreiten der oben beschriebenen 10 %-Schwelle keine Abschreibung. Liegen die Gründe für eine dauernde Wertminderung nicht mehr vor, nimmt die Gesellschaft anteilige Zuschreibungen vor. Die unter den Finanzanlagen ausgewiesenen Ansprüche aus Rückdeckungsversicherungen werden mit dem Deckungskapital einschließlich Überschussbeteiligung angesetzt. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände werden mit dem Nennwert bzw. mit dem am Bilanzstichtag niedrigeren beizulegenden Wert angesetzt. Bei Forderungen, deren Einbringlichkeit mit erkennbaren Risiken behaftet ist, werden angemessene Wertabschläge vorgenommen; uneinbringliche Forderungen werden ausgebucht. Die Wertpapiere des Umlaufvermögens werden mit Anschaffungskosten bzw. dem am Bilanzstichtag niedrigeren beizulegenden Wert angesetzt. Das Guthaben bei Kreditinstituten sowie das Eigenkapital werden zum Nennwert angesetzt. Als Rechnungsabgrenzungsposten werden auf der Aktivseite Ausgaben vor dem Abschlussstichtag ausgewiesen, soweit sie Aufwand für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen. Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen sind nach den anerkannten versicherungsmathematischen Grundsätzen mittels der "Projected-Unit Credit-Methode", kurz "PUC-Methode", errechnet. Als biometrische Rechnungsgrundlage werden die "Richttafeln 2018 G" von Prof. Dr. Klaus Heubeck zugrunde gelegt. Zukünftig erwartete Entgelt- und Rentensteigerungen werden bei der Ermittlung der Verpflichtungen berücksichtigt. Derzeit werden entsprechend dem Vorjahr jährliche Anpassungen von 2,00 % bei den Entgelten und bei den Renten 4,50 % für 2024 und 2025 und ab 2026 2,00% (Vj. 2,00 %) erwartet. Ebenfalls wie im Vorjahr wird die Fluktuation - sofern relevant - mit einer Rate von 4,25 % berücksichtigt. Für die Abzinsung wird pauschal der durchschnittliche Marktzinssatz der vergangenen zehn Jahre bei einer restlichen Laufzeit von 15 Jahren von 1,83 % (Vj. 1,79 %) gemäß der Rückstellungsabzinsungsverordnung vom 18. November 2009 verwendet. Im Dezember 2011 wurde die betriebliche Altersversorgung der DEKRA Trägerunternehmen des DEKRA Unterstützungskasse e.V. mit Wirkung zum 1. Januar 2012 neu geordnet. Ansprüche, die vor dem 1. Januar 2012 erdient wurden, waren hiervon nicht betroffen. Im Rahmen der Neuordnung erteilen die jeweiligen DEKRA Unternehmen ihren Arbeitnehmern ab dem 1. Januar 2012 Direktzusagen als beitragsorientierte Leistungszusagen entsprechend den Regelungen der gesondert abgeschlossenen Betriebsvereinbarungen "DEKRA Betriebsrente". Die Versorgung wird als beitragsorientiert bezeichnet, da sich die Höhe der Versorgungsleistung aus zuvor definierten Versorgungsbeiträgen ableitet und bemisst. Hierbei haben die Arbeitnehmer die Möglichkeit, zusätzlich zum Versorgungsbeitrag durch den Arbeitgeber diesen Beitrag durch Entgeltumwandlung zu erhöhen. Mit dem Ziel, bestehende Versorgungsbestandteile in einem Versorgungswerk zu bündeln, hat die DEKRA SE ihren Arbeitnehmern mit Besitzstandsanwartschaft aus dem DEKRA Unterstützungskasse e.V. im Geschäftsjahr 2018 eine zusätzliche unmittelbare Pensionszusage im Rahmen der DEKRA Betriebsrente erteilt. Hierdurch erhöhten sich die nach der DEKRA Betriebsrente gewährten Versorgungsleistungen um die bislang bestehende Besitzstandsanwartschaft, die zu 49 % aus dem DEKRA Unterstützungskasse e.V. und zu 51 % aus der DEKRA SE gewährt wurde. Mit dieser einmaligen Erhöhung wurden die bisherigen, sowohl bei dem DEKRA Unterstützungskasse e.V. als auch bei der DEKRA SE unmittelbar bestehenden Versorgungszusagen über die Besitzstandsanwartschaft vollumfänglich abgelöst und in die DEKRA Betriebsrente überführt. Zur Finanzierung dieser unmittelbaren Pensionszusage im Rahmen der DEKRA Betriebsrente hat die Gesellschaft eine Rückdeckungsversicherung mit der Allianz Lebensversicherungs-AG, Stuttgart, abgeschlossen (Deckungsvermögen i. S. d. § 246 Abs. 2 S. 2 HGB). Somit werden für diese Arbeitnehmer nur noch Versorgungsleistungen aus der DEKRA Betriebsrente gewährt. Aufgrund der Saldierung der Verpflichtung mit dem Zeitwert der Rückdeckungsversicherung ergab sich im Berichtsjahr ein Bilanzausweis von 143 TEUR (Vj. 205 TEUR). Zur Erfüllung der Pensionsverpflichtungen der Mitarbeiter sind die Mittel teilweise in Rückdeckungsversicherungen angelegt. Ein Teil der Versicherungen ist an die Mitarbeiter verpfändet und dem Zugriff aller übrigen Gläubiger entzogen. Darüber hinaus wurde mit Wirkung zum 24. Oktober 2017 zur Sicherung der Pensionsverpflichtungen ein Contractual Trust Arrangement (CTA) umgesetzt. Mit der Allianz Treuhand GmbH, Stuttgart, die als Treuhänder im Rahmen einer Doppeltreuhand (Verwaltungs- und Sicherungstreuhand) agiert, wurde ein Treuhandvertrag zur Absicherung von Versorgungsansprüchen abgeschlossen. Die zur Finanzierung der Pensionsverpflichtungen übertragenen Mittel werden von der Allianz Treuhand GmbH, Stuttgart, treuhänderisch verwaltet und können ausschließlich zweckgebunden zur Zahlung der Pensionsverpflichtungen verwendet werden. Die ausschließlich der Erfüllung der Altersversorgungsverpflichtungen dienenden, dem Zugriff aller übrigen Gläubiger entzogenen Vermögensgegenstände (Deckungsvermögen i. S. d. § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB) wurden mit ihrem beizulegenden Zeitwert bewertet und mit den korrespondierenden Rückstellungen verrechnet. Sofern es zu einem aktiven Überhang kommt, erfolgt der Ausweis als "Aktiver Unterschiedsbetrag aus Vermögensverrechnung" auf der Aktivseite der Bilanz. Die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle ungewissen Verbindlichkeiten und drohenden Verluste aus schwebenden Geschäften. Sie sind in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrag angesetzt. Zukünftige Preis- und Kostensteigerungen werden bei objektiven Hinweisen berücksichtigt. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden mit dem fristenadäquaten Zinssatz, der jeweils von der Deutschen Bundesbank ermittelt und veröffentlicht wird, abgezinst. Die Berechnung der Rückstellungen für Altersteilzeit orientiert sich an den Vorgaben des IDW RS HFA 3, wonach Aufstockungsbeträge eigenständige Abfindungsverpflichtungen sind, für die einmalig eine Rückstellung für ungewisse Verpflichtungen zu bilden ist. Bei der Bewertung werden wie im Vorjahr eine erwartete Einkommenssteigerung von 2,00 % sowie ein Rechnungszins von 0,00 % angenommen. Zur Erfüllung der Altersteilzeitverpflichtungen der Mitarbeiter sind entsprechende Mittel in Rückdeckungsversicherungen angelegt, die dem Zugriff aller übrigen Gläubiger entzogen sind. Die Vermögensgegenstände werden mit ihrem beizulegenden Zeitwert bewertet und mit den entsprechenden Schulden verrechnet (Deckungsvermögen i. S. d. § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB). Sofern es zu einem aktiven Überhang kommt, erfolgt der Ausweis als "Aktiver Unterschiedsbetrag aus Vermögensverrechnung" auf der Aktivseite der Bilanz. Verbindlichkeiten werden mit dem Erfüllungsbetrag angesetzt. Erhaltene Anzahlungen werden mit dem Nennbetrag angesetzt. Für die Ermittlung latenter Steuern auf Grund von temporären und quasi-permanenten Differenzen zwischen den handelsrechtlichen und steuerlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten oder auf Grund steuerlicher Verlustvorträge werden die Beträge der sich ergebenden Steuerbe- und -entlastung mit den unternehmensindividuellen Steuersätzen im Zeitpunkt des Abbaus der Differenzen bewertet und nicht abgezinst. Die Aktivierung eines Überhangs von aktiven latenten Steuern unterbleibt in Ausübung des dafür bestehenden Ansatzwahlrechts gemäß § 274 Abs. 1 Satz 2 HGB. Ebenfalls wird von dem Wahlrecht kein Gebrauch gemacht, die latenten Steuern lediglich auf Ebene des Organträgers, dem DEKRA e.V., Stuttgart, abzubilden. Soweit im Jahresabschluss Posten enthalten sind, denen Beträge zugrunde liegen, die auf fremde Währung lauten, werden die Geschäftsvorfällein Euro mit dem Kurs am Tag der Transaktion umgerechnet. Die Folgebewertung erfolgt zum Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag. Gewinne werden nur berücksichtigt, soweit sie Forderungen und Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr betreffen. Bei einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden dabei das Realisationsprinzip gemäß § 252 Abs. 1 Nr. 4 Halbsatz 2 HGB und das Anschaffungskostenprinzip gemäß § 253 Abs. 1 Satz 1 HGB beachtet. Die in der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesenen davon-Vermerke Währungsumrechnung enthalten sowohl realisierte als auch nicht realisierte Währungskursdifferenzen. Soweit Bewertungseinheiten gemäß § 254 HGB gebildet werden, kommen folgende Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden zur Anwendung: Ökonomische Sicherungsbeziehungen werden durch die Bildung von Bewertungseinheiten bilanziell nachvollzogen. In den Fällen, in denen sowohl die "Einfrierungsmethode", bei der die sich ausgleichenden Wertänderungen aus dem abgesicherten Risiko nicht bilanziert werden, als auch die "Durchbuchungsmethode", wonach die sich ausgleichenden Wertänderungen aus dem abgesicherten Risiko sowohl des Grundgeschäfts als auch des Sicherungsinstruments gebucht werden, angewandt werden können, wird die Einfrierungsmethode angewandt. Erläuterungen zur BilanzAnlagevermögen Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens ist unter Angabe der Abschreibungen des Geschäftsjahres im Anlagenspiegel dargestellt. Entwicklung des Anlagevermögens 2023
Angaben zum Anteilsbesitz
1) Gesellschaft nicht aktiv. 2) HGB Werte aus dem Geschäftsjahr 2022. 3) HGB Werte. 4) HGB Werte vor Ergebnisabführung bzw. Ergebnisübernahme. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen in Höhe von TEUR 118.662 (Vj. TEUR 111.570) beinhalten im Wesentlichen Ansprüche, die sich aus dem bei der Gesellschaft geführten Cash-Pooling ergeben. Forderungen gegen den Gesellschafter DEKRA e.V., Stuttgart, sind in Höhe von TEUR 0 (Vj. TEUR 12.530) enthalten. Es bestehen keine Forderungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr. Angaben zur Vermögensverrechnung nach § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB Pensions- und Altersteilzeitverpflichtungen sind mit denjenigen Vermögensgegenständen zu verrechnen, die ausschließlich der Erfüllung der Verpflichtungen dienen und dem Zugriff der übrigen Gläubiger entzogen sind. Bei diesen Vermögensgegenständen handelt es sich um Fonds-Anteile innerhalb des CTA sowie um Rückdeckungsversicherungen. Im Falle von rückgedeckten Pensionsverpflichtungen resultiert aus der Verrechnung ein aktiver Unterschiedsbetrag.
Der beizulegende Zeitwert ergibt sich zum einen aus dem vom Fondsverwalter ermittelten Anteilspreis zum Bilanzstichtag. Zum anderen erfolgt die Bewertung mit dem Aktivwert der Rückdeckungsversicherungen. Im Fall von Altersteilzeitverpflichtungen überschreitet der beizulegende Zeitwert der Vermögensgegenstände den Erfüllungsbetrag der Schulden. Bei diesen Vermögensgegenständen handelt es sich ausschließlich um Rückdeckungsversicherungen.
Gezeichnetes Kapital Das Grundkapital beträgt unverändert EUR 25.564.594,06. Das Grundkapital ist eingeteilt in 10.000.000 auf den Inhaber lautende Aktien. Kapitalrücklage Im Geschäftsjahr wurden TEUR 25.000 in die Kapitalrücklage gemäß § 272 Abs. 2 Nr. 4 HGB eingezahlt. Angabe zu ausschüttungsgesperrten Beträgen Zum 31. Dezember 2023 unterliegen nach § 268 Abs. 8 HGB TEUR 342 (Vj. TEUR 0) der Ausschüttungssperre. Pensionsrückstellungen Der Unterschiedsbetrag nach § 253 Abs. 6 Satz 2 HGB beträgt TEUR 410 (Vj. TEUR 1.942) und unterliegt einer Ausschüttungssperre. Rückstellungen Die sonstigen Rückstellungen enthalten im Wesentlichen Rückstellungen für den Personal- und Sozialbereich, Rückstellungen für ausstehende Rechnungen sowie Rückstellungen für die Verzinsung der von der Gesellschaft ausgegebenen Genussrechte. Die Rückstellungen für den Personal- und Sozialbereich enthalten insbesondere Verpflichtungen aus variabler Vergütung, Einmalzahlungen, Aufwendungen für Restrukturierungen sowie Urlaubs- und Gleitzeitansprüche. Verbindlichkeiten In dem Posten Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind in Höhe von TEUR 32.500 Schuldscheindarlehen enthalten. Von den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten haben TEUR 50.030 (Vj. TEUR 64.500) eine Laufzeit bis zu einem Jahr und TEUR 32.500 (Vj. TEUR 57.500) eine Laufzeit von mehr als einem bis zu fünf Jahren. Alle übrigen Verbindlichkeiten haben wie im Vorjahr eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr. Innerhalb der Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen werden Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von TEUR 1.338 (Vj. TEUR 5.906) ausgewiesen. Desweitern bestehen Cash-Pooling Verbindlichkeiten in Höhe von TEUR 371.064 (Vj. TEUR 429.285). Verbindlichkeiten gegenüber dem Gesellschafter DEKRA e.V., Stuttgart, sind in Höhe von TEUR 20.568 (Vj. Forderungen TEUR 12.530) enthalten. Die Gesellschaft stellt ihren Führungskräften und Mitarbeitern ein Genussrechtskapital, ausgewiesen unter den sonstigen Verbindlichkeiten, bis zur Höhe von TEUR 10.737 (4,2 Mio. Genussrechte à EUR 2,55645) zur Zeichnung zur Verfügung. Hiervon sind insgesamt 1.946.918 (Vj. 2.074.431) Genussrechte gezeichnet. Das gezeichnete Genussrechtskapital gewährt eine Beteiligung am bereinigten Konzernergebnis der DEKRA SE, Stuttgart. Die Genussrechte belaufen sich zum Bilanzstichtag auf TEUR 4.977 (Vj. TEUR 5.303). Erläuterungen zur Gewinn- und VerlustrechnungUmsatzerlöse Die Umsatzerlöse enthalten im Wesentlichen Erlöse aus Dienstleistungen an Konzerngesellschaften im Zusammenhang mit Shared Service Umlage sowie Verrechnungen von Service Division Dienstleistungen. Die Umsatzerlöse wurden im Berichtsjahr wie auch schon im Vorjahr fast ausschließlich im Inland getätigt. Andere aktivierte Eigenleistungen Die DEKRA SE betreibt eine zentrale SAP Systemlandschaft zur Nutzung durch nationale und internationale DEKRA Gesellschaften. Übergreifendes Ziel des Projektes "Global Business Excellence" ist die Schaffung einer global harmonisierten Prozess-, Daten und IT-Landschaft. Im Rahmen des Aufbaus und der Weiterentwicklung der Systemlandschaft fallen zu aktivierende Aufwendungen an. Sonstige betriebliche Erträge Die sonstigen betrieblichen Erträge verzeichnen einen deutlichen Anstieg in Höhe von TEUR 10.770 im Vergleich zum Vorjahr. Insbesondere im Bereich der laufenden Erträge ist der Anstieg bedingt durch konzerninterne Verrechnungen im Geschäftsjahr. Die periodenfremden Erträge enthalten im Wesentlichen Erträge aus der Zuschreibung von Anteilen an verbundenen Unternehmen in Höhe von TEUR 19.100 (Vj. TEUR 6.121) sowie Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen in Höhe von TEUR 297 (Vj. TEUR 3.761). Des Weiteren sind Erträge aus Währungsumrechnung in Höhe von TEUR 495 (Vj. TEUR 157) enthalten. Abschreibungen Im Geschäftsjahr wurden für IT Projekte außerplanmäßige Abschreibungen in Höhe TEUR 3.237 (Vj. TEUR 90) vorgenommen. Sonstige betriebliche Aufwendungen Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen beinhalten im Wesentlichen EDV-Kosten, sonstige Aufwendungen, allgemeine Verwaltungskosten, Rechts- und Beratungskosten, sonstige Personalkosten, Raumkosten und Werbekosten, Telefonkosten, Versicherungen. Der Anstieg ist im Wesentlichen auf eine Zunahme an IT-Projektaktivitäten sowie aufwandswirksame Zuschüsse an verbundene Unternehmen zurückzuführen. Im Geschäftsjahr erfolgte eine Ausweisänderung der Service Division Verrechnungen von sonstigen betrieblichen Aufwendungen zu Materialaufwand in Höhe von TEUR 26.521 (Vj. TEUR 25.454). Aus der Verschmelzung der DEKRA Immobilien GmbH resultieren Verluste in Höhe von TEUR 2.925. In den sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind wie im Vorjahr keine periodenfremden Aufwendungen enthalten. Erträge aus Gewinnabführungsverträgen Die Erträge aus Gewinnabführungsverträgen enthalten den Ertrag aus der Ergebnisübernahme der DEKRA Automobil GmbH, Stuttgart, in Höhe von TEUR 183.904 (Vj. TEUR 120.892), der DEKRA Certification GmbH, Stuttgart, in Höhe von TEUR 5.494 (Vj. TEUR 8.400), der DEKRA Claims Services GmbH, Stuttgart, in Höhe von TEUR 1.483 (Vj. TEUR 1.141), der DEKRA Incos GmbH, Ingolstadt, in Höhe von TEUR 851 (Vj. Aufwand TEUR 399) sowie der DEKRA Assurance Services GmbH, Stuttgart, in Höhe von TEUR 73 (Vj. TEUR 103). Aufwendungen aus Verlustübernahme Die Aufwendungen aus der Verlustübernahme enthalten Aufwendungen aus dem Verlustausgleich der DEKRA Akademie GmbH, Stuttgart, in Höhe von TEUR 3.573 (Vj. TEUR 2.431), der DEKRA Testing and Certification GmbH, Stuttgart, in Höhe von TEUR 2.097 (Vj. Ertrag TEUR 3.697) sowie der DEKRA Personal GmbH, Stuttgart in Höhe von TEUR 1.263 (Vj. Ertrag TEUR 3.026). Zinsergebnis Die Zinsen und ähnlichen Aufwendungen in Höhe von TEUR 20.041 (Vj. TEUR 8.258) enthalten im Wesentlichen Zinsen und ähnliche Aufwendungen auf Darlehen und Cash-Pooling Verbindlichkeiten innerhalb der DEKRA Gruppe in Höhe von TEUR 14.923 (Vj. TEUR 2.469), für Bank- und Schuldscheindarlehen in Höhe von TEUR 3.686 (Vj. TEUR 2.308) sowie Zinsen auf das gezeichnete Genussrechtskapital in Höhe von TEUR 1.504 (Vj. TEUR 1.606). Gemäß § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB werden die Vermögenserträge und -verluste aus den ATZ-Fonds und dem ATZ-Planvermögen mit den entsprechenden Aufwendungen aus der Aufzinsung der Verpflichtungen verrechnet. Im aktuellen Geschäftsjahr beliefen sich die Erträge aus dem ATZ-Deckungsvermögen auf TEUR 10 (Vj. Aufwand TEUR 2) und die dazugehörigen Zinsaufwendungen aus der korrespondierenden Verpflichtung auf TEUR 0 (Vj. TEUR 0). Es ergibt sich somit ein Nettozinsertrag von TEUR 10 (Vj. Aufwand TEUR 2). Analog wird mit den Aufwendungen und Erträgen aus Planvermögen und Pensionsverpflichtungen verfahren. Im Geschäftsjahr ergaben sich hieraus Aufwendungen in Höhe von TEUR 241 (Vj. TEUR 1.651) und Erträge in Höhe von TEUR 963 (Vj. TEUR 273). Somit verbleibt ein Nettozinsertrag von TEUR 722 (Vj. Aufwand TEUR 1.378). Steuern vom Einkommen und vom Ertrag Die Steuern vom Einkommen und Ertrag beinhalten im Wesentlichen Aufwendungen für Körperschaftsteuer und Solidaritätszuschlag für das Jahr 2023 in Höhe von TEUR 19.854 (Vj. TEUR 17.735) und Gewerbesteueraufwand für das Jahr 2023 in Höhe von TEUR 19.283 (Vj. TEUR 17.348). Die Steuern werden im Wege einer Steuerumlage von dem Organträger DEKRA e.V., Stuttgart, an die Gesellschaft weiterbelastet. Sonstige Erläuterungen und Angaben zu außerbilanziellen GeschäftenGewinnverwendungsvorschlagDer Vorstand schlägt vor, den Bilanzgewinn auf neue Rechnung vorzutragen. Der Jahresüberschuss wird entsprechend den Regelungen des Gewinnabführungsvertrags mit dem DEKRA e.V., Stuttgart, an ebendiesen abgeführt. Haftungsverhältnisse Zum 31. Dezember 2023 bestehen Haftungsverhältnisse aus Bürgschaften in Höhe von TEUR 83.101 (Vj. TEUR 77.529), davon für verbundene Unternehmen in Höhe von TEUR 83.101 (Vj. TEUR 77.529). Des Weiteren bestehen Kreditlinien in Höhe von TEUR 39.505, die von Tochterunternehmen in Anspruch genommen werden können und für die die DEKRA SE gesamtschuldnerisch haftet. Zum Bilanzstichtag betragen die von Tochterunternehmen in Anspruch genommenen Kreditlinien TEUR 19.845 (Vj. TEUR 19.875) bzw. Avalkredite TEUR 2.505 (Vj. TEUR 5). Die Inanspruchnahmewahrscheinlichkeit schätzen wir auf Grund der gegenwärtigen Bonität und des bisherigen Zahlungsverhaltens der Hauptschuldner als gering ein. Erkennbare Anhaltspunkte, die eine andere Beurteilung erforderlich machen würden, liegen uns nicht vor. Sonstige finanzielle Verpflichtungen
Aus Finanzanlagevermögen bestehen zusätzlich Investitionsverpflichtungen in Höhe von TEUR 898. Die entsprechenden Verpflichtungen werden jeweils vom Fondsverwalter abgerufen. Aus mittelbaren, nicht rückgedeckten Pensionsverpflichtungen bestehen Verpflichtungen auf Basis der "Richttafeln 2018 G" nach Prof. Dr. Klaus Heubeck in Höhe von TEUR 2.485 (Vj. TEUR 1.381). Den Berechnungen der Verpflichtungen wurden ein Rechnungszinssatz i. H. von 1,83 % (Vj. 1,79 %), bei den Entgelten eine jährliche Anpassung i. H. von 2,00 % (Vj. 2,00 %) und bei den Renten i. H. v. 4,50% für 2024 und 2025 und ab 2026 2,00 % (Vj. 2,00 %) zugrunde gelegt. Operate- Leasing Es wurden insbesondere in den Bereichen Fuhrpark und EDV-Geräte Operate-Leasing-Verträge abgeschlossen. Die finanziellen Verpflichtungen aus Operate-Leasing-Verträgen belaufen sich zum Stichtag auf TEUR 1.334. Risiken aus diesen Geschäften sind nicht ersichtlich. Durchschnittlicher Personalstand im Geschäftsjahr Im Jahresdurchschnitt wurden 743 (Vj. 735) Mitarbeiter beschäftigt. Alle Mitarbeiter sind der Verwaltung zugeordnet. Vorstand und Aufsichtsrat Mitglieder des Vorstands während des Geschäftsjahrs 2023 bis zum Bilanzaufstellungstag waren:
Die Gesamtbezüge des Vorstands betragen für das Geschäftsjahr 2023 TEUR 2.119 (Vj. TEUR 2.034). Die Gesamtbezüge ehemaliger Vorstände betragen für das Geschäftsjahr 2023 TEUR 837 (Vj. TEUR 795), darüber hinaus bestehen Pensionsverpflichtungen ehemaliger Vorstände sowie deren Hinterbliebene in Höhe von TEUR 19.676 (Vj. TEUR 18.390). Mitglieder des Aufsichtsrats waren im Geschäftsjahr 2023:
1) von den Mitarbeitenden gewählt. Die Gesamtbezüge des Aufsichtsrats betragen für das Geschäftsjahr TEUR 286 (Vj. TEUR 354). Nachtragsbericht Wesentliche Ereignisse nach dem Abschlussstichtag ergaben sich nicht. Honorare des Abschlussprüfers Die Prüfung des Jahresabschlusses der DEKRA SE, Stuttgart, der wesentlichen Tochtergesellschaften sowie des Konzernabschlusses wurde durch die PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Stuttgart, durchgeführt. Die Angabe des Honorars des Abschlussprüfers unterbleibt gemäß § 285 Abs. 1 Nr. 17 HGB. Die gesamten Honorare der PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Stuttgart, sind in den Angaben im Konzernabschluss der DEKRA SE, Stuttgart, enthalten. Konzernabschluss Die Gesellschaft ist Mutterunternehmen für die aufgeführten Tochterunternehmen i. S. d. § 290 HGB und stellt einen Konzernabschluss für den kleinsten und größten Kreis von Unternehmen auf. Der Konzernabschluss wird im Unternehmensregister bekannt gemacht.
Stuttgart, den 27. März 2024 DEKRA SE Der Vorstand Stanislaw Zurkiewicz, Vorsitzender Wolfgang Linsenmaier Peter Laursen Petra Finke BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERSAn die DEKRA SE, Stuttgart Prüfungsurteile Wir haben den Jahresabschluss der DEKRA SE, Stuttgart, - bestehend aus der Bilanz zum Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der DEKRA SE für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 geprüft. Die im Abschnitt "Sonstige Informationen" unseres Bestätigungsvermerks genannten Bestandteile des Lageberichts haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat. Grundlage für die Prüfungsurteile Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen. Sonstige Informationen Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen die folgenden nicht inhaltlich geprüften Bestandteile des Lageberichts:
Unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab. Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die oben genannten sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen
Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Jahresabschluss und den Lagebericht Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist. Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können. Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
Stuttgart, den 27. März 2024 PricewaterhouseCoopers
GmbH
Marcus Nickel, Wirtschaftsprüfer Jürgen Berghaus, Wirtschaftsprüfer Bericht des Vorsitzenden des Aufsichtsrats2023 war das Jahr des Durchbruchs der Künstlichen Intelligenz (KI). DEKRA hat auf diese Entwicklung konsequent reagiert und sich im abgelaufenen Geschäftsjahr sowohl in die notwendige Regulierung der KI eingebracht als auch erste KI-Prüfdienstleistungen auf den Markt gebracht. Über diese strategisch wichtigen Themen und andere Geschäftsvorgänge hat der Vorstand der DEKRA SE den Aufsichtsrat regelmäßig schriftlich wie mündlich informiert. Der Aufsichtsrat hat dabei seine Kontroll- und Führungsfunktion umfassend wahrgenommen und erfüllt. Die Zusammenarbeit war geprägt vom Austausch über das operative Geschäft und die strategische Weiterentwicklung des Unternehmens. In zwei regulären Aufsichtsratssitzungen haben Vorstand und Aufsichtsrat beispielsweise Strategien und Schritte auf dem Weg zu weiterem Wachstum diskutiert. In der Folge hat DEKRA im Verlauf des Geschäftsjahres 2023 sein Angebot an neuen Trainings-, Beratungs-, Test-, Validierungs- und Prüf-Services in bestehenden Geschäftsfeldern, aber auch in strategischen Wachstumsfeldern der Zukunft ausgebaut. Neben der KI und Digitalisierung waren das Cybersecurity, Future Mobility und Nachhaltigkeit. Im Bereich der Nachhaltigkeit umfasst das Portfolio inzwischen mehr als 500 Services, zum Beispiel für Lebenszyklus-Analysen, die Prüfung von Anlagen zur Gewinnung erneuerbarer Energien und deren zugehöriger Infrastruktur oder Audit- und Beratungsservices zu ESG. Für das Geschäftsjahr 2023 hat der Aufsichtsrat die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PwC zum Abschlussprüfer bestellt und diese beauftragt, sowohl Jahresabschluss und Lagebericht als auch Konzernabschluss und Konzernlagebericht der DEKRA SE unter Einbeziehung der Buchführung für das Geschäftsjahr 2023 zu prüfen. Den uneingeschränkten Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers hat der Aufsichtsrat zustimmend zur Kenntnis genommen. Die eigene Prüfung von Jahresabschluss, Lagebericht, Konzernabschluss und Konzernlagebericht durch den Aufsichtsrat führte zu keinen Einwänden. Der vom Vorstand aufgestellte Jahresabschluss wird vom Aufsichtsrat gebilligt und ist damit festgestellt. Für die erfolgreiche Arbeit im zurückliegenden Berichtsjahr dankt der Aufsichtsrat dem Vorstand und allen DEKRA Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.
Stuttgart, im April 2024 Der Aufsichtsrat Stefan Kölbl, Vorsitzender des Aufsichtsrats Der Jahresabschluss zum 31.12.2023 wurde am 10.04.2024 festgestellt. |
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DEKRA SE
Stammdaten
- Rechtsform
- SE
- Anschrift
-
Handwerkstraße 15
70565 Stuttgart - Handelsregister
- HRB 734316, Stuttgart
- Eintragungsdatum
- 28. Juni 2010
- Branche
-
Beteiligungsgesellschaften
Managementtätigkeiten von sonstigen Holdinggesellschaften
Managementtätigkeiten von Holdinggesellschaften mit überwiegend finanziellem Anteilsbesitz - Eingetragenes Kapital
- 25.564.594,06 EUR
- Vertretungsregelung
Der Vorstand besteht aus mindestens zwei Mitgliedern. Jeweils zwei Vorstandsmitglieder vertreten gemeinsam oder ein Vorstandsmitglied mit einem Prokuristen.
- Unternehmenszweck
- 1. Der Erwerb und die Verwaltung von Beteiligungen an in- und ausländischen Unternehmen zu wirtschaftlichen Zwecken, insbesondere an Unternehmen, die sich der Förderung der Zwecke des DEKRA e. V. widmen, vor allem zur Unterstützung und Förderung der Entwicklung von Sicherheitsbestimmungen im Allgemeinen, der Betriebs- und Verkehrssicherheit der Kraftfahrzeuge, der Sicherheit der Fahrzeughaltung, der Entwicklung des Kraftverkehrs, des Entsprechenden in Bezug auf andere Anlagen und Geräte sowie der Forschung auf diesen Gebieten. Zum Gegenstand des Unternehmens gehören insbesondere auch der Erwerb und die Verwaltung von Beteiligungen an Unternehmen zur Beratung, Begutachtung, Zertifizierung sowie zur Prüfung und Überwachung auf allen Gebieten der Sicherheitstechnik und des Umweltschutzes sowie an Unternehmen in den Tätigkeitsbereichen Schadensmanagement sowie Ausbildung, Qualifizierung und Personaldienstleistungen. Zur weiteren Geschäftstätigkeit gehört auch das Halten und Verwalten von Beteiligungen im Rahmen der Konzernfinanzierung sowie der Verwaltung eigenen Vermögens.
Finanzen
Bilanz
2024- Anlagevermögen 86,4 % 1,00 Mrd
- Umlaufvermögen 12,4 % 144,04 Mio
- Aktive Rechnungsabgrenzungsposten 1,2 % 14,37 Mio
- Aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung 0,0 % 0
- Eigenkapital 62,1 % 721,30 Mio
- Verbindlichkeiten 34,7 % 402,81 Mio
- Rückstellungen 3,3 % 38,02 Mio
- Passive Rechnungsabgrenzungsposten 0,0 % 32,3 k
Bilanzdaten für 18 weitere Geschäftsjahre verfügbar.
Gewinn- und Verlustrechnung
2024- Erträge aus Gewinnabführungsverträgen 32,0 % 207,18 Mio
- Umsatzerlöse 27,6 % 178,73 Mio
- Aufgrund eines Gewinnabführungsvertrags abgeführte Gewinne 18,6 % −120,69 Mio
- Erträge aus Beteiligungen 10,2 % 66,22 Mio
- Auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen 3,7 % −24,17 Mio
- Sonstige betriebliche Erträge 2,5 % 16,00 Mio
- Gewinnvortrag 1,6 % 10,19 Mio
- Bilanzgewinn/Bilanzverlust 1,6 % 10,19 Mio
- Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 1,5 % 9,98 Mio
- Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen des Finanzanlagevermögens 0,6 % 4,06 Mio
- Andere aktivierte Eigenleistungen 0,1 % 725,1 k
- Sonstige betriebliche Aufwendungen 36,0 % −121,74 Mio
- Personalaufwand 27,2 % −92,11 Mio
- Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 10,8 % −36,63 Mio
- Materialaufwand 9,2 % −30,96 Mio
- Abschreibungen auf Finanzanlagen und auf Wertpapiere des Umlaufvermögens 7,8 % −26,27 Mio
- Zinsen und ähnliche Aufwendungen 6,9 % −23,20 Mio
- Aufwendungen aus Verlustübernahme 2,0 % −6,92 Mio
- Sonstige Steuern 0,1 % −210,9 k
- Ergebnis nach Steuern 120,90 Mio
- Jahresüberschuss/Jahresfehlbetrag 0
GuV-Daten für 18 weitere Geschäftsjahre verfügbar.
Vertretungsberechtigte
-
Peter Emus Laursen
seit 2023 Vorstandsmitglied
-
Petra Finke
seit 2023 Vorstandsmitglied
-
Stanislaw Zurkiewicz
seit 2021 Vorstandsmitglied
-
Wolfgang Linsenmaier
seit 2019 Vorstandsmitglied
-
Christian Köhn
seit 2022 Prokura
-
Karin Schneider
seit 2024 Prokura
-
Mark Philip Daniel Thomä
seit 2012 Prokura
-
Martina Taxis
seit 2022 Prokura
-
Pierre Ribeill
seit 2021 Prokura
-
Ralf Schwerin
seit 2010 Prokura
-
Stefan Wolter
seit 2019 Prokura
Eigentum & Beteiligungen
Wirtschaftlich Berechtigte (UBOs)
Die wirtschaftlich Berechtigten hinter diesen Beteiligungen konnten nicht eindeutig zugeordnet werden.
Beteiligungen an
- DEKRA Inspection Services GmbH 100,0 %
- DEKRA Claims Services GmbH 100,0 %
- DEKRA Akademie GmbH 100,0 %
Historie
- 2025
-
20.01.
Austritt einer PositionKevin Habermann · Gesamtprokura
- 2024
-
03.07.
Eintritt eines MitgliedsKarin Schneider · Gesamtprokura
-
03.07.
Austritt einer PositionR***** E***** · Gesamtprokura
-
17.05.
SatzungsänderungDEKRA SE
- 2023
-
13.12.
Austritt einer PositionH***** D****** · Gesamtprokura
-
07.07.
Eintritt eines MitgliedsPetra Finke · Vorstandsmitglied
-
28.06.
VerschmelzungDEKRA SE
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24.04.
Eintritt eines MitgliedsPeter Emus Laursen · Vorstandsmitglied
Jahresabschlüsse
Veröffentlichte Abschlüsse im Original, nach Geschäftsjahr sortiert.
| Geschäftsjahr | Dokument | Veröffentlicht | Zugriff |
|---|---|---|---|
| 2024 | Jahresabschluss | Veröffentlicht | Über die API |
| 2023 | Jahresabschluss | Veröffentlicht | Volltext lesen |
| 2022 | Jahresabschluss | Veröffentlicht | Über die API |
| 2021 | Jahresabschluss | Veröffentlicht | Über die API |
| 2020 | Jahresabschluss | Veröffentlicht | Über die API |
2023 Jahresabschluss Volltext
Registerdokumente
Originalauszüge und Gesellschaftsdokumente als PDF oder XML in Ihre Anwendung einbinden.
/v1/fetch-document- Aktueller Auszug (AD) PDF
- Chronologischer Auszug (CD) PDF
- Strukturierte Inhalte (SI, XML) XML
- Gesellschafterliste PDF
- Satzung / Gesellschaftsvertrag PDF
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Geschäftsführung, Beteiligungen und Geschäftszahlen abfragen – über unseren MCP-Server greift Ihr Assistent auf die Handelsregister-API zu.
Assistent verbinden
- Unter „Connectors“ in Claude einen eigenen Connector hinzufügen.
-
Diese Server-URL eintragen und den Connector hinzufügen:
https://mcp.handelsregister.ai/mcp - Mit Ihrem handelsregister.ai-Konto verbinden und den Connector im Chat über „+“ → „Connectors“ aktivieren.
- In ChatGPT im Browser unter Einstellungen → Apps eine eigene App erstellen. Dafür muss der Entwicklermodus freigeschaltet sein.
-
Als Namen „handelsregister“, als Authentifizierung OAuth und diese Server-URL verwenden:
https://mcp.handelsregister.ai/mcp - Mit Ihrem handelsregister.ai-Konto anmelden, die App erstellen und im Chat aus dem Tools-Menü auswählen.
Einmal im Terminal ausführen:
claude mcp add --transport http handelsregister https://mcp.handelsregister.ai/mcp \
--header "X-API-Key: YOUR_API_KEY"
YOUR_API_KEY durch Ihren handelsregister.ai API-Key ersetzen.
Diesen MCP-Server als Tool in Ihrer Anwendung einbinden:
from openai import OpenAI
client = OpenAI()
response = client.responses.create(
model="gpt-6-astra",
input="Zeige mir die Geschäftsführung, Gesellschafter und letzten verfügbaren Geschäftszahlen von DEKRA SE. Nenne die Geschäftsjahre und Quellen.\n\nentity_id: c80570806bbfdcb8aa23226b855af1af",
tools=[{
"type": "mcp",
"server_label": "handelsregister",
"server_url": "https://mcp.handelsregister.ai/mcp",
"headers": {"X-API-Key": "YOUR_API_KEY"},
"require_approval": "never",
}],
)
print(response.output_text)
YOUR_API_KEY durch Ihren handelsregister.ai API-Key ersetzen.
Diese Konfiguration in Ihrem MCP-Client hinterlegen:
{
"mcpServers": {
"handelsregister": {
"url": "https://mcp.handelsregister.ai/mcp",
"headers": { "X-API-Key": "YOUR_API_KEY" }
}
}
}
YOUR_API_KEY durch Ihren handelsregister.ai API-Key ersetzen.
Dieses Unternehmen abfragen
Nach dem Verbinden diese Frage im Assistenten stellen:
Zeige mir die Geschäftsführung, Gesellschafter und letzten verfügbaren Geschäftszahlen von DEKRA SE. Nenne die Geschäftsjahre und Quellen.
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