Herder Thalia Holding GmbH & Co. KGFreiburg im BreisgauKonzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.10.2021 bis zum 30.09.2022INHALTSVERZEICHNIS Bestätigungsvermerk Konzernabschluss und Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2021 bis zum 30. September 2022 Besondere Auftragsbedingungen Allgemeine Auftragsbedingungen Den uneingeschränkten Bestätigungsvermerk erteilen wir wie folgt: BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERSAn die Herder Thalia Holding GmbH & Co. KG, Freiburg im Breisgau: Prüfungsurteile Wir haben den Konzernabschluss der Herder Thalia Holding GmbH & Co. KG, Freiburg im Breisgau, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 30. September 2022, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, der Konzern-Gesamtergebnisrechnung, der Konzerneigenkapitalveränderungsrechnung und der Konzernkapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2021 bis zum 30. September 2022 sowie dem Konzernanhang, einschließlich einer Zusammenfassung bedeutsamer Rechnungslegungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der Herder Thalia Holding GmbH & Co. KG, Freiburg im Breisgau, für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2021 bis zum 30. September 2022 geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat. Grundlage für die Prüfungsurteile Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen. Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist. Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, es sei denn, es besteht die Absicht den Konzern zu liquidieren oder der Einstellung des Geschäftsbetriebs oder es besteht keine realistische Alternative dazu. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
Köln, 19. Juli 2023 Mazars
GmbH & Co. KG
Martin Schulz-Danso, Wirtschaftsprüfer Susanne Schaefer, Wirtschaftsprüferin Inhalt Rundungen Konzern-Gesamtergebnis Konzern-Bilanz Eigenkapitalspiegel Kapitalflussrechnung Konzernanhang 1. Allgemeine Grundsätze 2. Allgemeine Grundsätze zur Bilanzierung 3. Anwendung neuer Rechnungslegungsvorschriften des IASB 3.1. Veröffentlichte, aber im Geschäftsjahr 2021/22 noch nicht angewandte Rechnungslegungsvorschriften 4. Grundsätze der Konsolidierung 4.1. Konsolidierungskreis 4.2. Unternehmenserwerbe 4.3. Konsolidierungsmethoden 4.4. Währungsumrechnung 5. Grundsätze der Bilanzierung und Bewertung 5.1. Immaterielle Vermögenswerte 5.2. Sachanlagen 5.3. Nutzungsrechte 5.4. Finanzielle Vermögenswerte 5.5. Forderungen und sonstige finanzielle Vermögenswerte 5.6. Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 5.7. Latente Steuern 5.8. Ertragssteuererstattungsansprüche und Ertragssteuerschulden 5.9. Vorräte 5.10. Leistungen an Arbeitnehmer 5.11. Sonstige Rückstellungen 5.12. Verbindlichkeiten 5.13. Ertragsrealisierung 5.14. Verwendung von Annahmen und Schätzungen 6. Erläuterungen zur Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung 6.1. Umsatzerlöse 6.2. Sonstige betriebliche Erträge 6.3. Personalaufwand 6.4. Sonstige betriebliche Aufwendungen 6.5. Abschreibungen 6.6. Finanzergebnis 6.7. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag und sonstige Steuern 7. Erläuterungen zur Konzern-Bilanz 7.1. Immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen 7.1.1. Immaterielle Vermögenswerte 7.1.2. Sachanlagen 7.1.3. Leasingverhältnisse 7.2. Latente Steuern 7.3. Vorräte 7.4. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 7.5. Finanzielle Vermögenswerte 7.6. Sonstige Vermögenswerte 7.7. Liquide Mittel 7.8. Eigenkapital 7.8.1. Kapitalanteile der Kommanditisten 7.8.2. Kapitalrücklage 7.8.3. Rücklagen 7.8.4. Gewinnverwendung 7.9. Pensionsrückstellungen 7.10. Sonstige Rückstellungen 7.11. Finanzielle Verbindlichkeiten 7.12. Eventualverbindlichkeiten 7.13. Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten 8. Angaben zur Kapitalflussrechnung 9. Beizulegender Zeitwert der Finanzinstrumente 10. Management der finanzwirtschaftlichen Risiken 10.1. Liquiditätsrisiken 10.2. Zinsänderungsrisiko 10.3. Währungsrisiken und sonstige Marktrisiken 10.4. Ausfallrisiken 11. Kapitalmanagement 12. Sonstige Angaben 12.1. Durchschnittliche Zahl der Beschäftigten 12.2. Angaben zu nahestehenden Unternehmen und Personen Vergütung der Geschäftsführung und des Aufsichtsrats Geschäftsführung der Herder Thalia Holding GmbH & Co. KG 13. Aufwendungen für Honorare des Wirtschaftsprüfers 14. Befreiungswahlrechte nach §§ 264 Abs. 3 bzw. 264b HGB 15. Vorgänge von besonderer Bedeutung nach dem Abschlussstichtag 16. Übersicht der Konzerngesellschaften Konzernlagebericht Grundlagen des Konzerns Eine führende Buchhandelsgruppe innerhalb des deutschsprachigen Raumes (Deutschland, Österreich und der deutschsprachigen Schweiz) Gesamtaussage zum Geschäftsverlauf Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen Branchenbezogene Rahmenbedingungen Wirtschaftsbericht EBITDA konnte um 28,0% gesteigert werden Ergebnisbetrachtung Investitionen Kapitalflussrechnung Vermögens- und Kapitalstruktur Internes Steuerungssystem und wesentliche Erfolgsfaktoren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Beschaffung und Logistik Chancen- und Risikobericht Umfeldchancen und -risiken Geschäftschancen und -risiken Corona-Pandemie Ukraine-Krieg Beschaffungs- und Absatzrisiken Forderungsausfallrisiko Informationstechnologische Chancen und Risiken Personalchancen und -risiken Rechtliche Chancen und Risiken Internes Kontrollsystem und Risikomanagementsystem bezogen auf den (Konzern-) Rechnungslegungsprozess Beurteilung der Risikosituation des Herder Thalia-Konzerns durch die Unternehmensleitung Entwicklungstätigkeit im Konzern Prognosebericht und Gesamtaussage Deutschland Euro-Raum Steuerliche und rechtliche Änderungen Weihnachtsgeschäft 2022 Wirtschaftlicher Ausblick auf das Geschäftsjahr 2022/23 Gesamteinschätzung des Herder Thalia-Konzerns Rundungen Bei Prozentangaben und Zahlen in diesem Bericht können Rundungsdifferenzen auftreten. Konzern-Gesamtergebnis Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 01. Oktober 2021 bis 30. September 2022
Überleitung Periodenergebnis zum Gesamtergebnis für das Geschäftsjahr vom 01. Oktober 2021 bis 30. September 2022
Konzern-Bilanz Bilanz zum 30. September 2022AKTIVA
PASSIVA
Eigenkapitalspiegel Eigenkapitalentwicklung für den Zeitraum vom 01. Oktober 2021 bis 30. September 2022
Kapitalflussrechnung Kapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 01. Oktober 2021 bis 30. September 2022
Konzernanhang1. Allgemeine Grundsätze Die Herder Thalia Holding GmbH & Co. KG (Herder Thalia Holding) hat ihren Sitz in der Hermann-Herder Straße 4 in 79104 Freiburg und wird beim Amtsgericht Freiburg unter der HRA Nr. 704771 geführt. Der vorliegende Konzernabschluss für das Geschäftsjahr vom 01. Oktober 2021 bis zum 30. September 2022 wurde nach den in der Europäischen Union anzuwendenden International Financial Reporting Standards (IFRS) unter Berücksichtigung aller verpflichtend anzuwendenden Bilanzierungsstandards und Interpretationen, die am Bilanzstichtag gültig waren, aufgestellt und entspricht in der vorliegenden Fassung § 315e Handelsgesetzbuch (HGB). Dieser bildet mit der Verordnung (EG) Nr. 1606/2002 des Europäischen Parlaments und des Rats vom 19. Juli 2002 die Rechtsgrundlage für die Konzernrechnungslegung nach internationalen Standards in Deutschland. Der Herder Thalia-Konzern ist Marktführer im Sortimentsbuchhandel im deutschsprachigen Raum mit mehr als 380 Buchhandlungen in Deutschland und Österreich, sowie einem Joint Venture mit 48 Buchhandlungen in der Schweiz. Mit www.thalia.de besteht zudem eine der führenden Online-Plattformen, über die neben mehr als 2 Millionen E-Books und etwa 100.000 Hörbüchern auch das komplette Sortiment im Bereich Bücher, E-Reader und Buchnebenmarkt angeboten wird. Weitere Informationen zum Geschäftsmodell und zur Geschäftstätigkeit der Gruppe sind im Lagebericht unter "Grundlagen des Konzerns" dargestellt. In diesen Konzernabschluss wurde die Herder Thalia Holding mitsamt ihren Tochterunternehmen einbezogen, sofern sie diese unmittelbar oder mittelbar beherrscht. Die Abschlüsse der in den Konzernabschluss einbezogenen in- und ausländischen Tochterunternehmen wurden einheitlich nach den nach IFRS geltenden Gliederungs-, Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätzen aufgestellt. Die oberste Muttergesellschaft des Herder-Thalia-Konzerns ist die Benjamin Herder Stiftung, Liechtenstein. Die Wertangaben in Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung erfolgen einheitlich in Millionen Euro (Mio. €). Aufgrund von Rundungen ist es möglich, dass sich einzelne Beträge und Prozentangaben nicht genau zu den angegebenen Summen addieren. 2. Allgemeine Grundsätze zur Bilanzierung Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses erfolgt die Bilanzierung der Vermögensgegenstände und Schulden auf Basis der fortgeführten Anschaffungs- bzw. Herstellkosten. Ausgenommen sind bestimmte Finanzinstrumente, die zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden. Die Gewinn- und Verlustrechnung wurden nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt. Die Darstellung des Gesamtergebnisses erfolgt im Rahmen einer Überleitungsrechnung. Vermögenswerte und Schulden werden als kurzfristig bzw. langfristig eingestuft und dargestellt. 3. Anwendung neuer Rechnungslegungsvorschriften des IASB Der Herder Thalia-Konzern hat die für die vor dem 1. Oktober 2022 beginnenden Geschäftsjahre verbindlichen Standards und Interpretationen des IASB, wie sie in der EU anzuwenden sind, beachtet. Die Änderungen an IFRS 9 "Finanzinstrumente", IAS 39 "Finanzinstrumente: Ansatz und Bewertung" und IFRS 7 "Finanzinstrumente: Angaben" in Bezug auf eine Reform der Referenzzinssätze im Rahmen der Bilanzierung von Sicherungsgeschäften sind erstmals seit 1. Januar 2021 anzuwenden. Weiterhin sind jetzt Änderungen in IFRS 4 für die Befreiung von Versicherungsunternehmen in Bezug auf die Anwendung von IFRS 9 verbindlich. Im Juni 2020 sind Änderungen des IFRS 16 in Kraft getreten, die im Zusammenhang mit der Covid-19 Pandemie stehen ("Praktische Erleichterungen"). Leasingnehmern steht es dadurch frei, Mietzugeständnisse, wie vorgesehen, als eine Modifikation des Leasingvertrages zu bewerten oder auf diese Bewertung zu verzichten. Aufgrund der Komplexität, die durch die Vielzahl der Fälle und der dann notwendigen Modifikation jedes Vertrages auftreten kann, hat sich das IASB entschieden, diese Möglichkeit der Erleichterung zu gewähren. Mit der im März 2021 beschlossenen Verlängerung um ein Jahr bis zum 30. Juni 2022, konnten Mietkonzessionen, die aufgrund der Covid-19 Pandemie gewährt wurden, als variable Leasingzahlungen bewertet werden, sofern die entsprechenden Bedingungen zur Inanspruchnahme erfüllt waren. Alle genannten neuen Rechnungslegungsvorschriften/Änderungen bis auf die letztgenannte haben keine wesentlichen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Herder Thalia-Konzerns. Die "Praktischen Erleichterungen" in Bezug auf IFRS 16 in Verbindung mit der Covid-19 Pandemie wurden um ein Jahr bis zum 30. Juni 2022 verlängert. Der Herder Thalia-Konzern hat diese Erleichterungsmöglichkeit jedoch nicht genutzt. Nähere Erläuterungen sind in Abschnitt 5.3. dargestellt. 3.1. Veröffentlichte, aber im Geschäftsjahr 2021/22 noch nicht angewandte Rechnungslegungsvorschriften Der Herder Thalia-Konzern hat die folgenden Standards bzw. Änderungen bestehender Standards, die bereits veröffentlicht wurden und teilweise noch der Übernahme in das EU-Recht (Endorsement) bedürfen, um verbindlich für die Geschäftsjahre zu sein, die nach dem 1. Oktober 2021 oder später beginnen, nicht frühzeitig angewendet:
* EU-Endorsement bereits erfolgt
** EU-Endorsement steht noch aus
Der Einfluss dieser veröffentlichten, aber noch nicht angewandten Rechnungslegungsvorschriften ist noch nicht bekannt, beziehungsweise ist gegenwärtig nicht abschätzbar. 4. Grundsätze der Konsolidierung 4.1. Konsolidierungskreis Im Konzernabschluss werden alle in- und ausländischen Gesellschaften voll konsolidiert, bei denen die Herder Thalia Holding GmbH & Co. KG unmittelbar oder mittelbar die Kontrolle ausübt. Tochterunternehmen werden ab dem Zeitpunkt in den Konzernabschluss einbezogen, ab dem die Kontrolle auf den Konzern übergegangen ist. Sie werden zu dem Zeitpunkt entkonsolidiert, ab dem die Kontrolle endet. Zum Bilanzstichtag 30. September 2022 umfasste der Konsolidierungskreis des Herder-Thalia-Konzerns insgesamt 34 (VJ: 35) Gesellschaften. An der Herder Thalia GmbH hält die Herder Thalia Holding GmbH & Co. KG unmittelbar einen Kapitalanteil von 100%. An der Klio GmbH hält die Herder Thalia Holding mittelbar über die Herder Thalia GmbH 62,36% der Kapitalanteile. Die Klio GmbH wiederum hält an 28 (VJ: 29) Gesellschaften unmittelbar oder mittelbar einen Kapitalanteil von 100%. An der Thalia Handels GmbH, Linz/Österreich, ist die Klio GmbH mittelbar mit 74% der Kapitalanteile, an der Thalia Bücher AG, Basel/Schweiz, mit 97,5% der Kapitalanteile und an der Osiander Vertriebsgesellschaft GmbH & Co. KG sowie der Osiander Vertriebs-Verwaltungsgesellschaft mbH mit 51% beteiligt. Darüber hinaus wurden drei assoziierte Unternehmen, auf die die Herder Thalia Holding einen maßgeblichen Einfluss ausübt, nach der Equity-Methode in den Konzernabschluss einbezogen. Es handelt sich hierbei im Wesentlichen um die 50-Prozent-Beteiligung an dem Schweizer Buchhandelsunternehmen Orell Füssli Thalia AG, mit Sitz in Zürich, das indirekt durch die 97,5-prozentige Tochter Thalia Bücher AG, mit Sitz in Basel, gehalten wird. Die Gesellschaft erzielte im Geschäftsjahr 2021/22 einen Umsatz von 207,9 Mio. CHF und ein Gesamtergebnis (=Jahresergebnis) von 12,9 Mio. CHF. Zu diesem Unternehmen halten die Konzerngesellschaften diverse Liefer- und Leistungsbeziehungen. Die folgende Tabelle zeigt die wesentlichen Finanzinformationen für die Orell Füssli AG. Die Beträge sind in Schweizer Franken ausgewiesen und verstehen sich vor konzerninternen Eliminierungen. Orell Füssli Thalia AG (OFT)
Nach der vollständigen Übernahme der Skoobe GmbH rückwirkend zum 1. Januar 2022 (siehe nächstes Kapitel "4.2. Unternehmenserwerbe") verbleiben die tolino media GmbH & Co. KG und die tolino media Verwaltungs GmbH, beide mit Sitz in München, als assoziierte Unternehmen und werden als von untergeordneter Bedeutung eingestuft. Beide Gesellschaften weisen ein abweichendes Wirtschaftsjahr auf, das mit dem 01.07. beginnt und dem 30.06. endet. Die tolino media GmbH & Co. KG weist per 30.06.2022 ein Eigenkapital von 0,2 Mio. € (VJ: 0,4 Mio. €) und für das Geschäftsjahr vom 01.07.2021 - 30.06.2022 einen Jahresfehlbetrag von 0,2 Mio. € (VJ: Jahresüberschuss von 0,1 Mio. €) aus. Die tolino media Verwaltungs GmbH weist per 30.06.2022 unverändert ein Eigenkapital von 0,1 Mio. € und für das Geschäftsjahr vom 01.07.2021 - 30.06.2022 unverändert einen Jahresüberschuss von 0,0 Mio. € aus.
4.2. Unternehmenserwerbe Unternehmenszusammenschlüsse werden nach der Erwerbsmethode gemäß IFRS 3 bilanziert. Die Anschaffungskosten einer Akquisition werden nach den beizulegenden Zeitwerten der hingegebenen Vermögenswerte und der eingegangenen oder übernommenen Verbindlichkeiten sowie vereinbarter bedingter Gegenleistungen in Höhe des beizulegenden Zeitwertes zum Erwerbszeitpunkt bemessen. Anschaffungsnebenkosten werden zum Zeitpunkt ihres Entstehens aufwandswirksam erfasst. Die bei einem Unternehmenszusammenschluss erworbenen, identifizierbaren Vermögenswerte sowie die übernommenen Verbindlichkeiten (einschließlich bedingter Verbindlichkeiten) werden erstmalig mit ihren beizulegenden Zeitwerten zum Erwerbszeitpunkt bewertet. Wichtige Annahmen, auf denen die Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte sowie die Nutzungsdauern der Vermögenswerte basieren, beinhalten bestmögliche Schätzungen zum Erwerbszeitpunkt. Ein entstehender positiver Unterschiedsbetrag zwischen Anschaffungskosten sowie dem beizulegenden Zeitwert der übernommenen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten wird als Geschäfts- und Firmenwert bilanziert. Dieser Geschäfts- und Firmenwert teilt sich im Herder Thalia-Konzernabschluss auf sieben zahlungsmittelgenerierende Einheiten (CGU) auf: die Thalia Bücher GmbH, die Mayersche Buchhandlung GmbH & Co. KG, die Thalia Retail Concepts GmbH, die Osiander Vertriebsgesellschaft GmbH & Co. KG, die Lehmanns Media GmbH, die Spotlight KG (GmbH & Co.) sowie die Skoobe GmbH. Mit dem Closing am 12. und 18. August 2022 (wirtschaftlicher Übergang 1. Januar 2022) hat der Herder Thalia-Konzern weitere 50% der vormals assoziierten Skoobe GmbH erworben und damit die Gesellschaft vollständig übernommen (Fester Kaufpreis 2,00 € zzgl. variable Kaufpreiskomponenten basierend auf den zukünftigen Ergebnissen). Die Skoobe GmbH ist ein etablierter Anbieter von E-Book-Abonnements auf dem deutschsprachigen Markt, dessen Sortiment einen qualitativ hochwertigen Katalog von über 400.000 E-Books und Hörbüchern mit deutsch- und englischsprachigen Titeln von mehr als 4.800 Verlagspartnern umfasst. Skoobe kann über eine App auf Smartphones, Tablets und ausgewählten, offenen E-Readern genutzt werden. Beim Erwerb der Skoobe GmbH ergab sich bei der Gegenüberstellung der Bilanzpositionen zum Erstkonsolidierungszeitpunkt und der Gegenleistung für den Erwerb der Anteile ein Goodwill von 0,163 Mio. €, der als Geschäfts- und Firmenwert ausgewiesen wird. Darstellung der Erstkonsolidierung Skoobe GmbH zum 01. Januar 2022
Die untenstehende Tabelle zeigt den geschätzten Umsatz und das geschätzte Ergebnis der erworbenen Skoobe GmbH seit Erwerb und auf Basis eines vollen Geschäftsjahres. Umsatz und Ergebnis Erwerb Skoobe GmbH
Aufgrund der dynamischen Entwicklung im Abo- und Streaming-Markt für E-Books wird die Skoobe GmbH zu einem wichtigen Bestandteil der E-Reading Strategie der Thalia Gruppe, da das Angebot in diesem Segment hierdurch noch einmal deutlich erweitert wird und damit entsprechende Synergien genutzt werden können. 4.3. Konsolidierungsmethoden Die Abschlüsse der in die Konsolidierung einbezogenen Gesellschaften sind auf den 30. September 2022 aufgestellt. Die Einzelabschlüsse wurden unter Anwendung folgender Grundsätze zum Konzernabschluss zusammengefasst: Die Kapitalkonsolidierung erfolgt durch Verrechnung der Anschaffungskosten mit dem Konzernanteil zum beizulegenden Zeitwert des Reinvermögens der konsolidierten Tochterunternehmen zum Zeitpunkt des Erwerbs. Dabei entstandene aktive Unterschiedsbeträge werden grundsätzlich als Firmenwert aktiviert und jährlich auf Werthaltigkeit hin geprüft. Negative Unterschiedsbeträge werden direkt erfolgswirksam über die Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Auf nicht beherrschende Gesellschafter entfallendes anteiliges Reinvermögen einschließlich stiller Reserven und Lasten werden als Anteile nicht beherrschender Gesellschafter dargestellt. Forderungen gegen und entsprechende Verbindlichkeiten gegenüber einbezogenen Gesellschaften wurden gegeneinander aufgerechnet. Wesentliche Zwischenergebnisse aus konzerninternen Lieferungs- und Leistungsvorgängen wurden, soweit sie noch nicht durch Umsätze mit Dritten realisiert sind, im Konzernabschluss eliminiert. Umsätze und übrige Erträge aus konzerninternen Lieferungs- und Leistungsbeziehungen wurden mit den korrespondierenden Aufwendungen verrechnet. Anteile an assoziierten Unternehmen, d.h. Unternehmen, über die der Anteilseigner einen maßgeblichen Einfluss i. S. v. IAS 28 ausübt, werden mit der Equity-Methode bilanziert. Die Beteiligung wird dabei zunächst mit den Anschaffungskosten angesetzt und nachfolgend um etwaige Veränderungen beim Anteil des Anteilseigners am Nettovermögen des Beteiligungsunternehmens nach dem Erwerbszeitpunkt angepasst. 4.4. Währungsumrechnung Die Jahresabschlüsse der Tochterunternehmen werden entsprechend dem Konzept der funktionalen Währung in die Konzernwährung umgerechnet. Die funktionale Währung für die Gesellschaften ist die jeweilige Landeswährung. Die funktionale Währung der Muttergesellschaft ist der Euro. Die Vermögenswerte und Schulden der Schweizer Tochtergesellschaft, deren funktionale Währung der Schweizer Franken (CHF) ist, werden bei der Umrechnung von der funktionalen Währung in Euro mit dem Stichtagskurs in Euro umgerechnet. Die Aufwendungen und Erträge werden mit dem Periodendurchschnittskurs umgerechnet. Die sich dadurch ergebenden Umrechnungsdifferenzen werden ergebnisneutral im Währungsausgleichsposten innerhalb des Eigenkapitals erfasst. Für die Währungsumrechnung der Schweizer Tochtergesellschaft wurden folgende Wechselkurse zugrunde gelegt:
Forderungen und Verbindlichkeiten in einer von der funktionalen Währung abweichenden Währung werden hingegen erfolgswirksam über die Gewinn- und Verlustrechnung in die funktionale Währung umgerechnet. Insgesamt wurden Erträge aus Kursdifferenzen in Höhe von 0,62 Mio. € und entsprechende Aufwendungen von 0,82 Mio. € erfolgswirksam erfasst. 5. Grundsätze der Bilanzierung und Bewertung 5.1. Immaterielle Vermögenswerte Erworbene und selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte werden aktiviert, wenn es wahrscheinlich ist, dass mit der Nutzung des Vermögenswerts ein zukünftiger wirtschaftlicher Vorteil verbunden ist und die Kosten des Vermögenswerts zuverlässig bestimmt werden können. Erworbene immaterielle Vermögenswerte werden mit ihren Anschaffungskosten in der Bilanz angesetzt, selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte werden zu Herstellungskosten bewertet. Die Herstellungskosten umfassen dabei alle direkt dem Herstellungsprozess zurechenbaren Kosten. Fremdkapitalkosten werden dabei nicht in die Ermittlung der Herstellungskosten einbezogen. Immaterielle Vermögenswerte mit beschränkter Nutzungsdauer werden planmäßig linear über ihre Nutzungsdauer abgeschrieben. Immaterielle Vermögenswerte, die der planmäßigen Abschreibung unterliegen, werden nur dann einem Wertminderungstest unterzogen, wenn Anhaltspunkte für eine Wertminderung vorliegen und dann bei Bedarf abgeschrieben. Die Abschreibungsdauern für immaterielle Vermögenswerte werden auf Grundlage der erwarteten wirtschaftlichen Nutzungsdauern bestimmt und stellen sich wie folgt dar:
Ist die Nutzungsdauer von immateriellen Vermögenswerten nicht bestimmbar, werden diese nicht planmäßig abgeschrieben. Unabhängig davon, ob ein Anhaltspunkt für eine Wertminderung vorliegt, wird einmal jährlich überprüft, ob Wertminderungsbedarf besteht. Der erzielbare Betrag für diese Vermögenswerte, der im Herder Thalia-Konzern als Nutzungswert definiert ist, wird auf Basis diskontierter zukünftiger Zahlungsmittelzuflüsse, die aus internen Planungsrechnungen abgeleitet werden, ermittelt. Liegt dieser Betrag unterhalb des bilanzierten Wertes eines Vermögenswertes, werden Abschreibungen auf den beizulegenden Zeitwert vorgenommen. Sind die Gründe für in Vorjahren vorgenommene Abschreibungen entfallen, erfolgt eine Wertaufholung. Geschäfts- oder Firmenwerte aus einem Unternehmenskauf werden bei erstmaligem Ansatz zu Anschaffungskosten bewertet, die sich als Überschuss der Anschaffungskosten des Unternehmenszusammenschlusses über den Anteil des Konzerns an den beizulegenden Zeitwerten der erworbenen identifizierbaren Vermögenswerte, Schulden und Eventualschulden bemessen. Anteile ohne beherrschenden Einfluss an dem erworbenen Unternehmen werden entweder zum beizulegenden Zeitwert oder zum entsprechenden Anteil des identifizierbaren Nettovermögens des erworbenen Unternehmens bewertet. Im Zusammenhang mit dem Erwerb stehende Kosten werden unmittelbar in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Eine vom Erwerber zu erbringende, bedingte Gegenleistung wird zum Erwerbszeitpunkt zum beizulegenden Zeitwert erfasst, der zum Bilanzstichtag den Anschaffungskosten bzw. dem Buchwert entspricht. Nachträgliche Veränderungen des beizulegenden Zeitwerts einer bedingten Gegenleistung, die als Verbindlichkeit klassifiziert wurde, werden ergebniswirksam erfasst. Zum Erwerbszeitpunkt wird der Geschäfts- oder Firmenwert, der bei einem Unternehmenszusammenschluss erworben wurde, zu Anschaffungskosten denjenigen zahlungsmittelgenerierenden Einheiten des Konzerns zugeordnet, die aus den Synergien des Unternehmenszusammenschlusses Nutzen ziehen sollen. Geschäfts- oder Firmenwerte werden jährlich einem Werthaltigkeitstest unterzogen. Ebenso wie im Rahmen der Werthaltigkeitstests für das Anlagevermögen wird der Buchwert der zahlungsmittelgenerierenden Einheit dem erzielbaren Betrag der zahlungsmittelgenerierenden Einheit gegenübergestellt. Der erzielbare Betrag, im Herder Thalia-Konzern als Nutzungswert definiert, wird auf Basis diskontierter zukünftiger Zahlungsmittelzuflüsse, die aus internen Planungsrechnungen abgeleitet werden, ermittelt. Sensitive Planungsprämissen sind dabei das Umsatzwachstum, die Rohertragserwartungen, Einschätzungen über die Entwicklung der Kosten, Einschätzungen über Ersatzinvestitionen in das Filialnetz sowie die EBITDA-Quote. Die Prämissen beruhen dabei sowohl auf Einschätzungen des Managements und Erfahrungswerten aus der Vergangenheit sowie auf volkswirtschaftlichen Rahmendaten. Übersteigt der Buchwert der zahlungsmittelgenerierenden Einheit den erzielbaren Betrag, wird ein entsprechender Wertminderungsaufwand für diese Einheit erfasst. Der Werthaltigkeitstest des Geschäfts- und Firmenwerts basiert im Einzelnen auf einem Planungszeitraum von zwischen 7 und 10 Jahren für die zugrundeliegenden Cashflows. Der Planungszeitraum ist länger als 5 Jahr gewählt, da hierfür eine Detailplanung vorliegt. Die Wachstumsrate zur Extrapolation der langfristigen Cashflows beträgt zwischen 0,3% und 1,5%, der Abzinsungssatz vor Steuern liegt zwischen 7,4% und 8,0%. Werthaltigkeitstests für die Geschäfts- und Firmenwerte wurden auf Ebene der Thalia Bücher GmbH und der Thalia Retail Concepts GmbH durchgeführt. Die im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen erworbenen immateriellen Vermögenswerte betreffen insbesondere Markennamen und Kundenstämme. Die durchschnittlichen Nutzungsdauern liegen hierfür zwischen 5-12 Jahren. Der Markenname der Dachmarke "Thalia" hat eine unbestimmte Nutzungsdauer, da die Marke permanent über alle Vertriebskanäle und über Ländergrenzen hinweg durch entsprechende Marketingmaßnahmen gestärkt und ausgebaut wird. Zahlreiche Werbekampagnen - stationär wie auch Online Messeauftritte, Social Media Aktionen, der Ausbau der Kundenbindungsprogramme sowie zahlreiche Veranstaltungen tragen zur Stärkung der Marke bei. Die jährliche Bewertung der Markennamen und Kundenstämme wurde nach denselben Parametern vorgenommen wie die Werthaltigkeitstests des Geschäfts- und Firmenwertes. Sofern der erzielbare Betrag, der im Herder Thalia-Konzern als Nutzwert definiert ist, geringer ist als der Buchwert, wird ein entsprechender Wertminderungsaufwand erfasst. Die Nutzungsdauer der Marke "Wittwer" (Erwerb im Geschäftsjahr 2018/19) wurde auf 5 Jahre begrenzt, da sich der Herder Thalia-Konzern nach der im Geschäftsjahr 2019/20 erfolgten Verschmelzung der Konrad Wittwer GmbH mit der Thalia Universitätsbuchhandlung GmbH entschieden hat, die im Kaufvertrag vereinbarte Option einer Verlängerung der Markennutzung nicht über die ursprünglich vereinbarte Laufzeit hinaus zu nutzen. Werden Teile einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit veräußert, so wird der dieser zugeordnete Teil des Geschäfts- oder Firmenwerts im Abgangserfolg berücksichtigt. Ein Geschäfts- oder Firmenwert, der auf diese Weise veräußert wird, wird aus der Wertrelation von veräußerten und fortgeführten Teilen der zahlungsmittelgenerierenden Einheit ermittelt. 5.2. Sachanlagen Vermögenswerte des Sachanlagevermögens werden, soweit sie länger als ein Jahr genutzt werden, zu ihren Anschaffungs- oder Herstellungskosten abzüglich planmäßiger linearer Abschreibungen aktiviert. Vereinnahmte Investitionszuschüsse mindern die Anschaffungs- oder Herstellungskosten der Vermögenswerte, für die ein Zuschuss gewährt wurde. Fremdkapitalkosten werden nicht in die Ermittlung der Herstellungskosten von Sachanlagevermögen einbezogen, sondern sofort aufwandswirksam erfasst, da im Herder Thalia-Konzern keine qualifizierten Vermögenswerte vorliegen. Da die Gesellschaften des Herder Thalia-Konzerns erfahrungsgemäß nicht aus Rückbauverpflichtungen in Anspruch genommen werden, werden diese Verpflichtungen grundsätzlich nicht bei der Bewertung der Mietereinbauten berücksichtigt. Im Zugangsjahr werden Vermögenswerte des Sachanlagevermögens pro rata temporis abgeschrieben. Liegen Anhaltspunkte für Wertminderungen vor, werden die entsprechenden Vermögenswerte einem Werthaltigkeitstest unterzogen. Vermögenswerte des Sachanlagevermögens werden ausgebucht, wenn sie abgehen oder kein weiterer wirtschaftlicher Nutzen aus ihrer weiteren Nutzung zu erwarten ist. Der Gewinn oder Verlust aus der Ausbuchung von Sachanlagen ergibt sich aus der Differenz zwischen ihrem Nettoveräußerungswert und dem Buchwert. Die Abschreibungsdauern für Sachanlagen werden auf Grundlage der erwarteten wirtschaftlichen Nutzungsdauern bestimmt und stellen sich wie folgt dar:
5.3. Nutzungsrechte Nutzungsrechte, die aus Leasingverhältnissen im Rahmen von IFRS 16 resultieren, werden mit dem Barwert der Leasingverpflichtung sowie weiteren Nebenkosten bilanziert. Im Herder Thalia-Konzern wird von dem Wahlrecht Gebrauch gemacht, Nutzungsrechte und Leasingverbindlichkeiten für Leasingverhältnisse, denen Vermögenswerte von geringem Wert zugrunde liegen, sowie für kurzfristige Leasingverhältnisse nicht anzusetzen. Die Abzinsung der Leasingverpflichtung erfolgt mit dem Grenzfremdkapitalzinssatz des Leasingnehmers, das heißt dem Zinssatz, den ein Leasingnehmer zahlen müsste, wenn er Mittel aufnehmen müsste, um in einem vergleichbaren wirtschaftlichen Umfeld einen Vermögenswert mit einem vergleichbaren Wert für eine vergleichbare Laufzeit mit vergleichbarer Sicherheit unter vergleichbaren Bedingungen zu erwerben. Zur Ermittlung des Grenzfremdkapitalzinssatzes nutzt der Herder Thalia-Konzern die indirekte Methode. Als Basis dient der risikofreie Zinssatz, der an das Kreditrisiko des Leasingnehmers angepasst wird. Weitere Anpassungen erfolgen anhand der Laufzeit des Leasingverhältnisses. Die Abschreibung der Nutzungsrechte erfolgt linear über die voraussichtliche Mietvertragslaufzeit. Die Ausübung von Kündigungs- und Verlängerungsoptionen wurde dann berücksichtigt, wenn die Ausübung hinreichend sicher ist. Die in europäisches Recht übernommenen Erleichterungen des IFRS 16 in Bezug auf Mietzugeständnisse im Zusammenhang mit COVID-19 werden durch den Konzern nicht angewendet. 5.4. Finanzielle Vermögenswerte Finanzielle Vermögenswerte, dazu gehören Anteile an nicht konsolidierten Gesellschaften, die nicht mittels der Equity-Methode bewertet werden und vertragliche Forderungen, werden gemäß IFRS 9 bilanziert. Entsprechend ihrer Klassifizierung erfolgt die Folgebewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten (Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige vertragliche Forderungen). Finanzielle Vermögenswerte werden bei ihrem erstmaligen Ansatz zum beizulegenden Zeitwert bewertet, wobei etwaige Transaktionskosten - mit Ausnahme von erfolgswirksam zum Fair Value bilanzierten Finanzinstrumenten - in die Anschaffungskosten einbezogen werden. Finanzielle Vermögenswerte in fremder Währung werden im Zugangszeitpunkt in die funktionale Währung des erwerbenden Konzernunternehmens umgerechnet. Zu jedem Stichtag erfolgt dann eine erfolgswirksam erfasste Anpassung an den jeweiligen Stichtagskurs. Zinserträge und Zinsaufwendungen im Zusammenhang mit finanziellen Vermögenswerten werden periodengerecht innerhalb des Finanzergebnisses erfasst. Im Wesentlichen werden finanzielle Vermögenswerte in zwei Gruppen klassifiziert: Diejenigen, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden und diejenigen, die zum Fair Value bewertet werden. Maßgeblich für diese Einstufung sind die Eigenschaften der Zahlungsströme aus diesen finanziellen Vermögenswerten sowie das Geschäftsmodell, unter welchem sie gehalten werden. Auf dieser Grundlage werden finanzielle Vermögenswerte bei ihrem erstmaligen Ansatz generell in die folgenden drei Klassen eingeordnet:
Im Herder Thalia-Konzern besteht die Mehrzahl der finanziellen Vermögenswerte aus Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Forderungen gegen Lieferanten, Forderungen gegen Vermieter und Forderungen gegen Untermieter. Weiterhin bestanden Darlehen an assoziierte Unternehmen sowie sonstige Vermögenswerte. Die Zielsetzung der finanziellen Vermögenswerte besteht darin, diese bis zu Vereinnahmung der vertraglichen Zahlungsströme zu halten. Aus diesem Grund werden die finanziellen Vermögenswerte nach IFRS 9 durchgehend zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Für die Bewertung von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wendet der Herder Thalia-Konzern die "vereinfachte Vorgehensweise" an, nach der unabhängig von der Kreditqualität generell Wertberichtigungen auf Lieferungen und Leistungen in Höhe der über die Laufzeit erwarteten Kreditverluste zu bemessen sind. Diese Kreditverluste werden als Erwartungswert über die Restlaufzeit der Forderungen berechnet. Wenn der Konzern im Rahmen einer Untervermietung als Leasinggeber auftritt, werden bei der Erstbilanzierung die Barwerte der Mietzahlungen als Zugang der Forderung angesetzt. Hierbei wird der Unterschied zwischen dem Barwert der Forderung aus dem Untermietverhältnis und dem dazugehörigen Wert der Verbindlichkeit erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert erfasst. In der Folgebilanzierung werden die Unterschiedsbeträge zwischen dem Hauptmietvertrag und dem dazugehörigen Untermietvertrag erfolgswirksam erfasst. Da die Forderungsausfallquoten im stationären Geschäft der Tochtergesellschaften des Herder Thalia-Konzerns in den beiden vergangenen Geschäftsjahren 2020/21 und 2021/22 unter 0,03% der entsprechenden Umsätze lagen, sind diese Forderungsausfälle im stationären Geschäft unwesentlich und führen daher nicht zu Forderungsabwertungen. 5.5. Forderungen und sonstige finanzielle Vermögenswerte Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige finanzielle Vermögenswerte werden zum Transaktionspreis zum Zeitpunkt der Umsatzrealisierung aktiviert. Erwartete Forderungsverluste im E-Commerce-Bereich werden auf Basis der historischen Ausfallquoten geschätzt. Diese Ausfallquoten ergeben sich in Abhängigkeit der Altersstruktur sowie in Abhängigkeit von der Zahlwahrscheinlichkeit der Kunden. Wertberichtigungen erfolgen generell aufgrund der historischen Wahrscheinlichkeit einer Realisierung der Forderung, die sich an der Altersstruktur der Forderung orientiert. Bei Wertberichtigungen auf Forderungen, die dem Inkasso übergeben werden, wird in Abhängigkeit von dem beauftragten Unternehmen ein individueller Ansatz gewählt, der nicht nur auf der Altersstruktur, sondern auch auf der historischen Zahlwahrscheinlichkeit des Kunden basiert. Prinzipiell gehen wir davon aus, dass auch in Zukunft die gleichen Ausfallwahrscheinlichkeiten gelten werden, da wir annehmen, dass die wirtschaftliche Entwicklung keinen Einfluss auf unsere Ausfallquoten haben wird. Die erforderlichen Wertminderungen werden unter Verwendung von Wertminderungskonten vorgenommen. Die Ausbuchung von Forderungen und sonstigen Vermögenswerten erfolgt im Regelfall im Erfüllungszeitpunkt oder bei endgültigem Ausfall. 5.6. Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, die Geldkonten und kurzfristige Geldanlagen bei Kreditinstituten mit Restlaufzeiten von maximal 3 Monaten einschließen, werden zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. 5.7. Latente Steuern Die Ermittlung der latenten Steuern erfolgt unter Verwendung des temporary concepts auf Basis der Vorschriften des IAS 12. Latente Steuern werden somit auf temporäre Differenzen zwischen im Konzernabschluss angesetzten Buchwerten und den Werten der Steuerbilanz gebildet, sofern diese Differenzen in der Zukunft zu Steuerentlastungen oder -belastungen führen. Die Bewertung der latenten Steuern erfolgt dabei unter Berücksichtigung der Steuersätze und Steuervorschriften, deren Geltung im Zeitpunkt der Umkehr der Differenzen erwartet wird. Aktive latente Steuern werden nur in dem Umfang angesetzt, in dem erwartungsgemäß im Zeitpunkt der Umkehr der Differenz zu versteuerndes Einkommen bestehen wird, gegen das die Differenz verrechnet werden kann. Ist der zukünftige steuerliche Vorteil aus Verlustvorträgen mit hinreichender Sicherheit in künftigen Perioden nutzbar, werden hierfür latente Steuern aktiviert. Aktive und passive latente Steuern werden saldiert, soweit die Steueransprüche und Steuerschulden gegenüber derselben Steuerbehörde bestehen und die Konzerngesellschaft einen einklagbaren Anspruch auf Aufrechnung der tatsächlichen Steuererstattungsansprüche gegen die tatsächlichen Steuerschulden hat. 5.8. Ertragssteuererstattungsansprüche und Ertragssteuerschulden Der Herder Thalia-Konzern ist in verschiedenen Steuerjurisdiktionen tätig und unterliegt damit verschiedenen steuerlichen Gesetzen und Regelungen. Die im Konzernabschluss dargestellten Steuerpositionen werden unter Berücksichtigung der jeweiligen Steuergesetze sowie der einschlägigen Verwaltungsauffassungen ermittelt und unterliegen wegen ihrer Komplexität möglicherweise einer abweichenden Interpretation durch Steuerpflichtige einerseits und lokalen Finanzbehörden andererseits. Die bilanzierten Ertragssteuererstattungsansprüche und Ertragssteuerschulden betreffen in- und ausländische Ertragsteuern für das laufende Jahr sowie aus den Vorjahren. Sie werden in Übereinstimmung mit den steuerlichen Vorschriften des jeweiligen Landes ermittelt. Die Ermittlung der Ertragssteuerschulden beinhaltet darüber hinaus die Konsequenzen aus steuerlichen Risiken. Die diesen Risiken zu Grunde liegenden Prämissen und Einschätzungen werden regelmäßig überprüft und im Rahmen der Steuerermittlung berücksichtigt. 5.9. Vorräte Handelswaren sind zum niedrigeren Wert aus Anschaffungskosten und dem Nettoveräußerungswert in der Bilanz angesetzt. Die Anschaffungskosten wurden auf Basis einer Einzelbewertung der Zugänge aus Sicht des Beschaffungsmarktes ermittelt. Fremdkapitalzinsen werden nicht in die Anschaffungskosten einbezogen, da es sich bei den Vorräten nicht um qualifizierte Vermögenswerte handelt. Der Nettoveräußerungswert ist der geschätzte, im normalen Geschäftsgang erzielbare Verkaufserlös abzüglich der geschätzten notwendigen Vertriebskosten. Um im Wege einer sachgerechten Schätzung den Nettoveräußerungspreis nach IAS 2 zu ermitteln, wurden, soweit erforderlich, standardisierte Bewertungsverfahren zu Gängigkeitsabwertungen und Reichweitenabschlägen angewendet. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sind zu Anschaffungskosten angesetzt. 5.10. Leistungen an Arbeitnehmer Zu den Leistungen an Arbeitnehmer gehören:
Kurzfristig fällige Leistungen an Arbeitnehmer beinhalten beispielsweise Gehälter und Löhne, Sozialversicherungsbeiträge sowie Urlaubs- und Krankengeld und werden als Verbindlichkeiten zum Rückzahlungsbetrag angesetzt, sobald die damit verbundene Arbeitsleistung erbracht ist. Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses erfolgen im Rahmen eines leistungsorientierten Plans. Pensionsverpflichtungen werden entsprechend den Vorschriften des IAS 19 bilanziert. Rückstellungen für leistungsorientierte Pläne werden versicherungsmathematisch mit Hilfe des Anwartschaftsbarwertverfahrens nach der Methode der laufenden Einmalprämie (Projected Unit Credit Method) berechnet. Im Rahmen dieses Bewertungsverfahrens werden neben den am Bilanzstichtag bekannten Renten und Anwartschaften auch die in der Zukunft zu erwartenden Steigerungen von Gehältern und Renten berücksichtigt. Bei fondsfinanzierten Pensionsplänen wird sowohl für die Bestimmung des Zinsaufwandes aus der Bewertung der Verpflichtung als auch für die Ermittlung des Zinsertrags aus dem Planvermögen der gleiche Zinssatz verwendet. Ergeben sich aus Änderungen dieser Rechnungsannahmen Differenzen zwischen den ursprünglich ermittelten Pensionsverpflichtungen und den zum Stichtag ermittelten Pensionsverpflichtungen, entstehen versicherungsmathematische Gewinne oder Verluste. Diese versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste sowie andere Bewertungsänderungen werden direkt und vollständig im sonstigen Ergebnis innerhalb des Eigenkapitals erfasst (Other Comprehensive Income - OCI). Zum Fair Value bewertetes Planvermögen und Schulden aus Versorgungsplänen werden saldiert dargestellt. Als Planvermögen werden qualifizierte Policen gehalten, die an Mitarbeiter verpfändet sind. Der in den Pensionsaufwendungen enthaltene Zinsanteil wird als Zinsaufwand innerhalb des Finanzergebnisses gezeigt. Weitere pensionsähnliche Rückstellungen wie Altersteilzeitvereinbarungen, Jubiläumsgelder und Abfertigungen werden ebenfalls gemäß den Vorschriften des IAS 19 erfasst. Bei den Leistungen aus Anlass der Beendigung des Arbeitsverhältnisses handelt es sich um Abfindungszahlungen an Arbeitnehmer. Diese werden erfolgswirksam als Schuld erfasst, wenn aufgrund einer vertraglichen oder faktischen Verpflichtung Zahlungen an den Arbeitnehmer bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses zu leisten sind. Eine solche Verpflichtung liegt vor, wenn für die vorzeitige Beendigung des Arbeitsverhältnisses ein formaler Plan existiert und keine Möglichkeit besteht, sich dem zu entziehen. Für beitragsorientierte Versorgungspläne werden bei Fälligkeit planmäßig festgelegte Beiträge an externe Versorgungsträger und ähnliche Dienstleister gezahlt und als Personalaufwand erfasst. Mit erfolgter Zahlung der Beiträge bestehen für den Herder Thalia-Konzern keine weiteren Verpflichtungen gegenüber den Anspruchsberechtigten. Zahlungen für staatliche Versorgungspläne werden wie Zahlungen für beitragsorientierte Versorgungspläne behandelt, sofern die Verpflichtungen im Rahmen dieser Versorgungspläne denen aus beitragsorientierten Versorgungsplänen grundsätzlich entsprechen. 5.11. Sonstige Rückstellungen Sonstige Rückstellungen werden entsprechend den Vorschriften des IAS 37 bilanziert. Diese werden gebildet, wenn eine rechtliche oder faktische Verpflichtung gegenüber Konzernfremden besteht, die auf zurückliegenden Geschäftsvorfällen oder Ergebnissen beruht und der künftige Mittelabfluss zur Erfüllung dieser Verpflichtung zuverlässig geschätzt werden kann. Der Wertansatz der Rückstellung bemisst sich bei Einzelrisiken als wahrscheinlichster Erfüllungsbetrag unter Berücksichtigung aller erkennbaren Risiken, bei einer großen Anzahl an Risiken als Erwartungswert. Langfristige Rückstellungen werden mit ihrem Barwert zum Bilanzstichtag in der Bilanz angesetzt. Die Fälligkeit langfristiger Personalrückstellungen ist vom Zeitpunkt des Ausscheidens der Mitarbeiter bzw. der geplanten Zahlungsmittelabflüsse abhängig. 5.12. Verbindlichkeiten Gemäß IFRS 9 werden finanzielle Verbindlichkeiten bei der erstmaligen Erfassung zum beizulegenden Zeitwert und in der Folge grundsätzlich zu fortgeführten Anschaffungskosten in der Bilanz angesetzt. Dem Erwerb zuzurechnende Transaktionskosten werden in die Anschaffungskosten einbezogen. Besteht ein Unterschied zwischen dem ausgezahlten und dem bei Endfälligkeit zurückzuzahlenden Betrag, wird diese Differenz über die Laufzeit nach der Effektivzinsmethode amortisiert. Erträge und Aufwendungen aus originären finanziellen Schulden resultieren aus Zinserträgen oder Zinsaufwendungen bzw. aus Währungsgewinnen und -verlusten. Finanzielle Verbindlichkeiten werden grundsätzlich zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses bilanziert und ausgebucht, wenn die Verpflichtung erfüllt ist und der Herder Thalia-Konzern rechtlich von einer Zahlungsverpflichtung entbunden ist. Im Geschäftsjahr 2021/22 wurden insgesamt Verbindlichkeiten aus Gutscheinen in Höhe von 4,1 Mio. € (Vorjahr 3,0 Mio. €) erfolgswirksam ausgebucht und als Umsatz erfasst. Alle Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen haben eine Laufzeit von weniger als einem Jahr. Sie sind unverzinslich. Im Herder Thalia-Konzern beinhalten Verbindlichkeiten, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert werden, erhaltene Anzahlungen, Darlehensverbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten, Managern sowie Genussrechtskapital. Von der Option, finanzielle Verbindlichkeiten bei ihrem erstmaligen Ansatz als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert zu bewerten, wird im Herder Thalia-Konzern kein Gebrauch gemacht. Die Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern sind auf 21,9 Mio. € gesunken (VJ: 35,5 Mio. €), da im abgelaufenen Geschäftsjahr verschiedene Gesellschafterdarlehen zurückgeführt wurden. Hierin sind auch weitere Kaufpreis-Ratenzahlungen im Rahmen der Akquisitionen der Mayersche Buchhandlung GmbH & Co. KG und der Thalia Retail Concepts GmbH (ehemals B.O.B Best Of Books GmbH) enthalten. Die Zahlungsverpflichtung für die restlichen Raten ist bis Ende 2025 gestaffelt. Die Verbindlichkeiten aus den Kaufpreisraten, die erst 2024 und später zur Zahlung fällig sind, wurden den langfristigen Verbindlichkeiten zugeordnet. Da die Kaufpreisraten unverzinslich sind, wurden sie abgezinst und mit dem Barwert angesetzt. Die Leasingverpflichtungen werden unter den kurzfristigen und langfristigen Finanzverbindlichkeiten ausgewiesen und nach der Effektivzinsmethode bewertet und getilgt. Der Zinsanteil der Leasingverbindlichkeiten wurde über die Laufzeit der Leasingperiode in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. 5.13. Ertragsrealisierung Die Realisierung von Umsatzerlösen erfolgt grundsätzlich mit der Erfüllung der Leistungsverpflichtung. Die Leistungsverpflichtung ist erfüllt, wenn die Kontrolle über die Ware auf den Kunden übertragen wird, wobei diese im Herder Thalia-Konzern ausschließlich zeitpunktbezogen erfolgt. Verkauf von Gütern Die Umsatzrealisierung setzt das Vorliegen eines bindenden Vertrages und die Analyse der darin enthaltenen Leistungsverpflichtungen hinsichtlich der Übertragung der Verfügungsgewalt an Gütern und Dienstleistungen voraus. Der Herder Thalia-Konzern generiert Umsatzerlöse überwiegend aus Produktverkäufen. Kunden sind im wesentlichen Endverbraucher. Bei der Lehmanns Media GmbH handelt es sich bei den Kunden hauptsächlich um Geschäftskunden, wobei ein großer Teil auf das Abogeschäft von Fachzeitschriften und Fortsetzungen entfällt. Typischerweise werden die Produkte über den stationären Handel oder über den Online-Shop vertrieben. Während die Zahlungen im stationären Handel fast ausschließlich sofort erfolgen, enthalten die Zahlungsbedingungen im Online-Shop üblicherweise ein Zahlungsziel von 10 Tagen. Die Umsatzrealisierung erfolgt mit dem Übergang der Verfügungsgewalt an den Kunden. Rückgaberechte Die den Kunden eingeräumten Rückgaberechte basieren neben den gesetzlichen Vorgaben auch auf einer kundenorientierten Geschäftspraxis. Bei Online-Käufen wird dem Kunden den gesetzlichen Bestimmungen entsprechend bei einem Widerruf mit der Rückgabe des Produktes die Zahlung zurückgewährt. Für diese Retouren im Online-Geschäft wird eine entsprechende Forderung gegen den Kunden auf Herausgabe der Ware und eine entsprechende Verbindlichkeit zur Rückvergütung berücksichtigt. Der hierfür vorgesehene Betrag basiert auf Erfahrungswerten. Erfahrungsgemäß wird bei 1% der Online-Umsätze von dem eingeräumten Rückgaberecht Gebrauch gemacht. Hierfür wurden die Online-Umsätze der letzten 14 Tage vor dem Ende des Geschäftsjahres als Basis genommen und entsprechend 0,272 Mio. € als Verbindlichkeiten gegenüber Kunden gebucht. Im stationären Handel erhalten Kunden bei einem Umtausch generell entweder ein anderes Produkt oder einen Warengutschein als Kulanz-Ausgleich, denn es besteht kein gesetzliches Rückgaberecht. Bei Ausgabe eines Warengutscheins wird der Umsatz storniert und der Warengutschein entsprechend als kurzfristige Verbindlichkeit aus nicht eingelösten Warengutscheinen erfasst. Es erfolgt jedoch keine Unterscheidung nach verkauften und den bei Warenrückgabe ausgegebenen Gutscheinen. Gewährleistungen Gewährleistungen, die der Herder Thalia-Konzern für seine Produkte übernimmt, umfassen grundsätzlich nur die Absicherung der vertraglich vereinbarten Produktspezifikationen im Rahmen der gesetzlichen oder branchenüblichen Fristen. Dementsprechend bilanziert der Herder Thalia-Konzern Gewährleistungsvereinbarungen nicht als eigene Leistungsverpflichtung, sondern als Rückstellung nach den Vorschriften des IAS 37. Kundenbindungsprogramme In der Herder Thalia-Gruppe besteht neben dem eigenen Kundenbindungsprogramm "KultClub" auch die Möglichkeit der Kunden, im Rahmen des "Payback"-Programms im Non-Book-Bereich Punkte zu sammeln und einzulösen. Der "KultClub" bietet neben Versandkostenfreiheit und Payback-Punktevorteilen im Wesentlichen unterschiedliche Teilnahmemöglichkeiten an exklusiven Veranstaltungen. Für die ausgegebenen Payback-Punkte erfolgt am Monatsende eine Abrechnung von Payback. Die ausgegebenen Punkte werden nun als Erlösschmälerung erfasst. Der beim Einlösen von Paybackpunkten getätigte Kauf wird als Umsatz gebucht. Die von fremden Anbietern bei Thalia eingelösten Punkte werden von Payback erstattet. Im Rahmen von IFRS 15 wurden nun zum Bilanzstichtag die noch einzulösenden Punkte bewertet. Hierbei wurde aus Erfahrungswerten eine Nichteinlösequote von 20% in Ansatz gebracht. Diese Punkte werden nach Ablauf von 3 Jahren, nach Punkteverfall, von Payback wieder erstattet und als Umsatz verbucht. Gutscheinverkäufe Die Herder Thalia-Gruppe bietet ihren Kunden im stationären Buchhandel wie auch Online die Möglichkeit an, Warengutscheine zu erwerben, um diese beispielsweise zu verschenken oder für spätere Käufe zu nutzen. Diese Gutscheine werden zunächst als Verbindlichkeiten aus nicht eingelösten Warengutscheinen erfasst. Eine Umsatzrealisierung findet erst dann statt, wenn die Gutscheine eingelöst werden. Es kommt jedoch erfahrungsgemäß nicht bei allen Gutscheinen zu einer tatsächlichen Einlösung. Bei den noch nicht eingelösten Gutscheinen geht man für Deutschland und Österreich von einer Nichteinlösequote von 6% aus. Diese Nichteinlösequoten werden umsatzabhängig auf den Gutscheinbestand angewendet und der sich daraus ergebende Wert wird erfolgswirksam als sonstige betriebliche Erträge gebucht. 5.14. Verwendung von Annahmen und Schätzungen Für die Erstellung des Konzernabschlusses sind Annahmen getroffen und Schätzungen herangezogen worden, die sich auf Ausweis und Höhe der bilanzierten Vermögenswerte und Schulden sowie der Aufwendungen und Erträge ausgewirkt haben. Diese Annahmen und Schätzungen beziehen sich insbesondere auf die Festlegung von Nutzungsdauern, die Klassifizierung von Unterleasingverhältnissen als operate oder finance lease, die Einschätzung von Mietlaufzeiten, die Bewertung von Rückbauverpflichtungen, die Beurteilung der Werthaltigkeit von Geschäfts- oder Firmenwerten, die Bewertung von Rückstellungen, die Ermittlung von Diskontierungszinssätzen sowie die Einschätzung der Realisierbarkeit künftiger steuerlicher Entlastungen. Des Weiteren sind Schätzungen und Annahmen insbesondere bei der Ermittlung von Fair Values und Anschaffungskosten im Rahmen von Erstkonsolidierungen von Bedeutung. Die tatsächlichen Werte können in Einzelfällen von den getroffenen Annahmen und Schätzungen abweichen. Änderungen werden im Zeitpunkt der besseren Kenntnis erfolgswirksam erfasst. Im Geschäftsjahr 2021/22 ergaben sich keine wesentlichen Änderungen bei der Verwendung von Annahmen und Schätzungen. 6. Erläuterungen zur Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung 6.1. Umsatzerlöse Im Geschäftsjahr 2021/22 wurden Umsatzerlöse (netto) von 1.376,1 Mio. € (VJ: 1.078,6 Mio. €) erzielt. Auf das Ausland entfallen Umsatzerlöse (netto) in Höhe von 123,2 Mio. € (VJ: 110,3 Mio. €). Das entspricht einem Anteil von 9,0% (VJ: 10,2%) am Gesamtumsatz. Die Umsatzerlöse resultieren im Wesentlichen aus dem Verkauf von Waren. Im stationären Bereich wurden 929,0 Mio. €; 67,5% (VJ: 675,5 Mio. €; 62,6%) Umsatz erzielt, im Online- und B2B-Bereich 447,1 Mio. €; 32,5% (VJ: 403,1 Mio. €; 37,4%). 6.2. Sonstige betriebliche Erträge
Im Geschäftsjahr 2021/22 wurden keine Entwicklungskosten als selbsterstellte immaterielle Vermögenswerte aktiviert (VJ: 0,0 Mio. €). Forschungskosten fallen im Herder Thalia -Konzern nicht an. Die Thalia Bücher GmbH hat im Rahmen des Herder-Thalia Konzerns im Vorjahr einen Antrag auf Überbrückungshilfe III in Höhe von 16,244 Mio. € beim Bundesministerium für Wirtschaft und Energie sowie beim Bundesministerium für Finanzen gestellt. Nach einem Sicherheitsabschlag wurde für Deutschland im Vorjahr ein Betrag von 13,650 Mio. € und für Österreich ein Betrag von 1,7 Mio. € in den sonstigen betrieblichen Erträgen bilanziert. Im Geschäftsjahr 2021/22 wurde der Sicherheitsabschlag der deutschen Corona-Hilfe um 1,4 Mio. € reduziert. 6.3. Personalaufwand
Zuwendungen für coronabedingte Kurzarbeit wurden im Vorjahreszeitraum mit dem Personalaufwand verrechnet. Für das abgelaufene Geschäftsjahr wurden Zuwendungen nur in sehr geringem Umfang vereinnahmt. 6.4. Sonstige betriebliche Aufwendungen
In den übrigen Aufwendungen sind im Wesentlichen Schulungskosten, Porto und Telekommunikationskosten, Gebühren und Beiträge, Kosten für Verbrauchsmaterial und Reisekosten enthalten. Die neutralen Aufwendungen setzen sich im Wesentlichen aus Aufwendungen für Untervermietung und periodenfremden Aufwendungen zusammen. Die Mietaufwendungen beinhalten ausschließlich solchen Aufwand, der unter die Erleichterungsvorschriften nach IFRS 16 fällt (keine Bilanzierung kurzfristiger Leasingvereinbarungen mit einer Laufzeit von unter 12 Monaten und solche, dessen Vermögenswert einen Wert von unter EUR 5.000,00 aufweist). 6.5. Abschreibungen In den Abschreibungen des Geschäftsjahres 2021/22 resultieren 72,3 Mio. € (VJ: 72,0 Mio. €) aus Abschreibungen aufgrund der Anwendung von IFRS 16. 6.6. Finanzergebnis
Zinsen und ähnliche Aufwendungen aus Krediten und Forderungen enthalten im Wesentlichen Zinsen und ähnliche Aufwendungen aus dem Konsortialkreditvertrag und dem KfW-Kreditvertrag. 6.7. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag und sonstige Steuern
Der gesetzliche Körperschaftsteuersatz einschließlich Solidaritätszuschlag in Deutschland für den Veranlagungszeitraum 2022 betrug 15,825% (VJ: 15,825%). Hieraus resultiert einschließlich Gewerbesteuer eine Steuerbelastung von 32,1% (VJ: 32,1%). Latente Steuern bei den deutschen Konzerngesellschaften werden grundsätzlich mit einem Steuersatz von 32,0% (VJ: 32,0%) bewertet. Für die ausländischen Gesellschaften kommt der jeweilige Gewerbesteuersatz der individuellen Gesellschaft zur Anwendung. Die bei der Ermittlung der Ertragssteuerpositionen erforderliche Ermessensausübung berücksichtigt die jeweils individuellen Umstände der vorliegenden Sachverhalte sowie der gegebenen nationalen Rechtsordnungen einschließlich der anzuwendenden Steuergesetze und unserer Auslegung derselben. Für den Fall, dass in den Steuererklärungen angesetzte Beträge wahrscheinlich nicht realisiert werden können (unsichere Steuerpositionen), werden Steuerverbindlichkeiten gebildet. Der Betrag ermittelt sich aus der bestmöglichen Schätzung der erwarteten Steuerzahlung (Erwartungswert bzw. wahrscheinlichster Wert). Steuerforderungen aus unsicheren Steuerpositionen werden dann bilanziert, wenn es wahrscheinlich ist, dass sie realisiert werden können. Die Einschätzung der steuerlichen Behandlung und die Bewertung der Positionen werden regelmäßig überprüft. Für noch nicht endgültig steuerlich veranlagte Jahre wurde ausreichend Vorsorge getroffen. Dennoch können Steuerzahlungen, welche diese Vorsorge übersteigen, nicht ausgeschlossen werden. Zum 30.09.2022 wurden 6,0 Mio. € für Leistungsbeziehungen mit nahestehenden Personen und transaktionskostenbezogene Steuerrisiken als Vorsorge bilanziert. Steuerliche Überleitungsrechnung
7. Erläuterungen zur Konzern-Bilanz 7.1. Immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen Die Entwicklung der einzelnen Posten der immateriellen Vermögenswerte und des Sachanlagevermögens ist den folgenden Anlagespiegeln zu entnehmen. 7.1.1. Immaterielle Vermögenswerte Die Entwicklung der einzelnen Posten der Immateriellen Vermögenswerte ist dem folgenden Anlagespiegel zu entnehmen.
Die immateriellen Vermögenswerte weisen sowohl begrenzte wirtschaftliche Nutzungsdauern als auch unbestimmbare Nutzungsdauern auf. Die immateriellen Vermögenswerte mit begrenzter Nutzungsdauer werden planmäßig abgeschrieben. Bei den immateriellen Vermögenswerten mit unbestimmter Nutzungsdauer handelt es sich um die im Rahmen der Purchase Price Allocation bewertete Marke "thalia" (11,6 Mio. €). Die anderen Marken weisen aus vertraglichen Gründen eine begrenzte Nutzungsdauer auf. Bei der Marke "thalia" handelt es sich um eine Dachmarke, bei der der Ansatz einer unbestimmten Nutzungsdauer vertretbar erscheint, zumal die Marke permanent durch entsprechende Marketing-Aufwendungen über alle Vertriebskanäle hinweg gestärkt wird. Weiterhin wird jährlich im Rahmen eines Werthaltigkeitstests geprüft, ob der Ansatz einer unbegrenzten Nutzungsdauer gerechtfertigt ist. Die Marke "Wittwer" (0,1 Mio. €) wird in Verbindung mit der Marke "Thalia" weiter genutzt, da sie in der jeweiligen Region als Traditionsmarke bekannt ist. Die Geschäftsführung hat sich jedoch dazu entschieden, eine Umstellung von einer unbegrenzten Nutzungsdauer auf eine begrenzte Nutzungsdauer von 5 Jahren vorzunehmen, da dieser Zeitraum die vertraglich vereinbarte Nutzungsdauer ohne die Nutzung weiterer Optionen widerspiegelt. Entsprechende planmäßige Abschreibungen der Marke "Wittwer" wurden erfasst. Die Mayersche Buchhandlung GmbH & Co. KG als Traditionsbuchhandlung aus Aachen mit einer über 200-jährigen Geschichte betreibt insgesamt 57 Filialen, fast ausschließlich in Nordrhein-Westfalen. Die Marke "Mayersche" (0,6 Mio. €), die etabliert und sehr bekannt ist, wird daher im Rahmen einer Mehr-Marken-Strategie weitergeführt. Im Bereich "Rackjobbing", also dem Vertrieb von Büchern auf separaten Flächen anderer Einzelhändler, ist die Thalia Retail Concepts GmbH einer der maßgeblichen Anbieter im deutschen Markt und damit als Marke "B.O.B Best Of Books" (0,2 Mio. €) nicht nur bei den Einzelhändlern bekannt, auf deren Flächen der Verkauf stattfindet, sondern auch in der Endkundenansprache. Für die Marken "Mayersche" und "B.O.B Best Of Books" wurde eine Nutzungsdauer von 12 Jahren angenommen, da dieser Zeitraum die vertraglich vereinbarte Mindestnutzungsdauer dieser beiden Marken ohne die Ausübung von Verlängerungs- oder Rückkaufoptionen darstellt. Für die Marke des führenden Fachinformationshändlers für Bücher, Fachzeitschriften und elektronische Medien sowie spezialisierte Dienstleistungen zur Medienbeschaffung, Lehmanns Media GmbH (0,7 Mio. €), wurde eine Nutzungsdauer von 10 Jahren angenommen, da es sich um einen im Markt etablierten Anbieter mit langjähriger Tradition handelt. Die 2012 gegründete Skoobe GmbH unterhält eine digitale Bibliothek von Hörbüchern und E-Books und bietet diese im Rahmen verschiedener Abonnement-Modelle auf Flatrate-Basis an. Die Nutzung erfolgt über Smartphone, Tablets oder alle gängigen E-Reader. Die Marke "Skoobe" (0,8 Mio. €) ist in diesem Segment fest etabliert und wird deshalb auch nach der vollständigen Übernahme beibehalten und im Rahmen der Omni-Channel-Strategie gefördert. Die Nutzungsdauer dieser Marke wird auf 10 Jahre geschätzt. Der Geschäfts- und Firmenwert (ohne Firmenwert aus Asset Deals) und die Marke teilen sich im Herder Thalia-Konzernabschluss wie folgt auf die zahlungsmittelgenerierenden Einheiten (CGU) auf:
Die folgenden Tabellen zeigen die Parameter für die zahlungsmittelgenerierenden Einheiten, auf die ein signifikanter Geschäfts- und Firmenwert entfällt.
Der Diskontierungszinssatz vor Steuern beträgt 8,0% bzw. 7,4%.
Im Rahmen der Übernahme einzelner Filialen in Form verschiedener Asset-Deals entstanden Firmenwerte in Höhe von 0,1 Mio. € im abgelaufenen Geschäftsjahr (VJ: 0,3 Mio. €). Insgesamt betragen die Firmenwerte aus den Asset Deals 4,2 Mio. € (VJ: 4,1 Mio. €). 7.1.2. Sachanlagen Die Entwicklung der einzelnen Posten des Sachanlagevermögens ist dem folgenden Anlagespiegel zu entnehmen.
Wertminderungen für Sachanlagen auf Filialebene fielen im abgelaufenen Geschäftsjahr in Höhe von 0,5 Mio. € an (VJ: 0,0 Mio. €). Auslösendes Ereignis, zahlungsmittelgenerierende Einheiten in Form von einzelnen Geschäftsfilialen einem solchen Werthaltigkeitstest zu unterziehen, sind insbesondere nachhaltige negative Deckungsbeiträge sowie beabsichtigte Schließungen von Filialen. Im Rahmen der Werthaltigkeitsprüfung wird der Buchwert der zahlungsmittelgenerierenden Einheit ihrem erzielbaren Betrag gegenübergestellt. Der erzielbare Betrag wird dabei als Nutzungswert auf Basis der künftigen Cashflows ermittelt, die auf internen Planungsrechnungen basieren. Sensitive Planungsprämissen sind dabei das Umsatzwachstum, die Rohertragserwartungen, Einschätzungen über Ersatzinvestitionen in das Filialnetz sowie die Personalaufwandsquote bezogen auf die einzelnen Filialen. Die Planungsrechnungen beziehen sich auf die Festlaufzeit der jeweiligen Mietverträge. Der Planungszeitraum beträgt zwischen einem und zehn Jahren. 7.1.3. Leasingverhältnisse Der Herder Thalia-Konzern hat im wesentlichen Umfang Leasingverträge zur Anmietung von Einzelhandelsflächen in der Regel über eine Grundmietzeit von zehn Jahren abgeschlossen, die teilweise mit Mietverlängerungsoptionen ausgestattet sind. Die Mietverlängerungsoptionen werden nur dann einbezogen, wenn das Management hinreichend sicher ist, dass der Mietvertrag über die Grundmietzeit hinaus verlängert wird. Im Herder Thalia-Konzern sind im geringeren Umfang zudem Leasingverträge über Fahrzeuge abgeschlossen worden. Für Leasingverhältnisse von geringwertigen Vermögenswerten sowie kurzfristige Leasingverbindlichkeiten wird das Wahlrecht zur sofortigen Aufwandserfassung in Anspruch genommen. Ebenso werden Mietverhältnisse, bei denen ausschließlich umsatzbasierte Mietzahlungen zum Ansatz und keine Mindestmiete festgelegt worden ist, unmittelbar als Aufwand erfasst. Eine Bilanzierung von Nutzungsrecht und Leasingverbindlichkeit für diese Verträge erfolgt demzufolge nicht. Die nachstehende Tabelle zeigt die Aufteilung der undiskontierten Leasingverbindlichkeiten nach Fälligkeiten:
Die nachstehende Tabelle zeigt die Veränderung der Leasingverhältnisse:
7.2. Latente Steuern Latente Steuern wurden auf Unterschiede zwischen IFRS-Buchwert und steuerlichem Buchwert gebildet und entfallen wie folgt auf die einzelnen Bilanzposten:
Der überwiegende Teil der latenten Steuern wird erst nach 12 Monaten erstattet oder beglichen. Die den latenten Steuern zugrundeliegenden temporären Differenzen sind vor allem auf immaterielle Vermögenswerte, die im Rahmen von Asset Deals und Markenzukäufen zum Fair Value angesetzt wurden, auf Wertminderungen bei Sachanlagen und Vorräten sowie auf Ansatz- und Bewertungsunterschiede im Bereich der Rückstellungen zurückzuführen. Zum 30. September 2022 belaufen sich die zu versteuernden temporären Differenzen aus thesaurierten Gewinnen von Tochtergesellschaften im Konzern, für die keine passiven latenten Steuern gebildet werden, da diese Gewinne in absehbarer Zeit nicht ausgeschüttet werden sollen, auf 2,5 Mio. €. 7.3. Vorräte
Im Vorratsvermögens sind zum Bilanzstichtag Wertberichtigungen auf bezogene Waren in Höhe von 7,2 Mio. € (VJ: 6,5 Mio. €) vorgenommen worden. 7.4. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen enthalten im Wesentlichen Forderungen gegen Online-Kunden und Abrechnungsforderungen gegen Kreditkarteninstitute. Wie bereits in Abschnitt 5.5. dargestellt, werden die erwarteten Forderungsverluste im E-Commerce-Bereich auf Basis der historischen Ausfallquoten in Abhängigkeit von der Altersstruktur und der Wahrscheinlichkeit einer Zahlung geschätzt. Wertberichtigungen erfolgen generell aufgrund der historischen Wahrscheinlichkeit einer Realisierung der Forderung, die sich an der Altersstruktur der Forderung orientiert. Bei Wertberichtigungen auf Forderungen, die dem Inkasso übergeben werden, wird in Abhängigkeit von dem beauftragten Unternehmen ein individueller Ansatz gewählt, der nicht nur auf der Altersstruktur, sondern auch auf der historischen Zahlwahrscheinlichkeit des Kunden basiert. Die folgende Tabelle stellt den Bestand der Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen per 30.09.2022 dar.
Einzelfallbezogene Wertberichtigungen erfolgen im B2B-Bereich, wenn nach angemessener Einschätzung des Kunden keine Realisierbarkeit mehr gegeben ist. Zeitabhängige Wertberichtigungen erfolgen je nach Altersstruktur der Forderungen, denen dann eine entsprechende Verlustquote zugeordnet wird (siehe auch Erläuterungen unter 5.4. und folgende Tabelle). Zudem wird weiterhin danach unterschieden, ob diese Forderungen einem Inkassodienstleister zur Realisierung übergeben werden oder im eigenen Mahnwesen verbleiben.
Aufgrund solcher Ausfallrisiken wurden in den Gesellschaften insgesamt 2,8 Mio. € (VJ: 2,8 Mio. €) wertberichtigt. Hierin enthalten ist die Auflösung von Wertberichtigungen des Geschäftsjahres 2021/22 mit 0,5 Mio. € (VJ: 0,7 Mio. €). Die Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden unter den sonstigen betrieblichen Aufwendungen ausgewiesen. Die Forderungen sind sofort fällig, werden nicht verzinst und unterliegen daher keinem Zinsrisiko. Der Buchwert der Forderungen entspricht im Wesentlichen dem beizulegenden Zeitwert. Das maximale Ausfallrisiko entsprach zum Bilanzstichtag dem Buchwert. Im Durchschnitt fallen bei den Forderungen gegenüber Online-Kunden 0,31% (VJ: 0,36%) des Umsatzes mit diesen Kunden aus. 7.5. Finanzielle Vermögenswerte
Bei den oben aufgeführten finanziellen Vermögenswerten handelt es sich ausschließlich um kurzfristige Forderungen mit einer Fälligkeit von unter einem Jahr. Das maximale Ausfallrisiko entsprach zum Bilanzstichtag dem Buchwert. Allerdings war ein Großteil der ausgewiesenen Forderungen zum Bilanzstichtag noch nicht fällig. Wertberichtigungen wurden nicht vorgenommen, da das Ausfallrisiko erfahrungsgemäß sehr gering ist. Die gesamten Vorschüsse in Form von Gehalts- und Reisevorschüssen sowie geleisteten Kautionen und Hinterlegungen betrugen 0,4 Mio. € (VJ: 2,7 Mio. €). 7.6. Sonstige Vermögenswerte Die sonstigen Vermögenswerte beinhalten im Wesentlichen Rechnungsabgrenzungsposten und verschiedene sonstige Forderungen. Das maximale Ausfallrisiko entsprach zum Bilanzstichtag dem Buchwert. 7.7. Liquide Mittel
7.8. Eigenkapital 7.8.1. Kapitalanteile der Kommanditisten Die Kapitalanteile der Kommanditisten betrugen zum Bilanzstichtag 0,1 Mio. € (VJ: 0,1 Mio. €). Sie sind in voller Höhe eingezahlt. 7.8.2. Kapitalrücklage Die Kapitalrücklage beinhaltet über die Hafteinlagen hinausgehende Einlagen der Gesellschafter in die Herder Thalia Holding GmbH & Co. KG. Die Differenz zwischen der Kapitalrücklage in dem Einzelabschluss der Herder Thalia Holding GmbH & Co. KG und dem Herder Thalia-Konzern resultiert aus dem Anteil der Minderheiten der einbezogenen Gesellschaften. 7.8.3. Rücklagen Die Rücklagen von 1,792 Mio. € (VJ: -0,331 Mio. €) betreffen die Währungsumrechnungsrücklagen und die Rücklagen für Pensionsrückstellungen und hierauf entfallende latente Steuern. 7.8.4. Gewinnverwendung Die Gewinnverwendung der Herder Thalia Holding GmbH & Co. KG richtet sich nach dem handelsrechtlichen Jahresabschluss der Gesellschaft. Für das Geschäftsjahr 2021/22 entstand ein Jahresüberschuss, der den Kapitalkonten der Kommanditisten im Einzelabschluss gutgeschrieben wurde. 7.9. Pensionsrückstellungen Pensionsrückstellungen werden für Verpflichtungen aus Anwartschaften und laufenden Leistungen an Mitarbeiter und frühere Mitarbeiter und deren Hinterbliebene gebildet. Die Zusagen betreffen im Regelfall die Zahlung von vereinbarten Altersrenten als monatlicher Betrag. Die Bilanzierung dieser Verpflichtungen wird dabei entsprechend den Vorschriften von IAS 19 vorgenommen. Es erfolgt eine direkte und vollständige Erfassung versicherungsmathematischer Gewinne und Verluste über eine separate Eigenkapitalkomponente. Die Bewertung erfolgt auf Basis von versicherungsmathematischen Gutachten unter Verwendung der nachfolgend dargestellten Parameter.
Als biometrische Rechnungsparameter wurden die Richttafeln 2018 G von Dr. Heubeck zugrunde gelegt. Die betriebliche Altersversorgung im Herder Thalia-Konzern basiert im Wesentlichen auf leistungsorientierten Pensionszusagen. Überleitung Defined Benefit Obligation (DBO) zu passivierter Verpflichtung
Entwicklung DBO
Pensionsaufwand der Periode
Für das Geschäftsjahr 2021/22 wurden Rentenzahlungen i.H.v. 0,2 Mio. € erwartet. Entwicklung Planvermögen
Für das kommende Jahr werden keine Veränderungen des Planvermögens erwartet. Nachfolgend ist die Entwicklung des Finanzstatus, der sich aus dem Saldo des Barwertes der leistungsorientierten Verpflichtungen und dem beizulegenden Zeitwert des Planvermögens errechnet, des letzten Geschäftsjahres dargestellt. Finanzierungsstatus
Die Duration der Pensionsverpflichtungen beträgt in den unterschiedlichen Verträgen zwischen 5 und 22 Jahren. Aus Wesentlichkeits- sowie Kosten- und Nutzengesichtspunkten wurde auf die Erstellung einer Sensitivitätsanalyse verzichtet. Für beitragsorientierte Versorgungspläne werden bei Fälligkeit planmäßig festgelegte Beiträge an externe Versorgungsträger und ähnliche Dienstleister gezahlt und als Personalaufwand erfasst. Mit erfolgter Zahlung der Beiträge bestehen für den Herder Thalia-Konzern keine weiteren Verpflichtungen gegenüber den Anspruchsberechtigten. Zahlungen für staatliche Versorgungspläne werden wie die für beitragsorientierte Versorgungspläne behandelt, sofern die Verpflichtungen im Rahmen dieser Versorgungspläne denen aus beitragsorientierten Versorgungsplänen grundsätzlich entsprechen. Zusätzlich zum Gesamtaufwand für leistungsorientierte Versorgungszusagen wurden im Geschäftsjahr 2021/22 für ausschließlich beitragsorientierte Versorgungszusagen fest vereinbarte Beitragszahlungen an externe Versorgungsträger und ähnliche Dienstleister in Höhe von 0,5 Mio. € geleistet. Die Beiträge zu staatlichen Plänen betrugen 12,3 Mio. €. 7.10. Sonstige Rückstellungen Rückstellungsspiegel langfristig
Rückstellungsspiegel kurzfristig
Sonstige kurzfristige Rückstellungen
Unter den sonstigen langfristigen Rückstellungen wird mit 3,1 Mio. € eine Rückstellung für ein virtuelles Managerbeteiligungsprogramm ausgewiesen. Die Verträge mit 7 Managern sehen eine Beteiligung an der Steigerung des Unternehmenswerts innerhalb eines Erdienungszeitraums bis maximal zum 30. September 2026 in Abhängigkeit vom gleichzeitigen Bestehen eines Genussrechtsvertrags vor. Der Ausgleich erfolgt durch einen laufzeitabhängig gestaffelten Erfolgsbonus, der sich aus dem Produkt der jeweiligen Genussrechtsprozente und der Unternehmenswertsteigerung ergibt. Der Bewertung liegt gemäß IFRS 2 ein Optionspreismodell auf Basis des Barwerts der erwarteten Zahlungsverpflichtung bei Ausübung der Option zugrunde (Zinssatz 3%; Volatilität 25%). Die ermittelte Zahlungsverpflichtung wird linear über den dann anschließenden Auszahlungszeitraum verteilt. 7.11. Finanzielle Verbindlichkeiten
Der Rückgang der finanziellen Verbindlichkeiten resultiert fast ausschließlich aus den Rückzahlungen der Darlehen gegenüber Kreditinstituten und Gesellschaftern; die aufgrund von IFRS 16 entstandenen Verbindlichkeiten gegenüber Vermietern aus Nutzungsrechten erhöhten sich leicht. Die Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern per 30. September 2022 bilden neben den gestundeten Kaufpreisraten der Akquisitionen der Mayersche Buchhandlung GmbH & Co. KG und der Thalia Retail Concepts GmbH (ehem. B.O.B Best Of Books GmbH) auch ein Gesellschafterdarlehen in Höhe von 4,8 Mio. € ab, das im Zusammenhang mit dem im März 2022 vorzeitig getilgten KfW-Darlehen bereitgestellt wurde. Die gestundeten Kaufpreisraten aus den Akquisitionen haben eine gestaffelte Fälligkeit bis Ende 2025. 7.12. Eventualverbindlichkeiten Die folgende Übersicht verdeutlicht die bestehenden Eventualverbindlichkeiten des Herder Thalia-Konzerns:
Bei den Eventualverbindlichkeiten aus Gewährleistungs- und Vertragserfüllungsgarantien handelt es sich im Wesentlichen um Mietgarantien mit einer Laufzeit bis zum Ende des Mietvertrages. 7.13. Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten Die sonstigen kurzfristigen Verbindlichkeiten beinhalten überwiegend Gutscheinverbindlichkeiten und Verbindlichkeiten aus Kundenbindungsprogrammen sowie Rechnungsabgrenzungsposten. Die Verbindlichkeiten aus Warengutscheinen beinhalten sowohl von Kunden erworbene Warengutscheine als auch solche, die Kunden im Rahmen eines Umtausches erhalten haben. In der folgenden Tabelle wird der Stand der Verbindlichkeiten aus Warengutscheinen (Vertragsverbindlichkeiten nach IFRS 15) im Berichtszeitraum dargestellt:
Die Tabelle zeigt die Vermögenswerte und Verbindlichkeiten aus Verträgen mit Kunden. Die Erfassung von Umsatzerlösen erfolgt zu dem Zeitpunkt, an dem die Ware auf den Kunden übertragen werden, d.h. die Konzernunternehmen ihre Leistungsverpflichtung erfüllt haben, eine Rechnung gestellt wurde und die Vereinnahmung der Gegenleistung wahrscheinlich ist. Die dargestellten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen betreffen im Wesentlichen Forderungen aus dem Online-Geschäft mit Privatkunden sowie aus dem B2B-Bereich. Die Vermögenswerte wie auch die Vertragsverbindlichkeiten aus Warengutscheinen haben sich aufgrund der Konsolidierung der Lehmanns Media GmbH sowie der Spotlight KG (GmbH & Co.) über ein ganzes Geschäftsjahr sowie der erstmaligen Einbeziehung der Skoobe GmbH weiter erhöht. 8. Angaben zur Kapitalflussrechnung Die Kapitalflussrechnung zeigt gemäß IAS 7, wie sich der Finanzmittelbestand im Konzern im Laufe des Berichtszeitraumes durch Mittel zu- und -abflüsse verändert hat. Der Bestand an Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten umfasst Schecks und Kassenbestände sowie unterwegs befindliche Gelder und die Guthaben bei Kreditinstituten. Die Kapitalflussrechnung unterscheidet zwischen Mittelveränderungen aus der laufenden Geschäftstätigkeit, aus Investitions- und aus Finanzierungstätigkeit. Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente unterlagen im Geschäftsjahr 2021/22 keinen Verfügungsbeschränkungen. Der Mittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit ist im Vergleich zum Vorjahr deutlich von 61,4 Mio. € im Vorjahr auf 164,1 Mio. € im Geschäftsjahr 2021/22 gestiegen. Dieser Zuwachs resultiert überwiegend aus einem deutlich höheren operativen Ergebnis, der Reduzierung der sonstigen Vermögenswerte sowie der Erhöhung der Rückstellungen, Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und weiterer kurzfristiger Verbindlichkeiten. Der Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit belief sich in diesem Zeitraum auf 8,2 Mio. € (VJ: 24,7 Mio. €). Es wurden überwiegend Investitionen in weitere Filial-Eröffnungen sowie die Modernisierung des bestehenden Filialnetzes vorgenommen, die dem Niveau des Vorjahres entsprachen. Da gleichzeitig keine Auszahlungen für Unternehmenszukäufe getätigt wurden und die Beteiligungserträge sich im Vergleich zum Vorjahr deutlich erhöht haben, ist der Mittelabfluss im abgelaufenen Geschäftsjahr entsprechend geringer. Der Mittelabfluss aus der Finanzierungstätigkeit von 151,5 Mio. € (VJ: Abfluss von 12,1 Mio. €) spiegelt im Wesentlichen die Rückführung des KfW-Darlehens und eines Bankdarlehens in Höhe von 58,4 Mio. €, die Rückführung von Gesellschafterdarlehen aus der Kaufpreisstundung in Höhe von 14,0 Mio. € sowie die Leasingzahlungen basierend auf IFRS 16 in Höhe von 74,3 Mio. € wider. 9. Beizulegender Zeitwert der Finanzinstrumente Die beizulegenden Zeitwerte der kurzfristigen Finanzinstrumente, im Herder Thalia-Konzern im Wesentlichen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, entsprechen dem Buchwert abzüglich Wertberichtigungen. Die langfristigen Finanzinstrumente, die fast ausschließlich aus Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern bestehen, werden abgezinst und zum Barwert angesetzt. 10. Management der finanzwirtschaftlichen Risiken Das Finanzmanagement der Thalia Bücher GmbH ist für die Finanzierung des Herder Thalia-Konzerns verantwortlich und unterstützt die Entscheidungsträger der Konzerngesellschaften bei allen finanzwirtschaftlichen Fragestellungen. Der einheitliche Auftritt der Tochtergesellschaften der Herder Thalia Holding GmbH & Co. KG ermöglicht, dass durch die Bündelung der Finanzvolumina aller Konzerngesellschaften im Rahmen eines Cash-Management-Systems die zur Verfügung stehenden Ressourcen optimal genutzt werden können. Die für den Konzern relevanten finanzwirtschaftlichen Risiken wie Liquiditätsrisiken, Zinsänderungsrisiken, Ausfallrisiken sowie Risiken aus Zahlungsstromschwankungen werden adäquat durch das Finanzmanagement der Thalia Bücher GmbH gesteuert und überwacht. 10.1. Liquiditätsrisiken Mit Liquiditätsrisiko wird das Risiko bezeichnet, Zahlungsmittel nicht oder nur zu erhöhten Kosten beschaffen beziehungsweise bereitstellen zu können. Liquiditätsrisiken entstehen beispielsweise durch temporäres Versagen der Kapitalmärkte, Ausfall von Kreditgebern, unzureichende Kreditlinien oder das Fehlen eingeplanter Zahlungseingänge. Die Thalia Bücher GmbH fungiert für die Gesellschaften des Herder Thalia-Konzerns als finanzwirtschaftlicher Koordinator, um eine möglichst kostengünstige und betragsmäßig stets ausreichende Deckung des Finanzbedarfs für das operative Geschäft und für Investitionen sicherzustellen. Die erforderlichen Informationen werden durch eine monatlich aktualisierte Liquiditätsplanung bereitgestellt und einer monatlichen Abweichungsanalyse unterzogen. Des Weiteren wird das im Treasury der Thalia Bücher GmbH gebündelte Know-how genutzt, um die Konzerngesellschaften in allen relevanten Finanzfragen zu beraten und zu betreuen. Als Instrumente der Finanzierung werden vorhandene liquide Mittel, zu denen auch Produkte des Geld- und Kapitalmarkts (Fest- und Tagesgelder) gehören sowie bilaterale Kreditlinien, ein Konsortialkreditvertrag sowie Gesellschafterdarlehen eingesetzt. Mit Datum vom 27. September 2018 haben die Klio GmbH, Hagen, und die Thalia Bücher GmbH, Hagen, einen Kreditvertrag mit einem Bankenkonsortium über eine Betriebsmittellinie und eine Aval-Kreditlinie abgeschlossen, der am 27. September 2022 durch einen Änderungsvertrag verlängert und ergänzt wurde. Von diesen Kreditlinien nahmen die Kreditnehmer zum Bilanzstichtag 30. September 2022 einen Betrag von 5,9 Mio. € der Aval-Kreditlinie in Anspruch; Verbindlichkeiten aus der Betriebsmittellinie bestanden zum Bilanzstichtag 30. September 2022 nicht. Dem Herder Thalia-Konzern standen zum 30.09.2022 Kreditlinien in Höhe von 105,0 Mio. € sowie eine Aval-Linie in Höhe von 10 Mio. € zur Verfügung. Im Rahmen der staatlichen Hilfsmaßnahmen in Bezug auf die COVID-19-Pandemie hatte der Herder Thalia-Konzern im Vorjahr einen Darlehensvertrag über ein KfW-Darlehen, die sogenannte Corona Hilfe, in voller Höhe von 50 Mio. € in Anspruch genommen. Dieses Darlehen wurde im laufenden Geschäftsjahr vorzeitig Ende März 2022 vollständig getilgt, ebenso wie das kurzfristige Darlehen bei der Oldenburgischen Landesbank in Höhe von 7,5 Mio. €, das planmäßig Ende Januar 2022 zurückgezahlt wurde. Ferner bestehen Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern- und Management in Höhe von 22,2 Mio. € (VJ: 36,0 Mio. €). Die Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern sind in erster Linie deshalb gefallen, da im Rahmen der Akquisition der Mayersche Buchhandlung GmbH & Co.KG und der Thalia Retail Concepts GmbH (ehemals B.O.B Best Of Books GmbH) weitere planmäßige Ratenzahlungen des Kaufpreises vorgenommen wurden. Durch den konzerninternen Finanzausgleich (Cash Pooling) wird eine Reduzierung des Fremdfinanzierungsvolumens sowie eine Optimierung der Geld- und Kapitalanlagen des Herder Thalia-Konzerns mit positiven Auswirkungen auf das Zinsergebnis erreicht. Das Cash Pooling ermöglicht die Nutzung der Liquiditätsüberschüsse einzelner Konzerngesellschaften zur internen Finanzierung des Liquiditätsbedarfs anderer Konzerngesellschaften. Aufgrund des geringen Risikos verzichtet die Thalia-Gruppe auf die Erstellung von Sensitivitätsanalysen. Zahlungen aus finanziellen Verbindlichkeiten
Zahlungen aus finanziellen Verbindlichkeiten
10.2. Zinsänderungsrisiko Zinsänderungsrisiken entstehen durch Schwankungen der Zinssätze an den Geld- und Kapitalmärkten sowie durch marktbedingte Änderungen der Wechselkurse. Der dem Konzern zur Verfügung stehende Konsortialkredit wird grundsätzlich variabel auf Basis des jeweiligen EURIBOR (1, 3 oder 6 Monate) verzinst, in Abhängigkeit von der in Anspruch genommenen Zinsperiode. 10.3. Währungsrisiken und sonstige Marktrisiken Die operativen Gesellschaften des Herder Thalia-Konzerns wickeln ihre Aktivitäten überwiegend in der jeweiligen funktionalen Währung ab. Deshalb wird das Währungsrisiko innerhalb des Konzerns als gering eingestuft, da im Berichtszeitraum die Konzernumsätze ausschließlich in Euro erwirtschaftet wurden und die Wareneinkäufe fast ausschließlich in Euro erfolgten. Differenzen aus der Umrechnung von Abschlüssen in ausländischer Währung in Konzernwährung zur Erstellung des Konzernabschlusses beeinflussen das Währungsrisiko nicht. Zur Absicherung der verbleibenden Währungsrisiken überprüft das Finanzmanagement der Thalia Bücher GmbH regelmäßig die Währungspositionen des Herder Thalia-Konzerns und analysiert die Vor- und Nachteile des Einsatzes von derivativen Finanzinstrumenten. Aufgrund des geringen Risikos aus Wechselkursschwankungen verzichtet der Herder Thalia-Konzern auf die Erstellung von Sensitivitätsanalysen. Weitere Marktrisiken bestehen nicht. 10.4. Ausfallrisiken Durch den Ausfall eines Bankenpartners, insbesondere durch Zahlungsunfähigkeit im Rahmen von Geldanlagen, kann ein Ausfallrisiko entstehen. Diesem Risiko begegnet der Herder Thalia-Konzern, indem Geschäftsabschlüsse sowohl von Geldanlagen als auch von Finanzinstrumenten ausschließlich mit erstklassigen Banken erfolgen. Gleichzeitig wird das Volumen auf mehrere Kontrahenten verteilt, um Konzentrationsrisiken zu vermeiden. Größere Geldanlagen werden wegen der weltwirtschaftlich schwierigen Lage möglichst vermieden bzw. nur mit erstklassigen deutschen Banken abgeschlossen. Durch die verstärkte Fokussierung auf den Vertriebsweg über das Internet sind die Gesellschaften des Herder Thalia-Konzerns mit dem Risiko des Forderungsausfalls als systemimmanentem Risiko des Versandhandels konfrontiert. Vor diesem Hintergrund betreiben die Gesellschaften ein effektives, und ständiger Optimierung unterliegendes Debitorenmanagement einschließlich eines konsequenten dreistufigen Mahnwesens. Die Forderungsausfallquoten im stationären Geschäft betragen unter 0,01% der entsprechenden Umsätze und sind daher unwesentlich. Die Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und die entsprechenden Ausfallrisiken wurden explizit in den Absätzen 5.5. und 7.4. dargestellt. Es besteht keine nennenswerte Konzentration der oben genannten Risiken. 11. Kapitalmanagement Gegenstand des Kapitalmanagements ist das IFRS-Eigenkapital. Ziel des Kapitalmanagements des Herder Thalia-Konzerns ist es, sicherzustellen, dass der Konzern jederzeit seinen finanziellen Verpflichtungen nachkommen kann und die finanziellen Kennzahlen (Covenants), den Nettoverschuldungsgrad (Nettofinanzverschuldung/Adj. EBITDA), der bestehenden Kreditlinie eingehalten werden. Zum 30.09.2022 wurden diese Covenants eingehalten. Daneben ist es erklärtes Ziel, die Eigenkapitalquote im Konzern weiter zu steigern, Ausschüttungen sollen daher zunächst gering gehalten werden. Darüber hinaus ist die Erhöhung der finanziellen Flexibilität sowie die langfristige Steigerung des Unternehmenswertes Ziel des Kapitalmanagements. Die Strategie des Kapitalmanagements zielt darauf ab, dass alle Konzerngesellschaften entsprechend den lokalen Erfordernissen mit Eigenkapital ausgestattet sind, so dass externe Kapitalanforderungen stets erfüllt werden können.
12. Sonstige Angaben 12.1. Durchschnittliche Zahl der Beschäftigten Im Geschäftsjahr wurden durchschnittlich beschäftigt:
12.2. Angaben zu nahestehenden Unternehmen und Personen In den Geschäftsjahren 2020/21 und 2021/22 hatte der Konzern Geschäftsbeziehungen zu assoziierten Unternehmen. Transaktionen zu diesen nahestehenden Unternehmen resultieren grundsätzlich aus dem normalen Lieferungs- und Leistungsaustausch. Der Umfang der Geschäftsbeziehungen ist in der nachstehenden Tabelle dargestellt: Geschäftsbeziehungen mit nahestehenden Unternehmen und Personen
Die Geschäftsbeziehungen zu nahestehenden Personen und Unternehmen erfolgen zu Bedingungen wie unter fremden Dritten. Zu den nahestehenden Personen zählen neben Gesellschaftern, dem Management des Herder Thalia-Konzerns und den Aufsichtsratsmitgliedern der Thalia Bücher GmbH keine weiteren Personen. In den Verbindlichkeiten sind langfristige Verbindlichkeiten aus Gesellschafterdarlehen (22,2 Mio. €) und Genussrecht in Höhe von 3,1 Mio. € enthalten. Die von den nahestehenden Personen bezogenen Leistungen umfassen Aufsichtsratsvergütungen, Beratungsleistungen, Vermietungen, Warenbezüge sowie Darlehenszinsen und entsprechen jeweils marktüblichen Konditionen. Vergütung der Geschäftsführung und des Aufsichtsrats Die gemäß IAS 24 anzugebende Vergütung des Managements in den Schlüsselpositionen umfasst die Vergütung des Managements des Herder Thalia-Konzerns und des Aufsichtsrats der Thalia Bücher GmbH. Die Gesamtvergütung des Managements des Herder Thalia-Konzerns lag im Geschäftsjahr 2021/22 bei 4,0 Mio. € (VJ: 3,5 Mio. €). Für das Mitarbeiterbeteiligungsprogramm wurden im Geschäftsjahr 2021/22 1,8 Mio. € (VJ: 0 Mio. €) als Aufwand erfasst. Bei der gesamten Vergütung handelt es sich um kurzfristig fällige Leistungen außer dem Mitarbeiterbeteiligungsprogramm. Die Gesamtvergütung des Aufsichtsrates der Thalia Bücher GmbH lag im Geschäftsjahr 2021/22 bei 0,2 Mio. € (VJ: 0,1 Mio. €). Geschäftsführung der Herder Thalia Holding GmbH & Co. KG Als Geschäftsführer der Herder Thalia Holding GmbH & Co. KG waren im Geschäftsjahr 2021/22 bestellt:
13. Aufwendungen für Honorare des Wirtschaftsprüfers Der Honoraraufwand für den Konzernabschlussprüfer, Mazars GmbH & Co. KG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Steuerberatungsgesellschaft, für das abgelaufene Geschäftsjahr stellt sich gemäß § 314 Abs. 1 Nr. 9 HGB wie folgt dar:
14. Befreiungswahlrechte nach §§ 264 Abs. 3 bzw. 264b HGB In Anwendung der §§ 264 Abs. 3 bzw. 264b HGB verzichten die nachfolgenden inländischen Tochtergesellschaften auf die Offenlegung ihrer Jahresabschlussunterlagen.
15. Vorgänge von besonderer Bedeutung nach dem Abschlussstichtag Die Geschäftsführung der Herder Thalia Holding GmbH & Co. KG befasst sich intensiv mit den Folgen des Ukraine-Krieges, der deutlich gestiegenen Inflation und den anhaltenden Lieferkettenproblemen. Das prägende Ereignis des Geschäftsjahres 2021/22 war der Angriff Russlands auf die Ukraine im Februar 2022 und der seitdem anhaltende Krieg zwischen diesen beiden Staaten und dessen wirtschaftliche Folgen für Deutschland. Bereits vorher bestehende inflationäre Tendenzen wurden durch diesen Krieg noch einmal signifikant verstärkt, insbesondere im Energie- und im Rohstoffbereich. Die zum Jahresende 2022 erreichte zweistellige Inflationsrate belastet die Konsumneigung. Allerdings wird im laufenden Kalenderjahr ein leichter Rückgang der Teuerung erwartet. Eine abschließende Einschätzung der Auswirkungen dieser Entwicklungen ist zurzeit nur schwer möglich, da eine Entwicklung sowohl in eine positive Richtung (Beendigung des Krieges und Normalisierung der Energiepreise) als auch in eine negative Richtung (Andauern/Ausweitung des Krieges, weitere geopolitische Spannungen) möglich ist. Die aktuelle Analyse zeigt generell, dass das Konsumverhalten im Bereich Buch nicht so stark belastet ist, wie in anderen Bereichen des Einzelhandels. Je nach Entwicklung der aktuellen Situation kann sich dieses Verhalten jedoch auch kurzfristig ändern. Die Geschäftsführung geht zurzeit nicht davon aus, dass es erneut zu einem kompletten Lockdown oder Teil-Lockdown aufgrund wieder steigender Corona-Infektionen kommt, von dem auch der Buchhandel betroffen wäre, da mittlerweile die Einschränkungen aufgrund von Covid-19 fast vollständig aufgehoben wurden und die Gefährlichkeit von den deutschen Gesundheitsbehörden deutlich zurückgestuft wurde. Daher sehen wir uns bestmöglich aufgestellt in der gegenwärtigen Situation und gehen derzeit nicht von bestandsgefährdenden Risiken aus. Wir werden unsere geschäftspolitischen Entscheidungen jedoch bei Bedarf ständig an zukünftige Entwicklungen anpassen. Es haben sich keine weiteren Vorgänge von besonderer Bedeutung nach Abschluss des Geschäftsjahres, die einen wesentlichen Einfluss auf die Geschäftslage der Gesellschaft haben, ereignet. 16. Übersicht der Konzerngesellschaften
* verschmolzen auf die Mayersche Buchhandlung
GmbH & Co. KG per 1.10.2021
Die Delivros Orell Füssli AG ist eine Tochtergesellschaft (80%) der Orell Füssli Thalia AG und ist zu 100% an der Lehmanns Media AG (CH) beteiligt. Die Kaffeefleck GmbH wurde zum 1. Oktober 2021 auf die Muttergesellschaft Mayersche Buchhandlung GmbH & Co. KG verschmolzen, da der Betrieb eigener Cafes in den Buchhandlungen zurückgefahren wurde. Die DSK best GmbH wurde ebenfalls am 1. Oktober 2021 auf die Thalia Retail Concepts GmbH verschmolzen, um Synergieeffekte zu realisieren. Die Herder Thalia Holding GmbH & Co. KG, Freiburg, stellt den Konzernabschluss und Konzernlagebericht für den kleinsten und größten Kreis von Unternehmen auf, dem sie als Tochterunternehmen angehört, und veröffentlicht ihn im elektronischen Bundesanzeiger.
Hagen, den 30. April 2023 Manuel Herder Michael Busch Geschäftsführer der Herder Thalia Holding GmbH & Co. KG Konzernlagebericht Geschäftsjahr 1. Oktober 2021 bis 30. September 2022Grundlagen des Konzerns Eine führende Buchhandelsgruppe innerhalb des deutschsprachigen Raumes (Deutschland, Österreich und der deutschsprachigen Schweiz) Die Herder Thalia Holding GmbH & Co. KG, Freiburg, ist die Muttergesellschaft des Herder Thalia-Konzerns. Gesellschafter der Muttergesellschaft und einer Zwischenholding innerhalb des Konzerns sind branchenerfahrene, deutsche Investorenfamilien. Im Mittelpunkt des Angebotes des Herder Thalia-Konzerns steht das Buch in unterschiedlichen Formen. Die in den vergangenen Jahren aufgebauten buchnahen Sortimente wie beispielsweise Spiele/Spielwaren, Kalender, Geschenkartikel, DVD's, Wohnaccessoires und Technik haben sich mittlerweile etabliert und steigern sukzessive ihren Anteil am Gesamtumsatz. Insbesondere die Eigenmarken werden von den Kunden gut angenommen. Der Herder Thalia-Konzern vertreibt diese Sortimente über ein Filialnetz und mehrere Online-Shops u.a. thalia.de, thalia.at und osiander.de im deutschsprachigen Raum. Mit den Säulen stationärer Handel und eCommerce hat der Herder Thalia-Konzern auf die veränderten Kundenanforderungen mit zunehmenden Online-Käufen reagiert und frühzeitig eine Omni Channel-Strategie verfolgt. Über die Thalia App oder über die Website kann der Kunde direkt auf das komplette Sortiment zugreifen und erhält zusätzlich zahlreiche weitere Vorteile, wie beispielsweise auf seinen Interessen basierende Leseempfehlungen. Im Bereich digitales Lesen bietet der Herder Thalia-Konzern eine breite Produktpalette an E-Books und E-Readern sowie von Hörbüchern an. Der "Kultclub" bietet als Kundenbindungsprogramm exklusive Vorteile im Bereich Payback, Service, Preisaktionen und Veranstaltungen. Die Tochtergesellschaft Thalia Bücher GmbH übernimmt insbesondere Zentralfunktionen, wie den Einkauf, die Logistik, die IT, das Marketing und das Finanzwesen. Darüber hinaus verantwortet die Thalia Bücher GmbH auch das operative eCommerce Geschäft des Herder Thalia-Konzerns. Die Thalia Retail Concepts GmbH und die im Vorjahr erworbene Spotlight KG (GmbH & Co.) bewirtschaften Buch- und Medienshops und Buchdepots als System-Dienstleister für Shop-in-Shop Flächen u. a. in Supermärkten, Drogerien und Elektromärkten. Die ebenfalls im Vorjahr erworbene Lehmanns Media GmbH gehört zu den führenden Fachinformationshändlern im deutschsprachigen Raum und unterstützt mit ihrem Business-Portal "Le2B" den professionellen Medieneinkauf wissenschaftlicher Bibliotheken, Krankenhäuser/Kliniken, Unternehmen und der Öffentlichen Hand. Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurde durch die vollständige Übernahme der Skoobe GmbH (vorher 50%-Beteiligung) einer der etabliertesten Anbieter von E-Book-Abonnements auf dem deutschsprachigen Markt erworben, dessen Sortiment einen Katalog von über 400.000 E-Books und Hörbüchern mit deutsch- und englischsprachigen Titeln umfasst. Damit kann den Kunden ein noch breiteres Produktportfolio angeboten werden. Der Herder Thalia-Konzern verknüpft damit als Omni-Channel-Anbieter im Buchhandel die Vertriebswege stationär, online und digital. Mit ca. 380 Buchhandlungen, Online-Shops sowie einem umfangreichen eBook-Sortiment nimmt er eine führende Position im deutschsprachigen Raum ein. Hierbei ergänzen sich das stationäre Geschäft und das Online-und-Digital-Geschäft als wichtige komplementäre Elemente, die sich gegenseitig stabilisieren. Dieser Lagebericht ist nach den Vorschriften des DRS 20 aufgestellt. Gesamtaussage zum Geschäftsverlauf
Überleitungsrechnung zum adjustierten EBITDA
• Solide Kapitalstruktur
Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen Nach dem langsamen Abklingen der Folgen der Corona-Pandemie sorgt mit Ausbruch des weiterhin anhaltenden Ukraine-Krieges im Februar 2022 ein weiterer externer Schock für eine hohe Belastung der Weltwirtschaft und damit auch der Konjunktur in Deutschland. Dramatisch gestiegene Energiepreise, anhaltende Lieferkettenprobleme und die Unsicherheiten über eine mögliche Gasmangellage haben zu einer Abkühlung des Geschäftsklimas geführt. Insbesondere die Umsätze im Einzelhandel verzeichneten trotz hoher Preissteigerungen in realer Rechnung den größten Rückgang seit 1994. Im Gesamtjahr 2022 wuchs das Bruttoinlandsprodukt (BIP) preisbereinigt um 1,9%, die Abschwächung der wirtschaftlichen Dynamik wurde durch staatliche Stabilisierungsmaßnahmen abgefedert. Die gesicherte Gasversorgung der Wirtschaft, die Aufhebung der Zero-Covid-Politik in China und das dadurch geringeren Risiko weiterer Lieferkettenengpässe haben zu einer wirtschaftlich günstigeren Ausgangslage geführt. Die Bundesregierung rechnet daher für 2023 mit einem preisbereinigten Wachstum des BIP von 0,2% und einer rückläufigen Inflationsrate von 6,0% im Jahresdurchschnitt. (Quelle: Bundeswirtschaftsministerium - Jahreswirtschaftsbericht 2023; Online Recherche; Publikation 25. Januar 2023). Das Ifo-Institut geht davon aus, dass die Inflationsrate von etwa 7,8% in 2022 auf 6,4% im laufenden Jahr sinken wird. Die für den Winter 2022/23 erwartete Rezession verläuft deutlich milder als erwartet. Daher rechnet das Institut für 2023 auch nur noch mit einem Rückgang der Wirtschaftsleistung von 0,1% im Vergleich zum Vorjahr. Für 2024 wird ein Wachstum von 1,6% und ein deutlicher Rückgang der Inflationsrate auf 2,8% erwartet. (ifo Schnelldienst Sonderausgabe 14. Dezember 2022). Auch der ifo-Geschäftsklimaindex hat sich zuletzt wieder verbessert, gerade bei den Erwartungen. Insbesondere der Handel war weniger skeptisch als noch zuvor und mit dem laufenden Geschäft zufrieden (ifo Geschäftsklimaindex Februar 2023). Der Sachverständigenrat erwartet für 2022 ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 1,7% und für 2023 einen Rückgang um 0,2%. Seit Mitte des laufenden Kalenderjahres führen die deutlich höheren Energie- und Lebensmittelpreise zu einem immer stärkeren Kaufkraftverlust und dämpfen damit den privaten Konsum. Gleichzeitig leiden auch Produktionsunternehmen unter den hohen Energiekosten und der Abkühlung der globalen Nachfrage. Da die höheren Produktionskosten zunehmend an die Verbraucher weitergegeben werden, rechnet der Sachverständigenrat für 2022 mit einer Inflation von 8% und für 2023 mit 7,4% (Sachverständigenrat Pressemitteilung 9. November 2022). Das Österreichische Institut für Wirtschaftsforschung (WIFO) erwartet für das Gesamtjahr 2022 ein BIP-Wachstum von 4,7%, einem sehr starken 1. Halbjahr folgte ein Konjunkturabschwung in der zweiten Jahreshälfte. Für das laufende Jahr wird mit einem leichten Anstieg von 0,3% gerechnet und für 2024 mit einem Wachstum des BIP von 1,8%. Hierzu dürfte auch der erwartete sukzessive Rückgang der Inflation beitragen, die 2024 auf 6,2% fallen sollte (WIFO-Monatsbericht 1/2023). Die Europäische Kommission geht in ihrem jüngsten Konjunktur-Ausblick (Winter-Prognose) von einem Konjunkturwachstum von 3,5% für 2022 in der EU aus und rechnet für das laufende Jahr mit einer Zunahme des BIP um 0,8%. In 2024 wird eine dynamischere Entwicklung und ein Zuwachs von 1,6% für die EU erwartet (Europäische Kommission "Winterpropgnose 2023", PM 13.2.2023). Das Schweizer Staatssekretariat (SECO) rechnet im Gegensatz zu früheren Prognosen weder im laufenden noch im kommenden Winter mit einer Energiemangellage. Insgesamt haben vor allem höhere Energiepreise auch in der Schweiz zu einer gestiegenen Inflation geführt: nach 2,9% in 2022 wird im laufenden Jahr mit einer Teuerung von 2,2% gerechnet. Für 2023 wird ein BIP-Wachstum von 1,0% erwartet, im kommenden Jahr mit 1,6% (SECO Pressemitteilung 13.12.2022). Branchenbezogene Rahmenbedingungen Der deutsche Gesamtbuchhandel (stationär und online) hat im Jahresverlauf 2021 einen Umsatzanstieg von 3,2% gegenüber dem Vorjahr erzielt. Diese Entwicklung beruhte sowohl auf Preis- als auch auf Mengensteigerungen, die beide jeweils um 1,6% zunahmen. Selbst im Vergleich zu 2019, dem letzten vollen Jahr ohne Corona-Einflüsse erhöhte sich der Umsatz insgesamt in 2021 um 0,8%. Allerdings basierte diese Entwicklung allein auf höheren Preisen, die den Absatzrückgang überkompensierten. Im stationären Buchhandel ist der Absatz im Kalenderjahr 2021 um 5,1% gegenüber dem Vorjahr gefallen, höhere Preise (+2,1%) konnten diesen Rückgang jedoch zum Teil kompensieren, so dass der Umsatz insgesamt um 3,1% rückläufig war. (Quelle: buchreport. express Nr. 1/2022). Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels schätzt den Gesamtumsatz der Buchbranche im Jahr 2021 auf 9.630 Mio. €, ein Anstieg von 3,5% im Vergleich zum Vorjahr. Die Anzahl der Buchkäufer zeigte sich im dritten Jahr in Folge rückläufig (27,0 Mio. €; -5,1%), im Vergleich zu den Vorjahren mit einer höheren Dynamik. 39,1% dieses Umsatzes wurden im Sortimentsbuchhandel erzielt (-3,6%), während der Internetbuchhandel mit einem Anteil von 27,1% weiter stark zulegen konnte (+16,2%). Das Direktgeschäft der Verlage blieb nahezu unverändert mit einem Anteil von 21,7%. Der E-Book Anteil stagnierte bei 5,7% am Gesamtumsatz (Vorjahr 5,8%). Bei Hörbüchern bestätigte sich der Trend zur digitalen Ausgabe zu Lasten des physischen Hörbuchs, die Anzahl der Downloads stieg um 20,4% zum Vorjahr. Gleichzeitig erhöhten sich auch die verkauften E-Book- (+15,5%) und Hörbuch- (+106,5%) Abonnements deutlich. (Quelle: Börsenverein des Deutschen Buchhandels, Präsentation 7.7.2022). Der Jahresverlauf 2022 (Januar bis einschließlich September 2022) war geprägt durch den Krieg in der Ukraine und die damit einhergehenden signifikanten Preissteigerungen, insbesondere bei Energie, Kraftstoffen und Rohstoffen, die zu einer spürbaren Kaufzurückhaltung geführt haben. Während die Umsätze im Frühjahr, bedingt durch die coronabedingt niedrigeren Vergleichszahlen noch deutlich über dem Vorjahresniveau lagen, trübte sich die Stimmung seit Mai 2022 ein und führte zu einem Umsatzrückgang von 1,4% (Preise -0,1%, Absatz -1,3%) im deutschen Gesamtmarkt in den ersten drei Quartalen des Jahres 2022. Während der stationäre Buchhandel von Januar bis September 7,3% an Umsatz gegenüber Vorjahr zulegen konnte, (Preise -1,2%, Absatz +8,5%), verlor der Onlinebuchhandel mit -10,9% deutlich Umsatz gegenüber dem Vorjahr (Quelle: buchreport.express Nr. 40/2022). Der österreichische Buchmarkt konnte sich in den ersten neun Monaten des Jahres 2022 etwas besser entwickeln als sein deutsches Pendant: Der Umsatz stieg im Vergleich zum Vorjahr um 0,3% an, gleichzeitig sank der Absatz um 0,5%. Damit stieg der Durchschnittspreis leicht an. Der Sortimentsbuchhandel zeigte sich hier ebenfalls sehr stark mit einem Umsatzanstieg von 9,4% in diesem Zeitraum. Der Schweizer Buchmarkt hat sich im Vergleich zu den anderen beiden DACH-Regionen sogar deutlich besser entwickelt. Der Umsatz stieg um 3,1% zwischen Januar und September 2022 (Quelle: buchreport.express Nr. 40/2022). Das im Rahmen einer Markt-Media-Studie untersuchte Freizeitverhalten in Deutschland bestätigt mit einer weiter deutlich zunehmenden Onlinenutzung den Trend der Vorjahre. Das Internet als Informations- und Freizeitmedium hat mittlerweile das Radio in der Mediennutzung überholt und sich auf Platz 2 hinter dem Fernsehen etabliert. Das Thema "Buch lesen" steht bei den Freizeitbeschäftigungen an 13. Stelle (VJ: 12.). Beim Kaufverhalten zeigt sich, dass in 2021 insbesondere Kinder und Jugendliche zwischen 10-19 Jahren fast 27% mehr für Bücher ausgegeben haben als 2019. Generell haben Personen bis 39 Jahre ihre Ausgaben im Buchmarkt erhöht, während Ältere diese z.T. deutlich verringert haben. (Quelle: best for planning 2021 in "Buch und Buchhandel in Zahlen 2022", GfK Consumer Panel Media Scope Buch). Der E-Book Markt setzt sein Wachstum der Vorjahre fort und hat einen Zuwachs von 3% und damit einen Umsatzanteil von 8,1% des Gesamtmarktes im ersten Halbjahr 2022 erreicht. Insgesamt wurden fast 21 Mio. E-Books verkauft (+2,5% ggü. VJ.), allerdings von weniger Käufer*innen -7,1%). Somit stieg die Kaufintensität pro Kopf (Börsenverein des Dt. Buchhandels Pressemeldung 21.09.2022). Im Buchhandel insgesamt bestätigte sich der langfristige Konsolidierungstrend: die Zahl der beim Börsenverein des deutschen Buchhandels als Mitglieder gelisteten Buchhändler sank in den vergangenen fünf Jahren um 11,7%. Allerdings schwächte sich der Rückgang in 2021 ab (Buch und Buchhandel in Zahlen 2022, Börsenverein des Dt. Buchhandels). Wirtschaftsbericht Als wesentliche finanzielle Leistungsindikatoren werden von der Geschäftsführung die Umsatzerlöse und das Jahresergebnis (insbesondere als EBT und EBITDA) definiert. Im Geschäftsjahr 1. Oktober 2021 bis 30. September 2022 erzielte der Herder Thalia-Konzern einen Umsatz von 1.376,1 Mio. € (VJ: 1.078,6 Mio. €) und ein EBT von 48,3 Mio. € (VJ: 16,6 Mio. €). Hierin wurde das im Geschäftsjahr vollständig übernommene Unternehmen Skoobe GmbH (vorher assoziiertes Unternehmen, Anteil 50%) mit einem Umsatz von 4,6 Mio. € und einem EBT von -1,6 Mio. € (neun Monate) anteilig konsolidiert. Die im Vorjahres-Konzernlagebericht gegebene Einschätzung eines robusten Umsatzwachstums und eines überproportional steigenden EBITDA-Niveaus haben sich bestätigt, da insbesondere der Buch-Einzelhandel weitestgehend von der eingetrübten Konsumneigung verschont geblieben ist. Ein wesentlicher Grund für den Umsatzanstieg um 27,6% liegt in den deutlichen Zuwächsen im stationären Geschäft im Vergleich zum Vorjahr, der Etablierung der gemeinsamen Vertriebsgesellschaft mit der Osiandersche Buchhandlung sowie den Zukäufen der Lehmanns Media GmbH und der Spotlight KG (GmbH & Co.), die erstmals über ein ganzes Geschäftsjahr hinweg konsolidiert wurden. Die eCommerce Umsätze der Gruppe zeigten sich im Geschäftsjahr 2021/22 rückläufig (-6,6%). Während in Deutschland dieser Rückgang noch moderat ausfiel (-5,4%) zeigte er sich in Österreich sehr viel deutlicher (-14,2%). Diese Entwicklung spiegelt den allgemeinen Branchentrend nach Überwindung der Corona-Pandemie wider und zeigt, dass die Kunden wieder vermehrt in den Buchhandlungen eingekauft haben. EBITDA konnte um 28,0% gesteigert werden Im Vergleich zum Vorjahr konnte das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) für den Zeitraum 1. Oktober 2021 bis 30. September 2022 um 28,0% gesteigert werden. Der Einfluss der Anwendung des IFRS 16 ist weiterhin bedeutend, da der Großteil der Mietaufwendungen für Gebäude und Fahrzeuge unterhalb des EBITDA im Rahmen von Abschreibungen und Zinsaufwand eingeordnet wird. Ohne die Einflüsse von IFRS 16 hätte sich ein EBITDA von 65,5 Mio. € ergeben, ebenfalls deutlich über dem entsprechenden EBITDA des Vorjahres (35,3 Mio. €). Damit konnte das EBITDA die Planung (ohne den Einfluss von IFRS 16) in Höhe von 65,3 Mio. € leicht übertreffen. Ergebnisbetrachtung Der Rohertrag betrug 527,1 Mio. €. Das entspricht 38,3% vom Umsatz. Im Vorjahr betrug der Rohertrag 406,3 Mio. € (37,7%). In den sonstigen betrieblichen Erträgen sind 1,4 Mio. € Corona-Hilfen enthalten (VJ: 15,4 Mio. €). Hieraus resultiert auch in erster Linie der Rückgang im Vergleich zum Vorjahr. Die Personalkosten beliefen sich auf 204,1 Mio. € (VJ: 169,6 Mio. €). Im Verhältnis zum Umsatz ergab sich somit eine Personalkostenquote von 14,8% (VJ: 15,7%). Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen waren durch erhöhte Energie- und Nebenkosten im Mietbereich, Werbekosten, Provisionen und andere Dienstleistungen, unter anderem auch durch die Zusammenarbeit mit der Osiandersche Buchhandlung beeinflusst. Die Abschreibungen blieben nahezu unverändert bei 91,2 Mio. € (VJ: 90,2 Mio. €). Darin enthalten sind mit 1,8 Mio. € (VJ: 1,7 Mio. €) Abschreibungen aus der Fortschreibung der Purchase Price Allocations aus den Unternehmenserwerben und 72,3 Mio. € (VJ: 72,0 Mio. €) Abschreibungen aufgrund der Anwendung von IFRS 16. Das Finanzergebnis betrug -0,8 Mio. € (VJ: -2,8 Mio. €) und entspricht somit -0,06% (VJ: -0,26%) vom Umsatz. Die positive Entwicklung des Finanzergebnisses resultiert in erster Linie aus einem deutlich verbesserten Beteiligungsergebnis, während die Zinsaufwendungen nahezu unverändert blieben. Nach Abschreibungen, dem Finanzergebnis und dem Steueraufwand von 14,5 Mio. € (VJ: 9,0 Mio. €) (inkl. latenter Steuern von 0,2 Mio. €; VJ: -0,1 Mio. €) verbleibt ein Konzerngewinn von 33,9 Mio. € (VJ: 7,7 Mio. €). Die Geschäftsführung sieht die Geschäftsentwicklung insgesamt als günstig an. Die bei der Anwendung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden getroffenen Ermessensentscheidungen sowie die wichtigsten zukunftsbezogenen Annahmen, die die Beträge im Abschluss wesentlich beeinflussen können, werden im Anhang in Kapitel 5 ausführlich erläutert. Investitionen Im Geschäftsjahr 2021/22 investierte der Herder Thalia-Konzern insgesamt 19,0 Mio. € (VJ: 21,0 Mio. €) vor allem in die Eröffnung von neuen Filialen sowie die Erweiterung und Modernisierung des bestehenden Filialnetzes. Dieses umfasste am Ende des Berichtszeitraumes insgesamt 381 (VJ: 360) Filialen in Deutschland und Österreich. Diese Erhöhung resultiert in erster Linie aus Zukäufen, z.B. in Mühlhausen, Bad Reichenhall, Bad Pyrmont, Leonberg, Imst und Wien. In Weil am Rhein erfolgte ein Umzug in die neu eröffnete Dreiländergalerie. Der Umbau und die komplette Renovierung der Filiale in der Mariahilfer Straße in Wien, eine der größten Buchhandlungen Europas, stellte einen Schwerpunkt der Investitionen in das Filialnetz dar. Mit dem Erwerb der Skoobe GmbH, einem der bekanntesten Anbieter für Flatrates im Bereich Hörbuch und E-Books, wurde im August 2022 eine strategisch wichtige Akquisitionen getätigt, die die Position im digitalen Bereich weiter stärkt. Die Investitionen 2021/22 fielen mit 19,0 Mio. € deutlich niedriger als geplant (26,5 Mio. €) aus. Kapitalflussrechnung Der Mittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit betrug 164,1 Mio. € im Zeitraum 1. Oktober 2021 bis 30. September 2022 (VJ: 61,4 Mio. €). Der Mittelzufluss resultiert im Wesentlichen aus Veränderungen des Working-Capital. Der deutliche Anstieg gegenüber dem Vorjahr resultiert überwiegend aus dem höheren EBIT, einer Zunahme der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und Rückstellungen sowie einer Abnahme der sonstigen Vermögenswerte. Der Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit belief sich in diesem Zeitraum auf 8,2 Mio. € (VJ: 24,7 Mio. €). Hierbei handelt es sich im Wesentlichen um weitere Filial-Eröffnungen sowie die Modernisierung des bestehenden Filialnetzes im laufenden Geschäftsjahr. Der Mittelabfluss aus der Finanzierungstätigkeit von 151,5 Mio. € (VJ: Abfluss von 12,1 Mio. €) spiegelt im Wesentlichen die Leasingzahlungen basierend auf IFRS 16 in Höhe von 74,3 Mio. € wider, die Rückzahlung der im Rahmen der Corona-Hilfe des Bundes erhaltenen Darlehen der KfW-Bank in Höhe von 50,0 Mio. € sowie die Rückzahlung eines weiteren Darlehens in Höhe von 7,5 Mio. € sowie fällige Raten einer Kaufpreisverbindlichkeit. Die Veränderung der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente (Cash Flow) des Geschäftsjahres lag mit 4,3 Mio. € deutlich unter dem Vorjahr, insbesondere bedingt durch die vorzeitige Rückzahlung der oben genannten Darlehen. Die Planung von -6,8 Mio. € wurde damit deutlich übertroffen. Die ausführliche Kapitalflussrechnung des Herder Thalia-Konzerns ist im Konzernanhang zu finden. Vermögens- und Kapitalstruktur Die Bilanzsumme betrug zum 30. September 2022 827,7 Mio. € (VJ: 773,9 Mio. €). Auf der Aktivseite ist die Bilanz maßgeblich durch die kurzfristigen Vermögenswerte, insbesondere durch die Vorräte von 216,3 Mio. € (VJ: 196,8 Mio. €) geprägt, als auch durch die langfristigen Nutzungsrechte von 291,8 Mio. € (VJ: 265,4 Mio. €) im Rahmen der Anwendung von IFRS 16. Die liquiden Mittel beliefen sich zum Stichtag auf 44,8 Mio. € (VJ: 38,8 Mio. €) und reflektieren den positiven Netto-Cash Flow. Die langfristigen finanziellen Verbindlichkeiten, die fast ausschließlich auf der Anwendung von IFRS 16 beruhen, sind auf 230,3 Mio. € (VJ: 218,5 Mio. €) gestiegen. Auch die im Wesentlichen den Vorräten der Aktivseite gegenüberstehenden Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 250,5 Mio. € (VJ: 222,0 Mio. €) haben sich um fast 13% im Vergleich zum Vorjahr erhöht. Das Eigenkapital beträgt 65,4 Mio. € (VJ: 28,2 Mio. €). Hieraus ergibt sich eine Eigenkapitalquote von 7,9% (VJ: 3,7%). Der Anstieg spiegelt das deutlich verbesserte Ergebnis wider. Die Kapitalstruktur ist solide. Dem langfristigen Vermögen in Höhe von 58,6% (VJ: 59,6%) der Bilanzsumme stehen langfristige Mittel in Höhe von 38,0% (VJ: 34,4%) der Bilanzsumme gegenüber. Zum Bilanzstichtag verfügte der Herder Thalia-Konzern über eine Konsortial-Kreditlinie in Höhe von 105,0 Mio. € sowie eine Aval-Linie in Höhe von 10,0 Mio. €. Die Aval-Linie war mit 5,9 Mio. € belastet. Die im Vorjahr im Rahmen der staatlichen Hilfsmaßnahmen in Anspruch genommene KfW-Kreditlinie in Höhe von 50 Mio. € sowie ein kurzfristiges Bankdarlehen in Höhe von 7,5 Mio. € wurden im abgelaufenen Geschäftsjahr vollständig vorzeitig zurückgeführt. Das im Vorjahr erhaltene Gesellschafterdarlehen in Höhe von 5,0 Mio. € besteht weiterhin. Zum 30. September 2022 hatte der Herder Thalia-Konzern seine Konsortial-Kreditlinie nicht in Anspruch genommen. Im Bereich der Mietverhältnisse waren insgesamt 7,1 Mio. € (VJ: 8,8 Mio. €) in Form von Bankbürgschaften ausgereicht bzw. entsprechende Aval-Linien in Anspruch genommen. Angaben zu Eventualverbindlichkeiten finden sich unter Punkt 7.12. im Konzernanhang. Weitere außerbilanziellen Verpflichtungen bestehen nicht. Internes Steuerungssystem und wesentliche Erfolgsfaktoren Die Steuerung des Herder Thalia-Konzerns zielt auf die nachhaltige Steigerung des Unternehmenswertes, der am Umsatz- und Ergebniswachstum und insbesondere der Steigerung der Profitabilität gemessen wird. Hierzu dienen insbesondere das EBITDA, der Cash Flow in Verbindung mit den zur Verfügung stehenden Kreditlinien, sowie das Investitionsbudget als Steuerungsgrößen. Wesentliche Erfolgsfaktoren des Herder Thalia-Konzerns sind die gute Marktposition in Deutschland und den deutschsprachigen Nachbarländern, die hohe Markenbekanntheit, die attraktiven und umfangreichen Sortimente, das ausgedehnte Filialnetz mit Standorten in guten Lagen und die konsequente Ausrichtung auf das Omni-Channel-Konzept (Kombination und Vernetzung von Filial- und Onlinehandel). Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Herder Thalia-Konzerns haben mit Kompetenz, Serviceorientierung und Freundlichkeit wieder maßgeblich zum Unternehmenserfolg beigetragen. Die Zahl der Beschäftigten lag im Durchschnitt des Geschäftsjahres bei 5.902 (VJ: 5.733) Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern inklusive Auszubildenden. Neben der Ausbildung hat die Personalentwicklung im Herder Thalia-Konzern einen hohen Stellenwert. Dazu gehören insbesondere Weiterbildungsangebote für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Rahmen der Thalia Academy. Führungskräfte können an Weiterbildungsveranstaltungen teilnehmen und spezielle Angebote wahrnehmen, die die aktuellen Herausforderungen des Herder Thalia-Konzerns - wie z.B. Omni-Channel - abdecken. Für eine persönliche und individuelle Weiterentwicklung bietet der Herder Thalia-Konzern seinen Top-Führungskräften auch Coaching-Programme an, um mit Unterstützung externer Berater berufliche Fragestellungen zu erarbeiten und zu lösen. Mit zahlreichen Aktivitäten präsentiert sich der Herder Thalia-Konzern als attraktiver Arbeitgeber (Employer Branding). Neben einer Karriere-Website (http://unternehmen.thalia.de/karriere) erreicht das Unternehmen qualifizierten Nachwuchs auch in sozialen Netzwerken wie XING, Facebook und Twitter sowie über Blogs und die Videoplattform YouTube. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist im Herder Thalia-Konzern selbstverständlich. Durch flexible Arbeitszeitmodelle, Gleitzeit und Teilzeit ermöglicht das Unternehmen eine eigenverantwortliche Gestaltung der Arbeitszeit. Im Personalbereich erhöht sich die Attraktivität der Thalia-Gruppe als Arbeitgeber zusätzlich durch die Marken-Bekanntheit, die Marktführerschaft im stationären Handel sowie den hohen Digitalisierungsgrad des Geschäftsmodells. Dadurch wird die Versorgung mit qualifizierten Arbeitskräften sichergestellt. Um die Zufriedenheit der Mitarbeiter zu messen und zu verbessern, werden in unregelmäßigen Abständen Mitarbeiterumfragen erstellt. Die sich daraus ergebenden Ergebnisse werden genutzt um gezielt auf die Bedürfnisse und Probleme der Mitarbeiter einzugehen und Maßnahmenkataloge zu entwickeln. Beschaffung und Logistik Die kontinuierliche Optimierung der Beschaffungs- und Logistikprozesse stellt für den Herder Thalia-Konzern einen zentralen Erfolgsfaktor dar. Die Anforderungen an die Logistik sind dabei vor dem Hintergrund des wachsenden Internet-Geschäfts und der zunehmenden Verknüpfung von Filialen, Online-Shops und Social Media (Omni-Channel) weiter gestiegen. So wurde das hierfür wichtige Zentrallager in Hörselgau um weitere Produkte/Artikel ergänzt und ausgebaut sowie die logistischen Prozesse für das digitale Lesegerät Tolino im Bereich Refurbishment neu definiert. Chancen- und Risikobericht Der Herder Thalia-Konzern sieht sich durchgängig mit einer Vielzahl von Chancen und Risiken konfrontiert, die das operative Geschäft in unterschiedlicher Weise und Intensität beeinflussen. Dabei definiert der Herder Thalia-Konzern den Begriff des Risikos als eine negative Auswirkung auf eine Gesellschaft oder sogar die ganze Unternehmensgruppe. Das umfasst zum einen die Auswirkungen auf die wirtschaftliche Lage und zum anderen das Eintreten eines ungewollten Ereignisses. Positive Auswirkungen hingegen werden als Chance definiert. Für den Herder Thalia-Konzern ist das Risikomanagement ein wichtiger Bestandteil der wertorientierten Unternehmensführung. Risikomanagement kennzeichnet die gezielte Sicherung bestehender und zukünftiger Erfolgspotenziale. Ziel ist es, Risiken frühestmöglich zu identifizieren und geeignete Vorsorge- und Sicherungsmaßnahmen zu ergreifen, um hierüber eine Bestandsgefährdung des Unternehmens zu vermeiden. Einmal jährlich werden alle wesentlichen Risiken systematisch dokumentiert. Diese werden entsprechend ihrer potenziellen Schadenshöhe und Eintrittswahrscheinlichkeit bewertet sowie mit Maßnahmen zur Risikominderung beziehungsweise Risikovermeidung hinterlegt. Die dokumentierten Risiken werden entweder turnusmäßig oder bei Überschreitung festgelegter Meldegrenzen ad hoc der Geschäftsführung gemeldet, sodass die zeitnahe Informationsversorgung für wesentliche Risiken gewährleistet ist. Insgesamt ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt festzustellen, dass keine den Fortbestand des Herder Thalia-Konzerns gefährdenden Risiken, auch in Bezug auf die wirtschaftlichen Folgen des Ukraine-Krieg, bestehen und zukünftige bestandsgefährdende Risiken nicht erkennbar sind. Umfeldchancen und -risiken Die volkswirtschaftliche Entwicklung und die damit einhergehende Veränderung des Konsumverhaltens haben wesentlichen Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Herder Thalia-Konzerns. Risiken können sich auch bei Änderungen der politischen Lage ergeben. Durch die fokussierte Ausrichtung auf den Buchmarkt der deutschsprachigen Länder reduziert sich die Abhängigkeit von internationalen Entwicklungen und erhöht sich die Abhängigkeit von den Zielmärkten. Mithilfe von regelmäßigen Planungsrechnungen und Szenario-Analysen kann schnell auf Veränderungen der Rahmenbedingungen reagiert werden. Als Grundsatz gilt dabei immer renditeorientiertes Wachstum mit konsequenter Fokussierung auf profitable Geschäftsfelder. Geschäftschancen und -risiken Die Umsätze im Online-Handel waren im abgelaufenen Geschäftsjahr erstmalig rückläufig, da nach den hohen Wachstumsraten während der Corona-Krise in 2022 wieder deutlich mehr Kunden in der Sortimentsbuchhandlung eingekauft haben anstelle einer Online-Bestellung. Allerdings wird die auf der Omni-Channel Strategie basierende Vernetzung zwischen dem traditionellen stationären Handel und dem Onlinevertrieb weiter ausgebaut. Durch geschickte Kombinationen und nachhaltige Investitionen können so Marktanteile hinzugewonnen und Marktpositionen ausgebaut werden, beispielsweise werden häufig Artikel online bestellt und dann in der Filiale abgeholt. Dieser Umsatz wird dann dem stationären Handel zugerechnet. Durch die Teilnahme an der eBook-Allianz führender Buchhändler, in dessen Zentrum die Vermarktung des eReaders Tolino steht, konnte die Marktposition im digitalen Bereich verbessert werden, da diese Plattform sich neben dem Kindle von Amazon als Standard im deutschsprachigen Markt etabliert hat. Mit dem vollständigen Erwerb der Skoobe GmbH wird die Präsenz im Bereich digitaler Bücher noch einmal deutlich ausgebaut. Im Rahmen des neuen Store-Konzeptes "Thalismayer" werden Filialen auf Basis eines neuen Ladenbaukonzepts sukzessive stärker zu Treffpunkten ausgebaut, die den Kunden nach der Überwindung der Corona-Pandemie wieder neben einer hohen Aufenthaltsqualität gleichzeitig die Möglichkeit bieten soll, sich intensiv mit den Produkten auseinanderzusetzen. Zudem bietet das Konzept vielfältige digitale Services. Hierdurch soll die Kundenbindung weiter erhöht werden. Im Rahmen des "DigitalPakts Schule", der den Einsatz von digitalen Medien an Schulen fördert, soll der zunehmende Einsatz von eBooks in Schulen forciert werden. Aus den bereits bestehenden Lieferbeziehungen können sich hieraus weitere Zukunftspotentiale ergeben. Ein weiterer wichtiger Schritt ist die Etablierung der Plattform-Strategie: inhabergeführten Buchhandlungen wird die langjährige Expertise und das digitale Knowhow im Rahmen von IT-, Webshop- sowie Beschaffungslösungen zur Verfügung gestellt. Neben dem Familienunternehmen Osiander im Vorjahr haben sich mittlerweile zahlreiche weitere Buchhändler für dieses Partnermodell entschieden. Im Personalbereich erhöht sich die Attraktivität des Herder-Thalia-Konzerns als Arbeitgeber insbesondere durch die Marken-Bekanntheit, die Marktführerschaft im stationären Handel sowie den hohen Digitalisierungsgrad des Geschäftsmodells. Dadurch wird die Versorgung mit qualifizierten Arbeitskräften sichergestellt. Corona-Pandemie Das abgelaufene Geschäftsjahr war - im Vergleich zu den Vorjahren - nur noch von moderaten Einschränkungen aufgrund der Corona-Pandemie betroffen. Während im Weihnachtsgeschäft 2021 noch Einschränkungen wie Maskenpflicht und Begrenzungen der Kundenanzahl in den Buchläden galten, wurden diese Beschränkungen sukzessive in den folgenden Monaten aufgehoben. Der Herder Thalia-Konzern steuerte diesen Einschränkungen mit verschiedenen Maßnahmen entgegen. Neben den üblichen und gesetzlich vorgeschriebenen Sicherheitsvorkehrungen im Einzelhandel (Abstandsregeln, Mund-Nasen-Schutz) bietet Thalia in allen Filialen mit dem "Scan & Go" Service den Kunden die innovative Möglichkeit, Artikel vor Ort über die Thalia-App zu scannen und den Einkauf so abzuschließen, ohne an der Kasse anstehen zu müssen. Die Abrechnung erfolgt dann über das Kundenkonto. Die Geschäftsführung geht im gegenwärtigen Zeitpunkt nicht davon aus, dass es erneut zu einem so starken Anstieg der Infektionszahlen kommt, dass wieder weitgehende Beschränkungen des öffentlichen Lebens und damit des Einzelhandels zum Tragen kommen. Ukraine-Krieg Der Ende Februar 2022 von Russland begonnene Krieg in der Ukraine hat in der Folge zu deutlichen Preissteigerungen, insbesondere im Energiebereich, geführt. Weiterhin bestehen für bestimmte Produkte Störungen der Lieferketten. Gleichzeitig hat sich das Verbrauchervertrauen sukzessive verschlechtert. Mit dem konsequenten Ausbau der Omni-Channel-Strategie wurden die richtigen Weichen gestellt, um auch unter diesen schwierigen Marktbedingungen weiter zu wachsen, da die Kunden über verschiedene Kanäle hinweg angesprochen werden können. Bisher bezog sich die Kaufzurückhaltung zumeist auf hochpreisige Produkte und Dienstleistungen sowie selektive Einzelhandelsbereiche. Der Bucheinzelhandel mit seinen überwiegend niedrigpreisigen Produkten hat sich bisher nahezu unverändert gezeigt. Der Herder Thalia-Konzern geht deshalb momentan nicht davon aus, dass es im Buchhandel zu einer deutlichen Kaufzurückhaltung kommt. Preissteigerungen, insbesondere im Energiebereich, in den Filialen als auch in den Zentralstandorten führen zu höheren Kosten. Diesem Anstieg wird durch ein umfangreiches Energiesparprogramm begegnet. Ein Projektteam hat entsprechende Potentiale gruppenübergreifend identifiziert und größtenteils bereits umgesetzt, sodass diese Kostensteigerungen nur begrenzt negativen Einfluss haben werden. Höhere Papier- und Energiepreise können von den Verlagen nur verzögert aufgrund der Buchpreisbindung an die Kunden weitergegeben werden. Die in den letzten Jahren erfolgten Preissteigerungen wurden von den Verbrauchern akzeptiert; aus diesem Grund sieht der Herder Thalia-Konzern auch in der Zukunft bei insgesamt höheren Buchpreisen kein signifikantes Risiko. Beschaffungs- und Absatzrisiken Um attraktive und aktuelle Sortimente dauerhaft zu gewährleisten, unterhält der Herder Thalia - Konzern Geschäftsbeziehungen zu einer Vielzahl von Lieferanten und Herstellern. Potenziellen Preisänderungsrisiken begegnet die Unternehmensgruppe in erster Linie mit langfristig ausgerichteten Lieferbeziehungen und kontinuierlichen Marktbeobachtungen. Darüber hinaus unterliegt der überwiegende Teil des Sortiments der Buchpreisbindung. Das Risiko der richtigen Sortimentsauswahl wird durch weitgehende Remissionsvereinbarungen gemindert. Risiken in der Bewertung neuer Sortimente außerhalb der Buchpreisbindung und ohne Remissionsrecht begegnet die Gesellschaft mit branchenüblichen Reichweiten- und Gängigkeitsabschlägen. Die Risken bei der Beschaffung und beim Absatz sehen wir aber als gering an. Forderungsausfallrisiko Durch die Etablierung eines aktiven Forderungsmanagements mittels interner und externer Dienstleister ist das Forderungsausfallrisiko für den Herder Thalia-Konzern nur von geringer Relevanz. Eine kontinuierliche systemunterstützte Überwachung und Bewertung von Forderungen minimiert die Risiken eines Forderungsausfalls. Der Herder Thalia-Konzern begegnet diesen Risiken mit einem konsequenten Debitorenmanagement und entsprechenden pauschalen wie Einzel-Wertberichtigungen. Eine zeitnahe Verrechnung der Forderungen mit Verbindlichkeiten gegenüber Lieferanten verringert zudem das Ausfallsrisiko. Risiken des baren und bargeldlosen Zahlungsverkehrs werden durch geeignete Richtlinien und systematische Prüfverfahren begrenzt. Auch Ausfälle durch gefälschte Banknoten sind aufgrund der Kontroll- und Prüfverfahren von minimaler Natur. Insgesamt wird die Gefahr von Forderungsausfällen als gering eingeschätzt. Informationstechnologische Chancen und Risiken Durch technologischen Fortschritt, zunehmende Vernetzung und dauerhafte Verfügbarkeit sind auch immer mehr IT-Systeme in Geschäftsprozesse eingebunden. Vom Smartphone bis zur Warenwirtschaft erhöht sich die Abhängigkeit von Verfügbarkeit und Funktionalität von IT-Komponenten und Daten. Der Herder Thalia-Konzern verfügt daher über eine verbindliche IT-Sicherheitsinfrastruktur sowie klare Regeln und Richtlinien, um das Risikopotenzial zu minimieren. Neben Firewalls, aktuellen Virenschutzlösungen und umfangreichen technischen Sicherungen trägt auch die regelmäßige Überprüfung der IT-Infrastruktur durch externe Experten dazu bei, Verfügbarkeit, Funktionalität und Effizienz von Systemen und Daten aufrechtzuerhalten. Durch Schulungen von beteiligten Mitarbeitern im Bereich Datenschutz kann ein effektiver Schutz von kritischen Geschäfts- und Kundendaten sichergestellt werden, der weit über das vorgeschriebene gesetzliche Niveau hinausgeht. Mittels Social Media-Schulungen trägt der Herder Thalia-Konzern ferner zum sicheren Auftreten von Mitarbeitern in sozialen Netzwerken und damit auch zur Erschließung neuer Kundengruppen bei. Weitgehend standardisierte IT-Infrastrukturen in den Bereichen Store und Rechenzentrum gewährleisten einfache Kontrollen und Überwachung sowie eine schnelle Reaktion im Falle von Krisen oder Notfällen. Zudem erhöhen sich dadurch ebenfalls Effizienz und Effektivität, was wiederum zu Wettbewerbsvorteilen führen kann. Da die informationstechnologischen Risiken insgesamt als mittelhoch eingeschätzt werden, hat der Herder Thalia-Konzern eine Cyber-Versicherung abgeschlossen. Personalchancen und -risiken Ein wichtiger Eckpfeiler für Erfolg und Misserfolg des Unternehmens sind seine Mitarbeiter. Gerade im Einzelhandel und damit auch im Buchhandel sind kompetente und freundliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für das Unternehmen unverzichtbar. Im Rahmen der Omni-Channel-Strategie haben sich viele gewohnte Arbeitsweisen deutlich verändert, und es gilt nun, komplexe und verzahnte Prozesse zu meistern. Während sich der Buchhandel z.B. früher auf den stationären Buchverkauf konzentrieren konnte, wird heute umfassende Kompetenz auch im E-Reading- und Online-Bereich gefordert. Demnach stellen ein möglicher Mangel an Qualität und eine unzureichende Serviceorientierung von Mitarbeitern das größte Risiko in diesem Bereich dar. Aus diesem Grund sind die betriebliche Aus- und Weiterbildung sowie die Schaffung eines positiven Arbeitsumfelds nach wie vor ein primäres Ziel. Auch die Förderung von Management-Nachwuchs wird mittels geeigneter Management-Entwicklungsprogramme realisiert. Dies bietet Top-Führungskräften zum einen die Möglichkeit einer gezielten Weiterbildung und zum anderen einen funktionsübergreifenden Erfahrungsaustausch. Chancen ergeben sich insbesondere aus der hohen Attraktivität des Herder Thalia-Konzerns als Arbeitgeber, dem erneut hohen Anteil an Auszubildenden sowie den vielen hervorragenden Ausbildungsabschlüssen. Dadurch wird die Versorgung mit qualifizierten Nachwuchskräften sichergestellt. Je nach Bereich wird das Risiko der Personalbeschaffung unterschiedlich eingeschätzt. Insgesamt ist das Risiko aber niedrig. Rechtliche Chancen und Risiken Als wesentliche Risiken sind mögliche Verstöße gegen geltendes Recht, gesetzliche Bestimmungen oder unternehmensinterne Richtlinien zu sehen. Im Fokus steht hier neben konsequenter Beobachtung der landesaktuellen Gesetzeslage auch die Reaktion auf bevorstehende Gesetzesänderungen. Sämtliche Auswirkungen auf die Unternehmen des Herder Thalia-Konzerns werden frühzeitig durch Einbindung von internen und externen Rechtsberatern erkannt und Änderungen, falls nötig, zeitnah umgesetzt. Bei Gewährleistungsansprüchen aus Produktmängeln oder Forderungen aus dem Produkthaftungsgesetz ist der Herder Thalia-Konzern aufgrund der vertriebenen Produkte sowie durch vertraglich vereinbarte Rückgriffansprüche gegen Lieferanten weitestgehend abgesichert bzw. risikofrei. Derzeit ist der Herder Thalia-Konzern in keinerlei Rechtsstreitigkeiten verwickelt, die einen entscheidenden Einfluss auf die wirtschaftliche Lage hätten. Prinzipiell wird das Risiko als gering eingeschätzt. Internes Kontrollsystem und Risikomanagementsystem bezogen auf den (Konzern-) Rechnungslegungsprozess Das rechnungslegungsbezogene interne Kontroll- und Risikomanagementsystem des Herder Thalia-Konzerns minimiert das Risiko einer materiellen Falschaussage in der Rechnungslegung sowie in der externen Berichterstattung. Fehlentwicklungen werden so rechtzeitig erkannt, und es können gegensteuernde Maßnahmen ergriffen werden. Dadurch wird gewährleistet, dass relevante Sachverhalte gesetzeskonform und normengerecht in den Einzelabschlüssen und im Konzernabschluss dargestellt werden. Der Konzernabschluss der Herder Thalia Holding GmbH & Co. KG wird nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) erstellt, wie sie die Europäische Kommission genehmigt hat. Hierzu und zur Erstellung der Einzelabschlüsse verfügt der Herder Thalia-Konzern über eine zentrale Buchhaltung. Die Einzelabschlusserstellung der Konzerngesellschaften nach lokalen Rechnungslegungsgrundsätzen (HB I) und unter Berücksichtigung notwendiger Anpassungen an die konzerneinheitlichen Ansatz-, Bewertungs- und Ausweismethoden (HBII) erfolgt mithilfe der zentralen ERP-Software SAP (SAP-FI). Die hierbei im Rahmen der Rechnungslegung notwendigen Arbeitsschritte werden vielfältigen automatischen und manuellen Kontrollen und Plausibilitätsprüfungen unterzogen. Schlüsselkontrollen sind z.B. die Abstimmung von Haupt- und Nebenbüchern. Weitere regelmäßige Kontrollen - wie die automatische Rechnungskontrolle und -verarbeitung, der tägliche Abgleich der Umsätze der Filialen mit den Einzahlungen der Geldmittel auf den Bankkonten oder die Überprüfung von Buchungsabbrüchen - helfen, eine hohe Qualität der Einzelabschlüsse sicherzustellen. Nach endgültiger Freigabe der Einzelabschlüsse ist eine nachträgliche Veränderung durch die Buchhaltung nicht mehr möglich. Die Konsolidierung der Einzelabschlüsse (HBII) der Konzerngesellschaften erfolgt für alle Gesellschaften über die Software IBM Cognos Controller. Hier ist ein einheitlicher Kontenplan hinterlegt, der von allen Gesellschaften anzuwenden ist und durch die Thalia Bücher GmbH vorgegeben und gepflegt wird. Die in SAP erstellten Einzelabschlüsse (HBII) werden automatisch an die Konsolidierungssoftware übergeben. Außer den eigentlichen Abschlüssen werden durch die Konsolidierungssoftware und einzelne Zusatzsysteme weitere abschlussrelevante Informationen zur Steuerabgrenzung, Konsolidierung und zur Erstellung des Anhangs gesammelt. Die übergebenen Daten werden anschließend automatisch auf Plausibilität überprüft. Sollten Warn- oder Fehlermeldungen auftreten, werden diese von der jeweiligen Gesellschaft des Herder-Thalia-Konzerns bearbeitet. Manuelle Kontrollen hinsichtlich Qualität und Vollständigkeit werden durch das Team Konzernbilanzierung vorgenommen. Die im Rahmen der anschließenden Konsolidierung im Team Konzernbilanzierung notwendigen Arbeitsschritte werden verschiedenen automatischen und manuellen Kontrollen und Plausibilitätsprüfungen unterzogen. Als wesentliche Kontrollen sind hier die automatischen Plausibilitätsprüfungen sowie manuelle Soll-Ist- und Ist-Vorjahr-Vergleiche zu sehen. Die Erstellung der Kapitalflussrechnung und der Eigenkapitalveränderungsrechnung erfolgt ebenso systemgestützt. Bewertungen im Zusammenhang mit Erwerben von Anteilen (z.B. Kaufpreisallokation) erfolgen bei wesentlichen Erwerben grundsätzlich auf Basis externer Bewertungsgutachten. Für die Bewertungen von Rückstellungen, im Wesentlichen Personalrückstellungen, werden im Rahmen des Abschlusserstellungsprozesses regelmäßig externe Gutachter eingesetzt. Für die wesentlichen Abläufe der Einzel- und Konzernabschlusserstellung sind Organisationshandbücher, Handlungsanweisungen und Richtlinien verfasst. Diese werden regelmäßig den aktuellen Gegebenheiten angepasst und sind allen beteiligten Mitarbeitern zugänglich. Grundsätzlich wird das Vier-Augen-Prinzip beachtet. Das bedeutet, alle wesentlichen Vorgänge werden durch mindestens eine zweite Person kontrolliert. Dabei wird bei allen Vorgängen das Prinzip der Funktionstrennung beachtet. Das heißt, die Rechte und Befugnisse der Mitarbeiter sind soweit beschränkt, dass eine Vier-Augen-Prüfung nicht unterlaufen werden kann. Die Einhaltung und Durchführung dieser Kontrollen wird regelmäßig sowohl betriebswirtschaftlich als auch technisch überprüft. Neben den inhaltlichen und technischen Risiken können Risiken auch aus dem Versäumen formaler Fristen und Termine entstehen. Zur Vermeidung dieser Risiken werden die Arbeitsabläufe zur Einzel- und Konzernabschlusserstellung inhaltlich und zeitlich durch das Team Konzernbilanzierung überwacht. Der Abschlusserstellungsprozess ist außerdem detailliert in einem Ablaufplan dargestellt, der die einzelnen Schritte mit Termin und Verantwortlichkeit enthält. Um die Verlässlichkeit, Vertraulichkeit und Verfügbarkeit der Daten zu gewährleisten, sind klare Zugriffsregelungen in den rechnungslegungsbezogenen IT-Systemen definiert. Jede Konzerngesellschaft im In- und Ausland unterliegt diesen Regelungen, die in einer IT-Sicherheitsleitlinie zusammengefasst sind und deren Einhaltung konzernweit überwacht wird. Dadurch wird sichergestellt, dass die Nutzer der Systeme nur auf jene Informationen und Systeme Zugriff haben, die sie zur Erfüllung ihrer Aufgaben benötigen. Beurteilung der Risikosituation des Herder Thalia-Konzerns durch die Unternehmensleitung Als Basis zur Beurteilung von Chancen und Risiken im Herder Thalia-Konzern dient das eingesetzte Risiko- und Chancenmanagementsystem, das gemeinsam mit dem Management der Tochtergesellschaften turnusmäßig diskutiert wird. Zu den potenziellen Hauptrisiken des Herder Thalia-Konzerns gehören zunächst nicht beeinflussbare oder nur mittelbar beeinflussbare Faktoren, wie z.B. die Entwicklung der nationalen und internationalen Wirtschaftslage und die daraus resultierende Kaufkraft. Darüber hinaus bestehen vor allem operative Risiken, denen unmittelbar durch entsprechende Maßnahmen in den Gesellschaften begegnet wird. Im Geschäftsjahr hat sich die gesamte Risiko- und Chancen-Situation im Hinblick auf die Corona-Pandemie deutlich zum Positiven hin verändert. Die hieraus entstandene Risikosituation ist mittlerweile aus Sicht der Geschäftsführung vernachlässigbar und führt nicht zu einer Gefährdung des Fortbestandes des Herder Thalia-Konzerns. Auch die wirtschaftlichen Folgen des seit Februar 2022 begonnenen Ukraine-Krieges sind bisher sehr überschaubar, denn der Bucheinzelhandel war durch sein nominell niedrigpreisiges Sortiment nicht von der zu beobachtenden Kaufzurückhaltung im Einzelhandel betroffen. Organisatorisch sind alle Voraussetzungen geschaffen, um rechtzeitig Informationen über potenzielle Risikosituationen zu erhalten, um kurzfristig reagieren zu können. Entwicklungstätigkeit im Konzern Im Rahmen der Weiterentwicklung und Wettbewerbssteigerung hat der Herder Thalia-Konzern erhebliche Ressourcen in die Entwicklung der Projekte Omni-Channel und Auswertungsplattform gesteckt. Dies führte zu Aufwand im Geschäftsjahr, der sich in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen widerspiegelt. Forschungskosten fallen im Konzern nicht an. Prognosebericht und Gesamtaussage Deutschland Aufgrund des anhaltenden Kriegs in der Ukraine und der weiterhin hohen Inflation erwarten die meisten Wirtschaftsforschungsinstitute, ebenso wie die Bundesregierung, die EU-Kommission und der Internationale Währungsfonds für Deutschland für 2023 nur noch ein sehr geringes Wachstum unter einem Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Für 2024 wird eine Erholung mit einer deutlich höheren Wachstumsrate des Bruttoinlandsprodukts (BIP) erwartet, die jedoch von verschiedenen Faktoren abhängig ist. Anhaltend hohe Energiepreise und Lieferschwierigkeiten bei Material und Rohstoffen könnten zu einer Verfestigung der hohen Inflation führen und sich damit negativ auf das Konsumverhalten auswirken. Mit der kürzlich erfolgten Aufgabe der Zero-Covid Strategie und der entsprechenden Öffnung der Wirtschaft in China hat sich das Risiko von Lieferengpässen jedoch deutlich reduziert. Der aufgrund der moderaten Temperaturen ausgebliebene Energiemangel hat zudem zu einem Rückgang der Energiepreise geführt. Insgesamt geht das Ifo-Institut, wie auch andere Wirtschaftsforscher, nun davon aus, dass die Inflationsrate von etwa 7,8% in 2022 auf 6,4% in 2023 sinken wird und sich diese Entwicklung im kommenden Jahr fortsetzt. Die für den Winter 2022/23 erwartete Rezession verläuft deutlich milder als erwartet. Daher rechnet das Institut für 2023 auch nur noch mit einem Rückgang der Wirtschaftsleistung von 0,1% im Vergleich zum Vorjahr. Für 2024 wird ein Wachstum von 1,6% und ein deutlicher Rückgang der Inflationsrate auf 2,8% erwartet. Auch der ifo-Geschäftsklimaindex hat sich zuletzt wieder verbessert, gerade im Bereich der Erwartungen. Insbesondere der Handel war weniger skeptisch als noch zuvor und mit den laufenden Geschäften zufrieden. Die im Bereich Einzelhandel in verschiedenen Branchen zu beobachtende Kaufzurückhaltung trifft den Buch-Einzelhandel bisher kaum. Die verhaltenen Erwartungen wurden größtenteils übertroffen. Auch im letztjährigen Weihnachtsgeschäft waren Bücher wieder unter den beliebtesten Geschenk-Kategorien zu finden. Zudem sind Bücher preiswert und können als "erschwinglicher" Ersatz für hochpreisige Geschenke, z.B. aus dem Elektronikbereich, dienen (buchreport Umfrage 18.11.2022). Diese Einschätzung spiegelt auch die gegenwärtige Geschäftsentwicklung des Herder Thalia-Konzerns wider; daher erwartet die Geschäftsführung, auch bei den insgesamt unsicheren Aussichten, zunächst keine signifikanten Belastungen des Geschäfts und sieht sich auf der Grundlage dieser Einschätzung gut und flexibel aufgestellt und geht derzeit nicht von bestandsgefährdenden Risiken aus. Darüber hinaus müssen die langfristigen Herausforderungen, wie der demographische Wandel, der zunehmende Protektionismus oder auch klimatische Entwicklungen im Blick gehalten werden. Die Corona-Pandemie hat zudem zu einem Digitalisierungsschub geführt, der neben vielen Vorteilen auch bestehende Defizite, insbesondere im Gesundheits- und Bildungswesen sowie in der öffentlichen Verwaltung verdeutlicht hat. Euro-Raum Die Europäische Kommission geht in ihrem jüngsten Konjunktur-Ausblick (Winter-Prognose) von einem Konjunkturwachstum von 3,5% für 2022 in der EU aus und rechnet für das laufende Jahr mit einer Zunahme des BIP um 0,8%. In 2024 wird eine dynamischere Entwicklung und ein Zuwachs von 1,6% für die EU erwartet. Neben der breit aufgestellten Energieversorgung in der EU und des niedrigeren Verbrauchs, die zu einem Sinken der Großhandelspreise unter das Vorkriegsniveau geführt haben, zeigt sich auch der Arbeitsmarkt robuster als noch im Herbst 2022 erwartet. Der Höhepunkt der Teuerung sollte überschritten sein. Trotz der anhaltenden Unsicherheit in Bezug auf den Fortgang des Ukraine-Krieges und anderer geopolitischer Spannungsfelder sind die Risiken für die Konjunktur im Euroraum für die EU-Kommission insgesamt überschaubar. Steuerliche und rechtliche Änderungen Wesentliche zukünftige Änderungen der steuerlichen und rechtlichen Einflussgrößen sind derzeit nicht bekannt. Weihnachtsgeschäft 2022 Nachdem das Weihnachtsgeschäft in den letzten zwei Jahren Einschränkungen durch die Corona-Pandemie unterworfen war, herrschten 2022 erstmals wieder normale Einkaufsbedingungen im stationären Handel. Insgesamt konnte im Dezember 2022 mit etwa 20% Umsatzplus ein deutlicher Zuwachs im stationären Geschäft im Vergleich zum Vorjahr verzeichnet werden. Insbesondere die Woche zwischen 4. Advent und Heiligabend verzeichnete eine deutlich höhere Nachfrage im Vergleich zum Vorjahr, die teilweise auch in der letzten Woche des Jahres anhielt. Wirtschaftlicher Ausblick auf das Geschäftsjahr 2022/23 Die wirtschaftlichen Folgen des Ukraine-Kriegs in Form von Preissteigerungen und einem negativen Konsumklima wirken sich bisher kaum auf das Kunden- und Kaufverhalten im Buch-Einzelhandel aus. Der Anstieg der Logistik-, Energie- und Rohstoffkosten im Verlagswesen kann durch die Buchpreisbindung nur verzögert an die Kunden weitergegeben werden. Letztendlich bewirken erste Preisanpassungen jedoch keine Änderungen des Kaufverhaltens, die Preissensibilität der Kunden ist bisher gering. Auch wenn der Online-Handel zunächst im vergangenen Kalenderjahr leicht rückläufig war, so wird dieser Vertriebskanal und eine fortschreitende Digitalisierung weiterhin zum Erfolg des Buchhandels beitragen. Die vergangenen Monate haben jedoch auch gezeigt, wie wichtig den Kunden das Kauferlebnis in der Sortimentsbuchhandlung vor Ort ist. Dieser Entwicklung wird mit dem sukzessiven Ausbau der Omni-Channel-Strategie sowie der Einführung des "Thalismayer"-Konzeptes begegnet. Neue Entwicklungen wie zum Beispiel die Einführung von Selbstbedienungskassen sind bereits in der Erprobungsphase. Auf Liefer- wie auch auf Handelsseite wird der Konzentrationsprozess voranschreiten. Mit der erfolgreichen Partnerschaft mit Osiander wurde im vergangenen Geschäftsjahr ein weiterer strategischer Schritt realisiert, der sich erfolgreich etabliert hat und eine Plattform bietet, die zentrale Dienstleistungen entlang der Wertschöpfungskette für einen Partner übernehmen kann. Gesamteinschätzung des Herder Thalia-Konzerns Das Geschäftsjahr 2022/23 startete mit guten Umsatz- und Ergebniszuwächsen. Aufgrund des anhaltenden Kriegs in der Ukraine und der weiterhin hohen Inflation erwarten die meisten Wirtschaftsforschungsinstitute, ebenso wie die Bundesregierung, die EU-Kommission sowie verschiedene Wirtschaftsforschungsinstitute in Österreich und der Schweiz nur ein geringes Wachstum des Bruttoinlandsprodukts BIP in den betreffenden Ländern im laufenden Jahr. Für 2024 wird durchgehend eine Erholung erwartet. Geopolitische Risiken aufgrund des Ukraine-Krieges sowie die angespannte Lage zwischen China und den Vereinigten Staaten bleiben ein Risikofaktor für die Weltwirtschaft und damit auch für die wirtschaftliche Lage in Europa, der sich entsprechend negativ auf das Konsumverhalten auswirken könnte. Die im Bereich Einzelhandel in verschiedenen Branchen zu beobachtende Kaufzurückhaltung trifft den Buch-Einzelhandel bisher kaum. Die verhaltenen Erwartungen wurden im Weihnachtsgeschäft und zu Beginn des Jahres 2023 größtenteils übertroffen. Da Bücher preiswert sind, können diese als "erschwinglicher" Ersatz für hochpreisige Geschenke, z.B. aus dem Elektronikbereich, dienen (buchreport Umfrage 18.11.2022). Diese Einschätzung spiegelt auch die gegenwärtige Geschäftsentwicklung des Herder Thalia-Konzerns wider, daher erwartet die Geschäftsführung, auch bei den insgesamt unsicheren Aussichten, zunächst keine signifikanten Belastungen des Geschäfts und sieht sich auf der Grundlage dieser Einschätzung gut und flexibel aufgestellt und geht derzeit nicht von bestandsgefährdenden Risiken aus. Die Geschäftsführung geht im Geschäftsjahr 2022/23 von einem leicht zunehmenden Umsatz und einem ebenfalls leicht verbesserten EBITDA im Vergleich zum Vorjahr aus. Investitionen (ohne Akquisitionen) sollen noch einmal signifikant gesteigert werden, insbesondere im Filialbereich. Aufgrund dieser Investitionen und der geplanten Ausschüttung auf niedrigem Niveau wird der Netto-Cash Flow im laufenden Geschäftsjahr voraussichtlich negativ ausfallen. Eine abschließende Einschätzung der weiteren Entwicklung des Kriegs in der Ukraine und dessen wirtschaftliche Folgen für die deutsche und europäische Wirtschaft ist in der derzeitigen dynamischen Situation nicht möglich. Wir sehen uns trotzdem gut aufgestellt in der krisenhaften Situation und gehen derzeit nicht von bestandsgefährdenden Risiken aus. Wir werden unsere geschäftspolitischen Entscheidungen jedoch ständig an zukünftige Entwicklungen anpassen.
Hagen, den 30. April 2023 Manuel Herder Michael Busch Geschäftsführer der Herder Thalia Holding GmbH & Co. KG |
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Herder Thalia Holding GmbH & Co. KG
Stammdaten
- Rechtsform
- GmbH & Co. KG
- Anschrift
- 79104 Freiburg im Breisgau
- Handelsregister
- HRA 704771, Freiburg
- Branche
- Branche · mit API-Key einsehbar API-Key holen →
- Vertretungsregelung
Jeder persönlich haftende Gesellschafter vertritt einzeln. Jeder persönlich haftende Gesellschafter sowie dessen jeweilige Geschäftsführer sind befugt, im Namen der Gesellschaft mit sich im eigenen Namen oder als Vertreter eines Dritten Rechtsgeschäfte vorzunehmen.
Finanzen
Bilanz
2023- Langfristige Vermögenswerte 58,6 % 493,16 Mio
- Umlaufvermögen 41,4 % 348,84 Mio
- Kurzfristiges Fremdkapital 63,3 % 533,09 Mio
- Langfristiges Fremdkapital 27,8 % 234,31 Mio
- Eigenkapital 8,9 % 74,60 Mio
Bilanzdaten für 7 weitere Geschäftsjahre verfügbar.
Gewinn- und Verlustrechnung
2023- Umsatzerlöse 62,3 % 1,55 Mrd
- Rohertrag aus dem Handelsgeschäft 23,8 % 590,50 Mio
- EBITDA 6,0 % 148,15 Mio
- Sonstige betriebliche Erträge 2,4 % 59,69 Mio
- EBT 2,3 % 57,29 Mio
- EBIT 2,2 % 55,61 Mio
- Ergebnisanteil nicht beherrschender Gesellschafter 0,7 % 16,46 Mio
- Ergebnisanteile aus Unternehmen, die nach der at Equity Methode bilanziert werden 0,3 % 7,33 Mio
- Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 0,1 % 1,84 Mio
- Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren 60,8 % −955,24 Mio
- Sonstige betriebliche Aufwendungen 17,6 % −276,96 Mio
- Personalaufwand 14,3 % −225,08 Mio
- Abschreibungen 5,9 % −92,54 Mio
- Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 0,9 % −14,02 Mio
- Zinsen und ähnliche Aufwendungen 0,5 % −7,48 Mio
- Finanzergebnis 1,69 Mio
- Jahresüberschuss/Jahresfehlbetrag 43,28 Mio
- Konzerngesellschaftern zustehendes Jahresergebnis 26,82 Mio
GuV-Daten für 7 weitere Geschäftsjahre verfügbar.
Vertretungsberechtigte
-
M***** W***
seit 2016 Prokura
Eigentum & Beteiligungen
Gesellschafter
- Herder Thalia Verwaltungs GmbH DEU Persönlich haftender Gesellschafter
- HH2 GmbH DEU Kommanditist 28k €
- HH1 GmbH DEU Kommanditist 28k €
Beteiligungen an
- Herder Thalia GmbH 100,0 %
Historie
- 2018
-
11.09.
Eintritt eines MitgliedsHerder Thalia Holding GmbH & Co. KG · Kommanditist
-
11.09.
Austritt einer PositionHerder Thalia Holding GmbH & Co. KG · Kommanditist
-
11.09.
Eintritt eines MitgliedsHerder Thalia Holding GmbH & Co. KG · Kommanditist
- 2016
-
06.09.
NamensänderungHerder Thalia Holding GmbH & Co. KG
-
02.09.
Registerblatt geschlossenHerder Thalia Holding GmbH & Co. KG
-
02.09.
GerichtswechselHerder Thalia Holding GmbH & Co. KG
-
02.09.
SitzänderungHerder Thalia Holding GmbH & Co. KG
-
02.09.
AdressänderungHerder Thalia Holding GmbH & Co. KG
Jahresabschlüsse
Veröffentlichte Abschlüsse im Original, nach Geschäftsjahr sortiert.
| Geschäftsjahr | Dokument | Veröffentlicht | Zugriff |
|---|---|---|---|
| 2023 | Konzernabschluss | Veröffentlicht | Über die API |
| 2022 | Konzernabschluss | Veröffentlicht | Volltext lesen |
| 2021 | Konzernabschluss | Veröffentlicht | Über die API |
| 2020 | Konzernabschluss | Veröffentlicht | Über die API |
| 2019 | Konzernabschluss | Veröffentlicht | Über die API |
2022 Konzernabschluss Volltext
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-
Diese Server-URL eintragen und den Connector hinzufügen:
https://mcp.handelsregister.ai/mcp - Mit Ihrem handelsregister.ai-Konto verbinden und den Connector im Chat über „+“ → „Connectors“ aktivieren.
- In ChatGPT im Browser unter Einstellungen → Apps eine eigene App erstellen. Dafür muss der Entwicklermodus freigeschaltet sein.
-
Als Namen „handelsregister“, als Authentifizierung OAuth und diese Server-URL verwenden:
https://mcp.handelsregister.ai/mcp - Mit Ihrem handelsregister.ai-Konto anmelden, die App erstellen und im Chat aus dem Tools-Menü auswählen.
Einmal im Terminal ausführen:
claude mcp add --transport http handelsregister https://mcp.handelsregister.ai/mcp \
--header "X-API-Key: YOUR_API_KEY"
YOUR_API_KEY durch Ihren handelsregister.ai API-Key ersetzen.
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from openai import OpenAI
client = OpenAI()
response = client.responses.create(
model="gpt-6-astra",
input="Zeige mir die Geschäftsführung, Gesellschafter und letzten verfügbaren Geschäftszahlen von Herder Thalia Holding GmbH & Co. KG. Nenne die Geschäftsjahre und Quellen.\n\nentity_id: 3eb4874173d2fba41f112eae1c29f0df",
tools=[{
"type": "mcp",
"server_label": "handelsregister",
"server_url": "https://mcp.handelsregister.ai/mcp",
"headers": {"X-API-Key": "YOUR_API_KEY"},
"require_approval": "never",
}],
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