Max Aicher Stahl AGFreilassingKonzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2022 bis zum 31.12.2022KonzernbilanzAktiva
Passiva
Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung
KonzernanhangI. Allgemeines Konsolidierungstechnisch wird die Max Aicher Stahl AG als Mutterunternehmen der Max Aicher-Gruppe behandelt; sie stellt den vorliegenden Konzernabschluss auf. Die Max Aicher Stahl AG hat ihren Sitz in Freilassing und ist eingetragen in das Handelsregister beim Amtsgericht Traunstein (Reg. Nr. HRB 16771). Der vorliegende Konzernabschluss wurde nach den deutschen handelsrechtlichen Konzernrechnungslegungsvorschriften (§§ 290 ff. HGB) sowie nach den einschlägigen Vorschriften des AktG aufgestellt. Ergänzende Bestimmungen aus der Satzung ergeben sich nicht. Aufgrund von Besonderheiten des Immobilien- und Baugeschäfts wurde das Gliederungsschema der Konzernbilanz um die Posten Bauten in Ausführung, Vorratsgrundstücke und fertige Bauten sowie Mineralvorkommen erweitert. II. Konsolidierungskreis Als Mutterunternehmen im Sinne des § 290 HGB gilt die Max Aicher Stahl AG mit Sitz in Freilassing. Dem Max Aicher Stahl AG-Konzern stehen unmittelbar oder mittelbar mehrheitlich die Anteile und Stimmrechte an den nachfolgenden 35 Unternehmen zu, deren Abschlüsse vollkonsolidiert wurden:
Folgende Unternehmen wurden gegenüber dem 31. Dezember 2021 im Rahmen der Vollkonsolidierung miteinbezogen:
- PQG Johann Peters gemeinnützige Stiftungsgesellschaft mbH, Waldkraiburg Die Anteile an weiteren 61 in- und ausländischen Tochterunternehmen, deren Anteile und Stimmrechte - unmittelbar oder mittelbar - mehrheitlich im Besitz der Max Aicher Stahl AG- Konzerns stehen, sind mit den Anschaffungskosten oder den am Bilanzstichtag niedrigeren beizulegenden Werten erfasst, da sie entweder derzeit keinen aktiven Geschäftsbetrieb ausüben, dieser von untergeordneter Bedeutung ist oder die Informationen für eine Vollkonsolidierung nicht vorliegen oder nur mit einem unverhältnismäßig hohem Aufwand zu erhalten sind. Die verbundenen Unternehmen und Beteiligungen sowie die Angabe, auf welche Art sie in den konsolidierten Abschluss einbezogen wurden, sind in der Aufstellung des Konzernanteilsbesitzes (am Schluss dieses Anhangs) dargestellt. III. Konsolidierungsgrundsätze und Erstkonsolidierungszeitpunkt Die Bilanzstichtage der Jahresabschlüsse aller einbezogenen Unternehmen inkl. Mutterunternehmen stimmen mit dem Bilanzstichtag dieses Konzernabschlusses (31. Dezember) überein. Bei der Kapitalkonsolidierung kommt ausschließlich die Neubewertungsmethode nach § 301 HGB zur Anwendung. Demgemäß wurden die Beteiligungswerte der dem Mutterunternehmen gehörenden Anteile mit dem auf diese Anteile entfallenden neubewertenden Eigenkapital des Tochterunternehmens verrechnet. Das Eigenkapital der Tochterunternehmen wurde auf den Erstkonsolidierungszeitpunkt mit dem Wert angesetzt, der dem Zeitwert der in den Konzernabschluss aufzunehmenden Vermögensgegenstände, Schulden, Rechnungsabgrenzungsposten und Sonderposten entspricht. Ergibt sich nach der Verrechnung der Wertansätze ein aktiver Unterschiedsbetrag, erfolgt ein Ausweis als Geschäfts- oder Firmenwert in der Konzernbilanz. Zwischengewinne im Anlage- und Umlaufvermögen werden - soweit wesentlich - eliminiert. Im Rahmen der Schulden- sowie Aufwands- und Ertragskonsolidierung wurden Forderungen und Verbindlichkeiten sowie Aufwendungen und Erträge innerhalb der vollkonsolidierten Unternehmen aufgerechnet. Gleichfalls wurden Ergebnisabführungen innerhalb der Konzernunternehmen eliminiert. IV. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden Die Abschlüsse der vollkonsolidierten Konzernunternehmen werden grundsätzlich nach einheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätzen aufgestellt. Die immateriellen Vermögensgegenstände werden mit den Anschaffungskosten, vermindert um planmäßige lineare Abschreibungen, angesetzt. Firmenwerte oder Geschäftswerte werden über 5 - 10 sowie bei Vorliegen einer voraussichtlich dauernden Wertminderung außerplanmäßig, Software wird über 3 - 5 Jahre abgeschrieben. Bei den immateriellen Anlagewerten handelt es sich ausschließlich um entgeltlich erworbene Rechte. Die Zugänge zu den Sachanlagen werden zu den Anschaffungs- oder Herstellungskosten angesetzt. Im Rahmen der Erstkonsolidierung in der Konzerneröffnungsbilanz zum 01. Januar 2015 entsprachen diese aufgrund der zwingenden Anwendung der Neubewertungsmethode den Zeitwerten zum 01. Januar 2015. Die Herstellungskosten der selbst erstellten Sachanlagen enthalten direkt zurechenbare Einzelkosten und anteilige Gemeinkosten (ohne Verwaltungs- und Finanzierungskostenbestandteile). Die Abschreibungen bei den abnutzbaren Sachanlagen erfolgen grundsätzlich nach der linearen Methode. Die Abschreibungsdauern betragen bei Gebäuden 25 - 50 Jahre, bei Maschinen und Betriebsausstattung 3-15 Jahre. Es werden die erwarteten Nutzungsdauern oder kürzere tatsächliche Nutzungsdauern zugrunde gelegt. Bei dreischichtigem Betrieb in inländischen Stahlunternehmen werden die Zuschläge zu den Abschreibungen (linearer Betrag + 50 %) oder die degressive Methode (maximal 25 %) angewendet. Eine Anpassung der zugrunde gelegten Nutzungsdauern bei ausländischen Unternehmen an die Nutzungsdauern der inländischen Unternehmen ist aufgrund untergeordneter Bedeutung unterblieben. Bei Vorliegen einer voraussichtlich dauernden Wertminderung werden außerplanmäßige Abschreibungen vorgenommen. Soweit Festwerte im Anlagevermögen verwendet werden (Gerüst- und Schalungsmaterial, Reserveteile) werden 40 % der Anschaffungskosten angesetzt. Für Reserveteile (T€ 15.676; i.Vj. T€ 13.568) und für Schalungsmaterial (T€ 490; i.Vj. T€ 490) wird jeweils ein Festwert geführt. Geringwertige Anlagegüter mit Anschaffungskosten bis € 250 werden grundsätzlich sofort als Aufwand erfasst; Investitionen mit Anschaffungskosten über € 250,- bis € 1.000,- werden in einen Sammelposten eingestellt, der über 5 Jahre linear verteilt abgeschrieben wird. Die Finanzanlagen sind zu den Anschaffungskosten abzüglich notwendiger Abschreibungen im Fall dauernder Wertminderungen oder Abschreibungen bei vorübergehenden Wertminderungen (beizulegender Wert am Bilanzstichtag) angesetzt. Die in den Finanzanlagen enthaltenen Rückdeckungsansprüche aus Lebensversicherungen werden mit den von den Versicherungen gemeldeten Aktivwerten angesetzt. Soweit sie nach § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB wegen Verpfändung mit den korrespondierenden Verpflichtungen zu saldieren sind, werden sie zu Zeitwerten angesetzt. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sowie Handelswaren sind zu den Anschaffungskosten bzw. zu den niedrigeren beizulegenden Werten erfasst. In Höhe von T€ 11.646 (i.Vj.T€ 9.883) wird ein Festwert für Ersatzteile und Betriebsmittel geführt. Die unfertigen und fertigen Erzeugnisse wurden grundsätzlich zu den aktivierungspflichtigen Herstellungskosten bewertet; darin wurden Einzelkosten sowie angemessene Gemeinkosten und fertigungsbedingte Abschreibungen eingerechnet. Bei der Bewertung der unfertigen Aufträge im Bereich Bau wurden aufgrund der längerfristigen Auftragsfertigung angemessene Verwaltungsgemeinkosten in die Herstellungskosten einbezogen. Diese sind für den Konzern von untergeordneter Bedeutung. Soweit zum Bilanzstichtag bei den unfertigen und fertigen Erzeugnissen ein niedriger beizulegender Wert vorlag, wurde dieser angesetzt. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen werden offen von den Vorräten abgesetzt. Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände werden zu den Anschaffungskosten bzw. zum niedrigeren, am Bilanzstichtag beizulegenden Wert (nach dem strengen Niederstwertprinzip) angesetzt. Bei den Kundenforderungen wurden zur Berücksichtigung des allgemeinen Kreditrisikos Pauschalwertberichtigungen in Höhe von 3 % gebildet. Soweit erforderlich, wurden Einzelwertberichtigungen vorgenommen. Die Erfassung der Kassenbestände und der Bankguthaben erfolgt zum Nennwert. Aktive und passive latente Steuerabgrenzungen aus HB I und HB II-Ebene sowie aus Konsolidierungsmaßnahmen werden saldiert ausgewiesen. Von dem Wahlrecht des § 274 Abs. 1 Satz 2 HGB, einen Überhang der aktiven über die passiven latenten Steuerabgrenzungsposten nicht anzusetzen, wurde auf der HB II-Ebene Gebrauch gemacht. Steuerliche Verlustvorträge auf HB I- und HB II-Ebene wurden nur insoweit berücksichtigt, als sie den Ausgleich passiver Steuerlatenzen ermöglichen. Aus den HB II-Bilanzen wurden deshalb keine aktiven Überhänge in die Konzernbilanz übernommen. Aus Konsolidierungsmaßnahmen resultierende aktive und passive latente Steuerabgrenzungen wurden gemäß § 306 HGB angesetzt. Die Bewertung der Pensionsrückstellungen erfolgte bei den deutschen Unternehmen nach der Projected Unit Credit Methode und - in unwesentlicher Höhe - nach dem Teilwertverfahren. Für die nach versicherungsmathematischen Grundsätzen erfolgten Berechnungen wurden die Richttafeln von Klaus Heubeck 2018 G verwendet. Der Ermittlung liegt ein Gehaltstrend von - wie im Vorjahr - 0 % bis 3,0 % p.a. und ein Rententrend von 0 % bis 2,5 % p.a. (i. VJ. 1,5 % bis 2,0 % p.a.) zugrunde. Der Rechnungszinssatz basiert entsprechend der gesetzlichen Regelung des § 253 Abs. 2 GB auf dem von der Deutschen Bundesbank ermittelten und veröffentlichten durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen zehn Jahre (1,78 % p.a.; i.Vj. 1,87 % p.a. bis 1,98 % p.a.) bei einer pauschalen angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren. Aufgrund der Abzinsung der Pensionsrückstellungen mit dem durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangen zehn Jahre im Vergleich zur Abzinsung mit dem durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Jahre sind die Pensionsrückstellungen in Höhe von T€ 439 (i.Vj. T€ 569) niedriger angesetzt (Unterschiedsbetrag gem. § 253 Abs. 6 HGB). Dieser Unterschiedsbetrag unterliegt einer Ausschüttungssperre nach § 253 Abs. 6 Satz 2 HGB. Die Pensionsrückstellungen bei einem kanadischen Tochterunternehmen (TCAD 1.533; i.Vj.TCAD 2.663) wurden versicherungsmathematisch (projected benefit method) und mit landesspezifischen Zinssätzen (5,05 % p.a.; i.Vj. 2,96 % p.a.) und Steigerungsraten (0 % Gehalts- und Rentenanstieg; i.Vj.3,5 % p.a.) auf den Bilanzstichtag des Konzernabschlusses abgezinst. Für die Sozialbeiträge wurden Kostensteigerungen von 6,0 % p.a. (i.Vj.5,75 % p.a.) angesetzt. Anpassungen an konzerneinheitliche Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden sind aufgrund von Unwesentlichkeit nicht erfolgt. Die Steuer- und sonstigen Rückstellungen sind mit dem nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrag für alle erkennbaren Risiken aus ungewissen Verpflichtungen und für drohende Verluste aus schwebenden Geschäften angesetzt. Rückstellungen und unverzinsliche Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr wurden mit dem von der Deutschen Bundesbank vorgegebenen, ihrer Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Jahre abgezinst. Zukünftige Preis- und Kostensteigerungen in Höhe der allgemeinen Inflationsrate werden berücksichtigt. Alle anderen Verbindlichkeiten sind mit ihrem Erfüllungsbetrag angesetzt. V. Währungsumrechnung Forderungen und Verbindlichkeiten in fremder Währung werden in den Einzelabschlüssen grundsätzlich mit den Kursen am Tag des Geschäftsvorfalls umgerechnet. Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr werden gemäß § 256a HGB zum Devisenkassamittelkurs am Abschlussstichtag in EURO umbewertet. Gemäß § 308a HGB werden im Konzernabschluss die Bilanzen der einbezogenen Unternehmen, deren Jahresabschlüsse in fremder Währung aufgestellt sind, mit Ausnahme des Eigenkapitals, mit den Devisenkassamittelkursen am Abschlussstichtag umgerechnet. Die Umrechnung des Eigenkapitals erfolgt mit historischen Kursen. Die Posten der Gewinn- und Verlustrechnungen werden zum landesspezifischen Jahresdurchschnittskurs umgerechnet. Eine sich ergebende Umrechnungsdifferenz wird innerhalb des Eigenkapitals in den Posten "Eigenkapitaldifferenz aus Währungsumrechnung" eingerechnet. VI. Erläuterungen zur Konzernbilanz Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens ist in einem Anlagespiegel am Ende des Konzernanhangs zusammengestellt. Bei den Abschreibungen entspricht die Position Zugänge den Abschreibungen des Geschäftsjahres. Die Anschaffungs- und Herstellungskosten beinhalten die historischen Werte der vollkonsolidierten Unternehmen. Die Position Geschäfts- oder Firmenwert beinhaltet mit T€ 0 (i.Vj. T€ 1.743) den Firmenwert aus der Erstkonsolidierung der Hohenloher Recycling GmbH, mit T€ 0 (i.Vj. T€ 474) den Firmenwert aus der Konsolidierung der FEMKER Kft. sowie den Firmenwert aus der Erstkonsolidierung der Lech-Stahlwerke GmbH (T€ 2.401; i.Vj. T€ 3.601), der linear über 10 Jahre verteilt abgeschrieben wird. Die Laufzeit von 10 Jahren wurde aufgrund des längerfristigen Ansatzes in der Stahlbranche und in Anlehnung an § 253 Abs. 3 Satz 4 HGB gewählt. Die geleisteten Anzahlungen und die Anlagen im Bau betreffen i.W. begonnene Modernisierungsmaßnahmen und Hallenneubauten/Fabrikerweiterungen bei den Stahlwerken. Als Vorratsgrundstücke wird derjenige Grundbesitz erfasst, der voraussichtlich zur Veräußerung bestimmt ist. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie die Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, haben analog zum Vorjahr eine Restlaufzeit von unter einem Jahr. Als Salden gegen verbundene Unternehmen ausgewiesen werden Forderungen und Verbindlichkeiten an nicht konsolidierte Konzernunternehmen, die mittelbar oder unmittelbar im Mehrheitsbesitz des Max Aicher Stahl AG-Konzern stehen bzw. bei denen die Stimmrechte dem Konzern mehrheitlich zustehen, sowie Forderungen und Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern. Von den Forderungen gegen verbundene Unternehmen haben T€ 8.047 (i.Vj.T€ 21.919) eine Restlaufzeit von über einem Jahr. Alle übrigen Forderungen haben wie im Vorjahr eine Restlaufzeit von unter einem Jahr. Forderungen gegen Gesellschafter liegen in Höhe von T€ 235 (i.Vj.T€ 0) vor. Die sonstigen Vermögensgegenstände beinhalten:
Im Vorjahr hatten sonstige Vermögensgegenstände in Höhe von T€ 767 eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr. Der aktive Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung gemäß § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB beinhaltet die zu Zeitwerten (= Anschaffungskosten) bewerteten Ansprüche aus Rückdeckungsversicherungen (T€ 356; i.Vj. T€ 243), die mit den zugehörigen Pensionsverpflichtungen (T€ 322; i.Vj. T€ 221) saldiert wurden. Die nicht beherrschenden Kapitalanteile anderer Gesellschafter beinhalten die Anteile am Eigenkapital vollkonsolidierter Gesellschaften, die nicht unmittelbar oder mittelbar dem Max Aicher Stahl AG-Konzern zustehen. Die nicht beherrschenden Anteile betreffen:
Die Pensionsrückstellungen wurden in folgender Höhe mit verpfändeten Vermögensgegenständen saldiert:
Die sonstigen Rückstellungen beinhalten:
Als längerfristige Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von voraussichtlich mehr als einem Jahr oder mit unbestimmter Laufzeit wurden u.a. das Risiko aus einem gekündigten Auftrag (Zinsen 2022: rd. € 1,5 Mio.) sowie das Risiko Bundeskartellamt (Bußgeldbescheid i.H.v. € 41,2 Mio. zzgl. Beratungskosten € 0,5 Mio.) qualifiziert. Die Verbindlichkeiten zeigen folgende Restlaufzeiten und Besicherungen:
Die sonstigen Verbindlichkeiten beinhalten:
Die passiven Rechnungsabgrenzungsposten berücksichtigen im Voraus vereinnahmte Pacht- und Mieterlöse. Die passive latente Steuerabgrenzung resultiert aus folgenden Sachverhalten:
Der Aufbau der latenten Steuerabgrenzung um T€ 6.921 (i.Vj. T€ 2.763) resultiert aus der Aufdeckung der stillen Reserven der Grundstücke in Waldkraiburg (T€ 4.800), der ergebniswirksamen Veränderungen von T€ 2.115 (i.Vj. T€ 2.758) sowie aus der Veränderung aus der Währungsumrechnung in Höhe von T€ 6 (i.Vj. T€ 5). Bei der Berechnung der latenten Steuerabgrenzungen wurden Steuersätze zwischen 9 % und 32 % (Körperschaftsteuer + Gewerbesteuer) verwendet. Auf Unternehmensebene wurden aktive und passive latente Steuerabgrenzungen auf HB I- und HB II-Ebene saldiert. VII. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung Die Gewinn- und Verlustrechnung wurde nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt. Die Umsatzerlöse der einzelnen Segmente gliedern sich wie folgt:
Von den Umsatzerlösen wurden 26 % (i.Vj. 29 %) von den ausländischen Tochtergesellschaften erwirtschaftet. Diese befinden sich in folgenden Regionen:
Die Umsatzerlöse wurden mit Abnehmern in folgenden Regionen erzielt:
Die sonstigen betrieblichen Erträge beinhalten:
In den Kursgewinnen sind T€ 1.254 (i.Vj. T€ 10.697) aus der Währungsumrechnung zum Stichtag gem. § 256a HGB enthalten. Der Aufwand für Altersversorgung innerhalb der sozialen Abgaben und Aufwendungen und für Unterstützung beträgt T€ 1.251 (i.Vj.T€ 1.037). Die Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen (insgesamt T€ 1.992; i.Vj.T€ 2.415) beinhalten außerplanmäßige Abschreibunbgen auf den Firmenwert "HoRec" (T€ 1.743) sowie auf nicht mehr verwendbare Anlagegüter (T€ 249). Die über die üblichen Abschreibungen hinausgehenden Abschreibungen auf Gegenstände des Umlaufvermögens betreffen mit T€ 868 (i.Vj.T€ 5) nicht mehr verwertbare Vorräte. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen beinhalten:
In den Kursverlusten sind T€ 2.531 (i.Vj. T€ 1.174) aus der Währungsumrechnung zum Bilanzstichtag gemäß § 256a HGB enthalten. Die Zinserträge beinhalten mit T€21 (i.Vj.T€ 23) die Abzinsung von Rückstellungen, mit T€ 969 (i.Vj.T€ 619) Zinserträge aus verbundenen Unternehmen und mit T€ 89 (i.Vj.T€ 15) Zinsen aus Steuererstattungen für Vorjahre. Die Zinsaufwendungen beinhalten mit T€ 679 (i.Vj. T€ 777) die Aufwendungen aus der Aufzinsung von Rückstellungen oder von unverzinslichen, längerfristigen Verbindlichkeiten, mit T€ 285 (i.Vj. T€ 548) Zinsen an verbundene Unternehmen und mit T€ 2 (i.Vj. T€ 3 Zinsen auf Steuernachzahlungen für Vorjahre. Mit T€ 21 (i.Vj. T€ 23) sind Zinserträge aus verpfändeten Rückdeckungsversicherungen in den Zinsaufwendungen verrechnet. Der Steueraufwand beinhaltet für deutsche Personen- und Kapitalgesellschaften die Gewerbesteuer (rd. 10,85 % bis 16,35 %) und die Körperschaftsteuer/Solidaritätszuschlag (rd. 16 %), im Fall von ausländischen Unternehmen die landesspezifischen Ertragsteuern (9 % bis 31 %). Der Ausweis des Steueraufwandes ist durch steuerlich nichtabzugsfähige Aufwendungen und durch die steuerlichen Besonderheiten bei deutschen Personengesellschaften beeinflusst. Die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag betreffen mit T€ 724 Aufwendungen für Vorjahre (i.Vj.Erträge T€ 127). Mit TE2.115 (i.Vj.T€ 2.758) ist der Aufwand aus der Veränderung der latenten Steuerabgrenzung enthalten. VIII. Haftungsverhältnisse und sonstige finanzielle Verpflichtungen Aus dem Erwerb ausländischer Tochtergesellschaften bestehen Investitions- und Kapitalausstattungspflichten. Nach Auffassung der Geschäftsleitung sind diese zum Bilanzstichtag erfüllt. Die einbezogenen Gesellschaften weisen Haftungsverhältnisse gemäß § 251 HGB in folgender Höhe aus:
Aufgrund der wirtschaftlichen Lage der Hauptschuldner war die Bildung von Risikovorsorgen in der Konzernbilanz aus diesen Haftungsverhältnissen nicht erforderlich. Im Rahmen einer Sanierungsvereinbarung wurde zugunsten von Kreditinstituten eine Gesamtgrundschuld über T€ 60.000 auf diversen Grundstücken der Max Aicher- Gruppenunternehmen bestellt. Des Weiteren haben sich im Rahmen des Erwerbs von Anteilen an der Thüringer Wertstoffgewinnung Aicher-Müller GmbH (TWG) Herr Dipl.-Ing. Max Aicher und die Max Aicher GmbH & Co. KG verpflichtet, sämtliche Rechte und Verpflichtungen der Veräußerer aus deren Haftungsübernahmen zugunsten der TWG zu übernehmen. Die Übernahme beinhaltet alle Rechte und Pflichten aus Verträgen, welche die TWG mit Dritten abgeschlossen hat, insbesondere die Haftung aus einem öffentlich-rechtlichen Schuldbeitritt bezüglich öffentlicher Zuschüsse für Anlageinvestitionen über T€ 9.228, aus Darlehensgewährungen (zum Stichtag vollständig getilgt) sowie aus der Durchführung eines - zwischenzeitlich gekündigten - Entsorgungsauftrages durch die TWG (Auftragssumme ca. € 17 Mio.). Für dieses Risiko sind € 51,1 Mio. zurückgestellt. Am Bilanzstichtag bestehende sonstige finanzielle Verpflichtungen - i.W. aus Miet- und Leasingverträgen- sind fällig in 2023 voraussichtlich i.H.v. T€ 20.891, in 2024 i.H.v. T€ 12.608, in 2025 i.H.v. T€ 9.329, in 2026 i.H.v. T€ 4.773 und in 2027 ff. i.H.v. T€ 15.738. Aus der Verwertung und Vermarktung von Nebenprodukten der Stahlindustrie (insbesondere Elektroofenschlacke inklusive Zunder) ist für ein Grundstück der Lech-Stahlwerke GmbH zur Lagerung der zu verwertenden Stoffe Pacht in Abhängigkeit der gelagerten Menge zu bezahlen. Diese Pacht belief sich in 2022 auf brutto T€ 857. Unter bestimmten Bedingungen hat der Minderheitsgesellschafter das Recht, seine in 2019 erworbene, 20 %ige Beteiligung an dem Tochterunternehmen OAM Ózdi Acélmüvek Kft., Ózd (Ungarn) an die Max Aicher GmbH & Co. KG oder an den Stifter Max Aicher zu einem feststehenden Kaufpreis zu veräußern. IX. Nicht in der Konzernbilanz enthaltene Geschäfte Im Berichtsjahr wurden nicht in der Konzernbilanz enthaltene Geschäfte zum Zweck der Auslagerung von Ausfallrisiken und zur Liquiditätssicherung (Factoring) sowie für Zwecke der Finanzierung (Leasing) vorgenommen. Vorteile diesbezüglich bestehen in dem Wegfall der Vorfinanzierung von Vermögensgegenständen. Risiken bestehen aus dem Abfluss von finanziellen Mitteln für die Leasingraten. Zum Bilanzstichtag waren Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von T€ 37.914 (i.Vj. T€ 38.157) an Factoring-Unternehmen verkauft. Zu den finanziellen Verpflichtungen aus Leasingverträgen vgl. Ziffer VIII. X. Sonstige Angaben 1. Anteilsbesitz gemäß § 313 Abs. 2 Nr. 4 HGB
(1) Unbeschränkte Haftung: Unternehmen seit
Jahren stillgelegt
2. Mitarbeiter In 2022 waren jahresdurchschnittlich 3.482 (i.Vj. 3.271) Mitarbeiter in den vollkonsolidierten Unternehmen beschäftigt. Davon waren 2.353 Arbeiter, 1.086 Angestellte und 43 in Teilzeit bzw. Teilzeitkräfte. Bei ausländischen Tochterunternehmen waren 1.160 (i.Vj. 1.119) angestellt. 3. Angaben nach § 314 Abs. 1 Nr. 6 HGB Die Bezüge des Vorstands für das Geschäftsjahr 2022 beliefen sich auf T€ 1.787. Die Bezüge des Aufsichtsrats für das Geschäftsjahr 2022 beliefen sich auf T€ 90. Die Bezüge für ehemalige Mitglieder des Vorstands und ihre Hinterbliebenen für das Geschäftsjahr 2022 beliefen sich auf T€ 390. 4. Angaben gem. § 314 Abs. 1 Nr. 9 HGB Das im Geschäftsjahr als Aufwand erfasste Honorar für den Abschlussprüfer beträgt für die Konzernabschlussprüfung T€ 348 (davon entfallen jeweils T€ 80 auf die Prüfung von zwei Teilkonzernabschlüssen) und für sonstige Leistungen T€ 12. 5. Vorstand Zu Vorständen waren in 2022 und bis zur Aufstellung des Konzernabschlusses bestellt:
6. Aufsichtsrat Zu Aufsichtsräten waren in 2022 bestellt:
XI. Befreiungen gem. § 264 Absatz 3 HGB bzw. § 264b HGB Nachfolgende Gesellschaften machen von der Befreiungsvorschrift des § 264 Absatz 3 HGB bzw. § 264b HGB Gebrauch und veröffentlichen infolge des Einbezugs in diesen Konzernabschluss ihren Jahresabschluss nicht:
XII. Nachtragsbericht Es sind keine Vorgänge von besonderer Bedeutung im Sinne des § 314 Abs. 1 Nr. 25 HGB bekannt, die nach dem Schluss des Geschäftsjahres 2022 eingetreten sind und weder in der Gewinn- und Verlustrechnung noch in der Bilanz berücksichtigt wurden. XIII. Ergebnisverwendungsvorschlag des MutterunterunternehmensDer Vorstand schlägt vor, den Jahresüberschuss nebst bestehendem Verlustvortrag der Gesellschaft auf neue Rechnung vorzutragen. Entwicklung des Anlagevermögens
Aufstellung des Konzernanteilsbesitzes zum 31. Dezember 2022
IV. Beteiligungen, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert werden
Freilassing, den 28. August 2023 gez. Dipl.-Ing. Max Aicher gez. Dr. Martin Kleinschmitt gez. Dipl.-Ing. Stephan Theodor Lemgen gez. Dipl.-Volkswirt Klaus Jürgen Rudolph gez. Walter Schwimbersky Konzerneigenkapitalspiegel
Konzernkapitalflussrechnung
Der Finanzmittelfonds besteht ans dem Kassenbestand und dem Guthaben bei Kreditinstituten. Die bestehenden Kontokorrentverbindlichkeiten sind nicht in den Finanzmittelfonds der handelsrechtlichen Kapitalflussrechnung einzubeziehen, da durch Einräumung einer Kündigungsfrist von 24 Monaten seitens der Banken das in DRS 21.9 i.V.m. DRS 21.34 geforderte Kriterium der Kurzfristigkeit nicht erfüllt ist. Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 20221. Geschäfts- und Rahmenbedingungen Die der Max Aicher Stahl AG gehörende Max Aicher-Unternehmensgruppe ist vor allem in den Bereichen
tätig. Freizeit, Tourismus und Bildung ergänzen das Portfolio der Unternehmensgruppe. Herzstück der Unternehmensgruppe sind die stahlerzeugenden und stahlverarbeitenden Betriebe (Walzwerke, Veredelungsbetrieb) in Bayern, Ungarn, Tschechien und Kanada. Die im Umweltbereich aktiven Unternehmen befassen sich mit der Entsorgung von Anlagenrückständen (z.B. Filterstäube) und dem Recycling von Stahlschrott (zur Gewinnung des Rohstoffes Schrott für die Elektrostahlwerke). Durch die Stahlerzeugung mittels Elektroofen (Schmelzung von Stahlschrott im Lichtbogenofen) und dem damit verbundenen Recycling von Stahlschrott leistet die Unternehmensgruppe einen wertvollen Beitrag zur Schonung von Umweltressourcen in der Kreislaufwirtschaft. Letzteres stellt einen Wettbewerbsvorteil im Vergleich zur Stahlerzeugung auf Basis von Eisenerz dar. Innerhalb der Unternehmensgruppe nimmt die Max Aicher GmbH & Co. KG (MAF) verschiedene Funktionen im Rahmen der Gruppenleitung und Corporate Governance wahr. Dies umfasst u.a.
2. Kennzahlen-Übersicht zur Entwicklung der Unternehmensgruppe Die nachfolgende Kennzahlenübersicht wird zukünftig einen Überblick zur Entwicklung des Max Aicher Stahl AG Konzerns geben.
3. Geschäftsverlauf -Branchenentwicklung Das Geschäftsjahr 2022 war durch zahlreiche Belastungsfaktoren geprägt. Dabei ist vor allem der Krieg in der Ukraine hervorzuheben, welcher in der Folge zu anhaltenden Lieferengpässen, hohen Energie- und Rohstoffpreisen und insbesondere zu einer hohen Inflationsrate führte. Durch eine konsequente und flexible Umsetzung von Gegensteuerungsmaßnahmen konnten wir das Geschäftsjahr für den Max Aicher Stahl AG Konzern mit einem erfreulichen Ergebnis abschließen. Nachstehend wird die Entwicklung der bedeutendsten Gruppenunternehmen kurz dargestellt: 3.1 Bereich Stahl Folgende wesentliche Unternehmen sind dem Bereich Stahl zuzuordnen:
Generelles zur Entwicklung der Stahlindustrie: Die weltweite Rohstahlerzeugung ist 2022 im Vergleich zum Vorjahr um -4,2 % auf 1.878,5 Mio. t gesunken. Dabei baut China, trotz einer leicht (um -2,1 %-Punkte) gesunken Rohstahlproduktion von insgesamt 1.013 Mio. t, den Anteil an der weltweiten Rohstahlerzeugung weiter aus und festigt seine Weltmarktführerschaft. Der chinesische Marktanteil am Weltmarkt steigt um ca. +0,9 %- Punkte auf gesamt 53,92 %. Analog zum weltweiten Trend ist auch die Rohstahlproduktion in Deutschland in diesem Jahr zurückgegangen und beträgt nun 36,9 Mio. t (Vorjahr 40,2 Mio. t). Weltweit liegt der Anteil weiterhin bei niedrigen ca. 2 %. Die europäische Stahlindustrie (EU27) hat im Jahr 2022 ebenfalls Einbußen verzeichnen müssen und liegt mit einer Produktionsmenge von 136,7 Mio. t nun bei einem Anteil von ca. 7,3 %. Im Vorjahr waren es noch 7,8 %. Im Vergleich der unterschiedlichen Produktionsrouten wurden im Jahr 2022 ca. 11,0 Mio. t Elektrostahl (-9,0 %-Punkte) und ca. 25,9 Mio. t Oxygenstahl (-8,2 %-Punkte) in Deutschland hergestellt. Dies entspricht einer Reduzierung der Jahresproduktionsmenge 2022 um 8,4 %-Punkte auf ca. 36,9 Mio. t. Der Gesamtanteil des in Elektroöfen erschmolzenen Stahls verringert sich leicht um 0,3 %-Punkte auf 29,84 %. Die herkömmliche Hochofenroute steigert ihren Ausstoß leicht um 0,3 %-Punkte auf einen Anteil von 70,15 %. Das Thema "Green Steel" wird zusehends an Stellenwert gewinnen, allerdings sind sowohl technologisch wie auch bzgl. Finanzierung bisher kaum spezifische Maßnahmen u/o politische Lösungen ausgearbeitet. Es bleibt daher, dass die im Konzern ausschließlich eingesetzten Lichtbogenöfen ein entscheidender Wettbewerbsvorteil sind, da im Vergleich zur Hochofenroute nur rund 20 % an CO 2 ausgestoßen wird. Der Gedanke des verminderten CO 2 -Ausstoßes über die Lichtbogenöfen (Electric Arc Furnace -EAF) Route ist im Jahr 2022 leicht in den Hintergrund geraten, weil die Faktoren Versorgungssicherheit und Preisstabilität kurzfristig in den Vordergrund gerückt sind. Bei einer stabilen Versorgungslage im Jahr 2023 kann hier voraussichtlich wieder die Trendwende geschafft werden, wenn sich die Lage am Absatzmarkt normalisiert und die Nachhaltigkeitsfaktoren wieder an Bedeutung gewinnen. Dann erwarten wir auch einen positiven Margeneffekt. Es bleibt dabei, lediglich politische Instrumente wie "Safeguard-Maßnahmen", die Einführung eines Lieferkettengesetzes sowie Grenzabgaben oder CO 2 -Steuern können die Produktionsstandorte in Deutschland bzw. Europa vor hohen Importmengen und somit die Investitionsbereitschaft in die "Old Economy" absichern. Die sicherlich wesentliche Herausforderung im Jahr 2022 war der Umgang mit der Ukrainekrise und der daraus resultierenden Energiekrise. Bereits Mitte 2021 zogen die Preise für Energie (Gas und Strom) an und wurden durch den Einmarsch der russischen Truppen in die Ukraine am 24.02.2022 nochmals deutlich erhöht. Die extremen Schwankungen an den Strom- und Gasbörsen machten eine stabile Produktion unmöglich. In Europa mussten daher Stahlwerke aufgrund dieser extrem hohen Energiekosten die Produktion teilweise ganz herunterfahren oder auf eine "Stopp- and-Go"-Fahrweise umstellen. Den Elektrostahlwerken der Max Aicher Unternehmensgruppe gelang es sehr gut, sich an diese veränderten und herausfordernden Rahmenbedingungen anzupassen. Dabei gelang ein Schulterschluss mit der Belegschaft, die teilweise trotz Kurzarbeit mit enormer Flexibilität und Motivation zu diesem Erfolg beigetragen hat. Gegenüber der Hochofenroute war es technisch sehr viel einfacher die Lichtbogenöfen temporär abzuschalten, um diese dann jederzeit wieder anfahren zu können, wenn es die Kostensituation auf der Energieseite erlaubte. Diese Flexibilität der EAF Route bleibt auch zukünftig als Wettbewerbsvorteil bestehen. Zudem ist die europäische Stahlkonjunktur, trotz der weltweiten Produktionsrückgänge, nach wie vor durch einen erheblichen Importdruck gekennzeichnet. Länder, welche nicht mit massiven Energiekostensteigerungen belastet waren, haben Lieferungen verstärkt auf den EU-Markt ausgerichtet. Beispiele sind China (+90 %) oder Indonesien (+67 %). Hinsichtlich der Rohstoffsituation für die Elektrostahlwerke der Max Aicher Unternehmensgruppe ist Folgendes festzustellen: Im Durchschnitt sind die Schrottpreise im Geschäftsjahr 2022 gegenüber dem Geschäftsjahr 2021 gestiegen. Besonders markant war im Jahr 2022, dass im Zeitraum Januar - April der Preis für die Sorte 2/8 um 119 €/t anstieg, um danach bis Juli um 217 €/t zu fallen. Der Höchstwert im Jahr 2022 wurde im April erreicht. Bis dahin hatte sich der Januarpreis um 26 % erhöht. Im Jahr 2022 sorgte die durch den Ukrainekrieg entstandene Energiekrise, besonders im zweiten Halbjahr für einen Rückgang der Stahlproduktion und somit auch für einen Rückgang der Schrottpreise. Im Geschäftsjahr 2022 wurden ca. 21 Mio. t Schrott von der Türkei importiert. Dies entspricht einem Rückgang von ca. 16 % gegenüber 2021 und einem Niveau des Jahres 2020 (22,4 Mio. t). Von der importierten Menge stammen ca. 54 % aus der EU. Hier wurde der Lieferanteil stabil gehalten. Die Preise für Stahlschrott (Sorte E2/8) erreichten im ersten Halbjahr 2022 einen Durchschnittswert von 486 €/t, was eine zwischenzeitliche extreme Kostenbelastung für die Stahlwerke darstellte. Der oben beschriebene Preisabschwung führte im zweiten Halbjahr zu einem Durchschnittswert von 343 €/t. Die Sorte 2/8 BDSV (ohne Frachtkosten LSW) wurde zu Beginn des Jahres 2022 mit einem Preis von 449,10 €/t gehandelt. Bis Jahresende 2022 fiel dieser Wert um 27 % auf 329,30 €/t. Im Vergleich hierzu lag der Preis zum Jahresende 2021 bei 455 €/t. Zu den bedeutendsten Stahlunternehmen der Gruppe folgende Hinweise zu deren Entwicklung: 3.1.1 Lech-Stahlwerke GmbH (LSW) Das Geschäftsjahr 2022 wurde von LSW mit einer Gesamtversandmenge von 926.913 t abgeschlossen und liegt somit 13,5 % unter dem Vorjahr (1.071.739 t). Das Niveau des Rekordjahres 2018 mit 1,132 Mio. t wird voraussichtlich bis auf Weiteres nicht mehr erreicht. Maßgeblich verantwortlich für diesen Mengengenrückgang sind u.a. folgende Einflussfaktoren,
Die Versandmenge Qualitäts- und Baustahl lag bei 399.649 t, dies entspricht einer Reduktion um 7,3 % zu 2021. Der Betonstahlversand lag mit 273.713 t um 21,7 % unter dem Vorjahr. Hier ist der Abschwung der Baukonjunktur im 2. Halbjahr 2022 deutlich zu spüren. Die Rohstranggussmengen lagen mit 253.552 t deutlich unter dem Vorjahresniveau (-12,8 %). Hier ist der Wegfall der Belieferung an das Rohrwerk im August 2022 der wesentliche Einflussfaktor. Die Gegenmaßnahmen zur Bekämpfung der hohen Inflation führen zu signifikanten Steigerungen der Baukosten. Zum einen steigen die Finanzierungskosten durch die Zinserhöhungen, zum anderen die direkten Baukosten durch die gestiegenen Energiekosten aber auch durch Versorgungsengpässe. Die Erlöse wurden in allen Bereichen stark durch die Energiekrise beeinflusst. Im Bereich Betonstahl wurden die gestiegenen Kosten unmittelbar an den Markt weitergegeben. Hier wurden bewusst Mengenverluste in Kauf genommen. Im Segment Qualitätsstahl wurde ab Mai eine sogenannte Energiekostenbeteiligung (EKB) eingeführt und somit in bestehende Verträge eingegriffen. Für den Rohstrang wurde bereits zu Jahresbeginn mit einem Energiegleiter gearbeitet. Die LSW teilt ihre Geschäftsfelder in Qualitäts- und Baustahl sowie Betonstahl: a) Segment Qualitäts- und Baustahl Wichtigste Abnehmer sind die Automotive-Industrie und der Maschinen- und Anlagenbau. Budgetiert waren für das Jahr 2022 noch 440.000 t, tatsächlich wurden 399.647 t Versand erreicht, was einem Rückgang von knapp 7,3 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. Im Jahresverlauf sind der Kriegsbeginn und die daraus resultierende Unsicherheit gut zu erkennen. So wurde die Menge im Wesentlichen im 1. Halbjahr 2022 verloren. Das 2. Halbjahr lag wiederum auf ähnlichem Niveau wie das Jahr 2021. Auf Grund der Lieferkettenproblematik bei Halbleitern als auch bei weiteren Komponenten (u.a. Kabelbäume) und der Veränderung der Produktstrategie (margenstarke Fahrzeuge werden priorisiert) hält das niedrige Niveau im Volumengeschäft der Automobilindustrie weiter an. Im Jahr 2016 konnten noch 5,75 Mio. Pkw in Deutschland produziert werden. So waren es im Jahr 2022 nur noch 3,41 Mio. Pkw. Der Auftragsbestand lag im gesamten Jahresverlauf mit Ø 160.000 t auf einem auskömmlichen Niveau. Um das Bestandsniveau dennoch niedrig zu halten, hat die LSW eingegriffen und Produktionsmengen teilweise gekürzt bzw. ausgesetzt. b) Segment Betonstahl Zu Beginn des Jahres 2022 wurde davon ausgegangen, dass die Einflüsse durch Corona abnehmen und dadurch eine Stabilisierung des Marktes eintreten wird. Das Volumen der Bauindustrie sollte sich, u.a. vom Wohnungsbau und der Maßgabe 400.000 Wohnungen bauen zu müssen, festigen. Spätestens mit Beginn des Krieges in der Ukraine sah man sich jedoch nochmals verstärkt mit Lieferengpässen von Baumaterialien (Holz, Dämmstoffen und diverser Kunststoffprodukte etc.) konfrontiert. Fast alle Baustoffe erfuhren im 2. Quartal 2022 einen erheblichen Preisanstieg. Hinzu kamen steigende Zinsen, was die Überlegungen zu investieren, stark einbremste. Von den geplanten 400.000 Wohnungen werden, so die Hauptgeschäftsführerin des Bundesverbands deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen, nur ca. max. 280.000 Wohnungen voraussichtlich bis Jahresende 2022 fertiggestellt. Der Umsatz im Bauhauptgewerbe erfuhr lt. Statistischem Bundesamt bis Ende September (real) ein Minus von 4,7 % zum Vorjahreszeitraum. Der Auftragseingang verzeichnete bis Ende September 2022, ebenfalls im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, ein Minus von 7,3 % - real, kalender- und preisbereinigt. Für den Oktober 2022 meldete das statistische Bundesamt sogar einen Rückgang von 14 % (nominal) gegenüber dem Vorjahresmonat. Auch Baugenehmigungen, betreffend vor allem Mietwohnungen, verzeichneten einen Rückgang. Steigende Zinsen und die Engpässe in der Versorgung mit Baumaterialien führten dazu, dass Aufträge am Bau verschoben und zum Teil komplett storniert wurden. Lt. Ifo-Institut waren im September 16,7 % der befragten Unternehmen im Wohnungsbau davon betroffen. 3.1.2 Stahlwerk Annahütte Max Aicher GmbH & Co. KG (SAH) Die Vertriebsbereiche der Annahütte teilen sich grob in die Bereiche Stabstahl und Gewindestahl. Die SAH produziert in ihrem Walzwerk ca. 210.000 t gewalzte Langprodukte für diese beiden Bereiche. Es ergaben sich folgende Entwicklungen: a) Bereich Stabstahl Die Produkte des Stabstahls sind rundgewalzte Edelbaustähle, die in den Ausführungen gewalzt, gestrahlt, geschält und geschliffen in diversen Wärmebehandlungszuständen und Stahlgüten im Abmessungsbereich 12-40 mm als Schwarzstahl bzw. 10-39 mm als Blankstahl in verschiedenen Längen produziert und konfektioniert werden. Die SAH ist ein Walzwerk und bezieht das Vormaterial für die Edelbaustahlproduktion hauptsächlich von dem Schwesterunternehmen LSW (Stahlproduzent auf Schrottbasis) und von Voestalpine Stahl Donawitz, welche auf Eisenerzbasis und Koks (Hochofen) Stahl herstellen. Mit der LSW hat man einen Vormateriallieferanten innerhalb der Unternehmensgruppe, der eine äußerst hohe Lieferperformance hinsichtlich Belieferung der SAH mit Vormaterial und guter Qualität aufweist. Zudem bietet die LSW ein großes Spektrum von Stahlgüten an, welche für Kunden nach deren Wunschanalyse modifiziert und produziert werden. In enger Zusammenarbeit mit LSW werden u.a. auch Lösungen zur Gewichtsreduzierung von Bauteilen erarbeitet und dem Kunden vorgeschlagen. Vor allem durch die immer mehr in den Fokus rückende CO 2 -Reduzierung in der gesamten Lieferkette bis hin zur Pkw- und Lkw-Industrie, können Ziele durch optimierte Analysen oder einer geänderten Geometrie von Bauteilen begleitet werden. Zudem ist der CO 2 - Ausstoß bei der Stahlerzeugung mittels Elektrolichtbogenofen bei LSW gegenüber der Hochofenbasis um mehr als 80 % geringer. Im Bereich Stabstahl wurde 2022 eine Versandmenge von 136.825 t erzielt. Gegenüber 2021 musste ein Minus von 4,7 % verzeichnet werden. Die Versandmenge gliedert sich wie folgt auf: Schwarzmaterial 89.360 t (-0,8 %), Blankmaterial 41.145 t (-7 %) und Lohnmaterial 6.320 t (-31,7%). Im Jahresverlauf war die Liefermenge Eigenmaterial im Quartalsvergleich sehr konstant. Liefermengen Ql: 35.532 t (27 %), Q2: 32.360 t (25 %), Q3: 30.621 t (23,5 %), Q4: 31.991 t (24,5 %). Die Probleme mit extrem hohen und volatilen Energiekosten, die daraus resultierende Stop-and-Go-Fahrweise im Stahlwerk und teilweiser Kurzarbeit im Sommer bei SAH und bei den Kunden konnten durch eine enge Abstimmung in der Lieferkette sehr gut bewältigt werden. Saisonbedingt ist das Q3 aufgrund von Sommerstillständen der Kunden immer etwas schwächer. Stärkster und bezogen auf die Tonnage wichtigster Absatzmarkt von SAH Stabstahl ist die Automobil- und Zulieferindustrie mit ca. 72 % des Lieferanteiles. Zweitgrößte Liefersparte ist die Energiegewinnung mit ca. 16 % in 2022. Erste Mengen konnten in 2022 in die Windenergieindustrie geliefert werden. Das Produkt sind sogenannte "Anchor Bolts", welche im Fundament von Windkrafttürmen Anwendung finden. Es folgen die Sparten Werkzeug-, Maschinen- und Anlagenbau mit ca. 4,5 %, die Schrauben- und Kettenindustrie mit ca. 4 %, diverse Abnehmerindustrien (Agrartechnik usw.) und der technische Ingenieurbau / Bauindustrie mit jeweils ca. 2 %. 2022 wurde eine durchschnittliche Liefertreue von 98,04 % erzielt. Dieses positive Ergebnis schlägt sich bei den Kundenbewertungen, welche alle mit "A-Lieferant" ausgezeichnet wurden, als auch bei den Kundengesprächen nieder. Mit diesen Erfolgen konnte die langjährige Zusammenarbeit mit über 80 % Stammkunden aber auch Neukunden gefestigt und ausgebaut werden. Der Lieferanteil Stabstahl hat sich in 2022 wie folgt aufgeteilt: Deutschland ca. 60,7 % (Vorjahr 61,2 %), EU ca. 16,0 % (Vorjahr 14,0 %) und Drittländer ca. 23,3 % (Vorjahr 24,8 %). Wie die Zahlen zeigen, sind die Anteile nach Lieferländern vergleichbar mit 2021. Dies liegt auch an der aufgrund der ausgehandelten Verträge guten Planbarkeit und der damit verlässlichen Abnahme der langjährigen Stammkunden. Durch den Angriff Russlands auf die Ukraine und die daraus resultierende Energiekrise mit enorm hohen Energiekosten wurde SAH gezwungen, ab Mai 2022 in bestehende Verträge einzugreifen. Die durch die Energiepreissteigerungen entstandenen Mehrkosten mussten auf unterschiedliche Art und Weise zeitversetzt mit den Kunden verhandelt und mittels einer Energiekostenbeteiligung weitergegeben werden. Diese Energiekostenbeteiligung basiert auf einer Kalkulation, welche sich an den Börsenpreisen der Energiekosten am Spotmarkt Gas und Strom orientiert und wird monatlich angepasst. In Form eines Zuschlages war die Energiekostenbeteiligung Voraussetzung für eine Preisvereinbarung ab 2023. Ab einem Jahresbedarf von ca. 100 t werden mit Kunden Preisvereinbarungen für einen bestimmten Zeitraum, welche das Preismodell, die Lieferkonditionen und die Mengenkontingente beinhalten, vereinbart. Dabei werden Grundpreise mit verschiedenen Zuschlagsmodellen (Legierungs-, Schrottzuschlag, Energiekostenbeteiligung), Teileffektivpreise oder Effektivpreise festgelegt. Größtenteils werden die Preisvereinbarungen für ein Kalenderjahr, aber auch für ein Halbjahr oder ein Quartal abgeschlossen. Die neben den Energiepreisen gestiegenen Kosten wie Löhne/Gehälter, Frachten, Betriebsmittel usw. konnten flächendeckend mit einer Grundpreiserhöhung an die Kunden für das Jahr 2022 weitergegeben werden. In den geführten Preisgesprächen für 2023 wurden von den Kunden gleichbleibende, aber auch sinkende Bedarfsmengen angemeldet. Anhand der zusammengefassten Kundenbedarfe wurde für 2023 mit einer Versandmenge Eigenmaterial von 122.000 t (-6,5 % gegenüber Ist-Menge 2022) geplant. Die Versandmenge teilt sich auf in 83.500 t Schwarzmaterial und 38.500 t Blankmaterial. Zusätzlich wurde mit einer Lohnmenge von 1.500 t kalkuliert. Die konservative Planung der Kunden lässt sich auf die unsichere Lage am Weltmarkt zurückführen. Am für SAH wichtigstem Absatzmarkt der Automobilindustrie gibt es trotz Entspannung bei der Versorgung mit Bauteilen und der wirtschaftlichen Lage weiterhin Risiken und Probleme. So dämpfen die inzwischen sehr hohen Neuwagenpreise die Nachfrage. Auch das Wachstum bei den Elektroautos dürfte mit dem Auslaufen der Förderung in Deutschland Ende 2022 nachlassen. Zudem wurden nach der Ankündigung einer Grundpreiserhöhung und 100 % Verrechnung der Energiekostenbeteiligung Bedarfe vorgezogen und bereits Ende des Jahres 2022 im November/Dezember abgenommen, was sich entsprechend auf die Menge im 1. Quartal 2023 aus wirken dürfte. Aktuelle Projekte Bereich Stabstahl: Höherlegierte Stahlgüten: Im Jahr 2022 konnte aufgrund der Bemusterung in 2021 für einen Kunden mit Sitz in Deutschland eine neue höherlegierte Stahlgüte in Serienlieferung übergehen. Zudem konnte für diese Güte ein weiterer Kunde mit Sitz in Österreich gewonnen werden. Die Probelieferung erfolgte im April 2023. Zusätzlich wurde eine weitere höherlegierte Güte mit hoher Wertschöpfungstiefe im Jahr 2022 für einen neuen Kunden in Frankreich produziert und im Q1 2023 ausgeliefert. b) Bereich Gewindestahl Das Jahr 2022 war weitestgehend durch den Ukraine Krieg und die Energiekrise geprägt. Die Bauindustrie ist im Vergleich zu anderen Industrien 2022 relativ gut durch diese Zeit gekommen. Für das Jahr 2022 wurde mit einer Versandmenge von 62.000 t geplant, die tatsächliche Versandmenge lag mit 63.730 t 2,79 % über der Planmenge und plus 0,8 % über der Versandmenge von 2021. c) Rohstoffentwicklung und Währungskurse Auf der Rohstoffseite war die Lage im Jahr 2022 hinsichtlich der Preisentwicklung sehr volatil. Dies war gut an der Schrottpreisentwicklung für die Sorte E2/8 1t. BDSV zu sehen. Im Januar lag der Wert bei 449,10 €/t, der Höchstwert war im April mit 568,00 €/t zu verzeichnen und im Dezember lag der niedrigste Preis bei 329,30 €/t. Hinzu kam im Jahr 2022 die sehr angespannte Energiekostensituation für Gas und Strom. Die Kursentwicklung des US-Dollars zum Euro verlief weiter fallend über das Jahr 2022 hinweggesehen. Zu Beginn lag der Dollarwechselkurs bei 1,13 EUR/USD, der Höchststand war Anfang Februar bei 1,1464 EUR/USD und Ende September lag der US-Dollar auf dem Tiefststand von 0,9565 EUR/USD. Zum Jahresende 2022 lag der Kurs bei 1,0666 EUR/USD. 3.1.3 Lech-Stahl Veredelung GmbH (LSVG) Das Produktspektrum der LSVG mit ihren Standorten in Oberndorf, Landsberg am Lech und Meitingen ist von einer hohen Wertschöpfungstiefe gekennzeichnet. Eine detaillierte Branchenanalyse des Kundenportfolios in 2022 hat ergeben, dass der Automotive Anteil 72,7 % der Gesamtversandmenge beträgt. Es ist gelungen sowohl in der Windkraft, beim E-Bike als auch im Hydraulikbereich interessante Neuprojekte zu gewinnen. Trotzdem ist das Hauptkundensegment der LSVG nach wie vor die Automobil- und Automobilzulieferindustrie. Nicht unerhebliche Energiepreissteigerungen waren bereits im 2. Halbjahr 2021 zu verzeichnen, welche wir durch historisch hohe Basispreisanpassungen für das Jahr 2022 an die Kunden weitergeben konnten. In den ersten 55 Tagen war noch ein vorsichtiger Optimismus für das Jahr 2022 vorhanden. Der zweite Corona Winter schien einigermaßen bewältigt und die Hoffnung auf Nachholeffekte beim Konsum und Reisen war groß. Dann brach am 24. Februar 2022 der Krieg zwischen der Ukraine und Russland aus. Die Energiepreise reagierten sofort. Die Abhängigkeit vom russischen Gas wurde jetzt erst in seinem gesamten Ausmaß deutlich. Die Preise für Strom und Gas stiegen schnell exorbitant an. In der Spitze lagen sie an den Energiebörsen beim zehnfachen Wert gegenüber Herbst 2021. Diese Entwicklung traf die LSVG signifikant und vor allem bei der Vormaterialbeschaffung innerhalb der Unternehmensgruppe. Auch hatte die Teuerung vor allem beim Strombezug über die eigenen induktiven Prozesse einen nicht unerheblichen Einfluss auf unsere Produktionskosten. Daneben erhielt die LSV weitere Preissteigerungen u.a. über Frachten, Betriebsmittel und Dienstleistungen. Die vermeintlich guten Basispreiserhöhungen waren somit schnell verpufft, Nachverhandlungen waren trotz mehrheitlich abgeschlossener Jahreskontrakte unumgänglich. In diesem Zusammenhang entstand eine sogenannte Energiekostenbeteiligung (EKB), die im Laufe des Jahres sukzessive an die Kunden weiterberechnet wurde. Eine hundertprozentige Weitergabe sämtlicher Kostensteigerungen an den Markt war jedoch nicht möglich. Lieferprobleme waren im abgelaufenen Jahr das vorherrschende Thema in der Automobil- und Zulieferindustrie. Ein Abbruch der Lieferketten, verursacht durch die Null-Covid-Politik in China bzw. das Kriegsgeschehen in der Ukraine, sorgte immer wieder zum Aussetzen von Produktionslinien und kurzfristigen Kurzarbeitsmaßnahmen bei unseren Kunden. Diese Situation forderte auch von der LSVG ein hohes Maß an Flexibilität, da die Bedarfe immer wieder hohen Schwankungen unterlagen. Die Lieferzeiten der Fahrzeuge stiegen durch die Unterversorgung von Teilen drastisch an. Eine Aussage über den Lieferzeitpunkt war und ist nur noch mit großen Vorbehalten möglich. Die langen Wartezeiten bedeuten einerseits, dass deutlich weniger Autos produziert und auf die Straße kommen, was sich in den niedrigen Neuzulassungszahlen widerspiegelt. Andererseits wirken die langen Lieferzeiten abschreckend auf potenzielle Kunden. Experten erwarten ein Ende der Lieferengpässe frühestens in 2024. Versand und Produktion: Aufgrund des Ukraine-Krieges war das Geschäftsjahr 2022 von einer Zurückhaltung der Kunden geprägt. Begann das Jahr 2022 noch mit starken Absatzzahlen, flachten diese in der Mitte des Jahres mit dem Anstieg der Energiepreise merklich ab. Erst gegen Ende des Jahres, bei wieder fallenden Energiepreisen, konnte die Versandmenge deutlich anziehen. Insgesamt verblieb die Versandleistung im Jahr 2022 mit einer Reduzierung um 5 % auf 106.360 t unter dem Vorjahr (111.416 t). Analog verhielt sich die geschälte Menge unserer Produktionsanlagen; bei diesen betrug der Eigengeschäftsanteil 88 %. Trotz der hohen Energie- und vor allem Strompreise wurde die Produktionsmenge an induktiv vergütetem Material um 8 % auf 48.609 t (Vorjahr 45.015 t) deutlich gesteigert und zeigt somit den besten Wert nach dem "Ausnahmejahr" 2018. Die Entwicklung spiegelt unsere spezielle Kompetenz in diesem Bereich sowie die daraus resultierende Nachfrage nach dieser Kompetenz wider. Konventionell, durch Gasöfen wärmebehandelte Mengen reduzierten sich um 28 % auf 11.029 t (Vorjahr 15.274 t). Dies resultiert aus dem Abbau eines alten Glühofens am Standort Landsberg sowie dem Verlust eines Kunden für geglühtes Material. 3.1.4 Özdi Acelmüvek Kft. (OAM) Das dritte Jahr der Corona-Pandemie sowie der Energiekrise hatte auch Auswirkungen auf das Wirtschaftswachstum in Ungarn. Im Jahr 2021 betrug das Wachstum des realen Bruttoinlandsprodukts noch 7,1 % gegenüber dem Vorjahr. Das Jahr 2022 schließt mit einem Wirtschaftswachstum von 4,9 % gegenüber dem Vorjahr. Für das Jahr 2023 wird mit 0,6 % Wachstum gerechnet. Mit einer Gesamtrohstrangproduktion von 266.076 t wurde das Vorjahresvolumen (345.419 t) der OAM um 79.343 t unterschritten. Der positive Trend aus 2021 konnte in 2022 nicht fortgesetzt werden und es wurde ein um € 19,5 Mio. niedrigeres EBITDA in Höhe von € 18,3 Mio. erzielt. Dies ist auf hohe Energiepreise und eine verhaltene Marktnachfrage zurückzuführen, was schließlich im Dezember zu einem Produktionsstillstand geführt hat. Das in 2022 erzielte EBITDA liegt wegen aktivem Management der Gegensteuerungsmaßnahmen mit -T€ 80 fast auf Plan. Für 2023 geht die Geschäftsführung der OAM aufgrund der weiterhin angespannten Marktlage in der Bauindustrie von einem negativen Ergebnis aus. In 2019 hatte der ungarische Staat, vertreten durch das Ministerium für Innovation und Technologie in Budapest, 20 % der Anteile an der Ózdi Acelmüvek Kft. erworben. Diese Anteile wurden inzwischen an eine universitätsnahe Stiftung in Miskolc (Ungarn) weiterübertragen. 3.1.5 Zelezarny-Annahütte spol. s.r.o. (ZAP) Die ZAP erzeugt geschweißte Baustahlmatten, gerippten Draht sowie dünne Stäbe und versorgt mit diesen Produkten den tschechisch-/slowakischen und teilweise den österreichischen Markt. Das Unternehmen erwirtschaftete einen Umsatz von € 125,8 Mio. (Vorjahr € 114,6 Mio.). Insgesamt wurden in 2022 ca. 123.100 t Draht und Matten (Vorjahr ca. 138.200 t) produziert, davon wurden ca. 59.500 t an Matten (Vorjahr ca. 70.100 t) und ca. 66.800 t an Draht und Stäben (Vorjahr ca. 70.000 t) versandt. ZAP erzielte in 2022 ein Ergebnis vor Steuern (EBT) von € 7,7 Mio. (Vorjahr € 12,4 Mio.). 3.1.6 Max Aicher (North America) Ltd. (MANA Ltd.)/ Max Aicher (North America) Realty Inc. (MANA Inc.)/ Max Aicher (North America) Bloom Mill Realty Inc. (Bloom Mill) MANA Ltd. produziert im Walzwerk der MANA Inc. u.a. Stähle für die Automobil-, Eisenbahn-, Bergwerks-, Bau- und Energieindustrie. Dieses Walzwerk (sog. "Bar Mill") ist mit einem modernen 140-Tonnen/Stunde Hubbalkenofen, 18 automatischen computergesteuerten Walzgerüsten, mit einem Linienprofil-Lasermessgerät und mit einem sogenannten Oberflächenfehler-Erkennungs-System ausgestattet. Mit einer Gesamtproduktion von 85.818 t lag die Produktion in 2022 mit -12.826 t (-13,0 %) unter der Vorjahresproduktion von 98.644 t, sowie unter der für 2022 geplanten Menge von rd. 111.000 t. Durch einen bewusst angestrebten Produktmix konnte eine höhere Rohertragsmarge erzielt werden. Daraus resultiert ein positives Ergebnis vor Steuern (EBT) von € 1,7 Mio. (Vorjahr negativer EBT von -€ 4,9 Mio.). Nach wie vor besteht ein Risiko, dass sich diese Verbesserung nicht nachhaltig erreichen lässt. Deshalb wird die Situation vom Management sehr eng begleitet, um gegebenenfalls gegensteuern zu können. Das zweite, bereits von den Vorbesitzern stillgelegte und als Vorrat erworbene Walzwerk "Bloom Mill" wird bis auf weiteres nicht in Betrieb genommen. 3.2 Bereich Umwelt Folgende wesentliche Unternehmen sind im Bereich Umwelt aktiv:
Generelles zum Bereich Umwelt: Stahlschrott ist der wichtigste Rohstoff für die Stahlerzeugung in Elektrostahlwerken und damit auch ein wesentlichster Kostenfaktor. Nach einsatzgerechter Aufbereitung wird durch Recycling die uneingeschränkte Wiederverwendbarkeit des Werkstoffes Stahl erreicht. Diese Tatsache ist die Hauptgrundlage für die Aktivitäten im Bereich Umwelt. Die Entwicklung des Schrottpreises, welcher den wesentlichen Faktor für die Ertragsentwicklung im Bereich Umwelt darstellt, zeigt nachfolgende Grafik. Sie verdeutlicht die Volatilität des Schrottpreises und damit die Ertragsschwankungen im Umweltbereich: Schrottpreisentwicklung 2017 - 2022 Sorte 2/8 BDSV incl. Frachtkosten Abbildung: Schrottpreisentwicklung 2017 - 2022 Sorte 2/8 BDSV incl. Frachtkosten
3.2.1 Max Aicher Recycling GmbH (MAR) Im Jahr 2022 reduzierten sich die umgeschlagenen Tonnagen (inkl. Dienstleistungen) der MAR von 443.849 t auf insgesamt 355.991 t, davon wurden rd. 70 % an die LSW geliefert. Hier zeigte sich erneut, dass die MAR einen wesentlichen Teil der Schrottversorgung der LSW sicherstellen kann und somit deren größter Einzellieferant ist. MAR ist das erste Unternehmen der Wertschöpfungskette und somit ein wesentlicher Baustein der vertikal integrierten Unternehmensstruktur. Trotz des teilweise unterjährig gestiegenen Schrottpreises verringerten sich die Umsatzerlöse um rd. 8 %, da ein mengenmäßiger Rückgang von rd. 20 % zu verzeichnen war. Alle Geschäftsfelder mussten im Vergleich zum Vorjahr teilweise deutliche Rückgänge hinnehmen. Speziell das Streckengeschäft war mit rd. 23 % betroffen (134.759 gehandelte t im Vergleich zum Vorjahr 174.775 t). Die MAR erzielte in 2022 ein negatives Ergebnis vor Steuern (EBT) von € 3,5 Mio. (Vorjahr positives EBT von € 6,6 Mio.). 3.2.2 Max Aicher Umwelt GmbH (MAU) Die Max Aicher Umwelt GmbH (MAU) war -wie die Jahre zuvor- im Geschäftsjahr 2022 mit zwei Geschäftsfeldern vertreten - dem Bereich Schlackenaufbereitung und -vermarktung von Nebenprodukten der Lech-Stahlwerke GmbH, u.a. der Elektroofenschlacke (EOS) und dem Bereich Reststoffverwertung (Aschen, Filterstäube, etc.). Im Bereich Reststoffverwertung handelt und makelt die MAU Abfälle aus verschiedenen industriellen Prozessen mit dem Schwerpunkt mineralischanorganische Stäube. MAU ist treuhänderischer Mitgesellschafter der DEUSA International GmbH, welche mit ihrer nicht selbstständigen Niederlassung Nordhäuser Entsorgungsbetreibergesellschaft mbH (NDH-E) die Bergwerke Bleicherode und Sollstedt betreibt. In diesen wird zur Gewährleistung der öffentlichen Sicherheit und zur Verhinderung gemeinschädigender Einwirkungen Bergversatz auf Basis bergbaufremder Stoffe in die verbliebenen offenen Hohlräume eingebracht. MAU ist für die Akquise und das Stoffstrommanagement von Versatzstoffen verantwortlich. In diesem Bereich gehört die Max Aicher Umwelt GmbH auf dem bayrischen und mitteldeutschen Markt zu den Marktführern. Darüber hinaus wird von der NDH-E die Kalirückstandshalde des ehemaligen Kaliwerkes Bleicherode rekultiviert. Der dafür notwendige wasserspeichernde Dreischichtaufbau wird mit Hilfe von mineralischen Abfällen realisiert. Im Bereich Schlackenaufbereitung und -Vermarktung betreibt die MAU in Meitingen u.a. eine Anlage zur Aufbereitung der EOS (Elektroofenschlacke) der Lech-Stahlwerke GmbH (LSW). Die hier aufbereiteten Baustoffe werden qualitätssortiert vertrieben. Von den 156 Tt in 2022 von der LSW übernommenen Menge an EOS-Vormaterial konnte die gesamte Menge vermarktet bzw. verwertet werden. Darüber hinaus wurde in 2022 zusätzlich eine Menge an EOS von rd. 50 Tt Lagerbestand abgebaut. Die MAU erwirtschaftete in 2022 einen Umsatz von € 17,5 Mio. (Vorjahr € 19,9 Mio.). Die MAU erzielte in 2022 einen positiven EBT von € 8.4 Mio. (Vorjahr negativer EBT von €1.4 Mio.). 3.2.3 UD-Stahl Recycling Kft. (UDS) Das Aufgabengebiet der UDS gliedert sich in die Geschäftsbereiche Schrottaufbereitung und Schrotthandel, verteilt auf 12 Standorte in Ungarn. Hauptabnehmer ist die ÓAM Ózdi Acélmüvek Kft. Die gesamte Schrottumschlagsmenge betrug im Jahr 2022 144.389 t (Vorjahr 172.239 t). UDS erzielte in 2022 einen Gesamtumsatz von € 56,4 Mio. (Vorjahr € 60,0 Mio.). In 2022 wurde ein negatives Ergebnis von € 0,6 Mio. (Vorjahr positives Ergebnis von € 1,5 Mio.) erzielt. 3.2.4 Femker Kft. (FEMKER) Das Aufgabengebiet der Femker gliedert sich in die Geschäftsbereiche Schrottaufbereitung und Schrotthandel, verteilt auf sieben Standorte in Ungarn. Hauptabnehmer für den Schrott ist die ÓAM Ózdi Acélmüvek Kft. Die gesamte Schrottumschlagsmenge betrug im Jahr 2022 74.830 t (Vorjahr 97.489 t). Femker erzielte in 2022 einen Gesamtumsatz von € 40,4 Mio. (Vorjahr € 42,0 Mio.) und einen Jahresfehlbetrag von € 0,5 Mio. (im Vorjahr Jahresüberschuss von € 1,1 Mio.). 3.3 Bereich Bau: Die Aktivitäten im Baubereich werden im Wesentlichen durch die Max Aicher Bau GmbH & Co. KG (MAB) ausgeübt. Die Bautätigkeit der MAB umfasste im Jahr 2022: • Brücken- und Ingenieurbau Die MAB ist von der Deutschen Bahn offiziell "präqualifiziert" und ist neben wenigen weiteren Bauunternehmen in Bayern berechtigt, anspruchsvolle Eisenbahnübergänge zu realisieren. Im Jahr 2022 gab es u. a. laufende Bauvorhaben mit der Deutschen Bahn. Es wurden auch 2022 wieder Brückenbauten in unmittelbarer Nähe des Betriebssitzes akquiriert und mit deren Ausführungen begonnen. Zum Teil hat sich die MAB als ARGE-Partner an größeren Bauvorhaben beteiligt, unter anderem wurde das ARGE Projekt "Mobilitätsdrehscheibe Augsburg" mit einem Auftragswert i.H.v. 45 Mio. Euro in 2022 fertiggestellt. Als Großprojekt wurde im Jahr 2022 auch mit dem Bauvorhaben "Bahnhof Freilassing" begonnen (ARGE MAB + Leonhard Weiss). Dieses Bauvorhaben hat ein Gesamtauftragsvolumen von 22,8 Mio. und einen Zusatzauftrag i.H.v. 2,4 Mio., wovon der MAB Anteil 50 % beträgt. Die Bauzeit beträgt bis 2025. • Intercompany-Bereich Der IC-Bereich erwies sich im Vergleich zum Vorjahr als rückläufig. Aufgrund der gestiegenen Zinsen und Materialpreise werden geplante Wohnbauprojekte für verbundene Unternehmen noch aufgeschoben, da die Nachfrage nach Wohneigentum in der 2. Jahreshälfte 2022 eingebrochen ist. Für ein verbundenes Unternehmen (Sonnenfeld) wurde im Wirtschaftsjahr 2022 der Rohbau für die Wohnanlage Sonnenfeld fertiggestellt. Die MAB hat ihre Bauleistung in 2022 auf € 29,4 Mio. um € 3,6 Mio. im Vergleich zum Vorjahr erhöht. Das Ergebnis vor Steuern (EBT) war in 2022 mit € 3,5 Mio. (Vorjahr € 3,1 Mio.) deutlich positiv. 3.4 Bereich Immobilien: In 2022 waren von dem gesamten Projekt "Wohnpark Sonnenfeld" 5 Mehrfamilienhäuser mit 153 Einheiten fertig gestellt und wurden an die jeweiligen Erwerber übergeben (erzielte Umsatzerlöse € 60,9 Mio.). Die anderen 3 Mehrfamilienhäuser (zusammen insgesamt 50 Einheiten) sollen in 2023 fertig gestellt und veräußert werden (geplante Veräußerungserlöse rd. € 25,7 Mio.). Zudem wurde in 2022 u.a. ein Grundstück in Altötting für € 15,0 Mio. (Buchwert € 4,7 Mio.) veräußert. 4. Entwicklung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage 4.1 Vermögenslage Die Bilanzsumme hat sich in 2022 von T€ 1.116.428 um T€ 39.970 (+ 4 %) auf T€ 1.156.398 erhöht. Die immateriellen Vermögensgegenstände haben sich abschreibungsbedingt vermindert und wurden zum Bilanzstichtag mit T€ 6.421 bilanziert (Vorjahr T€ 10.613). Die Sachanlagen haben sich infolge der Investition im Geschäftsjahr erhöht und beliefen zum Bilanzstichtag auf T€ 554.767 und lagen mit T€ 24.585 über dem Vorjahr (T€ 530.182). Die Finanzanlagen reduzierten sich zum Bilanzstichtag von T€ 72.319 um T€ 17.130 auf T€ 55.189. Das Anlagevermögen summierte zum Bilanzstichtag auf T€ 616.377 (Vorjahr T€ 613.114), das entspricht rd. 54 % der Bilanzsumme (Vorjahr 55 %). Das Umlaufvermögen hat zum Bilanzstichtag T€ 538.629 betragen (Vorjahr T€ 502.533) und lag damit um T€ 36.096 über dem Vorjahr. Die Vorräte betrugen T€ 268.010 (Vorjahr T€ 309.803) sowie die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände beliefen sich auf T€ 166.178 (Vorjahr T€ 156.587). Die Liquidität am Stichtag betrug T€ 104.440 (Vorjahr T€ 36.143). Das Eigenkapital der Unternehmensgruppe lag zum Bilanzstichtag bei T€ 322.671, das entspricht einer Eigenkapitalquote von rd. 28 % (Vorjahr 21 %). Die Rückstellungen betrugen zum Bilanzstichtag T€ 171.438 (Vorjahr T€ 163.326). An Verbindlichkeiten wurden zum Bilanzstichtag T€ 634.566 (Vorjahr T€ 694.606) ausgewiesen. Die Bankverbindlichkeiten reduzierten sich um T€ 10.014 auf T€ 315.014 (Vorjahr T€ 325.028); ihr Anteil am Gesamtkaoital beträgt 27 %. Die Netto-Bankverschuldung (Bankschulden % Flüssige Mittel) hat sich von T€ 288.885 um T€ 78.311 deutlich auf T€ 210.574 reduziert. 4.2 Finanzlage Der im Rahmen der Kapitalflussrechnung dargestellte "Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit" der Unternehmensgruppe errechnet sich mit T€ 122.171 (Vorjahr T€ 25.116) und zeigt eine positive Finanzkraft des Konzerns. Das working Capital errechnet sich mit T€ 125.393 (Vorjahr T€ 64.882) und hat sich um T€ 60.511 wesentlich verbessert. Die working Capital ratio beträgt 168 % (Vorjahr 225 %). Zu Vereinbarungen mit den finanzierenden Banken vgl. Ziffer 9. 4.3 Ertragslage In 2022 wurden Umsatzerlöse von T€ 1.905.648 (Vorjahr T€ 1.544.145) erzielt. Von den Umsatzerlösen werden T€ 487.527 (26 %) von den ausländischen Gruppenunternehmen getätigt. Im Berichtszeitraum waren Deutschland und die restlichen EU-Länder die wichtigsten Einzelmärkte der Gruppe. Der Personalaufwand betrug im Berichtsjahr T€ 180.518. Von den insgesamt 3.482 (Jahresdurchschnitt) Mitarbeitern waren 1.160 bei ausländischen und 2.322 bei inländischen Gruppenunternehmen beschäftigt. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen beliefen sich im Berichtsjahr auf T€ 159.997. Die umsatzabhängigen Vertriebsaufwendungen, wie Fracht- und Verpackungskosten, beliefen sich auf T€ 29.954, Betriebsaufwendungen auf T€ 75.970, Verwaltungsaufwendungen auf T€ 31.615 und übrige Aufwendungen auf T€ 22.458. Das Ergebnis vor Steuern (EBT) beträgt T€ 108.104. Es wird in 2022 ein Jahresüberschuss von T€ 90.730 ausgewiesen. Die Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen enthalten außerplanmäßige Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände von T€ 1.743 sowie auf Sachanlagen von T€ 249. Auf nicht planmäßig verwertbare Maschinen im Vorratsvermögen wurden außerplanmäßige Abschreibungen in Höhe von T€ 868 vorgenommen. Der Aufwandsüberhang beim Finanzergebnis 1t. Gewinn- und Verlustrechnung liegt in 2022 durch die Aufnahme weiterer Bankkredite und Abschreibungen auf Finanzanlagen bei T€ 10.725. 5. Personal Der Max Aicher Stahl AG Konzern beschäftigte im Jahr 2022 3.482 Mitarbeiter (ohne Leiharbeiter und Auszubildende). Der Personalstand hat sich damit um 6,4 % gegenüber dem Vorjahr erhöht (2021: 3.271). Im Angestelltenbereich waren durchschnittlich 1.086 Mitarbeiter tätig (2021: 958), im gewerblichen Bereich waren es durchschnittlich 2.353 Mitarbeiter (2021: 2.259), 43 Mitarbeiter waren 2022 in Teilzeit beschäftigt (2021: 54). Im Berichtsjahr waren durchschnittlich 81 (2021: 107) Frauen und Männer in einem Ausbildungsverhältnis. Dies entspricht einer Ausbildungsquote von 2,3 %. Durch die bedarfsgerechte Ausbildung sichert sich die Unternehmensgruppe aktuelles Know-how und damit qualifizierten Nachwuchs. Die Stammbelegschaft wird durch gezielte Schulung und Fortbildung gefördert sowie auf aktuellem fachlichem Niveau gehalten. Das Aus- und Fortbildungskonzept wird regelmäßig geprüft und den Bedarfen der Unternehmensgruppe angepasst. 6. Forschung und Entwicklung Die Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen der Gruppe fokussieren sich auf die Bereiche Energieeinsparung, Emissionsbegrenzung, Qualitätssicherung und Schlackenentsorgung. Ansporn hierzu sind die absehbar weiter steigenden Energiepreise, die laufende Verschärfung der Umweltvorschriften und stetig steigende Qualitätsanforderungen unserer Kunden, deren Erfüllung höchste Priorität beigemessen wird. Im Bereich Energieeinsparung werden laufend Entwicklungsprojekte durchgeführt, deren Ziel die Einsparung von Strom (für Elektroöfen) und Gas (für Walzöfen) ist. Die Fortentwicklung von Rauchgasreinigungs- und Filteranlagen sowie Lärmschutzmaßnahmen zur Emissionsbegrenzung sind ein weiterer Schwerpunkt. Die Entsorgung von Elektroofenschlacke sowie deren Einsatz als Wertstoff wird zudem in vielfältiger Weise erforscht. Im Bereich Gewindestahl erweitern sich die Einsatzmöglichkeiten laufend. Dies erfordert höchste Qualitätsanforderungen, denen wir uns durch permanente Produktweiterentwicklungen stellen. In einem Forschungsvorhaben in Zusammenarbeit mit der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) forschen wir (SAH) an der Erstellung eines neuen normativen Verfahrens zur Bestimmung der Anfälligkeit von Stählen gegenüber Spannungsrisskorrosion. Erkenntnisse darüber sollen in die Entwicklung einer neuen hochfesten Spannstahlgüte einfließen. 7. Risikomanagement und Risikobericht Die Risikosteuerung erfolgt im Rahmen des Konzerns überwiegend durch die Max Aicher GmbH & Co. KG (MAF). Diese ist für die Kontrolle und Gruppensteuerung verantwortlich. Die Geschäftsführung hat mittels Kennzahlen eine systematische Risikoüberwachung geschaffen. Zur Stärkung des Bereichs "Controlling" wurden in 2021 und 2022 zusätzliche Kapazitäten durch Personalaufbau geschaffen, neue Systeme implementiert sowie interne Prozessabläufe optimiert. Durch dieses Risikomanagementsystem wird die Aufdeckung von Risikopositionen, deren Optimierung sowie die Wahrnehmung von Chancen unterstützt. Dem operativen Management der Tochterunternehmen obliegt dabei die direkte Verantwortung zur Früherkennung, Steuerung und Kommunikation der Risiken. Im Rahmen der regelmäßigen Berichterstattung berichten die Tochterunternehmen über den Eintritt, den Status und wesentliche Veränderungen bedeutender Risiken. Zu der Risikoberichterstattung gehört auch, dass die Geschäftsführer der Tochterunternehmen in einem monatlich stattfindenden Führungskreis über die aktuelle Risikolage informieren. Darüber hinaus werden kurzfristig auftretende Risiken und Risiken mit wesentlicher Ausstrahlung auf die Gruppe bei Eilbedürftigkeit unabhängig von den üblichen Kommunikationswegen direkt an die zuständigen Stellen der Max Aicher GmbH & Co. KG übermittelt. Die dabei gewonnenen Erkenntnisse dienen zur weiteren Verbesserung der Früherkennung und Steuerung von Risiken. Aufgrund ihrer Holdingfunktion und den Beteiligungen an den Stahlwerken als wesentlichste Vermögensbestandteile der MAF ist die Entwicklung dieser Branche und deren Risiko von hoher Bedeutung. Als Risiken im Stahlmarkt, der stark von globalen Konjunkturentwicklungen bestimmt wird und in dem der operative Schwerpunkt der Unternehmensgruppe liegt, sind anzuführen: Langfristig erwarten wir weiterhin eine hohe Stahlnachfrage sowie damit einhergehend eine Verknappung beziehungsweise Verteuerung der Rohstoffe. Dem Risiko auf der Beschaffungsseite wird insbesondere durch einen kontinuierlichen Ausbau der Rohstoffversorgung (Schrott) in der Max Aicher Unternehmensgruppe begegnet. Ausgehend von den gesamtwirtschaftlichen Veränderungen auf den internationalen Märkten ist die Entwicklung der Preise auf den Absatz- und Beschaffungsmärkten, der Frachtpreise, der Energiepreise und Währungskurse (vor allem USD-EUR) besonders bedeutend für den Geschäftsverlauf der Annahütte. Um die Auswirkungen der daraus resultierenden Geschäftsrisiken zu minimieren, werden die jeweiligen Trends beobachtet und fließen in die Risikoprognose mit ein. Derzeit sind die Stahlwerke unter anderem mit den Auswirkungen aus den Störungen der globalen Liefer- und Logistikketten, den anhaltenden Lieferengpässen bei Vorprodukten in der Industrie sowie der extremen Volatilität auf den Rohstoff- und Energiemärkten, einhergehend mit höheren Inflationsraten, konfrontiert. Diese zahlreichen Belastungsfaktoren haben die Erholung der Weltwirtschaft in 2022 verlangsamt. Im Bereich Qualitäts- und Baustahl der LSW wird vor allem auch von der VDA (Verband der Automobilindustrie e.V.) für 2023 eine schwierige Marktlage vorhergesagt. Zwar werden sich Lieferengpässe auflösen, es werden aber auch wieder neue entstehen. Die Zulieferindustrie wird auf Grund der massiven Teuerung in 2022 erhebliche Forderungen für Neuverträge geltend machen. Darüber hinaus entfallen z.T. die Förderungen für E-Pkw. Dem gegenüber steht ein immer noch hoher Auftragsbestand. Ähnliche Herausforderungen haben alle Pkw-Produzenten weltweit, sodass auch die Exporte der Zulieferer wahrscheinlich stagnieren. Auch der Bereich Betonstahl blickt die Bauindustrie eher pessimistisch in das Jahr 2023. Eine Erholung in diesem Segment auf das alte Niveau wird nicht vor 2025 erwartet, indes rechnen wir mit einem Durchschreiten der Talsohle ab dem Q3 2023 und einem anschließenden moderaten Wachstum. Im Februar 2022 startete der militärische Angriff Russlands auf die Ukraine, der weitere Verlauf ist unsicher, auch ob sich der Konflikt geographisch ausdehnen könnte. Der Krieg in der Ukraine zeigte, wie abhängig Europa von russischen Rohstofflieferungen, speziell Erdgas, ist. Von politischer Seite wurden erste Gegenmaßnahmen eingeleitet, um die Abhängigkeit von russischem Erdgas zu vermindern. Zu diesen Maßnahmen gehört die Gaseinsparung bei Industrie und Haushalten, der Ersatz der Gas- durch Kohlestromversorgung sowie der Bau von Floating LNG-Terminals an der Küste. Durch mittlerweile gut gefüllte Erdgasspeicher in Deutschland wurde das Risiko von Engpässen in der Gasversorgung vermindert, auch da der Winter relativ milde war. Trotzdem besteht auch im Jahr 2023 das Risiko der mangelnden Verfügbarkeit von Gas oder anderen Energieträgern und damit einer möglichen Produktionseinschränkung. Das Stahlwerk Annahütte arbeitet daran, Energie einzusparen, den Ausbau erneuerbarer Energien voranzutreiben und Reststoffe zu verwerten, um folglich die eigene Energieeffizienz zu optimieren. Der Ausbau der eigenen Stromversorgung gewinnt auch vor dem Hintergrund der stark gestiegenen Strom- und Energiepreise im Jahr 2022 eine hohe Wichtigkeit. Diese haben die deutsche Stahlindustrie in der internationalen Wettbewerbsfähigkeit erheblich belastet, so sind die Strom- und Erdgaspreise in Deutschland und Europa aktuell mehrfach so hoch wie in den USA oder in Asien. Im Dezember 2022 wurde im deutschen Bundestag die Strom- und Gaspreisbremse verabschiedet. Laut Herrn Kerkhoff, Präsident der Wirtschaftsvereinigung Stahl, verfehlt die vorgesehene Deckelung der Strom- und Gaspreise die Entlastung der ohnehin schon unter Druck stehenden Stahlindustrie. Für die grüne Transformation benötigt die Stahlindustrie jederzeit ausreichend verfügbare erneuerbare Strommengen, und dies zu wettbewerbsfähigen Preisen. Obwohl man aktuell eine Normalisierung bei den Rohstoffpreisen auf den Märkten beobachten kann, bleiben hohe Energiepreise auch im Jahr 2023 ein Kostenrisiko für die deutsche Industrie. Vor allem da die Normalisierung auf einem hohen Niveau stattfindet. Diese genannten Risiken betreffen auch das Stahlwerk Annahütte im Jahr 2023, da die gestiegenen Vormaterialpreise und Energiekosten zum Teil nicht in vollem Umfang oder nur zeitverzögert an die Kunden weitergegeben werden können. Die stark gestiegenen Preise seit Beginn des Krieges in der Ukraine für Einsatzrohstoffe, Energie, Vorprodukte und Lebensmittel führten nach ersten Schätzungen im Jahr 2022 in Deutschland zu den höchsten Inflationsraten seit Gründung der Bundesrepublik; sie lag mit 7,9 % auf Rekordhoch. Laut aktuellen Neuberechnung des deutschen Statistikamts lag die Inflation für die Bundesrepublik für 2022 bei 6,9 %. Risiken für das Wachstum der Stahlwerke der Unternehmensgruppe als global agierende Unternehmen sind Handels- sowie Exportbeschränkungen, besondere Überwachungsmaßnahmen, Embargomaßnahmen, weitreichende Wirtschaftssanktionen gegen bestimmte Länder, Unternehmen oder Organisationen sowie andere protektionistisch oder politisch motivierte Hemmnisse. Wettbewerbsverzerrung auf dem internationalen Stahlmarkt, massive und weiter steigende Überkapazitäten sowie dem damit verbundenen Importdruck in die EU ergeben branchenspezifische Risiken, denen sich die Max Aicher Gruppe nicht entziehen kann. Die Gefahr hoher Einfuhren an Stahlprodukten in die EU sind nach wie vor eine Bedrohung für die Stahlunternehmen in der EU. So haben Länder, die in 2022 nicht so stark durch die massiven Anstiege der Energiepreise betroffen waren, ihre Lieferungen in den EU-Markt fokussiert. Zum Schutz des EU-Stahlmarktes vor den Einfuhren aus China und der Türkei aber auch vor Umlenkungsmaßnahmen von Stahlströmen im Zuge der US-Sonderzölle (Strafzölle) auf Stahl hat die EU-Kommission im Juli 2018 Schutzmaßnahmen (Safeguards) in Form von Zollkontingenten erlassen, welche im Juni 2021 in bestehender Form um weitere drei Jahre, das heißt bis Mitte 2024, verlängert wurden. Dies wurde auch nochmals in einer unilateralen Erklärung seitens der EU bestätigt, die im Rahmen der Einigung im Stahlstreit mit den USA Ende Oktober 2021 veröffentlicht wurde. In dieser erklärte die EU zudem, dass sie (im Einklang mit den WTO-Regeln) über eine Verlängerung über die erlaubte Gesamtlaufzeit von 8 Jahren nachdenkt. Somit sind drastische Einfuhranstiege im Zuge der konjunkturellen Erholung zunächst abgewendet. Die Einführung der 25 % Strafzölle auf Stahlimporte mittels Section 232 durch den ehemaligen US-Präsidenten Trump ab 01. Juli 2018 hat die Wettbewerbsfähigkeit unserer Tochterunternehmen in den USA in 2021 zum Erliegen gebracht. Im Rahmen des G7-Gipfels in Rom Anfang November 2021 haben die EU und die USA eine Übereinkunft in Sachen Section- 232 veröffentlicht. Statt der bestehenden Strafzölle werden produkt- und länderspezifische Zollkontingente für 54 Produktgruppen eingeführt, welche ab dem 01. Januar 2022 in Kraft traten. Die Zollkontingentmengen umfassen insgesamt 3,3 Mio. Tonnen, die den EU-Mitgliedsstaaten auf der Grundlage der traditionellen Einfuhrmengen aus den Jahren 2015 bis 2017 zugeteilt werden. Erst bei Überschreitung der Kontingentmengen wird ein Zoll in Höhe von 25 % fällig. Risiken bestehen weiterhin, da die Zollkontingentmengen, abhängig von der Entwicklung der US- Stahlnachfrage nach unten, jedoch auch nach oben angepasst werden können. Dies schafft weiterhin ein hohes Maß an Planungsunsicherheit. Außerdem fehlt bislang ein verbindlicher Plan für eine schrittweise Liberalisierung der Maßnahmen bis zu ihrer vollständigen Abschaffung. Von diesen eingefährten Strafzöllen betroffene Länder wie zum Beispiel China, Norwegen, die Schweiz und die Türkei klagten bei der WTO und forderten das Streitbeilegungsgremium der WTO auf, sich dieser Maßnahme anzunehmen (aufgrund der oben erwähnten Übereinkunft ohne Beteiligung der EU). Der am 9. Dezember 2022 veröffentlichte Panelbericht der WTO stufte die Maßnahme der USA, bestimmte Importe von Stahl und Aluminium mit Zusatzzöllen zu belegen, als regelwidrig ein. Das Panel kommt zu dem Schluss, dass die eingeführten Strafzölle der USA nicht mit der sogenannten "Security Exception" gerechtfertigt werden kann und somit ein Verstoß vorliegt. Die USA sind nun dazu verpflichtet, die klagenden Parteien zu entschädigen. Die USA teilten dem Streitbeilegungsgremium ihre Entscheidung mit, gegen die Panelberichte der Schweiz, Norwegen, China und der Türkei Berufung einzulegen. Das Kostenrisiko durch den Preisanstieg bei den Emissionszertifikaten wird auch weiterhin Bestand haben, etwa durch die eingeführten Mechanismen zur Verknappung der Zertifikatsmenge sowie die Umsetzung des EU-Klimaziels bis 2030. So einigten sich die EU-Institutionen im Dezember 2022, den europäischen Emissionshandel (ETS) deutlich zu verschärfen, indem unter anderem die CO 2 -Zertifikate deutlich schneller verknappt werden als bislang vorgesehen und die kostenlose Zuteilung von CO 2 -Zertifikaten deutlich reduziert wird. Damit wird der Preis für den CO 2 -Ausstoß nochmal deutlich steigen und die internationale Wettbewerbsfähigkeit gegenüber Drittländern zusätzlich belasten. Der CO 2 -Grenzausgleich, auch "CBAM" ("Carbon Border Adjustment Mechanism") genannt, soll auf Waren erhoben werden, die im Ausland produziert und nach Europa verkauft werden. Die Höhe richtet sich dabei nach den Kosten für Emissionszertifikate. Damit soll ein fairer Wettbewerb innerhalb der EU gewährleistet werden. Vor allem die LSW kann im Vergleich zur konventionellen Rohstahlerzeugung durch den Einsatz von Schrott im Elektrolichtbogenverfahren rund 80 % CO 2 einsparen. Daher ist die Zielsetzung bei vielen integrierten Werken auch die (teilweise) Umstellung der Rohstahlproduktion auf die Einschmelzung über Elektrolichtbogenöfen. Als Risiko bzw. Belastungsfaktor sind hier allerdings die Kosten für Ersatzinvestitionen erwähnenswert. Die europäische Stahlindustrie warnt allerdings vor den Folgen dieses CO 2 -Grenzzolls, der ab 2026 auf Importe von Rohstoffen wie Stahl, Eisen oder Aluminium angewendet wird und schrittweise die kostenlosen CO 2 -Zertifikate ersetzen soll, die Stahlhersteller aktuell im Rahmen des ETS erhalten. So wird vor Marktverzerrungen gewarnt, speziell auch vor dem Hintergrund steigender Produktionskosten, verursacht durch gestiegene Energie- und Rohstoffpreise. Zudem wird der internationale Wettbewerb durch Subventionen, die zum Beispiel USA oder China im eigenen Land gewähren, verschärft. Die Forderung der Stahlindustrie, international wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen zu schaffen, wird damit immer wichtiger. Weitere Risiken ergeben sich aus Versuchen von Importeuren, bestehende Handelsschutzmaßnahmen zu umgehen und sie damit unwirksam zu machen. Um derartigen Praktiken entgegenzuwirken, findet eine kontinuierliche Überwachung der Warenströme statt. Potenzielle Verstöße werden über den Europäischen Stahlverband Eurofer an die EU-Kommission und die EU-Korruptionsbekämpfungsbehörde OLAF weitergeleitet. Risiken bestehen auch in finanzieller Hinsicht, so ist in den vergangenen Jahren die Verschuldung in zahlreichen Industrieländern und in vielen Schwellenländer deutlich gestiegen. Die zahlreichen staatlichen Hilfsmaßnahmen, die zur Abschwächung der durch die hohe Inflation bedingten Kaufkraftverluste und der Pandemiefolgen initiiert wurden, könnten diese Entwicklung noch verstärken. Zudem könnte sich die Verschuldungsproblematik insbesondere in einigen europäischen Ländern auf Grund der Zinserhöhungen der Notenbanken in Verbindung mit einer vertieften Rezession zuspitzen. Auch eine volatile Entwicklung der Wechselkurse kann das makroökonomische Expansionsumfeld belasten. Große Herausforderungen zeichneten sich 2022 auch in der Logistik ab, mangelnde Verfügbarkeit von Containern, speziell von Seefracht-Containern, fehlende Transportkapazitäten, pandemiebedingte Lockdowns in China, überfüllte Häfen und steigende Transportkosten führten zu Beeinträchtigungen der weltweiten Lieferketten. In der zweiten Jahreshälfte konnte eine Besserung der Situation beobachtet werden, begründet durch die reduzierte Nachfrage auf Grund der hohen Inflationsraten. Die prognostizierte Erholung von den pandemiebedingten Rückgängen der Jahre 2020 und 2021 in der Automobilindustrie trat im Jahr 2022 nicht ein. Gründe hierfür waren unter anderem die anhaltende Chip-Knappheit, lokale Corona-Ausbrüche und die Kriegsereignisse in der Ukraine. Durch diese Engpässe und logistischen Herausforderungen in der Lieferkette konnte die Produktion, ungeachtet der hohen Auftragsstände, nicht voll hochgefahren werden. Weltweit blieb der Pkw-Markt im Jahr 2022 auf Vorjahresniveau. Mit einer Rückkehr auf das Niveau vor der Pandemie wird aufgrund der anhalten Chipknappheit erst in 2024/2025 gerechnet. Ein weiteres Risiko für den Bereich Stahl im Geschäftsbereich Automotive liegt in der politisch gewollten und über Subventionen geforderten Veränderung der Antriebstechnologie in Europa - weg vom Verbrennungsmotor (Benzin und Diesel) hin zu Elektrofahrzeugen (BEV = Battery Electric Vehicel). Die Automobilhersteller verfolgen diesen Wandel, um die CO 2 -Werte ihrer Fahrzeugflotte zu reduzieren. Im Dezember 2022 waren mit 55,4 % erstmals mehr als die Hälfte der Neuzulassungen in Deutschland E-Pkw, insgesamt wurden im Jahr 2022 rund 22 % mehr Elektro-Pkw zugelassen als im Vorjahr, das heißt fast jede dritte Neuzulassung im Jahr 2022 war ein E-Auto. Im Bereich Stabstahl werden nicht unerhebliche Mengen in die Antriebstechnologie des Verbrennungsmotors geliefert. Der sich bereits gegen Ende des Jahres 2022 angedeutete Einbruch in der Bauwirtschaft, insbesondere im Wohnungsbau, wird auch im Jahr 2023 Bestand haben. Die Gründe hierfür sind die gestiegenen Zinsen, gestiegene Kosten für Baumaterial und Energie und die allgemeine wirtschaftliche Unsicherheit. Die Lech-Stahlwerke GmbH (LSW) ist von einem Verfahren des Bundeskartellamts (BKartA) wegen des Vorwurfs wettbewerbsbeschränkender Preisabsprachen bei der Festlegung von Preisen und Preisbestandteilen sowie des Austauschs wettbewerblich sensibler Informationen betroffen. Das Verfahren (sog. Edelstahl-Verfahren) richtet sich vornehmlich gegen Hersteller bzw. Weiterverarbeiter und Händler von Edelstahlprodukten. Zu den betroffenen Produkten gehören Stahl-Langerzeugnisse der Produktgruppe Edelstahl, Werkzeug- und Schnellarbeitsstahl sowie sog. RSH-Stahl (rost-, säure-, hitzebeständiger Stahl). Diese Edelstahlprodukte wurden üblicherweise nach dem Preismodell vertrieben, das sich im Wesentlichen aus einem sogenannten Basispreis und Zuschlägen für bestimmte Einsatzstoffe, insbesondere Schrott und Legierungen, zusammensetzt. Das BKartA hat in dem von ihm im Juli 2021 abgeschlossenen Edelstahl-Verfahren insgesamt gegen zehn Edelstahlunternehmen, zwei Branchenverbänden und siebzehn verantwortlichen Personen Geldbußen in Höhen von rd. € 355 Mio. wegen Absprachen über Preisbestandteile und des Austauschs wettbewerblich sensibler Informationen verhängt (s. Fallbericht vom 28.09.2021). Die MAF hat sich verpflichtet, etwaige Belastungen der LSW aus diesem Kartellverfahren zu übernehmen. Es wurde eine entsprechende Rückstellung für einen eventuellen negativen Ausgang des Verfahrens in einer nach unserer Einschätzung ausreichenden Höhe gebildet. Ein negativer Ausgang würde zu einer entsprechenden finanziellen Belastung der MAF führen. Das BKartA hat das Verfahren noch nicht an das zuständige Oberlandesgericht abgegeben. Die Verfahrensdauer inkl. möglichem Rechtsmittelverfahren vor dem Bundesgerichtshof ist nicht abzusehen. Die strategische Neuausrichtung des kanadischen Walzwerks (MANA) führte, trotz einer verhaltenen Nachfrage in den Wintermonaten, erstmals zu einem positiven Ergebnis. Maßgeblich dafür war die Umstellung des Versandmix von Betonstahl hin zu den margenträchtigeren Gewindestählen. Ob diese Entwicklung nachhaltig ist, muss sich erst noch zeigen. Die ARGE Neuer Sorge Rositz hat in 1997 mit der Landesentwicklungsgesellschaft Thüringen (LEG) einen Auftrag zur Entsorgung eines Teersees einer in 1992 stillgelegten Raffinerie in Rositz abgeschlossen. Mit den Hauptarbeiten wurde 1998 begonnen. Aufgrund technischer Probleme konnte der Auftrag nicht in der vorgegebenen Zeit und mit den vereinbarten Mengen abgewickelt werden, so dass die LEG den Auftrag nach diversen Nachverhandlungen am 28. August 2003 außerordentlich und mit sofortiger Wirkung kündigte. Es folgten Klagen und Gegenklagen mit diversen Gerichtsterminen. Aufgrund der mündlichen Verhandlung Ende 2015 erging im zweiten Rechtszug ein OLG-Gerichtsurteil zu einer vorgreiflichen Frage im Rechtsstreit ARGE Rositz, in dem der Kläger von der MAF und einem ihrer Beteiligungsunternehmen aus einem in 2003 außerordentlich gekündigtem Entsorgungsauftrag einen Betrag von rd. € 29,8 Mio. zzgl. Zinsen fordert und einklagt. In erster Instanz zu der OLG-Entscheidung hatte die MAF vor dem Landgericht noch gewonnen. Für die Forderung des Klägers wurde in 2015 in voller Höhe eine Rückstellung nebst Zinsen gebildet. Derzeit wird von unseren Mitarbeitern und externen Beratern die Berechtigung der Höhe dieser Forderung geprüft. Sollten die Vergleichsgespräche scheitern, wird der Rechtsstreit noch mehrere Jahre in Anspruch nehmen. Daher ist nach Einschätzung unserer Berater mit einem Liquiditätsabfluss aus dieser Klage frühestens in 2-3 Jahren zu rechnen. Die Max Aicher GmbH & Co. KG hat aufgrund ihrer Steuerungsfunktion und ihres Vermögens umfangreiche Haftungen und Kreditsicherheiten zu Gunsten verbundener Unternehmen gestellt. Zum Umfang vgl. die Aufstellung im Anhang zu den Haftungsverhältnissen. Soweit zum Bilanzstichtag aus diesen Verpflichtungen eine Verbindlichkeit entstanden war, wurde diese passiviert oder bei drohender Inanspruchnahme eine Risikorückstellung gebildet. Eine künftige Inanspruchnahme aus diesen Haftungsverhältnissen kann zu nicht unwesentlichen Ergebnisbelastungen und Liquiditätsanspannungen führen. 8. Ausblick und Chancen Der Fokus im Geschäftsjahr 2022 war und wird auch in 2023 weiterhin verstärkt auf liquiditäts- sowie ergebnisstabilisierende Maßnahmen liegen. Neben Prozessoptimierungen wurden gruppenweit die Investitionen für das Geschäftsjahr 2022 auf das Notwendigste begrenzt. Maßgebend für den Ausblick 2023 ff. ist der Verlauf des Kriegsgeschehens in der Ukraine, die daraus resultierenden Auswirkungen auf die Verfügbarkeit der Energie und auf die Energiepreise in Europa, die wirtschaftliche Entwicklung weltweit, die Verfügbarkeit von Rohstoffen und der weitere Verlauf der Pandemie. Angesichts dieser hohen wirtschaftlichen und geopolitischen Unsicherheiten ist die voraussichtliche Geschäftsentwicklung nur bedingt verlässlich absehbar. Nach drei Jahren Pandemie geht die Mehrheit der Menschen gelassener mit dem Covid-Erreger um. Das Jahr 2023 könnte daher das Jahr werden, in dem Corona zwar nicht verschwindet, aber in einer aufgeklärten und breit immunisierten Gesellschaft eher in den Hintergrund gerät. Im Dezember verkündete die chinesische Regierung das Ende der Null-Covid-Politik. Die plötzliche Öffnung hatte eine massive Erkrankungswelle zur Folge. Damit bleibt auch für das Jahr 2023 das Risiko einer Infektionswelle in China, die sich auf die chinesische Konjunktur und weltweite Lieferkette auswirken könnte. Unvorhersehbar ist auch die Entwicklung von Virusvarianten und deren Ausbreitung. Gemäß dem Julibericht 2023 des International Währungsfonds (IWF) wurde die Prognose für das Wachstum der Weltwirtschaft auf 3,0 % korrigiert. Im Aprilbericht 2023 wurde noch von einem leicht pessimistischeren Wachstum von 2,8 % ausgegangen. Das globale Wachstum liegt im Vergleich zu den vergangenen zwei Jahrzehnten unter dem "historischen Durchschnitt". Eine globale Rezession wird nicht erwartet. Die Abkehr von China hinsichtlich der Null-Covid-Politik könnte sich positiv auf die Entwicklung auswirken. Der weitere Verlauf des Kriegs in der Ukraine und die weiterhin hohe Inflation bleiben als Unsicherheitsfaktoren erhalten. Für Deutschland wird laut neuestem Bericht des IWF hingegen eine Rezession von -0,3 % prognostiziert. Für die Eurozone wird aber weiterhin ein Wachstum von 0,7 % erwartet. Ausblick Automobilindustrie: 2023 wird nach den Prognosen des Branchenverbandes VDA der deutsche Pkw-Markt wachsen. Mit 2,7 Mio. Neuzulassungen rechnen die Industrievertreter zwar mit deutlich weniger Zulassungen als vor der Pandemie (2019: 3,6 Mio.), aber immerhin mit einem Plus von 2 % gegenüber 2021. Gesamt wird auf dem Weltmarkt ein Plus von 4 % auf 74 Mio. Pkw gegenüber 2022 erwartet. Ausblick Maschinenbau: Für 2023 wird vom Branchenverband VDMA mit einem Minus von 2 % gerechnet. Aufgrund des Ukraine-Kriegs und des schwächeren Wachstums in China ist bei den Investitionen Zurückhaltung zu erwarten. Die Bremsmanöver der Notenbanken in Form von Zinserhöhungen und die nach wie vor hohe Inflation drücken die Erwartungen im Maschinenbau zusätzlich. Ausblick Bauindustrie: Die Bauindustrie erwartet im Wohnungsbau einen realen Umsatzrückgang von 9 %. Optimistischer wird der Rückgang der baugewerblichen Umsätze von 4 % im Wirtschaftsbau erwartet. Im öffentlichen Bau wird mit einem Minus von 5 % gerechnet. Vor allem auf Bundesebene wird erwartet, dass die Prioritäten nicht zu Gunsten der Bauinvestitionen gesetzt werden. Zusammengefasst wird davon ausgegangen, dass das deutsche Bauhauptgewerbe in 2023 einen realen Umsatzrückgang von 6 % zu verzeichnen haben wird. Der sich beschleunigende Trend zur Nachhaltigkeit und C02 Reduktion in der Gesamtindustrie wird vermehrt durch die aktuelle Entwicklung zur lokalen Produktion bestätigt. Die Umgestaltung der weltweiten Lieferketten bietet der MAF und Ihren Tochterunternehmen entsprechende Chancen. Zusätzlich flankiert wird dieser Trend durch politische Zielsetzungen zugunsten zu mehr Kreislaufwirtschaft. Wir reagieren auf diese Trends mit Flexibilität und versuchen Chancen zu nutzen, indem wir unser Produktangebot entsprechend an die sich veränderte Nachfrage anpassen. Mit Ausbruch des Krieges und den exorbitanten Preissteigerungen auf dem Energiesektor haben diese Themen allerdings etwas an Priorität verloren. Je nach Entwicklung auf dem Energiemarkt wird Nachhaltigkeit wieder mehr in den Fokus rücken. In 2021 wurde mit der Erarbeitung einer erweiterten Nachhaltigkeitsstrategie "LOCAS - Low- Carb Stahl aus Bayern" zur weiteren Senkung der CO 2 -Emissionen begonnen. Im Rahmen von LOCAS werden diverse Einflussfaktoren betrachtet wie z.B. Minderung Energieeinsatz, Steigerung Anteil regenerativer (grüner) Energieträger, alternative Schrottkonzepte sowie alternative Einsatzstoffe bis hin zum Einsatz von aufbereiteten, eigenen Nebenprodukten als Ersatz von Primärrohstoffen wie z.B. Dolomit. Auch sich nicht unmittelbar im Werk, jedoch sich positiv auf die regionale Klimabilanz auswirkende Maßnahmen werden dabei geprüft (u.a. Nutzung der Abwärme aus dem Stahlherstellungsprozess zum Aufbau eine lokalen Nahwärmenetzes in Meitingen zur Ablösung fossiler Energieträger wie Gas und Öl in Heizungssystemen). Insgesamt sehen wir Chancen in allen Bereichen die Kosten zu senken und gleichzeitig die Produktqualität zu verbessern. Durch systematisches Qualitätsmanagement und kontinuierliche Verbesserungsprozesse können die Prozesse und deren Ergebnisse optimiert werden. Im Bereich des Qualitätsmanagements nimmt die Rohstoffqualität, vor allem die Qualität des Schrotts, einen wichtigen Stellenwert ein. In Bezug auf die Aufbereitung des Schrotts können durch verbesserte Technologien ein erhöhter Einsatz und eine höhere Energieeinsparung erreicht werden. Aber auch bei allen anderen Rohstoffen können Qualitätsverbesserungen deutliche Beiträge für die Steigerung des Unternehmensergebnisses leisten. Auch in den Bereichen Personal und Soziales sehen wir Chancen, die Mitarbeiterbindung weiter zu erhöhen, um unsere Wettbewerbsfähigkeit weiter zu verbessern. Dafür können wir beispielhaft das Potenzial bei der Gesunderhaltung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erwähnen. Berufskrankheiten können vermieden und bestehende Probleme aufgefangen oder vermindert werden. Für die Beteiligungsunternehmen der MAF in den Hauptgeschäftsfeldern Stahl, Bau und Immobilien sehen wir folgende Entwicklung und Chancen: Bereich Stahl Strom und Gas sind die wichtigsten Energieträger in unserem Stahlbereich. Bereits im Vorfeld zum Ukrainekrieg stiegen die Strom- und Gaspreise seit Sommer 2021 kontinuierlich massiv an. Mit Kriegsausbruch am 24.02.2022 und speziell mit der Drosselung der Durchleitungsmengen von Gas durch die Leitung Nordstream 1 hat sich die Lage nochmals verschärft. Strom: Die 2021 begonnene rasante Preisentwicklung am EPEX- Spotmarkt setzte sich auch im Jahr 2022 fort. Nach einer kurzen Erholung der Preise im Januar und Februar stieg der Mittelwert im August auf einen Allzeit-Höchststand von 465 €/MWh im August und fiel mit 152 €/MWh auf den Tiefstand im letzten Quartal. Der Jahresmittelwert lag bei 235 €/MWh deutlich über den Vorjahren, so ist gegenüber 2021 eine Preissteigerung von 143 % und 2020 673 % zu verzeichnen. Die Einschränkungen der Gaslieferungen aus Russland trieben den Erdgaspreis an den Energiebörsen in die Höhe, was sich durch das Merit-Order-Verfahren am Spotmarkt für Strom widerspiegelte. Durch politische Entscheidungen wie die Verlängerungen der Laufzeiten von konventionellen und Kernkraftwerken wurde dieser Entwicklung entgegengewirkt und der extreme Preisanstieg etwas abgebremst. Gas: Mit einem Jahresmittel von 124 €/MWh in 2022 lag der Erdgaspreis am Spotmarkt um ca. 170 % höher als im Vorjahr (47 €/MWh), in dem bereits eine Steigerung um fast 400 % zu verzeichnen war. Der Preisverlauf 2022 am THE Spotmarkt wurde im Wesentlichen von politischen Entscheidungen geprägt. Ein erstes, kurzfristiges Maximum erreichte der Gaspreis im März nach dem Beginn des Krieges in der Ukraine. Die im weiteren Jahresverlauf stetig reduzierten Liefermengen von russischem Gas heizten den Preisanstieg weiter an. Nach dem absoluten Lieferstopp aus Russland Ende August erreichte der Gaspreis sein absolutes Maximum von 340 €/MWh. Nachdem die gesetzlich vorgeschriebenen Speicherfüllstände schneller als geplant erreicht werden konnten, drehte sich der Trend um und der Gaspreis fiel kontinuierlich bis auf einen kurzfristigen Tiefstwert von unter 30 €/MWh. Wie sensibel die Märkte mittlerweile auf das Wetter reagieren, zeigte sich Anfang Dezember. Während zwei kalter Wochen stieg der Gaspreis wieder sehr stark an, um sich bei anschließend wieder sehr milden Temperaturen auf einem halbwegs konstanten Niveau einzupendeln. In dem vor kurzem veröffentlichen Gasmarktbericht der Internationalen Energieagentur (IEA) wird vor abermaligen Rekordpreisen für Erdgas gewarnt. Durch die aufgehobenen Covid- Beschränkungen des weltgrößten Erdgasimporteurs China könnte es zu einem Nachfragewachstum nach verflüssigtem Erdgas (LNG) in China bis zu 35 % kommen. Dies könnte einen harten Wettbewerb auf den internationalen Märkten auslösen und zu erneuten Rekordpreisen führen. Die LSW, LSV und die Annahütte erwarten aufgrund des bisherigen Verlaufs ein positives, leicht über Plan liegendes Ergebnis für 2023. Vor allem die höher als geplanten Basispreiserhöhungen bei den deutschen Stahlproduzenten tragen in 2023 zu dem positiven Ergebnisverlauf bei. Durch die Ergebnisabführungen hätte dies positive Effekte auf die MAF. Die ungarischen Gesellschaften (OAM, Femker, UDS) leiden weiterhin unter einer allgemein schwachen Baukonjunktur. Wir erwarten für das Gesamtjahr derzeit eine Ergebnisentwicklung unter Planniveau, da die deutschen Stahlgesellschaften (LSW, LSV, SAH) insgesamt den Rückgang von OAM in Ungarn nicht zur Gänze ausgleichen werden können. Die Stillstands-Kosten in Rumänien belasten weiterhin die Ergebnisrechnung. Im Rahmen der Asset Verkäufe sollten diese Kosten nachträglich gedeckt werden. Durch den geänderten Produktmix konnten die kanadischen Werke in 2022 erstmals Gewinne verzeichnen. Dieser positive Trend setzte sich auch in den ersten Monaten 2023 weiter fort. Durch Spezialisierungen Richtung hochwertiger Stähle im Bereich Stabstahl und Gewindestahl und durch die Entwicklung hin zum Systemanbieter konnte vor allem bei der Annahütte die Abhängigkeit vom Massenmarkt in den letzten Jahren immer weiter reduziert werden. Mit Investitionen in eine höhere Verarbeitungstiefe wie z.B. Wärmebehandlung, Schälen und Schleifen konnte im Bereich Stabstahl das Produktportfolio und somit die Wertschöpfung sukzessive ausgebaut werden. Zudem konnten mit dem Behandlungszustand vergütetes Material das Produktspektrum erweitert und neue Liefermöglichkeiten erschlossen werden. Hierbei zu erwähnen ist, dass die SAH durch ein spezielles Verfahren Kostenvorteile bei der Herstellung von vergüteten Stäben gegenüber dem herkömmlichen Verfahren hat. Durch eine höherlegierte Stahlanalyse konnten Neukunden in einer neuen Branche gewonnen werden. Auch im Bereich der Windkraftindustrie konnte SAH mit einem vergüteten Stahl, der eine hohe Wertschöpfungstiefe aufweist, im Fundament des Windkraftturmes Fuß fassen. Die erste Lieferung in ein Windkraftprojekt in Finnland wurde in 2022 getätigt. In der Windkraftindustrie erwarten wir uns eine sehr gute Auftragslage in den nächsten Jahren, sind doch gerade auch in Deutschland die Genehmigungsverfahren beschleunigt worden, um den Bau von Windparks anzukurbeln. Große Chancen bieten sich in der nachhaltigen Produktion unserer Stahlprodukte. Das Thema "Green Steel" gewinnt an Bedeutung, sowohl in der Automobil- wie auch in der Bauindustrie. Es ist davon auszugehen, dass der Gesetzgeber über "grüne Leitmärkte" diesen Trend regulatorisch fordert. Bereits in 2022 konnte SAH das Werk komplett CO 2 -neutral mit Strom versorgen. Dazu tragen die eigenen Wasserkraftwerke bei, die fast 50 % des Strombedarfs der SAH in 2022 produziert haben. Hinzu kommt die CO 2 -freie Fremdstromversorgung, die den restlichen Strombedarf der SAH abgedeckt hat. Bereich Bau Für 2023 wird eine äußerst angespannte Marktsituation prognostiziert, welche sich in schleppenden Ausschreibungen niederschlagen wird. Aufgrund der laufenden Zinserhöhungen, als Maßnahme der Inflationsbekämpfung, sind Ausschreibungen im privaten Gewerbe- und Industriebau extrem zurückhaltend. Im Hochbau ist derzeit ein kompletter Markteinbruch zu beobachten. Des Weiteren werden weitere Kostensteigerungen bei Material und Energie erwartet. Chancen bietet die Investition in ein neues Fertigteilewerk, um die Produktivität und damit direkt auch langfristig die Wettbewerbsfähigkeit zu erhöhen. Dies würde eine weitere Differenzierung gegenüber lokalen Wettbewerbern ermöglichen. Auch könnten konjunkturstützende staatliche Maßnahmen im Baubereich zu weiteren Chancen führen. Bereich Immobilien Die MAF besitzt unmittelbar und mittelbar einen nicht unerheblichen Immobilienbesitz. Im Zuge der Restrukturierung und einer Effizienz- und Transparenzverbesserung wurden die Geschäftsfelder Immobilienbereich und Industriebereich rechtlich und organisatorisch getrennt. Der Immobilienbestand in Deutschland steigert in der Diskussion um Euro und Inflation seinen Wert und bestätigt die langfristig ausgerichtete Unternehmensstrategie. Aufgrund des eingeschlagenen Wegs, nicht betriebsnotwendiges Vermögen zu veräußern, können sich in diesem Bereich kurz- und mittelfristig weitere zusätzliche Erlöse ergeben. Die Max Aicher Unternehmensgruppe ist hinsichtlich der Ertragsentwicklung gut in das Jahr gestartet, auch wenn es Mengenverschiebungen zwischen den Monaten gibt und wir im Bereich Betonstahl (OAM in Ungarn und LSW in Deutschland) wegen der verhaltenen Konjunktur zusätzliche Mengen in der aktuellen Erwartung gegenüber dem Budget reduziert haben. Trotz Zinssteigerungen und einer allgemein schwächelnden Baukonjunktur, zeigt sich der Automotive Bereich bei den Abrufen vergleichsweise stabil. Die höher als geplanten Basispreiserhöhungen bei den deutschen Stahlproduzenten sind hier maßgeblich und die Energiekosten werden über den Energiekostenbeitrag an die Kunden weitergegeben. Dementsprechend zeigt sich das Unternehmen insbesondere in den deutschen Stahlwerken als robust und stabil in dem sich verändernden Umfeld, was Chancen bietet, weiterhin die Wahrnehmung bei Kunden und Partnern kontinuierlich zu verbessern. Aufgrund der bisherigen Geschäftsentwicklung und der konservativen, auf Futures basierten Planung der Energiekosten geht die Konzerngeschäftsleitung davon aus, dass sich der Umsatz im Jahr 2023 unter dem Niveau des Jahres 2022 bewegen wird. Die tatsächlichen Energiepreise in 2023 sind sehr viel niedriger als geplant und die gesunkenen Energiekosten werden im Bereich Qualitätsstahl mit dem Energiekostenbeitrag und beim Betonstahl über Tagespreise an die Kunden weitergegeben. Die Energiekostenbeteiligung reduziert bei fallenden Energiepreisen den Umsatz aber auch im gleichen Umfang die Materialkosten. 9. Finanzierung Die Max Aicher GmbH & Co. KG ist die führende Gesellschaft zur Sicherstellung der Gesamtfinanzierung der Max Aicher Gruppe. Die wesentlichen bilateralen Kreditbeziehungen der Gruppengesellschaften in einem Volumen von rd. 270 Mio. EUR wurden über eine im Sommer 2021 abgeschlossene Sanierungsvereinbarung mit gemeinsamen Bestimmungen versehen. Die Sanierungsvereinbarung regelt neben diversen Verpflichtungen auch eine Laufzeit für alle bilateralen Kredite bis mindestens zum 31.12.2023 sowie zusätzliche Besicherungen für die Banken. Neben diesen bilateralen Krediten wurde durch die Max Aicher GmbH & Co. KG ein Konsortialkredit über 35 Mio. EUR aufgenommen, für den die wesentlichen Gruppengesellschaften ebenfalls haften. Dieser Konsortialkredit wird ab dem 31.03.2023 in drei gleichen vierteljährliche Raten vollständig zurückgeführt. Die Sanierungsvereinbarung regelt ebenfalls die Verpflichtung, für die unter der Vereinbarung zusammengefassten Kredite bis zum 30.11.2023 eine Refinanzierung durchzuführen. Die gute geschäftliche Entwicklung der Max Aicher Gruppe in den Jahren 2021 und 2022 und die Unternehmensplanung für die Jahre 2023 ff. bieten eine gute Grundlage für die Umsetzung dieser Refinanzierung. Mit einem geplanten Verschuldungsgrad (Nettoverschuldung/EBITDA) von 1,8 und einer Eigenkapitalquote von 30 % per 31.12.2023 liegen wesentliche Konzernkennzahlen im oder nur knapp unter dem Bereich des sogenannten Investment Grade. Unter der Voraussetzung einer entsprechenden Strukturierung - an deren Umsetzung wir derzeit arbeiten könnten Darlehen des Stifters i.H.v. mindestens 65 Mio. EUR zumindest dem wirtschaftlichen Eigenkapital der Gruppe zugeordnet werden. Würde dies umgesetzt, würde sich die Eigenkapitalquote im Konzern signifikant erhöhen und die Kennzahlen würden deutlich im Investment Grade Bereich liegen. Ein von der Max Aicher GmbH & Co. KG involvierter Finanzierungsberater hat die guten Voraussetzungen für die Refinanzierung bestätigt. Wir befinden uns in fortgeschrittenen Gesprächen mit unseren Banken, die Sanierungsvereinbarung anzupassen und ihre Laufzeit (bei Aufnahme von Regeltilgungen) um 1 Jahr zu verlängern. Zur Verbesserung unserer Finanzierungsstruktur sind konkrete Maßnahmen geplant. U.a. soll die Trennung von Industrie- und Immobiliengeschäft noch weitergehend umgesetzt werden. Der Verkauf von nicht betriebsnotwendigem Vermögen soll zudem das benötigte Refinanzierungsvolumen reduzieren. Angesichts der guten wirtschaftlichen Entwicklung, der positiven Unternehmensplanung und der umfangreichen Besicherung der Bestandskredite ist die Geschäftsführung überzeugt, die Verlängerung der Bestandskredite umsetzen und die Durchfinanzierung damit zunächst bis mindestens Ende 2024 sichern zu können.
Freilassing, den 28. August 2023 gez. Dipl.-Ing. Max Aicher gez. Dr. Martin Kleinschmitt gez. Dipl.-Ing. Stephan Theodor Lemgen gez. Dipl.-Volkswirt Klaus Jürgen Rudolph gez. Walter Schwimbersky BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERSAn die Max Aicher Stahl AG, Freilassing PRÜFUNGSURTEILE Wir haben den Konzernabschluss der Max Aicher Stahl AG, Freilassing, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2022, der Konzern- Gewinn- und Verlustrechnung, dem Konzerneigenkapitalspiegel und der Konzernkapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2022 bis zum 31. Dezember 2022 sowie dem Konzernanhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der Max Aicher Stahl AG für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2022 bis zum 31. Dezember 2022 geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat. GRUNDLAGE FÜR DIE PRÜFUNGSURTEILE Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "VERANTWORTUNG DES ABSCHLUSSPRÜFERS FÜR DIE PRÜFUNG DES KONZERNABSCHLUSSES UND DES KONZERNLAGEBERICHTS" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen. VERANTWORTUNG DER GESETZLICHEN VERTRETER UND DES AUFSICHTSRATS FÜR DEN KONZERNABSCHLUSS UND DEN KONZERNLAGEBERICHT Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d. h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist. Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können. Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns zur Aufstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts. VERANTWORTUNG DES ABSCHLUSSPRÜFERS FÜR DIE PRÜFUNG DES KONZERNABSCHLUSSES UND DES KONZERNLAGEBERICHTS Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
München, 21. September 2023 BDO
AG
Kasch, Wirtschaftsprüfer Hornischer, Wirtschaftsprüfer |
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Max Aicher GmbH & Co. KG GmbH & Co. KGKommanditgesellschaft
Strukturierte Daten
Geparste, typisierte und über die API direkt abfragbare Felder.
Stammdaten
- Rechtsform
- GmbH & Co. KG
- Anschrift
- 83395 Freilassing
- Handelsregister
- HRA 1075, Traunstein
- Branche
- Branche · mit API-Key einsehbar API-Key holen →
Finanzen
Bilanz
2022- Anlagevermögen 53,3 % 616,38 Mio
- Umlaufvermögen 46,6 % 538,63 Mio
- Aktive Rechnungsabgrenzungsposten 0,1 % 1,36 Mio
- Aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung 0,0 % 34,4 k
- Verbindlichkeiten 54,9 % 634,57 Mio
- Eigenkapital 27,9 % 322,67 Mio
- Rückstellungen 14,8 % 171,44 Mio
- Passive latente Steuern 2,4 % 27,63 Mio
- Passive Rechnungsabgrenzungsposten 0,0 % 89,2 k
Bilanzdaten für 6 weitere Geschäftsjahre verfügbar.
Gewinn- und Verlustrechnung
2022- Umsatzerlöse 93,8 % 1,91 Mrd
- Sonstige betriebliche Erträge 2,8 % 57,69 Mio
- Erhöhung oder Verminderung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen 2,5 % −51,60 Mio
- 23 Ergebnisanteile nicht beherrschender Anteile 0,3 % −7,07 Mio
- Andere aktivierte Eigenleistungen 0,2 % 4,79 Mio
- Erträge aus Beteiligungen 0,2 % 3,91 Mio
- Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 0,1 % 1,47 Mio
- 12 Erträge aus Ausleihungen des Finanzanlagevermögens 0,0 % 3,5 k
- Materialaufwand 77,5 % −1,42 Mrd
- Personalaufwand 9,9 % −180,52 Mio
- Sonstige betriebliche Aufwendungen 8,7 % −160,00 Mio
- Abschreibungen 2,1 % −38,48 Mio
- Zinsen und ähnliche Aufwendungen 0,9 % −15,73 Mio
- Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 0,8 % −13,97 Mio
- Sonstige Steuern 0,2 % −3,40 Mio
- 15 Aufwendungen aus Verlustübernahmen 0,0 % −378,4 k
- Abschreibungen auf Finanzanlagen und auf Wertpapiere des Umlaufvermögens 0,0 % 0
- 4 Gesamtleistung 1,86 Mrd
- Betriebsergebnis 118,83 Mio
- 17 Finanzergebnis −10,73 Mio
- Ergebnis vor Steuern 108,10 Mio
- Ergebnis nach Steuern 94,13 Mio
- Jahresüberschuss/Jahresfehlbetrag 90,73 Mio
- 24 Konzernjahresergebnis 83,66 Mio
GuV-Daten für 6 weitere Geschäftsjahre verfügbar.
Vertretungsberechtigte
Eigentum & Beteiligungen
Gesellschafter
- Max Aicher Stahl AG DEU Persönlich haftender Gesellschafter
- Max Aicher Umwelt GmbH DEU Persönlich haftender Gesellschafter
- Verbundbau Mitterfelden Gesellschaft mit beschränkter Haftung DEU Kommanditist
Beteiligungen an
- Max Aicher Engineering GmbH GmbH 100,0 %
- Max Aicher Golfanlage GmbH GmbH 100,0 %
- Max Aicher Sportpark GmbH GmbH 100,0 %
Historie
- 2025
-
28.10.
Austritt einer PositionMax Aicher Freizeit & Tourismus GmbH & Co. KG · Kommanditist
-
18.03.
Austritt einer PositionG****** W********** · Gesamtprokura
-
13.03.
Austritt einer PositionEnergieallianz Projekt GmbH & Co. KG · Kommanditist
- 2024
-
04.12.
Austritt einer PositionMaxhütte Technologie GmbH & Co. KG · Kommanditist
-
04.11.
Austritt einer PositionMax Aicher Immobilien Holding GmbH & Co. KG · Kommanditist
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06.09.
Eintritt eines MitgliedsMax Aicher GmbH & Co. KG · Persönlich haftender Gesellschafter
-
06.09.
Austritt einer PositionMax Aicher GmbH & Co. KG · Persönlich haftender Gesellschafter
-
06.09.
Eintritt eines MitgliedsMax Aicher GmbH & Co. KG · Kommanditist
Rohdaten & Dokumente
Originaldokumente, Markdown-Volltexte und PDFs – Volltext-Zugriff über die API.
Jahresabschlüsse (Volltext)
Veröffentlichte Berichte als Markdown – inklusive Lagebericht, Bilanz, GuV und Anhang.
- 2022 Konzernabschluss
- 2022 Konzernabschluss ↓
- 2021 Konzernabschluss
- 2020 Konzernabschluss
- 2019 Konzernabschluss
Konzernabschluss 2022
Registerdokumente
PDF-Dokumente direkt vom Amtsgericht – auf Anfrage über den :code Endpunkt abrufbar.
- Aktueller Auszug (AD)
- Chronologischer Auszug (CD)
- Strukturierte Inhalte (SI, XML)
- Gesellschafterliste
- Satzung / Gesellschaftsvertrag
Website-Inhalt
Strukturierter Markdown-Volltext der Unternehmenswebsite – ideal für Anreicherung und AI-Pipelines.
- Website-Snapshot (per AI ermittelt) AI
Strukturierte Daten und Volltexte – pro Unternehmen
Vom Jahresabschluss als HTML bis zur UBO-Liste: jedes Feld einzeln über den features Parameter aktivierbar. Eine API, alle Daten.
- Geschäftszahlen Umsatz, Mitarbeiterzahl, Bilanzsumme, Jahresergebnis pro Geschäftsjahr.
- Vertretungsberechtigte Aktuelle und ehemalige Geschäftsführer, Vorstände, Prokuristen mit Rollen und Datumsangaben.
- Bekanntmachungen Amtliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister inkl. Datum und Volltext.
- Gesellschafter Aktuelle Gesellschafterstruktur mit Beteiligungsquoten und Einlagebeträgen.
- Wirtschaftlich Berechtigte (UBOs) Wirtschaftlich Berechtigte gemäß Transparenzregister.
- Beteiligungen Beteiligungen dieses Unternehmens an anderen Gesellschaften.
- Bilanz Vollständige Bilanzpositionen aus den veröffentlichten Jahresabschlüssen.
- Gewinn- und Verlustrechnung GuV-Positionen pro Geschäftsjahr.
- Jahresabschlüsse (HTML) Veröffentlichte Jahresabschlüsse als gerendertes HTML.
- Insolvenzbekanntmachungen Bekanntmachungen aus den amtlichen Insolvenzregistern.
- News Aktuelle Erwähnungen des Unternehmens aus externen Quellen.
In jeden Stack einbaubar
Egal ob klassische API, AI-Agent oder No-Code-Tool – diese Daten lassen sich überall andocken.
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Tastenkürzel
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