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Fritz Egger Beteiligungs GmbH & Co. KG GmbH & Co. KG

Brilon ·HRA 4241 Arnsberg
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Teil 1 / 2

Strukturierte Daten

Geparste, typisierte und über die API direkt abfragbare Felder.

Stammdaten

Rechtsform
GmbH & Co. KG
Anschrift
59929 Brilon
Handelsregister
HRA 4241, Arnsberg
Eintragungsdatum
18. Dezember 2000
Branche
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Finanzen

Umsatz 2023
4,45 Mrd. €
Mitarbeiter 2023
11.000
Bilanzsumme 2023
4,14 Mrd. €
Jahresergebnis 2023
239,82 Mio. €
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Bilanz

2023
Aktivseite 4,14 Mrd
  • Langfristiges Vermögen 66,3 % 2,74 Mrd
  • Sachanlagen 57,1 % 2,36 Mrd
  • Kurzfristiges Vermögen 33,7 % 1,39 Mrd
  • Vorräte 15,0 % 620,36 Mio
  • Kassenbestand, Bundesbankguthaben, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks 11,3 % 465,96 Mio
  • Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 4,2 % 175,23 Mio
  • Immaterielle Vermögensgegenstände 3,7 % 154,36 Mio
  • Aktive latente Steuern 3,4 % 138,79 Mio
  • Sonstige Vermögensgegenstände 2,5 % 102,37 Mio
  • Finanzanlagen 0,6 % 23,85 Mio
  • Ertragsteueransprüche 0,5 % 21,45 Mio
  • Sonstige Wertpapiere 0,2 % 9,41 Mio
  • Biologische Vermögenswerte 0,1 % 3,45 Mio
  • Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien 0,0 % 435,0 k
Passivseite 4,14 Mrd
  • Eigenkapital 45,6 % 1,89 Mrd
  • Gezeichnetes Kapital 43,5 % 1,80 Mrd
  • Langfristige Schulden 32,9 % 1,36 Mrd
  • Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 27,2 % 1,13 Mrd
  • Kurzfristige Schulden 21,5 % 890,86 Mio
  • Rückstellungen 3,8 % 155,43 Mio
  • Nicht beherrschende Anteile 2,1 % 85,80 Mio
  • Passive latente Steuern 0,8 % 34,77 Mio
  • Sonstige Verbindlichkeiten 0,8 % 33,32 Mio
  • Investitionszuschüsse 0,2 % 10,32 Mio
  • Hybridanleihe 0,0 % 0
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Bilanzdaten für 6 weitere Geschäftsjahre verfügbar.

Gewinn- und Verlustrechnung

2023
Erträge 4,78 Mrd
  • Umsatzerlöse 93,0 % 4,45 Mrd
  • davon Ergebnis der Muttergesellschaft 4,7 % 226,74 Mio
  • Sonstige betriebliche Erträge 0,9 % 45,30 Mio
  • Erhöhung oder Verminderung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen 0,8 % −36,16 Mio
  • Andere aktivierte Eigenleistungen 0,2 % 9,46 Mio
  • davon nicht beherrschende Anteile 0,2 % 8,71 Mio
  • davon auf Hybridanleihebesitzer entfallender Anteil 0,1 % 4,37 Mio
  • Ergebnis aus assoziierten Unternehmen 0,0 % 2,29 Mio
Aufwendungen 4,26 Mrd
  • Materialaufwand 58,4 % −2,49 Mrd
  • Sonstige betriebliche Aufwendungen 17,2 % −731,88 Mio
  • Personalaufwand 15,1 % −644,82 Mio
  • Abschreibungen 8,1 % −343,32 Mio
  • Zinsen und ähnliche Aufwendungen 0,8 % −36,04 Mio
  • Abschreibungen auf Finanzanlagen und auf Wertpapiere des Umlaufvermögens 0,2 % 7,39 Mio
  • Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 0,2 % −6,61 Mio
  • Betriebsergebnis 259,18 Mio
  • Sonstiges Finanzergebnis 13,60 Mio
  • Ergebnis vor Steuern 246,42 Mio
  • Jahresüberschuss/Jahresfehlbetrag 239,82 Mio
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GuV-Daten für 6 weitere Geschäftsjahre verfügbar.

Vertretungsberechtigte

  • M***** A****** seit 2026 Prokura
  • M******* V**** seit 2024 Prokura
  • M************ W******* seit 2024 Prokura
  • P****** A**** seit 2026 Prokura
  • S***** F*** seit 2024 Prokura
  • T***** N****** seit 2024 Prokura
3 ehemalige Vertretungsberechtigte · mit API-Key einsehbar API-Key holen →

Eigentum & Beteiligungen

Historie

  1. 2026
  2. 04.05.
    Eintritt eines Mitglieds
    M***** A****** · Gesamtprokura
  3. 04.05.
    Eintritt eines Mitglieds
    P****** A**** · Gesamtprokura
  4. 2025
  5. 05.08.
    Austritt einer Position
    T***** A***** · Gesamtprokura
  6. 2024
  7. 07.06.
    Eintritt eines Mitglieds
    M************ W******* · Gesamtprokura
  8. 07.06.
    Eintritt eines Mitglieds
    T***** A***** · Gesamtprokura
  9. 07.06.
    Eintritt eines Mitglieds
    M******* V**** · Gesamtprokura
  10. 07.06.
    Eintritt eines Mitglieds
    T***** N****** · Gesamtprokura
  11. 07.06.
    Eintritt eines Mitglieds
    S***** F*** · Gesamtprokura
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Teil 2 / 2

Rohdaten & Dokumente

Originaldokumente, Markdown-Volltexte und PDFs – Volltext-Zugriff über die API.

Jahresabschlüsse (Volltext)

Veröffentlichte Berichte als Markdown – inklusive Lagebericht, Bilanz, GuV und Anhang.

  • 2023 Konzernabschluss
  • 2022 Konzernabschluss
  • 2021 Konzernabschluss
  • 2020 Konzernabschluss
  • 2019 Konzernabschluss
Vorjahresbericht – frei einsehbar

Konzernabschluss 2022

Veröffentlicht am 2. Mai 2023 · Quelle: Bundesanzeiger

Egger Holzwerkstoffe GmbH

St. Johann in Tirol

Konzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.05.2021 bis zum 30.04.2022

Geschäftsbericht 2021/22

MEHR AUS HOLZ.

Unsere Vision

Wir produzieren in Europa und Amerika und vermarkten unsere Produkte weltweit.

Seit jeher bauen wir auf langfristige und partnerschaftliche Beziehungen zu unseren Kunden und Lieferanten.

Gemeinsam optimieren wir die Nutzung der wertvollen Ressource Holz und schaffen einen Mehrwert für alle Beteiligten. Dazu setzen wir die modernste Technologie ein, optimieren unsere Prozesse laufend und automatisieren und digitalisieren die Abläufe in unserer Produktion und der Lieferkette.

"Wir sind die führende Marke für Lösungen rund um das Leben und Arbeiten mit Holz."

Unsere Mission

Für uns stehen die Bedürfnisse unserer Kunden im Mittelpunkt. Durch beständige Kundennähe und offene Kommunikation sichern wir eine ganzheitliche Kundenbetrachtung. Dabei setzen wir auf vernetzte Prozesse und digitale Kanäle.

Gemeinsam mit unseren Kunden entwickeln wir uns stetig weiter und bieten ihnen innovative und komplette Produkt- und Servicelösungen um den natürlichen Werkstoff Holz.

Unser Qualitätsanspruch umfasst die gesamte Wertschöpfungskette von der Auftragserfassung bis zur Anlieferung beim Kunden. Dieses Versprechen ist die Basis all unserer Kundenbeziehungen.

"Wir machen mehr aus Holz."

Unser Antrieb

St. Johann in Tirol (AT) im Jahr 1961: Fritz Egger sen. führt erfolgreich die St. Johanner Betriebe der Familie Egger, bestehend aus dem Landwirtschaftsbetrieb Brunnhof und einem Sägewerk. Er entschließt sich, die im Sägewerk anfallenden Holzreste weiterzuverwerten, statt sie einfach wegzuwerfen. Aus dem scheinbar wertlosen Nebenprodukt macht er Neues - im ersten Spanplattenwerk unter dem Namen EGGER.

"Leidenschaft für einen einzigartigen Werkstoff."

Unser Team

Mehr als 10.000 Kolleginnen und Kollegen weltweit haben sehr vieles gemeinsam. Wir machen mehr aus Holz und treiben Innovationen voran. Gemeinsam motivieren, fördern und stärken wir uns. Wir bringen unsere Talente und Erfahrung ein und begegnen einander mit Respekt.

Gemeinsam sind wir stetig gewachsen, haben dabei aber unsere Wurzeln nicht vergessen - ebenso wenig wie unsere Grundwerte als Familienunternehmen. Es ist dieses starke Fundament, das uns so erfolgreich sein lässt.

"Wir sind offen, wissbegierig und packen die Dinge an, anstatt nur darüber zu sprechen."

Unsere Werte

Unsere Werte stehen für unsere Haltung. Perspektive, Menschlichkeit und Qualität sind unsere ständigen Begleiter. Sie prägen all unser Tun entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Unsere Kunden, Lieferanten und Mitarbeiter wissen, was sie von uns erwarten können. Ständige Weiterentwicklung ist für uns selbstverständlich. Wir setzen uns neue Ziele und schaffen für uns und unsere Partner Perspektiven.

Dabei gehen wir respektvoll miteinander um und bringen uns gegenseitig Vertrauen, persönliche Wertschätzung und Offenheit entgegen.

Wir setzen uns füreinander und für großartige Ergebnisse ein und gehen mit Begeisterung an die Arbeit. Dabei ist unser Anspruch, beständig hohe Qualität in allen Bereichen zu bieten.

"Qualität, Menschlichkeit und Perspektive prägen unser Handeln."

Unsere Verantwortung

Als einer der führenden Holzwerkstoffhersteller sind wir uns unserer Verantwortung für Umwelt und Gesellschaft bewusst: Vorausschauendes, auf zukünftige Generationen ausgerichtetes Handeln ist bei uns seit jeher gelebte Praxis.

Wir stellen uns diesem Anspruch und legen transparent offen, wer wir sind, was wir tun und wie wir handeln.

"Wir handeln auf zukünftige Generationen ausgerichtet und übernehmen ökologische, ökonomische und soziale Verantwortung."

Vorwort der Gruppenleitung

Sehr geehrte Damen und Herren.

Der Abschluss unseres Geschäftsjahres 2021/22 fällt in ausnehmend herausfordernde Zeiten. Zum einen beschäftigen uns die weiterhin andauernde Corona-Pandemie und deren gravierende Einflüsse auf die globalen Energie- und Rohstoffmärkte. Daneben verfolgen wir alle bei EGGER mit großer Sorge den Konflikt in der Ukraine. Wir sind tief betroffen über die dramatische Entwicklung und unsere Gedanken sind bei allen Leidtragenden sowie bei allen Menschen, die sich um ihre Familie, Freunde oder Bekannten sorgen. Wir hoffen auf baldigen Frieden.

Für unsere Geschäftstätigkeit können wir berichten, dass die mit den Corona-Schutzmaßnahmen einhergehenden positiven Auswirkungen weiter andauern. Diese beziehen sich in erster Linie auf den Cocooning-Effekt, der verstärkte Konsuminvestitionen im eigenen Zuhause zur Folge hat. Die negativen wirtschaftlichen Auswirkungen der Pandemie auf den Bau- und Einrichtungssektor waren im Vergleich zu anderen Branchen deutlich geringer. Die Nachfrage nach unseren Produkten hat sich im letzten Geschäftsjahr weiterhin auf einem hohen Niveau bewegt.

Äußerst herausfordernd gestaltet sich hingegen die Situation auf den globalen Rohstoffmärkten. Bereits seit Jahresbeginn 2021 sehen wir uns mit einer insgesamt angespannten Versorgungssituation konfrontiert. Die Geschehnisse in der Ukraine und deren Auswirkungen auf die globalen Handelsströme führen aktuell zu einer weiteren massiven Verschärfung der Verfügbarkeiten sowie der Preisdynamik am Rohstoffmarkt. Zu verzeichnen sind unter anderem ein enormer Energiekostenanstieg und eine erhebliche Verteuerung von Chemierohstoffen. Ferner führt auch die weiterhin zunehmende Nachfrage nach unserem wichtigsten Rohstoff Holz zu zusätzlichem Kostendruck.

Eine Entspannung dieser hochvolatilen Lage auf den Energie- und Rohstoffmärkten ist derzeit nicht absehbar. Mit gezielten Maßnahmen konnten wir im abgelaufenen Geschäftsjahr unsere eigene und damit die Versorgung unserer Kunden sicherstellen. Um einen Teil der Kostensteigerungen abzufangen, waren unter anderem Preissteigerungen unserer Produkte unumgänglich.

Vor diesem Hintergrund können wir Ihnen im vorliegenden Jahresfinanzbericht 2021/22 von einer positiven Geschäftsentwicklung berichten:

Wir konnten einen gruppenweiten Umsatz von 4.234,3 Mio. EUR (+37,4 % zum Vorjahr) und ein EBITDA von 877,5 Mio. EUR (+41,0 % zum Vorjahr) erwirtschaften. Die EBITDA-Marge liegt bei 20,7 % auf einem stabilen Niveau. Unsere Eigenkapitalquote ermittelt sich mit 50,9 % über dem Vorjahreswert von 42,0 %. Diese deutliche Ergebnissteigerung zeigt, dass wir bei EGGER einerseits die Herausforderungen der nach wie vor anhaltenden Pandemie gut bewältigt, zugleich auch die sich in unserer Branche ergebenden Chancen sehr gut genützt haben. Insbesondere konnten wir nachfragebedingt die Umsatzverteilung hinsichtlich Produkt- und Kundenmix maßgeblich optimieren.

Wir haben in den vergangenen Monaten unsere Kapazitäten maximal ausgenützt, auf fast allen unseren Anlagen Rekordmengen produziert und die starke Nachfrage gut bedient. Unsere Produktionsstandorte waren im Geschäftsjahr 2021/ 22 sehr gut ausgelastet. Wir haben mit 10,5 Mio. m 3 Holzwerkstoffen und Schnittholz einen neuen Höchststand in der Produktion verzeichnet.

"Ermöglicht haben diese positive Entwicklung in dem besonders herausfordernden Umfeld unsere nunmehr rund 10.800 Mitarbeiter."

All unsere Divisionen haben sich im abgelaufenen Geschäftsjahr sehr positiv entwickelt und Umsatz- sowie Ergebnissteigerungen verzeichnet:

Die Bereich Decorative Products für den Möbel- und Innenausbau mit seinen vier regionalen Divisionen West, Mitte, Ost und Americas hat im letzten Geschäftsjahr einen unkonsolidierten Umsatz von 3.473,4 Mio. EUR (+ 36,6 % zum Vorjahr) erwirtschaftet. Die Umsatzsteigerung ist Großteils auf durch den Kostendruck notwendige Preissteigerungen, aber auch auf Mengensteigerungen, vor allem durch unsere neuesten Werke in Biskupiec (PL) und Lexington, NC (US), zurückzuführen. Die Division Flooring Products liegt mit einem unkonsolidierten Umsatz von 506,9 Mio. EUR um +13,4 % über dem Vorjahr. Die Umsatzsteigerung ist ebenfalls Großteils auf kostenbedingte Preissteigerungen zurückzuführen.

In unserer Division Building Products stieg der Umsatz vor Konsolidierung um +62,7 % auf 534,7 Mio. EUR. Großen Anteil am Umsatzwachstum hat unser Sägewerk in Brilon (DE). Besonders im US-amerikanischen Raum gestaltete sich das Marktumfeld für Schnittholz außergewöhnlich positiv.

Die Ertragsentwicklungen in den Divisionen fielen unterschiedlich aus:

Die Division Decorative Products entwickelte sich mit einem EBITDA von 657,4 Mio. EUR positiv. Die Steigerung gegenüber dem Vorjahr beträgt 29,3 % und spiegelt die positive Marktentwicklung für unser Hauptprodukt, die beschichtete Spanplatte, wider. Gesteigerte Ergebnisse konnten dabei in allen vier regionalen Divisionen erzielt werden.

Die Division Flooring Products erzielte ein EBITDA von 49,3 Mio. EUR, was gegenüber dem Vorjahr ein Minus von 3,8 % bedeutet. Schwierig gestaltet sich in diesem Produktbereich die Weitergabe der Kostensteigerungen für Rohstoffe, vor allem im DIY-Kundensegment.

Dagegen überaus positiv entwickelte sich die Division Building Products mit einem EBITDA von 170,8 Mio. EUR (Vorjahr: 62,7 Mio. EUR). Die Steigerung beruht auf zwei Effekten: Zum einen waren die OSB-Werke im Vorjahr noch von der Corona-Pandemie negativ beeinflusst. Zum anderen konnte unser Sägewerk in Brilon (DE) das positive Marktumfeld im Schnittholzbereich, vor allem in Nordamerika, gut nutzen.

Erneut haben wir gesamt 293,6 Mio. EUR in unsere Produktionsstandorte investiert. Wurden zu Beginn der Corona-Pandemie noch Erhaltungsinvestitionen verschoben, so lagen diese im abgelaufenen Geschäftsjahr wieder auf normalem Niveau. Auch im Bereich der Wachstumsinvestitionen wurden wieder Projekte in der gesamten Gruppe erfolgreich umgesetzt.

Den aktuellen Stand in der Erreichung unserer Ziele hinsichtlich ökonomischer, ökologischer und sozialer Nachhaltigkeit veröffentlichen wir zeitgleich mit dem Jahresfinanzbericht in unserem Nachhaltigkeitsbericht (nichtfinanzielle Erklärung). Dieser ist auf unserer Webseite www.egger.com/nachhaltigkeit abrufbar.

Der gesamtwirtschaftliche Ausblick ist unter dem Eindruck der Krise in der Ukraine, der volatilen Rohstoffmärkte, der unsicheren Energieversorgung, der fortdauernden Corona-Pandemie und der steigenden Inflation mit sehr großer Unsicherheit behaftet. Angesichts der Inflation und der weiterhin extrem hohen Rohstoffkosten erwarten wir unverändert ein sehr hohes Preisniveau und damit einen stabilen Umsatz. Welche Auswirkungen die höheren Energie- und Lebenshaltungskosten auf die gesamtwirtschaftliche Nachfrage und damit auch auf den mengenmäßigen Absatz der Holzwerkstoffindustrie haben werden, kann noch nicht abgeschätzt werden. Aufgrund der damit volatilen und unvorhersehbaren Rahmenbedingungen ergibt sich für uns eine gedämpfte Ergebniserwartung.

 

St. Johann in Tirol, am 14. Juli 2022

Thomas Leissing, Sprecher der Geschäftsführung, CFO, Finanzen / Verwaltung

Frank Bölling, CSCO, Logistik

Ulrich Bühler, CSO, Vertrieb / Marketing

Hannes Mitterweissacher, CTO, Technik / Produktion

Die Geschäftsführung

Kurzporträt der Gruppenleitung

Im Jahr 1961 gründete Fritz Egger sen. ein Spanplattenwerk in St. Johann in Tirol, das die Grundlage für das Familienunternehmen EGGER war. Heute befindet sich die Unternehmensgruppe im Besitz von Privatstiftungen der Familie Egger. Unsere Gruppengeschäftsführung (Gruppenleitung) hält kleinere Anteile. Fritz und Michael Egger bestimmen als Mitglieder des Aufsichtsrats die strategischen Leitlinien des Unternehmens mit. Die operativen Geschäfte unseres Familienunternehmens werden von der EGGER Gruppenleitung geführt. Bis zum Ende des Geschäftsjahres 2021/22 bildeten Thomas Leissing, Ulrich Bühler und Walter Schiegl diese. Mit Geschäftsjahreswechsel am 1. Mai 2022 kam es zu Neubesetzungen in der Gruppenleitung.

EGGER Gruppenleitung im GJ 2021/22

Thomas Leissing

Gruppenleitung Finanzen / Verwaltung / Logistik und Sprecher der Gruppenleitung

Thomas Leissing ist seit 2005 Mitglied unserer Gruppenleitung. Er verantwortet die Bereiche Finanzen, Logistik, Personal und IT und ist seit 2009 auch Sprecher der Gruppenleitung. Vor seinem Eintritt bei EGGER war er für eine börsennotierte internationale Industriegruppe im Bereich Corporate Finance tätig.

Ulrich Bühler

Gruppenleitung Vertrieb / Marketing

Ulrich Bühler ist seit 2006 Mitglied unserer Gruppenleitung und verantwortet die Bereiche Vertrieb, Marketing, Produktmanagement und Kommunikation. Vor seinem Eintritt bei EGGER im Jahr 2000 war er für ein großes deutsches Holzhandelsunternehmen tätig. Bei uns war er bis zu seiner Berufung in die Gruppenleitung für Vertrieb und Marketing in der Landesleitung Deutschland zuständig.

Walter Schiegl

Gruppenleitung Technik / Produktion (bis 30.04.2022)

Walter Schiegl ist bereits seit 1980 in der EGGER Gruppe tätig. Nach den ersten Jahren innerhalb der Produktion war er unter anderem Werksleiter Produktion und Technik an den Standorten Wörgl (AT) und Brilon (DE). Von 2000 bis 2022 war er in unserer Gruppenleitung für Produktion, Technik und Einkauf verantwortlich. Er wechselt ab September 2022 in den Aufsichtsrat.

Neubesetzungen in der EGGER Gruppenleitung ab GJ 2022/23

Mit 1. Mai 2022 gab es Veränderungen im obersten Führungsgremium von EGGER: Walter Schiegl verließ nach mehr als 20 Jahren die Gruppenleitung. In seine bisherige Funktion folgt Hannes Mitterweissacher nach. Zusätzlich wird die Gruppenleitung um eine weitere Person ergänzt: Frank Bölling wird künftig den Bereich Logistik verantworten. EGGER reagiert damit auf die Potenziale und Entwicklungen im Bereich der internen und externen Logistik. Bisher verantwortete Thomas Leissing diesen Bereich. Er fokussiert sich künftig auf die Bereiche Finanzen und Verwaltung und wird auch weiterhin die Funktion des Sprechers der Gruppenleitung wahrnehmen. Gemeinsam mit Thomas Leissing und Ulrich Bühler bilden Frank Bölling und Hannes Mitterweissacher somit ab dem Geschäftsjahr 2022/23 das neue Management-Team der EGGER Gruppe.

Frank Bölling

Gruppenleitung Logistik

Frank Bölling ist seit Mai 2022 Mitglied unserer Gruppenleitung und zuständig für den Bereich Logistik. Er ist seit 2019 in der EGGER Gruppe tätig, zuletzt als Divisionsleiter Logistik EGGER Decorative Products Ost. Davor war er in verschiedenen Industriebranchen in leitenden Positionen im Bereich Logistik und Supply Chain Management beschäftigt.

Hannes Mitterweissacher

Gruppenleitung Technik / Produktion

Hannes Mitterweissacher verantwortet seit Mai 2022 die Bereiche Technik und Produktion als Mitglied unserer Gruppenleitung. Er ist bereits seit 1992 bei EGGER tätig und hatte in dieser Zeit verschiedene Technik- und Produktions-Funktionen inne, wie zuletzt als Divisionsleiter Technik / Produktion EGGER Decorative Products Mitte.

Kennzahlenübersicht

Die wesentlichen Eckdaten unserer Gruppe auf einen Blick.

Umsatzerlöse (Mio. EUR)

Mitarbeiteranzahl (Jahresdurchschnitt) rollierend 12 Monate

Gewinn- & Verlustrechnung

2021/22 2020/21 2019/20
Umsatzerlöse Mio. EUR 4.234,3 3.082,8 2.831,5
EBITDA Mio. EUR 877,5 622,3 424,4
EBITDA-Marge in % 20,7 % 20,2 % 15,0 %
EBIT Mio. EUR 613,3 381,7 212,4
Ergebnis vor Steuern (PBT) Mio. EUR 584,7 370,3 193,1
Ergebnis nach Steuern (PAT) Mio. EUR 436,4 254,9 156,7

Konsolidierte Bilanz

30.04.2022 30.04.2021 30.04.2020
Bilanzsumme Mio. EUR 3.740,2 3.246,6 3.239,8
davon langfristiges Vermögen Mio. EUR 2.368,6 2.266,6 2.376,1
Eigenkapital (einschl. Zuschüsse) Mio. EUR 1.902,0 1.362,3 1.227,4

Treasury Kennzahlen

30.04.2022 30.04.2021 30.04.2020
Eigenkapitalquote in % 50,9 % 42,0 % 37,9 %
Nettoverschuldung Mio. EUR 563,4 831,5 1.197,8
Nettoverschuldung / bereinigtes EBITDA Jahre 0,64 1,34 2,82

Wertmanagement

30.04.2022 30.04.2021 30.04.2020
EBITDA Mio. EUR 877,5 622,3 424,4
Historisch investiertes Kapital Mio. EUR 5.525,1 4.997,9 5.105,6
CFROI in % 15,9 % 12,5 % 8,3 %

Lagebericht zum konsolidierten Jahresabschluss für das Geschäftsjahr 2021 / 22

der Egger Holzwerkstoffe GmbH, St. Johann i. T.

1 Geschäfts- und Rahmenbedingungen

"Wir machen mehr aus Holz." Dieser hohe Anspruch war es, der Fritz Egger sen. 1961 dazu bewog, das erste Spanplattenwerk in St. Johann in Tirol zu eröffnen und damit den Grundstein für die EGGER Erfolgsgeschichte zu legen. Was haben wir dem heute noch hinzuzufügen? Genau genommen insgesamt 20 Werke in 10 Ländern mit rund 10.800 Mitarbeitern, die jährlich rund 10,5 Mio. m 3 Holzwerkstoffe produzieren.

In den vergangenen 60 Jahren hat sich EGGER von einem kleinen Tiroler Spanplattenwerk zu einem der führenden Holzwerkstoffhersteller weltweit entwickelt. Wir sind stolz auf dieses Ergebnis einer Vision aus Österreich, die uns bei EGGER täglich dazu antreibt und auch verpflichtet, die Unternehmensgruppe kontinuierlich weiterzuentwickeln, um dadurch neue Perspektiven für unsere Kunden, Partner und Mitarbeiter zu schaffen.

Im vergangenen Geschäftsjahr konnten wir in unserem 20. Produktionsstandort in Lexington, North Carolina (US) unsere Produktion ausweiten und uns weiter erfolgreich als lokaler Produzent im nordamerikanischen Markt etablieren.

Die EGGER Gruppe beging im abgelaufenen Geschäftsjahr ihr 60-jähriges Jubiläum. Zu diesem Anlass präsentiert EGGER einen neuen Unternehmensfilm. Dieser erzählt die facettenreiche Geschichte des Unternehmens und wagt dabei einen Blick in die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Im Zentrum stehen die Perspektiven der Mitarbeiter, die im Film zahlreich zu Wort kommen. Der Film ist unter www.egger.com/film aufrufbar.

Wir sind heute Komplettanbieter für den Möbel- und Innenausbau, den konstruktiven Holzbau sowie für Fußböden. Der Vielfalt sind dabei keine Grenzen gesetzt. Wir arbeiten ständig an der Weiterentwicklung unseres Produktportfolios. Ein Schwerpunkt liegt, neben der regelmäßigen Entwicklung neuer, trendgerechter Dekore und Oberflächen, im Vorantreiben technologischer Innovationen, um dadurch unsere Produkte konsequent zu verbessern, die Arbeitsprozesse zu vereinfachen und nachhaltig weiterzuwachsen.

1.1 Gruppenstruktur und Geschäftstätigkeit

1.1.1 Organisations- und Führungsstruktur

Die Egger Holzwerkstoffe GmbH ist die oberste Muttergesellschaft unserer Gruppe. Diese umfasst Unternehmen in Österreich, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Russland, Rumänien, Polen, Türkei, Argentinien und USA sowie verschiedene Vertriebsgesellschaften in Osteuropa, Benelux, Skandinavien, der Schweiz, Südamerika und Übersee (Asien, Australien), welche organisatorisch einzelnen Divisionen zugeordnet sind.

Vereinfachtes Organigramm der EGGER Gruppe ab 1. Mai 2022

Die Geschäftsführung (Gruppenleitung) der obersten Muttergesellschaft, der Egger Holzwerkstoffe GmbH, bestand im Geschäftsjahr 2021 /22 aus Dr. Thomas Leissing (Sprecher der Gruppenleitung, CFO, Finanzen / Verwaltung / Logistik), Walter Schiegl (CTO, Technik / Produktion) und Ulrich Bühler (CSO, Vertrieb / Marketing). Mit Geschäftsjahreswechsel am 1. Mai 2022 kam es zu Neubesetzungen in der Gruppenleitung. Walter Schiegl verließ die Gruppenleitung und wechselt ab September 2022 in den Aufsichtsrat. In seine bisherige Funktion folgt Hannes Mitterweissacher nach. Zusätzlich wird die Gruppenleitung um eine weitere Person ergänzt: Frank Bölling wird künftig den Bereich Logistik verantworten.

In strategischen Fragen wird unsere Geschäftsführung vom Aufsichtsrat beraten. Neben den Eigentümervertretern Fritz Egger (Vorsitzender des Aufsichtsrats) und Michael Egger sind weitere Mitglieder des Aufsichtsrats Dr. Robert Briem, Univ.-Prof. Dr. Ewald Aschauer (Vorsitzender des Prüfungsausschusses; unabhängig), Michael Stiehl (unabhängig) und Alfred Wurmbrand (unabhängig). Angelegenheiten der Vergütung und der Nominierung der Geschäftsführung werden durch den Gesamtaufsichtsrat wahrgenommen.

Die Zusammenarbeit der Geschäftsführung mit dem Aufsichtsrat ist über quartalsweise Aufsichtsratssitzungen inklusive der laufenden Budget- und Investitionsverfolgung sowie über ein monatliches Berichtswesen organisiert.

Wir setzen bei der Führung unserer Organisationseinheiten auf Führungsteams. Je ein Verantwortlicher ist für Technik und Produktion, Vertrieb und Marketing, Logistik sowie Finanzen und Verwaltung zuständig. Dies gilt für die Gruppenleitung, die Divisionsleitungen und alle regionalen Werksleitungen. Daneben gibt es Stabsverantwortliche für die Bereiche Technik, Produktion, Einkauf, Marketing, Kommunikation, Vertriebscontrolling, IT, Logistik, Personal, Rechnungswesen, Treasury, Recht & Steuern.

1.1.2 Geschäftsbereiche und Marktstruktur

Leben und Arbeiten mit Holz ist unsere Berufung. Unter der Dachmarke EGGER vereinen wir ein umfangreiches Produktspektrum, das sich in vielen Bereichen des privaten und öffentlichen Lebens wiederfindet - etwa in Küche, Bad, Büro, Wohn- und Schlafräumen, aber auch in Shop- und Gastronomieeinrichtungen, im Messebau oder im gewerblichen Bereich. Zu unseren direkten und indirekten Kunden zählen die Möbel- und Holzindustrie, der Holz- und Baustofffachhandel, Baumärkte sowie Architekten und Verarbeiter.

EGGER denkt global und handelt lokal. Wir produzieren aktuell an 20 Standorten in 10 Ländern und vertreiben unsere Produkte weltweit. Dabei verstehen wir uns als internationales Unternehmen mit Tiroler Wurzeln. Unser Schwerpunkt liegt dabei auf dem europäischen und amerikanischen Markt, aber auch auf strategischen Exportmärkten außerhalb Europas. Ein weltweites Vertriebsnetz, eine effiziente Logistik, 24 eigene Vertriebsbüros und ein internationales Netzwerk an Handelspartnern in über 90 Ländern stellen die systematische Marktbearbeitung sicher.

Märkte und Produktionsstätten

Für eine optimale Marktbearbeitung und Nähe zu unseren Kunden sind wir in Produktbereichen, divisional und nach Märkten organisiert. Der größte Produktbereich ist der Möbel- und Innenausbau (Holzwerkstoffprodukte sowie Zubehör für den dekorativen Möbel- und Innenausbau). Diese Produkte werden in den Divisionen EGGER Decorative Products produziert und vermarktet.

Daneben gibt es den Produktbereich Fußboden, der in der Division EGGER Flooring Products organisiert ist und Laminat-Boden sowie Comfort- und Design-Boden produziert und vermarktet.

Der dritte Produktbereich umfasst konstruktive Bauprodukte wie OSB-Platten und Schnittholzprodukte, deren Vermarktung und Herstellung in der Division EGGER Building Products gebündelt ist. Diese wurde zum 1. Mai 2021 neu eingerichtet, um bestmöglich für weiteres Wachstum im Bereich Bauen mit Holz aufgestellt zu sein.

Wir gliedern zusätzlich unsere Kundengruppen in folgende Vertriebskanäle/Branchen:

Industrie

Dies umfasst Großkunden aus der Möbelindustrie und industrielle Abnehmer des Holzbaus.

Handel

Dies umfasst Fachhändler, welche die Produkte an das Handwerk, an Planer und Architekten sowie an kleinere bis mittlere Industriebetriebe vertreiben.

DIY

Dies umfasst Baumarktketten und DIY-Geschäfte, die an Heimwerker und das werkstattlose Handwerk verkaufen.

Produkte und Leistungen

Unsere Produktpalette umfasst ein breites Programm an Produkten für den Möbel- und Innenausbau, Bauprodukten und Fußböden. Ein Großteil unserer Trägermaterialien wird mit Dekoren und Oberflächen veredelt. Hobelware und Schnittholz runden das Angebot ab.

Produkte für Möbel- und Innenausbau

Dekorative Produkte von EGGER - das sind trendgerechte Werkstoffe und einzigartige Dekorwelten für die Gestaltung von Innenräumen, die den Ansprüchen von Endverbrauchern genauso gerecht werden, wie jenen von professionellen Verarbeitern.

Eurodekor melaminharzbeschichtete Spanplatten

PerfectSense Lackplatten

Schichtstoffe

Kanten

Arbeitsplatten

Kompaktplatten

Schichtstoffverbundplatten

Arbeitsplatten-Zubehör

Eurodekor melaminharzbeschichtete MDF Platten

Dünnspanplatten

Eurolight Dekor

Eurolight Leichtbauplatten

Nischenrückwände

Möbelfertigteile

Eurospan Rohspanplatten

MDF Mitteldichte Faserplatten

Dünn-MDF Lackplatten

Dünn-MDF Platten

Bauprodukte

Wer ökologisch mit Holz bauen will, findet bei uns dafür ein breites Angebot. Mit unseren umweltfreundlichen Materialien für den konstruktiven Holzbau ermöglichen wir ausgezeichnete individuelle Lösungen von hoher Qualität, die sich sauber und schnell verarbeiten lassen.

Schnittholz frisch, getrocknet, gehobelt

OSB Platten geradkantig

OSB Verlegeplatten

DHF Unterdeckplatte

Ergo Board Ausbauplatte

EGGER Protect

Peel Clean Xtra

Eurospan Verlegeplatten

Fußboden

Ob in klassischen Dielen oder mit innovativen Dekoren und Strukturen - unsere hochwertigen Fußböden schaffen stets ein angenehmes Ambiente im Raum. Unsere Böden haben mit ihren unterschiedlichen Vorzügen und Einsatzbereichen eines gemeinsam: Jeder Boden ist schnell verlegt, robust, belastbar, pflegeleicht und umweltfreundlich.

Laminat-Boden

Comfort-Boden

Design-Boden GreenTec

Detaillierte Informationen zu unserem gesamten Produktportfolio finden Sie unter www.egger.com/produkte Folgende Hauptprodukte werden per 30.04.2022 an nachfolgenden Standorten produziert:

■ Österreich St. Johann in Tirol: Spanplatten (roh und beschichtet), Möbelfertigteile, Arbeitsplatten, Leichtbauplatten, Kompaktplatten, Schichtstoffe
  Unterradlberg: Spanplatten (roh und beschichtet)
  Wörgl: Dünnspanplatten (roh und beschichtet)
■ Deutschland Brilon: Spanplatten (roh und beschichtet), MDF (roh und beschichtet), Kanten, Schnittholz, Hobelware
  Wismar: MDF (roh und beschichtet), OSB, DHF, Fußböden, Leim
  Gifhorn: Schichtstoffe, Kanten
  Bevern: Dünn-MDF
  Marienmünster: Lackierung
  Bünde: Möbelfertigteile
■ Frankreich Rion des Landes: Spanplatten (roh und beschichtet)
  Rambervillers: Spanplatten (roh und beschichtet), Möbelfertigteile
■ Großbritannien Hexham: Spanplatten (roh und beschichtet), Leim
  Barony: Spanplatten (roh)
■ Russland Shuya: Span- und Dünnspanplatten (roh und beschichtet)
  Gagarin: Spanplatten (roh und beschichtet), MDF (roh und beschichtet), Fußböden
■ Polen Biskupiec: Spanplatten (roh und beschichtet), Arbeitsplatten
■ Rumänien Radauti: Spanplatten (roh und beschichtet), OSB, Leim
■ Türkei Gebze: Thermoplastische Kanten
■ Argentinien Concordia: Spanplatten (roh und beschichtet), MDF (roh und beschichtet), Moulding
■ USA Lexington, NC: Spanplatten (roh und beschichtet)

Über die Produkte hinaus bieten wir unseren Kunden vielfältige Serviceleistungen, die deren Arbeit wesentlich erleichtern und Mehrwerte schaffen. Neben der tagtäglichen persönlichen Beratung unterstützen innovative Lösungen sämtliche Prozesse von der Planung bis zur Auslieferung der Produkte.

Unsere erfolgreiche internationale EGGER Kollektion Dekorativ ermöglicht den direkten Ausbau der Partnerschaft mit Händlern, Architekten, Planern und Verarbeitern, ebenso im Fußbodenbereich die EGGER PRO Kollektion.

Unsere Kunden sind elektronisch über EDI (Electronic Data Interchange) und Online-Portale angebunden.

Produktmuster können über einen Online-Mustershop direkt angefordert werden.

Mit verschiedenen digitalen Planungs- und Visualisierungstools finden Kunden ganz einfach Orientierung und Inspiration und können die Oberflächenstrukturen sogar in 3D digital erleben.

Die EGGER Kollektion Dekorativ App unterstützt sie dabei, Dekore für ihre Projekte schneller zu finden, Produktinformationen in Echtzeit abzurufen und Muster einfacher zu bestellen.

Für den konstruktiven Holzbau steht ein Konstruktionskatalog mit Wand-, Decken- und Dachausbauten als Handbuch oder App bereit.

E-Learning-Angebote und Video Tutorials runden das Serviceangebot ab.

Detaillierte Informationen zu unseren Kundenservices finden Sie unter www.egger.com/support

1.2 Unternehmenssteuerung, Ziele und Strategie

1.2.1 Strategische Ausrichtung

Das Familienunternehmen EGGER hat sich seit seiner Gründung 1961 vom Tiroler Spanplattenproduzenten zu einem der bedeutendsten Holzwerkstoffhersteller Europas entwickelt und in den letzten Jahren den nächsten großen Schritt in Übersee-Märkte getätigt. In unserer Unternehmensvision ist der Anspruch festgelegt:

"Wir sind die führende Marke für Lösungen rund um das Leben und Arbeiten mit Holz."

Unsere Gruppe ist auf eine langfristig profitable, internationale Wachstumsstrategie ausgerichtet. Nur eine führende Marktposition und ausreichende Profitabilität schaffen die Potenziale für Investitionen und weiteres Wachstum. Kurz- und mittelfristige Ziele sind in allen Bereichen stets auf übergeordnete strategische Ziele ausgerichtet und werden jeweils an ein sich änderndes Unternehmensumfeld angepasst. Zur Absicherung unserer strategischen Ziele verfügen wir über klare finanzielle Zielsetzungen, die den Rahmen für die Finanzierbarkeit und Rentabilität von Investitionen und Managemententscheidungen bilden.

Im Rahmen einer jährlichen rollierenden strategischen Mittelfristplanung werden gruppenweit konkrete Ziele und Maßnahmen sowie Investitionsschwerpunkte für die nächsten fünf Geschäftsjahre festgelegt und geplant.

Unsere strategische Ausrichtung ist aus dem Unternehmensleitbild abgeleitet. Es dient als Orientierung und Richtschnur für die tägliche Arbeit. Wir verfolgen dabei folgende strategische und finanzielle Zielsetzungen:

Unser Geschäftsmodell

Wir bieten unseren Kunden innovative Holzwerkstoffprodukte und bestmögliche Services. Wir fokussieren uns auf folgende Produktbereiche: Dekorative Produkte für den Möbel- und Innenausbau, Fußbodenprodukte inkl. Zubehör und Bauprodukte für den konstruktiven Holzbau. Wir produzieren in Europa und Amerika und vermarkten weltweit. In strategisch wichtigen Exportmärkten, vorwiegend in Asien, forcieren wir die Stärkung unserer Vertriebsbüros sowie die Zusammenarbeit mit strategischen Partnern. Der Ausbau bestehender und der Bau oder die Akquise neuer Standorte geschieht immer in Abhängigkeit von Holzverfügbarkeit, Technologie, Markt und Logistik. Investitionsschwerpunkte an unseren bestehenden Standorten sind Erhaltung, Automatisierung, Digitalisierung, Materialfluss und Lageroptimierung sowie Kapazitätsoptimierung und Ausbau des Veredelungsanteils.

Unsere Kunden

Im Vertrieb differenzieren wir unsere Konzepte in den strategischen Vertriebskanälen Industrie, Handel und DIY. Wir halten unsere starke Position in der Möbelindustrie und bauen unsere Marktposition im Handel weiter aus. Für maximale Kundennähe entwickeln wir zur Stärkung unserer Wertschöpfungspartner innovative digitale Service- und Geschäftsmodelle. Wir orientieren unsere Produkte und Services sowie deren Neu- und Weiterentwicklungen an den aktuellen und zukünftigen Kundenbedürfnissen. Neben unseren Produkten ist unsere beständige Servicequalität wesentlich für die Kundenzufriedenheit. Wir fokussieren unsere Aktivitäten auf die Dachmarke EGGER.

Unsere Prozesse

Wir verbinden die prozessbeteiligten Partner der Wertschöpfungskette - vom Konsumenten bis hin zum Lieferanten. Wir streben integrierte Standorte für Rohstoffe, Energie und unsere strategischen Produktgruppen an. Dadurch optimieren wir unsere Investitionsausgaben und schaffen Synergien in der Rohstoffnutzung, Logistik und der Organisation. Durch nachhaltige und partnerschaftlich ausgerichtete Beschaffungsstrategien und die gezielte Rückwärtsintegration sichern wir die Versorgung mit Rohstoffen, Energie und Betriebsmitteln. Die Standardisierung und Digitalisierung unserer Logistikprozesse und Geschäftsmodelle ist die Basis für weiteres Wachstum. Durch Innovationen sichern wir unsere Marktstellung als führende Marke rund um das Leben und Arbeiten mit Holz. Wir investieren stetig in unsere Werke und stellen so sicher, dass diese in allen Belangen auf dem neuesten Stand der Technik bleiben. Der Schutz der Umwelt, die Schonung der natürlichen Ressourcen und der Einsatz effizienter Energiegewinnung sind uns besonders wichtig. Wir sind stets bestrebt, Umweltbelastungen zu reduzieren und Ressourcen effizient zu nutzen. Wir verstehen den digitalen Wandel als unabdingbare Säule für den zukünftigen Geschäftserfolg in allen Unternehmensbereichen und über die gesamte Wertschöpfungskette.

Unsere Mitarbeiter

Wir haben den Anspruch, der beste Arbeitgeber im jeweils für uns relevanten Arbeitsmarkt zu sein. Wir sind ein transparentes und modernes Familienunternehmen. Wir fördern den internationalen Ausbau unserer Unternehmenskultur.

"Menschlichkeit, Vertrauen, respektvoller Umgang miteinander und Loyalität prägen unser tägliches Handeln."

Zudem setzen wir auf die stete Weiterentwicklung unserer Führungsarbeit, die Bindung wertvoller Mitarbeiter durch gute Arbeits- und Umfeldbedingungen, eine nachhaltige Personalentwicklung sowie ein proaktives Personalmarketing. Unser Ziel ist es, die Arbeitnehmer- und Arbeitgeberinteressen bestmöglich in Einklang zu bringen. Dabei setzen wir auf zeitgemäße Arbeitszeit- und Entlohnungsmodelle, Gesundheitsmanagement und die Förderung interner Karrieren. Sicherheit am Arbeitsplatz hat für uns den höchsten Stellenwert. Wir leben eine ausgeprägte Feedback-Kultur und erfassen und fördern die Zufriedenheit unserer Mitarbeiter.

Finanzielle Ziele

Unser Ziel ist profitables Wachstum und dabei unsere Finanzkraft (Bonität) unverändert beizubehalten. Die in unserer Leitstrategie festgelegten finanziellen Zielsetzungen bilden die Basis für Fragen der Finanzierbarkeit und Rentabilität von Investitionen und Managemententscheidungen. Für die Unternehmensfinanzierung stellt neben der Sicherung der Liquidität die Diversifizierung von Kapitalquellen und Finanzierungsinstrumenten ein wesentliches Ziel dar. Zur Umsetzung und Messung der Zielerreichung wurden unternehmensintern folgende mittelfristige Kennzahlen festgelegt:

Nettoverschuldung/EBITDA <3 Jahre

(auf Gruppenebene)

Eigenkapitalquote > 30 %

(auf Gruppenebene)

1.2.2 Unternehmenssteuerung durch Wertmanagement

Unsere klare Zielsetzung ist es, profitables Wachstum zu schaffen. Nur mit einer führenden Marktposition ist es möglich, ausreichende Profitabilität als Basis für Investitionen und damit weiteres Wachstum zu erwirtschaften. Diesem Gedanken trägt das EGGER Wertmanagement Rechnung. Hier steht die nachhaltige Steigerung des Unternehmenswertes im Mittelpunkt. Abgeleitet sind die Wertmanagementgrundsätze aus unserer Leitstrategie und den dort festgelegten Unternehmenszielen.

Wir bekennen uns im Rahmen des Wertmanagements zu einem systematischen und nachhaltigen Wertaufbau mit mittel- bis langfristiger Orientierung. Dabei streben wir einen Interessenausgleich zwischen Eigentümern, Kunden, Lieferanten und Mitarbeitern an. Die Umsetzung der Steigerung des Unternehmenswertes verlangt konsequentes Handeln auf Basis unseres Wertmanagements. Konkrete Werttreiber sind dabei im Hinblick auf Wertschaffung durch Optimierung und Wachstum zu identifizieren und auf allen Ebenen im täglichen Geschäft umzusetzen. Alle Führungskräfte und Mitarbeiter in relevanten Bereichen werden in regelmäßigen Intervallen im Rahmen von Schulungen und Workshops zu wertorientiertem Denken, Rechnen, Handeln und Führen trainiert und somit in die Lage versetzt, ihre Entscheidungen entsprechend auszurichten.

Unsere wichtigste Kennzahl zur wertorientierten Steuerung ist der CFROI (Cashflow Return on Investment). Als mittelfristiges nachhaltiges Ziel wurde für alle Unternehmensbereiche eine Mindestrentabilität von 10 % (Ziel-Rate) festgesetzt.

Unsere Fremdfinanzierung ist auf drei Säulen aufgebaut und besteht aus Bankenfinanzierungen, Kapitalmarktfinanzierungen und einem Factoring-Programm. Wesentliche Kennzahlen in externen Verträgen im Bereich Fremdfinanzierung stellen die Nettoverschuldungsdauer bis 3,75 Jahren und die Eigenkapitalquote von > 25 % dar. Die Kommunikation mit den Geldgebern erfolgt über regelmäßige bilaterale Gespräche, Informationsveranstaltungen sowie über die Credit Relations Website www.egger.com/credit-relations.

1.3 Überblick über den Geschäftsverlauf

1.3.1 Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen und Einflussfaktoren

Unsere Geschäftsentwicklung wird im Wesentlichen durch folgende Einflussfaktoren geprägt:

Unsere Geschäftstätigkeit ist länderübergreifend stark mit der generellen Konjunkturentwicklung bzw. der Wachstumsrate des Bruttoinlandsprodukts (BIP) verknüpft. Das BIP wirkt sich auf die Anschaffungs- und Investitionsneigung von Privatpersonen und Geschäftskunden aus und beeinflusst das wirtschaftliche Wachstum unserer Kunden und somit auch unsere Entwicklung.

Die Entwicklung der Bauwirtschaft und die sich daraus ergebende Renovierungstätigkeit (Renovierungszyklen in Abhängigkeit der Bautätigkeit in der Vergangenheit) haben einen großen Einfluss auf die Holzwerkstoffnachfrage. Für Bauprodukte (OSB und Schnittholz) hat vor allem die Entwicklung bei Neubauten direkte Auswirkungen, während bei Fußböden auch die Renovierungstätigkeit bedeutenden Einfluss auf unsere Aktivität ausübt. Hinsichtlich der dekorativen Holzwerkstoffprodukte ist vor allem die Küchen- und Büromöbelindustrie stark von Renovierungen und der Entwicklung im Wohn- und Gewerbebau abhängig. Wesentliche Treiber des Wohnungsneubaus sind demografische Entwicklungen, die Kreditvergabepolitik von Banken, die Entwicklung des Zinsniveaus sowie die Entwicklung des Verbrauchervertrauens.

Die Divisionen EGGER Decorative Products werden speziell von der Entwicklung der Möbelindustrie als bedeutendstem Abnehmer von beschichteten Holzwerkstoffen sehr stark beeinflusst.

Auch die Entwicklung des Wettbewerbs in der Holzwerkstoffindustrie hat einen wesentlichen Einfluss auf unsere Geschäftsentwicklung. Neu errichtete Kapazitäten oder Stilllegungen von Produktionsstandorten oder -anlagen können zu größeren Marktanteilsverschiebungen bzw. zu Über- oder Unterkapazitäten am Markt führen und erhebliche Auswirkungen auf Marktpreise haben.

Als rohstoffintensives Industrieunternehmen sind wir auch stark von der Verfügbarkeit und Preisentwicklung wichtiger Rohstoffe abhängig.

1.3.2 Konjunkturentwicklung international

Die wirtschaftlichen Folgen durch den Konflikt in der Ukraine werden zu einer deutlichen Verlangsamung des globalen Wachstums im Jahr 2022 beitragen. Ein starker zweistelliger Rückgang des BIP in der Ukraine und ein starker Rückgang in Russland sind mehr als wahrscheinlich. Hinzu kommen weltweit spürbare Auswirkungen auf Rohstoffmärkte, Handel und Finanzkanäle. Während der Konflikt das Wachstum verringert, wird er die Inflation anheizen. Treibstoff- und Lebensmittelpreise sind rapide gestiegen, am stärksten davon betroffen ist vor allem die Bevölkerung in Ländern mit niedrigem Einkommen.

Die Zinssätze werden voraussichtlich steigen, wenn die Zentralbanken ihre Politik straffen, was weiter Druck auf die Schwellen- und Entwicklungsländer ausüben wird.

Außerdem haben viele Länder nur begrenzten fiskalpolitischen Spielraum, um die Auswirkungen des Konflikts auf ihre Volkswirtschaften abzufedern. Eine große Zahl von Ländern hat ihre Handelsbeziehungen zu Russland abgebrochen, was den Aufschwung nach der Pandemie in Gefahr bringt.

Obwohl die akute Phase der Corona-Pandemie in vielen Teilen der Welt überwunden zu sein scheint, ist die Zahl der Todesfälle nach wie vor hoch. Darüber hinaus werden die jüngsten Lockdowns in wichtigen Produktions- und Handelszentren in China die Situation wahrscheinlich noch verschärfen.

(Quelle: WEO 2022 04)

Wachstumsrate reales BIP (Bruttoinlandsprodukt) in %

2019 2020 2021 2022 2023 2024
Welt 2,9 -3,1 6,1 3,6 3,6 3,4
Industrieländer 1,7 -4,5 5,2 3,3 2,4 1,7
Schwellen- u. Entwicklungsländer 3,7 -2,0 6,8 3,8 4,4 4,6
Europäische Union 2,0 -5,9 5,4 2,9 2,5 2,1
Eurozone 1,6 -6,4 5,3 2,8 2,3 1,8
Lateinamerika 0,1 -7,0 6,8 2,5 2,5 2,5
Argentinien -2,0 -9,9 10,2 4,0 3,0 2,8
Brasilien 1,2 -3,9 4,6 0,8 1,4 2,2
Österreich 1,5 -6,7 4,5 2,6 3,0 2,3
Belgien 2,1 -5,7 6,3 2,1 1,4 1,4
China 6,0 2,2 8,1 4,4 5,1 5,1
Tschechische Republik 3,0 -5,8 3,3 2,3 4,2 3,6
Frankreich 1,8 -8,0 7,0 2,9 1,4 1,5
Deutschland 1,1 -4,6 2,8 2,1 2,7 1,5
Griechenland 1,8 -9,0 8,3 3,5 2,6 2,0
Italien 0,5 -9,0 6,6 2,3 1,7 1,3
Japan -0,2 -4,5 1,6 2,4 2,3 0,8
Niederlande 2,0 -3,8 5,0 3,0 2,0 1,8
Polen 4,7 -2,5 5,7 3,7 2,9 3,2
Rumänien 4,2 -3,7 5,9 2,2 3,4 3,8
Russland 2,2 -2,7 4,7 -8,5 -2,3 1,5
Spanien 2,1 -10,8 5,1 4,8 3,3 3,1
Türkei 0,9 1,8 11,0 2,7 3,0 3,7
Großbritannien 1,7 -9,3 7,4 3,7 1,2 1,5
Vereinigte Staaten 2,3 -3,4 5,7 3,7 2,3 1,4

Quelle: International Monetary Fund, World Economic Outlook Database, April 2022

1.3.3 Bauwirtschaft in Europa

Nach den Berechnungen des EUROCONSTRUCT Netzwerks ist das europäische Bauvolumen 2020 um -4,7 % geschrumpft. Im Jahr 2021 konnten die Bauaktivitäten dagegen um +5,6 % ausgeweitet werden, sodass die Corona-bedingten Einbußen mehr als ausgeglichen wurden. Den größten Anteil an diesem Wachstum hatten die Bestandsmaßnahmen im Wohnungssektor. Diese lagen 2021 um +19,3 Mrd. EUR höher als 2019.

Allerdings waren die Auftraggeber vielerorts auch mit hohen Preiszuwächsen konfrontiert. Der Niveauvergleich der Jahre 2021 und 2019 zeigt für insgesamt 10 Länder eine positive Bilanz: Skandinavien, Italien, Belgien, Portugal, Österreich, Schweiz und Polen. Für 2022 zeigt der Vergleich mit 2019 auch für Großbritannien, Niederlanden, Spanien und Ungarn einen positiven Ausblick. In Deutschland dürfte das Bauvolumen ungefähr auf dem Niveau von 2019 bleiben. Bedeutende Einbußen gab es hingegen in Frankreich und der Slowakei.

(Quelle: EUROCONSTRUCT Winterkonferenz - Ifo Schnelldienst 2/2022)

Entwicklung des Verbrauchervertrauens

Der von der OECD veröffentlichte Verbrauchervertrauensindex gibt einen Hinweis auf die zukünftige Entwicklung des Verbrauchs der Haushalte, basierend auf Antworten zur erwarteten finanziellen Situation und Einschätzung der allgemeinen Wirtschaftslage. Ein Indikator über 100 signalisiert eine Stärkung des Verbrauchervertrauens und damit eine Neigung, in den nächsten 12 Monaten Geld für größere Anschaffungen auszugeben. Werte unter 100 deuten auf eine pessimistische Einstellung.

Nachdem der Index zu Beginn der Corona-Pandemie auf einen der niedrigsten Werte (mit Tiefpunkt 97,5 im Mai 2020) gesunken war, kam es in der Folge zu einer schnellen Erholung mit einem Wert von über 100 im Juli 2021. In Zusammenhang mit der einsetzenden Inflation, vor allem aber mit dem Konflikt in der Ukraine ist der Index danach erneut auf einen Wert von 97,3 abgestürzt. Besonders deutlich ist der Einbruch in Europa zu beobachten, wo der Index mit 96,4 im April 2022 auf einem historischen Tiefstand angekommen ist, niedriger noch als nach der Finanzkrise von 2008.

(Quelle: OECD)

Verbrauchervertrauensindex OECD

1.3.4 Möbelmarkt

Im Jahr 2021 verzeichnete der Möbelmarkt ein deutliches Wachstum, was zum großen Teil auf die Corona-Beschränkungen zurückzuführen ist, die viele Menschen dazu brachte, ihre Wohn- und Arbeitsräume komfortabler zu gestalten. Im Jahr 2022 werden steigende Inflation und die steigenden Energiepreise das Wachstum des Möbelmarkts allerdings dämpfen: So wird für 2022 eine Umsatzsteigerung der Möbelindustrie in Europa und den USA um +4,4 % im Vergleich zum Vorjahr erwartet, während dieser Zuwachs im Jahr 2023 in den USA auf +2,1 % sinken dürfte, in Europa auf +1,5 %. Hier wird vor allem in Deutschland und Frankreich die Entwicklung stagnieren, in Polen hingegen dürfte der Umsatz nach wie vor um +6,1 % wachsen. Die Wachstumsrate in China bleibt im zweistelligen Bereich.

Positiv auf die Möbelindustrie wirken sich vor allem ein steigender Lebensstandard und eine stetige Zunahme des verfügbaren Einkommens aus, was dazu führt, dass Verbraucher ihre Möbel häufiger austauschen als in der Vergangenheit. Darüber hinaus sind ästhetische Gründe in Verbindung mit dem Bedürfnis der Verbraucher, sich in ihrer Wohnung wohlzufühlen, wichtige Faktoren für ein konstantes Wachstum des Möbelmarkts.

(Quellen: statista)

1.3.5 Wettbewerbsposition

Wir sind eines der führenden Unternehmen der Holzwerkstoffindustrie. Mit unseren Kernprodukten streben wir auf allen relevanten Märkten eine starke Marktposition an. Mit einem breiten Produktprogramm sind wir Komplettanbieter für dekorative Holzwerkstoffe, den konstruktiven Holzbau sowie für Fußböden.

Wettbewerbssituation im Produktbereich dekorative Holzwerkstoffe

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie hatten auch 2021 wesentlichen Einfluss auf die Entwicklung der Holzwerkstoff- und Oberflächenbranche. Bereits in der zweiten Hälfte des Jahres 2020 kam es zu einem unerwartet starken Nachfrageanstieg, der sich 2021 fortgesetzt hat. In Verbindung mit Umschichtungen in den weltweiten Lieferströmen führte dies zu einer strukturellen Unterversorgung der Märkte. Parallel dazu ist aber auch die Versorgung mit Vorprodukten immer stärker ins Blickfeld gerückt, mit großen Problemen im Bereich von Leim- und Imprägnierharzen, PMDI-Leimen, Melaminfilmen und im zweiten Halbjahr auch bei Dekorpapier und Druckdekoren. Die dadurch bedingte Eskalation der Produktionskosten hat die über die Preisanhebungen erreichte Verbesserung der Margen zumindest teilweise ausgeglichen.

Die Hersteller von Holzwerkstoffen und Oberflächenmaterialien haben in unterschiedlichem Umfang von dem in vielen Bereichen anhaltenden Nachfragehoch auf den europäischen Märkten profitiert und konnten zum Teil Umsatz- und Ergebnissteigerungen realisieren, die in den nächsten Jahren für größere Investitionen eingesetzt werden können. Bereits jetzt zeichnet sich ab, dass einzelne Holzwerkstoffhersteller einen erheblichen Teil der erwirtschafteten Ergebnisse für größere Investitionen einsetzen werden. Mit diesem unterschiedlichen Expansionstempo werden zumindest mittelfristig auch die Unterschiede zwischen den einzelnen Unternehmen größer werden. Es ist nicht auszuschließen, dass sich die Kronospan-Gruppe mit dem Aufbau neuer Standorte in Ost- und Südeuropa, Erweiterungsprojekten an mehreren mitteleuropäischen Standorten sowie weiteren Akquisitionen noch stärker vom Rest der Branche absetzt. Die Sonae Arauco S.A., Madrid, agiert in Europa dagegen auch weiterhin eher zurückhaltend. Der Verkauf von Pfleiderer in Polen an Kronospan wird kartellrechtlich geprüft, Verkaufsüberlegungen für die deutschen Werke werden mittelfristig bestehen. Diese Veränderungen in der europäischen Holzwerkstoffindustrie werden zu einem Kapazitätsausbau führen. Der Fokus liegt dabei auf Neu- und Erweiterungsinvestitionen im Spanplatten- und OSB-Bereich. In anderen Regionen, wie zum Beispiel in der Türkei, Mittel- und Südamerika, Indien und China gibt es dagegen mehr MDF-/HDF-Projekte. Bei Spanplatten wird in immer mehr Regionen der Einsatz von Recyclingholz schrittweise ausgebaut. Inzwischen gibt es auch erste Projekte in der MDF-/HDF-Industrie.

Zahlreiche Holzwerkstoffhersteller setzen dafür einen Investitionsschwerpunkt im Bereich Weiterverarbeitung. Neben dem Ausbau der Beschichtungskapazitäten wurden dabei auch mehrere Projekte im Schichtstoffbereich angestoßen. Neben EGGER baut auch die Kronospan-Gruppe ihre bestehenden HPL-/CPL-Werke weiter aus. Mit der Unilin bvba in Belgien will ein weiterer Holzwerkstoffhersteller neu in die Schichtstoffproduktion einsteigen

(Quelle: EUWID 51/52 2021)

Wettbewerbssituation im Produktbereich Fußboden

Der gesamte Bodenbelagsmarkt in Europa zeigt ein leichtes Wachstum, allerdings mit regionalen Unterschieden. Im Bereich Laminatboden hat sich das Geschäft seit dem Herbst verlangsamt. Dies ist einer merklichen Nachfrageabkühlung in den wesentlichen Kernmärkten geschuldet. Negative Effekte ergeben sich aus Vorzieheffekten in der Vorperiode, den deutlich gestiegenen Herstell- und Energiekosten, die die Baukosten und damit die Kosten für Bodenbeläge in die Höhe treiben. In Westeuropa entwickelt sich der Laminatboden-Markt zuletzt deutlich rückläufig. In Osteuropa ist eine uneinheitliche Entwicklung bei Laminatböden feststellbar, auch beeinflusst durch türkische Anbieter in südosteuropäischen Märkten, zum Teil auch bereits in Westeuropa. Das Überseegeschäft ist zusätzlich durch erhebliche Frachtratensteigerungen beeinflusst.

Aus den Sanktionen gegen Russland wird sich eine Veränderung der Warenströme ergeben. Das betrifft Holz- und Holzprodukte generell, nicht nur Fußboden. Nicht vollintegrierte Laminatbodenproduzenten sind mit Versorgungsengpässen im HDF-Bereich konfrontiert, was zu Veränderungen im Wettbewerbsumfeld führen wird.

Die konstant steigenden Kosten für chemische Vorprodukte und auch Holz zwingen die gesamte Branche, die Preise massiv anzuheben, ihre Sortimente vormaterialbedingt zu kürzen oder teilweise auch Anlagen abzustellen. In Folge der deutlichen Preissteigerungen wird es zu weiteren Nachfragedämpfungen kommen, da einerseits für Bauprojekte die Baukosten so drastisch steigen, dass diese teilweise zurückgestellt werden, und andererseits im DIY-Geschäft zunehmend Preisschwellen des Endverbrauchers durchbrochen werden.

Neue Wettbewerbsmaterialien, vermehrt SPC-Böden (Rigid Böden) sowie keramische Bodenbeläge, gewinnen unverändert an Bedeutung, wobei LVT-Böden aufgrund der schwelenden Plastikthematik, sowie ökologischer Aspekte und der aktuell weiterhin gestörten Lieferketten vermehrt unter Druck geraten. Das Wachstum alternativer Bodenbeläge geht u.a. zu Lasten des Marktanteils von Laminatböden. Wir setzen dennoch weiter auf Laminatboden als regional produzierter, holzbasierter, ökologisch nachhaltiger starker Preis-Leistungs-Performer.

Wettbewerbssituation im Bereich Bauprodukte

Die weltweite Nachfrage nach OSB und Schnittholz war bis Ostern 2022 auf einem sehr hohen Niveau. Eher unerwartet sind die Auftragseingänge in allen Bereichen ab Mitte April aber stark zurückgegangen. Große Unsicherheiten durch den Ukraine-Konflikte machen sich bemerkbar. Vor allem Stahl und andere Bauprodukte verzeichnen bedeutende Versorgungsengpässe, wodurch es auch in Vorgewerken zu Verzögerungen kommt. Bauen wird für viele zu teuer, was in der Folge zur Verschiebung von Projekten führt.

Unsere beiden OSB-Werke sowie das Sägewerk haben noch eine akzeptable Auslastung, jedoch ist die allgemeine weltweite Stimmung auf den Absatzmärkten eher eingetrübt. Es ist im aktuellen Umfeld schwer, mittelfristige Prognosen zu erstellen. Rohstoffpreise, wie Holz und Chemie, sind sehr stark gestiegen und sind aus unserer Sicht noch nicht am Maximum angekommen. Auf Grund der aktuell fehlenden Nachfrage wird es aber immer schwerer, Preiserhöhungen weiterzugeben.

1.3.6 Entwicklung der Rohstoffversorgung und -preise

Die Rohstoff- und Energiekosten nehmen einen wesentlichen Anteil unserer Gesamtkosten ein. Die Beobachtung der Preisentwicklung der wichtigsten Rohstoffe auf den Beschaffungsmärkten sowie die Sicherung und ständige Verbesserung der Verfügbarkeit haben für uns die höchste Priorität. Die wichtigsten Materialpositionen, wie Holz, Chemie und Papier, betreuen wir mit einem zentralen Einkauf. Dieser unterstützt die lokalen Werke bei ihren Einkaufsaktivitäten und identifiziert und optimiert Synergieeffekte für die Gruppe. Die Rohstoffversorgung erfolgt größtenteils durch langjährige Partner.

Seit Jahresbeginn 2021 sehen wir uns mit einer insgesamt zunehmend angespannten Versorgungssituation konfrontiert. Zusätzlich verschärfen die aktuelle Situation in der Ukraine und deren Auswirkungen die Preisdynamik am Rohstoffmarkt. Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2021/22 zeigten sich die Preise auf den Rohstoffmärkten mit einer deutlichen Steigerung.

Der wichtigste Bereich der Rohstoffbeschaffung ist die Versorgung mit Holz. Der durchschnittliche Holzeinkaufspreis ist im Vergleich zum Vorjahr deutlich gestiegen, wobei einzelne Regionen und Werke unterschiedlichen Schwankungen ausgesetzt waren. Vor allem die thermische Energiegewinnung (Biomassekraftwerke, Pelletierung, Biotreibstofferzeugung) beeinflusst die Holzpreise langfristig. Zur Absicherung und Verbesserung der Holzversorgung bauen wir vor allem auf langfristige Partnerschaften und Verträge mit unseren Lieferanten und entwickeln zusätzlich eigene Strategien der Rückwärtsintegration. Dazu gehören getätigte Investitionen in ein eigenes Sägewerk, eigene Forstbewirtschaftungs- und Holzrecyclingunternehmen sowie in Ernte- und Logistiksysteme und eigene Kurzumtriebsplantagen.

Im Bereich Chemie decken wir einen großen Teil unseres Leim- und Tränkharzbedarfs durch eigene Leimfabriken in Wismar (DE), Radauti (RO) und Hexham (UK) ab. Im gesamten Chemiebereich kam es zu massiven Preissteigerungen im Geschäftsjahr 2021/22. Die Einkaufspreise für Harnstoff sowie für Melamin und Methanol waren sehr volatil. Eine Entspannung der Situation am Rohstoffmarkt zeichnet sich nicht ab.

Der dritte wesentliche Faktor in unserer Rohstoffversorgung ist Roh- und Dekorpapier für die Herstellung von Beschichtungsmaterial. Im Bereich der Papierversorgung setzen wir auf eine zentrale Einkaufsstruktur und sind bestrebt, mittelfristige Verträge mit den führenden Anbietern abzuschließen. Wie bei Holz und Chemie kam es auch bei Papier zu einer Preissteigerung im Geschäftsjahr 2021/22.

Im Bereich Energie stiegen die Einkaufspreise für Strom und Erdgas im Geschäftsjahr 2021/22 deutlich an. Der Erdgasverbrauch wird durch den Betrieb moderner Biomassekraftwerke an allen größeren Standorten auf niedrigem Niveau gehalten. Wir streben eine weitgehende Entkopplung von fossilen Brennstoffen an, vermeiden aber die rein thermische Verwertung von Rohstoffen, welche in ihrem Lebenszyklus noch als Produktionsrohstoff genutzt werden können. Wir sind hierbei gegen eine einseitige Förderung von Holzverbrennung zur thermischen Verwertung und unterstützen die kaskadische Nutzung von Holz, indem dieses zunächst so weit wie möglich stofflich genutzt wird, bevor es einer thermischen Nutzung zugeführt wird. An den Standorten Unterradlberg (AT), Wismar (DE), Brilon (DE), Radauti (RO) und Rambervillers (FR) erzeugen wir Strom durch eigene Kraft-/Wärmekopplungen, womit wir höchste Effizienz in der Energiegewinnung erreichen.

1.3.7 Aktuelle Geschäftsentwicklung 2021/22

Wir haben im Geschäftsjahr 2021 / 22 einen konsolidierten Umsatz von 4.234,3 Mio. EUR erwirtschaftet. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet dies eine Erhöhung von + 37,4 %, welche sich auf Zuwächse in allen Divisionen verteilt.

Geschäftsentwicklung 2021/22 nach Divisionen

Von allen Produktbereichen erzielte der Bereich Decorative Products (Produkte für den Möbel- und Innenausbau) mit 76,9 % den größten Umsatzanteil (vor Gruppenkonsolidierung) und liegt mit 3.473,4 Mio. EUR um + 36,6 % über dem Vorjahr (2.542,4 Mio. EUR).

Gesteigerte Absätze mit dekorativen Produkten konnten in allen Regionen verzeichnet werden. In besonderem Maße zur Erhöhung des Umsatzes in dieser Division trugen unsere beiden jüngsten Werke Biskupiec (PL) und Lexington, NC (US) bei, deren Anlaufphasen nun bereits weiter fortgeschritten sind. Das Hauptprodukt an beiden Standorten ist die beschichtete Spanplatte.

Die Division Flooring Products hat einen Anteil von 11,2 % am Gesamtumsatz (vor Gruppenkonsolidierung) und liegt mit 506,9 Mio. EUR um + 13,4 % über dem Vorjahr (447,0 Mio. EUR). Neben einem Umsatzwachstum in unserem Werk in Wismar (DE), hat sich auch das Fußbodenwerk in Gagarin (RU) positiv entwickelt. Hierbei sind jedoch die gesteigerten Umsätze auch auf den im Durchschnitt des Geschäftsjahres 2021/22 hohen Rubel-Kurs zurückzuführen.

Die Division Building Products hat mit 534,7 Mio. EUR einen Anteil von 11,8 % am unkonsolidierten Gesamtumsatz. Die Steigerung gegenüber dem Vorjahr beträgt in dieser Division + 62,7 %. Großen Anteil am Umsatzwachstum in dieser Division hat unser Sägewerk in Brilon (DE), da sich die Preise für Schnittholz, vor allem im amerikanischen Raum, deutlich nach oben entwickelten.

Die wesentlichen Vertriebskanäle waren auch im Geschäftsjahr 2021 / 22 der Handel und die Industrie mit Anteilen an den konsolidierten Umsatzerlösen von 54,7 % bzw. 38,2 % (Vorjahr: 52,5 % und 38,7 %). Die Anteilsverschiebung zu Gunsten des Handels entspricht unserer Strategie. Der Umsatzanteil im Vertriebskanal DIY ist weiterhin im einstelligen Bereich mit 7,1 % (Vorjahr 8,7 %).

Umsatzerlöse je Segment / Division

2021/22 2020/21 2019/20 Abw. in % 2022 zu 2021
Decorative Products Mio. EUR 3.473,4 2.542,4 2.272,2 36,6 %
Flooring Products Mio. EUR 506,9 447,0 344,0 13,4 %
Building Products Mio. EUR 534,7 328,7 323,8 62,7 %
Summe (unkonsolidiert) Mio. EUR 4.515,0 3.318,1 2.940,0 36,1 %
Konsolidierung (1) Mio. EUR -280,7 -235,3 -108,6 -19,3 %
Gesamt Mio. EUR 4.234,3 3.082,8 2.831,5 37,4 %

(1) betrifft Umsätze zwischen den Segmenten; Umsatz innerhalb der Segmente bereits konsolidiert.

Anteil am unkonsolidierten Umsatz

2021/22 2020/21 2019/20
Decorative Products in % 76,9 % 76,6 % 77,3 %
Flooring Products in % 11,2 % 13,5 % 11,7 %
Building Products in % 11,8 % 9,9 % 11,0 %
Gesamt in % 100,0 % 100,0 % 100,0 %

Trotz unserer fortschreitenden Internationalisierung sind wir nach wie vor hauptsächlich auf dem europäischen Markt für Holzwerkstoffe tätig. Geografisch verteilten sich die Umsatzerlöse nach den Standorten der Kunden auf folgende Regionen:

Unser wesentlichster geografischer Absatzmarkt ist Westeuropa, bestehend aus unseren Absatzregionen Nord-West-Europa, Großbritannien und Irland, Süd-West-Europa und Mittel-Süd-Europa. Westeuropa hatte für uns auch im Geschäftsjahr 2021/22 mit 51,6 % der Umsatzerlöse noch immer den höchsten Anteil (Vorjahr 55,6 %). Besondere Bedeutung kommt dabei Deutschland aufgrund seiner Bevölkerungsstärke und insbesondere der dort stark vertretenen Möbelindustrie zu. Durch die zunehmende Internationalisierung der EGGER Gruppe verschieben sich die Umsatzanteile aber zusehends. Die Märkte Zentral- & Ost-Europa sowie Russland erzielten im Geschäftsjahr 2021 / 22 einen stabilen Umsatzanteil von 31,1 % (Vorjahr: 31,1 %).

Eine wachsende Rolle spielen außereuropäische Länder (Americas und Übersee). Unsere jüngste Region Americas innerhalb der Division Decorative Products bauen wir fortschreitend aus. Aktuell werden in Nord- und Südamerika 9,6 % der Umsätze erwirtschaftet (Vorjahr: 6,5 %). Alle weiteren außereuropäischen und außeramerikanischen Absatzmärkte fassen wir im Bereich Übersee zusammen. In diesen Regionen erzielten wir einen Umsatzanteil von 7,8 % (Vorjahr: 6,6 %).

Umsatzerlöse nach Vertriebsregionen (GJ 2021/ 22)

Umsatzerlöse nach Vertriebsregionen (GJ 2020/21)

Nord-West-Europa umfasst Deutschland, Belgien, die Niederlande, Luxemburg und Skandinavien.

Mittel-Süd-Europa umfasst Österreich, die Schweiz und Italien.

Zentral- & Ost-Europa umfasst insbesondere Tschechien, Slowakei, Polen, Ungarn, Rumänien, Bulgarien, Serbien, Kroatien, Slowenien, Ukraine, Weißrussland, Lettland, Estland, Litauen, Türkei, Griechenland und den Nahen Osten.

Süd-West-Europa umfasst Frankreich, Spanien und Portugal.

Übersee umfasst alle außereuropäischen und außeramerikanischen Länder.

1.3.8 Marketing und Vertrieb

Unser Marketing fokussiert sich im Wesentlichen auf den professionellen, mehrstufigen Absatzkanal und damit auf die Zielgruppen Fachhandel, Verarbeiter (Tischler /Schreiner, Bodenleger, Zimmerer/Holzbauer) und Architekten.

Der hier beschriebene Pull-Marketing-Ansatz hat dabei gruppenweit eine sehr große Bedeutung, wobei wir die Kunden unserer Händler (Architekten, Handwerker usw.) als Entscheidungsträger im Prozess gezielt in unsere Marketingaktivitäten einbeziehen.

Auf unsere Marketingaktivitäten im Geschäftsjahr 2021/22 nahm die Corona-Pandemie weiterhin Einfluss. Zahlreiche Aktivitäten fanden im virtuellen Raum statt. Teilweise konnten wir aber wieder mit strikten Sicherheitsvorkehrungen Präsenzformate anbieten. Gruppenweit standen dabei folgende Themen und Projekte im Fokus:

"Collection Days" 2021 und Laufzeitverlängerung der Kollektion Dekorativ

Von September bis Anfang Dezember 2021 fanden auf internationaler Bühne die "Collection Days" Events statt. Das Konzept wurde ins Leben gerufen, um trotz der herausfordernden Zeiten in der Corona-Pandemie wieder in persönlichen Kontakt und direkten Austausch mit unseren Handelspartnern zu treten. So wurden persönliche Termine entweder an unseren Standorten oder bei unseren Handelspartnern vor Ort abgehalten. In Ländern, in denen Präsenzveranstaltungen zum Zeitpunkt der Durchführung nicht möglich waren, wurden sie online abgehalten. Der Erfolg dieses neuen Veranstaltungsformats spricht für sich: Sowohl unsere Partner als auch Kollegen lobten die Atmosphäre, die durch die Möglichkeit zum persönlichen Austausch entstand. Im Mittelpunkt standen aktuelle Themen wie unsere neueste Innovation PerfectSense Feelwood Lackplatten, Dekorneuheiten im Bereich Kompaktarbeitsplatte und unser neues brandhemmendes Konzept der Flammex Produktfamilie. Auch die Verlängerung der EGGER Kollektion Dekorativ um ein Jahr bis Ende 2023, mit der wir unseren Kunden mehr Planungssicherheit geben, stand im Fokus der Events.

Sicam 2021

Mit spannenden Themen im Gepäck durften wir nach pandemiebedingter Pause wieder Besucher aus aller Welt persönlich auf unserem Messestand auf der Sicam in Pordenone (IT) begrüßen. Vom 12. bis 15. Oktober 2021 präsentierten wir Produkt- und Dekorneuheiten aus unserem PerfectSense Lackplatten Portfolio, das gesamte Kantensortiment mit ABS- und Akzentkanten aus unserem Werk in Gebze (TR), digital bedruckte PP-Kanten aus Brilon (DE) sowie unsere neu konzipierten schwer entflammbaren Flammex Produkte.

EGGERZUM 2022

Gesellschaftliche Übergänge standen im Mittelpunkt der EGGERZUM 2022, unserer Hausmesse für die Möbelindustrie, die von Ende Jänner bis Anfang März am Standort Brilon (DE) stattfand. Durch umfassende Hygienemaßnahmen konnten wir insgesamt 50 Kundentermine im Forum vor Ort abhalten. Unser Dekor- und Designmanagement präsentierte die Neuheiten für die Möbelindustrie unter dem Motto "create transitions" und zeigte eindrucksvoll, dass die "Welt anders schmeckt": Auf der Suche nach der Balance zwischen digital und sozial, global und lokal sowie Qualität und Komplexität gilt es nach der Pandemie ein "neues Normal" zu finden. Die Dekor- und Strukturneuheiten unter "create transitions" stehen für eine langfristige Perspektive, die Optik und Funktion vereinen.

Auszeichnungen und Neuzugänge in der PerfectSense Familie

Mit unseren PerfectSense Feelwood Lackplatten heben wir das Thema Haptik auf ein völlig neues Niveau. Das wurde im abgelaufenen Geschäftsjahr gleich mit drei Awards untermauert: Wir erhielten den Red Dot Award 2021 sowie jeweils die Auszeichnung "Winner" des German Innovation Awards 2021 und des German Design Awards 2022.

Mit neuen matt-lackierten Oberflächenvarianten und einer erweiterten Dekorauswahl möchten wir nun an diesem Erfolg anknüpfen. So stehen in der Produktkategorie PerfectSense Texture Lackplatten unseren Kunden, neben der TM9 Smoothtouch Matt, zur Verfügung: Die TM12 Omnipore Matt und die TM22 Deepskin Linear Matt. Für PerfectSense Feelwood, unseren matt-lackierten Platten mit Synchronporen-Oberflächen, zeigen wir neue Dekore.

Den Kampagnenauftakt 2021/22 im Bereich Fußboden bildete die Trend Selection Kampagne

Den kommunikationsseitigen Auftakt für das Geschäftsjahr 2021/22 im Produktbereich Fußboden bildete die Trend Selection Kampagne. Das "Trend Selection Paket" ist ein Bestandteil der EGGER PRO Fußbodenkollektion und beinhaltet drei exklusive Dekor- und Produktpakete. Das Konzept ist fest in der PRO Fußbodenkollektion verankert und enthält neben verschiedenen Kommunikationstools auch POS-Lösungen für EGGER Händler.

Der Comfort-Boden Sales Push fokussiert den Endverbraucher in einer groß angelegten Media Kampagne

Ein ganz neues Terrain wurde im abgelaufenen Geschäftsjahr mit der Kampagne für den Comfort-Boden beschritten. Der Fokus dieser Produktkampagne war erstmals stark endkundenorientiert. Damit wurde auch die Nutzung einer großen Bandbreite an Kommunikationskanälen relevant. Der erste Teil des Pionierprojekts startete im Herbst 2021. Neben klassischen Werbemaßnahmen, wie Videos, Printanzeigen und Presseerklärungen wurde ergänzend eine Paid Media Kampagne geschaltet und verschiedene Aktivitäten im Bereich Social Media durchgeführt.

Im Frühjahr 2022 ging diese Endkunden-Kampagne für unseren Comfort-Boden in die zweite Runde. Neben attraktiven POS-Lösungen für unsere EGGER Vertragshändler gab es auffällige Out-Of-Home-Werbung an öffentlichen Orten im Händlerumkreis, Facebook- und Instagram-Anzeigen sowie TV-Werbung.

Da im Fußbodensegment der Endkunde eine maßgebliche Rolle spielt, versprechen wir uns von den umgesetzten Maßnahmen eine deutliche Aufmerksamkeitssteigerung in der Wahrnehmung unser Kunden.

Kollektionsunterstützung auf vielfache Art und Weise

Der Produktbereich Fußboden bietet drei Produktkategorien für die unterschiedlichsten Ansprüche: Vom Comfort-Boden, der sich durch seine angenehme Haptik und Akustik auszeichnet, über den beliebten Allrounder Laminat, der auch als wasserresistenter Laminat Aqua+ Boden erhältlich ist, bis zum besonders strapazierfähigen und auch anspruchsvollen Herausforderungen trotzenden Design-Boden GreenTec finden Kunden für jede Anforderung den passenden Fußboden.

Unseren DIY-Kunden stand ein mehrstufiges Kommunikationspacket für die HOME Kollektion zur Verfügung. Die Mailings zu den verschiedenen Produktarten, Produkt- und Trainingsvideos sowie Social-Media-Inhalte wurden von unseren Kunden sehr gut angenommen.

Der digitale Service "myEGGER Range" für unsere PRO Kunden wurde weiterentwickelt und in verschiedenen Kommunikationsmaßnahmen wiederholt thematisiert. "myEGGER Range" erleichtert unseren Kunden und Vertriebskollegen die individuelle Planung und Anpassung einer maßgeschneiderten Produktpalette.

Die neue EGGER Planungshilfe für unsere Bauprodukte

Die Digitalisierung steht weiterhin im Fokus bei unseren Bauprodukten. Wir wollen unseren Kunden beste digitale Lösungen bieten und damit ihren Arbeitsalltag erleichtern. Deshalb haben wir unsere digitale Planungshilfe weiterentwickelt, um Architekten, Planer sowie Schüler und Studenten bei ihren Planungsaufgaben noch besser unterstützen zu können. Zwei neue Suchfunktionen ermöglichen es nun, schneller und einfacher die geeignete Konstruktion für jedes Bauvorhaben zu finden. Während bei der sogenannten Expertensuche mithilfe eines Filters die passende Konstruktion schnell und flexibel gefunden werden kann, wird man bei der geführten Suche mittels eines Fragenkatalogs Schritt für Schritt durch den Suchprozess geführt. Die Konstruktionen können anschließend mit einer Anmeldung bei myEGGER uneingeschränkt heruntergeladen sowie in das BIM-System (Building Information Modeling) oder CAD-System (Computer-Aided Design) integriert werden. Des Weiteren wurden in der neuen Planungshilfe Informationen zu allgemeinen Holzbau-Themen, wie zum Beispiel Brand- und Schallschutz, sowie Erklärungen wichtiger Fachbegriffe ergänzt.

Neue Verleimungsanlage in unserem Werk Rădăuți (RO)

Bis vor kurzem wurden unsere OSB-Platten am Standort Rădăuți (RO) noch mit MUF-Leim hergestellt. Durch den Einbau eines neuen Beleimungssystems ist es nun möglich, diese formaldehydfrei verleimt zu produzieren. Der Vorteil des eingesetzten PMDI-Leims ist, dass er nach dem Aushärten keine flüchtigen Substanzen mehr abgibt und somit emissionsfrei ist. Mit dieser Anschaffung konnte eine weitere Harmonisierung unserer Standorte geschaffen werden. Somit werden nun in beiden Werken dieselben Rezepturen für die OSB-Produktionen verwendet, so dass unsere Märkte von Wismar (DE) sowie Rădăuți (RO) mit formaldehydfrei verleimten Platten beliefert werden können.

1.3.9 Produktion

Die anhaltend hohe Nachfrage im Geschäftsjahr 2021/22 trug zur Vollauslastung unserer Produktionsanlagen bei. Das Produktionsvolumen der primären Anlagen konnte daher gegenüber dem Vorjahr erneut gesteigert werden.

Die produzierte Menge an Rohplatten inkl. Schnittholz stieg von 9,6 Mio. m 3 auf 10,5 Mio. m 3. Die Steigerung zum Vorjahr resultiert vor allem aus unserem Werk in Lexington, NC (US), das im September 2020 in Betrieb genommen wurde und seither die Produktion schrittweise steigert. Durch Effizienzsteigerungen erreichten wir im Vergleich zum Vorjahr auch in allen anderen Werken höhere Produktionsmengen.

Die Produktion von Imprägnaten stieg im Vergleich zum Vorjahr um +6,9 % auf 1.153,5 Mio. m 2. Wir erreichten in sämtlichen Imprägnierstandorten Produktionssteigerungen im Vergleich zum Vorjahr. Die Laminatproduktion in Gifhorn (DE) betrug im Geschäftsjahr 45,3 Mio. m 2 (Vorjahr: 41,6 Mio. m 2).

Die produzierten Rohplatten haben wir folgendermaßen weiterveredelt:

372,5 Mio. m 2 zu beschichteten Platten (Vorjahr: 343,7 Mio. m 2)

71,3 Mio. m 2 zu Fußboden (Vorjahr: 70,4 Mio. m 2)

39,4 Mio. m 2 zu Möbelfertigteilen und Arbeitsplatten (Vorjahr: 38,5 Mio. m 2)

Produktionsentwicklung

2021/22 2020/21 2019/20 Abw. in % 2022 zu 2021
Rohplatte inkl. Schnittholz Mio. m 3 10,5 9,6 8,9 9,8 %
Imprägnate Mio. m 2 1.153,5 1.079,2 981,4 6,9 %
Laminate Mio. m 2 45,3 41,6 39,6 9,1 %
Leim Tsd. TO 561,6 571,5 528,1 -1,7 %

2 Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage

2.1 Ertragslage

2.1.1 Umsatzentwicklung

Der konsolidierte Umsatz der EGGER Gruppe im Geschäftsjahr 2021 / 22 beläuft sich auf 4.234,3 Mio. EUR (Vorjahr: 3.082,8 Mio. EUR), was einer Steigerung von 37,4 % entspricht.

Umsatzzuwächse waren in allen unserer Divisionen zu verzeichnen. Die drei Hauptfaktoren für die erzielte Umsatzsteigerung sind durch Kostendruck notwendige Preissteigerungen, Mengensteigerungen, vor allem durch unsere neuesten Werke in Biskupiec (PL) und Lexington, NC (US), und das positive Marktumfeld für Sägeprodukte, vor allem am nordamerikanischen Markt.

Eine detaillierte Beschreibung zur aktuellen Geschäftsentwicklung in den Divisionen befindet sich unter Punkt 1.3.7.

2.1.2 Ertragsentwicklung

Ertragskennzahlen

2021/22 2020/21 2019/20 Abw. in % 2022 zu 2021
Umsatzerlöse Mio. EUR 4.234,3 3.082,8 2.831,5 37,4 %
EBITDA Mio. EUR 877,5 622,3 424,4 41,0 %
EBITDA-Marge in % 20,7 % 20,2 % 15,0 %  
EBIT Mio. EUR 613,3 381,7 212,4 60,7 %
Finanzergebnis (1) Mio. EUR -28,6 -11,4 -19,3 -151,9 %
Ergebnis vor Steuern (PBT) Mio. EUR 584,7 370,3 193,1 57,9 %
Ergebnis nach Steuern (PAT) Mio. EUR 436,4 254,9 156,7 71,2 %

(1) Inkl. Ergebnis aus Finanzinvestitionen und aus assoziierten Unternehmen

Das operative Ergebnis (EBITDA: Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) der EGGER Gruppe lag mit 877,5 Mio. EUR im Geschäftsjahr 2021 / 22 um + 41,0 % über dem Vorjahreswert von 622,3 Mio. EUR.

Dem teilweise deutlichen Zuwachs in der Division Decorative Products und in der Division Building Products steht ein leicht rückläufiges EBITDA in der Division Flooring Products entgegen. Anhaltend profitierte unsere Branche vom Cocooning-Trend. Sehr viele Konsumenten investierten im Eindruck der Corona-Schutzmaßnahmen in ihr Zuhause, kauften sich neue Möbel und Böden oder gingen Renovierungen an.

Die operative EBITDA-Marge liegt im Geschäftsjahr 2021 / 22 mit 20,7 % auf dem Vorjahresniveau.

Das operative Betriebsergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) beträgt 613,3 Mio. EUR (Vorjahr: 381,7 Mio. EUR).

Das Ergebnis vor Steuern liegt bei 584,7 Mio. EUR (Vorjahr: 370,3 Mio. EUR). Nach Abzug der Ertragsteuern beträgt das Ergebnis nach Steuern 436,4 Mio. EUR (Vorjahr: 254,9 Mio. EUR).

Ertragsentwicklung in den Segmenten/Divisionen

EBITDA-Marge

EBITDA je Segment / Division

2021/22 2020/21 2019/20 Abw. in % 2022 zu 2021
Decorative Products Mio. EUR 657,4 508,4 375,8 29,3 %
Flooring Products Mio. EUR 49,3 51,2 18,8 -3,8 %
Building Products Mio. EUR 170,8 62,7 29,7 172,4 %
Gesamt Mio. EUR 877,5 622,3 424,4 41,0 %

Ertragsentwicklung in der Division EGGER Decorative Products

Das EBITDA unserer Division Decorative Products mit ihren Regionen West, Mitte, Ost und Americas liegt bei 657,4 Mio. EUR und steigerte sich um +29,3 % gegenüber dem Vorjahr. Ursächlich für den Anstieg waren einerseits das durch die Corona-Pandemie belastete Vorjahr und andererseits Rohstoffkostenbedingte Preissteigerungen über alle Werke sowie einer Verbesserung des Produktmix. Mengensteigerungen, vor allem in den neuen Werken Biskupiec (PL) und Lexington, NC (US), trugen zudem zur positiven Entwicklung bei.

Ertragsentwicklung in der Division EGGER Flooring Products

Die Ertragsentwicklung in der Division EGGER Flooring Products ist weiterhin geprägt von Produktionsüberkapazitäten und Preisdruck sowie einem Verdrängungswettbewerb durch SPC- und LVT-Böden. Das Marktumfeld gestaltete sich im Geschäftsjahr 2021/22 zweigeteilt. Während im ersten Halbjahr noch Mengensteigerungen und damit Ergebnissteigerungen in den Vertriebsregionen Übersee und Lateinamerika sowie Russland erzielt werden konnten, war es uns im zweiten Halbjahr nicht mehr möglich, die Kostensteigerungen für Rohstoffe und Energie vollumfänglich an die Kunden weiterzugeben. Das EBITDA der Division EGGER Flooring Products betrug im Geschäftsjahr 2021/22 daher 49,3 Mio. EUR, was eine leichte Reduktion gegenüber dem Vorjahr (51,2 Mio. EUR) von -3,8 % bedeutet.

Ertragsentwicklung in der Division EGGER Building Products

Das EBITDA unserer Division Building Products beträgt 170,8 Mio. EUR und verbesserte sich somit deutlich gegenüber dem Vorjahr (62,7 Mio. EUR). Die EBITDA-Steigerung ist überwiegend auf ein gesteigertes Ergebnis im Sägewerk Brilon (DE) zurückzuführen. Hierbei war das überaus positive Marktumfeld für Sägewerksprodukte, vor allem auf dem Nordamerikanischen Markt, von großer Bedeutung. Aber auch unsere beiden OSB-Werke in Wismar (DE) und Radauti (RO) konnten ihre Ergebnisse steigern.

2.1.3 Finanzierungsergebnis

Das Finanzierungsergebnis (inkl. Ergebnis aus Finanzinvestitionen und assoziierten Unternehmen) belief sich im Geschäftsjahr 2021/22 auf - 28,6 Mio. EUR (Vorjahr: - 11,4 Mio. EUR). Das Finanzierungsergebnis (exkl. Ergebnis aus Finanzinvestitionen und assoziierten Unternehmen) erhöhte sich auf -33,4 Mio. EUR (Vorjahr: -15,7 Mio. EUR). Trotz eines, durch die Rohstoff- und Energiepreisentwicklung bedingten, erhöhten Liquiditätsbedarfs zum Ende des Geschäftsjahres sowie eines höheren Marktzinsniveaus konnten der Zinsaufwand und die sonstigen Finanzaufwendungen vor Sondereffekten insgesamt auf niedrigem Niveau gehalten werden. Ermöglicht wurde dies durch die für die Berichtsperiode anwendbaren weiterhin niedrigen variablen Zinssätze, ein aktives Zinsmanagement sowie eine im Vergleich zum Vorjahr verbesserte Bonität und reduzierte Finanzverbindlichkeiten. Negative Sondereffekte waren im Währungsergebnis aufgrund der Aufwertung des RUB gegenüber dem EUR zu verzeichnen. Das Ergebnis aus Finanzinvestitionen und assoziierten Unternehmen verbesserte sich im Geschäftsjahr 2021/22 mit +4,8 Mio. EUR leicht (Vorjahr: +4,3 Mio. EUR).

2.1.4 Steuerergebnis

Im Geschäftsjahr 2021/ 22 betrugen die Aufwendungen für Ertragsteuern 148,3 Mio. EUR (Vorjahr: 115,5 Mio. EUR). Der Effektivsteuersatz betrug 2021 / 22 daher 25,4 % (Vorjahr: 31,2%). Die gesteigerte Steuerbelastung begründet sich durch die guten Ergebnisse der gesamten EGGER Gruppe. Eine detaillierte Übersicht zur Ermittlung der Ertragsteuern befindet sich in den Erläuterungen im Konzernanhang unter Anhangsangabe (15) Ertragsteuern.

2.2 Finanzlage

2.2.1 Finanzierung und Treasury

Die vorrangigen Ziele des Finanzmanagements /Treasury der EGGER Gruppe sind die Begrenzung finanzieller Risiken für den Bestand (Liquiditäts- und Ausfallsrisiken) und die Ertragskraft (Währungs-, Zinsänderungs-, Kurs- und Preisrisiken) der Unternehmensgruppe bei jederzeit ausreichender Zahlungsfähigkeit und gleichzeitiger Minimierung der Finanzaufwendungen.

Dabei bedeutet Risikobegrenzung nicht den völligen Ausschluss, sondern die ökonomisch sinnvolle Steuerung finanzieller Risiken innerhalb des Handlungsrahmens, der durch eine umfassende Finanzmanagementrichtlinie sowie durch operative Richtlinien definiert ist.

Neben dem Management finanzieller Risiken stehen als vorrangiges Ziel die Sicherstellung und der Ausbau von externen Finanzierungsquellen im Vordergrund, um damit eine weitere Entwicklung der EGGER Gruppe durch organisches Wachstum und / oder Akquisitionen sicherzustellen. Die in diesem Zusammenhang für die EGGER Gruppe wesentlichsten Treasury-Kennzahlen sind die Entschuldungsdauer (Nettoverschuldung / EBITDA) sowie die Eigenkapitalquote (Eigenkapital/Bilanzsumme), welche regelmäßig überwacht werden. Als unsere interne strategische Zielsetzung und zur Messung der Zielerreichung auf Gruppenebene wurde für die Eigenkapitalquote eine Untergrenze von 30 % und für die Kennzahl Nettoverschuldung / EBITDA ein langfristiger Maximalwert von unter 3 Jahren festgelegt.

Die extern vertraglich vereinbarten Treasury Kennzahlen / Financial Covenants liegen über (Nettoverschuldung/EBITDA) bzw. unter (Eigenkapitalquote) den internen Vorgaben. Die Nettoverschuldung / EBITDA ist bis 3,75 Jahre vereinbart. Die Eigenkapitalquote ist extern größer 25 % vereinbart.

Finanz Kennzahlen

30.04.2022 30.04.2021 30.04.2020
Eigenkapitalquote in % 50,9 % 42,0 % 37,9 %
Nettoverschuldung / EBITDA Jahre 0,64 1,34 2,82

Die Reduktion der Entschuldungsdauer von 1,34 auf 0,64 Jahre zum 30.04.2022 ist auf eine deutliche Verbesserung des EBITDA um 41,0 % einerseits und auf eine um -32,2 % gesunkene Nettoverschuldung andererseits zurückzuführen. Die gesunkene Nettoverschuldung ist das Ergebnis eines starken positiven Free Cashflows bei einer gleichzeitig planmäßig moderaten Investitionstätigkeit. Die Eigenkapitalquote konnte aufgrund des positiven Jahresergebnisbeitrags nach Ausschüttungen, unterstützt von buchmäßigen Translationsgewinnen, von 42,0 % auf 50,9 % verbessert werden.

2.2.2 Finanzierungsanalyse

In der strategischen Ausrichtung unserer Unternehmensfinanzierung stellen die Sicherung der Liquiditätssituation und die Diversifizierung von Kapitalquellen und Finanzierungsinstrumenten die wesentlichen Ziele dar.

Ein Teil der Finanzierungsstrategie besteht in der Verwendung des erwirtschafteten freien Cashflows und somit in Wachstum aus eigener Kraft.

Die Fremdfinanzierung unserer Gruppe ist auf einem 3-Säulen-Modell aufgebaut:

Die erste Säule besteht aus Bankfinanzierungen. Hier werden vor allem syndizierte Bankkredite sowie kommittierte Kreditlinien (zur strategischen Liquiditätssicherung) mit einem ausgewählten Kreis von Kernbanken abgeschlossen.

Im Oktober 2021 konnte eine kommittierte syndizierte Kreditlinie mit einem Kreis von Kembanken von bisher 200 Mio. EUR auf nun 400 Mio. EUR aufgestockt und um zumindest weitere 5 Jahre verlängert werden. Vereinbarungsgemäß ist ein Teil der Zinsmarge an die Entwicklung des Nachhaltigkeitsratings (ESG Corporate Rating) von ISS ESG für unsere Gruppe gekoppelt.

Zum 30.04.2022 waren 400 Mio. EUR kommittierte Kreditlinien mit einer Restlaufzeit von 4,5 Jahren frei verfügbar.

Die zweite Säule besteht aus Kapitalmarktfinanzierungen. Unsere Gruppe finanziert sich bereits seit vielen Jahren erfolgreich über den Anleihenmarkt. Zuletzt hatten wir im März 2018 eine Hybridanleihe mit einem Volumen von 150 Mio. EUR am Markt platziert. In der Berichtsperiode wurde ein Nominalbetrag von insgesamt 0,5 Mio. EUR zurückgekauft. Zusammen mit den bereits im Vorjahr 2020/21 zurückgekauften Anteilen (Nominalbetrag von 2,8 Mio. EUR) wurden in der Berichtsperiode 3,3 Mio. EUR eingezogen. Ausstehend ist somit ein Nennbetrag von 146,7 Mio. EUR. Details dazu sind in der Anhangangabe (27) ersichtlich.

Seit 2014 nutzen wir auch regelmäßig den Schuldscheindarlehensmarkt als Finanzierungsquelle. Aufgrund der positiven Liquiditätsentwicklung wurden im September 2021 variable Tranchen des Schuldscheindarlehens 2019 teilweise (über insgesamt 70,5 Mio. EUR) vorzeitig zurückbezahlt. Damit waren nach Berücksichtigung planmäßiger Rückzahlungen zum 30.04.2022 Schuldscheindarlehen in der Gesamthöhe von 424,5 Mio. EUR (Nominale) in mehreren fixen und variablen EUR-Tranchen mit unterschiedlichen Restlaufzeiten ausstehend.

Die dritte Säule der Fremdfinanzierung basiert auf zwei Factoring-Programmen, bei denen Forderungen auf Basis eines True Sales verkauft werden.

Derivative Finanzinstrumente werden ausschließlich zur Sicherung von Risikopositionen aus dem Grundgeschäft eingesetzt. Bezüglich detaillierter Informationen zu Derivaten wird auf den Anhang verwiesen.

Fälligkeitsstruktur
Finanzverbindlichkeiten und Anleihen

30.04.2022 30.04.2021 30.04.2020
Restlaufzeit über 5 Jahre Mio. EUR 126,0 250,6 528,2
Restlaufzeit 1-5 Jahre Mio. EUR 721,2 812,3 744,0
Restlaufzeit unter 1 Jahr Mio. EUR 134,4 131,0 205,3
Gesamt Mio. EUR 981,6 1.193,9 1.477,5

2.2.3 Cashflow Entwicklung

Cashflow Statement

2021/22 2020/21 2019/20 Abw. in % 2022 zu 2021
Cashflow aus dem Ergebnis Mio. EUR 746,1 584,9 370,0 27,6 %
Cashflow a.d. Veränd. d. Nettoumlaufvermögens Mio. EUR -170,4 62,5 -40,6 -372,6 %
Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit Mio. EUR 575,8 647,4 329,5 -11,1 %
Cashflow aus der Investitionstätigkeit Mio. EUR -270,5 -233,0 -505,0 -16,1 %
Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit Mio. EUR -248,8 -324,4 14,9 23,3 %
Nettoveränderung von liquiden Mitteln Mio. EUR 56,5 89,9 -160,6 -37,2 %

Ausgehend vom Cashflow aus dem Ergebnis und nach Berücksichtigung der Veränderungen des Nettoumlaufvermögens wurde ein Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit von 575,8 Mio. EUR (Vorjahr: 647,4 Mio. EUR) erwirtschaftet.

Der Cashflow aus der Investitionstätigkeit (inkl. Akquisitionen) liegt mit 270,5 Mio. EUR über dem hohem Vorjahreswert von 233,0 Mio. EUR.

Die Investitionen verteilen sich auf nahezu alle Werksstandorte und betrafen überwiegend Recyclinganlagen, Lagerflächen und Veredelungskapazitäten.

Der Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit zeigt mit -248,8 Mio. EUR deutlich unsere Möglichkeit, durch gute Ergebnisse Verschuldung abzubauen.

Free Cashflow Rechnung

2021/22 2020/21 2019/20 Abw. in % 2022 zu 2021
Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit Mio. EUR 575,8 647,4 329,5 -11,1 %
Cashflow aus der Investitionstätigkeit Mio. EUR -270,5 -233,0 -505,0 -16,1 %
+ Wachstumsinvestitionen Mio. EUR 194,5 127,0 415,7 53,2 %
Free Cashflow Mio. EUR 499,8 541,4 240,1 -7,7 %

Im Geschäftsjahr 2021 / 22 lag der Free Cashflow (Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit abzüglich Cashflow aus der Investitionstätigkeit zuzüglich Wachstumsinvestitionen) mit 499,8 Mio. EUR um -7,7 % unter dem vorjährigem Spitzenwert von 541,4 Mio. EUR.

2.2.4 Investitionen

Im laufenden Geschäftsjahr 2021 / 22 wurden Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte sowie Akquisitionen in der Höhe von 293,6 Mio. EUR (Vorjahr: 193,0 Mio EUR) getätigt. Davon entfielen 99,1 Mio. EUR (Vorjahr: 66,0 Mio. EUR) auf Erhaltungsinvestitionen.

Investitionen (Mio. EUR)

Die Differenz zwischen dem Cashflow aus der Investitionstätigkeit und Investitionszugängen im Anlagevermögen ergibt sich aus noch nicht zahlungswirksamen Anlagenzugängen, Aktivierung von Nutzungsrechten nach IFRS 16 sowie Währungseffekten zwischen Stichtagskurs und Durchschnittskurs.

Investitionen (inkl. Akquisitionen)

2021/22 2020/21 2019/20
Erhaltungsinvestitionen Mio. EUR 99,1 66,0 115,7
Wachstumsinvestitionen (inkl. Akqu.) Mio. EUR 194,5 127,0 415,7
Investitionen gesamt Mio. EUR 293,6 193,0 531,4

Für Wachstumsinvestitionen wurden im Geschäftsjahr 2021/22 194,5 Mio. EUR (Vorjahr: 127,0 Mio. EUR) aufgewendet. Ein großer Anteil hiervon entfiel auf den Ausbau des Stammsitzes in St. Johann i. Tirol (AT). Aber auch an den anderen Standorten wurden Investitionen getätigt. Wesentliche Teile entfielen auf unsere Werke in Brilon, Wismar und Gifhorn (DE) und Rambervillers (FR), wo Investitionen in den Bereichen Veredelung und Infrastruktur getätigt wurden. In Hexham (UK) wurde in die Erweiterung der Recycling-Kapazitäten investiert. Ein kleinerer Teil floss in unseren jüngsten Standort in Lexington, NC (US).

Investitionen (inkl. Akquisitionen)

2021/22 2020/21 2019/20
Decorative Products Mio. EUR 248,4 169,9 500,2
Flooring Products Mio. EUR 31,2 16,6 24,6
Building Products Mio. EUR 14,0 6,5 6,5
Investitionen gesamt Mio. EUR 293,6 193,0 531,4

2.2.5 Kapitalkosten

Die im Rahmen des EGGER Wertmanagements angesetzten Kapitalkosten (WACC = Weighted Average Cost of Capital) repräsentieren die Renditeerwartungen für das eingesetzte Eigen- und Fremdkapital. Diese Kapitalkosten (WACC) ergeben sich aus dem gewichteten Eigen- und Fremdkapitalkostensatz. Der WACC nach Steuern beträgt 2021 / 22 für die EGGER Gruppe 8,71 % (Vorjahr: 9,05 %). Lokale WACC-Sätze einzelner Länder werden in lokaler Währung gerechnet und um Inflationsdifferenz und Länderrisikosätze ergänzt.

2.2.6 EGGER Wertmanagement

Das EGGER Wertmanagement basiert aus finanzieller Sicht auf einer einfachen und transparenten, jedoch aussagekräftigen Methode. Diese konzentriert sich auf die nachhaltige Steigerung des Cashflows (EBITDA) im Verhältnis zum historisch investierten Kapital (Historical Capital Employed), dem CFROI (Cashflow Return on Investment; Verzinsung des eingesetzten Kapitals zu Anschaffungskosten).

Der CFROI zählt zu den wichtigsten Performance-Kennzahlen in anlageintensiven Unternehmen und dient der Messung der Rentabilität auf das zur Verfügung gestellte Kapital. Als nachhaltiges strategisches Ziel wurde für alle Unternehmensbereiche eine langfristige Mindestrentabilität von 10 % (Ziel-Rate) festgesetzt.

2021/22 2020/21 2019/20 Abw. in % 2022 zu 2021
EBITDA Mio. EUR 877,5 622,3 424,4 41,0 %
Historisch investiertes Kapital Mio. EUR 5.525,1 4.997,9 5.105,6 10,5 %
CFROI in % 15,9 % 12,5 % 8,3 %  

CFROI = EBITDA / Hist. investiertes Kapital

Ziel: CFROI ≥ 10 %

Wertmanagement:

Unser Gruppen-CFROI liegt im Geschäftsjahr 2021 / 22 mit 15,9 % über dem Vorjahresniveau von 12,5% und damit auch über unserer langfristigen Ziel-Rate von 10,0 %. Im Vergleich zum Vorjahr entwickelte sich das EBITDA mit +41,0 % deutlich nach oben. Das historisch investierte Kapital erhöhte sich im selben Zeitraum jedoch nur um +10,5 %. Mittel- und langfristig rechnen wir mit einer CFROI Rate in der Höhe unserer Ziel-Rate von 10 %.

2.3 Vermögenslage

2.3.1 Analyse der Bilanzstruktur

Im Geschäftsjahr 2021/ 22 stieg die Bilanzsumme von 3.246,6 Mio. EUR im Vorjahr auf 3.740,2 Mio. EUR (+ 15,2 %).

Der Zuwachs beruht vorwiegend auf der Erhöhung bei Sachanlagen, Vorräten, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie liquider Mittel.

Bilanzentwicklung

30.04.2022 30.04.2021 30.04.2020 Abw. in % 2022 zu 2021
Langfristiges Vermögen Mio. EUR 2.368,6 2.266,6 2.376,1 4,5 %
Vorräte Mio. EUR 647,0 429,8 427,5 50,5 %
Forderungen Mio. EUR 192,6 126,3 83,1 52,4 %
Liquide Mittel Mio. EUR 418,1 362,4 279,7 15,4 %
Sonstiges Umlaufvermögen Mio. EUR 113,9 61,4 73,5 85,7 %
Bilanzsumme Mio. EUR 3.740,2 3.246,6 3.239,8 15,2 %
Eigenkapital (einschl. Zuschüsse) Mio. EUR 1.902,0 1.362,3 1.227,4 39,6 %
Rückstellungen Mio. EUR 159,2 175,7 181,4 -9,4 %
Lfr. Finanzverbindlichkeiten / Anleihen Mio. EUR 847,1 1.062,9 1.272,2 -20,3 %
Kfr. Finanzverbindlichkeiten / Anleihen Mio. EUR 134,4 131,0 205,3 2,6 %
Sonstige Verbindlichkeiten Mio. EUR 697,5 514,7 353,5 35,5 %

Bilanzentwicklung Aktiva (Mio. EUR)

Bilanzentwicklung Passiva (Mio. EUR)

Das langfristige Vermögen erhöhte sich um +4,5 % aufgrund von Anlagenzugängen und währungsbedingter Stichtagsbetrachtung für den Russischen Rubel und den US-Dollar. Der hohe Anteil des langfristigen Vermögens von 63,3 % an der Bilanzsumme (Vorjahr: 69,8 %) resultiert branchenbedingt aus der sehr hohen Kapitalintensität der Produktionsprozesse. Aufgrund des Ukraine Konflikts wurden die Ertragserwartungen für unsere russischen Standorte deutlich reduziert, sind jedoch nach wie vor auf einem Niveau, welches keine Abwertungen auslöst.

Die Bilanzstruktur zeigt zum 30.04.2022 folgendes Bild:

Bilanzstruktur Aktiva (30.04.2022)

Bilanzstruktur Passiva (30.04.2022)

2.3.2 Entwicklung Working Capital

Das Working Capital (Vorräte zuzüglich Forderungen aus Lieferungen und Leistungen abzüglich Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen) ist von 270,3 Mio. EUR zum 30.04.2021 auf 441,8 Mio. EUR am 30.04.2022 gestiegen.

Working Capital 2021/22 2020/21 2019/20 Abw. in % 2022 zu 2021
Vorräte Mio. EUR 647,0 429,8 427,5 50,5 %
+ Forderungen Mio. EUR 192,6 126,3 83,1 52,4 %
- Lieferverbindlichkeiten Mio. EUR 397,8 285,9 215,1 39,1 %
Working Capital Mio. EUR 441,8 270,3 295,5 63,4 %
Umsatzerlöse Mio. EUR 4.234,3 3.082,8 2.831,5 37,4 %
Working Capital in % v. Umsatzerlöse in % 10,4 % 8,8 % 10,4 %  

Die Vorräte sind per 30.04.2022 vom Vorjahreswert von 429,8 Mio. EUR um + 50,5 % auf 647,0 Mio. EUR gestiegen.

Der Bestand der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen hat sich ebenfalls von 126,3 Mio. EUR per 30.04.2021 auf 192,6 Mio. EUR per 30.04.2022 erhöht. Die durchschnittliche Außenstanddauer der Kundenforderungen beträgt rund 36 Tage (Vorjahr: rund 34 Tage).

Die Lieferverbindlichkeiten sind per 30.04.2022 aufgrund von Außenständen für getätigte Investitionen und des gesteigerten Geschäftsvolumens mit 397,8 Mio. EUR ebenfalls gestiegen (Vorjahr: 285,9 Mio. EUR).

2.3.3 Liquidität/Nettoverschuldung

Die verzinslichen Verbindlichkeiten (Finanzverbindlichkeiten und Anleihen) reduzierten sich per 30.04.2022 auf 981,6 Mio. EUR (Vorjahr: 1.193,9 Mio. EUR) und beinhalten einen langfristigen Finanzierungsanteil von 86,3 % (Vorjahr: 89,0 %). Alle Finanzierungen sind in Euro abgeschlossen. Zum 30.04.2022 betrug die Nettoverschuldung 563,4 Mio. EUR (Vorjahr: 831,5 Mio. EUR) und reduzierte sich somit im Wesentlichen bedingt durch den starken Free Cashflow um 268,1 Mio. EUR (-32,2%).

Nettoverschuldung

30.04.2022 30.04.2021 30.04.2020 Abw. in % 2022 zu 2021
Finanzverbindlichkeiten und Anleihen Mio. EUR 981,6 1.193,9 1.477,5 -17,8 %
abzüglich liquide Mittel Mio. EUR 418,1 362,4 279,7 15,4 %
Nettoverschuldung Mio. EUR 563,4 831,5 1.197,8 -32,2 %

2.3.4 Eigenkapital (inkl. Zuschüsse)

Das positive Jahresergebnis der Periode von 436,4 Mio. EUR zuzüglich positiver Währungsumrechnungen (RUB und USD), abzüglich Rückkauf von Anteilen der Hybridanleihe und Zinszahlungen für diese und abzüglich Ausschüttungen führte in Summe zu einer Erhöhung des Eigenkapitals von 1.362,3 Mio. EUR im Vorjahr auf 1.902,6 Mio. EUR zum 30.04.2022. Die Eigenkapitalquote beträgt unter Berücksichtigung vereinnahmter Subventionen 50,9 % (Vorjahr: 42,0 %).

2.3.5 Rückstellungen und sonstige Verbindlichkeiten

Die Rückstellungen per 30.04.2022 in Höhe von 159,2 Mio. EUR sind gegenüber dem 30.04.2021 mit 175,7 Mio. EUR gefallen. Der Anteil der Rückstellungen an der Bilanzsumme beträgt 4,3 % (Vorjahr: 5,4 %).

Die sonstigen Verbindlichkeiten sind von 514,7 Mio. EUR per 30.04.2021 um + 35,5 % auf 697,5 Mio. EUR per 30.04.2022 gestiegen. Ursächlich für diesen Anstieg sind einerseits die gesteigerte Geschäftstätigkeit im Vergleich zum, teilweise noch von der Corona-Pandemie betroffenen, Bilanzstichtag im Vorjahr und anderseits gestiegene Steuerverbindlichkeiten.

3 Corporate Responsibility (CR)

Nachhaltigkeit, Fairness und Transparenz sind Schlüsselfaktoren für unseren Erfolg. Als eines der führenden holzverarbeitenden Unternehmen haben wir den Anspruch, verantwortungsvoll zu handeln und damit unsere Haltung als Arbeitgeber, als Marktteilnehmer, gegenüber der Gesellschaft und der Umwelt zu dokumentieren.

"Unsere Werte bestimmten unser tägliches Handeln."

Wir veröffentlichen zeitgleich mit diesem Jahresfinanzbericht unseren fünften gruppenweiten Nachhaltigkeitsbericht. Er stellt alle wesentlichen Nachhaltigkeitsthemen und die darin gesetzten Ziele und umgesetzten Maßnahmen ausführlich dar und zeichnet sich durch ein besonders hohes Maß an Transparenz aus. Überzeugen Sie sich selbst: Sie finden den EGGER Nachhaltigkeitsbericht 2021/22 auf www.egger.com/nachhaltigkeit.

Nachhaltige Entwicklung und nachhaltiges Wachstum sind wichtige Bestandteile unseres Leitbilds und unserer Leitstrategie. Für unsere Geschäftstätigkeit und für die Beziehung zu all unseren Partnern ist das Thema Compliance - also die Einhaltung gesetzlicher Vorschriften und interner Richtlinien - von zentraler Bedeutung. Darüber hinaus nehmen wir unsere unternehmerische Verantwortung wahr und leisten einen freiwilligen Beitrag zu einer nachhaltigen Entwicklung.

3.1 Marktplatz

Wir von EGGER sind uns bewusst, dass unser unternehmerisches Handeln heute die Qualität unseres Lebensraums in der Zukunft bestimmt. Deshalb übernehmen wir Verantwortung für die Auswirkungen unserer Produkte, unserer Produktionen sowie unserer Beziehungen zu unseren Lieferanten und Kunden. Wir produzieren mit modernsten Anlagen auf dem neuesten Stand der Technik. Vom stehenden Baum bis zum fertigen Produkt setzen wir auf integrierte Standorte, die in einem geschlossenen Kreislauf den wichtigsten Rohstoff Holz vollständig nutzen. Nachhaltigkeit ist ein wesentlicher Aspekt bei der Entwicklung und Verbesserung von Produkten, Services und Produktionsanlagen und hat maßgeblichen Anteil am Unternehmenserfolg.

3.1.1 Unser Umweltkreislauf

An den integrierten Standorten von EGGER verwerten wir Holz zunächst stofflich. Dies reicht von der Schnittholzproduktion im Sägewerk bis zur Produktion von Holzwerkstoffen. Holzreste und Recyclinghölzer, die nicht in der Produktion verwendet werden können, werden in eigenen Biomassekraftwerken thermisch genutzt und in Energie für die Produktion umgewandelt. Das eingesetzte Frischholz stammt aus nachhaltiger Waldwirtschaft. Es stammt aus 100 % verifiziert legalen und kontrollierten Quellen nach ISO 38200. Rundholz kaufen wir bevorzugt aus zertifizierten Wäldern in der Einkaufsregion. Das bei unseren Produktionsschritten entstehende CO 2 wird schließlich vom Wald wieder aufgenommen und in Sauerstoff umgewandelt. Damit entsteht ein geschlossener Kreislauf.

Eine ausführliche Darstellung unserer Wertschöpfungskette finden Sie im Nachhaltigkeitsbericht auf Seite 26.

3.1.2 Produktverantwortung

Holzwerkstoffe leisten einen wesentlichen Beitrag zur Verringerung von Treibhausgasen in der Erdatmosphäre. Der natürliche CO 2-Speicher Holz kommt in unseren Produkten besonders zur Geltung und sorgt für eine positive Ökobilanz.

Sowohl die Ökobilanz als auch Informationen zur Umweltverträglichkeit legen wir in unseren Umweltproduktdeklarationen (EPDs) offen. Unsere EPDs werden nach dem internationalen ISO-Standard 14025 und nach der EN 15804 erstellt, unabhängig durch das Institut für Bauen und Umwelt (IBU) verifiziert und zur Zertifizierung der Nachhaltigkeit von Gebäuden verwendet. Es liegen EPDs für alle wichtigen Produktgruppen von EGGER vor. Einen Überblick unserer Produkte mit Umweltzeichen finden Sie im Nachhaltigkeitsbericht auf Seite 43.

Die Qualität unserer Produkte und Prozesse zu garantieren, ist eines unserer wichtigsten Anliegen. Das gruppenweite Qualitätsmanagement ist nach ISO 9001 zertifiziert. Damit werden die Zufriedenheit der Kunden und die Langlebigkeit der Produkte sichergestellt. Das Qualitätsmanagement, als Teil des integrierten Managements der EGGER Gruppe, wird in einer Auditmatrix mit internen und externen Audits überprüft.

3.1.3 Die Beziehung zu Kunden und Lieferanten

Es ist unser Anspruch, mit unseren Kunden und Lieferanten langfristig, verlässlich und vertrauensvoll zusammenzuarbeiten. Der Aufbau und die Weiterentwicklung langfristiger Beziehungen sind dabei die Basis für den Erfolg.

Wir definieren Standards für Lieferanten, damit diese unseren Anforderungen an nachhaltiges Wirtschaften entsprechen.

Wir halten uns an geltende Gesetze und verfügen über einen Code of Conduct (Verhaltenskodex) für alle Mitarbeiter sowie einen Code of Conduct für Lieferanten, eine Leitlinie Kartellrecht und eine Leitlinie Korruption.

Unsere Produkte und Services orientieren wir an den aktuellen und zukünftigen Kundenbedürfnissen. Für maximale Kundennähe entwickeln wir auch neue Geschäftsmodelle zur Stärkung unserer Wertschöpfungspartner.

3.2 Umwelt

Wir nehmen unsere Verantwortung für Mensch und Umwelt ernst. Umweltverträgliches Handeln hat eine große Bedeutung und ist fest in der EGGER Unternehmensphilosophie verankert. Wir definieren einheitliche Gruppenstandards für die Reduktion von Emissionen in Luft, Wasser und Boden. Sie orientieren sich zumindest an den lokalen Gesetzen und am Stand der Technik.

"Die nachhaltige Nutzung von Rohstoffen hat für uns höchste Priorität."

Diese erreichen wir durch ressourcenschonende Verarbeitungstechnologien, Energiegewinnung in eigenen Biomassekraftwerken sowie umweltverträgliche Logistiksysteme, die beispielsweise die Nutzung des Schienenverkehrs zum Transport fördern. Alle Werke erfüllen die gesetzlichen Anforderungen und sind überwiegend mit modernen Abwasser-, Lärmschutz- und Luftreinhaltungssystemen nach dem letzten Stand der Technik ausgestattet.

Das Ziel des EGGER Umweltmanagements ist die Sicherstellung der Einhaltung von Rechtsvorschriften, die Vermeidung bzw. Verringerung von negativen betrieblichen Umweltauswirkungen und die fortlaufende Verbesserung unserer Umweltleistung. Umweltmanagementsysteme bilden daher die Grundlage für die systematische und konsequente Verfolgung von Umweltzielen, um Ressourcen und Energie verantwortungsvoll einzusetzen. Den aktuellen Fortschritt bei der Zertifizierung unserer Werke nach ISO 14001, ISO 50001 und EMAS finden Sie im Nachhaltigkeitsbericht auf Seite 23. Die Managementsysteme werden nach einer Auditmatrix in Form eines integrierten Managementsystems regelmäßig überprüft.

Zu den wesentlichen strategischen Herausforderungen gehört es, die Versorgung der Werke mit Holz sicherzustellen. Dies geschieht vor dem Hintergrund, dass es einen intensiven Wettbewerb um Holz gibt, der nicht nur den Preis deutlich steigen lässt, sondern sich auch auf die Verfügbarkeit auswirkt. Aus diesem Grund setzen wir verstärkt auf den Einsatz von Recyclingholz.

An allen großen Standorten der Gruppe wird die notwendige thermische Energie durch Biomassekraftwerke bzw. Biomasseheizwerke bereitgestellt. Biomassekraftwerke erzeugen elektrische Energie und Wärme durch die Verbrennung von Biomasse. Biomasseheizwerke oder Heißgaserzeuger erzeugen Wärme zur Thermalölerhitzung für unsere Pressen und Heißgase für die Trocknung unserer Späne. Holzreste und Stäube aus der Aufbereitung, die nicht in der Produktion verwendet werden können, werden in unseren Kraftwerken thermisch genutzt. Somit wird wiederum Erdgas als fossiler Energieträger eingespart. Details zu unserer Energieinfrastruktur und vielen weiteren Aspekten einer verantwortungsvollen Produktion finden Sie im Nachhaltigkeitsbericht ab Seite 79.

Alle Dokumente zu Umwelt und Nachhaltigkeit bei EGGER sind auch im Internet unter www.egger.com/umwelt abrufbar.

3.3 Mitarbeiter

Wir streben an, der beste Arbeitgeber im jeweils relevanten Arbeitsmarkt zu sein. Deshalb legen wir großen Wert auf eine moderne Personalarbeit, die unsere Unternehmenskultur unterstützt.

3.3.1 Mitarbeiter

Die Anzahl der eigenen Mitarbeiter im Jahresschnitt betrug 10.629 (Vorjahr: 10.233) und gliedert sich nach Ländern wie folgt auf:

Anzahl eigene Mitarbeiter Status 30.04.2022 Jahresschnitt 2021/22 Jahresschnitt 2020/21 Jahresschnitt 2019/20 Jahresschnitt 2018/19
Österreich 1.674 1.640 1.610 1.610 1.585
Deutschland 2.940 2.908 2.838 2.764 2.625
Frankreich 922 921 908 892 875
Großbritannien 818 806 778 800 779
Russland 1.221 1.173 1.148 1.155 1.140
Rumänien 894 879 861 866 876
Türkei 857 847 795 764 760
Argentinien 500 500 492 489 493
Polen 541 531 502 421 311
USA 423 424 301 168 38
EGGER Gesamt 10.789 10.629 10.233 9.928 9.481

3.3.2 Employer Branding und Recruiting

Im Geschäftsjahr 2021/22 haben wir unsere Employer Branding- und Recruiting-Initiativen aufgrund der Pandemie angepasst. Zahlreiche Personalmarketingmaßnahmen, wie der Besuch von verschiedenen Messen, Tage der offenen Tür, Schulbesuche, Elternabende erfolgten weiterhin in digitaler Form. Bewerbungsgespräche für viele Positionen wurden nach Möglichkeit virtuell durchgeführt.

Im Geschäftsjahr 2021/22 konnten wir im Bereich Sommerjobs, Praktika und Diplomarbeiten aufgrund der Pandemie und den damit verbundenen Hygienemaßnahmen und Abstandregelungen unserem Anspruch nur zum Teil gerecht werden. An allen zugesagten Praktikumsstellen wurde nach Möglichkeit festgehalten.

Im April 2020 wurden wir von "Great Place to work" erneut ausgezeichnet und belegen den 4. Platz bei Arbeitgebern über 1.000 Mitarbeitern in Österreich. Auch bei Arbeitgeber-Bewertungsplattformen wie Glassdoor, Indeed oder Kununu erhalten wir eine Vielzahl an positiven Rückmeldungen von Bewerbern und Mitarbeitern.

Im Herbst 2021 wurde erneut unsere Mitarbeiterbefragung durch das unabhängige geva-institut durchgeführt. Abgefragt wurde die persönliche Meinung über die eigene Arbeit, zur Führungskraft und zu EGGER als Unternehmen. Die Ergebnisse wurden intern kommuniziert und anschließend Maßnahmen abgeleitet und umgesetzt. Die Themen reichen dabei von Konfliktmanagement über Wertschätzung und offene Kommunikation bis hin zu Work-Life-Balance. Die Ergebnisse der jüngsten Umfrage im Herbst 2021 haben gezeigt, dass sich die überwiegende Mehrheit der Mitarbeiter sehr stark mit dem Unternehmen und seinen Werten verbunden fühlt.

Im internen Employer Branding haben wir mit dem Relaunch des EGGERnet, unserem Intranet, eine moderne, zentrale Informationsplattform geschaffen, die zugleich Absprungplattform zu allen genutzten Systemen, Anwendungen und Informationen ist. Diese wird nun in einer mobilen App-Version weiterentwickelt, einige Anwendungen können bereits auf Firmengeräten genutzt werden.

3.3.3 Ausbildung

Unser Ziel ist es, Fach- und Führungskräfte aus den eigenen Reihen auszubilden. An 16 von 20 Standorten haben wir Ausbildungsprogramme etabliert. Das Rekrutieren von Auszubildenden und damit die Sicherstellung von Fachkräftenachwuchs war und bleibt eines unserer Fokusthemen.

Seit 2018 haben wir erfolgreich ein Ausbildungsprogramm in den USA etabliert und im Frühjahr 2021 Nachwuchskräfte für den vierten Ausbildungsstart im Sommer rekrutiert. Im Herbst 2020 startete im Werk in Concordia (AR) das Ausbildungsprogramm. In Polen und Russland wurde ein Ausbildungsprogramm aufgebaut, in dem in den kommenden Monaten die ersten Auszubildenden starten.

Die Anzahl an Auszubildenden konnte im vergangenen Jahr deutlich gesteigert werden. Damit konnten wir unser Ziel einer Ausbildungsquote von 3 % gruppenweit erneut erreichen.

Im Geschäftsjahr 2021/22 waren gruppenweit durchschnittlich 360 Auszubildende / Lehrlinge (Vorjahr: 328) tätig.

3.3.4 Personalentwicklung

Der EGGER Campus bietet relevante Trainings für alle Mitarbeiter. Im jährlichen Mitarbeitergespräch werden die Schulungsbedarfe gezielt im Entwicklungsplan erfasst und ihre Umsetzung nachverfolgt. Mit E-Learnings decken wir 50% des Schulungsbedarfs ab. Im abgelaufenen Geschäftsjahr haben wir verstärkt digitale Lernangebote zur Verfügung gestellt sowie zusätzliche Austauschplattformen und Webinare angeboten. Unsere interne Schulungsoffensive EGGER Kompakt stellt den fachbereichsübergreifenden Austausch sicher und stärkt das Verständnis aller Mitarbeiter für den Wertschöpfungsprozess.

Im Geschäftsjahr 2021/22 hat die Pandemie dazu geführt, dass sehr viele Trainingsmaßnahmen digital umgesetzt wurden und Präsenzformate weiterhin nur eingeschränkt stattfanden.

Seit 2019 bieten wir außerdem das Führungskräfte-Training "HR bei EGGER - meine Rolle als Führungskraft" in aktuell 7 Ländern an. Dessen Ziel ist es, ein besseres Verständnis für die verschiedenen Prozesse des Mitarbeiterzyklus zu erlangen: von der Auswahl, über die Einarbeitung bis hin zum Austritt. Im direkten Austausch erhalten die Teilnehmer einen Überblick über die Erwartungen, die EGGER an sie und ihre Rolle stellt, und über ihre Zusammenarbeit mit der Personalabteilung.

Wir legen großen Wert darauf, viele Positionen aus den eigenen Reihen zu besetzen. Wir informieren Mitarbeiter im Intranet und an schwarzen Brettern über ausgeschriebene Stellen. Das strategischen Entwicklungsprogramm "Startklar" fördert interne Potenzialträger gezielt. Im April 2022 haben wir die 8. Runde unseres Nachwuchsführungskräfteprogrammes Startklar mit 18 internationalen Potentialträgern abgeschlossen. Im Sommer 2022 wird die nächste Runde des etablierten Programms starten.

3.3.5 Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz

Wir sind uns unserer Verantwortung als familiärer Arbeitgeber bewusst: Die Mitarbeiter sind unser wertvollster Bestandteil - entsprechend achten wir auf das Wohl und die Gesundheit unserer Mitarbeiter. Im letzten Jahr konnten wir eine Reduktion der Unfallzahlen um 24 % (Unfallquote intern) umsetzen, und haben so den Meilenstein von maximal 10 Unfällen pro 1 Mio. Arbeitsstunden (Unfallquote LTIR intern) erreicht.

Diese Entwicklung bestätigt uns darin, dass der gesteigerte Fokus auf Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz in den vergangenen Jahren richtig war. Unsere "Vision Zero", die Vermeidung tödlicher und schwerer Arbeitsunfälle, spornt uns zu weiteren Verbesserungen an.

Wir haben im abgelaufenen Geschäftsjahr viele Schulungen zur Sensibilisierung durchgeführt. Daran halten wir weiter fest - ein Kulturwandel braucht Zeit. Die Intensiv-Trainings für Führungskräfte (Safety Leadership Induction Workshops) wurden großteils absolviert und laufen weiter. Knapp 4.595 Mitarbeiter konnten online zum Thema Arbeitssicherheit geschult werden. Daneben haben wir ein zentrales Meldesystem für unsichere Zustände, Beinaheunfälle und Arbeitsunfälle sowie ein Managementsystem für Arbeitssicherheit. Um Unfälle zu verhindern, optimieren wir laufend alle physischen Prozesse in Bezug auf Arbeitssicherheit (Anlagen, LKW-, Stapler-, Radlader- und Personenverkehr, Zugangsbeschränkungen, technische Hilfsmittel etc.).

Eine weitere Aktivität auf diesem Weg ist die erneute Durchführung der Aktionswoche EGGER Safety Week anlässlich des Welttages für Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz, dem 28. April. Eine Woche lang konnten Kollegen in allen 20 Werken an einem breiten Angebot an Trainings und Informationsveranstaltungen zu sicherheitsrelevanten Themen teilnehmen. Das Angebot umfasste einen Mix aus theoretischen und praktischen Einheiten, in Abhängigkeit auch von den jeweils geltenden Corona-Schutzmaßnahmen in den unterschiedlichen EGGER Standorten. Zahlreiche Mitarbeiter nutzten das Angebot der 2. EGGER Safety Week.

Was den Gesundheitsschutz unserer Mitarbeiter während der Corona-Pandemie betrifft, so haben wir unsere umfangreichen Schutzmaßnahmen weitergeführt.

Wir haben Krisenteams auf den Ebenen der Gruppe, Divisionen und Werke etabliert. Diese Teams sind verantwortlich dafür, staatlich vorgegebene und selbst entwickelte Maßnahmen in den Betrieben umzusetzen und auf veränderte Bedingungen schnell zu reagieren. Alle Mitarbeiter wurden laufend und transparent über aktuelle Entwicklungen informiert. Die Arbeitsbedingungen wurden so angepasst, dass die Mitarbeiter bestmöglich geschützt werden konnten. Abstandsregelungen, Hygienemaßnahmen und die Schaffung von ständigen Teams zur Minimierung der Kontakte waren Kernelemente. Bürotätigkeiten wurden soweit als möglich ins Homeoffice verlegt.

Unser Engagement für die Gesundheit unserer Mitarbeiter wurde in Österreich mit dem Gütesiegel für Betriebliche Gesundheitsförderung bestätigt. In Hexham (UK) erhielten wir für unser Gesundheitsmanagement zum wiederholten Mal den "Better Health at Work Award - Ambassador Status", und für unseren schottischen Standort Barony (UK) konnten wir den Status "Gold Award - Healthy Working Lives" erfolgreich über die letzten 2 Jahre aufrechterhalten.

3.4 Gesellschaft

Im Einklang mit unseren festen Grundwerten respektieren wir die Sitten und Gebräuche der Länder, in denen das Unternehmen tätig ist. Dabei integriert sich das Familienunternehmen EGGER in das Leben des jeweiligen Umfelds und fördert den Einsatz von qualifizierten Mitarbeitern und Führungskräften aus den Regionen der Standorte.

Unsere Werke haben zudem langfristig durch die Einbindung lokaler Zulieferunternehmen und der lokalen Infrastruktur, wie Hotels und Restaurants, einen positiven Einfluss auf die gesamtwirtschaftliche Entwicklung am jeweiligen Standort.

"Wir nehmen auf lokaler Ebene gesellschaftliche Verantwortung wahr."

Wir wollen aktive Mitglieder der jeweiligen Gemeinschaften sein und nehmen daher unsere gesellschaftliche Verantwortung gezielt auf lokaler Ebene wahr. In diesem Zusammenhang engagieren wir uns für die Bereiche Gesundheit, Soziales, Bildung und Umweltschutz. Je nach den lokalen Gegebenheiten setzen wir an unseren Standorten verschiedenste Maßnahmen zur Förderung und Verbesserung der Lebensqualität in den Regionen.

Bereits seit 2010 schlagen wir mit der Initiative "EGGER läuft" eine Brücke zwischen dem Gesundheitsmanagement für unsere Mitarbeiter und sozialem Engagement in den Regionen unserer Werksstandorte. Für jeden erlaufenen Kilometer spenden wir 5 EUR an gemeinnützige Organisationen. Die Freude am Sport und das Bewusstsein, dass man jemandem helfen kann, stehen bei diesem Projekt im Vordergrund.

Im Jahr 2021 wurden aufgrund der Pandemie zwei digitale "EGGER läuft"-Veranstaltungen durchgeführt. Die Teilnehmer waren via Laufapp verbunden und konnten so die Leistungen ihrer Kollegen verfolgen, obwohl alle Läufer an unterschiedlichen Orten überall in der Welt teilnahmen.

Dies sorgte für Teamgeist trotz Distanz. Insgesamt haben unsere Mitarbeiter 2021 39.505 Kilometer im Rahmen von "EGGER läuft" zurückgelegt und damit eine Spendensumme von rund 197,5 TEUR für den guten Zweck "erlaufen". Die so generierten Spenden wurden jeweils an lokale Organisationen oder Bedürftige übergeben.

Darüber hinaus haben wir auch im Geschäftsjahr 2021/22 umfangreiche Spenden-Aktivitäten in den Bereichen Gesundheit, Soziales, Bildung und Umweltschutz mit Fokus auf lokale Bedarfe durchgeführt, darunter zum Beispiel die Unterstützung von Krankenhäusern (Biskupiec, PL), Unterstützung von Organisationen für Krebsforschung (Rion des Landes, FR), Errichtung von Spielplätzen (Radauti, RO), Ausstattung von Schulen (Radauti, RO), Unterstützung von Umweltschutzorganisationen (Hexham, UK).

Mit Sach- und Geldspenden unterstützen wir also ausgewählte Projekte, die jeweils den Kriterien der Nachhaltigkeit entsprechen und einen unserer Compliance-Guideline für Spenden und Sponsoring entsprechenden Verwendungszweck aufweisen müssen. Insgesamt haben wir für Spenden und Sponsoring im abgelaufenen Geschäftsjahr 2.141,6 TEUR (Vorjahr: 1.526,8 TEUR) aufgewendet. Für Details zu unserem Beitrag für die lokalen Gemeinschaften sowie zur regionalen Wertschöpfung verweisen wir auf den aktuellen Nachhaltigkeitsbericht ab Seite 146.

Darüber hinaus halten wir normalerweise an unseren Standorten Tage der offenen Tür sowie Familien- und Gesundheitstage ab, bei denen die Familien unserer Mitarbeiter und auch die breitere Öffentlichkeit die Gelegenheit haben, hinter die Kulissen zu blicken, EGGER besser kennenzulernen und so eine persönliche Beziehung zum Unternehmen und zu den Kolleginnen und Kollegen aufzubauen. Leider mussten wir dieses Besucherprogramm aufgrund der Pandemie im vergangenen Jahr aussetzen, wir hoffen aber, es bald wieder aufnehmen zu können.

4 Innovation, Forschung und Entwicklung

4.1 Innovationsmanagement als Bestandteil der Unternehmensstrategie

"Neuentwicklungen und insbesondere die Weiterentwicklung unserer Produkte, Prozesse und Services orientieren sich maßgeblich am Kundennutzen und sind damit die Basis für unsere langfristige Ertragskraft." Diese Formulierung aus der EGGER Leitstrategie betont Innovation als eine wesentliche Säule zur Erreichung der Vision von EGGER und entsprechend wird dem Innovationsprozess eine hohe strategische Bedeutung zuerkannt.

Die Ideenfindung, deren Dokumentation und die organisatorische Abwicklung von Innovationsprojekten bis hin zur Markteinführung folgen bei EGGER einem klar definierten, strukturierten Innovationsprozess, der als solcher im Unternehmen fest verankert ist. Für die Umsetzung arbeiten die verschiedenen Bereiche des Produktmanagements und der Competence Center eng zusammen. Die zentral organisierten Competence Center konzentrieren sich dabei auf die Produkt- und Verfahrensentwicklungen sowie die Produktivitätssteigerung bzw. die Optimierung der Produktionsanlagen hinsichtlich Kosten, Energie- und Rohstoffverbrauch. Das Produktmanagement definiert im Rahmen des Innovationsprozesses die wesentlichen Produktanforderungen und unterstützt den Vertrieb bei der Markteinführung. Von der Festlegung entsprechender Verkaufspreise über die Produktschulung bis hin zur Konzeption des Marketingpakets zusammen mit den lokalen Marketingteams begleitet das Produktmanagement den Prozess nicht nur in der Phase der Produktentwicklung, sondern verantwortet auch den Auslauf am Ende des Produktlebenszyklus. Wir verfügen damit über ein Innovationsmanagementsystem.

Innovationsmanagementsystem IMS EGGER

Es sind innerhalb der Produktmanagement- Bereiche Möbel und Innenausbau, Bauprodukte und Fußboden sowie in der Competence-Center-Organisation alle Gremien besetzt, die im Innovationsprozess verantwortlich zeichnen. Um die Effizienz im Innovationsmanagement noch weiter zu steigern, haben wir das EGGER-InnoCockpit geschaffen. Das InnoCockpit ist eine Plattform auf SharePoint-Basis, die es uns ermöglicht, alle im Innovationsmanagement involvierten Personen transparent und zielgerichtet informiert zu halten, Projekte zu planen und zu dokumentieren und, soweit sinnvoll, manuelle administrative Tätigkeiten durch automatische Workflows zu ersetzen. Das InnoCockpit wird so zu dem wesentlichen Steuerungstool für das EGGER IMS.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2021/22 wurden 48 F&E- und Innovationsprojekte bearbeitet. 9 davon konnten abgeschlossen werden, 13 wurden gestartet.

Die Competence-Center (CC)-Organisation ist im abgelaufenen Geschäftsjahr neu strukturiert worden und nun die folgenden Fachbereiche gegliedert:

CC-Line Core Products

CC-Line Surfaces Melamine

CC-Line Lacquering/Thermoplastics

CC-Line Process Automation

CC-Line Maintenance

CC-Line Technical Standards

CC-Line Chemistry

CC-Line Research & Innovation

Der Fokus der CC-Organisation liegt in der Implementierung von technischen Standards über die gesamte EGGER Gruppe. Die Competence Center sind darüber hinaus für jene Maßnahmen verantwortlich, die sich aus rechtlichen Rahmenbedingungen und der strategischen Weiterentwicklung der EGGER Gruppe ergeben.

4.2 Produkt-, Prozess- und Serviceinnovation

EGGER konzentriert sich im Rahmen des Innovationsprozesses vor allem auf definierte Innovationsfelder in den Bereichen Produkte, Prozesse und Services.

Produkte:

Dekore und Strukturen - Optik und Haptik

Technische Eigenschaften und Verarbeitung (Gewichtsreduktion, Verlegung und Montage, Standzeiten, ...)

Funktionale Werkstoffe und Oberflächen (Brandverhalten, Anti-Fingerprint, Insekten- und Schimmelschutz)

Prozesse:

Umwelt und Emissionen

Rohstoffe und Ressourceneffizienz

Technologie und Produkte

Smart Factory

Services:

Digitalisierung (Datenmanagement, Simulation, Visualisierung)

Planungstools, interaktive Angebote

Von der Ideengenerierung über die Beurteilung und Entscheidung bis hin zur endgültigen Freigabe sind definierte Hierarchieebenen verantwortlich. Drei Mal jährlich werden F&E- und Innovationsprojekte von der Gruppenleitung freigegeben bzw. wird diese über den Status der laufenden Projekte informiert.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2021/22 wurden insgesamt 8,6 Mio. EUR (Vorjahr: 7,4 Mio. EUR) für F&E sowie Innovation aufgewendet. Unsere Mitarbeiter wendeten dabei rund 29.000 Stunden (Vorjahr: ca. 22.000 Stunden) für Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten auf.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden vier prioritäre Patentanmeldungen durchgeführt. Aktuell werden weltweit ca. 2.350 Patente (erteilt sowie angemeldet) sowie ca. 1.260 Marken gehalten. Die Verwaltung und Betreuung der verschiedenen gewerblichen Schutzrechte wird zentral von der Patent- und Markenabteilung durchgeführt.

Die Zusammenarbeit mit externen Forschungspartnern ist ein wesentlicher Bestandteil im Rahmen der F&E-Aktivitäten. Die Schwerpunkte liegen dabei auf den Bereichen Rohstoffaufbereitung, Optimierung der Beschichtungssysteme, neue Bindemitteltechnologien und verbesserte Produktionsverfahren. Manche der Entwicklungsvorhaben sind auch durch Mittel der öffentlichen Hand kofinanziert. In regelmäßig stattfindenden Workshops wird der Austausch mit ausgewählten Lieferanten und Kunden gepflegt. Dabei werden Produkt- und Technologietrends auf ihre möglichen Auswirkungen auf Produkte, Fertigungsprozesse und Dienstleistungen hin evaluiert.

4.3 Schwerpunkte der Forschung und Entwicklung

Die behandelten F&E-Themen betreffen vornehmlich die nachstehend beschriebenen Bereiche.

Forschungsschwerpunkt "Umwelt und Emissionen"

Im Rahmen des Forschungsschwerpunkts Umwelt und Emissionen werden Möglichkeiten erforscht, Produkte sowie Produktionsprozesse hinsichtlich ihrer Umweltverträglichkeit und insbesondere hinsichtlich ihres Emissionsverhaltens bzw. ihrer Emissionsbelastung zu verbessern. Im Bereich der Produkte werden das Fertigprodukt und darüber hinaus der gesamte Lebenszyklus inklusive seiner Wiederverwertung betrachtet. Bezüglich der Produktionsprozesse stehen sämtliche umwelt- und emissionsrelevanten Prozessschritte, wie Trocknung, Presse, Kraftwerk, Imprägnierung und Beschichtung, im Fokus der Forschungsarbeiten.

Forschungsschwerpunkt "Rohstoffe und Ressourceneffizienz"

Der Forschungsschwerpunkt Rohstoffe und Ressourceneffizienz konzentriert sich auf die bestmögliche Auswahl und Nutzung der eingesetzten Vormaterialien und Betriebsmittel. Neben dem Rohstoff Holz und möglicher anderer nachwachsender Rohstoffe, die für die Holzwerkstoffherstellung eingesetzt werden können, werden in diesem Bereich auch neuartige Bindemittel und Beschichtungsmaterialien erforscht. Bei der Optimierung der eingesetzten Betriebsmittel liegt der Fokus auf der möglichst ressourcenschonenden Betriebsmöglichkeit von Produktionsanlagen und dem höchstmöglichen Wirkungsgrad von Energieerzeugungsanlagen.

Forschungsschwerpunkt "Technologie und Produkte"

Die Forschungsarbeiten des Schwerpunkts Technologie und Produkte konzentrieren sich auf die Erarbeitung neuartiger Holzwerkstoffprodukte und deren Möglichkeiten zur Veredelung, wie auch auf neuartige Produktionsprozesse, die eine wirtschaftlichere Herstellung oder Produkte mit neuen Eigenschaften ermöglichen. Beispiele dafür sind etwa besondere Plattenhybride oder gewichtsreduzierte Holzwerkstoffplatten ebenso wie Produktionstechnologien, die neuartige Methoden wie Digitaldruck, Laserschweißen, elektronische Bildverarbeitung oder Plasmabehandlung nutzen.

Forschungsschwerpunkt "Smart Factory"

Sämtliche Forschungsarbeiten, deren Schwerpunkt die Nutzung digitaler Systeme zur Verbesserung der Planbarkeit, Führung und Darstellung innerbetrieblicher Prozesse ist oder die den digitalen Datenaustausch mit Lieferanten und Abnehmern erweitern oder verbessern, sind Inhalt des Forschungsschwerpunkts "Smart Factory".

5 Risikomanagement

5.1 EGGER Risikomanagementsystem

Unternehmerische Tätigkeiten sind immer mit Chancen und Risiken verbunden. Die wesentlichen Ziele des Risikomanagementsystems sind die Sicherstellung des Unternehmensbestands sowie die Erreichung unserer gesteckten Zielsetzungen. Unser Risikomanagementsystem ist daher ein klarer Bestandteil unserer Unternehmensstrategie und unseres Wertmanagements.

Zentrale Bestandteile des Risikomanagementsystems sind ein systematisiertes Risikocontrolling sowie das interne Kontrollsystem (IKS), welches im Wesentlichen gruppenweite Richtlinien und Standards, die externe Prüfung durch Wirtschaftsprüfer, unsere regelmäßigen internen Audits und ein einheitliches Berichtswesen sowie Planungs- und Controlling-Prozess umfasst.

5.2 Finanzielle Risiken und allgemeine operative Risiken

Hinsichtlich der Risikopolitik des Unternehmens wird auf den Risikobericht im Anhang verwiesen, der im Rahmen des Risikocontrollings von EGGER erstellt wurde und in dem spezifische Risiken, wie Finanz-, Markt-, Beschaffungs-, Produktions- und Investitionsrisiken, detailliert beschrieben werden.

5.3 Internes Kontrollsystem (IKS)

Bei EGGER wird das interne Kontrollsystem als Bestandteil des Risikomanagementsystems gesehen. Es unterstützt die Wirtschaftlichkeit der betrieblichen Prozesse, sichert die Zuverlässigkeit der Finanzberichterstattung und wahrt die Einhaltung maßgeblicher gesetzlicher Vorschriften mit dem Ziel der Schadensvermeidung bzw. -reduzierung für das gesamte Unternehmen.

Wesentliche Merkmale des internen Kontrollsystems in Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess:

5.3.1 Gruppenweit einheitliche und verbindliche Richtlinien

Grundlage für das interne Kontrollsystem (IKS) sind gruppenweit einheitliche Richtlinien und Prozessstandards, deren Umsetzung und Einhaltung gemäß der dezentralen Struktur bei EGGER in der Verantwortung des jeweils zuständigen lokalen Managements liegt. Gruppenweit gültige Richtlinien werden regelmäßig durch einen Prozessverantwortlichen auf ihre Gültigkeit hin überprüft und gegebenenfalls aktualisiert. Deren Einhaltung wird bei internen Audits durch die Prozessverantwortlichen überprüft. Aufgrund des Ukraine Konflikts wurden Gruppenprozesse- und Richtlinien für unsere russischen Standorte bzw. für die Inter-Company-Zusammenarbeit mit diesen so angepasst, dass keine Sanktionsverstöße begangen werden. Diese Prozesse und Richlinien werden laufend eruiert und wenn nötig adaptiert.

Die Grundlage für den Umgang und das Auftreten gegenüber Lieferanten und Dienstleistern im Bereich aller Einkaufsorganisationen bildet ein gruppenweit für alle Mitarbeiter gültiger und auf unserer Webseite abrufbarer Code of Conduct: www.egger.com/compliance.

5.3.2 Externe Prüfung durch Wirtschaftsprüfer

Die Jahresabschlüsse der prüfungspflichtigen Gesellschaften und der Konzernabschluss werden durch unabhängige Wirtschaftsprüfer geprüft, welche durch ihr internationales Netzwerk einheitliche Prüfungsstandards garantieren und eine vollständige und effiziente Prüfung der Jahresabschlüsse sicherstellen.

5.3.3 IKS Schwerpunktprüfungen

Jährlich wird im Rahmen der Gruppenprüfung durch den Abschlussprüfer schwerpunktmäßig ein Unternehmensbereich auf ordnungsgemäße Einhaltung des IKS untersucht. Im aktuellen Geschäftsjahr 2021/22 wurde der Bereich Vertrieb Innendienst gruppenweit überprüft. Folgende interne Kontrollbereiche wurden in den vergangenen Jahren analysiert:

Steuern

Anlagenmanagement und Investitionsprozess

Bestands- und Lagermanagement / Inventur

Debitorenmanagement, Kundenkreditmanagement

Beschaffung, IT General Controls

Treasury, ausgewählte IT-Prozesse

Personalwesen/Lohn- und Gehaltsverrechnung

Vertriebsorganisation

Transferpreise und deren Dokumentation

Controlling

Beschaffung

Personalwesen

O2C (Order to Cash)

Logistik

Asset und Investment

Vertrieb Innendienst

5.3.4 EGGER internes Audit

Weiterer Bestandteil des internen Kontrollsystems sind regelmäßig stattfindende interne Audits, bei denen Experten aus den Gruppenstäben die Prozesse entlang der Wertschöpfungskette gemeinsam mit den lokalen Fachabteilungen analysieren und prüfen. Dadurch können Prozesse optimiert und die Einhaltung von Gruppenstandards und -richtlinien, die Ordnungsmäßigkeit von Aufgabenerfüllungen und die Wirtschaftlichkeit von Prozessen sichergestellt werden.

5.3.5 Überwachung, Berichtswesen, Planungs- und Controllingprozess

EGGER hat gruppenweit ein einheitliches Enterprise-Resource-Planning(ERP)-System (SAP) im Einsatz, welches die Umsetzung von einheitlichen Standards und Prozessen im Rechnungswesen deutlich erleichtert und auch eine effiziente Überprüfung durch die interne zentrale IT sowie die externe Prozessprüfung durch z. B. Wirtschaftsprüfer ermöglicht.

Ferner ist bei EGGER ein gruppenweit einheitliches Closing Cockpit etabliert, welches die Monats- und Jahresabschlussprozesse unterstützt und alle Prozessschritte automatisch dokumentiert. Dieses ermöglicht auch eine zentrale Kontrolle des jeweiligen Abschlussstands.

Weitere Überwachungsmaßnahmen bilden einerseits automatisierte IT-Prozesskontrollen und Genehmigungs- und Rollenkonzepte sowie andererseits organisatorische Regelungen wie das "Vier-Augen-Prinzip", die Trennung von Verwaltungs-, Ausführungs-, Abrechnungs- und Genehmigungsfunktionen. Auch diesbezüglich wurden die Systeme und Prozesse angepasst, um den Sanktionen des Ukraine Konflikts Rechnung zu tragen.

Ein gruppenweit standardisiertes monatliches Berichtswesen sowie ein integrierter Planungs- und Controllingprozess sind zentrale Bestandteile des internen Kontrollsystems. In regelmäßigen Intervallen werden auf Werks-, Divisions- und Gruppenebene die Unternehmens- und Risikoentwicklung dokumentiert sowie Soll-Ist-Abweichungen analysiert und in die operative bzw. strategische Entscheidungsfindung integriert. Die vollständige Harmonisierung von internem und externem Rechnungswesen ermöglicht eine monatliche Abstimmung für das gesamte Berichtswesen und eine gemeinsame Datenbasis für alle internen Entscheidungsfindungen auf jeder Ebene.

Der Prozess der Konzernabschlusserstellung basiert auf einer zentralen, regelmäßig aktualisierten Bilanzierungsrichtlinie, welche für alle in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen verbindlich ist und, auf den Rechnungslegungsprozess bezogen, die wesentlichen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden nach IFRS festhält.

Neben der laufenden Überprüfung durch unabhängige Wirtschaftsprüfer wurde der Konzernabschluss bereits zwei mal zum 30.04.2018 und zum 30.04.2021 durch ein OEPR-Verfahren überprüft und ohne Fehlerfeststellung abgeschlossen.

Der operative Planungsprozess erfolgt auf Basis einer quartalsweisen rollierenden Planung, um den steigenden Marktschwankungen im Absatz- und Einkaufsbereich aktiv und zeitnah gegensteuern zu können. Die rollierende Planung erlaubt uns, auf Basis ständig aktualisierter und mit den vorhandenen Kapazitäten abgestimmter Absatzmengen sowie aktueller Preisentwicklungen auf Absatz- und Einkaufsseite jedes Quartal die Ergebnissituation für fünf Quartale im Voraus zu planen und so auf sich ändernde Marktsituationen zu reagieren.

Ferner gehen die operativen Planergebnisse in eine im Planungssystem integrierte, automatisierte, monatliche, direkte und währungsdifferenzierte Cashflow-Planung sowie in die ebenfalls im selben System umgesetzte jährlich aktualisierte Fünf-Jahres-Mittelfristplanung ein.

6 Nachtrags-, Chancen- und Prognosebericht

6.1 Wesentliche Risiken, Chancen und Ungewissheiten

Derzeit sind keine Risiken, die den Bestand der EGGER Gruppe gefährden könnten, erkennbar. EGGER identifiziert, bewertet und steuert Risiken laufend im bestehenden Risikomanagementsystem innerhalb der festgelegten risikopolitischen Grundsätze.

6.2 Wesentliche Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Nach dem Bilanzstichtag gab es keine Vorgänge von besonderer Bedeutung, die zu einer anderen Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage geführt hätten.

6.3 Voraussichtliche Entwicklung/Ausblick

Das globale Wachstum wird sich voraussichtlich von geschätzten +6,1 % im Jahr 2021 auf +3,6 % in den Jahren 2022 und 2023 abschwächen. Das sind -0,8 bzw. -0,2 Prozentpunkte weniger für 2022 und 2023 als im Januar prognostiziert. Nach 2023 wird das globale Wachstum mittelfristig auf etwa +3,3 % zurückgehen. Der krisenbedingte Anstieg der Rohstoffpreise und der zunehmende Preisdruck haben dazu geführt, dass die Inflationsprognosen für 2022 bei 5,7 % in den fortgeschrittenen Volkswirtschaften und bei 8,7 % in den Schwellen- und Entwicklungsländern liegen, somit +1,8 bzw. +2,8 Prozentpunkte höher als im Januar prognostiziert.

(Quelle: WEO 2022 04)

Bezogen auf unsere Produkte beobachten wir derzeit ein Abschwellen des Nachfragehochs, bedingt durch Inflation, hohe Lagerstände bei den Kunden und unklare wirtschaftliche Aussichten, und auch bedingt durch den Konflikt in der Ukraine.

Entwicklung der Bauwirtschaft

Die Bauleistung in Westeuropa dürfte im laufenden Kalenderjahr +3,3 % über dem Niveau von 2019 (also vor der Corona-Pandemie) liegen, getrieben vor allem durch den Wohnbaubereich, und hier speziell der Renovierung, die auch 2020 kaum gelitten hat.

Beim Neubau ist im Wohnbereich mit einem stärkeren Abschwung der Dynamik zu rechnen, speziell in Deutschland, Frankreich, den Niederlanden und Skandinavien, während Großbritannien, die iberische Halbinsel, Belgien oder Italien hier durchaus weiterhin positive Trends aufzeigen. Im Bereich des Nichtwohnbaus hingegen wird die Bauleistung in Westeuropa auch 2022 noch deutlich unter dem Niveau von 2019 liegen (-6,7 %). Dies betrifft vor allem den Neubau, und hier speziell Hotels, aber auch Büro- und Geschäftsflächen.

Die Bauleistung in Osteuropa wird gebremst durch die Situation in Russland und in der Ukraine. In anderen Ländern ist hingegen 2022 mit einem Niveau deutlich über jenem von 2019 zu rechnen, wobei dies durch den Wohnbau, und hier vor allem durch den Neubau, bedingt ist, während der Nichtwohnbau nur wenig über dem Vorkrisenniveau liegen wird. 2023 ist allerdings auch im Wohnbaubereich mit einer Verlangsamung dieser positiven Dynamik zu rechnen.

(Quelle: B+L Marktdaten)

BIP in %

Anzahl der Genehmigungen für Wohnbauten (Tsd.)

West Europa

Fläche der genehmigten Nicht-Wohnbauten (Mio. m 2)

Ost Europa

6.4 Erwartete Ertrags-, Finanz- und Vermögenssituation

Der unsichere gesamtwirtschaftliche Ausblick ist geprägt von der leider noch immer andauernden tragischen Situation in der Ukraine, den volatilen Energie- und Rohstoffmärkten, der steigenden Inflation und der fortdauernden Corona-Pandemie, die weiterhin Ausfälle von Mitarbeitern befürchten lässt. Für EGGER ergeben sich aus der Währungsentwicklung in Argentinien und der Türkei zusätzliche Unsicherheiten. Diese Gemengelage macht eine Vorausschau für die nächsten Monate durchaus schwierig.

Insbesondere die Ukraine-Krise und die dabei getroffenen Sanktionsmaßnahmen beeinflussen unseren operativen Betrieb an unseren beiden russischen Standorten Shuya und Gagarin. Wir bei EGGER betrachten unsere Mitarbeiter nicht allein als Arbeitnehmer, sondern als Teil einer großen Familie. Die daraus erwachsende Verantwortung gilt auch für die mehr als 1.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den beiden russischen Werken sowie deren Familien. Beide Werke produzieren daher unter Einhaltung aller EU-Sanktionen für wirtschaftliche Beziehungen zwischen den für EGGER relevanten EU-Ländern und Russland weiter. Dafür wurde eine strikte Compliance-Struktur und ein Programm zur Einhaltung der EU-Sanktionen eingerichtet, die auch das Beschaffungswesen, Logistikströme und Inter-Company-Leistungen umfassen. Das im November 2021 angekündigte Modernisierungsvorhaben für das Werk Shuya kann aufgrund dessen aktuell nicht weiter betrieben werden.

Unsere in Russland produzierten Holzwerkstoffe werden vor allem vor Ort sowie in den angrenzenden sogenannten Stan-Staaten verkauft. Innerhalb der Europäischen Union, Großbritanniens oder anderen westlichen Ländern werden hingegen keine EGGER Holzwerkstoffe aus aktueller russischer Produktion verkauft. Die operativen Cashflows werden für den Betrieb der Werke (Gehälter, Materialien, etc.) verwendet. Der darüber hinausgehende Free Cashflow wird lokal veranlagt und in geringerem Maße für Erhaltungsinvestitionen verwendet. Trotz all dieser Maßnahmen ist es derzeit überaus schwierig, konkrete Aussagen über den Verlauf der kommenden Wochen oder Monate zu treffen. EGGER beobachtet und analysiert die Gesamtlage intensiv weiter.

Für die gesamte EGGER Gruppe ist der Ausblick, bei allen bestehenden Unsicherheiten, in der Umsatzentwicklung stabil. Die anhaltend hohen Rohstoff- und Energiekosten werden weiterhin zu einem hohen Preisniveau unserer Produkte führen. Es gilt dabei, unsere hochmoderne industrielle Basis und die über die Jahre aufgebauten Produktivitätsvorteile weiterhin gut zu nützen.

Unsere Umsatzerwartungen für die Division Decorative Products fallen für unsere Kernmärkte überwiegend stabil aus. Unsicherheiten in Russland werden durch die gestiegenen Absatzerwartungen am nordamerikanischen Markt kompensiert.

Das durch die Corona-Pandemie kurzfristig positiv geprägte Marktumfeld für die Division Flooring Products wurde nunmehr durch die stark gestiegenen Rohstoffkosten gedämpft. Preissteigerungen sind im Fußbodenbereich und insbesondere im Kundensegment DIY schwer umsetzbar. Auch die mengenmäßige Nachfrage droht bei Preissteigerungen im Bereich Laminat-Fußboden zu sinken. Die Umsatzerwartung in diesem Bereich ist daher rückläufig.

Für die Division Building Products rechnen wir gesamthaft mit einer rückläufigen Entwicklung. Die weitere Entwicklung der derzeit hohen Nachfrage nach Schnittholz, insbesondere aus dem nordamerikanischen Markt, bleibt mit großen Unsicherheiten behaftet.

Was die Ergebniserwartungen für all unsere Divisionen betrifft, so werden diese stark von der weiteren Entwicklung der gesamtwirtschaftlichen Nachfrage abhängen. Die Auswirkungen der steigenden Inflation und der damit einhergehenden höheren Energie- und Lebenshaltungskosten auf die Konsumbereitschaft und damit auf die Nachfrage nach Holzwerkstoffprodukten ist derzeit noch nicht zuverlässig prognostizierbar. Unsere Ergebniserwartungen für die gesamte EGGER Gruppe sind daher gedämpft.

Speziell in diesen unsicheren, volatilen Zeiten sind wir durch unsere quartalsweise rollierende Planung bestmöglich auf die Dynamik der Märkte vorbereitet und werden auch kommende Herausforderungen bewältigen. Den zu erwartenden wirtschaftlichen Verwerfungen wirken wir mit der Inbetriebnahme von zusätzlichen Veredelungskapazitäten und Investitionen zur Verbesserung der Rohstoff- und Energiesituation sowie mit ständiger Optimierung des Materialeinsatzes und der Kostenstruktur entgegen.

Durch die vorangeschrittene Internationalisierung unserer Gruppe, mit Werken in Nord- und Südamerika, erreichen wir eine regionale Diversifizierung und verringern die Abhängigkeit von einzelnen Regionen.

In Bezug auf Cyber-Security haben wir bei EGGER unsere bereits sehr hohen Risk Management-Standards aufgrund der aktuellen Bedrohungen um zusätzliche Vorsichtsmaßnahmen, Analysen und Kontrollsysteme erweitert. In Bezug auf Cyber-Securtiy für unsere russischen Standorte wurden ebenfalls sanktionskonforme Maßnahmen umgesetzt und weitere mögliche Abschottungsmaßnahmen vorbereitet.

Dem anhaltenden Fachkräftemangel in weiten Teilen der westlichen Welt begegnen wir mit umfassenden Mitarbeiterwerbungs-, -bindungs, und -entwicklungsprogrammen. Wir wissen, dass wir unseren bisherigen und zukünftigen Unternehmenserfolg der Qualifikation und dem Einsatz unserer mehr als 10.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter weltweit verdanken.

Um unsere Marktposition weiter zu festigen, setzen wir unverändert auf Produktvielfalt, Marktdiversifizierung und ständige Innovationen im Produkt-, Prozess- und Servicebereich. Unsere solide finanzielle Basis ermöglicht eine langfristige Lieferbeziehung mit Kunden und Lieferanten sowie weiteres stabiles Wachstum aus eigener Kraft. Wir streben eine volle Auslastung unserer Werke an.

Diese Angaben sind Prognosen, die auf aktuellen Einschätzungen über zukünftige Entwicklungen der EGGER Gruppe beruhen, welche durch Unsicherheiten oder Risiken im Marktumfeld beeinflusst werden können und zu Abweichungen von den derzeitigen Einschätzungen führen können.

 

St. Johann in Tirol, am 14. Juli 2022

Thomas Leissing, Sprecher der Geschäftsführung, CFO, Finanzen / Verwaltung

Frank Bölling, CSCO, Logistik

Ulrich Bühler, CSO, Vertrieb / Marketing

Hannes Mitterweissacher, CTO, Technik / Produktion

Die Geschäftsführung

Konsolidierter Jahresabschluss zum 30. April 2022

der Egger Holzwerkstoffe GmbH, St. Johann in Tirol

Konsolidierte Gewinn- und Verlustrechnung Geschäftsjahr 2021/22

Anhangangaben 2021/22
TEUR
2020/21
TEUR
Umsatzerlöse (7) 4.234.323 3.082.837
Sonstige betriebliche Erträge (8) 34.756 45.398
Bestandsveränderungen   104.464 -695
Aktivierte Eigenleistungen   8.295 10.836
Materialaufwand (9) -2.288.521 -1.487.188
Personalaufwand (10) -558.224 -516.591
Abschreibungen (17) -264.238 -240.622
Sonstige betriebliche Aufwendungen (11) -657.546 -512.265
Betriebsergebnis   613.311 381.711
Finanzierungsaufwendungen (12) -13.916 -20.232
Sonstiges Finanzergebnis (12) -19.467 4.521
Ergebnis aus Finanzinvestitionen (13) 1.513 3.407
Ergebnis aus assoziierten Unternehmen (14) 3.239 940
Ergebnis vor Steuern   584.680 370.346
Ertragsteuern (15) -148.315 -115.491
Jahresergebnis   436.365 254.855
davon nicht beherrschende Anteile   14.892 9.252
davon auf Hybridanleihebesitzer entfallender Anteil   7.169 7.299
davon Ergebnis der Muttergesellschaft   414.305 238.304

Konsolidierte Gesamtergebnisrechnung Geschäftsjahr 2021/22

Anhangangaben 2021/22
TEUR
2020/21
TEUR
Neubewertung von Verpflichtungen aus Leistungen an Arbeitnehmer nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses (34) 9.167 7.388
Posten, die anschließend nicht in den Gewinn oder Verlust umgegliedert werden   9.167 7.388
Währungsumrechnungsdifferenzen (28) 131.893 -99.871
Posten, die anschließend möglicherweise in den Gewinn oder Verlust umgegliedert werden   131.893 -99.871
Im sonstigen Ergebnis berücksichtigte Ergebnisse nach Steuern (16) 141.060 -92.482
Jahresergebnis nach Steuern   436.365 254.855
Gesamtergebnis der Periode   577.425 162.372
davon nicht beherrschende Anteile   15.219 9.267
davon auf Hybridanleihebesitzer entfallender Anteil   7.169 7.299
davon Gesamtergebnis der Muttergesellschaft   555.037 145.806

Konsolidierte Bilanz zum 30. April 2022

Aktiva

Anhangangaben 30.04.2022
TEUR
30.04.2021
TEUR
Sachanlagen (17) 2.147.410 2.032.790
Immaterielle Vermögenswerte (17) 65.784 65.341
Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien (18) 447 459
Biologische Vermögenswerte (19) 3.916 2.053
Finanzvermögen (20) 19.643 19.718
Anteile an assoziierten Unternehmen (21) 37.346 37.570
Sonstige Vermögenswerte (24) 5.853 14.331
Aktive latente Steuern (26) 88.165 94.367
Langfristiges Vermögen   2.368.565 2.266.630
Vorräte (22) 647.021 429.838
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (23) 192.556 126.346
Sonstige Vermögenswerte (24) 104.768 55.737
Ertragsteueransprüche   5.235 1.246
Finanzvermögen (20) 3.932 4.385
Liquide Mittel (25) 418.148 362.417
Kurzfristiges Vermögen   1.371.661 979.969
Summe Aktiva   3.740.226 3.246.598

Passiva

     
Anhangangaben 30.04.2022
TEUR
30.04.2021
TEUR
Stammkapital, Rücklagen (27, 28) 1.709.478 1.154.449
Hybridanleihe (27) 145.060 145.557
Nicht beherrschende Anteile (29) 37.813 54.581
Eigenkapital   1.892.351 1.354.587
Finanzverbindlichkeiten (30) 847.148 1.062.900
Sonstige Verbindlichkeiten (32) 9.255 247
Investitionszuschüsse (33) 8.332 6.279
Rückstellungen (34) 156.653 173.758
Passive latente Steuern (26) 6.833 3.742
Langfristige Schulden   1.028.221 1.246.926
Finanzverbindlichkeiten (30) 134.417 131.002
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (31) 397.818 285.910
Sonstige Verbindlichkeiten (32) 175.048 159.523
Investitionszuschüsse (33) 1.280 1.478
Ertragsteuerverbindlichkeiten   108.571 65.237
Rückstellungen (35) 2.519 1.936
Kurzfristige Schulden   819.654 645.086
Summe Passiva   3.740.226 3.246.598

Konsolidierte Cashflow-Rechnung Geschäftsjahr 2021/22

Anhangangaben 2021/22
TEUR
2020/21
TEUR
Ergebnis vor Steuern   584.680 370.346
Abschreibungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte (17) 264.238 240.622
Abschreibungen und Bewertungen vom Finanzvermögen   146 -3.696
Zinsergebnis (12) 14.079 17.978
Verbrauch aus Investitionszuschüssen (8) -1.588 -1.944
Ergebnis aus Anlagenabgängen   1.882 494
Ergebnis aus assoziierten Unternehmen (21) -3.239 -940
Veränderungen der langfristigen Rückstellungen   -9.648 571
Nettozahlung Ertragsteuern   -104.406 -38.523
Cashflow aus dem Ergebnis   746.144 584.908
Veränderungen der Vorräte   -166.859 -19.668
Veränderungen der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen   -48.200 -51.558
Veränderungen der sonstigen Vermögenswerte   -53.220 6.936
Veränderungen der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen   79.642 99.097
Veränderungen der sonstigen Verbindlichkeiten   17.761 27.178
Veränderungen der kurzfristigen Rückstellungen   520 505
Cashflow aus der Veränderung des Nettoumlaufvermögens   -170.356 62.490
Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit   575.788 647.398
Auszahlungen für Investitionen in langfristiges Sachanlagevermögen (17) -271.536 -208.005
Auszahlungen für Investitionen in langfristiges immaterielles Vermögen (17) -2.144 -1.335
Auszahlungen für den Erwerb von assoziierten Unternehmen   -3.448 -40.441
Erhaltene Ausschüttungen von assoziierten Unternehmen (21) 3.463 7.888
Auszahlungen für Investitionen in das Finanzvermögen   -2.129 -3.433
Einzahlungen aus Abgängen des Finanzvermögens   2.556 9.007
Einzahlungen aus den Anlagenabgängen   2.699 3.287
Cashflow aus der Investitionstätigkeit   -270.539 -233.032
Rückkauf Hybridanleihe (27) -520 -2.924
Einzahlungen aus der Aufnahme von Finanzverbindlichkeiten (30) 5.000 50.002
Rückzahlung von Finanzverbindlichkeiten / Leasingverbindlichkeiten (30) -205.431 -333.520
Gezahlte Zinsen   -10.740 -15.328
Erhaltene Zinsen   2.065 732
Ausschüttung (42) -31.986 -16.081
Zinszahlung Hybridanleihe (27) -7.155 -7.299
Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit   -248.767 -324.418
Nettoveränderung von liquiden Mitteln   56.482 89.948
Konsolidierungskreisbedingte Veränderungen der liquiden Mittel   0 -249
Einfluss von Wechselkursänderungen auf die liquiden Mittel   -751 -6.942
Liquide Mittel am Beginn des Geschäftsjahres (25) 362.417 279.660
Liquide Mittel am Ende des Geschäftsjahres (25) 418.148 362.417

Entwicklung des Eigenkapitals zum 30. April 2022

Stammkapital
TEUR
Hybridanleihe
TEUR
Rücklagen
TEUR
Unterschiedsbetrag aus Währungsumrechnung
TEUR
Beherrschende Anteile
TEUR
Nicht beherrschende Anteile
TEUR
Stand am 30.04.2020 11.509 148.365 1.375.387 -363.638 1.171.623 46.808
Jahresergebnis 0 0 245.603 0 245.603 9.252
Sonstiges Ergebnis 0 0 7.374 -99.871 -92.497 15
Gesamtergebnis der Periode 0 0 252.977 -99.871 153.106 9.267
Rückkauf Hybridanleihe 0 -2.808 -116 0 -2.924 0
Zugang / Abgang nicht beherrschende Anteile 0 0 0 0 0 87
Ausschüttung 0 0 -14.500 0 -14.500 -1.581
Zinszahlung Hybridanleihe 0 0 -7.299 0 -7.299 0
Stand am 30.04.2021 11.509 145.557 1.606.449 -463.509 1.300.006 54.581
Jahresergebnis 0 0 421.473 0 421.473 14.892
Sonstiges Ergebnis 0 0 8.839 131.893 140.732 328
Gesamtergebnis der Periode 0 0 430.312 131.893 562.205 15.219
Rückkauf Hybridanleihe 0 -497 -23 0 -520 0
Ausschüttung 0 0 0 0 0 -31.986
Zinszahlung Hybridanleihe 0 0 -7.155 0 -7.155 0
Stand am 30.04.2022 11.509 145.060 2.029.584 -331.616 1.854.538 37.813
Summe
TEUR
Stand am 30.04.2020 1.218.431
Jahresergebnis 254.855
Sonstiges Ergebnis -92.482
Gesamtergebnis der Periode 162.372
Rückkauf Hybridanleihe -2.924
Zugang / Abgang nicht beherrschende Anteile 87
Ausschüttung -16.081
Zinszahlung Hybridanleihe -7.299
Stand am 30.04.2021 1.354.587
Jahresergebnis 436.365
Sonstiges Ergebnis 141.060
Gesamtergebnis der Periode 577.425
Rückkauf Hybridanleihe -520
Ausschüttung -31.986
Zinszahlung Hybridanleihe -7.155
Stand am 30.04.2022 1.892.351

Anhang zum konsolidierten Jahresabschluss zum 30. April 2022

Allgemeine Angaben

(1) Das Unternehmen

Die Egger Holzwerkstoffe GmbH mit ihren Tochtergesellschaften ist eine führende Produzentin und Anbieterin von Holzwerkstoffen. Die Geschäftsaktivitäten an den 20 Produktionsstandorten erstrecken sich vorwiegend auf die Bereiche:

Erzeugung von und Handel mit Trägermaterialien aus Holzwerkstoffen (Span-, MDF-, HDF-, Kompakt- und Leichtbauplatten) sowie Kanten und Schichtstoffen.

Erzeugung von und Handel mit Laminat-, Comfort- und Designfußböden.

Erzeugung von und Handel mit OSB- und DHF-Platten sowie Schnittholz.

Der Sitz der Gesellschaft ist in Weiberndorf 20, 6380 St. Johann in Tirol, Österreich.

Der konsolidierte Jahresabschluss umfasst das Mutterunternehmen Egger Holzwerkstoffe GmbH, St. Johann in Tirol, und die von ihr beherrschten Tochtergesellschaften.

(2) Grundsätze der Rechnungslegung

Der vorliegende Jahresabschluss zum 30. April 2022 wurde gemäß § 245a UGB in Übereinstimmung mit sämtlichen vom International Accounting Standards Board (IASB) formulierten, von der Europäischen Union übernommenen und für den am Bilanzstichtag verpflichtend anzuwendenden International Accounting Standards (IAS) und International Financial Reporting Standards (IFRS) sowie den Interpretationen des International Financial Reporting Interpretations Committees (IFRIC bzw. SIC) aufgestellt.

Der Konzernabschluss wurde auf Grundlage historischer Anschaffungs- und Herstellungskosten erstellt, mit Ausnahme derivativer Finanzinstrumente, erfolgswirksam zum Fair Value bewerteter Finanzinstrumente, biologischer Vermögenswerte, Rückstellungen für Pensionen und pensionsähnlicher Verpflichtungen und der Residualschuld aus Factoring, welche mit dem beizulegenden Zeitwert bewertet wurden.

Der Jahresabschluss ist in Tausend Euro (gerundet nach kaufmännischer Rundungsmethode) aufgestellt. Bei der Summierung von gerundeten Beträgen und Prozentangaben können durch Verwendung automatisierter Rechenhilfen rundungsbedingte Rechendifferenzen auftreten.

Auswirkungen von COVID-19

COVID-19 hat bei EGGER zu keiner Veränderung hinsichtlich der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden geführt.

Erstmalig anzuwendende Standards und Interpretationen

Die Phase II der Reform der Referenzzinssätze ist in Kraft getreten (Änderungen an IFRS 9, IAS 39, IFRS 7, IFRS 4, IFRS 16) und hatte keine wesentliche Auswirkung auf den konsolidierten Jahresabschluss. Die von EGGER abgeschlossenen Finanzierungsverträge, Sicherungsgeschäfte und Leasingverträge enthalten als Referenzzinssatz hauptsächlich den EURIBOR, der an die Vorgaben der EU-Benchmark-Verordnung angepasst wurde. Der EURI-BOR wird weiterhin als Referenzzinssatz verwendet und hatte keine Änderungen von bestehenden Verträgen zur Folge. Zum Bilanzstichtag bestehen keine wesentlichen Finanzierungsverträge und Sicherungsgeschäfte, die den LIBOR oder einen anderen internationalen Referenzzinssatz verwenden, die eine Änderung erfordern.

Alle anderen, im Geschäftsjahr 2021/22 erstmals anzuwendenden Standards, Standardänderungen (IFRS 4, IFRS 16) und Interpretationen, hatten keine Auswirkung auf den konsolidierten Jahresabschluss.

Zukünftig anzuwendende Standards und Interpretationen

Die folgenden Standards und Interpretationen wurden vom IASB verabschiedet, sind allerdings noch nicht verpflichtend auf das Geschäftsjahr 2021 /22 anzuwenden. Die Egger Holzwerkstoffe GmbH hat von der Wahlmöglichkeit einer früheren Anwendung nicht Gebrauch gemacht. Diese neuen oder geänderten Standards und Interpretationen haben voraussichtlich keine wesentliche Auswirkung auf den konsolidierten Jahresabschluss.

Standards/Interpretationen Von der EU übernommen Erstmals gültig für GJ beginnend ab
IAS 16 Änderung: Sachanlagen - Einnahmen vor der beabsichtigten Nutzung 28.06.2021 01.01.2022
IAS 37 Änderung: Belastende Verträge - Kosten für die Erfüllung eines Vertrages 28.06.2021 01.01.2022
IFRS 3 Änderung: Verweis auf das Rahmenkonzept 28.06.2021 01.01.2022
Diverse Jährliche Verbesserungen an den IFRS 2018-2020 28.06.2021 01.01.2022
IFRS 17 Versicherungsverträge 19.11.2021 01.01.2023
IAS 8 Änderung: Definiton von rechnungslegungsbezogenen Schätzungen 02.03.2022 01.01.2023
IAS 1 Änderung: Angaben zu Rechnungslegungsmethoden 02.03.2022 01.01.2023
IAS 1 Änderung: Darstellung des Abschlusses offen 01.01.2023
IAS 1 Änderung: Klassifizierung von Verbindlichkeiten als kurz- oder langfristig offen 01.01.2023
IAS 12 Änderung: Latente Steuern, die sich auf Vermögenswerte und Schulden beziehen, die aus einer einzigen Transaktion entstehen offen 01.01.2023
IFRS 17 Änderung: Erstmalige Anwendung von IFRS 17 und IFRS 9 - Vergleichsinformationen offen 01.01.2023

(3) Konsolidierungskreis

In den konsolidierten Jahresabschluss sind neben dem Mutterunternehmen Egger Holzwerkstoffe GmbH durch Vollkonsolidierung 16 inländische (30.04.2021: 17) und 35 ausländische (30.04.2021: 41) Tochterunternehmen einbezogen, die unter dem beherrschenden Einfluss der Egger Holzwerkstoffe GmbH stehen. Die Egger Holzwerkstoffe GmbH beherrscht ein Beteiligungsunternehmen, wenn eine Risikobelastung durch oder Anrechte auf schwankende Renditen aus ihrem Engagement in dem Beteiligungsunternehmen vorliegen und die Gruppe ihre Verfügungsgewalt über das Beteiligungsunternehmen dergestalt nutzen kann, dass dadurch die Höhe der Rendite des Beteiligungsunternehmens beeinflusst wird. Zwei ausländische Unternehmen sind nach der Equity-Methode bilanziert.

Die Beteiligungsliste aller in den konsolidierten Jahresabschluss der Egger Holzwerkstoffe GmbH einbezogenen Unternehmen findet sich unter Anhangangabe (44).

Folgende Änderungen im Konsolidierungskreis gab es im Berichtszeitraum:

Die Egger (Ayrshire) Limited, Glasgow (UK), und die Egger Investment SA, Buenos Aires (AR), wurden liquidiert und entkonsolidiert.

Die folgenden Änderungen hatten keine Auswirkungen auf den Konsolidierungskreis:

Die Vertriebsgesellschaft EGGER Drvni Proizvodi d.o.o. Beograd, Belgrad (RS), und die Stiftungsgesellschaft Fundacja Egger, Biskupiec (PL), wurden neu gegründet. EGGER hält jeweils 100% der Anteile an den Gesellschaften. Mangels Wesentlichkeit erfolgt keine Einbeziehung in den Konsolidierungskreis.

An der Meobelio GmbH, Bad Wünnenberg (DE), wurden Anteile in Höhe von 74,9% zu einem Kaufpreis von 749 TEUR erworben. Mangels Wesentlichkeit erfolgt keine Einbeziehung in den Konsolidierungskreis.

Die Beteiligung "FM International" GmbH, St. Johann i.T. (AT), wurde auf die HP Verwaltungs GmbH, St. Johann i.T. (AT), verschmolzen.

Die Egger France SAS, Rion des Landes (FR), wurde auf die Egger Panneaux & Décors SAS, Rion des Landes (FR), verschmolzen.

Die Northumbria Finance Designated Activity Company, Dublin (IE), wurde auf die Egger Holzwerkstoffe GmbH, St. Johann i.T. (AT), verschmolzen.

Die Egger Kunststoffe Brilon GmbH & Co. KG, Brilon (DE), wurde auf die Egger Holzwerkstoffe Brilon GmbH & Co. KG, Brilon (DE), und die Egger Kunststoffe Brilon Beteiligungs-GmbH, Brilon (DE), auf die Egger Holzwerkstoffe Brilon Beteiligungs-GmbH, Brilon (DE), verschmolzen.

(4) Konsolidierungsmethoden

Die erstmalige Einbeziehung einer Tochtergesellschaft in den konsolidierten Jahresabschluss erfolgt gemäß IFRS 3 zum Zeitpunkt des Erwerbes durch Zuordnung der Anschaffungskosten auf die zur Tochtergesellschaft gehörenden neu bewerteten Vermögenswerte, Schulden und Eventualschulden (Erwerbsmethode). Erwerbsbezogene Kosten werden aufwandswirksam erfasst, wenn sie anfallen.

Für jeden Unternehmenserwerb entscheidet EGGER auf individueller Basis, ob die nicht beherrschenden Anteile am erworbenen Unternehmen zum beizulegenden Zeitwert oder anhand des proportionalen Anteils am Nettovermögen des erworbenen Unternehmens erfasst werden.

Nicht beherrschende Anteile am Eigenkapital der einbezogenen Unternehmen werden als gesonderte Posten innerhalb des Eigenkapitals dargestellt. Die im Jahresergebnis enthaltenen und anderen Gesellschaftern zustehenden Ergebnisanteile werden in der Gewinn- und Verlustrechnung getrennt ausgewiesen.

Wird im Rahmen eines Unternehmenserwerbs eine bedingte Gegenleistungsvereinbarung (Kaufoption) an EGGER gewährt, durch deren Ausübung die verbleibenden nicht beherrschenden Anteile erworben werden können, so werden diese mit ihrem Zeitwert als Verbindlichkeit passiviert.

Nachträgliche Änderungen des beizulegenden Zeitwerts einer bedingten Gegenleistung werden in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

Eine Veränderung der Beteiligungshöhe an einem Tochterunternehmen ohne Verlust der Beherrschung wird als Transaktion innerhalb des Eigenkapitals behandelt und daher wird die Differenz zwischen den Anschaffungskosten für die zusätzlichen Anteile und dem anteiligen Buchwert der nicht beherrschenden Anteile mit den Rücklagen verrechnet.

Alle Forderungen und Verbindlichkeiten, Aufwendungen und Erträge aus der Verrechnung zwischen Tochterunternehmen des Konsolidierungskreises werden eliminiert. Aus dem internen Lieferungs- und Leistungsverkehr resultierende Zwischenergebnisse im Anlage- und Umlaufvermögen werden eliminiert, soweit sie nicht von untergeordneter Bedeutung sind.

Nach der Equity-Methode erfolgt der Ansatz der Anteile an assoziierten Unternehmen zum Erwerbszeitpunkt mit ihren Anschaffungskosten. In den Folgeperioden wird dieser Wertansatz nach Maßgabe des anteiligen Ergebnisses des assoziierten Unternehmens fortgeschrieben. Erhaltene Ausschüttungen vermindern den Buchwert der Anteile. Ein Firmenwert aus der Erstkonsolidierung ist bei nach der Equity-Methode konsolididerten Gesellschaften im fortgeschriebenen Beteiligungsbuchwert enthalten.

(5) Währungsumrechnung und Rechnungslegung in Hochinflationsländern

Geschäftstransaktionen in ausländischer Währung

Die einzelnen Gesellschaften erfassen Geschäftsfälle in ausländischer Währung mit dem Devisenmittelkurs am Tag der jeweiligen Transaktion. Die Umrechnung der am Bilanzstichtag in Fremdwährung bestehenden monetären Vermögenswerte und Verbindlichkeiten in Euro erfolgt mit dem an diesem Tag gültigen Devisenmittelkurs. Daraus resultierende Fremdwährungsgewinne und -verluste werden im Geschäftsjahr erfolgswirksam erfasst.

Umrechnung von Einzelabschlüssen in ausländischer Währung

Der Jahresabschluss der Egger Holzwerkstoffe GmbH wird in Euro erstellt. Die funktionale Währung der außerhalb des Euroraums gelegenen Tochtergesellschaften ist, mit Ausnahme der türkischen Gesellschaft Egger Dekor A.S. (deren funktionale Währung ist der Euro), die jeweilige Landeswährung. Die Umrechnung aller im Einzelabschluss dieser Gesellschaften ausgewiesenen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, einschließlich ausgewiesener Firmenwerte und aus der Erstkonsolidierung resultierender Wertanpassungen, erfolgt mit dem Devisenmittelkurs am Bilanzstichtag. Die daraus entstehenden Fremdwährungsgewinne und -verluste werden erfolgsneutral als eigener Posten im Eigenkapital ausgewiesen und im Zuge des Ausscheidens des Unternehmens aus dem Konsolidierungskreis erfolgswirksam erfasst. Die Posten der Gewinn- und Verlustrechnung werden mit dem gewogenen durchschnittlichen Devisenmittelkurs des Geschäftsjahres erfasst.

Nicht realisierte Währungsdifferenzen aus langfristigen Gesellschafterdarlehen (net investments) werden erfolgsneutral in den Unterschiedsbetrag aus der Währungsumrechnung eingestellt. Diese Differenzen werden erfolgswirksam erfasst, wenn der ausländische Geschäftsbetrieb veräußert oder teilveräußert wird.

Die für die Währungsumrechnung zugrunde gelegten Wechselkurse haben sich wie folgt entwickelt:

Währungskurse Stichtagskurs 30.04.2022 Stichtagskurs 30.04.2021 Jahresdurchschnitt 2021/22 Jahresdurchschnitt 2020/21
1 Britisches Pfund EUR 1,19178 1,15124 1,17930 1,12244
100 Russische Rubel EUR 1,34100 1,10900 1,16442 1,13642
1 Neuer Rumänischer Leu EUR 0,20210 0,20306 0,20242 0,20535
1 Polnischer Zloty EUR 0,21468 0,21904 0,21728 0,22139
1 Argentinischer Peso EUR 0,00821 0,00890 0,00857 0,01066
1 US-Dollar EUR 0,94877 0,82768 0,87261 0,84682
1 Türkische Lira EUR 0,06405 0,10092 0,08125 0,11328

Rechnungslegung in Hochinflationsländern (IAS 29)

Die Vorschriften des IAS 29 Rechnungslegung in Hochinflationsländern wurden erstmals im Geschäftsjahr 2018 / 19 für die argentinische Tochtergesellschaft Egger Argentina SAU, Buenos Aires, aufgrund von Änderungen in der allgemeinen Kaufkraft der funktionalen Währung relevant. Gewinne und Verluste aus der laufenden Inflationsanpassung der Buchwerte nicht-monetärer Vermögenswerte (Maschinen, Firmenwert und Kundennutzen) und Schulden sowie der wesentlichen Positionen der Gewinn- und Verlustrechnung werden in den sonstigen betrieblichen Erträgen bzw. Aufwendungen erfasst. Für die Berechnung der Inflationsanpassung von nicht-monetären Vermögenswerten wird der aus Bloomberg entnommene "Argentina National CPI Index D" herangezogen. Dieser Index ist im Zeitraum 01.05.2021 bis 30.04.2022 um 58,04 % (01.05.2020 bis 30.04.2021: 46,28 %) gestiegen. Aufgrund der bereits zum 30.04.2019 vorgenommenen vollständigen Abschreibung ergeben sich keine erfolgsmäßigen Aufwertungen mehr.

Auch die Türkei ist erstmals zum 30.04.2022 als Hochinflationsland gemäß IAS 29 einzustufen. Dies hat für die türkische Gesellschaft Egger Dekor A.S., Gebze, jedoch keine Auswirkung, da für diese Gesellschaft der EUR als funktionale Währung definiert ist. Die türkische Vertriebsgesellschaft Egger Orman Ürünleri, Gebze, hat überwiegend nur interne, zu konsolidierende Lieferungs- und Leistungsbeziehungen. Daher wird aus Wesentlichkeitsgründen für diese Gesellschaft auf eine Anpassung nach IAS 29 verzichtet.

(6) Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Die angewendeten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden werden beim jeweiligen Posten in den Anhangsangaben beschrieben.

Bei Erstellung des konsolidierten Jahresabschlusses müssen zu einem gewissen Grad Ermessensbeurteilungen vorgenommen und Annahmen getroffen werden, welche die bilanzierten Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, die Angabe von sonstigen Verpflichtungen am Bilanzstichtag und den Ausweis von Erträgen und Aufwendungen während des Geschäftsjahres beeinflussen. Die sich tatsächlich einstellenden Beträge können von den Ermessensbeurteilungen abweichen. Aus Klimarisiken werden derzeit keine wesentlichen Auswirkungen auf Ermessensbeurteilungen erwartet.

Bei Annahmen mit einem nicht unerheblichen Risiko, dass sie zu einer wesentlichen Anpassung von Vermögenswerten und Schulden in den nächsten Geschäftsjahren führen können, enthalten die jeweiligen Posten entsprechende Erklärungen.

Angaben zur Gewinn- und Verlustrechnung und Gesamtergebnisrechnung

(7) Umsatzerlöse und Segmentberichterstattung

Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Das Geschäftsmodell von EGGER ist die Produktion und der Verkauf von Holzwerkstoffen. Beim Verkauf der Produkte ist die Erfassung der Umsatzerlöse als derjenige Zeitpunkt definiert, zu dem der Kunde die Güter sowie die Verfügungsmacht, die mit der Eigentumsübertragung verbunden ist, übernimmt. Umsatzerlöse werden zu diesem Zeitpunkt erfasst, sofern die Umsatzerlöse und Kosten verlässlich bewertet werden können, der Erhalt des Entgelts wahrscheinlich ist und es kein weiter bestehendes Verfügungsrecht über die Waren gibt. In der Regel entspricht dies dem Zeitpunkt der Lieferung entsprechend den vereinbarten Lieferbedingungen, dementsprechend erfasst EGGER zu diesem Zeitpunkt die Umsatzerlöse.

Für einzelne Kunden werden Spanplatten mit speziellen Dekoren bzw. Eigendekoren und Fußboden-Eigenmarken losgrößenoptimiert gefertigt. Die Umsatzrealisierung für diese kundenspezifisch gefertigten Holzwerkstoffe erfolgt nach IFRS 15 zeitpunktbezogen mit dem Übergang der Verfügungsgewalt durch die Lieferung an den Kunden je nach Lieferkondition. Eine zeitraumbezogene Erlösrealisierung für diese vorgefertigten Produkte kommt nicht in Betracht, da jeweils ein alternativer Nutzen bestimmt werden kann.

Wesentliche Vertragserlangungskosten werden nur bei einer Vertragsdauer von über einem Jahr aktiviert. Derzeit bestehen keine Vereinbarungen, auf welche dies zutrifft.

Bei bestimmten Flooring-Verträgen wird dem Kunden eine spätere Rückgabe von Produkten gestattet. Auf Grundlage historischer Daten sind die erwarteten Rückgaben jedoch als unwesentlich einzustufen, weswegen keine Umsatzkürzung für eine spätere Warenrücknahme erfolgt.

Die Darstellung der Umsatzerlöse erfolgt abzüglich Preisnachlässe, Skonti und Umsatzboni. Provisionen für selbstständige Handelsvertreter werden als betrieblicher Aufwand erfasst.

Der Zeitraum zwischen der Übertragung der Güter auf den Kunden und der Zahlung durch den Kunden liegt in der Regel unter einem Jahr, daher werden die Umsatzerlöse nicht um eine Finanzierungskomponente angepasst. Die Zahlungszeitpunkte der Forderungen richten sich nach den vereinbarten Zahlungszielen.

Die Segmentberichterstattung wird auf Basis der Managementberichterstattung erstellt, die vom leitenden Entscheidungsträger regelmäßig zur Beurteilung der Ertragskraft der einzelnen Segmente und für die Zuteilung von Ressourcen herangezogen wird. In der EGGER Gruppe wird die Funktion des leitenden Entscheidungsträgers von der Gruppengeschäftsführung ausgeübt.

Zum 1. Mai 2021 wurde aufgrund des hohen Wachstumspotenziales die Division "Building Products" neu geschaffen. Sie bündelt die Herstellung und Vermarktung von Bauprodukten und damit die weltweite Vermarktung der Produktgruppen Schnittholz, OSB und DHF. Damit einhergehend erfolgte auch eine Umstellung der Segmentberichterstattung, d.h. die Aktivitäten dieser Division werden ab diesem Berichtsjahr in einem eigenen Segment "Building Products" dargestellt.

Die regionalen Divisionen von "Decorative Products" (Mitte, West, Ost, Americas) werden zusammengefasst berichtet, da sie vergleichbare wirtschaftliche Merkmale und Risiken aufweisen, sowie über gleichartige Produkte, Produktionsprozesse, Kundengruppen und Vertriebskanäle verfügen.

Die Vorjahreszahlen der Segmentberichterstattung wurden für Vergleichszwecke entsprechend der neuen Struktur angepasst.

In den einzelnen Segmenten werden folgende Produkte erzeugt bzw. gehandelt:

Segmente
Decorative Products Erzeugung von und Handel mit Trägermaterialien aus Holzwerkstoffen (Span-, MDF-, HDF-, Kompakt- und Leichtbauplatten) sowie Kanten und Schichtstoffen.
Flooring Products Erzeugung von und Handel mit Laminat-, Comfort-, Designfußböden.
Building Products Erzeugung von und Handel mit OSB- und DHF-Platten sowie Schnittholz.

Die Rechnungslegungsgrundsätze für die Segmente sind die gleichen, wie sie für die Unternehmensgruppe in den Grundsätzen der Rechnungslegung beschrieben sind. Vermögenswerte und Verbindlichkeiten sowie Aufwendungen und Erträge wurden den einzelnen Segmenten zugeordnet. Die Verrechnung zwischen den einzelnen Segmenten erfolgt auf drittüblicher Basis und ist in einer gruppenweit gültigen Verrechnungspreisrichtlinie geregelt.

Erläuterungen

Segmentinformationen Geschäftsjahr 2021/22

Decorative Products
TEUR
Flooring Products
TEUR
Building Products
TEUR
Konsolidierung
TEUR
Summe
TEUR
Außenumsätze 3.343.555 396.298 494.470 0 4.234.323
Innenumsätze 129.829 110.633 40.261 -280.723 0
Umsätze Gesamt 3.473.383 506.931 534.732 -280.723 4.234.323
Segmentergebnis (operatives EBITDA) 657.446 49.285 170.818 0 877.549
Planmäßige Abschreibungen 224.633 17.103 13.853 0 255.588
Wertminderungen 8.650 0 0 0 8.650
Betriebsergebnis         613.311
Investitionen 248.434 31.163 14.027 0 293.625

Segmentinformationen Geschäftsjahr 2020/21

Decorative Products
TEUR
Flooring Products
TEUR
Building Products
TEUR
Konsolidierung
TEUR
Summe
TEUR
Außenumsätze 2.445.481 335.214 302.142 0 3.082.837
Innenumsätze 96.895 111.775 26.592 -235.262 0
Umsätze Gesamt 2.542.376 446.989 328.734 -235.262 3.082.837
Segmentergebnis (operatives EBITDA) 508.385 51.229 62.719 0 622.333
Planmäßige Abschreibungen 209.168 16.722 12.841 0 238.732
Wertminderungen 1.890 0 0 0 1.890
Betriebsergebnis         381.711
Investitionen 169.888 16.561 6.522 0 192.971

Informationen nach geografischen Gebieten

Außenumsatz nach Regionen (1) 2021/22
TEUR
2020/21
TEUR
Österreich 98.919 78.356
Westeuropa 2.084.682 1.634.904
Zentral- und Osteuropa sowie Russland 1.316.499 965.806
Amerika 404.635 200.383
Rest der Welt 329.588 203.388
Summe (2) 4.234.323 3.082.837

(1) Regionenzuordnung erfolgt nach dem Standort des Kunden
(2) davon Russland 7,5 % (2020/21: 7,0 %)

Es gab keine Beziehungen zu einzelnen Kunden, deren Umsatzanteil gemessen am Konzernumsatz wesentlich ist.

Langfristige Vermögenswerte (1) nach Regionen (2) 2021/22
TEUR
2020/21
TEUR
Österreich 256.978 225.906
Westeuropa 733.986 673.214
Zentral- und Osteuropa sowie Russland 751.644 773.770
Amerika 474.818 427.754
Summe (3) 2.217.426 2.100.644

(1) Sachanlagen, Immaterielle Vermögenswerte, Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien, Biologische Vermögenswerte
(2) Regionenzuordnung erfolgt nach dem Standort der Vermögenswerte
(3) davon Russland 8,8 % (2020/21: 8,4 %)

(8) Sonstige betriebliche Erträge

Erläuterungen

2021/22
TEUR
2020/21
TEUR
Erträge aus als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien 42 24
Veränderung beizulegender Zeitwert biologischer Vermögenswerte 1.647 0
Gewinne aus Sachanlageverkäufen 1.185 945
Erträge aus Förderungen, Beihilfen und Emissionszertifikaten 6.085 21.944
Verbrauch Investitionszuschüsse 1.588 1.944
Andere betriebliche Erträge 24.210 20.540
  34.756 45.398

In den anderen betrieblichen Erträgen sind vor allem Recyclingerlöse, Weiterverrechnungen und Schadenersatzleistungen enthalten.

(9) Materialaufwand

Erläuterungen

2021/22
TEUR
2020/21
TEUR
Materialaufwand 2.268.789 1.471.116
Aufwendungen für bezogene Leistungen 19.732 16.072
  2.288.521 1.487.188

(10) Personalaufwand

Erläuterungen

2021/22
TEUR
2020/21
TEUR
Löhne 235.394 222.944
Gehälter 203.073 186.611
Aufwendungen für Pensionen 5.506 3.680
Aufwendungen für Abfertigungen und Leistungen an betriebliche Mitarbeitervorsorgekassen 2.105 2.480
Aufwendungen für Sozialabgaben 94.658 87.049
Sonstige Sozialaufwendungen 17.488 13.826
  558.224 516.591

COVID-19 bedingte Personalkostenerstattungen seitens der öffentlichen Hand wurden in Höhe von 585 TEUR (2020/21: 5.026 TEUR) aufwandsmindernd erfasst.

Durchschnittlicher Mitarbeiterstand

2021/22 2020/21
Produktion und Logistik 8.955 8.599
Vertrieb und Verwaltung 1.674 1.634
  10.629 10.233

Teilzeitbeschäftigte sind in dieser Aufstellung arbeitszeitaliquot berücksichtigt.

(11) Sonstige betriebliche Aufwendungen

Erläuterungen

2021/22
TEUR
2020/21
TEUR
Frachten und Logistik 350.497 249.656
Instandhaltung und Reparaturen 80.068 64.787
Personalbeistellungen 46.658 37.495
Rechts- und Beratungsaufwendungen 24.616 21.269
Sonstige Steuern 23.006 18.862
Werbung 14.048 9.302
Versicherungen 12.115 9.124
Aufwendungen für geringwertige und kurzfristige Leasingverhältnisse sowie variable Leasingzahlungen 4.808 3.706
Verluste aus Anlagenabgängen 3.067 1.439
Veränderung beizulegender Zeitwert biologischer Vermögenswerte 0 1.365
Aufwendungen aus als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien 23 15
Andere betriebliche Aufwendungen 98.638 95.244
  657.546 512.265

In den anderen betrieblichen Aufwendungen sind vor allem Abfallbeseitigungskosten, Reisespesen, Betriebskosten Fuhrpark, Telefon- und Lizenzgebühren, Vertriebskosten und Wertminderungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und auf sonstige Vermögenswerte enthalten.

(12) Finanzierungsaufwendungen und sonstiges Finanzergebnis

Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Die Finanzierungsaufwendungen umfassen Zinsen für die aufgenommenen Fremdfinanzierungen, für Leasingverbindlichkeiten und für langfristige Personalrückstellungen sowie zinsähnliche Aufwendungen und Spesen.

Das Sonstige Finanzergebnis setzt sich aus Erträgen aus Zinsen, Währungskursgewinnen / -verlusten und dem Ergebnis aus derivativen Finanzinstrumenten zusammen.

Erläuterungen

2021/22
TEUR
2020/21
TEUR
Zinsaufwand aus Finanzierungen 4.870 11.879
Zinsaufwand aus Personalrückstellungen 3.704 3.504
Zinsaufwand aus Leasingverbindlichkeiten 579 492
Zinsaufwand/-ertrag (saldiert) aus der Ab-/Aufzinsung von Forderungen, Verbindlichkeiten und Rückstellungen 62 -3
Summe Zinsaufwand 9.215 15.872
Übrige Finanzierungsaufwendungen 4.701 4.359
Finanzierungsaufwendungen 13.916 20.232
Zinsertrag -1.901 -853
Währungsergebnis 19.304 -2.267
Ergebnis aus derivativen Finanzinstrumenten 2.064 -1.401
Sonstiges Finanzergebnis 19.467 -4.521
  33.383 15.711

In den übrigen Finanzierungsaufwendungen sind vor allem Bereitstellungsgebühren, Wechselbürgschaftsentgelte, Anspruchzinsen, Disagien und Garantie- und Haftungsgebühren enthalten.

Das Ergebnis aus derivativen Finanzinstrumenten resultiert im Wesentlichen aus der Fair value Bewertung einer Sonstigen Option (siehe Anhangangabe (39)).

Die Erträge und Aufwendungen betreffen, mit Ausnahme der Finanzderivate, ausschließlich die Kategorie zu fortgeführten Anschaffungskosten.

Ein fix verzinster Bankkredit (Buchwert Grundgeschäft: 75.133 TEUR (30.04.2021: 75.655 TEUR)) und sämtliche fix verzinste Schuldscheindarlehen (Buchwert Grundgeschäft: 333.935 TEUR (30.04.2021: 398.957 TEUR)) werden durch Zins-Swaps in eine variable Verzinsung umgewandelt. Nachfolgende Tabelle zeigt die ergebniswirksam erfassten Änderungen von Grundgeschäften und Sicherungsbeziehungen in Fair Value-Hedge-Beziehungen.

2021/22
TEUR
2020/21
TEUR
Aus abgesicherten Grundgeschäften -538 -320
Aus Sicherungsinstrumenten 536 322
Ineffektivität (Bankkredite) -2 2
Aus abgesicherten Grundgeschäften -19.171 -2.727
Aus Sicherungsinstrumenten 18.622 2.818
Ineffektivität (Schuldscheindarlehen) -549 91

(13) Ergebnis aus Finanzinvestitionen

Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Das Ergebnis aus Finanzinvestitionen beinhaltet die aus der Veranlagung von Finanzmitteln und der Investition in Finanzvermögen realisierten Zinsen, Dividenden und ähnliche Erträge sowie Gewinne und Verluste aus der Veräußerung oder der außerplanmäßigen Abschreibung von Finanzvermögen. Die Zinsen werden nach der effektiven Zinssatzmethode abgegrenzt. Die Realisierung der Dividenden erfolgt zum Zeitpunkt des rechtlichen Entstehens des Anspruchs auf Dividendenausschüttung.

Erläuterungen

2021/22
TEUR
2020/21
TEUR
Realisierte Ergebnisse aus Wertpapieren (saldierter Ertrag) 4 7
Unrealisierte Ergebnisse aus Wertpapieren (saldierter Ertrag/Aufwand) 751 754
Aufwendungen aus sonstigem Finanzvermögen -1.454 0
Erträge aus sonstigem Finanzvermögen 2.212 2.647
  1.513 3.407

Die Aufwendungen aus sonstigem Finanzvermögen betreffen im Wesentlichen Wertberichtigungen auf die nicht konsolidierten, ukrainischen Beteiligungen TOV Egger Holzwerkstoffe, Chernivtsi, und TOV "Egger Wood Trading", Chernivtsi. Die Erträge aus sonstigem Finanzvermögen resultieren im Wesentlichen aus Ausschüttungen von nicht konsolidierten Beteiligungen sowie einem Besserungsschein.

Da der gesamte Wertpapierbestand erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert gewidmet ist, sind die gesamten Ergebnisse dieser Kategorie zuzuordnen. Die Aufwendungen und Erträge des sonstigen Finanzvermögens betreffen ebenso die Kategorie erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Etwaige Aufwendungen und Erträge aus der Wertberichtigung von Verrechnungsgeldern sind der Kategorie zu fortgeführten Anschaffungskosten zugeordnet.

(14) Ergebnis aus assoziierten Unternehmen

Erläuterungen

Im Ergebnis aus assoziierten Unternehmen ist der anteilige Jahresgewinn der Horatec GmbH in Höhe von 463 TEUR (2020/21: 241 TEUR) und der CLEAF S.p.A. in Höhe von 2.776 TEUR (2020/21, anteilig ab Erstkonsolidierungszeitpunkt 01.11.2020: 698 TEUR) enthalten.

(15) Ertragsteuern

Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Die für das Geschäftsjahr ausgewiesene Ertragsteuer umfasst die für die einzelnen Gesellschaften aus dem steuerpflichtigen Einkommen und dem im jeweiligen Land anzuwendenden Steuersatz errechnete Ertragsteuer (tatsächliche Ertragsteuer) und die Veränderung der Steuerabgrenzungsposten (latente Steuer). Tatsächliche und latente Steuern werden grundsätzlich in der konsolidierten Gewinn- und Verlustrechnung erfasst, es sei denn, sie betreffen Sachverhalte, die direkt im sonstigen Ergebnis erfasst sind.

Hinsichtlich latenter Steuern siehe Anhangangabe (26).

Erläuterungen

Die Ertragsteuern setzen sich wie folgt zusammen:

2021/22
TEUR
2020/21
TEUR
Tatsächliche Steuern 142.368 102.474
Latente Steuern 5.947 13.017
  148.315 115.491

Die Ursachen für den Unterschied zwischen der erwarteten Steuerbelastung und der ausgewiesenen Ertragsteuer stellen sich folgendermaßen dar:

2021/22 2020/21
TEUR % TEUR %
Ergebnis vor Ertragsteuern 584.680 - 370.346 -
davon 25 % rechnerischer Ertragsteueraufwand 146.171 25,0 % 92.587 25,0 %
Verminderung / Erhöhung der Steuerbelastung durch:        
Einfluss unterschiedlicher Steuersätze 2.835 0,5 % 1.266 0,3 %
Steueraufwand und -ertrag aus Vorperioden 3.913 0,7 % 3.486 0,9 %
Steuersatzänderung 4.015 0,7 % -112 0,0 %
Steuereffekt aus nicht abzugsfähigen Quellensteuern 8 0,0 % 793 0,2 %
Nicht abzugsfähige Aufwendungen 4.063 0,7 % 5.088 1,4 %
Steuerfreistellungen / Tax holiday -6.067 -1,0 % -5.886 -1,6 %
Anpassung Wertberichtigung aktiver latenter Steuern 610 0,1 % 10.807 2,9 %
Steuerliche Firmenwertabschreibung 0 0,0 % -3.183 -0,9 %
Steuerliche Teilwertabschreibung und -zuschreibung 0 0,0 % 10.616 2,9 %
Zinsen Hybridanleihe -1.792 -0,3 % -1.841 -0,5 %
Steuerfreie Erträge -3.243 -0,6 % -1.724 -0,5 %
Sonstiges -2.198 -0,4 % 3.594 1,0 %
Effektive Steuerbelastung 148.315 25,4 % 115.491 31,2 %

Die Erhöhung der Steuerbelastung aus Steuersatzänderung im Berichtsjahr beruht vor allem aus der beschlossenen Ökosozialen Steuerreform in Österreich, welche eine stufenweise Senkung des Körperschaftsteuersatzes von 25% auf 24% im Jahr 2023 und auf 23% im Jahr 2024 beinhaltet. Die erhöhte Steuerbelastung ergibt sich hierbei dadurch, dass die ausgewiesenen aktiven latenten Steuern der österreichischen Gesellschaften mit dem zukünftig geltenen Steuersatz und somit geringer bewertet werden.

Bei der polnischen Gesellschaft Egger Biskupiec Sp. z o.o. sind entstehende Gewinne aus im Werk Biskupiec hergestellten Produkten bis zu einer definierten kumulierten Höhe und längstens bis 2026 steuerbefreit (Tax Holiday aufgrund der Ansiedelung in einer Sonderwirtschaftszone), eventuelle Verluste sind nicht vortragsfähig. Zudem beginnen hier die steuerlichen Abschreibungen von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten faktisch erst mit Ende der Tax Holidays, woraus latente Steuern aufgrund temporärer Differenzen resultieren. Die Effekte hieraus sind in der Steuerüberleitung in der Zeile "Steuerfreistellungen / Tax Holiday" enthalten. Diese Begünstigungen sind an Vorgaben, wie Arbeitsplätze und Investitionskosten, gebunden, welche aus heutiger Sicht alle erfüllt werden.

(16) Zusätzliche Angaben zur Gesamtergebnisrechnung

Erläuterungen

Im Berichtsjahr und im Vorjahr erfolgten keine Umgliederungen von im sonstigen Ergebnis erfassten Währungsumrechnungsdifferenzen in die GuV.

Die folgende Tabelle zeigt die Ertragsteuereffekte, der im sonstigen Ergebnis berücksichtigten Ergebnisse:

2021/22
TEUR
2020/21
TEUR
vor Steuer Steuer nach Steuer vor Steuer Steuer nach Steuer
Neubewertung von Verpflichtungen aus Leistungen an Arbeitnehmer nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses 12.015 -2.848 9.167 9.168 -1.781 7.388
Währungsumrechnungsdifferenz 132.072 -179 131.893 -99.742 -129 -99.871
Summe im sonstigen Ergebnis berücksichtigte Ergebnisse 144.087 -3.027 141.060 -90.574 -1.910 -92.482

Angaben zur Bilanz, Cashflow-Rechnung und Entwicklung des Eigenkapitals

(17) Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte

Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Sachanlagen werden mit den Anschaffungs- oder Herstellungskosten abzüglich planmäßiger und außerplanmäßiger Abschreibungen bewertet. Die Herstellungskosten selbst erstellter Sachanlagen umfassen Einzelkosten und angemessene Teile der Gemeinkosten. In späteren Perioden anfallende Kosten für einen Gegenstand werden nur dann aktiviert, wenn sie zu einer wesentlichen Erhöhung der künftigen Nutzungsmöglichkeit des Gegenstandes führen, z. B. durch erweiterte Einsatzmöglichkeiten oder durch eine signifikante Verlängerung der Nutzungsdauer.

Wenn wesentliche Teile eines Vermögenswertes der Sachanlagen einer deutlich unterschiedlichen Abnutzung unterliegen, werden diese im Sinne des Komponentenansatzes separat angesetzt und über die jeweilige Nutzungsdauer abgeschrieben.

Fremdkapitalzinsen und mit der Fremdkapitalaufnahme in Verbindung stehende Kosten werden für qualifizierte Vermögenswerte aktiviert.

Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögenswerte werden in der Bilanz zu Anschaffungskosten abzüglich planmäßiger und außerplanmäßiger Abschreibungen angesetzt.

Die Bilanzierung der unentgeltlich zugeteilten Treibhausemissionszertifikate (CO 2 Zertifikate) in Österreich, Deutschland, Frankreich, Rumänien, Polen und Großbritannien erfolgt gemäß IAS 38 mit den Anschaffungs kosten als immaterielle Vermögenswerte - aufgrund der kostenlosen Zuteilung gleich Null; der Verbrauch wird zu diesem Wert erfasst. Ein etwaiger Mehrverbrauch wird mit dem Marktwert der erforderlichen Zertifikate als Rückstellung ausgewiesen. Die Veräußerung von Zertifikaten wird unter den sonstigen betrieblichen Erträgen gezeigt.

Kundenbeziehungen, die im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusses erworben wurden, werden zum beizulegenden Zeitwert am Erwerbsstichtag bilanziert und über die erwartete Dauer der Kundenbeziehungen abgeschrieben.

Bei selbst erstellten immateriellen Vermögenswerten erfolgt eine Aufteilung des Herstellungszeitraumes in eine Forschungs- und Entwicklungsphase. In der Forschungsphase angefallene Kosten werden sofort erfolgswirksam erfasst. In der Entwicklungsphase angefallene Kosten werden bei Erfüllung der Ansatzkriterien aktiviert.

Immaterielle Vermögenswerte haben entweder eine bestimmbare oder eine unbestimmbare Nutzungsdauer. Es konnte bei allen in der Bilanz angesetzten immateriellen Vermögenswerten, mit Ausnahme des Firmenwerts, eine Nutzungsdauer bestimmt werden.

Die planmäßige Abschreibung der abnutzbaren Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerte mit bestimmbarer Nutzungsdauer beginnt, wenn sie sich an ihrem Standort und in dem vom Management beabsichtigten betriebsbereiten Zustand befinden. Bei den Anlagen für Greenfield-Projekte werden hierfür outputorientierte Kriterien verwendet. Die Abschreibung erfolgt linear über die erwartete wirtschaftliche Nutzungsdauer des jeweiligen Gegenstandes. Bei der Ermittlung der Abschreibungssätze wurden einheitlich folgende Nutzungsdauern angenommen.

Nutzungsdauer
Sachanlagen    
Fabrikationsgebäude Jahre 25
Wohn- und Geschäftsgebäude Jahre 50
Grundstückseinrichtungen Jahre 10
Maschinen Jahre 10
Werkzeuge Jahre 4
Sonstige Anlagen Jahre 5-10
Betriebs- und Geschäftsausstattung Jahre 3-5
Fahrzeuge und andere Beförderungsmittel Jahre 4-10
Immaterielle Vermögenswerte    
Patente, Lizenzrechte und Software Jahre 3-5
Pacht- und Mietrechte Jahre 10
Kundenbeziehungen Jahre 4-7

Investitionszuschüsse werden als gesonderter Passivposten ausgewiesen und planmäßig über die Nutzungsdauer der zugehörigen Vermögenswerte als sonstiger Ertrag aufgelöst.

Nutzungsrechte aus Leasingverträgen und die diesbezüglichen Leasingverbindlichkeiten werden nach IFRS 16 in der Bilanz angesetzt. Bei der Beurteilung, ob ein Leasingverhältnis vorliegt, wurde die Leasingdefinition gemäß IFRS 16 angewendet. Sind in den Verträgen sowohl Leasingkomponenten als auch Nicht-Leasingkomponenten vorhanden, trennt EGGER diese Komponenten und bilanziert auf Grundlage der relativen Einzelveräußerungspreise. Leasingverhältnisse mit geringem Wert (unter 5.000,00 EUR) und kurzfristige Leasingverhältnisse mit einer Laufzeit unter zwölf Monaten werden entsprechend der Anwendungserleichterung nicht aktiviert, sondern direkt als Aufwand gebucht.

Beim erstmaligen Ansatz werden die Leasingverbindlichkeiten mit dem Barwert der noch nicht geleisteten Leasingzahlungen, und die Nutzungsrechte in Höhe der erfassten Leasingverbindlichkeit, angepasst um etwaige Vorauszahlungen, erfasst.

Bei der Folgebewertung werden die Nutzungsrechte linear bis zum Ende der Vertragslaufzeit abgeschrieben. Die Vertragslaufzeit ergibt sich dabei aus dem unkündbaren Zeitraum, für den ein Leasingnehmer das Recht hat, den zugrundeliegenden Vermögenswert zu nutzen. Enthalten Leasingverträge Verlängerungs- oder Kündigungsoptionen, erweitert sich der Zeitraum, sofern eine Verlängerung hinreichend sicher ist oder eine Ausübung des Kündigungsrechts unwahrscheinlich ist. Die Leasingverbindlichkeiten werden zum Bilanzstichtag nach der Effektivzinsmethode bewertet. Das Leasingverhältnis wird mit dem zugrunde liegenden Zinssatz abgezinst, sofern dieser ohne Weiteres bestimmbar ist. Ansonsten wird der Grenzfremdkapitalzinssatz von EGGER verwendet. Der Grenzfremdkapitalzinssatz leitet sich von einem laufzeitäquivalenten risikolosen Zinssatz, angepasst um etwaige Länder-, Währungs- und Unternehmerrisiken, ab.

Die in der Bilanz ausgewiesenen Firmenwerte resultieren aus der Anwendung der Erwerbsmethode bei Unternehmenserwerben. Die Bewertung der Firmenwerte erfolgt zu Anschaffungskosten.

Durch die Anwendung von IFRS 3 dürfen auf Firmenwerte keine planmäßigen Abschreibungen vorgenommen werden. Die Firmenwerte werden einem jährlichen Impairment Test unterzogen, der dem Buchwert zum Bewertungsstichtag den "Recoverable Amount" gegenüberstellt.

Bei Vermögenswerten wird neben der fortlaufenden Bewertung jeweils zum Bilanzstichtag überprüft, ob Anzeichen einer Wertminderung vorliegen. Bei Vorliegen solcher Anzeichen bzw. bei Firmenwerten und immateriellen Vermögenswerten mit unbestimmter Nutzungsdauer erfolgt zumindest einmal jährlich die Ermittlung des höheren Wertes aus Nutzungswert und Nettoveräußerungspreis für den betroffenen Vermögenswert (Impairment Test gemäß IAS 36). Liegt dieser Wert unter dem für diesen Gegenstand angesetzten Buchwert, erfolgt eine außerplanmäßige Abschreibung auf diesen niedrigeren Wert.

Der Nutzungswert wird als Barwert der geschätzten künftigen Ein- und Auszahlungen aus der Verwendung des Gegenstandes unter Zugrundelegung eines risikoadjustierten Zinssatzes ermittelt. Der Nettoveräußerungspreis entspricht dem für den betroffenen Gegenstand am Markt unter unabhängigen Dritten erzielbaren Erlös abzüglich anfallender Veräußerungskosten. Kann für den betroffenen Gegenstand kein eigenständiger Mittelzufluss festgestellt werden, wird er in die nächstgrößere Einheit, für die ein eigenständiger Überschuss ermittelt werden kann (Cash Generating Unit), einbezogen. Bei EGGER werden als Cash Generating Unit Werkseinheiten gesehen, die nach regionalen Gesichtspunkten zusammengefasst werden.

Die errechnete Wertminderung wird erfolgswirksam erfasst. Ein späterer Wegfall der Wertminderung führt, mit Ausnahme der gebuchten Wertminderungen bei Firmenwerten, zu einer erfolgswirksamen Wertaufholung bis zur Höhe der fortgeschriebenen ursprünglichen Anschaffungs- oder Herstellungskosten.

Erläuterungen

Sachanlagen

Grundstücke und Gebäude
TEUR
Technische Anlagen und Maschinen
TEUR
Andere Anlagen, Betriebs- u. Geschäftsausstattung
TEUR
Geleistete Anzahlungen und Anlagen in Bau
TEUR
Summe Sachanlagen
TEUR
Anschaffungs- oder Herstellungskosten 30.04.2020 1.254.192 2.756.784 247.421 503.673 4.762.070
Währungsdifferenzen -25.938 -33.543 -3.465 -38.866 -101.811
Zugänge 35.344 53.558 24.764 77.969 191.636
Abgänge -1.159 -23.744 -12.605 -108 -37.616
Umbuchungen 169.881 192.940 14.485 -378.735 -1.429
Anschaffungs- oder Herstellungskosten 30.04.2021 1.432.319 2.945.995 270.601 163.934 4.812.849
Währungsdifferenzen 59.862 61.629 5.510 14.473 141.474
Zugänge 19.085 44.209 33.077 195.110 291.481
Abgänge -1.485 -37.595 -26.957 -22 -66.059
Umbuchungen 44.045 78.760 15.672 -139.324 -847
Anschaffungs- oder Herstellungskosten 30.04.2022 1.553.826 3.092.998 297.902 234.170 5.178.898
Kumulierte Abschreibungen 30.04.2020 -499.414 -1.947.423 -160.961 -623 -2.608.421
Währungsdifferenzen 7.269 22.879 2.291 365 32.804
Planmäßige Abschreibungen -52.684 -150.664 -33.042 0 -236.391
Wertminderungen -366 -185 -450 -889 -1.890
Abgänge 539 22.721 10.579 0 33.839
Umbuchungen -7 -368 -24 399 0
Kumulierte Abschreibungen 30.04.2021 -544.663 -2.053.041 -181.607 -748 -2.780.059
Währungsdifferenzen -15.246 -32.648 -3.650 259 -51.285
Planmäßige Abschreibungen -57.512 -159.188 -36.288 0 -252.987
Wertminderungen -359 -1.058 -2.433 -4.775 -8.625
Abgänge 1.023 34.815 25.640 0 61.478
Umbuchungen 461 -764 -82 376 -10
Kumulierte Abschreibungen 30.04.2022 -616.297 -2.211.883 -198.420 -4.889 -3.031.488
Buchwert 30.04.2021 887.656 892.955 88.994 163.185 2.032.790
Buchwert 30.04.2022 937.530 881.115 99.483 229.282 2.147.410

Die nach IFRS 16 bilanzierten Nutzungsrechte aus Leasingverhältnissen sind unter den Sachanlagen und die Leasingverbindlichkeiten unter den lang- und kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten ausgewiesen.

Bei diesen Nutzungsrechten handelt es sich im Wesentlichen um Lagerflächen, Bürogebäude, Wohnungen, Fahrzeuge und technische Anlagen.

Folgende Beträge sind in den Sachanlagen für die Nutzungsrechte enthalten:

Grundstücke und Gebäude
TEUR
Maschinen und techn. Anlagen
TEUR
Betriebs- und Geschäftsausstattung
TEUR
Gesamtsumme
TEUR
Nutzungsrechte 2020/21        
Zugänge 536 153 3.857 4.546
Abschreibungen 1.310 585 3.846 5.741
Buchwert 30.04.2021 9.680 1.652 5.902 17.234
Nutzungsrechte 2021/22        
Zugänge 1.722 127 5.951 7.800
Abschreibungen 1.540 567 3.965 6.072
Buchwert 30.04.2022 9.645 1.211 5.652 16.508

In der konsolidierten Gewinn- und Verlustrechnung sind folgende Beträge aus Leasingverhältnissen enthalten:

2021/22
TEUR
2020/21
TEUR
Abschreibungen auf Nutzungsrechte 6.072 5.741
Wertminderungen auf Nutzungsrechte 2.287 371
Zinsaufwand aus Leasingverbindlichkeiten 579 492
Aufwand für geringwertige Leasingverhältnisse 554 393
Aufwand für kurzfristige Leasingverhältnisse 3.016 2.044
Aufwand für variable Leasingzahlungen 1.238 1.269

Die gesamten Zahlungsmittelabflüsse für bilanzierte Leasingverhältnisse betragen im Geschäftsjahr 2021 /22 7.001 TEUR (2020/21: 6.532 TEUR).

Zum 30.04.2022 gibt es keine wesentlichen Restwertgarantien oder Beschränkungen bei Nutzungsrechten aus Leasingverträgen sowie keine Verlängerungsoptionen, welche mangels hinreichender Ausübungswahrscheinlichkeit bei der Bewertung der Leasingverbindlichkeit nicht berücksichtigt wurden. Die möglichen zukünftigen Zahlungsmittelabflüsse aus variablen Leasingzahlungen in den nächsten Jahren betragen 1.307 TEUR (2020/2021: 2.175 TEUR).

Die Restlaufzeiten der Leasingverbindlichkeiten in Höhe von 18.560 TEUR werden unter Anhangangabe (30) Finanzverbindlichkeiten dargestellt. Im Risikobericht unter dem Abschnitt Liquiditätsrisiko (Anhangangabe (37)) werden die aus den Leasingverbindlichkeiten vertraglich vereinbarten Zahlungsverpflichtungen (Zins- und Tilgungszahlung) erläutert.

Unter Zugang im Bilanzposten "Sachanlagen" sind aktivierte Zinsen in Höhe von 597 TEUR (30.04.2021: 2.013 TEUR) enthalten. Die durchschnittlichen Fremdkapitalkosten betrugen in der Berichtsperiode 0,87 % (30.04.2021: 0,95 %).

Im Bilanzposten "Grundstücke und Gebäude" sind Grundwerte mit einem Buchwert in Höhe von 138.142 TEUR (30.04.2021: 124.512 TEUR) enthalten.

Grundstücke und Gebäude der Gesellschaft Egger (UK) Limited sind für die Pensionsverbindlichkeit in UK in Höhe von maximal 20.829 TEUR (30.04.2021: 20.120 TEUR) dinglich besichert.

Bereits in den Vorjahren wurden das Sachanlagevermögen und die immateriellen Vermögenswerte (inklusive Firmenwert) der Egger Argentina SAU (Werk Concordia, Segment Decorative Products) vollständig wertberichtigt. Im Geschäftsjahr 2021 / 22 wurden weitere Wertminderungen auf Zugänge des Sachanlagevermögens und der immateriellen Vermögenswerte in Höhe von 8.650 TEUR vorgenommen und unter den Abschreibungen erfasst.

Immaterielle Vermögenswerte

Software und sonstige Rechte
TEUR
Firmenwerte
TEUR
Kundenbeziehungen
TEUR
Sonstige immaterielle Vermögenswerte
TEUR
Selbst erstellte Software
TEUR
Summe immaterielle Vermögenswerte
TEUR
Anschaffungs-/ Herstellungskosten 30.04.2020 27.041 100.083 34.712 3.457 538 165.832
Währungsdifferenzen -57 -10.828 -4.763 -388 0 -16.035
Zugänge 1.335 0 0 0 0 1.335
Abgänge -499 0 0 0 -538 -1.037
Umbuchungen 1.429 0 0 0 0 1.429
Anschaffungs-/ Herstellungskosten 30.04.2021 29.250 89.255 29.950 3.070 0 151.524
Währungsdifferenzen -24 1.134 -686 642 0 1.066
Zugänge 2.144 0 0 0 0 2.144
Abgänge -196 0 0 0 0 -196
Umbuchungen 847 0 0 0 0 847
Anschaffungs-/ Herstellungskosten 30.04.2022 32.021 90.389 29.263 3.712 0 155.386
Kumulierte Abschreibungen 30.04.2020 -21.120 -41.538 -34.712 -2.934 -538 -100.843
Währungsdifferenzen 48 10.828 4.763 330 0 15.968
Planmäßige Abschreibungen -2.302 0 0 -40 0 -2.341
Abgänge 494 0 0 0 538 1.032
Kumulierte Abschreibungen 30.04.2021 -22.880 -30.710 -29.950 -2.644 0 -86.184
Währungsdifferenzen 9 -1.134 686 -559 0 -998
Planmäßige Abschreibungen -2.560 0 0 -41 0 -2.601
Wertminderungen -25 0 0 0 0 -25
Abgänge 196 0 0 0 0 196
Umbuchungen 10 0 0 0 0 10
Kumulierte Abschreibungen 30.04.2022 -25.250 -31.844 -29.263 -3.244 0 -89.602
Buchwert 30.04.2021 6.370 58.545 0 426 0 65.341
Buchwert 30.04.2022 6.771 58.545 0 468 0 65.784

Als Aufwand für Forschungs- und nicht aktivierte Entwicklungskosten wurden in Summe im Berichtsjahr 8.634 TEUR (2020 /21: 7.410 TEUR) erfasst.

Der Buchwert der Firmenwerte betrifft mit 58.545 TEUR (30.04.2021: 58.545 TEUR) vollständig die Egger Dekor A.S., Gebze (Segment Decorative Products).

Der Impairment Test für den Firmenwert der Egger Dekor A.S. erfolgte nach der Discounted-Cashflow-Methode auf Basis der erwarteten Cashflows, basierend auf der aktuellen Mittelfristplanung für die nächsten fünf Jahre.

Ergebnisse und Annahmen bei der Berechnung des Nutzungswertes

Egger Dekor A.S. (TR) 30.04.2022 Egger Dekor A.S. (TR) 30.04.2021
Normalisierte Wachstumsrate in % 6 % - 12 % 1 % - 7 %
Wachstumsrate ewige Rente in % 2,01 % 2,06 %
Diskontierungszins vor Steuern in % 17,05 % 17,30 %
Nutzungswert (Value in Use) Mio. EUR 131 180
Buchwert Mio. EUR 116 108
Differenz Nutzungswert / Buchwert Mio. EUR 15 72

Ermessensbeurteilungen

Bei der Klassifizierung und Bewertung von Leasingverhältnissen kommt es zu Ermessensentscheidungen des Managements. Ein wesentliches Kriterium bei der Anwendung von IFRS 16 stellt die Laufzeit dar. Nutzungsdauern von Nutzungsrechten sind meist vertraglich festgelegt, ist dies aber nicht der Fall, so werden Ermessensentscheidungen bezogen auf die erwartete Laufzeit getroffen und zu jedem Bilanzstichtag überprüft. Neben den üblichen Nutzungsdauern der jeweiligen Leasinggegenstände wirken weitere Faktoren in diese Ermessensentscheidungen ein. Dazu gehören Verlängerungsoptionen, vorzeitige Kündigungsoptionen, Einbauten oder Erweiterungen des Leasinggegenstandes und wirtschaftliche Auswirkungen bei Vertragsänderungen. Falls die aktuellen Schätzungen der Nutzungsdauern von den bisherigen signifikant abweichen, werden diese entsprechend angepasst. Ermessensentscheidungen werden auch bei Wahlrechten und der Festlegung von Wertgrenzen bezüglich Leasingverhältnissen von geringem Wert getroffen.

Die Beurteilung der Werthaltigkeit von immateriellen Vermögens- und Firmenwerten und Sachanlagen basiert auf zukunftsbezogenen Annahmen des Managements. Hierbei sind insbesondere Annahmen über die künftigen Einzahlungsüberschüsse aufgrund der aktuellsten Planungsdaten und des Abzinsungssatzes zu treffen.

Zusätzlich zum Impairment-Test auf den Firmenwert der Egger Dekor A.S. wurden drei Sensitivitätsanalysen durchgeführt. Eine Veränderung des Diskontierungszinses um + 0,5 %, eine Veränderung der Wachstumsrate der ewigen Rente um - 0,5 % bzw. eine Veränderung des EBIT der ewigen Rente um - 5,0 % würden bei Egger Dekor A.S. demnach keine Wertminderung des Firmenwertes zur Folge haben.

Sensitivitätsanalyse mit den Auswirkungen auf den Nutzungswert (Value in Use); bei der Simulation wird jeweils eine Annahme geändert, während die übrigen Einflussgrößen konstant bleiben:

Sensitivitätsanalyse Änderung Annahme Egger Dekor A.S. (TR) 30.04.2022
Mio. EUR
Egger Dekor A.S. (TR) 30.04.2021
Mio. EUR
Diskontierungszins +/- 0,5 % -5,6 -7,5
    +6,1 +8,2
Wachstumsrate ewige Rente +/- 0,5 % +3,5 +4,9
    -3,1 -4,5
EBIT ewige Rente +/- 5,0 % +4,4 +5,7
    -4,4 -5,7

Bei den Impairment-Tests der drei russischen Cash Generating Units wurde den vorherrschenden Unsicherheiten im Rahmen der Cashflow-Planung Rechnung getragen. Trotz deutlich reduzierter Ertragserwartungen und einem erhöhten Diskontierungszins ergaben sich jedoch keine Wertminderungsbedarfe zum 30.04.2022.

Im Rahmen einer Sensitivitätsanalyse, mit einem um 30 % weiter reduzierten EBIT in der ewigen Rente, würde es aber zu Wertminderungen in Höhe von 47,0 Mio. EUR kommen.

(18) Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien

Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten abzüglich planmäßiger und außerplanmäßiger Abschreibung entsprechend der Nutzungsdauer des Sachanlagevermögens bewertet.

Erläuterungen

Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien

Grundstücke und Gebäude
TEUR
Anschaffungs- oder Herstellungskosten 30.04.2020 749
Zugänge 0
Abgänge 0
Anschaffungs- oder Herstellungskosten 30.04.2021 749
Zugänge 0
Abgänge 0
Anschaffungs- oder Herstellungskosten 30.04.2022 749
Kumulierte Abschreibungen 30.04.2020 -278
Planmäßige Abschreibungen -12
Abgänge 0
Kumulierte Abschreibungen 30.04.2021 -290
Planmäßige Abschreibungen -12
Abgänge 0
Kumulierte Abschreibungen 30.04.2022 -303
Buchwert 30.04.2021 459
Buchwert 30.04.2022 447

Der beizulegende Zeitwert in Höhe von 1.380 TEUR (30.04.2021: 1.272 TEUR) wurde nach einer Ertragswertberechnung (Stufe 3) ermittelt.

Die Aufwendungen aus als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien im Geschäftsjahr 2021 /22 betragen 23 TEUR (2020 / 21: 15 TEUR). Die Erträge belaufen sich auf42 TEUR (2020/21: 24 TEUR).

(19) Biologische Vermögenswerte

Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Die Bewertung der biologischen Vermögenswerte erfolgt nach IAS 41 zu ihrem beizulegenden Zeitwert abzüglich der geschätzten Verkaufskosten mittels einer Discounted-Cashflow-Methode. Durch Verwendung von geschätzten Variablen für Holzpreis, Aufbaukosten der Plantage, Erntekosten, Bestockungsdichte, biologische Risiken und Klimafaktoren wird der Barwert der erwarteten Mittelflüsse berechnet. Die in der Periode entstandene Veränderung des beizulegenden Zeitwertes abzüglich der Aufbaukosten wird in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Die Bewertung zum beizulegenden Zeitwert für die Pappelplantage wurde, basierend auf den Inputfaktoren der verwendeten Bewertungstechniken, als beizulegender Zeitwert der Stufe 3 eingeordnet.

Erläuterungen

Biologische Vermögenswerte bestehen bei EGGER in Pappelplantagen im Umkreis des rumänischen Werkes Radauti auf 813 Hektar (30.04.2021: 805 Hektar), um die Holzversorgung des Standortes zu unterstützen.

2021/22
TEUR
2020/21
TEUR
Biologische Vermögenswerte zum 1. Mai 2.053 3.427
Gefälltes Holz -210 -536
Änderung beizulegender Zeitwert wegen Preisänderungen 2.818 -515
Änderung beizulegender Zeitwert wegen biologischer Transformation und angepasster Bewertungsparameter -732 -279
Währungskursänderungen -13 -43
Biologische Vermögenswerte zum 30. April 3.916 2.053

Ermessensbeurteilungen

Für die Bewertung der biologischen Vermögenswerte werden zahlreiche Annahmen und Schätzungen getroffen, deren Änderung und Anpassung die Darstellung im Konzernabschluss beeinflussen kann. Diese Annahmen basieren auf eigenen Erfahrungswerten bzw. werden vom Markt und der Branche vorgegeben.

Eine Veränderung der Schätzungsparameter in den kommenden Jahren kann so zu Wertschwankungen der biologischen Vermögenswerte führen. Die forstwirtschaftliche Strategie und die verwendeten Parameter werden jährlich durch laufende Tests kontrolliert und mit theoretischen Ansätzen aus der Forstwirtschaft überprüft. Durch ständige Bestandskontrollen werden die Holzbestände der Plantageflächen erfasst und mit den Buchbeständen des Waldwirtschaftprogrammes und des Buchhaltungssystems verglichen. Allfällige Abweichungen fließen in die Anpassung der Bewertungsparameter mit ein.

(20) Finanzvermögen

Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Alle vorhandenen Wertpapiere werden als "erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert" klassifiziert, da anhand von verfügbaren Zeitwerten die Bewertung erfolgen kann. Ihre Bewertung erfolgt im Zugangszeitpunkt zu Anschaffungskosten, in späteren Perioden zum jeweils aktuellen beizulegenden Zeitwert. Die Wertänderungen werden erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung abgebildet. Die beizulegenden Zeitwerte der Wertpapiere ergeben sich aus dem Börsenpreis zum Bilanzstichtag.

Wertpapiere, die nur der kurzfristigen Veranlagung dienen, werden in der Bilanz im kurzfristigen Vermögen ausgewiesen. Die erstmalige Erfassung der Wertpapiere erfolgt jeweils zum Valutatag des Kaufs.

Die Bilanzierung der rumänischen Öko-CER-Zertifikate (Certified Emission Reduction) erfolgt zum beizulegenden Zeitwert. Die Wertänderungen werden erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung abgebildet. Die beizulegenden Zeitwerte der Öko-CER-Zertifikate ergeben sich aus dem Börsenpreis zum Bilanzstichtag. Die Veräußerung von Zertifikaten wird unter den sonstigen betrieblichen Erträgen gezeigt.

Verrechnungsgelder werden mit ihren fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert. Die geschätzten erwarteten Kreditverluste für Verrechnungsgelder gegenüber Dritten werden unter Berücksichtigung von externen Ratings ermittelt. Sicherheiten werden angerechnet.

Das sonstige Finanzvermögen wird erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet.

Erläuterungen

Langfristiges Finanzvermögen

Anschaffungswert 30.04.2022
TEUR
Kumulierte Wertänderungen 30.04.2022
TEUR
Buchwert 30.04.2022
TEUR
Buchwert 30.04.2021
TEUR
Erfolgswirksam zum Marktwert bewertete Wertpapiere 755 -75 681 695
Sonstiges Finanzvermögen 15.106 -1.470 13.635 14.133
Verrechnungsgelder gegenüber Dritten 5.467 -502 4.965 4.753
verbundenen Unternehmen 153 0 153 137
assoziierten Unternehmen 209 0 209 0
  21.690 -2.047 19.643 19.718

Die Wertpapiere umfassen im Wesentlichen Fondsanteile. Der Buchwert entspricht dem Zeitwert. Im laufenden Geschäftsjahr wurden saldierte unrealisierte Verluste in Höhe von 14 TEUR (2020 /21: 39 TEUR Gewinne) im Ergebnis aus Finanzinvestitionen erfasst.

In den Verrechnungsgeldern gegenüber Dritten sind Ausleihungen zur langfristigen Lieferantenbindung enthalten.

Kurzfristiges Finanzvermögen

Beim kurzfristigen Finanzvermögen handelt es sich in Höhe von 154 TEUR (30.04.2021: 109 TEUR) um Verrechnungsgelder und in Höhe von 3.778 TEUR (30.04.2021: 4.276 TEUR) um zugeteilte Öko-Zertifikate aus der rumänischen Öko-Förderung mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr.

Entwicklung der Wertberichtigung zu Verrechnungsgeldern, zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet:

2021/22
TEUR
2020/21
TEUR
Wertberichtigung zum 1. Mai 2 252
Zuführung 0 0
Abgang 0 -250
Wertberichtigung zum 30. April 2 2

Wertberichtigungen zu den Verrechnungsgeldern gegenüber Dritten der Stufe 1 wurden in Höhe des erwarteten 12-Monats-Kreditverlusts bewertet.

In der Berichtsperiode erfolgte keine Umgliederung zwischen den einzelnen Stufen der Wertberichtigungshierarchie.

Ermessensbeurteilungen

Für die Berechnung der erwarteten Kreditverluste von Finanzinstrumenten werden Annahmen und Schätzungen für zukünftigen Ausfälle getroffen. Diese Annahmen basieren auf eigenen Erfahrungswerten bzw. werden vom Markt vorgegeben.

(21) Anteile an assoziierten Unternehmen

Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Die Anteile an assoziierten Unternehmen werden nach der Equity-Methode bilanziert (siehe hierzu Anhangangabe (4)).

Erläuterungen

Buchwert 30.04.2021
TEUR
Zugang
TEUR
Jahreserfolg
TEUR
Ausschüttung
TEUR
Buchwert 30.04.2022
TEUR
Anteile an assoziierten Unternehmen 37.570 0 3.239 -3.463 37.346

Die Geschäftstätigkeit der Horatec GmbH, Hövelhof (DE), besteht in der Fertigung und dem Verkauf von Möbelteilen (Segment Decorative Products). Zum Bilanzstichtag (Angaben jeweils in Höhe von 100 % und nicht anteilig gemäß der EGGER-Anteile) beläuft sich der Wert des langfristigen Vermögens auf 6.521 TEUR (30.04.2021: 7.242 TEUR), des kurzfristigen Vermögens auf 6.521 TEUR (30.04.2021: 4.961 TEUR), der langfristigen Schulden auf 1.902 TEUR (30.04.2021: 2.479 TEUR), der kurzfristigen Schulden auf 3.023 TEUR (30.04.2021: 2.865 TEUR), der Umsatzerlöse auf 23.026 TEUR (2020 /21: 20.979 TEUR) und des Jahresgewinns auf 2.008 TEUR (2020 /21: 1.081 TEUR).

Horatec GmbH 30.04.2022 30.04.2021
Nettoreinvermögen TEUR 8.117 6.859
Beteiligungsquote in % 25,55 % 25,55 %
Firmenwert TEUR 1.047 1.047
Erfassung Zwischenergebniseliminierung TEUR -139 -89
Buchwert TEUR 2.982 2.711

CLEAF S.p.A., Macherio (IT), ist ein Hersteller von beschichteten Platten, Schichtstoffen und Kanten (Segment Decorative Products). Aufgrund eines abweichenden Geschäftsjahres erfolgt die Einbeziehung anhand des Quartalsabschlusses zum 31. März, gegebenenfalls korrigiert um wesentliche Transaktionen bis zum Gruppen-Stichtag 30. April. Die folgenden Angaben erfolgen jeweils in Höhe von 100 % und nicht anteilig gemäß der EGGER-Anteile, und beinhalten aufgedeckte stille Reserven aus der Kaufpreisallokation sowie aus IFRS Anpassungen. Zum Stichtag beläuft sich der Wert des langfristigen Vermögens auf 118.080 TEUR (30.04.2021: 130.468 TEUR), des kurzfristigen Vermögens auf 84.657 TEUR (30.04.2021: 71.452 TEUR), der langfristigen Schulden auf 76.708 TEUR (30.04.2021: 84.840 TEUR) und der kurzfristigen Schulden auf 46.894 TEUR (30.04.2021: 36.145 TEUR). Die Umsatzerlöse belaufen sich auf 183.010 TEUR (2020/21: 60.526 TEUR) und der Jahresgewinn auf 10.094 TEUR (2020/21: 2.539 TEUR), wobei die Vorjahreswerte 2020/21 jeweils nur den Zeitraum seit Erstkonsolidierungszeitpunkt 01.11.2020 umfassen.

CLEAF S.p.A. 30.04.2022 30.04.2021
Nettoreinvermögen (inkl. aufgedeckte stille Reserven aus der Kaufpreisallokation und IFRS Anpassungen) TEUR 79.134 80.935
Beteiligungsquote in % 27,50 % 27,50 %
Firmenwert TEUR 12.602 12.602
Buchwert TEUR 34.364 34.859

(22) Vorräte

Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Vorräte sind mit dem niedrigeren Wert aus Anschaffungs- oder Herstellungskosten und dem Nettoveräußerungswert am Bilanzstichtag bewertet.

Die Anschaffungskosten umfassen alle Kosten, die angefallen sind, um den Gegenstand in den erforderlichen Zustand und an den jeweiligen Ort zu bringen. Die Herstellungskosten beinhalten alle Einzelkosten sowie angemessene Teile der in Zusammenhang mit der Herstellung angefallenen Gemeinkosten auf Basis einer durchschnittlichen Auslastung der Produktionsanlagen. Fremdkapitalzinsen sowie Verwaltungs- und Vertriebsgemeinkosten sind nicht Bestandteil der Herstellungskosten. Zur Ermittlung der Kosten pro Einheit wird das gleitende Durchschnittspreisverfahren herangezogen. Für Bestandsrisiken, die sich aus der Lagerdauer bzw. aus verminderter Verwertbarkeit ergeben, werden angemessene Abschläge berücksichtigt.

Erläuterungen

30.04.2022
TEUR
30.04.2021
TEUR
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 331.122 230.321
Unfertige Erzeugnisse 34.968 25.490
Fertige Erzeugnisse und Waren 280.931 174.027
  647.021 429.838

Bei den Vorräten wurden Abwertungen in Höhe von 14.615 TEUR (30.04.2021: 15.026 TEUR) vorgenommen. Bei der Wertminderung auf Vorräte handelt es sich im Wesentlichen um Abschläge aufgrund von Alter und Qualität sowie der Abwertung auf den Nettoveräußerungswert.

Von den Vorräten sind 8.605 TEUR (30.04.2021: 15.442 TEUR) mit dem Nettoveräußerungswert (Veräußerungserlös abzüglich Erlösschmälerungen und noch anfallender künftiger Fertigungs- und Vertriebskosten) angesetzt.

(23) Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden anfänglich mit ihrem Transaktionspreis angesetzt und in der Folge zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Wertminderungsaufwendungen reduzieren die fortgeführten Anschaffungskosten.

Für die Ermittlung des Wertminderungsaufwandes für erwartete künftige Kreditausfälle bei Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (Portfoliowertberichtigung) werden die Aufzeichnungen des Kundenkreditmanagements, die die tatsächlichen Ausfälle dokumentieren, herangezogen. Daraus wird ein Durchschnittsprozentsatz für die Kreditausfälle der letzten drei Jahre ermittelt und in Bezug zum Gesamtumsatz gesetzt (unter Berücksichtigung eines Länderrisikoaufschlags je Vertriebsregion).

Diese Vorgehensweise wurde gewählt, da auch die Bandbreitenermittlung nach einzelnen Vertriebsregionen keinen wesentlichen betragsmäßigen Unterschied ergab. Auch in Russland hat sich bis heute kein wesentlicher Anstieg der überfälligen Forderungen gezeigt. Es werden in diesem Modell bestehende Kreditversicherungen und zukünftige Erwartungshaltungen, soweit eine Prognose möglich ist, berücksichtigt.

Für die Erfassung von Wertminderungsaufwendungen bei einzelnen Forderungen mit beeinträchtigter Bonität wird die Wahrscheinlichkeit und Höhe der erwarteten Zahlungseingänge bewertet. Uneinbringliche Forderungen werden ausgebucht.

Erläuterungen

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

30.04.2022
TEUR
30.04.2021
TEUR
gegenüber Dritten 182.989 123.360
gegenüber verbundenen Unternehmen 33 0
gegenüber assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen 9.534 2.987
  192.556 126.346

Entwicklung der Wertberichtigungen zu Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet:

2021/22
TEUR
2020/21
TEUR
Wertberichtigung zum 1. Mai 2.141 3.087
Zuführung 298 59
Abgang -534 -945
Währungsumrechnung 59 -60
Wertberichtigung zum 30. April 1.964 2.141

Wertberichtigungen zu Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wurden mit den über die Laufzeit zu erwarteten Kreditverlusten bewertet. Davon sind 9 TEUR (30.04.2021: 14 TEUR) für erwartete Kreditverluste für Forderungen ohne beeinträchtigte Bonität enthalten. Für Forderungen mit beeinträchtigter Bonität wurden Einzelwertberichtigungen in Höhe von 1.955 TEUR (30.04.2021: 2.127 TEUR) gebildet.

EGGER hat mit zwei Kreditinstituten langjährige, verbindliche Factoring-Finanzierungsvereinbarungen abgeschlossen, welche zum 30.04.2022 eine Restlaufzeit von 1,6 bzw. 2,2 Jahren aufweisen. Innerhalb der jeweiligen Zeiträume ist die EGGER Gruppe berechtigt, Forderungen in den EGGER Hauptwährungen von ausgewählten österreichischen, deutschen, englischen, französischen, polnischen, rumänischen und US-amerikanischen Tochtergesellschaften der EGGER Gruppe bis zu einem Forderungsbetrag von insgesamt 325 Mio. EUR zu veräußern. Die nicht verkauften Forderungen aus Lieferungen und Leistungen aus dem Factoring-Portfolio zum 30.04.2022 in Höhe von 40.199 TEUR (30.04.2021: 29.083 TEUR) werden nach IFRS 9 zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis (FVOCI) bewertet.

Zum Stichtag 30.04.2022 wurden Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 286.427 TEUR (30.04.2021: 215.765 TEUR) veräußert. Damit zusammenhängend ist ein Betrag von 8.161 TEUR (30.04.2021: 6.344 TEUR) ohne Bevorschussung der Factoringpartner in den sonstigen Vermögenswerten bilanziert. Unterjährig kann das veräußerte Volumen vom veräußerten Betrag am Bilanzstichtag abweichen. Die Höhe der Finanzverbindlichkeiten verändert sich durch die Höhe der veräußerten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen.

Gemäß IFRS 9 sind Forderungen aus Lieferungen und Leistungen dann nicht mehr zu bilanzieren, wenn das Recht auf Erhalt der Zahlungsflüsse sowie im Wesentlichen alle Chancen und Risiken auf den Erwerber übergegangen beziehungsweise nicht bei EGGER verblieben sind.

Das maximale Verlustrisiko für die EGGER Gruppe aus den zum 30.04.2022 verkauften und ausgebuchten Forderungen beträgt 18.750 TEUR (30.04.2021: 16.175 TEUR).

Dieser Betrag bemisst sich nach der Höhe des durch EGGER zu tragenden Selbstbehalts der versicherten und sämtlicher nicht versicherten übertragenen Forderungen.

Für das tatsächliche Risiko eines Forderungsausfalls wird zum 30.04.2022 eine sonstige Verbindlichkeit (beizulegender Zeitwert, Stufe 3) in Höhe 58 TEUR (30.04.2021: 87 TEUR) erfasst. Diese Residualschuld errechnet sich auf Grund des maximalen Verlustrisikos und der historisch ermittelten Ausfallswahrscheinlichkeit.

Aus der Factoring-Finanzierung hat die EGGER Gruppe im Berichtsjahr 1.680 TEUR (2020 /21: 1.595 TEUR) aufwandswirksam an Zinsen und Gebühren erfasst.

Weiters wurden per 30.04.2022 Schecks der Egger Dekor A.S. in Höhe von 3.374 TEUR (30.04.2021: 4.773 TEUR) verkauft. Die auf diese Weise verkauften Schecks werden zum Zeitpunkt des Verkaufs aus der Bilanz ausgebucht, da im Wesentlichen alle Chancen und Risiken auf den Erwerber übertragen werden.

Ermessensbeurteilungen

Für die Berechnung der erwarteten Kreditverluste von Finanzinstrumenten werden Annahmen und Schätzungen für zukünftigen Ausfälle getroffen. Diese Annahmen basieren auf eigenen Erfahrungswerten bzw. werden vom Markt vorgegeben.

(24) Sonstige Vermögenswerte

Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Die Erstbewertung von sonstigen Vermögenswerten erfolgt zum beizulegenden Zeitwert und die Folgebewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten abzüglich Wertminderungsaufwendungen.

Unverzinste Forderungen mit einer Laufzeit von über einem Jahr werden mit dem Barwert angesetzt.

Hinsichtlich der derivativen Finanzinstrumente siehe Anhangangabe (39).

Erläuterungen

Gesamt 30.04.2022
TEUR
davon über 1 Jahr Restlaufzeit
TEUR
davon unter 1 Jahr Restlaufzeit
TEUR
Gesamt 30.04.2021
TEUR
davon über 1 Jahr Restlaufzeit
TEUR
davon unter 1 Jahr Restlaufzeit
TEUR
Sonstige Vermögenswerte            
gegenüber Dritten 21.432 3.769 17.663 9.480 634 8.846
gegenüber Factoringpartner 8.161 0 8.161 6.344 0 6.344
Steuerguthaben (andere als Ertragsteuern) 37.053 0 37.053 24.691 0 24.691
Debitorische Kreditoren und Geleistete Anzahlungen auf Vorräte und Aufwendungen 34.727 0 34.727 10.454 0 10.454
abgegrenzte Öko-Zertifikate aus der rumänischen Öko-Förderung 279 0 279 267 0 267
gegenüber verbundenen Unternehmen 474 15 459 295 0 295
gegenüber assoziierten Unternehmen 0 0 0 1 0 1
Aktive derivative Finanzinstrumente 1.059 920 139 13.453 13.331 122
Aktive Rechnungsabgrenzungsposten 7.437 1.149 6.288 5.083 366 4.717
  110.622 5.853 104.768 70.068 14.331 55.737

In den sonstigen Vermögenswerten gegenüber Dritten sind vor allem Versicherungsansprüche, zugesagte noch nicht geflossene Investitionsförderungen und Schadensersatzleistungen enthalten. Der Rechtsstreit bezüglich der im Vorjahr enthaltenen strittigen, vollständig wertberichtigten Forderungen (5.604 TEUR) wurde im Berichtsjahr per Vergleich beendet. Die hierdurch EGGER zugesprochenen Ansprüche in Höhe von knapp 2,5 Mio. EUR zzgl. Zinsen wurden inzwischen durch den Vertragspartner beglichen.

Hinsichtlich der derivativen Finanzinstrumente siehe Anhangangabe (39).

(25) Liquide Mittel

Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Liquide Mittel umfassen Kassabestände, Schecks, Festgelder mit einer Bindung von weniger als 3 Monaten ab Erwerbszeitpunkt und jederzeit verfügbare Guthaben bei Kreditinstituten.

Erläuterungen

30.04.2022
TEUR
30.04.2021
TEUR
Kassenbestand 69 59
Kurzfristige Veranlagungen (Festgeld) 2.370 6.046
Guthaben bei Kreditinstituten, Schecks 415.710 356.312
  418.148 362.417

In den Liquiden Mitteln sind Beträge der argentinischen Gesellschaft Egger Argentina SAU sowie der russischen Gesellschaften OOO "Egger Drevprodukt Shuya" und OOO Egger Drevprodukt Gagarin enthalten, für welche aufgrund der Vorschriften in Argentinien bzw. Russland Devisenverkehrsbeschränkungen zu beachten sind.

Hierdurch ist deren Verfügbarkeit durch das Mutterunternehmen oder andere Unternehmen der EGGER Gruppe eingeschränkt. Im Vergleich zum Gesamtbestand sind diese Beträge aber von untergeordneter Bedeutung für die Gruppe.

(26) Latente Steuern

Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Die Ermittlung der Steuerabgrenzung erfolgt gemäß der in IAS 12 vorgeschriebenen bilanzorientierten Verbindlichkeitsmethode für alle temporären Unterschiede zwischen den Wertansätzen der Bilanzposten im konsolidierten IFRS-Abschluss und den bei den einzelnen Gesellschaften bestehenden Steuerwerten. Weiters wird der wahrscheinlich realisierbare Steuervorteil aus bestehenden Verlustvorträgen in die Ermittlung einbezogen. Ausnahmen von dieser umfassenden Steuerabgrenzung bilden Unterschiedsbeträge aus steuerlich nicht absetzbaren Firmenwerten und mit Beteiligungen an Tochterunternehmen und assoziierten Unternehmen zusammenhängende temporäre Unterschiede. Aktive Steuerabgrenzungen werden nicht angesetzt, wenn es nicht wahrscheinlich ist, dass der enthaltene Steuervorteil realisierbar sein wird. Der Ermittlung der Steuerabgrenzung wird der nach den maßgeblichen nationalen Vorschriften des jeweiligen Landes relevante Steuersatz zugrunde gelegt. Eine Steuersatzänderung wird ab dem Zeitpunkt berücksichtigt, ab dem diese Änderung faktisch beschlossen ist.

Die latente Steuer auf Verlustvorträge wird aktiviert, sofern es wahrscheinlich ist, dass ausreichend zu versteuernde Gewinne zur Verfügung stehen werden, gegen die die Verlustvorträge verwendet werden können. Liegen keine ausreichenden passiven Steuerabgrenzungen vor, wird die latente Steuer auf Verlustvorträge nur dann aktiviert, wenn diese Verlustvorträge innerhalb der nächsten fünf Jahre mit künftigen steuerpflichtigen Gewinnen verrechnet werden können. In der zugrunde liegenden steuerlichen Planungsrechnung werden Verlustverrechnungsbeschränkungen durch Mindestbesteuerungsregeln in den einzelnen Ländern beim erwarteten Verlustabbau ebenso berücksichtigt wie eine zeitliche Einschränkung hinsichtlich der Verwertung von Verlustvorträgen in Rumänien von sieben Jahren und in Polen von fünf Jahren. Bei allen anderen Gesellschaften bestehen nach nationalem Steuerrecht keine zeitlichen Einschränkungen.

Erläuterungen

Temporäre Unterschiede zwischen den Wertansätzen im IFRS-Abschluss und dem jeweiligen steuerlichen Wertansatz wirken sich wie folgt auf die in der Bilanz ausgewiesenen latenten Steuern aus:

Aktive latente Steuern 30.04.2022
TEUR
Passive latente Steuern 30.04.2022
TEUR
Aktive latente Steuern 30.04.2021
TEUR
Passive latente Steuern 30.04.2021
TEUR
Sachanlagen 38.401 45.869 28.304 34.734
Immaterielle Vermögenswerte 1.123 375 1.276 682
Finanzvermögen 41.650 83 60.061 83
Sonstige Vermögenswerte 129 0 113 2.903
Finanzverbindlichkeiten 3.658 2.409 5.672 0
Rückstellungen 21.709 128 26.676 114
Sonstige Verbindlichkeiten 897 118 1.062 60
Eigenkapital (Hybridanleihe, Net investments) 0 341 204 129
Steuerliche Sonderabschreibungen 0 1.746 0 1.514
Steuerliche Verlustvorträge 62.211 0 41.269 0
Langfristige Steuerabgrenzung 169.778 51.069 164.637 40.219
Vorräte 4.956 2.727 4.493 1.709
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 1.572 434 1.039 301
Sonstige Vermögenswerte 1 295 158 265
Wertpapiere und Finanzvermögen 98 604 17 863
Finanzverbindlichkeiten 1.396 2 1.463 0
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 460 44 986 17
Sonstige Verbindlichkeiten 2.631 0 2.149 0
Rückstellungen 548 0 407 0
Kurzfristige Steuerabgrenzungen 11.662 4.106 10.712 3.155
Aktive/Passive Steuerabgrenzung (brutto) 181.440 55.175 175.349 43.374
Wertberichtigungen -44.933 0 -41.350 0
Saldierung gegenüber derselben Steuerbehörde -48.342 -48.342 -39.632 -39.632
Steuerabgrenzung (netto) 88.165 6.833 94.367 3.742

Überleitungsrechnung latenter Ertragsteueraufwand

TEUR TEUR TEUR
Aktive latente Steuern zum 30.04.2021 94.367    
Passive latente Steuern zum 30.04.2021 -3.742 90.625  
Aktive latente Steuern zum 30.04.2022 88.165    
Passive latente Steuern zum 30.04.2022 -6.833 81.332  
Veränderung der latenten Steuern 2021/22     9.293
Währungsdifferenz     -209
Direkt im Eigenkapital und im sonstigen Ergebnis erfasste Änderungen     -3.136
Latente Ertragsteuer 2021/22     5.947

Auf zu versteuernde temporäre Differenzen aus Anteilen an Tochterunternehmen in Höhe von 463.733 TEUR (30.04.2021: 516.463 TEUR) wurden keine passiven latenten Steuern gebildet, da die Egger Holzwerkstoffe GmbH als Mutterunternehmen in der Lage ist, den Zeitpunkt der Auflösung dieser temporären Differenzen zu steuern. Für die Berechnung wurden die Steuerbuchwerte der Beteiligungsansätze dem Nettovermögen aus den IFRS-Einzelbilanzen gegenüber gestellt.

Aktive latente Steuern wurden in Höhe von 44.933 TEUR (30.04.2021: 41.350 TEUR) mangels Werthaltigkeit wertberichtigt.

Für Gesellschaften, die im Vorjahr oder in der laufenden Periode ein negatives Ergebnis vor Steuern ausgewiesen haben, wurde ein saldierter latenter Steueranspruch bei der Egger Corporate Services GmbH (AT) in Höhe von 18.012 TEUR (30.04.2021: 8.858 TEUR) aktiviert. Die steuerlichen Verluste sind dabei auf einmalige Effekte aufgrund von Teilwertabschreibungen auf eine ausländischen Gesellschaft in Vorjahren zurückzuführen. Mit deren Wegfall wird für zukünftige Jahre wieder mit entsprechend positiven steuerlichen Ergebnissen gerechnet.

Ermessensbeurteilungen

Dem Ansatz der aktiven latenten Steuern liegt die Annahme zu Grunde, dass in Zukunft ausreichende steuerpflichtige Einkünfte erwirtschaftet werden, um bestehende Verlustvorträge zu verwerten. Steuervorschriften, sowie deren Interpretationen seitens der Finanzverwaltungen, können sich im Zeitablauf ändern. Dieses Risiko, das eine Auswirkung auf die im Konzernabschluss zum aktuellen Bilanzstichtag aktivierten latenten Steuern auf Verlustvorträge zur Folge haben könnte, wird vom Gruppenmanagement angemessen eingeschätzt und laufend evaluiert.

Die zur Einschätzung der Werthaltigkeit von latenten Steueransprüchen herangezogene Steuerplanung basiert auf der Mittelfristplanung für die einzelnen Tochtergesellschaften. Eine Erhöhung bzw. eine Verringerung der Ertragswerte um 10 % würde in der aktuellen Periode zu einer Korrektur des Steueranspruchs auf Verlustvorträge der österreichischen Gesellschaft Egger Corporate Services GmbH in Höhe von +1.832 TEUR bzw. - 1.832 TEUR (30.04.2021: +886 TEUR bzw. -886 TEUR) führen.

(27) Stammkapital, Rücklagen und Hybridanleihe

Erläuterungen

Im Mittelpunkt des Kapitalmanagements steht die Sicherstellung des Unternehmensbestandes, die Finanzierung des Unternehmenswachstums sowie einer angemessenen Verzinsung des Eigenkapitals. Wesentliche Kennzahlen für die Überwachung sind in diesem Zusammenhang die Entschuldungsdauer (Nettoverschuldung / EBITDA) und die Eigenkapitalquote (Eigenkapital / Bilanzsumme). Die Nettoverschuldung setzt sich zusammen aus den gesamten Finanzverbindlichkeiten abzüglich der liquiden Mittel. Als Eigenkapital versteht EGGER das buchmäßige Eigenkapital einschließlich der Investitionszuschüsse. Die interne Mindestvorgabe für die Kennzahl "Nettoverschuldung / EBITDA" ist kleiner 3,0 (mittel- und langfristig) bzw. für die Eigenkapitalquote größer 30 % (jeweils auf Gruppenebene). Die extern bei einigen Kreditverträgen vertraglich vereinbarten Mindestfinanzkennzahlen wurden zu den vereinbarten Stichtagen jeweils eingehalten.

Das Stammkapital der Egger Holzwerkstoffe GmbH beträgt 11.509 TEUR und ist gegenüber dem Vorjahr unverändert geblieben.

Die Egger Holzwerkstoffe GmbH begab im März 2018 eine Hybridanleihe (Perpetual Bond) mit einem Gesamtnennbetrag in Höhe von 150 Mio. EUR (Transaktionskosten: 2.180 TEUR). Die Anleihe ist gemäß IFRS als Eigenkapital ausgewiesen und hat eine unbefristete Laufzeit und einen fixen Kupon von 4,875 % für die ersten fünf Jahre. Sollte die Anleihe nach fünf Jahren nicht gekündigt werden, wird alle fünf Jahre ein neuer Zinssatz festgelegt (5-Jahres-Swap plus Aufschlag plus 500 bps Step-up). Für die Anleihegläubiger ist das Recht auf Kündigung der Anleihe ausgeschlossen. Im Berichtszeitraum wurde ein Nominalbetrag von insgesamt 0,5 Mio. EUR zurückgekauft. Zusammen mit den bereits im Vorjahr 2020/21 zurückgekauften Anteilen (Nominalbetrag von 2,8 Mio. EUR) wurden 3,3 Mio. EUR eingezogen. Ausstehend ist somit ein Nennbetrag von 146,7 Mio. EUR.

Die steuerlich abzugsfähigen Zinszahlungen sind jährlich am 12. März fällig. Die Emittentin ist zum Aufschub von Zinszahlungen unter bestimmten, in den Anleihebedingungen definierten Voraussetzungen berechtigt; Zinsrückstände werden nicht verzinst. Allerdings ist die Emittentin verpflichtet, Zinsen (und bestehende Zinsrückstände) zu zahlen, wenn:

Zinsen, sonstige Ausschüttungen oder Zahlungen (einschließlich Zahlungen für eine Rückzahlung oder einen Rückkauf) in Bezug auf nachrangige Wertpapiere oder gleichrangige Wertpapiere oder auf von Gesellschaftern der Emittentin gewährte Darlehen (unabhängig von deren Rang) innerhalb eines Zeitraums von zwölf Monaten unmittelbar vor diesem Zinszahlungstag gültig beschlossen oder bezahlt wurden oder in diesem Zeitraum Darlehen an die Gesellschafter gewährt oder unter solchen Darlehen zu zahlende Zinsen gestundet oder erlassen wurden; oder

die Hybridanleihe (Perpetual Bond) getilgt wird; oder

die Emittentin in die Liquidation geht und abgewickelt oder aufgelöst wird.

(28) Unterschiedsbetrag aus Währungsumrechnung

Erläuterungen

Der Posten Unterschiedsbetrag aus Währungsumrechnung umfasst alle Kursdifferenzen, die aus der Umrechnung der in fremder Währung aufgestellten Jahresabschlüsse von Tochterunternehmen entstanden sind. Des Weiteren sind hier nicht realisierte Währungsumrechnungsdifferenzen eigenkapitalvermindernd in Höhe von 92.210 TEUR (30.04.2021: 92.747 TEUR) aus aushaftenden und rückgeführten, langfristigen Gesellschafterdarlehen (net investments) enthalten, welche jeweils erfolgsneutral erfasst werden.

(29) Nicht beherrschende Anteile

Erläuterungen

Die ausgewiesenen nicht beherrschenden Anteile in Höhe von 37.813 TEUR (30.04.2021: 54.581 TEUR) sind aus schließlich den EGGER Privatstiftungen zuzurechnen.

(30) Finanzverbindlichkeiten

Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Finanzverbindlichkeiten werden zu den fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert. Dabei erfolgt der Erstansatz in Höhe des tatsächlich zugeflossenen Betrags (abzüglich Transaktionskosten). Ein Unterschiedsbetrag zwischen dem erhaltenen Betrag und dem Rückzahlungsbetrag wird in der Folge über die Laufzeit der Finanzierung erfolgswirksam unter Anwendung der Effektivzinsmethode verteilt.

Hinsichtlich Leasingverbindlichkeiten siehe Anhangangabe (17).

Erläuterungen

Finanzverbindlichkeiten 2022

Gesamt 30.04.2022
TEUR
über 5 Jahre Restlaufzeit
TEUR
1 bis 5 Jahre Restlaufzeit
TEUR
unter 1 Jahr Restlaufzeit
TEUR
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten        
Bankkredite 547.113 82.357 337.119 127.637
Zinsabgrenzungen 335 0 0 335
  547.448 82.357 337.119 127.972
Schuldscheindarlehen        
Schuldscheindarlehen 414.330 38.504 375.827 0
Zinsabgrenzungen 1.227 0 0 1.227
  415.557 38.504 375.827 1.227
Andere Finanzverbindlichkeiten        
Leasingverbindlichkeiten 18.560 5.112 8.230 5.218
  18.560 5.112 8.230 5.218
Summe gesamt 981.565 125.973 721.176 134.417

Finanzverbindlichkeiten 2021

Gesamt 30.04.2021
TEUR
über 5 Jahre Restlaufzeit
TEUR
1 bis 5 Jahre Restlaufzeit
TEUR
unter 1 Jahr Restlaufzeit
TEUR
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten        
Bankkredite 624.924 142.218 405.196 77.510
Zinsabgrenzungen 303 0 0 303
  625.227 142.218 405.196 77.813
Schuldscheindarlehen        
Schuldscheindarlehen 549.750 103.336 400.308 46.106
Zinsabgrenzungen 1.557 0 0 1.557
  551.308 103.336 400.308 47.663
Andere Finanzverbindlichkeiten        
Leasingverbindlichkeiten 17.366 5.043 6.799 5.525
  17.366 5.043 6.799 5.525
Summe gesamt 1.193.902 250.597 812.303 131.002

Aufgrund der positiven Liquiditätsentwicklung wurden im September 2021 variable Tranchen des Schuldscheindarlehens 2019 teilweise (über insgesamt 70,5 Mio. EUR) vorzeitig zurückbezahlt.

Im Oktober 2021 konnte die kommittierte syndizierte Kreditlinie mit einem Kreis von Kernbanken von bisher 200 Mio. EUR auf 400 Mio. EUR erhöht werden. Zum 30.04.2022 waren 400 Mio. EUR frei verfügbar und die Restlaufzeit betrug 4,5 Jahre.

Sämtliche Bankkredite und Schuldscheindarlehen sind in Euro abgeschlossen.

Für Finanzverbindlichkeiten sind, wie im Vorjahr, keine dinglichen Sicherheiten bestellt.

Die Überleitung der Bewegungen der Finanzverbindlichkeiten auf die Cashflows aus der Finanzierungstätigkeit stellt sich wie folgt dar:

Bankkredite
TEUR
Schuldscheindarlehen
TEUR
Leasingverbindlichkeiten
TEUR
Pool-,Verrechnungsgelder
TEUR
Gesamt
TEUR
Bilanz zum 30.04.2020 823.224 633.872 20.286 95 1.477.478
Einzahlung (Aufnahme) 50.002 0 0 0 50.002
Rückzahlung -247.384 -80.000 -6.040 -95 -333.520
Sonstige nicht zahlungswirksame Veränderungen -597 -2.564 3.489 0 327
Währungsumrechnung -17 0 -368 0 -386
Bilanz zum 30.04.2021 625.227 551.308 17.366 0 1.193.902
Einzahlung (Aufnahme) 5.000 0 0 0 5.000
Rückzahlung -82.508 -116.500 -6.422 0 -205.431
Sonstige nicht zahlungswirksame Veränderungen -272 -19.251 7.194 0 -12.328
Währungsumrechnung 0 0 421 0 421
Bilanz zum 30.04.2022 547.448 415.557 18.560 0 981.565

(31) Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen

Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Die Bewertung der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen erfolgt bei Entstehen der Verbindlichkeit in Höhe des beizulegenden Zeitwertes der erhaltenen Leistungen. In der Folge werden diese Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet.

Erläuterungen

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen

30.04.2022
TEUR
30.04.2021
TEUR
gegenüber Dritten 396.907 285.279
gegenüber verbundenen Unternehmen 721 453
gegenüber assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen 190 177
  397.818 285.910

(32) Sonstige Verbindlichkeiten

Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Die Bewertung der Vertragsverbindlichkeiten erfolgt bei Entstehen der Verbindlichkeit in Höhe des beizulegenden Zeitwertes der erhaltenen Leistungen. In der Folge werden diese Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Sonstige nicht aus Leistungsbeziehungen resultierende Verbindlichkeiten werden mit ihrem Zahlungsbetrag angesetzt.

Erläuterungen

Sonstige Verbindlichkeiten 2022

Gesamt 30.04.2022
TEUR
über 5 Jahre Restlaufzeit
TEUR
1 bis 5 Jahre Restlaufzeit
TEUR
unter 1 Jahr Restlaufzeit
TEUR
Sonstige Verbindlichkeiten        
gegenüber Dritten 7.857 0 76 7.781
gegenüber Dienstnehmern 71.804 0 0 71.804
aus Verkaufsprovisionen Handelsvertreter 950 0 0 950
aus Vertragsverbindlichkeiten nicht ausbezahlte Kundenboni 40.235 0 0 40.235
aus Vertragsverbindlichkeiten Kundenvorauszahlungen 10.503 0 0 10.503
gegenüber verbundenen Unternehmen 298 0 0 298
aus Steuern (andere als Ertragsteuern) 29.935 0 0 29.935
im Rahmen der sozialen Sicherheit 13.206 0 0 13.206
Passive derivative Finanzinstrumente 9.179 2.217 6.962 0
Rechnungsabgrenzungsposten 336 0 0 336
Summe 184.303 2.217 7.038 175.048

Sonstige Verbindlichkeiten 2021

Gesamt 30.04.2021
TEUR
über 5 Jahre Restlaufzeit
TEUR
1 bis 5 Jahre Restlaufzeit
TEUR
unter 1 Jahr Restlaufzeit
TEUR
Sonstige Verbindlichkeiten        
gegenüber Dritten 8.936 0 1 8.935
gegenüber Dienstnehmern 66.390 0 0 66.390
aus Verkaufsprovisionen Handelsvertreter 866 0 0 866
aus Vertragsverbindlichkeiten nicht ausbezahlte Kundenboni 31.540 0 0 31.540
aus Vertragsverbindlichkeiten Kundenvorauszahlungen 10.077 0 0 10.077
gegenüber verbundenen Unternehmen 995 0 0 995
aus Steuern (andere als Ertragsteuern) 29.611 0 246 29.365
im Rahmen der sozialen Sicherheit 11.267 0 0 11.267
Rechnungsabgrenzungsposten 88 0 0 88
Summe 159.770 0 247 159.523

Die Entwicklung der Vertragsverbindlichkeiten von nicht ausbezahlten Kundenboni und von Kunden erhaltene Anzahlungen stellt sich wie folgt dar:

2021/22
TEUR
2020/21
TEUR
Vertragsverbindlichkeiten zum 1. Mai 41.617 29.779
Als Umsatz in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst -10.756 -3.698
Verwendung hinsichtlich nicht ausgezahlter Kundenboni -32.012 -25.588
Zugang 50.738 41.617
Währungsumrechnung 1.152 -494
Vertragsverbindlichkeiten zum 30. April 50.738 41.617

Da bei EGGER ausschließlich Leistungsverpflichtungen mit einer Laufzeit von maximal einem Jahr bestehen, wird auf Angaben zu den verbleibenden Leistungsverpflichtungen verzichtet.

(33) Investitionszuschüsse

Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Investitionszuschüsse werden als gesonderter Passivposten ausgewiesen und planmäßig über die Nutzungsdauer der zugehörigen Vermögenswerte als sonstiger Ertrag aufgelöst.

Erläuterungen

Im Geschäftsjahr 2021 /22 wurden an Gesellschaften der EGGER Gruppe 3.426 TEUR (2020 /21: 731 TEUR) Investitionszuschüsse gewährt. Hiervon resultieren 2.401 TEUR (2020/21: 331 TEUR) aus COVID-19-Investitionsförderungen.

(34) Langfristige Rückstellungen

Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Abfertigungsverpflichtungen

Aufgrund gesetzlicher Vorschriften sind Unternehmen in Österreich für Beschäftigungsverhältnisse, die vor dem 1. Jänner 2003 begonnen haben, verpflichtet, im Kündigungsfall oder zum Pensionsantrittszeitpunkt eine einmalige Abfertigung zu leisten. Der zu leistende Betrag ist von der Anzahl der Dienstjahre und dem bei Abfertigungsanfall maßgeblichen Bezug abhängig und beträgt bis zu 12 Monatsbezüge. Für diese Verpflichtung wird eine Rückstellung gebildet, die ein unabhängiger Versicherungsmathematiker berechnet hat.

Die Ermittlung dieser Rückstellung erfolgt unter Anwendung des Verfahrens laufender Einmalprämien. Dabei wird der Barwert der künftigen Zahlungen nach einem versicherungsmathematischen Verfahren über jenen Zeitraum angesammelt, in dem der maximal erreichbare Anspruch entsteht (25 Jahre).

Der laufende Dienstzeitaufwand und Zinsaufwand werden im Jahresergebnis berücksichtigt, versicherungsmathematische Gewinne bzw. Verluste werden gemäß IAS 19 erfolgsneutral im sonstigen Ergebnis erfasst.

Für Beschäftigte österreichischer Tochtergesellschaften, die nach dem 1. Jänner 2003 eingetreten sind, werden monatliche Beiträge (1,53 % des Bruttogehalts) an eine Mitarbeitervorsorgekasse bezahlt. Die Mitarbeiter erwerben hiermit Abfertigungsansprüche gegenüber der Vorsorgekasse, dem Unternehmen entstehen keine weiteren Verpflichtungen.

Pensionsverpflichtungen

Einzelne Gesellschaften der EGGER Gruppe sind verpflichtet, an Arbeitnehmer nach deren Eintreten in den Ruhestand Pensionszahlungen zu leisten. Es bestehen sowohl leistungs- als auch beitragsorientierte Verpflichtungen.

Für leistungsorientierte Pensionsverpflichtungen, denen kein ausreichendes Planvermögen gegenübersteht, wird eine Rückstellung gebildet. Die Ermittlung dieser Rückstellung erfolgt gemäß IAS 19 unter Anwendung des Verfahrens laufender Einmalprämien. Dabei wird der Barwert der auf Basis realistischer Annahmen ermittelten künftigen Zahlungen nach einem versicherungsmathematischen Verfahren über den Zeitraum, in dem diese Ansprüche durch die jeweiligen Anspruchsberechtigten erworben werden, angesammelt. Die in der Bilanz erfasste Rückstellung entspricht dem Barwert der leistungsorientierten Verpflichtung abzüglich des Zeitwerts des Planvermögens. Die Berechnung des Rückstellungswertes erfolgt für den jeweiligen Bilanzstichtag durch unabhängige Gutachter.

Bei Pensionsverpflichtungen werden versicherungsmathematische Gewinne oder Verluste gemäß IAS 19 im sonstigen Ergebnis bilanziert. Der laufende Dienstzeitaufwand wird im Personalaufwand ausgewiesen, der Nettozinsaufwand ist Bestandteil des Finanzierungsergebnisses.

Alle Mitarbeiter der österreichischen Tochtergesellschaften haben Anspruch auf eine Firmenpension. Die monatlichen Beitragszahlungen für beitragsorientierte Pensionsverpflichtungen werden im Personalaufwand ausgewiesen. Außer den Arbeitgeberbeiträgen entstehen keine weiteren Verpflichtungen für das Unternehmen. Mitarbeiter der Tochtergesellschaften in Großbritannien erwerben mit Betriebseintritt einen Anspruch auf eine Firmenpension (beitragsorientiert), vorausgesetzt sie leisten einen Eigenbeitrag. Neben den Arbeitgeberbeiträgen in Höhe von 4,5 % (bei Eigenbetrag von mind. 2,5 % des Mitarbeiters) bzw. 8 % (bei Eigenbetrag von mind. 6,0 % des Mitarbeiters) des monatlichen Bruttogehalts an die Pensionskasse bestehen keine weiteren Verpflichtungen für das Unternehmen. Für Mitarbeiter in den USA besteht die Möglichkeit in den Pensionsvorsorgeplan 401(k) zu investieren. Nutzen Mitarbeiter dieses Angebot, erfolgen zusätzlich entsprechende Beitragszahlungen des Unternehmens. Der Ausweis dieser Beitragszahlungen erfolgt im Personalaufwand. Außer den Arbeitgeberbeiträgen gibt es keine weiteren Verpflichtungen für EGGER.

Rückstellung für Jubiläumsgelder und Altersteilzeit

Aufgrund vertraglicher Vereinbarungen besteht die Verpflichtung, an Dienstnehmer nach der Erreichung bestimmter Dienstjahre (ab 10 Dienstjahren) Jubiläumsgelder zu leisten. Für diese Verpflichtung wurde eine Rückstellung gebildet.

Die Bewertung dieser Rückstellung erfolgt nach den für die Abfertigungsverpflichtungen angewendeten Methoden und Annahmen. Jedoch werden laufender Dienstzeitaufwand, versicherungsmathematische Verluste und Gewinne und Zinsaufwand in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

Für abgeschlossene Altersteilzeitvereinbarungen erfolgt eine ratierliche Ansammlung der in der Nichtleistungsperiode zu zahlenden Bezüge.

Sonstige Rückstellungen werden angesetzt, wenn für das Unternehmen eine rechtliche oder faktische Verpflichtung gegenüber einem Dritten aufgrund eines vergangenen Ereignisses vorliegt und es wahrscheinlich ist, dass diese Verpflichtung zu einem Mittelabfluss führen wird. Die Rückstellungen werden mit jenem Wert angesetzt, der zum Zeitpunkt der Erstellung des Jahresabschlusses nach bestmöglicher Schätzung erforderlich ist, um die gegenwärtigen Verpflichtungen zu erfüllen. Ist eine vernünftige Schätzung des Betrages nicht möglich, unterbleibt die Bildung einer Rückstellung.

Unterscheidet sich der auf Basis eines marktgerechten, die Risiken und die Laufzeit der Verpflichtung widerspiegelnden Zinssatzes ermittelte Barwert einer langfristigen Rückstellung wesentlich von ihrem Nominalwert, wird der Barwert der Verpflichtung angesetzt.

Erläuterungen

Langfristige Rückstellungen

Stand am 30.04.2021
TEUR
Währungsänderung
TEUR
Zugänge
TEUR
Verwendung
TEUR
Auflösung
TEUR
Stand am 30.04.2022
TEUR
Rückstellungen für Abfertigungen 41.114 0 0 -1.892 -4.508 34.714
Rückstellungen für Pensionen 28.376 654 0 -191 -7.891 20.948
Rückstellungen für Jubiläumsgelder 99.007 119 2.738 -4.578 -4.370 92.914
Rückstellung für Altersteilzeit 1.758 0 6.041 -1.955 0 5.844
Übrige langfristige Rückstellungen 3.503 81 1.193 -1.234 -1.310 2.233
  173.758 854 9.971 -9.850 -18.080 156.653

Der Berechnung der Abfertigungs- und Pensionsverpflichtung liegen folgende versicherungsmathematische Annahmen zugrunde:

30.04.2022 30.04.2021
Rechnungszinssatz 2,60 - 3,20 % 1,30 - 2,05 %
Bezugssteigerung 2,80 % 2,54 %
Pensionssteigerung 2,60 % 2,20 %
Pensionsantrittsalter nach gesetzlichen Bestimmungen nach gesetzlichen Bestimmungen
Biometrische Rechnungsgrundlagen:    
Österreich AVÖ 2018-P AVÖ 2018-P
Großbritannien 115 % SAPS tables CMI_2020 1,25 % 115 % SAPS tables CMI_2019 1,25 %

Rückstellungen für Abfertigungen

2021/22
TEUR
2020/21
TEUR
Barwert (DBO) der Verpflichtung = Bilanzierte Rückstellungen 1. Mai 41.114 40.312
Dienstzeitaufwand 1.041 1.114
Zinsaufwand 534 589
Erfasst in der Gewinn- und Verlustrechnung 1.575 1.703
Neubewertung aus Änderung finanzmathematischer Annahmen -6.468 744
Neubewertung aus Änderung demografischer Annahmen -2 12
Neubewertung aus erfahrungsbedingten Anpassungen 387 -550
Erfasst im sonstigen Ergebnis -6.083 206
Abfertigungs- und Abgangsentschädigungszahlungen -1.892 -1.107
Barwert (DBO) der Verpflichtung = Bilanzierte Rückstellungen 30. April 34.714 41.114

Durch die Abfertigungsverpflichtung ist EGGER versicherungsmathematischen Risiken, wie Zins- und Gehaltsrisiko, ausgesetzt. Die geschätzten Zahlungen für Abfertigungen und Abgangsentschädigungen bei Pensionsantritt gemäß Regelpensionsalter für das Geschäftsjahr 2022/23 betragen 298 TEUR. Die Abfertigungsverpflichtungen haben eine gewichtete durchschnittliche Laufzeit von 13 Jahren (30.04.2021: 14 Jahren).

Rückstellungen für Pensionen

Eine österreichische Tochtergesellschaft unterhält einen leistungsorientierten Pensionsplan, der anspruchsberechtigten Mitarbeitern eine Pension auf Lebenszeit zusichert. Der inzwischen geschlossene Kreis der Begünstigten erwirbt pro Jahr Firmenzugehörigkeit 1,5 % des letzten Gehalts an Pensionsanspruch, der maximal 40 % des letzten Gehalts bzw. zusammen mit dem gesetzlichen Pensionsanspruch nicht mehr als 80 % des Endgehalts betragen kann. Die VBV-Pensionskasse Aktiengesellschaft, Wien, verwaltet das einbezahlte Vermögen und sichert die künftigen Pensionszahlungen ab. Die monatlichen Beitragszahlungen des Arbeitgebers sind in der Höhe, die eine Erfüllung der zugesagten Leistungen ermöglicht, bemessen. Für die Berechnung wird eine jährliche Bezugssteigerung von 3 % angenommen, eine inflationsbedingte Pensionssteigerung wird nicht berücksichtigt. Bei einer Unterdeckung des Plans kann es zu einer Nachschusspflicht kommen. Bei Pensionsantritt wird das angesparte Kapital in der Pensionskasse in eine lebenslange Pension umgewandelt und die Verpflichtungen des Dienstgebers erlöschen.

Die VBV-Pensionskasse Aktiengesellschaft ist eine rechtlich unabhängige Pensionskasse, die den Bestimmungen des Pensionskassengesetzes unterliegt. Über die Veranlagungsstrategie entscheidet der Veranlagungsausschuss, in dem auch EGGER vertreten ist. Durch diesen Pensionsplan ist EGGER versicherungsmathematischen Risiken, wie dem Zins-, Investitions-, Gehalts- und Langlebigkeitsrisiko, ausgesetzt.

Englische Tochtergesellschaften unterhalten einen leistungsorientierten Pensionsplan, der den anspruchsberechtigten Mitarbeitern eine Pension auf Lebenszeit zusichert. Der im Jahr 2002 geschlossene Kreis der Begünstigten erwarb pro Jahr Firmenzugehörigkeit 1 / 80 bzw. 1 / 60 des Letztgehalts an Pensionsanspruch. Die monatlichen Beitragszahlungen des Arbeitgebers an das EGGER (UK) Pension Scheme sind in der Höhe bemessen, die die Erfüllung der zugesagten Ansprüche ermöglicht. Für die Berechnung wird eine indexierte Pensionssteigerung angenommen. Bei einem Defizit des Plans kommt es zu Nachschüssen.

Das EGGER (UK) Pension Scheme wird durch die Treuhänder des Pensionsplans verwaltet. Ein Ausschuss, bestehend aus Vertretern des Arbeitgebers und Begünstigten des Pensionsplans, entscheidet über die Veranlagungsstrategie. Durch diesen Pensionsplan ist EGGER versicherungsmathematischen Risiken, wie Zins-, Investitions-, Langlebigkeits- und Inflationsrisiko, ausgesetzt.

Herleitung der in der Bilanz erfassten Rückstellungen

30.04.2022
TEUR
30.04.2021
TEUR
Barwert (DBO) der fondsfinanzierten Verpflichtung 64.497 73.397
Beizulegender Zeitwert des Planvermögens -48.726 -51.683
Nettoschuld der fondsfinanzierten Verpflichtungen 15.771 21.714
Barwert (DBO) der nicht durch Fondsvermögen gedeckten Verpflichtung 5.177 6.662
Bilanzierte Rückstellungen 30. April 20.948 28.376

Von der fondsfinanzierten Verpflichtung fallen auf den Pensionsplan bei der VBV-Pensionskasse Aktiengesellschaft 2.071 TEUR (30.04.2021: 3.139 TEUR) und auf das EGGER (UK) Pension Scheme 13.701 TEUR (30.04.2021: 18.575 TEUR).

Entwicklung des Barwerts (DBO) der Verpflichtung

2021/22
TEUR
2020/21
TEUR
Barwert (DBO) der Verpflichtung zum 1. Mai 80.059 94.676
Dienstzeitaufwand 469 640
Zinsaufwand 1.501 1.467
Erfasst in der Gewinn- und Verlustrechnung 1.970 2.107
Neubewertung aus Änderung finanzmathematischer Annahmen -9.943 -1.875
Neubewertung aus Änderung demografischer Annahmen 997 -167
Neubewertung aus erfahrungsbedingten Anpassungen -1.015 -9.939
Erfasst im sonstigen Ergebnis -9.961 -11.981
Pensionszahlungen -4.489 -4.428
Währungsumrechnung 2.095 -315
Barwert (DBO) der Verpflichtung zum 30. April 69.674 80.059

Entwicklung des beizulegenden Zeitwerts des Planvermögens

2021/22
TEUR
2020/21
TEUR
Zeitwert des Planvermögens zum 1. Mai 51.683 54.585
Rechnerisch berücksichtigter Zinsertrag 1.010 780
Differenzbetrag zwischen tatsächlichem Ertrag Planvermögen und dem rechnerisch berücksichtigten Zinsertrag, erfasst im sonstigen Ergebnis -4.028 -2.607
Fondsbeitragszahlungen 2.886 2.691
Pensionszahlungen des Fonds -4.324 -3.706
Währungsumrechnung 1.498 -60
Zeitwert des Planvermögens zum 30. April 48.726 51.683

Zusammensetzung des Planvermögens

Börsennotiert 30.04.2022
TEUR
Nicht notiert 30.04.2022
TEUR
Börsennotiert 30.04.2021
TEUR
Nicht notiert 30.04.2021
TEUR
Eigenkapitalinstrumente        
Europa 3.015 0 4.426 0
Nordamerika 9.050 0 9.911 0
Asien u. Pazifik 1.868 0 3.024 0
Andere 1.843 0 4.516 0
Festverzinsliche Wertpapiere        
Staatsanleihen 9.393 0 3.968 0
Unternehmensanleihen 777 0 994 0
Zahlungsmittel 10.715 0 12.078 0
Sonstiges 10.254 1.811 11.253 1.513
Gesamt 48.726 51.683

Die geschätzten Fondsbeitragszahlungen für die fondsfinanzierten Pensionsverpflichtungen betragen für das Geschäftsjahr 2022/23 2.937 TEUR.

Die Pensionsverpflichtungen haben eine gewichtete durchschnittliche Laufzeit von 5 Jahren (VBV-Pensionskasse Aktiengesellschaft, 30.04.2021: 6 Jahren) bzw. 14 Jahren (EGGER (UK) Pension Scheme, 30.04.2021: 16 Jahren).

Rückstellung für Jubiläumsgelder

2021/22
TEUR
2020/21
TEUR
Barwert (DBO) der Verpflichtung - Bilanzierte Rückstellungen 1. Mai 99.007 95.802
Dienstzeitaufwand 7.762 7.417
Zinsaufwand 2.679 2.228
Neubewertung aus Änderung finanzmathematischer Annahmen -13.319 1.989
Neubewertung aus Änderung demografischer Annahmen 166 -2.419
Neubewertung aus erfahrungsbedingten Anpassungen 1.017 1.101
Erfasst in der Gewinn- und Verlustrechnung -1.695 10.316
Jubiläumszahlungen -4.578 -5.831
Änderung Konsolidierungskreis 0 -242
Währungsumrechnung 180 -1.038
Barwert (DBO) der Verpflichtung - Bilanzierte Rückstellungen 30. April 92.914 99.007

Bei der Ermittlung der Rückstellung für Jubiläumsgelder werden länder- bzw. gesellschaftsspezifische Fluktuationsraten verwendet. Diese basieren auf Erfahrungswerten und sind u.a. in Abhängigkeit der Dauer der Betriebszugehörigkeit der Mitarbeiter ermittelt.

Rückstellungen für Altersteilzeit

Für abgeschlossene Altersteilzeitvereinbarungen wurde eine Rückstellung gebildet. Bisher wurden zur Absicherung der Verpflichtung Termingelder (30.04.2021: 2.920 TEUR) an die CommerzTrust GmbH übertragen und eine Saldierung des Deckungsvermögens mit der Verpflichtung vorgenommen. Im aktuellen Geschäftsjahr wurde die Insolvenzabsicherung auf eine Bankbürgschaft umgestellt. Durch die hierdurch entfallende Saldierung mit dem Deckungsvermögen hat sich der Rückstellungsbetrag entsprechend erhöht.

Übrige langfristige Rückstellungen

Im März 2009 führte das deutsche Bundeskartellamt Untersuchungen in den Werken aller großen Spanplattenproduzenten mit Sitz in Deutschland durch. Die Ermittlungen erfolgten aufgrund des Verdachts wettbewerbsbeschränkender Absprachen und umfassten auch die Aktivitäten von EGGER in Deutschland. In 2010 ergingen an verschiedene große Spanplattenproduzenten mit Sitz in Deutschland die Bußgeldbescheide. Die Prozessschritte in diesem Verfahren haben für EGGER ergeben, dass EGGER eine Bußgeldbefreiung zugesprochen wurde. Daher ergingen gegen EGGER keine Bußgeldbescheide. Aus dem Kartellordnungswidrigkeitsverfahren des Bundeskartellamtes resultieren private Kartellschadensersatzklagen gegen Spanplattenproduzenten, teilweise auch gegen EGGER. Diese wurden zwischenzeitlich gütlich beigelegt. In Bezug auf Klagen und Schadensersatzansprüche gegen andere Kartellteilnehmer sind Innenregressforderungen aus einem Gesamtschuldnerausgleich gegen EGGER denkbar. Der Ausgang dieser Verfahren sowie mögliche Auswirkungen daraus können zum jetzigen Zeitpunkt nicht vollständig abgeschätzt werden. Für diese privaten Kartellschadensersatzklagen inkl. Zinsansprüchen und Verfahrenskosten werden per 30.04.2022 2.000 TEUR (30.04.2021: 1.000 TEUR) rückgestellt. Es wird an dieser Stelle darauf hingewiesen, dass wettbewerbswidrige Absprachen nicht zur Geschäftspolitik von EGGER zählen und im Rahmen interner Richtlinien ausdrücklich untersagt sind.

Ermessensbeurteilungen

Für die Bewertung der bestehenden Pensions-, Abfertigungs- und Jubiläumsgeldverpflichtungen werden Annahmen für Zinssatz, Pensionsantrittsalter, Lebenserwartung, Fluktuation und künftige Bezugserhöhungen verwendet.

Sensitivitätsanalysen zu den Abfertigungs- und Pensionsverpflichtungen

Die maßgeblichen versicherungsmathematischen Annahmen sind der Rechnungszinssatz und die künftige Bezugs- und Pensionssteigerung. Die nachfolgenden Sensitivitätsanalysen stellen die Auswirkungen von Änderungen der versicherungsmathematischen Annahmen dar. Bei der Simulation wird jeweils eine Annahme geändert, während die übrigen Einflussgrößen konstant bleiben.

Sensitivitätsanalyse

Änderung Annahme 30.04.2022
in %
Änderung Barwert 30.04.2022
TEUR
Änderung Annahme 30.04.2021
in %
Änderung Barwert 30.04.2021
TEUR
Abfertigungsverpflichtungen        
Rechnungszinssatz +0,25 % -1.052 +0,25 % -1.195
  -0,25 % + 1.100 -0,25 % +1.587
Zukünftige Bezugssteigerung + 1,00 % +4.634 + 1,00 % +6.120
  -1,00 % -3.975 -1,00 % -4.892
Pensionsverpflichtungen fondsfinanziert        
Rechnungszinssatz +0,25 % -1.961 +0,25 % -2.460
  -0,25 % + 2.069 -0,25 % +2.608
Zukünftige Bezugssteigerung + 1,00 % + 2.299 + 1,00 % +2.665
  -1,00 % -1.990 -1,00 % -2.512
Zukünftige Rentensteigerung +1,00 % +662 + 1,00 % +768
  -1,00 % -662 -1,00 % -759

Für die Bewertung der Risiken aus anhängigen Verfahren wird unter Einbeziehung der Stellungnahmen involvierter Experten eine möglichst gute Einschätzung potenzieller künftiger Zahlungsabflüsse getroffen.

(35) Kurzfristige Rückstellungen

Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Siehe hierzu Anhangangabe (34) Langfristige Rückstellungen.

Erläuterungen

Kurzfristige

Rückstellungen Stand am 30.04.2021
TEUR
Währungsänderung
TEUR
Zugänge
TEUR
Umbuchung
TEUR
Verwendung
TEUR
Auflösung
TEUR
Rückstellungen für Prozess- und Rechtskosten 1.507 77 495 0 -489 -168
Übrige kurzfristige Rückstellungen 429 -14 830 0 -147 0
  1.936 63 1.325 0 -636 -168
Rückstellungen Stand am 30.04.2022
TEUR
Rückstellungen für Prozess- und Rechtskosten 1.421
Übrige kurzfristige Rückstellungen 1.099
  2.519

Die Rückstellungen für Prozess- und Rechtskosten resultieren im Wesentlichen aus einem Rechtsstreit mit einem Lieferanten in den USA.

Ermessensbeurteilungen

Siehe hierzu Anhangangabe (34) Langfristige Rückstellungen.

Risikobericht

(36) Risikopolitische Grundsätze

EGGER produziert in Europa (inkl. Russland), Argentinien und den USA und vermarktet diese Produkte weltweit. Daraus resultieren eine Vielzahl von Risiken, die im Rahmen eines unternehmensweiten Risikomanagements analysiert werden. Dabei wird bei EGGER Risiko als die Möglichkeit der Abweichung von Unternehmenszielen verstanden, wobei der Risikobegriff dabei sowohl die Möglichkeit eines Verlustes als auch die Nichtnutzung einer Chance umfasst. Ziel des Risikomanagements ist die gezielte Sicherung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der EGGER Gruppe sowie das Erkennen zukünftiger Ertrags- und Wachstumspotentiale. Die dezentrale Managementstruktur in Verbindung mit der zunehmenden geographischen Diversifizierung ermöglicht EGGER, seine Geschäftsrisiken zu minimieren und somit potentielle negative Folgen zu verringern. EGGER setzt dabei auf ein standortübergreifendes Risikomanagement und somit auf einen gruppenweit einheitlichen Risikomanagementansatz, der ein integriertes Risikoprofil entwickelt. Daher wird das Risikomanagementsystem auf Gruppenebene zentral koordiniert und laufend weiterentwickelt. Neben der geographischen Diversifizierung führt die Konzentration auf die Kerngeschäfte zu optimierten Abläufen und damit zu einem fokussierten Risikomanagementsystem. Der hohe Marktanteil in den für EGGER wesentlichen Märkten, die langjährige Zusammenarbeit mit Kunden, Lieferanten und Beratern sowie eine besonders geringe Fluktuationsrate in den eigenen Reihen ermöglicht es, mit sehr guter Marktkenntnis etwaige Risiken früh zu erkennen.

Im Rahmen der Risikomanagementstrategie erfolgt eine umfassende Identifikation der Risiken für die EGGER Gruppe entlang der Wertschöpfungskette, die sowohl operative als auch strategische Risiken berücksichtigt. Die wesentlichen EGGER-Risiken werden im Rahmen einer jährlichen Neu-Evaluierung hinsichtlich ihrer quantitativen und qualitativen Auswirkungen erfasst, bewertet und dokumentiert. Dies ermöglicht in einem dynamischen Marktumfeld frühzeitig auf strategische Risiken, Veränderungen aber auch Chancen reagieren zu können.

Die Risikomanagementaktivitäten konzentrieren sich schwerpunktmäßig auf die größten Hauptrisiken, welche in Zusammenarbeit mit den definierten "Risk-Owner" analysiert und überwacht werden. Finanzielle Risiken wie Zins- und Währungsrisiken werden vom zentralen Gruppen-Treasury quartalsweise auf Basis neuer Plandaten analysiert und überprüft.

Zur Bestimmung des Gesamtrisikoumfanges kommt als Verfahren der Risikoaggregation auf Gruppenebene eine Monte-Carlo-Simulation zum Einsatz. In diesem System werden unterschiedliche Szenarien basierend auf quartalsweisen Planungsupdates simuliert und ausgewertet. Für diese rollierenden Planungen mit dem Fokus auf die nächsten 5 Geschäftsquartale erfolgt dies quartalweise und in Bezug auf die unternehmensweite Mittelfristplanung, die einen Zeithorizont von 5 Jahren hat, jährlich. Hier wird den Unsicherheiten bezüglich der Planannahmen explizit Rechnung getragen und somit ein hoher Grad an Planungssicherheit erreicht. Durch die Simulationstechnik werden neben den Erwartungswerten der Erfolgsgrößen (z. B. EBITDA) auch die durch die Risiken ausgelösten Bandbreiten dieser Erfolgsgrößen angegeben. Zudem ermöglicht das System eine transparente Bewertung und Dokumentation einzelner Risiken. Im Fokus des gruppenweiten Risikomanagements stehen Treasury Kennzahlen / Financial Covenants sowie interne Steuerungskennzahlen des Wertmanagements, bei deren Einhaltung der operative Betrieb und langfristiges Wachstum gesichert scheinen. Risiken, die den Bestand der EGGER Gruppe gefährden könnten, sind derzeit nicht erkennbar. In den einzelnen Gesellschaften der EGGER Gruppe werden Risiken nur innerhalb der operativen Geschäftstätigkeit bewusst eingegangen. Zur Überwachung und Kontrolle von Risiken werden die genutzten Controlling- und Planungsinstrumente, gruppenweite Richtlinien und die laufende Berichterstattung eingesetzt.

Das EGGER-Risikomanagementsystem ist ein System zur Früherkennung, Kommunikation, Steuerung und Behandlung von Risiken. Ziel ist es, potentielle Risiken frühzeitig zu identifizieren, zu bewerten, ihre Folgen abzuschätzen und gegebenenfalls geeignete Vorsorge- und Sicherungsmaßnahmen einzuleiten. Risikomanagement ist somit für EGGER ein integraler Bestandteil aller Entscheidungen und Geschäftsprozesse.

(37) Finanzielle Risiken

Die sich aus dem operativen Geschäft für EGGER ergebenden Zins- und Währungsrisiken werden vierteljährlich in Form einer Risikoanalyse für einen Planungshorizont von 12 Monaten ermittelt. Diese Analyse bildet die Grundlage für die Begrenzung und Steuerung der Zins- und Währungsrisiken auf Basis der von der Gruppengeschäftsführung definierten Risikomanagement-Strategie und unter Berücksichtigung der für das Zins- und Währungsrisiko festgelegten Risikokapazität. Die aufgrund der Risikoanalyse erforderlichen Absicherungsmaßnahmen zielen darauf ab, die Risiken aus dem Zins- und Währungsbereich durch den gezielten Einsatz von Finanzinstrumenten derart zu begrenzen, dass die Risikoposition nach erfolgtem Hedging nicht größer als die vorgegebene Risikokapazität ist. Als Risikokapazität ist ein jährlich festgelegter Anteil an der unternehmensweiten Risikokapazität definiert, welche als Anteil am geplanten 12-M-EBITDA bestimmt wird.

Zinsänderungs- und Fremdwährungsrisiko

Risiken aus der Veränderung des Zinsniveaus resultieren im Wesentlichen aus Fremdfinanzierungsinstrumenten. Im Rahmen der Risikoanalyse wird jede Risikoposition unter der Annahme einer vollständig variablen Finanzierungsstruktur für das erwartete Zinssaldorisiko der Fremdfinanzierungen unter Berücksichtigung der laufzeitkonformen Terminzinssätze, von Tagesschwankungen und einer Eintrittswahrscheinlichkeit von 95 % simuliert.

Eine Aufstellung aller wesentlichen verzinslichen Verbindlichkeiten und der Restlaufzeiten sowie Informationen über bestehende Sicherungsgeschäfte sind in der Anhangsangabe zu den Finanzverbindlichkeiten enthalten.

Aus dem operativen Grundgeschäft ergeben sich zahlungswirksame Währungsrisiken v. a. in ARS, AUD, GBP, PLN, RON, RUB, TRY und USD. Zusätzlich unter liegen die Free Cashflows in ARS, GBP, PLN, RON, RUB, TRY und USD, die von in Nicht-EUR-Ländern ansässigen Gesellschaften erwirtschaftet werden, sowie der Kassabestand in Fremdwährung bis zur Konvertierung in EUR einem direkten Währungsrisiko. Die EUR-Umsätze, welche in Nicht-EUR-Ländern erzielt werden, können einem indirekten Währungsrisiko unterliegen, da eine EUR-Aufwertung marktabhängig zu einer Erhöhung des Preisdruckes führen kann.

In die Risikoanalyse fließen die geplanten Umsätze sowie die geplanten Free Cashflows und der Fremdwährungskassabestand als Grundposition ein. Unter Berücksichtigung der Volatilitäten von Diversifikationseffekten (Korrelationen) sowie einer festgelegten Eintrittswahrscheinlichkeit wird die Risikoposition der einzelnen Fremdwährungsrisiken simuliert und zu einer gesamten Währungsrisikoposition zusammengefasst.

Als Abschluss der Risikoanalyse werden die Risikopositionen aus dem Zins- und Fremdwährungsbereich addiert und die finanzielle Risikogesamtposition berechnet.

Durch den gezielten Einsatz von Devisentermingeschäften im Fremdwährungsbereich sowie von Interest Rate Swaps, Forward Rate Agreements und dem Abschluss von fix verzinsten Fremdfinanzierungen im Zinsbereich wird das Währungs- bzw. das Zinssaldorisiko reduziert, falls dieses über der Risikokapazität liegt.

Die zur Absicherung des Zinsänderungs- und Währungsrisikos eingesetzten derivativen Finanzinstrumente finden sich in der Aufstellung Finanzinstrumente.

Weiters ergeben sich Risiken aus der Umrechnung der Einzelabschlüsse der Nicht-EUR-Gesellschaften in die Gruppenwährung EUR (Translationsrisiko). Dieses Risiko wird im Rahmen einer monatlichen Analyse beobachtet. Das Translationsrisiko wird nur dann abgesichert, wenn das mögliche Risiko mit einer gewissen Eintrittswahrscheinlichkeit zu einer konsolidierten Eigenkapitalquote von unter 25% führen würde.

Sensitivität von Fremdwährungs- und Zinspositionen

Wären die EUR-Zinssätze am 30.04.2022 um hundert Basispunkte höher bzw. niedriger gewesen, wären die Nachsteuergewinne, sofern alle anderen Variablen konstant geblieben wären, für das Gesamtjahr um 6.233 TEUR (2020 / 21: 7.605 TEUR) niedriger bzw. höher ausgefallen. Dies wäre hauptsächlich auf höhere bzw. niedrigere Zinsaufwendungen für variabel verzinsliche Finanzschulden zurückzuführen gewesen. Die Schwankung der EUR-Zinssätze um hundert Basispunkte hat auf das Eigenkapital dieselbe Auswirkung.

Hätte sich am 30.04.2022 der Kurs des EUR im Verhältnis zu den für EGGER ein wesentliches Risiko darstellenden Fremdwährungen um 10 % gefestigt bzw. abgeschwächt, wären die Nachsteuergewinne bzw. wäre das Eigenkapital ohne eine etwaige Translationsdifferenz, sofern alle anderen Variablen konstant geblieben wären, für das Gesamtjahr wie folgt ausgefallen:

Effekt
in TEUR
30.04.2022 30.04.2021
Stärkung Schwächung Stärkung Schwächung
GBP -5.135 5.904 -2.159 2.446
RON 7.333 -7.210 5.601 -5.646
RUB 10.659 -12.357 5.669 -6.526
PLN 1.109 -1.603 547 -573
ARS -238 238 -242 242
USD -993 1.123 -4.431 5.351
TRY -661 808 -648 792
Restliche Währungen -585 715 -239 292
  11.488 -12.382 4.098 -3.622

Das wäre hauptsächlich auf folgende Faktoren zurückzuführen gewesen: Währungsumrechnungsgewinne / -verluste aus auf Fremdwährung basierenden Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, liquiden Mitteln, Finanzverbindlichkeiten, Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und Finanzderivaten.

Liquiditätsrisiko

Das Liquiditätsrisiko ist ein Risiko für den Bestand von Gruppengesellschaften und der gesamten Gruppe. Deshalb müssen finanzielle Mittel in ausreichendem Maß verfügbar sein, um die jederzeitige Zahlungsfähigkeit zu gewährleisten. Die Liquiditätslage wird durch den Einsatz von Tagesfinanzdisposition und Finanzstatus (kurzfristige Verfügbarkeit von liquiden Mitteln) sowie durch eine wöchentliche Vorschau, eine währungsdifferenzierte Liquiditätsplanung für 15 Monate und eine Mittelfristplanung für 5 Jahre laufend beurteilt. Der geplante kurzfristige Liquiditätsbedarf wird durch Cashbestände, einschließlich einer festgelegten Mindest-Liquiditätsreserve, gedeckt.

Der mittelfristige Bedarf wird durch frei verfügbare kommittierte Kreditlinien (zum 30.04.2022: 400.000 TEUR frei verfügbar, 0 TEUR gezogen) sowie durch Einzelfinanzierungen sichergestellt. Diese strategische Liquiditätsreserve muss dabei unter anderem jederzeit ausreichen, um die nächste fällige Gruppenfinanzierung zu refinanzieren.

Aus den Verbindlichkeiten ergeben sich folgende vertraglich vereinbarte Zahlungsverpflichtungen (Zins- und Tilgungszahlung):

Cashflows
in TEUR
Zum 30.04.2022 Gesamt unter 6 Monate 6 - 12 Monate 1 - 2 Jahre 2 - 5 Jahre über 5 Jahre
Verbindlichkeiten Kreditinstitute 570.929 128.702 1.066 74.147 282.982 84.032
Schuldscheindarlehen 456.295 1.823 4.545 158.712 248.426 42.788
Leasingverbindlichkeiten 23.197 3.155 2.577 3.954 5.358 8.153
Verbindlichkeiten Lieferungen / Leistungen 397.818 397.480 299 39 0 0
Derivative Finanzinstrumente 9.588 -733 -43 3.717 5.655 992
Vertragliche Cashflows zum 30.04.2022 1.457.826 530.428 8.444 240.570 542.422 135.964
Cashflows
in TEUR
Zum 30.04.2021 Gesamt unter 6 Monate 6 - 12 Monate 1 - 2 Jahre 2 - 5 Jahre über 5 Jahre
Verbindlichkeiten Kreditinstitute 634.498 78.674 1.750 128.684 281.644 143.746
Schuldscheindarlehen 575.920 38.152 15.735 7.240 411.182 103.611
Leasingverbindlichkeiten 21.361 2.927 2.359 3.551 4.741 7.783
Verbindlichkeiten Lieferungen / Leistungen 285.910 284.489 1.421 0 0 0
Vertragliche Cashflows zum 30.04.2021 1.517.690 404.241 21.265 139.475 697.568 255.141

Kreditrisiko

Auf der Aktivseite stellen die ausgewiesenen Beträge gleichzeitig das maximale Bonitäts- und Ausfallrisiko dar, da keine Aufrechnungsvereinbarungen bestehen. Das Risiko bei Forderungen gegenüber Kunden kann als gering eingeschätzt werden, da die Bonität neuer und bestehender Kunden laufend geprüft wird. Weiters werden die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen zum Großteil gegen Forderungsausfälle versichert.

Aus dem operativen Geschäft ergibt sich ein Ausfallrisiko aller Forderungen aus Selbstbehalt und nicht versicherter Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 52.233 TEUR (30.04.2021: 45.703 TEUR).

Das Ausfallrisiko bei anderen auf der Aktivseite ausgewiesenen originären sowie derivativen Finanzinstrumenten ist als gering anzusehen.

(38) Operative Risiken

Marktrisiken

Unser Kerngeschäft, die Entwicklung und Produktion von hochwertigen Holzwerkstoffen, ist konjunkturellen und saisonalen Schwankungen unterworfen. Zur bestmöglichen Vermeidung von größeren Ergebnisschwankungen wird eine Strategie der geographischen, produkt- und branchenseitigen Diversifizierung verfolgt sowie auf langfristige Kundenbeziehungen gebaut.

Beschaffungs-, Produktions- und Investitionsrisiken

EGGER setzt als Holzwerkstoffproduzent große Mengen an Rohstoffen und Energie ein, deren Einkaufspreise je nach Marktsituation schwanken können. Zur Absicherung dieser Rohstoffpreisrisiken werden unsere Beschaffungsmärkte ständig überwacht, über Bestandsreserven Schwankungen minimiert und mit unseren Lieferanten teilweise langfristige Lieferverträge vereinbart. Zudem stärkt die vermehrte Eigenproduktion von Leimen und Harzen die Unabhängigkeit in diesem Bereich. Durch die zunehmende Nutzung von umweltfreundlichen Biomassekraftwerken wird die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen minimiert.

Allerdings war die EGGER Gruppe, sowie die gesamte Holzwerkstoffindustrie, im Geschäftsjahr 2021/2022 außerordentlichen Entwicklungen auf den Rohstoff- und Energiemärkten ausgesetzt, welche einen deutlichen negativen Einfluss auf die Herstellkosten der verschiedenen Produktgruppen hatten. Als risikominimierende Maßnahme wurden die Preisentwicklung von Rohstoffen und Energie über den Verkaufspreis der Produkte großteils an die Kunden weitergegeben. Durch die Fähigkeit, dies marktseitig auch durchzusetzen, konnten größere negative Auswirkungen auf die Ertragslage von EGGER reduziert werden und es wurden keine weiteren risikospezifischen Maßnahmen nötig. Die weiteren Entwicklungen auf den Rohstoffmärkten sind aus jetziger Sicht nicht im Detail abzuschätzen und werden daher tagesaktuell beobachtet, um frühzeitig Maßnahmen setzen zu können.

Die Produktionskapazitäten können durch ungeplante Störfälle, Naturkatastrophen oder Probleme bei der Versorgung durch strategisch wichtige Rohstoffe beeinträchtigt werden. Um Auswirkungen auf die Ertragslage entgegenzuwirken, werden Notfallpläne erstellt und gegebenenfalls wird Unterstützung durch andere EGGER Standorte geleistet. Zusätzlich wird versucht, die Versorgung mit strategisch wichtigen Rohstoffen durch langfristige Lieferverträge zu sichern.

Die Entwicklung der Produktions- und Lagerkapazitäten wird laufend auf Basis von quartalsweise rollierenden Plänen beobachtet und gegebenenfalls mittelfristig an die Absatzsituation durch entsprechende Vertriebsmaßnahmen und Produktionsmengenanpassungen angepasst.

Sämtliche Investitionen und Wachstumsprojekte müssen den definierten Rentabilitäts- und Profitabilitätszielen entsprechen und werden laufend überwacht. Dies wird durch klar definierte Wertmanagementgrundsätze, Kennzahlen, detaillierte Investitionsrechnungsmodelle und durch einen integrierten Investitionsmanagementprozess gewährleistet.

Russland-Ukraine Konflikt

Durch den Beginn des Russland-Ukraine Konfliktes im 4. Quartal des Geschäftsjahres 2021/22 haben sich die Rahmenbedingungen für EGGER als auch für die Marktbegleiter in der verwandten Industrie wesentlich verändert und die allgemein erwartete Erholung der Weltwirtschaft gebremst. Jedoch können wir noch von keinen wesentlichen negativen Auswirkungen für die Finanz-, Vermögens- und Ertragslage im nun abgeschlossenen Geschäftsjahr für die EGGER Gruppe berichten. Die durch den geopolitischen Konflikt entstandenen Entwicklungen von weiterhin steigenden Energiepreisen, unterbrochenen Lieferketten und EU-Sanktionen trüben jedoch das Wirtschaftswachstum und die Prognosen für die nächsten Monate in den führenden Industrienationen und Kernmärkten von EGGER weiter ein. Gepaart mit einer erhöhten Inflation, welche auf denselben Ursachen beruht, ist von einer Reduktion der Kaufkraft in der Gesamtbevölkerung auszugehen und damit eine potentiell sinkende Nachfrage wahrscheinlich.

Während der Erstellung des Jahresberichtes haben wir alle verfügbaren Informationen hinsichtlich der direkten aber auch indirekten Auswirkungen erfasst, können aber durch die sehr volatilen gesamtwirtschaftlichen und geopolitischen Entwicklungen keine zuverlässige Einschätzung über die weiteren Auswirkungen geben. Durch die Geschäftstätigkeit in Russland erwirtschaften wir aktuell ca. 7,5 % des Konzernumsatzes und einen nicht wesentlichen Teil in Bezug auf Umsatz in der Ukraine. Ein Wegfall dieser Märkte würde damit EGGER nicht substantiell gefährden. Der Buchwert der langfristigen Vermögenswerte der beiden Werke in Russland (Shuya, Gagarin) beträgt zum Stichtag 8,8% der gesamten langfristigen Vermögenswerte (Sachanlagen, Immaterielle Vermögenswerte, Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien, Biologische Vermögenswerte) der Gruppe. Es sind keine materiellen ukrainischen Assets in unserer Konzernbilanz enthalten.

Bereits vor der Ukraine-Krise war ein Prozess etabliert, der die Einhaltung der weltweiten Sanktionsvorschriften sicherstellt. Durch die nun verhängten EU-Sanktionen gegen Russland wurde dieser Prozess dahingehend überprüft, und entsprechend eine strikte Compliance-Struktur und ein Programm zur Einhaltung auch aller EU-Sanktionen eingerichtet.

Umwelt- und klimabedingte Risiken

Umwelt- und klimabedingte Risiken werden im strategischen Risikomanagement in unterschiedlichen Risiken in diversen Ausprägungen berücksichtigt. Beispielsweise sind Naturkatastrophen, die zu Sachschäden und Betriebsunterbrechungen führen können, Risiken, die vermehrt durch die Auswirkungen des Klimawandels auftreten können. Wir begegnen diesem Risiko mit einer Risikoübertragung und versichern es, sodass die Auswirkungen auf EGGER dem angestrebten Risikoprofil entsprechen. Weitere Risiken, die eine klimabezogene Relevanz für EGGER haben, sind die langfristige Absicherung der Holzversorgung bei veränderten klimatischen Bedingungen an den jeweiligen Standorten, Unterbrechung von Lieferketten mit Auswirkung auf die Versorgungen mit Leim und Tränkharzen sowie unter anderem die Energieversorgung der jeweiligen Standorte. Der Bericht über die strategischen Risiken, deren Bewertung und die abgeleiteten Maßnahmen fließen, neben anderen Analysen, in die EGGER Leitstrategie ein.

Der bewusste Umgang und die Bewertung jener Risiken ist für den Fortbestand der EGGER Gruppe wesentlich. Die identifizierten Risiken hatten jedoch keinen negativen Einfluss auf die Finanz-, Vermögens- und Ertragslage der EGGER Gruppe im Geschäftsjahr 2021/22.

Im Rahmen der operativen und strategischen Unternehmensplanung werden Einflüsse aus dem Klimawandel entsprechend in den Planungsprämissen (wie z.B. insbesondere klimabedingte Kostensteigerungen) berücksichtigt.

Sonstige Angaben

(39) Finanzinstrumente

Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Erfassung und Abgang von Finanzinstrumenten

Alle Finanzinstrumente werden zum Wert am Erfüllungstag erfasst.

Der Abgang von Finanzinstrumenten erfolgt, sobald das Recht auf Erhalt der Zahlungsflüsse, sowie im Wesentlichen alle Chancen und Risiken auf den Erwerber übergegangen beziehungsweise nicht bei EGGER verblieben sind. Weitere Angaben zur Veräußerung von Finanzinstrumenten finden sich in der Anhangangabe (23) Forderungen aus Lieferungen und Leistungen.

Fair-Value-Hierarchie und Bewertung von Finanzinstrumenten

In der nachfolgenden Tabelle bei den Erläuterungen ist die Zuordnung der finanziellen Vermögenswerte und Schulden zu den drei Stufen der Fair-Value-Hierarchie ersichtlich. Die Stufen der Fair-Value-Hierarchie und ihre Anwendung auf Vermögenswerte und Schulden sind im Folgenden beschrieben:

Stufe 1: Notierte Marktpreise für identische Vermögenswerte oder Schulden an aktiven Märkten.

Stufe 2: Informationen, die direkt oder indirekt von beobachtbaren Marktpreisen für den Vermögenswert oder die Schuldposition abgeleitet werden können.

Stufe 3: Daten, die nicht auf beobachtbaren Marktinformationen beruhen.

Das sonstige Finanzvermögen wird zum beizulegenden Zeitwert bilanziert, welcher auf Basis zugrundeliegender Ergebnisplanungen ermittelt wird. Die Bewertung erfolgt somit gemäß Stufe 3 der Bewertungshierarchie.

Die Bewertung der Sonstigen Option, Stufe 3, erfolgt anhand eines Mulitple-Verfahrens, wobei der Multiple vom am Markt beobachtbaren Transaktionen abgeleitet wurde. Diese Bewertung wird in Relation zum in der Option fixierten Multiple-Kaufpreises gesetzt. Daraus ergibt sich im Wesentlichen der Marktwert der Option.

Derivative Finanzinstrumente

Um bestehende Risiken aus Fremdwährungs- und Zinssatzänderungen zu vermindern, werden Sicherungsgeschäfte abgeschlossen. Dabei handelt es sich in erster Linie um Devisentermingeschäfte, Zinsswaps und Zinsoptionen.

Die derivativen Finanzinstrumente werden in der Bilanz bei Vertragsabschluss zu Anschaffungskosten, in den Folgeperioden mit dem beizulegenden Zeitwert angesetzt. Die Bewertungsmodelle für die Derivate berücksichtigen sowohl das eigene, wie auch das fremde Kreditrisiko. Die Wertänderungen werden in der Gewinn- und Verlustrechnung erfolgswirksam erfasst.

Als Cashflow Hedge im Sinne des IFRS 9 wird die Absicherung zukünftiger Zahlungsströme bezeichnet. Gewinne und Verluste bedingt durch Wertänderungen von derivativen Finanzinstrumenten werden in Höhe des wirksamen Teils des Sicherungsinstruments direkt im sonstigen Ergebnis abgebildet und erst bei Realisierung des abgesicherten Grundgeschäfts erfolgswirksam erfasst. Der unwirksame Teil eines wirksamen Sicherungsinstruments wird erfolgswirksam erfasst.

Bei der Bilanzierung eines Fair Value Hedges werden sowohl das derivative Sicherungsinstrument als auch das Grundgeschäft hinsichtlich des abgesicherten Risikos ergebniswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet, sodass in Summe gesehen nur der nicht effektive Teil des Sicherungsgeschäfts in das Periodenergebnis einfließt.

Der beizulegende Zeitwert der Devisentermingeschäfte ergibt sich aus den Fremdwährungskursen und Zinssätzen zum Bilanzstichtag. Die Bewertung der Zinsswaps erfolgt mittels Barwertberechnung zu aktuellen Zinssätzen. Der Wert der Zinsoptionen wird nach anerkannten Rechenmodellen unter Berücksichtigung aktueller Zinssätze und Volatilitäten ermittelt.

Erläuterungen

Es bestehen sowohl originäre als auch derivative Finanzinstrumente. Zu den bestehenden originären Finanzinstrumenten zählen im Wesentlichen Finanzanlagen, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Wertpapiere, Guthaben bei Kreditinstituten, Finanzverbindlichkeiten und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen.

Die derivativen Finanzinstrumente setzen sich wie folgt zusammen:

30.04.2022 30.04.2021
Währung Nominale
Tsd.
Zeitwert
TEUR
Währung Nominale
Tsd.
Zeitwert
TEUR
Zins-Swaps mit positivem Verkehrswert - Fair Value Hedges EUR 75.000 139 EUR 465.000 10.118
Zins-Swaps mit negativem Verkehrswert - Fair Value Hedges EUR 344.000 -9.179 EUR 0 0
Sonstige Option EUR - 920 EUR - 3.335
      -8.120     13.453

Das Nominale der Zins-Swaps stellt das Kontraktvolumen der derivativen Finanzinstrumente dar. Die beizulegenden Zeitwerte sind jener Betrag, zu dem diese Geschäfte glattgestellt werden können. Die Zins-Swaps dienen der Absicherung von Zinsänderungsrisiken. EGGER wendet eine Sicherungsquote von 1:1 an.

Die Sonstige Option berechtigt zum Erwerb von zusätzlichen Gesellschaftsanteilen an einer bereits vorhandenen Beteiligung. Der beizulegende Zeitwert reduzierte sich im Berichtszeitraum um 2.415 TEUR auf 920 TEUR; diese Veränderung wurde erfolgswirksam im Sonstigen Finanzergebnis erfasst.

Die beizulegenden Zeitwerte der derivativen Finanzinstrumente können der obigen Tabelle entnommen werden.

Die nachfolgende Tabelle stellt die Buchwerte und die beizulegenden Zeitwerte der finanziellen Vermögenswerte und Schulden sowie ihre Bewertungskategorien dar:

Bilanzposition Bewertungskategorie Stufe 30.04.2022 Buchwert
TEUR
30.04.2022 Zeitwert
TEUR
30.04.2021 Buchwert
TEUR
30.04.2021 Zeitwert
TEUR
Zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte            
Wertpapiere FVTPL 1 681 681 695 695
Sonstiges Finanzvermögen FVTPL 3 13.635 13.635 14.133 14.133
Nicht verkaufte Forderungen aus dem Factoring-Portfolio FVOCI 3 40.199 40.199 29.083 29.083
Zins-Swaps FVTPL 2 139 139 10.118 10.118
Sonstige Option FVTPL 3 920 920 3.335 3.335
Öko-Zertifikate FVTPL 1 4.057 4.057 4.543 4.543
      59.631 59.631 61.907 61.907
Nicht zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte            
Verrechnungsgelder AC   5.481 - 4.999 -
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen AC   152.357 - 97.263 -
Sonstige finanzielle Vermögenswerte AC   30.067 - 16.121 -
Liquide Mittel AC   418.148 - 362.417 -
      606.053   480.800  
Zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Schulden            
Residualrisiko aus Factoring FVTPL 3 58 58 87 87
Zins-Swaps FVTPL 2 9.179 9.179 0 0
      9.237 9.237 87 87
Nicht zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Schulden            
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten AC 2 547.448 547.225 625.227 625.070
Schuldscheindarlehen AC 2 415.557 425.829 551.308 561.563
Leasingverbindlichkeiten AC 2 18.560 18.560 17.367 17.367
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten AC   55.323 - 52.140 -
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen AC   397.818 - 285.910 -
      1.434.706   1.531.952  

FVTPL, Fair value through profit or loss

FVOCI, Fair value through other comprehensive income

AC, Amortised cost

"-": Die Tabelle enthält keine Informationen, wenn der Buchwert einen angemessenen Näherungswert für den beizulegenden Zeitwert darstellt.

Da der beizulegende Zeitwert des Sonstigen Finanzvermögens im Wesentlichen dem Buchwert entspricht, wurde keine Anpassung vorgenommen.

Mangels betragsmäßiger Wesentlichkeit wird hinsichtlich zusätzlicher Angaben zum Residualrisiko aus Factoring, Stufe 3, nicht weiter berichtet.

In der Berichtsperiode wurden keine Umgliederungen zwischen den jeweiligen Hierarchiestufen vorgenommen.

Ermessensbeurteilungen

Für die Berechnung der erwarteten Kreditverluste von Finanzinstrumenten werden Annahmen und Schätzungen für zukünftigen Ausfälle getroffen. Diese Annahmen basieren auf eigenen Erfahrungswerten bzw. werden vom Markt vorgegeben.

Bei der Bewertung der Sonstigen Option betreffen die wesentlichen nicht am Markt beobachtbaren Inputfaktoren die geschätzte EBITDA-Entwicklung der betreffenden Gesellschaft sowie die Herleitung des am Markt beobachtbaren Multiples. Eine Erhöhung (Reduzierung) des am Markt beobachteten Multiples um 10 % würde zu einem Anstieg (Rückgang) des beizulegenden Zeitwertes um +0,7 Mio. EUR (-0,7 Mio. EUR) führen.

(40) Eventualforderungen und -verbindlichkeiten

Eventualforderungen

EGGER hat von der Hansestadt Wismar im Jahre 1998 ein Grundstück im Gewerbe- und Industriegebiet Haffeld in Wismar erworben. Die Hansestadt Wismar verpflichtete sich im Rahmen des Kaufvertrages, das Grundstück baureif zu machen und schloss zu diesem Zweck mit einer Planungsgesellschaft, der Inros Lackner AG, einen Ingenieurvertrag. Darin verpflichtete sich die Inros Lackner AG zur Baureifmachung und insbesondere zur Geländeregulierung. Nachdem EGGER auf dem Gelände ein MDFund OSB-Werk errichtet hatte, traten auf den Verkehrsflächen des Grundstückes erhebliche Bodensetzungen auf. Durch die Bodensetzungen wurden die von EGGER errichteten Erschließungsanlagen, insbesondere Straßen und Leitungen, beschädigt und teilweise zerstört. EGGER erhob daraufhin Schadensersatzansprüche gegen die Inros Lackner AG. Mit einem mittlerweile rechtskräftigen Grund- und Teilurteil hat das OLG Rostock entschieden, dass die Inros Lackner AG grundsätzlich verpflichtet ist, 50 % der durch die Bodensetzung entstandenen Schäden zu ersetzen. Der Rechtsstreit wird derzeit vor dem LG Schwerin im Betragsverfahren fortgesetzt. Die Bandbreite des zu erwartenden Schadensersatzes liegt zwischen 0 und 12 Mio. Euro.

Eventualverbindlichkeiten

Innovation impliziert, dass Immaterialgüterrechte, insbesondere technische Schutzrechte, relevant sein können. In Bereichen mit vergleichsweise kurzen Entwicklungsintervallen, wie etwa bei Laminatfußböden, sind patentrechtliche Diskussionen verbreitet. Auch Unternehmen der EGGER Gruppe sind in solche aktiv und passiv involviert. Durch eine eigene Fachabteilung und die enge Kooperation mit unseren externen Beratern sowie durch Abschluss von Lizenzvereinbarungen, wo dies angezeigt ist, wird angestrebt, etwaige rechtliche Risiken möglichst gering zu halten.

Der Insolvenzverwalter mehrerer Gesellschaften einer deutschen Unternehmensgruppe hat Zahlungen für gelieferte Produkte von Gesellschaften der EGGER Gruppe in den Jahren 2015 bis 2017 angefochten. Das Verfahren wurde im März 2022 gütlich beigelegt. Die in der Vergangenheit gebildete Rückstellung für Verfahrenskosten (30.04.2021: 500 TEUR) wurde entsprechend in Anspruch genommen beziehungsweise aufgelöst.

Im Zuge der Werkserrichtung in Lexington, NC (US), werden von Lieferanten und Baufirmen sowie deren Subunternehmern für die Lieferung von Waren und für die Erbringung von Leistungen Sicherungsrechte (sogenannte "lien waivers") bis zur Bezahlung der Schuld eingebracht. Mit Begleichung der Schuld werden diese Sicherungsrechte wieder gelöscht. Aufgrund eines Rechtsstreits mit einem Lieferanten in den USA wurden 1.041 TEUR (30.04.2021: 524 TEUR) an Rechtskosten rückgestellt.

Darüber hinaus sind einzelne Unternehmen der EGGER Gruppe Partei verschiedener aus der laufenden Geschäftstätigkeit resultierender Rechtsverfahren. Soweit aus diesen Verfahren eine künftige Zahlung oder andere Leistung wahrscheinlich und deren Höhe einschätzbar ist, wurden dafür Rückstellungen gebildet. Das Management geht davon aus, dass aus diesen Verfahren mit keiner wesentlichen Beeinträchtigung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Egger Holzwerkstoffe GmbH zu rechnen ist.

(41) Honorare des Abschlussprüfers

Für die erbrachten Dienstleistungen des Konzernabschlussprüfers sind Honorare als Aufwand für die Jahresabschlussprüfung und andere Bestätigungsleistungen für österreichische Gesellschaften des Konzernabschlusses der Egger Holzwerkstoffe GmbH in Höhe von 189 TEUR (2020/21: 184 TEUR) und sonstige Leistungen in Höhe von 48 TEUR (2020/21: 55 TEUR) erfasst. Die sonstigen Leistungen betrafen überwiegend andere Bestätigungsleistungen (Halbjahresreview und Nachhaltigkeitsbericht).

(42) Geschäftsbeziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen

Aufgrund der zentralen Leitungsstruktur bei EGGER ist der kaufmännische Gruppenleiter Dr. Thomas Leissing (CFO und Sprecher der Gruppenleitung) über sämtliche Geschäftsfälle mit nahestehenden Personen und Unternehmen im Bilde. Informationen zu geplanten Transaktionen werden laufend an das Rechnungswesen weitergeleitet. Ferner werden dem Rechnungswesen Informationen zu nahestehenden Personen und Unternehmen sowie deren Transaktionen vom Leiter Recht/Steuern/Compliance der EGGER Gruppe zur Verfügung gestellt. Zusätzlich werden in einem strukturierten Prozess im Rahmen der Jahresabschlüsse sämtliche Bilanzierungsverantwortliche der einzelnen EGGER Gesellschaften über etwaige Transaktionen befragt. Ferner werden jährlich sämtliche Schlüsselführungskräfte, Gesellschafter, Aufsichtsräte, Stiftungsvorstände und Stiftungsbeiräte über deren Transaktionen mit der EGGER Gruppe schriftlich befragt. Durch das gruppenweit einheitlich und zentral aufgesetzte IT / ERP-System (SAP) können gruppenweit Eingangsrechnungen nach definierten Kriterien (z. B. Rechnungsaussteller) jederzeit zentral analysiert werden.

Zu den nahestehenden Unternehmen zählen alle Tochtergesellschaften, Gemeinschaftsunternehmen und assoziierten Unternehmen der Egger Holzwerkstoffe GmbH.

Die Liste der Tochtergesellschaften, Gemeinschaftsunternehmen und assoziierten Unternehmen der Egger Holzwerkstoffe GmbH findet sich unter Anhangangabe (44).

Alle Transaktionen zwischen den konsolidierten Tochtergesellschaften der Egger Holzwerkstoffe GmbH werden im Zuge der Vollkonsolidierung eliminiert.

Mit dem assoziierten Unternehmen Horatec GmbH (Einbezug nach der Equity-Methode) wurden Umsatzerlöse und sonstige Erträge in Höhe von 4.172 TEUR (2020 /21: 3.558 TEUR) erzielt, sowie Lieferungen und Leistungen in Höhe von 162 TEUR (2020 / 21: 235 TEUR) bezogen. Es bestanden zum 30.04.2022 Forderungen in Höhe von 184 TEUR (30.04.2021: 144 TEUR), sowie Verbindlichkeiten in Höhe von 12 TEUR (30.04.2021: 33 TEUR) gegenüber der Horatec GmbH.

Mit dem assoziierten Unternehmen CLEAF S.p.A. (Einbezug nach der Equity-Methode) wurden Umsatzerlöse und sonstige Erträge in Höhe von 20.638 TEUR (2020/21, anteilig ab Erstkonsolidierungszeitpunkt 01.11.2021: 4.692 TEUR) realisiert, sowie Lieferungen und Leistungen in Höhe von 611 TEUR (2020 / 21: 0 TEUR) bezogen.

Es bestanden zum 30.04.2022 Forderungen in Höhe von 9.303 TEUR (30.04.2021: 2.823 TEUR), sowie Verbindlichkeiten in Höhe von 48 TEUR (30.04.2021: 0 TEUR) gegenüber CLEAF S.p.A..

Transaktionen mit nichtkonsolidierten Tochtergesellschaften, Gemeinschaftsunternehmen oder assoziierten Unternehmen werden aufgrund ihrer untergeordneten Bedeutung grundsätzlich nicht angegeben.

Als nahestehende Personen werden die Mitglieder der EGGER Führungsebenen 0 und 1 (Schlüsselführungskräfte), die Gesellschafter der Egger Holzwerkstoffe GmbH, deren Geschäftsführer, die Mitglieder des Aufsichtsrates sowie die Stiftungsvorstände und Stiftungsbeiräte der MFE Vermögensverwaltung Privatstiftung, der Beteiligung "FM Deutschland" - Privatstiftung und der Beteiligung "FM England" - Privatstiftung als Gesellschafter der Egger Holzwerkstoffe GmbH sowie diesen familiär nahestehende Personen sowie von diesen Personen oder ihnen familiär nahestehenden Personen beherrschte oder gemeinschaftlich geführte Unternehmen definiert.

Die EGGER Schlüsselführungskräfte von 30 Personen (30.04.2021: 35) haben im Berichtsjahr 2021 /22 10.401 TEUR (2020 / 21: 10.091 TEUR) an Gehältern bezogen. Hiervon betreffen 7.424 TEUR (2020 / 21: 7.535 TEUR) fixe und 2.977 TEUR (2020 / 21: 2.556 TEUR) variable Gehaltsbestandteile.

Die Gesellschafter der Egger Holzwerkstoffe GmbH sind die MFE Vermögensverwaltung Privatstiftung, die Beteiligung "FM Deutschland" - Privatstiftung, die Beteiligung "FM England" - Privatstiftung, Fritz Egger, Michael Egger, Dr. Thomas Leissing (über die TAL Verwaltungs GmbH), Walter Schiegl und Ulrich Bühler.

Im August 2021 erhielt die MFE Vermögensverwaltung Privatstiftung in ihrer Eigenschaft als Minderheitsgesellschafter der Fritz Egger Gesellschaft m.b.H. eine Ausschüttung in Höhe von 24.246 TEUR und die Beteiligung "FM England" - Privatstiftung in ihrer Eigenschaft als Minderheitsgesellschafter der Egger Deutschland Beteiligungsverwaltung GmbH eine Ausschüttung in Höhe von 7.740 TEUR.

Als Mitglieder der Geschäftsführung waren im Geschäftsjahr 2021 / 22 Dr. Thomas Leissing, Walter Schiegl und Ulrich Bühler bestellt. Zum Geschäftsjahreswechsel am 1. Mai 2022 hat Walter Schiegl seine Funktion in der Gruppenleitung abgegeben. Hannes Mitterweissacher übernimmt seine Verantwortung für den Bereich Technik/Produktion. Zusätzlich hat Frank Bölling als neues viertes Mitglied der Gruppenleitung den Bereich Logistik übernommen. Gemeinsam mit Thomas Leissing und Ulrich Bühler bilden Hannes Mitterweissacher und Frank Bölling somit ab Mai 2022 die Gruppenleitung der Egger Gruppe.

Zum 30.04.2022 setzt sich der Aufsichtsrat aus Fritz Egger (Vorsitz Aufsichtsrat), Michael Egger, Dr. Robert Briem, Univ.-Prof. Dr. Ewald Aschauer (Vorsitz Prüfungsausschuss), Michael Stiehl und Alfred Wurmbrand zusammen. An die Mitglieder des Aufsichtsrates wurden im Geschäftsjahr 2021/22 Bezüge (inkl. Spesenerstattungen) von insgesamt 164 TEUR (2020 / 21: 125 TEUR) geleistet.

Zum 30.04.2022 setzt sich der Vorstand der MFE Vermögensverwaltung Privatstiftung aus Dr. Robert Briem (Vorsitzender), Dr. Andreas Urban (Vorsitzender Stellvertreter), Ernst Gruber und DDr. Katharina Müller zusammen. Der Vorstand der Beteiligung "FM Deutschland" - Privatstiftung und der Beteiligung "FM England" - Privatstiftung setzt sich aus Dr. Robert Briem (Vorsitzender), Ernst Gruber (Vorsitzender Stellvertreter) und DDr. Katharina Müller zusammen. Bei allen drei Privatstiftungen besteht der Stiftungsbeirat aus Fritz Egger und Michael Egger.

Alle Transaktionen mit nahestehenden Personen und Unternehmen finden auf drittüblicher Basis statt und sind, sofern nicht oben stehend erwähnt, von untergeordneter Bedeutung. Folgende Transaktionen fanden im Geschäftsjahr 2021/22 statt:

An nahestehende Personen bzw. Unternehmen wurden von der EGGER Gruppe Buchhaltungsleistungen erbracht, Büroräume vermietet sowie Wohnungen bzw. Wohngebäude zur privaten Nutzung auf fremdüblicher Basis vermietet (in Summe im Geschäftsjahr 2021 / 22 und auch betreffend der Vorperiode kleiner 50 TEUR).

Aufsichtsräte/Stiftungsvorstände erbringen neben ihrer Funktion bei EGGER über eigene Rechtsanwaltsgesellschaften Beratungsleistungen an die EGGER Gruppe, welche gemäß Stundenaufzeichnung mit einem marktkonformen Entgelt verrechnet werden (in Summe im Geschäftsjahr 2021 /22 und auch betreffend der Vorperiode kleiner 200 TEUR).

Für alle Mitarbeiter der EGGER Gruppe besteht die Möglichkeit, Dienstleistungen, EGGER Materialien oder Handelswaren von den EGGER Gesellschaften zu beziehen. Hiervon machten auch nahestehende Personen Gebrauch (in Summe im Geschäftsjahr 2021 / 22 und auch betreffend der Vorperiode kleiner 300 TEUR).

Immobilien im Privatbesitz von nahestehenden Personen werden zu marktkonformen Konditionen an die EGGER Gruppe zur betrieblichen Nutzung vermietet (in Summe im Geschäftsjahr 2021 /22 und auch betreffend der Vorperiode kleiner 250 TEUR).

Im Geschäftsjahr 2021 / 22 wurde in Österreich eine Immobilie aus dem Privatbesitz einer nahestehenden Person angekauft. Der Kaufpreis betrug 1.254 TEUR und wurde marktkonform auf der Basis eines Vergleichswertverfahrens bestimmt.

(43) Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Nach dem Bilanzstichtag gab es keine Vorgänge von besonderer Bedeutung, die zu einer anderen Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage geführt hätten.

(44) Konsolidierungskreis

Gesellschaften Sitz Einheit Nennkapital
Tsd.
Beteiligung in % (1) Konsolidierungsart Segment
In den Konzernabschluss einbezogene Unternehmen:            
Egger Holzwerkstoffe GmbH St. Johann i.T. EUR 11.509 100,00 Vollkonsolidierung Decorative
Fritz Egger Gesellschaft m.b.H. St. Johann i.T. EUR 30.000 94,90 Vollkonsolidierung Decorative
Fritz Egger GmbH & Co. OG St. Johann i.T. EUR 4.563 94,90 Vollkonsolidierung Decorative
Fritz Egger Vermögensverwaltung GmbH St. Johann i.T. EUR 37 94,90 Vollkonsolidierung Decorative
Fritz Egger Vertriebs GmbH St. Johann i.T. EUR 35 94,90 Vollkonsolidierung Decorative
HP Verwaltungs GmbH St. Johann i.T. EUR 35 94,90 Vollkonsolidierung Decorative
Egger Investment Holding GmbH St. Johann i.T. EUR 37 100,00 Vollkonsolidierung Decorative
Egger Deutschland Beteiligungsverwaltung GmbH St. Johann i.T. EUR 2.253 94,84 Vollkonsolidierung Decorative
Egger Osteuropa Beteiligungsverwaltung GmbH St. Johann i.T. EUR 35 100,00 Vollkonsolidierung Decorative
Egger Nordamerika Beteiligungs GmbH St. Johann i.T. EUR 35 100,00 Vollkonsolidierung Decorative
Egger Business Services GmbH St. Johann i.T. EUR 35 100,00 Vollkonsolidierung Decorative
EHWS Beteiligungs GmbH St. Johann i.T. EUR 35 100,00 Vollkonsolidierung Decorative
Egger East Investment GmbH St. Johann i.T. EUR 35 100,00 Vollkonsolidierung Decorative
Egger Corporate Services GmbH St. Johann i.T. EUR 35 100,00 Vollkonsolidierung Decorative
Egger Südamerika Holding GmbH St. Johann i.T. EUR 35 100,00 Vollkonsolidierung Decorative
Egger Holzverarbeitung GmbH St. Johann i.T. EUR 35 94,90 Vollkonsolidierung Decorative
Egger Forst Österreich GmbH St. Pölten EUR 100 94,90 Vollkonsolidierung Decorative
EGGER Panneaux & Décors SAS Rion des Landes EUR 30.000 94,90 Vollkonsolidierung Decorative Flooring
Egger (UK) Limited Woking GBP 13.500 100,00 Vollkonsolidierung Decorative
Campact Limited Woking GBP 1.000 100,00 Vollkonsolidierung Decorative
Egger Forestry Limited Woking GBP 252 100,00 Vollkonsolidierung Decorative
Timberpak Limited Woking GBP 8 100,00 Vollkonsolidierung Decorative
Egger Argentina Investment Limited Woking GBP 7 100,00 Vollkonsolidierung Decorative
Egger Argentina Holding Limited Woking GBP 3 100,00 Vollkonsolidierung Decorative
Egger USA Investment Limited Woking GBP 12 100,00 Vollkonsolidierung Decorative
Egger Dekor A.S. Gebze EUR 27.347 100,00 Vollkonsolidierung Decorative
Egger Orman Ürünleri A.S. Gebze TRY 4.653 100,00 Vollkonsolidierung Decorative
Fritz Egger Beteiligungs GmbH & Co.KG (2/3) Brilon EUR 90.641 94,86 Vollkonsolidierung Decorative
Egger Holzwerkstoffe Brilon GmbH & Co. KG (2/3) Brilon EUR 1.064 94,86 Vollkonsolidierung Decorative
Egger Holzwerkstoffe Brilon Beteiligungs-GmbH Brilon EUR 25 94,86 Vollkonsolidierung Decorative
LTPRO GmbH Brilon EUR 25 94,86 Vollkonsolidierung Decorative
Egger Brilon Service GmbH Brilon EUR 500 94,86 Vollkonsolidierung Decorative
Egger Kunststoffe Beteiligungs-GmbH Brilon EUR 25 94,86 Vollkonsolidierung Decorative
Egger Sägewerk Brilon GmbH Brilon EUR 25 94,86 Vollkonsolidierung Building
Egger Forst GmbH Brilon EUR 25 94,86 Vollkonsolidierung Building
Horatec GmbH Hövelhof EUR 69 24,24 Equity-Methode Decorative
Egger Holzwerkstoffe Wismar GmbH & Co. KG (2) Wismar EUR 1.025 94,86 Vollkonsolidierung Flooring Building
Egger Holzwerkstoffe Wismar Beteiligungs GmbH Wismar EUR 26 94,86 Vollkonsolidierung Flooring
EGGER Flooring International Beteiligungs GmbH Wismar EUR 25 94,86 Vollkonsolidierung Flooring
EGGER Flooring International GmbH & Co. KG (2) Wismar EUR 25 94,86 Vollkonsolidierung Flooring
Egger Kunststoffe GmbH & Co. KG (2) Gifhorn EUR 282 94,86 Vollkonsolidierung Decorative
Egger Beschichtungswerk Marienmünster Beteiligungs GmbH Marienmünster EUR 26 94,86 Vollkonsolidierung Decorative
Egger Beschichtungswerk Marienmünster GmbH & Co.KG (2) Marienmünster EUR 513 94,86 Vollkonsolidierung Decorative
Timberpak GmbH Lehrte EUR 25 94,86 Vollkonsolidierung Decorative
CLEAF S.p.A. Macherio EUR 1.830 27,50 Equity-Methode Decorative
Egger Biskupiec Sp. z o.o. Biskupiec PLN 20.088 100,00 Vollkonsolidierung Decorative Flooring
EGGER Romania S.R.L. Radauti RON 960.201 100,00 Vollkonsolidierung Decorative Flooring Building
Egger Technologia S.R.L. Radauti RON 90.871 100,00 Vollkonsolidierung Decorative
Energy Trust S.R.L. Radauti RON 50.959 100,00 Vollkonsolidierung Decorative
F.E. Agrar S.R.L. Radauti RON 52.911 100,00 Vollkonsolidierung Building
OOO "Egger Drevprodukt Shuya" Shuya RUB 1.841.390 100,00 Vollkonsolidierung Decorative
OOO Egger Drevprodukt Gagarin Gagarin RUB 6.341.055 100,00 Vollkonsolidierung Decorative Flooring
Egger Wood Products LLC Linwood USD 659.000 100,00 Vollkonsolidierung Decorative
Egger Argentina SAU Buenos Aires ARS 22.452 100,00 Vollkonsolidierung Decorative
Nicht in den Konzernabschluss einbezogene Unternehmen:            
Ortswärme St. Johann in Tirol GmbH St. Johann i.T. EUR 500 24,67 - -
Eco 3 Bois SAS Venissieux EUR 100 47,45 - -
Timberpak 31 SAS Belesta EUR 50 47,45 - -
Timberpak Pearce Limited Woking GBP 0 50,00 - -
Krause Maschinenbau GmbH Tuntenhausen EUR 26 22,78 - -
Meobelio GmbH Bad-Wünnenberg EUR 25 71,05 - -
Egger Benelux BV Kortrijk EUR 0 100,00 - -
Fundatia "EGGER" Radauti RON 105 100,00 - -
Fundacja Egger Biskupiec PLN 400 100,00 - -
Egger Productos de Madera Limitada Santiago CLP 16.600 94,86 - -
Egger Scandinavia APS Tistrup DKK 200 100,00 - -
COC Asset Management S.A.U. Buenos Aires ARS 300 94,90 - -
Egger Baltic UAB Vilnius EUR 3 100,00 - -
Egger CZ s.r.o. Hradec Kralove CZK 100 100,00 - -
TOV Egger Holzwerkstoffe Chernivtsi UAH 50.119 100,00 - -
TOV "Egger Wood Trading" Chernivtsi UAH 3.145 100,00 - -
IOOO Egger Drevplit Minsk BYN 4.000 100,00 - -
Egger Drevplit Kazakhstan Ltd. Almaty KZT 2.100 100,00 - -
Egger Zarzadzanie aktywami Sp. z o.o. Warschau PLN 400 100,00 - -
Egger Holzwerkstoffe Schweiz GmbH Kriens CHF 100 100,00 - -
Egger Italia S.r.l. Oderzo EUR 10 100,00 - -
EGGER Drvni Proizvodi d.o.o. Beograd Belgrad RSD 3.174 100,00 - -
Fritz Egger Kabushiki Kaisha Tokio JPY 5.000 100,00 - -
Egger Australasia Pty Ltd Sydney AUD 45 100,00 - -
Fritz Egger Business Consulting (Shanghai) Co Ltd. Shanghai CNY 1.000 100,00 - -
Egger Southeast Asia Company Limited Ho Chi Minh City VND 1.133.000 100,00 - -

(1) Anteil am Kapital durchgerechnet in %.
(2) Die Tochterunternehmen haben von Befreiungen nach § 264 b dHGB Gebrauch gemacht.
(3) Die in den Konzernabschluss einbezogenen Tochterunternehmen haben von der Befreiungsvorschrift des § 291 dHGB Gebrauch gemacht und keinen Konzernabschluss und keinen Konzernlagebericht aufgestellt.

 

St. Johann in Tirol, am 14. Juli 2022

Thomas Leissing, Sprecher der Geschäftsführung, CFO, Finanzen / Verwaltung

Frank Bölling, CSCO, Logistik

Ulrich Bühler, CSO, Vertrieb / Marketing

Hannes Mitterweissacher, CTO, Technik / Produktion

Die Geschäftsführung

Egger Holzwerkstoffe GmbH, St. Johann in Tirol

Erklärung der gesetzlichen Vertreter

Wir bestätigen nach bestem Wissen, dass der im Einklang mit den maßgebenden Rechnungslegungsstandards aufgestellte Konzernabschluss ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt, dass der Konzernlagebericht den Geschäftsverlauf, das Geschäftsergebnis und die Lage des Konzerns so darstellt, dass ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns entsteht, und dass der Konzernlagebericht die wesentlichen Risiken und Ungewissheiten beschreibt, denen der Konzern ausgesetzt ist.

 

St. Johann in Tirol, am 14. Juli 2022

Thomas Leissing, Sprecher der Geschäftsführung, CFO, Finanzen / Verwaltung

Frank Bölling, CSCO, Logistik

Ulrich Bühler, CSO, Vertrieb / Marketing

Hannes Mitterweissacher, CTO, Technik / Produktion

Die Geschäftsführung

Bestätigungsvermerk

Bericht zum Konzernabschluss

Prüfungsurteil

Wir haben den Konzernabschluss der Egger Holzwerkstoffe GmbH, St. Johann in Tirol, und ihrer Tochtergesellschaften ("der Konzern"), bestehend aus der Konzernbilanz zum 30. April 2022, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, der Konzern-Gesamtergebnisrechnung, der Cashflow-Rechnung und der Konzern-Eigenkapitalentwicklung für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr und dem Konzernanhang, geprüft.

Nach unserer Beurteilung entspricht der Konzernabschluss den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt ein möglichst getreues Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 30. April 2022 sowie der Ertragslage und der Zahlungsströme des Konzerns für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der EU anzuwenden sind und den zusätzlichen Anforderungen des § 245a UGB.

Grundlage für das Prüfungsurteil

Wir haben unsere Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der EU-Verordnung Nr 537/2014 (im Folgenden AP-VO) und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsgemäßer Abschlussprüfung durchgeführt. Diese Grundsätze erfordern die Anwendung der International Standards on Auditing (ISA). Unsere Verantwortlichkeiten nach diesen Vorschriften und Standards sind im Abschnitt "Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind vom Konzern unabhängig in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmens- und berufsrechtlichen Vorschriften und wir haben unsere sonstigen beruflichen Pflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise bis zum Datum dieses Bestätigungsvermerkes ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu diesem Datum zu dienen.

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten für unsere Prüfung des Konzernabschlusses des Geschäftsjahres waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Konzernabschlusses als Ganzes und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt und wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.

Werthaltigkeit des Sachanlagevermögens

siehe Anhang Kapitel 17

Das Risiko für den Abschluss

Das Sachanlagevermögen beträgt mit TEUR 2.147.410 (Vorjahr: TEUR 2.032.790) 57,41 % (Vorjahr: 62,61 %) der Konzernbilanzsumme. Die Investitionen in das Sachanlagevermögen im Geschäftsjahr betrugen TEUR 291.481.

Egger untersucht bei Sachanlagevermögen neben der fortlaufenden Bewertung jeweils zum Bilanzstichtag, ob Anzeichen einer Wertminderung vorliegen. Bei Vorliegen solcher Anzeichen führt die Geschäftsleitung einen Wertminderungstest durch. Dabei wird der jeweilige Buchwert des betroffenen Sachanlagevermögens dem erzielbaren Betrag, das ist der höhere Wert aus Nutzungswert und beizulegenden Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten, gegenübergestellt. Liegt dieser Wert unter dem Buchwert, erfolgt eine außerplanmäßige Abschreibung auf diesen niedrigeren Wert.

Der Nutzungswert wird als Barwert der geschätzten künftigen Ein- und Auszahlungen aus der Verwendung des Gegenstandes unter Zugrundelegung eines risikoadjustierten Zinssatzes ermittelt. Der beizulegende Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten entspricht dem für den betroffenen Gegenstand am Markt unter unabhängigen Dritten erzielbaren Verkaufserlös abzüglich anfallender Veräußerungskosten. Kann für den betroffenen Gegenstand kein eigenständiger Mittelüberschuss festgestellt werden, wird er in die nächstgrößere Einheit, für die ein eigenständiger Überschuss ermittelt werden kann (zahlungsmittelgenerierende Einheit), einbezogen.

Auf Grund der wesentlichen Investitionen in zwei neue Werke in den vorangegangen Geschäftsjahren in Verbindung mit den gesamtwirtschaftlichen Auswirkungen aus der Ukraine Krise war dieser Sachverhalt während unserer Prüfung von besonderer Bedeutung.

Unsere Vorgehensweise in der Prüfung

Wir haben die Werthaltigkeit der Sachanlagen wie folgt beurteilt:

Im ersten Schritt haben wir die Prozessabläufe sowie relevante interne Kontrollen erhoben und die Schlüsselkontrollen zur Beurteilung der Werthaltigkeit des Sachanlagevermögens auf deren Ausgestaltung und Implementierung evaluiert.

Wir haben die im Rahmen der Werthaltigkeitsprüfungen angesetzten Parameter und Inputfaktoren mit unternehmensspezifischen Informationen sowie branchenspezifischen Marktdaten bzw. -erwartungen aus externen und internen Datenquellen verglichen und die angewendeten Bewertungsmodelle hinsichtlich ihrer Angemessenheit beurteilt. Außerdem haben wir uns einen Überblick über den Planungsprozess verschafft und den vom Management durchgeführten Rückvergleich des Budgets und des Business Plans kritisch untersucht.

Die zur Ermittlung der zukünftigen Zahlungsmittelflüsse herangezogenen Plandaten haben wir mit den vom Aufsichtsrat genehmigten Budget abgeglichen.

Zur Plausibilisierung der Kapitalkosten mittels Vergleichsanalyse, zur Überprüfung der Berechnungsmethodik auf Übereinstimmung mit den Vorgaben des IAS 36 sowie zur Plausibilisierung der angesetzten Parameter haben wir interne Bewertungsspezialisten hinzugezogen.

Darüber hinaus untersuchten wir, ob die erforderlichen Angaben im Anhang alle notwendigen Erläuterungen im Zusammenhang mit den Wertminderungstests enthalten sowie die wesentlichen Schätzunsicherheiten angemessen beschrieben sind.

Darüber hinaus haben wir zur Beurteilung, ob in weiteren CGUs Anhaltspunkte für Wertminderungen bestehen, Gespräche mit dem Management und analytische Prüfungshandlungen durchgeführt.

Werthaltigkeit der aktiven latenten Steuern

siehe Anhang Kapitel 26

Das Risiko für den Abschluss

Die aktiven latenten Steuern betragen im Konzernabschluss TEUR 88.165 (Vorjahr: TEUR 94.367). Aktive latente Steuern in Höhe von TEUR 44.933 (Vorjahr: TEUR 41.350) wurden nicht angesetzt.

Die Ermittlung der aktiven latenten Steuern erfolgt für alle abzugsfähigen temporären Differenzen zwischen den Wertansätzen der Bilanzposten im konsolidierten IFRS-Abschluss und den bei den einzelnen Gesellschaften bestehenden Steuerwerten sowie für bestehende Verlustvorträge. Aktive latente Steuern werden nur angesetzt, wenn es wahrscheinlich ist, dass der enthaltene Steuervorteil realisierbar sein wird. Die Bewertung der aktiven latenten Steuern erfolgt für das jeweilige Land anwendbaren Steuersatz.

Der Einschätzung, ob der Steuervorteil realisierbar ist, liegt die Annahme zu Grunde, dass in Zukunft ausreichende steuerpflichtige Einkünfte erwirtschaftet werden, um bestehende abzugsfähige temporäre Unterschiede zu nutzen und Verlustvorträge zu verwerten. Diese hängen vor allem von den künftigen Ergebnissen der jeweiligen Steuersubjekte (einzelne Unternehmen und Steuergruppen), von Steuergestaltungsmöglichkeiten und der künftigen Entwicklung von Steuervorschriften sowie deren Interpretationen seitens der Finanzverwaltungen ab. Daraus ergibt sich das Risiko, dass die angesetzten aktiven latenten Steuern zu hoch oder zu gering eingeschätzt sind.

Auf Grund der Tatsache, dass die Beurteilung der Werthaltigkeit der aktivierten latenten Steuern stark ermessensbehaftet ist, war dieser Sachverhalt für uns in der Prüfung von besonderer Bedeutung.

Unsere Vorgehensweise in der Prüfung

Wir haben die Werthaltigkeit der aktiven latenten Steuern wie folgt beurteilt:

Unsere Prüfungshandlungen umfassten die Beurteilung der internen Kontrollen im Rechnungslegungsprozess zu den aktiven latenten Steuern einschließlich der Herleitung der Annahmen der Unternehmensleitung sowie der Vertreter der operativen Unternehmensbereiche zu den künftigen steuerlichen Ergebnissen sowie den Steuergestaltungsmöglichkeiten in der Gruppe.

Wir haben die den aktiven latenten Steuern zu Grunde gelegten prognostizierten Ergebnisse mit der aktuellen und vom Aufsichtsrat genehmigten Planung des Konzerns abgeglichen.

Weiters würdigten wir die angenommene Ergebnisentwicklung der Gruppe im Vergleich mit den historischen Daten des Konzerns. Die Steuergestaltungsmöglichkeiten haben wir insbesondere hinsichtlich ihrer Umsetzbarkeit kritisch gewürdigt.

Darüber hinaus untersuchten wir, ob die erforderlichen Angaben im Anhang alle notwendigen Erläuterungen im Zusammenhang mit aktiven latenten Steuern enthalten sowie die wesentlichen Schätzunsicherheiten angemessen beschrieben sind.

Konflikt Russland - Ukraine - Werthaltigkeit langfristige Vermögenswerte

siehe Anhang Kapitel 17 und 38

Das Risiko für den Abschluss

Die langfristigen Vermögenswerte in Russland betragen 8,8 % der langfristigen Konzernvermögenswerte.

Auf Grund des eskalierten Konflikts in der Ukraine führt die Geschäftsleitung für die langfristigen Vermögenswerte, die einer russischen Gesellschaft zuzuordnen sind, einen Wertminderungstest durch.

Hinsichtlich der Vorgehensweise des Wertminderungstests sowie der Herleitung des Nutzungswertes verweisen wir auf die Angaben zur Werthaltigkeit des Sachanlagevermögens.

Auf Grund des im 4. Quartal des Geschäftsjahres eskalierten Russland-Ukraine Konflikts war dieser Sachverhalt während unserer Prüfung von besonderer Bedeutung, da die Schätzunsicherheit bei der Bewertung der oben angeführten Bilanzposten zugenommen hat.

Unsere Vorgehensweise in der Prüfung

Wir haben die Werthaltigkeit der langfristigen Vermögenswerte wie folgt beurteilt:

Unsere Vorgehensweise bei der Prüfung der Werthaltigkeitstests der langfristigen russischen Vermögenswerte ist ident mit unserer Vorgehensweise in der Prüfung der Werthaltigkeit des Sachanlagevermögens. Zusätzlich wurde die Vorgehensweise der Fremdwährungsumrechnung in diesem Zusammenhang kritisch gewürdigt. Wir verweisen dazu auf die Darstellungen in diesem Abschnitt.

Sonstige Informationen

Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen alle Informationen im Geschäftsbericht, ausgenommen den Konzernabschluss, den Konzernlagebericht und den Bestätigungsvermerk.

Unser Prüfungsurteil zum Konzernabschluss erstreckt sich nicht auf diese sonstigen Informationen, und wir geben keine Art der Zusicherung darauf.

Im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Konzernabschlusses haben wir die Verantwortlichkeit, diese sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen wesentliche Unstimmigkeiten zum Konzernabschluss oder unseren bei der Abschlussprüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder anderweitig falsch dargestellt erscheinen.

Falls wir auf der Grundlage der von uns zu den vor dem Datum des Bestätigungsvermerks des Abschlussprüfers erlangten sonstigen Informationen durchgeführten Arbeiten den Schluss ziehen, dass eine wesentliche falsche Darstellung dieser sonstigen Informationen vorliegt, sind wir verpflichtet, über diese Tatsache zu berichten. Wir haben in diesem Zusammenhang nichts zu berichten.

Verantwortlichkeiten der gesetzlichen Vertreter und des Prüfungsausschusses für den Konzernabschluss

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses und dafür, dass dieser in Übereinstimmung mit den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig erachten, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen auf Grund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen, Sachverhalte im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit - sofern einschlägig - anzugeben, sowie dafür, den Rechnungslegungsgrundsatz der Fortführung der Unternehmenstätigkeit anzuwenden, es sei denn, die gesetzlichen Vertreter beabsichtigen, entweder den Konzern zu liquidieren oder die Unternehmenstätigkeit einzustellen oder haben keine realistische Alternative dazu.

Der Prüfungsausschuss ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns.

Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses

Unsere Ziele sind hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist und einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unser Prüfungsurteil beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit der AP-VO und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsgemäßer Abschlussprüfung, die die Anwendung der ISA erfordern, durchgeführte Abschlussprüfung eine wesentliche falsche Darstellung, falls eine solche vorliegt, stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn von ihnen einzeln oder insgesamt vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Nutzern beeinflussen.

Als Teil einer Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der AP-VO und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsgemäßer Abschlussprüfung, die die Anwendung der ISA erfordern, üben wir während der gesamten Abschlussprüfung pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung.

Darüber hinaus gilt:

Wir identifizieren und beurteilen die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern im Abschluss, planen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken, führen sie durch und erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als ein aus Irrtümern resultierendes, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen oder das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

Wir gewinnen ein Verständnis von dem für die Abschlussprüfung relevanten internen Kontrollsystem, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit des internen Kontrollsystems der Gesellschaft abzugeben.

Wir beurteilen die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte in der Rechnungslegung und damit zusammenhängende Angaben.

Wir ziehen Schlussfolgerungen über die Angemessenheit der Anwendung des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit durch die gesetzlichen Vertreter sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die erhebliche Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir die Schlussfolgerung ziehen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, in unserem Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch die Abkehr des Konzerns von der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zur Folge haben.

Wir beurteilen die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Konzernabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse in einer Weise wiedergibt, dass ein möglichst getreues Bild erreicht wird.

Wir erlangen ausreichende geeignete Prüfungsnachweise zu den Finanzinformationen der Einheiten oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns, um ein Prüfungsurteil zum Konzernabschluss abzugeben. Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Überwachung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die Alleinverantwortung für unser Prüfungsurteil.

Wir tauschen uns mit dem Prüfungsausschuss unter anderem über den geplanten Umfang und die geplante zeitliche Einteilung der Abschlussprüfung sowie über bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Abschlussprüfung erkennen, aus.

Wir geben dem Prüfungsausschuss auch eine Erklärung ab, dass wir die relevanten beruflichen Verhaltensanforderungen zur Unabhängigkeit eingehalten haben und uns mit ihm über alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte austauschen, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit und - sofern einschlägig - damit zusammenhängende Schutzmaßnahmen auswirken.

Wir bestimmen von den Sachverhalten, über die wir uns mit dem Prüfungsausschuss ausgetauscht haben, diejenigen Sachverhalte, die am bedeutsamsten für die Prüfung des Konzernabschlusses des Geschäftsjahres waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte in unserem Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus oder wir bestimmen in äußerst seltenen Fällen, dass ein Sachverhalt nicht in unserem Bestätigungsvermerk mitgeteilt werden sollte, weil vernünftigerweise erwartet wird, dass die negativen Folgen einer solchen Mitteilung deren Vorteile für das öffentliche Interesse übersteigen würden.

Sonstige gesetzliche und andere rechtliche Anforderungen

Bericht zum Konzernlagebericht

Der Konzernlagebericht ist aufgrund der österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften darauf zu prüfen, ob er mit dem Konzernabschluss in Einklang steht und ob er nach den geltenden rechtlichen Anforderungen aufgestellt wurde.

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften.

Wir haben unsere Prüfung in Übereinstimmung mit den Berufsgrundsätzen zur Prüfung des Konzernlageberichts durchgeführt.

Urteil

Nach unserer Beurteilung ist der Konzernlagebericht nach den geltenden rechtlichen Anforderungen aufgestellt worden, enthält die nach § 243a UGB zutreffenden Angaben, und steht in Einklang mit dem Konzernabschluss.

Erklärung

Angesichts der bei der Prüfung des Konzernabschlusses gewonnenen Erkenntnisse und des gewonnenen Verständnisses über den Konzern und sein Umfeld haben wir keine wesentlichen fehlerhaften Angaben im Konzernlagebericht festgestellt.

Zusätzliche Angaben nach Artikel 10 AP-VO

Wir wurden von der Generalversammlung am 30. Juli 2021 als Abschlussprüfer gewählt und vom Aufsichtsrat mit der Abschlussprüfung der Gesellschaft für das am 30. April 2022 endende Geschäftsjahr beauftragt.

Wir sind ohne Unterbrechung seit dem Konzernabschluss zum 30. April 2020 Abschlussprüfer der Gesellschaft.

Wir erklären, dass das Prüfungsurteil im Abschnitt "Bericht zum Konzernabschluss" mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Artikel 11 der AP-VO in Einklang steht.

Wir erklären, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen (Artikel 5 Abs 1 der AP-VO) erbracht haben und dass wir bei der Durchführung der Abschlussprüfung unsere Unabhängigkeit von der geprüften Gesellschaft gewahrt haben.

Auftragsverantwortlicher Wirtschaftsprüfer

Der für die Abschlussprüfung auftragsverantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Herr Mag. Ulrich Pawlowski.

 

Innsbruck, 15. Juli 2022

KPMG Austria GmbH
Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft

Mag. Ulrich Pawlowski, Wirtschaftsprüfer

Die Veröffentlichung oder Weitergabe des Konzernabschlusses mit unserem Bestätigungsvermerk darf nur in der von uns bestätigten Fassung erfolgen. Dieser Bestätigungsvermerk bezieht sich ausschließlich auf den deutschsprachigen und vollständigen Konzernabschluss samt Konzernlagebericht. Für abweichende Fassungen sind die Vorschriften des § 281 Abs 2 UGB zu beachten.

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Egger Holzwerkstoffe GmbH

Weiberndorf 20

6380 St. Johann in Tirol

Österreich

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F +43 50 600-10111

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  • Satzung / Gesellschaftsvertrag
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