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marktguru Deutschland GmbH

München ·HRB 221869 München ·marktguru.de
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Stammdaten

Rechtsform
GmbH
Anschrift
Sendlinger Straße 23
80331 München
Handelsregister
HRB 221869, München
Eintragungsdatum
19. Oktober 2015
Branche
Vermarktung und Vermittlung von Werbezeiten und Werbeflächen
Tätigkeiten der Großhandelsvermittlung von Wein, Sekt und Spirituosen
Tätigkeiten der Großhandelsvermittlung von Krafträdern, Kraftradteilen und -zubehör
Eingetragenes Kapital
25.000,00 EUR
Vertretungsregelung

Ist nur ein Geschäftsführer bestellt, so vertritt er die Gesellschaft allein. Sind mehrere Geschäftsführer bestellt, so wird die Gesellschaft durch zwei Geschäftsführer oder durch einen Geschäftsführer gemeinsam mit einem Prokuristen vertreten.

Unternehmenszweck
Digitale Aggregation und Vermarktung von Flugblättern, Werbeprospekten und sonstigen Werbeformaten; Generierung und Vermarktung innovativer Marktforschungs- und Datenprodukte für Händler und Konsumgüterhersteller; Betrieb einer Multimediaagentur.

Finanzen

Mitarbeiter 2024
39
Bilanzsumme 2024
25,34 Mio. €
Jahresergebnis 2024
7,42 Mio. €
Jahresabschluss · –
8 Vorjahre · Werte mit API-Key einsehbar API-Key holen →

Bilanz

Jahresabschluss · –
2024
Aktivseite 25,34 Mio
  • Umlaufvermögen 88,3 % 22,38 Mio
  • Anlagevermögen 10,9 % 2,76 Mio
  • Aktive Rechnungsabgrenzungsposten 0,8 % 207,9 k
Passivseite 25,34 Mio
  • Eigenkapital 76,1 % 19,29 Mio
  • Verbindlichkeiten 12,0 % 3,04 Mio
  • Rückstellungen 8,8 % 2,22 Mio
  • Passive latente Steuern 3,1 % 786,7 k
Vollständige Bilanz-Aufstellung mit API-Key API-Key holen →

Bilanzdaten für 8 weitere Geschäftsjahre verfügbar.

Gewinn- und Verlustrechnung

Jahresabschluss · –
2024
Erträge 468,1 k
  • Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 100,0 % 468,1 k
Aufwendungen 19,32 Mio
  • Sonstige betriebliche Aufwendungen 54,2 % 10,47 Mio
  • Personalaufwand 23,8 % 4,59 Mio
  • Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 19,1 % 3,68 Mio
  • Abschreibungen 3,0 % 574,9 k
  • Zinsen und ähnliche Aufwendungen 0,0 % 21
  • Rohergebnis 26,27 Mio
  • Ergebnis nach Steuern 7,42 Mio
  • Jahresüberschuss/Jahresfehlbetrag 7,42 Mio
Vollständige GuV-Aufstellung mit API-Key API-Key holen →

GuV-Daten für 3 weitere Geschäftsjahre verfügbar.

Vertretungsberechtigte

  • Patrick Dainese seit 2015 Geschäftsführer
  • Yannick Müller seit 2025 Geschäftsführer
  • Thomas Kern seit 2025 Prokura
1 ehemalige Vertretungsberechtigte · mit API-Key einsehbar API-Key holen →

Eigentum & Beteiligungen

Gesellschafter

  • SevenOne Media GmbH DEU AG München, HRB 133924 90,0 % 23k €
  • Escalate Invest GmbH AUT Firmenbuch des Landesgerichtes Wiener Neustadt, FN 436688 p 10,0 % 3k €

Wirtschaftlich Berechtigte (UBOs)

Die wirtschaftlich Berechtigten hinter diesen Beteiligungen konnten nicht eindeutig zugeordnet werden.

Historie

  1. 2025
  2. 07.03.
    Eintritt eines Mitglieds
    Thomas Kern · Gesamtprokura
  3. 05.03.
    Eintritt eines Mitglieds
    Yannick Müller · Geschäftsführer
  4. 21.01.
    Austritt einer Position
    Marc-Etienne Dr. Geser · Geschäftsführer
  5. 2023
  6. 31.05.
    Satzungsänderung
    marktguru Deutschland GmbH
  7. 31.05.
    Änderung des Unternehmensgegenstands
    Digitale Aggregation und Vermarktung von Flugblättern, Werbeprospekten und sonstigen Werbeformaten; Generierung und Vermarktung innovativer Marktforschungs- und Datenprodukte für Händler und Konsumgüterhersteller; Betrieb einer Multimediaagentur.
  8. 2020
  9. 30.01.
    Adressänderung
    marktguru Deutschland GmbH
  10. 30.01.
    Berichtigung personenbezogener Daten
    Patrick Dainese · Geschäftsführer
  11. 2016
  12. 08.01.
    Adressänderung
    marktguru Deutschland GmbH
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Jahresabschlüsse

Veröffentlichte Abschlüsse im Original, nach Geschäftsjahr sortiert.

5 Dokumente
Geschäftsjahr Dokument Veröffentlicht Zugriff
2024 Jahresabschluss Geprüft von PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft · Bestätigungsvermerk vom 13. August 2025 Veröffentlicht Über die API
2023 Jahresabschluss Geprüft von Grant Thornton AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft · Bestätigungsvermerk vom 7. August 2024 Veröffentlicht Volltext lesen
2022 Jahresabschluss Geprüft von Grant Thornton AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft · Bestätigungsvermerk vom 11. Oktober 2023 Veröffentlicht Über die API
2021 Jahresabschluss Geprüft von Grant Thornton AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft · Bestätigungsvermerk vom 30. November 2022 Veröffentlicht Über die API
2020 Jahresabschluss Veröffentlicht Über die API
2023 Jahresabschluss Volltext

marktguru Deutschland GmbH

München

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023

Lagebericht für das Geschäftsjahr 2023

der marktguru Deutschland GmbH, München

Inhalt

I. Grundlagen des Unternehmens

1.1 Rechtliche und organisatorische Gesellschaftsstruktur sowie Geschäftsmodell

1.2 Planungs- und Strategieprozess

II. Wirtschaftsbericht

2.1 Wirtschaftliche Rahmenbedingungen

2.2 Branchenspezifische Rahmenbedingungen

III. Geschäftsverlauf: Vermögens-, Finanz- und Ertragslage

3.1 Wesentliche Geschäftsvorfälle und Gesamtaussage zum Geschäftsverlauf

3.2 Wesentliche Maßnahmen im Geschäftsjahr 2023

3.3 Umsatz- und Ergebnisentwicklung (Ertragslage)

3.4 Finanz- und Vermögenslage

IV. Risikobericht

4.1 Gesamtaussagen zur Risikosituation

4.2 Risikolage: Entwicklung von Einzelrisiken

V. Chancenbericht

5.1 Chancenmanagement

5.2 Erläuterung wesentlicher Chancen

5.3 Gesamtrisiko und -chancen

VI. Prognosebericht

6.1 Gesamtaussage zu künftigen wirtschaftlichen und branchenspezifischen Rahmenbedingungen

6.2 Unternehmensausblick und Gesamtaussage zur künftigen Entwicklung der marktguru Deutschland GmbH aus Sicht der Unternehmensleitung

Lagebericht für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023

der marktguru Deutschland GmbH

I. Grundlagen des Unternehmens

1.1 Rechtliche und organisatorische Gesellschaftsstruktur sowie Geschäftsmodell

Die marktguru Deutschland GmbH (nachfolgend auch als "marktguru" bezeichnet) ist im Handelsregister des Amtsgerichts München unter der Registernummer HRB 221869 eingetragen. marktguru ist als Mehrheitsbeteiligung der ProSiebenSat.1 Group im Bereich der digitalen Werbeplatzvermarktung tätig. Sie gehört zu 90 Prozent der Seven.One Media GmbH, die verbleibenden 10 Prozent hält die in Wien ansässige Investmentgesellschaft Escalate GmbH. Wesentliche operative und vertraglich geregelte Beziehungen bestehen mit der österreichischen Schwesterfirma Visivo Consulting GmbH. Dies beinhaltet insbesondere den Bezug von Software Entwicklungsleistungen und Data Mining Arbeiten. Die Visivo Consulting betreibt die Plattform marktguru in Österreich und ist im mehrheitlichen Besitz der SevenVentures Austria GmbH, einem Unternehmen der ProSiebenSat.1 Group.

Das im November 2015 gegründete Unternehmen mit Sitz in München betreibt eine eigene Onlineplattform (Native Apps und Web), bündelt dort sowohl Prospekte und Vorteilsangebote (u.a. Cashback) aus dem Handel und der Konsumgüterindustrie und bietet den Konsumenten Mehrwertfunktionen, die den täglichen Einkauf vor allem im stationären Handel vereinfachen sollen. Die auf der Plattform erzielte Reichweite vermarktet marktguru an Werbekunden aus dem stationären Einzelhandel und der Konsumgüterindustrie.

Der Fokus liegt dabei auf sogenannten "Drive-to-Store"-Maßnahmen, die auf die Steigerung der Besuchsfrequenz und des Konsums im stationären Einzelhandel abzielen. Immer öfter sind jedoch auch Online- und Omnichannelaktivitäten der Kunden in die Kommunikation mit einbezogen. Neben der Vermarktung der eigenen Reichweite bündelt marktguru auch eigene Werbeleistungen mit Platzierungen auf Werbeflächen der ProSiebenSat.1 Group, v.a. im Bereich von Co-Branded TV Leistungen und Programmatic Advertising.

marktguru bewegt sich in einem wettbewerbsintensiven Umfeld. Wesentliche Wettbewerber sind internationale Werbevermarkter, Netzwerke, Agenturen und Plattformbetreiber. Eine deutliche Überschneidung in Angebot und Kundensegment gibt es v.a. für den Bereich der digitalen Prospekt Vermarktung mit der in Berlin ansässigen und zur Axel Springer SE gehörigen bonial International GmbH sowie der in Dresden ansässigen und zur Media Central GmbH gehörigen Offerista Group. Daneben gibt es zahlreiche Wettbewerber zu einzelnen Funktionen und Werbeformaten, jedoch keinen Wettbewerber, der über ein vergleichbares Angebot und Portfolio an Werbeprodukten verfügt wie marktguru.

Im Geschäftsbetrieb von marktguru werden folgende Leistungen erbracht:

Content Management marktguru hat das operative Ziel, die Reichweite seiner Plattform unter den Konsumenten und Nutzern in Deutschland als Grundlage für die erfolgreiche Monetarisierung des Nutzer-Traffics zu maximieren. Um dieses Ziel effizient und nachhaltig zu erreichen, arbeitet das Content Management Team gemeinsam mit den Werbekunden und Content Partnern an der umfassenden, übersichtlichen und attraktiven Darstellung von digitalisierten Prospekten und weiteren Vorteilsangeboten auf der Plattform marktguru.

Das Content Management nutzt professionelle Tools, um die Plattform-Performance in Abhängigkeit des Contents und den verschiedenen Präsentations- und Einbindungsmöglichkeiten auf der Plattform zu analysieren und so die Inhalte laufend zu optimieren.

Ziel ist die größtmögliche Zufriedenheit der Nutzer mit den Informationen, sodass ein nachhaltiges, wiederkehrendes Nutzerverhalten auf der Plattform gesichert werden kann.

Sales & Campaign Management marktguru optimiert sein operatives Geschäft auf die bei den Nutzern erzielte Reichweite - ausgedrückt in erreichten Interaktionen auf der Plattform - mit dem den Nutzern gratis zur Verfügung gestellten Content. Die Monetarisierung dieser Interaktionen erfolgt über die performance-basierte Abrechnung der Kontaktleistung in den verschiedenen Werbeprodukten und Kampagnen auf marktguru. Die wichtigsten Werbeprodukte sind Digitale Prospekte, Einzelangebote, Teaser Ads, Push Notifications und Cashback-Kampagnen. Darüber hinaus bietet marktguru in enger Zusammenarbeit mit der Seven.One Media GmbH, dem Vermarkter der ProSiebenSat.1 Group, ein breites Spektrum für Werbetreibende im Bereich der digitalen Angebotskommunikation im Onlinemarketing und TV an. Das Angebot umfasst eigenes Inventar auf marktguru und verbindet die Leistungen teilweise mit Co-branded Integrationen auf den Werbeflächen der Seven.One Media GmbH (v.a. auf den TV-Sendern der Gruppe und in Programmatic Advertising Produkten). Dabei übernimmt oder organisiert marktguru auch die Erstellung und Optimierung von Werbemitteln für die Werbekampagnen.

1.2 Planungs- und Strategieprozess

Die Geschäftsführung steuert das Unternehmen anhand einer Reihe von Soll-Größen, die für verschiedene zeitliche Perioden festgelegt werden. Das Steuerungssystem umfasst sowohl finanzielle Kennzahlen (Umsatzerlöse, adjusted EBITDA, Operating Free Cash Flow) als auch nichtfinanzielle Leistungsindikatoren, die die Performance des Unternehmens und die Geschäftstätigkeit widerspiegeln. Eine wesentliche Kennzahl sind dabei die erzielten CPCs (Cost-per-clicks) auf den von den Werbekunden individuell gebuchten Werbeflächen. Zentrale finanzielle Leistungsindikatoren für die marktguru sind die Umsatzerlöse sowie das Jahresergebnis.

Neben unternehmensinternen Kennzahlen werden regelmäßig weitere Indikatoren wie z.B. die Entwicklung von Wettbewerbern sowie allgemeine Marktdaten zur Steuerung und Planung herangezogen. Dabei werden unter anderem Daten von Anbietern wie z.B. Data AI (Reichweitenmessung im Vergleich mit Wettbewerbern) sowie interne Leistungsdaten (z.B. Anzahl Monthly Active User, Interaktionen und Nutzung der zentralen Funktionen der Plattform) beobachtet. Die marktguru Deutschland GmbH ist in das übergeordnete Steuerungssystem der ProSiebenSat.1 Media SE einbezogen.

Unternehmensinternes Steuerungssystem

Die für die ProSiebenSat.1 Group spezifischen Leistungsindikatoren orientieren sich an den Interessen der Kapitalgeber und umfassen neben Aspekten einer ganzheitlichen Umsatz- und Ergebnissteuerung auch die Finanzplanung. Das interne Steuerungssystem der ProSiebenSat.1 Media SE bzw. der marktguru Deutschland GmbH besteht im Wesentlichen aus den folgenden Komponenten:

• Strategieprozess

• finanzielle und operative Steuerungsgrößen

• integriertes Budget- und Planungssystem

• monatliche Berichterstattung an Vorstand und Geschäftsführung

• kontinuierliches Risiko- und Chancenmanagement

Kennzahlenbasiertes Steuerungssystem Bedeutsame finanzielle Steuerungsgrößen sind die Umsatzerlöse und das Jahresergebnis, die auf Grundlage der HGB-Finanzinformationen der Gesellschaft ermittelt werden.

Neben finanziellen Steuerungsgrößen hat marktguru Steuerungsgrößen festgelegt, die nicht unmittelbar finanziell messbar sind. Bei marktguru stehen auf den Werbekunden zugeschnittene Werbekampagnen bzw. die performance-basierte Vermarktbarkeit und Reichweite im Vordergrund. Wesentliche Kennzahlen sind hier die erzielte Anzahl an Prospekt- und Angebotsöffnungen sowie weitere performance-basierte Werbe- und Kampagnenleistungen (Cashback-Einlösungen, Push Notifications etc.). Diese tragen mittelbar dazu bei, Profitabilitäts- und Wachstumsziele zu erreichen.

Operative und strategische Planung Steuerung und Planung greifen eng ineinander. So werden im Rahmen der Planung Soll-Größen definiert und für verschiedene zeitliche Perioden festgelegt. Im Fokus stehen die zuvor genannten Leistungsindikatoren. Die Planung wird auf Basis der strategischen und operativen Unternehmensziele erstellt, wobei im Fokus der Planungsprozesse, wie zuvor erläutert, die Umsatzerlöse, das adjusted EBITDA sowie der Operating Free Cash Flow stehen. Die Umsatz- und Ergebnisplanung (inkl. Cashflow Planung) umfasst die langfristige Unternehmensplanung sowie die operative Planung. Die einzelnen Planungsprozesse sind systematisch abgestimmt und im Zeitablauf festgelegt.

Dies ist von grundlegender Bedeutung für die wirksame Steuerung der definierten Zielgrößen, aber auch für die Erhebung von Chancen und Risiken.

Die nachfolgenden Punkte betreffen das Planungs- und Steuerungssystem der ProsiebenSat.1 Media SE, in welches die marktguru Deutschland GmbH eingebunden ist:

• Strategieklausur:

Ein wichtiges Instrument der strategischen Planung sind Stärken- und Schwächen-Analysen. Dazu werden Marktbedingungen und aktuelle Kennzahlen relevanter Wettbewerber verglichen, eigene Stärken, Chancen und Risiken beurteilt und Wachstumsstrategien weiterentwickelt.

• Mehrjahresplanung (langfristige Unternehmensplanung auf Jahresbasis):

Die Mehrjahresplanung stellt die detaillierte, zahlenseitige Abbildung der Strategieplanung dar. Sie erfolgt auf Jahresbasis und beinhaltet Soll-Werte für einen Zeithorizont von fünf Jahren. Die Finanzkennzahlen aus der Gewinn- und Verlustrechnung bzw. der Bilanz und Kapitalflussrechnung werden in Abstimmung mit dem Investment Management des Commerce & Ventures Segments analysiert und auf Segment- und Konzernebene verdichtet.

• Budget (operative Jahresplanung auf Monatsbasis):

Für das Budget werden die Zielvorgaben auf Grundlage der Mehrjahresplanung für die einzelnen finanziellen und nichtfinanziellen Leistungsindikatoren auf Monatsbasis im Gegenstromverfahren konkretisiert.

• Monatsberichtswesen und Trendprognosen:

Ein wichtiges Werkzeug zur unterjährigen Planung sind Trendprognosen. Dabei wird auf Basis der bisherigen Zielerreichung die auf Jahressicht erwartete Unternehmensentwicklung berechnet und mit den ursprünglich budgetierten Soll-Größen verglichen. Ziel ist es, potenzielle Soll-Ist-Abweichungen unmittelbar festzustellen und erforderliche Maßnahmen zur Gegensteuerung zeitnah umzusetzen.

II. Wirtschaftsbericht

2.1 Wirtschaftliche Rahmenbedingungen

• 2023 hohe Belastungen durch schwache Weltwirtschaft, Inflation, restriktive Geldpolitik sowie wirtschafts- und geopolitische Unsicherheiten

• Zum Jahresende spürbar sinkende Inflationsraten und steigende Realeinkommen, Aussicht auf Belebung des privaten Konsums

Nach verhaltener Expansion im Vorjahr entfaltete die Weltwirtschaft 2023 erneut wenig Wachstumsdynamik. Weiterhin litt sie unter den Folgen von Pandemie, Russland-Ukraine-Krieg und hoher Inflation. Viele Notenbanken verfolgten eine restriktive Geldpolitik. Darunter litt das globale Erholungstempo. Die Entwicklung verlief regional allerdings deutlich unterschiedlich. So zeigte sich die US-amerikanische Wirtschaft unerwartet robust, auch dank weiterhin ausgabefreudiger Konsumenten. Dagegen erholte sich die chinesische Wirtschaft nicht mit der Dynamik, die nach Ende der restriktiven Pandemie-Beschränkungen erwartet worden war. Auch die Konjunktur in Europa blieb verhalten, nicht zuletzt aufgrund der schwachen Entwicklung in Deutschland. Insgesamt wuchs die globale Wirtschaft 2023 laut Internationalem Währungsfonds (=IWF) real um 3,2 Prozent, nach 3,5 Prozent im Vorjahr.

Die geringe außenwirtschaftliche Nachfrage - vor allem nach industriellen Gütern - war einer der Gründe für die gebremste Entwicklung der deutschen Wirtschaft. Dazu kamen geringere Bauinvestitionen und sinkende staatliche Konsumausgaben, bedingt durch höhere Material- und Kreditkosten bzw. den Entfall pandemiebezogener Gesundheitsausgaben. Schwer wog auch der Rückgang des privaten Konsums (-0,8 Prozent), ausgelöst durch hohe Inflation, entsprechende Kaufkraftverluste und die allgemeine Verunsicherung. Zwar verbesserten sich die Einkommensperspektiven im Jahresverlauf, gestützt durch den relativ robusten Arbeitsmarkt, hohe nominale Lohnzuwächse und spürbar sinkende Inflationsraten. Dennoch blieben die Privathaushalte zurückhaltend.

Gestützt wurde die deutsche Wirtschaft 2023 in erster Linie von den Unternehmensinvestitionen in Ausrüstungen, also Maschinen, Geräte und Fahrzeuge. Markant war vor allem der Anstieg der gewerblichen Pkw-Neuzulassungen, der durch den, bis August 2023 geltenden, Umweltbonus für Elektroautos im Firmenwagen-Bereich zusätzlich verstärkt wurde. Auch der Außenhandel lieferte im Saldo positive Impulse, bedingt durch stark sinkende Importe (u. a. durch Basiseffekte bei Energiepreisen). Letztendlich überwogen allerdings die negativen Impulse, die deutsche Wirtschaftsleistung sank real um 0,3 Prozent.

2.2 Branchenspezifische Rahmenbedingungen

Für die marktguru Deutschland GmbH ist einerseits die Entwicklung des Investitionsverhaltens der Werbekunden im TV-Werbemarkt sowie im Online-Werbemarkt wesentlich für die Geschäftsentwicklung. Andererseits ist es von großer Bedeutung, wie sich der private Konsum, die Nachfrage nach schnelldrehenden Konsumgütern (FMCG) und im stationären Einzelhandel verhält. Je nach Entwicklung der Nachfrage sehen sich potentielle Werbekunden von marktguru veranlasst, mehr oder weniger Geld in das Stimulieren der Nachfrage zu investieren.

In diesem Zusammenhang spielen auch wettbewerbliche Verhältnisse unter den Kunden, beispielsweise die Dynamik innerhalb des Segments Lebensmitteleinzelhandel und Discounter, oder die Veränderungen von Kosten und Effizienz alternativer Marketinginstrumente (Substitute) im Markt eine wichtige Rolle.

• Nach dem "Corona-Boom" (2020: +12,2 Prozent) und zwei schwächeren Jahren (2021: +0,8 Prozent; 2022: +1,6 Prozent) stieg der FMCG-Umsatz im LEH 2023 kräftig um +7,5 Prozent. Grund dafür waren allerdings ausschließlich die drastisch gestiegenen Preise. Die abgesetzte Menge sank hingegen um knapp -2 Prozent vs. Vorjahr.

• Aufgrund der hohen Inflation und entsprechenden Kaufkraftverlusten passten viele Konsumenten ihr Einkaufsverhalten an. Sie griffen vermehrt zu Handelsmarken, verglichen häufiger Preise und kauften öfter im Discount. Einige schränkten ihren Konsum auch grundsätzlich ein.

• Größte Profiteure dieser Entwicklung waren Discounter und Drogeriemärkte. Sie steigerten ihre Umsätze nominal um +10,3 bzw. +11,5 Prozent. SB-Warenhäuser und Lebensmittel-Einzelhandel-Food-Vollsortimenter wuchsen zwar auch, aber deutlich schwächer (+6,6 Prozent bzw. +6,2 Prozent). Der Abstand zwischen Discountern und Vollsortimentern wird noch größer, wenn Basiseffekte zum Vorjahr berücksichtigt werden. Schon 2022 hatten die Discounter ein Wachstum von +7,6 Prozent erzielt, die Vollsortimenter dagegen nur ein Mini-Plus von +0,2 Prozent.

• Größter Verlierer war der stationäre Fachhandel. Er wuchs lediglich um +0,3 Prozent, nach einem Umsatzrückgang von -9,4 Prozent im Jahr 2022.

Die gesamten Brutto-Werbeinvestitionen in Deutschland stiegen laut Nielsen Media 2023 leicht um +0,2 Prozent auf 36,78 Mrd. Euro. Deutlich mehr Schwung entwickelte der Werbemarkt im Bereich Lebensmitteleinzelhandel. Hier erhöhten die Werbungtreibenden ihre Investitionen mit +15,9 Prozent auf 2,95 Mrd. Euro deutlich überdurchschnittlich. Besonders offensiv zeigten sich die Discounter. Vermutlich gestärkt durch die gute Marktperformance steigerten sie ihre Ausgaben um +20,4 Prozent auf 1,71 Mrd. Euro. Auch die Supermärkte legten zu, mit +10,1 Prozent aber weniger dynamisch.

Das meiste Werbegeld erhielten im Lebensmittel Segment mit 922,0 Mio. Euro die Tageszeitungen. Danach folgten mit 675,0 Mio. Euro die - ab 2024 nicht mehr ausgewiesenen - Werbesendungen (=Direct Mail). In TV-Werbung wurden 592,1 Mio. Euro investiert, in Online-Werbung 180,6 Mio. Euro. Dabei ist zu beachten, dass in den Online-Umsätzen globale Plattformanbieter wie Alphabet Inc. ("Alphabet")/Google und Meta Platforms, Inc. ("Meta")/Facebook nicht enthalten sind. Während die Zugewinne im Onlinebereich (+52,1 Prozent) den Trend der Vorjahre fortsetzten, überraschte die starke Performance der Tageszeitungen (+41,1 Prozent). Eine Erklärung: Laut Nielsen verlagerten die Lebensmitteleinzelhändler ihre Werbebudgets für wöchentliche Angebote verstärkt von Postwurfsendungen in Tageszeitungen. TV wuchs mit +9,3 Prozent etwas moderater; allerdings immer noch deutlich stärker als in der Gesamtbetrachtung über alle Branchen hinweg (-3,5 Prozent).

Discounter und Supermärkte agierten unterschiedlich. Während Supermärkte rd. 37 Prozent ihrer Werbegelder in Tageszeitungen investierten und ihre Ausgaben dort auch kräftig steigerten (+51,2 Prozent), senkten sie ihre TV-Investitionen um -4,9 Prozent. Mit 169,6 Mio. Euro kam TV hier auf einen Anteil von 13,7 Prozent. Ganz anders die Discounter: Sie investierten 24,7 Prozent ihres Budgets in TV-Werbung, die Ausgaben stiegen um +16,2 Prozent.

"Nachgelegt" haben die Supermärkte bei Investitionen in Online-Werbung. Sie steigerten ihre Ausgaben hier um kräftige +79,9 Prozent. Zwar erhöhten auch die Discounter ihre Online-Werbegelder deutlich (+42,8 Prozent), im Vergleich aber doch moderater. Dennoch lag ihr Budget-Anteil im Onlinesegment mit 7,4 Prozent annähernd doppelt so hoch wie das der Supermärkte (4,3 Prozent).

Auch die Netto-Werbeinnahmen der Medien wuchsen laut ZAW (=Zentralverband der deutschen Werbewirtschaft) im Jahr 2023 leicht um +0,7 Prozent auf 25,87 Mrd. Euro. Fast die Hälfte aller Erlöse (49,7 Prozent) wurde im Internet erzielt. Nach ZAW-Definition setzt sich Internet zusammen aus Search, Display Ads (darin enthalten In-Stream Videowerbung), Classifieds und In-Stream Audiowerbung. Insgesamt wurden 12,80 Mrd. Euro verbucht, dies entsprach einem Wachstum von +8,3 Prozent. Treiber waren Search (+11,8 Prozent), In-Stream Video (+10,1 Prozent) und In-Stream Audio (+11,2 Prozent).

Einen deutlichen Rückgang musste hingegen das lineare Fernsehen verbuchen. Seine Einnahmen sanken um -9,2 Prozent auf 3,65 Mrd. Euro. Zusammen mit dem dynamisch wachsenden Bewegtbild (+10,1 Prozent auf 1,43 Mrd. €) kam TV auf Erlöse in Höhe von 5,08 Mrd. Euro. Dies entsprach einem Verlust von -4,5 Prozent. Auch der Printbereich (inkl. digitaler Lösungen) lag mit -3,5 Prozent deutlich zurück.

Die Netto-Werbeeinnahmen der Anzeigenblätter sanken 2023 um -7,4 Prozent auf 1,17 Mrd. Euro, nachdem die Erlöse in den beiden Vorjahren noch gestiegen waren. Ursächlich waren (diesmal) wohl die bereits erwähnten Verschiebungen in Richtung Printanzeigen.

Grundsätzlich stellt sich dennoch die Frage, wie sich der Trend zu kostengetriebenen Verlagerungen von gedruckten Prospektbeilagen in Richtung digitaler Angebotskommunikation in Zukunft weiterentwickeln wird. Zwar deutet sich auf der Kostenseite in jüngster Zeit etwas Entspannung an, das Preisniveau für Materialen ist aber weiterhin sehr hoch, vor allem im Vergleich zum Vorkrisenjahr 2019. So stiegen beispielsweise die Erzeugerpreise für Papier-, Karton- und Pappwaren 2023 nur noch um moderate +3,3 Prozent. 2022 hatte der Anstieg aber +22,9 Prozent betragen. Im Vergleich zu 2019 lag die Teuerung sogar bei +30,4 Prozent. Ähnlich der Trend bei Druckereierzeugnissen: Hier erhöhten sich die Erzeugerpreise 2023 um +8,4 Prozent, 2022 um +18,1 Prozent, und im Vergleich 2023 vs. 2019 um +26,7 Prozent. Selbst die Preise für Mineralölerzeugnisse - um ein Beispiel aus dem Energiebereich zu nennen - lagen mit +40,9 Prozent weit über dem Vorkrisenniveau von 2019, trotz kräftigem Rückgang in 2023 (-11,7 Prozent). Die steigenden Papierpreise führen dazu, dass die Verteilung von Printprospekten relativ zu digitalen Prospekten ineffizienter für den Handel wird und der digitale Vertriebsweg an Attraktivität gewinnt.

Die Digitalisierung wird zweifellos weiter voranschreiten, allein schon aus Kostengründen. Gleichzeitig wird gedruckte Werbung - bspw. in Anzeigenblättern - von vielen Verbraucher nach wie vor geschätzt und genutzt. Die Experten des ZAW erwarten daher, dass die Entwicklung weiterhin in Richtung eines Kommunikationsmix aus digitalen und Print-Kanälen gehen wird.

marktguru unterstützt seine Werbekunden mit Werbemaßnahmen zur Stimulierung der Konsumnachfrage nach bestimmten Produkten sowie im Falle von Einzelhändlern durch Stärkung der Kundenfrequenz in den Flächen des stationären Einzelhandels (Drive-to-Store), zu den wichtigsten Kundensegmenten zählen der Lebensmitteleinzelhandel und Discounter.

In Reaktion auf das nach wie vor relativ hohe Inflationsniveau und angespannte Konsumklima in Deutschland in 2023 hielt der ausgeprägte Wettbewerb um die Konsumenten und um die Wahrnehmung als preisgünstiger Anbieter von Lebensmittel und Waren des täglichen Bedarfs in der Lebensmitteleinzelhandels- und Discounterindustrie weiter an. Dies trieb wiederum die Nachfrage nach digitaler Prospekt- und Angebotskommunikation im Markt an. marktguru hat in diesem Segment fast alle namhaften Marktteilnehmer unter Vertrag und konnte die Vertragsvolumina teilweise deutlich ausbauen in 2023, was zu einer Steigerung der Umsatzerlöse in diesem Segment beitrug.

marktguru hat seine Stellung als eine der führenden Plattformen für digitale Prospekte und als attraktiver Marketingpartner des Handels im deutschsprachigen Raum weiter behauptet und spielt eine wesentliche Rolle in der digitalen Entwicklung der ProSiebenSat.1 Group. Wesentliche Konkurrenten um Nutzer und Werbegelder der Kunden sind für den Bereich des Kerngeschäftes mit digitalen Prospekten vor allem die zur Axel Springer SE gehörige bonial International GmbH und die zur Media Central gehörige Offerista Group. Neben digitalen Prospekten bietet marktguru seinen Kunden ein wesentlich breiteres und mit der ProSiebenSat.1 Group integriertes Werbeproduktportfolio an. So ergibt sich für marktguru eine Wettbewerbssituation, in der wir mit zahlreichen Wettbewerbern in einzelnen Funktionen und Werbeformaten konkurriert, es jedoch keinen weiteren Wettbewerber gibt, der über ein vergleichbares oder identisches Angebot und Portfolio an Werbeprodukten verfügt wie marktguru.

Für den noch relativ jungen und eng definierten Markt des Kerngeschäfts der digitalen Prospekte liegen keinerlei offizielle Marktdaten oder einsehbare Umsatzzahlen vor.

Der Markt wird den Schätzungen nach in 2023 sowie auch in den kommenden Jahren voraussichtlich deutliches Wachstum aufweisen (nach internen Schätzungen im niedrigen zweistelligen Prozentbereich in 2024 und 2025). Treiber sind vor allem die fortschreitende Digitalisierung der Handels- und Angebotskommunikation, die sich ändernden Nutzerpräferenzen und die resultierende Substitution des auf Papier gedruckten und physisch distribuierten Print-Prospektes durch den Handel.

Auch in 2023 konnten Apps von Lebensmitteleinzelhändlern und Drogeriemärkten hohe Zuwächse in der Reichweite verzeichnen. Während diese Entwicklung für marktguru durchaus eine Herausforderung bei der Generierung neuer Nutzer für die marktguru Plattform darstellt (bspw. durch potentiell steigende Kosten für Ausbau und Pflege der Nutzerbasis unter den Konsumenten), ist sie mit Hinblick auf die Umsatzgenerierung weiterhin als neutral einzustufen: Die Apps der Lebensmitteleinzelhändler bedienen ein anderes Nutzerbedürfnis, bilden im Gegensatz zu marktguru nur die Prospekte und Angebote eines einzelnen Händlers ab und sind zudem nicht werbefinanziert; die Tatsache, dass die Anbieter dieser Apps zugleich langjährige und wachsende Kunden von marktguru sind, bestätigt diesen Sachverhalt.

III. Geschäftsverlauf: Vermögens-, Finanz- und Ertragslage

3.1 Wesentliche Geschäftsvorfälle und Gesamtaussage zum Geschäftsverlauf

Das Geschäftsjahr 2023 der marktguru war kommerziell primär durch eine angespannte wirtschaftliche Lage mit hohem Inflationsdruck und restriktiver Geldpolitik geprägt, welche sowohl das private Konsumverhalten beeinflusst haben als auch Auswirkungen auf das Investitionsverhalten der Kunden von marktguru erkennen haben lassen. marktguru konnte teilweise spürbar davon profitieren, dass v.a. Lebensmitteleinzelhändler Werbebuchungen im haptischen Printprospekt reduziert haben und ihre Ausgaben in digitalen Kanälen gesteigert haben. Andererseits resultierte die starke Inflation in einem veränderten Preis- und Kostenbewusstsein bei den Konsumenten und stützte die Geschäftsentwicklung von marktguru mittelbar durch eine nochmal gestiegene Nutzung der marktguru-Angebote. Die Nachfrage nach Werbeplatzierungen von Handelskunden, insbesondere aus dem Lebensmitteleinzelhandel, sowie von Konsumgüterherstellern stieg wie bereits im Vorjahr kontinuierlich, was sich über das gesamte Geschäftsjahr positiv auf den Umsatz besonders in den digitalen Erlösen mit Digitalprospekten ausgewirkt hat. Die stagnierende Nachfrage nach TV-Werbeplatzierungen sowie ein vorübergehender Rückgang der Nachfrage nach digitalen Werbeplatzierungen im Restsegment (alles außer Digitalprospekt und TV) , die sich erstmals im 4. Quartal 2022 gezeigt haben, hielten in 2023 strukturell an und sind mit der frühzyklischen und anhaltenden Reduktion von Marketinginvestitionen bei Kunden im Konsumgüterherstellersegment in Zeiten konjunktureller Unsicherheit zu erklären. Die Geschäftsentwicklung von marktguru in den einzelnen Erlösströmen und Werbeprodukten ist damit kongruent mit den Schwerpunkten der Werbeausgaben von Lebensmitteleinzelhändlern und Discountern im Digitalbereich und einem zurückhaltenden Investitionsverhalten in TV (siehe branchenspezifische Rahmenbedingungen in 2.2.).

Operativ wurden im Jahr 2023 erfolgreich weitere Kunden gewonnen und entwickelt, das Plattformangebot wurde sowohl für Werbekunden in wichtigen Elementen adaptiert (geographische Aussteuerung von Inhalten) als auch für Nutzer weiter modernisiert und technologisch optimiert.

3.2 Wesentliche Maßnahmen im Geschäftsjahr 2023

Im Geschäftsjahr 2023 verfolgte das Management weiterhin das Ziel des profitablen Wachstums sowie der Diversifikation und des kontinuierlichen Ausbaus des Werbekundenstamms. Bedingt durch die gegenüber den Vorjahren abermals gesteigerte Nachfrage nach Werbeleistungen von marktguru hat das Unternehmen im Geschäftsjahr 2023 gezielt in Marketingaktivitäten und den Ausbau des Werbeinventars auf der Plattform marktguru investiert. Durch diese Wachstumsinitiativen stiegen die operativen Kosten gegenüber dem Vorjahr.

3.3 Umsatz- und Ergebnisentwicklung (Ertragslage)

marktguru konnte im Geschäftsjahr 2023 Umsatzerlöse in Höhe von 30,0 Mio. EUR (Vorjahr: 24,1 Mio. EUR) erzielen, davon entfallen 13,2 Mio. EUR (Vorjahr: 11,2 Mio. EUR) auf TV-Erlöse und 16,6 Mio. EUR (Vorjahr: 12,9 Mio. EUR) auf digitale Umsätze. Die Umsatzerlöse werden ausschließlich in Deutschland erzielt.

Die Materialaufwendungen haben sich von 12,9 Mio. EUR in 2022 auf 11,3 Mio. EUR in 2023 verringert. Der Rückgang resultiert im Wesentlichen aus gesunkenen Kosten für die TV-Vermarktungsflächen.

Die Personalaufwendungen in Höhe von 3,5 Mio. EUR sind gestiegen im Vergleich zum Geschäftsjahr 2022 (2,6 Mio. EUR). Das Wachstum im Personal verteilt sich auf alle Geschäftsbereiche und ist erforderlich, um den steigenden Anforderungen gerecht zu werden.

Die im Vorjahr prognostizierte Umsatzsteigerung im niedrigen zweistelligen Prozentbereich konnte somit realisiert werden.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen in Höhe von 8,5 Mio. EUR (Vorjahr: 5,2 Mio. EUR) sind im Wesentlichen von den Werbekosten getrieben, die auf 6,5 Mio. EUR (Vorjahr: 4,5 Mio. EUR) steigen.

Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen belaufen sich auf 0,4 Mio. EUR (Vorjahr: 0,4 Mio. EUR).

Die Steuern vom Einkommen und Ertrag liegen mit 2,6 Mio. EUR über dem Vorjahr, was im Wesentlichen auf den gestiegenen Jahresüberschuss zurückzuführen ist.

Der Jahresüberschuss des Geschäftsjahres 2023 beläuft sich auf 5,1 Mio. EUR (Vorjahr: 2,8 Mio. EUR) und übersteigt somit die prognostizierte Steigerung um bis zu 45 Prozent deutlich.

3.4 Finanz- und Vermögenslage

Das grundsätzliche Ziel des Finanzmanagements von marktguru ist die Sicherung der laufenden Liquidität der Gesellschaft und die Bereitstellung der benötigten Mittel für den Geschäftsbetrieb und Expansion sowie geplanter Investitionen.

Liquidität marktguru ist seit dem Geschäftsjahr 2021 in das Finanzmanagement der ProSiebenSat.1 Group einbezogen. Durch ein zentrales Cash-Pooling-System findet ein konzerninterner Liquiditätsausgleich statt.

Der Cash Flow aus der operativen Tätigkeit beträgt im Geschäftsjahr TEUR 4.086. Der negative Cash Flow aus der Investitionstätigkeit hat sich gegenüber dem Vorjahr um TEUR 85 reduziert. Der Cash Flow aus der Finanzierungstätigkeit beträgt TEUR 291.

Vermögenslage und Kapitalstruktur

Die Bilanzsumme hat sich zum 31. Dezember 2023 gegenüber dem Vorjahr um 4,7 Mio. EUR auf 16,3 Mio. EUR erhöht. Das Anlagevermögen beläuft sich auf 2,1 Mio. EUR (Vorjahr: 1,7 Mio. EUR) und besteht im Wesentlichen aus selbst geschaffenen gewerblichen Schutzrechten und ähnlichen Rechten und Werten und betrifft Entwicklungen im Zusammenhang mit der marktguru App.

Das Umlaufvermögen beläuft sich zum 31. Dezember 2023 auf 13,9 Mio. EUR (Vorjahr: 9,8 Mio. EUR). Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind dabei von 2,8 Mio. EUR auf 2,3 Mio. EUR gesunken, während die Forderungen gegen verbundene Unternehmen auf 10,9 Mio. EUR (Vorjahr: 6,8 Mio. EUR) angestiegen sind. Der Anstieg der Forderungen gegen verbundene Unternehmen resultiert im Wesentlichen aus dem Einbezug der Gesellschaft in das Finanzmanagement der ProSiebenSat.1 Group und dem damit verbundenen Liquiditätsausgleich im zentralen Cash-Pooling-System (10,1 Mio. EUR). Die liquiden Mittel liegen wie im Vorjahr bei 0,1 Mio. EUR.

Das Eigenkapital in Höhe von 11,9 Mio. EUR ist im Vergleich zum Vorjahr (6,8 Mio. EUR) deutlich gestiegen. Die Eigenkapitalquote der Gesellschaft hat sich dadurch, trotz der höheren Bilanzsumme, deutlich auf 72,8 Prozent verbessert (Vorjahr: 58,4 Prozent).

Die Rückstellungen betragen 1,5 Mio. EUR (Vorjahr: 1,7 Mio. EUR) und setzten sich vor allem aus Steuerrückstellungen (0,5 Mio. EUR), Rückstellungen für Boni (0,5 Mio. EUR), Cashbacks (0,3 Mio. EUR) und ausstehenden Rechnungen (0,1 Mio. EUR) zusammen.

Die Verbindlichkeiten beliefen sich zum Abschlussstichtag auf 2,2 Mio. EUR (Vorjahr: 2,6 Mio. EUR). Darin sind Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 0,9 Mio. EUR (Vorjahr: 0,9 Mio. EUR), Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen in Höhe von 1,1 Mio. EUR (Vorjahr: 1,5 Mio. EUR) und sonstige Verbindlichkeiten in Höhe von 0,2 Mio. EUR (Vorjahr: 0,2 Mio. EUR) enthalten.

IV. Risikobericht

4.1 Gesamtaussagen zur Risikosituation

marktguru ist in das übergeordnete Risikomanagementsystem der ProSiebenSat.1 Media SE integriert. Die ProSiebenSat.1 Group verfügt über ein umfassendes Risikomanagementsystem, das alle Tätigkeiten, Produkte, Prozesse, Abteilungen, Beteiligungen und Tochtergesellschaften berücksichtigt, die nachteilige Auswirkungen auf die Geschäftsentwicklung des Unternehmens haben könnten.

Die Geschäftsführung von marktguru beurteilt die Gesamtrisikolage zum Zeitpunkt der Erstellung des Lageberichts weiterhin als moderat. Gegenüber dem 31. Dezember 2022 hat sich keine grundlegende Änderung der Gesamtrisikolage ergeben.

Hinsichtlich der in diesem Risikobericht erläuterten Risiken wurden im Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 keine Risiken identifiziert, die allein oder in Kombination den Fortbestand des Unternehmens gefährden.

marktguru unterliegt im Wesentlichen den Risiken und Chancen hinsichtlich des TV- und Online-Werbegeschäfts. Die Identifizierung und Steuerung von potenziellen Risiken sind für das Unternehmen ebenso wichtig wie das Erkennen und Nutzen von Chancen. Um Risiken frühzeitig und konsequent zu handhaben, setzt marktguru wirksame Kontrollsysteme ein. Dies trifft auch auf das Chancenmanagement zu.

Risiko ist im vorliegenden Bericht als mögliche künftige Entwicklung bzw. mögliches künftiges Ereignis definiert, das die Geschäftslage wesentlich beeinflussen und zu einer negativen Ziel- bzw. Prognoseabweichung führen könnte.

Damit fallen jene Risikoausprägungen, die bereits in der finanziellen Planung bzw. im Jahresabschluss zum 31. Dezember 2023 berücksichtigt wurden, nicht unter diese Definition und werden folglich in vorliegendem Risikobericht nicht erläutert.

4.2 Risikolage: Entwicklung von Einzelrisiken

Zur Beurteilung der Gesamtrisikolage klassifiziert marktguru zunächst alle Einzelrisiken im Rahmen des vierteljährlichen Bewertungsprozesses, aggregiert sie und ordnet sie den Clustern zu. Die Cluster gewichtet marktguru bei der Bewertung der Gesamtrisikolage entsprechend ihrer Bedeutung für das Unternehmen.

marktguru ist den folgenden Einzelrisiken ausgesetzt, welche die Gesellschaft gefährden könnten, jedoch von der Gesellschaft als gering bis hoch angesehen werden. Die Einschätzung dieser Risiken erfolgt jeweils nach den unten dargestellten ergriffenen Risikobegrenzungsmaßnahmen.

Makroökonomische Risiken (hohes Risiko)

Die Weltwirtschaft war 2023 weiterhin von den Nachwirkungen der COVID-19-Pandemie, anhaltenden Störungen der globalen Lieferketten, Rohstoff- und Energieknappheit sowie dem Russland-Ukraine-Konflikt und einer weiterhin hohen Inflation geprägt. Laut IWF wuchs die Weltwirtschaft im Jahr 2023 um 2,8 Prozent, was einen weiteren Rückgang im Vergleich zu den Erwartungen darstellt.

Die deutsche Wirtschaft verzeichnete im Jahr 2023 ein reales Wachstum, das im Vergleich zu 2022 stagnierte. Laut dem Statistischen Bundesamt (Destatis) sank das deutsche Bruttoinlandsprodukt (BIP) preisbereinigt um 0,2 Prozent im Jahr 2023 im Vergleich zum Vorjahr.

Der Russland-Ukraine-Krieg sorgt weiterhin für erhebliche makroökonomische Unsicherheit, die schwer zu quantifizieren ist, sich aber weiterhin spürbar auf die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland auswirkt. Die makroökonomischen Szenarien bleiben abhängig von der Kriegsdauer, möglichen Verschärfungen der Sanktionen, der Entwicklung der Energiepreise und der Energieversorgung. Erneute Störungen in den Lieferketten könnten weiterhin die Inflation beeinflussen und die reale Kaufkraft beeinträchtigen.

Die Inflationsrate, die im Juni 2023 noch bei 6,4 Prozent lag, hat sich bis Juni 2024 auf 2,2 Prozent verbessert. Dennoch bleibt die Kerninflationsrate hoch, was darauf hinweist, dass die Inflation auf absehbare Zeit erhöht bleiben wird und nur langsam zurückgehen könnte. Dies führt zu Kaufkraftverlusten im privaten Konsum und möglicherweise weiteren geldpolitischen Straffungen durch Zinserhöhungen, was die Unsicherheit bei Verbrauchern und Unternehmen erhöht und zu einer Abkühlung der Konjunktur beitragen könnte.

Die OECD hat ihre Wachstumsprognose für Deutschland für das Jahr 2024 auf 0,2 Prozent leicht angehoben, wobei Deutschland jedoch weiterhin hinter der Eurozone zurückbleibt, die in 2024 um 1,1 Prozent wachsen soll. Prognosen sind immer mit Unsicherheiten behaftet, derzeit sind sie jedoch besonders hoch. Die wirtschaftliche Erholung könnte sich weiter verzögern oder unerwartet dynamisch erfolgen, abhängig von den Entwicklungen in der Ukraine und möglichen weiteren Zinsschritten durch die EZB.

Die Eintrittswahrscheinlichkeit des makroökonomischen Risikos stufen wir weiterhin als hoch ein. Durch diese Situation könnten sich jedoch auch Chancen für marktguru ergeben (gestiegene Papierpreise, höhere Preissensibilität der Konsumenten), was das Risiko teilweise mindern könnte. Trotzdem können im Falle des Eintritts wesentliche finanzielle Auswirkungen nicht vollständig ausgeschlossen werden. Daher bewerten wir diesen Sachverhalt insgesamt als hoch.

Finanzierungsrisiken (geringes Risiko)

Die Kostensteuerung ist ein wichtiges Ziel unserer Finanzierungspolitik. Ein Risiko besteht hier insbesondere beim Ausbau noch junger Geschäftsfelder, deren Erfolg nicht immer sicher absehbar ist. Zur Risikominderung wird der Ausbau neuer Geschäftsfelder sorgfältig geplant; ergänzend wird darauf geachtet, eine möglichst variable Kostenbasis zu erhalten. Aus diesem Grund ist die Kosteneffizienz eine kontinuierlich beobachtete Größe, deren Überwachung sicherstellt, dass ausreichend liquide Mittel vorliegen.

Währungsrisiko (mittel bis hohes Risiko)

marktguru bezieht Leistungen der marktguru LLC aus Armenien. Die Leistungen beinhalten Entwicklung der App und Webinhalte sowie das Clipping der Prospekte. Aufgrund der aktuellen weltpolitischen Entwicklungen hat der Armenische Dram wieder im Vorjahresvergleich zum Euro im Jahr 2023 (ca. 8 Prozent) an Wert zugelegt, was die Produktion in Armenien kostenintensiver darstellt. Die weitere Entwicklung des Wechselkurses hängt von vielen Faktoren ab und lässt sich schwer prognostizieren. Der weitere Verlauf des Russland-Ukraine-Krieges wird einen wesentlichen Teil dazu beitragen. Dieses Risiko ist vom Volumen aber überschaubar und wird lediglich einen geringen Effekt auf die Marge von marktguru haben. Die Eintrittswahrscheinlichkeit wird aber als mittel bis hoch eingeschätzt.

Politische Lage in Armenien (geringes Risiko)

Armenien befindet sich in einem langjährigen ungelösten militärischen Konflikt mit dem Nachbarland Aserbaidschan, der auf eine Auseinandersetzung um die Region Bergkarabach aus dem Jahr 1918 zurückgeht. Nach einem Waffenstillstand im Jahr 1994 kam es zuletzt im Jahr 2020 zu einem Aufflammen des Konflikts in Form eines sechswöchigen Krieges. Die militärischen Auseinandersetzungen begrenzten sich in der Regel auf das umstrittene Gebiet Bergkarabach, das ca. 340 km von der Hauptstadt Yerevan entfernt liegt. Im September 2022 kam es zu mehrtägigen Kampfhandlungen zwischen den Ländern, die sich erstmals auch auf Regionen im Kernland Armeniens erstreckten. Diese jüngste Eskalation konnte durch eine erneute Waffenruhe am 15. September 2022 beendet werden. Der heutige Status wird allgemein als ein Zustand kontrollierter Instabilität gewertet.

Eine Prognose über den weiteren Verlauf des Konflikts und mögliche Eskalationen ist ausgesprochen schwierig. Armenien pflegt seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion 1991 weiterhin relativ enge politische und militärische Beziehungen zu Russland, welches historisch als die militärische Schutzmacht des Landes aufgetreten ist. Aserbaidschan wiederum genießt die militärische Unterstützung der Türkei.

Vor dem Hintergrund des laufenden Ukraine-Krieges und der Bindung russischer Ressourcen sowie angesichts der Tatsache, dass Armenien in 2020 weitreichende Zugeständnisse an Aserbaidschan zur Beendigung des Krieges gemacht hat, scheint eine nachhaltige und andauernde militärische Auseinandersetzung Armeniens mit Aserbaidschan unwahrscheinlich. Die Geschäftsleitung der marktguru LLC vor Ort in Yerevan berichtet von offiziell nicht bestätigten Entwicklungen, wonach im Falle einer erneuten militärischen Eskalation Armenien sich auf weitere, weitreichende politische Zugeständnisse zur weiteren Deeskalation vorbereiten würde.

Wesentlich wahrscheinlicher sind daher erneut vereinzelt auftretende Auseinandersetzungen in den umkämpften Regionen, wie sie seit 1994 immer wieder zu beobachten waren. Eine Ausweitung des militärischen Konflikts auf die Hauptstadt Yerevan gilt vor dem Hintergrund der Konzentration der bisherigen Auseinandersetzungen auf Bergkarabach und vereinzelten Städte im Kernland als unwahrscheinlich.

Während in den vergangenen 12 Jahren seit der Gründung der marktguru LLC in 2011 der Betrieb und die Erbringung der vereinbarten Dienstleistungen zu keinem Zeitpunkt - auch nicht während der Kriegshandlungen im Jahr 2020 - bedeutend beeinträchtigt gewesen ist, ist dies für die Zukunft nicht vollständig auszuschließen. Der Betrieb der marktguru LLC und die Erbringung der Dienstleistungen für die marktguru Deutschland GmbH könnten in folgenden hypothetischen Szenarien durch den anhaltenden Konflikt beeinträchtigt werden:

• Ausweitung des militärischen Konflikts auf die Hauptstadt Yerevan

• Einziehen einzelner oder aller wehrpflichtigen Mitarbeiter in den militärischen Dienst

• Einschränkung der Verfügbarkeit/Arbeitsleistung von Mitarbeitern durch Einziehen von Familienangehörigen in den militärischen Dienst

• Einschränkungen bei Internetzugang und Kommunikationswegen

• Erzwungene Einschränkungen in Handel, Dienstleistungen und Zahlungsverkehr zwischen Armenien und der EU, ausgelöst durch ein mögliches Sanktionsregime in Folge einer potenziellen, weiteren politischen und militärischen Annäherung Armeniens an Russland. Ausgeschlossen werden kann, dass das hypothetische Worst-Case-Szenario (d.h. keine Leistungserbringung in Armenien möglich) zu einem vollständigen Verlust der digitalen Umsätze der marktguru Deutschland GmbH führt

• Die Sicherstellung des Contents auf der Plattform (v.a. Veröffentlichung digitaler Prospekte) lässt sich innerhalb weniger Tage in ein anderes Team verlagern und kann so jederzeit gewährleistet werden.

• Der Wegfall von Data Mining und Clearing-Aktivitäten hätte einen unmittelbaren Einfluss auf das Cashback-Geschäft und könnte je nach Dauer der Störung zu Verzögerungen und im schlimmsten Fall dem (teilweisen) Ausfall der Erlöse aus diesem Bereich führen (2023 entfielen ca. 3,5 Prozent des Jahresumsatzes auf diese Kampagnenart).

• Der Effekt von möglichen Einschränkungen bei den Software-Entwicklungsleistungen sowie einer möglichen andauernden Störung der Data Mining Tätigkeiten ist stark vom jeweiligen Zeitraum und Umfang abhängig.

Je nach Ausmaß und Eintrittsgeschwindigkeit möglicher Beeinträchtigung lassen sich die Auswirkungen auf den Geschäftsverlauf in Deutschland antizipieren und teilweise erfolgreich in einem Stufenplan mitigieren. Die Definition eines Notfallplans, der entsprechende Maßnahmen festlegt, wurde 2023 fertiggestellt.

Umsatzrisiken (geringes Risiko)

marktguru hat sein Angebot über die Jahre immer weiter diversifiziert und hat seine Kundenbasis konsequent ausgebaut. In 2023 stieg die Kundenzahl auf 133, was einem Plus von 30 Prozent entspricht (Vorjahr: 102). Jedoch ist ein einzelner Kunde mit einem Anteil am Gesamtumsatz von knapp 38 Prozent in 2024 signifikant für das Geschäft von marktguru. Dieser Anteil ist auf Vorjahresniveau.

Die globalpolitische Entwicklung könnte z.B. durch Lieferengpässe dafür sorgen, dass dieser Schlüsselkunde wie auch weitere Konsumgüterhersteller ihre Produkte weniger bewerben möchten und ein geringeres Volumen bei marktguru bucht. Die derzeitige Buchungssituation lässt trotz vorliegender logistischer Probleme aber nicht auf ein bedeutsames Umsatzrisiko schließen. marktguru konzentriert sich auf den weiteren Ausbau und die Diversifikation der Kundenbasis, um den Anteil des Schlüsselkunden am Gesamtumsatz weiter zu reduzieren, Umsatzrückgänge im Rahmen von 10-20 Prozent könnten wahrscheinlich von mehreren Neukunden kompensiert werden. Insgesamt bewerten wir das Risiko als gering.

Regulatorische Risiken (geringes Risiko)

Die digitale Entwicklung stellt den Gesetzgeber vor neue Herausforderungen und konfrontiert Unternehmen mit einer zunehmenden Regulierungsdichte, insbesondere in den Bereichen Verbraucher- und Datenschutz. Die daraus resultierende Risikobedeutung hat sich im Vergleich zum Vorjahr für uns nicht verändert: Wir bewerten Compliance-Risken weiterhin als geringes Risiko mit potenziell wesentlicher Auswirkung und unwahrscheinlichem Eintritt. Zur Prävention möglicher gesetzlicher Verstöße beobachten wir die Rechtsentwicklungen genau, um auf Veränderungen angemessen zu reagieren. Gemeinsam mit Politik und Industrie will der Konzern die Chancen der Digitalisierung fördern, um somit den Wirtschafts- und Innovationsstandort Deutschland langfristig zu stärken.

IT-Risiken (geringes Risiko)

marktguru setzt auf eine Cloud Strategie, wodurch eine gute technische Absicherung und Best-Practice der jeweiligen Cloud-Umgebung geboten ist (Azure, G-Suite). Die Mitarbeiter erhalten regelmäßig Trainings zu IT-Security und es wird auf eine strikte Einhaltung von 2FA für sämtliche Zugänge und IT-Systeme geachtet. Aktuell wird außerdem ein verbessertes Client Management ausgerollt (Remote Software Jumpcloud). Insgesamt schätzen wir daher die Risiken für den operativen Geschäftsbetrieb als gering ein.

V. Chancenbericht

5.1 Chancenmanagement

Unser Chancenmanagement ist Bestandteil des unternehmensinternen Steuerungssystems. Ziel ist es, Chancen möglichst frühzeitig zu erkennen und durch geeignete Maßnahmen zu nutzen. Das Management von Chancen obliegt im Wesentlichen dem Management der marktguru Deutschland GmbH und erfolgt abgestimmt mit der ProSiebenSat.1 Group, die über das Investment Management der Commerce & Ventures Sparte sowie mit der Abteilung "Group Strategy & Business Development" unterstützt. Dem Management von marktguru dient die breite und tiefe Erfahrung aus den Bereichen Produktentwicklung, Softwareentwicklung, Vermarktung und Marketing, Markt- und Wettbewerbsanalysen sowie der Erfahrungsaustausch mit externen Experten als wichtige Quellen, um Wachstumsmöglichkeiten zu identifizieren. Die definierten Chancen werden im Rahmen der Strategieplanung erfasst. Dabei werden die relevanten Wachstumsoptionen priorisiert, konkrete Ziele abgeleitet sowie Maßnahmen und Ressourcen zur operativen Zielerreichung festgelegt. Insbesondere, aber nicht ausschließlich, verfolgt marktguru die Chancen in den unter 1.2.1 aufgeführten Geschäftsbereichen.

5.2 Erläuterung wesentlicher Chancen

Chancen, deren Eintrittswahrscheinlichkeit wir als hoch einstufen, haben wir bereits in unsere Prognose für 2024 sowie unsere mittelfristige Planung aufgenommen. Diese Wachstumsmöglichkeiten berichten wir im Unternehmensausblick.

Chancen für marktguru ergeben sich im Wesentlichen aus dem anhaltenden Wachstum des Onlinewerbemarktes im Allgemeinen, insbesondere jedoch aufgrund der wachsenden Nachfrage nach digitaler Prospekt- und Angebotskommunikation, die sich aus der strukturellen Werbeausgabenverlagerung aus Print in Digital ergeben. Treiber sind dabei die Kundensegmente Lebensmitteleinzelhandel, Home & Garden sowie auch das Segment der Konsumgüterhersteller, die allesamt bereits im Jahr 2023 und zuvor maßgeblich zum Wachstum von marktguru beigetragen haben. Weiteres Chancenpotential bietet die steigende Reichweite von marktguru relativ zu den Wettbewerbern, die sich aus der intensiven Marketingarbeit seit Mai 2022 ergibt, sowie Innovation neuer Features und Optimierung der Services und Werbeprodukte für Nutzer und Kunden, Anpassung und Steigerung der Preise sowie die Realisierung allgemeiner Skalen- und Synergieeffekte im Mediageschäft.

Seit 2021 treibt marktguru mit "Data Insights" den Aufbau eines zweiten, vom Media- und Werbemarkt unabhängigen Geschäftsfelds voran. Seit dem Jahr 2022 konnten in diesem Zusammenhang wichtige Fortschritte in den Bereichen Datenerhebung, Produkt- und Technikentwicklung gemacht werden. Insbesondere liefen erste wichtige Testläufe und "Proof of Concept"-Projekte mit namhaften Kunden aus der Herstellerindustrie und dem Handel vielversprechend an und untermauern das Interesse und Umsatzpotential an den entwickelten Lösungen. Auch in 2024 werden daher weitere signifikante Ressourcen in diesen Bereich fließen.

Der Konzern hat seine Gesamtjahresprognose 2024 unter spezifischen Annahmen hinsichtlich der weiteren konjunkturellen Rahmenbedingungen getroffen. Diese gelten uneingeschränkt auch für die marktguru Deutschland GmbH. Eine positive Abweichung von diesen wichtigen Planungsprämissen könnte das Wachstum der gesamten Gruppe und der marktguru Deutschland GmbH zusätzlich beschleunigen. Dies gilt insbesondere für eine günstigere Entwicklung des Werbeumfelds als im Prognosebericht beschrieben.

5.3 Gesamtrisiko und -chancen

Die Einschätzung der Gesamtrisiko- und -chancensituation ist das Ergebnis der zusammengefassten Betrachtung aller wesentlichen Einzelrisiken und Einzelchancen. Aus heutiger Sicht sind keine Risiken erkennbar, die allein oder in ihrer Gesamtheit den Fortbestand der Gesellschaft gefährden könnten. Insgesamt sehen wir, dass die Chancen die Risiken überwiegen.

VI. Prognosebericht

6.1 Gesamtaussage zu künftigen wirtschaftlichen und branchenspezifischen Rahmenbedingungen

Die deutsche Wirtschaft hatte 2023 mit vielfältigen Herausforderungen zu kämpfen. Eine Kombination aus verhaltener globaler Konjunkturdynamik, hohen Energiepreisen, restriktiver Geldpolitik, Kaufkraftverlusten sowie wirtschafts- und geopolitischen Unsicherheiten schwächte Industrie, Exportwirtschaft und private Haushalte. Das Bruttoinlandsprodukt sank real um 0,3 Prozent, der private Konsum sogar um 0,8 Prozent.

Zum Jahresbeginn 2024 hat sich die Stimmung etwas aufgehellt. Nach dem schwachen Schlussquartal 2023 (real -0,5 Prozent vs. Vorquartal) wuchs die deutsche Wirtschaftsleistung im ersten Quartal real um 0,2 Prozent. Eine Rezession konnte somit vermieden werden. Stützend wirkten - etwas überraschend - vor allem Bauproduktion und Exporte. Dies war Folge der außergewöhnlich milden Winterwitterung bzw. der leichten Belebung des globalen Warenhandels.

Zunächst ausgeblieben sind dagegen die, von vielen Ökonomen erwarteten, Impulse vom privaten Konsum. Dennoch ist er - angesichts der gebremsten weltwirtschaftlichen Dynamik und der vorerst noch belasteten Industrie - im Jahr 2024 der wesentliche Hoffnungsträger. Für eine spürbare Belebung sprechen neben dem anhaltend robusten Arbeitsmarkt vor allem die mittlerweile deutlich gesunkenen Inflationsraten und steigende Realeinkommen. Tatsächlich mehrten sich zuletzt die positiven Vorzeichen. Der ifo-Geschäftsklimaindex stieg im April zum dritten Mal in Folge, vor allem dank der konsumnahen Dienstleister. Auch das GfK-Konsumklima und das HDE-Konsumbarometer wiesen im Mai deutlich aufwärts, ebenso die Einzelhandelsumsätze im März.

In der Industrie deutet sich zu Jahresbeginn zumindest eine konjunkturelle Bodenbildung an. Unterstützend wirken würden hier Zinssenkungen durch die EZB. Sie werden etwa ab Jahresmitte erwartet. Sie könnten im Übrigen nicht nur die Investitionsneigung der Unternehmen beleben, sondern auch die hohe Sparneigung der Bundesbürger dämpfen.

Insgesamt wird das Wachstum 2024 aber verhalten bleiben, die Prognosen liegen derzeit zwischen 0,0 Prozent (DIW) und 0,3 Prozent (Bundesregierung). Der Private Konsum wird zwischen 0,7 Prozent (IWH) und 1,2 Prozent (ifo) erwartet. Eine nachhaltigere Erholung ist erst 2025 in Aussicht. Die Risiken sind weiterhin vielfältig und hoch: Sie reichen von der Inflationsentwicklung über geopolitische Krisen bis hin zur Wirtschafts- und Finanzpolitik.

6.2 Unternehmensausblick und Gesamtaussage zur künftigen Entwicklung der marktguru Deutschland GmbH aus Sicht der Unternehmensleitung

Für die unmittelbare, geschäftliche Situation der marktguru Deutschland GmbH bilden alle zuvor beschriebenen Faktoren einen wichtigen Bezugsrahmen.

Die operativ wichtige Nutzerreichweite und damit die Verfügbarkeit von Werbeinventar auf marktguru entwickelt sich bis Mitte des Jahres 2024 stabil und insgesamt leicht über dem Vorjahresniveau: Konsumenten im Nutzermarkt zeigen nach wie vor eine ausgeprägte Preissensibilität, die sich in der konstanten Nutzung der Plattform niederschlägt. Zugleich investiert die Firma kontinuierlich mit Marketingaktivitäten und technischen Maßnahmen auf der Plattform in die Akquisition und die Bindung hochqualitativer Nutzer.

Bei der Entwicklung der Umsatzerlöse, Buchungen und der generellen Nachfrage nach Werbeleistungen von marktguru zum Stand Ende Juni 2024 zeichnet sich von den vorherrschenden ökonomischen Rahmenbedingungen unbeeindruckt weiter eine stabile und wachsende Nachfrage seitens der Werbekunden sowohl innerhalb des Handelssegments als auch aus der Konsumgüterindustrie ab. Der Geschäftsverlauf der ersten sechs Monate in 2024 verläuft sehr solide und über Plan, getragen von Sondereffekten wie einer unerwartet hohen Nachfrage bei den TV-Buchungen im 2. Quartal und einem durchgehend starken Digitalgeschäft.

Solange sich die Parameter privater Konsum, Konjunktur und Werbemarkt nicht nochmals spürbar eintrüben, ist für 2024 mit einer Erreichung der Planzahlen für 2024 bzw. sogar einer leichten Übererfüllung bei Umsatz und Ergebnis zu rechnen.

Die zukünftige Geschäftsentwicklung von marktguru hängt zu einem wesentlichen Anteil von den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sowie den Wachstumsprognosen der digitalen Werbemärkte in Deutschland ab.

Der mittel- und langfristige Geschäftserfolg wird in hohem Maße von dem erfolgreichen Ausbau des vermarktbaren Werbeinventars und dessen gewinnbringende Vermarktung in Form etablierter und neuer Werbeprodukte bestimmt.

Die Prognose für marktguru basiert auf Grundlage von HGB Finanzinformationen. Eine wesentliche Abweichung zu handelsrechtlichen Finanzinformationen wird nicht erwartet.

Wir erwarten für das Geschäftsjahr 2024 einen Umsatzanstieg im hohen einstelligen Prozentbereich. Das Wachstum ist maßgeblich getrieben durch den Ausbau bestehender Kundenbeziehungen, durch Steigerung der Leistungsmengen, Anpassung der Preisstrategie und Upselling neuer Leistungen.

Das prognostizierte Jahresergebnis für das Geschäftsjahr 2024 liegt voraussichtlich leicht über dem Vorjahresniveau.

Um mittelfristig die Ziele der Gesellschaft zu erreichen und ein positives Ergebnis gemäß der Mehrjahresplanung zu erzielen, werden Investitionen in neue Plattformfunktionalitäten, neue Werbeprodukte sowie neue Datenprodukte (Data Insights) weiterhin nur dann erfolgen, wenn marktguru positive Renditeaussichten und einen positiven Deckungsbeitrag daraus erzielen kann. Neue strategische Ziele werden in enger Abstimmung mit den Gesellschaftern erfolgen und - sofern erforderlich - durch diese finanziert.

Wie oben ausgeführt, wird die marktguru Deutschland GmbH ihre zukünftigen Erlöse weiterhin primär durch die Vermarktung der auf der Plattform aggregierten Interaktionen der Nutzer und den Ausbau des Werbeinventars und der Kundenbasis im Werbegeschäfts erzielen. Zudem wird mit Data Insights als weiteres Geschäftsfeld die Vermarktung von angebots- und nachfrageseitigen Daten und Analysen im Hersteller- und Handelssegment aufgebaut. Das Unternehmen sieht sich aufgrund der Innovationskraft in der Softwareentwicklung und der etablierten Marktsituation sowie aufgrund der günstigen Trendentwicklung rund um die Digitalisierung der Handels- und Angebotskommunikation gut positioniert.

Es bestehen bezüglich der weiteren Entwicklung der konjunkturellen Situation und dem hohen Inflationsniveau jedoch nach wie vor hohe Unsicherheiten. Auch mögliche Beeinträchtigungen durch negative Auswirkungen des Russland-Ukraine-Krieges werden in diesen Prognosen nicht reflektiert. Aufgrund der aktuellen Unsicherheiten und deren Auswirkungen auf den Werbemarkt könnten der Umsatz sowie das adjusted EBITDA auch unter der Prognose liegen und sich somit ein negativer Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage ergeben.

 

München, den 07. August 2024

marktguru Deutschland GmbH

Geschäftsführung

Dr. Marc-Etienne Geser

Patrick Dainese

Bilanz

Aktiva

31.12.2023
EUR
31.12.2022
EUR
A. Anlagevermögen 2.139.156,69 1.707.028,25
I. Immaterielle Vermögensgegenstände 2.083.292,69 1.660.259,25
II. Sachanlagen 55.864,00 46.769,00
B. Umlaufvermögen 13.926.547,78 9.798.807,74
I. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 13.837.619,83 9.722.940,76
II. Kassenbestand, Bundesbankguthaben, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks 88.927,95 75.866,98
C. Rechnungsabgrenzungsposten 226.641,57 65.835,40
Aktiva 16.292.346,04 11.571.671,39

Passiva

31.12.2023
EUR
31.12.2022
EUR
A. Eigenkapital 11.868.752,66 6.753.934,41
I. Gezeichnetes Kapital 25.000,00 25.000,00
II. Kapitalrücklage 3.100.000,00 3.100.000,00
III. Gewinnvortrag 3.628.934,41 836.413,27
IV. Jahresüberschuss 5.114.818,25 2.792.521,14
B. Rückstellungen 1.548.532,35 1.664.918,73
C. Verbindlichkeiten 2.216.078,03 2.609.668,25
D. Passive latente Steuern 658.983,00 543.150,00
Passiva 16.292.346,04 11.571.671,39

Gewinn- und Verlustrechnung

1.1.2023 - 31.12.2023
EUR
1.1.2022 - 31.12.2022
EUR
1. Rohergebnis 19.809.661,95 12.341.671,07
2. Personalaufwand 3.457.116,59 2.582.490,16
a) Löhne und Gehälter 3.057.469,55 2.292.697,85
b) soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 399.647,04 289.792,31
davon für Altersversorgung 3.976,80 2.240,80
3. Abschreibungen 421.744,05 434.846,54
a) auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen 421.744,05 434.846,54
4. sonstige betriebliche Aufwendungen 8.543.729,20 5.183.253,47
davon Aufwendungen aus der Währungsumrechnung 628,88 1.656,17
5. sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 291.248,61 36.565,35
davon aus verbundenen Unternehmen 291.233,61 36.565,35
6. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 13.474,80 18,00
7. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 2.550.027,67 1.385.107,11
davon Aufwendungen aus der Zuführung und Auflösung von latenten Steuern 115.833,00 219.312,00
8. Ergebnis nach Steuern 5.114.818,25 2.792.521,14
9. Jahresüberschuss 5.114.818,25 2.792.521,14

Anhang

I. ALLGEMEINE ANGABEN ZUM JAHRESABSCHLUSS

Die marktguru Deutschland GmbH hat ihren Sitz in München und ist unter der Nummer HRB 221869 in das Handelsregister beim Amtsgericht München eingetragen.

Der vorliegende Jahresabschluss wurde gemäß §§ 242 ff. und §§ 264 ff. HGB sowie nach den einschlägigen Vorschriften des GmbHG aufgestellt. Es gelten die Vorschriften für mittelgroße Kapitalgesellschaften.

Die Gliederung der Bilanz entspricht § 266 Abs. 2 und 3 HGB. Zur Verbesserung der Übersichtlichkeit wurde der Posten "In der Entwicklung befindliche selbst geschaffene immaterielle Vermögensgegenstände" gem. § 265 Abs. 5 HGB hinzugefügt. Die Gliederung der Gewinn- und Verlustrechnung folgt dem Gesamtkostenverfahren gemäß § 275 Abs. 2 HGB.

Aufgrund von Rundungen ist es möglich, dass sich einzelne Zahlen in diesem Jahresabschluss nicht genau zur angegebenen Summe addieren lassen und dass dargestellte Prozentangaben nicht genau die absoluten Zahlen widerspiegeln, auf die sie sich beziehen.

II. BILANZIERUNGS- UND BEWERTUNGSMETHODEN

Für die Aufstellung des Jahresabschlusses waren im Wesentlichen die nachfolgenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden maßgebend.

1. Immaterielle Vermögensgegenstände

Von dem Aktivierungswahlrecht für selbst geschaffene immaterielle Vermögensgegenstände gemäß § 248 Abs. 2 HGB wird Gebrauch gemacht.

Erworbene und selbst geschaffene immaterielle Vermögensgegenstände sind zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten bilanziert und werden, sofern sie der Abnutzung unterliegen, über die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer von bis zu 5 Jahren linear abgeschrieben.

2. Sachanlagen

Die Bilanzierung der Sachanlagen erfolgt zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten abzüglich planmäßiger Abschreibungen. Die Abschreibungen werden linear entsprechend den folgenden betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauern vorgenommen:

Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 3 - 13 Jahre

Die geringwertigen Gegenstände des Anlagevermögens mit Einzelanschaffungskosten bis netto EUR 1.000,00 werden im Zugangsjahr voll abgeschrieben und als Abgang berücksichtigt.

3. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände sind grundsätzlich mit ihren Nominalwerten aktiviert. Bei den Forderungen werden erkennbare Risiken durch Wertberichtigungen berücksichtigt.

4. Liquide Mittel

Die liquiden Mittel werden mit den Nennwerten angesetzt.

5. Aktiver Rechnungsabgrenzungsposten

Als Rechnungsabgrenzungsposten werden auf der Aktivseite Auszahlungen vor dem Stichtag ausgewiesen, soweit sie Aufwand für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen.

6. Steuerrückstellungen und sonstige Rückstellungen

Die Rückstellungen berücksichtigen alle ungewissen Verbindlichkeiten und drohenden Verluste aus schwebenden Geschäften und sind jeweils in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrags (d. h. einschließlich zukünftiger Kosten- und Preissteigerungen) angesetzt.

7. Verbindlichkeiten

Die Verbindlichkeiten sind zum Erfüllungsbetrag angesetzt.

8. Latente Steuern

Für die Ermittlung latenter Steuern aufgrund von temporären oder quasi-permanenten Differenzen zwischen den handelsrechtlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten und ihren steuerlichen Wertansätzen oder aufgrund steuerlicher Verlustvorträge werden die Beträge der sich ergebenden Steuerbe- und -entlastung mit den unternehmensindividuellen Steuersätzen im Zeitpunkt des Abbaus der Differenzen bewertet und nicht abgezinst.

Zu passiven latenten Steuern führen temporäre Wertdifferenzen zwischen Handels- und Steuerbilanz. Des Weiteren werden bis zur vollständigen Verrechnung mit den passiven latenten Steuern steuerliche Verlustvorträge aus Körperschaftsteuer und Gewerbesteuer mit einbezogen. Aktive und passive Steuerlatenzen werden verrechnet ausgewiesen. Ein Überhang aktiver Steuerlatenzen wird nicht bilanziert.

Als unternehmensindividuellen Steuersatz wurden rund 32,975 % herangezogen. Dieser umfasst die Körperschaftsteuer und Gewerbesteuer der Gesellschaft.

9. Fremdwährungsumrechnung

Die Umrechnung von Geschäftsvorfällen in fremder Währung erfolgt mit dem Devisenkassamittelkurs zum Abschlussstichtag. Verluste aus Kursänderungen bis zum Abschlussstichtag werden stets, Gewinne aus der Kursänderung nur bei Restlaufzeiten von einem Jahr oder weniger berücksichtigt.

III. ANGABEN ZUR BILANZ

1. Anlagevermögen

Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens ist unter Angabe der Abschreibungen des Geschäftsjahres im Anlagenspiegel auf der folgenden Seite dargestellt.

Anschaffungs-, Herstellungskosten 01.01.2023
EUR
Zugänge
EUR
Abgänge
EUR
Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 3.487.153,27 0,00 0,00
2. In der Entwicklung befindliche immaterielle Vermögensgegenstände 867.411,25 762.789,33 0,00
3. entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 9.000,00 54.987,66 0,00
Summe Immaterielle Vermögensgegenstände 4.363.564,52 817.776,99 0,00
II. Sachanlagen
1. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 141.651,19 36.110,50 22.206,95
2. geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 14.780,00 0,00 0,00
Summe Sachanlagen 156.431,19 36.110,50 22.206,95
Summe Anlagevermögen 4.519.995,71 853.887,49 22.206,95
Umbuchungen
EUR
Anschaffungs-, Herstellungskosten 31.12.2023
EUR
Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 1.135.287,25 4.622.440,52
2. In der Entwicklung befindliche immaterielle Vermögensgegenstände -1.135.287,25 494.913,33
3. entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 0,00 63.987,66
Summe Immaterielle Vermögensgegenstände 0,00 5.181.341,51
II. Sachanlagen
1. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 14.780,00 170.334,74
2. geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau -14.780,00 0,00
Summe Sachanlagen 0,00 170.334,74
Summe Anlagevermögen 0,00 5.351.676,25
kumulierte Abschreibung 01.01.2023
EUR
Abschreibung Geschäftsjahr
EUR
Abgänge
EUR
Umbuchungen
EUR
kumulierte Abschreibung 31.12.2023
EUR
Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 2.694.306,27 393.975,25 0,00 0,00 3.088.281,52
2. In der Entwicklung befindliche immaterielle Vermögensgegenstände 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
3. entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 8.999,00 768,30 0,00 0,00 9.767,30
Summe Immaterielle Vermögensgegenstände 2.703.305,27 394.743,55 0,00 0,00 3.098.048,82
II. Sachanlagen
1. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 109.662,19 27.000,50 22.191,95 0,00 114.470,74
2. geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
Summe Sachanlagen 109.662,19 27.000,50 22.191,95 0,00 114.470,74
Summe Anlagevermögen 2.812.967,46 421.744,05 22.191,95 0,00 3.212.519,56
Zuschreibung Geschäftsjahr
EUR
Buchwert Geschäftsjahr 31.12.2023
EUR
Buchwert Vorjahr 31.12.2022
EUR
Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 0,00 1.534.159,00 792.847,00
2. In der Entwicklung befindliche immaterielle Vermögensgegenstände 0,00 494.913,33 867.411,25
3. entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 0,00 54.220,36 1,00
Summe Immaterielle Vermögensgegenstände 0,00 2.083.292,69 1.660.259,25
II. Sachanlagen
1. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 0,00 55.864,00 31.989,00
2. geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0,00 0,00 14.780,00
Summe Sachanlagen 0,00 55.864,00 46.769,00
Summe Anlagevermögen 0,00 2.139.156,69 1.707.028,25

Entwicklungskosten selbst geschaffener immaterieller Vermögensgegenstände wurden in Höhe von TEUR 763 aktiviert. Insgesamt fielen im Geschäftsjahr Forschungs- und Entwicklungskosten in Höhe von TEUR 3.357 an.

Es gab weder im aktuellen Jahr noch im Vorjahr außerplanmäßige Abschreibungen.

2. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr betragen TEUR 6 (Vj. TEUR 6).

In den Forderungen gegen verbundene Unternehmen sind TEUR 760 (Vj. TEUR 231) Forderungen gegen Gesellschafter enthalten. Diese entfallen in voller Höhe auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen.

Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen TEUR 10.906 (Vj. TEUR 6.833) setzen sich zusammen aus dem Cashpool TEUR 10.111 (Vj. TEUR 6.587) und den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von TEUR 795 (Vj. TEUR 245).

3. Eigenkapital

31.12.2023
TEUR
31.12.2022
TEUR
Gezeichnetes Kapital 25 25
Kapitalrücklage 3.100 3.100
Gewinnvortrag 3.629 836
Jahresüberschuss 5.114 2.793
Summe Eigenkapital 11.868 6.754

4. Verbindlichkeiten

Sämtliche Verbindlichkeiten haben eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr, ebenso im Vorjahr.

Die ausgewiesenen Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen in Höhe von TEUR 1.144 (Vj. TEUR 1.495) betreffen ausschließlich Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen.

Davon betreffen TEUR 9 (Vj. TEUR 1.111) Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern.

5. Passive latente Steuern

Die passiven latenten Steuern resultieren aus folgenden Sachverhalten:

31.12.2023
TEUR
31.12.2022
TEUR
Latente Steuerschulden 669 547
Verrechnung mit latenten Steueransprüchen -10 -4
Latente Steuerschulden netto 659 543

Die passive latente Steuerschuld resultiert aus der Aktivierung der selbst geschaffenen immateriellen Vermögensgegenstände. Die verrechneten aktiven latenten Steuern resultieren aus Urlaubsrückstellungen.

6. Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Es bestehen nicht bilanzierte finanzielle Verpflichtungen aus Miet- und Pachtverträgen wie folgt:

Restlaufzeiten bis 1 Jahr
TEUR
1 bis 5 Jahre
TEUR
ab 5 Jahre
TEUR
Gesamt
TEUR
94 8 0 102

7. Geschäfte mit nahe stehenden Unternehmen und Personen

Mit nahe stehenden Unternehmen und Personen wurden keine Geschäfte zu nicht marktüblichen Bedingungen durchgeführt.

8. Ausschüttungs-, Abführungs- und Entnahmesperre

aus der TEUR
Aktivierung selbst geschaffener immaterieller Vermögensgegenstände 1.370

IV. SONSTIGE ANGABEN

1. Anzahl der Arbeitnehmer

Die Gesellschaft beschäftigte im Geschäftsjahr 2023 durchschnittlich 27,75 Mitarbeiter, davon waren 9 im Sales Bereich und 18,75 im administrativen Bereich tätig.

2. Gesellschaftsorgane

Zu Geschäftsführern der Gesellschaft sind bestellt:

Dr. Marc-Etienne Geser, zuständig für die Bereiche Finance, Sales und Compliance

Patrick Dainese, zuständig für die Bereiche Development, Produkt und Marketing

Vom Schutzrecht nach § 286 Abs. 4 HGB wird Gebrauch gemacht.

3. Mutterunternehmen

Der Jahresabschluss der Gesellschaft wird in den Konzernabschluss der ProSiebenSat.1 Media SE (HRB 219439, Amtsgericht München), Unterföhring, einbezogen. Die ProSiebenSat.1 Media SE, Unterföhring, stellt den Konzernabschluss für den größten und kleinsten Kreis der Unternehmen auf. Der Konzernabschluss der ProSiebenSat.1 Media SE wird im elektronischen Bundesanzeiger bekannt gemacht.

4. Abschlussprüferhonorar

Das von dem Abschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2023 berechnete Gesamthonorar beträgt für Abschlussprüfungsleistungen TEUR 60. Neben Abschlussprüfungsleistungen wurden keine weiteren Leistungen erbracht.

5. Gewinnverwendung

Die Geschäftsführung schlägt folgende Gewinnverwendung vor:

2023
EUR
Gewinnvortrag 3.628.934,41
Jahresüberschuss 5.114.818,25
Gewinnvortrag auf neue Rechnung 8.743.752,66

6. Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Zwischen dem Ende des Geschäftsjahres 2023 und dem 7. August 2024 sind keine weiteren Ereignisse mit wesentlichem Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft eingetreten.

 

München, den 7. August 2024

marktguru Deutschland GmbH

Geschäftsführung

Dr. Marc-Etienne Geser

Patrick Dainese

sonstige Berichtsbestandteile

Angaben zur Feststellung:

Der Jahresabschluss wurde am 23.10.2024 festgestellt.

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die marktguru Deutschland GmbH, München

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der marktguru Deutschland GmbH, München, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der marktguru Deutschland GmbH, München, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

• entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 und

• vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

• identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen der Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese isiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, ass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

• gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

• beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

• ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

• beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrundeliegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

• beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft.

• führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

München, den 7. August 2024

Grant Thornton AG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Stephan Mauermeier, Wirtschaftsprüfer

Andrea Stoiber-Harant, Wirtschaftsprüfer

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  2. Diese Server-URL eintragen und den Connector hinzufügen:
    https://mcp.handelsregister.ai/mcp
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Terminal
claude mcp add --transport http handelsregister https://mcp.handelsregister.ai/mcp \
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    tools=[{
        "type": "mcp",
        "server_label": "handelsregister",
        "server_url": "https://mcp.handelsregister.ai/mcp",
        "headers": {"X-API-Key": "YOUR_API_KEY"},
        "require_approval": "never",
    }],
)
print(response.output_text)

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    }
  }
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