1 MLP Geschäftsbericht 2024 Zusammengefasster Lagebericht Der folgende zusammengefasste Lagebericht umfasst neben dem MLP Konzern auch die MLP SE. Die im Folgenden aufgeführten Werte wurden auf die erste Nachkommastelle gerundet. Bei Addition oder Division der dargestellten Einzelwerte sind deshalb Differenzen zu den ausgewiesenen Summen und Veränderungen möglich, welche auf Basis der exakten Werte ermittelt wurden. Bei Prognoseaussagen werden qualifiziert-komparative Prognosen getroffen. Eine Veränderung ab 0 % bis kleiner als 5 % wird beschrieben als „stabil“, „auf Vorjahresniveau“, „nahezu unverändert“ oder durch ähnliche Begrifflichkeiten. Eine Veränderung ab 5 % bis kleiner als 10 % wird beschrieben als „leicht“. Eine Veränderung ab 10 % wird beschrieben als „deutlich“. Abweichungen von dieser Methodik sind nur im Rahmen eines Toleranzbereichs von zwei Prozentpunkten oder in Ausnahmefällen möglich, beides jedoch nur dann, wenn die alternative Formulierung aus Unternehmenssicht besser geeignet ist, ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild zu vermitteln. Abweichend hiervon erfolgt die Prognoseaussage für das Ergebnis der betrieblichen Geschäftstätigkeit (EBIT) in Form einer Intervallprognose. Vorjahreswerte werden in der Klammer dargestellt. Geschäftsmodell Die MLP Gruppe ist der Partner in allen Finanzfragen Die MLP Gruppe ist mit den Marken Deutschland.Immobilien, DOMCURA, FERI, MLP, RVM und TPC der Finanzdienstleister für Privat-, Firmen- und institutionelle Kunden. Dabei verbindet die MLP Gruppe persönliche und digitale Angebote. Einige der Marken bieten zudem ausgewählte Produkte, Services und Technologien für andere Finanzdienstleister. •Deutschland.Immobilien – Immobilienplattform für Kunden und Finanzberater •DOMCURA – Assekuradeur für Finanzberater und -plattformen •FERI – Multi Asset-Investmenthaus für Institutionelle Investoren und vermögende Privatkunden •MLP – Finanzberatung und Banking für anspruchsvolle Kunden •RVM – Risikomanager für Versicherung und Vorsorge für mittelständische Unternehmen •TPC – Benefit Experten Netzwerk für Unternehmen Seit der Gründung im Jahr 1971 setzt MLP konsequent auf langfristige Beziehungen zu ihren Kunden. Innerhalb des Netzwerks findet ein Know-how-Transfer statt. Die Spezialisten unterstützen sich in Research und Konzeptentwicklung sowie in der Kundenberatung. Durch diese gezielte Interaktion entstehen zusätzliche Werte für unsere Kunden, für das Unternehmen und für die Aktionäre. Der ökonomische Erfolg bildet auch die Grundlage, gesellschaftliche Verantwortung wahrzunehmen. Ausgangspunkt der Beratung in allen Bereichen bilden die Vorstellungen und Bedürfnisse unserer Kunden. Darauf aufbauend stellen wir ihnen ihre Optionen nachvollziehbar dar, sodass sie selbst die passenden Finanzentscheidungen treffen können. Bei der Partner- und Produktauswahl legt MLP großen Wert auf objektive und transparente Kriterien. Auf Basis der Kundenbedürfnisse erfolgt eine Analyse und Qualitätsprüfung der Anbieter am Markt sowie ihrer jeweiligen Produkte. Wir sind bestrebt, den Produktauswahlprozess kontinuierlich zu verbessern und weiterzuentwickeln. Bei dem Prozess der Partner- und Produktauswahl spielt inzwischen auch das Thema Nachhaltigkeit als zusätzliches Merkmal eine Rolle. Um eine nachhaltig hohe Beratungsqualität sicherstellen zu können, hat die Qualifizierung unserer Mitarbeiter sowie selbstständiger Kundenberater eine hohe Bedeutung für unser Unternehmen. Die Qualifizierung und Weiterbildung an der konzerneigenen akkreditierten MLP Corporate University GRUNDLAGEN DES KONZERNS 2 MLP Geschäftsbericht 2024 betrachten wir als Maßstab in der Finanzberatungsbranche. Weiterführende Informationen hierzu finden Sie im Kapitel „Mitarbeiter und selbstständige Kundenberater“. Mit der im Jahr 2021 gegründeten MLP School of Financial Education (MLP SoFE) wollen wir einen wichtigen Beitrag zur Finanzbildung in Deutschland leisten. Seit Mitte 2022 sind die Bildungsangebote der MLP SoFE auch externen Gruppen wie beispielsweise konzernfremden Beratern zugänglich. Die MLP SoFE bietet Unternehmern, Medizinern, Firmen und Experten aus der Finanzdienstleistungsbranche ein umfassendes und bedarfsgerechtes Finanzwissen. Als Teil der MLP Corporate University steht die MLP SoFE für ein umfangreiches Bildungsangebot mit individuellen Lernpfaden. Einfluss auf die Geschäftsentwicklung Die Geschäftsentwicklung der MLP Gruppe wird wesentlich beeinflusst durch die konjunkturelle Entwicklung in Deutschland, da das Unternehmen seine Erlöse zu einem weit überwiegenden Teil hierzulande erwirtschaftet bzw. anbahnt. Besonders wichtige Einflussfaktoren stellen dabei das Wirtschaftswachstum, die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt, das Lohnniveau und die allgemeine Sparquote dar. Ebenso stellt das Zinsniveau einen wichtigen Einflussfaktor dar, insbesondere für unser Bankgeschäft. Diese werden im Wirtschaftsbericht und im Prognosebericht näher erläutert. Noch stärker wird die Ertragslage durch die Marktbedingungen in den Beratungsbereichen Vermögensmanagement, Immobilien, Finanzierung, Altersvorsorge, Krankenversicherung sowie Sachversicherung beeinflusst, die wir in den entsprechenden Kapiteln im Wirtschaftsbericht analysieren und auch im Prognosebericht thematisieren. Eine wichtige Rolle spielt zudem das regulatorische Umfeld, das ebenfalls im Wirtschaftsbericht und im Prognosebericht näher betrachtet wird. Unternehmensstruktur MLP Gruppe Die Konzernzentrale der MLP Gruppe hat ihren Sitz in Wiesloch. An diesem Standort haben die MLP SE (Holding), die MLP Finanzberatung SE sowie die MLP Banking AG alle internen Bereiche gebündelt. Darüber hinaus sind wir mit unseren Kundenberatern und Geschäftsstellen sowie Hochschulteams in allen deutschen Ballungsräumen, vor allem an allen wichtigen Universitätsstandorten vertreten. Die DOMCURA AG hat ihren Hauptsitz in Kiel. Die FERI Gruppe unterhält neben dem Hauptsitz in Bad Homburg vor der Höhe Standorte und Gesellschaften in Düsseldorf, Hamburg, München, Luxemburg, Wien und Zürich. Die RVM GmbH hat ihren Sitz in Wiesloch. MLP SE Innerhalb des MLP Konzerns übernimmt die MLP SE als Muttergesellschaft des Konzerns die zentralen Steuerungsaufgaben. Darunter sind die fünf Tochtergesellschaften DOMCURA AG, FERI AG, MLP Finanzberatung SE, MLP Banking AG und RVM GmbH angesiedelt. Die Geschäftsbereiche tragen durchgängig Ergebnisverantwortung. Die MLP SE wurde mit Bescheid vom 30. Juni 2022 im Juli 2022 rechtswirksam als Mutterfinanzholding-Gesellschaft der MLP Gruppe nach § 2f Abs. 1 i. V. m. Abs. 3 Kreditwesengesetz (KWG) zugelassen. Die MLP SE ist damit aufsichtsrechtlich übergeordnetes Unternehmen der MLP Gruppe gem. § 10a Abs. 2 S. 2 KWG i. V. m. Art. 11 Abs. 2 Unterabs. 1 Buchst. a der Verordnung (EU) Nr. 575/2013 (Kapitaladäquanzverordnung) (CRR) und damit für die aufsichtsrechtliche Konsolidierung bzw. Erfüllung der aufsichtsrechtlichen Anforderungen sowie des Risikomanagements auf Gruppenebene 3 MLP Geschäftsbericht 2024 verantwortlich. Damit wird die Gesellschaft direkt von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) beaufsichtigt. MLP Finanzberatung SE Die MLP Finanzberatung SE ist ein deutsches Finanzberatungsunternehmen, welches als Makler den Kunden in den Mittelpunkt stellen kann. Wir verbinden externe Produkte und ausgewählte Dienstleistungen des MLP Konzerns und wählen dabei aus dem breiten Marktangebot die jeweils passenden Produktoptionen für unsere Kunden aus. Die Geschäftstätigkeit der MLP Finanzberatung SE beinhaltet die Beratung von Privatkunden und Firmenkunden zu ausgewählten Finanzfragen und die Vermittlung dazu passender Produkte. Die Beratungsfelder sind eng miteinander verflochten und ergänzen sich gegenseitig. Sie umfassen unter anderem die Immobilienvermittlung, Finanzierung, Altersvorsorge, Krankenversicherung und Sachversicherung. Der Geschäftsbereich TPC innerhalb der MLP Finanzberatung SE bietet Unternehmen und Verbänden unter der Marke TPC als Spezialist für betriebliche Benefits eine Beratung in sämtlichen Themen wie Altersvorsorge, Gesundheit, flexible Lebensarbeitszeit, Familie, Mobilität, Convenience bis zu Sachleistungen an. Bundesweit und international – von der Bedarfsanalyse über die individuelle Konzeption und Umsetzung bis zur ständigen Überprüfung bestehender betrieblicher Benefitsysteme. Ein Fokus liegt dabei auf der Beratung mittelständischer Unternehmen verschiedener Branchen sowie der Arbeitgeberberatung von Steuerberatern, Wirtschaftsprüfern, Rechtsanwälten, Medizinern und Architekten. In Portallösungen für Einführung, Kommunikation und Verwaltung finden Arbeitgeber und Arbeitnehmer online alle relevanten Informationen zu ihren Benefits mit der Möglichkeit zur persönlichen Beratung – auf Wunsch auch in einer Videoberatung. Darüber hinaus erhalten die Arbeitnehmer hierüber einen eigenen Zugang zu ihren Verträgen. Mit der 2019 erworbenen Mehrheitsbeteiligung an der DI Deutschland.Immobilien AG mit Sitz in Hannover (Deutschland.Immobilien) wurde die Expertise und das Angebot im Bereich Immobilien deutlich ausgeweitet. Die MLP Finanzberatung SE ist im Geschäftsjahr 2024 alleinige Aktionärin der Deutschland.Immobilien AG und deren Tochtergesellschaften geworden. Deutschland.Immobilien ist eine unabhängige Immobilienplattform für alle Klassen von Anlageimmobilien und verfügt über langjährige Erfahrung im Vertrieb von Anlageimmobilien. Im Bereich altersgerechtes Wohnen ist das Unternehmen darüber hinaus als Projektentwickler tätig. Kern ist hierbei der Erwerb von Grundstücken sowie die anschließende Entwicklung, Planung, Realisierung und Veräußerung der Projekte. Neben der Direktvermittlung von Immobilien an Kunden spielt bei Deutschland.Immobilien auch der Vertriebsweg über externe Vertriebspartner eine bedeutende Rolle. Die Vertriebspartner können vom Einholen von Informationen über die Berechnung und Reservierung bis zum Verkauf und der Provisionsabrechnung alle Schritte im Immobilienportal von Deutschland.Immobilien bearbeiten. Zu dem Partnernetzwerk von Deutschland.Immobilien zählen Makler und Immobilienvermittler, vom Einzelberater über mittelständische und bis hin zu großen Vertriebsgesellschaften. Weitere Tochtergesellschaften der MLP Finanzberatung SE sind die ZSH GmbH Finanzdienstleistungen (ZSH), Heidelberg, die ebenfalls als Versicherungsmakler registriert ist, und die MLPdialog GmbH, Bad Segeberg. Im ersten Quartal 2023 wurde die 100%ige Tochtergesellschaft namens MLP Startup GmbH, Wiesloch, gegründet. Sie fungiert als Ausbildungsgesellschaft für das Traineemodell im Beraterbereich. Eine weitere Beteiligung ist die MLP Hyp GmbH, Wiesloch, die wir zusammen mit dem Baufinanzierungsbroker Interhyp AG, München, halten. Die MLP Finanzberatung SE hält außerdem 95,76 % der Anteile an der pxtra GmbH sowie 81,1 % der Anteile an der Uniwunder GmbH. 4 MLP Geschäftsbericht 2024 MLP Banking AG Die MLP Banking AG mit Sitz in Wiesloch bietet ihren Kunden Bankdienstleistungen in einer Verbindung aus persönlicher Beratung und Onlineservices. Zielgruppe sind primär Privatkunden, in Teilen aber auch Geschäftskunden, welchen Konto- und Kreditkartenprodukte, Finanzierungen sowie Vermögensmanagementlösungen angeboten werden. Innerhalb der MLP Gruppe nimmt die MLP Banking AG folgende Rolle ein: •Teil eines vollumfänglichen Finanzberatungsangebots durch MLP Berater •Anbieter von Konten/Kreditkarten, Depotmodellen und Finanzierungslösungen •Einbringung von besonderer Expertise im Vermögensmanagement und in der Finanzierung, insbesondere für die Zielgruppe der Mediziner •Haftungsdach für MLP Berater und der zentrale Dienstleister für Regulierungsfragen, Finanzierungen, Zahlungsverkehr Die MLP Banking AG verfügt über eine Vollbanklizenz und wird als CRR Kreditinstitut von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht sowie von der Europäischen Zentralbank (EZB) beaufsichtigt. FERI AG Die FERI AG hat ihren Sitz in Bad Homburg und bietet als Multi Asset-Investmenthaus Institutionellen Investoren, vermögenden privaten Anlegern, großen Familienvermögen und Stiftungen ihre Dienstleistungen in den Bereichen Investment Management, Investment Consulting und Fund Solutions an. Fundiertes Research bildet stets die Basis für alle Dienstleistungsangebote. Bei FERI arbeiten 280 Mitarbeiter, um mehr als 300 private und über 200 institutionelle Kunden zu betreuen. Im Geschäftsfeld Investment Management offeriert die FERI AG ein breites Spektrum an Multi Asset Management und Vermögensverwaltungsleistungen sowohl für Institutionelle Investoren als auch Privatanleger. Diese Leistungen reichen von der Entwicklung, Umsetzung und dem Management individueller Anlagestrategien bis hin zur quantitativen Risikostreuung und -kontrolle. Der Bereich Investment Consulting umfasst die langfristige Beratung Institutioneller Investoren. Im CIO Office werden volkswirtschaftliche Prognosen und individuelle Asset-Allocation-Analysen erstellt, die eine wichtige Grundlage für die Entwicklung kundenorientierter Anlagestrategien bilden. Das Ressort Private Kunden betreut und berät große private Vermögensinhaber und Anleger. Neben dem Vermögensmanagement werden auch Family-Office-Dienstleistungen für sehr große Familienvermögen angeboten. Das 2016 gegründete FERI Cognitive Finance Institute agiert innerhalb der FERI als strategisches Forschungszentrum und kreative Denkfabrik, mit klarem analytischem Fokus auf innovative Methodenentwicklung für langfristige (Mega-)Trends und abzuleitende Aspekte für Wirtschafts- und Kapitalmarktforschung. Das FERI SDG Office steuert seit 2019 als zentrales Kompetenzzentrum die individuelle Beratung nachhaltiger Investmentlösungen sowie die strategischen Investitionen für zukunftsorientierte und nachhaltige Anlagestrategien. Die FERI (Schweiz) AG bietet am Standort Zürich Vermögensverwaltung und Beratung für private Anleger und institutionelle Kunden an. Außerdem fungiert sie als „Innovation Hub“ zur Entwicklung und Umsetzung neuartiger Investmentansätze bzw. Fondslösungen. Die FERI (Luxembourg) S.A., Luxemburg, agiert als Kapitalverwaltungsgesellschaft für Publikumsfonds und Alternative Investment Fonds. Darüber hinaus koordiniert sie als Fondsadministrator den kompletten Fondsstrukturierungs- und Fondsauflageprozess. DOMCURA AG 5 MLP Geschäftsbericht 2024 Die DOMCURA AG mit Sitz in Kiel wurde 1980 gegründet und führt seine Geschäfte als Assekuradeur aus. Es hat sich auf Sachversicherungen und vor allem auf die Entwicklung und Verwaltung von Wohngebäudeversicherungen für den deutschen Markt spezialisiert. Beispielsweise wird die Einfamilienhausversicherung regelmäßig von renommierten Institutionen und anerkannten Ratingagenturen ausgezeichnet. 2024 präsentierte DOMCURA mit „Kim“ einen KI-Mitarbeiter, der eigenständig Schäden bearbeitet. Die Produkte des Unternehmens werden aktuell von über 5.000 Versicherungsmaklern und Vertrieben genutzt. Seit 2015 ist DOMCURA Teil der MLP Gruppe. RVM GmbH Die RVM Gruppe ist einer der führenden technischen Industrieversicherungsmakler in Deutschland und spezialisiert auf maßgeschneiderte Versicherungslösungen für mittelständische Unternehmen aus nahezu allen Branchen. Sie betreut rund 4.500 Unternehmen in allen betrieblichen Versicherungsfragen – national und international. Über das weltweite Maklernetzwerk unisonSteadfast AG ist RVM auch international präsent. Die RVM Gruppe ist innerhalb des MLP Konzerns Ansprechpartner im Neugeschäft von mittelständischen Industrie- und Firmenkunden mit einem Umsatz von mehr als 5 Mio. € (bzw. einer Jahresnettoprämie von mind. 50.000 €) und im Bereich aller betrieblichen Versicherungsfragen (ohne Vorsorge). Veränderungen in der Unternehmensstruktur Im Vergleich zu den im MLP Geschäftsbericht 2023 beschriebenen Grundlagen des Konzerns haben sich im Berichtszeitraum die unten dargestellten Veränderungen ergeben. Bereits zum Ende des Geschäftsjahres 2023 hatten die Gesellschafter der DIFA Research GmbH, Berlin, an welcher die MLP Finanzberatung SE, Wiesloch, mit 49 % beteiligt ist, im gegenseitigen Einvernehmen die Auflösung der Gesellschaft mit Ablauf des 31. Dezember 2023 beschlossen. Die Gesellschaft befindet sich seither in der Liquidation. Diese wurde am 2. Januar 2024 in das Handelsregister der Gesellschaft eingetragen. Zum 1. Januar 2024 hat die MLP Finanzberatung SE weitere Unternehmensanteile an der Uniwunder GmbH, Dresden, übernommen und hält nun 81,1 % an der Gesellschaft. Die Eintragung in das zuständige Handelsregister erfolgte am 9. Januar 2024. Zum 1. Januar 2024 erfolgte auch die Erstkonsolidierung der Gesellschaft. Am 27. März 2024 hat die Hauptversammlung der FERI Management AG, Bad Homburg v. d. Höhe, einer Kapitalerhöhung der Kapitalrücklagen um 10,0 Mio. € zugestimmt. Die Zahlung erfolgte ebenfalls am 27. März 2024. Mit wirtschaftlicher Wirkung zum 29. April 2024 hat die MLP Finanzberatung SE eine Anteilserhöhung an der DI Deutschland.Immobilien AG, Hannover, von 75,1 % auf 100 % vorgenommen. Ebenfalls im zweiten Quartal 2024 hat die FERI AG, Bad Homburg v. d. Höhe, mit der FERI Management AG einen Verschmelzungsvertrag mit rechtlicher Wirkung zum 30. April 2024 geschlossen. Die Verschmelzung der FERI Management AG auf die FERI AG wurde ebenfalls am 30. April 2024 in das Handelsregister der aufnehmenden Gesellschaft eingetragen. Die MLP SE, Wiesloch, hat am 30. April 2024 einen Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag mit der FERI AG, Bad Homburg v. d. Höhe, geschlossen. Der Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag wird nur mit Zustimmung der Hauptversammlung der MLP SE und der Zustimmung der Hauptversammlung der FERI AG und erst mit Eintragung seines Bestehens in das Handelsregister der FERI AG wirksam. Die genannten Hauptversammlungen haben dem Vertrag zugestimmt und die Eintragung in das Handelsregister der Gesellschaft folgte am 22. Juli 2024. Der Beherrschungs- und 6 MLP Geschäftsbericht 2024 Gewinnabführungsvertrag mit der FERI AG, vormals FERI Trust GmbH, Bad Homburg v. d. Höhe, war abzuschließen, nachdem durch die Verschmelzung der FERI Management AG auf die FERI AG der bisherige Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag zwischen der MLP SE und der FERI Management AG erloschen ist. Die RVM Versicherungsmakler GmbH, Eningen unter Achalm, hat mit der Jahn & Sengstack GmbH, Hamburg, einen Verschmelzungsvertrag mit rechtlicher Wirkung zum 3. Mai 2024 abgeschlossen. Die Verschmelzung der Jahn & Sengstack GmbH auf die RVM Versicherungsmakler GmbH wurde am 3. Mai 2024 in das Handelsregister der zuletzt genannten Gesellschaft eingetragen. Am 24. Juni 2024 wurde die Steintor 71. V V GmbH, Bonn durch die Projekte Deutschland.Immobilien GmbH, Hannover erworben. Es erfolgte die Sitzverlegung nach Hannover und die Umfirmierung in Projekte Deutschland.Immobilien Chemnitz GmbH. Der Vorgang wurde am 5. Juli 2024 in das Handelsregister der Gesellschaft eingetragen. Mit vertraglicher Wirkung zum 21. August 2024 erfolgte der Verkauf von 49,0 % der Anteile an die factum Immobilen AG, Mainz. Hiermit folgte ebenfalls die Sitzverlegung nach Mainz. Die Eintragung des Anteilsverkaufs in das Handelsregister der Gesellschaft erfolgte am 10. Oktober 2024, ebenso wie die wirtschaftliche Wirkung der Transaktion. Innerhalb der RVM Gruppe hat die RVM Versicherungsmakler GmbH ihre Anteile an der Allkuranz Versicherungsmakler GmbH & Co. KG, Münster, mit vertraglicher Wirkung zum 9. Juli 2024 veräußert. Zudem wurde in der Gruppe die Erich Schulz GmbH, Hamburg, mit Verschmelzungsvertrag vom 11. Juli 2024 auf die Hans L. Grauerholz GmbH, Hamburg, verschmolzen. Die Verschmelzung wurde am 24. Juli 2024 in das Handelsregister der aufnehmenden Gesellschaft eingetragen. Innerhalb der Deutschland.Immobilien Gruppe erfolgte ein Anteilsverkauf an der Zehnte Projekte 2 Deutschland.Immobilien GmbH, Hannover, in Höhe von 89,9 % mit Vertragsschluss zum 20. August 2024, sodass sich der Anteil von 100 % auf 10,1 % verringert hat. Die Eintragung in das Handelsregister der Gesellschaft erfolgte am 10. September 2024. Infolge des Anteilsverkaufs wurde die Gesellschaft zum 31. August 2024 entkonsolidiert. Mit Beschluss vom 13. September 2024 hat die FERI AG in Form eines Umlaufverfahrens eine Kapitalerhöhung von 5,0 Mio. € beschlossen. Die Zahlung erfolgte am 27. September 2024. Mit vertraglicher Wirkung zum 10. Oktober 2024 hat die MLP Finanzberatung SE eine Anteilserhöhung an der pxtra GmbH, Rostock, von 78,50 % auf 95,76 % vorgenommen. Diese wurde am 7. November 2024 in das Handelsregister der Gesellschaft eingetragen. Vorausgegangen war eine Kapitalerhöhung der pxtra GmbH, die am 17. Oktober 2024 in das Handelsregister der Gesellschaft eingetragen wurde. Mit vertraglicher Wirkung zum 25. November 2024 hat die DOMCURA AG eine Anteilserhöhung an der asspario Versicherungsdienst GmbH, Bad Kreuznach, von 51 % auf 100 % vorgenommen. Die Eintragung in das zuständige Handelsregister erfolgte am 27. Dezember 2024. Mit Beschluss vom 2. Dezember 2024 hat die FERI AG in Form eines Umlaufverfahrens eine Kapitalerhöhung von 2,5 Mio. € beschlossen. Die Zahlung erfolgte am 4. Dezember 2024. Innerhalb der Deutschland.Immobilien Gruppe erfolgte ein Anteilsverkauf an der Sechste Projekte Deutschland.Immobilien GmbH, Hannover, in Höhe von 89,9 % mit Vertragsschluss zum 27. November 2024, sodass sich der Anteil von 100 % auf 10,1 % verringert hat. Die Eintragung in das Handelsregister der Gesellschaft erfolgte am 9. Januar 2025. Infolge des Anteilsverkaufs wurde die Gesellschaft zum 31. Dezember 2024 entkonsolidiert. Des Weiteren wurden für die Seniorenzentrum Albstadt GmbH und die Seniorenwohnpark Ehingen GmbH, beide mit Sitz in Bocholt, Nachträge zu den im Geschäftsjahr 2021 geschlossenen Geschäftsanteilsabtretungs- und Kaufverträgen geschlossen sowie weitere Vereinbarungen neu gefasst. MLP hat hier kraft der mit dem Erwerber im Geschäftsjahr 2024 neu getroffenen Vereinbarungen keine Beherrschung (control) mehr über diese beiden Projektgesellschaften. Die beiden Gesellschaften wurden zum 31. Dezember 2024 entkonsolidiert. 7 MLP Geschäftsbericht 2024 Mit Beschluss vom 30. Dezember 2024 hat die FERI (Luxembourg) S.A. in Form einer außerordentlichen Generalversammlung einer Kapitalerhöhung von 2,5 Mio. € zugestimmt. Die Erhöhung erfolgt aus Eigenmitteln/Gesellschaftsmitteln. Die Zahlung ist noch ausstehend. Veränderungen in der Segmentdarstellung Im Berichtsjahr 2024 haben sich keine Veränderungen in der Darstellung der Segmente ergeben. Organe und Veränderungen in den Organen Der Vorstand der MLP SE setzt sich unverändert aus drei Mitgliedern zusammen. Dem Vorstand gehören Dr. Uwe Schroeder-Wildberg (Vorstandsvorsitzender), Manfred Bauer (Produkte und Services) und Reinhard Loose (Finanzen) an. Am 13. August 2024 hat MLP jedoch angekündigt, dass Manfred Bauer, langjähriges Vorstandsmitglied der MLP SE für Produkte und Services, aus Altersgründen keine Verlängerung seines noch bis zum 30. April 2025 laufenden Vertrages anstrebt. Im Zuge der Neubesetzung wird ein zusätzliches Vorstandsressort geschaffen und das bisher von Manfred Bauer verantwortete Ressort verändert. Jan Berg, aktuell Vorstandssprecher der MLP Finanzberatung SE, wird zum 1. Mai 2025 zusätzlich zu seiner derzeitigen Funktion in den Vorstand der MLP SE berufen. Ein wesentlicher Fokus liegt dabei auf dem Firmenkundengeschäft der MLP Gruppe. Auf Holding-Ebene übernimmt er künftig auch die Verantwortung für die Segmente Industriemakler sowie DOMCURA, außerdem die koordinierende Rolle hinsichtlich der Produktmanagements in den Einzelgesellschaften. Angelika Zinkgräf, aktuell Bereichsleiterin Personal in der MLP Finanzberatung SE, soll perspektivisch die Verantwortung für das neue Vorstandsressort Personal, Compliance und Revision übernehmen. Angelika Zinkgräf wurde zum 1. September 2024 zunächst die Generalvollmacht für Personal übertragen. Tatsächlich hat der Aufsichtsrat dann in seiner Sitzung im Dezember 2024 Frau Angelika Zinkgräf mit Wirkung zum 1. Dezember 2025 zum Mitglied des Vorstands bestellt. Der Aufsichtsrat der MLP SE, dem nach deutschem Recht unter anderem die Überwachung des Vorstands obliegt, besteht aus sechs Mitgliedern. Die Vertretung der Kapitalseite setzt sich zusammen aus: Sarah Rössler (Vorsitzende), Dr. Andreas Freiling (Stellvertretender Vorsitzender), Matthias Lautenschläger und Bernd Groß. Die Vertretung der Arbeitnehmerseite setzt sich zusammen aus: Monika Stumpf und Ursula Blümer. Im Berichtsjahr 2024 haben sich keine Veränderungen in der Zusammensetzung des Aufsichtsrats ergeben. 8 MLP Geschäftsbericht 2024 Steuerungssystem Konzernweite Steuerung Die MLP Gruppe verfügt über umfangreiche Planungs- und Steuerungssysteme. Ausgehend von unserer Strategie und den Einschätzungen zu zukünftigen externen Rahmenbedingungen erarbeiten wir im strategischen und operativen Planungsprozess Zielwerte für die wesentlichen Steuerungskennzahlen. Im Rahmen der laufenden Controllingprozesse werden Abweichungen gegenüber unseren Zielen transparent. Aus den Entwicklungen leiten wir Konsequenzen für unsere Unternehmenssteuerung ab. Zudem beobachten wir laufend die Entwicklung des Markt- und Wettbewerbsumfelds. Zur Koordination der Konzernaktivitäten und dem effizienten Austausch steuerungsrelevanter Informationen finden regelmäßig Sitzungen des Executive Committee (Execom) statt, dem neben den Vorstandsmitgliedern der MLP SE auch Vertreter der Geschäftseinheiten des Konzerns angehören. In diesem Gremium werden auch die Strategien der Geschäftssegmente diskutiert und im Hinblick auf die Gesamtstrategie des Konzerns abgestimmt. Für den Konzern und alle Konzernsegmente werden (einheitliche) strategische Zielbilder definiert, mit denen die wesentlichen langfristigen Ziele fixiert und abgestimmt werden. Die folgende Übersicht verdeutlicht, welche Beratungsfelder und Leistungsbereiche zur Entwicklung der Erlöse in den jeweiligen Geschäftssegmenten beitragen. Angesichts der in den vergangenen Jahren strategisch vorangetriebenen Weiterentwicklung der MLP Gruppe hat das Unternehmen im Sinne der adressatengerechten Ansprache die Systematik der Erlösdarstellung für die Öffentlichkeit fokussiert. Den Kern bilden die drei Leistungsbereiche Vermögen, Vorsorge und Absicherung. In diese werden die bisherigen Beratungsfelder sowie das Zinsgeschäft überführt. Der Leistungsbereich Vermögen umfasst das Vermögensmanagement, das Zinsgeschäft sowie die Immobilienvermittlung und die Finanzierung. In den Leistungsbereich Vorsorge fallen sowohl die Altersvorsorge als auch die Krankenversicherung. Im Leistungsbereich Absicherung findet sich die Sachversicherung. Die nicht diesen Bereichen zugeordneten Aktivitäten umfassen das Immobilienentwicklungsgeschäft und die sogenannten übrigen Beratungsvergütungen. Diese Leistungsbereiche dienen nur zur externen Kommunikation. Die MLP Gruppe steuert intern weiterhin nach den bekannten Beratungsfeldern und Geschäftssegmenten. Zuordnung Beratungsfelder und Leistungsbereiche zu den Geschäftssegmenten
| Finanz- beratung | Banking | FERI | DOMCURA | Industrie- makler | Deutschland. Immobilien | |
| Leistungsbereich Vermögen | x | x | x | x | ||
| Vermögensmanagement | x | x | x | |||
| Zinsgeschäft | x | |||||
| Immobilienvermittlung | x | x | ||||
| Finanzierung | x | x | ||||
| Leistungsbereich Vorsorge | x | x | ||||
| Altersvorsorge | x | x | ||||
| Krankenversicherung | x | x | ||||
| Leistungsbereich Absicherung | x | x | x | |||
| Sachversicherung | x | x | x | |||
| Sonstiges | x | x | x | x | ||
| Immobilienentwicklung | x | |||||
| Übrigen Beratungsvergütungen | x | x | x | |||
Der Vorstand der MLP SE hat eine mit der Geschäftsstrategie und den daraus resultierenden Risiken konsistente Risikostrategie festgelegt. Die Risikostrategie umfasst dabei die Ziele der Risikosteuerung 9 MLP Geschäftsbericht 2024 der wesentlichen Geschäftsaktivitäten sowie die Maßnahmen zur Erreichung dieser Ziele. Hierzu ist das Risikomanagement bei MLP fest in der Unternehmenssteuerung verankert. Die Vorstände und die Geschäftsführer der Konzernunternehmen sowie die Bereichsleiter sind dafür verantwortlich, Risiken schnellstmöglich zu erkennen und einzuordnen. Weitere Informationen zum Risikomanagement sind im Kapitel Chancen- und Risikobericht zusammengefasst. Finanzielle Leistungsindikatoren Der Vorstand der MLP SE beurteilt die Entwicklung des Konzerns auf Basis von etablierten Steuerungsgrößen. Das Ergebnis der betrieblichen Geschäftstätigkeit (EBIT; Earnings before interest and taxes) und die Umsatzerlöse des Konzerns stellen als Maßgrößen für die Geschäftsentwicklung des MLP Konzerns die zentralen Steuerungsgrößen und Leistungsindikatoren dar. Die Steuerung erfolgt nach diesen Indikatoren. Daneben informiert sich der Vorstand regelmäßig über die gesamtwirtschaftlichen, politischen und rechtlichen Einflussfaktoren auf die Geschäftsentwicklung. Um eine nachhaltige Steigerung des Unternehmenswerts und einen Ausbau unserer Marktposition zu erreichen, sind ein profitables Wachstum und eine nachhaltige Ergebnisentwicklung notwendig. Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren Die Verwendung nichtfinanzieller Leistungsindikatoren ermöglicht, die gesamte Unternehmenswirkung, sowohl außerhalb als auch innerhalb des Unternehmens, zu verstehen und zu bewerten. Der MLP Konzern verfügt aktuell über zwei nichtfinanzielle Leistungsindikatoren: CO2-Emissionen pro Kopf und der Anteil von Frauen in Führungspositionen. Die CO2-Emissionen des eigenen Geschäftsbetriebs basieren auf den Anforderungen des Greenhouse Gas Protocol (Scope 1-3) und umfassen die Emissionen aller vollkonsolidierten Gesellschaften des aufsichtsrechtlichen Konsolidierungskreises. Bei den CO2-Emissionen pro Kopf werden alle Mitarbeiter und Berater zum Stichtag 31. Dezember des jeweiligen Geschäftsjahres berücksichtigt. Für den Anteil von Frauen in Führungspositionen werden alle Mitarbeiterinnen in disziplinarischen Führungspositionen berücksichtigt. Gezählt werden die Führungskräfte aller vollkonsolidierten Gesellschaften des aufsichtsrechtlichen Konsolidierungskreises zum Stichtag 31. Dezember des jeweiligen Geschäftsjahres. 10 MLP Geschäftsbericht 2024 Forschung und Entwicklung Da es sich bei unserem Beratungshaus um ein Dienstleistungsunternehmen handelt, betreiben wir keine Forschung und Entwicklung im klassischen Sinne. Gleichwohl stellen wir Ressourcen bereit, um beispielsweise Software selbst zu entwickeln oder erworbene Software weiterzuentwickeln. Hier ist unter anderem die DOMCURA Gruppe bereits in der Integration von Künstlicher Intelligenz in ihre Geschäftsprozesse aktiv. Zusätzlich agiert das FERI Cognitive Finance Institute innerhalb der FERI Gruppe als strategisches Forschungszentrum und kreative Denkfabrik („Think Tank“), mit klarem Fokus auf langfristige Aspekte von Wirtschafts- und Kapitalmarktforschung sowie Vermögensschutz. Im Bereich Vermögensmanagement evaluieren FERI und MLP gemeinsam, wie sich im Rahmen eines Plattformansatzes zukünftig schnell und agil relevante digitale Assets – demnach sowohl bestehende Kryptowährungen als auch Assetklassen, deren physischer Handel gegenwärtig mit Herausforderungen verbunden ist – in der Beratung und der Portfoliostrukturierung berücksichtigen lassen. Daneben ist auch die DOMCURA Gruppe seit Jahren in der Entwicklung neuer Versicherungsprodukte tätig. 11 MLP Geschäftsbericht 2024 Gesamtwirtschaftliches Umfeld Die deutsche Wirtschaft befindet sich weiterhin in einer Schwächephase. Laut FERI Investment Research (FERI) hat sich Deutschland in den zurückliegenden Jahren vom Wachstumsmotor Europas zu einem bremsenden Faktor entwickelt. Die deutsche Wirtschaft profitierte in der Vergangenheit von der starken Stellung der Industrie und der starken Außenhandelsorientierung, insbesondere durch die dynamische Entwicklung des chinesischen Marktes. In der grundsätzlich veränderten geopolitischen Lage verlieren diese Faktoren an Relevanz oder kehren sich sogar in einen Nachteil um, zumal mit der Automobilindustrie ein wichtiges Standbein der deutschen Industrie im Berichtsjahr besonders stark unter Druck geraten ist. Im Jahr 2024 stagnierte die deutsche Wirtschaft weiter, und die Wirtschaftsleistung verharrte damit auf dem Niveau von Ende 2019. Entsprechend sank das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt (BIP) 2024 laut FERI um -0,2 % gegenüber dem Vorjahr. Damit bildete Deutschland das Schlusslicht unter den führenden Wirtschaftsnationen in Europa. Der Arbeitsmarkt in Deutschland wurde 2024 durch den anhaltenden Wirtschaftsabschwung zunehmend beeinträchtigt. Gemessen an der schwachen Konjunktur zeigte er sich stabil. Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit stieg die Zahl der registrierten Arbeitslosen im Jahresdurchschnitt 2024 gegenüber dem Vorjahr um 178.000 auf 2,787 Mio. Personen. Das entspricht einer Arbeitslosenquote von 6,0 % (2023: 5,7 %). Für Akademiker ist der Arbeitsmarkt nach wie vor stabil. Die Bruttolöhne und -gehälter in Deutschland erhöhten sich im Berichtsjahr laut Finanzbericht 2025 der Bundesregierung um 5,5 % (2023: 6,6 %). Die Sparquote in Deutschland lag nach Angaben von FERI im Jahr 2024 bei 11,5 % (2023: 10,4 %). Die Inflationsrate hat sich im Berichtsjahr normalisiert und lag nach Angaben von FERI im Jahresdurchschnitt bei 2,5 % (2023: 6,0 %). Vor diesem Hintergrund hat die Europäische Zentralbank (EZB) von ihrer restriktiven Geldpolitik abgelassen und im Berichtszeitraum in insgesamt vier Schritten die Leitzinsen für den Euroraum von 4,00 % auf 3,00 % gesenkt. Die amerikanische Notenbank Fed reagierte ebenfalls auf die Entwicklungen und senkte im Berichtszeitraum in drei Schritten die Leitzinsen von einer Range von 5,25 % bis 5,50 % auf 4,25 % bis 4,50 %. WIRTSCHAFTSBERICHT 12 MLP Geschäftsbericht 2024 Branchensituation und Wettbewerbsumfeld Vermögensmanagement Das private Geldvermögen der Deutschen ist im Berichtszeitraum auf einen neuen Höchststand gestiegen. Im dritten Quartal 2024 betrug laut Bundesbank das Vermögen der Privathaushalte, bestehend aus Bargeld, Wertpapieren, Bankeinlagen sowie Ansprüchen gegenüber Versicherungen 9.004 Mrd. € und lag somit 1.288 Mrd. € über dem Wert von Ende 2023 (7.716 Mrd. €). Die vermögendsten 10 Prozent der Haushalte halten mehr als 70 Prozent des Nettogeldvermögens, während die vermögensärmere Hälfte aller Haushalte nur über knapp 1 Prozent des Geldvermögens verfügt. Dem Bundesverband Investment und Asset Management e. V. (BVI) zufolge verwaltete die deutsche Fondsbranche per Ende 2024 ein Rekord-Volumen von insgesamt 4.472 Mrd. €. Die Nettozuflüsse von offenen Publikumsfonds beliefen sich auf 36,2 Mrd. € und erklären sich vor allem aus dem starken Neugeschäft der Rentenfonds mit +27,4 Mrd. €. Aktienfonds erhielten netto im Jahr 2024 +14,7 Mrd. € neue Gelder. Immobilien Die Krise beim Wohnungsbau hat sich 2024 nach Einschätzung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung zugespitzt. Die hohen Baupreise haben im Berichtsjahr das nominale Bauvolumen im Wohnungsbau um rund 3,5 % sinken lassen, sodass laut der Studie der DZ Hyp insgesamt 300.000 Einheiten fertiggestellt werden – 100.000 Einheiten weniger als das von der Bundesregierung definierte Neubauziel. Insgesamt stiegen die Mieten um rund 5% in 2024. Die Immobilienpreise in Deutschland haben sich im Geschäftsjahr 2024 stabilisiert. Der Immobilienpreisindex des Verbands deutscher Pfandbriefbanken (vdp) lag im 4. Quartal 2024 bei 178,4 Punkten und damit 1,8 % höher im Vergleich zum 4. Quartal 2023. Das Segment Pflegeimmobilien litt erheblich unter dem schwierigen Umfeld des Immobilienmarkts: Das Transaktionsvolumen mit Pflegeimmobilien und Seniorenresidenzen sank laut den jüngsten verfügbaren Zahlen im Jahr 2023 um rund 60 % auf rund 1,1 Mrd. € (2022: 2,9 Mrd. €). Positive Impulse für Kapitalanleger konnten 2024 durch das neue Wachstumschancengesetz beobachtet werden, das im März 2024 in Kraft getreten ist. Die degressive Abschreibung (AfA) sorgt dafür, dass sich Investitionen in der Bau- und Immobilienbranche in Deutschland mehr lohnen. Details dazu finden sich im Kapitel „Wettbewerb und Regulierung.“ Finanzierung Die Zinsen für Immobiliendarlehen haben sich 2024 nach Einschätzung des Finanzierungsvermittlers Interhyp wieder auf einem attraktiveren Niveau stabilisiert. Die Bauzinsen für Darlehen mit 10-jähriger Laufzeit pendelten sich gegen Ende des Berichtsjahres bei einem bisherigen Jahrestiefstwert von rund 3,3 % ein. Das Neugeschäft deutscher Banken mit Immobiliendarlehen stieg im 3. Quartal des Berichtszeitraums erstmals seit 2022 wieder über die Marke von 50 Mrd. € und erreichte im 4. Quartal 2024 rund 52,6 Mrd. € – ein Zuwachs von insgesamt 23 % auf Jahressicht, wie Daten der Beratungsfirma Barkow Consulting zeigen. Laut Interhyp lag die durchschnittlich aufgenommene Darlehenssumme im 3. Quartal 2024 bei 325.000 €. 13 MLP Geschäftsbericht 2024 Altersvorsorge Laut Ergebnissen des AXA Vorsorge Reports 2024 sorgen 37 % (2023: 32 %) der Deutschen aufgrund der großen Preissteigerungen der letzten Jahre weniger für den Ruhestand vor. Gleichzeitig ist der Anteil der Menschen, die monatlich privat vorsorgen, insgesamt auf 62 % (2023: 56 %) gestiegen. In der betrieblichen Altersvorsorge (bAV) wirkt sich das wirtschaftliche Umfeld negativ aus. Dennoch lag laut einer Studie von Deloitte der Anteil der Befragten, die vom Arbeitgeber eine bAV finanziert bekommen, im Jahr 2024 bei 49 % (2023: 44 %) und damit wieder auf dem guten Niveau aus 2022 (50 %). Für die laufenden Beiträge in der Lebensversicherung ergab sich 2024 nach Angaben des Branchenverbandes GDV ein leichter Rückgang von -0,1 %. Die Einmalbeiträge stiegen um 10,6 % im Vergleich zum Vorjahr. Insgesamt verbuchten die Lebensversicherer 2024 laut GDV ein Beitragswachstum– von 2,6 % auf rund 94 Mrd. €. Krankenversicherung Die Private Krankenversicherung (PKV) ist nach Zahlen des Verbands der Privaten Krankenversicherung erneut gewachsen. Die Gesamtzahl an Versicherungen stieg in 2024 um rund 1,5 Mio. auf 39,8 Mio. In der Vollversicherung wechselten schon das siebte Jahr in Folge mehr Personen aus der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) in die PKV als umgekehrt. Laut PKV-Verband belief sich die Zahl der Vollversicherten 2024 auf 8,74 Mio. Personen. Die Zahl der privaten Zusatzversicherungen stieg im Berichtsjahr laut PKV-Verband um 4,0 % auf 31,02 Mio. Dabei waren laut Analysehaus Assekurata weiterhin Zahnzusatzversicherungen und die betriebliche Krankenversicherung (bKV) mit Abstand die gefragtesten Produkte. Die betriebliche Krankenversicherung (bKV) verzeichnete 2024 nach Angaben des PKV-Verbands erneut ein starkes Wachstum: 56.500 Unternehmen in Deutschland bieten mittlerweile ihren Mitarbeitern eine komplett vom Arbeitgeber gezahlte bKV an; das entspricht einem Plus von 43,8 % gegenüber dem Vorjahr. Die Zahl der Beschäftigten, die von einer bVK profitieren, stieg um 20,0 % von 2,10 Mio. auf 2,53 Mio. Personen im Jahr 2024. Sachversicherung Trotz einer schwachen Konjunktur gab es im Berichtsjahr 2024 ein höheres Beitragswachstum in vielen Bereichen der Sachversicherungen. In der Wohngebäudeversicherung haben sich die Beiträge 2024 aufgrund von gestiegenen Baupreisen und Lohnkosten um 13,0 % erhöht. In der Hausratversicherung stiegen die Beiträge um 4,0 %. In der Kraftfahrzeugversicherung sorgten im Berichtsjahr neben dem Neugeschäft deutliche Prämienanpassungen für ein kräftiges Wachstum. Durch die äußerst dynamische Entwicklung bei den Preisen für die Schadensregulierung – etwa durch gestiegene Kfz-Ersatzteilpreise und Stundenverrechnungssätze in Werkstätten – stiegen die Beiträge in der Kfz-Versicherung 2024 laut GDV gegenüber dem Vorjahr um 9,9 %. Insgesamt lag das Beitragswachstum für 2024 nach Angaben des GDV in der Schaden- und Unfallversicherung bei 7,8 %. 14 MLP Geschäftsbericht 2024 Wettbewerb und Regulierung Die Wettbewerbssituation auf dem deutschen Markt für Finanzdienstleistungen hat sich im Geschäftsjahr 2024 im Vergleich zum Vorjahr nicht wesentlich verändert. Die Branche ist nach wie vor sehr heterogen und von Konsolidierungstendenzen gekennzeichnet. Zu den Anbietern zählen zahlreiche Finanzvertriebe, Einzelmakler, Banken, Versicherungen und freie Finanzvermittler sowie Fintechs bzw. InsurTechs, die ein sehr unterschiedliches Qualitätsniveau in der Beratung bieten. Auf die Marktteilnehmer wirken Regulierungen in unterschiedlicher Form; MLP ist hier von einer Vielzahl betroffen. Hinsichtlich der eigenen Marktstellung zeichnet sich MLP im Privatkundengeschäft insbesondere durch den umfassenden Beratungsansatz aus, bei dem der Berater noch dazu durch das laut SWI Institut am besten bewertete Tool („Beraterportal“) unterstützt wird. Damit strebt MLP an, dem Kunden als Gesprächspartner in allen finanziellen Fragestellungen zur Seite zu stehen. Das Angebot umfasst dabei auch Bankdienstleistungen über die MLP Banking AG, welche Wettbewerber ohne eigene Bank selbst nicht anbieten können. Auch im Firmenkundengeschäft gehört die MLP Gruppe mit den jeweiligen Marken (FERI, RVM, TPC) zu den führenden Anbietern im jeweiligen Markt. Ein grundlegendes Provisionsverbot im Markt für Finanzdienstleistung steht nicht mehr im Fokus des europäischen Gesetzgebers. EU-Kommissarin McGuinness hatte in dem von ihr eingebrachten Entwurf zur EU-Kleinanlegerstrategie doch noch Abstand von ihrem ursprünglichen Vorhaben genommen, ein solches grundlegendes Provisionsverbot bei der Vermittlung von Finanzprodukten in Europa einzuführen. Absehbar können Verbraucher somit auch weiterhin vom Wettbewerb der Vergütungssysteme Honorar und Provision profitieren. Die ehemalige Ampel-Regierung hatte an der Reform der geförderten privaten Altersvorsorge gearbeitet und auch einen ersten Gesetzesentwurf vorgelegt – Grundlage war der Abschlussbericht der entsprechenden Fokusgruppe. Nach dem erfolgten Bruch der Ampel-Regierung kommt es nun darauf an, ob und wie eine neue Bundesregierung die Reform der geförderten privaten Altersvorsorge neu angehen will. 2024 wurde das Wachstumschancengesetz erlassen und damit die Förderung von neuen vermieteten Immobilien verbessert. Aus Sicht von MLP ist dies begrüßenswert; denn es braucht vor allem mehr Investitionen zur Schaffung von neuem Wohnraum. Eine fremdgenutzte Immobilie als Kapitalanlage wird durch die ausgeweitete Förderung nochmals ein Stück attraktiver. Sie ist Teil unserer ganzheitlichen Beratungen und kann für viele unserer Kundengruppen eine interessante Option sein. Mit Blick auf die nachhaltigkeitsbezogene Berichterstattung von Unternehmen ist die Umsetzung der regulatorischen Anforderungen in Bezug auf Komplexität und Umfang weiterhin hoch. Darüber hinaus hat eine in Deutschland nicht mehr rechtzeitig verabschiedete Umsetzung der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) in nationales Recht zu weiteren Unsicherheiten in Bezug auf die Anwendbarkeit geführt. Insgesamt war die regulatorische Entwicklung auch 2024 als herausfordernd zu bewerten. Eine Schere aus tendenziell sinkenden Provisionserlösen pro Produkt bei gleichzeitig steigenden Produkt- und Verwaltungskosten – kombiniert mit einer erhöhten Preissensibilität der Kunden – kann auch die Profitabilität des MLP Geschäftsmodells beeinträchtigen. Unabhängig davon sieht sich MLP aufgrund seines breiten und strategisch diversifizierten Geschäftsmodells sowie seiner Unternehmensstrukturen sehr gut aufgestellt. 15 MLP Geschäftsbericht 2024 Geschäftsverlauf Gesamtverlauf Im Geschäftsjahr 2024 hat MLP neue Höchststände bei den Gesamt- und Umsatzerlösen erzielt. Dabei konnte die Gruppe erneut die Stärken ihrer in den vergangenen Jahren strategisch weiterentwickelten Aufstellung nutzen. Insgesamt blickt MLP auf einen guten Geschäftsverlauf zurück. Die Gesamterlöse, bestehend aus den Umsatzerlösen und den sonstigen Erträgen, konnten dank einer guten operativen Entwicklung auf einen neuen Höchstwert von 1.066,7 Mio. € (973,5 Mio. €) gesteigert werden, wobei die Umsatzerlöse mit 1.037,5 Mio. € (941,1 Mio. €) den größten Beitrag leisteten. Die Aufwendungen für bezogene Leistungen aus dem Zinsgeschäft stiegen deutlich auf 30,2 Mio. € (16,3 Mio. €), ebenso wie aus dem Provisionsgeschäft 474,9 Mio. € (426,7 Mio. €). Die Aufwendungen für bezogene Leistungen aus der Immobilienentwicklung sanken hingegen deutlich auf 5,1 Mio. € (18,7 Mio. €). Die drei Aufwandsposten entwickelten sich damit tendenziell wie die entsprechenden Erlösposten. Die Verwaltungskosten (definiert als Summe der Personalaufwendungen, planmäßigen Abschreibungen und Wertminderungen sowie sonstigen Aufwendungen) konnten mit einer Steigung von 5,0 % annähernd auf dem Vorjahresniveau gehalten werden. Das EBIT (Earnings before interest and taxes) erhöhte sich deutlich auf 95,0 Mio. € (70,7 Mio. €). Dieses Ergebnis trägt zur Resilienz bei, die sich MLP in den vergangenen Jahren durch die deutliche Verbreiterung des Leistungsspektrums und damit der Erlösbasis erarbeitet hat. Entwicklung der Leistungsbereiche Im Leistungsbereich Vermögen, der die Beratungsfelder Vermögensmanagement und Zinsgeschäft sowie die Immobilienvermittlung und Finanzierung umfasst, erzielte MLP im Jahr 2024 ein deutliches Wachstum. Die Erlöse erreichten 520,3 Mio. € (408,5 Mio. €). Im Leistungsbereich Vorsorge, worunter sowohl die Altersvorsorge als auch die Krankenversicherung fallen, verzeichnete MLP stabile Erlöse in Höhe von 298,0 Mio. € (293,8 Mio. €). Im Leistungsbereich Absicherung, in der sich die Sachversicherung findet, verzeichnete MLP ebenfalls Erlöse auf Höhe des Vorjahresniveaus mit 206,4 Mio. € (201,0 Mio. €). Die nicht diesen Leistungsbereichen zugeordneten Aktivitäten erreichten Erlöse in Höhe von 12,8 Mio. € (37,9 Mio. €). Dazu zählen die sogenannten übrigen Beratungsvergütungen sowie das reduzierte Immobilienentwicklungsgeschäft. Entwicklung der Beratungsfelder Aufgegliedert nach unseren Erlösarten konnten im Zinsgeschäft im Umfeld des anhaltend hohen Zinsniveaus deutliche Erlössteigerungen (37,5 %) erzielt werden. Entsprechend den Marktentwicklungen waren die Erlöse aus der Immobilienentwicklung dagegen deutlich rückläufig (-84,9 %). Der Rückgang bei der Immobilienentwicklung in 2024 ist auch auf unser vorsichtiges Agieren in diesem Umfeld zurückzuführen. Wir hatten den Start neuer Projekte im letzten Geschäftsjahr zwischenzeitlich gestoppt und damit unsere Risiken in diesem Bereich aktiv reduziert. Die Provisionserlöse in den nachfolgend beschriebenen Beratungsfeldern konnten deutlich gesteigert werden (11,6 %). In der Immobilienvermittlung zeigte sich im Geschäftsjahr 2024 eine klare Aufhellung, die Erlöse stiegen gegenüber dem schwachen Vorjahreswert deutlich um 72,9 %. Die Erlöse im Vermögensmanagement wuchsen ebenfalls deutlich um 23,3 %. Besonders der deutliche Anstieg der erfolgsabhängigen Vergütungen auf 33,9 Mio. € (4,4 Mio. €) machte sich hierbei bemerkbar. Zudem erreichte das betreute Vermögen zum 31. Dezember 2024 den neuen Höchstwert von 63,1 Mrd. € (57,0 Mrd. €). Unsere Erlöse in der Krankenversicherung zeigten leichte Zuwächse von 5,9 %. Im Beratungsfeld Finanzierung lagen die Erlöse mit einem Anstieg von 3,4 % auf dem Niveau des Vorjahres. Auch die Erlöse in der Sachversicherung lagen mit einem Anstieg von 2,7 % auf dem Vorjahresniveau. Das verwaltete Prämienvolumen erreichte dabei den neuen Höchststand von 750,6 Mio. € (687,0 Mio. €). In der Altersvorsorge verzeichneten wir stabile Erlöse, die mit einem Anstieg von 0,3 % auf dem Niveau des Vorjahres lagen. 16 MLP Geschäftsbericht 2024 Entwicklung der Berater- und Kundenzahlen Die Zahl unserer selbstständigen Berater im MLP Konzern stieg zum Jahresende 2024 auf 2.110 (2.055). Die Beraterfluktuation lag bei 8,7 % (9,6 %). Aufgrund des ganzheitlichen Beratungsansatzes zählt MLP die Privatkunden als Familienkunden. Familienkunden sind wirtschaftlich verbundene Personen in einem Haushalt. Insgesamt konnte MLP im Geschäftsjahr 2024 brutto 20.500 neue Familienkunden (19.500) gewinnen. Die MLP Gruppe steigerte die Zahl der betreuten Familienkunden zum 31. Dezember 2024 auf insgesamt 590.700 (580.000). Zum 31. Dezember 2024 betreute MLP insgesamt 28.000 Firmen- und institutionelle Kunden (27.400). Entwicklung der CO2-Emissionen pro Kopf und der Anteil von Frauen in Führungspositionen Im Vergleich zum Vorjahr hat die MLP Gruppe für das Jahr 2024 eine Reduktion ihrer CO2-Emissionen pro Kopf verzeichnet. Der Wert lag 2024 bei 2,46 Tonnen CO2 pro Kopf (VJ: 2,57 Tonnen pro Kopf). Der Anteil von Frauen in Führungspositionen lag im MLP Konzern zum 31. Dezember 2024 bei 32,3 % (VJ: 30,2 %). 17 MLP Geschäftsbericht 2024 Ertragslage Erlösentwicklung Die Gesamterlöse, bestehend aus den Umsatzerlösen und den sonstigen Erträgen, steigerte der MLP Konzern im Geschäftsjahr 2024 auf den neuen Höchstwert von 1.066,7 Mio. € (973,5 Mio. €). Die Umsatzerlöse konnten im Berichtszeitraum auf 1.037,5 Mio. € (941,1 Mio. €) gesteigert werden. Die sonstigen Erträge lagen bei 29,1 Mio. € (32,4 Mio. €). Die Aufgliederung der Umsatzerlöse nach unseren Erlösarten ist in der nachfolgenden Tabelle dargestellt. Aufteilung der Umsatzerlöse
| Angaben in Mio. € | 2024 | 2023 | Veränderung in % |
| Gesamt | 1.037,5 | 941,1 | 10,2% |
| Erlöse aus dem Zinsgeschäft | 90,4 | 65,7 | 37,5% |
| Erlöse aus der Immobilienentwicklung | 4,7 | 30,9 | -84,9% |
| Summe Provisionserlöse | 942,5 | 844,5 | 11,6% |
| Vermögensmanagement | 380,1 | 308,2 | 23,3% |
| Immobilienvermittlung | 35,0 | 20,2 | 72,9% |
| Finanzierung | 14,9 | 14,4 | 3,4% |
| Altersvorsorge | 234,2 | 233,6 | 0,3% |
| Krankenversicherung | 63,8 | 60,2 | 5,9% |
| Sachversicherung | 206,4 | 201,0 | 2,7% |
| Übrige Beratungsvergütungen | 8,2 | 7,0 | 16,5% |
Die Umsatzerlöse lassen sich dabei auf folgende zwei Arten aufgliedern: Aufgegliedert nach unseren Leistungsbereichen erzielte der Leistungsbereich Vermögen im Geschäftsjahr 2024 ein deutliches Erlöswachstum und erreichte 520,3 Mio. € (408,5 Mio. €). Im Leistungsbereich Vorsorge beliefen sich die Erlöse auf 298,0 Mio. € (293,8 Mio. €) und waren damit stabil. Die Erlöse im Leistungsbereich Absicherung lagen mit 206,4 Mio. € (201,0 Mio. €) ebenfalls auf Vorjahresniveau. Die nicht diesen Leistungsbereichen zugeordneten Aktivitäten erreichten Erlöse in Höhe von 12,8 Mio. € (37,9 Mio. €). Aufgegliedert nach unseren Erlösarten legten die Erlöse aus dem Zinsgeschäft als Folge des höheren Zinsniveaus deutlich zu mit 90,4 Mio. € (65,7 Mio. €). Die Erlöse aus der Immobilienentwicklung sanken entsprechend den Marktentwicklungen und unserer strategischen Zurückhaltung deutlich auf 4,7 Mio. € (30,9 Mio. €). Die Provisionserlöse stiegen deutlich auf 942,5 Mio. € (844,5 Mio. €). Im Berichtszeitraum erreichte MLP in allen nachfolgend beschriebenen Beratungsfeldern ein Wachstum der Provisionserlöse. Im Vermögensmanagement konnte die MLP Gruppe die Erlöse deutlich steigern. Die Erlöse lagen mit 380,1 Mio. € (308,2 Mio. €) um 23,3 % über dem Vorjahreswert, wesentlich beeinflusst durch die starke Zunahme der erfolgsabhängigen Vergütungen auf 33,9 Mio. € (4,4 Mio. €). Daneben trug aber auch der weitere Anstieg des betreuten Vermögens, das zum 31. Dezember 2024 einen neuen Höchstwert von 63,1 Mrd. € (57,0 Mrd. €) erreichte, zu dieser positiven Entwicklung bei. Sowohl im Segment Banking als auch im Segment FERI verzeichneten wir im abgelaufenen Geschäftsjahr deutliche Anstiege beim betreuten Vermögen. 18 MLP Geschäftsbericht 2024 In der Immobilienvermittlung stiegen die Erlöse deutlich um 72,9 % auf 35,0 Mio. € (20,2 Mio. €). In diesem Beratungsfeld war eine deutliche Aufhellung zu erkennen. In diesem Umfeld erhöhte sich auch das von MLP vermittelte Immobilienvolumen nach einem niedrigen Vorjahresstand deutlich auf 388,6 Mio. € (238,9 Mio. €). In der Finanzierung stiegen die Erlöse um 3,4 % auf 14,9 Mio. € (14,4 Mio. €). Das vermittelte Finanzierungsvolumen stieg dabei deutlich auf 1.461,5 Mio. € (1.178,1 Mio. €). Im abgelaufenen Geschäftsjahr verzeichneten die Erlöse in der Altersvorsorge einen Anstieg um 0,3 % auf 234,2 Mio. € (233,6 Mio. €). Hier machten sich die anhaltenden Unsicherheiten aufgrund der wirtschaftlichen und geopolitischen Krisen bemerkbar. Sie äußerten sich auf Kundenseite branchenweit sowohl in der Zurückhaltung beim Abschluss längerfristiger Verträge als auch im Bereich der betrieblichen Altersvorsorge. Die vermittelte Beitragssumme sank von 4.155,7 Mio. € auf 4.081,5 Mio. €. Die Erlöse in der Krankenversicherung stiegen um 5,9 % auf 63,8 Mio. € (60,2 Mio. €). Hier profitierten wir von dem weiterhin hohen Interesse an hochwertigen Gesundheitsleistungen, vor allem im Bereich der privaten Krankenversicherungen. Die Erlöse in der Sachversicherung stiegen im abgelaufenen Geschäftsjahr um 2,7 % auf 206,4 Mio. € (201,0 Mio. €). Neben steigenden Beständen wirkten sich im Segment Industriemakler höhere Gewinnbeteiligungen von Versicherern positiv aus. Das zum 31. Dezember 2024 betreute Prämienvolumen im MLP Konzern konnte auf den neuen Höchstwert von 750,6 Mio. € (687,0 Mio. €) ausgebaut werden. Die sonstigen Erträge sanken leicht auf 29,1 Mio. € (32,4 Mio. €). Der Rückgang begründet sich unter anderem durch geringere Erträge aus Beteiligungen. Bestandsveränderungen Die Bestandsveränderungen resultieren aus der Immobilienentwicklung und spiegeln die durch den Bau- und Verkaufsfortschritt erwirtschafteten Vermögensänderungen innerhalb des Berichtszeitraums wider. Mit Fortschreiten der Projekte geht eine Erhöhung dieses Postens einher. Im Gegenzug wird mit dem sukzessiven Verkauf von Projekteinheiten dieser Posten vermindert. Angesichts unserer reduzierten Bautätigkeiten bei weiterlaufenden Verkaufstätigkeiten sowie enthaltenen Abschreibungen auf das Vorratsvermögen beliefen sich die Bestandsveränderungen im Geschäftsjahr 2024 auf -4,3 Mio. € (-11,3 Mio. €). 19 MLP Geschäftsbericht 2024 Aufwandsentwicklung Die Aufgliederung unserer Aufwendungen ist in der nachfolgenden Tabelle dargestellt. Aufwandsstruktur
| Alle Angaben in Mio. € | 2024 | 2023 | Veränderung in % |
| Bestandsveränderungen | -4,3 | -11,3 | -61,9% |
| Aufwendungen für bezogene Leistungen aus dem Provisionsgeschäft | -474,9 | -426,7 | 11,3% |
| Aufwendungen für bezogene Leistungen aus der Immobilienvermittlung | -5,1 | -18,7 | -72,7% |
| Aufwendungen für bezogene Leistungen aus dem Zinsgeschäft | -30,2 | -16,3 | 85,0% |
| Bewertungsergebnis/Risikovorsorge | -8,0 | -1,0 | 670,4% |
| Personalaufwand | -233,0 | -209,1 | 11,5% |
| Planmäßige Abschreibungen und Wertminderungen | -30,0 | -35,8 | -16,1% |
| Sonstige Aufwendungen | -187,5 | -184,3 | 1,7% |
| Gesamt | -973,1 | -903,2 | 7,7% |
Die Aufwendungen für bezogene Leistungen aus dem Provisionsgeschäft beinhalten vor allem die erfolgsabhängigen Zahlungen an unsere MLP Berater. Sie stellen den größten Posten bei den Aufwendungen dar. In diesem Posten sind ebenfalls die Aufwendungen für bezogene Leistungen aus dem Provisionsgeschäft aus den Segmenten DOMCURA und Industriemakler enthalten. Die variablen Aufwendungen entstehen durch die Vergütung von Vermittlungsleistungen im Sachversicherungsgeschäft. Hinzu kommen die Aufwendungen für bezogene Leistungen aus dem Provisionsgeschäft im Vermögensmanagement im Segment FERI, die sich insbesondere aus den Aktivitäten im Bereich der Fondsadministration ergeben. Sie fallen in diesem Geschäftsfeld vor allem durch die Vergütung der Depotbanken und des Fondsvertriebs an. Im Segment Deutschland.Immobilien fallen ebenfalls Aufwendungen für bezogene Leistungen aus dem Provisionsgeschäft in der Immobilienvermittlung an. Analog zur Entwicklung der Provisionserlöse lagen die Aufwendungen für bezogene Leistungen aus dem Provisionsgeschäft mit 474,9 Mio. € (426,7 Mio. €) deutlich über Vorjahr. Das Provisionsergebnis, als Unterschiedsbetrag zwischen den Provisionserlösen und den Aufwendungen für bezogene Leistungen aus dem Provisionsgeschäft, stieg dabei auf 467,6 Mio. € (417,8 Mio. €). Die Aufwendungen für bezogene Leistungen aus dem Zinsgeschäft erhöhten sich deutlich auf 30,2 Mio. € (16,3 Mio. €) analog zur Erlösentwicklung. Das Zinsergebnis steigerte sich dabei auf 60,2 Mio. € (49,4 Mio. €). Die Aufwendungen für bezogene Leistungen aus der Immobilienentwicklung sanken deutlich auf 5,1 Mio. € (18,7 Mio. €), ebenfalls analog zur Erlösentwicklung. Der Rohertrag (definiert als Ergebnis der Gesamterlöse abzüglich der Aufwendungen für bezogene Leistungen aus dem Provisionsgeschäft, Aufwendungen für bezogene Leistungen aus dem Zinsgeschäft, Aufwendungen für bezogene Leistungen aus der Immobilienentwicklung sowie aus den Bestandsveränderungen) verbesserte sich auf 552,1 Mio. € (500,5 Mio. €). Der Posten Bewertungsergebnis/Risikovorsorge beläuft sich im Berichtsjahr auf -8,0 Mio. € (-1,0 Mio. €). Die deutliche Erhöhung ist im Wesentlichen auf einen geringeren Ertrag aus Wertberichtigungsauflösungen und einen gegenläufigen erhöhten Aufwand zur Bildung von Wertberichtigungen zurückzuführen. Die erhöhten Aufwände sind insbesondere auf die 20 MLP Geschäftsbericht 2024 Risikovorsorgebildung auf Forderungen an assoziierte Unternehmen und die Erhöhung des Post Model Adjustments zurückzuführen. Die Verwaltungskosten des MLP Konzerns konnten im Berichtsjahr mit 450,6 Mio. € (429,2 Mio. €) nahezu auf dem Vorjahresniveau gehalten werden. Bei den Personalaufwendungen sind unter anderem allgemeine Gehaltssteigerungen für Mitarbeiter enthalten. Zu dem Anstieg trug auch die MLP Startup GmbH bei, die als Ausbildungsgesellschaft für das neue Traineemodell im Beraterbereich fungiert und sich seit Aufnahme der Geschäftstätigkeit im dritten Quartal 2023 in den personellen Aufwendungen widerspiegelt. Ebenfalls trägt die konsolidierte Uniwunder GmbH durch die Einbeziehung seit dem 1. Januar 2024 zu der Erhöhung bei. Ein weiterer Faktor war der Anstieg von variablen Vergütungen im Zuge der höheren erfolgsabhängigen Vergütungen. Im Vergleich zum Berichtsjahr 2023 wirkten sich hingegen die geringeren Aufwendungen für die Inflationsausgleichsprämie gegenläufig aus. Die einzelnen Bestandteile entwickelten sich dabei wie folgt: Der Personalaufwand erhöhte sich auf 233,0 Mio. € (209,1 Mio. €). Die planmäßigen Abschreibungen und Wertminderungen lagen mit 30,0 Mio. € (35,8 Mio. €) unter Vorjahr. Die sonstigen Aufwendungen erhöhten sich auf 187,5 Mio. € (184,3 Mio. €). Ergebnis aus den nach der Equity-Methode bewerteten Anteilen Das Ergebnis aus den nach der Equity-Methode bewerteten Anteilen belief sich im Berichtsjahr insgesamt auf 1,4 Mio. € (0,4 Mio. €). Hierin ist auch das Ergebnis der MLP Hyp GmbH enthalten. Die Ergebnisveränderung ist auf ein verbessertes Ergebnis der MLP Hyp zurückzuführen. Einhergehend mit der wieder anziehenden Immobilienvermittlung steigt auch wieder der Bedarf an entsprechenden Finanzierungen. Auch das Ergebnis einer Gesellschaft der DI Gruppe fließt in diesen Posten ein. Ergebnisentwicklung Die Aufgliederung der Ergebnisstruktur ist in der nachfolgenden Tabelle dargestellt. Ergebnisstruktur und Entwicklung der Ergebnisse im Konzern
| Alle Angaben in Mio. € | 2024 | 2023 | Veränderung in % |
| Gesamterlöse | 1.066,7 | 973,5 | 9,6% |
| Rohertrag 1 | 552,1 | 500,5 | 10,3% |
| Rohertrags-Marge (in %) | 51,8% | 51,4% | – |
| EBIT | 95,0 | 70,7 | 34,3% |
| EBIT-Marge (in %) | 8,9% | 7,3% | – |
| Finanzergebnis | 4,6 | -1,7 | -360,9% |
| EBT | 99,6 | 69,0 | 44,3% |
| EBT-Marge (in %) | 9,3% | 7,1% | – |
| Ertragsteuern | -30,3 | -24,9 | 21,8% |
| Konzernergebnis | 69,3 | 44,1 | 57,0% |
| Netto-Marge (in %) | 6,5% | 4,5% | – |
| 1 Definition: Der Rohertrag ergibt sich aus den Gesamterlösen abzüglich der Aufwendungen für bezogene Leistungen aus dem Provisionsgeschäft, der Aufwendungen für bezogene Leistungen aus der Immobilienentwicklung sowie der Aufwendungen für bezogene Leistungen aus dem Zinsgeschäft und unter Berücksichtigung der Bestandsveränderungen | |||
Mit einer soliden operativen Entwicklung in nahezu allen Beratungsfeldern erreichten wir ein EBIT von 95,0 Mio. € (70,7 Mio. €) und liegen damit deutlich höher im Vergleich zum Vorjahr. 21 MLP Geschäftsbericht 2024 Das Finanzergebnis lag im abgelaufenen Geschäftsjahr 2024 bei 4,6 Mio. € (-1,7 Mio. €). Dabei profitierte der MLP Konzern von einem deutlich positiven Bewertungsergebnis aus der Modifikation eines Darlehensvertrags sowie von gesunkenen Darlehenskonditionen ab dem zweiten Quartal 2024. Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EBT; Earnings before taxes) erreichte damit 99,6 Mio. € (69,0 Mio. €). Die Steuerquote lag bei 30,4 % (36,0 %). Im Vergleich zum Vorjahr konnten aufgrund positiver Planungsrechnungen vermehrt aktive latente Steuern auf Verlustvorträge gebildet werden. Insgesamt stieg das Konzernergebnis auf 69,3 Mio. € (44,1 Mio. €). Konzernergebnis
| Alle Angaben in Mio. € | 2024 | 2023 | Veränderung in % |
| Fortzuführende Geschäftsbereiche | 69,3 | 44,1 | 57,0% |
| Konzern | 69,3 | 44,1 | 57,0% |
| Ergebnis je Aktie in € (unverwässert) | 0,63 | 0,44 | 42,6% |
| Ergebnis je Aktie in € (verwässert) | 0,63 | 0,44 | 42,6% |
| Anzahl Aktien in Mio. Stück (unverwässert) | 109,2 | 109,2 | -0,0% |
| Anzahl Aktien in Mio. Stück (verwässert) | 109,3 | 109,3 | 0,0% |
Ergebnisverwendung Das Konzernergebnis je Aktie lag im abgelaufenen Geschäftsjahr bei 0,63 € (0,44 €). Für das Geschäftsjahr 2023 hatte die MLP SE 0,30 € pro Aktie ausgeschüttet. Die Dividendensumme belief sich auf 32,8 Mio. €. Für das Geschäftsjahr 2024 schlagen Vorstand und Aufsichtsrat der MLP SE der Hauptversammlung am 25. Juni 2025 eine Dividende in Höhe von 0,36 € vor. Dies entspricht einer Ausschüttungsquote von rund 57 % bezogen auf das Konzernergebnis. Unsere Dividendenpolitik sieht vor, 50 % bis 70 % des Konzernergebnisses an unsere Aktionäre auszuschütten. 22 MLP Geschäftsbericht 2024 Finanzlage Ziele des Finanzmanagements Das Finanzmanagement des MLP Konzerns erfolgt über ein zentrales Treasury in Abstimmung mit den Bereichen Controlling und Risikomanagement. Unser übergeordnetes Ziel ist es, die Liquidität des Konzerns jederzeitig zu sichern, die Risiken im Bereich der Finanzinstrumente zu kontrollieren und das konzernweite Cash-Management zu optimieren. Wir setzen dazu eine rollierende Liquiditätsplanung mit einem Zeithorizont von 15 bis 18 Monaten ein. Im Berichtszeitraum bestanden keine wesentlichen Verbindlichkeiten oder Forderungen in Fremdwährungen, da wir nahezu 100 % der Gesamterträge im Euroraum erwirtschaften. Darum besteht für uns auch nicht die Notwendigkeit, eine Absicherung von Nettopositionen in Fremdwährungen durch Sicherungsinstrumente durchzuführen. Angaben zu finanzwirtschaftlichen Risiken finden sich im Konzernanhang unter dem Punkt „Finanzrisikomanagement“. Kapitalstruktur Die Eigenkapitalausstattung und die Liquidität des MLP Konzerns sind weiterhin stabil. Das Eigenkapital lag zum Bilanzstichtag mit 570,3 Mio. € (532,2 Mio. €) leicht über dem Niveau des Vorjahres. Einen wesentlichen Einfluss auf die Entwicklung des Eigenkapitals hatte das Konzernergebnis des Geschäftsjahres 2024, welches trotz eines herausfordernden Umfelds deutlich auf 69,3 Mio. € (44,1 Mio. €) gestiegen ist. Ein gegenläufiger Effekt ergab sich durch die Dividendenzahlung für das Geschäftsjahr 2023. Diese belief sich aufgrund der stabilen Dividendenpolitik des MLP Konzerns unverändert auf 32,8 Mio. € (32,8 Mio. €). Die Eigenkapitalquote blieb nahezu unverändert bei 13,7 % (13,6 %). Die aufsichtsrechtliche Eigenmittelquote stieg zum Bilanzstichtag vor dem Hintergrund gestiegener Eigenmittel auf 19,2 % (18,1 %). Für die Jahre ab 2025 erwartet MLP in der heutigen Konzernstruktur einen erhöhten Kapitalbedarf durch die Anforderungen aus der Basel IV-Umsetzung (CRR III), wobei hier insbesondere der neue Ansatz zur Ermittlung operationeller Risiken als Treiber zu nennen ist. Zur langfristigen Finanzierung des Konzerns setzen wir derzeit nur in geringem Umfang Fremdmittel in Form von Wertpapieremissionen, der Vergabe von Schuldscheindarlehen oder der Aufnahme von Darlehen ein. Hierunter sind unter anderem ein Darlehen der MLP Finanzberatung SE sowie verschiedene Darlehen der Deutschland.Immobilien Gruppe zu nennen. MLP hat vereinbarte, nicht in Anspruch genommene Kreditlinien in Höhe von 219,8 Mio. € (209,6 Mio. €). Die langfristigen Vermögenswerte sind durch das Eigenkapital und die langfristigen Verbindlichkeiten finanziert. Weitere Refinanzierungsmittel bilden die kurzfristigen Verbindlichkeiten gegenüber Kunden und Kreditinstituten aus dem Bankgeschäft, die dem MLP Konzern grundsätzlich auch längerfristig zur Verfügung stehen. Die Verbindlichkeiten gegenüber Kunden und Kreditinstituten aus dem Bankgeschäft in Höhe von insgesamt 3.066,8 Mio. € (2.905,2 Mio. €) bestehen im Wesentlichen aus Kundeneinlagen und durchgeleiteten Krediten. Diesen Verbindlichkeiten stehen als Gegenposten auf der Aktivseite der Bilanz die Forderungen gegen Kunden und Kreditinstitute aus dem Bankgeschäft in Höhe von 2.120,7 Mio. € (2.010,1 Mio. €) gegenüber. Darüber hinaus hält MLP einen hohen Bestand an Zahlungsmitteln in Höhe von 1.150,3 Mio. € (1.053,9 Mio. €). Die Rückstellungen haben mit einem Anteil an der Bilanzsumme von lediglich 2,6 % (2,7 %) keine wesentliche Finanzierungsfunktion im Konzern. Die anderen Verbindlichkeiten erhöhten sich zum Bilanzstichtag auf 369,2 Mio. € (341,0 Mio. €). Durch das üblicherweise starke Jahresendgeschäft steigen diese zum Bilanzstichtag 31. Dezember stark an und nehmen in den Folgequartalen dann wieder ab. Die kurzfristigen anderen Verbindlichkeiten beliefen sich auf 251,0 Mio. € (216,1 Mio. €). Diesen stehen auf der Aktivseite der Bilanz die Posten Zahlungsmittel mit 1.150,3 Mio. € (1.053,9 Mio. €), Finanzanlagen mit 188,2 Mio. € (184,1 Mio. €) sowie sonstige Forderungen und kurzfristige andere Vermögenswerte mit 221,7 Mio. € (204,2 Mio. €) gegenüber. Der leichte Anstieg der sonstigen Forderungen und kurzfristigen anderen Vermögenswerte resultiert im Wesentlichen aus gestiegenen Forderungen aus Lieferung und Leistung. 23 MLP Geschäftsbericht 2024 Im Berichtszeitraum wurde keine Kapitalerhöhung durchgeführt. Investitionen MLP finanziert Investitionen in der Regel aus dem operativen Cashflow. Das Gesamtinvestitionsvolumen des MLP Konzerns lag im Geschäftsjahr 2024 mit 27,2 Mio. € (16,8 Mio. €) deutlich über Vorjahr. Die Investitionen in Sachanlagen stiegen deutlich auf 24,4 Mio. € (11,4 Mio. €). Der Anstieg resultiert im Wesentlichen aus dem angelaufenen Bauvorhaben des RVM Verwaltungsgebäudes in Reutlingen sowie Investitionen in die Betriebs- und Geschäftsausstattung, insbesondere auf dem MLP Campus in Wiesloch. Die Investitionen in immaterielle Vermögenswerte reduzierten sich im Geschäftsjahr 2024 auf 2,8 Mio. € (5,3 Mio. €). Der Rückgang resultiert im Wesentlichen aus geringeren Anzahlungen auf Software und Software in Benutzung sowie geringere Investitionen in entgeltlich erworbene Software.
| Investitionen | |||||
| Alle Angaben in Mio. € | 2024 | 2023 | 2022 | 2021 | 2020 |
| Immaterielle Vermögenswerte | 2,8 | 5,3 | 5,5 | 5,2 | 5,8 |
| Geschäfts- oder Firmenwert | - | - | - | - | - |
| Software (selbst erstellt) | - | 0,1 | 0,6 | 0,2 | - |
| Software entgeltlich (erworben) | 2,4 | 3,2 | 3,4 | 1,7 | 1,9 |
| Übrige immaterielle Vermögenswerte | 0,1 | - | - | - | - |
| Anzahlungen Software und Software in Benutzung | 0,3 | 2,0 | 1,5 | 3,2 | 3,9 |
| Sachanlagen | 24,4 | 11,4 | 16,7 | 4,9 | 3,5 |
| Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten | 0,2 | 1,0 | 10,4 | 0,7 | 0,4 |
| Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung | 7,9 | 6,7 | 5,2 | 3,7 | 2,9 |
| Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau | 16,3 | 3,7 | 1,1 | 0,5 | 0,2 |
| Unternehmenserwerbe bereits gezahlte Kaufpreisanteile 1 | - | - | 20,5 | 62,1 | - |
| Gesamtinvestitionen | 27,2 | 16,8 | 42,7 | 72,2 | 9,3 |
| 1 RVM-Gruppe, Hamester/Jahn-Gruppe, Limmat Wealth AG |
Bezogen auf die Segmente erfolgten Investitionen vor allem in den Segmenten Finanzberatung, DOMCURA und Holding. Die Investitionen im Segment Holding stiegen deutlich auf 17,9 Mio. € (5,4 Mio. €). Der Anstieg resultiert im Wesentlichen aus dem angelaufenen Bauvorhaben des RVM Verwaltungsgebäudes in Reutlingen sowie Investitionen in die Betriebs- und Geschäftsausstattung, insbesondere auf dem MLP Campus in Wiesloch. Im Segment Finanzberatung wurden 5,0 Mio. € (4,3 Mio. €) insbesondere in Betriebs- und Geschäftsausstattung investiert. Die Investitionen im Segment DOMCURA reduzierten sich auf 2,8 Mio. € (4,4 Mio. €). Den Fokus der Investitionen stellte hier erworbene Software dar. Der Großteil der restlichen Investitionen verteilte sich auf die Segmente FERI mit 1,1 Mio. € (1,3 Mio. €), Industriemakler mit 0,3 Mio. € (0,7 Mio. €), Banking mit rund 0,0 Mio. € (0,3 Mio. €) und Deutschland.Immobilien mit ebenfalls rund 0,0 Mio. € (0,4 Mio. €). 24 MLP Geschäftsbericht 2024
| Investitionen nach Segmenten | |||
| Gesamtinvestition | Veränderung in % | ||
| Alle Angaben in Mio. € | 2024 | 2023 | |
| Finanzberatung | 5,0 | 4,3 | 16,3% |
| Banking | 0,0 | 0,3 | -100,0% |
| FERI | 1,1 | 1,3 | -15,4% |
| DOMCURA | 2,8 | 4,4 | -36,4% |
| Industriemakler | 0,3 | 0,7 | -57,1% |
| Holding | 17,9 | 5,4 | 231,5% |
| Deutschland.Immobilien | 0,0 | 0,4 | -100,0% |
| Summe | 27,2 | 16,8 | 61,9% |
Liquidität Der Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit stieg auf 165,0 Mio. € gegenüber 116,7 Mio. € im Vergleichszeitraum. Wesentliche Zahlungsströme ergeben sich dabei aus dem Einlagengeschäft mit unseren Kunden und aus der Anlage dieser Gelder. Der Cashflow aus der Investitionstätigkeit hat sich von 28,6 Mio. € auf -26,9 Mio. € verändert. Grund dafür sind im Wesentlichen die Fest- und Termingelder, die im Berichtsjahr in größerem Umfang getätigt wurden. Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit hat sich von -53,2 Mio. € auf -43,4 Mio. € verändert. Hintergrund ist die höhere Aufnahme von Finanzierungskrediten im aktuellen Geschäftsjahr.
| Verkürzte Kapitalflussrechnung | ||
| Alle Angaben in Mio. € | 2024 | 2023 |
| Finanzmittelbestand am Anfang der Periode | 1.053,9 | 957,6 |
| Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit | 165,0 | 116,7 |
| Cashflow aus der Investitionstätigkeit | -26,9 | 28,6 |
| Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit | -43,4 | -53,2 |
| Zahlungswirksame Veränderungen des Finanzmittelbestands | 94,6 | 92,0 |
| Konsolidierungskreisbedingte Änderungen des Finanzmittelbestands | 1,7 | 0,8 |
| Wechselkursbedingte Änderung der Zahlungsmittel | 0,0 | -0,1 |
| Änderung der täglich fälligen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten (ohne Bankgeschäft) | 0,0 | 3,6 |
| Finanzmittelbestand am Ende der Periode | 1.150,2 | 1.053,9 |
25 MLP Geschäftsbericht 2024 Zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2024 standen dem MLP Konzern liquide Mittel in Höhe von ca. 1.207 Mio. € (1.127 Mio. €) zur Verfügung. Diese setzen sich aus dem Finanzmittelbestand, dem Guthaben der MLP SE bei der MLP Banking AG und den mittelfristigen Termingeldanlagen zusammen. Die Liquiditätsausstattung ist damit weiterhin stabil. Für den MLP Konzern stehen ausreichende Liquiditätsreserven zur Verfügung. Neben den liquiden Mitteln bestehen auch noch freie Kreditlinien. Mit der alternativen Leistungskennzahl „Nettoliquidität“ wollen wir die nicht aus dem Bankgeschäft resultierenden liquiden Mittel zeigen, die dem MLP Konzern am Bilanzstichtag zur Verfügung stehen. In dieser werden auf Basis der in den Konzernabschluss einbezogenen Gesellschaften die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente der MLP SE und ihrer Tochtergesellschaften (exklusive der MLP Banking AG) ausgewiesen. Zum 31. Dezember 2024 belief sich die Nettoliquidität auf 205,1 Mio. € (190,5 Mio. €). 26 MLP Geschäftsbericht 2024 Vermögenslage Entwicklung der Bilanzsumme Zum 31. Dezember 2024 erhöhte sich die Bilanzsumme des MLP Konzerns leicht auf 4.152,3 Mio. € (3.917,5 Mio. €). Entwicklung der Aktiva
| Alle Angaben in Mio. € | 31.12.2024 | 31.12.2023 | Veränderung in % |
| Immaterielle Vermögenswerte | 221,9 | 225,5 | -1,6% |
| Sachanlagen | 157,9 | 142,3 | 10,9% |
| Nach der Equity-Methode bewertete Anteile | 3,2 | 2,2 | 45,0% |
| Aktive latente Steuern | 9,4 | 3,7 | 155,7% |
| Forderungen gegen Kunden aus dem Bankgeschäft | 1.355,8 | 1.231,0 | 10,1% |
| Forderungen gegen Kreditinstitute aus dem Bankgeschäft | 764,9 | 779,1 | -1,8% |
| Finanzanlagen | 188,2 | 184,1 | 2,2% |
| Vorräte | 26,2 | 39,6 | -33,8% |
| Steuererstattungsansprüche | 3,5 | 7,4 | -53,0% |
| Sonstige Forderungen und andere Vermögenswerte | 271,1 | 248,7 | 9,0% |
| Zahlungsmittel | 1.150,3 | 1.053,9 | 9,1% |
| Gesamt | 4.152,3 | 3.917,5 | 6,0% |
Auf der Aktivseite der Bilanz lagen die immateriellen Vermögenswerte – dazu zählen vor allem Kundenstamm, Marke und Goodwill – zum Bilanzstichtag mit 221,9 Mio. € (225,5 Mio. €) auf dem Vorjahresniveau. Die Sachanlagen stiegen deutlich auf 157,9 Mio. € (142,3 Mio. €), im Wesentlichen bedingt durch das angelaufene Bauvorhaben des RVM Verwaltungsgebäudes in Reutlingen sowie Sanierungs- und Modernisierungsarbeiten auf dem MLP Campus in Wiesloch. Die nach der Equity-Methode bewerteten Anteile erhöhten sich deutlich auf 3,2 Mio. € (2,2 Mio. €). Der Anstieg resultiert aus der positiven Ergebnisentwicklung und der damit verbundenen positiven Entwicklung des Buchwerts des in diesem Posten enthaltenen assoziierten Unternehmens MLP Hyp GmbH. Die aktiven latenten Steuern erhöhten sich deutlich auf 9,4 Mio. € (3,7 Mio. €), im Wesentlichen durch höhere aktive latente Steuern auf Verlustvorträge. Die Forderungen gegen Kunden aus dem Bankgeschäft erhöhten sich deutlich auf 1.355,8 Mio. € (1.231,0 Mio. €). Die Zunahme resultiert im Wesentlichen aus dem Anstieg der Darlehen im eigenen Obligo. Die Forderungen gegen Kreditinstitute aus dem Bankgeschäft lagen mit 764,9 Mio. € (779,1 Mio. €) auf dem Vorjahresniveau. Rund 42 % der Forderungen gegen Kunden und Kreditinstitute aus dem Bankgeschäft haben eine Restlaufzeit von unter einem Jahr. Die Finanzanlagen lagen nahezu unverändert bei 188,2 Mio. € (184,1 Mio. €). Der in der Bilanz ausgewiesene Posten Vorräte repräsentiert im Wesentlichen die Vermögenswerte der Projektgesellschaften innerhalb der Deutschland.Immobilien Gruppe. Zum 31. Dezember 2024 reduzierte sich dieser Posten deutlich auf 26,2 Mio. € (39,6 Mio. €). Hintergrund für den Rückgang sind im 27 MLP Geschäftsbericht 2024 Wesentlichen die aufgrund der Marktsituation zurückgefahrenen Bautätigkeiten, bei weiterlaufenden Verkaufstätigkeiten sowie enthaltene Abschreibungen auf das Vorratsvermögen. Die Steuererstattungsansprüche reduzierten sich deutlich auf 3,5 Mio. € (7,4 Mio. €), bedingt durch den Zahlungseingang nach Erhalt von Steuerbescheiden für die MLP SE und die MLP Finanzberatung SE. Die sonstigen Forderungen und anderen Vermögenswerte lagen mit 271,1 Mio. € (248,7 Mio. €) leicht über dem Vorjahresniveau. Dieser Posten enthält im Wesentlichen Provisionsforderungen gegen Versicherer und andere Produktpartner, die aus der Vermittlung von Versicherungsprodukten entstehen. Aufgrund des üblicherweise starken Jahresendgeschäfts steigen diese zum Jahresende deutlich an und verringern sich im Verlauf des folgenden Geschäftsjahres wieder. Der Anstieg resultiert im Wesentlichen aus höheren Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie aus dem Assekuradeurgeschäft. Die Zahlungsmittel erhöhten sich leicht auf 1.150,3 Mio. € (1.053,9 Mio. €), vor allem bedingt durch höhere Bundesbankguthaben der MLP Banking AG. Detaillierte Angaben zur Veränderung des Finanzmittelbestands finden sich im Kapitel „Finanzlage“. Entwicklung der Passiva
| Alle Angaben in Mio. € | 31.12.2024 | 31.12.2023 | Veränderung in % |
| Den Gesellschaften der MLP SE zurechenbarer Anteil am Eigenkapital | 570,5 | 538,5 | 5,9% |
| Nicht beherrschende Anteile | -0,2 | -6,3 | -97,5% |
| Summe Eigenkapital | 570,3 | 532,2 | 7,2% |
| Rückstellungen | 106,8 | 104,2 | 2,5% |
| Passive latente Steuern | 20,6 | 17,3 | 19,1% |
| Verbindlichkeiten gegenüber Kunden aus dem Bankgeschäft | 2.914,0 | 2.764,6 | 5,4% |
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten aus dem Bankgeschäft | 152,8 | 140,6 | 8,7% |
| Steuerverbindlichkeiten | 18,6 | 17,5 | 5,9% |
| Andere Verbindlichkeiten | 369,2 | 341,0 | 8,3% |
| Gesamt | 4.152,3 | 3.917,5 | 6,0% |
Die Eigenkapitalausstattung des MLP Konzerns ist weiterhin gut. Das Eigenkapital des MLP Konzerns stieg zum Stichtag 31. Dezember 2024, bedingt durch das positive Konzernergebnis, auf 570,3 Mio. € (532,2 Mio. €). Die nicht beherrschenden Anteile, die bisher im Wesentlichen aus der 2019 erfolgten Akquisition der Mehrheitsbeteiligung an der Deutschland.Immobilien Gruppe resultierten, reduzierten sich infolge der Erhöhung der Anteile an der DI Deutschland.Immobilien AG auf -0,2 Mio. € (-6,3 Mio. €). Die bilanzielle Eigenkapitalquote lag zum Geschäftsjahresende bei 13,7 % (13,6 %). Bezogen auf das Konzernergebnis von 69,3 Mio. € (44,1 Mio. €) erzielte der MLP Konzern eine Eigenkapitalrendite von 13,0 % (8,4 %). Die Rückstellungen lagen mit 106,8 Mio. € (104,2 Mio. €) auf dem Vorjahresniveau. Die passiven latenten Steuern stiegen, bedingt durch höhere passive latente Steuern auf immaterielle Vermögenswerte, deutlich auf 20,6 Mio. € (17,3 Mio. €). Die Verbindlichkeiten gegenüber Kunden aus dem Bankgeschäft, welche die Einlagen unserer Kunden abbilden, erhöhten sich leicht auf 2.914,0 Mio. € (2.764,6 Mio. €) und reflektieren insbesondere einen 28 MLP Geschäftsbericht 2024 Anstieg der täglich fälligen Kundeneinlagen. Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten aus dem Bankgeschäft stiegen ebenfalls leicht auf 152,8 Mio. € (140,6 Mio. €), vor allem bedingt durch höhere Verbindlichkeiten aus durchgeleiteten Krediten. Von den Verbindlichkeiten gegen Kunden und Kreditinstitute aus dem Bankgeschäft sind rund 88 % als kurzfristig zu klassifizieren. Hierin sind vor allem variabel verzinste Giroeinlagen enthalten. Die Steuerverbindlichkeiten erhöhten sich leicht auf 18,6 Mio. € (17,5 Mio. €). Der Anstieg resultiert im Wesentlichen aus der Bildung von Rückstellungen bei der MLP Finanzberatung SE und der FERI (Luxembourg) S.A. Die anderen Verbindlichkeiten stiegen leicht auf 369,2 Mio. € (341,0 Mio. €). Dieser Posten beinhaltet ebenfalls kurzfristige Verbindlichkeiten gegenüber unseren Beratern und Geschäftsstellenleitern aufgrund offener Provisionsansprüche. Der Anstieg ergibt sich aus diversen Verbindlichkeiten, unter anderem auch aus gestiegenen Verpflichtungen aus dem Personalbereich. Außerbilanzielle Verpflichtungen Die außerbilanziellen Verpflichtungen setzen sich aus den unwiderruflichen Kreditzusagen und aus den Eventualverbindlichkeiten zusammen und sind im abgelaufenen Geschäftsjahr 2024 deutlich auf 115,8 Mio. € (133,2 Mio. €) gesunken. Der Rückgang resultiert im Wesentlichen aus gesunkenen unwiderruflichen Kreditzusagen. 29 MLP Geschäftsbericht 2024 Vergleich des tatsächlichen mit dem prognostizierten Geschäftsverlauf Im Geschäftsbericht 2023 des MLP Konzerns haben wir eine Prognose für das Geschäftsjahr 2024 abgegeben, welche wir im Zwischenbericht sowie in der Quartalsmitteilung zum dritten Quartal teilweise aktualisiert haben. Mit Vorliegen der Ergebnisse für das Geschäftsjahr 2024 kann ein Vergleich des tatsächlichen mit dem prognostizierten Geschäftsverlauf erfolgen. Erlösentwicklung Für die Umsatzerlöse hatten wir zu Jahresbeginn einen leichten Anstieg erwartet, diese Erwartung jedoch mit Vorliegen der Ergebnisse für die ersten neun Monate angepasst und fortan mit deutlich steigenden Umsatzerlösen gerechnet. Die Anpassung resultierte insbesondere aus der besseren Geschäftsentwicklung im Vermögensmanagement. Im Geschäftsjahr 2024 lagen die Umsatzerlöse letztlich deutlich über Vorjahr und entsprachen damit unserer angepassten Prognose. Für die Erlöse aus dem Zinsgeschäft hatten wir zu Jahresbeginn einen deutlichen Anstieg im Geschäftsjahr 2024 erwartet. Letztlich konnten wir die Erlöse aus dem Zinsgeschäft im Geschäftsjahr 2024 deutlich steigern und haben damit unsere Prognose getroffen. Für die Erlöse aus der Immobilienentwicklung hatten wir zu Jahresbeginn einen deutlichen Rückgang im Geschäftsjahr 2024 erwartet. Letztlich fielen die Erlöse aus der Immobilienentwicklung im Geschäftsjahr 2024 deutlich niedriger aus als im Vorjahr, womit wir unsere Prognose getroffen haben. Für die Provisionserlöse hatten wir zu Jahresbeginn einen leichten Anstieg im Geschäftsjahr 2024 erwartet, diese Erwartung jedoch mit Vorliegen der Ergebnisse für das erste halbe Jahr angepasst und fortan mit deutlich steigenden Provisionserlösen gerechnet. Die Anpassung resultierte insbesondere aus der besseren Geschäftsentwicklung im Vermögensmanagement. Letztlich konnten wir die Provisionserlöse im Geschäftsjahr 2024 deutlich steigern und haben damit unsere angepasste Prognose getroffen. Im Vermögensmanagement hatten wir zu Jahresbeginn gleichbleibende Erlöse erwartet, diese Erwartung jedoch unterjährig zweimal angepasst. Mit Vorliegen der Ergebnisse für das erste halbe Jahr hatten wir unsere Erwartung infolge der positiven Entwicklung im Jahresverlauf auf leicht steigende Erlöse angepasst. Mit Vorliegen der Ergebnisse für die ersten neun Monate hatten wir unsere Erwartung infolge der anhaltend positiven Entwicklung im Jahresverlauf einschließlich deutlich höherer erfolgsabhängiger Vergütungen auf deutlich steigende Erlöse angepasst. Im Geschäftsjahr 2024 lagen die Erlöse aus dem Vermögensmanagement letztlich deutlich über Vorjahr und entsprachen damit unserer angepassten Prognose. In der Immobilienvermittlung hatten wir zu Jahresbeginn deutlich steigende Erlöse erwartet. Im Geschäftsjahr 2024 lagen die Erlöse aus der Immobilienvermittlung letztlich deutlich über Vorjahr und entsprachen damit unserer Prognose. In der Finanzierung hatten wir zu Jahresbeginn deutlich steigende Erlöse erwartet. Mit Vorliegen der Ergebnisse für die ersten neun Monate hatten wir unsere Erwartung infolge niedrigerer Erlöse im Bereich Bausparen angepasst und fortan mit leicht steigenden Erlösen gerechnet. Im Geschäftsjahr 2024 lagen die Erlöse aus der Finanzierung letztlich auf dem Vorjahresniveau und damit unterhalb unserer angepassten Prognose. In der Altersvorsorge hatten wir zu Jahresbeginn deutlich steigende Erlöse erwartet, diese Erwartung jedoch unterjährig zweimal angepasst. Mit Vorliegen der Ergebnisse für das erste halbe Jahr hatten wir unsere Erwartung infolge einer spürbaren Zurückhaltung bei Unternehmen beim Thema betriebliche Altersvorsorge auf leicht steigende Erlöse angepasst. Mit Vorliegen der Ergebnisse für die ersten neun Monate hatten wir unsere Erwartung infolge der anhaltenden Zurückhaltung bei Unternehmen beim Thema betriebliche Altersvorsorge auf stabile Erlöse angepasst. Im Geschäftsjahr 2024 lagen die Erlöse 30 MLP Geschäftsbericht 2024 aus der Altersvorsorge letztlich auf dem Vorjahresniveau und entsprachen damit unserer angepassten Prognose. In der Krankenversicherung hatten wir zu Jahresbeginn Erlöse auf Vorjahresniveau erwartet. Im Geschäftsjahr 2024 lagen die Erlöse aus der Krankenversicherung letztlich leicht über dem Vorjahr und damit oberhalb unserer Prognose. In der Sachversicherung hatten wir zu Jahresbeginn Erlöse auf Vorjahresniveau erwartet. Im Geschäftsjahr 2024 lagen die Erlöse aus der Sachversicherung letztlich auf dem Vorjahresniveau und entsprachen damit unserer Prognose. Aufwandsentwicklung Bei den Aufwendungen für bezogene Leistungen aus dem Zinsgeschäft hatten wir zu Jahresbeginn einen deutlichen Anstieg erwartet. Im Geschäftsjahr 2024 lagen die Aufwendungen für bezogene Leistungen aus dem Zinsgeschäft letztlich deutlich über Vorjahr und entsprachen damit unserer Prognose. Bei den Aufwendungen für bezogene Leistungen aus der Immobilienentwicklung hatten wir zu Jahresbeginn einen deutlichen Rückgang erwartet. Im Geschäftsjahr 2024 lagen die Aufwendungen für bezogene Leistungen aus der Immobilienentwicklung letztlich deutlich unter Vorjahr und entsprachen damit unserer Prognose. Bei den Aufwendungen für bezogene Leistungen aus dem Provisionsgeschäft hatten wir zu Jahresbeginn einen leichten Anstieg erwartet, diese Erwartung jedoch mit Vorliegen der Ergebnisse für das erste halbe Jahr angepasst und fortan mit deutlich steigenden Aufwendungen für bezogene Leistungen aus dem Provisionsgeschäft gerechnet. Die Anpassung erfolgte analog der angepassten Erwartung bei den Provisionserlösen. Im Geschäftsjahr 2024 lagen die Aufwendungen für bezogene Leistungen aus dem Provisionsgeschäft letztlich deutlich über Vorjahr und entsprachen damit unserer angepassten Prognose. Bei den Verwaltungskosten sind wir zu Jahresbeginn davon ausgegangen, diese im Geschäftsjahr 2024 stabil halten zu können. Letztlich blieben die Verwaltungskosten im Geschäftsjahr 2024 stabil und entsprachen damit unserer Prognose. Ergebnisentwicklung Zu Beginn des Jahres hatten wir als EBIT-Prognose für das Gesamtjahr 2024 den Korridor von 75 Mio. € bis 85 Mio. € angegeben und damit für das Geschäftsjahr 2024 ein höheres EBIT prognostiziert, als wir im Geschäftsjahr 2023 erzielt hatten. Am 29. Juli 2024 hatten wir diese EBIT-Prognose bestätigt, aber zugleich konkretisiert auf die obere Hälfte dieses Korridors. Die Anpassung erfolgte aufgrund einer insgesamt positiven operativen Entwicklung mit besonders positiven Entwicklungen im Zinsgeschäft sowie im Vermögensmanagement. Am 2. Oktober 2024 haben wir unsere EBIT-Prognose für das Gesamtjahr 2024 auf den Korridor von 85 Mio. € bis 95 Mio. € angehoben. Hintergrund waren der insgesamt positive Geschäftsverlauf und insbesondere die deutlich über den ursprünglichen Erwartungen liegenden erfolgsabhängigen Vergütungen im dritten Quartal. Das EBIT lag mit 95 Mio. € letztlich im angegebenen Korridor von 85 Mio. € bis 95 Mio. € und entsprach damit unserer angepassten Prognose. 31 MLP Geschäftsbericht 2024 Segmentbericht Gliederung und Beschreibung der Segmente Der MLP Konzern gliedert sich in folgende Segmente: •Finanzberatung •Banking •FERI •DOMCURA •Deutschland.Immobilien •Industriemakler •Holding Nachfolgend wird eine Beschreibung der Segmente vorgenommen. Hier wird auch erläutert, welche Erlöse aus den genannten Beratungsfeldern in den Segmenten anfallen. Im Segment Finanzberatung zeigen sich Erlöse aus den Beratungsfeldern Altersvorsorge, Kranken- und Sachversicherung, Finanzierung, Immobilienvermittlung und Vermögensmanagement. Im Segment Banking sind alle Bankdienstleistungen für Privat- und Geschäftskunden vom Vermögens-management über Konto und Karte bis hin zum Zinsgeschäft gebündelt. Erlöse entstehen vor allem aus dem Vermögensmanagement und dem Zinsgeschäft. Im Segment FERI entstehen Erlöse vor allem aus dem Beratungsfeld Vermögensmanagement. Im Segment DOMCURA entstehen Erlöse vor allem aus der Vermittlung und Verwaltung von Sachversicherungen. Das Geschäftsmodell der DOMCURA ist von hoher unterjähriger Saisonalität geprägt. Demnach weist das Segment im jeweils ersten Quartal eines Jahres, begleitet von einem hohen Umsatz, ein vergleichsweise hohes Ergebnis aus. In den Quartalen zwei bis vier fällt in der Regel ein Verlust an. Im Segment Deutschland.Immobilien werden sämtliche Erlöse aus Immobilienvermittlung und Immobilienentwicklung der DI Gruppe berichtet. Im Segment Industriemakler entstehen Erlöse vor allem aus dem Beratungsfeld Sachversicherung im Rahmen der Vermittlung von Versicherungen für Industrie- und Gewerbekunden. Auch der Geschäftsverlauf im Segment Industriemakler ist von hohen saisonalen Schwankungen gekennzeichnet. Demnach weist das Segment im jeweils ersten Quartal eines Jahres bei einem hohen Umsatz ein vergleichsweise hohes Ergebnis aus. In den Quartalen zwei bis vier hingegen fällt auch in diesem Segment in der Regel ein Verlust an. In dem Segment Industriemakler ist die RVM GmbH als Holdinggesellschaft beinhaltet. Das Segment Holding ist nicht operativ tätig. Nachfolgend wird die Entwicklung der Segmente im Geschäftsjahr 2024 erläutert. Hier wird auf die Ergebnisentwicklung einschließlich der Erlös- und Aufwandsentwicklung eingegangen. Detaillierte Zahlen zur Ergebnis-, Erlös- und Aufwandsentwicklung der Segmente finden sich im Anhang unter den Punkten „Informationen über die berichtspflichtigen Geschäftssegmente“. 32 MLP Geschäftsbericht 2024 Segment Finanzberatung Die Gesamterlöse im Segment Finanzberatung stiegen im Berichtsjahr 2024 auf 440,0 Mio. € (422,8 Mio. €). Dabei stiegen die Umsatzerlöse auf 405,5 Mio. € (386,9 Mio. €). Das Sachversicherungsgeschäft und das Krankenversicherungsgeschäft sowie ein nach dem schwachen Vorjahr deutlich stärkeres Immobilienvermittlungsgeschäft trugen im Wesentlichen zu der positiven Entwicklung bei. Die sonstigen Erträge lagen mit 34,5 Mio. € (35,9 Mio. €) auf dem Vorjahresniveau. Die Aufwendungen für bezogene Leistungen aus dem Provisionsgeschäft lagen analog den gestiegenen Umsatzerlösen mit 197,8 Mio. € (180,0 Mio. €) über Vorjahr. Der Posten Bewertungsergebnis/Risikovorsorge erreichte -0,7 Mio. € (-0,2 Mio. €). Der Personalaufwand erhöhte sich auf 92,9 Mio. € (88,7 Mio. €). Der Anstieg resultiert im Wesentlichen aus der Konsolidierung der MLP Startup GmbH, die als Ausbildungsgesellschaft für das neue Traineemodell im Beraterbereich fungiert, seit dem dritten Quartal 2023 sowie der Konsolidierung der Uniwunder GmbH seit dem ersten Quartal 2024. Die planmäßigen Abschreibungen und Wertminderungen reduzierten sich bedingt durch im Vorjahr vollständig abgeschriebene Vermögenswerte deutlich auf 14,6 Mio. € (17,3 Mio. €). Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen lagen mit 111,4 Mio. € (110,7 Mio. €) auf dem Vorjahresniveau. Das Ergebnis aus nach der Equity-Methode bewerteten Anteilen erhöhte sich deutlich auf 1,5 Mio. € (0,5 Mio. €). Hintergrund des Anstiegs ist ein besseres Ergebnis der MLP Hyp GmbH. Das Ergebnis der betrieblichen Geschäftstätigkeit (EBIT) sank in der Folge leicht auf 24,0 Mio. € (26,3 Mio. €). Bei einem Finanzergebnis von -0,2 Mio. € (-0,4 Mio. €) reduzierte sich das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EBT) ebenfalls leicht auf 23,9 Mio. € (25,8 Mio. €). Segment Banking Die Gesamterlöse im Segment Banking erhöhten sich im Berichtsjahr 2024 deutlich auf 224,0 Mio. € (181,0 Mio. €). Dabei stiegen die Umsatzerlöse deutlich auf 217,2 Mio. € (174,5 Mio. €), vor allem bedingt durch das weiterhin starke Zinsgeschäft sowie ein starkes Vermögensmanagementgeschäft. Die sonstigen Erträge lagen mit 6,8 Mio. € (6,5 Mio. €) auf dem Vorjahresniveau. Die Aufwendungen für bezogene Leistungen aus dem Provisionsgeschäft erhöhten sich analog den gestiegenen Umsatzerlösen deutlich auf 62,5 Mio. € (52,9 Mio. €). Die Aufwendungen für bezogene Leistungen aus dem Zinsgeschäft erhöhten sich ebenfalls analog den gestiegenen Umsatzerlösen deutlich auf 34,4 Mio. € (18,5 Mio. €). Der Posten Bewertungsergebnis/Risikovorsorge reduzierte sich deutlich auf -6,7 Mio. € (-2,3 Mio. €), bedingt durch die Modifikation eines Darlehensvertrags mit der DI Gruppe. Der Personalaufwand erhöhte sich leicht auf 17,8 Mio. € (16,3 Mio. €), vor allem bedingt durch eine gestiegene Mitarbeiterzahl und Gehaltsanpassungen. Die planmäßigen Abschreibungen und Wertminderungen blieben nahezu unverändert bei 0,5 Mio. € (0,6 Mio. €). Die sonstigen Aufwendungen stiegen bedingt durch höhere Konzernumlagen sowie höhere Beratungskosten leicht auf 53,5 Mio. € (48,9 Mio. €). Als Folge dessen stieg das EBIT deutlich auf 48,4 Mio. € (41,6 Mio. €). Bei einem nahezu unveränderten Finanzergebnis von -0,4 Mio. € (-0,0 Mio. €) erhöhte sich das EBT deutlich auf 48,0 Mio. € (41,6 Mio. €). Segment FERI Die Gesamterlöse im Segment FERI stiegen im Berichtszeitraum deutlich auf 264,3 Mio. € (212,6 Mio. €). Dabei stiegen die Umsatzerlöse, bedingt durch ein starkes Vermögensmanagementgeschäft mit gestiegenen erfolgsabhängigen Vergütungen im Vergleich zum Vorjahr, deutlich auf 261,3 Mio. € (206,8 Mio. €). Die sonstigen Erträge reduzierten sich deutlich auf 3,0 Mio. € (5,9 Mio. €). Der Rückgang resultiert vor allem aus geringeren Ausschüttungen von nicht konsolidierten Unternehmen sowie gesunkenen Erträgen aus der Auflösung von Rückstellungen. Die Aufwendungen für bezogene Leistungen aus dem Provisionsgeschäft erhöhten sich analog zu den gestiegenen Umsatzerlösen deutlich auf 151,0 Mio. € (128,4 Mio. €). Das 33 MLP Geschäftsbericht 2024 Bewertungsergebnis/Risikovorsorge stieg aufgrund von Effekten in der Fair-Value-Bewertung von Beteiligungen deutlich auf 1,5 Mio. € (-0,2 Mio. €). Der Personalaufwand stieg deutlich auf 55,5 Mio. € (43,9 Mio. €), vor allem bedingt durch einen deutlichen Anstieg der variablen Vergütungen sowie gestiegenen Gehältern. Die planmäßigen Abschreibungen und Wertminderungen lagen mit 3,6 Mio. € (3,6 Mio. €) auf dem Vorjahresniveau. Die sonstigen Aufwendungen erhöhten sich aufgrund gestiegener Aufwendungen für Marketing deutlich auf 19,6 Mio. € (16,9 Mio. €). Das EBIT stieg infolgedessen deutlich auf 36,2 Mio. € (19,6 Mio. €). Im Finanzergebnis wirkten sich gestiegene Zinserträge positiv aus, sodass sich dieses deutlich auf 1,1 Mio. € (-0,4 Mio. €) erhöhte. Damit stieg das EBT deutlich auf 37,3 Mio. € (19,3 Mio. €). Segment DOMCURA Die Gesamterlöse im Segment DOMCURA stiegen im Berichtsjahr auf 130,7 Mio. € (128,7 Mio. €). Dabei beliefen sich die Umsatzerlöse auf 126,7 Mio. € (125,6 Mio. €). Die sonstigen Erträge erhöhten sich deutlich auf 4,0 Mio. € (3,1 Mio. €), bedingt durch höhere Umlagen gegenüber den nicht konsolidierten Tochterunternehmen. Die Aufwendungen für bezogene Leistungen aus dem Provisionsgeschäft lagen analog den Umsatzerlösen mit 82,5 Mio. € (82,1 Mio. €) auf dem Vorjahresniveau. Der Personalaufwand erhöhte sich leicht auf 23,1 Mio. € (20,9 Mio. €). Als Begründung sind diverse Effekte, unter anderem eine gestiegene Mitarbeiterzahl, Gehaltanpassungen, Abfindungszahlungen, sowie Anpassungen in der Personalstruktur zu nennen. Die planmäßigen Abschreibungen und Wertminderungen erhöhten sich, bedingt durch die Verkürzung der Nutzungsdauer von Einbauten in das von der MLP SE angemietete Verwaltungsgebäude, deutlich auf 4,8 Mio. € (3,1 Mio. €). Die sonstigen Aufwendungen lagen mit 15,3 Mio. € (13,6 Mio. €) deutlich über dem Vorjahresniveau. Der Anstieg resultiert im Wesentlichen aus einem einmaligen Sondereffekt im Zusammenhang mit der Verminderung des Anlagevermögens durch Veränderungen in der IT-Infrastruktur. Das EBIT sank infolgedessen deutlich auf 5,1 Mio. € (8,8 Mio. €). Im Finanzergebnis wirkten sich gestiegene Zinserträge positiv aus, sodass sich dieses deutlich auf 1,3 Mio. € (0,7 Mio. €) erhöhte. Dennoch reduzierte sich das EBT deutlich auf 6,4 Mio. € (9,5 Mio. €). Segment Deutschland.Immobilien Die Gesamterlöse im Segment Deutschland.Immobilien verringerten sich im Berichtsjahr deutlich auf 47,7 Mio. € (56,9 Mio. €). Die Umsatzerlöse sanken deutlich auf 42,3 Mio. € (51,6 Mio. €). Die wieder deutlich angezogenen Erlöse aus der Immobilienvermittlung konnten die erwartungsgemäß deutlich geringeren Erlöse aus der Immobilienentwicklung nicht kompensieren. Die sonstigen Erträge lagen mit 5,4 Mio. € (5,3 Mio. €) auf dem Vorjahresniveau. Die Bestandsveränderungen resultieren aus der Immobilienentwicklung und spiegeln die durch den Bau- und Verkaufsfortschritt erwirtschafteten Vermögensänderungen innerhalb des Berichtszeitraums wider. Mit Fortschreiten der Projekte geht eine Erhöhung dieses Postens einher. Im Gegenzug wird mit dem sukzessiven Verkauf von Projekteinheiten dieser Posten vermindert. Angesichts unserer reduzierten Bautätigkeiten bei weiterlaufenden Verkaufstätigkeiten sowie enthaltenen Abschreibungen auf das Vorratsvermögen beliefen sich die Bestandsveränderungen im Geschäftsjahr 2024 auf -4,3 Mio. € (-11,3 Mio. €). Die Aufwendungen für bezogene Leistungen aus dem Provisionsgeschäft erhöhten sich, bedingt durch eine erhöhte Vermittlung von Wohneinheiten durch MLP Berater, deutlich auf 27,2 Mio. € (15,8 Mio. €). Die Aufwendungen für bezogene Leistungen aus der Immobilienentwicklung sanken aufgrund des rückläufigen Volumens in der Immobilienentwicklung deutlich auf 5,2 Mio. € (19,4 Mio. €). Der Posten Bewertungsergebnis/Risikovorsorge erhöhte sich deutlich auf -4,9 Mio. € (0,8 Mio. €), nachdem es im Vorjahr höhere Auflösungen von Einzelwertberichtigungen gab. Der Personalaufwand sank deutlich auf 34 MLP Geschäftsbericht 2024 8,5 Mio. € (9,4 Mio. €), vor allem bedingt durch eine gesunkene Mitarbeiterzahl. Die planmäßigen Abschreibungen und Wertminderungen reduzierten sich deutlich auf 1,2 Mio. € (5,7 Mio. €). Hintergrund des Rückgangs ist die im Vorjahr enthaltene Firmenwertabschreibung auf die zahlungsmittelgenerierende Einheit DI Vertrieb. Die sonstigen Aufwendungen sanken nach einem hohen Vorjahreswert deutlich auf 8,0 Mio. € (11,5 Mio. €). Das EBIT lag infolgedessen mit -11,7 Mio. € (-15,3 Mio. €) deutlich über dem Vorjahresniveau. Im Finanzergebnis profitierte das Segment von einem deutlich positiven Bewertungsergebnis aus der Modifikation von konzerninternen Darlehensverträgen mit der MLP Banking AG und der MLP SE sowie mit einem konzernexternen Darlehensvertrag und in der Folge gesunkenen Darlehenskonditionen ab dem zweiten Quartal. Somit stieg das Finanzergebnis deutlich auf 4,7 Mio. € (-6,2 Mio. €). Damit verbesserte sich das EBT deutlich auf -7,0 Mio. € (-21,5 Mio. €). Segment Industriemakler Die Gesamterlöse des Segments Industriemakler konnten im Berichtsjahr deutlich auf 38,4 Mio. € (34,9 Mio. €) gesteigert werden. Dabei stiegen die Umsatzerlöse infolge höherer Erlöse aus dem Sachversicherungsgeschäft leicht auf 36,5 Mio. € (33,6 Mio. €). Die sonstigen Erträge erhöhten sich auf 1,9 Mio. € (1,4 Mio. €). Die Aufwendungen für bezogene Leistungen aus dem Provisionsgeschäft lagen nahezu unverändert bei 1,0 Mio. € (1,1 Mio. €). Der Personalaufwand erhöhte sich, bedingt durch gestiegene Gehälter und eine gestiegene Mitarbeiterzahl, leicht auf 21,8 Mio. € (20,4 Mio. €). Die planmäßigen Abschreibungen und Wertminderungen beliefen sich auf 3,0 Mio. € (3,4 Mio. €). Die sonstigen Aufwendungen sanken deutlich auf 6,2 Mio. € (8,7 Mio. €), bedingt durch die negative Beeinflussung dieses Postens im Vorjahr durch einen Effekt aus der Verschmelzung der Dr. Schmitt Versicherungsmakler GmbH und der Bavaria-Assekuranz Versicherungsmakler GmbH auf die Dr. Schmitt GmbH Würzburg. Infolgedessen stieg das EBIT deutlich auf 6,4 Mio. € (1,4 Mio. €). Bei einem Finanzergebnis von -0,5 Mio. € (-0,9 Mio. €) erhöhte sich das EBT deutlich auf 6,0 Mio. € (0,5 Mio. €). Segment Holding Die Gesamterlöse im Segment Holding erhöhten sich im Berichtsjahr deutlich auf 18,7 Mio. € (16,2 Mio. €). Da dieses Segment nicht operativ tätig ist, fallen auch keine Umsatzerlöse an. Die sonstigen Erträge stiegen, bedingt durch höhere Konzernumlagen, im Wesentlichen aus Umstrukturierungen und dem Wechsel von Mitarbeitern aus anderen Konzerngesellschaften in die MLP SE, deutlich auf 18,7 Mio. € (16,2 Mio. €). Der Personalaufwand lag mit 13,4 Mio. € (9,5 Mio. €) deutlich über Vorjahr, vor allem bedingt durch Umstrukturierungen und den Wechsel von Mitarbeitern aus anderen Konzerngesellschaften in die MLP SE sowie durch Gehaltsanpassungen. Die planmäßigen Abschreibungen und Wertminderungen beliefen sich auf 2,3 Mio. € (2,1 Mio. €). Die sonstigen Aufwendungen erhöhten sich deutlich auf 20,6 Mio. € (16,4 Mio. €). Der Anstieg resultiert vor allem aus höheren EDV-Kosten, Aufwendungen für Marketingmaßnahmen sowie gestiegenen Beratungsaufwendungen. Das EBIT reduzierte sich infolgedessen deutlich auf -17,5 Mio. € (-11,9 Mio. €). Im Finanzergebnis wirkten sich unter anderem das infolge der Modifikation eines Darlehensvertrags mit der DI Gruppe geringere Bewertungsergebnis sowie geringere Zinserträge auf Steuerguthaben negativ aus, weswegen dieses auf 3,0 Mio. € (4,4 Mio. €) sank. Damit reduzierte sich das EBT deutlich auf -14,4 Mio. € (-7,5 Mio. €). 35 MLP Geschäftsbericht 2024 Mitarbeiter und selbstständige Kundenberater Fokus auf Mitarbeiter und Berater Qualifizierte und motivierte Mitarbeiter sowie selbstständige Kundenberater sind für die MLP Gruppe als wissensbasiertes Dienstleistungsunternehmen die wichtigste Grundlage für einen nachhaltigen Unternehmenserfolg. Deshalb lag auch im Jahr 2024 ein wesentlicher Fokus auf einer kontinuierlichen Weiterentwicklung der Personalarbeit für die Mitarbeiter einerseits sowie auf der Gewinnung neuer Berater und deren Qualifizierung andererseits. Entwicklung der Mitarbeiterzahlen Die Zahl der Mitarbeiter im MLP Konzern lag im Geschäftsjahr 2024 bei durchschnittlich 2.454 (2.338). Der Anstieg ist im Wesentlichen auf eine höhere Anzahl an Neueinstellungen sowie aus der Elternzeit zurückkehrende Mitarbeiter zurückzuführen. Zur Erhöhung der Mitarbeiterzahl trug zudem die erstmals konsolidierte Uniwunder GmbH im Segment Finanzberatung bei, die im Vorjahr noch nicht enthalten war. Die Zugänge bei der Holding resultieren nach wie vor aus den Umstrukturierungen im Zuge der Zulassung der MLP SE als Mutterfinanzholding-Gesellschaft der MLP Gruppe. Insbesondere fanden deshalb Wechsel von der MLP Finanzberatung SE in die MLP SE statt. Die Fluktuation innerhalb des Konzerns lag im Berichtsjahr 2024 bei 9,9 % (9,0 %). Das Durchschnittsalter der Mitarbeiter beträgt derzeit 43 Jahre. Die nachfolgende Tabelle zeigt, wie sich die Zahl der Mitarbeiter in den einzelnen Segmenten in den vergangenen Jahren entwickelt hat: Entwicklung der Mitarbeiterzahlen nach Segmenten (ohne MLP Berater)
| Segment | 2024 | 2023 | 2022 | 2021 | 2020 |
| Finanzberatung1 | 1.122 | 1.091 | 1.100 | 1.132 | 1.097 |
| Banking | 238 | 222 | 210 | 201 | 193 |
| FERI | 294 | 275 | 260 | 235 | 221 |
| DOMCURA | 333 | 311 | 297 | 304 | 293 |
| Industriemakler | 282 | 267 | 249 | 132 | — |
| Holding | 92 | 64 | 24 | 55 | 46 |
| Deutschland.Immobilien | 93 | 109 | 113 | — | — |
| Gesamt | 2.454 | 2.338 | 2.252 | 2.058 | 1.850 |
| Stand: 31. Dezember 2024 / Personalwechsel zwischen Segmenten sind in den Zahlen entsprechend abgebildet. | |||||
| 1 Inklusive ZSH GmbH Finanzdienstleistungen, MLP Dialog GmbH und Uniwunder GmbH |
Entwicklung der Beraterzahlen, Geschäftsstellen und Hochschulteams Die Anzahl der selbstständigen Kundenberater stieg zum Ende des Geschäftsjahres 2024 auf 2.110 Berater (2.055). Zum 31. Dezember 2024 unterhielt MLP 127 Geschäftsstellen (128). Die Zahl der Hochschulteams lag zum 31. Dezember 2024 bei 95 (96). 36 MLP Geschäftsbericht 2024 Personalstrategie und personalwirtschaftliche Handlungsfelder Die Personalstrategie der MLP Gruppe basiert auf vier Säulen „Menschen und Miteinander“, „Attraktiver Arbeitgeber“, „Zukunft gestalten und Potenziale unserer Mitarbeiter fördern“ sowie „Effizient Arbeiten“ und leistet einen wesentlichen Beitrag, damit Menschen mit Freude für die Gesellschaften in der MLP Gruppe arbeiten – heute und in Zukunft. Aus der Personalstrategie leiten sich wesentliche personalwirtschaftliche Handlungsfelder für uns ab. Das sind exemplarisch die strategische Personal- und Nachfolgeplanung, die Positionierung der Arbeitgebermarke der Gesellschaften in der MLP Gruppe oder die Erhöhung der Arbeitgeberattraktivität. Dies gilt auch und gerade für Eltern, unter anderem durch den aktiven Ausbau und die Optimierung der familienfreundlichen Rahmenbedingungen des Arbeitens bei MLP und unsere Führungskultur. Auf Basis des MLP Leitbildes und den personalstrategischen Ansätzen wurden im Herbst 2021 neue Führungsgrundsätze für den MLP Gemeinschaftsbetrieb unter Einbezug von Führungskräften aller Hierarchieebenen in einem interaktiven Workshop entwickelt. Diese wurden im Geschäftsjahr 2022 implementiert, kommuniziert und geschult. Die Führungsgrundsätze bilden die Basis für die fortlaufende Weiterentwicklung der MLP Führungs- und Personalentwicklungsinstrumente. Die Ergebnisse aus der in den Jahren 2022 und 2023 durchgeführten Befragungen zum allgemeinen Stimmungsbild und zur Führungsqualität wurden auch im Geschäftsjahr 2024 zur Ableitung eines umfangreichen Maßnahmenpakets genutzt. So wurden beispielsweise die Prozesse zur Auswahl und Schulung von Führungskräften weiter professionalisiert und die Formate für die regelmäßigen Führungs- und Mitarbeiterentwicklungsdialoge weiterentwickelt. Mit dem neuen MLP Bildungswallet haben alle Mitarbeiter im MLP Gemeinschaftsbetrieb seit dem Geschäftsjahr 2024 ein Weiterbildungskontingent von mindestens 20 Stunden Weiterbildungszeit, in zwei Jahren. Für Führungskräfte kommen weitere zehn Stunden in Führungskompetenzen dazu. Die Führungsgrundsätze wurden für Führungskräfte am MLP Campus in Wiesloch entwickelt, aber auch in anderen Konzernbereichen werden vergleichbare Aktivitäten durchgeführt oder sind in Planung. Die MLP Führungsgrundsätze wurden auch genutzt, um Kompetenzprofile für Führungskräfte und für Mitarbeiter zu entwickeln. Diese „Future Skills“ bilden die Grundlage für die fortlaufende Weiterentwicklung der Schulungs- und Befähigungsangebote für MLP Mitarbeiter. Neue Führungskräfte erhalten auf Basis eines Potenzialinterviews und der Performance im Auswahlprozess einen für sie bedarfsgerechten Entwicklungsplan mit passenden Personalentwicklungsinstrumenten und Befähigungsangeboten wie einem Führungskräfteentwicklungsprogramm. Auf Basis einer Umfrage zur Gesundheit am Arbeitsplatz haben wir im Geschäftsjahr 2024 ein umfangreiches Maßnahmenpaket zur Gesundheitsprävention etabliert. Die Förderung der Gesunderhaltung der Mitarbeiter ist uns ein besonderes Anliegen. Dabei betrachten wir stets vielfältige Aspekte wie zum Beispiel das Arbeitsklima, Flexibilität in Bezug auf die Arbeitszeitgestaltung, gegenseitige Wertschätzung, eine gelebte Fehlerkultur und soziale Angebote. Wir sind überzeugt, dass unsere Maßnahmen zur Förderung der physischen und psychischen Gesundheit unserer Mitarbeiter sich positiv auf die Motivation, auf die Aufrechterhaltung der Leistungsfähigkeit sowie auf die Reduzierung von Krankheitstagen auswirken können. Wir unterstützen unsere Mitarbeiter dabei, ihre individuellen Lebenskonzepte mit einem produktiven und erfolgreichen Berufsleben in Einklang zu bringen und schaffen in den Gesellschaften der MLP Gruppe die Rahmenbedingungen dafür. Als Zeichen der öffentlichen Verpflichtung zu Diversity hat MLP im Jahr 2014 die Charta der Vielfalt unterzeichnet und sich damit selbst verpflichtet, für ein vorurteilsfreies Arbeitsumfeld einzutreten, in dem Chancengleichheit selbstverständlich ist. Die MLP Gruppe fördert vielfältige Teams und schafft eine Unternehmenskultur, die von einem starken Zugehörigkeitsgefühl geprägt ist und in dem sich all unsere Teammitglieder wertgeschätzt fühlen. Wir wollen, dass unsere Mitarbeiter sich frei einbringen und ihr volles Potenzial im Unternehmen entfalten können, unabhängig von Geschlecht, ethnischer Zugehörigkeit, Herkunft, Alter oder Religion. Nur so – mit vielen Talenten, unterschiedlichen Hintergründen und Stärken – können wir in einem herausfordernden und zukunftsorientierten Umfeld gemeinsam profitieren. 37 MLP Geschäftsbericht 2024 Ein weiteres Handlungsfeld ist das aktive Hinarbeiten auf eine stärkere Teilhabe von Frauen auf allen Führungsebenen des Unternehmens. Insgesamt genießen die Frauenförderung und die Vereinbarkeit von Beruf und Familie bei MLP einen hohen Stellenwert. Daher hat MLP dieses Thema bereits in den vergangenen Jahren forciert und diverse Maßnahmen zur Förderung von Frauen in Führungspositionen ergriffen. Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie soll auch die Gleichberechtigung in den Gesellschaften der MLP Gruppe stärken und die Gesunderhaltung unserer Mitarbeiter fördern. Wir glauben daran, dass eine gute Lebensbalance zur Motivation und Zufriedenheit unserer Mitarbeiter beiträgt und schaffen in den Gesellschaften der MLP Gruppe die Rahmenbedingungen dafür. Dies unterstreichen wir auch durch unsere Zertifizierung gemäß dem Audit „berufundfamilie“, die die Gesellschaften im MLP Gemeinschaftsbetrieb erstmals in 2019 erfolgreich durchgeführt haben. Auf Basis der Rezertifizierung des Audits im Jahr 2022 wurden für die kommenden drei Jahre weitere Umsetzungsziele zur Förderung der Familienfreundlichkeit und lebensphasenorientierten Ausrichtung der Maßnahmen zur Arbeitnehmerbindung vereinbart. Im November 2020 hat der Vorstand eine Zielgröße für den Frauenanteil auf der ersten Führungsebene der MLP SE unterhalb des Vorstands von mindestens 33 % beschlossen. Im Dezember 2022 hat der Vorstand ergänzend eine Zielgröße von ebenfalls mindestens 33 % für die zweite Führungsebene der MLP SE unterhalb des Vorstands festgelegt. Diese Zielgrößen sollen jeweils bis zum Ablauf des Geschäftsjahres 2025 erreicht werden. Zum 31. Dezember 2024 lag der Frauenanteil auf der ersten Führungsebene der MLP SE unterhalb des Vorstands (Bereichsleitung) bei 60 % von insgesamt 5 Personen. Auf der zweiten Führungsebene der MLP SE unterhalb des Vorstands (Abteilungsleitung) lag der Frauenanteil bei 0 % bei insgesamt nur 3 Personen. Die weitere Digitalisierung der Personalarbeit war auch 2024 ein Tätigkeitsschwerpunkt: So wurde unter anderem ein Mitarbeiterportal zur Digitalisierung des Schriftverkehrs im Bereich der betrieblichen Altersvorsorge für Mitarbeiter eingeführt und die robotergesteuerte Prozessautomatisierung verschiedener HR-Prozesse weiter vorangetrieben. Zudem wurden weiter verstärkt hybride und agile Arbeitsmethoden im Unternehmen zur Anwendung gebracht und programmatisch auch mit in die Personalarbeit überführt. Auch zukünftig wird ein wesentlicher Fokus der Personalarbeit auf dem Aufbau von Kompetenz und Erfahrungswissen im Unternehmen liegen, um durch den Einsatz von moderner Technik einschließlich künstlicher Intelligenz die Effizienz wesentlicher Prozessabläufe zu steigern und mehr Freiraum am Arbeitsplatz unserer Mitarbeiter zu schaffen. 38 MLP Geschäftsbericht 2024 Zusammenfassung Wirtschaftsbericht Im Geschäftsjahr 2024 war das gesamtwirtschaftliche Umfeld weiterhin herausfordernd, was sich auch in der Branchen- und Wettbewerbssituation widerspiegelte und sich letztlich auch auf die Geschäftsaktivitäten von MLP auswirkte. Insgesamt waren auch die regulatorischen Entwicklungen herausfordernd. Der Geschäftsverlauf trotzte dem Umfeld und MLP erreichte beispielsweise beim betreuten Vermögen mit 63,1 Mrd. € (57,0 Mrd. €) und beim Prämienvolumen in der Sachversicherung mit 750,6 Mio. € (687,0 Mio. €) jeweils neue Höchstwerte im Jahresvergleich. Im Vergleich zum Vorjahr hat die MLP Gruppe für das Jahr 2024 eine Reduktion ihrer CO2-Emissionen pro Kopf und eine Erhöhung des Anteils von Frauen in Führungspositionen erreicht. Die Ertragslage verzeichnete steigende Gesamterlöse, bestehend aus den Umsatzerlösen und den sonstigen Erträgen, auf den neuen Höchstwert von 1.066,7 Mio. € (973,5 Mio. €) und auch die Umsatzerlöse als größter Teil davon erreichten den neuen Höchstwert von 1.037,5 Mio. € (941,1 Mio. €), wobei es unterschiedliche Entwicklungen in den einzelnen Beratungsfeldern bzw. Segmenten gab. Das EBIT lag mit 95,0 Mio. € (70,7 Mio. €) deutlich über dem Vorjahr. Nach Ansicht von MLP war die Finanzlage weiterhin solide. Die Kapitalstruktur verzeichnete erneut eine gute Eigenkapitalausstattung mit einer Eigenkapitalquote von 13,7 % (13,6 %) bei fortgesetzt niedrigem Fremdfinanzierungsbedarf. Die Liquiditätsausstattung war weiterhin gut, es standen ausreichende Liquiditätsreserven zur Verfügung, neben liquiden Mitteln bestehen auch noch freie Kreditlinien. Die Investitionen wurden fortgesetzt. Die Vermögenslage zeigte einen leichten Anstieg der Bilanzsumme auf 4.152,3 Mio. € (3.917,5 Mio. €). Die zum Jahresbeginn abgegebenen Prognosen wurden unterjährig teilweise angepasst, sodass die Geschäftszahlen weitestgehend mit den, teilweise angepassten, Prognosen übereinstimmen. Die Umsatzerlöse lagen im Berichtsjahr 2024 deutlich über Vorjahr, was der unterjährig angepassten Prognose entspricht, nachdem wir zu Jahresbeginn nur leicht steigende Umsatzerlöse erwartet hatten. Das EBIT lag im Berichtsjahr 2024 mit 95,0 Mio. € in dem von uns unterjährig angepassten prognostizierten Korridor zwischen 85 Mio. € und 95 Mio. €, nachdem wir zu Jahresbeginn einen prognostizierten Korridor zwischen 75 Mio. € und 85 Mio. € angegeben hatten. Die Zahl der Mitarbeiter nahm auf 2.454 (2.338) zu, während die Zahl der selbstständigen Kundenberater auf 2.110 (2.055) stieg. Die Geschäftsentwicklung im abgelaufenen Geschäftsjahr 2024 ist insgesamt als positiv zu bewerten. Trotz aller Herausforderungen konnten wir operative und strategische Erfolge erzielen, insbesondere in unserem Kundengeschäft. 39 MLP Geschäftsbericht 2024 Risikobericht Risikomanagementsystem Unter Risikomanagement versteht MLP den Einsatz eines umfassenden Instrumentariums für den Umgang mit Risiken gemäß der durch den Vorstand festgelegten Strategie sowie dem damit verbundenen Risikotragfähigkeitsprozess. Risiken sollen im Rahmen der internen Kontrollverfahren und aufgrund der damit verbundenen Ertragschancen und Wachstumspotenziale bewusst und kontrolliert eingegangen werden. Wesentliche Bestandteile des gruppenweiten Risikomanagementsystems bilden dabei die Aufbau- und Ablauforganisation und insbesondere die Risikosteuerungs- und -controllingprozesse sowie die besonderen Funktionen Risikocontrolling, Compliance und Interne Revision. Das Risikomanagementsystem dient ebenfalls dazu, den Anforderungen nach § 91 Abs. 2 AktG bzgl. eines Risikofrüherkennungssystems nachzukommen. Die Risikosteuerung erfolgt nach normativer und ökonomischer Steuerungsperspektive. In der ökonomischen Steuerungsperspektive wird auf eine barwertnahe Betrachtungsweise abgestellt. Die ökonomische Risikotragfähigkeit wird auf Basis des IFRS Konsolidierungskreises ermittelt, wobei eine unmittelbare Risikodurchschau in den Gesellschaften der Gruppe nach CRR erfolgt und weitere im IFRS Konzernabschluss berücksichtigte Gesellschaften über einen Beteiligungsansatz betrachtet werden. Aus dem Beteiligungsansatz, welcher nach etablierten Unternehmensbewertungsverfahren ermittelt wird und der den GuV-geprägten, nicht bankregulierten Konzernteil der MLP Gruppe umfasst, werden Beteiligungsrisiken abgeleitet und stille Reserven/Lasten im Risikodeckungspotenzial berücksichtigt. Die quantifizierten Risiken werden zu einem Konfidenzniveau von 99,9 % oder vergleichbar ermittelt. Die barwertige Risikodeckungsmasse wird dabei nach einem barwertnahen Verfahren abgeleitet. Gruppenweites Risikomanagement Im Rahmen des Risikomanagements werden alle Gesellschaften der MLP Gruppe mit wesentlichen Risiken analog zum Konsolidierungskreis nach IFRS in das gruppenweite Risikomanagement einbezogen. Diese Unternehmen bilden zusammen mit den unwesentlichen, nachgeordneten Unternehmen der MLP Gruppe die MLP Finanzholding-Gruppe (MLP FHG). In der MLP FHG ist die MLP SE als zugelassene Finanzholding-Gesellschaft, der die MLP Banking AG als Einlagen- und CRR-Kreditinstitut nachgeordnet ist, das nach § 10a Abs. 2 KWG und gemäß Artikel 11 CRR aufsichtsrechtlich übergeordnete Unternehmen der Gruppe. Im Sinne des § 25a Abs. 3 KWG i. V. m. AT 4.5 MaRisk hat damit der Vorstand der MLP SE eine angemessene Steuerung und Überwachung der wesentlichen Risiken auf Gruppenebene durch entsprechende Verfahren sichergestellt. Dies umfasst insbesondere •die Festlegung gruppenweiter Strategien, •die Sicherstellung der Risikotragfähigkeit in der Gruppe, •die Einrichtung aufbau- und ablauforganisatorischer Regelungen für die Gruppe, •die Implementierung gruppenweiter Risikosteuerungs- und -controllingprozesse sowie •die Einrichtung einer gruppenweit tätigen Risikocontrolling-, Compliance- und Revisionsfunktion. CHANCEN- UND RISIKOBERICHT 40 MLP Geschäftsbericht 2024 Zudem verschafft sich die MLP SE als übergeordnetes Unternehmen der MLP FHG zur Beurteilung der Risiken der Gruppe regelmäßig und anlassbezogen im Rahmen des Strategieprozesses und der Risikoinventur einen Überblick über die Risiken. In Abhängigkeit von den in den einzelnen Unternehmen identifizierten Risiken und deren Ausprägung werden grundsätzlich alle vom übergeordneten Unternehmen als wesentlich identifizierten Risiken der Gruppe berücksichtigt. Zur Identifikation von Nachhaltigkeitsrisiken werden bei den Risikoarten Adressenausfallrisiko, Marktpreisrisiko, Liquiditätsrisiko, operationelles Risiko und sonstige Risiken relevante ESG-Risikotreiber identifiziert. Unter Berücksichtigung von Art, Umfang, Komplexität und Risikogehalt sowie den im Einzelfall unterschiedlich zu würdigenden gesellschaftsrechtlichen Möglichkeiten sind gruppenweite Regelungen zur Ausgestaltung des Risikomanagements der MLP FHG definiert. Für die Zwecke der Risikotragfähigkeitsermittlung können Gesellschaften konsolidiert mit ihren enthaltenen Risiken (Durchschau) oder über das inhärente Beteiligungsrisiko (keine Detaildurchschau auf die gesellschaftsindividuellen Risiken und Kapitalpositionen) berücksichtigt werden. Demnach werden die folgenden Gesellschaften analog der Gruppe nach CRR per Durchschau betrachtet: •MLP SE, Wiesloch •MLP Banking AG, Wiesloch •FERI AG, Bad Homburg v. d. Höhe •FERI (Luxembourg) S.A., Luxemburg Die verbleibenden Gesellschaften, welche wesentliche Risiken bedingen, werden im Beteiligungsansatz abgebildet. Die Gesellschaften der MLP Gruppe können der Anteilsbesitzliste des Anhangs entnommen werden. Es werden 34 vollkonsolidierte Gesellschaften nach IFRS berücksichtigt. Risikogrundsätze Der Vorstand der MLP SE als übergeordnetem Unternehmen der MLP Gruppe legt die Geschäftsstrategie sowie eine dazu konsistente Risikostrategie für die MLP FHG fest. Aus der Risikostrategie geht der gruppenweite Risikoappetit hervor. Die Risikostrategie definiert insofern die Rahmenbedingungen für das Risikomanagement in der MLP FHG. Der Risikoappetit wird dabei regelmäßig überprüft und gegebenenfalls angepasst. Die nachfolgenden in Konsistenz zur Geschäftsstrategie stehenden Grundsätze beschreiben die zentralen Rahmenbedingungen für das Risikomanagement der MLP FHG: Der Vorstand ist für die ordnungsgemäße Geschäftsorganisation und deren Weiterentwicklung verantwortlich: Der Vorstand ist, unabhängig von ergänzenden internen Zuständigkeitsregelungen, für die ordnungsgemäße Geschäftsorganisation und deren Weiterentwicklung im Unternehmen verantwortlich. Er hat die erforderlichen Maßnahmen für die Ausarbeitung der Vorgaben zu ergreifen, sofern nicht das Aufsichtsorgan entscheidet. Diese Verantwortung umfasst die Festlegung angemessener gruppenweiter Strategien (Geschäftsstrategie und Risikostrategie) und die Einrichtung angemessener interner Kontrollverfahren und somit die Verantwortung für alle wesentlichen Elemente der Risikostrategie. Die Verantwortung für die Festlegung der gruppenweiten Geschäfts- und Risikostrategie kann nicht delegiert werden. In der Verantwortung des Vorstands der MLP SE liegen die Umsetzung der Strategie und die damit verbundene Beurteilung der Risiken sowie die Ergreifung und Überwachung von erforderlichen Maßnahmen zur Begrenzung dieser Risiken auf Gruppenebene. Hierzu zählen auch die Entwicklung, Förderung und Integration einer angemessenen Risikokultur auf Gruppenebene. Darüber hinaus verfasst der Vorstand regelmäßig eine Erklärung zur Angemessenheit der Risikomanagementverfahren. Der Vorstand bzw. die Geschäftsführer tragen die Verantwortung für die Risikostrategie: 41 MLP Geschäftsbericht 2024 Der Vorstand des übergeordneten Unternehmens bzw. die Vorstände bzw. Geschäftsführer der nachgeordneten Unternehmen stellen sicher, dass ein alle wesentliche Risikoarten umfassender Ansatz in den Unternehmen integriert ist und geeignete Schritte zur Umsetzung der Risikostrategie unternommen werden. MLP fördert ein starkes Risikobewusstsein und eine ausgeprägte Risikokultur: Eine angemessene Risikokultur ist entscheidend für ein wirksames Risikomanagement. MLP versteht unter Risikokultur die Art und Weise, wie Mitarbeiter im Rahmen ihrer Tätigkeit mit Risiken umgehen. Unsere Risikokultur fördert die Identifizierung und den bewussten Umgang mit Risiken und soll so sicherstellen, dass Entscheidungsprozesse zu Ergebnissen führen, die auch unter Risikogesichtspunkten ausgewogen sind. Kennzeichnend für unsere Risikokultur ist dabei das klare Bekenntnis des Vorstands zu risikoangemessenem Verhalten, die strikte Beachtung des durch den Vorstand kommunizierten Risikoappetits durch alle Mitarbeiter und die Ermöglichung und Förderung eines transparenten und offenen Dialogs innerhalb der Gruppe zu risikorelevanten Fragen. Ein starkes, gruppenweites Risikobewusstsein über den eigenen Zuständigkeitsbereich hinaus und eine entsprechende Risikokultur werden durch adäquate Organisations- und Anreizstrukturen gefördert. Gemäß den Anforderungen an die Vergütungssysteme sind diese so ausgestaltet, dass negative Anreize für Geschäftsleiter und Mitarbeiter zur Eingehung unverhältnismäßig hoher Risikopositionen vermieden werden und keine Risikonahme über den vom Vorstand vorgegebenen Risikoappetit gefördert wird. Die Angemessenheit des Risikomanagement- und -controllingsystems wird laufend überprüft, gegebenenfalls erforderliche Anpassungen werden zeitnah durchgeführt. Adäquate Qualitätsstandards sind etabliert und werden einer laufenden Überprüfung unterzogen. Konkretisiert wird die Risikokultur bspw. anhand der Vorgaben zu Neuproduktprozessen, Änderungsprozessen und Projekten, welche jeweils über Anträge bspw. den Grund sowie die wirtschaftlichen Auswirkungen und korrespondierende Risiken abfragen. Diese Anträge fördern einen geordneten Prozessdurchlauf. Dazu sind Freigabeverfahren durch Markt und Marktfolge bis auf Vorstandsebene vorgegeben. In Bezug auf eine laufende Sicherstellung des Risikobewusstseins ist der sog. „MaRisk-Steuerkreis“ eingerichtet, welcher die Abarbeitung von Arbeitspakten aus neuen regulatorischen Vorgaben, Prüfungen etc. überwacht. Ebenso sind geeignete Frühwarnindikatoren als Ableitung der abstrakten Risikokultur in den Betriebsbereichen etabliert. Diese werden in regelmäßigen Berichten der Geschäftsleitung mitgeteilt. Zielvorgaben tragen bis auf Ebene der Mitarbeiter zur Verankerung der Risikokultur bei. Damit ist sichergestellt, dass Mitarbeiter zu einem risikoangemessenen Verhalten angehalten werden. MLP verfolgt eine umfassende Risikokommunikation inkl. Risikoberichterstattung: Erkannte Risiken werden offen und uneingeschränkt an die betreffenden Führungsebenen berichtet. Der Vorstand des übergeordneten Unternehmens wird umfassend und rechtzeitig (falls erforderlich ad hoc) über das Risikoprofil der in der MLP FHG relevanten Risiken sowie über Gewinne und Verluste informiert. Der Aufsichtsrat erhält die für die Erfüllung seiner gesetzlichen Verpflichtungen erforderlichen Informationen. Die interne Risikokommunikation und -berichterstattung wird durch umfassende, externe Veröffentlichungen ergänzt, um den Interessen der Aktionäre des Konzerns und des Kapitalmarkts angemessen zu entsprechen und den aufsichtsrechtlichen Anforderungen zu genügen. MLP setzt Ziele nach Rentabilität und Risiko Ausgangspunkt der Risikostrategie ist das Konzept eines ertragsorientierten Unternehmensmanagements mit dem Ziel einer nachhaltigen Steigerung des Unternehmenswertes, wie es durch die geschäftsstrategischen Rahmenbedingungen vorgegeben wird. MLP setzt dieses über ein mit den einzelnen Segmenten und Unternehmen verknüpftes systematisches und integriertes Ertrags- 42 MLP Geschäftsbericht 2024 und Risikosteuerungskonzept um. Alle geschäftspolitischen Entscheidungen werden dabei an der Erzielung einer angemessenen Rentabilität unter Berücksichtigung der relevanten Risiken ausgerichtet. Die MaRisk-Risikosteuerung erfolgt in Bezug auf die Kapital-/Risikodeckungsmassenallokation aufgrund des Waivers auf Gruppensicht. Die Risikoidentifikation erfolgt auf Gruppenebene unter Einbindung der Risikoorganisation der Gruppe. Für die Risikotragfähigkeitsbetrachtung werden die Risiken der Gruppe der Risikodeckungsmasse auf Gruppenebene gegenübergestellt. Die die Konzernsegmente umfassende Risikoorganisation ermöglicht die Risikosteuerung innerhalb der einzelnen Konzern-Gesellschaften mit wesentlichen Risiken. Unter diesen Prämissen nimmt MLP in der geschäftspolitischen Ausrichtung grundsätzlich eine risikoadäquate Position ein. Dies bedeutet, dass Risiken unter Beachtung und Sicherstellung der Risikotragfähigkeit bei günstigem Risiko-Chancen-Profil bewusst eingegangen werden, bei ungünstigerem Profil erfolgt in der Regel eine Kompensation oder Verminderung der Risiken. Die Risiko-Ertrags-Relation ist dabei ein Entscheidungskriterium bei der Bewertung von Risikoübernahmen im Einzelfall bzw. bei einem bestimmten Portfolio. So werden beispielsweise für die bei den Adressenausfallrisiken ermittelten Risikokosten über das Gesamtportfolio grundsätzlich entsprechende Risikoprämien am Markt vereinnahmt oder über Cross-Selling-Erlöse verdient. In Abhängigkeit von Art, Umfang und Beeinflussbarkeit des Risikos ist im Einzelfall darüber zu entscheiden, ob das jeweilige Risiko •vermieden (Risiken werden bewusst nicht eingegangen), •reduziert (Reduzierung der Eintrittswahrscheinlichkeit und/oder der Höhe der potenziellen Verluste, Verbesserung der Beherrschbarkeit der Risiken), •übertragen (Risiken werden auf Dritte übertragen, z.B. Versicherungen), und/oder •akzeptiert werden soll. Risikokapital- und Liquiditätsmanagement Risikokapitalmanagement – Risikotragfähigkeit in der Kapitalsicht Aufbauend auf den Ergebnissen der Risikoinventur und den daraus abgeleiteten wesentlichen Risiken erfolgt die Risikosteuerung der Gruppe. Hierzu sind Prozesse zur Sicherstellung einer angemessenen Kapital- und Liquiditätsausstattung implementiert. Risiken werden nur innerhalb der aus Risikotragfähigkeitsgesichtspunkten abgeleiteten Limite übernommen, um unter Berücksichtigung von Risiko-/Ertrags-Aspekten angemessene Renditen zu erzielen. Damit sollen insbesondere Risiken vermieden werden, die die Fortführbarkeit des Geschäftsmodells gefährden können. Basierend auf der geschäftspolitischen Ausrichtung und der aus dem Risikodeckungspotenzial abgeleiteten Risikodeckungsmasse legt der Vorstand die zur Abdeckung des Gesamtrisikoprofils notwendige Allokation für die Kapital- und Liquiditätsausstattung fest. Im Rahmen der ökonomischen Risikotragfähigkeitsrechnung in der Kapitalsicht werden die wesentlichen Risikoarten, darunter Adressenausfall-, Marktpreis-, Liquiditäts- und operationelle Risiken, quantifiziert. Die sonstigen Risiken (insbesondere strategische Risiken, Absatz-, Reputations- und Steuerrisiken) stellen ebenfalls eine wesentliche Risikoart dar, die jedoch nicht per Modell quantifiziert wird. Sonstige Risiken finden über Risikopuffer Eingang in die Risikotragfähigkeitsberechnung. Zudem können sich Nachhaltigkeitsrisiken, welche in Form von transitorischen oder physischen Risiken auftreten können, als querschnittlich betrachtete Risiken innerhalb der vorgenannten Risikoarten manifestieren, weshalb diese als Risikotreiber bestehender Risiken Berücksichtigung finden. Ferner werden Konzentrationsrisiken als querschnittliche Risiken betrachtet bzw. Inter- und Intrarisikokonzentrationen berücksichtigt. 43 MLP Geschäftsbericht 2024 Neben dieser Steuerung des ökonomischen Risikos sowie des ökonomischen Risikokapitals erfolgt eine gleichberechtigte Steuerung der Risikotragfähigkeit auf Basis der regulatorischen Eigenmittelanforderungen sowie der regulatorisch definierten Risiken gemäß der Capital Requirements Regulation (CRR) in der normativen Risikotragfähigkeitsrechnung auf Basis eines mehrjährigen Planungshorizonts, wobei adverse Entwicklungen in Planszenarien berücksichtigt werden. Der aus der Geschäfts- und Risikostrategie abgeleitete Risikoappetit wird unter anderem mittels Zielvorgaben für die Kapitalausstattung, alloziertes Risikodeckungspotenzial, der Festlegung von Wesentlichkeitsschwellen und Warnschwellen für Risikolimitauslastungen, dem allgemeinen Sicherheitenniveau der Risikoquantifizierung sowie weiterer Schlüsselindikatoren oder der Ausgestaltung der Geschäftsorganisation weiter konkretisiert. Ökonomische Perspektive In der ökonomischen Perspektive wird die Sicherstellung einer angemessenen Risikotragfähigkeit vom Gedanken der Substanzsicherung und des Schutzes der Gläubiger vor ökonomischen Verlusten geleitet. Wesentlicher Treiber sind angemessene Margen gegenüber den eingegangenen Aufwendungen und Risiken der MLP FHG. Im Rahmen der Risikotragfähigkeitsrechnung werden einbezogene Risiken daher mit strengen Risikomaßen quantifiziert bzw. beurteilt. Hierzu gehört ein Konfidenzniveau von 99,9 %. Das Risikodeckungspotential wird grundsätzlich aus dem Eigenkapital zuzüglich stillen Reserven/abzüglich stillen Lasten ermittelt. Die Ermittlung des Risikodeckungspotentials (RDP) sowie der Risiken erfolgt im ersten Schritt über eine Durchschau auf die Gesellschaften der aufsichtlichen Gruppe nach CRR. Die Abbildung der weiteren vollkonsolidierten Tochtergesellschaften des IFRS Konzerns und sonstigen Unternehmen im Sinne der CRR erfolgt über einen Beteiligungsansatz, dessen Werte sich über ein Discounted Cash Flow-Verfahren (DCF) und das Capital Asset Pricing Model (CAPM) ableiten. Der Differenzbetrag aus dem Barwert der Beteiligungen und der Buchwerte in der Konzernbilanz des aufsichtlichen Konsolidierungskreis (CRR) wird als stille Reserve bzw. stille Last dem Risikodeckungspotential hinzugerechnet bzw. abgezogen. Auf diesem Beteiligungsansatz erfolgt die Ermittlung der Beteiligungsrisiken. Ebenso werden die stillen Reserven bzw. stillen Lasten des Zinsbuchs als Buchwert-Barwert-Unterschied hinzugerechnet und eine Reduzierung dieses Betrags um die darauf anzurechnenden Verwaltungskosten und Risikokosten vorgenommen. Der dem RDP zugeschlagene Barwert aus dem Provisionsgeschäft („transaktionslastiges Ertragspotential“) des aufsichtlichen Konsolidierungskreises stellt eine aus einem historischen 5-Jahres-Durchschnitt um Sondereffekte bereinigte ewige Rente dar. Immaterielle Vermögenswerte des aufsichtlichen Konsolidierungskreises werden in Abzug gebracht. Ebenso wird das laufende Ergebnis in Abzug gebracht. Aus dem initial im 1. Quartal eines Geschäftsjahres ermittelten Risikodeckungspotential wird quotal eine Risikodeckungsmasse abgeleitet, die unterjährig mindestens dem verfügbaren RDP entspricht. Durch die nicht vollständige Allokation sollen die methodisch bedingten unterjährigen Schwankungen des barwertnahen Risikodeckungspotentials berücksichtigt werden, sodass sich eine stabile RDM ergibt. Normative Perspektive Die normative Perspektive verfolgt das Ziel der Fortführung der MLP FHG unter Einhaltung der einschlägigen, aufsichtsrechtlichen Kennziffern und Quoten. Jährlich wird dafür auf Basis des Long Range Plans (LRP) eine Bilanz und GuV des Konzerns und des aufsichtsrechtlichen Konsolidierungskreises für den Zeithorizont von vier Geschäftsjahren geplant. Die Planung erfolgt sowohl für ein Normalszenario als auch mindestens ein adverses Szenario. Aus diesen Planungen wird der regulatorische Kapitalbedarf abgeleitet und gegen die zur Verfügung stehenden 44 MLP Geschäftsbericht 2024 Eigenmittel gehalten. Es erfolgt ein Abgleich zu den aufsichtlichen Kapitalanforderungen und -erwartungen, darunter Total SREP Capital Requirement (TSCR), Overall Capital Requirement (OCR) und Eigenmittelempfehlung. Die strikt einzuhaltenden Nebenbedingungen wie die LCR (Liquidity Coverage Ratio), sNSFR (simplified Net Stable Funding Ratio), die Leverage Ratio sowie die Einhaltung der Großkreditgrenzen werden ebenfalls geplant und analysiert. Die Auswirkung der wesentlichen Risiken der ökonomischen Perspektive sind ebenfalls in ihrer Auswirkung auf die normative Perspektive zu berücksichtigen. Ein sich abzeichnender Engpass im Kapitalbedarf oder ungünstige Entwicklungen in der Bilanzstruktur können mit diesem Prozess auch in der handelsrechtlich geprägten Steuerungssicht frühzeitig erkannt und adressiert werden, um entsprechende Gegenmaßnahmen einzuleiten. Risikotragfähigkeit in der Liquiditätssicht Im Rahmen der kurzfristigen Liquiditätssteuerung auf Gruppenebene wird das Liquiditätsrisiko insbesondere unter Zuhilfenahme der Liquiditätsdeckungsquote (LCR) beurteilt und gesteuert. Die LCR basiert auf einem aufsichtlich angenommenen Stressszenario, das einen Betrachtungszeitraum von 30 Tagen hat. Der ergänzend implementierte Ansatz der Steuerung über den Liquidity at Risk (LaR) beschreibt den erwarteten maximalen Nettofinanzierungsbedarf aus allen Zahlungen, der mit einem Sicherheitsniveau von 99,9 % nicht überschritten wird. Die strukturelle (mittel- bis langfristige) Liquiditätssteuerung der Gruppe erfolgt primär auf Basis von Liquiditätsablaufbilanzen, die die Entwicklung der Liquidität über mittel- und langfristige Zeithorizonte aufzeigen. Hierbei werden unterschiedlich starke Stressszenarien verwendet. Risikokonzentrationen Zur Beurteilung der mit wesentlichen Risiken verbundenen Risikokonzentrationen stellt die MLP zunächst auf die im Rahmen des laufenden Risikomanagements bzw. der turnusmäßigen Risikoberichterstattung erhobenen Risikowerte ab (bspw. Blankovolumina oder Risikomaße wie der Value-at-Risk). Dabei werden etwaige Risikokonzentrationen identifiziert und soweit möglich anhand quantitativer Maßstäbe bewertet. Bei den Konzentrationen wird zwischen Intra- und Interrisikokonzentrationen unterschieden. Erstere wirken sich innerhalb desselben Risikos aufgrund einer unzureichenden Diversifikation aus, letztere resultieren aus Abhängigkeiten zwischen verschiedenen Risiken. Darauf aufbauend erfolgt nach Maßgabe der in der Risikostrategie festgelegten Risikotoleranzen eine ergänzende, qualitative Würdigung und mithin eine Einschätzung eines möglichen Handlungsbedarfs in Bezug auf weitergehende Steuerungsmaßnahmen. Als wesentliche Intrarisikokonzentrationen bei wesentlichen Risiken gelten: •Kreditrisiko: Konzentrationen auf Kreditnehmern/Gruppe verbundener Kunden; Konzentrationen nach Risikoklassen, Konzentrationen auf den Sektor des Gesundheitswesens, Konzentrationen auf Produkten und einzelne Geschäftspartner •Kontrahentenrisiko: Konzentration hinsichtlich Großkrediten an Kreditinstitute •Zinsänderungsrisiko (periodisch): Konzentration auf kurzen Fristigkeiten auf der Passivseite der Bilanz •Zahlungsunfähigkeitsrisiko in Heimatwährung: Asymmetrische vertragliche Laufzeiten zwischen den langfristigen, wenig liquiden Krediten bzw. Forderungen und den grundsätzlich kurzfristig fälligen Kundeneinlagen. Als wesentliche Interrisikokonzentrationen bei wesentlichen Risiken sind identifiziert: •Reputationsrisiken: es bestehen Abhängigkeiten zum Zahlungsunfähigkeitsrisiko, zu strategischen Risiken und zum Absatzrisiko. Wesentliche Risikokonzentrationen werden regelmäßig überwacht und in der Risikosteuerung berücksichtigt. 45 MLP Geschäftsbericht 2024 Stresstests Gemäß AT 4.3.3 i.V.m. AT 2.2 MaRisk werden für die wesentlichen Risiken der MLP FHG regelmäßig und anlassbezogen Stresstests durchgeführt und deren Auswirkungen, auch bei der Beurteilung der Risikotragfähigkeit, aufgezeigt. Grundsätzlich lassen sich univariate von multivariaten Stresstests, jeweils auf Basis historischer und hypothetischer Szenarien, unterscheiden. Im Rahmen von Sensitivitätsanalysen („univariate Stresstests“) wird lediglich ein Risikoparameter einer Risikoart variiert. So werden die Empfindlichkeit von Risikoparametern und die damit einhergehenden steigenden Kapitalanforderungen hinsichtlich der zugrunde liegenden Risikofaktoren untersucht. Interaktionen zwischen verschiedenen Risikofaktoren werden hierbei nicht betrachtet. In Szenarioanalysen (multivariate Stresstests) hingegen werden simultan mehrere Risikoparameter variiert. Die Auswirkungen ergeben sich aus einem vordefinierten, meist makroökonomischen Szenario. Hierüber werden außergewöhnliche, aber plausibel mögliche Szenarien simuliert. Auch ein Klimastresstest fällt unter die multivariaten Stresstests. In der MLP Finanzholding-Gruppe werden zwei Formen inverser Stresstests unterschieden. Im Fall des inversen Stresstests auf der Risikotragfähigkeit werden ein oder mehrere Parameter so lange gestresst, bis ein vollständiger Verzehr des RDP erreicht wird. Die Stresstests berücksichtigen auf Basis des Gesamtrisikoprofils unter anderem Forderungsausfälle bemerkenswerter Engagements, Bonitätsverschlechterungen, Veränderungen der Zinsstrukturkurve und unerwartete Mittelabflüsse, sowie Kombinationen aus den vorgenannten Risikoparametern. Backtesting und Validierung Gemäß AT 4.1 Tz 9 MaRisk ist die Angemessenheit der im Einsatz befindlichen Methoden und Verfahren zur Risikoquantifizierung in regelmäßigen Abständen bzw. anlassbezogen zu überprüfen. Im Rahmen der Validierung, die qualitative und quantitative Komponenten enthalten soll, sind auch etwaige Modellrisiken einzuschätzen. Ergeben sich Anhaltspunkte für Mängel, so sind diese geeignet zu klassifizieren, deren Ursachen zu ergründen und Handlungsempfehlungen abzuleiten. Entsprechend der Schwere der Mängel sind die Verfahren in einem angemessenen Zeitrahmen zu beheben. Über die festgestellten Mängel und den Zeitplan der Abarbeitung ist die Geschäftsleitung zu informieren. Zwischen den Entwicklern des Modells und dem validierenden Mitarbeiter muss eine personelle Trennung gewährleistet sein. Das konkrete Vorgehen ist in einer Verfahrensanweisung zur Angemessenheitsprüfung und Validierung für Dritte nachvollziehbar festzulegen. Organisation Der Vorstand der MLP SE, die übergeordnetes Unternehmen i.S.d. § 10a KWG ist, ist für die Einrichtung eines angemessenen und wirksamen Risikomanagements in der MLP FHG verantwortlich. Vor diesem Hintergrund werden aufbau- und ablauforganisatorische Vorkehrungen getroffen. Zur Erfüllung der Aufgaben bedient sich die MLP SE einer Risikoorganisation, die der etablierten Segmentsteuerung der Finanzberichterstattung folgt und die Teilsegmente nach IFRS 8 in die Ablauforganisation des gruppenweiten Risikomanagements einbezieht. Die den Segmenten vorstehenden Gesellschaften sind für die in den jeweiligen Teilsegmenten umzusetzenden Risikomanagementsteuerungsmaßnahmen zuständig. Funktionstrennung 46 MLP Geschäftsbericht 2024 Unser Risikomanagement folgt klar definierten Grundsätzen, welche in der gesamten Gruppe verbindlich anzuwenden sind und deren Einhaltung wir fortlaufend überprüfen. Ein wesentlicher Bestandteil dieser Grundsätze ist eine klare aufbau- und ablauforganisatorische Trennung zwischen den einzelnen Funktionen und Tätigkeiten des Risikomanagements. Die Aufbau- und Ablauforganisation wird regelmäßig durch die Interne Revision sowie die Compliance-Funktion überprüft, beurteilt und an interne und externe Entwicklungen zeitnah angepasst. Konzern-Risiko-Manager Der Konzern-Risiko-Manager ist als Mitglied der Geschäftsleitung des übergeordneten Unternehmens MLP SE für die Risikoüberwachungs- und -steuerungsaktivitäten in der MLP FHG verantwortlich. Er wird fortlaufend über die Risikosituation in der MLP FHG informiert und berichtet diese regelmäßig an den Gesamtvorstand und den Aufsichtsrat. Risikocontrolling-Funktion Um gruppenweit Risikothemen frühzeitig und nachhaltig adressieren sowie die Risikosensibilität erhöhen zu können, ist bei MLP eine unabhängige Risikocontrolling-Funktion installiert. Diese ist für die Überwachung und Kommunikation der Risiken der Gruppe zuständig. Risikosteuerungs- und -controllingprozesse Die Risikosteuerung in der MLP FHG und deren dezentrale operative Umsetzung in den Geschäftseinheiten erfolgen auf der Grundlage der Risikostrategie. Die für die Risikosteuerung verantwortlichen Einheiten treffen Entscheidungen zur bewussten Akzeptanz, Reduzierung, Übertragung oder Vermeidung von Risiken. Dabei beachten sie die zentral vorgegebenen Rahmenbedingungen. Insbesondere der Bereich Risikomanagement der MLP SE, in dem die Risikocontrolling-Funktion auf Gruppenebene angesiedelt ist, ist für die Identifikation und Beurteilung von Risiken sowie die Überwachung der Limitierungen verantwortlich. Damit einher geht die Berichterstattung der Risiken an Vorstand und Aufsichtsrat. Frühwarnsysteme unterstützen dabei die Überwachung der Risiken, identifizieren potenzielle Probleme im Frühstadium und ermöglichen damit eine zeitnahe Maßnahmenplanung. Durch entsprechende Richtlinien und eine effektive Überwachung wird zudem sichergestellt, dass die regulatorischen Anforderungen an das Risikomanagement und -controlling von den Risikoorganisationseinheiten der MLP FHG eingehalten werden. Die bei der MLP FHG eingesetzten Methoden zur Risikobeurteilung orientieren sich an der Praxis der Branche sowie den Empfehlungen der Aufsichten und internationalen Standardsetzer unter Berücksichtigung des Proportionalitätsprinzips. Die mit den Risikomodellen ermittelten Ergebnisse zur Steuerung der Risiken sowie die zugrundeliegenden Messkonzepte unterliegen einer regelmäßigen Überprüfung. Trotz sorgfältiger Modellentwicklung und regelmäßiger Kontrollen können dennoch Konstellationen entstehen, die zu höheren Verlusten führen als durch die Risikomodelle prognostiziert. Controlling überwacht Ergebnisentwicklung 47 MLP Geschäftsbericht 2024 Das Controlling ist für die Planungsprozesse und die fortlaufende Überwachung der Ergebnisentwicklung verantwortlich. Der Planungsprozess ist in einen kurz- und mittelfristigen Planungshorizont mit unterschiedlichem Detaillierungsgrad unterteilt. Für die Überwachung der geplanten Zielgrößen werden die tatsächlich erreichten Umsatz- und Ergebnisgrößen im Rahmen von täglichen, wöchentlichen und monatlichen Reportings den entsprechenden Plangrößen gegenübergestellt und somit fortlaufende Transparenz für das Management geschaffen. Internes Kontrollsystem im Rechnungslegungsprozess Das interne Kontrollsystem (IKS) im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess sowie die Lageberichterstattung dienen der Vermittlung eines den tatsächlichen Verhältnissen entsprechenden Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der MLP SE und des MLP Konzerns. Das IKS hat zum Ziel, die vollständige und richtige Erfassung, Verarbeitung sowie Dokumentation sämtlicher Geschäftsvorfälle in Übereinstimmung mit den gesetzlichen und satzungsmäßigen Vorschriften und Standards bzw. Richtlinien sicherzustellen. Die am Rechnungslegungsprozess beteiligten Bereiche unterliegen in besonderem Maße an sie gestellten quantitativen und qualitativen Anforderungen, denen MLP durch eine möglichst klare Organisations-, Unternehmens- sowie Kontrollstruktur begegnet. Dazu werden die mit dem Rechnungslegungsprozess betrauten Mitarbeiter regelmäßig geschult. Das Konzernrechnungswesen ist zentraler Ansprechpartner in allen Fragen zur Bilanzierung. Die Kontrollen im Rechnungslegungsprozess sind darauf ausgerichtet, die Aufstellung der Jahresabschlüsse bzw. des Konzernabschlusses im Einklang mit den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften bzw. den International Financial Reporting Standards (IFRS) zu gewährleisten und die ordnungsgemäße und fristgerechte interne sowie externe Finanzberichterstattung sicherzustellen. Der Umfang der in die Arbeitsabläufe integrierten Kontrollen und Zuständigkeiten ist klar geregelt. Für den zusammengefassten Lagebericht werden ergänzend Finanz- und Risikodaten herangezogen, die ebenfalls dem internen Kontrollsystem unterliegen. Wichtige Kontrollinstrumente bei allen wesentlichen rechnungslegungsrelevanten Prozessen bilden die Funktionstrennung, systemseitige Kontrollen, das Vier-Augen-Prinzip sowie die Prüfungshandlungen der Internen Revision. Die wesentlichen Prozesse des rechnungslegungsbezogenen IKS sind in Dokumenten und Arbeitsanweisungen niedergelegt, die regelmäßig aktualisiert und im Organisationshandbuch veröffentlicht werden. Die Aufstellung des Jahresabschlusses der MLP SE, der bedeutsamen Konzerngesellschaften sowie des Konzernabschlusses erfolgt grundsätzlich unter Verwendung von Standardsoftware. Das Konzern-rechnungswesen stellt die Vollständigkeit und Richtigkeit der relevanten Angaben auf Basis der zugelieferten Informationen sicher. Die Angemessenheit und Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen IKS werden regelmäßig geprüft und überwacht. Compliance-Funktion Es ist eine Compliance-Funktion eingerichtet, die den Risiken entgegenwirkt, die sich aus der Nichteinhaltung der wesentlichen rechtlichen Regelungen und Vorgaben für die MLP FHG ergeben können. Hierzu zählen insbesondere aufsichtsrechtliche Regelungen zur Vermeidung von Geldwäsche, Terrorismusfinanzierung und sonstigen strafbaren Handlungen beziehungsweise zu Finanzsanktionen, Embargos und dem Kontenabrufverfahren (im Folgenden Geldwäsche- & Betrugsprävention), zur 48 MLP Geschäftsbericht 2024 Insiderprävention, bei der Erbringung von Wertpapier(neben)dienstleistungen, zum Schutz der Kundenvermögenswerte, dem Daten- und Verbraucherschutz, dem Auslagerungsmanagement sowie alle sonstigen institutsspezifischen Regelungen, deren Nichteinhaltung zu einer Vermögensgefährdung oder einem wesentlichen Reputationsrisiko führen können. Compliance kommt auch bei der Überwachung von Verhaltensregeln sowie im Rahmen des Interessenkonfliktmanagements eine entscheidende Rolle bei der Identifikation von Risikopotenzialen zu. Internes Kontrollsystem und Interne Revision sind als Teile des Risikomanagements wesentliche Bestandteile der Prozesse zur Identifikation neuer Risiken und zur Sicherstellung der Wirksamkeit und Angemessenheit der Risiko-managementsysteme. Die Compliance-Funktion berät und unterstützt die Geschäftsleitung sowie die zuständigen Fachbereiche, wirkt auf die Implementierung wirksamer Verfahren zur Einhaltung der wesentlichen Rechtsvorschriften und internen Regelungen sowie entsprechender Kontrollmaßnahmen durch die jeweils zuständigen Stellen hin und berichtet regelmäßig, bei Bedarf anlassbezogen, über ihre Tätigkeit an die Geschäftsleitung und das Aufsichtsorgan. Die Compliance-Funktion fördert und bestärkt zudem die gruppenweite Risikokultur. Damit einhergehend führt dies zu einer Steuerung und Reduzierung der operationellen Risiken. Informationssicherheit Die Vorgaben der europäische Verordnung zur digitalen operationellen Resilienz (DORA) werden im Geschäftsjahr 2025 für das Risikomanagement der Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) beachtet, wodurch sich der IKT-Risikomanagementrahmen fortentwickelt und seinen Beitrag zur Einhaltung eines akzeptablen Niveaus der digitalen operationellen Resilienz leistet. Dabei bedient sich MLP der bestehenden 3-Line-of-Defense Organisation, wobei die Geschäftsleitung insbesondere gestützt durch die Informationssicherheit als sogenannten IKT-Risikokontrollfunktion in einer dezentral geprägten IKT-Risikomanagementorganisation nach zentralen Vorgaben die digitale operationelle Resilienz überwacht. Des Weiteren sind in Bezug auf ein Informationssicherheitsmanagement die Vorgaben der Informationssicherheit zu beachten, welche die Schutzziele „Verfügbarkeit“, „Integrität“, „Vertraulichkeit“ und „Authentizität“ beachten. Verletzen Informationssicherheitsvorfälle die vorgenannten Schutzziele, sind diese zu analysieren und Nachsorgemaßnahmen zu veranlassen. Interne Revision Ein weiterer wesentlicher Aspekt der Überwachung der Qualität unserer identifizierten Risiken besteht in regelmäßigen Prüfungen durch die Interne Revision, die sowohl organisatorisch als auch funktional unabhängig von den operativen Einheiten ist. Geprüft wird vor allem die Einhaltung der maßgeblichen Richtlinien unter besonderer Beachtung gesetzlicher und aufsichtsrechtlicher Vorschriften. Die konzernweit tätige Interne Revision führt zudem regelmäßig in allen Teilbereichen des Konzerns Prozess- und Systemprüfungen durch und überwacht die Behebung der getroffenen Prüfungsfeststellungen. Dies beinhaltet auch die Prüfung der IT-Systeme. Die Interne Revision verfolgt einen risikoorientierten Prüfungsansatz, sie ist unabhängig und dem Finanzvorstand der MLP SE direkt unterstellt. Es werden Gesamtberichte über die durchgeführten Prüfungen verfasst und den zuständigen Geschäftsleitern zur Kenntnis gebracht. Die Überwachung der Behebung der festgestellten Mängel erfolgt in Abhängigkeit des jeweiligen Risikogehalts zeitnah bzw. wird in quartalsweisen „Follow-Ups“ überwacht. Es erfolgt eine regelmäßige konzernweite Berichterstattung durch die Interne Revision an die Gremien der einzelnen Gesellschaften. Darüber hinaus steht die Leitung der Internen Revision im regelmäßigen Austausch mit den Aufsichtsratsvorsitzenden der einzelnen Gremien. 49 MLP Geschäftsbericht 2024 Risikoberichterstattung Eine aussagekräftige Risikoberichterstattung ist die Basis für eine sachgerechte und erfolgreiche Unternehmenssteuerung. Hierzu besteht ein umfassendes internes Reporting-System. Es stellt eine zeitnahe Information der Entscheidungsträger über die aktuelle Risikosituation sicher. Risikoberichte werden in festgelegten Intervallen (monatlich oder vierteljährlich) generiert oder bei Bedarf ad hoc erstellt. Darüber hinaus bilden Planungs-, Simulations- und Steuerungsinstrumente mögliche positive und negative Entwicklungen auf die wesentlichen Wert- und Steuerungsgrößen des Geschäftsmodells und ihre Auswirkung auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns ab. Adressaten der Risikoberichterstattung sind der Vorstand sowie der Aufsichtsrat. Über Veränderungen von relevanten Einflussfaktoren wird zeitnah und umfänglich informiert. Darstellung der Risiken Die MLP FHG ist finanzwirtschaftlichen Risiken ausgesetzt. Diese umfassen insbesondere das Adressenausfall-, das Marktpreis- und das Liquiditätsrisiko. Neben den finanzwirtschaftlichen Risiken bestehen zudem Gefährdungen durch operationelle und die Sonstigen Risiken. Die für die Gruppe wesentlichen Risiken werden mindestens jährlich oder anlassbezogen auf Basis einer Wesentlichkeitseinschätzung, die sich an den Auswirkungen der Risiken auf die Vermögens-, Finanz- oder Ertragslage orientiert, ermittelt. Da eine Aussage zur Wesentlichkeit auf der Gruppenebene getroffen wird, sind nachfolgend diejenigen Risikoarten pro Segment zum Zweck der Transparenz dargestellt. Diese Einheiten tragen in relevantem Maß zu den wesentlichen Gruppenrisiken bei.
| Risikoarten | |||||
| Segmente | Adressenaus-fallrisiko | Marktpreis-risiken | Liquiditäts-risiken | Operationelle Risiken | Sonstige Risiken |
| Holding und Sonstige | x | x | x | x | |
| Banking | x | x | x | x | x |
| Finanzberatung* | x | x | x | x | |
| FERI | x | x | x | x | |
| DOMCURA* | x | x | |||
| Industriemakler* | x | x | |||
| DI Deutschland.Immobilien* | x | x | x |
*Insbesondere die Risiken der Segmente Finanzberatung, DOMCURA, Industriemakler und DI Deutschland.Immobilien sind in der Quantifizierung als Beteiligungsrisiko abgebildet. Adressenausfallrisiken 50 MLP Geschäftsbericht 2024 Das Adressenausfallrisiko ist das Risiko eines Verlusts aufgrund des Ausfalls oder der Bonitätsverschlechterung eines Geschäftspartners. Das Adressenausfallrisiko umfasst neben dem originären Kreditrisiko das Migrationsrisiko, das Kontrahentenrisiko, das Staatsrisiko sowie das Beteiligungsrisiko. Aktuell nicht wesentlich sind das Garantierisiko, das Länderrisiko, das Verwertungsrisiko sowie Mietausfallrisiko. Adressenausfallrisiken sind vornehmlich in den Eigen- und Kundengeschäftspositionen enthalten. Das maximale Ausfallrisiko wird durch die Buchwerte bzw. Barwerte der in der Bilanz aktivierten Finanzinstrumente (insbesondere ausgereichter Kredite und Forderungen sowie derivativer Finanzinstrumente und Garantien (außerbilanzielle Positionen)) wiedergegeben. Die Kreditvergabe beschränkt sich grundsätzlich auf in der Bundesrepublik Deutschland ansässige Kreditnehmer, die mit 96 % den Hauptanteil der kredittragenden Instrumente stellen. Exposures gegenüber Schattenbanken können sowohl im Kredit- und Eigengeschäft als auch aus Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (L&L) entstehen. Die L&L-Forderungen resultieren aus der Vermögensverwaltung, Anlageberatung und -vermittlung sowie aus der Finanzportfolioverwaltung im Bereich Geldanlagen, insbesondere Fonds, und sind kurzfristiger Natur. Aus diesem Grund werden diese Positionen nicht gesondert überwacht, sondern im Rahmen des Adressenausfallrisikos in die Standardverfahren miteinbezogen. Für die Summe der Risikopositionen gegenüber Schattenbanken aus dem Kredit- und Eigengeschäft sowie aus den Forderungen aus L&L gilt als strenge Obergrenze die Großkreditgrenze der Gruppe. Kreditrisiko – Strategie und Kreditpolitik Das Kundenkreditgeschäft mit der Zielgruppe Akademiker und dem Kernmarkt in Deutschland konzentriert sich im Wesentlichen auf Praxis- und Baufinanzierungen, Darlehen mit Zinsfestschreibungen von fünf oder zehn Jahren, die überwiegend durch Vermögensdepots bei der MLP Banking AG oder durch Rückkaufswerte bzw. Anteilsvermögen in Lebensversicherungen bzw. Fondspolicen abgesichert sind (Premiumdarlehen), und das Mengengeschäft. Die Vergabe von Dispositionskrediten für die Inhaber des MLP Kontos und die Bereitstellung von Kreditlimiten im Rahmen der MLP Card stehen dabei hinsichtlich der Stärkung der Neukundengewinnung sowie der Kundenbindung im Vordergrund. Des Weiteren ist zur nachhaltigen Steigerung des Unternehmenswerts geplant, das Volumen der Finanzierungen insbesondere in der Zielgruppe der Mediziner auszubauen. Entsprechend ist das Kundenkreditgeschäft, aufgrund der Fokussierung auf diese inländischen Kundensegmente und die regionale sowie Portfoliodiversifikation, nur vergleichsweise gering von ESG-Risiken betroffen. Diese werden vor allem hinsichtlich Klimarisiken aufgrund von Hochwasserschäden oder bei transitorischen Risiken hinsichtlich der Auswirkung auf die Geschäftsmodelle der Kreditnehmer gesehen. Insgesamt ist die Kreditpolitik von MLP davon geprägt nur Risiken zu übernehmen, die sowohl bekannt als auch der Höhe nach vertretbar erscheinen. Auf Forderungen, die als risikobehaftet eingestuft werden, erfolgt eine entsprechende Wertberichtigung. Ausfallkriterien, wie eine Überfälligkeit von 90 Tagen oder Kriterien der InsO, führen zum Ausfallstatus. Tritt ein Ausfallereignis ein, ist eine szenariobasierte Wertminderungsprüfung vorzunehmen, die auch etwaige Sicherheitsverwertungen unterstellt. Kreditrisiko – Kreditbearbeitung Die Entscheidungsbefugnisse sind in Kompetenzregelungen festgelegt, die sich am Risikogehalt und an den Prozessen der Geschäfte orientieren. Insbesondere Grundschulden dienen MLP als Sicherheiten bei der Vergabe von Kundenkrediten, ein dem Volumen nach abgestuftes Verfahren mit externer Unterstützung ist bei der Bewertung dieser Sicherheiten etabliert. Die Bereitstellung von Krediten im Kundenkreditgeschäft erfolgt durch die Einräumung von Kreditlimiten für den einzelnen Kreditnehmer oder eine Kreditnehmereinheit. Kreditentscheidungen werden von 51 MLP Geschäftsbericht 2024 spezialisierten Mitarbeitern im Rahmen klar definierter Kompetenzen, abhängig von der Größenordnung, Bonität der Kreditnehmer und Besicherung, getroffen. Mit Hilfe spezieller Scoring-Verfahren werden insbesondere im Mengenkreditgeschäft bei der Kreditkarte und dem Konto schnelle Entscheidungen bei gleichbleibend hoher Qualität sichergestellt. Die Wiederanlage unserer Kundeneinlagen erfolgt unter Berücksichtigung eines angemessenen Fristentransformationsrisikos vorrangig im Kundenkreditgeschäft, aber auch in Tages- und Termingelder, Anleihen, Schuldscheinen und sonstigen Finanzinstrumenten. Währungs- und Handelsrisiken werden nicht in wesentlichem Umfang eingegangen. Kreditrisiko – Steuerung Die Zuständigkeiten im Kreditgeschäft – von der Beantragung über die Genehmigung bis hin zur Abwicklung, einschließlich der periodischen Überwachung mit regelmäßiger Bonitätsanalyse – sind definiert und in unserem Organisationshandbuch dokumentiert. Geeignete Steuerungskennzahlen werden definiert und überwacht. So sind Frühwarnindikatoren wie die Überwachung von Rückständen über 30 Tage oder länger, Schwellen von internen Ratings und Konzentrationen in Branchen implementiert. Die Non-Performing-Loan-Quote (NPL) ist das Verhältnis aus den notleidenden Krediten zum Gesamtbestand an Darlehen und Krediten inkl. Guthaben bei Kreditinstituten und Zentralbanken. Diese Quote liegt bei MLP deutlich unter der aufsichtlichen Beobachtungsgrenze von 5 %, sodass derzeit keine explizite Strategie für das NPL-Portfolio festgelegt ist. Die Kennzahl wird laufend überwacht. Erkannte Problemkredite werden bei MLP an entsprechende Facheinheiten übertragen und von Spezialisten betreut. Die potenziellen Ausfallrisiken werden darüber hinauslaufend über die Gegenüberstellung von Wertberichtigungen und risikobehaftetem Kreditvolumen ermittelt und bewertet. Für die aufsichtsrechtliche Gruppe nach CRR beträgt die NPL-Quote zum 31. Dezember 2024 1,2 % (VJ.: 0,5 %) und liegt damit deutlich unter der aufsichtlichen Beobachtungsgrenze von 5 %. Bei der Portfolioüberwachung des Kundenkreditgeschäfts werden regelmäßig die verschiedenen Kreditarten gemessen und nach Produktklassen, Branchen und Größenklassen in der Risikoberichterstattung dargestellt. Einzelne Produktklassen, Branchen und Größenklassen der Kundenkredite werden bisher nicht limitiert, obgleich auf eine Mischung der vorgenannten Ausprägungen geachtet wird. Im individuellen Bereich der Baufinanzierungen, Lombardkredite, Premiumdarlehen und Praxisfinanzierungen werden im Rahmen der internen Steuerung die privilegierten Grundpfandrechte auf Wohn- und Gewerbeimmobilien den Kreditbeständen gegenübergestellt. Weitere Sicherheitenarten werden zur Absicherung der Kreditengagements hereingenommen, finden in der internen Risikosteuerung aktuell jedoch keine Berücksichtigung. In Abhängigkeit des Ratingstatus wird für die ökonomische Perspektive der Risikotragfähigkeitsrechnung auf aufsichtsrechtliche Berechnungsmethoden abgestellt. Für die mit Hilfe des VR-Ratings intern klassifizierten Positionen erfolgt die Berechnung der ökonomischen Risiken in Anlehnung an den IRB-Ansatz und die Barwerte der Geschäftspositionen zum Konfidenzniveau von 99,9 %. Für Kreditnehmer, die intern nicht klassifiziert wurden, jedoch über ein externes Rating verfügen, wird mit Hilfe einer Mapping-Tabelle dieses externe Rating in das von MLP als Masterskala verwendete VR-Rating überführt und beurteilt. Aufgrund der so ermittelten Ausfallwahrscheinlichkeit und einer eigenen Beurteilung von qualitativen Aspekten wie Bilanzkennziffern, branchenspezifischen Erkenntnissen etc. werden extern klassifizierte Kreditnehmer ebenfalls, wie intern klassifizierte Kreditnehmer behandelt und in Anlehnung an den IRB-Ansatz bewertet. Für den ungerateten Restbestand wird auf den Kreditrisiko-Standardansatz in Anlehnung an die aufsichtsrechtlichen Formeln gemäß CRR zurückgegriffen. 52 MLP Geschäftsbericht 2024 Die potenziellen Ausfallrisiken werden darüber hinauslaufend über die Gegenüberstellung von Wertberichtigungen und risikobehaftetem Kreditvolumen ermittelt und bewertet. Detaillierte Angaben zur Ermittlung sowie zur Entwicklung der Risikovorsorge können dem Anhang entnommen werden. Über die oben beschriebenen Risiken hinaus bestehen insbesondere auch Kontrahentenrisiken im Rahmen der Eigengeschäfte. Die Risiken, insbesondere aus dem Ausfall von Kontrahenten im Kapitalanlagemanagement, werden auch vor dem Hintergrund der aktuellen Marktentwicklung über die Qualitätsanforderungen der Kapitalanlagerichtlinien begrenzt. In deren Rahmen wird die Anlage verfügbarer Mittel hinsichtlich Vorgaben zu Anlagekategorien und -produkten, Fristigkeiten, Wirtschaftssektoren und Regionen festgelegt. Die Geldanlage erfolgt grundsätzlich in Euro. Bei allen Anlageentscheidungen sind die dokumentierten Kompetenzen und weiteren Regelungen zu berücksichtigen. Beteiligungsrisiko Des Weiteren bestehen in der Gruppe Risiken aus Beteiligungen, die sog. Beteiligungsrisiken. Diese erhalten in der normativen Perspektive eine Bewertung über den Kreditrisikostandardansatz. In der ökonomischen Perspektive wurde die Bedeutung des Beteiligungsrisikos für die Risikoquantifizierung breiter gefasst. Risiken innerhalb der aufsichtsrechtlichen Gruppe nach CRR erhalten demnach eine Durchschau auf die in dieser Risikostrategie definierten Risikoarten. Für den verbleibenden provisionslastigen Teil der Gruppe („Nicht-Bank-Teil“) erfolgt aus Informationseffizienz- und Konsistenzüberlegungen zur Baseler Säule 1 eine Bewertung des Risikos der Beteiligungen des nicht in der aufsichtsrechtlichen Gruppe nach CRR berücksichtigten Konzernteils. Dies erfolgt auf Basis der Geschäftssegmente bzw. zahlungsmittelgenerierenden Einheiten (Nicht-Durchschau). Als Grundlage für die Risikobewertung dienen demnach die Bewertungen der im Konzernrechnungswesen betrachteten zahlungsgenerierenden Einheiten nach IFRS unter Zuhilfenahme eines Unternehmensbewertungsverfahrens und des CAPM. Auf die verwendeten Cashflows bzw. den Diskontfaktor werden geeignete Risikofaktoren (z.B. Erhöhung der Marktrisikoprämien und Verminderung der Cashflows) auf Basis historischer Daten multivariat gestresst, um den Risikowert zu ermitteln. Im Ergebnis soll entsprechend den allgemeinen strategischen Vorgaben eine Risikobewertung erfolgen, die mindestens einem univariaten 99,9% Konfidenzniveau gleichsteht. Quantifizierung Zum 31. Dezember 2024 ergibt sich für die MLP FHG ein Adressenausfallrisiko in Höhe von 429,0 Mio. € (VJ.: 368,4 Mio. €). Davon beträgt das Kreditrisiko 119,0 Mio. € (VJ.: 117,9 Mio. €). Das seit diesem Geschäftsjahr quantifizierte Beteiligungsrisiko des „Nicht-Bank-Teils“ der MLP FHG beträgt 310,0 Mio. € (VJ.: 250,5 Mio. €). Die Erhöhung ergibt sich im Wesentlichen aus zinsinduziert gesunkenen Diskontfaktoren. Das quantifizierte Beteiligungsrisiko verteilt sich zum 31. Dezember 2024 auf die Segmente und nicht direkt in der Gruppe nach CRR berücksichtigten Beteiligungen wie folgt:
| Segment1 | Risikoauswirkung in Mio. EUR | |
| 2024 | 2023 | |
| Finanzberatung | 152,5 | 124,3 |
| DOMCURA | 60,6 | 49,8 |
| Deutschland.Immobilien | 38,9 | 29,3 |
53 MLP Geschäftsbericht 2024
| Industriemakler | 54,3 | 44,7 |
| sonstige Beteiligungen2 | 3,6 | 2,4 |
| Summe | 310,0 | 250,5 |
1 Für die Segmente Banking, FERI und Holding werden die Adressenausfall-, Marktpreis-, Liquiditäts- und operationellen Risiken direkt betrachtet. Es ergeben sich keine Beteiligungsrisiken für diese Segmente. 2 Unter den sonstigen Beteiligungen finden sich Beteiligungen der MLP FHG nach IFRS, welche den Segmenten Banking, FERI und Holding zugehörig sind, aber nicht in der aufsichtsrechtlichen Gruppe nach CRR berücksichtigt werden. Aufgrund der weiterhin fortbestehenden, besonderen Risikolage des Segments Deutschland.Immobilien wird über individuelle Risikofaktoren ein erhöhter Risikowert quantifiziert. Marktpreisrisiken Die MLP FHG versteht unter Marktpreisrisiken die Unsicherheit über die Veränderungen von Marktpreisen und –kursen (inkl. Zinssätzen, Aktienkursen, Wechselkursen, Rohwarenpreisen sowie Optionsgeschäften und impliziten Optionen), den zwischen ihnen bestehenden Korrelationen und ihren Volatilitäten. Neben Zinsänderungsrisiken bestehen Credit-Spread-Risiken auf den Eigenanlagen. Für die Gruppe wurden das periodische und das barwertige Zinsänderungsrisiko als wesentliche Risiken identifiziert. Die Anlagewährung ist im Allgemeinen Euro. Das in der MLP FHG befindliche Institut ist ein Nicht-Handelsbuchinstitut. In der MLP FHG bestehen Marktpreisrisiken im Wesentlichen in der unvollständigen Kongruenz der Zinsvereinbarungen zwischen den von MLP gewährten Krediten und deren Refinanzierung. Weiterhin bestehen Marktpreisrisiken im Rahmen der Eigengeschäftsaktivitäten. Offene Risikopositionen in Fremdwährung finden sich derzeit lediglich in unwesentlichem Umfang im Portfolio. Ebenso bestehen keine nennenswerten Derivatepositionen. Mögliche Auswirkungen unterschiedlicher Zinsentwicklungsszenarien auf Gruppenebene werden über Planungs- und Simulationsrechnungen abgebildet. Basis hierfür ist unser Zinsmanagement-Tool, das Risiken und deren Auswirkungen unter Annahme vielschichtiger Zinsszenarien transparent macht. In diesem Rahmen werden für die ökonomische Steuerung die Barwertveränderungen aller Positionen des Zinsbuchs im Verhältnis zu den Eigenmitteln unter Ansatz der seitens der Bankenaufsicht vorgegebenen Zinsschritte über den sogenannten EVE im aufsichtlichen Schockszenario abgebildet. Die Simulation erfolgt über alle zinstragenden und zinssensitiven Positionen der aufsichtsrechtlichen Gruppe nach CRR. Für die ökonomische Steuerung ist das institutsindividuelle Szenario relevant, das laufend neu parametrisiert wird und eine angemessen lange Marktdatenhistorie reflektiert. Zur Steuerung des Zinsänderungsrisikos sind verschiedene Leitplanken implementiert. Darunter fallen die strategische Positionierung als Nicht-Handelsbuchinstitut, die Steuerung der Aktiv-Passiv-Durationsdifferenz, die Steuerung der Restlaufzeiten der Geschäfte sowie die Ziel-Bandbreite des barwertigen Ausreißertests (Supervisory Outlier Tests – Economic Value of Equity, kurz SOT-EVE) sowie des periodischen Ausreißertests (Supervisory Outlier Test – Net Interest Income, kurz SOT-NII). Credit-Spread-Risiken im Anlagebuch werden als nicht wesentlich angesehen, da eine Haltestrategie für die im Bestand befindlichen Anleihen besteht; d.h. bei Fälligkeit wird i.d.R. das volle Nominal vereinnahmt. Spread-Risiken können sich daher zwar temporär in Barwerten niederschlagen aber werden sich über die Totalperiode nicht in Form reduzierter Rückzahlungen materialisieren. Gleichwohl werden diese in Form von Sensitivitätsanalysen überwacht. 54 MLP Geschäftsbericht 2024 Ebenso unwesentlich oder nicht vorhanden sind: Fremdwährungsrisiko, Kurswertrisiko, Immobilien im Eigenbestand (insbesondere aufgrund stiller Reserven), Optionsrisiken und Abwicklungs- und Lieferrisiken. Quantifizierung der Zinsänderungsrisiken Mit Umstellung auf die ökonomische Risikosteuerung wird das barwertige Zinsänderungsrisiko aus dem konservativeren Ergebnis der beiden internen Risikoszenarien aus Zinserhöhung und Zinssenkung ermittelt. Das barwertige Zinsänderungsrisiko der Gesellschaften in der Risikodurchschau beträgt zum 31. Dezember 2024 11,5 Mio. EUR bei einem Konfidenzniveau von 99,9 % für das Zinserhöhungs-Szenario (VJ.:15,1 Mio. EUR). Per 31. Dezember 2024 wurden im Zinsanstiegsszenario auf den beispielhaften Stützpunkten 1 Tag bzw. 10 Jahre +400 BP bzw. +302 BP simuliert (VJ.: +400 BP bzw. +302 BP). Im Zinssenkungsszenario waren es für 1 Tag bzw. 10 Jahre -429 BP bzw. -164 BP (VJ.: -430 BP bzw. -166 BP). Zinsänderungsrisiken MLP FHG im aufsichtlichen Ausreißertest SOT-EVE
| Simuliertes Szenario | Auswirkung in Mio. Euro | |
| 2024 | 2023 | |
| Parallelverschiebung +200BP | -9,8 | -11,0 |
| Parallelverschiebung -200BP | 11,9 | 13,8 |
| Versteilung der Zinskurve | -10,7 | -11,1 |
| Verflachung der Zinskurve | 9,0 | 9,2 |
| Kurzfristschock aufwärts | 5,6 | 5,3 |
| Kurzfristschock abwärts | -5,7 | -5,5 |
Der SOT-EVE (barwertig) beträgt demnach als Verhältnis von Auswirkung im ungünstigsten Szenario zum Kernkapital 2,9% (VJ.: 3,3%). Das relevante Szenario war zum Berichtsstichtag „Versteilung der Zinskurve“ (VJ.: Parallelverschiebung +200BP für den Zinsrisikokoeffizienten). Der SOT-NII (periodisch), der eine Veränderungen des rollierenden 12-monatige Zinsergebnis bei konstanter Bilanzsumme im Verhältnis zum Kernkapital darstellt, liegt bei 4,68 %, die aus dem Szenario Parallelverschiebung -200 BP resultieren und war 2024 erstmals zu ermitteln. Liquiditätsrisiken 55 MLP Geschäftsbericht 2024 Unter Liquiditätsrisiken versteht die MLP FHG die Unsicherheit hinsichtlich einer unzureichenden oder nur zu schlechteren Konditionen möglichen Verfügbarkeit von Geldmitteln zur Erfüllung von Zahlungsverpflichtungen oder zur Reduzierung von Risikopositionen. Wesentliche Komponenten des Liquiditätsrisikos sind zum einen das Zahlungsunfähigkeitsrisiko (dispositives Liquiditätsrisiko) und zum anderen das Refinanzierungsrisiko (strukturelles Liquiditätsrisiko). Dispositive Liquiditätssteuerung Im Rahmen der dispositiven bzw. kurzfristigen Liquiditätssteuerung auf Gruppenebene wird das Liquiditätsrisiko insbesondere unter Zuhilfenahme der Kennzahl Liquidity Coverage Ratio (LCR) beurteilt und gesteuert. Des Weiteren beschreibt der Liquidity at Risk (LaR) den erwarteten Nettofinanzierungsbedarf aus ungeplanten Zahlungen, der mit einer vorgegebenen Wahrscheinlichkeit nicht überschritten wird. Die Auslastung der Liquidity at Risk wird bei einem Konfidenzniveau von 99,9% bei Ausprägungen bis 90% als „angemessen“ angesehen und mit der Ampelfarbe Grün bewertet. Ausprägungen von 90%-100% werden als „angespannt“ und mit der Ampelfarbe Gelb bewertet. Steigt die Auslastung über 100% liegt mit Ampelfarbe Rot ein „überschritten“ vor, welche bspw. eine etwaige Anpassung der dispositiven Liquidität über einen Beschluss der Geschäftsleitung bedingen kann. Strukturelle Liquiditätssteuerung Die strukturelle (mittel- bis langfristige) Liquiditätssteuerung der Gruppe erfolgt auf Basis von Liquiditätsablaufbilanzen und -fortschreibungen, die die voraussichtliche Entwicklung der Liquidität über verschiedene Zeithorizonte bis zu drei Jahre aufzeigen. Die Liquiditätsablaufbilanz stellt für jeden Zeithorizont unter Stressannahmen einen prognostizierten Überschuss bzw. einen Fehlbestand an Finanzierungsmitteln dem Refinanzierungspotential (freie Liquiditätsreserve) gegenüber. Hierzu werden die kurz- und mittelfristig veräußerbaren Vermögensgegenstände, die nicht in der dispositiven Liquiditätssteuerung gebunden sind, aufgestellt und je nach Veräußerungsgeschwindigkeit in Klassen eingeteilt. Die Net Stable Funding Ratio (NSFR) setzt ergänzend die verfügbare mit der erforderlichen stabilen Refinanzierung ins Verhältnis. Diese Kennzahl dient als Bilanzstrukturkennzahl. Zur Ermittlung wird die simplified Net Stable Funding Ratio (sNSFR) verwendet. Die Betrachtung des Liquiditätsrisikos im Rahmen der Risikotragfähigkeit zielt grundsätzlich auf die entstehenden Mehrkosten im Zusammenhang mit dem strukturellen Refinanzierungsbedarf ab. Zur Bestimmung der Refinanzierungsmehrkosten wird für den anhand der Liquiditätsablaufbilanz ermittelten Kapitalbedarf der Liquidity-Value-at-Risk (LVaR) bei einem Konfidenzniveau von 99,9% ermittelt. Hierzu werden die über alle Refinanzierungsinstrumente anfallenden Mehrkosten aufsummiert. Neben der verdichteten Kennzahl LVaR wird ergänzend die Verteilung des Kapitalbedarfs auf die Refinanzierungsinstrumente und deren Auslastung dargestellt. Zusätzlich werden mit Hilfe von Liquiditätsablaufbilanzen die Auswirkungen verschiedener Szenarien auf die Zahlungsströme und somit auf die Liquiditätssituation von MLP analysiert. Als ergänzende Information dienen die Additional Monitoring Metrics (AMM). Als unwesentlich sind eingestuft: Zahlungsunfähigkeitsrisiko in Fremdwährung und das Liquiditäts-Spread-Risiko. Quantifizierung Die Ermittlung des LVaR zum 31. Dezember 2024 ergibt auf Jahressicht eine stets positive Limiteinhaltung. Ein Überlebenshorizont von 12 Monaten wurde im Geschäftsjahr stets eingehalten, analog zum Vorjahr. Es ergeben sich keine (Vorjahr: keine) voraussichtlichen Refinanzierungsmehrkosten. Sollten wider Erwarten über die Schätzer hinaus Nettomittelabflüsse eintreten, stehen weitere Liquiditätsreserven zur Verfügung. 56 MLP Geschäftsbericht 2024 In der MLP FHG resultiert das Liquiditätsrisiko hauptsächlich aus der MLP Banking AG als Einlagenkreditinstitut. Hier beruht die Refinanzierungsstruktur größtenteils auf Kundeneinlagen. Zur Absicherung einer möglichen kurzfristigen Liquiditätsunterdeckung haben wir zusätzlich angemessene Kreditlinien im kurz- und mittelfristigen Laufzeitbereich vereinbart. Neben der im Normalszenario angenommenen Entwicklung haben wir Stressszenarien definiert, die einen möglichen erhöhten Liquiditätsbedarf infolge einer negativen Veränderung des Marktumfeldes simulieren, um gegebenenfalls frühzeitig notwendige Gegenmaßnahmen einzuleiten. Um die verursachungsgerechte interne Verrechnung der jeweiligen Liquiditätskosten, -nutzen und -risiken überwachen und steuern zu können, hat die MLP Banking AG ein einfaches Verrechnungssystem eingerichtet. In der MLP FHG ergibt sich zum 31. Dezember 2024 ein Refinanzierungskostenrisiko von 0,0 Mio. € (Vj.: 0,0 Mio. €). Die freien Liquiditätsreserven der MLP FHG betragen zum Stichtag 1.164,9 Mio. € (Vj.: 1.009,2 Mio. €). 57 MLP Geschäftsbericht 2024 Operationelle Risiken Operationelle Risiken werden analog zum Artikel 4 CRR als die Gefahr von Verlusten, die infolge der Unangemessenheit oder des Versagens von internen Verfahren und Systemen, Menschen oder infolge externer Ereignisse eintreten, verstanden. Diese Definition schließt Rechtsrisiken ein. Die Operationellen Risiken werden in der Gruppe dezentral in den einzelnen über die Risikoorganisation identifizierten Organisationseinheiten der Segmente bzw. der wesentlichen Unternehmen in Form von Self-Assessments und Schadensdatensammlungen identifiziert und bewertet. Basis bildet eine konzernweite Inventur der operationellen Bedrohungen. Über einen Risiko-Workshop werden die Bewertungen der Risikoorganisationseinheiten plausibilisiert und zu einer Gesamtbewertung über die Gruppe verdichtet. Unabhängig von dem konkreten Risikoprofil gelten für alle Unternehmen der MLP FHG folgende Kernaussagen: •Alle wesentlichen operationellen Risiken sind zu identifizieren und hinsichtlich ihrer erwarteten oder eingetretenen Schäden und ihrer erwarteten oder eingetretenen Häufigkeit zu analysieren. •Für Risiken, deren Eintritt unwahrscheinlich ist, die aber ein hohes bis sehr hohes Schadenspotenzial aufweisen, ist die Möglichkeit eines Risikotransfers, insbesondere durch entsprechende Versicherungen, in Betracht zu ziehen. •Für Risiken mit hoher Eintrittswahrscheinlichkeit und geringem Schadenspotenzial sind insbesondere Prozessverbesserungen, Anpassungen an die IT-Systemlandschaft, Mitarbeiterschulungen und ähnliche Maßnahmen mit dem Ziel der Fehlerreduktion zu eruieren. •Für Risiken mit hoher Eintrittswahrscheinlichkeit und hohem Schadenspotenzial auf die MLP FHG sind, gegebenenfalls unter Einbeziehung des Business Continuity Management, unverzüglich geeignete Maßnahmen zur Risikoabwehr zu treffen. •Alle Risikomanagement-Maßnahmen sind aus einer Kosten-Nutzen-Sicht auf ihre Effizienz zu untersuchen. Die Verminderung des operationellen Risikos und damit einhergehend eine Verringerung der Verlusthäufigkeit und -höhe soll in erster Linie durch die laufende Verbesserung der Kontrollhandlungen u. a. durch die Digitalisierung der Geschäftsprozesse erreicht werden. Weitere Sicherungsmaßnahmen sind der Risikotransfer durch den Abschluss von Versicherungen und der Verzicht auf risikoträchtige Produkte. Darüber hinaus stehen zur Sicherung der Fortführung des Geschäftsbetriebes für kritische Geschäftsprozesse Notfallpläne bereit. Risiken aus internen Verfahren Risiken aus internen Verfahren bestehen insbesondere aus Fehlern in Verfahren der internen Organisation und Kommunikation, des Vertriebs, der Compliance, des Datenschutzes und der Geldwäsche sowie Vertragsverpflichtungen und -gestaltungen. MLP setzt im Rahmen seiner Verwaltungstätigkeiten und administrativen Tätigkeiten interne und externe Mitarbeiter sowie bauliche und technische Ressourcen ein. Durch einen umfangreichen Versicherungsschutz, der einer laufenden Überprüfung unterzogen wird, sichern wir uns gegen Schadensfälle und ein mögliches Haftungsrisiko ab. Bei Business Impact Analysen (BIA) werden zeitkritische Unternehmensprozesse, deren Ausfall erheblichen Einfluss auf die Geschäftstätigkeit des Konzerns haben können, identifiziert. Hierzu werden geeignete Maßnahmen in Form von BCM-Strategien definiert. Diese Maßnahmen dienen im Notfall der Fortführung des Geschäftsbetriebes, wenn auch leistungsreduziert. Die zeitkritischen Prozesse sowie die Wirksamkeit der definierten Maßnahmen unterliegen einer regelmäßigen Überprüfung und kontinuierlichen Weiterentwicklung. Eine BCM-Dokumentation steht den Geschäftsbereichen und Mitarbeitern zur Verfügung. 58 MLP Geschäftsbericht 2024 Die konzernweit tätige Interne Revision führt zudem regelmäßig in allen Teilbereichen des Konzerns Prozess- und Systemprüfungen durch und überwacht die Behebung der getroffenen Prüfungsfeststellungen. Dies beinhaltet auch die Prüfung der IT-Systeme. Aus einem möglichen Fehler in der Kundenberatung, der Anlage- und Abschlussvermittlung oder der Finanzportfolioverwaltung und damit verbundenen Schadensersatzansprüchen ergibt sich ein Beratungs- und Haftungsrisiko. Das potenzielle Beratungsrisiko wird durch die Sicherstellung einer fortlaufend hohen Beratungsqualität minimiert, die unter anderem durch IT-gestützte Tools unterstützt wird. Beratungsgespräche mit den Kunden und die daraus resultierenden Ergebnisse werden entsprechend den gesetzlichen Vorgaben dokumentiert. Im Rahmen definierter Anpassungsprozesse bei Änderungen betrieblicher Prozesse oder Strukturen, Übernahmen und Fusionen sowie dem Prozess zur Einführung neuer Produkte – respektive bei der Ausweitung der Aktivitäten auf neue Märkte oder über neue Vertriebswege – wird sichergestellt, dass vor Umsetzung geplanter Maßnahmen, unter Beteiligung aller betroffenen Funktionen von MLP, mögliche wesentliche Risiken erhoben werden und ein entsprechendes Konzept erstellt wird. Risiken aus menschlichen Fehlern und Mitarbeiterverfügbarkeit Risiken aus menschlichen Fehlern und Mitarbeiterverfügbarkeit entstehen insbesondere aus mangelnder Mitarbeiterqualifikation und -verfügbarkeit, unerlaubten betrügerischen und strafrechtlich relevanten Handlungen sowie mangelnder Arbeitssicherheit und sonstigem menschlichen Fehlverhalten. Die Angemessenheit der Personalausstattung und die ausreichende Qualifikation der Mitarbeiter von MLP werden durch die verantwortlichen Fachbereiche sichergestellt. Die personelle Ausstattung wird regelmäßig, zumindest anlässlich des jährlichen Planungsprozesses, bezüglich Art und Umfang sowie der geplanten Gruppenentwicklung überprüft. In diesem Zusammenhang wurde eine Definition und Identifikation von Schlüsselpositionen vorgenommen, mit dem Ziel, die Personalrisiken durch geeignete Risikosteuerungsmaßnahmen weiter zu reduzieren. Die Anforderungen an die Qualifikation aller, insbesondere aber der mit dem Kredit- und Handelsgeschäft betrauten Mitarbeitern, werden in differenzierten Stellenbeschreibungen im Organisationshandbuch festgehalten. Die mit dem Eingehen, Steuern und Überwachen von Risiken betrauten Mitarbeitern sowie deren Vertreter verfügen im Rahmen ihres Verantwortungsbereichs über umfassende Kenntnisse in den vertriebenen Produkten und in den eingesetzten Handels-, Bewertungs- und Steuerungstechniken. Dies gilt insbesondere für die Leiter der Funktionen Interne Revision, Compliance und Risikocontrolling im Sinne der MaRisk. Die vorhandenen Personalkapazitäten werden grundsätzlich so ausgestaltet, dass auch bei unvorhergesehenen Ausfällen von Mitarbeitern die Aufrechterhaltung der erforderlichen Arbeitsabläufe sichergestellt werden kann. Der demografische Wandel und die Auswirkungen auf die Belegschaftsstruktur werden von MLP systematisch betrachtet. Durch eine Fluktuationssimulation haben wir verschiedene Szenarien analysiert und Kenntnis über die Auswirkungen auf die Belegschaft (inkl. Schlüsselpositionen) erhalten. Zu beobachten ist eine Dynamisierung der Alterskurve und damit verbunden ein steigendes Durchschnittsalter in der Belegschaft. Um diesem Trend entgegenzuwirken und im zunehmenden Wettbewerb bestehen zu können, werden die materiellen und immateriellen Rahmenbedingungen für die Arbeitnehmer kontinuierlich weiterentwickelt. Durch flexible Arbeitszeit- und Arbeitsortmodelle sowie familienunterstützende Rahmenbedingungen und Nebenleistungen wollen wir unser Profil als familienfreundlicher Arbeitgeber weiter schärfen. Dies wurde mit dem im Jahr 2019 erfolgreich durchgeführten Audit berufundfamilie sowie der Rezertifizierung des Audits im Jahr 2022 manifestiert. Das Zertifikat als familienfreundlicher Arbeitgeber geht einher mit der Vereinbarung von verschiedenen Maßnahmen und Zielen für die Weiterentwicklung des familienfreundlichen Arbeitsplatzes in den kommenden drei Jahren. Daneben setzt MLP traditionell auf nachhaltige Nachwuchsgewinnung und bietet neben verschiedenen Ausbildungsberufen auch ein DH-Studium mit vielen verschiedenen Fachrichtungen an. Eine Umstrukturierung der Aufbauorganisation des Personalbereichs wurde im 59 MLP Geschäftsbericht 2024 Dezember 2021 auch mit dem Ziel vollzogen, die Spezialisierung und Professionalisierung der für das Recruiting zuständigen Mitarbeitern weiter voranzutreiben. Gemäß den Anforderungen an die Vergütungssysteme sind diese so ausgestaltet, dass negative Anreize für Geschäftsleiter und Mitarbeiter zur Eingehung unverhältnismäßig hoher Risikopositionen vermieden werden und keine Risikonahme über den vom Vorstand vorgegebenen Risikoappetit hinaus gefördert wird. Um derartige Anreize für Mitarbeiter insbesondere in den positionsverantwortlichen Stellen zu vermeiden, wird bei der Ausgestaltung der Vergütungs- und Anreizsysteme darauf geachtet, dass diese den in den Strategien niedergelegten Zielen nicht widersprechen und Interessenkonflikte ausgeschlossen sind. Bei Strategieänderung erfolgt zeitgleich eine Überprüfung und ggf. Anpassung der Vergütungs- und Anreizsysteme. Hinsichtlich der variablen Komponenten der Vergütung ist gewährleistet, dass Mitarbeiter sich nicht am kurzfristigen, sondern am mittel- und langfristigen Erfolg orientieren. Das Vergütungssystem ist ferner so ausgestaltet, dass Mitarbeiter mit variablen Vergütungsbestandteilen an negativen Entwicklungen der von ihnen initiierten Geschäfte beteiligt und Mitarbeiter der den initiierenden Bereichen nachgelagerten Bereiche ihrer Verantwortung entsprechend angemessen vergütet werden. Für die Ausgestaltung der Vergütungs- und Anreizsysteme der Geschäftsleitung ist das Aufsichtsorgan und für die der Mitarbeiter die Geschäftsleitung verantwortlich. Die Ausgestaltung der Vergütungssysteme wird regelmäßig, mindestens jährlich durch den Bereich Recht geprüft und, sofern erforderlich, angepasst. Das größte Kapital der MLP sind die Berater sowie Mitarbeiter, deswegen wird ein besonderer Wert auf die Qualifizierung unserer Mitarbeiter und Führungskräfte gelegt. Gleichwohl lassen sich menschliche Fehler nicht vollständig ausschließen. Dabei setzen wir auf eine offene, positive Fehlerkultur mit dem Ziel, Fehler frühzeitig zu erkennen, unsere Prozesse stetig zu verbessern und unsere Innovationskraft zu stärken. Dies entspricht auch dem MLP Leitbild, den Kernwerten Leistung und Vertrauen sowie den MLP Führungsgrundsätzen. Mit einer aktiven Personal- und Nachfolgeplanung sowie gezielten Personalmarketingmaßnahmen wird das Risiko von personellen Engpässen verringert. Mitarbeiter, die mit vertraulichen Informationen arbeiten, verpflichten sich, die entsprechenden Vorschriften einzuhalten und mit den Informationen verantwortungsvoll umzugehen. Eine klare Trennung von Management- und Kontrollfunktionen begrenzt das Risiko von Verstößen gegen interne und externe Vorschriften. Definierte Vertretungsregelungen gewährleisten die Sicherstellung unserer Geschäftsabläufe und Entscheidungsprozesse. IT-Risiken IT-Risiken ergeben sich insbesondere aus einem etwaigen Ausfall von kritischen IT-Prozessen, Applikationen, IT-Systemen sowie IT-Infrastrukturen und schließen mögliche Cyberattacken mit ein. Um mögliche Risiken aus dem IT-Bereich effektiv zu minimieren, verfolgt die MLP FHG eine IT-Strategie. Bei der Auswahl der IT-Systeme steht überwiegend branchenspezifische Software im Fokus. Falls erforderlich, werden geschäftsspezifische Eigenentwicklungen durch qualifizierte interne und externe Spezialisten erstellt. Die vor Inbetriebnahme durchgeführten umfangreichen Systemtests und Pilotierungseinsätze sollen die einwandfreie Funktion der IT-Systeme sicherstellen. Durch die Auslagerung des Rechenzentrumsbetriebes an Dienstleistungsunternehmen mit verschiedenen Standorten sowie in Cloud-Plattformen, Back-up-Systeme, Spiegeldatenbanken und durch eine definierte Notfallplanung wird der Datenbestand vor einem möglichen Datenverlust marktüblich abgesichert. Die IT-Systeme werden vor einem unberechtigten Zugriff durch das Zugangs- und Berechtigungskonzept, einem Malwareschutz orientiert am aktuellen Stand der Technik sowie weitere umfassende Sicherheitseinrichtungen geschützt. Aufgrund der vorhandenen Virtualisierung des Arbeitsplatzes ist die Möglichkeit für ein ortsunabhängiges Arbeiten technisch gegeben. 60 MLP Geschäftsbericht 2024 MLP betreibt ein gruppenweites Informationssicherheitsmanagementsystem, um mögliche Risiken in Bezug auf die Informationssicherheit aufgrund des eigenen Betriebs oder von IT-Dienstleistern zu identifizieren und angemessen zu behandeln. Diese Betrachtung findet Eingang in die Betrachtung und Steuerung der operationellen Risiken. Bei den Schutzmaßnahmen orientieren wir uns am aktuellen Stand der Technik und lassen diese regelmäßig durch externe Experten überprüfen. Innovationen aus den digitalen Bestrebungen werden in einem Laborumfeld entwickelt, um Risiken während der Entwicklung gering zu halten. In einer gesonderten Strategie zur digitalen operationellen Resilienz, mit dem Ziel ein angemessenes Niveau dieser zu erreichen, wird ein Rahmen gegeben, der insbesondere die folgenden Aspekte umfasst: Sollschutzmaßnahmen für IKT-Systeme sowie IKT-Drittdienstleister, insbesondere bei kritischen oder wichtigen Funktionen, zur Reduzierung von IKT-Risiken; Einrichten und Betreiben eines Prozesses zur Erkennung, Behebung und Meldung IKT-bezogener Vorfällen. MLP richtet sich damit auf die immer relevanter werdenden Cyberbedrohungen ein. Risiken aus externen Ereignissen Risiken aus externen Ereignissen umfassen Auslagerungen, Gesetzgebung und Politik, kriminelle und betrügerische Handlungen (extern) sowie Naturkatastrophen und höhere Gewalt. In der Finanzdienstleistungsbranche hat der Trend zur Industrialisierung und zur Reduktion der Fertigungstiefe zugenommen. Die Unternehmen fokussieren sich zunehmend auf ihre Kernkompetenzen: Produktion von Finanzdienstleistungsprodukten, Service- und Informationsdienstleistungen, fachliche Beratungskompetenz und Vertriebskompetenz. MLP nimmt in diesem Marktumfeld für nicht zum Kerngeschäft gehörende Aktivitäten die Dienstleistung externer Partner in Anspruch. Wesentliche Auslagerungsaktivitäten der MLP FHG werden dabei in Anlehnung an die Anforderungen der MaRisk in das Risikomanagement in Form des Regelsteuerkreises der Risikocontrolling- und -steuerungsprozesse mit fortlaufender Risikoidentifikation, -bewertung, -steuerung und -reporting einbezogen. MLP hat dabei die Verantwortung für die ausgelagerten Prozesse klar geregelt und ein zentrales Auslagerungs-management installiert. Somit können die potenziell aus ausgelagerten Geschäftsaktivitäten erwachsenden organisatorischen, strukturellen und prozessualen Risiken gesteuert werden. Darüber hinaus wurden zur Minimierung der Risiken aus externen Ereignissen wie Betrug, Einbruch, Diebstahl oder Schäden durch Naturereignisse, sofern sinnvoll, entsprechende Versicherungen abgeschlossen. Über interne Sicherheitsvorkehrungen werden zudem Betrugsversuche sowie Einbruch und Diebstahl möglichst bereits im Vorfeld verhindert. Zur Prävention von externen Cyber-Risiken, zum Beispiel Hackerangriffe und Malware, werden entsprechende Vorkehrungen getroffen und gängige Standards wie Firewalls, Intrusion Prevention / Detection Systeme, Virenscanner sowie ein aktives Patch- und Schwachstellenmanagement von Systemen betrieben. Um die Aufrechterhaltung kritischer Prozesse in jedem Fall zu gewährleisten, wurden die möglichen Folgen externer Ereignisse im Rahmen des Business Continuity Managements (BCM) betrachtet und entsprechende Maßnahmenpläne erstellt. Im Rahmen der Risikoanalyse zur Identifizierung von Risikopotenzial aus strafbaren Handlungen (sowohl intern als auch extern) werden Risiken aus betrügerischen oder sonstigen strafbaren Handlungen zu Lasten der Institute der MLP FHG identifiziert und regelmäßig bewertet. Die zur Vermeidung von strafbaren Handlungen im Einzelnen getroffenen Maßnahmen und die Risikoeinschätzung erfolgen durch die jeweilige Zentrale Stelle gemäß § 25h KWG und fließen in die Inventur operationeller Risiken ein. Rechtsrisiken 61 MLP Geschäftsbericht 2024 Rechtliche Risiken ergeben sich aus den vorgenannten Kategorien, wenn diese einen spezifischen rechtlichen Bezug aufweisen. Die Steuerung der Rechtsrisiken wird grundsätzlich durch den Rechtsbereich wahrgenommen. Dessen Aufgabe besteht neben der Beratung bei Unternehmensentscheidungen und der Gestaltung von Geschäftsprozessen auch in der Begleitung und Bewertung von laufenden Rechtsstreitigkeiten. Mögliche rechtliche Risiken sollen in einem frühen Stadium erkannt und Lösungsmöglichkeiten zu deren Minimierung, Begrenzung oder Vermeidung aufgezeigt werden. Der Rechtsbereich koordiniert die Beauftragung und Einbindung von externen Rechtsanwälten. Im Rahmen der Risikomitigation prüft und überwacht der Rechtsbereich den vorhandenen Versicherungsschutz für Vermögensschäden und veranlasst gegebenenfalls notwendige Anpassungen. Die derzeit anhängigen oder angedrohten Verfahren stellen nach unserer Prüfung keine Risiken dar, die den Fortbestand der MLP FHG gefährden könnten. Durch die Erlaubnis zum Betrieb von Bank- und Finanzdienstleistungsgeschäften unterliegt MLP FHG besonderen Risiken im Hinblick auf eine mögliche Nichteinhaltung aufsichtsrechtlicher Vorschriften. Dies betrifft auch die gesetzlichen Solvabilitätsvorschriften, die eine Mindesteigenkapitalausstattung vorschreiben. Zur Einhaltung aufsichtsrechtlicher Vorschriften sowie für die Bereiche Compliance, Geldwäsche- und Betrugsprävention sowie Daten- und Verbraucherschutz sind umfangreiche Richtlinien und Arbeitsabläufe implementiert, die eine Einhaltung und Überwachung der gesetzlichen Anforderungen durch die zuständigen Fachbereiche und Stabsstellen sicherstellen sollen. Der Vorstand hat zudem eine Compliance-Funktion eingerichtet, zu deren Aufgaben die Identifizierung der wesentlichen rechtlichen Regelungen und Vorgaben, deren Nichteinhaltung zu einer Gefährdung des Vermögens der MLP FHG sowie zu wesentlichen Reputationsrisiken führen können, gehört. Die Compliance-Funktion berät und unterstützt die Geschäftsleitung sowie die zuständigen Fachbereiche, wirkt auf die Implementierung wirksamer Verfahren zur Einhaltung der wesentlichen Rechtsvorschriften und internen Regelungen sowie entsprechender Kontrollmaßnahmen durch die jeweils zuständigen Stellen hin und berichtet regelmäßig, bei Bedarf anlassbezogen, über ihre Tätigkeit an die Geschäftsleitung und das Aufsichtsorgan. Die Compliance-Funktion fördert und bestärkt zudem die gruppenweite Risikokultur. Durch ein aktives Wissensmanagement in den Fachbereichen und eine gleichzeitige ständige Beobachtung der gesetzlichen Entwicklungen durch unsere Bereiche Recht und Compliance wird sichergestellt, dass mögliche aufsichtsrechtliche Änderungen frühzeitig erkannt werden können. Im Rahmen unseres Audit- und Prüfungsmanagements werden die Umsetzungen von neuen gesetzlichen Anforderungen sowie Feststellungen externer Prüfer über unseren gruppenweiten „MaRisk-Steuerkreis“ gesteuert, Aufgaben den verantwortlichen Stellen zugewiesen sowie ihre Abarbeitung laufend und aktiv nachgehalten. Eingang in dieses Programm erhalten insbesondere fachbereichsübergreifende Themen mit wesentlichen Auswirkungen auf die MLP Gruppe. Quantifizierung Die Quantifizierung der operationellen Risiken erfolgt nach einem eigenen Modell. Sie wird hierbei auf Grundlage der durchschnittlichen bzw. maximalen Eintrittshäufigkeit und Schadenshöhe aus den Ergebnissen des Self Assessments sowie der historischen Schadensdaten vorgenommen. Zum 31. Dezember 2024 beträgt das operationelle Risiko laut interner Berechnung der MLP FHG aus den zuvor dargestellten Risiken insgesamt 3,8 Mio. € (VJ.: 3,8 Mio. €). Sonstige Risiken 62 MLP Geschäftsbericht 2024 Zu den sonstigen Risiken zählen strategische Risiken, Absatzrisiken, Reputations-, Pensions- und Steuerrisiken. Die strategischen Risiken bzw. „Geschäftsrisiken“ schließen auch potenzielle Unterstützungsrisiken (sogenannte Step-in-Risiken) für ein nicht konsolidiertes Unternehmen mit ein, sofern die Unterstützung ohne vertragliche Verpflichtung erfolgt. Insbesondere unterliegen auch die bewerteten Beteiligungen der Konzerngesellschaften in der Nicht-Durchschau solchen Geschäftsrisiken. Die sonstigen Risiken werden im Rahmen der Gruppensteuerung mit Hilfe eines pauschalen Risikobetrags („Risikopuffer“) i.S.v. AT 4.1 Tz 5 MaRisk berücksichtigt. Für Sonstige Risiken innerhalb der aufsichtsrechtlichen Gruppe nach CRR werden 50% des transaktionslastigen Ertragspotenzials vorgehalten. Für weitere unwesentliche Risiken der MLP FHG wird das Minimum aus 10 Mio. EUR oder 1 % des Risikodeckungspotenzials vorgehalten. Strategische Risiken Zu den strategischen Risiken zählen Risiken, die sich aus dem Geschäftsmodell im Zusammenspiel mit dem externen Umfeld ergeben. Dazu gehören beispielsweise das Wettbewerber- und Kundenverhalten oder der technische Fortschritt sowie Risikotreiber aus dem ESG-Kontext. So kann infolge einer unzureichenden Ausrichtung des Unternehmens auf das jeweilige – möglicherweise kurzfristig veränderte – Geschäftsumfeld die geplante Ergebniserreichung unerwartet gefährdet sein. Zum anderen birgt eine derartige Fokussierung, z.B. auf einzelne Produkte oder auf ein spezielles Kundensegment, das Risiko einer übermäßigen Abhängigkeit des Geschäftsergebnisses vom Erfolgsbeitrag dieser Produkte oder Kundengruppen. Hieraus ergeben sich bei Veränderung des Marktes möglicherweise Risiken aus Ertragskonzentrationen. Da sich diese Risiken in den erwarteten Cashflows niederschlagen, sind sie implizit in der Betrachtung des Beteiligungsrisikos der nicht in der CRR Gruppe befindlichen Unternehmen der MLP FHG erfasst. Ferner ist in der ökonomischen Sicht auf die Ertragspotentiale aus provisionslastigem Geschäft von erhöhten Geschäftsrisiken auszugehen. Sich materialisierende Risiken können direkt zukünftige Provisionsflüsse beschränken. Strategische Risiken können auch aus einem inadäquaten strategischen Entscheidungsprozess resultieren, die sich im Zusammenspiel z.B. mit Diskontinuitäten im Markt, dem Markt unzureichend angepassten Produkten und Dienstleistungen oder aus einer mangelhaften Umsetzung der gewählten Strategie und deren Umsetzungsüberwachung manifestieren. Strategische Risiken: gesamtwirtschaftliche Risiken Ebenso können geopolitische Risiken sowie gesamtwirtschaftliche Veränderungen in ökonomischen und politischen Faktoren Auswirkungen auf das Geschäftsmodell und die Entwicklung von MLP haben. Es werden daher die nationale und internationale Entwicklung im politischen, ökonomischen und regulatorischen Umfeld sowie die konjunkturelle Entwicklung und sonstige Anforderungen am Finanzdienstleistungsmarkt beobachtet. Dabei stützen wir uns insbesondere auf das in der FERI gebündelte Wissen. Strategische Risiken: Umfeld- und Branchenrisiken Mit den Krisen der letzten Jahre hat sich auch die Wettbewerbssituation für den Vertrieb von Finanzdienstleistungen in Deutschland weiter intensiviert und die Konsolidierung des stark fragmentierten Marktes beschleunigt. Mit den FinTechs und InsurTechs sind Wettbewerber in den Markt eingetreten, die sich auf Teilprozesse im Finanz- und Versicherungsbereich konzentrieren. Gesellschaftliche Änderungen, die Rechtsprechung, neue regulatorische Anforderungen und Wettbewerber sowie erkennbare Trends im Kundenverhalten stellen erhebliche Einflussfaktoren auf das Geschäft von MLP dar. Ein Beispiel ist die Diskussion um Provisionsverbote für Finanzvermittler. Darüber hinaus bieten sich durch die Konsolidierung des Marktes Akquisitionsmöglichkeiten für die Gruppe. MLP bietet im Rahmen ihrer Geschäftsaktivitäten insbesondere Vermögensmanagement, Altersvorsorge und Versicherungen an. Für diese Märkte ist die Zinsentwicklung bestimmender Faktor für die weitere Entwicklung. Der 63 MLP Geschäftsbericht 2024 Bereich Immobilien bleibt bei einer sich stabilisierenden Marktlage für den Konzern bedeutsam, da diese Sparte im Rahmen der ganzheitlichen Anlagestrategie eine zusätzliche Investitionsmöglichkeit bietet. Strategische Risiken: unternehmensstrategische Risiken Unternehmensstrategische Risiken bestehen im Wesentlichen in der Fehleinschätzung künftiger Marktentwicklungen und – daraus abgeleitet – in einer Fehlausrichtung der unternehmerischen Aktivitäten. Strategische Risiken resultieren zudem aus unerwarteten Veränderungen der Markt- und Umfeldbedingungen, sowie der Aktionärsstruktur der MLP SE mit negativen Auswirkungen auf die Ertragslage. Die unternehmensstrategische Steuerung von MLP ist originäre Aufgabe des Vorstands bzw. des Leitungsorgans der jeweiligen Teilkonzerneinheit. Auf der Basis von intensiven Beobachtungen des Wettbewerbsumfelds werden Veränderungen und Entwicklungen der nationalen und internationalen Märkte und des Geschäftsumfelds analysiert und Maßnahmen zur langfristigen Sicherung des Unternehmenserfolgs abgeleitet. Dabei werden anhand einer vorausschauenden Beurteilung von Erfolgsfaktoren Zielgrößen festgelegt, deren Einhaltung laufend überwacht wird. Die strategische Positionierung wird anhand von Soll-Ist-Vergleichen regelmäßig kritisch hinterfragt. Alle wesentlichen Werttreiber des MLP Geschäftsmodells werden durch ein umfassendes zentrales und dezentrales Controlling laufend analysiert und gesteuert. Die durch den Vorstand festgelegte Konzernstrategie und deren Maßnahmen werden im Rahmen von Budget- und Langfristplanungen abgebildet, um deren Auswirkungen auf die Geschäftslage zu analysieren. Mit unseren Planungs- und Simulationsinstrumenten werden auch wesentliche Entwicklungen der internen Werttreiber sowie der externen Rahmenbedingungen vorausschauend abgebildet und im Rahmen diverser Szenarien auf deren Ergebnissensitivität hin überprüft. In laufenden Reportings wird der prognostizierte Verlauf nachgehalten, um bei negativen Abweichungen schnell gegensteuern zu können. Das strategische Risiko wird als wesentlich eingestuft. Es ist daher in der Risikosteuerung zu berücksichtigen. Dies geschieht in Form eines Risikopuffers im Rahmen des ICAAP. Absatzrisiken Absatzrisiken wirken sich in der Gewinn- und Verlustrechnung vergleichbar aus wie die strategischen Risiken. Diese sind jedoch wesentlich durch externe Faktoren wie eine nachfragereduzierende Rezession oder nicht angemessene Aufstellung oder Leistung des eigenen Vertriebs verursacht. Insofern unterscheiden sich hier insbesondere die möglichen Maßnahmen. Das Risiko wird als wesentlich eingestuft. Es ist daher ebenfalls in der Risikosteuerung zu berücksichtigen. Dies geschieht in Form eines Risikopuffers im Rahmen des ICAAP. Reputationsrisiken Reputation ist definiert als der aus „der Wahrnehmung verschiedener Anspruchsgruppen resultierende Ruf von MLP insgesamt oder einzelner Gruppenunternehmen hinsichtlich ihrer Kompetenzen, Integrität und Vertrauenswürdigkeit“. Zu den Anspruchsgruppen zählen z. B. Kunden, Mitarbeiter, Berater, Leiter Hochschulteams und Geschäftsstellenleiter, Eigen- und Fremdkapitalgeber, andere Institute, Ratingagenturen, die Presse oder die Politik. Unter dem Reputationsrisiko wird das bestehende oder künftige Risiko in Bezug auf die Erträge, die Eigenmittel oder die Liquidität infolge einer Schädigung des Rufs verstanden. 64 MLP Geschäftsbericht 2024 Das Management der Reputationsrisiken der MLP FHG erfolgt grundsätzlich dezentral im Rahmen eines definierten Regelkreislaufes in Anlehnung an das Management operationeller Risiken. Neben der reaktiven Steuerung unmittelbar nach dem Eintreten eines Schadensfalls kommt dabei insbesondere der präventiven Risikosteuerung eine wichtige Bedeutung zu. Das potenzielle Risiko von Fehlern in der Beratung unserer Kunden, welche sich ebenfalls auf die Reputation auswirken können, wird durch die Sicherstellung einer fortlaufend hohen Beratungsqualität minimiert, die unter anderem durch IT-gestützte Beratungstools unterstützt wird. Außerdem erfolgt bei Beratungsgesprächen mit den Kunden einschließlich der daraus resultierenden Ergebnisse eine umfassende Dokumentation. Für das Reputationsrisiko bestehen wesentliche Interrisikokonzentrationen zum Zahlungsunfähigkeitsrisiko, zu strategischen Risiken sowie Absatzrisiken. Diese werden daher in der Steuerung über Stresstests berücksichtigt. Steuerrisiken Unter Steuerrisiken wird das Risiko aufgrund der von Steuerzahlungen und -nachzahlungen entstandenen Verzugszinsen oder Gebühren verstanden, da sich Steuernachzahlungen bzw. -erstattungen gegenüber einer direkten Abbildung in der Steuererklärung über den Zeitablauf barwertig ausgleichen. Steuerliche Risiken können sich beispielsweise aus einer unerwarteten bzw. ungeplanten Steuerlast aufgrund aktueller rechtlicher Entwicklungen oder sonstiger Ereignisse ergeben. Sich abzeichnende Entwicklungen im Steuer- und Bilanzrecht werden fortwährend überprüft und auf mögliche Auswirkungen auf den Konzern hin untersucht. Die steuerlichen Anforderungen an das Unternehmen werden von internen und externen Experten in Übereinstimmung mit den steuerlichen Regelungen und den hierzu von der Finanzverwaltung ergangenen Schreiben geprüft. Für zu erwartende Nachzahlungen werden entsprechende Rückstellungen gebildet. Die Entwicklungen im Bilanzrecht werden in den Fachabteilungen beobachtet und umgesetzt. Steuerrisiken werden als wesentliches Risiko eingestuft. Sie sind daher ebenfalls in der Risikosteuerung zu berücksichtigen. Dies geschieht in Form eines Risikopuffers im Rahmen des ICAAP. Querschnittlich betrachtete Risiken Nachhaltigkeitsrisiken Wir verstehen unter Nachhaltigkeitsrisiken Ereignisse oder Bedingungen aus den Bereichen Umwelt, Soziales oder Unternehmensführung, deren Eintreten tatsächlich oder potenziell erhebliche negative Auswirkungen auf die Vermögens-, Ertrags- oder Liquiditätslage haben können; dies schließt klimabezogene Risiken in Form von physischen Risiken und Transitionsrisiken mit ein. Nachhaltigkeitsrisiken können sich in allen Risikoarten manifestieren, weshalb wir diese nicht als eigene Risikoart, sondern je nach Sachverhalt im Rahmen der jeweils relevanten Risikoart betrachten. Nachhaltigkeitsrisiken werden über ESG-Risikotreiber in den bestehenden Risikoarten identifiziert und bei entsprechender Wesentlichkeit in der Risikosteuerung berücksichtigt. Nachhaltigkeitsrisiken wurden im Rahmen der Risikoinventur als nicht wesentlich identifiziert. Ergänzend wird zur besseren Identifikation dieser querschnittlichen Risiken ein Klimastresstest abgeleitet und berechnet. Die unwesentlichen Nachhaltigkeitsrisiken umfassen beispielsweise Risikotreiber wie Unwetter, insbesondere Hochwasser, im Adressenausfallrisiko oder den Vorwurf von Greenwashing in den sonstigen Risiken bzw. den Reputationsrisiken. 65 MLP Geschäftsbericht 2024 Konzentrationsrisiken Zur Beurteilung der mit wesentlichen Risiken verbundenen Risikokonzentrationen stellt die MLP zunächst auf die im Rahmen des laufenden Risikomanagements bzw. der turnusmäßigen Risikoberichterstattung erhobenen Risikowerte ab (bspw. Blankovolumina oder Risikomaße wie der Value-at-Risk). Dabei werden etwaige Risikokonzentrationen identifiziert und soweit möglich anhand quantitativer Maßstäbe bewertet. Bei den Konzentrationen wird zwischen Intra- und Interrisikokonzentrationen unterschieden. Erstere wirken sich innerhalb desselben Risikos aufgrund einer unzureichenden Diversifikation aus, letztere resultieren aus Abhängigkeiten zwischen verschiedenen Risiken. Darauf aufbauend erfolgt nach Maßgabe der in der Risikostrategie festgelegten Risikotoleranzen eine ergänzende, qualitative Würdigung und mithin eine Einschätzung eines möglichen Handlungsbedarfs in Bezug auf weitergehende Steuerungsmaßnahmen. Als wesentliche Intrarisikokonzentrationen bei wesentlichen Risiken gelten: •Kreditrisiko: Konzentrationen auf Kreditnehmern/Gruppe verbundener Kunden; Konzentrationen nach Risikoklassen, Konzentrationen auf den Sektor des Gesundheitswesens, Konzentrationen auf Produkten und einzelne Geschäftspartner •Kontrahentenrisiko: Konzentration hinsichtlich Großkredite an Kreditinstitute •Zinsänderungsrisiko (periodisch): Konzentration auf kurzen Fristigkeiten auf der Passivseite der Bilanz •Zahlungsunfähigkeitsrisiko in Heimatwährung: asymmetrische vertragliche Laufzeiten zwischen den langfristigen, wenig liquiden Krediten bzw. Forderungen und den grundsätzlich kurzfristig fälligen Kundeneinlagen. Als wesentliche Interrisikokonzentrationen bei wesentlichen Risiken sind identifiziert: •Reputationsrisiken: Es bestehen Abhängigkeiten zum Zahlungsunfähigkeitsrisiko, zu strategischen Risiken und zum Absatzrisiko. Wesentliche Risikokonzentrationen werden bei wesentlichen Risiken angemessen in der Steuerung des ICAAP bzw. ILAAP (z. B. über Stressszenarien) berücksichtigt oder durch adäquate Kennzahlen oder Auswertungen gesteuert. Übergeordnete und makroökonomische Risikolage Nach der starken geldpolitischen Straffung zur Bekämpfung der hohen Inflation sind die Notenbanken der großen Industrieländer inzwischen auf einen Kurs der geldpolitischen Lockerung eingeschwenkt und haben erste Zinssenkungen vorgenommen. Bislang wirkt die Geldpolitik weiterhin restriktiv. Im Jahr 2025 ist zunächst eine Fortsetzung der geldpolitischen Lockerung zu erwarten, ohne auf das Niedrigzinsniveau zurückzufallen. Denn langfristig wirken eine Reihe struktureller Faktoren in Richtung systemisch höherer Inflation. Dazu gehören die aus der demographischen Entwicklung resultierenden zunehmenden Knappheiten am Arbeitsmarkt und die daraus resultierenden Lohnsteigerungen, höhere Kosten, die sich aus verstärkten Deglobalisierungstendenzen ergeben sowie die enormen Investitionen zur Bewältigung der ökologischen Transformation. Durch eine anhaltende wirtschaftliche Schwächephase im Wesentlichen des produzierenden Gewerbes in Deutschland, besteht die Möglichkeit von erhöhten Wertberichtigungsbedarfen in diesen Wirtschaftszweigen, wenngleich diese nicht den Schwerpunkt des MLP-Geschäfts darstellen. Die deutsche Wirtschaft profitierte in der Vergangenheit von der starken Stellung der Industrie und der starken Außenhandelsorientierung einschließlich der dynamischen Entwicklung des chinesischen Marktes. Diese langjährigen Vorteile stellen derzeit Nachteile der deutschen Volkswirtschaft dar. Im Jahr 2025 dürfte vor allem die globale Handelspolitik in den Fokus rücken: im Hegemonialkonflikt zwischen den USA und China ist damit zu rechnen, dass der Prozess einer wechselseitigen Abkoppelung 66 MLP Geschäftsbericht 2024 der Wirtschaftsräume voranschreitet und neue Handelshemmnisse als allgemeine Schockfaktoren für die Weltwirtschaft möglich sind. Neue geopolitische Konflikte erscheinen vor allem in Ostasien möglich und könnten Wertschöpfungsketten bis nach Europa erneut erheblich treffen. All diese Faktoren können sowohl das wirtschaftliche Umwelt von MLP, als auch die wirtschaftliche Lage von Geschäftspartnern spürbar beeinträchtigen. Die öffentliche Verschuldung großer Industrienationen wie den USA, Frankreich oder Italien mit über 100% des BIP bieten Potential für neue Staatschuldenkrisen. Dabei ist die Gefahr jedoch nicht auf Staaten allein beschränkt, sondern könnte auch, wie 2007, aus dem privaten Sektor resultieren. Als weitere Gefahr für die Gruppe stellt sich eine zunehmend unverhältnismäßige und kostspielige Regulierung dar. Gegentendenzen sind derzeit nur moderat ersichtlich, sodass derzeit eher mit einer weiter zunehmenden Bürokratisierung zu rechnen ist. Im Immobiliensektor erscheint die Bodenbildung erreicht und bei gegebener Zinserwartung wird eine weitere Verschlechterung als eher unwahrscheinlich eingestuft. Opportunitäten werden weiterhin genutzt, wenn sie in den strategischen Rahmen der Gruppe passen. Risikotragfähigkeit & Eigenmittelanforderungen Das ökonomische Risikotragfähigkeitskonzept stellt sicher, dass den eingegangenen Risiken jederzeit ausreichend Risikodeckungspotenzial gegenübersteht. Im Rahmen des ökonomischen Risikotragfähigkeitskonzepts verfolgt die MLP FHG bei der Steuerung der Risiken eine barwertige Betrachtungsweise der wesentlichen Risiken mit einem Konfidenzniveau von 99,9 % und stellt sie der barwertnah über das Risikodeckungspotenzial abgeleiteten Risikodeckungsmasse gegenüber. Risikodeckungspotenzial und Risikodeckungsmasse Das im Geschäftsjahr 2024 barwertnah ermittelte Risikodeckungspotenzial der ökonomischen Perspektive setzt sich u.a. aus den folgenden Positionen zusammen: •Bilanzielles (Konzern-)Eigenkapital und Buchwerte sämtlicher Vermögenswerte und Verbindlichkeiten (für barwertnahe Risikotragfähigkeit) nach CRR •Barwertbeitrag stiller Reserven und Lasten, damit Barwertbeitrag sämtlicher Vermögenswerte und Verbindlichkeiten sowie außerbilanzielle Positionen (bzw. stille Reserven/Lasten aus Buchwert-Barwert-Unterschied bei barwertnaher Risikotragfähigkeit) sowie stille Reserven aus der Beteiligungsbewertung der Gruppe nach IFRS ohne Gesellschaften der aufsichtsrechtlichen Gruppe nach CRR abzgl. der direkten Beteiligungen in der aufsichtsrechtlichen Konzernbilanz (CRR) (wegen nicht vorgenommener Durchschau auf die nicht regulierten Gesellschaften der Gruppe nach IFRS) •Abzug des Barwerts erwarteter Bestandsabwicklungskosten, insbesondere Verwaltungskostenbarwert für Fortführung und Verwaltung der Positionen, erwartete Verluste im Kreditgeschäft sowie erwartetes operationelles Risiko der aufsichtsrechtlichen Gruppe nach CRR •Abzüge für vorsichtige Bewertung, insbesondere Abzug des laufenden Ergebnisses sowie immaterieller Vermögenswerte der aufsichtsrechtlichen Gruppe nach CRR 67 MLP Geschäftsbericht 2024 Risikodeckungsmasse
| Position (in Mio. €) | 12.2024 | 12.2023 |
| Bilanzielles EK (Gruppe nach CRR) | 617,4 | 575,3 |
| Barwert stiller Reserven und stiller Lasten | 583,4 | 460,9 |
| Barwert erwarteter Bestandsabwicklungskosten | -121.3 | -102,8 |
| Abzüge für vorsichtige Bewertung | -173,8 | -174,7 |
| Sonstige Positionen | 37,7 | 28,0 |
| Risikodeckungspotenzial | 943,4 | 786,6 |
| Allozierte Risikodeckungsmasse | 710,0 | 690,0 |
| Risikopuffer | -29,3 | -24,3 |
| Gesamtlimit für quantifizierte Risiken | 680,7 | 665,7 |
Aus dem Risikodeckungspotenzial werden 710,0 Mio. € (VJ.: 690,0 Mio. €) als Risikodeckungsmasse zur Verfügung gestellt. Die Risikodeckungsmasse dient dazu, die von MLP als wesentlich eingestuften Risikoarten Adressenausfallrisiko, Marktpreisrisiko, Liquiditätsrisiko, operationelle sowie sonstige Risiken abzudecken. Die eingegangenen Risiken waren im Geschäftsjahr durchgängig durch die eingeräumten Risikolimite gedeckt. Nach Abzug des Risikopuffers für sonstige Risiken von insgesamt 29,3 Mio. € (VJ.: 24,3 Mio. €) ergeben sich zum 31. Dezember 2024 für die MLP FHG die folgenden Limitauslastungen:
| Risikoart (in Mio. €) | 31.12.2024 | 31.12.2023 | ||||
| Limit | Risiko | Auslastung | Limit | Risiko | Auslastung | |
| Adressenausfallrisiko | 537,8 | 429,0 | 79,8 % | 466,0 | 368,4 | 79,0% |
| Marktpreisrisiko | 61,3 | 11,5 | 18,8 % | 59,9 | 15,1 | 25,2% |
| Operationelles Risiko | 61,3 | 3,8 | 6,1 % | 119,8 | 3,8 | 3,1% |
| Refinanzierungskostenrisiko | 20,4 | 0 | 0,0 % | 20,0 | 0,0 | 0,0% |
| Summe | 680,7 | 444,3 | 65,3 % | 665,7 | 387,3 | 58,2% |
Die besondere Risikosituation im Segment DI Deutschland.Immobilien (DI), welche im Wesentlichen aufgrund der fortbestehenden negativen Entwicklungen am Immobilienmarkt weiter fortbesteht, ist über verschärfte Annahmen des quantifizierten Beteiligungsrisikos berücksichtigt. Daher ist das Beteiligungsrisiko der DI auf die Beiträge aus dem Beteiligungsansatz erhöht. 68 MLP Geschäftsbericht 2024 Bankaufsichtsrechtliche Eigenmittelanforderungen und Kapitalsteuerung sowie normative Steuerungsperspektive Vorrangiges Ziel der Eigenmittelsteuerung ist es, sicherzustellen, dass die für den Betrieb von Bank- und Finanzdienstleistungsgeschäften bestehenden gesetzlichen Solvabilitätsvorschriften, die eine Mindesteigenmittelausstattung vorschreiben, erfüllt werden und die quantitative und qualitative Kapitalbasis gestärkt wird. Bei MLP erfolgt die Betrachtung für Zwecke der Mindesteigenmittelausstattung im Zusammenhang mit der Erfüllung der gesetzlichen Solvabilitätsvorschriften seit 1. Januar 2014 gem. der Capital Requirements Regulation (CRR), der Verordnung (EU) Nr. 575/2013 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 26. Juni 2013 über Aufsichtsanforderungen an Kreditinstitute und Wertpapierfirmen, nach Artikel 7 und Artikel 11 ff. auf einer konsolidierten Basis (Gruppe). Seit dem 1. Januar 2017 erstellt MLP eine eigenständige IFRS-Konsolidierung auf dem aufsichtsrechtlichen Konsolidierungskreis. Die Angaben basieren auf der zum Berichtsstichtag gültigen gesetzlichen Grundlage. Im Sinne der Rechtsvorschriften der CRR hält MLP eine angemessene Organisationsstruktur und angemessene interne Kontrollverfahren vor und stellt somit sicher, dass eine ordnungsmäßige Konsolidierung der Unternehmensgruppe gewährleistet ist. Zur relevanten Gruppe gemäß § 10a Abs. 2 KWG i.V.m. Artikel 11 CRR gehören die MLP SE, Wiesloch, als übergeordnetes Unternehmen, die MLP Banking AG, Wiesloch, die FERI AG, Bad Homburg v. d. Höhe und die FERI (Luxembourg) S.A., Luxemburg. Zur Steuerung und Anpassung der Eigenmittel der Gruppe stehen MLP insbesondere die folgenden Mittel und Maßnahmen zur Verfügung: (I) Ausgabe von neuen Anteilen, (II) Thesaurierung von Teilen des Ergebnisses sowie (III) Einstellungen in die gesetzliche Rücklage zur Stärkung des harten Kernkapitals. Das harte Kernkapital der Gruppe setzt sich nach Artikel 25 ff. CRR unter anderem aus den folgenden Eigenkapitalposten des IFRS-Kapitals zusammen: gezeichnetes Kapital, Kapitalrücklage, gesetzliche Rücklage und einbehaltene Gewinne, welche ebenfalls die Ergebnisse der Equity-Methode der Beteiligungen an sonstigen Tochterunternehmen umfassen. Kernkapitalmindernd wirken sich u. a. immaterielle Vermögenswerte, Geschäfts- oder Firmenwerte sowie der Abzugsbetrag für qualifizierte Beteiligungen nach Art. 89 Abs. 1 und 3 i.V.m. Art. 36 Abs. 1 k) CRR, dessen korrespondierende Ergebnisse in den Eigenmitteln erst nach Zurechnung der Jahresergebnisse im Folgejahr berücksichtigt werden, aus. Für die Ermittlung der risikogewichteten Positionswerte (Adressenausfallrisiken) zieht MLP den Kreditrisiko-Standardansatz nach Artikel 111 ff. CRR heran. Für die Bestimmung des Anrechnungs-betrags für das operationelle Risiko wird der Basisindikatoransatz verwendet (Artikel 315 ff. CRR). Aufsichtsrechtliche Eigenmittelsituation (Säule I)
| Eigenkapital (in Mio. €) | 2024 | 2023 |
| Hartes Kernkapital | 365,6 | 330,4 |
| Zusätzliches Kernkapital | – | – |
| Ergänzungskapital | – | – |
69 MLP Geschäftsbericht 2024
| Anrechenbare Eigenmittel | 365,6 | 330,4 |
| Eigenkapitalanforderungen für Adressenausfallrisiken | 125,1 | 121,0 |
| Eigenkapitalanforderungen für das operationelle Risiko | 27,4 | 24,9 |
| Eigenmittelquote (in %) | 19,2 | 18,1 |
| Quote hartes Kernkapital (in %) | 19,2 | 18,1 |
| Werte auf Basis der eingereichten Meldung | ||
Auch in der mehrjährigen normativen Risikotragfähigkeitsperspektive erfüllt die MLP Gruppe nach CRR und unter Vorwegnahme der Effekte aus Anwendung der CRR III ab dem Geschäftsjahr 2025, auf Basis der aktuellen Geschäfts- und Kapitalplanung inklusive der adversen Planszenarien, die Kapitalanforderungen in den Geschäftsjahren 2025 bis 2028. 70 MLP Geschäftsbericht 2024 Chancenbericht Chancenmanagement Ziel des integrierten Chancenmanagements des MLP Konzerns ist die systematische und frühzeitige Identifizierung von Chancen und deren Bewertung. Dies findet im Rahmen eines standardisierten Geschäftsstrategie-Prozesses statt, den der Vorstand mindestens einmal pro Jahr durchführt. Hierbei werden die aktuellen internen und externen Rahmenbedingungen sowie Einflussfaktoren analysiert und Annahmen für die Zukunft getroffen. Grundlage dieses Prozesses ist eine umfangreiche Analyse des aktuellen Umfelds. Diese schließt unter anderem die gesamtwirtschaftlichen und regulatorischen Rahmenbedingungen, Entwicklungen im Produktbereich wie auch den Wettbewerb ein. Im Hinblick auf Kunden- und Vertriebspotenziale nutzen wir neben eigenen Erhebungen die verfügbaren Marktdaten. Die Analyse mündet in einer umfangreichen SWOT-Analyse (Stärken, Schwächen, Chancen, Risiken). Chancen aus sich verändernden Rahmenbedingungen Aus den Konjunkturprognosen für das Jahr 2025 ergeben sich für MLP nur eingeschränkte Chancen. Sollte sich die deutsche Wirtschaft jedoch deutlich besser entwickeln als in unserer Prognose angenommen, hat dies zwar nur mittelbaren Einfluss auf die kurzfristige operative Entwicklung, könnte sich grundsätzlich aber positiv auf die Geschäftsentwicklung auswirken. Eine hieraus resultierende anhaltend gute Entwicklung der Kapitalmärkte könnte für abermals höhere erfolgsabhängige Vergütungen im Vermögensmanagement, im Segment FERI, führen. Zudem könnte bei Privat- und Firmenkunden durch eine bessere finanzielle Situation ein höherer Absicherungsbedarf sowie mehr Möglichkeiten für Vermögensmanagement und Vorsorge entstehen, was sich positiv auf die Segmente FERI und Banking ebenso wie Finanzberatung, DOMCURA und Industriemakler auswirken könnte. Das Zinsniveau hat sich im Laufe des Jahres 2024 auf einer etwas moderateren Höhe stabilisiert, liegt aber im Zehnjahresverlauf immer noch recht hoch. Je nach Inflationsentwicklung und darauffolgender Maßnahmen durch die EZB könnten auch im Jahr 2025, verglichen mit den Jahren der Niedrigzinsphase, höhere Zinserlöse im Segment Banking anfallen. Auch bei den Altersvorsorgeverträgen könnten durch die genannten höheren Marktzinsen ausgelöste deutlich höhere Verzinsungen die Nachfrage der Kunden im Segment Finanzberatung erhöhen. Im Beratungsfeld Vermögensmanagement haben auch die Entwicklungen an den Kapitalmärkten Einfluss auf die Geschäftsentwicklung. Sollten sich die Kapitalmärkte deutlich besser entwickeln als von uns erwartet, kann sich dies positiv auf die verwalteten Vermögen sowie die erfolgsabhängigen Vergütungen im Segment FERI auswirken. Ein weiter gesteigertes Bewusstsein für Gesundheit, Gesundheitsvorsorge und existenzielle Risiken, das MLP über die Beratungsfelder Altersvorsorge sowie Sach- und Krankenversicherung abdeckt, könnte sich positiv auf die Geschäftsentwicklung in den Segmenten Finanzberatung, DOMCURA und Industriemakler auswirken. Sollte das Zinsniveau dagegen im Jahr 2025 weiter gesenkt werden, könnten sich daraus zusätzliche Chancen für die Immobilienvermittlung in den Segmenten Finanzberatung und Deutschland.Immobilien ergeben. Insbesondere in unseren Kundengruppen bleibt die Immobilie als Kapitalanlage weiter attraktiv, was durch ein niedrigeres Zinsniveau nochmal verstärkt werden könnte. Durch das gestiegene nachhaltige Bewusstsein in der Bevölkerung ergeben sich Chancen durch das Angebot nachhaltiger Produkte. Mit unserem Produktpartnerauswahlprozess, der auch in den Bereichen Absicherung, Vorsorge und Vermögensmanagement zunehmend auch Nachhaltigkeitskriterien berücksichtigt, sehen wir uns hierfür gut aufgestellt. Die zunehmende Digitalisierung bietet zudem weiterhin die Chance, dass Effizienzgewinne gehoben werden können, sowohl im Kundengeschäft als auch in der Automatisierung von internen Prozessen. Auch hier sehen wir uns mit unserem Engagement und in Teilen bereits erfolgreicher Einführung von Elementen der Robotergesteuerten Prozessautomatisierung (RPA) und Künstlicher Intelligenz (KI) gut aufgestellt. 71 MLP Geschäftsbericht 2024 Die zunehmende Regulierung der Finanzdienstleistungsbranche in Deutschland bedeutet für MLP Herausforderung und Chance zugleich. Steigende Regulierungsanforderungen führen zunächst zu zusätzlichen Kosten und zu einer Verringerung der Produktivität, da die administrative Belastung steigt und Prozesse im Unternehmen angepasst werden müssen. Allerdings erhöht die Regulierung auch die Qualitätsanforderungen an die Marktteilnehmer, wodurch die Konkurrenzsituation auf entsprechend aufgestellte Markteilnehmer begrenzt wird. Gleichzeitig bietet diese Entwicklung das Potenzial, dass qualifizierte Vermittler von anderen Marktteilnehmern verstärkt für MLP, als auch für ZSH, tätig werden wollen. Zudem haben wir uns in den vergangenen Jahren frühzeitig auf die neuen Rahmenbedingungen ausgerichtet, sodass wir hieraus mittelfristig profitieren könnten. Unternehmensstrategische Chancen Neben der Betreuung von Privatkunden liegt auch ein starker Fokus auf dem Geschäft mit Firmenkunden und institutionellen Anlegern. In Zusammenarbeit mit unseren Konzerngesellschaften DOMCURA, RVM und FERI sowie der Marke TPC (betriebliche Benefits) innerhalb der MLP Finanzberatung SE werden wir unser Portfolio für Firmenkunden und institutionelle Anleger in den Bereichen Benefits, Sachversicherungen sowie Vermögensmanagement und Risikomanagement weiter ausbauen. Auch durch eine weitere Verbindung der genannten Bereiche untereinander und mit dem Privatkundengeschäft ergeben sich entsprechende Umsatzpotenziale. Im Privat- und Firmenkundengeschäft verfügt MLP über eine breite Aufstellung. Die weitere Ausschöpfung dieser Möglichkeiten bietet Potenziale für die kommenden Jahre. Im Finanzierungsgeschäft eröffnen sich im Segment Banking und Finanzberatung vor allem in der Kundengruppe Mediziner weitere Chancen. Auch im Sachgeschäft in den Segmenten Finanzberatung, DOMCURA und Industriemakler, in dem MLP das Geschäft der Tochterunternehmen DOMCURA und RVM weiterentwickelt bieten sich ebenfalls Potenziale für die nachfolgenden Jahre. Durch eine stärker als erwartete Nachfrage in der betrieblichen Vorsorge sind weitere Steigerungen im Segment Finanzberatung und Industriemakler möglich. Im Rahmen des Chancenmanagements prüft MLP den Markt auf potenzielle Akquisitionsziele, vornehmlich im Segment Industriemakler. Im Falle einer Akquisition können hieraus Chancen erwachsen, die das Umsatzpotenzial erhöhen. Leistungswirtschaftliche Chancen Im MLP Privatkundengeschäft könnte sich unser Kundenpotenzial in den kommenden Jahren weiter erhöhen. Der Bedarf an gut ausgebildeten Arbeitnehmern in Deutschland steigt und damit verbessern sich die Rahmenbedingungen für unsere Kundengruppe Akademiker weiter. Daraus ergibt sich ein fortlaufender Beratungsbedarf mit entsprechenden Umsatzchancen in nahezu allen Segmenten. Auch eine stärkere Durchdringung unseres Kundenbestandes im Privatkundengeschäft ermöglicht weiteres Wachstum. Im Geschäft mit institutionellen Kunden und bei Firmenkunden ergeben sich ebenfalls hohe Beratungsbedarfe. Insbesondere für institutionelle Anleger und große Familienvermögen, die wir bei FERI betreuen, steigt der Bedarf an Beratung vor allem im Bereich der alternativen Investments. Darüber hinaus ergeben sich weiterhin Beratungsbedarfe bei der Absicherung betrieblicher Risiken sowie der Positionierung als attraktiver Arbeitgeber. Hierdurch entstehen Chancen in der betrieblichen Vorsorge sowie bei Benefit-Lösungen. Im Sachversicherungsbereich ist DOMCURA Dienstleister für Makler und andere Vermittler und bietet weitreichende Lösungen im privaten und teilweise gewerblichen Geschäft. RVM übernimmt die Betreuung der gewerblichen Kunden in diesem Feld – mit zum Teil hohem Individualisierungsgrad. Innerhalb der MLP Finanzberatung SE wird die Beratung hinsichtlich betrieblicher Benefit-Lösungen abgedeckt. Durch die weitere Verzahnung dieser unterschiedlichen MLP Privat- und Firmenkundensegmente ergeben sich erhebliche Umsatzsynergien, die zukünftige Umsatzchancen bergen. 72 MLP Geschäftsbericht 2024 Um die Produktivität unserer Berater zu erhöhen, haben wir in den vergangenen Jahren zahlreiche Maßnahmen implementiert. Dazu gehört die Weiterentwicklung unserer Beratungsapplikationen und damit eine noch stärkere Unterstützung unserer Berater – beispielsweise bei der Vermögensübersicht oder digitalen Schadensmeldungen. Des Weiteren ergeben sich Umsatzpotenziale aus diversen Maßnahmen, die darauf abzielen, dass sich unsere Berater noch stärker auf den Kern ihrer Tätigkeit konzentrieren können und die sich wiederum positiv auf alle Segmente auswirken können. Weiterhin hat die DOMCURA Gruppe als Assekuradeur mit ihren Prozessen und Fähigkeiten die Wertschöpfungskette des MLP Konzerns im Sachversicherungsbereich erweitert und wird diesen Weg fortsetzen. Die Corporate University entwickelt das Weiterbildungsangebot für die selbständigen Berater anhand aktueller Bedarfe und regulatorischer Anforderungen stetig weiter. Im Jahr 2023 wurde ein viermonatiges Traineeprogramm für angestellte Trainees zur Vorbereitung auf ihre zukünftige selbstständige Tätigkeit mit Handelsvertreterstatus eingeführt. Sollten wir bei der Gewinnung neuer Berater erfolgreicher sein als in unseren bisherigen Planungen reflektiert, könnten sich dadurch zusätzliche Potenziale in allen Segmenten ergeben. Trotz der weiterhin herausfordernden Situation im Immobilienprojektgeschäft und unserem derzeitigen geplanten und vorsichtigen Agieren besteht unverändert und in Anbetracht der demografischen Entwicklung sogar zunehmender Bedarf an altersgerechtem Wohnen, woraus sich Chancen für unser Immobilienprojektgeschäft im Segment Deutschland.Immobilien ergeben könnten. Chancen aus der Entwicklung der Vermögens- und Risikolage Positive Geschäftsentwicklungen respektive Marktentwicklungen mit nachhaltiger Wirkung auf Ergebnisgrößen können sich vorteilhaft auf die Kapital- bzw. Vermögenslage von MLP auswirken und weitere Gestaltungsspielräume für das Geschäftsmodell und das Risikoprofil eröffnen. Im Bankgeschäft im Segment Banking geht MLP Adressenausfallrisiken ein, bei denen unter anderem eine Abhängigkeit von der wirtschaftlichen Lage in Deutschland besteht. Durch das bevorzugte Kundenklientel mit überwiegend guter Bonität können sich für MLP aber auch Chancen durch einen vergleichsweise geringen Wertberichtigungsbedarf ergeben. Weitere Chancen können sich auch durch eine mögliche Ausweitung des Bankgeschäfts im Produkt- und Kundenbereich im Segment Banking ergeben, was jedoch auch mit Risiken verbunden sein kann. Zudem hat die Zinsentwicklung Einfluss auf das Bankbuch von MLP. Je nach Positionierung und Zinsentwicklung können sich daraus Risiken aber auch Chancen im Segment Banking ergeben. Unabhängig davon steuert MLP das Bankbuch mit dem Ziel einer weiterhin komfortablen Liquiditätssituation. 73 MLP Geschäftsbericht 2024 Zusammenfassung Chancen- und Risikobericht Zusammenfassung Risikobericht Im Wesentlichen wird die Geschäftsentwicklung von MLP durch finanzwirtschaftliche Risiken, operationelle Risiken und sonstige Risiken beeinflusst. Durch unser Risikomanagementsystem stellen wir die frühzeitige Identifizierung, Beurteilung, Steuerung sowie Überwachung und Kommunikation unserer wesentlichen Risiken in der laufenden und zukünftigen Entwicklung sicher. Die gelieferten Informationen haben ausnahmslos die zeitnahe Einleitung und Priorisierung von Risikomanagementmaßnahmen gewährleistet. Die MLP FHG hat sich im Jahr 2024 stets im Rahmen ihrer Risikotragfähigkeit in der Kapital- und Liquiditätssicht bewegt. Das Business Continuity Management sichert auch bei möglichen Störungen einen geregelten Geschäftsbetrieb. Über unsere Risikoüberwachungs- und -steuerungssysteme und die konsequente Ausrichtung unseres Geschäftsmodells an der Risikotragfähigkeit können wir gewährleisten, dass die im Rahmen unserer Geschäftstätigkeit eingegangenen Risiken mit entsprechenden Risikokapitalien unterlegt sind. Das Risikomanagementsystem wird insbesondere hinsichtlich der Entwicklung des Volumens und der Komplexität unseres Geschäftes ständig weiterentwickelt. Die Wirksamkeit unseres Risikomanagements und dessen aufsichtsrechtliche Umsetzung werden auch durch externe Prüfer und durch die Interne Revision turnusmäßig überprüft. Die dargestellten Risiken und solche, die uns noch nicht bekannt sind oder bis zum jetzigen Zeitpunkt als unwesentlich eingeschätzt wurden, könnten einen negativen Einfluss auf unsere im Ausblick abgegebenen Prognosen haben. Bestandsgefährdende Risiken sind derzeit nicht zu erkennen, und auch für das kommende Geschäftsjahr erwarten wir dahingehend keine negative Entwicklung. Nach dem Bilanzstichtag ergaben sich keine nennenswerten Risiken, die einen wesentlichen Einfluss auf den Fortbestand der MLP FHG haben könnten. Zusammenfassung Chancenbericht MLP sieht einige wesentliche Chancen, die mehrere Chancenfelder betreffen, insbesondere den unternehmensstrategischen und leistungswirtschaftlichen Bereich sowie die Vermögens- und Risikolage. 74 MLP Geschäftsbericht 2024 Vorausschauende Aussagen Diese Unterlagen enthalten unter anderem gewisse vorausschauende Aussagen und Informationen über zukünftige Entwicklungen, die auf Überzeugungen des Vorstands der MLP SE sowie auf Annahmen und Informationen beruhen, die der MLP SE gegenwärtig zur Verfügung stehen. Worte wie „erwarten“, „einschätzen“, „annehmen“, „beabsichtigen“, „planen“, „sollten“, „könnten“ und „projizieren“ sowie ähnliche Begriffe in Bezug auf das Unternehmen sollen solche vorausschauenden Aussagen anzeigen, die insoweit gewissen Unsicherheitsfaktoren unterworfen sind. Viele Faktoren können dazu beitragen, dass die tatsächlichen Ergebnisse des MLP Konzerns sich wesentlich von den Zukunftsprognosen unterscheiden, die in solchen vorausschauenden Aussagen getroffen wurden. Die MLP SE übernimmt keine Verpflichtung gegenüber der Öffentlichkeit, vorausschauende Aussagen zu aktualisieren oder zu korrigieren. Sämtliche vorausschauenden Aussagen unterliegen unterschiedlichen Risiken und Unsicherheiten, durch die die tatsächlichen Ergebnisse zahlenmäßig von den Erwartungen abweichen können. Die vorausschauenden Aussagen geben die Sicht zu dem Zeitpunkt wieder, zu dem sie gemacht wurden. Zukünftiges gesamtwirtschaftliches Umfeld Die deutsche Wirtschaft befindet sich nach Einschätzungen von FERI Investment Research (FERI) im Prozess eines tiefgreifenden strukturellen Wandels, der unter anderem durch die demografische Entwicklung und den daraus resultierenden enormen Mangel an Arbeitskräften gekennzeichnet ist. Im Jahr 2025 dürfte vor allem die Handelspolitik in den Fokus rücken: Im Hegemonialkonflikt zwischen den USA und China ist damit zu rechnen, dass der Prozess einer wechselseitigen Abkoppelung der Wirtschaftsräume voranschreitet. Der Nahost-Konflikt und der Krieg Russlands gegen die Ukraine sorgen für weitere Unsicherheiten und könnten deutlich negative Folgen auf die Wirtschaftsdynamik haben. Die geopolitische Zeitenwende stellt dabei das deutsche Wirtschaftsmodell grundsätzlich in Frage. Insgesamt geht FERI daher für das Jahr 2025 nicht von einer grundsätzlichen Trendwende aus. Für das Bruttoinlandsprodukt (BIP) erwartet FERI im Gesamtjahr 2025 ein leichtes Wachstum von +0,1 % gegenüber dem Vorjahr. Trotz der angespannten wirtschaftlichen Situation geht das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) davon aus, dass sich der Aufwärtstrend bei der Beschäftigung fortsetzen wird, wenn auch spürbar gedämpft. Dies liegt an der grundsätzlichen Robustheit der Arbeitsmarktentwicklung und dem weiter steigenden Bedarf an Arbeitskräften. Das IAB prognostiziert insgesamt für 2025 nur einen leichten Anstieg der Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vorjahr um 60.000 auf 2,84 Mio. Personen. Die Bundesregierung prognostiziert in ihrem Finanzbericht 2025, dass die Bruttolöhne und -gehälter in Deutschland im Jahr 2025 um 3,6 % steigen werden. FERI rechnet für das Jahr 2025 mit einer leicht steigenden Sparquote in Deutschland von 11,7 % (2024: 11,5 %). Für die Inflationsrate erwartet FERI im Jahr 2025 einen Rückgang auf 2,3 % im Jahresdurchschnitt. Von der Entwicklung der Inflation sowie von der konjunkturellen Entwicklung abgeleitet, könnten die Notenbanken insbesondere durch aggressivere Senkungsschritte die Zinsen im kommenden Jahr senken. FERI rechnet mit Zinssenkungen der Europäischen Zentralbank (EZB) und einem Leitzins im Euroraum von 2,0 % im Dezember 2025. Nach Einschätzung von FERI wird auch die amerikanische Notenbank Fed reagieren und die Leitzinsen bis Dezember 2025 auf 3,0 % senken. PROGNOSEBERICHT 75 MLP Geschäftsbericht 2024 Zukünftige Branchensituation und Wettbewerbsumfeld Vermögensmanagement Strukturell höhere Inflationsraten, eine grundsätzlich veränderte geopolitische Lage und weltweit wachsende Verschuldungsgrade sind laut FERI Herausforderungen, vor deren Hintergrund im Jahr 2025 mit erhöhter Unsicherheit und potenziell kürzeren Zyklen sowohl in der Realwirtschaft als auch an den Kapitalmärkten zu rechnen ist. Als ein signifikantes Risiko bewerten die FERI Experten eine wieder ansteigende Inflation, auf die die amerikanische Notenbank Fed mit einer Wiederaufnahme des geldpolitischen Straffungszyklus reagieren müsste. Die Folgen wären eine deutlich steigende Rezessionswahrscheinlichkeit und vermutlich auch ein tiefer reichender konjunktureller Abschwung. Positive Impulse könnten aus Produktivitätsgewinnen infolge von Digitalisierungsprozessen und der zunehmenden Nutzung von Anwendungen aus dem Bereich künstlicher Intelligenz resultieren. Laut einer Studie von EY sind die anstehenden Erbschaften der Babyboomer-Generation der größte Vermögenstransfer der globalen Finanzgeschichte. Demnach werden bis 2030 weltweit 18 Billionen Dollar vererbt. Nach Prognosen der Hans-Böckler-Stiftung dürfte das jährliche Erbvolumen in Deutschland inklusive Schenkungen bis zum Jahr 2027 bis zu 400 Mrd. € betragen. Die im Einzelnen zu erwartenden Erbschaften sind laut Studie im obersten Fünftel der Einkommensverteilung am höchsten. Immobilien Laut einer Studie der DZ Hyp bietet der Immobilienmarkt trotz zahlreicher Herausforderungen nach wie vor Potenzial. In den kommenden Jahren dürfte sich die Lage an den Wohnungsmärkten jedoch weiter verschärfen. Hohe Bau- und Finanzierungskosten bremsen den Neubau. Das ifo Institut erwartet einen drastischen Rückgang beim Wohnungsbau in Deutschland. Berechnungen des Instituts zufolge dürften 2025 und 2026 lediglich 175.000 Wohnungen in neuen Immobilien fertiggestellt werden. Das Ziel der Bundesregierung liegt hingegen bei 400.000 im Jahr. Gleichzeitig steigt der Bedarf an Wohnimmobilien laut Studie der DZ Hyp in den kommenden Jahren weiter stark an: Durch die Alterung nimmt die Zahl der privaten Haushalte selbst bei einer stabilen Einwohnerzahl in Deutschland noch zu. Die Zahl der Einpersonenhaushalte könnte daher bis 2040 um gut 1 Mio. zulegen. Insgesamt gehen die Experten der DZ Hyp daher von weiteren Mietsteigerungen in Höhe von rund 5 % in 2025 aus. Pflegeimmobilien als Kapitalanlage bleiben trotz der schwierigen Rahmenbedingungen attraktiv: Im Rahmen der aktuellen Pflegevorausberechnung geht das Statistische Bundesamt deutschlandweit von einem Anstieg der Pflegebedürftigen bis 2035 um 14 % und bis 2055 um 37 % gegenüber dem Ausgangsjahr 2021 aus. Das Immobilien-Analysehaus Bulwiengesa geht von einem Anstieg der stationären Pflegebedürftigen von rund 0,8 Mio. in 2021 auf rund 1,4 Mio. in 2040 aus. Das 2024 in Kraft getretene Wachstumschancengesetz sollte künftig zudem positive Impulse für Kapitalanleger bringen und die Bau- und Immobilienbranche in Deutschland beleben. Details dazu finden sich im Kapitel „Wettbewerb und Regulierung“. Finanzierung Nach Einschätzung der Deutschen Bank werden die Zinsen für fünf- bis zehnjährige Immobiliendarlehen im Jahr 2025 bei einem Niveau von 3,5 % liegen. Die aktuelle politische Lage mit entsprechenden Auswirkungen auf die Haushaltsführung 2025 führt zu Unsicherheiten bezüglich der Förderprogramme der staatlichen Förderbank KfW. 76 MLP Geschäftsbericht 2024 Altersvorsorge Positive Impulse könnte nach Einschätzung der Rating-Agentur Assekurata der gesetzliche Höchstrechnungszins für die Lebensversicherungsbranche bringen, der ab dem 1.1.2025 von 0,25 % auf 1,00 % ansteigen wird – die erste Anhebung des Höchstrechnungszinses seit 30 Jahren. Laut GDV könnte dieser das Neugeschäft stützen, weswegen der Branchenverband mit einem Plus von 4,8 % bei den Einmalbeiträgen rechnet. Im Zuge des Fachkräftemangels gewinnt die betriebliche Altersvorsorge (bAV) in Deutschland weiter an Bedeutung, auch wenn einer Studie von Deloitte aus dem Jahr 2024 zufolge aktuell keine Impulse sichtbar sind. Dennoch ist die bAV für viele Deutsche ein wichtiges Kriterium bei der Entscheidung für einen neuen Arbeitsplatz: 47 % der Befragten gaben an, sie würden bei einem Jobwechsel darauf achten, ob der neue Arbeitgeber eine von ihm finanzierte bAV anbiete. Zusammenfassend prognostiziert der GDV je nach Verlauf der wirtschaftlichen und geopolitischen Rahmenbedingungen für die Lebensversicherungen insgesamt für 2025 ein Wachstum der Beitragseinnahmen um 1,3 % auf 96 Mrd. €. Krankenversicherung Laut einer Studie der Continentale sehen 82 % der über die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) Versicherten eine ergänzende private Gesundheitsvorsorge bereits heute oder in Zukunft als erforderlich an, um sich eine gute medizinische Versorgung zu sichern. Die Experten des Schätzerkreises gehen von einem Anstieg der Zusatzbeiträge zur GKV von durchschnittlich 0,8 Prozentpunkten auf 2,5 % in 2025 aus. Im Wettbewerb um Fachkräfte und eine langfristige Unternehmensbindung ihrer Beschäftigten werden Arbeitgeber vermutlich auch künftig vermehrt auf Produkte der betrieblichen Krankenversicherung (bKV) und der betrieblichen Pflegezusatzversicherung (bPV) setzen. SachversicherungDer GDV prognostiziert, dass sich die Schäden infolge von Extremwetterereignissen bis 2050 mindestens verdoppeln werden. Durch die zunehmenden Klimarisiken wächst auch der Absicherungsbedarf im Bereich Wohngebäude- und Hausratversicherung. Laut GDV besitzt in Deutschland lediglich die Hälfte aller Hausbesitzer eine Elementarschadenversicherung. Berechnungen zufolge dürften die Prämien für Wohngebäudeversicherungen im kommenden Jahr um 5 bis 7 % steigen. Auf Sicht der nächsten zehn Jahre könnten sich die Prämien in der Wohngebäudeversicherung allein infolge von Klimaschäden verdoppeln. Unter der Annahme deutlicher Prämienanpassungen könnte die Kfz-Versicherung bis 2026/2027 nach Einschätzung des Analysehauses Assekurata die Ertragssituation der gesamten Sparte verbessern. Für 2025 erwartet der GDV ein Beitragswachstum bei den Kfz-Versicherungen zwischen 8 % und 11 %. Laut einer Studie von AssCompact haben Gewerbeversicherungen in den kommenden fünf Jahren für 56 % der Versicherungsmakler eine große oder sehr große Relevanz. Den größten Umsatztrend erwarten 70 % der Umfrageteilnehmer in der Cyberversicherung. Insgesamt prognostiziert der Branchenverband im Bereich Schaden- und Unfallversicherung für das Jahr 2025 ein Beitragswachstum zwischen 4,9 % und 7,2 %. 77 MLP Geschäftsbericht 2024 Wettbewerb und Regulierung Die Finanzdienstleistungsbranche soll die Transformation der gesamten Wirtschaft in Richtung Nachhaltigkeit unterstützen und auch steuern. Vor diesem Hintergrund soll der MLP Vertriebs- und Beratungsprozess kontinuierlich um weitere Nachhaltigkeitsaspekte erweitert werden. Es ist darüber hinaus damit zu rechnen, dass 2025 der gesetzgeberische Prozess zur im Kapitel „Branchensituation und Wettbewerbsumfeld“ beschriebenen EU-Kleinanlegerstrategie abgeschlossen wird. Ein grundlegendes Provisionsverbot ist in diesem Zuge nicht mehr zu erwarten. In den nächsten Jahren ist für Finanzprodukte insgesamt damit zu rechnen, dass der Regulierer weiter daran arbeitet, die Kosten für Kunden vergleichbarer zu machen und sich so die Sensibilität der Kunden für Kosten und Beratungsqualität weiter erhöhen wird. Dabei dürfte insbesondere die Beratung gegen Honorar ein Thema für die Politik bleiben. MLP bietet bereits heute in solchen Bereichen Honorarberatung an, in denen wir ein Interesse unserer Kunden spüren, beispielsweise in der Ruhestandsplanung. Die Financial Data Access Verordnung (FiDA) der Europäischen Union stellt einen nächsten Schritt von Open Banking in Richtung Open Finance, d. h. einer offenen und transparenten Datenlandschaft im Finanzsektor, dar. Ziel von FiDA ist es, den Zugang zu Finanzdaten zu erleichtern und die Interoperabilität zwischen verschiedenen Finanzdienstleistern zu verbessern, um so die Entwicklung datengetriebener Finanzdienstleistungen und insgesamt Innovation und Wettbewerb im Finanzwesen zu fördern. Die sogenannte FiDA-Verordnung wird voraussichtlich im Laufe des Jahres 2025 in Kraft treten. 24 Monate danach müssen Versicherer die Gesetzeskonformität erreichen, jedoch ist bereits innerhalb von 18 Monaten die Mitgliedschaft in mindestens einem Finanzdatenaustauschsystem („Scheme“) verpflichtend. MLP beschäftigt sich bereits intensiv mit der FIDA-Verordnung und erkennt in diesem Regulierungsschritt mit Blick auf unseren Beratungsansatz überwiegend Vorteile. Seit dem 17. Januar 2025 muss auch MLP die finanzsektorweite DORA-Regulierung umsetzen, mit welcher der europäische Finanzmarkt mit Blick auf Cyberrisiken und Vorfälle der Informations- und Kommunikationstechnologie gestärkt werden soll. Durch die DORA-Richtlinie wurden eine Reihe weiterer für MLP relevante Richtlinien geändert, deren Umsetzungen 2024 angegangen wurden. 78 MLP Geschäftsbericht 2024 Voraussichtliche Geschäftsentwicklung Ausgangsbasis und Annahmen Die nachfolgenden Aussagen beschreiben unsere Erwartungen für das Geschäftsjahr 2025. Die Vergleichsbasis für die beschriebenen Erwartungen stellt jeweils das Geschäftsjahr 2024 dar. Unsere Erwartungen basieren auf der zum Ende des Geschäftsjahres 2024 verabschiedeten Geschäftsstrategie sowie der entsprechenden Finanz- und KPI-Planung. Dieser liegen gewisse Annahmen zugrunde: Die globalen politischen und wirtschaftlichen Unsicherheiten dürften ebenso wie die schwache deutsche Wirtschaftsdynamik weiter anhalten, was sich im Allgemeinen belastend auf die Geschäftsaktivitäten von MLP auswirken würde. Sinkende Inflationsraten dürften zur Fortsetzung der geldpolitischen Lockerung führen, was sich belastend auf das Zinsgeschäft von MLP, jedoch zugleich förderlich auf das Immobilien- und Finanzierungsgeschäft von MLP auswirken würde. Zudem bietet die fortschreitende demografische Entwicklung große Potenziale für das Altersvorsorge- und Vermögensmanagementgeschäft von MLP. Strategische Weiterentwicklungen Wir werden unsere strategischen Weiterentwicklungen der vergangenen Jahre auch im Geschäftsjahr 2025 weiter vorantreiben. Der Fokus liegt auf dem weiteren Ausbau des Kerngeschäfts sowie der weiteren Potenzialerschließung aus der Digitalisierung. Der weitere Ausbau unseres Kerngeschäfts soll insbesondere im Vermögensmanagement, im Firmenkundengeschäft sowie in den Nachhaltigkeitsangeboten erfolgen. Im Vermögensmanagement soll das im MLP-Privatkundenstamm vorhandene Potenzial systematisch erschlossen werden, unter anderem durch neue Bankprodukte an der Schnittstelle zwischen Vermögensmanagement und Altersvorsorge, die im Zuge der demografischen Entwicklung zunehmend an Bedeutung gewinnt, sowie durch die Intensivierung der Zusammenarbeit zwischen den MLP Beratern und den Experten für größere Vermögen bei unserer Tochtergesellschaft FERI. Im Firmenkundengeschäft soll das im MLP-Privatkundenstamm vorhandene Firmenkundenpotenzial zunehmend erschlossen werden, indem der MLP-Berater als Koordinator der Kundenbeziehung agiert und die in den Konzerngesellschaften vorhandenen Experten gezielt einbindet. Im Bereich der Nachhaltigkeit soll das Angebot an nachhaltigen Produkten und die Expertise der MLP-Berater weiter ausgebaut werden. Die weitere Potenzialerschließung aus der Digitalisierung soll einerseits im bereits etablierten Ansatz digitaler Plattformen und andererseits im Bereich der Künstlichen Intelligenz erfolgen. Im bereits etablierten Ansatz digitaler Plattformen sollen diese bestehenden eigenständigen Plattformen stärker in das Kerngeschäft und damit in die Kundenbedürfnisse integriert und anhand dieser Potenziale möglicherweise auch weitere Plattformen in das Netzwerk des MLP Konzerns einbezogen werden. Im Bereich der Künstlichen Intelligenz sollen mittels des verantwortungsbewussten Einsatzes bessere Kundenerlebnisse geschaffen und mehr Unterstützung für die Berater geboten werden, während effizientere Prozesse das Potenzial für zusätzliche Wertschöpfung bieten. Entwicklung CO2-Emissionen pro Kopf und Anteil von Frauen in Führungspositionen Für die Zukunft strebt die MLP Gruppe eine Reduktion ihrer CO2-Emissionen pro Kopf und eine Erhöhung des Anteils von Frauen in Führungspositionen an. 79 MLP Geschäftsbericht 2024 Erlösprognose Für das Geschäftsjahr 2025 erwarten wir leicht steigende Gesamterlöse, resultierend aus leicht steigenden Umsatzerlösen und stabilen sonstigen Erträgen. Die Umsatzerlöse lassen sich dabei auf folgende zwei Arten aufgliedern: Aufgegliedert nach unseren Leistungsbereichen erwarten wir für den Leistungsbereich Vermögen stabile Erlöse. Im Leistungsbereich Vorsorge erwarten wir leicht steigende Erlöse. Auch im Leistungsbereich Absicherung erwarten wir leicht steigende Erlöse. Die nicht diesen Leistungsbereichen zugeordneten Aktivitäten dürften deutlich höhere Erlöse hervorbringen. Aufgegliedert nach unseren Erlösarten dürften die Erlöse aus dem Zinsgeschäft leicht niedriger ausfallen. Dagegen dürften die Erlöse aus der Immobilienentwicklung in 2025 wieder deutlich höher ausfallen, ausgehend von einem sehr niedrigen Niveau in 2024 infolge des zwischenzeitlichen Stopps neuer Projekte. Die Provisionserlöse über alle nachfolgend beschriebenen Beratungsfelder hinweg sollten wir damit insgesamt leicht steigern können. Im Vermögensmanagement erwarten wir stabile Erlöse. Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2024 fielen sehr hohe erfolgsabhängige Vergütungen an, die in unserer Prognose für das Folgejahr jedoch üblicherweise nur in geringem Umfang enthalten sind. Insgesamt sehen wir in dem nach wie vor von politischen und wirtschaftlichen Unsicherheiten geprägten Umfeld einen erhöhten Beratungsbedarf für professionelles Vermögensmanagement. Gleichzeitig dürften die Vermögen unserer Kunden perspektivisch mit fortschreitender demografischer Entwicklung und vermehrten Erbschaften noch weiter zunehmen. Die systematische Erschließung der im MLP-Privatkundenstamm vorhandenen Potenziale sollte ebenso wie der Ausbau der Nachhaltigkeitsprodukte und -expertise positiv wirken. In der Immobilienvermittlung rechnen wir mit deutlich steigenden Erlösen, nachdem sich dieser Bereich bereits im abgelaufenen Geschäftsjahr 2024 wieder deutlich erholt hatte. Die erwartete fortgesetzte geldpolitische Lockerung dürfte hier weiter unterstützend wirken. Zudem sehen wir im Rahmen einer breit aufgestellten Anlagestrategie, mitunter auch als Inflationsschutz, fremdgenutzte Immobilien weiterhin als gute Investitionsmöglichkeit für unsere Kunden an. In der Finanzierung rechnen wir mit deutlich steigenden Erlösen, nachdem die Erholung in diesem Bereich im abgelaufenen Geschäftsjahr 2024 noch nicht vollumfänglich eingetreten war. Mit der erwarteten fortgesetzten geldpolitischen Lockerung dürfte der Wunsch nach Wohneigentum für viele auch wieder konkreter werden. In der Altersvorsorge erwarten wir leicht steigende Erlöse. Die fortschreitende demografische Entwicklung dürfte zu einem steigenden Bedarf und damit auch Nachfrage seitens der Kunden führen. Neben der privaten Altersvorsorge sehen wir dies auch für die betriebliche Altersvorsorge. Bei letztgenannter dürfte der zunehmende Fachkräftemangel weitere positive Impulse für das Geschäft geben, da Arbeitgeber entsprechende Benefits vermehrt anbieten werden. Die zunehmende Erschließung der im MLP-Privatkundenstamm vorhandenen Firmenkundenpotenziale sollte dabei unterstützend wirken. Gleichzeitig sind in der betrieblichen Altersvorsorge jedoch aktuell Verunsicherungen der Kunden angesichts des politischen und wirtschaftlichen Umfelds spürbar. In der Krankenversicherung erwarten wir stabile Erlöse. Wir sehen ein anhaltend hohes Interesse an Gesundheitsvorsorge, unter anderem im Bereich der privaten Krankenversicherung. Der Bereich der betrieblichen Krankenversicherung dürfte ebenfalls vom zunehmenden Fachkräftemangel und den Bestrebungen der Unternehmen, gute Mitarbeiter zu finden und zu halten, weiterhin profitieren. Die zunehmende Erschließung der im MLP-Privatkundenstamm vorhandenen Firmenkundenpotenziale sollte dabei auch hier weiter unterstützend wirken. Auch in der betrieblichen Krankenversicherung sind jedoch aktuell Verunsicherungen der Kunden angesichts des politischen und wirtschaftlichen Umfelds spürbar. In der Sachversicherung erwarten wir leicht steigende Erlöse. Der nachlassende Inflations- und damit auch Prämienanpassungsdruck dürfte durch die zunehmende Erschließung der vorhandenen Kundenpotenziale überkompensiert werden. 80 MLP Geschäftsbericht 2024 Einschätzung der Umsatzentwicklung 2025 (im Vergleich zum Vorjahr)
| 2025 | |
| Umsatzerlöse | Leicht steigend |
| Erlöse Zinsgeschäft | Leicht rückläufig |
| Erlöse Immobilienentwicklung | Deutlich steigend |
| Provisionserlöse | Leicht steigend |
| Erlöse Vermögensmanagement | Gleichbleibend |
| Erlöse Immobilienvermittlung | Deutlich steigend |
| Erlöse Finanzierung | Deutlich steigend |
| Erlöse Altersvorsorge | Leicht steigend |
| Erlöse Krankenversicherung | Gleichbleibend |
| Erlöse Sachversicherung | Leicht steigend |
Aufwandsprognose Die Entwicklungen der Aufwendungen für bezogene Leistungen entsprechen in der Regel den Entwicklungen der jeweiligen Erlöse. Im kommenden Jahr erwarten wir jedoch bereits deutlich niedrigere Aufwendungen aus dem Zinsgeschäft, während wir analog zu den Erlösprognosen die Aufwendungen für bezogene Leistungen aus der Immobilienentwicklung deutlich über Vorjahr und die Aufwendungen für bezogene Leistungen aus dem Provisionsgeschäft leicht über Vorjahr erwarten. Wir rechnen damit, dass wir gleichzeitig unsere Zukunftsinvestitionen fortsetzen, aber die Verwaltungskosten dank unseres Kostenfokus stabil halten können, was durch Effizienzsteigerungen, teilweise durch Nutzung der Digitalisierung, unterstützt wird. Ergebnisprognose Für das Geschäftsjahr 2025 erwarten wir ein weiterhin von politischen und wirtschaftlichen Unsicherheiten geprägtes Marktumfeld. In diesem Umfeld bestehen sowohl Chancen als auch Risiken für unsere Geschäftsentwicklung, weshalb die Prognosen mit einer gewissen Unsicherheit behaftet sind. Abgeleitet aus unseren Erwartungen für Erlöse und Kosten erwarten wir für das Geschäftsjahr 2025 ein EBIT in einem Korridor zwischen 100 Mio. € und 110 Mio. €. 81 MLP Geschäftsbericht 2024 Ergebnisplanung Mit Blick auf das Geschäftsjahr 2028 planen wir einen deutlichen EBIT-Anstieg. Dabei wollen wir von dem weiteren Ausbau unseres Kerngeschäfts sowie von der weiteren Potenzialerschließung aus der Digitalisierung profitieren. Dividendenvorschlag Es ist das Ziel von MLP, unsere Aktionäre angemessen am Unternehmenserfolg zu beteiligen und im Rahmen unserer Dividendenpolitik eine attraktive und verlässliche Dividende auszuschütten. Grundsätzlich richtet sich unsere Ausschüttungspolitik dabei nach der jeweiligen Finanz- und Ertragslage sowie nach dem zukünftigen Liquiditätsbedarf des Unternehmens. Gleichzeitig werden wir einen Teil des Gewinns zur Thesaurierung verwenden, um sowohl das Geschäftsmodell weiter zu stärken als auch die steigenden bankenregulatorischen Vorschriften weiterhin komfortabel einzuhalten. Auf dieser Basis schlagen Vorstand und Aufsichtsrat der Hauptversammlung am 25. Juni 2025 eine Dividende je Aktie in Höhe von 0,36 € vor. Die Ausschüttungsquote beträgt damit rund 57 % des Konzernergebnisses. 82 MLP Geschäftsbericht 2024 Zusammenfassung Prognosebericht Auch im Geschäftsjahr 2025 dürfte das gesamtwirtschaftliche Umfeld weiterhin herausfordernd bleiben und sich erneut über die Branchen- und Wettbewerbssituation auch auf die Geschäftsaktivitäten von MLP auswirken. Insgesamt dürften auch die regulatorischen Entwicklungen herausfordernd bleiben, wenngleich MLP sich weiterhin sehr gut aufgestellt sieht. Nach Ansicht von MLP war die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des MLP Konzerns im abgelaufenen Geschäftsjahr stets solide, was wir auch für das Geschäftsjahr 2025 fortgesetzt erwarten. Der MLP Konzern verfügte zum Bilanzstichtag über genügend Eigenkapital und ausreichende liquide Mittel. Unser Geschäftsmodell ist insgesamt betrachtet vergleichsweise wenig kapitalintensiv und erwirtschaftet hohe Cashflows. Damit ist aus heutiger Sicht für den Prognosezeitraum ein ausreichender Innenfinanzierungsspielraum gegeben, den wir bei sich bietenden Gelegenheiten durch passende Kreditaufnahmen ergänzen können. Unseren Cashflow werden wir zur Beteiligung unserer Aktionäre am Unternehmenserfolg, zur Stärkung der Finanzkraft des Konzerns und für Investitionen einsetzen. Bezüglich der Ertragssituation erwarten wir im Prognosezeitraum ein deutlich positives Konzernergebnis. Konkret erwarten wir für das Geschäftsjahr 2025 leicht steigende Gesamterlöse, bestehend aus Umsatzerlösen und sonstigen Erträgen. Die Umsatzerlöse als größter Teil davon erwarten wir leicht steigend und das EBIT in einem Korridor zwischen 100 Mio. € und 110 Mio. €. Mittelfristig – bis Ende 2028 – planen wir einen deutlichen EBIT-Anstieg. Darüber hinaus strebt die MLP Gruppe eine Reduktion ihrer CO2-Emissionen pro Kopf und eine Erhöhung des Anteils von Frauen in Führungspositionen an. 83 MLP Geschäftsbericht 2024 Der Jahresabschluss der MLP SE wird im Gegensatz zum Konzernabschluss nicht nach den International Financial Reporting Standards (IFRS), sondern nach den Regeln des deutschen Handelsgesetzbuchs (HGB) aufgestellt. Grundlagen der MLP SE Geschäftsmodell und Steuerungssystem der MLP SE Innerhalb des MLP Konzerns hat die MLP SE die Holding-Funktion inne. Gegenstand der Gesellschaft ist die Leitung der Unternehmensgruppe. Sie legt die strategischen Ziele fest und sichert die aufeinander abgestimmte Geschäftspolitik des Konzerns. Die MLP SE ist als Holding nicht operativ tätig. Umsatzerlöse entstehen bei der MLP SE im Wesentlichen durch die Vermietung von Gebäuden an verbundene Unternehmen und aus konzerninternen Dienstleistungen. Zudem werden aus den bestehenden Anteilen an verbundenen Unternehmen Beteiligungserträge und Erträge aus Gewinnabführung sowie Aufwendungen aus Verlustübernahmen generiert. Umsatz und Ergebnis vor Steuern (EBT) repräsentieren die relevanten Steuerungsgrößen für die Gesellschaft. Unternehmensstruktur der MLP SE Unter der MLP SE sind sechs wesentliche Tochtergesellschaften angesiedelt: In der MLP Finanzberatung SE ist das Maklergeschäft gebündelt. Sie ist in diesem Bereich das Beratungsunternehmen des Konzerns für Privat- und Firmenkunden und ist für die Vermittlung von Versicherungen als Versicherungsmakler registriert. Die durch die MLP Finanzberatung SE erworbene DI Deutschland.Immobilien AG wurde die Expertise und das Angebot im Bereich Immobilien deutlich ausgeweitet. Deutschland.Immobilien ist eine unabhängige Immobilienplattform für alle Immobilienklassen. Die MLP Banking AG wird von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) beaufsichtigt. Sie bietet Bankdienstleistungen für Privat- und Geschäftskunden an – von Konto und Karte über Finanzierungen bis hin zum Vermögensmanagement. Die FERI Gruppe (FERI) bietet als Multi Asset-Investmenthaus für institutionelle Investoren, Familienvermögen und Stiftungen Dienstleistungen in den Hauptgeschäftsfeldern Investment Management, Investment Consulting und Investment Research. Die DOMCURA AG konzipiert, entwickelt und realisiert als Assekuradeur umfassende Deckungskonzepte für Privat- und Firmenkunden im Bereich der Sachversicherung. Im Geschäftsjahr 2021 wurde mit der Akquisition der RVM-Gruppe eine wesentliche Grundlage zur Erschließung des Marktsegments für Gewerbe- und Industrieversicherung gelegt. RVM verfügt als Industrieversicherungsmakler über ein bewährtes Geschäftsmodell mit der Fokussierung auf mittelständische Unternehmen. Mehr Informationen zur Unternehmensstruktur finden sich im Kapitel „Grundlagen des Konzerns“. Forschung und Entwicklung der MLP SE In ihrer Holding-Funktion ist die MLP SE nicht operativ tätig. Als Holding betreibt die MLP SE keine Forschung und Entwicklung im klassischen Sinne. Wirtschaftsbericht der MLP SE Umfeld der MLP SE Das Umfeld der MLP SE, die als Holding des MLP Konzerns mit all seinen nachgeordneten Konzernteilen fungiert, entspricht im Wesentlichen dem Umfeld des MLP Konzerns. Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, die Branchensituation und das Wettbewerbsumfeld des MLP Konzerns werden in den Kapiteln „Gesamtwirtschaftliches Umfeld“ sowie „Branchensituation und Wettbewerbsumfeld“ ausführlich beschrieben. ERGÄNZENDE ANGABEN FÜR DIE MLP SE (GEMÄSS HGB) 84 MLP Geschäftsbericht 2024 Geschäftsverlauf der MLP SE Der Geschäftsverlauf der MLP SE, die als Holding des MLP Konzerns mit all seinen nachgeordneten Konzernteilen fungiert, ist aufgrund der bestehenden Ergebnis- und Gewinnabführungsverträge sowie Beteiligungserträge im Wesentlichen durch die wirtschaftliche Entwicklung ihrer Beteiligungen geprägt. Der Geschäftsverlauf des MLP Konzerns ist im Kapitel „Geschäftsverlauf“ erläutert. Ertragslage der MLP SE Die Umsatzerlöse lagen mit 12,4 Mio. € (9,7 Mio. €) deutlich über dem Niveau des Vorjahres. Die Erlöse bestehen im Wesentlichen aus Mieteinnahmen von verbundenen Unternehmen und konzerninternen Dienstleistungen. Die Erlöse aus internen Konzerndienstleistungen fielen infolge von Umstrukturierungen der internen Bereiche höher aus. Die sonstigen Erlöse lagen mit 7,5 Mio. € (6,4 Mio. €) ebenfalls deutlich über dem Vorjahresniveau. Der Personalaufwand erhöhte sich im abgelaufenen Geschäftsjahr auf 13,7 Mio. € (11,0 Mio. €). Hintergrund sind Umstrukturierungen einschließlich dem Wechsel von Mitarbeitern von anderen Konzerngesellschaften in die MLP SE. Die Abschreibungen lagen mit 3,2 Mio. € (3,0 Mio. €) über dem Vorjahr. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen erhöhten sich auf 20,9 Mio. € (16,3 Mio. €), sie enthalten im Wesentlichen Aufwendungen aus Konzernumlagen, Aufwendungen für Beratung und anfallende Kosten für den Verwaltungsbetrieb. Das Ergebnis der betrieblichen Geschäftstätigkeit reduzierte sich in der Folge auf -17,9 Mio. € (-14,1 Mio. €). Wesentlichen Einfluss auf die Ertragslage der MLP SE hat die Geschäftsentwicklung ihrer Tochtergesellschaften. Mit der MLP Banking AG, der FERI AG und der DOMCURA AG bestehen Ergebnis- und Gewinnabführungsverträge, die sich im Finanzergebnis widerspiegeln. Das Finanzergebnis lag im Berichtsjahr mit 56,3 Mio. € (68,9 Mio. €) unter Vorjahr. Dabei lagen die Erträge aus Ergebnisabführungsverträgen im Berichtsjahr bei 53,3 Mio. € (64,1 Mio. €). Der Rückgang begründet sich vor allem aus dem geringeren Ergebnis der MLP Banking AG. In der Folge ging das Ergebnis vor Steuern (EBT) deutlich auf 38,4 Mio. € (54,8 Mio. €) zurück. Nach Abzug der Ertragsteuern in Höhe von 16,8 Mio. € (9,6 Mio. €) resultierte ein Jahresüberschuss von 21,4 Mio. € (45,0 Mio. €). Im Berichtsjahr wurde ein Bilanzgewinn von 39,4 Mio. € (45,1 Mio. €) erzielt. Finanzlage der MLP SE Zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2024 verfügte die MLP SE über liquide Mittel (Kassenbestand, Bundesbankguthaben, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks) in Höhe von 1,6 Mio. € (14,7 Mio. €). Der Rückgang ist im Wesentlichen auf die Ausschüttung der Dividende für das Geschäftsjahr 2023 an unsere Aktionäre in Höhe von 0,30 € je Aktie mit einem Gesamtvolumen von 32,8 Mio. € sowie auf eine durchgeführte Kapitalerhöhung bei der FERI AG zurückzuführen. Gegenläufig wirkte unter anderem eine größere Rückzahlung aus einer fälligen Geldanlage. Die Eigenkapitalquote lag mit 90,1 % (92,1 %) auf dem Vorjahresniveau. Insgesamt verfügt die MLP SE damit weiterhin über eine sehr gute Eigenkapitalausstattung. Die Verbindlichkeiten der MLP SE erhöhten sich auf 17,2 Mio. € (3,4 Mio. €), wesentlich bedingt durch den Anstieg der Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten infolge von Kreditaufnahmen für den Neubau des Verwaltungsgebäudes der Tochtergesellschaft RVM GmbH in Reutlingen. Die Dividendenzahlungen der MLP SE richten sich nach der Finanz- und Ertragslage sowie dem zukünftigen Liquiditätsbedarf der Gesellschaft. Für das Geschäftsjahr 2023 lag die Ausschüttungsquote mit 74 % über dem angestrebten Korridor von 50 % bis 70 % des Nettoergebnisses des MLP Konzerns. Für das Geschäftsjahr 2024 schlagen Vorstand und Aufsichtsrat der Hauptversammlung am 25. Juni 85 MLP Geschäftsbericht 2024 2025 eine Dividende je Aktie in Höhe von 0,36 € vor. Dies entspricht einer Ausschüttungsquote von rund 57 % des Nettoergebnisses des Konzerns. Vermögenslage der MLP SE Die Bilanzsumme der MLP SE lag zum Bilanzstichtag am 31. Dezember 2024 bei 436,0 Mio. € (438,6 Mio. €). Auf der Aktivseite der Bilanz verzeichnete das Sachanlagevermögen einen Anstieg auf 52,4 Mio. € (37,7 Mio. €). Dabei erhöhte sich der Posten Andere Anlagen und Betriebs- und Geschäftsausstattung auf 10,4 Mio. € (4,1 Mio. €), bedingt durch größere Aktivierungen im Bereich der Ausstattung des Verwaltungsgebäudes der MLP SE in Wiesloch. Der ebenfalls darin enthaltene Posten Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau erhöhte sich auf 14,4 Mio. € (3,5 Mio. €), bedingt durch den Neubau des Verwaltungsgebäudes der Tochtergesellschaft RVM GmbH in Reutlingen sowie durch die Sanierung des Verwaltungsgebäudes der Tochtergesellschaft DOMCURA AG in Kiel. Die Finanzanlagen erhöhten sich auf 259,8 Mio. € (242,3 Mio. €). Hier erhöhten sich die Anteile an verbundenen Unternehmen auf 249,8 Mio. € (232,3 Mio. €), bedingt durch die durchgeführte Kapitalerhöhung bei der FERI AG. Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände reduzierten sich auf 121,9 Mio. € (143,6 Mio. €). Hintergrund ist im Wesentlichen die Reduzierung des Postens Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen auf 120,1 Mio. € (142,5 Mio. €). Hierbei handelt es sich vor allem um geringere Forderungen gegen diejenigen Tochterunternehmen der MLP SE mit Ergebnis- und Gewinnabführungsverträgen und geringere Forderungen aus einer Darlehensvergabe gegenüber der DI Deutschland.Immobilien AG. Die sonstigen Vermögengegenstände lagen bei 1,8 Mio. € (1,2 Mio. €). Die liquiden Mittel (Kassenbestand, Bundesbankguthaben, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks) lagen mit 1,6 Mio. € (14,7 Mio. €) unter dem Vorjahreswert, bedingt durch die Dividendenausschüttung sowie die durchgeführte Kapitalerhöhung bei der FERI AG. Auf der Passivseite der Bilanz reduzierte sich das Eigenkapital auf 392,7 Mio. € (404,1 Mio. €). Dabei blieben das gezeichnete Kapital und die Kapitalrücklage unverändert bei 109,3 Mio. € (109,3 Mio. €) bzw. 139,1 Mio. € (139,1 Mio. €). Die Gewinnrücklagen reduzierten sich auf 105,0 Mio. € (110,6 Mio. €) infolge der um 5,6 Mio. € höheren Entnahmen aus den anderen Gewinnrücklagen als der Einstellungen aus dem Bilanzgewinn 2023 in die Gewinnrücklagen zugunsten des Bilanzgewinns 2024. Einstellung eines großen Teils des nicht ausgeschütteten Bilanzgewinns per 31.12.2023 in die Gewinnrücklagen. Der Bilanzgewinn ging auf 39,4 Mio. € (45,1 Mio. €) zurück, bedingt durch den geringeren Jahresüberschuss des Geschäftsjahres 2024. Die Rückstellungen lagen mit 26,1 Mio. € (31,1 Mio. €) unter dem Vorjahr. Dabei lagen die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen bei 14,9 Mio. € (16,2 Mio. €), während sich die Steuerrückstellungen auf 2,2 Mio. € (7,5 Mio. €) reduzierten und sich die sonstigen Rückstellungen auf 8,9 Mio. € (7,4 Mio. €) erhöhten. Die Verbindlichkeiten erhöhten sich auf 17,2 Mio. € (3,4 Mio. €). Dabei stiegen die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten auf 12,0 Mio. € (0,0 Mio. €), bedingt durch Kreditaufnahmen für den Neubau des Verwaltungsgebäudes der Tochtergesellschaft RVM GmbH in Reutlingen. Die ebenfalls darin enthaltenen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen stiegen auf 3,4 Mio. € (1,9 Mio. €). Vergleich des tatsächlichen mit dem prognostizierten Geschäftsverlauf der MLP SE Der Geschäftsverlauf der MLP SE hat sich im abgelaufenen Geschäftsjahr im Vergleich zu unserer Erwartung zu Beginn des Geschäftsjahres 2024 wie folgt entwickelt: Für die Umsatzentwicklung erwarteten wir für das Geschäftsjahr 2024 eine deutliche Steigerung gegenüber dem Vorjahr. Letztlich konnten wir die Umsatzerlöse deutlich steigern und haben damit unsere Prognose getroffen. Das EBT erwarteten wir für das Geschäftsjahr 2024 auf dem Vorjahresniveau. Letztlich lag das EBT deutlich unter Vorjahr und damit unterhalb unserer Prognose. 86 MLP Geschäftsbericht 2024 Mitarbeiter der MLP SE Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2024 beschäftigte die MLP SE durchschnittlich 93 Mitarbeiter (64). Die Veränderung resultiert in erster Linie aus Umstrukturierungen und dem Wechsel von Mitarbeitern von anderen Konzerngesellschaften in die MLP SE. Die Festlegungen zur Förderung der gleichberechtigten Teilhabe von Frauen an Führungspositionen nach § 76 Abs. 4 und § 111 Abs. 5 des Aktiengesetzes hat für die MLP SE wie den MLP Konzern gleichermaßen Gültigkeit. Insofern verweisen wir auf die Festlegungen zur Förderung der gleichberechtigten Teilhabe von Frauen an Führungspositionen nach § 76 Abs. 4 und § 111 Abs. 5 des Aktiengesetzes des MLP Konzerns. Details finden sich in der Erklärung zur Unternehmensführung des MLP Konzerns im Kapitel „Erklärung zur Unternehmensführung gemäß §§ 315d, 289f HGB“. Chancen- und Risikobericht der MLP SE Die Risiken und Chancen der MLP SE aus den nachgeordneten Konzernteilen, welche ihr als Holding über ihre Konzernbeteiligungen zugerechnet werden, entsprechen im Wesentlichen den Chancen und Risiken des MLP Konzerns, sodass auf das Kapitel „Chancen- und Risikobericht“ verwiesen wird. Die MLP SE ist als zugelassene Finanzholdinggesellschaft das übergeordnete Unternehmen der MLP Finanzholdinggruppe und für das Risikomanagement auf Gruppenebene zuständig. Ebenso ist die MLP SE das oberste Mutterunternehmen des MLP Konzerns. Weitere Informationen finden sich im Kapitel „Risikobericht“. Die Beschreibung des internen Kontroll- und des Risikomanagementsystems im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess der MLP SE entspricht ebenfalls der des MLP Konzerns, sodass auf das Kapitel „Risikobericht“ verwiesen wird. Für weitere Informationen in Bezug auf Finanzinstrumente und deren Verwendung verweisen wir ebenfalls auf das Kapitel „Risikobericht“ sowie auf den Abschnitt „Anhang zum Konzernabschluss“. Prognosebericht der MLP SE Die Entwicklung der MLP SE ist in ihrer Funktion als Holding wesentlich von der Entwicklung und der Ergebnis- und Gewinnabführung ihrer Beteiligungen abhängig. Vor diesem Hintergrund verweisen wir auf das Kapitel „Prognosebericht“. Die Umsatzerlöse erwarten wir für das Geschäftsjahr 2025 auf dem Vorjahresniveau. Das EBT erwarten wir deutlich verbessert gegenüber dem Vorjahr. Erklärung zur Unternehmensführung gemäß §§ 289f, 315d HGB der MLP SE Die Erklärung zur Unternehmensführung gilt für die MLP SE und den MLP Konzern gleichermaßen, sodass auf das Kapitel „Erklärung zur Unternehmensführung gemäß §§ 315d, 289f HGB“ verwiesen wird. 87 MLP Geschäftsbericht 2024 Erläuternder Bericht über die Angaben gem. §§ 289a Abs. 1, 315a Abs. 1 HGB der MLP SE Der erläuternde Bericht über die übernahmerelevanten Angaben hat für die MLP SE wie den MLP Konzern gleichermaßen Gültigkeit. Insofern wird auf das Kapitel „Erläuternder Bericht über die Angaben gemäß §§ 176 Abs. 1 AktG, 315a Abs. 1, 289a Abs. 1 HGB“ verwiesen. Vergütungsbericht der MLP SE Die Grundsätze zur Struktur und Ausgestaltung des Vergütungssystems der MLP SE entsprechen denen des MLP Konzerns. Der Vergütungsbericht über das letzte Geschäftsjahr und der Vermerk des Abschlussprüfers gemäß § 162 des Aktiengesetzes werden unter https://mlp-se.de/investoren/corporate-governance/verguetungsbericht-und-vermerk-des-abschlusspruefers/ öffentlich zugänglich gemacht. Das geltende Vergütungssystem gemäß § 87a Abs. 1 und 2 Satz 1 des Aktiengesetzes und der letzte Vergütungsbeschluss gemäß § 113 Abs. 3 des Aktiengesetzes werden unter https://mlp-se.de/investoren/corporate-governance/verguetungssystem-vorstand-und-aufsichtsrat/ öffentlich zugänglich gemacht. 88 MLP Geschäftsbericht 2024 MLP ist als Holding organisiert, dabei übernimmt die MLP SE als Muttergesellschaft des Konzerns die zentralen Steuerungsaufgaben. Gemäß den Anforderungen nach § 289b ff. und § 315b HGB gibt die MLP SE als Muttergesellschaft des MLP Konzerns einen gesonderten, zusammengefassten nichtfinanziellen Bericht ab. MLP informiert im Rahmen des Nachhaltigkeitsberichts 2024 über die nichtfinanziellen Aspekte seiner Geschäftstätigkeit. Der Nachhaltigkeitsbericht wird auf der Homepage unter https://mlp-se.de/nachhaltigkeit veröffentlicht. NICHTFINANZIELLER BERICHT DER GESCHÄFTSTÄTIGKEIT 89 MLP Geschäftsbericht 2024 Vorstand und Aufsichtsrat geben die Erklärung zur Unternehmensführung für die MLP SE und zugleich für den Konzern gemäß §§ 315d, 289f HGB ab. Entsprechenserklärung der MLP SE im Wortlaut nach § 161 AktG(Stand: 13. November 2024) „Vorstand und Aufsichtsrat der MLP SE erklären hiermit gemäß § 161 AktG, dass den Empfehlungen der Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex in der Fassung vom 28. April 2022 (im Folgenden auch „DCGK 2022“) grundsätzlich entsprochen wird. In Bezug auf die Empfehlungen der Regierungskommission „Deutscher Corporate Governance Kodex“ in der Fassung vom 28. April 2022 wird lediglich den Empfehlungen B.1, B.5, C.2 und G.10 nicht entsprochen. Die genannten Abweichungen beruhen auf folgenden Gründen: Empfehlung B.1 DCGK 2022 (Diversität bei Zusammensetzung des Vorstands) Nach den Empfehlungen des DCGK 2022 soll der Aufsichtsrat bei der Zusammensetzung des Vorstands auf Diversität achten. Der Aufsichtsrat der MLP SE strebt für die Zukunft eine noch intensivere Beachtung von Vielfalt und dabei insbesondere eine angemessene Berücksichtigung von Frauen bei der Besetzung von Vorstandspositionen an. Der Aufsichtsrat berücksichtigt in seinen Auswahlverfahren gezielt auch die Bewerbungen geeigneter Frauen. Er hat sich erstmals im Geschäftsjahr 2014 mit dieser Thematik befasst und wird weitere Maßnahmen treffen, um anknüpfend an das vom Vorstand beschlossene konzernweite Gesamtkonzept zur Umsetzung der entsprechenden Empfehlung des DCGK 2017 (Beachtung von Diversität bei Besetzung von Führungsfunktionen), unter Beachtung der unternehmensspezifischen Situation der Gesellschaft, eine angemessene Berücksichtigung von Frauen auch im Vorstand des Unternehmens zu erreichen. Der Aufsichtsrat hat in 2020 für den Anteil von Frauen im Vorstand – der im Übrigen derzeit auch nur aus drei Personen besteht – eine Zielgröße von 25 Prozent bestätigt und sich hierzu nun eine Umsetzungsfrist bis zum Ablauf des Geschäftsjahres 2025 gesetzt. Der Aufsichtsrat hat in seiner Sitzung vom 13. August 2024 beschlossen, dass er beabsichtigt, Frau Angelika Zinkgräf mit Wirkung zum 1. Dezember 2025 zum Mitglied des Vorstands der MLP SE zu berufen. Der Aufsichtsrat ist der Auffassung, dass der bislang erreichte Stand der Umsetzung derzeit noch nicht ausreicht, um den Anforderungen der Empfehlung B.1 des DCGK 2022 zu entsprechen. Aus diesem Grunde erklärt MLP, von dieser Empfehlung im Geschäftsjahr 2024 noch abzuweichen und wird diese Empfehlung dann im Geschäftsjahr 2025 einhalten. Empfehlung B.5 DCGK 2022 (Altersgrenze für den Vorstand und Angabe in der Erklärung zur Unternehmensführung) Nach den Empfehlungen des DCGK 2022 soll für die Vorstandsmitglieder eine Altersgrenze festgelegt und in der Erklärung zur Unternehmensführung angegeben werden. Eine Altersgrenze für Vorstandsmitglieder ist nicht festgelegt. Die Bestellung von Vorstandsmitgliedern sollte sich ausschließlich an Kenntnissen, Fähigkeiten und fachlichen Erfahrungen orientieren. MLP hat dieser Empfehlung im Geschäftsjahr 2024 nicht entsprochen und wird auch im Geschäftsjahr 2025 nicht entsprechen. ERKLÄRUNG ZUR UNTERNEHMENSFÜHRUNG GEMÄß §§ 315D, 289F HGB 90 MLP Geschäftsbericht 2024 Empfehlung C.2 DCGK 2022 (Altersgrenze für Aufsichtsratsmitglieder und Angabe in der Erklärung zur Unternehmensführung) Nach den Empfehlungen des DCGK 2022 soll für die Aufsichtsratsmitglieder eine Altersgrenze festgelegt und in der Erklärung zur Unternehmensführung angegeben werden. Eine Altersgrenze für Aufsichtsratsmitglieder war und ist nicht festgelegt. Die Wahl von Aufsichtsratsmitgliedern soll sich ausschließlich an Kenntnissen, Fähigkeiten und fachlichen Erfahrungen orientieren. MLP hat dieser Empfehlung im Geschäftsjahr 2024 nicht entsprochen und wird auch im Geschäftsjahr 2025 nicht entsprechen. Empfehlung G.10 DCGK 2022 (Aktienbasierte Vergütung; Verfügung über die langfristig variablen Gewährungsbeträge) Die dem Vorstandsmitglied gewährten langfristig variablen Vergütungsbeträge sollen nach der Empfehlung G.10 Satz 1 DCGK 2022 von diesem überwiegend in Aktien der Gesellschaft angelegt oder entsprechend aktienbasiert gewährt werden. Zudem soll das Vorstandsmitglied über die langfristig variablen Gewährungsbeträge erst nach vier Jahren verfügen können. MLP vergütet die Vorstände nicht aktienbasiert. Vorgaben an die Vorstandsmitglieder, in welcher Form die variable Vergütung nach Gewährung anzulegen ist, werden nicht für erforderlich gehalten. Das einzelne Vorstandsmitglied kann dies grundsätzlich eigenverantwortlich entscheiden. Selbstverständlich steht jedem Vorstandsmitglied auch das Anlegen in Aktien von MLP frei. Die Auszahlung der langfristig gewährten variablen Vergütungsbestandteile erfolgt drei Jahre und vier Monate nach Ende des Geschäftsjahres, für welches diese gewährt wurden. Die Vorstandsmitglieder können daher jeweils schon vor Ablauf von vier Jahren über diese verfügen. Diese Wartefrist von drei Jahren und vier Monaten hält MLP für ausreichend. Die Auszahlungsmodalitäten der Vorstandsvergütung haben sich aus Sicht von MLP bewährt, es gibt somit keinen Grund von dieser Praxis abzuweichen. MLP erklärt daher, von diesen Empfehlungen im Geschäftsjahr 2024 und auch im Geschäftsjahr 2025 abzuweichen, und damit keine aktienbasierte variable Vergütung einzuführen bzw. Vorgaben zur Verwendung der gewährten variablen Vergütung an die Vorstandsmitglieder zu machen. Gleiches gilt für eine Verlängerung der Wartefrist für die Auszahlung der langfristig gewährten variablen Vergütungsbestandteile. Wiesloch, im November 2024 MLP SE Der VorstandDer Aufsichtsrat“ Im November 2024 haben Vorstand und Aufsichtsrat die vorstehende Entsprechenserklärung nach § 161 Aktiengesetz abgegeben und den Aktionären auf den Internetseiten der Gesellschaft dauerhaft zugänglich gemacht. Die Entsprechenserklärung vom 13. November 2024 können Sie im Wortlaut auch unter https://mlp-se.de/investoren/corporate-governance/entsprechenserklaerung/ einsehen. 91 MLP Geschäftsbericht 2024 Vergütungsbericht, Vermerk des Abschlussprüfers, Vergütungssystem und Vergütungsbeschluss Der Vergütungsbericht über das letzte Geschäftsjahr und der Vermerk des Abschlussprüfers gemäß § 162 des Aktiengesetzes werden unter https://mlp-se.de/investoren/corporate-governance/verguetungsbericht-und-vermerk-des-abschlusspruefers/ öffentlich zugänglich gemacht. Das geltende Vergütungssystem gemäß § 87a Abs. 1 und 2 Satz 1 des Aktiengesetzes und der letzte Vergütungsbeschluss gemäß § 113 Abs. 3 des Aktiengesetzes werden unter https://mlp-se.de/investoren/corporate-governance/verguetungssystem-vorstand-und-aufsichtsrat/ öffentlich zugänglich gemacht. Weitere Angabepflichten Verantwortungsbewusstes und wertschöpfendes Management Durch die Beachtung der Regelungen des Deutschen Corporate Governance Kodex (DCGK) in der Fassung vom 28. April 2022 (DCGK 2022) stärkt die MLP SE fortlaufend das Vertrauen der Aktionäre, Kunden und Arbeitnehmer sowie der übrigen Interessengruppen in die Unternehmensführung. Verantwortungsbewusstes, auf langfristige Wertschöpfung ausgerichtetes Management hat für uns einen hohen Stellenwert. Vorstand und Aufsichtsrat stehen dafür ein, dass MLP seine Corporate Governance konzernweit fortlaufend überprüft und weiterentwickelt. Führungs- und Kontrollstruktur Die MLP SE ist eine Europäische Aktiengesellschaft mit Sitz in Deutschland und unterliegt den europäischen SE-Regelungen, dem deutschen SE-Ausführungsgesetz und dem deutschen Aktienrecht. Die Gesellschaft verfügt in der SE über eine duale Führungs- und Kontrollstruktur, bestehend aus Vorstand und Aufsichtsrat. Drittes Gesellschaftsorgan ist die Hauptversammlung. Vorstand Als Leitungsorgan einer Aktiengesellschaft führt der Vorstand die Geschäfte und ist im Rahmen der aktienrechtlichen Vorschriften an das Interesse und die geschäftspolitischen Grundsätze des Unternehmens gebunden. Die Kompetenzen und Pflichten des Vorstands sind im Aktiengesetz, in der Satzung der MLP SE sowie in einer Geschäftsordnung und dem dieser anliegenden Geschäftsverteilungsplan des Vorstands geregelt. Die Mitglieder des Vorstands tragen gemeinsam die Verantwortung für die gesamte Geschäftsführung. Entscheidungen des Vorstands werden grundsätzlich in regelmäßig stattfindenden Vorstandssitzungen getroffen. Beschlüsse werden mit einfacher Mehrheit der abgegebenen Stimmen gefasst und entsprechend protokolliert. Zusammensetzung des Vorstands Nach der Satzung der MLP SE besteht der Vorstand der MLP SE aus mindestens zwei Mitgliedern. Über die Zahl der Vorstandsmitglieder, ihre Bestellung und den Widerruf ihrer Bestellung sowie den Abschluss, die Änderung und die Kündigung der mit den Vorstandsmitgliedern abzuschließenden Anstellungsverträge entscheidet der Aufsichtsrat. Mitglieder des Vorstands sind die Herren Dr. Uwe Schroeder-Wildberg (Vorstandsvorsitzender), Manfred Bauer und Reinhard Loose. Nach den Empfehlungen des DCGK 2022 soll für die Vorstandsmitglieder eine Altersgrenze festgelegt und in der Erklärung zur Unternehmensführung angegeben werden. Eine Altersgrenze für Vorstandsmitglieder ist nicht festgelegt. Die Bestellung von Vorstandsmitgliedern sollte sich ausschließlich an Kenntnissen, Fähigkeiten und fachlichen Erfahrungen orientieren. 92 MLP Geschäftsbericht 2024 Nach der Empfehlung B.2 des DCGK 2022 soll der Aufsichtsrat gemeinsam mit dem Vorstand für eine langfristige Nachfolgeplanung sorgen. Für die MLP SE als Finanzholding-Gesellschaft gilt bereits auf Grundlage von § 25d Abs. 11 KWG, dass der Aufsichtsrat bei der Ermittlung von Bewerbern für die Besetzung einer Stelle in der Geschäftsleitung und bei der Vorbereitung von Wahlvorschlägen sowie bei der Überprüfung der Grundsätze der Geschäftsleitung für die Auswahl und Bestellung der Personen der oberen Leitungsebene institutionalisierten Grundsätzen zu folgen hat. Der Aufsichtsrat hat einerseits ein Anforderungsprofil für Vorstandsmitglieder der MLP SE verabschiedet, welches sich mit der fachlichen und persönlichen Eignung möglicher Kandidaten befasst. Das vom Aufsichtsrat beschlossene Anforderungsprofil für die Zusammensetzung des Vorstands ermöglicht es dem Aufsichtsrat, einen geordneten Auswahlprozess unter Anwendung objektiver und nachvollziehbarer Anforderungskriterien für die Vorschläge zur Bestellung von neuen Vorstandsmitgliedern der MLP SE sicherzustellen. Jedes Vorstandsmitglied hat demnach bestimmte unverzichtbare allgemeine Kenntnisse und Erfahrungen aufzuweisen. Es sollen ausschließlich Kandidatinnen und Kandidaten vorgeschlagen werden, die durch ihre persönliche Integrität, Unabhängigkeit, Leistungsbereitschaft und Persönlichkeit in der Lage erscheinen, die Aufgaben eines Vorstandsmitglieds der MLP SE und der durch diese geführten Finanzholding-Gruppe und ihrer nachgeordneten Unternehmen sachgerecht wahrzunehmen. Der Vorstand ist so zu besetzen, dass jederzeit eine qualifizierte Leitung der MLP SE sichergestellt ist. Seine Mitglieder sollen in ihrer Gesamtheit über die zur ordnungsgemäßen Wahrnehmung ihrer gesetzlichen Aufgaben erforderlichen Kenntnisse, Fähigkeiten und fachlichen Erfahrungen verfügen. Mitglieder des Vorstands müssen zuverlässig sein. Jedes Mitglied des Leitungsorgans soll – neben den allgemeinen Anforderungen an die persönliche Zuverlässigkeit, Freiheit von Interessenkonflikten und persönliche Unabhängigkeit – über die allgemeine Sachkunde verfügen, die für die Erfüllung der jeweiligen Geschäftsleiterfunktion erforderlich ist. Das heißt, die Kandidaten müssen in ausreichendem Maß theoretische und praktische Kenntnisse in den betreffenden Geschäften sowie Leitungserfahrung haben. Daneben hat der Aufsichtsrat der MLP SE bereits seit langer Zeit wiederkehrend – mindestens einmal im Jahr – das Thema langfristige Nachfolgeplanung auf der Tagesordnung einer der Aufsichtsratssitzungen. Dabei geht es bei der Beratung zum einen um konzeptionelle Fragen der Nachfolgeplanung und zum anderen aber auch um konkrete potenzielle Kandidaten. Gemäß dem o. g. Anforderungsprofil prüft der Aufsichtsrat dabei, ob regelmäßig ein definierter Personenkreis über hinreichende theoretische Kenntnisse und praktische Erfahrung auch zur Führung einer Finanzholding verfügt bzw. ob ein gezielter Aufbau einzelner Kandidaten in Form eines Aufbauprogramms innerhalb des Unternehmens zum Erwerb der nötigen theoretischen und praktischen Erfahrung in Gestalt von Einzelmaßnahmen erfolgen kann. Aufsichtsrat Der Aufsichtsrat berät und überwacht den Vorstand. Die Kompetenzen und Pflichten des Aufsichtsrats ergeben sich aus dem Aktiengesetz, der Satzung der MLP SE und einer Geschäftsordnung für den Aufsichtsrat. Beschlüsse des Aufsichtsrats werden in Sitzungen mit den notwendigen Mehrheiten gefasst, welche durch den Aufsichtsrat oder namens der Vorsitzenden des Aufsichtsrats einberufen werden. Bei besonders wichtigen oder eilbedürftigen Projekten wird der Aufsichtsrat zwischen den regelmäßigen Sitzungen informiert. Soweit erforderlich erfolgt die Beschlussfassung auch im Wege von Umlaufbeschlüssen oder fernmündlich. Über die Sitzungen wird jeweils eine Niederschrift gefertigt. Zusammensetzung des Aufsichtsrats Die Satzung der MLP SE sieht einen Aufsichtsrat vor, der aus sechs Mitgliedern besteht, von denen zwei Vertreter der Arbeitnehmer sind. Damit werden in der Satzung der MLP SE sowohl die Größe als auch die drittelparitätische Zusammensetzung des Aufsichtsrats festgeschrieben. Die Mitglieder des Aufsichtsrats einer dualistischen SE werden grundsätzlich durch die Hauptversammlung bestellt (Art. 40 Abs. 2 SE-VO). Hiervon wird bei der MLP SE in Bezug auf die Arbeitnehmervertreter abgewichen. Die Bestellung der Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat richtet sich nach einer Beteiligungsvereinbarung, die zwischen der Gesellschaft und einem hierfür gegründeten Verhandlungsgremium vereinbart wurde. Arbeitnehmervertreter werden demnach durch eine Wahl im Unternehmen direkt gewählt. Dem Aufsichtsrat gehören derzeit als Vorsitzende des Aufsichtsrats, Frau Sarah Rössler, der stellvertretende 93 MLP Geschäftsbericht 2024 Vorsitzende, Herr Dr. Andreas Freiling, Frau Ursula Blümer, Herr Bernd Groß, Herr Matthias Lautenschläger und Frau Monika Stumpf an. Frau Sarah Rössler gehört dem Aufsichtsrat seit dem Geschäftsjahr 2022, Herr Dr. Andreas Freiling, Frau Ursula Blümer sowie Herr Bernd Groß seit dem Geschäftsjahr 2023, Herr Matthias Lautenschläger seit dem Geschäftsjahr 2018, Frau Monika Stumpf seit dem Jahr 2021 an. Nach den Empfehlungen des DCGK 2022 soll der Aufsichtsrat für seine Zusammensetzung konkrete Ziele benennen und ein Kompetenzprofil für das Gesamtgremium erarbeiten. Dabei soll der Aufsichtsrat auf Diversität achten. Vorschläge des Aufsichtsrats an die Hauptversammlung sollen diese Ziele berücksichtigen und gleichzeitig die Ausfüllung des Kompetenzprofils für das Gesamtgremium anstreben. Gemäß der Empfehlung C 15 des DCGK soll der Stand der Umsetzung in Form einer Qualifikationsmatrix in der Erklärung zur Unternehmensführung offengelegt werden. Diese soll auch über die nach Einschätzung der Anteilseignervertreter im Aufsichtsrat angemessene Anzahl unabhängiger Anteilseignervertreter und die Namen dieser Mitglieder informieren. Der Aufsichtsrat der MLP SE hat sich in Sitzungen in den vergangenen Geschäftsjahren mit dem Thema einer konkreten Zielsetzung für die Besetzung des Aufsichtsrats unter besonderer Berücksichtigung der eigenen Zielsetzung zur Diversität in der Besetzung befasst. Denn der Aufsichtsrat hat sich konkrete Ziele für seine Zusammensetzung gesetzt. Insbesondere wurde bereits in der Vergangenheit ein Anforderungsprofil für Aufsichtsratskandidaten verabschiedet, welches die erforderlichen Kenntnisse, Fähigkeiten, fachliche Erfahrung und persönliche Eignungsmerkmale zusammenfasst. Das Anforderungsprofil für die Zusammensetzung bzw. für die Vorschläge an die Hauptversammlung zur Besetzung des Aufsichtsrats ermöglicht es dem Aufsichtsrat, einen geordneten Auswahlprozess unter Anwendung objektiver und nachvollziehbarer Anforderungskriterien für die Vorschläge zur Bestellung von neuen Aufsichtsratsmitgliedern der MLP SE sicherzustellen. Jedes Aufsichtsratsmitglied hat bestimmte unverzichtbare allgemeine Kenntnisse und Erfahrungen aufzuweisen. Es sollen ausschließlich Kandidatinnen und Kandidaten vorgeschlagen werden, die durch ihre persönliche Integrität, Unabhängigkeit, Leistungsbereitschaft und Persönlichkeit in der Lage erscheinen, die Aufgaben eines Aufsichtsratsmitglieds der MLP SE und der durch diese geführten Finanzholding-Gruppe und ihrer nachgeordneten Unternehmen sachgerecht wahrzunehmen. Der Aufsichtsrat ist so zu besetzen, dass jederzeit eine qualifizierte Überwachung und Beratung des Vorstands der MLP SE durch den Aufsichtsrat sichergestellt ist. Seine Mitglieder sollen in ihrer Gesamtheit über die zur ordnungsgemäßen Wahrnehmung der gesetzlichen Aufgaben erforderlichen Kenntnisse, Fähigkeiten und fachlichen Erfahrungen verfügen. Jedes Aufsichtsratsmitglied soll – neben den allgemeinen Anforderungen an die persönliche Zuverlässigkeit, Freiheit von Interessenkonflikten und persönliche Unabhängigkeit – über die erforderliche Sachkunde verfügen: Es soll die Fähigkeit bestehen, die dem Aufsichtsrat vorgelegten Berichte zu verstehen, zu bewerten und daraus eigene Schlussfolgerungen zu ziehen. Daneben sollte unter anderem ein allgemeines Verständnis des Makler-, Versicherungs-, Vermögensverwaltungs- und Bankgeschäfts sowie des Immobilienmakler- und Immobilienprojektentwicklungsgeschäfts und insbesondere des Marktumfeldes, der einzelnen Geschäftsfelder, der Kundenbedürfnisse, der Regionen, in denen die MLP SE und deren Tochtergesellschaften tätig sind und über die strategische Ausrichtung der MLP SE und der Gruppe bestehen. Auch ist die Fähigkeit, die Ordnungsmäßigkeit, Wirtschaftlichkeit, Rechtmäßigkeit und Zweckmäßigkeit der zu bewertenden Geschäftsentscheidungen beurteilen zu können, aus Sicht des Aufsichtsrats eine wesentliche Grundvoraussetzung für die Qualifikation als Aufsichtsratsmitglied. Daneben sollte die Fähigkeit vorhanden sein, die Jahresabschlussunterlagen zu verstehen und zu bewerten. Das vorzuschlagende Mitglied sollte kaufmännische Erfahrungen aus der Tätigkeit in einer Unternehmensleitung oder als leitender Angestellter und/oder als Mitglied eines Aufsichtsrats beziehungsweise eines vergleichbaren Gesellschaftsorgans haben. Dieses Anforderungsprofil wurde im Jahr 2022 auch vor dem Hintergrund der Erteilung einer Erlaubnis der MLP SE als Finanzholding sowie der in 2023 erfolgten Neuwahlen zum Aufsichtsrat überarbeitet. Auch im Jahr 2024 hat sich der Aufsichtsrat einer Selbstevaluation unterzogen. Ausführungen zu den Festlegungen zur Förderung der gleichberechtigten Teilhabe von Frauen an Führungspositionen nach § 76 Abs. 4 des Aktiengesetzes finden Sie im Rahmen dieser Erklärung zur Unternehmensführung. 94 MLP Geschäftsbericht 2024 Der Stand der Umsetzung der konkreten Ziele, des Kompetenzprofils und der Unabhängigkeit kann der nachfolgenden Qualifikationsmatrix entnommen werden, die der Aufsichtsrat auch im abgelaufenen Geschäftsjahr im Rahmen einer Sitzung des Nominierungsausschusses und des Aufsichtsrats einer Überprüfung unterzogen hat: Qualifikationsmatrix für Aufsichtsratsmitglieder gem. Deutscher Corporate Governance Kodex
| Sarah Rössler | Dr. Andreas Freiling | Ursula Blümer | Bernd Groß | Matthias Lautenschläger | Monika Stumpf | ||
| Zugehörigkeitsdauer | Mitglied seit | 2022 | 2023 | 2023 | 2023 | 2018 | 2021 |
| Diversität | Geburtsjahr | 1970 | 1963 | 1971 | 1968 | 1980 | 1964 |
| Geschlecht | W | M | W | M | M | W | |
| Persönliche Eignung | Unabhängigkeit 1 | x | x | Arbeitnehmerin | x | Arbeitnehmerin | |
| Kein Overboarding 2 | x | x | x | x | x | x | |
| Fachliche Eignung | Geschäftsfeld-/sektorenvertrautheit 3 | x | x | x | x | x | x |
| Rechnungslegung | |||||||
| - Finanzexperte des Prüfungsausschusses 4 | x | x | |||||
| - Sachverstand auf dem Gebiet der Abschlussprüfung 3 | x | x | |||||
| - Sachverstand auf dem Gebiet der Rechnungslegung 3 | x | x | x | x | |||
| Führungserfahrung | x | x | x | x | x | x | |
| Risikomanagement | x | x | x | x | x | x | |
| Regulatorisches Umfeld/Compliance | x | x | x | x | x | ||
| IT/Digitalisierung | x | x | |||||
| Nachhaltigkeit | x | x | x | x | x | x | |
| 1 Im Sinne des Deutschen Corporate Governance Kodex sowie der Empfehlung der EU-Kommission zu den Aufgaben der nicht geschäftsführenden Direktoren/Aufsichtsratsmitglieder sowie zu den Ausschüssen des Verwaltungs-/Aufsichtsrats vom 15.2.2005 | |||||||
| 2 Die Aufsichtsratsmitglieder üben teilweise eine zulässige Anzahl von Mandaten in verschiedenen Unternehmen außerhalb der MLP SE aus. Ob ein Overboarding vorliegt, richtet sich für die MLP SE insbesondere nach den gesetzlichen Regelungen des § 25d Abs. 3 KWG. | |||||||
| 3 § 100 Abs. 5 AktG | |||||||
| 4 § 25d Abs. 9 KWG „Sachverstand auf den Gebieten Rechnungslegung und Abschlussprüfung“ | |||||||
Die aktuelle Zusammensetzung des Aufsichtsrats entspricht aus dessen Sicht den festgelegten Zielen sowie dem Kompetenzprofil. Die Mitglieder des Aufsichtsrats der MLP SE sind aufgrund ihrer fachlichen Qualifikation, ihrer Kenntnisse und ihrer besonderen Erfahrungen ausgewählt. Durch die vorgenannte Selbstevaluation und die wiederkehrende Prüfung bzw. Anpassung der Qualifikationsmatrix ist sichergestellt, dass der Aufsichtsrat selbst feststellen kann, ob die Expertise noch in ausreichendem Umfang vorhanden ist. Die Mitglieder des Aufsichtsrats sind somit aufgrund ihrer eigenen Einschätzung mit dem Sektor, in dem die MLP SE tätig ist, vertraut und verfügen über die geforderte Sach- und Fachkunde. 95 MLP Geschäftsbericht 2024 Der Aufsichtsrat erörterte auch die nach dem Deutschen Corporate Governance Kodex erforderlichen Kenntnisse und Erfahrungen im Hinblick auf die Rechnungslegung sowie interne Kontrollverfahren, die an die Mitglieder des Aufsichtsrats und an den Vorsitzenden des Prüfungs- und Risikoausschusses gestellt werden. Der Vorsitzende des Risiko- und Prüfungsausschusses der MLP SE erfüllt diese Anforderungen in vollem Umfang. Bewertung von Vorstand und Aufsichtsrat Gem. § 25d Abs. 11 Kreditwesengesetz (KWG) hat der Aufsichtsrat – unterstützt durch den Nominierungsausschuss – regelmäßig, mindestens einmal jährlich, eine Bewertung der Struktur, Größe, Zusammensetzung und Leistung des Vorstands und des Aufsichtsrats sowie der Kenntnisse, Fähigkeiten und Erfahrung der einzelnen Vorstandsmitglieder und Mitglieder des Aufsichtsrats durchzuführen. Der Nominierungsausschuss und der Aufsichtsrat befassten sich im abgelaufenen Geschäftsjahr in mehreren Sitzungen mit der gesetzlich nach § 25d KWG vorgeschriebenen mindestens jährlich durchzuführenden Bewertung des Vorstands und des Aufsichtsrats, welche gleichzeitig auch die Selbstbeurteilung des Aufsichtsrats nach Empfehlung D.12 des DCGK ist. Dazu wurden in den Sitzungen des Nominierungsausschusses das Format, die konkrete Durchführung und der Zeitplan erörtert und festgelegt. Auf die Mandatierung eines externen Beraters wurde verzichtet. Die Bewertung erfolgte im Wesentlichen auf Grundlage von ausführlichen Fragebögen zur Arbeit des Aufsichtsrats, der Aufsichtsratsausschüsse und des Vorstands, persönlichen Gesprächen von Mitgliedern des Nominierungsausschusses mit den Mitgliedern des Vorstands sowie einer individuellen Bewertung der Mitglieder beider Organe. Unabhängigkeit des Aufsichtsrats Im Jahr 2022 erfolgte eine Anpassung der Vorgaben für die Zusammensetzung des Aufsichtsrats und des Anforderungsprofils für die Aufsichtsratsmitglieder der MLP SE. Die Anteilseignervertreter des Aufsichtsrats hatten im Jahr 2022 festgelegt, dass drei von vier Mitgliedern des Aufsichtsrats, die von den Aktionären gewählt werden, von der Gesellschaft und deren Vorstand unabhängig sein sollten. Dies geschah insbesondere auch vor dem Hintergrund der anstehenden Neuwahlen der Mitglieder des Aufsichtsrats in der Hauptversammlung im Jahr 2023. Mit der Neuwahl der Mitglieder des Aufsichtsrats durch die Hauptversammlung am 29. Juni 2023 hält MLP somit die vorstehenden Empfehlungen ein und wird diese auch in Zukunft einhalten. Altersgrenze Nach den Empfehlungen des DCGK 2022 soll für die Aufsichtsratsmitglieder eine Altersgrenze festgelegt und in der Erklärung zur Unternehmensführung angegeben werden. Eine Altersgrenze für Aufsichtsratsmitglieder ist nicht festgelegt. Die Wahl von Aufsichtsratsmitgliedern sollte sich nach der Einschätzung des Aufsichtsrats ausschließlich an Kenntnissen, Fähigkeiten und fachlichen Erfahrungen orientieren. Effizienz des Aufsichtsrats Der Aufsichtsrat überprüfte im Jahr 2024 auch die Effizienz seiner eigenen Tätigkeit. Gegenstand der Effizienzprüfung waren insbesondere die Verfahrensabläufe im Aufsichtsrat, der Informationsfluss zwischen den Ausschüssen und dem Aufsichtsratsplenum sowie die rechtzeitige und inhaltlich ausreichende Berichterstattung des Vorstands an den Aufsichtsrat. Zu diesem Zweck wird einmal im Jahr von allen Mitgliedern des Aufsichtsrats ein Selbstevaluierungsbogen mit spezifischen Fragestellungen ausgefüllt und ausgewertet. Im Rahmen einer hierauf basierenden intensiven und zielführenden Diskussion erarbeitet das Gremium Maßnahmen zur weiteren Steigerung der Effizienz. Aufsichtsratsausschüsse Der Aufsichtsrat der MLP SE hat Ausschüsse gebildet, um die Effektivität seiner Arbeit zu steigern. 96 MLP Geschäftsbericht 2024 Nachdem der MLP SE im Jahr 2022 eine Erlaubnis als Finanzholding-Gesellschaft durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht erteilt wurde, hat der Aufsichtsrat seine Struktur und Tätigkeit auf die damit verbundenen Anforderungen ausgerichtet. Zu diesem Zweck hat der Aufsichtsrat insbesondere entsprechend den zwingenden Vorgaben des § 25d Abs. 7 ff. KWG bereits im November 2022 einen gemeinsamen Risiko- und Prüfungsausschuss sowie einen Nominierungs- und einen Vergütungskontrollausschuss im Sinne der Vorgaben des KWG eingerichtet, die nun auch die bisherigen Aufgaben des Bilanzprüfungs-, des Personal- und des Nominierungsausschusses übernommen haben. Die Ausschüsse haben unter anderem die folgenden nicht abschließenden Aufgaben: Der Nominierungsausschuss beschäftigt sich mit der Vorberatung der Personalangelegenheiten der Vorstandsmitglieder, der Erarbeitung einer Zielsetzung zur Förderung der Vertretung des unterrepräsentierten Geschlechts im Aufsichtsrat sowie einer Strategie zu deren Erreichung, der Mitwirkung an der Erarbeitung von Richtlinien bzw. Prozessen zur Bewertung der individuellen Eignung und Eignung in der Gesamtheit der Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats, der regelmäßigen, mindestens einmal jährlich durchzuführenden Bewertung der Struktur, Größe, Zusammensetzung, Leistung, Kenntnisse, Fähigkeiten und Erfahrung sowohl der einzelnen Geschäftsleiter bzw. Geschäftsleiterinnen und Mitglieder des Aufsichtsrats, der Nachfolgeplanung für die Geschäftsleitung und den Aufsichtsrat, der Vorbereitung der Vorschläge des Aufsichtsrats für die Wahl bzw. die Bestellung der Aufsichtsratsmitglieder der Anteilseigner. Der Vergütungskontrollausschuss beschäftigt sich mit der Unterstützung des Aufsichtsrats bei der angemessenen Ausgestaltung und Festsetzung der Vergütungssysteme für die Mitglieder des Vorstands, der Überwachung der angemessenen Ausgestaltung der Vergütungssysteme, der Auswirkungen der Vergütungssysteme auf das Risiko-, Kapital- und Liquiditätsmanagement, der Unterstützung des Aufsichtsrats bei der Überwachung der ordnungsgemäßen Einbeziehung der internen Kontrollbereiche bei der Ausgestaltung der Vergütungssysteme sowie der Unterstützung des Aufsichtsorgans bei der Erstellung des Vergütungsberichts. Aufgaben des gemeinsamen Risiko- und Prüfungsausschusses sind die Vorberatung des Jahresabschlusses und des Lageberichts sowie des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts, die Überwachung der Rechnungslegung, des Rechnungslegungsprozesses, der Wirksamkeit des Kontrollsystems, des internen Risikomanagementsystems und des internen Revisionssystems sowie der Durchführung der Abschlussprüfung. Der gemeinsame Risiko- und Prüfungsausschuss erstellt Vorschläge für die Bestellung eines Abschlussprüfers, unterbreitet Vorschläge für die Höhe seiner Vergütung und berät über die Kündigung oder Fortsetzung des Prüfauftrags. Er berät zur aktuellen und zur künftigen Gesamtrisikobereitschaft und -strategie des Unternehmens, er prüft, ob die durch das Vergütungssystem gesetzten Anreize die Risiko-, Kapital- und Liquiditätsstruktur des Unternehmens berücksichtigen und überwacht die zügige Behebung der bei internen und externen Prüfungen vom Prüfer und bankinternen Kontrollfunktionen festgestellten Mängel. Die Mitglieder des Risiko- und Prüfungsausschusses waren im Geschäftsjahr 2024 Herr Dr. Andreas Freiling (Vorsitzender des Risiko- und Prüfungsausschusses), Frau Ursula Blümer, Herr Matthias Lautenschläger und Frau Sarah Rössler. Die Mitglieder des Nominierungsausschusses waren im Geschäftsjahr 2024 Frau Sarah Rössler, die zugleich Vorsitzende des Nominierungsausschusses war, Herr Bernd Groß, Herr Matthias Lautenschläger und Frau Monika Stumpf. Frau Sarah Rössler (Vorsitzende des Vergütungskontrollausschusses), Herr Dr. Andreas Freiling, Herr Matthias Lautenschläger und Frau Monika Stumpf waren Mitglieder des Vergütungskontrollausschusses. Corporate Governance im Aufsichtsrat Vorstand und Aufsichtsrat der MLP SE befassten sich auch 2024 intensiv mit dem Deutschen Corporate Governance Kodex und weiteren gesetzlichen Neuregelungen, die für die Arbeit des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse von Bedeutung gewesen sind. Der DCGK mit den letztmalig am 24. April 2022 beschlossenen Änderungen war Gegenstand von Erörterungen im Aufsichtsrat. Dabei wurden Regelungen analysiert und entsprechende Anpassungen in den internen Regularien und den Arbeitsabläufen des Aufsichtsrats angeregt bzw. deren Überprüfung erbeten. 97 MLP Geschäftsbericht 2024 Diversitätskonzept für Vorstand und Aufsichtsrat Am 1. Mai 2015 ist das Gesetz für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen in Kraft getreten. Das Gesetz sieht eine Verpflichtung zur Festlegung von Zielgrößen für Aufsichtsräte, Vorstände und den beiden obersten Führungsebenen vor, wobei eine Mindestzielgröße hierbei nicht vorgesehen ist. Sofern die Frauenquote unter 30 Prozent liegt, dürfen die Zielgrößen den erreichten Anteil nicht mehr unterschreiten. Die gesetzliche Frist bis zur Erreichung der ersten Ziele wurde auf den 30. Juni 2017 festgelegt. Anschließend können die Fristen bis zu fünf Jahre betragen. Die festzulegenden Zielgrößen und Fristen sind konkret zu benennen. Ferner ist darzustellen, ob die festgelegten Zielgrößen erreicht worden sind, und wenn nicht, sind Angaben zu den Gründen zu machen. Der Aufsichtsrat der MLP SE hat für den Vorstand und den Aufsichtsrat interne Regelungen zur Zusammensetzung der beiden Gremien festgehalten, die eine Zielgröße für Frauen von jeweils mindestens 25 % – beim Aufsichtsrat auf Anteilseignerseite – bei gleicher persönlicher und fachlicher Eignung vorsehen. Die MLP SE hat diese Quote auf der Anteilseignerseite des Aufsichtsrats erfüllt. Bereits durchgehend seit dem Jahr 2015 ist eine Frau als Mitglied des Aufsichtsratsrats bestellt. Die Quote wird somit seit vielen Jahren eingehalten. Eine weitere Berichterstattung über Umsetzungsschritte in Bezug auf die Erreichung der Quote erscheint somit entbehrlich. Der Aufsichtsrat hat im November 2020 für den Anteil von Frauen im Vorstand der MLP SE – der im Übrigen derzeit auch nur aus drei Personen besteht – eine Zielgröße von mindestens 25 Prozent bestätigt und sich hierzu nun eine Umsetzungsfrist bis zum Ablauf des Geschäftsjahres 2025 gesetzt. Der Aufsichtsrat beschloss im Jahr 2024, dass die Absicht bestehe, Frau Angelika Zinkgräf mit Wirkung zum 1. Dezember 2025 zum Mitglied des Vorstands zu bestellen und in diesem Zug ein neues Ressort mit der Zuständigkeit für Personal, Compliance und Interne Revision zu schaffen. Tatsächlich hat der Aufsichtsrat dann in seiner Sitzung im Dezember 2024 Frau Angelika Zinkgräf mit Wirkung zum 1. Dezember 2025 zum Mitglied des Vorstands bestellt. Positiver Effekt der Bestellung von Frau Zinkgräf ist damit auch, dass die o. g. Grenze im Jahr 2025 erreicht wird. Der Aufsichtsrat strebt auch weiterhin bei personellen Änderungen eine Berücksichtigung des vorgenannten Ziels an. Dies soll durch verschiedene Maßnahmen gefördert werden. Hierzu gehören Maßnahmen zur Berücksichtigung von Vielfalt bei der Besetzung von Führungspositionen sowie eine angemessene Berücksichtigung von Frauen in den Führungsebenen im Unternehmen. Hierzu wurden im Unternehmen bereits in der Vergangenheit Maßnahmen mit der Zielsetzung einer verbesserten Vereinbarkeit von Beruf und Familie getroffen. Auch der neu eingerichtete Nominierungsausschuss wird sich mit der vorgenannten Zielsetzung zur Förderung der Vertretung des unterrepräsentierten Geschlechts sowie der Strategie zu deren Erreichung beschäftigen. Die gesetzliche Regelung, wonach dem Vorstand börsennotierter Unternehmen ab einer Anzahl von vier Vorstandsmitgliedern mindestens eine Frau oder ein Mann angehören muss, ist auf die MLP SE nicht anwendbar. Zusammenwirken von Vorstand und Aufsichtsrat Die Grundlage für eine transparente und verantwortungsvolle Unternehmensführung bildet ein intensiver Dialog zwischen Vorstand und Aufsichtsrat. Der Vorstand der MLP SE unterrichtet den Aufsichtsrat regelmäßig, zeitnah und umfassend über die Lage des Konzerns einschließlich der Risikosituation, über das Risikomanagement und über Compliance. Bei besonders wichtigen oder eilbedürftigen Projekten wird der Aufsichtsrat zwischen den regelmäßigen Sitzungen informiert. Außerdem treffen sich die Aufsichtsratsvorsitzende und der Vorstand zu regelmäßigen Gesprächen, in denen Einzelthemen erörtert werden. Die Aufsichtsratsvorsitzende unterrichtet die übrigen Mitglieder des Aufsichtsrats umfassend über die Inhalte ihrer Gespräche mit dem Vorstand. Der Aufsichtsrat diskutiert mit dem Vorstand die Unternehmensplanung und die strategische Weiterentwicklung des Konzerns. Wesentliche Rechtsgeschäfte des Vorstands bedürfen der Zustimmung des Aufsichtsrats. Eine vom Aufsichtsrat erlassene Geschäftsordnung regelt insbesondere die Geschäftsverteilung, die Zustimmungsvorbehalte außerhalb der Satzung und die Zusammenarbeit mit dem Vorstand. Weitere Einzelheiten über das Zusammenwirken von Vorstand und Aufsichtsrat sind im Bericht des Aufsichtsrats enthalten. 98 MLP Geschäftsbericht 2024 Weitere Angaben zur Tätigkeit des Aufsichtsrats können dem Bericht des Aufsichtsrats entnommen werden. Directors’ Dealings Gemäß Art. 19 der Marktmissbrauchsverordnung (MAR) müssen Personen, die bei einem Emittenten von Aktien Führungsaufgaben wahrnehmen, Geschäfte in Finanzinstrumenten des Emittenten diesem und der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) mitteilen. Diese Pflicht gilt auch für natürliche und juristische Personen, die mit einer solchen Führungsperson eng verbunden sind. Ausgenommen von der Meldepflicht sind Geschäfte bis zu einem Gesamtwert von 20.000 Euro pro Kalenderjahr. Im Geschäftsjahr 2024 wurde uns keine Transaktion gemäß Art. 19 MAR gemeldet. Die Meldungen vergangener Jahre können Sie unserer Internetseite unter www.mlp-se.de entnehmen. Unternehmensführungspraktiken – Compliance als Leitungsaufgabe Compliance-Regelungen Das Vertrauen unserer Kunden, Aktionäre und Geschäftspartner in das ordnungsgemäße und gesetzestreue Handeln unseres Hauses bildet die Basis unserer Geschäftstätigkeit. Die Einhaltung aller relevanten Gesetze und kapitalmarktrechtlichen Vorschriften ist die Grundlage unserer geschäftlichen Aktivitäten und integraler Bestandteil unserer Unternehmenskultur. Verstöße gegen einschlägige Gesetze und Vorschriften können nicht nur zu Rechtsstreitigkeiten und finanziellen Verlusten führen, sie wirken sich darüber hinaus auch auf die Reputation unseres Konzerns aus. Der Vorstand der MLP SE sorgt für die konzernweite Einhaltung der gesetzlichen und unternehmensinternen Bestimmungen und gewährleistet eine vertrauensvolle und transparente Unternehmensführung. Die Grundprinzipien Gesetzestreue, Integrität und wirtschaftlich erfolgreiches Handeln sind fest in unserem Verhaltens- und Ethikkodex verankert. Unsere Compliance-Aktivitäten basieren auf einer konzernweiten Compliance-Strategie, die insbesondere durch präventive Maßnahmen Risiken aus der Nichteinhaltung von geltendem Recht, internen Standards und Prozessen verhindern soll. Im Fokus stehen dabei die Einhaltung der für uns wesentlichen rechtlichen und unternehmensinternen Regelungen, insbesondere bei der Erbringung von Wertpapier(neben)dienstleistungen, im Verbraucher- und Datenschutz sowie bei der Prävention von Geldwäsche, Terrorismusfinanzierung und sonstigem strafbaren Verhalten. Im Interesse unserer Kunden, Aktionäre und Mitarbeiter unterstützt und berät die Compliance-Organisation den Vorstand dabei, einheitliche Standards für alle Konzernunternehmen zu schaffen. Unter Berücksichtigung der sich stetig verändernden regulatorischen Anforderungen und Marktbedingungen steuert Compliance die kontinuierliche Weiterentwicklung unserer internen Verhaltensstandards und kontrolliert die Durchsetzung der relevanten Anforderungen. Auf Basis einer konzernweiten Risikoanalyse identifiziert und bewertet die Compliance-Funktion regelmäßig die für die Geschäftstätigkeit von MLP SE relevanten Compliance-Risiken. Gemeinsam mit den zuständigen Fachbereichen entwickelt die Compliance-Funktion risikomindernde Maßnahmen und überwacht deren Wirksamkeit in unserem Tagesgeschäft kontinuierlich. Ein wichtiger Baustein unserer Präventionsmaßnahmen sind regelmäßige Schulungen, in denen alle Mitarbeiter des MLP Konzerns mit den wesentlichen Vorschriften vertraut gemacht werden, um sie vor Regelverstößen zu bewahren und bei der Anwendung unseres Verhaltens- und Ethikkodex zu unterstützen. Hierzu gehören insbesondere webbasierte Trainings zum Marktmissbrauchsrecht, zur Wertpapier-Compliance, zum Daten- und Verbraucherschutz sowie der Vermeidung von Geldwäsche, 99 MLP Geschäftsbericht 2024 Terrorismusfinanzierung und strafbaren Handlungen. Die Compliance-Funktion steht zudem allen Mitarbeitern als Ansprechpartner für interne Verdachtsmeldungen im Hinblick auf kriminelle Handlungen oder Verstöße gegen unsere Compliance-Regelungen zur Verfügung. Festgestellte Regelverstöße werden zeitnah untersucht, umfassend aufgeklärt und genutzt, um identifizierte Schwachstellen zu beheben. Vorstand und Aufsichtsrat werden regelmäßig über alle relevanten Sachverhalte und die durch die Compliance-Funktion ergriffenen Maßnahmen informiert. Der MLP Verhaltens- und Ethikkodex für den MLP Konzern legt zudem die Maßnahmen zur Insiderprävention fest und beschreibt die internen Vorgaben für die Ausführung von Mitarbeitergeschäften. Er dient dabei gleichzeitig auch der Sicherstellung des verantwortungsbewussten Umgangs mit vertraulichen Informationen bei MLP und definiert Standards für die Beratung und Betreuung unserer Kunden sowie die Annahme und Gewähr von Einladungen und Geschenken. Um einer Beeinträchtigung von Kundeninteressen vorzubeugen, haben wir Grundsätze zur Vermeidung und Überwachung von Interessenkonflikten sowie Zuwendungen erlassen, die wir regelmäßig überprüfen und an veränderte Bedürfnisse anpassen. Definierte Unternehmenswerte Die MLP Gruppe ist mit den Marken Deutschland.Immobilien, DOMCURA, FERI, MLP, RVM und TPC der Finanzdienstleister für Privat-, Firmen- und institutionelle Kunden. Im Jahr 2021 entwickelte MLP ein Konzernleitbild, um die gemeinsame Basis für eine erfolgreiche Zusammenarbeit weiter zu stärken. In diesem Kontext wurde eine Mission für die MLP Gruppe erarbeitet. Innerhalb des Konzerns findet ein Know-how-Transfer statt. Die Spezialisten unterstützen sich in Research und Konzeptentwicklung sowie in der Kundenberatung. Durch diese gezielte Interaktion entstehen zusätzliche Werte für Kunden, im Unternehmen und für die Aktionäre. Dieser Weg wurde in den letzten beiden Jahren konsequent weiterverfolgt. Mit der Kampagne „MLP – ein starkes WIR“ wird das einzigartige Netzwerk von MLP noch deutlicher nach außen hin sichtbar gemacht. Unter dem Dach eines gemeinsamen Konzernleitbilds, dessen Grundgedanken alle Gesellschaften folgen, finden sich die verschiedenen Unternehmensleitbilder. Das Unternehmensleitbild von MLP mit seinen Leitsätzen hat ein Fundament von verschiedenen Kernwerten, die unter Einbeziehung einer Vielzahl von Mitarbeitern und Beratern definiert wurden. Die Zusammenarbeit in unseren MLP Gesellschaften ist geprägt durch die drei Säulen des MLP Spirit: Leidenschaft für Kundinnen und Kunden, Freude am Miteinander und Füreinander und Begeisterung für das Noch-Besser-Werden. Unser Leitbild und unsere Unternehmenskultur werden in besonderem Maße geprägt durch unsere Führungskräfte. Wir legen daher viel Wert auf gute und moderne Führungsarbeit und haben unter Einbezug von Führungskräften aller Hierarchieebenen in einem interaktiven Workshop im Herbst 2021 Führungsgrundsätze entwickelt. Diese bilden die Basis für die MLP Führungskultur und die fortlaufende Weiterentwicklung der MLP Führungs- und Personalentwicklungsinstrumente. Wir führen eine jährliche Befragung zum allgemeinen Stimmungsbild in unserer Belegschaft und zur Führungsqualität durch. Die Ergebnisse aus der Befragung im Geschäftsjahr 2024 zeigen eine konstant hohe Zufriedenheit mit MLP als Arbeitgeber und mit der Führungsleistung insgesamt. Die gewonnenen Erkenntnisse aus der Befragung und Hinweise auf Verbesserungspotenziale nutzen wir konsequent für die kontinuierliche Arbeit mit unserem Führungsteam. Das Leitbild finden Sie auf unserer Homepage unter www.mlp-se.de. Zu unseren wesentlichen Unternehmensführungspraktiken zählt auch unsere Personalstrategie. Um fortlaufend Mehrwerte für unsere Kunden zu schaffen und den nachhaltigen Erfolg in der MLP Gruppe sicherzustellen, sorgen wir für ein starkes Team an qualifizierten und engagierten Führungskräften und Mitarbeitern, die wir entsprechend ihrer Kompetenzen einsetzen, die sich unserem Leitbild verbunden fühlen und mit Freude unser Konzernnetzwerk weiterentwickeln. Unsere Personalstrategie basiert auf vier Säulen „Menschen und Miteinander“, „Attraktiver Arbeitgeber“, „Zukunft gestalten und Potenziale unserer Mitarbeiter fördern“ sowie „Effizient Arbeiten“ und leistet einen wesentlichen Beitrag, damit Menschen mit Freude für die Gesellschaften in der MLP Gruppe arbeiten – heute und in Zukunft. 100 MLP Geschäftsbericht 2024 Aus der Personalstrategie leiten sich wesentliche personalwirtschaftliche Handlungsfelder für uns ab. Das sind exemplarisch die strategische Personal- und Nachfolgeplanung, die Positionierung der Arbeitgebermarke der Gesellschaften in der MLP Gruppe oder die Erhöhung der Arbeitgeberattraktivität. Dies auch und gerade für Frauen, u. a. durch den aktiven Ausbau und die Optimierung der familienfreundlichen Rahmenbedingungen des Arbeitens bei MLP und unsere Führungskultur. Auf Basis einer Umfrage zur Gesundheit am Arbeitsplatz haben wir im Geschäftsjahr 2024 ein umfangreiches Maßnahmenpaket zur Gesundheitsprävention etabliert. Die Förderung der Gesunderhaltung der Mitarbeiter ist uns ein besonderes Anliegen. Dabei betrachten wir stets vielfältige Aspekte wie zum Beispiel das Arbeitsklima, Flexibilität in Bezug auf die Arbeitszeitgestaltung, gegenseitige Wertschätzung, eine gelebte Fehlerkultur und soziale Angebote. Wir sind überzeugt, dass unsere Maßnahmen zur Förderung der physischen und psychischen Gesundheit unserer Mitarbeiter sich positiv auf die Motivation, auf die Aufrechterhaltung der Leistungsfähigkeit sowie auf die Reduzierung von Krankheitstagen auswirken können. Ein weiteres Handlungsfeld ist das aktive Hinarbeiten auf eine stärkere Teilhabe von Frauen auf allen Führungsebenen des Unternehmens. Insgesamt genießt die Frauenförderung und Vereinbarkeit von Beruf und Familie bei MLP einen hohen Stellenwert. Daher hat MLP dieses Thema bereits in den vergangenen Jahren forciert und diverse Maßnahmen zur Förderung von Frauen in Führungspositionen ergriffen. Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie soll auch die Gleichberechtigung in den Gesellschaften der MLP Gruppe stärken und die Gesunderhaltung unserer Mitarbeiter fördern. Wir unterstützen unsere Mitarbeiter dabei, ihre individuellen Lebenskonzepte mit einem produktiven und erfolgreichen Berufsleben in Einklang zu bringen. Wir glauben daran, dass eine gute Lebensbalance zur Motivation und Zufriedenheit unserer Mitarbeiter beiträgt und schaffen in den Gesellschaften der MLP Gruppe die Rahmenbedingungen dafür. Dies unterstreichen wir auch durch unsere Zertifizierung gemäß dem Audit berufundfamilie, die die Gesellschaften im MLP Gemeinschaftsbetrieb erstmals in 2019 erfolgreich durchgeführt haben. Auf Basis der Re-Zertifizierung des Audits im Jahr 2022 wurden für die kommenden drei Jahre weitere Umsetzungsziele zur Förderung der Familienfreundlichkeit und lebensphasenorientierten Ausrichtung der Maßnahmen zur Arbeitnehmerbindung vereinbart. Festlegungen zur Förderung der gleichberechtigten Teilhabe von Frauen in Führungspositionen nach § 76 Abs. 4 des Aktiengesetzes Am 1. Mai 2015 ist das Gesetz für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen in Kraft getreten. Das Gesetz sieht eine Verpflichtung zur Festlegung von Zielgrößen für Aufsichtsräte, Vorstände und den beiden obersten Führungsebenen vor, wobei eine Mindestzielgröße hierbei nicht vorgesehen ist. Sofern die Frauenquote unter 30 % liegt, dürfen die Zielgrößen den erreichten Anteil nicht mehr unterschreiten. Die Frist bis zur Erreichung der ersten Ziele ist auf den 30. Juni 2017 festgelegt worden. Anschließend können die Fristen bis zu fünf Jahre betragen. Die festzulegenden Zielgrößen und Fristen sind konkret zu benennen. Ferner ist darzustellen, ob die festgelegten Zielgrößen erreicht worden sind, und wenn nicht, sind Angaben zu den Gründen zu machen. Im November 2020 hat der Vorstand eine Zielgröße für den Frauenanteil auf der ersten Führungsebene der MLP SE unterhalb des Vorstands von mindestens 33 % beschlossen. Im Dezember 2022 hat der Vorstand ergänzend eine Zielgröße von ebenfalls mindestens 33 % für die zweite Führungsebene der MLP SE unterhalb des Vorstands festgelegt. Diese Zielgrößen sollen jeweils bis zum Ablauf des Geschäftsjahres 2025 erreicht werden. Zum 31. Dezember 2024 lag der Frauenanteil auf der ersten Führungsebene der MLP SE unterhalb des Vorstands (Bereichsleitung) bei 60 % von insgesamt 5 Personen. Auf der zweiten Führungsebene der MLP SE unterhalb des Vorstands (Abteilungsleitung) lag der Frauenanteil bei 0 % bei insgesamt nur 3 Personen. Darüber hinaus sieht die Vorstandsvergütung der MLP SE seit dem Geschäftsjahr 2023 eine Nachhaltigkeitskomponente vor, die u.a. Zielwerte zur Erhöhung des Anteils von Frauen in 101 MLP Geschäftsbericht 2024 Führungspositionen vorsieht. Sämtliche Maßnahmen sorgen dafür, dass bei der Besetzung von Führungsfunktionen im Unternehmen auf Diversität geachtet wird. Wir unterstützen unsere Mitarbeiter dabei, ihre individuellen Lebenskonzepte mit einem produktiven und erfolgreichen Berufsleben in Einklang zu bringen und schaffen in den Gesellschaften der MLP Gruppe die Rahmenbedingungen dafür. Als Zeichen der öffentlichen Verpflichtung zu Diversity hat MLP im Jahr 2014 die Charta der Vielfalt unterzeichnet und sich damit selbst verpflichtet, für ein vorurteilsfreies Arbeitsumfeld für unsere Mitarbeiter einzutreten, in dem Chancengleichheit selbstverständlich ist. Die MLP Gruppe fördert vielfältige Teams und schafft eine Unternehmenskultur, die von einem starken Zugehörigkeitsgefühl geprägt ist und in dem sich all unsere Teammitglieder wertgeschätzt fühlen. Wir wollen, dass unsere Mitarbeiter sich frei einbringen und ihr volles Potenzial im Unternehmen entfalten können, unabhängig von Geschlecht, ethnischer Zugehörigkeit, Herkunft, Alter oder Religion. Nur so – mit vielen Talenten, unterschiedlichen Hintergründen und Stärken – können wir in einem herausfordernden und zukunftsorientierten Umfeld gemeinsam profitieren. Im Einklang mit geltendem nationalen Recht und internationalen Standards verfolgen die Gesellschaften in der MLP Gruppe eine faire und diskriminierungsfreie Anstellungspraxis. Entscheidend für Einstellungen, Fortbildungen oder Beförderungen sind ausschließlich die individuelle Leistung sowie Kompetenzen und Potenziale in Bezug auf die Anforderungen des jeweiligen Jobprofils. Den Schutz eines redlichen, fairen und diskriminierungsfreien Arbeitsumfelds haben wir in unserem MLP Verhaltens- und Ethikkodex fest verankert. Der Kodex stellt auch klar, dass wir von unseren Führungskräften und Mitarbeitern erwarten, sich umsichtig und respektvoll zu verhalten und jeder Form von Diskriminierung entgegenzutreten. Eine Erläuterung der Geschäfts- und der Risikostrategie sowie des Risikomanagements findet sich im Kapitel „Risikobericht“ des Geschäftsberichts. Entgeltgleichheit für Frauen und Männer bei gleicher oder gleichwertiger Arbeit nach dem Entgelttransparenzgesetz Das Gesetz zur Förderung der Transparenz von Entgeltstrukturen (Entgelttransparenzgesetz) soll Lohnunterschieden zwischen Frauen und Männern für gleiche oder gleichwertige Arbeit entgegenwirken und die Offenlegung betrieblicher Entgeltregelungen fördern. In Betrieben mit mehr als 200 Arbeitnehmern besteht für Arbeitnehmer zudem ein individueller Auskunftsanspruch über die Entgeltstrukturen innerhalb des Betriebs. Als Grundlage zur Herstellung verbesserter Entgelttransparenz bei MLP wurde im Dezember 2015 eine Betriebsvereinbarung „Vergütungssystematik“ abgeschlossen. Diese gilt in der Fassung vom 2. Juli 2019 für die MLP SE, MLP Banking AG sowie die MLP Finanzberatung SE. Danach wird jeder Stellentyp unabhängig von den Stelleninhabern und damit geschlechtsneutral bewertet und einem Gehaltsband zugeordnet, an dem sich die Gehaltseinordnung bei Einstellungen und Versetzungen orientiert. Private Arbeitgeber mit in der Regel mehr als 500 Beschäftigten sind aufgefordert, mithilfe betrieblicher Prüfverfahren ihre Entgeltregelungen und die verschiedenen gezahlten Entgeltbestandteile sowie deren Anwendung regelmäßig auf die Einhaltung des Entgeltgleichheitsgebots im Sinne dieses Gesetzes zu überprüfen. Die unbereinigte, nach Gehaltsband und Personenzahl gewichtete Entgeltlücke zwischen Frauen und Männern der Unternehmenszentrale im Gemeinschaftsbetrieb der MLP SE, MLP Banking AG und MLP Finanzberatung SE, die nicht als leitende Angestellte im Sinne des § 5 Abs. 3 BetrVG einzustufen sind, lag im Geschäftsjahr 2024 bei 3,28 % (2023: 3,49 %). MLP hat zudem auf freiwilliger Basis ein innerbetriebliches Prüfverfahren für den Gemeinschaftsbetrieb der MLP SE, MLP Banking AG und MLP Finanzberatung SE im Jahr 2018 durchgeführt und unter Anwendung der gleichen methodischen Grundsätze im Geschäftsjahr 2023 wiederholt. Auch dieses Prüfverfahren, das alle drei Jahre wiederholt wird, kam zu dem erfreulichen Ergebnis, dass bei MLP keine systematischen geschlechtsspezifischen Vergütungsabweichungen bestehen. Abweichend von der in 2018 erfolgten Untersuchung wurden im Geschäftsjahr 2023 individuelle Gehaltsabweichungen nicht nur für Frauen, sondern auch für Männer betrachtet. Im Ergebnis wurde das Gehalt einer Mitarbeiterin um 12 102 MLP Geschäftsbericht 2024 % und eines Mitarbeiters um 16 % angehoben, weitere individuelle Anpassungen waren nicht vorzunehmen. Die Mitarbeiter des Geschäftsstelleninnendienstes konnten im Rahmen des individuellen Prüfverfahrens nicht berücksichtigt werden, da im Geschäftsstelleninnendienst nahezu ausnahmslos Frauen beschäftigt sind und daher, wie auch schon im Jahr 2018, ein geeigneter und statistisch belastbarer männlicher Vergleichsmaßstab fehlte. MLP bietet neben diesen rein entgeltbezogenen Maßnahmen eine Vielzahl von weiteren Maßnahmen, die die Vereinbarkeit von Beruf und Familie fördern und damit zu mehr Entgeltgerechtigkeit beitragen. Spezialgesetzliche Regelungen Aufsichtsrat und Vorstand von börsennotierten, spezialgesetzlich regulierten Gesellschaften sollen gem. Empfehlung F.4 des DCGK 2022 in der Erklärung zur Unternehmensführung angeben, welche Empfehlungen des Kodex aufgrund vorrangiger gesetzlicher Bestimmungen nicht anwendbar waren. Nach Einschätzung von Vorstand und Aufsichtsrat sind die Regelungen der Institutsvergütungsverordnung teilweise vorrangig zu aktiengesetzlichen Regelungen bzw. zum DCGK. Daneben sind auch die zwingenden Vorgaben des § 25d Abs. 7 ff. Kreditwesengesetz (KWG) zur Einrichtung eines gemeinsamen Risiko- und Prüfungsausschusses sowie eines Nominierungs- und eines Vergütungskontrollausschusses eine Abweichung zu den Regelungen des DCGK 2022. Hinsichtlich der Empfehlung D4 des DCGK 2022, wonach der Aufsichtsrat einen Nominierungsausschuss bilden soll, der ausschließlich mit Vertretern der Anteilseigner besetzt ist, weicht MLP auf der Grundlage einer spezialgesetzlichen Regelung ab. § 25d Abs. 11 KWG schreibt vor, dass der Nominierungsausschuss des Aufsichtsorgans weitere Aufgaben übernehmen muss, die nicht nur von den Anteilseignervertretern im Aufsichtsrat wahrgenommen werden sollten. Daher ist der Nominierungsausschuss des Aufsichtsrats der MLP SE auch mit einem Vertreter der Arbeitnehmer besetzt. Es wird jedoch sichergestellt, dass die Wahlvorschläge an die Hauptversammlung über die Wahl der Aktionärsvertreter im Aufsichtsrat auch nur durch die Anteilseignervertreter im Ausschuss vorbereitet werden. 103 MLP Geschäftsbericht 2024 Angabepflichten Zusammensetzung des Kapitals Das Grundkapital der Gesellschaft beträgt am Stichtag 31. Dezember 2024 109.334.686 € und ist eingeteilt in 109.334.686 auf den Inhaber lautende Stammstückaktien mit einem rechnerischen Anteil am Grundkapital von 1 € je Aktie. Beschränkungen der Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffend Beschränkungen der Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffend bestehen bei den Aktien der MLP SE nicht. Beteiligung am Kapital Nach dem Wertpapierhandelsgesetz (WpHG) hat jeder Aktionär, der durch Erwerb, Veräußerung oder auf sonstige Weise bestimmte Anteile an Stimmrechten der Gesellschaft erreicht, überschreitet oder unterschreitet, dies der Gesellschaft und der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht mitzuteilen. Der niedrigste Schwellenwert für diese Mitteilungspflicht ist 3 %. In diesen erläuternden Bericht sind Beteiligungen aufzunehmen, die 10 % der Stimmrechte erreichen oder überschreiten. Der MLP SE wurden vier Beteiligungen mitgeteilt, die direkt oder indirekt 10 vom Hundert der Stimmrechte überschreiten:
| Anzahl Aktien* | Beteiligungshöhe* | |
| Dr. h.c. Manfred Lautenschläger, Gaiberg | 29.883.373 1 | 27,33% 1 |
| Christine Lautenschläger, Markus Lautenschläger, Matthias Lautenschläger, Catharina Seegelken, Maximilian Lautenschläger, Gaiberg | 30.133.373 2 | 27,56% 2 |
| Angelika Lautenschläger Beteiligungen Verwaltungs GmbH, Gaiberg | 22.796.771 | 20,85% |
| HanseMerkur Krankenversicherung auf Gegenseitigkeit, Hamburg | 10.964.000 3 | 10,03% 3 |
| * der MLP SE durch Stimmrechtsmitteilung bekannter Stand zum 31.12.2024 | ||
| 1 Nach Angaben von Herrn Dr. h. c. Manfred Lautenschläger besteht ein Stimmbindungs- und Poolvertrag gem. § 34 Abs. 2 WpHG zwischen Herrn Dr. Manfred Lautenschläger (2,37 % der Stimmrechte), dem von ihm beherrschten Unternehmen, der Angelika Lautenschläger Beteiligungen Verwaltungs GmbH (20,85 % der Stimmrechte) sowie der Manfred Lautenschläger Stiftung GmbH (4,11 % der Stimmrechte, beherrscht durch die Erbengemeinschaft seiner Ehefrau Angelika Lautenschläger). Von den 27,33 % werden Herrn Lautenschläger somit die Stimmrechte der Manfred Lautenschläger Stiftung GmbH und der Angelika Lautenschläger Beteiligungen Verwaltungs GmbH nach § 34 Abs. 2 WpHG zugerechnet. | ||
| 2 Nach Mitteilung von Christine Lautenschläger, Markus Lautenschläger, Matthias Lautenschläger, Catharina Seegelken, Maximilian Lautenschläger: Es besteht ein Stimmbindungs- und Poolvertrag gem. § 34 Abs. 2 WpHG zwischen Herrn Dr. h.c. Manfred Lautenschläger (2,09 %), der Angelika Lautenschläger Beteiligungen Verwaltungs GmbH (20,85 %) sowie der Manfred Lautenschläger Stiftung GmbH (4,57 %), insgesamt somit 27,51 %. Die Erbengemeinschaft Angelika Lautenschläger hält 0,05 % über die M.L. Stiftung gemeinnützige GmbH. | ||
| 3 Mitteilung für HanseMerkur Krankenversicherung AG als Aktionär. | ||
Aktien mit Sonderrechten, die Kontrollbefugnis verleihen Aktien mit Sonderrechten, die Kontrollbefugnis verleihen, bestehen nicht. ERLÄUTERNDER BERICHT ÜBER DIE ANGABEN GEMÄß §§ 176 ABS. 1 AKTG, 315A ABS. 1, 289A ABS. 1 HGB 104 MLP Geschäftsbericht 2024 Art der Stimmrechtskontrolle, wenn Arbeitnehmer am Kapital beteiligt sind und ihre Kontrollrechte nicht unmittelbar ausüben Soweit die MLP SE in der Vergangenheit im Rahmen ihres Mitarbeiterbeteiligungsprogramms Aktien an Mitarbeiter ausgegeben hat, wurden die Aktien den Mitarbeitern unmittelbar übertragen. Die begünstigten Mitarbeiter können bzw. konnten die ihnen aus den ausgegebenen Aktien zustehenden Kontrollrechte unmittelbar nach den gesetzlichen Vorschriften und der Satzung ausüben. Gesetzliche Vorschriften und Bestimmungen der Satzung über die Ernennung und Abberufung von Vorstandsmitgliedern Voraussetzungen für die Ernennung und Abberufung des Vorstands sowie die Änderung der Satzung richten sich nach den jeweiligen Bestimmungen des geltenden europäischen und deutschen Rechts, einschließlich der Verordnung (EG) Nr. 2157/2001 über das Statut der Europäischen Gesellschaft (die „SE-Verordnung“ oder „SE-VO“) und des Aktiengesetzes. Die Bestellung und die Abberufung von Mitgliedern des Vorstands sind dabei insbesondere in den Art. 46 ff. SE-VO sowie Art. 9 SE-VO i.V.m. §§ 84 und 85 AktG geregelt. Die Satzung der Gesellschaft sieht vor, dass der Vorstand aus mindestens zwei Personen besteht. Die Mitglieder des Vorstands werden höchstens für fünf Jahre bestellt. Eine wiederholte Bestellung oder Verlängerung der Amtszeit, jeweils höchstens fünf Jahre, ist zulässig. Der Aufsichtsrat kann die Bestellung zum Vorstandsmitglied vor Ablauf der Amtszeit widerrufen, wenn ein wichtiger Grund vorliegt. Ein solcher Grund kann namentlich in einer groben Pflichtverletzung, der Unfähigkeit zur ordnungsgemäßen Geschäftsführung oder einem Vertrauensentzug durch die Hauptversammlung bestehen. Über die Zahl der Vorstandsmitglieder, ihre Bestellung und den Widerruf ihrer Bestellung sowie den Abschluss, die Änderung und die Kündigung der mit den Vorstandsmitgliedern abzuschließenden Anstellungsverträge entscheidet der Aufsichtsrat. Der Aufsichtsrat kann einen Vorstandsvorsitzenden und einen oder mehrere stellvertretende Vorstandsvorsitzende ernennen. Änderung der Satzung Gemäß Art. 59 SE-VO i.V.m. § 179 Abs. 1 Abs. 2 S. 1 AktG bedarf jede Satzungsänderung eines Beschlusses der Hauptversammlung mit einer Mehrheit von mindestens drei Vierteln der abgegebenen gültigen Stimmen. Für solche Satzungsänderungen, für die bei nach deutschem Recht gegründeten Aktiengesellschaften nur eine einfache Mehrheit erforderlich ist, sieht von § 179 Abs. 2 Satz 1 AktG § 19 Abs. 4 der Satzung abweichend vor, dass Beschlüsse zur Satzungsänderung durch die Hauptversammlung mit einfacher Mehrheit der Stimmen des bei der Beschlussfassung stimmberechtigten Grundkapitals gefasst werden können, soweit nicht nach zwingenden gesetzlichen Vorschriften eine größere Mehrheit erforderlich ist, sofern mindestens die Hälfte des Grundkapitals vertreten ist, andernfalls bedarf es einer Mehrheit von zwei Dritteln der abgegebenen Stimmen. Der Aufsichtsrat ist allerdings gemäß § 23 der Satzung zur Vornahme von Satzungsänderungen berechtigt, die die Fassung betreffen. Befugnis des Vorstands hinsichtlich der Möglichkeit Aktien auszugeben oder zurückzukaufen Der Vorstand wurde durch Beschluss der Hauptversammlung vom 2. Juni 2022 ermächtigt, das Grundkapital der Gesellschaft bis zum 1. Juni 2027 mit Zustimmung des Aufsichtsrats durch Ausgabe neuer, auf den Inhaber lautender Stückaktien gegen Bar- oder Sacheinlage einmalig oder mehrmals um bis zu insgesamt € 21,5 Mio. zu erhöhen und mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht der Aktionäre bei Aktienausgaben gegen Sacheinlagen auszuschließen. Wird das Grundkapital gegen Bareinlagen erhöht, ist den Aktionären ein Bezugsrecht zu gewähren. Der Vorstand wurde jedoch ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht der Aktionäre auszuschließen, wenn der Ausgabebetrag den Börsenpreis von Aktien der Gesellschaft gleicher Ausstattung nicht wesentlich unterschreitet. Diese Ermächtigung gilt jedoch nur mit der Maßgabe, dass die unter Ausschluss des Bezugsrechts gem. § 186 Abs. 3 S. 4 AktG ausgegebenen Aktien insgesamt 105 MLP Geschäftsbericht 2024 10 % des Grundkapitals nicht überschreiten dürfen, und zwar weder im Zeitpunkt des Wirksamwerdens noch im Zeitpunkt der Ausübung der Ermächtigung (genehmigtes Kapital). Durch Beschluss der Hauptversammlung vom 24. Juni 2021 ist die Gesellschaft gemäß § 71 Abs. 1 Nr. 8 AktG des Weiteren ermächtigt, bis zum 23. Juni 2026 bis zu Euro 10.933.468 – das sind etwas weniger als 10 % des Grundkapitals der Gesellschaft – im Zeitpunkt der Ermächtigung zu erwerben. Auf der Grundlage dieser Ermächtigung hat die MLP Finanzberatung SE – eine einhundertprozentige Tochtergesellschaft der MLP SE – bis zum 05.03.2024, die von der Hauptversammlung ebenso hierzu ermächtigt wurde, auf Grundlage eines Beschlusses des Vorstands und mit Zustimmung des Aufsichtsrats, jeweils der MLP SE, 577.202 Aktien erworben. Der Vorstand der MLP Finanzberatung SE hat mit Zustimmung des Vorstands und des Aufsichtsrats der MLP SE den Aktienrückkauf im Jahr 2024, zur Bedienung der Berateransprüche im Kontext des Beteiligungsprogrammes 2023, beschlossen. Zum Stichtag 31. Dezember 2024 hielt die MLP Finanzberatung SE noch 37.062 Aktien. Diese Aktien und weitere zurückgekaufte Aktien sind dann erneut im Rahmen eines Beteiligungsprogramms 2024 an die für die MLP Finanzberatung SE tätigen Handelsvertreter – voraussichtlich im zweiten Quartal 2025 – auszugeben. Wesentliche Vereinbarungen der Gesellschaft, die unter der Bedingung eines Kontrollwechsels infolge eines Übernahmeangebotes stehen Wesentliche Vereinbarungen, die unter der Bedingung eines Kontrollwechsels infolge eines Übernahmeangebotes stehen, bestehen nicht. Entschädigungsvereinbarungen der Gesellschaft, die für den Fall eines Übernahmeangebotes mit Vorstandsmitgliedern oder Arbeitnehmern getroffen sind Die Dienstverträge zwischen der Gesellschaft und dem Vorstandsvorsitzenden Herrn Dr. Uwe Schroeder-Wildberg und den Mitgliedern des Vorstands, den Herren Manfred Bauer und Reinhard Loose, enthalten eine Klausel, wonach sie für den Fall, dass ein Dritter, der im Zeitpunkt des Vertragsabschlusses weniger als 10 % an MLP beteiligt war, eine Beteiligung von mindestens 50 % der Stimmrechte erwirbt, berechtigt sind, ihren Vertrag mit einer Frist von einem Monat zu kündigen. Üben sie dieses Kündigungsrecht aus, ist MLP verpflichtet, ihnen eine Vergütung zu bezahlen, die dem vierfachen eines Jahresfestgehalts entspricht, wenn der Vertrag nicht von ihnen infolge des „change of control“ gekündigt worden wäre. Voraussetzung ist, dass die Kündigung des Vertrages mehr als zwei Jahre vor seiner regulären Beendigung des Vertrages erfolgt. Bei sämtlichen Mitgliedern des Vorstands entspricht die im Fall eines „change of control“ zu zahlende Vergütung maximal dem Zweifachen der Durchschnittsvergütung der gesamten Vergütung des abgelaufenen Geschäftsjahres vor der Beendigung seines Vertrages und der voraussichtlichen Gesamtvergütung für das bei Beendigung laufende Geschäftsjahr. Der Dienstvertrag von Herrn Dr. Uwe Schroeder-Wildberg hat eine Laufzeit bis zum 31. Dezember 2027, der Dienstvertrag von Herrn Manfred Bauer läuft bis zum 30. April 2025 und der von Herrn Reinhard Loose läuft bis zum 31. Januar 2029. Bei Beendigung des Vertrages in den zwei Jahren vor der regulären Beendigung wird die Abfindung nur pro-rata-temporis geschuldet. 106 MLP Geschäftsbericht 2024 Der Vorstand hat den zusammengefassten Lagebericht am 10. März 2025 aufgestellt und wird diesen dem Aufsichtsrat am 26. März 2025 zur Veröffentlichung vorlegen. Wiesloch, 10. März 2025 MLP SE Der Vorstand Dr. Uwe Schroeder-WildbergManfred Bauer Reinhard Loose FREIGABE DES ZUSAMMENGEFASSTEN LAGEBERICHTS 107 MLP Geschäftsbericht 2024 Konzernabschluss 108 MLP Geschäftsbericht 2024
| Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung für den Zeitraum vom 1. Januar bis 31. Dezember | |||
| Alle Angaben in T€ | Anhang | 2024 | 2023 |
| Umsatzerlöse | (9) | 1.037.534 | 941.125 |
| Sonstige Erträge | (10) | 29.139 | 32.373 |
| Gesamterlöse | 1.066.673 | 973.498 | |
| Bestandsveränderungen | (11) | -4.295 | -11.262 |
| Aufwendungen für bezogene Leistungen aus dem Provisionsgeschäft | (12) | -474.917 | -426.701 |
| Aufwendungen für bezogene Leistungen aus der Immobilienentwicklung | (13) | -5.096 | -18.676 |
| Aufwendungen für bezogene Leistungen aus dem Zinsgeschäft | (14) | -30.220 | -16.333 |
| Bewertungsergebnis/Risikovorsorge | (15) | -7.988 | -1.037 |
| Personalaufwand | (16) | -233.031 | -209.078 |
| Planmäßige Abschreibungen und Wertminderungen | (17) | -30.044 | -35.820 |
| Sonstige Aufwendungen | (18) | -187.534 | -184.312 |
| Ergebnis aus nach der Equity-Methode bewerteten Anteilen | (19) | 1.444 | 446 |
| Ergebnis der betrieblichen Geschäftstätigkeit (EBIT) | 94.991 | 70.724 | |
| Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge | 6.279 | 8.423 | |
| Sonstige Zinsen und ähnliche Aufwendungen | -7.913 | -9.633 | |
| Bewertungsergebnis betriebsfremd | 6.197 | -539 | |
| Finanzergebnis | (20) | 4.563 | -1.749 |
| Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EBT) | 99.554 | 68.976 | |
| Ertragsteuern | (21) | -30.276 | -24.853 |
| Konzernergebnis | 69.278 | 44.123 | |
| davon entfallen auf: | |||
| die Eigentümer des Mutterunternehmens | 69.265 | 48.582 | |
| nicht beherrschende Anteile | 13 | -4.459 | |
| Ergebnis je Aktie in €1, 2 | (22) | ||
| unverwässert | 0,63 | 0,44 | |
| verwässert | 0,63 | 0,44 | |
| 1 Berechnungsgrundlage unverwässert: zum 31. Dezember 2024 durchschnittlich im Umlauf befindliche Stammaktien: 109.188.748 | |||
| 2 Berechnungsgrundlage verwässert: zum 31. Dezember 2024 durchschnittlich im Umlauf befindliche Stammaktien: 109.334.686 | |||
KONZERN-GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG UND KONZERNGESAMTERGEBNISRECHNUNG 109 MLP Geschäftsbericht 2024
| Konzerngesamtergebnisrechnung für den Zeitraum vom 1. Januar bis 31. Dezember | |||
| Alle Angaben in T€ | Anhang | 2024 | 2023 |
| Konzernergebnis | 69.278 | 44.123 | |
| Gewinne/Verluste aus der Neubewertung leistungsorientierter Versorgungszusagen | 1.269 | -5.299 | |
| Gewinne/Verluste aus Eigenkapitalinstrumenten die erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis bewertet werden | 1.433 | 625 | |
| Latente Steuern auf nicht reklassifizierbare Gewinne/Verluste | (21) | -338 | 1.557 |
| Nicht reklassifizierbare Gewinne/Verluste | 2.364 | -3.117 | |
| Gewinn/Verluste aus Währungsumrechnungsdifferenzen | -16 | 143 | |
| Latente Steuern auf reklassifizierbare Gewinne/Verluste | (21) | - | - |
| Reklassifizierbare Gewinne/Verluste | -16 | 143 | |
| Sonstiges Ergebnis | 2.348 | -2.974 | |
| Gesamtergebnis | 71.626 | 41.149 | |
| Davon entfallen auf | |||
| die Eigentümer des Mutterunternehmens | 71.613 | 45.608 | |
| die nicht beherrschenden Anteile | 13 | -4.459 | |
110 MLP Geschäftsbericht 2024
| Aktiva zum 31.12.2024 | |||
| Alle Angaben in T€ | Anhang | 31.12.2024 | 31.12.2023 |
| Immaterielle Vermögenswerte | (23) | 221.864 | 225.458 |
| Sachanlagen | (24) | 157.904 | 142.334 |
| Nach der Equity-Methode bewertete Anteile | (19) | 3.192 | 2.202 |
| Aktive latente Steuern | (21) | 9.382 | 3.669 |
| Forderungen gegen Kunden aus dem Bankgeschäft | (25) | 1.355.847 | 1.230.989 |
| Forderungen gegen Kreditinstitute aus dem Bankgeschäft | (26) | 764.881 | 779.074 |
| Finanzanlagen | (27) | 188.171 | 184.127 |
| Vorräte | (28) | 26.175 | 39.555 |
| Steuererstattungsansprüche | (21) | 3.485 | 7.408 |
| Sonstige Forderungen und andere Vermögenswerte | (29) | 271.054 | 248.726 |
| Zahlungsmittel | (30) | 1.150.327 | 1.053.916 |
| Gesamt | 4.152.283 | 3.917.458 | |
| Passiva zum 31.12.2024 | |||
| Alle Angaben in T€ | Anhang | 31.12.2024 | 31.12.2023 |
| Den Gesellschaftern der MLP SE zurechenbarer Anteil am Eigenkapital | 570.459 | 538.531 | |
| Nicht beherrschende Anteile | -156 | -6.326 | |
| Summe Eigenkapital | (31) | 570.302 | 532.205 |
| Rückstellungen | (32) | 106.784 | 104.214 |
| Passive latente Steuern | (21) | 20.553 | 17.260 |
| Verbindlichkeiten gegenüber Kunden aus dem Bankgeschäft | (33) | 2.913.987 | 2.764.624 |
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten aus dem Bankgeschäft | (33) | 152.837 | 140.611 |
| Steuerverbindlichkeiten | (21) | 18.579 | 17.545 |
| Andere Verbindlichkeiten | (34) | 369.240 | 341.000 |
| Gesamt | 4.152.283 | 3.917.458 | |
KONZERNBILANZ 111 MLP Geschäftsbericht 2024
| Kapitalflussrechnung für den Zeitraum vom 1. Januar bis 31. Dezember | ||
| Alle Angaben in T€ | 2024 | 2023 |
| Konzernergebnis (Gesamt) | 69.278 | 44.123 |
| Erstattete/Gezahlte Ertragsteuern | -28.427 | -20.811 |
| Erhaltene Zinsen | 94.392 | 61.529 |
| Gezahlte Zinsen | -30.888 | -18.204 |
| Ergebnis aus at equity bilanzierten Unternehmen | -1.444 | -446 |
| Ausschüttungen von at equity bilanzierten Unternehmen | 454 | 2.933 |
| + Abschreibungen/Wertminderungen/- Zuschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen | 30.044 | 35.820 |
| + Abschreibungen/Wertminderungen/- Zuschreibungen auf Finanzanlagen | -1.211 | 2.702 |
| + Wertminderungen auf Forderungen | 9.631 | 721 |
| Ergebnis aus dem Abgang von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen | 920 | 14 |
| Ergebnis aus dem Abgang von Finanzanlagen | 98 | - |
| Anpassungen aus Ertragsteuern, Zinsen sowie sonstige zahlungsunwirksame Vorgänge | -42.412 | -23.383 |
| Veränderungen der betrieblichen Aktiva und Passiva | ||
| - Zunahme/+ Abnahme Forderungen gegen Kreditinstitute aus dem Bankgeschäft | 14.193 | -26.282 |
| + Zunahme/- Abnahme Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten aus dem Bankgeschäft | 12.226 | 3.576 |
| - Zunahme/+ Abnahme Forderungen gegen Kunden aus dem Bankgeschäft | -134.489 | -82.416 |
| + Zunahme/- Abnahme Verbindlichkeiten gegenüber Kunden aus dem Bankgeschäft | 149.362 | 131.143 |
| - Zunahme/+ Abnahme Nutzungsrechte IFRS 16 | -13.623 | -15.010 |
| - Zunahme/+ Abnahme Vorräte | 4.238 | 11.175 |
| - Zunahme/+ Abnahme Sonstige Aktiva | -13.805 | -11.353 |
| + Zunahme/- Abnahme Sonstige Passiva | 43.866 | 14.248 |
| + Zunahme/- Abnahme Rückstellungen | 2.571 | 6.588 |
| Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit | 164.974 | 116.666 |
| Auszahlungen für den Erwerb von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen | -27.234 | -16.609 |
| Einzahlungen aus Abgängen von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen | 309 | 130 |
| Rückzahlung von sonstigen Kapitalanlagen (Fest- und Termingelder) | 14.986 | 63.188 |
| Rückzahlung von Eigenkapitalinstrumenten anderer Unternehmen | 4.065 | - |
| Rückzahlung von festverzinslichen Wertpapieren | 36.613 | 25.615 |
| Anlage in festverzinsliche Wertpapiere | -51.845 | -36.614 |
| Einzahlungen aus Abgängen von sonstigen Finanzanlagen | 254 | - |
| Auszahlungen für Investitionen in das Finanzanlagevermögen | - | -2.150 |
| Auszahlungen aus dem Erwerb von sonstigen Finanzanlagen (nicht konsolidierte Tochterunternehmen) | -4.036 | -360 |
| Auszahlung aus dem Verkauf von konsolidierten Unternehmen | - | -4.646 |
| Cashflow aus der Investitionstätigkeit | -26.888 | 28.554 |
KONZERNKAPITALFLUSSRECHNUNG 112 MLP Geschäftsbericht 2024
| Gezahlte Dividende an die Aktionäre der MLP SE | -32.789 | -32.800 |
| Einzahlungen aus der Aufnahme von (Finanz-) Krediten | 15.189 | 1.194 |
| Auszahlungen aus der Tilgung von (Finanz-) Krediten | -8.563 | -7.018 |
| Tilgungszahlungen Leasingverbindlichkeiten | -15.134 | -14.601 |
| Auszahlungen für den Erwerb weiterer Anteile an Tochterunternehmen | -2.143 | - |
| Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit | -43.440 | -53.225 |
| Finanzmittelbestand am Anfang der Periode | 1.053.916 | 957.640 |
| Zahlungswirksame Veränderungen des Finanzmittelbestands | 94.646 | 91.996 |
| Konsolidierungskreisbedingte Änderungen des Finanzmittelbestands | 1.748 | 792 |
| Wechselkursbedingte Änderung der Zahlungsmittel | 17 | -103 |
| Änderung der täglich fälligen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten (ohne Bankgeschäft) | -20 | 3.592 |
| Finanzmittelbestand am Ende der Periode | 1.150.307 | 1.053.916 |
| Zusammensetzung des Finanzmittelbestands | ||
| Zahlungsmittel | 1.150.327 | 1.053.916 |
| Täglich fällige Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten (ohne Bankgeschäft) | -20 | - |
| Finanzmittelbestand am Ende der Periode | 1.150.307 | 1.053.916 |
Erläuterungen zur Kapitalflussrechnung sind in Anhangangabe 35 dargestellt. 113 MLP Geschäftsbericht 2024
| Konzerneigenkapitalveränderungsrechnung für den Zeitraum vom 1. Januar bis 31. Dezember 2024 | |||||||||
| Alle Angaben in T€ | Gezeich- netes Kapital | Kapital- rücklage | Gewinne/Verluste aus der Veränderung des beizulegenden Zeitwerts finanzieller Vermögenswerte | Neubewertungs- gewinne/-verluste in Bezug auf leistungsorientierte Versorgungszusagen nach Steuern | Währungs- änderungen | Gewinn- rücklagen | Summe Eigen- kapital | Nicht beherrschende Anteile | Summe Eigen- kapital |
| Stand 1.1.2024 | 109.333 | 149.623 | 638 | -7.381 | 373 | 285.946 | 538.531 | -6.326 | 532.205 |
| Erwerb eigener Anteile | -36 | - | - | - | - | -153 | -188 | - | -188 |
| Aktienbasierte Vergütung | - | -1.037 | - | - | - | - | -1.037 | - | -1.037 |
| Dividende | - | - | - | - | - | -32.789 | -32.789 | -164 | -32.953 |
| Änderung nicht beherrschende Anteile | - | - | - | - | - | -5.938 | -5.938 | 5.769 | -169 |
| Transaktionen mit Gesellschaftern | -36 | -1.037 | - | - | - | -38.880 | -39.953 | 5.605 | -34.348 |
| Konzernergebnis | - | - | - | - | - | 69.265 | 69.265 | 13 | 69.278 |
| Sonstiges Ergebnis | - | - | 1.411 | 953 | -16 | - | 2.348 | - | 2.348 |
| Gesamtergebnis | - | - | 1.411 | 953 | -16 | 69.265 | 71.613 | 13 | 71.626 |
| Änderungen Konsolidierungskreis | - | - | - | - | - | 268 | 268 | 552 | 819 |
| Stand 31.12.2024 | 109.298 | 148.585 | 2.049 | -6.428 | 358 | 316.598 | 570.459 | -156 | 570.302 |
Erläuterungen zum Eigenkapital sind in Anhangangabe 31 dargestellt. KONZERN-EIGENKAPITALVERÄNDERUNGSRECHNUNG 114 MLP Geschäftsbericht 2024
| Konzerneigenkapitalveränderungsrechnung für den Zeitraum vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023 | |||||||||
| Alle Angaben in T€ | Gezeich- netes Kapital | Kapital- rücklage | Gewinne/Verluste aus der Veränderung des beizulegenden Zeitwerts finanzieller Vermögenswerte | Neubewertungs- gewinne/-verluste in Bezug auf leistungsorientierte Versorgungszusagen nach Steuern | Währungs- änderungen | Gewinn- rücklagen | Summe Eigen- kapital | Nicht beherrschende Anteile | Summe Eigen- kapital |
| Stand 1.1.2023 | 109.288 | 150.052 | 16 | -3.642 | 230 | 271.435 | 527.379 | -1.855 | 525.524 |
| Erwerb eigener Anteile | 45 | - | - | - | - | 116 | 161 | - | 161 |
| Aktienbasierte Vergütung | - | -430 | - | - | - | - | -430 | - | -430 |
| Dividende | - | - | - | - | - | -32.800 | -32.800 | - | -32.800 |
| Änderung nicht beherrschende Anteile | - | - | - | - | - | -1.387 | -1.387 | 1.387 | - |
| Transaktionen mit Gesellschaftern | 45 | -430 | - | - | - | -34.071 | -34.455 | 1.387 | -33.069 |
| Konzernergebnis | - | - | - | - | - | 48.582 | 48.582 | -4.459 | 44.123 |
| Sonstiges Ergebnis | - | - | 623 | -3.739 | 143 | - | -2.974 | - | -2.974 |
| Gesamtergebnis | - | - | 623 | -3.739 | 143 | 48.582 | 45.608 | -4.459 | 41.149 |
| Änderungen Konsolidierungskreis | - | - | - | - | - | - | - | -1.399 | -1.399 |
| Stand 31.12.2023 | 109.333 | 149.623 | 638 | -7.381 | 373 | 285.946 | 538.531 | -6.326 | 532.205 |
115 MLP Geschäftsbericht 2024 1.Informationen zum Unternehmen Der Konzernabschluss wurde von der MLP SE , Wiesloch , Deutschland , dem Mutterunternehmen des MLP Konzerns, aufgestellt. Die MLP SE ist im Handelsregister des Amtsgerichts Mannheim unter der Nummer HRB 728672 mit der Adresse Alte Heerstraße 40, 69168 Wiesloch , Deutschland , eingetragen. Seit der Gründung im Jahr 1971 ist MLP als Makler und Berater für Akademiker und andere anspruchs- volle Kunden in den Geschäftsfeldern Altersvorsorge einschließlich betrieblicher Altersvorsorge, Gesundheitsvorsorge, Sachversicherung, Finanzierung, Vermögensmanagement, Entwicklung und Verwaltung von Immobilien und Bankdienstleistungen tätig. 2.Grundlagen der Erstellung des Abschlusses Der Konzernabschluss der MLP SE ist nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) des International Accounting Standard Board (IASB), wie sie in der Europäischen Union (EU) anzuwenden sind, unter Berücksichtigung der Interpretationen des International Financial Reporting Interpretations Committee (IFRIC) erstellt. Ergänzend sind die nach § 315e Abs. 1 HGB zu beachtenden handelsrechtlichen Vorschriften berücksichtigt worden. Das Geschäftsjahr entspricht dem Kalenderjahr. MLP stellt die Bilanz nach Liquiditätsnähe absteigend auf, da diese Darstellung Informationen bietet, die gegenüber der Darstellung nach Fristigkeit relevanter sind. Der Konzernabschluss wird unter der Prämisse der Unternehmensfortführung aufgestellt. Die Gewinn- und Verlustrechnung wird nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt. Der Konzernabschluss wird in Euro (€), der funktionalen Währung des Mutterunternehmens, aufgestellt. Sofern keine andere Angabe erfolgt, sind Betragsangaben auf Tausend Euro (T€) gerundet. Sowohl Einzel- als auch Summenwerte stellen den Wert mit der kleinsten Rundungsdifferenz dar. Bei Additionen der dargestellten Einzelwerte können deshalb Differenzen zu den ausgewiesenen Summen auftreten. Der im folgenden Berichtsteil genutzte Begriff „Geschäftsstellenleiter“ umfasst die Geschäftsstellenleiter und Geschäftsstellenleiterinnen der MLP Finanzberatung SE und die Vertriebsbeauftragten der MLP Banking AG. Unter dem Begriff „MLP Berater“ fassen wir sämtliche Berater und Beraterinnen des MLP Konzerns zusammen. Unter dem Begriff „Mitarbeiter“ fassen wir sämtliche Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen zusammen. ANHANG ZUM KONZERNABSCHLUSS 116 MLP Geschäftsbericht 2024 3.Anpassung der Rechnungslegungsmethoden Die angewendeten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden entsprechen mit folgenden Ausnahmen den im Vorjahr angewandten Methoden. Im Geschäftsjahr 2024 sind für MLP erstmals die folgenden neuen bzw. geänderten Rechnungslegungs-vorschriften des IFRS-Regelwerks anzuwenden: •Änderungen an IAS 1 Angabepflichten zu den Rechnungslegungsgrundsätzen •Änderungen an IAS 7 Änderung in Bezug auf Lieferantenfinanzierungsvereinbarungen •Änderungen an IFRS 16 Leasingverbindlichkeiten im Zusammenhang mit Sale and Leaseback Geschäften Aus den geänderten Standards ergeben sich keine bzw. keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss der MLP SE. Die folgenden neuen oder überarbeiteten Standards und Interpretationen waren für das am 1. Januar 2024 beginnende Geschäftsjahr noch nicht verpflichtend anzuwenden:
| Änderungen an IAS 21 1 | Klarstellung der Bilanzierung bei einem Mangel an Umtauschbarkeit |
| Änderungen an IFRS 7 und IFRS 9 2,4 | Änderungen der Klassifizierung und Bewertung von Finanzinstrumenten |
| Jährliche Verbesserungen an den IFRS Rechnungslegungsstandards — Band 11 2,4 | Verbesserungen an den Standards IFRS 1, IFRS 7, IFRS 9, IFRS 10, IAS 7 |
| IFRS 18 Darstellung und Angaben im Abschluss3,4 | Ersetzt IAS 1 Darstellung des Abschlusses. Die Zielsetzung von IFRS 18 besteht darin, Anforderungen an die Darstellung und die Offenlegung von Informationen in Abschlüssen für allgemeine Zwecke (kurz: Abschlüsse) festzulegen, um sicherzustellen, dass diese relevante Informationen liefern, die die Vermögenswerte, Schulden, das Eigenkapital, die Erträge und Aufwendungen eines Unternehmens getreu darstellen (vgl. IFRS 18.1). IFRS 18 hat insbesondere Auswirkungen auf die Aggregation bzw. Disaggregation von Informationen in den primären Abschlussbestandteilen und im zugehörigen Anhang. Darüber hinaus enthält IFRS 18 umfassende Regelungen zur Gewinn- und Verlustrechnung eines Unternehmens (u.a. Gliederung der Gewinn- und Verlustrechnung in Kategorien, Ausweis von Beträgen in der Gewinn- und Verlustrechnung abhängig davon, ob es sich um Hauptgeschäftstätigkeiten handelt, verpflichtende Darstellung bestimmter Zwischensummen in der Gewinn- und Verlustrechnung, Einführung eines gesonderten Abschnitts im Anhang zur Erläuterung sog. Management Defined Performance Measures (MPM – von der Unternehmensleitung definierte Erfolgskennzahlen). |
| IFRS 19 Tochterunternehmen ohne öffentliche Rechenschaftspflicht: Angaben3,4 | Einführung von Erleichterungen bei den Angabepflichten für Tochterunternehmen, die keiner eigenen öffentlichen Rechenschaftspflicht unterliegen und deren Mutterunternehmen IFRS für ihren offen gelegten Konzernabschluss anwenden. |
| 1 Anzuwenden für Geschäftsjahre, die am oder ab dem 1. Januar 2025 beginnen. 2 Anzuwenden für Geschäftsjahre, die am oder ab dem 1. Januar 2026 beginnen. 3 Anzuwenden für Geschäftsjahre, die am oder ab dem 1. Januar 2027 beginnen. 4 Ein EU-Endorsement steht noch aus. |
MLP hat Standards und Interpretationen, die bereits herausgegeben wurden, jedoch noch nicht in Kraft getreten sind, nicht vorzeitig angewendet. Der Konzern wird die neuen bzw. geänderten Standards und Interpretationen spätestens dann anwenden, wenn diese nach Übernahme durch die EU verpflichtend anzuwenden sind. Aus den geänderten Standards werden sich mit Ausnahme von IFRS 18 voraussichtlich keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss der MLP SE ergeben. MLP ist derzeit dabei, die Auswirkungen von IFRS 18 auf den Konzernabschluss zu analysieren. 117 MLP Geschäftsbericht 2024 4.Unternehmenserwerbe und Gründungen Im Geschäftsjahr 2024 hat MLP weder Unternehmenserwerbe getätigt noch Gesellschaften gegründet. 118 MLP Geschäftsbericht 2024 5.Konsolidierungskreis sowie Anteile an assoziierten Unternehmen und Angaben zu nicht konsolidierten strukturierten Unternehmen In den Konzernabschluss werden die MLP SE und alle wesentlichen Tochterunternehmen, über die sie Beherrschung ausübt, einbezogen. In den Konzernabschluss einbezogene Gemeinschaftsunternehmen und assoziierte Unternehmen werden nach der Equity-Methode bewertet. Änderungen im und innerhalb des Konsolidierungskreises: Die MLP Finanzberatung SE hat mit Geschäftsanteilskauf- und Abtretungsvertrag von 29. November 2023 und Wirkung zum 1. Januar 2024 ihre Anteile an der Uniwunder GmbH, Dresden, von 39,7 % auf 81,1 % erhöht. Die Gesellschaft wurde im Geschäftsjahr 2024 erstmalig in den Konzernabschluss einbezogen. Der Kaufpreis ist in drei Kaufpreisraten im Zeitraum von Januar 2024 bis November 2027 zu zahlen. Durch die erstmalige Konsolidierung wurde folgendes Reinvermögen in den Konzernabschluss übernommen: 249 T€ immaterielle Vermögenswerte, 47 T€ Sachanlagen, 113 T€ Steuererstattungsansprüche, 446 T€ sonstige Forderungen und andere Vermögenswerte, 1.775 T€ Zahlungsmittel, 15 T€ passive latente Steuern und 568 T€ andere Verbindlichkeiten. Aus der erstmaligen Konsolidierung hat sich ein Geschäfts- oder Firmenwert in Höhe von 2.104 T€ ergeben. Für die im Geschäftsjahr gezahlte Kaufpreisrate verweisen wir auf die Konzernkapitalflussrechnung, für die noch nicht abgeflossenen Kaufpreisraten auf die Anhangsangabe 34. Der Vorstand der DI Deutschland.Immobilien AG hat dem Aufsichtsrat der Gesellschaft in dessen Sitzung am 11. März 2024 ein Sanierungskonzept vorgestellt. Der Aufsichtsrat hat der Einleitung eines Restrukturierungsverfahrens auf Basis des vorgestellten Sanierungskonzepts mit Beschluss vom gleichen Tag zugestimmt. In diesem Zusammenhang wurde die DI Deutschland.Immobilien AG von der MLP Finanzberatung SE mit zur nachhaltigen Sanierung erforderlichen Mitteln in Form von Bar- und Sacheinlagen in die Kapitalrücklage ausgestattet. Im Zuge des Restrukturierungsverfahrens sind die restlichen Anteile der DI Deutschland.Immobilien AG an die MLP Finanzberatung SE übergegangen. Die Anteilserhöhung hat Auswirkungen auf das den nicht beherrschenden Anteilen zustehende Konzernergebnis und -eigenkapital. Wir verweisen auf weitere Angaben in Anhangangabe 31. Mit rechtlicher Wirkung zum 30. April 2024 hat die FERI AG mit der FERI Management AG, beide mit Sitz in Bad Homburg v. d. Höhe, einen Verschmelzungsvertrag abgeschlossen. Die Eintragung der Verschmelzung der FERI Management AG auf die FERI AG in das Handelsregister der aufnehmenden Gesellschaft erfolgte am 30. April 2024. In diesem Zusammenhang ist der bisherige Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag zwischen der MLP SE, Wiesloch, und der FERI Management AG erloschen. Die MLP SE hat am 30. April 2024 einen neuen Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag mit der FERI AG abgeschlossen. Die Eintragung in das Handelsregister erfolgte am 22. Juli 2024. Im Geschäftsjahr 2024 wurden insgesamt drei Kapitalerhöhungen bei der FERI AG und eine Kapitalerhöhung bei der FERI (Luxembourg) S.A. durchgeführt. Hintergrund waren jeweils aufsichtsrechtliche Anforderungen an die Eigenmittelausstattung der Gesellschaften. Mit rechtlicher Wirkung zum 3. Mai 2024 wurde die Jahn & Sengstack GmbH, Hamburg, auf die RVM Versicherungsmakler GmbH, Eningen unter Achalm, verschmolzen. Die Eintragung in das Handelsregister bei der aufnehmenden Gesellschaft erfolgte am 3. Mai 2024. Die Projekte Deutschland.Immobilien GmbH, Hannover, hat im Geschäftsjahr 2024 jeweils 89,9% ihrer Anteile an der Zehnte Projekte 2 Deutschland.Immobilien GmbH und an der Sechste Projekte Deutschland.Immobilien GmbH, beide mit Sitz in Hannover, veräußert. Mit dem Erwerber wurden neben den Geschäftsanteilsabtretungs- und Kaufverträgen weitere Vereinbarungen, insbesondere 119 MLP Geschäftsbericht 2024 Vertriebsvereinbarungen, geschlossen. Aufgrund des Verlusts der Beherrschung (control) wurden die Gesellschaften entkonsolidiert. Des Weiteren wurden für die Seniorenzentrum Albstadt GmbH und die Seniorenwohnpark Ehingen GmbH, beide mit Sitz in Bocholt, Nachträge zu den im Geschäftsjahr 2021 geschlossenen Geschäftsanteilsabtretungs- und Kaufverträgen geschlossen sowie weitere Vereinbarungen neu gefasst. MLP hat auch hier kraft der mit dem Erwerber im Geschäftsjahr 2024 neu getroffenen Vereinbarungen die Beherrschung (control) über diese beiden Projektgesellschaften verloren. Die Gesellschaften wurden ebenfalls entkonsolidiert. Zum jeweiligen Abgangsergebnis verweisen wir auf die Anhangsangaben 10 und 18. Die Gesellschafterversammlungen der RVM Versicherungsmakler GmbH und der Dr. Schmitt GmbH Würzburg haben jeweils am 11. März 2024 der Inanspruchnahme der Befreiungsmöglichkeit nach § 264 Abs. 3 HGB bzgl. der Offenlegung des Jahresabschlusses der jeweiligen Gesellschaft zum 31. Dezember 2024 zugestimmt. Die Gesellschaften sind beide in den Konzernabschluss 2024 der MLP SE mit Sitz in Wiesloch einbezogen. Die Hauptversammlung der DOMCURA Aktiengesellschaft hat am 15. März 2024 einer Befreiung nach § 264 Abs. 3 HGB von der Anwendung des § 289 HGB (Erstellung Lagebericht) für das Geschäftsjahr 2024 zugestimmt. Die Gesellschaft ist in den Konzernabschluss 2024 der MLP SE mit Sitz in Wiesloch einbezogen. Der Konzernabschluss wird innerhalb der gesetzlichen Fristen der das Unternehmensregister führenden Stelle elektronisch zur Einstellung in das Unternehmensregister übermittelt. Zwischen der Gesellschaft und der MLP SE besteht ein Organschaftsverhältnis, welches die MLP SE zur Verlust- und Haftungsübernahme und die DOMCURA Aktiengesellschaft zur Gewinnabführung nach § 302 AktG verpflichtet. Änderungen außerhalb des Konsolidierungskreises: Die Projekte Deutschland.Immobilien GmbH, Hannover, hat am 24. Juni 2024 100 % der Anteile an der Steintor 71. V V GmbH mit Sitz in Bonn erworben. Mit Eintragung im Handelsregister am 5. Juli 2024 wurde die Gesellschaft umfirmiert in Projekte Deutschland.Immobilien Chemnitz GmbH und der Sitz nach Hannover verlegt. Mit rechtlicher Wirkung zum 10. Oktober 2024 hat die Projekte Deutschland.Immobilien GmbH 49,0 % ihrer Anteile an der Gesellschaft veräußert. Der Sitz der Gesellschaft wurde schließlich nach Mainz verlegt. Mit vertraglicher Wirkung zum 9. Juli 2024 hat die RVM Versicherungsmakler GmbH, Eningen unter Achalm, sämtliche Anteile an der Allkuranz Versicherungsmakler GmbH & Co. KG, Münster, veräußert. Des Weiteren wurde mit rechtlicher Wirkung zum 24. Juli 2024 die Erich Schulz GmbH, Hamburg, auf die Hans L. Grauerholz GmbH, Hamburg, verschmolzen. Die MLP Finanzberatung SE, Wiesloch, hat mit vertraglicher Wirkung zum 10. Oktober 2024 ihre Anteile an der pxtra GmbH, Rostock, in Folge einer Kapitalerhöhung von 78,50 % auf 95,76 % erhöht. Diese wurde am 7. November 2024 in das Handelsregister der Gesellschaft eingetragen. Wir verweisen auf die Anhangsangabe 27. Die DOMCURA AG, Kiel, hat mit vertraglicher Wirkung zum 25. November 2024 rückwirkend ab 1. Januar 2024 eine Anteilserhöhung an der asspario Versicherungsdienst GmbH, Bad Kreuznach, von 51 % auf 100 % vorgenommen. Die Eintragung in das Handelsregister erfolgte am 27. Dezember 2024. In den Konzernabschluss zum 31. Dezember 2024 wurden neben der MLP SE als Mutterunternehmen 33 (Vorjahr: 38) vollkonsolidierte Tochterunternehmen, davon unverändert zum Vorjahr 2 ausländische vollkonsolidierte Tochterunternehmen und 2 nach der Equity-Methode bewertete Unternehmen einbezogen. 120 MLP Geschäftsbericht 2024 Aufstellung des Anteilsbesitzes gem. § 313 HGB zum Konzernabschluss
| Stand 31. Dezember 2024 | Sitz | Anteil am Kapital in % |
| Vollkonsolidierte Tochterunternehmen | ||
| MLP Finanzberatung SE (100% gehalten von der MLP SE) | Wiesloch | 100,00% |
| MLPdialog GmbH (100,0% gehalten von der MLP Finanzberatung SE) | Wiesloch | 100,00% |
| ZSH GmbH Finanzdienstleistungen (100,0% gehalten von der MLP Finanzberatung SE) | Heidelberg | 100,00% |
| MLP Startup GmbH (100,0% gehalten von der MLP Finanzberatung SE) | Wiesloch | 100,00% |
| Uniwunder GmbH (81,1% gehalten von der MLP Finanzberatung SE) | Dresden | 81,10% |
| DI Deutschland.Immobilien AG (100,0% gehalten von der MLP Finanzberatung SE) | Hannover | 100,00% |
| IT Deutschland.Immobilien GmbH (100,0% gehalten von der DI Deutschland.Immobilien AG) | Hannover | 100,00% |
| Vertrieb Deutschland.Immobilien GmbH (100,0% gehalten von der DI Deutschland.Immobilien AG) | Hannover | 100,00% |
| Projekte Deutschland.Immobilien GmbH (100,0% gehalten von der DI Deutschland.Immobilien AG) | Hannover | 100,00% |
| 22. Projekte Deutschland.Immobilien GmbH (100,0% gehalten von der Projekte Deutschland.Immobilien GmbH) | Hannover | 100,00% |
| 32. Projekte Deutschland.Immobilien GmbH (100,0% gehalten von der Projekte Deutschland.Immobilien GmbH) | Hannover | 100,00% |
| 33. Projekte Deutschland.Immobilien GmbH (80,0% gehalten von der Projekte Deutschland.Immobilien GmbH) | Hannover | 80,00% |
| 41. Projekte Deutschland.Immobilien GmbH (100,0% gehalten von der Projekte Deutschland.Immobilien GmbH) | Hannover | 100,00% |
| 53. Projekte Deutschland.Immobilien GmbH (100,0% gehalten von der Projekte Deutschland.Immobilien GmbH) | Hannover | 100,00% |
| 54. Projekte Deutschland.Immobilien GmbH (80,0% gehalten von der Projekte Deutschland.Immobilien GmbH) | Hannover | 80,00% |
| 62. Projekte Deutschland.Immobilien GmbH (100,0% gehalten von der Projekte Deutschland.Immobilien GmbH) | Hannover | 100,00% |
| Neunte Projekte 2 Deutschland.Immobilien GmbH (100,0% gehalten von der Projekte Deutschland.Immobilien GmbH) | Hannover | 100,00% |
| Pflegeprojekt Haus Netzschkau GmbH (100,0% gehalten von der Projekte Deutschland.Immobilien GmbH) | Hannover | 100,00% |
| Projekte Deutschland.Immobilien Bad Münder GmbH (100,0% gehalten von der Projekte Deutschland.Immobilien GmbH) | Hannover | 100,00% |
| Projekte Deutschland.Immobilien Göggingen GmbH (100,0% gehalten von der Projekte Deutschland.Immobilien GmbH) | Hannover | 100,00% |
| Projekte Deutschland.Immobilien Stetten GmbH (100,0% gehalten von der Projekte Deutschland.Immobilien GmbH) | Hannover | 100,00% |
| Projekte Deutschland.Immobilien Waldmössingen GmbH & Co. KG (100,0% gehalten von der Projekte Deutschland.Immobilien GmbH) | Hannover | 100,00% |
| Zwölfte Projekte 2 Deutschland.Immobilien GmbH (100,0% gehalten von der Projekte Deutschland.Immobilien GmbH) | Hannover | 100,00% |
| DOMCURA Aktiengesellschaft (100% gehalten von der MLP SE) | Kiel | 100,00% |
121 MLP Geschäftsbericht 2024
| Nordvers GmbH (100,0% gehalten von der DOMCURA Aktiengesellschaft) | Kiel | 100,00% |
| FERI AG (100% gehalten von der MLP SE) | Bad Homburg v.d. Höhe | 100,00% |
| FERI (Schweiz) AG (100,0% gehalten von der FERI AG) | Zürich | 100,00% |
| FERI (Luxembourg) S.A. (100,0% gehalten von der FERI AG) | Luxemburg | 100,00% |
| RVM GmbH (100% gehalten von der MLP SE) | Wiesloch | 100,00% |
| Dr. Schmitt GmbH Würzburg (100,0% gehalten von der RVM GmbH) | Würzburg | 100,00% |
| RVM Versicherungsmakler GmbH (100,0% gehalten von der RVM GmbH) | Eningen unter Achalm | 100,00% |
| RISConsult GmbH (100,0% gehalten von der RVM Versicherungsmakler GmbH) | Eningen unter Achalm | 100,00% |
| MLP Banking AG (100% gehalten von der MLP SE) | Wiesloch | 100,00% |
| --- | --- | --- |
| At-equity einbezogene Gemeinschaftsunternehmen und assoziierte Unternehmen | Sitz | Anteil am Kapital in % |
| MLP Hyp GmbH (49,8% gehalten von der MLP Finanzberatung SE)5 | Wiesloch | 49,80% |
| Projekte 2 Deutschland.Immobilien GmbH (50,0% gehalten von der DI Deutschland.Immobilien AG)5 | Hannover | 50,00% |
| Wegen geringer Bedeutung nicht konsolidierte Tochterunternehmen & nicht at equity einbezogene Gemeinschaftsunternehmen und assoziierte Unternehmen | ||
| DIFA Research GmbH i.L. (49,0% gehalten von der MLP Finanzberatung SE)5 | Berlin | 49,00% |
| pxtra GmbH (95,8% gehalten von der MLP Finanzberatung SE)2 | Rostock | 95,76% |
| amaravia GmbH (20,0% gehalten von der DI Deutschland.Immobilien AG)3 | Überlingen | 20,00% |
| WD Immobilien Management GmbH (100,0% gehalten von der DI Deutschland.Immobilien AG)5 | Hannover | 100,00% |
| Convivo Wohnparks Deutschland Immobilien GmbH i.I. (50,0% gehalten von der DI Deutschland.Immobilien AG)4 | Hannover | 50,00% |
| Projekte 2 Deutschland.Immobilien Lauben GmbH i.I. (75,0% gehalten von der Projekte Deutschland.Immobilien GmbH)5 | Hannover | 75,00% |
| Projekte Deutschland.Immobilien Chemnitz GmbH (51,0% gehalten von der Projekte Deutschland.Immobilien GmbH)5 | Mainz | 51,00% |
| WiD Wohnungen in Deutschland GmbH & Co. KG (50,0% gehalten von der Projekte Deutschland.Immobilien GmbH)3 | Mainz | 50,00% |
| 30. Projekte Deutschland.Immobilien GmbH (50,0% gehalten von der Projekte Deutschland.Immobilien GmbH)3 | Hannover | 50,00% |
| Convivo Wohnparks Deutschland.Immobilien Wittmund GmbH & Co. KG i.I. (50,0% gehalten von der Projekte Deutschland.Immobilien GmbH)4 | Hannover | 50,00% |
122 MLP Geschäftsbericht 2024
| CP 135. Grundstücks GmbH & Co. KG i.I. (50,0% gehalten von der Projekte Deutschland.Immobilien GmbH)4 | Bremen | 50,00% | 154 | 148 |
| Grundstücksgesellschaft Berlin Methfesselstraße 29/31 GmbH & Co. KG (50,0% gehalten von der Projekte Deutschland.Immobilien GmbH)4 | Schöneiche bei Berlin | 50,00% | -23 | 416 |
| Patricius Wohnbaugesellschaft mbh (40,0% gehalten von der Projekte Deutschland.Immobilien GmbH)6 | Bocholt | 40,00% | 24 | -1 |
| Projekt Deutschland.Immobilien Tengen GmbH (50,0% gehalten von der Projekte Deutschland.Immobilien GmbH)4 | Hannover | 50,00% | -1.582 | -1.675 |
| Projekte Deutschland.Immobilien Bad Goegging GmbH (50,0% gehalten von der Projekte Deutschland.Immobilien GmbH)3 | Neustadt an der Donau | 50,00% | -5.606 | -1.800 |
| Achte Projekte 2 Deutschland.Immobilien GmbH (100,0% gehalten von der Projekte 2 Deutschland.Immobilien GmbH)3 | Hannover | 50,00% | 129 | -18 |
| Care Beteiligungs GmbH (50,0% gehalten von der Projekte 2 Deutschland.Immobilien GmbH)3 | Gießen | 25,00% | 74 | 7 |
| Seniorenresidenz „Dr.-Unruh-Str. Wismar“ Immobilien GmbH & Co. KG (41,0% gehalten von der Projekte 2 Deutschland.Immobilien GmbH)3 | Gießen | 20,50% | -3.281 | -320 |
| Seniorenresidenz Velten GmbH & Co. KG (41,0% gehalten von der Projekte 2 Deutschland.Immobilien GmbH)3 | Gießen | 20,50% | 1.304 | 4.199 |
| DIEASS GmbH (100,0% gehalten von der DOMCURA Aktiengesellschaft)1,5 | Kiel | 100,00% | 26 | -14 |
| asspario Versicherungsdienst GmbH (100,0% gehalten von der DOMCURA Aktiengesellschaft)5 | Bad Kreuznach | 100,00% | 277 | -125 |
| innoAS GmbH (50,0% gehalten von der DOMCURA Aktiengesellschaft)5 | Kiel | 50,00% | 384 | 129 |
| AIF Komplementär GmbH i.L. (25,0% gehalten von der FERI AG)2 | München | 25,00% | 22 | -4 |
| AIF Register-Treuhand GmbH i.L. (100,0% gehalten von der FERI AG)2 | Bad Homburg v.d. Höhe | 100,00% | 7 | -3 |
| FERI Private Equity GmbH & Co. KG (100,0% gehalten von der FERI AG)2 | München | 100,00% | 14 | -1 |
| FERI Private Equity Nr.2 GmbH & Co KG (100,0% gehalten von der FERI AG)2 | München | 100,00% | 1 | -0 |
| FPE Direct Coordination GmbH (100,0% gehalten von der FERI AG)2 | München | 100,00% | 101 | 2 |
| FPE MALIP GmbH & Co. Beteiligungs KG (100,0% gehalten von der FPE Direct Coordination GmbH)2 | München | 100,00% | 1 | -1 |
| FPE Private Equity Beteiligungs-Treuhand GmbH (100,0% gehalten von der FERI AG)2 | München | 100,00% | 356 | 65 |
| FPE Private Equity Koordinations GmbH (100,0% gehalten von der FERI AG)2 | München | 100,00% | 101 | 24 |
| Hans L. Grauerholz GmbH (100,0% gehalten von der RVM GmbH)1,3 | Hamburg | 100,00% | 796 | 119 |
| RVM Verwaltungs GmbH (100,0% gehalten von der RVM GmbH)2 | Eningen unter Achalm | 100,00% | 14 | -2 |
| Hartmann Versicherungsmakler GmbH (100,0% gehalten von der RVM Versicherungsmakler GmbH)2 | Mannheim | 100,00% | 673 | 197 |
| BIG Versicherungsmakler mbH (25,0% gehalten von der RVM Versicherungsmakler GmbH)2 | Tiefenbronn | 25,00% | 481 | 451 |
| Vetter Versicherungsmakler GmbH (25,0% gehalten von der RVM Versicherungsmakler GmbH)2 | Kressbronn am Bodensee | 25,00% | 250 | 191 |
| 1 Es besteht ein Ergebnisabführungsvertrag. Darstellung des Ergebnisses vor Ergebnisabführung. |
123 MLP Geschäftsbericht 2024
| 2 Eigenkapital und Ergebnis aus dem Jahresabschluss 2023 | ||||
| 3 Eigenkapital und Ergebnis aus dem Jahresabschluss 2022 | ||||
| 4 Eigenkapital und Ergebnis aus dem Jahresabschluss 2021 | ||||
| 5 vorläufiges Eigenkapital und Ergebnis aus dem Jahresabschluss 2024 | ||||
| 6 Eigenkapital und Ergebnis aus dem Jahresabschluss zum 31.03.2022 | ||||
| 7 Umrechungskurs zum Bilanzstichtag 1 € = 0,9395 CHF (Vorjahr: 1 € = 0,9300 CHF) |
Angaben zu nicht konsolidierten strukturierten Unternehmen Bei strukturierten Unternehmen handelt es sich um Unternehmen, bei denen nicht die Stimmrechte oder vergleichbare Rechte der dominierende Faktor bei der Festlegung der Beherrschung sind; zum Beispiel wenn die Stimmrechte sich lediglich auf die Verwaltungsaufgaben beziehen und die relevanten Tätigkeiten durch Vertragsvereinbarungen geregelt sind. Beispiele für strukturierte Unternehmen sind Verbriefungsgesellschaften, forderungsbesicherte Finanzierungen und Private Equity-Gesellschaften. Ebenso wie bei Tochterunternehmen ist die Konsolidierung von strukturierten Unternehmen erforderlich, wenn die MLP SE das Unternehmen beherrscht. Die nicht konsolidierten strukturierten Unternehmen des MLP Konzerns betreffen Private Equity- Gesellschaften. Die Angaben zu den nicht konsolidierten strukturierten Unternehmen werden aufgrund der ähnlichen Tätigkeiten der Unternehmen zusammengefasst. Die Tätigkeiten der Gesellschaften bestehen im Aufbau, Halten und Verwalten eines Portfolios von passiven Kapitalanlagen (Zielgesellschaften), insbesondere durch das Eingehen von Beteiligungen. Die Kapitalanlagen bestehen insbesondere aus Beteiligungen und werden regelmäßig durch Eigenkapital finanziert. Das Geschäftsmodell sieht die Nutzung von Renditechancen für die Eigenkapitalgeber durch Investitionen in Unternehmensbeteiligungen über eine Dachfondskonzeption vor. Unternehmerisches Ziel ist es, für die Eigenkapitalgeber Erträge einerseits über laufende Ausschüttungen profitabler Zielgesellschaften sowie andererseits über gewinnbringende Beteiligungsverkäufe gegen Ende der Gesellschaftsdauer zu erwirtschaften. Die Gesellschaften unterhalten in der Regel selbst keinen eigenen Geschäftsbetrieb und beschäftigen keine Mitarbeiter. Die Buchwerte der nicht konsolidierten strukturierten Unternehmen des MLP Konzerns betragen zum 31. Dezember 2024 5.272 T€ (Vorjahr: 3.824 T€), welche in den Beteiligungen innerhalb der Finanzanlagen ausgewiesen werden. Die Erträge aus den nicht konsolidierten strukturierten Unternehmen der MLP SE belaufen sich im Geschäftsjahr 2024 auf 65 T€ (Vorjahr: 1.516 T€). Die Bilanzsumme der 22 nicht konsolidierten strukturierten Unternehmen beläuft sich auf Basis der letzten vorliegenden Jahresabschlüsse in Summe auf 377.959 T€ (Vorjahr: 417.062 T€). Das maximale Verlustrisiko des MLP Konzerns aus nicht konsolidierten strukturierten Unternehmen entspricht der Summe ihrer Beteiligungsbuchwerte. 124 MLP Geschäftsbericht 2024 6.Wesentliche Ermessensentscheidungen, Schätzungen und Schätzungsänderungen Die Aufstellung der in den IFRS-Konzernabschluss einbezogenen Jahresabschlüsse erfordert teilweise Ermessensentscheidungen, Annahmen und Schätzungen, welche die betragsmäßige Höhe der ausgewiesenen Vermögenswerte und Schulden, die Angabe von Eventualschulden und -forderungen, die Erträge und Aufwendungen der Berichtsperiode sowie die sonstigen Angaben im Konzernabschluss beeinflussen. Die Schätzungen beinhalten komplexe und subjektive Bewertungen sowie die Verwendung von Annahmen, von denen einige Sachverhalte betreffen, die von Natur aus ungewiss sind und Veränderungen unterliegen können. Die tatsächlichen Werte können von den Schätzungen abweichen. Informationen über bedeutende Ermessensentscheidungen, Annahmen und Schätzunsicherheiten bei der Anwendung der Rechnungslegungsmethoden, die die im Konzernabschluss erfassten Beträge am wesentlichsten beeinflussen, sind in den nachstehenden Anhangangaben enthalten: • Anhangangabe 5 – Aggregationsgrundsätze strukturierter Unternehmen – Abgrenzung Konsolidierungskreis – Einbezug Zweckgesellschaften • Anhangangaben 7 und 9 – zeitraum- bzw. zeitpunktbezogene Realisierung von Umsatzerlösen sowie die Bestimmung der Höhe der Umsatzerlöse bei variablen Transaktionspreisen • Anhangangaben 7 und 23 – Bewertung immaterieller Vermögenswerte – Wertminderungstest (diskontierte Cashflow-Prognosen und verwendete wesentliche Annahmen) • Anhangangaben 7, 25, 26, 27, 29, 31, 32, und 38 – Klassifizierung und Bewertung von Finanzinstrumenten sowie Fair-Value Angaben – Wertminderungen von Forderungen • Anhangangaben 7, 32 und 37 – Rückstellungen, insbesondere Rückstellungen für Stornorisiken, und korrespondierende Erstattungsansprüche sowie Eventualforderungen und -verbindlichkeiten • Anhangangaben 7 und 32 – Bewertung von Pensions- und Jubiläumsrückstellungen 125 MLP Geschäftsbericht 2024 7.Rechnungslegungsmethoden Der Anwendungsbereich von IFRS 15 „Erlöse aus Verträgen mit Kunden“ erstreckt sich auf gegenseitige Verträge, bei denen sich die andere Vertragspartei als Kunde qualifiziert, mithin einen Vertrag mit MLP über den Erhalt von Dienstleistungen oder Immobilien aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit („ordinary activities") gegen Gegenleistung abschließt. Die Identifizierung eines Kunden ist bei den Geschäftsvorfällen von MLP regelmäßig problemlos möglich. IFRS 15 normiert die folgenden kumulativen Anforderungen an Verträge mit Kunden: •Die Vertragsparteien haben dem Vertrag zugestimmt und sind zur Erfüllung der gegenseitigen Leistungen verpflichtet. •Identifizierbarkeit der Rechte einer jeden Partei sowie der Zahlungsbedingungen hinsichtlich der zu liefernden Güter bzw. der zu erbringenden Dienstleistungen ist gegeben. •Der Vertrag hat wirtschaftlichen Gehalt („commercial substance“; im Sinne einer erwarteten Auswirkung auf die künftigen Geldflüsse des Unternehmens). •Der Eingang des Entgelts beim Unternehmen ist wahrscheinlich. • Die Umsatzerfassung ist gem. IFRS 15 an die Erfüllung eigenständiger Leistungsverpflichtungen gebunden, wonach die Dienstleistungen an den Kunden übertragen werden, wenn dieser die Kontrolle („control“) über die jeweiligen Vermögenswerte erlangt. MLP erfasst Umsatzerlöse entsprechend erst dann, wenn der Kunde „die Verfügungsmacht“ erlangt. IFRS 15 sieht je nach dem Muster des Übergangs der Beherrschung auf den Kunden entweder eine zeitpunktbezogene oder eine zeitraumbezogene Erlösrealisation vor. Erlöse aus reinen Vermittlungs-leistungen (insbesondere Abschlussprovisionen und Dynamikprovisionen) erfasst MLP zeitpunkt-bezogen. Eine zeitraumbezogene Erlösrealisation erfolgt insbesondere bei nachhaltigen Dienstleistungen (z. B. Bestandspflege, Fondsverwaltung). Erlöse erfasst MLP in diesen Fällen in Höhe der festen und leistungsbezogenen Vergütungen für die in der Periode gegenüber dem Kunden erbrachten Leistungen. Im Bereich der Altersvorsorge, Sach- und Krankenversicherung werden Provisionserlöse aus der Vermittlung von Versicherungsprodukten realisiert. Die Abschlussprovisionen werden zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses erfasst. Ratierlich gezahlte Provisionserlöse aus fondsgebundenen Altersvorsorgeprodukten werden unter Berücksichtigung einer wahrscheinlichen Erfüllungsquote zeitpunktbezogen realisiert. Für Vertragsanpassungen, die einen erweiterten Versicherungsschutz begründen, erhält MLP Dynamikprovisionen. Diese werden, analog zu den Provisionen aus der Vermittlung des Grundvertrags, mit Wirksamwerden der Dynamikerhöhung erfasst. MLP erhält im Bereich Altersvorsorge und Krankenversicherung Provisionen aus der Bestandspflege von Verträgen für eine kontinuierliche Betreuung des Versicherungsnehmers. Die Leistung wird über einen Zeitraum erbracht, was dazu führt, dass Umsatzerlöse über die Zeit zu realisieren sind. Aufgrund der Verpflichtung, bei vorzeitigem Wegfall von vermittelten Versicherungsverträgen, Teile der erhaltenen Provision zurückzugewähren, ist der Provisionsanspruch der Höhe nach mit Unsicherheiten behaftet. Nach IFRS 15 liegt ein variabler Transaktionspreis vor. Die Höhe des Transaktionspreises schätzt MLP anhand statistischer Erfahrungswerte für das Kündigungs- und Todesfallrisiko. Erlöse werden in einem Umfang erfasst, der signifikante Stornierungen in einer künftigen Periode als hoch unwahrscheinlich erscheinen lässt. Soweit die Versicherer Vermittlungsprovisionen unter Storno-vorbehalt vorschüssig leisten, bildet MLP auf Basis statistischer Erfahrungswerte Rückstellungen für Stornorisiken und aktiviert damit einhergehende Erstattungsansprüche gegenüber MLP Beratern und Geschäftsstellenleitern. Die Veränderung der Rückstellung wird in den Umsatzerlösen, die Veränderung 126 MLP Geschäftsbericht 2024 des mit ihr verbundenen Erstattungsanspruchs in den Aufwendungen für bezogene Leistungen aus dem Provisionsgeschäft erfasst. Die vertraglichen Vermögenswerte werden ebenso wie die mit ihnen in Verbindung stehenden Verbindlichkeiten gegenüber MLP Beratern und Geschäftsstellenleitern zum Nominalbetrag der noch zu erwartenden Provisionen angesetzt. Umsatzerlöse aus Vermögensmanagement enthalten zeitpunkt- und zeitraumbezogene Erlöse. Zeitpunktbezogene Erlöse sind Ausgabeaufschläge/Agien, Depotgebühren, Kontoführungsgebühren, Gebühren für die Fondsvermittlung sowie Vermittlungsprovisionen aus Vermögens-verwaltungsmandaten. Eine zeitraumbezogene Erlösrealisierung erfolgt insbesondere für Leistungen im Fondsmanagement, der Fondsverwaltung, aus Research-Dienstleistungen und in der Anlageberatung. In diesen Tätigkeitsfeldern erzielt MLP neben fixen Vergütungen auch variable Gegenleistungen, deren Höhe sich nach der im Abrechnungszeitraum erreichten Performance (performance-abhängige Vergütungen) richtet. Das vereinbarte Zahlungsziel liegt durchschnittlich bei 30 Tagen. Provisionserlöse aus der Vermittlung von Krediten (Kreditvermittlungsprovisionen) gehören zu den Umsatzerlösen aus Finanzierung. Für die Vermittlung von Krediten erhaltene Vermittlungsprovisionen realisiert MLP mit Abschluss des jeweiligen Kreditvertrags. Gleiches gilt bei der Immobilienvermittlung: Hier erfolgt die Erlösrealisation mit Unterzeichnung des notariell beurkundeten Kaufvertrags. Beim Verkauf von Bestandsimmobilien wird der Umsatz zu dem Zeitpunkt realisiert, zu dem die Immobilie an den Käufer übergeben wird. Im Falle von Immobilienentwicklung werden die Umsatzerlöse auf der Basis des Fertigstellungsgrads und dem erwarteten Umsatz im Zeitablauf realisiert. Diese zeitraumbezogene Umsatzrealisierung ist nach IFRS 15 immer dann vorzunehmen, wenn ein Vertrag mit dem Kunden vorliegt, durch die Leistung von MLP ein Vermögenswert erstellt wird, der für MLP keine alternative Nutzungsmöglichkeit aufweist, und MLP einen Vergütungsanspruch samt Gewinnmarge auf die erbrachte Leistung hat, was bei der Immobilienentwicklung regelmäßig der Fall ist. Die Bestimmung des Leistungsfortschritts eines Immobilienprojekts erfolgt entsprechend dem Verhältnis der bereits angefallenen Kosten zu den geschätzten Gesamtauftragskosten (Cost-to-Cost-Methode). Diese Methode misst am zuverlässigsten die erbrachten Leistungen, denn die Ansprüche auf Zahlung des Kunden richten sich nach dem Fertigstellungsgrad des Bauprojekts. Soweit die kumulierte Leistung (Auftragskosten und ggf. Auftragsergebnis) die Anzahlungen im Einzelfall übersteigt, erfolgt der Ausweis der Fertigungsaufträge aktivisch unter den Vertragsvermögenswerten (contract assets). Der vertragliche Vermögenswert stellt den Anspruch des Konzerns auf Gegenleistung dar. Zahlungen erfolgen üblicherweise gemäß der MaBV (Makler – und Bauträgerverordnung) parallel zur Leistungserbringung auf Basis von regelmäßigen Abrechnungen. Verbleibt nach Abzug der Anzahlungen von dem ausgewiesenen vertraglichen Vermögenswert ein negativer Saldo, wird dieser als Verpflichtung aus Fertigungsaufträgen passivisch unter den Vertragsverbindlichkeiten (contract liabilities) ausgewiesen. Auf projektbezogener Ebene erfolgt die Darstellung saldiert. Die Vertragsanbahnungskosten bestimmen sich aus den in Rechnung gestellten Vermittlungs-provisionen der jeweiligen Einzelgesellschaft, soweit diese nicht im Rahmen der Konzern-rechnungslegung zu eliminieren waren. Die Vertragsanbahnungskosten werden aktivisch unter den contract assets ausgewiesen und über den Fertigstellungsgrad abgeschrieben. Übrige Beratungsvergütungen werden in dem Maße vereinnahmt, wie die Beratungsleistung erbracht worden ist. Sie werden insbesondere für Beratungen von Unternehmen zur Gestaltung der betrieblichen Altersversorgung, für Beratungen bei Praxisfinanzierung und Existenzgründung gewährt. Darüber hinaus werden Erlöse aus dem Zinsgeschäft realisiert. Zu den Erlösen aus dem Zinsgeschäft gehören auch Zinserträge aus der Anlage finanzieller Mittel der MLP Banking AG. Erlöse aus dem Zinsgeschäft vereinnahmt MLP während des Zeitraums der Kapitalüberlassung nach der Effektivzinsmethode als Ertrag. Provisionen, die Teil der Effektivverzinsung einer Forderung sind, gehen in die Erlöse aus dem Zinsgeschäft derjenigen Perioden ein, in denen sie wirtschaftlich verdient werden. Hierzu zählen Bereitstellungszinsen für die Zusage, einen Kredit auszureichen oder eine bestehende 127 MLP Geschäftsbericht 2024 Schuldposition zu übernehmen. Entgelte für sonstige laufende Bearbeitungs- und Abwicklungsleistungen (z. B. Vorfälligkeitsentschädigungen) realisiert die Gesellschaft nach Leistungserbringung. Zinserträge aus der Anlage von Geldern anderer Konzerngesellschaften sind Bestandteil des Finanzergebnisses und werden während des Zeitraums der Kapitalüberlassung nach der Effektiv-zinsmethode als Ertrag vereinnahmt, Dividenden mit der Entstehung des Rechtsanspruchs auf Zahlung. Fremdwährungsumrechnung Fremdwährungen werden zum Kassakurs am Tag der Transaktion in die entsprechende funktionale Währung der Konzernunternehmen umgerechnet. Der Konzern ist nahezu ausschließlich in Deutschland, Luxemburg und der Schweiz tätig. Die funktionale Währung der Schweiz ist der Schweizer Franken. Monetäre Vermögenswerte und Schulden, die am Abschlussstichtag auf eine Fremdwährung lauten, werden zum Stichtagskurs in die funktionale Währung umgerechnet. Nicht monetäre Vermögenswerte und Schulden, die mit dem beizulegenden Zeitwert in einer Fremdwährung bewertet werden, werden zu dem Kurs umgerechnet, der zum Zeitpunkt der Ermittlung des Zeitwertes gültig ist. Nicht monetäre Posten, die zu historischen Anschaffungs- oder Herstellungskosten in einer Fremdwährung bewertet werden, werden mit dem Wechselkurs am Tag der Transaktion umgerechnet. Währungsumrechnungs-differenzen werden grundsätzlich im Gewinn oder Verlust der Periode erfasst und innerhalb der sonstigen Aufwendungen und sonstigen Erträge ausgewiesen. Vermögenswerte und Schulden aus ausländischen Geschäftsbetrieben, einschließlich des Geschäfts- oder Firmenwertes und der Anpassungen an den beizulegenden Zeitwert, die beim Erwerb entstanden sind, werden mit dem Stichtagskurs am Abschlussstichtag in € umgerechnet. Die Erträge und Aufwendungen aus den ausländischen Geschäftsbetrieben werden mit dem Kurs zum Zeitpunkt des jeweiligen Geschäftsvorfalls umgerechnet. Dabei entstehende Währungsumrechnungsdifferenzen werden in den sonstigen Aufwendungen und sonstigen Erträgen erfasst und in der Währungs-umrechnungsrücklage im Eigenkapital ausgewiesen, soweit die Währungsumrechnungsdifferenz nicht den nicht beherrschenden Anteilen zugewiesen ist. Der für die Währungsumrechnung maßgebliche Stichtags- bzw. Durchschnittskurs des Schweizer Franken belief sich auf 0,9421 € zum 31.12.2024 und 0,9338 € für das Jahr 2024. Beizulegende Zeitwerte Eine Reihe von Rechnungslegungsmethoden und Angaben des Konzerns verlangen die Bestimmung von beizulegenden Zeitwerten. Bei der Bestimmung des beizulegenden Zeitwerts verwendet MLP soweit wie möglich am Markt beobachtbare Daten. Liegt zum Abschlussstichtag kein aktiver Markt vor, erfolgt die Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte mittels anerkannter Bewertungsmodelle. Basierend auf den in den Bewertungsmodellen verwendeten Inputfaktoren werden die beizulegenden Zeitwerte gemäß IFRS 13 in unterschiedliche Stufen in der Fair-Value-Hierarchie eingeordnet: 1.Beizulegende Zeitwerte der Hierarchiestufe 1 werden anhand von Kursen aktiver Märkte für das jeweilige Bewertungsobjekt ermittelt (notierte Marktpreise). 2.Die beizulegenden Zeitwerte der Hierarchiestufe 2 werden entweder anhand von Kursen aktiver Märkte für vergleichbare, aber nicht identische Bewertungsobjekte ermittelt oder anhand von Bewertungstechniken bestimmt, die überwiegend auf beobachtbaren Marktdaten basieren. 3.Bei Anwendung von Bewertungstechniken, in die ein wesentlicher nicht am Markt beobachtbarer Bewertungsparameter einfließt, erfolgt die Zuordnung der beizulegenden Zeitwerte zur Hierarchiestufe 3. • Wenn die zur Bestimmung des beizulegenden Zeitwerts verwendeten Inputfaktoren in unterschiedliche Stufen der Fair-Value-Hierarchie eingeordnet werden können, wird die Bewertung zum beizulegenden Zeitwert in ihrer Gesamtheit der Stufe der Fair Value-Hierarchie zugeordnet, die dem niedrigsten Inputfaktor entspricht, der für die Bewertung insgesamt wesentlich ist. 128 MLP Geschäftsbericht 2024 Der Konzern erfasst Umgruppierungen zwischen verschiedenen Stufen der Fair-Value-Hierarchie zum Ende der Berichtsperiode, in der die Änderung eingetreten ist. Weitere Informationen zu den Annahmen bei der Bestimmung der beizulegenden Zeitwerte sind in der Anhangangabe 38 enthalten. Immaterielle Vermögenswerte Immaterielle Vermögenswerte werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten abzüglich aller kumulierten planmäßigen Abschreibungen und aller kumulierten Wertminderungsaufwendungen angesetzt. MLP wendet die Neubewertungsmethode nicht an. Immaterielle Vermögenswerte mit bestimmter Nutzungsdauer erfordern Schätzungen hinsichtlich der Abschreibungsmethoden und -dauer. Dies betrifft bei MLP im Wesentlichen Kundenbeziehungen und Software. Die Festlegung der jeweiligen Nutzungsdauer beruht auf Erfahrungswerten. Aufgrund veränderter wirtschaftlicher Gesamtumstände kann die Abschreibungsdauer anzupassen sein, was sich signifikant auf die Höhe der Abschreibungen auswirken kann. Immaterielle Vermögenswerte mit bestimmter Nutzungsdauer werden über die wirtschaftliche Nutzungsdauer linear abgeschrieben. Sofern es Anhaltspunkte für eine Wertminderung gibt, erfolgt ein Werthaltigkeitstest. Selbstgeschaffene immaterielle Vermögenswerte werden bei Vorliegen der nach IAS 38 erforderlichen Bedingungen mit den Herstellungskosten aktiviert. Die Herstellungskosten umfassen alle dem Entwicklungsprozess direkt zurechenbaren Kosten sowie angemessene Teile der entwicklungsbezogenen Gemeinkosten. Geschäfts- oder Firmenwerte und übrige immaterielle Vermögenswerte mit unbestimmter/ unbestimmbarer Nutzungsdauer werden nicht planmäßig abgeschrieben. Die immateriellen Vermögenswerte mit unbestimmter/unbestimmbarer Nutzungsdauer werden einmal jährlich, oder wenn es Anhaltspunkte für eine Wertminderung gibt, einzeln oder auf Ebene einer zahlungsmittel-generierenden Einheit einem Werthaltigkeitstest unterzogen. Das betrifft bei MLP insbesondere die im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen erworbenen Marken. Unternehmenszusammenschlüsse erfordern Schätzungen hinsichtlich des beizulegenden Zeitwerts der erworbenen Vermögenswerte sowie der übernommenen Schulden und Eventualschulden. Sachanlagen werden in der Regel von unabhängigen Sachverständigen bewertet, während marktgängige Wertpapiere mit ihrem Börsenkurs angesetzt werden. Sind immaterielle Vermögenswerte zu bewerten, zieht MLP – je nach Art des Vermögenswerts und der Schwierigkeit der Wertermittlung – entweder einen unabhängigen externen Sachverständigen zurate oder berechnet den beizulegenden Zeitwert anhand einer geeigneten Bewertungsmethode. Abhängig von der Art des Vermögenswerts sowie der Verfügbarkeit der Informationen kommen unterschiedliche Bewertungstechniken (marktpreis-, kapitalwert- und kostenorientierte Verfahren) zur Anwendung. Zum Beispiel ist bei der Bewertung von Marken und Lizenzen regelmäßig die Methode der Lizenzpreisanalogie angemessen, die anhand eingesparter Lizenzgebühren den beizulegenden Zeitwert der für die vom Unternehmen erworbenen Marken und Lizenzen schätzt. Soweit zahlungsmittelgenerierende Einheiten umstrukturiert werden, erfolgt eine Reallokation der diesen Einheiten zugeordneten Geschäfts- oder Firmenwerte auf der Basis der relativen Ertragswerte. Marken werden auf Basis der nachhaltigen Umsätze beziehungsweise auf Basis der relativen Ertragswerte reallokiert. MLP testet Geschäfts- oder Firmenwerte aus Unternehmenszusammenschlüssen mindestens einmal jährlich auf Werthaltigkeit. Geschäfts- oder Firmenwerte werden für Zwecke des Werthaltigkeitstests zahlungsmittelgenerierenden Einheiten zugeordnet. Zur Beurteilung ihrer Werthaltigkeit ist der Buchwert der zahlungsmittelgenerierenden Einheit mit deren erzielbarem Betrag zu vergleichen. Der erzielbare Betrag ist der höhere Betrag aus dem Vergleich von beizulegendem Zeitwert abzüglich der Veräußerungskosten und dem Nutzungswert der zahlungsmittelgenerierenden Einheit. Dies erfordert eine Schätzung der Nutzungswerte der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten, denen der Geschäfts- oder Firmenwert zugeordnet ist. Dazu muss die Unternehmensleitung die voraussichtlichen künftigen Cashflows der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten schätzen. Die Berechnung des Barwerts der geschätzten künftigen Cashflows beruht auf Annahmen über Bestandsentwicklungen, zukünftige 129 MLP Geschäftsbericht 2024 Umsatzvolumina und Aufwendungen. Der Cashflow-Schätzung liegen Detailplanungszeiträume mit einem Planungshorizont von vier Jahren zugrunde. Darüber hinaus muss ein angemessener Abzinsungssatz gewählt werden, um den Barwert dieser Cashflows zu ermitteln. Zu weiteren Erläuterungen verweisen wir auf die Anhangangabe 23. Sachanlagen Das Sachanlagevermögen wird zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten, gegebenenfalls vermindert um lineare planmäßige Abschreibungen und um Wertminderungen, bewertet. MLP wendet die Neubewertungsmethode nicht an. Zu weiteren Erläuterungen verweisen wir auf Anhangangabe 16. Die aus dem Abgang von Vermögenswerten resultierenden Gewinne oder Verluste werden als Differenz zwischen den Nettoveräußerungserlösen und dem Buchwert ermittelt und in der Periode, in der der Posten ausgebucht wird, erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung als sonstige Erträge oder sonstige Aufwendungen erfasst. Instandhaltungen und kleinere Reparaturen, im Sinne von Erhaltungsaufwendungen, werden sofort erfolgswirksam erfasst. Wertminderungsprüfung Bei allen immateriellen Vermögenswerten mit unbestimmter und unbestimmbarer Nutzungsdauer, bei immateriellen Vermögenswerten, die noch nicht nutzungsbereit sind, sowie bei Geschäfts- oder Firmenwerten wird die Werthaltigkeit des Buchwertes am Ende jedes Geschäftsjahres überprüft. Die wesentlichen Annahmen, die bei der Berechnung des erzielbaren Betrags in Form des Nutzungswerts verwendet werden, sind Abzinsungssätze, Wachstumsraten des Endwerts und die Wachstumsrate des Ergebnisses vor Steuern. Der Abzinsungssatz basiert auf einem risikolosen Basiszinssatz zuzüglich einer unternehmensspezifischen Risikoprämie, die sich aus dem systematischen Marktrisiko (Betafaktor) sowie der aktuellen Marktrisikoprämie ableitet. In das diskontierte Cashflow-Modell sind zukünftige Cashflows aus einem Zeitraum von grundsätzlich vier Jahren eingegangen. Cashflows nach diesem Zeitraum werden unter Nutzung einer für nachhaltig angenommenen Wachstumsrate (Wachstumsraten des Endwerts), extrapoliert. Diese nachhaltige Wachstumsrate orientiert sich am langfristigen Inflationsziel der Europäischen Zentralbank (2,0% p.a.). Da nicht davon ausgegangen wird, dass Preissteigerungen in vollem Umfang weitergegeben werden können, erfolgt ein Abschlag auf das langfristige Inflationsziel der Europäischen Zentralbank um die nachhaltige Wachstumsrate zu ermitteln. Zur weiteren Erläuterung verweisen wir auf die Anhangangabe 23. Vorräte Die Vorräte enthalten zum Weiterverkauf gehaltene bebaute und unbebaute Grundstücke. Die Vorräte werden, mit Ausnahme der unbebauten Grundstücke, zum jeweils niedrigeren Wert aus Anschaffungs- oder Herstellungskosten und Nettoveräußerungswert bilanziert. Unbebaute Grundstücke werden zum jeweils niedrigeren Wert aus Anschaffungskosten und Nettoveräußerungswert angesetzt. Aufgenommenes Fremdkapital für vier Projektentwicklungen der Deutschland.Immobilien-Gruppe ist mit Grundschulden besichert. Zum Bilanzstichtag bestehen eingetragene Grundschulden von rund 23 Mio. € (Vorjahr: rund 21 Mio. €). Zum Bilanzstichtag erachtet MLP eine zukünftige Inanspruchnahme als unwahrscheinlich. Leasing Der Konzern mietet insbesondere Bürogebäude und Fahrzeuge. Die Mietverträge für Bürogebäude werden durchschnittlich für bis zu zehn Jahre abgeschlossen, die Mietvertragsdauer für Fahrzeuge liegt durchschnittlich bei zwischen drei und vier Jahren. Zur Erhaltung betrieblicher Flexibilität in Bezug auf den Vertragsbestand setzt MLP Verlängerungs- und Kündigungsoptionen als vertragliches Gestaltungselement ein. Für Leasingnehmer schreibt IFRS 16 einen einheitlichen Ansatz für die bilanzielle Abbildung von Leasingverträgen vor, wonach für alle Leasingverhältnisse Vermögenswerte für die Nutzungsrechte an den Leasinggegenständen und Verbindlichkeiten für die eingegangenen Zahlungsverpflichtungen in der Bilanz anzusetzen sind. Für Leasinggegenstände von geringem Wert und für kurzfristige Leasing-verhältnisse (weniger als 12 Monate) wird von den Anwendungserleichterungen Gebrauch gemacht. Von 130 MLP Geschäftsbericht 2024 dem Wahlrecht zur Aktivierung von Nichtleasingkomponenten (Service) gem. IFRS 16.15 wird kein Gebrauch gemacht. Nichtleasingkomponenten werden im anzusetzenden Right-of-Use Asset nicht berücksichtigt. Leasingzahlungen werden mit dem dem Leasingverhältnis zugrunde liegenden impliziten Zinssatz abgezinst, sofern dieser ohne weiteres bestimmbar ist. Andernfalls – und dies ist in der Regel im Konzern der Fall – erfolgt eine Abzinsung mit dem Grenzfremdkapitalzinssatz des Leasingnehmers gestaffelt nach MLP konzerneinheitlichen Laufzeitbändern, d. h. dem Zinssatz, den der jeweilige Leasingnehmer zahlen müsste, wenn er Mittel aufnehmen müsste, um einen vergleichbaren Wert für eine vergleichbare Laufzeit mit vergleichbarer Sicherheit unter vergleichbaren Bedingungen zu erwerben. Zu weiteren Erläuterungen verweisen wir auf die Anhangangabe 20. Der Konzern ist möglichen zukünftigen Steigerungen variabler Leasingzahlungen ausgesetzt, welche sich aus einer Änderung eines Index oder eines Zinssatzes ergeben können. Diese möglichen Änderungen der Leasingraten sind bis zu deren Wirksamwerden nicht in der Leasingverbindlichkeit berücksichtigt. Sobald sich eine Index- oder Zinssatzänderung auf die Leasingraten auswirkt, wird die Leasingverbindlichkeit gegen das Nutzungsrecht angepasst. Leasingraten werden in Tilgungs- und Zinszahlungen aufgeteilt. Nutzungsrechte werden linear über den kürzeren der beiden Zeiträume aus Nutzungsdauer und Laufzeit des zugrunde liegenden Leasingvertrags abgeschrieben. Wenn die Ausübung einer Kaufoption aus Sicht des Konzerns hinreichend sicher ist, erfolgt die Abschreibung über den kürzeren der beiden Zeiträume aus verlängerter Laufzeit des zugrunde liegenden Leasingvertrags und Nutzungsdauer des Vermögenswerts. MLP hat im Geschäftsjahr in geringem Umfang Immobilien untervermietet. Zu weiteren Erläuterungen verweisen wir auf die Anhangangabe 24. Nach der Equity-Methode bewertete Anteile Die Anschaffungskosten werden jährlich um die entsprechenden Eigenkapitalveränderungen des assoziierten Unternehmens fortgeschrieben. Die Veränderung des anteiligen Eigenkapitals erfolgt entweder nach dem MLP Kapitalanteil oder disquotal. Nicht realisierte Gewinne und Verluste aus Geschäftsvorfällen mit assoziierten Unternehmen werden in Höhe der Beteiligungsquote eliminiert. Die erfolgswirksamen Veränderungen des anteiligen Eigenkapitals erfasst MLP im Ergebnis aus nach der Equity-Methode bewerteten Anteilen in der Gewinn- und Verlustrechnung. Erhaltene Dividenden mindern den Buchwert. Zu weiteren Erläuterungen verweisen wir auf die Anhangangabe 19. . Finanzinstrumente Finanzielle Vermögenswerte werden im Zugangszeitpunkt grundsätzlich zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Für die Bestimmung des beizulegenden Zeitwerts ist im MLP Konzern der Erfüllungstag maßgeblich. Die Kategorisierung von finanziellen Vermögenswerten erfolgt unter IFRS 9 nach einem einheitlichen Modell in drei Kategorien: 1.finanzielle Vermögenswerte, die zu fortgeführten Anschaffungskosten (AC) bewertet werden, 2.finanzielle Vermögenswerte, die erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert (FVOCI) bewertet werden und 3.finanzielle Vermögenswerte, die erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert (FVPL) bewertet werden. Finanzielle Vermögenswerte, deren Zahlungsströme ausschließlich aus Zins- und Tilgungszahlungen bestehen, werden in Abhängigkeit des zugrunde liegenden Geschäftsmodells klassifiziert. Für die 131 MLP Geschäftsbericht 2024 Beurteilung, ob ein finanzieller Vermögenswert ausschließlich aus Zins- und Tilgungszahlungen besteht, ist der wirtschaftliche Gehalt der Zahlungsströme und nicht die vertragliche Bezeichnung ausschlaggebend. Sämtliche vertraglichen Vereinbarungen, die das Risiko oder die Volatilität in den vertraglichen Zahlungsströmen erhöhen, stehen nicht mit einer elementaren Kreditvereinbarung in Einklang und stellen damit einen Verstoß gegen das Zahlungsstromkriterium dar. Für die Beurteilung des Zahlungsstromkriteriums zu vernachlässigen sind jedoch solche vertraglichen Bedingungen, die sich entweder auf die vertraglichen Zahlungsströme nur äußerst geringfügig („de minimis“) auswirken oder realitätsfern („non genuine“) sind. MLP tätigt Käufe finanzieller Vermögenswerte im Geschäftsmodell „Halten“ ausschließlich mit dem Ziel, vertragliche Zahlungsströme zu vereinnahmen. Damit werden Veräußerungen vor dem Laufzeitende in der Regel ausgeschlossen. Unschädlich für die Zuordnung zum Geschäftsmodell „Halten“ wären Veräußerungen aufgrund von Verschlechterung der Kreditqualität einzelner Vermögenswerte, Veräußerungen nahe am Laufzeitende, seltene bzw. unregelmäßige Veräußerungen oder in ihrer Höhe unwesentliche Veräußerungen. MLP tätigt in geringem Umfang Käufe finanzieller Vermögenswerte in dem Geschäftsmodell „Halten und Verkaufen“. Bei diesem Geschäftsmodell liegt das Ziel sowohl in der Vereinnahmung vertraglicher Zahlungsströme als auch in der Gewinnerzielungsabsicht durch Veräußerung. Der diesem Geschäftsmodell zugeordnete Vermögenswert erfüllt die Zahlungsstrombedingung nicht, d.h. diese Zahlungsströme bestehen nicht ausschließlich aus Zins- und Tilgungszahlungen. Im MLP Konzern betrifft dies insbesondere Anteile aus Investmentfonds aus der Abwicklung von Kundenaufträgen, Aktien sowie Genussrechte, welche jeweils erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet (FVPL) werden. Beim erstmaligen Ansatz kann der Konzern unwiderruflich die Wahl treffen, seine Eigenkapital-instrumente als erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis bewertete Eigenkapitalinstrumente (FVOCI) zu klassifizieren, wenn diese die Definition von Eigenkapital nach IAS 32 Finanzinstrumente erfüllen und nicht zu Handelszwecken gehalten werden. Die Klassifizierung erfolgt einzeln für jedes Instrument. Gewinne und Verluste aus diesen finanziellen Vermögenswerten werden niemals in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert. Dividenden werden in der Gewinn- und Verlustrechnung als sonstiger Ertrag erfasst, wenn der Rechtsanspruch auf Zahlung besteht, es sei denn, durch die Dividenden wird ein Teil der Anschaffungskosten des finanziellen Vermögenswerts zurückerlangt. In diesem Fall werden die Gewinne im sonstigen Ergebnis erfasst. Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis bewertete Eigenkapitalinstrumente werden nicht auf Wertminderung überprüft. MLP wendet diese Option zur erfolgsneutralen Bewertung zum beizulegenden Zeitwert auf Einzelfallebene an. IFRS 9.4.1.5 gewährt zur Vermeidung oder signifikanten Reduzierung eines Accounting Mismatch die optionale Bewertung von Vermögenswerten zum beizulegenden Zeitwert. MLP macht zum 31. Dezember 2024 und zum Stichtag des Vorjahres keinen Gebrauch von der Fair Value Option (FVO). Das Wertminderungsmodell unter IFRS 9 bezieht Erwartungen über die Zukunft mit ein und stellt auf die erwarteten Kreditverluste ab. Das Wertminderungsmodell unter IFRS 9 sieht drei Stufen vor und ist auf alle finanziellen Vermögenswerte (Schuldinstrumente) anwendbar, die entweder zu fortgeführten Anschaffungskosten oder, mit Ausnahme von erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Eigenkapitalinstrumenten, erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden: Stufe 1: Beinhaltet alle Verträge ohne signifikanten Anstieg des Kreditrisikos sowie solche die aufgrund der Inanspruchnahme des Low Credit Risk Exemption in Stufe 1 verbleiben. Hiervon wird bei Vorliegen eines Investmentgrade-Ratings ausgegangen. Die Wertminderung bemisst sich anhand des erwarteten Kreditverlustes aus Ausfallereignissen der nächsten 12 Monate. Stufe 2: Beinhaltet finanzielle Vermögenswerte, die einen signifikanten Anstieg des Kreditrisikos seit Zugang erfahren haben, allerdings in ihrer Bonität noch nicht beeinträchtigt sind. Die Wertminderung bemisst sich anhand des erwarteten Kreditverlustes über die gesamte Restlaufzeit. 132 MLP Geschäftsbericht 2024 Unter einem signifikanten Anstieg des Kreditrisikos sieht MLP folgende Merkmale: •mehr als 30 Tage in Verzug •Verschlechterung des Ratings um mindestens zwei Ratingnoten im Vergleich zum 12-Monats-Forwardrating sowie Transfer in Non-Investment-Grade Bereich •Aufnahme in die Intensivbetreuung • Stufe 3: Beinhaltet finanzielle Vermögenswerte, die objektive Hinweise auf eine Bonitätsbeeinträchtigung aufweisen oder einen Ausfallstatus innehaben. Als Wertberichtigung werden die erwarteten Kreditverluste über die gesamte Laufzeit des finanziellen Vermögenswerts erfasst. Objektive Hinweise darauf, dass ein finanzieller Vermögenswert in seinem Wert beeinträchtigt ist, umfassen einen Verzug von mehr als 90 Tagen sowie weitere qualitative Informationen, die auf wesentliche finanzielle Schwierigkeiten des Schuldners hindeuten. Ist ein Kunde mehr als 90 Tage im Verzug, erhält dieser einen Ausfallstatus. Nach Wegfall des Ausfallstatus wird der Vermögenswert erst nach einer dreimonatigen Wohlverhaltensperiode aus der Stufe 3 rücktransferiert; nach einer krisenbedingten Restrukturierung kann ein Rücktransfer aus der Stufe 3 erst nach einer verlängerten Wohlverhaltensperiode von mindestens 12 Monaten erfolgen. MLP macht von dem vereinfachten Ansatz (Loss-Rate-Ansatz) für sonstige Forderungen und andere Vermögenswerte Gebrauch. Diese besitzen keine signifikante Finanzierungskomponente gemäß IFRS 15. Danach werden diese Forderungen bereits bei der erstmaligen Erfassung der Stufe 2 zugeordnet, zudem erfolgt keine Einschätzung über eine signifikante Erhöhung des Kreditrisikos. Sollten bei den Vermögenswerten objektive Hinweise auf Bonitätsbeeinträchtigung vorliegen, werden sie in Stufe 3 transferiert. Zur Bemessung der erwarteten Kreditverluste wendet MLP je nach Vermögenswert und Datenverfügbarkeit unterschiedliche Modelle an: •Ermittlung über Kreditrisikoparameteransatz: •Der erwartete Kreditverlust „Expected Credit Loss“ (ECL) wird durch die multiplikative Verknüpfung der Kreditrisikoparameter „Exposure at Default“ (EaD), Ausfallwahrscheinlichkeit „Probability of Default“ (PD) und Verlustquote bei Ausfall „Loss Given Default“ (LGD) bestimmt. Die Parameter werden so bestimmt, dass sie relevante Ereignisse in der Vergangenheit, die aktuelle Situation sowie zukunftsgerichtete Informationen widerspiegeln. Prinzipiell kann dies durch ein ökonomisches Modell, das sämtliche der aufgezählten Informationen enthält, erfolgen oder über die Anpassung bestehender Parameter, sodass das aktuelle ökonomische Umfeld und Prognosen bzgl. dessen zukünftiger Veränderung berücksichtigt werden. Diese Informationen umfassen makroökonomische Faktoren (im Wesentlichen die Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts sowie die Arbeitslosenquote, das Zinsniveau und die Inflationsrate) und Prognosen über zukünftige wirtschaftliche Rahmenbedingungen im Kernmarkt Deutschland. Der Prognosehorizont, der in die Ermittlung der einbezogenen makroökonomische Faktoren eingeht, beträgt je nach verwendetem Szenario 12, 36 oder 60 Monate. Für 2025 rechnet der MLP Konzern mit einem leichten Anstieg des Bruttoinlandsprodukts von 0,1%, einem leichten Anstieg der Arbeitslosenquote von 5,6% auf 5,9%, einer leichten Verringerung der Inflationsrate von 2,5% auf 2,4% sowie mit einer leichten Verringerung der Rendite 10-jähriger deutscher Staatsanleihen von 2,3% auf 2,17%. Diese Erwartungen fließen mit derselben Gewichtung in die Ermittlung des im Kreditrisikoparameteransatz angewandten Shift-Faktors ein. • •Nach Ansicht der Europäischen Zentralbank sieht sich der europäische Bankensektor zunehmend neuartigen Risiken wie insbesondere geopolitische Risiken, Inflationsrisiken, Umweltrisiken, Risiken in der Energieversorgung sowie in den Versorgungsketten konfrontiert. Die neuaufgekommenen Unsicherheiten im Zusammenhang mit der neuen US-Administration sowie die vielfältigen Krisen und Krisenherde (Ukraine, Gaza/Israel etc.) haben im Vergleich zum Vorjahr zu einer nochmals erhöhten Unsicherheitslage geführt. Die Auswirkungen auf die Risikovorsorge der MLP Banking AG sind auf Basis aktueller und historischer Daten nach wie vor nicht exakt quantifizierbar. Dies liegt zum einen 133 MLP Geschäftsbericht 2024 daran, dass historische Erfahrungswerte des Einflusses derartiger außerordentlicher makroökonomischer Ereignisse und neuartigen Risiken auf das Kundenkreditportfolio des MLP Konzerns fehlen, zum anderen bestehen zum Aufstellungszeitpunkt keine aktuellen oder zukunftsgerichteten Hinweise zu erhöhten Ausfallrisiken einzelner Kundenforderungen. Um diesem latenten Risiko erhöhter Ausfallrisiken im Zuge der makroökonomischen Sondereinflüsse Rechnung zu tragen, wurde im Einklang mit IFRS 9.5.5 in Verbindung mit IFRS 7.35G sowie IAS 1.129 das Post Model Adjustment zum Jahresende auf 2.000 T€ (Vorjahr: 1.009 T€) erhöht. Die Berechnung erfolgte unter Anwendung wahrscheinlichkeitsgewichteter Stress-Szenarien, die auf Basis von Experteneinschätzungen hergeleitet wurden. Im Rahmen der Szenarioanalyse wurde die Auswirkung auf den kumulierten Expected Loss des Kundenportfolios bei einer Ratingverschlechterung der zugrunde liegenden Einzelkreditengagements um eine bzw. zwei Ratingstufe(n) untersucht. Das Post Model Adjustment ergibt sich als Differenz aus dem im Standardszenario gerechneten Expected Loss auf das Kundenkreditportfolio und dem kumulierten, gewichteten Expected Loss der Szenarienbetrachtungen unter Berücksichtigung der jeweiligen erwarteten Eintrittswahrscheinlichkeiten. • •Um eine näherungsweise Konsistenz zwischen der Risikomessung und der bilanziellen Betrachtung von Kreditverlusten sicherzustellen, werden die aktuell genutzten PD-Modelle geeignet erweitert. Im ersten Schritt werden hierfür aus den bestehenden aufsichtsrechtlichen Modellen Through-the-cycle-PDs (Mehrjahres-PDs) abgeleitet. Hierfür werden Migrationsmatrizen verwendet, durch die auf Portfolioebene zukünftige Veränderungen der Bonität über die Laufzeit antizipiert werden. Die Migrationsmatrizen basieren unter Verwendung von Ratingklassen auf historisch beobachtbaren Ausfallhistorien der betrachteten Portfolien. Im zweiten Schritt werden die Through-the-Cycle-PDs mit einem Shift-Faktor-Ansatz so angepasst, dass das aktuelle konjunkturelle Umfeld sowie die von IFRS 9 geforderten zukunftsgerichteten Faktoren berücksichtigt werden. Bei dieser Vorgehensweise werden die aus Ratingdaten abgeleiteten Through-the-Cycle PDs (Mehrjahres-PDs) über einen multiplikativen Faktor, den Shift-Faktor, in Point-in-Time PDs (zukunftsgerichtete Zeitpunkt-PDs) transformiert. Durch den Einbezug eines Ein-, Drei- und Fünfjahres-Ausblicks ist sichergestellt, dass kurzfristige Entwicklungen nicht übergewichtet werden. • •Um die Sensitivität des Modells auf mögliche zukünftige Entwicklungen der makroökonomischen Faktoren (im Wesentlichen die Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts sowie die Arbeitslosenquote, das Zinsniveau und die Inflationsrate) hin zu untersuchen, wurden die Auswirkungen in einem potenziellen Stress-Szenario untersucht. Hierbei wurde eine Verschlechterung der im Modell verwendeten makroökonomische Faktoren um jeweils 100 % angenommen. Hieraus würden sich lediglich geringfügige Auswirkungen von rund 0,6 Mio. € auf den Expected Credit Loss des Kreditportfolios des MLP Konzerns ergeben. • •Loss-Rate-Ansatz:IFRS 9 erlaubt unter bestimmten Voraussetzungen für die Ermittlung erwarteter Verluste einen auf Ausfallquoten basierenden Loss-Rate-Ansatz. Hierbei werden historische Kreditausfallraten für definierte Portfolien mit gleichen Risikocharakteristika ermittelt. Kriterien für die Portfoliobildung sind gleichartig ausgestaltete Vertragsbedingungen der Vermögenswerte, vergleichbare Kontrahenteneigenschaften sowie ähnliche Bonitätseinstufungen der Vermögenswerte des Portfolios. Die erwarteten Verluste werden auf Basis historischer Verluste geschätzt. Im Gegensatz zum erstgenannten Verfahren erfolgt keine explizite Unterteilung in die Komponenten Ausfallwahrscheinlichkeit (PD) und Verlustquote bei Ausfall (LGD). Ermittlungszeitraum der erwarteten Verluste ist grundsätzlich die komplette Restlaufzeit des Vermögenswerts. Zukunftsgerichtete Informationen bei der Ermittlung der Loss Rates werden durch die Gewichtung der verwendeten historischen Ausfallraten einbezogen. • •Expertenbasierte ECL-Bestimmung:Die expertenbasierte ECL-Bestimmung der Wertminderungen der Stufe 3 erfolgt individuell unter Verwendung einer Szenario-Analyse, der der Experte die Umstände und Gegebenheiten des jeweiligen Einzelfalls zugrunde legt. Hierdurch werden zum einen allgemeine Erfahrungswerte und 134 MLP Geschäftsbericht 2024 zum anderen die spezifischen Besonderheiten (u.a. die erwartete Entwicklung makroökonomischer Faktoren (im Wesentlichen die Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts sowie die Arbeitslosenquote, das Zinsniveau und die Inflationsrate) fortwährend in die Berechnung eingebunden. Bei substanziellen Vertragsanpassungen wird der ursprüngliche Vermögenswert ausgebucht und ein neuer Vermögenswert erfasst („modification“). Die Ausbuchung eines Finanzinstruments („write-off“) wird dann vorgenommen, wenn nach angemessener Einschätzung nicht davon auszugehen ist, dass ein finanzieller Vermögenswert ganz oder teilweise realisierbar ist, z. B. nach Beendigung eines Insolvenzverfahrens oder nach gerichtlichen Entscheidungen. „Purchased or Originated Credit Impaired Financial Assets“ (POCI) sind finanzielle Vermögenswerte, die bei Zugang die Definition für „credit-impaired“ erfüllen. Dies ist dann erfüllt, wenn eine Zuordnung zu einer Ausfallklasse vorgenommen wird. Vermögenswerte, die als POCI klassifiziert werden, sind nicht Bestandteil des Geschäftsmodells von MLP. Finanzielle Verbindlichkeiten sind nach ihrem erstmaligen Ansatz grundsätzlich unter Anwendung der Effektivzinsmethode mit ihren fortgeführten Anschaffungskosten zu bewerten. Gewinne oder Verluste werden bei Ausbuchung sowie im Rahmen von Amortisationen erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Verbindlichkeiten werden nach dem erstmaligen Ansatz mit ihrem beizulegenden Zeitwert bewertet. Gewinne oder Verluste aus der Änderung des beizulegenden Zeitwerts werden erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Die Steuerverbindlichkeiten werden für Steuern vom Einkommen und vom Ertrag der einzelnen Gesellschaften auf der Grundlage der jeweiligen nationalen Besteuerung gebildet. Die ertragsteuerliche Beurteilung erfolgt grundsätzlich auf Ebene des einzelnen Sachverhalts unter Berücksichtigung ggf. vorhandener Folgewirkungen. Wenn die Anerkennung der steuerlichen Handhabung wahrscheinlich („probable“) ist, sind die laufenden und latenten Steuern auf dieser Basis anzusetzen. Besteht hingegen Unsicherheit bzgl. der Anerkennung („not probable“), wird grundsätzlich der wahrscheinlichste Betrag, der steuerlich zur Anerkennung gelangen würde, herangezogen, es sei denn, der Erwartungswert unterschiedlicher Szenarien führt zu aussagekräftigeren Ergebnissen. Dabei wird stets eine vollständige Sachverhaltskenntnis der Finanzverwaltung unterstellt. Schließlich werden die getroffenen Annahmen und Entscheidungen zu jedem Stichtag überprüft und ggf. aufgrund neuer Erkenntnisse angepasst. Pensionsrückstellungen Die Altersversorgung erfolgt im Konzern auf Basis von leistungs- und beitragsorientierten Altersversorgungsplänen. Bei den beitragsorientierten Versorgungsplänen („Defined Contribution Plans“) zahlt MLP aufgrund gesetzlicher oder vertraglicher Bestimmungen beziehungsweise auf freiwilliger Basis Beiträge an staatliche oder private Rentenversicherungsträger. Nach Zahlung der Beiträge bestehen für MLP keine weiteren Leistungsverpflichtungen mehr. Verpflichtungen für Beiträge zu beitragsorientierten Plänen werden als Aufwand erfasst, sobald die damit verbundene Arbeitsleistung erbracht wird. Vorausgezahlte Beiträge werden als Vermögenswert erfasst, soweit ein Anrecht auf Rückerstattung oder Verringerung künftiger Zahlungen entsteht. Die Bewertung der Rückstellungen für Pensionsverpflichtungen aus leistungsorientierten Altersversorgungsplänen („Defined Benefit Plans“) erfolgt nach dem gemäß IAS 19 „Leistungen an Arbeitnehmer“ vorgeschriebenen Anwartschaftsbarwertverfahren (Projected-Unit-Credit-Methode). Die Versorgungszusagen sind teilweise über Rückdeckungsversicherungen finanziert. Nahezu alle Rückdeckungsversicherungen erfüllen die Voraussetzungen für Planvermögen, sodass in der Bilanz 135 MLP Geschäftsbericht 2024 nach IAS 19 eine Saldierung der Ansprüche aus Rückdeckungsversicherungen mit den entsprechenden Pensionsrückstellungen erfolgt. Die Nettoverpflichtung des Konzerns im Hinblick auf leistungsorientierte Pläne wird für jeden Plan separat berechnet, indem die künftigen Leistungen geschätzt werden, welche die Arbeitnehmer in der laufenden Periode und in früheren Perioden verdient haben. Dieser Betrag wird abgezinst und der beizulegende Zeitwert eines etwaigen Planvermögens hiervon abgezogen. Für die Bewertung der Pensionsverpflichtungen bedient sich MLP versicherungsmathematischer Berechnungen von Aktuaren, um die Auswirkungen künftiger Entwicklungen auf die aus diesen Plänen zu erfassenden Aufwendungen und Erträge sowie Verpflichtungen und Ansprüche abzuschätzen. Diese Berechnungen beruhen auf Annahmen in Bezug auf den Diskontierungssatz, die Sterblichkeit sowie künftige Rentensteigerungen. Beim Rechnungszins zur Diskontierung der nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses zu erbringenden Leistungen orientiert sich MLP an den Zinssätzen von erstrangigen, festverzinslichen Unternehmensanleihen. Neubewertungen der Nettoschuld aus leistungsorientierten Versorgungsplänen werden unmittelbar im sonstigen Ergebnis erfasst. Die Neubewertung umfasst die versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste, den Ertrag aus Planvermögen (ohne Zinsen) und die Auswirkung der etwaigen Vermögensobergrenze (ohne Zinsen). Der Konzern ermittelt die Nettozinsaufwendungen (Erträge) auf die Nettoschuld (Vermögenswert) aus leistungsorientierten Versorgungsplänen für die Berichtsperiode mittels Anwendung des Abzinsungssatzes, der für die Bewertung der leistungsorientierten Verpflichtung zu Beginn der jährlichen Berichtsperiode verwendet wurde. Dieser Abzinsungssatz wird auf die Nettoschuld (Vermögenswert) aus leistungsorientierten Versorgungsplänen zu diesem Zeitpunkt angewendet. Dabei werden etwaige Änderungen berücksichtigt, die infolge der Beitrags- und Leistungszahlungen im Verlauf der Berichtsperiode bei der Nettoschuld (Vermögenswert) aus leistungs-orientierten Versorgungsplänen eintreten. Nettozinsaufwendungen und andere Aufwendungen für leistungsorientierte Pläne werden in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Die Pensionsverpflichtungen werden in Anhangangabe 32 näher erläutert. Rückstellungen für Jubiläen Verschiedene Gesellschaften der MLP Gruppe gewähren den aktiven Mitarbeitern ab Zugehörigkeit in der Regel alle fünf Jahre Jubiläumsleistungen. Die Bewertung zum 31. Dezember 2024 erfolgt nach der gem. IAS 19 vorgeschriebenen Projected-Unit-Credit-Methode (Methode der laufenden Einmalprämien). Für die Bewertung der Jubiläumsverpflichtungen bedient sich MLP versicherungsmathematischer Berechnungen von Aktuaren. Diese Berechnungen beruhen auf Annahmen in Bezug auf den Diskontierungssatz, die Sterblichkeit sowie die Fluktuationsrate. Zur weiteren Erläuterung wird auf Anhangangabe 32 verwiesen. Rückstellungen für Zeitwertkonten MLP eröffnet den Mitarbeitern die Möglichkeit der „Einzahlung“ nicht ausgezahlter Vergütungsbestandteile (z.B. nicht ausgeglichene Überstunden oder nicht genommener Urlaub) in Zeitwertkonten, die für eine Verkürzung der Lebensarbeitszeit oder für die Nutzung im Rahmen eines Sabbaticals o.Ä. eingesetzt werden können. Unter bestimmten Voraussetzungen gewährt MLP auf die eingezahlten Beträge einen Zuschuss, jedoch teilweise erst dann, wenn die Wertguthaben genutzt werden. Bis auf verfallbare Zuschüsse sind die Gelder im Rahmen eines Treuhandmodells insolvenzsicher angelegt. Veränderungen des Barwerts der Verpflichtungen werden im Geschäftsjahr erfolgswirksam erfasst. Die in der Bilanz gezeigte Rückstellung entspricht dem Saldo aus dem Barwert der Verpflichtungen und dem insolvenzgesicherten Teil des Planvermögens. Übrige Rückstellungen Übrige Rückstellungen werden gemäß IAS 37 „Rückstellungen, Eventualschulden und Eventual-forderungen“ angesetzt, wenn der Konzern eine gegenwärtige (rechtliche oder faktische) Verpflichtung aufgrund eines vergangenen Ereignisses hat, der Abfluss von Ressourcen mit wirtschaftlichem Nutzen 136 MLP Geschäftsbericht 2024 zur Erfüllung der Verpflichtung wahrscheinlich und eine verlässliche Schätzung der Höhe der Verpflichtung möglich ist. Sie stellen ungewisse Verpflichtungen dar, die mit bestmöglich geschätzten Beträgen zur Erfüllung der Verpflichtungen erfasst werden. Sofern die Höhe der Rückstellung nur innerhalb einer Bandbreite bestimmbar ist, wird der wahrscheinlichste Wert (Erwartungswert) angesetzt. Bei gleicher Wahrscheinlichkeit wird der gewichtete Durchschnittswert erfasst. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von über einem Jahr werden mit Marktzinssätzen abgezinst, die dem Risiko und dem Zeitraum bis zur Erfüllung entsprechen. Auflösungen von Rückstellungen werden grundsätzlich in den sonstigen Erträgen erfasst. Sofern der Konzern für eine passivierte Rückstellung zumindest teilweise eine quasi-sichere Rück-erstattung von einem identifizierbaren Dritten erwartet (z. B. bei zugesagtem Versicherungsschutz), erfasst MLP die Erstattung als gesonderten Vermögenswert. Der Aufwand zur Bildung der Rückstellung wird in der Gewinn- und Verlustrechnung nach Abzug der Erstattung ausgewiesen. Entsprechend erfolgt auch bei Auflösung der Rückstellungen eine Nettodarstellung in der Gewinn- und Verlustrechnung. Für die Verpflichtung, bei vorzeitigem Wegfall von vermittelten Versicherungsverträgen die erhaltene Provision teilweise zurückgewähren zu müssen, bildet MLP Rückstellungen für Stornorisiken. MLP schätzt die Stornoquote in Abhängigkeit von Produktgruppe und bisheriger Laufzeit des zugrunde liegenden Vertrags in der Regel auf Basis von Erfahrungswerten. Der Zeitraum, in dem MLP verpflichtet ist, bei vorzeitigem Wegfall eines Vertrags Teile der vereinnahmten Provisionen zurückzuzahlen, ergibt sich entweder aus den gesetzlichen Regelungen gemäß Versicherungsvertragsgesetz oder aus den Vertriebsvereinbarungen mit den Produzenten. Hat MLP einen belastenden Vertrag, wird die gegenwärtige vertragliche Verpflichtung als Rückstellung erfasst und bewertet. Ein belastender Vertrag ist ein Vertrag, bei dem die unvermeidbaren Kosten (d.h. die Kosten, die MLP nicht vermeiden kann, weil es den Vertrag gibt) zur Erfüllung der vertraglichen Verpflichtungen höher sind als der erwartete wirtschaftliche Nutzen. Bevor jedoch eine separate Rückstellung für einen belastenden Vertrag erfasst wird, erfasst MLP den Wertminderungsaufwand für Vermögenswerte, die mit dem Vertrag verbunden sind. Aktienbasierte Vergütungen Die aktienbasierten Vergütungen gemäß IFRS 2 „Anteilsbasierte Vergütung“ umfassen Vergütungssysteme, deren Ausgleich sowohl mit Barmitteln als auch durch Eigenkapitalinstrumente erfolgt. Der Anteil des beizulegenden Zeitwerts von aktienbasierten Vergütungen mit Barausgleich, der auf bis zum Bewertungsstichtag geleistete Dienste entfällt, wird als Aufwand für bezogene Leistungen aus dem Provisionsgeschäft mit einem gleichzeitigen Ausweis als Rückstellung erfasst. Aktienbasierte Vergütungen umfassen auch solche mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente (Beteiligungsprogramm für MLP Berater und Geschäftsstellenleiter). Das Beteiligungsprogramm gilt für das Kalenderjahr 2024 und für MLP Berater und MLP Geschäftsstellenleiter, deren Verträge am 31. Dezember 2024 ungekündigt fortbestanden haben. Die in MLP SE Aktien zu leistende Vergütung wird basierend auf der Jahresprovision des MLP Beraters/Geschäftsstellenleiters unter Anwendung verschiedener Leistungsparameter ermittelt und im Konzernabschluss 2024 als Aufwand mit korrespondierender Erhöhung des Eigenkapitals erfasst. Weitere Erläuterungen zu den aktienbasierten Vergütungen sind in Anhangangabe 36 dargestellt. 137 MLP Geschäftsbericht 2024 8.Berichtspflichtige Geschäftssegmente Die Einteilung von MLP in Geschäftssegmente folgt derjenigen für die interne Berichterstattung. Der MLP Konzern gliedert sich in die folgenden berichtspflichtigen Geschäftssegmente: •Finanzberatung •Banking •FERI •DOMCURA •Deutschland.Immobilien •Industriemakler •Holding MLP hat im berichtspflichtigen Geschäftssegment Finanzberatung gemäß IFRS 8.12 die Geschäftssegmente „Finanzberatung“ und „betriebliche Vorsorge“ aufgrund der Ähnlichkeit der angebotenen Produkte und Dienstleistungen sowie des Zurückgreifen auf denselben Kundenstamm und identische Vertriebskanäle zusammengefasst. Gegenstand des berichtspflichtigen Geschäftssegments Finanzberatung ist die Beratung von Akademikern und anderen anspruchsvollen Kunden insbesondere hinsichtlich Versicherungen, Vermögensanlagen, betrieblicher Altersversorgung und die Vermittlung von Verträgen über diese Finanzdienstleistungen. Das Segment setzt sich 2024 aus der MLP Finanzberatung SE, der ZSH GmbH Finanzdienstleistungen, der MLPdialog GmbH, der MLP Startup GmbH, dem assoziierten Unternehmen MLP Hyp GmbH sowie der im Geschäftsjahr 2024 erstmalig in den Konzernabschluss einbezogenen Uniwunder GmbH zusammen. Gegenstand des berichtspflichtigen Geschäftssegments Banking ist die Beratung und das Betreiben von Bankgeschäften, u. a. das Depotgeschäft, das Kommissionsgeschäft, die Anlageberatung und die Anlagevermittlung sowie die Vermittlung von Versicherungen, die mit den vorgenannten Tätigkeiten in Verbindung stehen. Das Segment enthält die MLP Banking AG. Die Geschäftstätigkeit des berichtspflichtigen Geschäftssegments FERI erstreckt sich auf die Vermögens- und Anlageberatung. Dieses Segment setzt sich aus der FERI AG, der FERI (Schweiz) AG sowie der FERI (Luxembourg) S.A. zusammen. Die Geschäftstätigkeit des berichtspflichtigen Geschäftssegments DOMCURA umfasst die Konzeption, Entwicklung und Realisierung umfassender Deckungskonzepte in der Sachversicherung als sogenannter Assekuradeur. Des Weiteren werden Maklertätigkeiten ausgeübt. Das Segment setzt sich in 2024 aus der DOMCURA Aktiengesellschaft und der NORDVERS GmbH zusammen. Gegenstand des berichtspflichtigen Geschäftssegments Deutschland.Immobilien ist die Vermittlung von Immobilien sowie die Entwicklung und Veräußerung von Immobilienprojekten. Das Segment beinhaltet die DI Deutschland.Immobilien AG, die Vertrieb Deutschland.Immobilien GmbH, die Projekte Deutschland.Immobilien GmbH, die IT Deutschland.Immobilien GmbH sowie die at equity einbezogene Projekte 2 Deutschland.Immobilien GmbH. Darüber hinaus enthält das Segment auch alle konsolidierten Projektgesellschaften. Gegenstand des berichtspflichtigen Geschäftssegments Industriemakler ist das Beraten und Betreiben von Versicherungen für Industrie- und Gewerbekunden, v. a. das Vermitteln von Versicherungen. Das Segment setzt sich aus der RVM GmbH, der RVM Versicherungsmakler GmbH, der RISConsult GmbH und der Dr. Schmitt GmbH Würzburg zusammen. Das Geschäftssegment Holding enthält 2024 die wesentlichen internen Dienstleistungen und Aktivitäten der MLP SE. 138 MLP Geschäftsbericht 2024 Intersegmentär erbrachte Lieferungen und Leistungen werden grundsätzlich zu marktüblichen Preisen abgerechnet. Bei Konzernumlagen wird auf die tatsächlich angefallenen Einzelkosten ein angemessener Gemeinkostenzuschlag erhoben. Das Management trifft seine Entscheidungen über die Ressourcenallokation und die Beurteilung der Segmentperformance auf der Basis der Segment-Gewinn- und Verlustrechnung. Die finanziellen Segmentinformationen ermittelt MLP auf Basis der im Konzernabschluss angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden. Die Segmente Finanzberatung, Banking, DOMCURA, Deutschland.Immobilien und Industriemakler entfalten ihre wirtschaftlichen Aktivitäten im Wesentlichen in Deutschland. Das Segment FERI entfaltet seine wirtschaftlichen Aktivitäten vor allem in Deutschland, Luxemburg und der Schweiz. Im Geschäftsjahr wurden in den Geschäftssegmenten Finanzberatung und FERI mit einem Produktpartner Umsatzerlöse von mindestens 10 % der aggregierten Umsätze in Höhe von 233.793 T€ getätigt. Im Vorjahr wurden in den Geschäftssegmenten Finanzberatung und FERI mit einem Produktpartner Umsatzerlöse in Höhe von 189.830 T€ getätigt. 139 MLP Geschäftsbericht 2024
| Finanzberatung | Banking | FERI | DOMCURA | Deutschland.Immobilien | Industriemakler | Holding | Konsolidierung | Summe | ||||||||||
| Alle Angaben in T€ | 2024 | 2023 | 2024 | 2023 | 2024 | 2023 | 2024 | 2023 | 2024 | 2023 | 2024 | 2023 | 2024 | 2023 | 2024 | 2023 | 2024 | 2023 |
| Umsatzerlöse | 405.453 | 386.895 | 217.157 | 174.490 | 261.291 | 206.754 | 126.722 | 125.648 | 42.311 | 51.596 | 36.466 | 33.572 | - | - | -51.866 | -37.830 | 1.037.534 | 941.125 |
| davon Erlöse mit anderen Segmenten gesamt | 40.435 | 29.027 | 7.883 | 8.171 | - | - | - | - | 2.686 | 611 | - | - | - | - | -51.003 | -37.810 | - | - |
| Sonstige Erträge | 34.504 | 35.878 | 6.798 | 6.531 | 3.032 | 5.858 | 4.018 | 3.068 | 5.350 | 5.326 | 1.935 | 1.364 | 18.750 | 16.174 | -45.248 | -41.824 | 29.139 | 32.373 |
| davon Erlöse mit anderen Segmenten gesamt | 22.533 | 20.708 | 5.021 | 4.868 | - | - | 2 | 2 | - | 1.328 | - | - | 17.693 | 14.918 | -45.248 | -41.824 | - | - |
| Gesamterlöse | 439.957 | 422.772 | 223.955 | 181.021 | 264.323 | 212.612 | 130.741 | 128.716 | 47.661 | 56.921 | 38.401 | 34.935 | 18.750 | 16.174 | -97.114 | -79.654 | 1.066.673 | 973.498 |
| Bestands- veränderungen | - | - | - | - | - | - | - | - | -4.295 | -11.262 | - | - | - | - | - | - | -4.295 | -11.262 |
| Aufwendungen für bezogene Leistungen aus dem Provisionsgeschäft | -197.850 | -179.989 | -62.529 | -52.907 | -150.970 | -128.356 | -82.507 | -82.100 | -27.191 | -15.755 | -971 | -1.101 | - | - | 47.101 | 33.506 | -474.917 | -426.701 |
| Aufwendungen für bezogene Leistungen aus der Immobilienentwicklung | - | - | - | - | - | - | - | - | -5.225 | -19.437 | - | - | - | - | 129 | 760 | -5.096 | -18.676 |
| Aufwendungen für bezogene Leistungen aus dem Zinsgeschäft | - | - | -34.448 | -18.450 | - | - | - | - | - | - | - | - | - | - | 4.227 | 2.117 | -30.220 | -16.333 |
| Bewertungsergebnis/ Risikovorsorge | -702 | -240 | -6.747 | -2.298 | 1.483 | -246 | 93 | -163 | -4.878 | 810 | - | - | 103 | -103 | 2.661 | 1.203 | -7.988 | -1.037 |
| Personalaufwand | -92.870 | -88.732 | -17.828 | -16.289 | -55.522 | -43.879 | -23.127 | -20.936 | -8.511 | -9.361 | -21.796 | -20.378 | -13.378 | -9.503 | - | - | -233.031 | -209.078 |
| Planmäßige Abschreibungen und Wertminderungen | -14.568 | -17.271 | -474 | -581 | -3.605 | -3.649 | -4.844 | -3.093 | -1.211 | -5.715 | -3.045 | -3.412 | -2.297 | -2.099 | - | - | -30.044 | -35.820 |
| Sonstige Aufwendungen | -111.414 | -110.732 | -53.496 | -48.907 | -19.553 | -16.852 | -15.297 | -13.649 | -8.027 | -11.476 | -6.153 | -8.654 | -20.641 | -16.371 | 47.047 | 42.328 | -187.534 | -184.312 |
| Ergebnis aus nach der Equity-Methode bewerteten Anteilen | 1.496 | 454 | - | - | - | - | - | - | -51 | -8 | - | - | - | - | - | - | 1.444 | 446 |
| Segmentergebnis der betrieblichen Geschäftstätigkeit (EBIT) | 24.048 | 26.263 | 48.433 | 41.588 | 36.156 | 19.631 | 5.058 | 8.776 | -11.727 | -15.282 | 6.436 | 1.390 | -17.463 | -11.902 | 4.050 | 261 | 94.991 | 70.724 |
| Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge | 3.339 | 3.306 | 116 | 131 | 1.612 | 1.308 | 1.358 | 736 | 1.732 | 2.701 | 572 | 220 | 4.941 | 5.445 | -7.392 | -5.423 | 6.279 | 8.423 |
| Sonstige Zinsen und ähnliche Aufwendungen | -3.508 | -3.750 | -515 | -165 | -820 | -1.070 | -26 | -17 | -6.844 | -8.877 | -1.048 | -1.121 | -1.142 | -1.065 | 5.989 | 6.432 | -7.913 | -9.633 |
| Bewertungsergebnis betriebsfremd | - | -0 | - | - | 305 | -589 | - | - | 9.828 | - | - | - | -758 | 50 | -3.178 | - | 6.197 | -539 |
| Finanzergebnis | -169 | -445 | -399 | -34 | 1.097 | -351 | 1.333 | 718 | 4.717 | -6.176 | -476 | -901 | 3.041 | 4.431 | -4.582 | 1.010 | 4.563 | -1.749 |
| Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EBT) | 23.880 | 25.818 | 48.034 | 41.554 | 37.254 | 19.280 | 6.391 | 9.494 | -7.010 | -21.458 | 5.960 | 489 | -14.422 | -7.471 | -532 | 1.270 | 99.554 | 68.976 |
| Ertragsteuern | -30.276 | -24.853 | ||||||||||||||||
| Konzernergebnis | 69.278 | 44.123 | ||||||||||||||||
| davon entfallen auf: | ||||||||||||||||||
| die Eigentümer des Mutterunternehmens | 69.265 | 48.582 | ||||||||||||||||
| nicht beherrschende Anteile | 13 | -4.459 | ||||||||||||||||
| Nach der Equity-Methode bewertete Anteile | 3.134 | 2.093 | - | - | - | - | - | - | 58 | 109 | - | - | - | - | - | - | 3.192 | 2.202 |
| Wesentliche nicht zahlungswirksame Posten: |
140 MLP Geschäftsbericht 2024
| Wertminderung/ Wertaufholung auf Forderungen | -702 | -240 | -3.841 | -2.374 | 33 | 145 | 93 | -163 | -4.959 | 810 | - | - | 103 | -103 | -518 | 1.203 | -9.791 | -721 |
| Zunahme/Abnahme von Rückstellungen/ abgegrenzten Verpflichtungen | 70.176 | 58.355 | 5.675 | 3.396 | 24.950 | 17.750 | 5.859 | 4.315 | 961 | 1.774 | 1.656 | 312 | 5.637 | 4.539 | - | - | 114.914 | 90.442 |
141 MLP Geschäftsbericht 2024 Angaben zur Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung 9.Umsatzerlöse
| Alle Angaben in T€ | 2024 | 2023 |
| Vermögensmanagement | 380.077 | 308.156 |
| Altersvorsorge | 234.203 | 233.606 |
| Sachversicherung | 206.432 | 200.952 |
| Krankenversicherung | 63.778 | 60.198 |
| Immobilienvermittlung | 34.972 | 20.221 |
| Finanzierung | 14.871 | 14.380 |
| Übrige Beratungsvergütungen | 8.155 | 7.001 |
| Summe Provisionserlöse | 942.488 | 844.514 |
| Erlöse aus der Immobilienentwicklung | 4.667 | 30.902 |
| Erlöse aus dem Zinsgeschäft | 90.380 | 65.709 |
| Gesamt | 1.037.534 | 941.125 |
Im Bereich der Altersvorsorge im Segment Finanzberatung, der Krankenversicherung in den Segmenten Finanzberatung und Domcura, im Bereich Vermögensmanagement in den Segmenten Finanzberatung, Banking und FERI sowie im Bereich Immobilienentwicklung im Segment Deutschland.Immobilien sind zeitraumbezogene Umsatzerlöse in Höhe von 438.103 T€ (Vorjahr: 386.873 T€) enthalten. In den Erlösen aus dem Zinsgeschäft sind keine (Vorjahr: 200 T€) negativen Zinsen aus Kredit- und Geldmarktgeschäften enthalten. Der Rückgang ist insbesondere auf das Auslaufen von Festgeldern mit Negativzins zurückzuführen. 142 MLP Geschäftsbericht 2024 10.Sonstige Erträge
| Alle Angaben in T€ | 2024 | 2023 |
| Weiterbelastungen an MLP Berater und Geschäftsstellenleiter | 4.982 | 4.629 |
| Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen | 2.532 | 2.431 |
| Erträge aus der Auflösung abgegrenzter Verpflichtungen | 2.196 | 3.059 |
| Verrechnete Sachbezüge | 1.807 | 1.779 |
| Erträge aus Beteiligungen | 1.228 | 3.001 |
| Mieterträge | 564 | 537 |
| Erträge aus Währungsumrechnung | 224 | 72 |
| Geschäftsführungsvergütung | 50 | 267 |
| Erträge aus dem Abgang von Anlagevermögen | 47 | 24 |
| Erträge aus Umsatzsteuerkorrektur | 44 | 0 |
| Übrige sonstige Erträge | 15.464 | 16.574 |
| Gesamt | 29.139 | 32.373 |
Die Weiterbelastungen an MLP Berater und Geschäftsstellenleiter umfassen im Wesentlichen Erträge aus der Weiterbelastung von Versicherungen, Dienstleistungen sowie Sachkosten. Bezüglich der Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen verweisen wir auf Anhangangabe 32. Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen für Vermögensschäden, denen Aufwendungen aus der Ausbuchung von Erstattungsansprüchen gegenüber Haftpflichtversicherungen entgegenstehen, werden saldiert in den Erträgen aus der Auflösung von Rückstellungen ausgewiesen. Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen enthalten keine Erträge aus Rückstellungen für Kreditgeschäft sowie aus Rückstellungen für erwartete Verluste aus dem Kreditgeschäft. Diese sind Teil der Risikovorsorge. Hierzu verweisen wir auf Anhangangabe 15. Die Erträge aus der Auflösung abgegrenzter Verpflichtungen resultieren im Wesentlichen aus der Auflösung von Verpflichtungen für ausstehende Rechnungen. Verrechnete Sachbezüge resultieren aus Sachzuwendungen an Arbeitnehmer. Erträge aus Beteiligungen resultieren aus Ausschüttungen nicht konsolidierter Gesellschaften. Mieterträge resultieren aus der Untervermietung von Immobilien. Die Geschäftsführungsvergütungen enthalten Erträge für Geschäftsführungstätigkeiten in Private-Equity-Gesellschaften. In den übrigen sonstigen Erträgen sind unter anderem Werbekostenzuschüsse, Erträge aus der Erbringung von Servicedienstleistungen im IT-Bereich, Erträge aus Kostenerstattungsansprüchen sowie Erträge aus den Entkonsolidierungen der Sechste Projekte Deutschland.Immobilien GmbH, Seniorenzentrum Albstadt GmbH und der Seniorenwohnpark Ehingen GmbH in Höhe von 3.818 T€ enthalten. 143 MLP Geschäftsbericht 2024 11.Bestandsveränderungen Die Bestandsveränderungen in den Vorräten resultieren aus Bautätigkeiten und Veräußerungen von Wohneinheiten der DI-Gruppe. Zudem wurden im Geschäftsjahr 1.353 T€ (Vorjahr: 2.282 T€) Wertminderungen auf Vorräte in den Bestandsveränderungen erfasst. Zur Zusammensetzung der Vorräte wird auf die Anhangangabe 28 verwiesen. 12.Aufwendungen für bezogene Leistungen aus dem Provisionsgeschäft Die Aufwendungen für bezogene Leistungen aus dem Provisionsgeschäft enthalten im Wesentlichen die Provisionen und sonstigen Vergütungskomponenten für die selbstständigen MLP Berater sowie die Vergütung der Vertriebspartner der restlichen Tochtergesellschaften. 13.Aufwendungen für bezogene Leistungen aus der Immobilienentwicklung Die Aufwendungen für bezogene Leistungen aus der Immobilienentwicklung sind für den Zeitraum vom 1. Januar bis 31. Dezember 2024 gegenüber dem Vergleichszeitraum von -18.676 T€ auf -5.096 T€ gesunken. Sie enthalten im Wesentlichen die angefallenen Aufwendungen aus den Bautätigkeiten der DI Projektgesellschaften. 14.Aufwendungen für bezogene Leistungen aus dem Zinsgeschäft
| Alle Angaben in T€ | 2024 | 2023 |
| Zinsen und ähnliche Aufwendungen | ||
| Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete Finanzinstrumente | 30.220 | 16.333 |
| Verbindlichkeiten gegenüber Kunden aus dem Bankgeschäft | 29.251 | 15.804 |
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten aus dem Bankgeschäft | 969 | 528 |
| Gesamt | 30.220 | 16.333 |
Aufgrund des gestiegenen Zinsniveaus sind im Geschäftsjahr Zinsaufwendungen aus täglich fälligen Verbindlichkeiten 20.265 T€ (Vorjahr: 13.844 T€) und Zinsaufwendungen aus Verbindlichkeiten mit vereinbarter Laufzeit in Höhe von 9.955 T€ (Vorjahr: 1.796 T€) angefallen. 144 MLP Geschäftsbericht 2024 15.Bewertungsergebnis/Risikovorsorge
| Alle Angaben in T€ | 2024 | 2023 |
| Risikovorsorge für den erwarteten Ausfall von Forderungen | -9.636 | -608 |
| Risikovorsorge für Rückstellungen aus dem Kreditgeschäft | 5 | -113 |
| Bewertungsergebnis | 1.643 | -315 |
| Gesamt | -7.988 | -1.037 |
Das Ergebnis aus der nach IFRS 9 gebildeten Risikovorsorge für erwartete Verluste beträgt zum 31. Dezember 2024 -9.631 T€ (Vorjahr: -721 T€). Dieses setzt sich aus Aufwendungen für die Bildung von Wertminderungen auf Forderungen in Höhe von -9.636 T€ (Vorjahr: -608 T€) sowie Erträgen aus der Veränderung von Rückstellungen für erwartete Verluste aus dem Kreditgeschäft in Höhe von 5 T€ (Vorjahr: -113 T€) zusammen. Aus erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Finanzinstrumenten entsteht ein Bewertungsergebnis in Höhe von 1.643 T€ (Vorjahr: -315 T€). Für detaillierte Erläuterungen zur Entwicklung der Risikovorsorge verweisen wir auf die Anhangangaben 25, 26, 29 und 32. Zur Erläuterung des Bewertungsergebnisses aus erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Finanzinstrumenten verweisen wir auf Anhangangabe 27. 145 MLP Geschäftsbericht 2024 16.Personalaufwand
| Alle Angaben in T€ | 2024 | 2023 |
| Löhne und Gehälter | 201.350 | 180.048 |
| Soziale Abgaben | 27.581 | 25.101 |
| Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung | 4.100 | 3.929 |
| Gesamt | 233.031 | 209.078 |
Die Personalaufwendungen umfassen im Wesentlichen Löhne und Gehälter, Bezüge und sonstige Vergütungen für Mitarbeiter. Die sozialen Abgaben beinhalten die vom Unternehmen zu tragenden gesetzlichen Abgaben in Form von Beiträgen zur Sozialversicherung. Die Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung enthalten überwiegend Arbeitgeberanteile zur betrieblichen Zusatzversorgung. 17.Planmäßige Abschreibungen und Wertminderungen
| Alle Angaben in T€ | 2024 | 2023 |
| Planmäßige Abschreibungen | 30.044 | 31.236 |
| davon Sachanlagen | 22.314 | 20.624 |
| davon immaterielle Vermögenswerte | 7.730 | 10.612 |
| Wertminderungen | - | 4.585 |
| davon Sachanlagen | - | - |
| davon immaterielle Vermögenswerte | - | 4.585 |
| Gesamt | 30.044 | 35.820 |
In den planmäßigen Abschreibungen der Sachanlagen sind im Geschäftsjahr 2024 Abschreibungen auf Nutzungsrechte gem. IFRS 16 in Höhe von 13.565 T€ (Vorjahr: 13.282 T€) enthalten, davon entfallen 11.592 T€ (Vorjahr: 11.447 T€) auf Abschreibungen auf Nutzungsrechte an Immobilien, 1.876 T€ (Vorjahr: 1.738 T€) auf Abschreibungen auf Nutzungsrechte an Fahrzeugen und 97 T€ (Vorjahr: 97 T€) auf Abschreibungen auf sonstige Betriebs- und Geschäftsausstattung, insbesondere IT. Im Vorjahr wurde eine Wertminderung auf immaterielle Vermögenswerte erfasst, die im Wesentlichen auf den Geschäfts- oder Firmenwert der zahlungsmittelgenerierenden Einheit DI Vertrieb innerhalb des berichtspflichtigen Geschäftssegment Deutschland.Immobilien entfallen ist. . 146 MLP Geschäftsbericht 2024 18.Sonstige Aufwendungen
| Alle Angaben in T€ | 2024 | 2023 |
| EDV-Betrieb | 52.201 | 49.409 |
| Beratung | 28.620 | 28.064 |
| Verwaltungsbetrieb | 13.760 | 13.797 |
| Sonstige Fremdleistungen | 13.488 | 15.949 |
| Fremdleistungen Bankgeschäft | 11.974 | 11.394 |
| Repräsentation und Werbung | 11.831 | 9.238 |
| Beiträge und Gebühren | 6.220 | 6.327 |
| Instandhaltung | 6.160 | 5.828 |
| Sonstige personalbezogene Aufwendungen | 4.636 | 4.448 |
| Aufwand MLP Berater und Geschäftsstellenleiter | 4.519 | 4.068 |
| Aus- und Weiterbildung | 4.364 | 4.226 |
| Versicherungsbeiträge | 4.355 | 4.312 |
| Reisekosten | 3.561 | 3.731 |
| Bewirtung | 3.303 | 3.446 |
| Kulanzen und Schadensersatz | 3.228 | 625 |
| Miete und Leasing | 2.493 | 1.984 |
| Prüfung | 1.894 | 2.338 |
| Vergütung Aufsichtsrat | 1.074 | 1.090 |
| Übrige sonstige Aufwendungen | 9.853 | 14.038 |
| Gesamt | 187.534 | 184.312 |
Die Aufwendungen des EDV-Betriebs bestehen im Wesentlichen aus IT-Service- und Rechenzentrumsleistungen, welche von externen Dienstleistern bereitgestellt werden. Unter anderem sind darin Aufwendungen für Leasingverhältnisse von geringem Wert, die nach IFRS 16 nicht zu aktivieren sind, in Höhe von 252 T€ (Vorjahr: 211 T€) enthalten. Die Beratungsaufwendungen setzen sich zusammen aus EDV-Beratungskosten sowie Steuer-beratungs-, Rechtsberatungs- und allgemeinen Beratungskosten. Die Aufwendungen des Verwaltungsbetriebs enthalten Kosten des Gebäudebetriebs, Bürokosten sowie Kommunikationskosten. Die sonstigen Fremdleistungen beinhalten im Wesentlichen Aufwendungen für die Online-Akquise von potenziellen Neukunden, Serviceleistungen für die Kundenbetreuung, Aufwendungen für die Objektbetreuung der Konzernzentrale sowie Aufwendungen für Personaldienstleistungen. Die Fremdleistungen Bankgeschäft beinhalten im Wesentlichen Kosten der Wertpapierabwicklung und Transaktionskosten im Zusammenhang mit der MLP Kreditkarte. Die Aufwendungen für Repräsentation und Werbung beinhalten Kosten für Medienpräsenz und Kundeninformation sowie Vertriebs- und Messekosten. 147 MLP Geschäftsbericht 2024 Die Beiträge und Gebühren beinhalten im Wesentlichen Beiträge an die Entschädigungseinrichtung und Einlagensicherung Deutscher Banken, Beiträge und Gebühren an die Europäische Zentralbank, Beiträge und Gebühren an die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht sowie Porto- und Frachtkosten. Der Aufwand für MLP Berater und Geschäftsstellenleiter umfasst im Wesentlichen Aufwand für Vertriebswettbewerbe und Aufwendungen für Recruiting-Maßnahmen. Die Aufwendungen für Miete und Leasing setzen sich aus nicht nach IFRS 16 zu aktivierenden Aufwendungen zusammen. Darin sind Aufwendungen für kurzfristiges Leasing in Höhe von 242 T€ (Vorjahr: 287 T€) und Aufwendungen für Leasingverhältnisse von geringem Wert in Höhe von 632 T€ (Vorjahr: 474 T€) enthalten. Im Geschäftsjahr belief sich der Aufwand für variable Leasingzahlungen, der nicht in die Bewertung von Leasingverbindlichkeiten einbezogen war (zum Beispiel Zahlungen am Ende eines Kfz-Leasingvertrags), auf 38 T€ (Vorjahr: 51 T€). Die übrigen sonstigen Aufwendungen beinhalten unter anderem Aufwendungen aus der Entkonsolidierung der Zehnte Projekte 2 Deutschland.Immobilien GmbH in Höhe von 604 T€, Aufwendungen aus außerplanmäßigen Abschreibungen auf Anteile an nicht konsolidierten Tochterunternehmen und Aufwendungen für sonstige Steuern. Zudem beinhalten sie Spenden und PKW-Kosten. 148 MLP Geschäftsbericht 2024 19.Ergebnis aus nach der Equity-Methode bewerteten Anteilen Das Ergebnis aus nach der Equity-Methode bewerteten Anteilen belief sich im Geschäftsjahr auf 1.444 T€ (Vorjahr: 446 T€) und resultiert aus dem Ergebnisanteil des assoziierten Unternehmens MLP Hyp GmbH in Höhe von 1.495 T€ (Vorjahr: 454 T€) und des Gemeinschaftsunternehmens Projekte 2 Deutschland.Immobilien GmbH in Höhe von -51 T€ (Vorjahr: -8 T€). Die nach der Equity-Methode bewerteten Anteile betreffen den 49,8% Anteil an der MLP Hyp GmbH, Wiesloch, sowie den 50 % Anteil an der Projekte 2 Deutschland.Immobilien GmbH, Hannover. Die MLP Hyp GmbH betreibt das gemeinsame Baufinanzierungsgeschäft der MLP Finanzberatung SE, Wiesloch, und der Interhyp AG, München. Die Projekte 2 Deutschland.Immobilien GmbH ist eine Zwischenholding innerhalb der DI-Gruppe. Sie hält Anteile an Projektgesellschaften, in denen Immobilienentwicklungen realisiert werden. Die Anteile der MLP Hyp haben sich wie folgt entwickelt:
| Alle Angaben in T€ | 2024 | 2023 |
| Anteil am 1.1. | 2.093 | 4.571 |
| Ausschüttung | -454 | -2.933 |
| Anteiliges Ergebnis nach Steuern | 1.495 | 454 |
| Anteil am 31.12. | 3.134 | 2.093 |
Die nachfolgende Tabelle enthält zusammengefasste Finanzinformationen über die MLP Hyp GmbH:
| Alle Angaben in T€ | 31.12.2024 | 31.12.2023 |
| Langfristige Vermögenswerte | 103 | 123 |
| Kurzfristige Vermögenswerte | 8.665 | 5.653 |
| Langfristige Schulden | - | - |
| Kurzfristige Schulden | 3.512 | 2.083 |
| Nettovermögen (100%) | 5.256 | 3.694 |
| davon Anteil MLP am Nettovermögen | 2.617 | 1.839 |
| Anschaffungsnebenkosten | 151 | 151 |
| Erfolgte Ausschüttungen | -7.338 | -7.229 |
| Aufgelaufenes disquotales Ergebnis | 7.704 | 7.332 |
| Buchwert des Anteils | 3.134 | 2.093 |
| Umsatzerlöse | 16.724 | 12.966 |
| Gesamtergebnis (100%) | 2.256 | 694 |
| Anteil MLP am Gesamtergebnis | 1.495 | 454 |
149 MLP Geschäftsbericht 2024 Die Anteile der Projekte 2 Deutschland.Immobilien GmbH haben sich wie folgt entwickelt:
| Alle Angaben in T€ | 2024 | 2023 |
| Anteil am 1.1. | 109 | 118 |
| Ausschüttung | - | - |
| Anteiliges Ergebnis nach Steuern | -51 | -8 |
| Anteil am 31.12. | 58 | 109 |
Die nachfolgende Tabelle enthält zusammengefasste Finanzinformationen über die Projekte 2 Deutschland.Immobilien GmbH:
| Alle Angaben in T€ | 31.12.2024 | 31.12.2023 |
| Langfristige Vermögenswerte | 38 | 38 |
| Kurzfristige Vermögenswerte | 77 | 192 |
| Langfristige Schulden | - | - |
| Kurzfristige Schulden | - | 12 |
| Nettovermögen (100%) | 116 | 218 |
| davon Anteil MLP am Nettovermögen | 58 | 109 |
| Anschaffungsnebenkosten | - | - |
| Erfolgte Ausschüttungen | ||
| Buchwert des Anteils | 58 | 109 |
| Umsatzerlöse | - | - |
| Gesamtergebnis (100%) | -103 | -16 |
| Anteil MLP am Gesamtergebnis | -51 | -8 |
150 MLP Geschäftsbericht 2024 20.Finanzergebnis
| Alle Angaben in T€ | 2024 | 2023 |
| Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge | 6.279 | 8.423 |
| Zinsaufwendungen aus Finanzinstrumenten | -4.025 | -5.545 |
| Zinsaufwendungen aus bilanzieller Nettoverpflichtung für leistungsorientierte Versorgungszusagen | -1.363 | -1.436 |
| Übrige Zinsaufwendungen | -2.525 | -2.652 |
| Sonstige Zinsen und ähnliche Aufwendungen | -7.913 | -9.633 |
| Bewertungsergebnis betriebsfremd | 6.197 | -539 |
| Finanzergebnis | 4.563 | -1.749 |
Die sonstigen Zinsen und ähnlichen Erträge betreffen mit 953 T€ (Vorjahr: 1.185 T€) Erträge aus der Abzinsung von Rückstellungen. Darüber hinaus sind Zinserträge aus Forderungen gegenüber nicht in den Konzernabschluss einbezogenen verbundenen und assoziierten Unternehmen sowie Unternehmen mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht in Höhe von 2.088 T€ (Vorjahr: 2.724 T€) enthalten. In den sonstigen Zinsen und ähnlichen Erträge sind negative Zinsen auf Bankguthaben in Höhe von -1 T€ (Vorjahr: -54 T€) enthalten. In den sonstigen Zinsen und ähnlichen Aufwendungen sind Aufwendungen aus der Aufzinsung von sonstigen Rückstellungen in Höhe von 270 T€ (Vorjahr: 498 T€) enthalten. Des Weiteren sind Zinsaufwendungen für Fremdkapital in Höhe von 3.637 T€ (Vorjahr: 5.023 T€) enthalten. Darüber hinaus sind Aufwendungen aus der Aufzinsung der Leasingverbindlichkeiten nach IFRS 16 in Höhe von 2.114 T€ (Vorjahr: 1.968 T€) enthalten. Zu weiteren Erläuterungen verweisen wir auf die Anhangangabe 7. 151 MLP Geschäftsbericht 2024 21.Ertragsteuern
| Alle Angaben in T€ | 2024 | 2023 |
| Ertragsteuern | 30.276 | 24.853 |
| davon laufende Steuern vom Einkommen und vom Ertrag | 33.059 | 22.714 |
| davon latente Steuern auf temporäre Differenzen | 2.332 | 4.934 |
| davon latente Steuern auf Verlustvorträge | -5.115 | -2.795 |
In den laufenden Steuern vom Einkommen und vom Ertrag sind Aufwendungen in Höhe von 693 T€ (Vorjahr: Erträge in Höhe von 3.378 T€) enthalten, die Vorperioden betreffen. Die Berechnung der tatsächlichen und der latenten Steuern erfolgt mit den jeweiligen landesspezifischen Ertragsteuersätzen. Der erwartete kombinierte Ertragsteuersatz für inländische Gesellschaften setzt sich zusammen aus der Körperschaftsteuer mit 15,0 % (Vorjahr: 15,0 %), dem Solidaritätszuschlag mit 5,5 % (Vorjahr: 5,5 %) sowie einem durchschnittlichen Gewerbesteuersatz in Höhe von 14,14 % (Vorjahr: 13,32 %) und beträgt 29,76 % (Vorjahr: 29,15 %). Für die Berechnung der latenten Ertragsteuern ist auf die Steuersätze abzustellen, die voraussichtlich zum Zeitpunkt ihrer Realisierung in Kraft sind. Dabei werden die Steuersätze verwendet, die zum Abschlussstichtag für diesen Zeitpunkt gültig oder angekündigt sind. Die nachfolgende Überleitungsrechnung zeigt den Zusammenhang zwischen dem Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit und den Steuern vom Einkommen und vom Ertrag im Geschäftsjahr:
| Alle Angaben in T€ | 2024 | 2023 |
| Ergebnis vor Steuern | 99.554 | 68.976 |
| Konzernertragsteuersatz | 29,76% | 29,15% |
| Rechnerischer Ertragsteueraufwand im Geschäftsjahr | 29.627 | 20.106 |
| Im Ergebnis steuerfreie Einnahmen und permanente Differenzen | -2.189 | 724 |
| Steuerlich nicht abzugsfähige Aufwendungen | 1.461 | 1.863 |
| Abweichende Gewerbesteuerbelastung | 645 | 836 |
| Auswirkung abweichender ausländischer Steuersätze | -1.429 | -912 |
| Periodenfremde Ertragsteuern (laufend und latent) | 625 | -3.321 |
| Verlustverfall | 397 | 1.611 |
| Veränderung der Wertminderungen noch nicht genutzter Verluste | 1.059 | 4.231 |
| Sonstige | 80 | -285 |
| Ertragsteuern | 30.276 | 24.853 |
Der effektive Ertragsteuersatz bezogen auf das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit vor Ertragsteuern beläuft sich auf 30,41 % (Vorjahr: 36,03 %). Die im Ergebnis steuerfreien Einnahmen und permanenten Differenzen beinhalten steuerfreie Dividenden bei der MLP Finanzberatung SE und RVM Versicherungsmakler GmbH, steuerfreie 152 MLP Geschäftsbericht 2024 Veräußerungsgewinne bei der Banking AG und Deutschland.Immobilien Projekte GmbH sowie Wertberichtigungen bei Anteilen an verbundenen Unternehmen und den Wegfall von Anteilen an verbundenen Unternehmen durch Verschmelzung. Steuerlich nicht abzugsfähige Aufwendungen resultieren aus Beratungsaufwendungen für Konzernumstrukturierungen, Bewirtungskosten, Geschenken, den im Zusammenhang mit steuerfreien Dividenden und Veräußerungsgewinnen nicht abzugsfähigen Betriebsausgaben, Aufsichtsratsvergütungen und sonstigen Sachverhalten. Zum 31. Dezember 2024 hat der MLP Konzern für Gesellschaften, die einen Verlust in der laufenden Periode oder in der Vorperiode erlitten haben, aufgrund positiver Planungsrechnung latente Steueransprüche aus temporären Differenzen in Höhe von 60 T€ (Vorjahr: 165 T€) ausgewiesen, die die latenten Steuerverpflichtungen übersteigen. Bei Gesellschaften mit zu versteuernden temporären Differenzen wurden unter Berücksichtigung der Mindestbesteuerung latente Steueransprüche auf steuerliche Verlustvorträge erfasst. Für körperschaftsteuerliche Verluste in Höhe von 59.693 T€ (Vorjahr: 50.373 T€) und gewerbesteuerliche Verluste in Höhe von 64.137 T€ (Vorjahr: 56.285 T€) bestanden gesetzliche oder wirtschaftliche Einschränkungen hinsichtlich ihrer Nutzbarkeit. Deshalb wurden hierfür überwiegend keine aktiven latenten Steuern angesetzt. Wäre eine Nutzbarkeit der Verluste in voller Höhe möglich, hätten theoretisch aktive latente Steuern in Höhe von 12.671 T€ (Vorjahr: 12.416 T€) angesetzt werden müssen. Die latenten Steuerabgrenzungen resultieren aus den Bilanzposten wie folgt:
| Alle Angaben in T€ | Aktive latente Steuern | Passive latente Steuern | ||
| 31.12.2024 | 31.12.2023 | 31.12.2024 | 31.12.2023 | |
| Immaterielle Vermögenswerte | - | - | 18.476 | 17.077 |
| Sachanlagen | 3 | - | 6.360 | 5.923 |
| Finanzanlagen | 3 | 9 | 2.284 | 1.356 |
| Sonstige Aktiva | 3.563 | 3.988 | 7.376 | 10.945 |
| Rückstellungen | 11.253 | 11.027 | 3 | 1 |
| Verbindlichkeiten | 4.930 | 3.096 | 3.114 | 594 |
| Steuerliche Verlustvorträge | 19.514 | 16.769 | - | - |
| Wertminderungen auf Verlustvorträge | -12.671 | -12.416 | - | - |
| Wertminderungen auf temporäre Differenzen | -153 | -168 | - | - |
| Sonstige Passiva | - | - | - | - |
| Bruttowert | 26.442 | 22.305 | 37.613 | 35.896 |
| Saldierung aktiver und passiver latenter Steuern | 17.060 | 18.636 | 17.060 | 18.636 |
| Gesamt | 9.382 | 3.669 | 20.553 | 17.260 |
Der außerhalb der Gewinn- und Verlustrechnung im sonstigen Ergebnis erfasste latente Steueraufwand beträgt 338 T€ (Vorjahr latenter Steuerertrag: 1.557 T€). Davon betreffen 22 T€ (Vorjahr: latenter Steueraufwand: 3 T€) latenten Steueraufwand auf Eigenkapitalinstrumenten zum beizulegenden Zeitwert (FVOCI) und 317 T€ (Vorjahr latenter Steuerertrag: 1.560 T€) latenten Steueraufwand auf die Neubewertung leistungsorientierter Versorgungszusagen. 153 MLP Geschäftsbericht 2024 Die Steuererstattungsansprüche betreffen mit 2.877 T€ (Vorjahr: 3.716 T€) die Körperschaftsteuer und mit 608 T€ (Vorjahr: 3.692 T€) die Gewerbesteuer. Von den Steuererstattungsansprüchen betreffen 994 T€ (Vorjahr: 865 T€) die MLP SE, 17 T€ (Vorjahr: 4.296 T€) die MLP Finanzberatung SE, 999 T€ (Vorjahr: 1.000 T€) die FERI (Luxembourg) S.A., 833 T€ (Vorjahr: 1.066 T€) die DI Deutschland.Immobilien- Gruppe, 535 T€ (Vorjahr: 181 T€) die RVM GmbH und 107 T€ (Vorjahr: 0 T€) die Uniwunder GmbH. Die Steuerverbindlichkeiten betreffen mit 9.305 T€ (Vorjahr: 9.254 T€) die Körperschaftsteuer und mit 9.274 T€ (Vorjahr: 8.291 T€) die Gewerbesteuer. Von den Steuerverbindlichkeiten betreffen 2.232 T€ (Vorjahr: 7.632 T€) die MLP SE, 10.430 T€ (Vorjahr: 4.716 T€) die MLP Finanzberatung SE, 3.849 T€ (Vorjahr: 3.183 T€) die FERI (Luxembourg) S.A., 106 T€ (Vorjahr: 397 T€) die FERI (Schweiz) AG, 1.669 T€ (Vorjahr: 1.568 T€) die DI Deutschland.Immobilien Gruppe, 44 T€ (Vorjahr: 49 T€) die RVM GmbH und 249 T€ (Vorjahr: 0 T€) die Uniwunder GmbH. Die Steuerverbindlichkeiten werden für Steuern vom Einkommen und vom Ertrag der einzelnen Gesellschaften auf der Grundlage der jeweiligen nationalen Besteuerung gebildet. Latente Steuerverpflichtungen sind unter den passiven latenten Steuern ausgewiesen. Zum 31. Dezember 2024 verfügte MLP über in Tochterunternehmen thesaurierte Gewinne in Höhe von rund 129.966 T€ (Vorjahr: 113.926 T€), für die keine latenten Steuerschulden gebildet wurden, da MLP in der Lage ist, den zeitlichen Verlauf der Auflösung der temporären Differenz zu steuern, und es wahrscheinlich ist, dass sich die temporäre Differenz in absehbarer Zeit nicht auflösen wird. Die MLP SE ist gem. § 83 MinStG aufgrund untergeordneter internationaler Tätigkeit von der Mindeststeuer befreit. 154 MLP Geschäftsbericht 2024 22.Ergebnis je Aktie Die Berechnung des unverwässerten Ergebnisses je Aktie basiert auf den folgenden Daten:
| Alle Angaben in T€ | 2024 | 2023 |
| Basis für das unverwässerte Konzernergebnis je Aktie | 69.265 | 48.582 |
| Alle Angaben in Stück | 2024 | 2023 |
| Gewichteter Durchschnitt der Anzahl von Stammaktien für das unverwässerte Konzernergebnis je Aktie | 109.188.748 | 109.208.394 |
Das unverwässerte Ergebnis je Aktie beträgt 0,63 € (Vorjahr: 0,44 €). Die Berechnung des verwässerten Ergebnisses je Aktie basiert auf den folgenden Daten:
| Alle Angaben in T€ | 2024 | 2023 |
| Basis für das verwässerte Konzernergebnis je Aktie | 69.265 | 48.582 |
| Alle Angaben in Stück | 2024 | 2023 |
| Gewichteter Durchschnitt der Anzahl von Stammaktien für das verwässerte Konzernergebnis je Aktie | 109.334.686 | 109.334.686 |
Das verwässerte Ergebnis je Aktie beträgt 0,63 € (Vorjahr: 0,44 €). Der gewichtete Durchschnitt der Anzahl von Stammaktien zur Ermittlung des unverwässerten Ergebnisses je Aktie wird ausschließlich durch den Aktienrückkauf zur Bedienung des Beteiligungsprogramms für MLP Berater und Geschäftsstellenleiter beeinflusst. Durch den Aktienrückkauf der MLP Finanzberatung SE von 577.202 Stück MLP SE Aktien im Zeitraum Januar bis März 2024 und die Ausgabe der MLP SE Aktien im April 2024 von 541.468 Stück, reduziert sich der gewichtete Durchschnitt im Geschäftsjahr. Weitere Angaben zum Beteiligungsprogramm finden sich in Anhangsangabe 36. 155 MLP Geschäftsbericht 2024 Angaben zur Konzernbilanz 23.Immaterielle Vermögenswerte
| Alle Angaben in T€ | Geschäfts-oder Firmenwert | Software (selbst erstellt) | Software (entgeltlich erworben) | Geleistete Anzahlungen und begonnene Entwicklungen | Übrige immaterielle Vermögenswerte | Gesamt |
| Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten | ||||||
| Stand 1.1.2023 | 139.221 | 21.650 | 111.448 | 727 | 112.670 | 385.716 |
| Zugänge | - | 105 | 3.215 | 1.997 | 19 | 5.336 |
| Zugang Konsolidierungskreis | 899 | - | - | - | - | 899 |
| Abgänge | - | - | -174 | -72 | -13 | -260 |
| Umbuchungen | - | 500 | 126 | -626 | - | - |
| Stand 31.12.2023 | 140.120 | 22.255 | 114.614 | 2.026 | 112.676 | 391.691 |
| Zugänge | - | - | 2.422 | 300 | 108 | 2.830 |
| Zugang Konsolidierungskreis | 2.104 | - | 249 | - | - | 2.353 |
| Abgänge | - | - | -3.293 | -74 | -1 | -3.367 |
| Abgänge Konsolidierungskreis | -6 | - | - | - | - | -6 |
| Umbuchungen | - | - | 1.799 | -1.799 | - | 0 |
| Laufende Währungsdifferenz | - | - | -3 | - | - | -3 |
| Stand 31.12.2024 | 142.218 | 22.255 | 115.789 | 453 | 112.783 | 393.497 |
| Planmäßige Abschreibungen und Wertminderungen | ||||||
| Stand 1.1.2023 | 2.850 | 17.506 | 99.698 | - | 31.147 | 151.202 |
| Planmäßige Abschreibungen | - | 1.659 | 6.100 | - | 2.853 | 10.612 |
| Wertminderungen | 4.344 | - | - | - | 240 | 4.585 |
| Abgänge | - | - | -163 | - | -2 | -166 |
| Laufende Währungsdifferenz | - | - | 1 | - | - | 1 |
| Stand 31.12.2023 | 7.195 | 19.165 | 105.635 | - | 34.238 | 166.233 |
| Planmäßige Abschreibungen | - | 1.191 | 3.775 | - | 2.763 | 7.730 |
| Wertminderungen | - | - | - | - | - | - |
| Abgänge | - | - | -2.328 | - | - | -2.328 |
| Laufende Währungsdifferenz | - | - | -1 | - | - | -1 |
| Stand 31.12.2024 | 7.195 | 20.356 | 107.082 | - | 37.001 | 171.634 |
| Buchwert 1.1.2023 | 136.371 | 4.144 | 11.750 | 727 | 81.523 | 234.514 |
| Buchwert 31.12.2023 | 132.925 | 3.090 | 8.978 | 2.026 | 78.438 | 225.458 |
| Buchwert 1.1.2024 | 132.925 | 3.090 | 8.978 | 2.026 | 78.438 | 225.458 |
| Buchwert 31.12.2024 | 135.023 | 1.898 | 8.707 | 453 | 75.783 | 221.864 |
156 MLP Geschäftsbericht 2024 Die Zugänge im Konsolidierungskreis sind auf die erstmalige Konsolidierung der Uniwunder GmbH zurückzuführen. Der Abgang im Konsolidierungskreis resultiert aus der Entkonsolidierung der Sechste Projekte Deuschland.Immobilien GmbH. Weitere Informationen sind in Anhangangabe 5 dargestellt. Die immateriellen Vermögenswerte setzen sich zusammen aus Vermögenswerten mit bestimmter und unbestimmter/unbestimmbarer Nutzungsdauer. Die planmäßigen Abschreibungen und Wertminderungen auf immaterielle Vermögenswerte sind in Anhangangabe 17 dargestellt.
| Nutzungsdauer 31.12.2024 | Nutzungsdauer 31.12.2023 | |
| Entgeltlich erworbene Software/Lizenzen | 2-7 Jahre | 3-7 Jahre |
| Selbst erstellte Software | 3-5 Jahre | 3-5 Jahre |
| Entgeltlich erworbene Markenrechte | - | - |
| Kundenbeziehungen/Vertragsbestände | 10-25 Jahre; 40 Jahre | 10-25 Jahre; 40 Jahre |
| Vorteilhafter Mietvertrag | 5 Jahre | 5 Jahre |
| Geschäfts- oder Firmenwert/Markennamen | unbestimmbar | unbestimmbar |
Die aus Unternehmenserwerben stammenden Geschäfts- oder Firmenwerte (Goodwill) wurden von MLP auf Ebene von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten zugeordnet. Das berichtspflichtige Geschäftssegment Finanzberatung enthält die Gruppen von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten (1) Finanzberatung, (2) Betriebliche Vorsorge und (3) ZSH. Der aus der Erstkonsolidierung der Uniwunder entstandene Geschäfts- oder Firmenwert wurde der zahlungsmittelgenerierenden Einheit Finanzberatung zugeordnet. Wir verweisen auf weitere Angaben in Anhangangabe 5. Auf das berichtspflichtige Geschäftssegment Banking wurde kein Goodwill allokiert. Das berichtspflichtige Geschäftssegment FERI enthält die zahlungsmittelgenerierende Einheit FERI Assetmanagement. Das berichtspflichtige Geschäftssegment DOMCURA enthält die zahlungsmittelgenerierende Einheit DOMCURA. Das berichtspflichtige Geschäftssegment Deutschland.Immobilien enthält die DI Projekte und die DI Vertrieb als zahlungsmittelgenerierende Einheiten. Der aus dem Erwerb der RVM, der Jahn und der DSV Gruppe entstandene Geschäfts- oder Firmenwert wurde einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit Industriemakler zugeordnet, die wiederum dem berichtspflichtigen Geschäftssegment Industriemakler zugeordnet sind. Aus Unternehmenserwerben wurden den zahlungsmittelgenerierenden Einheiten Geschäfts- oder Firmenwerte in folgender Höhe zugeordnet:
| Alle Angaben in T€ | 31.12.2024 | 31.12.2023 |
| Finanzberatung | 24.146 | 22.042 |
| Betriebliche Vorsorge | 9.955 | 9.955 |
| ZSH | 4.072 | 4.072 |
157 MLP Geschäftsbericht 2024
| Finanzberatung | 38.173 | 36.069 |
| FERI Assetmanagement | 56.940 | 56.940 |
| FERI | 56.940 | 56.940 |
| DOMCURA | 5.663 | 5.663 |
| DOMCURA | 5.663 | 5.663 |
| DI Projekte | 11.701 | 11.706 |
| DI Vertrieb | 8.630 | 8.630 |
| Deutschland.Immobilien | 20.331 | 20.336 |
| Industriemakler | 13.917 | 13.917 |
| Industriemakler | 13.917 | 13.917 |
| Gesamt | 135.023 | 132.925 |
Der erzielbare Betrag wird über den Nutzungswert der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten bestimmt. Dies erfordert durch die Unternehmensleitung die Schätzung der voraussichtlichen künftigen Cashflows auf einen Detail-Planungshorizont von vier Jahren. Im Geschäftsjahr 2024 bestand kein Abwertungsbedarf für die aktivierten Geschäfts- oder Firmenwerte. Im Vorjahr wurde innerhalb des berichtspflichtigen Segments Deutschland.Immobilien für die zahlungsmittelgenerierende Einheit DI Vertrieb ein Abwertungsbedarf in Höhe von 4.344 T€ erfasst. Die im Folgenden dargestellten, wesentlichen Annahmen wurden dem Wertminderungstest zugrunde gelegt.
| Berichtspflichtiges Geschäftssegment Finanzberatung | ||
| Zahlungsmittelgenerierende Einheit Finanzberatung | ||
| Gewichteter Durchschnitt (in Prozent) | 2024 | 2023 |
| Abzinsungssatz (vor Steuer) | 9,7 | 11,6 |
| Wachstumsrate des Endwerts | 1,2 | 1,2 |
| Erwartete EBT Wachstumsrate (relativer durchschnittlicher EBT Anstieg pro Jahr) | 14,2 | 3,8 |
| Zahlungsmittelgenerierende Einheit Betriebliche Vorsorge | ||
| Gewichteter Durchschnitt (in Prozent) | 2024 | 2023 |
| Abzinsungssatz (vor Steuer) | 9,7 | 11,5 |
| Wachstumsrate des Endwerts | 1,2 | 1,2 |
| Erwartete EBT Wachstumsrate (relativer durchschnittlicher EBT Anstieg pro Jahr) | 22,9 | 13,0 |
| Zahlungsmittelgenerierende Einheit ZSH | ||
| Gewichteter Durchschnitt (in Prozent) | 2024 | 2023 |
| Abzinsungssatz (vor Steuer) | 9,3 | 10,9 |
| Wachstumsrate des Endwerts | 1,2 | 1,2 |
158 MLP Geschäftsbericht 2024
| Erwartete EBT Wachstumsrate (relativer durchschnittlicher EBT Anstieg pro Jahr) | * | * |
| * Wachstumsrate aufgrund negativer Ausgangsbasis rechnerisch nicht ermittelbar. | ||
| --- | --- | --- |
| Berichtspflichtiges Geschäftssegment FERI | ||
| Zahlungsmittelgenerierende Einheit FERI Assetmanagement | ||
| Gewichteter Durchschnitt (in Prozent) | 2024 | 2023 |
| Abzinsungssatz (vor Steuer) | 13,5 | 14,8 |
| Wachstumsrate des Endwerts | 1,2 | 1,2 |
| Erwartete EBT Wachstumsrate (relativer durchschnittlicher EBT Anstieg pro Jahr) | 2,9 | 15,8 |
| --- | --- | --- |
| Berichtspflichtiges Geschäftssegment DOMCURA | ||
| Zahlungsmittelgenerierende Einheit DOMCURA | ||
| Gewichteter Durchschnitt (in Prozent) | 2024 | 2023 |
| Abzinsungssatz (vor Steuer) | 9,5 | 11,3 |
| Wachstumsrate des Endwerts | 1,2 | 1,2 |
| Erwartete EBT Wachstumsrate (relativer durchschnittlicher EBT Anstieg pro Jahr) | 17,0 | 7,4 |
| --- | --- | --- |
| Berichtspflichtiges Geschäftssegment Deutschland.Immobilien | ||
| Zahlungsmittelgenerierende Einheit DI Projekte | ||
| Gewichteter Durchschnitt (in Prozent) | 2024 | 2023 |
| Abzinsungssatz (vor Steuer) | 9,9 | 15,3 |
| Wachstumsrate des Endwerts | 1,2 | 1,2 |
| Erwartete EBT Wachstumsrate (relativer durchschnittlicher EBT Anstieg pro Jahr) | * | * |
| Zahlungsmittelgenerierende Einheit DI Vertrieb | ||
| Gewichteter Durchschnitt (in Prozent) | ||
| Abzinsungssatz (vor Steuer) | 9,7 | 14,9 |
| Wachstumsrate des Endwerts | 1,2 | 1,2 |
| Erwartete EBT Wachstumsrate (relativer durchschnittlicher EBT Anstieg pro Jahr) | * | * |
159 MLP Geschäftsbericht 2024
| * Wachstumsrate aufgrund negativer Ausgangsbasis rechnerisch nicht ermittelbar. | ||
| --- | --- | --- |
| Berichtspflichtiges Geschäftssegment Industriemakler | ||
| Zahlungsmittelgenerierende Einheit Industriemakler | ||
| Gewichteter Durchschnitt (in Prozent) | 2024 | 2023 |
| Abzinsungssatz (vor Steuer) | 9,3 | 11,0 |
| Wachstumsrate des Endwerts | 1,2 | 1,2 |
| Erwartete EBT Wachstumsrate (relativer durchschnittlicher EBT Anstieg pro Jahr) | 11,9 | 33,9 |
Bei den zugrunde gelegten Annahmen geht MLP von weiteren Unsicherheiten und Einschränkungen u.a. durch die anhaltenden Auswirkungen des Ukraine Konflikts auf die geopolitische und makroökonomische Lage aus. Der Kapitalisierungszins setzt sich aus einem risikolosen Zins in Höhe von 2,50 % (Vorjahr: 2,80 %), einer Marktrisikoprämie 6,50 % (Vorjahr: 6,82 %) sowie einem individuellen Beta-Faktor für jede zahlungsmittelgenerierende Einheit zusammen, welches sich zwischen 0,70 bis 1,15 (Vorjahr: 0,82 bis 1,19) bewegt. Im Projektentwicklungsgeschäft der Deutschland.Immobilien werden Projekte mit einer durchschnitt-lichen Projektlaufzeit von bis zu vier Jahren realisiert. Durch den zeitlich begrenzten Lebenszyklus eines Immobilienprojektes sind in der Unternehmensplanung nicht nur zum Bilanzstichtag bereits begonnene und konkretisierte Projektvorhaben enthalten, sondern auch solche Projekte, die am Bilanzstichtag noch nicht begonnen aber hinreichend konkretisiert sind. Zum Bilanzstichtag fließen für die zahlungsmittelgenerierende Einheit DI Projekte folgende Annahmen in die Detailplanung der voraussichtlichen künftigen Cashflows ein: •Beendigung der zum Bilanzstichtag in Umsetzung befindlichen sowie konkretisierten Immobilienprojekte bis zum Ende des Detailplanungszeitraums 2028 und •zwei noch nicht begonnene aber hinreichend konkretisierte Projekte mit Projektabschluss bis Ende 2028. Um das für die zahlungsmittelgenerierende Einheit DI Projekte erwartete nachhaltige Wachstum von 1,2 % erreichen zu können, werden für die in den Werthaltigkeitstest eingehende Planung die voraussichtlichen künftigen Cashflows des Detailplanungszeitraums 2025-2028 mittels einer anschließenden Übergangsphase in die sogenannte „ewige Rente“ fortgeschrieben. Für diese Übergangsphase wird ausgehend von dem durchschnittlichen Umsatzwachstum im Detailplanungszeitraum ein langfristig erzielbares Umsatzniveau abgeleitet, und zwar unter Berücksichtigung der hierfür erforderlichen, auf historischen Erfahrungswerten basierenden Fremdkapitalaufnahme sowie unter Einbezug von immobilienprojektspezifischen Zyklen. Diese Übergangsphase ist angesichts des im Geschäftsjahr gestarteten Restrukturierungsverfahrens und einer 160 MLP Geschäftsbericht 2024 Anpassung der strategischen Ausrichtung des Projektentwicklungsgeschäfts erforderlich, um einen stabilen und nachhaltigen Zustand zu erreichen. MLP hat bei der Durchführung der Wertminderungstests Sensitivitätsanalysen vorgenommen. Um einen möglichen anhaltenden konjunkturellen Abschwung über das Jahr 2025 hinweg zu simulieren, wurde ein sogenanntes adverses Szenario entwickelt. Dieses Szenario führt zu einer Verminderung der geplanten Ergebnisse vor Steuern im ersten Detailplanjahr von bis zu 176 % (Vorjahr: Verminderung der geplanten Ergebnisse vor Steuern in den vier Detailplanjahren bis zu 37 %) in den zahlungsmittelgenerierenden Einheiten FERI Assetmanagement, DOMCURA, Finanzberatung und Industriemakler. Insofern wurde eine entsprechende Verminderung der geplanten Ergebnisse vor Steuern in diesen vier zahlungsmittelgenerierenden Einheiten untersucht. Die Verminderung der geplanten Ergebnisse vor Steuern führt bei keiner der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten zu einem Wertminderungsbedarf des aktivierten Geschäfts- oder Firmenwerts; in keiner zahlungsmittelgenerierenden Einheit würde der Buchwert den erzielbaren Betrag übersteigen. Des Weiteren wurden für alle zahlungsmittelgenerierenden Einheiten die Auswirkungen aus einer Erhöhung des risikolosen Zinssatzes um 70 Basispunkte (Vorjahr: 70 Basispunkte) untersucht, daneben eine Verminderung der Wachstumsraten im Endwert von 1,2 % auf 1,0 % (Vorjahr: 1,2 % auf 1,0 %). Beide Szenarien würden in keiner zahlungsmittelgenerierenden Einheit zu einem Wertminderungsbedarf des aktivierten Geschäfts- oder Firmenwerts führen; in keiner zahlungsmittelgenerierenden Einheit würde der Buchwert den erzielbaren Betrag übersteigen. Darüber hinaus hat MLP zwei weitere Sensitivitätsanalysen für die zahlungsmittelgenerierende Einheit DI Projekte durchgeführt. In die zugrunde liegenden Annahmen fließen Zinsen für die erforderliche geplante Fremdkapitalaufnahme ein. Deshalb wurden zum einen die Auswirkungen aus einer Erhöhung der Fremdkapitalzinsen um 50% bei unverändertem Fremdfinanzierungsbedarf in der Übergangsphase untersucht. Zum anderen wurden einmal die Auswirkungen aus einer Erhöhung des Fremdfinanzierungsbedarf um 50% bei unveränderten Fremdkapitalzinsen in der Übergangsphase simuliert. In beiden Szenarien würde sich kein Wertminderungsbedarf des aktivierten Geschäfts- oder Firmenwerts der zahlungsmittelgenerierenden Einheit DI Projekte ergeben; der Buchwert der zahlungsmittelgenerierenden Einheit DI Projekte würde nicht den erzielbaren Betrag übersteigen. Die übrigen immateriellen Vermögenswerte beinhalten im Wesentlichen erworbene Markenrechte, Kundenbeziehungen/Vertragsbestände mit bestimmter Nutzungsdauer sowie im Rahmen von Unternehmenserwerben erworbene Markennamen mit unbestimmter Nutzungsdauer. Angesichts des Bekanntheitsgrads dieser Marken lässt sich auch aus heutiger Sicht ein Ende der Nutzungsdauer nicht verlässlich bestimmen. Die erworbenen Marken sind nachfolgenden zahlungsmittelgenerierenden Einheiten zugeordnet: Die Marke „FERI“ ist vollständig der zahlungsmittelgenerierenden Einheit des berichtspflichtigen Geschäftssegments „FERI“ zugeordnet:
| Alle Angaben in T€ | 2024 | 2023 |
| FERI Assetmanagement | 15.829 | 15.829 |
| FERI | 15.829 | 15.829 |
Die Marke „DOMCURA“ ist vollständig der zahlungsmittelgenerierenden Einheit des berichtspflichtigen Geschäftssegments „DOMCURA“ zugeordnet: 161 MLP Geschäftsbericht 2024
| Alle Angaben in T€ | 2024 | 2023 |
| DOMCURA | 7.023 | 7.023 |
| DOMCURA | 7.023 | 7.023 |
Verfügungsbeschränkungen und Verpfändungen bestehen für immaterielle Vermögenswerte nicht. Am 31. Dezember 2024 bestehen vertragliche Verpflichtungen für den Erwerb von immateriellen Vermögenswerten in Höhe von netto 0 T€ (Vorjahr: 128 T€). 162 MLP Geschäftsbericht 2024 24.Sachanlagevermögen
| Alle Angaben in T€ | Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten* | Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung* | Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau* | Gesamt |
| Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten | ||||
| Stand 1.1.2023 | 103.952 | 58.798 | 731 | 163.482 |
| Umrechnungsbedingte Wertänderungen | - | 24 | - | 24 |
| Zugänge | 1.036 | 6.730 | 3.669 | 11.434 |
| Zugang Konsolidierungskreis | - | - | - | - |
| Abgänge | -228 | -3.070 | -6 | -3.304 |
| Umbuchungen | 269 | 506 | -774 | - |
| Stand 31.12.2023 | 105.029 | 62.987 | 3.620 | 171.635 |
| Umrechnungsbedingte Wertänderungen | - | -10 | - | -10 |
| Zugänge | 236 | 7.883 | 16.294 | 24.413 |
| Zugang Konsolidierungskreis | - | 47 | - | 47 |
| Abgänge | -114 | -1.027 | -136 | -1.277 |
| Umbuchungen | 19 | 5.180 | -5.199 | - |
| Stand 31.12.2024 | 105.169 | 75.059 | 14.579 | 194.808 |
| Planmäßige Abschreibungen und Wertminderungen | ||||
| Stand 1.1.2023 | 37.020 | 43.423 | - | 80.443 |
| Umrechnungsbedingte Wertänderungen | - | 10 | - | 10 |
| Planmäßige Abschreibungen | 2.334 | 5.008 | - | 7.342 |
| Zugang Abschreibungen | - | - | - | - |
| Wertminderungen | - | - | - | - |
| Abgänge | -228 | -3.026 | - | -3.254 |
| Laufende Währungsbedinge Wertänderungen | - | 2 | - | 2 |
| Stand 31.12.2023 | 39.126 | 45.418 | - | 84.543 |
| Umrechnungsbedingte Wertänderungen | - | -5 | - | -5 |
| Planmäßige Abschreibungen | 2.990 | 5.758 | - | 8.749 |
| Zugang Abschreibungen | - | - | - | - |
| Wertminderungen | - | - | - | - |
| Abgänge | -84 | -998 | - | -1.082 |
| Laufende Währungsbedinge Wertänderungen | - | -1 | - | -1 |
| Stand 31.12.2024 | 42.032 | 50.172 | - | 92.204 |
| Buchwert 1.1.2023 | 66.933 | 15.375 | 731 | 83.039 |
| Buchwert 31.12.2023 | 65.903 | 17.569 | 3.620 | 87.092 |
| Buchwert 1.1.2024 | 65.903 | 17.569 | 3.620 | 87.092 |
163 MLP Geschäftsbericht 2024
| Buchwert 31.12.2024 | 63.137 | 24.887 | 14.579 | 102.604 |
| *ohne Leasing gezeigt | ||||
Der Zugang im Konsolidierungskreis ist auf die erstmalige Konsolidierung der Uniwunder GmbH zurückzuführen. Weitere Informationen sind in Anhangangabe 5 dargestellt.
| Nutzungsdauern Sachanlagen | ||
| Nutzungsdauer/Restwert 31.12.2024 | Nutzungsdauer/Restwert 31.12.2023 | |
| Verwaltungsgebäude | 33 Jahre auf den Restwert (30% der ursprünglichen Anschaffungskosten) | 33 Jahre auf den Restwert (30% der ursprünglichen Anschaffungskosten) |
| Außenanlagen | 15-20 Jahre | 15-20 Jahre |
| Einbauten in fremde Gebäude | 10 Jahre oder Dauer des jeweiligen Mietvertrags | 10 Jahre oder Dauer des jeweiligen Mietvertrags |
| Raumausstattungen | 3-25 Jahre | 3-25 Jahre |
| EDV-Hardware | 1-11 Jahre | 1-11 Jahre |
| Büroeinrichtungen, Büromaschinen | 2-20 Jahre | 2-23 Jahre |
| PKW | 2-6 Jahre | 2-6 Jahre |
| Sonstige Transportmittel | 6-7 Jahre | 6-7 Jahre |
| Kunstwerke | 15-20 Jahre | 15-20 Jahre |
Die planmäßigen Abschreibungen und Wertminderungen auf Sachanlagen sind in Anhangangabe 17 dargestellt. Bei den Geleisteten Anzahlungen und Anlagen im Bau handelt es sich neben entgeltlich erworbenem Sachanlagevermögen auch um Herstellungskosten im Zusammenhang mit Bauleistungen. Verfügungsbeschränkungen oder Verpfändungen bestehen für Sachanlagen nicht. Vertragliche Verpflichtungen für den Erwerb von Sachanlagen belaufen sich am 31. Dezember 2024 auf netto 2.186 T€ (Vorjahr: 5.052 T€). Leasingverhältnisse Nutzungsrechte aus Leasingverhältnissen werden unter dem Posten Sachanlagevermögen ausgewiesen. Zum 31. Dezember 2024 bestehen Nutzungsrechte in Höhe von 55.300 T€ (Vorjahr: 55.242 T€), davon entfallen 52.098 T€ (Vorjahr: 52.250 T€) auf gemietete Immobilien, 3.105 T€ (Vorjahr: 2.799 T€) auf Fahrzeugleasing und 97 T€ (Vorjahr: 193 T€) auf Betriebs- und Geschäftsausstattung. Im Geschäftsjahr haben sich die Nutzungsrechte aus Leasingverhältnissen wie folgt entwickelt. Es gab Zugänge in Höhe von 14.790 T€ (Vorjahr: 15.851 T€) und Abgänge in Höhe von 4.617 T€ (Vorjahr: 3.745 T€). Im Geschäftsjahr sind Abschreibungen auf Nutzungsrechte aus Leasingverhältnissen in Höhe von 3.434 T€ (Vorjahr: 2.737 T€) abgegangen. Im Wesentlichen resultieren die Veränderungen aus den gemieteten Immobilien. Umrechnungsbedingte Wertänderungen erhöhten die Nutzungsrechte aus Leasingverhältnissen um 16 T€ (Vorjahr: 167 T€) und resultierten insbesondere aus der Aufwertung des Schweizer Franken gegenüber dem Euro. 164 MLP Geschäftsbericht 2024 Die planmäßigen Abschreibungen und Wertminderungen sind in Anhangangabe 17 dargestellt. In 2024 wurden teilweise Immobilien untervermietet, woraus ein Ertrag von 438 T€ (Vorjahr: 395 T€) erfasst wurde. Die folgende Tabelle stellt eine Fälligkeitsanalyse der Zuflüsse aus der Untervermietung von Immobilien dar und zeigt die nach dem Bilanzstichtag zu erhaltenden, nicht diskontierten Zahlungen des Geschäftsjahres und des Vorjahres.
| Alle Angaben in T€ | Bis 1 Jahr | 1-5 Jahre | >5 Jahre | Gesamt |
| Untervermietung 2024 | 510 | 719 | - | 1.229 |
| Untervermietung 2023 | 148 | 122 | - | 270 |
25.Forderungen gegen Kunden aus dem Bankgeschäft
| Forderungen gegen Kunden aus dem Bankgeschäft | ||
| Alle Angaben in T€ | 31.12.2024 | 31.12.2023 |
| Ausgereichte Darlehen | 1.107.427 | 980.389 |
| Industrieschuldscheindarlehen | 95.194 | 127.980 |
| Forderungen aus Kreditkarten | 131.074 | 103.034 |
| Forderungen aus Kontokorrentkonten | 24.155 | 24.982 |
| Forderungen aus der Vermögensverwaltung | 1.869 | 1.042 |
| Sonstige | 7.827 | 4.768 |
| Gesamt, brutto | 1.367.546 | 1.242.195 |
| Wertminderungen | -11.699 | -11.206 |
| Gesamt, netto | 1.355.847 | 1.230.989 |
Per 31. Dezember 2024 betragen die Forderungen (netto) mit einer Restlaufzeit von über einem Jahr 1.171.242 T€ (Vorjahr: 996.644 T€). Die Bruttobuchwerte der Forderungen gegen Kunden aus dem Bankgeschäft haben sich im Berichtsjahr wie folgt entwickelt: 165 MLP Geschäftsbericht 2024
| Überleitungsrechnung der Bruttobuchwerte der Forderungen gegen Kunden aus dem Bankgeschäft 2024 | |||||
| Alle Angaben in T€ | Stufe 1 (12 Monats ECL) | Stufe 2 (Gesamtlaufzeit-ECL – nicht bonitätsbeeinträchtigt) | Stufe 3 (Gesamtlaufzeit- ECL – wertgeminderte Kredite) | Erworbene oder ausgereichte wertgeminderte Finanzinstrumente (POCI) | Gesamt |
| Stand 1.1.2024 | 1.128.360 | 98.588 | 13.574 | 1.674 | 1.242.196 |
| Transfer in Stufe 1 | 25.925 | -25.918 | -7 | - | - |
| Transfer in Stufe 2 | -40.262 | 40.284 | -22 | - | - |
| Transfer in Stufe 3 | -5.823 | -367 | 6.189 | - | - |
| Zuführung | 232.572 | 31.830 | 454 | - | 264.856 |
| Davon neu erworbene oder ausgegebene finanzielle Vermögenswerte | 126.071 | 6.515 | 433 | - | 133.019 |
| Davon Bestandsgeschäft | 106.501 | 25.315 | 21 | - | 131.837 |
| Abgänge | -115.462 | -18.329 | -5.715 | - | -139.505 |
| Davon ausgebuchte finanzielle Vermögenswerte | -50.856 | -11.418 | -4.423 | - | -66.696 |
| Davon Bestandsgeschäft | -64.606 | -6.911 | -1.091 | - | -72.608 |
| Davon Abschreibung (Write-offs) | - | - | -201 | - | -201 |
| Stand 31.12.2024 | 1.225.309 | 126.089 | 14.474 | 1.674 | 1.367.546 |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Überleitungsrechnung der Bruttobuchwerte der Forderungen gegen Kunden aus dem Bankgeschäft 2023 | |||||
| Alle Angaben in T€ | Stufe 1 (12 Monats ECL) | Stufe 2 (Gesamtlaufzeit-ECL – nicht bonitätsbeeinträchtigt) | Stufe 3 (Gesamtlaufzeit- ECL – wertgeminderte Kredite) | Erworbene oder ausgereichte wertgeminderte Finanzinstrumente (POCI) | Gesamt |
| Stand 1.1.2023 | 1.093.390 | 55.971 | 12.315 | 27 | 1.161.702 |
| Transfer in Stufe 1 | 17.440 | -17.153 | -287 | - | - |
| Transfer in Stufe 2 | -63.106 | 63.256 | -150 | - | - |
| Transfer in Stufe 3 | -323 | -6.613 | 6.937 | - | - |
| Zuführung | 209.064 | 7.124 | 574 | 1.652 | 218.414 |
| Davon neu erworbene oder ausgegebene finanzielle Vermögenswerte | 100.436 | 5.531 | - | 1.652 | 107.619 |
| Davon Bestandsgeschäft | 108.628 | 1.594 | 574 | - | 110.795 |
| Abgänge | -128.105 | -3.997 | -5.814 | -4 | -137.920 |
| Davon ausgebuchte finanzielle Vermögenswerte | -78.629 | -2.027 | -269 | - | -80.925 |
| Davon Bestandsgeschäft | -49.476 | -1.970 | -5.277 | - | -56.723 |
166 MLP Geschäftsbericht 2024
| Davon Abschreibung (Write-offs) | - | - | -268 | - | -268 |
| Stand 31.12.2023 | 1.128.360 | 98.588 | 13.574 | 1.674 | 1.242.195 |
MLP hält Forderungen gegen Kunden aus dem Bankgeschäft, um die vertraglichen Zahlungsströme zu vereinnahmen, und bewertet sie in der Folge unter Anwendung der Effektivzinsmethode zu fortgeführten Anschaffungskosten. Vorausgesetzt es liegt kein Ausfall vor, werden sämtliche finanziellen Vermögenswerte zum Zugangszeitpunkt in Stufe 1 ausgewiesen und mit einem erwarteten Ausfall für die nächsten zwölf Monate wertgemindert. Steigt das Kreditrisiko signifikant an, erfolgt ein Transfer von Stufe 1 in Stufe 2. Dies geht einher mit einer Berechnung der Wertminderung anhand des erwarteten Kreditverlustes über die gesamte Restlaufzeit. Liegen objektive Hinweise auf eine Bonitätsbeeinträchtigung oder einen Ausfallstatus vor, wird der finanzielle Vermögenswert in Stufe 3 ausgewiesen. Einzelheiten zu den Wertminderungsmethoden und der Berechnung der Wertminderungen sind in Anhangangabe 7 enthalten. Im Berichtsjahr hat sich die Risikovorsorge auf Forderungen gegen Kunden aus dem Bankgeschäft wie folgt entwickelt:
| Entwicklung der Risikovorsorge nach IFRS 9 2024 | |||||
| Alle Angaben in T€ | Stufe 1 (12 Monats ECL) | Stufe 2 (Gesamtlaufzeit-ECL – nicht wertgemindert) | Stufe 3 (Gesamtlaufzeit- ECL – wertgeminderte Kredite) | Erworbene oder ausgereichte wertgeminderte Finanzinstrumente (POCI) | Gesamt |
| Stand 1.1.2024 | 1.402 | 3.473 | 6.330 | 2 | 11.206 |
| Transfer in Stufe 1 | 44 | -44 | - | - | - |
| Transfer in Stufe 2 | -69 | 69 | -1 | - | - |
| Transfer in Stufe 3 | -0 | -4 | 4 | - | - |
| Zuführung | 615 | 2.704 | 3.291 | - | 6.610 |
| Davon neu erworbene oder ausgegebene finanzielle Vermögenswerte | - | - | - | - | - |
| Davon Bestandsgeschäft | 615 | 2.704 | 3.291 | - | 6.610 |
| Abgänge | -492 | -1.259 | -4.364 | - | -6.115 |
| davon Verbrauch | - | - | -3.224 | - | -3.224 |
| davon Auflösung | -492 | -1.259 | -1.140 | - | -2.891 |
| Stand 31.12.2024 | 1.500 | 4.939 | 5.261 | 2 | 11.701 |
167 MLP Geschäftsbericht 2024
| Entwicklung der Risikovorsorge nach IFRS 9 2023 | |||||
| Alle Angaben in T€ | Stufe 1 (12 Monats ECL) | Stufe 2 (Gesamtlaufzeit-ECL – nicht wertgemindert) | Stufe 3 (Gesamtlaufzeit- ECL – wertgeminderte Kredite) | Erworbene oder ausgereichte wertgeminderte Finanzinstrumente (POCI) | Gesamt |
| Stand 1.1.2023 | 1.762 | 4.353 | 6.292 | 2 | 12.408 |
| Transfer in Stufe 1 | 29 | -29 | - | - | - |
| Transfer in Stufe 2 | -188 | 192 | -4 | - | - |
| Transfer in Stufe 3 | -2 | -690 | 692 | - | - |
| Zuführung | 542 | 1.476 | 2.170 | - | 4.188 |
| Davon neu erworbene oder ausgegebene finanzielle Vermögenswerte | 225 | 254 | - | - | 479 |
| Davon Bestandsgeschäft | 317 | 1.222 | 2.170 | - | 3.709 |
| Abgänge | -742 | -1.829 | -2.819 | - | -5.390 |
| davon Verbrauch | -112 | -241 | -2.800 | - | -3.153 |
| davon Auflösung | -631 | -1.588 | -19 | - | -2.238 |
| Stand 31.12.2023 | 1.402 | 3.473 | 6.330 | 2 | 11.206 |
Die Risikovorsorge hat sich im Geschäftsjahr von 11.206 T€ auf 11.701 T€ erhöht. Die Risikovorsorge auf das Bestandsgeschäft hat sich durch Bonitätsveränderungen und Stufentransfers in Stufe 3 um 3.291 T€ (Vorjahr: 2.170 T€) erhöht. Im Geschäftsjahr wurde das Post Model Adjustment um 991 T€ auf 2.000 T€ angehoben, um der gestiegenen Risikolage durch das Aufkommen und die Auswirkungen geopolitischer Krisen und makroökonomischer Unsicherheiten, u.a. im Zusammenhang mit der neuen US-Administration sowie den vielfältigen Krisenherden (Ukraine, Gaza/Israel, etc.), Rechnung zu tragen. Für weitere Erläuterungen verweisen wir auf Anhangangabe 7. Zuführungen zur Stufe 2 ergeben sich in Höhe von 2.704 T€ (Vorjahr: 1.476 T€) im Wesentlichen aus Bonitätsverschlechterungen und dem damit einhergehenden Transfer von Stufe 1 in Stufe 2 sowie Zuführungen in Höhe von 991 T€ für das Post Model Adjustment. Dem stehen Abgänge in der Stufe 2 in Höhe von -1.259 T€ (Vorjahr: -1.588 T€) und Abgänge in der Stufe 3 in Höhe von -4.364 T€ (Vorjahr: -2.819 T€), die mit Bonitätsverbesserungen einhergehen, gegenüber. Die ergebniswirksamen Zuführungen in Höhe von 6.610 T€ (Vorjahr: 4.188 T€) sowie Auflösungen in Höhe von -2.891 T€ (Vorjahr: -2.238 T€) führten unter Berücksichtigung von Direktabschreibungen in Höhe von 201 T€ (Vorjahr: 268 T€) sowie Eingängen auf abgeschriebene Forderungen in Höhe von -160 T€ (Vorjahr: -193 T€) im Berichtsjahr zu einem Netto-Risikovorsorgeaufwand von 3.760 T€ (Vorjahr: 2.025 T€). 168 MLP Geschäftsbericht 2024
| Qualitative und quantitative Informationen über Beiträge aus erwarteten Verlusten 2024 | |||||||
| Alle Angaben in T€ | Max. Ausfallrisiko ohne Berücksichtigung von Sicherheiten oder sonstigen bonitätsverbessernden Maßnahmen zum 31.12.2024 | Finanzinstrumente der Stufe 1 | Finanzinstrumente der Stufe 2 | Finanzinstrumente der Stufe 3 und POCI | |||
| Davon max. Ausfallrisiko der Stufe 1 | Davon Risikominderung durch Sicherheiten* | Davon max. Ausfallrisiko der Stufe 2 | Davon Risikominderung durch Sicherheiten* | Davon max. Ausfallrisiko der Stufe 3 / POCI | Davon Risikominderung durch Sicherheiten* | ||
| Forderungen gegen Kunden aus dem Bankgeschäft (AC) | 1.355.847 | 1.223.705 | 368.669 | 123.253 | 34.601 | 8.889 | 2.171 |
| Forderungen gegen Kreditinstitute aus dem Bankgeschäft (AC) | 764.881 | 764.881 | - | - | - | - | - |
| Finanzanlagen (AC) | 168.240 | 168.240 | - | - | - | - | |
| Sonstige Forderungen (AC) | 232.957 | - | - | 213.679 | - | 19.278 | - |
| Bürgschaften und Gewährleitungen | 2.703 | 2.647 | - | 52 | - | 3 | - |
| Unwiderrufliche Kreditzusagen | 113.096 | 111.073 | - | 2.023 | - | - | - |
| Gesamt | 2.637.723 | 2.270.546 | 368.669 | 339.007 | 34.601 | 28.171 | 2.171 |
| *Als Sicherheiten, die das maximale Ausfallrisiko mindern, sind Grundschulden angesetzt. | |||||||
169 MLP Geschäftsbericht 2024
| Qualitative und quantitative Informationen über Beiträge aus erwarteten Verlusten 2023 | |||||||
| Alle Angaben in T€ | Max. Ausfallrisiko ohne Berücksichtigung von Sicherheiten oder sonstigen bonitätsverbessernden Maßnahmen zum 31.12.2023 | Finanzinstrumente der Stufe 1 | Finanzinstrumente der Stufe 2 | Finanzinstrumente der Stufe 3 und POCI | |||
| Davon max. Ausfallrisiko der Stufe 1 | Davon Risikominderung durch Sicherheiten* | Davon max. Ausfallrisiko der Stufe 2 | Davon Risikominderung durch Sicherheiten* | Davon max. Ausfallrisiko der Stufe 3 / POCI | Davon Risikominderung durch Sicherheiten* | ||
| Forderungen gegen Kunden aus dem Bankgeschäft (AC) | 1.230.989 | 1.144.988 | 336.929 | 77.822 | 26.865 | 8.179 | 1.738 |
| Forderungen gegen Kreditinstitute aus dem Bankgeschäft (AC) | 779.074 | 779.074 | - | - | - | - | - |
| Finanzanlagen (AC) | 162.093 | 162.093 | - | - | - | - | - |
| Sonstige Forderungen (AC) | 208.030 | - | - | 203.207 | - | 4.824 | - |
| Bürgschaften und Gewährleitungen | 2.096 | 2.007 | - | 59 | - | 29 | - |
| Unwiderrufliche Kreditzusagen | 131.137 | 127.769 | - | 3.369 | - | - | - |
| Gesamt | 2.513.419 | 2.215.931 | 336.929 | 284.456 | 26.865 | 13.032 | 1.738 |
| *Als Sicherheiten, die das maximale Ausfallrisiko mindern, sind Grundschulden angesetzt. | |||||||
170 MLP Geschäftsbericht 2024 Zum Bilanzstichtag entspricht das maximale Ausfallrisiko dem Buchwert nach Wertminderung jeder vorstehend aufgeführten Kategorie an finanziellen Vermögenswerten. Die per 31. Dezember 2024 in Stufe 3 ausgewiesenen bonitätsbeeinträchtigten oder ausgefallenen Forderungen gegen Kunden aus dem Bankgeschäft in Höhe von 8.889 T€ (Vorjahr: 8.179 T€) sind mit Grundschulden in Höhe von 2.171 T€ (Vorjahr: 1.738 T€) unterlegt. Das maximale Ausfallrisiko der Bürgschaften und Gewährleistungen sowie der unwiderruflichen Kreditzusagen entspricht dem Nominalbetrag in Höhe von 115.799 T€ (Vorjahr: 133.233 T€). Der Konzern hat durchgeleitete Kredite in Höhe von 149.307 T€ (Vorjahr: 140.088 T€) als Sicherheiten für Verbindlichkeiten gegenüber Refinanzierungsbanken im Bestand. Im Geschäftsjahr wurden finanzielle und nichtfinanzielle Vermögenswerte in Höhe von 3.907 T€ (Vorjahr: 184 T€) aufgrund des Ausfalls von Schuldnern erworben, die als Sicherung für ausgereichte Kredite und Forderungen dienten. Bei den Vermögenswerten handelt es sich im Wesentlichen um Forderungen aus in Anspruch genommenen Depots und der Haftungsfreistellung der Bürgschaften. Die Informationen zum beizulegenden Zeitwert von finanziellen Vermögenswerten sind in Anhangangabe 38 angegeben. 26.Forderungen gegen Kreditinstitute aus dem Bankgeschäft
| Alle Angaben in T€ | 31.12.2024 | 31.12.2023 |
| Täglich fällig | 133.213 | 117.194 |
| Andere Forderungen | 631.668 | 661.880 |
| Gesamt | 764.881 | 779.074 |
Sämtliche Forderungen gegen Kreditinstitute aus dem Bankgeschäft bestehen gegenüber inländischen Kreditinstituten. Per 31. Dezember 2024 betragen die Forderungen mit einer Restlaufzeit von über einem Jahr 67.785 T€ (Vorjahr: 45.177 T€). Die Forderungen sind nicht besichert. Zum Abschlussstichtag bestehen keine überfälligen Forderungen gegen Kreditinstitute. Zum Abschlussstichtag bestehen wie im Vorjahr keine Forderungen mit einem höheren Ausfallrisiko, die der Stufe 2 zugeordnet sind. Sämtliche Forderungen gegen Kreditinstitute in Höhe von 764.881 T€ (Vorjahr: 779.074 T€) werden in Stufe 1 ausgewiesen und es wird ein erwarteter 12-Monatsverlust ermittelt. Die erwarteten Verluste auf Forderungen gegen Kreditinstitute belaufen sich im Geschäftsjahr auf 113 T€ (Vorjahr: 156 T€). Daraus ergibt sich im Berichtsjahr ein Netto-Risikovorsorgeaufwand in Höhe von -43 T€ (Vorjahr: -17 T€). Weitere Angaben zu den Forderungen gegen Kreditinstitute aus dem Bankgeschäft finden sich in Anhangangabe 38. 171 MLP Geschäftsbericht 2024 27.Finanzanlagen
| Alle Angaben in T€ | 31.12.2024 | 31.12.2023 |
| Von öffentlichen Emittenten | 60.384 | 65.167 |
| Von anderen Emittenten | 97.706 | 81.889 |
| Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere | 158.090 | 147.056 |
| Aktien und Zertifikate | 862 | 3.487 |
| Investmentfondsanteile | 1.780 | 1.535 |
| Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere | 2.641 | 5.022 |
| Sonstige Kapitalanlagen (Fest- und Termingelder) | 10.150 | 20.075 |
| Anteile an nicht konsolidierten Tochterunternehmen | 8.177 | 5.241 |
| Anteile an assoziierten Unternehmen (nicht at-equity) | 2.300 | 2.652 |
| Beteiligungen | 6.813 | 4.081 |
| Gesamt | 188.171 | 184.127 |
Per 31. Dezember 2024 sind Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere in Höhe von 105.938 T€ (Vorjahr: 105.356 T€) und ein Schuldscheindarlehen in Höhe von 10.000 T€ (Vorjahr: 10.000 T€) nach mehr als zwölf Monaten fällig. Nach den in IFRS 9 definierten Bewertungskategorien für Finanzinstrumente gliedert sich der Finanzanlagebestand wie folgt:
| Alle Angaben in T€ | 31.12.2024 | 31.12.2023 |
| AC | 158.090 | 142.018 |
| FVPL | - | 5.037 |
| Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere | 158.090 | 147.056 |
| FVPL | 2.641 | 2.391 |
| Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere (FVPL) | 2.641 | 2.391 |
| FVOCI | - | 2.632 |
| Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere (FVOCI) | - | 2.632 |
| Fest- und Termingelder (AC) | 10.150 | 20.075 |
| Anteile an nicht konsolidierten Tochterunternehmen (N/A) | 8.177 | 5.241 |
| Anteile an assoz. Unternehmen (nicht at equity) (N/A) | 2.300 | 2.652 |
| Beteiligungen (FVPL) | 6.813 | 4.081 |
| Gesamt | 188.171 | 184.127 |
Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere mit einem Nettobuchwert von 158.090 T€ (Vorjahr: 142.018 T€) werden zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Der erwartete 12- 172 MLP Geschäftsbericht 2024 Monatsverlust auf zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten Schuldverschreibungen und anderen festverzinslichen Wertpapieren beläuft sich im Geschäftsjahr auf 21 T€ (Vorjahr: 32 T€). Der Bruttobuchwert der zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten Schuldverschreibungen in Stufe 1 beträgt 157.231 T€ (Vorjahr: 141.453 T€). Insgesamt resultieren aus der Änderung aus dem Vorjahr ergebniswirksame Auflösungen der Risikovorsorge in Höhe von -7 T€ (Vorjahr: -20 T€). Außerdem werden am Bilanzstichtag keine (Vorjahr: 5.037 T€) Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Aus dem im Geschäftsjahr abgegangenen festverzinslichen Wertpapier resultierten Bewertungsunterschiede aus Kursgewinnen in Höhe von 35 T€ (Vorjahr: 64 T€), die ebenfalls im Bewertungsergebnis erfasst werden. Im Geschäftsjahr haben sich aufgrund von Abgängen der festverzinslichen Wertpapiere keine (Vorjahr: 4 T€) bonitätsinduzierten Änderungen am Fair Value ergeben. Im Geschäftsjahr 2024 werden Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere in Höhe von 2.641 T€ (Vorjahr: 2.391 T€) erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Bei den Aktien handelt es sich um Eigenkapitalinstrumente und bei anderen nicht festverzinslichen Wertpapieren um Fremdkapitalinstrumente, die das Zahlungsstromkriterium nicht erfüllen und deshalb erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bilanziert werden. Aus der Bewertung zum beizulegenden Zeitwert resultieren Bewertungsunterschiede aus Kursverlusten in Höhe von -78 T€ (Vorjahr: -11 T€), die im Bewertungsergebnis erfasst werden. Im Geschäftsjahr 2024 sind keine Aktienpakete (Vorjahr: 2 Aktienpakete in Höhe von 2.632 T€) im Bestand, die erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert (FVOCI) bewertet werden. Im Zugangszeitpunkt wurde für beide Eigenkapitalinstrumente der optionale Ausweis von Marktwertschwankungen im sonstigen Ergebnis (other comprehensive income) gewählt. Somit werden lediglich Dividenden aus diesen Aktien erfolgswirksam unter den sonstigen Erträgen erfasst. Die Anteile an nicht konsolidierten Tochterunternehmen sind durch eine Erhöhung der Anteile an der pxtra GmbH um 4.000 T€ gestiegen. Gegenläufig wirkt sich der Wegfall der Anteile an der erstmals im Geschäftsjahr 2024 vollkonsolidierten Uniwunder GmbH aus (-500 T€). Außerdem wurden außerplanmäßige Abschreibungen in Höhe von 600 T€ (Vorjahr: 2.084 T€) und keine außerplanmäßige Zuschreibung (Vorjahr: 91 T€) vorgenommen. Die Wertminderung wurde in den sonstigen Aufwendungen und die Zuschreibung in den sonstigen Erträgen erfasst. Die Beteiligungen setzten sich im Wesentlichen aus Private-Equity-Beteiligungen zusammen. Sie sind dem Geschäftsmodel „Halten“ zugeordnet. Dabei handelt es sich um Fremdkapitalinstrumente, die das Zahlungsstromkriterium nicht erfüllen und in Höhe von 6.813 T€ (Vorjahr: 3.416 T€) zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden. Hieraus resultieren Gewinne aus Bewertungsunterschieden in Höhe von 1.530 T€ (Vorjahr: Verluste 391 T€), welche im Bewertungsergebnis erfasst sind. Als Sicherheit übertragene Vermögenswerte Zum Abschlussstichtag sind bei der Deutschen Bundesbank für eine mögliche Inanspruchnahme von Liquiditätsfazilitäten marktfähige Wertpapiere als notenbankfähige Sicherheiten in Höhe von 126.702 T€ (Vorjahr: 99.675 T€) mit einem Nominalbetrag von 134.140 T€ (Vorjahr: 107.700 T€) hinterlegt. Weitere Angaben zu den Finanzanlagen finden sich in Anhangangabe 38. 173 MLP Geschäftsbericht 2024 28.Vorräte Die Zusammensetzung der Vorräte stellt sich wie folgt dar.
| Alle Angaben in T€ | 31.12.2024 | 31.12.2023 |
| Vorräte – Grundstücke | 8.534 | 11.381 |
| Vorräte – Gebäude | 17.642 | 28.174 |
| Gesamt | 26.175 | 39.555 |
Im Geschäftsjahr wurden 2.790 T€ (Vorjahr: 22.464 T€) der Vorräte aufgrund des Verkaufs von Wohneinheiten im Posten Bestandsveränderung in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Zudem wurden 1.353 T€ (Vorjahr: 2.282 T€) Wertminderungen auf Vorräte im Posten Bestandsveränderungen in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. 29.Sonstige Forderungen und andere Vermögenswerte
| Alle Angaben in T€ | 31.12.2024 | 31.12.2023 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 129.255 | 106.607 |
| Vertragliche Vermögenswerte | 31.837 | 46.755 |
| Forderungen aus dem Assekuradeurgeschäft | 31.844 | 25.315 |
| Erstattungsansprüche aus Rückgriffsforderungen | 25.009 | 22.698 |
| Forderungen gegen MLP Berater | 7.345 | 6.030 |
| Geleistete Anzahlungen | 1.865 | 1.086 |
| Kaufpreisforderungen | 4.168 | - |
| Andere Vermögenswerte | 55.468 | 51.508 |
| Gesamt, brutto | 286.791 | 259.999 |
| Wertminderungen | -15.736 | -11.723 |
| Gesamt, netto | 271.054 | 248.726 |
Per 31. Dezember 2024 betragen die sonstigen Forderungen und andere Vermögenswerte (netto) mit einer Restlaufzeit von über einem Jahr 49.383 T€ (Vorjahr: 44.481 T€). Die restlichen Forderungen in Höhe von 221.671 T€ sind kurzfristige Forderungen mit einer Restlaufzeit unter einem Jahr. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen beinhalten im Wesentlichen Provisionsforderungen gegen Versicherungsgesellschaften. Sie sind in der Regel nicht verzinslich und haben ein Zahlungsziel von durchschnittlich 30 Tagen. 174 MLP Geschäftsbericht 2024 Die Erstattungsansprüche aus Rückgriffsforderungen bestehen gegenüber MLP Beratern und Geschäftsstellenleitern sowie Versicherungsgesellschaften. Die Forderungen aus dem Assekuradeurgeschäft setzen sich aus Inkassoforderungen gegenüber Kunden sowie aus Forderungen aus der Schadensabwicklung gegenüber Versicherungsgesellschaften zusammen. Die Kaufpreisforderungen stehen in Zusammenhang mit den in Anhangsangabe 5 genannten Anteilsveräußerungen der Projekte Deutschland.Immobilien GmbH. Diese Forderungen sind zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Zur Bestimmung der Sensitivität wurden die geplanten Projektergebnisse, welche die Kaufpreise bestimmen, um 50% erhöht/reduziert. Dies führt durch zu einer Erhöhung bzw. Verringerung der Kaufpreisforderungen um +1.840/-2.165 T€. Die vertraglichen Vermögenswerte in Zusammenhang mit fondsgebundenen Lebensversicherungen haben sich wie folgt entwickelt:
| Alle Angaben in T€ | 2024 | 2023 |
| Stand 1.1.* | 34.052 | 36.332 |
| Zugänge aus Neuabschlüssen | 5.602 | 6.278 |
| Zahlungseingänge | -8.028 | -8.525 |
| Änderung Transaktionspreis | - | - |
| Bruttoforderung 31.12. | 31.626 | 34.086 |
| Wertminderungen nach IFRS 9 | -32 | -34 |
| Stand 31.12. | 31.595 | 34.052 |
| *WB Stand 1.1.2024 -34 TEUR;1.1.2023 -34 TEUR | ||
Die vertraglichen Vermögenswerte der Dr. Schmitt GmbH Würzburg resultieren aus der Vermittlung von fondsgebundenen Lebensversicherungen und haben sich wie folgt entwickelt:
| Alle Angaben in T€ | 2024 | 2023 |
| Stand 1.1. | 240 | 709 |
| Zugänge aus Neuabschlüssen einschließlich Vertragsanbahnungskosten | 0 | 0 |
| Zahlungseingänge | -238 | -470 |
| Bruttoforderung 31.12. | 2 | 240 |
| Stand 31.12. | 2 | 240 |
Die vertraglichen Vermögenswerte in Zusammenhang mit den Deutschland.Immobilien Projekten haben sich wie folgt entwickelt:
| Alle Angaben in T€ | 2024 | 2023 |
175 MLP Geschäftsbericht 2024
| Stand 1.1.* | 12.421 | 7.776 |
| Zugänge aus Neuabschlüssen einschließlich Vertragsanbahnungskosten | 4.542 | 38.614 |
| Zahlungseingänge | -16.515 | -32.143 |
| Änderung Konsolidierungskreis | - | -70 |
| Bruttoforderung 31.12. | 448 | 14.177 |
| Abschreibung von Vertragsanbahnungskosten | -247 | -1.748 |
| Wertberichtigung | -3 | -8 |
| Stand 31.12. | 198 | 12.421 |
| *WB Stand 1.1.2024 -8 TEUR;1.1.2023 0 TEUR | ||
In den tabellarisch dargestellten vertraglichen Vermögenswerten in Zusammenhang mit den Deutschland.Immobilien Projekten sind Vertragsanbahnungskosten in Höhe von 0 T€ (Vorjahr: 53 T€) enthalten. Die Abschreibung der Vertragsanbahnungskosten erfolgt über den Fertigstellungsgrad des jeweiligen Immobilienprojekts. Sonstige Forderungen und andere Vermögenswerte sind in der Regel nicht besichert. Hinsichtlich des weder einzelwertgeminderten noch überfälligen Bestands an sonstigen Forderungen und anderen Vermögenswerten deuten zum Abschlussstichtag keine Anzeichen darauf hin, dass die Schuldner ihren Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen werden. Sonstige Forderungen und andere Vermögenswerte, deren Konditionen neu ausgehandelt wurden und die ansonsten überfällig oder wertgemindert wären, bestehen am Abschlussstichtag nicht. Im Rahmen einer Projektentwicklung der Deutschland.Immobilien-Gruppe bestehen gegenüber einer nicht konsolidierten Projektgesellschaft zum Bilanzstichtag Forderungen, für die vier Rangrücktritts-vereinbarungen bestehen. Zum 31.12.2024 liegen diese im niedrigen zweistelligen Millionenbereich. Die Risikovorsorge für erwartete Verluste auf sonstige Forderungen und andere Vermögenswerte hat sich im Berichtsjahr wie folgt entwickelt:
| Entwicklung der Risikovorsorge nach IFRS 9 2024 | |||
| Alle Angaben in T€ | Stufe 2 | Stufe 3 | Gesamt |
| Stand 1.1.2024 | 2.187 | 9.086 | 11.273 |
| Änderung Konsolidierungskreis | 0 | - | 0 |
| Zuführung | 956 | 6.155 | 7.111 |
| Abgänge | -917 | -1.730 | -2.648 |
| davon Verbrauch | -21 | -1.299 | -1.320 |
| davon Auflösungen | -896 | -431 | -1.328 |
| Stand 31.12.2024 | 2.226 | 13.511 | 15.736 |
176 MLP Geschäftsbericht 2024
| Entwicklung der Risikovorsorge nach IFRS 9 2023 | |||
| Alle Angaben in T€ | Stufe 2 | Stufe 3 | Gesamt |
| Stand 1.1.2023 | 3.931 | 10.369 | 14.300 |
| Änderung Konsolidierungskreis | - | - | - |
| Zuführung | 1.567 | 1.263 | 2.831 |
| Abgänge | -3.311 | -2.547 | -5.858 |
| davon Verbrauch | -167 | -1.133 | -1.300 |
| davon Auflösungen | -3.144 | -1.414 | -4.558 |
| Stand 31.12.2023 | 2.187 | 9.086 | 11.273 |
Zur Ermittlung der Risikovorsorge auf erwartete Verluste aus sonstigen Forderungen wählt MLP die in IFRS 9.5.5.15 beschriebene vereinfachte Stufenzuordnung. Danach werden diese Forderungen bereits bei der erstmaligen Erfassung der Stufe 2 zugeordnet und es erfolgt keine Einschätzung über eine signifikante Erhöhung des Kreditrisikos. Sollten bei den Vermögenswerten objektive Hinweise auf Bonitätsbeeinträchtigung vorliegen, werden sie in Stufe 3 transferiert. MLP nutzt für die Ermittlung der über die gesamte Vertragslaufzeit erwarteten Verluste einen auf Ausfallquoten basierenden Loss-Rate-Ansatz. Hierbei werden historische Kreditausfallraten für definierte Portfolien mit gleichen Risikocharakteristika ermittelt. Die erwarteten Verluste werden auf Basis historischer Verluste geschätzt. In Fällen, in denen MLP die Zwangsvollstreckung betreibt bzw. bei denen ein Insolvenzverfahren droht oder bereits eröffnet ist, werden die betreffenden Forderungen in Höhe einer auf Erfahrungswerten basierenden Ausfallquote wertgemindert. Entsprechendes gilt für Forderungen, die bestritten und rechtsanhängig sind. Die ergebniswirksamen Zuführungen in Höhe von 7.111 T€ (Vorjahr: 2.831 T€) sowie Auflösungen in Höhe von 1.328 T€ (Vorjahr: 4.558 T€) führten unter Berücksichtigung von Direktabschreibungen in Höhe von 151 T€ (Vorjahr: 836 T€) im Berichtsjahr zu einem Netto-Risikovorsorgeaufwand von -5.934 T€ (Vorjahr: 892 T€). Die Zuführungen in Stufe 3 sind größtenteils dem Segment Deutschland.Immobilien zuzuordnen. Diese Zuführungen erfolgten auf Darlehensforderungen gegenüber einer nicht konsolidierten Projektgesellschaft, für die Rangrücktritte erklärt worden sind. Das Gesamtvolumen der in Stufe 2 ausgewiesenen Forderungen beläuft sich zum 31. Dezember 2024 auf 201.651 T€ (Vorjahr: 198.749 T€). Darauf wurde eine Wertminderung in Höhe von 2.226 T€ (Vorjahr: 2.187 T€) gebildet. Das Gesamtvolumen der in Stufe 3 ausgewiesenen Forderungen beläuft sich zum 31. Dezember 2024 auf 31.306 T€ (Vorjahr: 9.335 T€). Für diese Forderungen liegen objektive Hinweise auf eine Wertminderung oder einen Ausfallstatus vor. Es wurde eine Wertminderung in Höhe von 13.511 T€ (Vorjahr: 9.086 T€) gebildet. Neben den bereits erwähnten Zuführungen wurden im Geschäftsjahre Verbräuche in Höhe von 1.299 T€ erfasst. Diese sind im Segment Deutschland.Immobilien angefallen. Weitere Angaben zu den sonstigen Forderungen und anderen Vermögenswerten finden sich in Anhangangabe 38. 177 MLP Geschäftsbericht 2024 30.Zahlungsmittel
| Alle Angaben in T€ | 31.12.2024 | 31.12.2023 |
| Guthaben bei Kreditinstituten und Kassenbestand | 78.572 | 90.164 |
| Bundesbankguthaben | 1.071.755 | 963.752 |
| Gesamt | 1.150.327 | 1.053.916 |
Sämtliche Zahlungsmittel werden der Stufe 1 zugeordnet und enthalten keine Bestände mit erhöhtem Ausfallrisiko. Wie in den Vorjahren auch enthält der Finanzmittelbestand u. a. das Bundesbankguthaben. Die Entwicklung der Zahlungsmittel im Geschäftsjahr ist der Kapitalflussrechnung zu entnehmen. 178 MLP Geschäftsbericht 2024 31.Eigenkapital
| Alle Angaben in T€ | 31.12.2024 | 31.12.2023 |
| Grundkapital | 109.335 | 109.335 |
| Eigene Anteile | -37 | -1 |
| Gezeichnetes Kapital | 109.298 | 109.333 |
| Kapitalrücklage | 148.585 | 149.623 |
| Gewinnrücklage | 312.576 | 279.575 |
| Gesetzliche Rücklagen | 3.129 | 3.129 |
| Andere Gewinnrücklagen und Konzernergebnis | 313.826 | 283.189 |
| Gewinne/Verluste aus der Veränderung des beizulegenden Zeitwerts finanzieller Vermögenswerte | 2.049 | 638 |
| Neubewertungsgewinne/-verluste in Bezug auf leistungsorientierte Versorgungszusagen nach Steuern | -6.428 | -7.381 |
| Den MLP Gesellschaftern der MLP SE zuzurechnender Anteil am Eigenkapital | 570.459 | 538.531 |
| Nicht beherrschende Anteile | -156 | -6.326 |
| Gesamt Eigenkapital | 570.302 | 532.205 |
Gezeichnetes Kapital Das gezeichnete Kapital der MLP SE setzt sich zum 31. Dezember 2024 aus 109.297.624 (Vorjahr: 109.333.358) Stammstückaktien mit einem rechnerischen Wert von 1 € je Aktie zusammen. Im Geschäftsjahr wurden 577.202 Stück eigene Aktien erworben, die im Rahmen einer aktienbasierten Vergütung an MLP Berater und Geschäftsstellenleiter ausgegeben wurden bzw. werden. Genehmigtes Kapital Der Vorstand ist durch Beschluss der Hauptversammlung vom 2. Juni 2022 ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum 1. Juni 2027 das Grundkapital der Gesellschaft einmal oder mehrmals um bis zu 21.500.000 € gegen Bar- oder Sacheinlage zu erhöhen. Erwerb eigener Anteile Die Hauptversammlung vom 24. Juni 2021 hat den Vorstand ermächtigt, bis zum 23. Juni 2026 durch ein- oder mehrmaligen Rückkauf, Aktien der Gesellschaft mit einem auf diese entfallenden anteiligen Betrag am Grundkapital von insgesamt bis zu 10.933.468 € zu erwerben. Dies entspricht etwas weniger als 10% des Grundkapitals zum Zeitpunkt der Beschlussfassung. Am 13. Dezember 2023 hat der Vorstand der MLP SE, mit Zustimmung des Aufsichtsrats, einen Aktienrückkauf beschlossen, der durch die MLP Finanzberatung SE ausschließlich zur Bedienung des Beteiligungsprogramms 2023 in 2024 durchgeführt wurde. Zum Stichtag hält die MLP Finanzberatung SE einen Restbestand von 37.062 Stück MLP SE Aktien (Vorjahr: 1.328 Stück MLP SE Aktien). Bedingt durch die zweckgebundene Verwendung und die kurze Haltedauer der Aktien, verzichtet die Gesellschaft auf die ausführlichen Angaben gemäß §160 Abs. 1 Nr. 2 AktG. Zu näheren Erläuterungen verweisen wir auf Anhangangabe 36. Der Aktienrückkauf für das Beteiligungsprogramm 2024 erfolgt in 2025. 179 MLP Geschäftsbericht 2024 Kapitalrücklage Die Kapitalrücklage enthält Kapitalerhöhungen bzw. -herabsetzungen der MLP SE aus Vorjahren. Die Kapitalrücklage unterliegt den Verfügungsbeschränkungen des § 150 AktG. Die Veränderung der Kapitalrücklage im Geschäftsjahr resultiert aus der Erfassung aktienbasierter Vergütungen gemäß IFRS 2. Zu weiteren Erläuterungen verweisen wir auf die Anhangangabe 36. Andere Gewinnrücklagen und Konzernergebnis Die anderen Gewinnrücklagen umfassen die thesaurierten Ergebnisse des MLP Konzerns und eine Rücklage für eigene Anteile in Höhe von 719 T€ (Vorjahr: 566 T€). Gewinne/Verluste aus der Veränderung des beizulegenden Zeitwerts finanzieller Vermögenswerte Die Gewinnrücklage enthält Gewinne oder Verluste aus der Bewertung von Eigenkapitalinstrumenten zum beizulegendem Zeitwert (FVOCI) in Höhe von 2.081 T€ (Vorjahr: 648 T€) und darauf entfallende latente Steuern in Höhe von 31 T€ (Vorjahr: 10 T€). Neubewertungsgewinne/-verluste in Bezug auf leistungsorientierte Versorgungszusagen nach Steuern Die Gewinnrücklage enthält Verluste aus der Neubewertung leistungsorientierter Versorgungszusagen in Höhe von 9.205 T€ (Vorjahr: 10.474 T€) und darauf entfallende latente Steuern in Höhe von 2.776 T€ (Vorjahr: 3.093 T€). Nicht beherrschende Anteile Die nicht beherrschenden Anteile umfassen die Anteile fremder Dritter am Eigenkapital von Tochterunternehmen der MLP SE. Mit Einleitung des Restrukturierungsverfahrens bei der DI Deutschland.Immobilien AG hat die MLP SE die restlichen Anteile der DI Deutschland.Immobilien AG erworben und hält nun 100% der Anteile. Dadurch haben sich die nicht beherrschenden Anteile verändert. Ergebnisverwendung des Vorjahres Im Geschäftsjahr wurde eine Dividende in Höhe von 32.789 T€ ausbezahlt. Dies entspricht 0,30 € je Aktie. Ergebnisverwendungsvorschlag Vorstand und Aufsichtsrat der MLP SE schlagen der Hauptversammlung eine Dividende von 39.360 T€ (Vorjahr: 32.789 T€) für das Geschäftsjahr 2024 vor. Dies entspricht 0,36 € (Vorjahr: 0,30 €) je Aktie. 180 MLP Geschäftsbericht 2024 32.Rückstellungen Pensionsrückstellungen MLP hat Führungskräften unmittelbare Versorgungszusagen in Form von leistungsorientierten Pensionsplänen erteilt, die den Begünstigten die folgenden Versorgungsleistungen gewähren: •Altersrente nach Vollendung des 60., 62. bzw. des 65. Lebensjahres, •Invalidenrente, •Witwen- und Witwerrente in Höhe von 60 % der Rente des Zusageempfängers, •Waisenrente in Höhe von 10 % der Rente des Zusageempfängers. Die Versorgungszusagen sind teilweise über Rückdeckungsversicherungen finanziert, die im Wesentlichen die Voraussetzungen von Planvermögen erfüllen. Der Anwartschaftsbarwert der Versorgungszusagen für Pensionen, die nur rückstellungsfinanziert sind, beträgt 13.637 T€ (Vorjahr: 14.001 T€). Für den übrigen Teil der Versorgungszusagen (Anwartschaftsbarwert von 28.276 T€; Vorjahr: 29.561 T€) sind Rückdeckungsversicherungen abgeschlossen. Die Veränderung der Nettoschuld aus leistungsorientierten Versorgungsplänen ist in der nachfolgenden Tabelle dargestellt:
| Alle Angaben in T€ | Leistungsorientierte Verpflichtung | Beizulegender Zeitwert des Planvermögens | Nettoschuld aus leistungsorientierten Versorgungsplänen | |||
| 2024 | 2023 | 2024 | 2023 | 2024 | 2023 | |
| Stand 1.1. | 42.968 | 38.135 | -27.769 | -27.231 | 15.199 | 10.904 |
| Laufender Dienstzeitaufwand | 305 | 268 | - | - | 305 | 268 |
| Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand | - | - | - | - | - | - |
| Zinsaufwand (+)/ -ertrag (-) | 1.363 | 1.436 | -905 | -1.054 | 458 | 382 |
| Erfasst im Gewinn oder Verlust | 1.668 | 1.704 | -905 | -1.054 | 763 | 650 |
| Versicherungsmathematischer Gewinn (-)/ Verlust (+) aus: | ||||||
| finanziellen Annahmen | -1.097 | 3.371 | - | - | -1.097 | 3.371 |
| erfahrungsbedingter Berichtigung | -269 | 1.608 | - | - | -269 | 1.608 |
| Gewinn (-)/ Verlust (+) aus Planvermögen ohne im Zinsertrag erfasste Beträge | - | - | 96 | 320 | 96 | 320 |
| Gewinn(-)/ Verlust (+) aus Neubewertungen* | -1.366 | 4.979 | 96 | 320 | -1.270 | 5.299 |
| Vom Arbeitgeber gezahlte Beiträge | - | - | -592 | -602 | -592 | -602 |
| Geleistete Zahlungen | -1.950 | -1.850 | 805 | 799 | -1.145 | -1.051 |
| Sonstiges | -1.950 | -1.850 | 213 | 197 | -1.737 | -1.654 |
| Stand 31.12. | 41.320 | 42.968 | -28.365 | -27.769 | 12.955 | 15.199 |
| *Erfasst im sonstigen Ergebnis | ||||||
Des Weiteren erfüllt ein Aktivwert in Höhe von 141 T€ (Vorjahr: 187 T€) nicht die Voraussetzung von Planvermögen gemäß IAS 19. Hierfür sind Rückdeckungswerte in gleicher Höhe aktiviert. 181 MLP Geschäftsbericht 2024 Von der bilanzierten Nettoschuld entfallen 6.507 T€ (Vorjahr: 6.251 T€) auf zum Stichtag aktive Vorstände. In Bezug auf die Nettopensionsrückstellungen werden im Jahr 2025 Zahlungen in Höhe von 1.891 T€ (Vorjahr: 1.914 T€) erwartet. Hiervon entfallen 1.084 T€ (Vorjahr: 1.114 T€) auf direkte erwartete Rentenzahlungen des Unternehmens und 807 T€ (Vorjahr: 801 T€) auf erwartete Beiträge an Rückdeckungsversicherungen. Den versicherungsmathematischen Berechnungen liegen folgende Annahmen zugrunde:
| 2024 | 2023 | |
| Rechnungszins | 3,40% | 3,20% |
| Erwartete jährliche Rentenanpassung | 2,2%/3,0% | 2,2%/3,0% |
Die Annahmen über die künftige Sterblichkeit beruhen auf veröffentlichten Statistiken und Sterbetafeln (Richttafeln Klaus Heubeck 2018 G). Am 31. Dezember 2024 lag die gewichtete durchschnittliche Laufzeit der leistungsorientierten Verpflichtung bei 18 Jahren (Vorjahr: 18 Jahre). Sensitivitätsanalyse Bei Konstanthaltung der anderen Annahmen hätten die bei vernünftiger Betrachtungsweise am Abschlussstichtag möglich gewesenen Veränderungen bei einer der maßgeblichen versicherungs-mathematischen Annahmen die leistungsorientierte Verpflichtung mit den nachstehenden Beträgen beeinflusst:
| Alle Angaben in T€ | Veränderung des Parameters | Minderung/Erhöhung der leistungsorientierten Verpflichtung |
| 0,5% | -2.553 | |
| Rechnungszins | -0,5% | 2.831 |
| 0,5% | 2.725 | |
| Rententrend | -0,5% | -2.487 |
| 10,0% | -1.347 | |
| Sterblichkeit | -10,0% | 1.520 |
Zur Bestimmung der Sensitivität der Sterblichkeit wurden sämtliche in der Sterbetafel angegebenen Sterbewahrscheinlichkeiten um +/-10 % verändert. Dies führt durch die Veränderung der Lebenserwartung zu einer Erhöhung bzw. Verringerung des Verpflichtungsumfangs. Obwohl die Analyse nicht die vollständige Verteilung der nach dem Plan erwarteten Cashflows berücksichtigt, liefert sie einen Näherungswert für die Sensitivität der dargestellten Annahmen. Es wurde eine Fluktuation von 0% in die Berechnung miteinbezogen. 182 MLP Geschäftsbericht 2024 Neben leistungsorientierten Plänen bestehen beitragsorientierte Pensionspläne. Bei diesen zahlt das Unternehmen aufgrund gesetzlicher oder vertraglicher Bestimmungen bzw. auf freiwilliger Basis Beiträge an staatliche oder private Rentenversicherungsträger. Die laufenden Beitragszahlungen für Mitarbeiter sind als Personalaufwand ausgewiesen; sie belaufen sich im Geschäftsjahr 2024 auf insgesamt 16.779 T€ (Vorjahr: 10.996 T€). Die sonstigen Rückstellungen setzen sich wie folgt zusammen:
| Alle Angaben in T€ | 31.12.2024 | 31.12.2023 | ||||
| kurzfristig | langfristig | Summe | kurzfristig | langfristig | Summe | |
| Stornorisiken | 15.740 | 23.445 | 39.185 | 15.515 | 22.730 | 38.245 |
| Bonusprogramme | 30.154 | 2.065 | 32.218 | 29.610 | 641 | 30.251 |
| Prozessrisiken/-kosten | 3.738 | - | 3.738 | 877 | 7.007 | 7.883 |
| Jubiläen | 310 | 3.059 | 3.370 | 230 | 2.559 | 2.789 |
| Schadensbeteiligung/Courtagereduktion | 2.954 | - | 2.954 | 653 | - | 653 |
| Vermögensschäden | 2.623 | - | 2.623 | 369 | - | 369 |
| Rückstellungen für außerbilanzielle Geschäfte | 305 | 579 | 884 | 330 | 560 | 889 |
| Altersteilzeit | 239 | 620 | 859 | 331 | 422 | 753 |
| Mieten | 100 | - | 100 | - | - | - |
| Übrige | 5.849 | 2.048 | 7.897 | 5.307 | 1.875 | 7.182 |
| Gesamt | 62.013 | 31.816 | 93.829 | 53.221 | 35.794 | 89.015 |
Die sonstigen Rückstellungen haben sich wie folgt entwickelt:
| Alle Angaben in T€ | 01.01.2024 | Verbrauch | Auflösung | Auf- / Abzinsung | Zuführung | Zugang Konsolidie- rungskreis | Saldierung | 31.12.2024 |
| Stornorisiken | 38.245 | -15.189 | -89 | 85 | 16.133 | - | - | 39.185 |
| Bonusprogramme | 30.251 | -29.421 | -191 | - | 31.578 | - | - | 32.218 |
| Prozessrisiken/-kosten | 7.883 | -4.688 | -1.878 | 40 | 2.381 | - | - | 3.738 |
| Jubiläen | 2.789 | -222 | - | 40 | 762 | - | - | 3.370 |
| Schadensbeteiligung/Courtagereduktion | 653 | -282 | -45 | - | 2.628 | - | - | 2.954 |
| Vermögensschäden | 369 | -75 | -1 | - | 2.330 | - | - | 2.623 |
| Rückstellungen für außerbilanzielle Geschäfte | 889 | - | -317 | - | 312 | - | - | 884 |
| Altersteilzeit | 753 | -345 | - | 7 | 443 | - | - | 859 |
| Mieten | - | - | - | - | 100 | - | - | 100 |
| Übrige | 7.182 | -3.502 | -313 | - | 8.928 | - | -4.398 | 7.897 |
| Gesamt | 89.015 | -53.723 | -2.834 | 172 | 65.597 | - | -4.398 | 93.829 |
183 MLP Geschäftsbericht 2024
Die Rückstellungen für Stornorisiken tragen dem Risiko einer Rückerstattung vereinnahmter Provisionen infolge des vorzeitigen Wegfalls vermittelter Versicherungsverträge Rechnung. Tritt dieser Fall ein werden von MLP Beratern und Geschäftsstellenleitern bereits gezahlte Provisionen zurückgefordert. MLP hat auch hier Sensitivitätsanalysen vorgenommen. Eine Erhöhung der Stornoquoten um 50% bei Anwendung dieser Quoten auf das Neugeschäft aus dem Kalenderjahr 2024 würde zu einer um 7.543 T€ höheren Rückstellung für Stornorisiken führen. Weitere Angaben zu den Erstattungsansprüchen aus Rückgriffsforderungen finden sich in Anhangangabe 29. Rückstellungen für Bonusprogramme werden für Betreuungsprovisionen sowie Anreizvereinbarungen für MLP Berater und Geschäftsstellenleiter gebildet. Für Risiken aus drohenden oder laufenden Prozessen und Rechtsstreitigkeiten werden Rückstellungen für Prozessrisiken/-kosten gebildet. Jubiläumsrückstellungen werden für Jubiläumszusagen an Mitarbeiter gebildet. Den versicherungsmathematischen Berechnungen liegt ein Rechnungszins von 3,4 % (Vorjahr: 3,2 %) zugrunde. Rückstellungen für Schadensbeteiligungen/Courtagereduktionen müssen aufgrund vertraglicher Verpflichtungen gegenüber Versicherungsunternehmen entsprechend der aktuellen Einschätzung der Entwicklung der Schaden- und Beitragsverläufe der Bestände gebildet werden. Den Rückstellungen für Vermögensschäden aufgrund von Haftungsrisiken stehen Erstattungsansprüche aus Haftpflichtversicherungen in Höhe von 2.384 T€ (Vorjahr: 351 T€) gegenüber. Die Rückstellungen für außerbilanzielle Geschäfte umfassen zum einen, wie im Vorjahr auch, die Rückstellung für außerbilanzielle Geschäfte aus dem Kreditgeschäft in Höhe von 471 T€ (Vorjahr: 476 T€) und zum anderen die Risikovorsorge auf eine in 2023 von der MLP Finanzberatung SE gewährte, zum Bilanzstichtag nicht in Anspruch genommenen Bürgschaft an eine Projektgesellschaft der DI-Gruppe in Höhe von 413 T€ (Vorjahr: 413 T€). Gemäß IFRS 9 ist auf diese außerbilanziellen Geschäfte eine Risikovorsorge zu bilden. Die Rückstellung für Altersteilzeit wird für Verpflichtungen aus Altersteilzeitvereinbarungen gebildet. Übrige Rückstellungen werden unter anderem für Verpflichtungen für Incentive-Reisen gebildet. Darüber hinaus bestand im Vorjahr eine Drohverlustrückstellung in Höhe von 883 T€ für drohende Verluste aus dem Projektgeschäft der Deutschland.Immobilien-Gruppe. Diese bestand zum 31. Dezember 2024 nicht mehr. Die als kurzfristig eingestuften Rückstellungen werden voraussichtlich innerhalb des nachfolgenden Geschäftsjahres in Anspruch genommen. Die Auszahlungen für langfristige Rückstellungen werden im Wesentlichen voraussichtlich innerhalb der nächsten 2 bis 49 Jahre anfallen. Die Rückstellungen für außerbilanzielle Geschäfte haben sich im Geschäftsjahr wie folgt entwickelt:
| Alle Angaben in T€ | Stufe 1 (12-Monats-ECL) | Stufe 2 (Gesamtlaufzeit-ECL - nicht wertgemindert) | Stufe 3 (Gesamtlaufzeit-ECL wertgemindert) | Gesamt |
| Stand 1.1.2024 | 580 | 193 | 115 | 889 |
| Transfer in Stufe 1 | 6 | -6 | 0 | - |
| Transfer in Stufe 2 | -10 | 10 | 0 | - |
184 MLP Geschäftsbericht 2024
| Transfer in Stufe 3 | -0 | -0 | 0 | - |
| Zuführung | 84 | 136 | 93 | 312 |
| davon neu erworbene oder ausgegebene finanzielle Vermögenswerte | - | - | - | - |
| davon Bestandsgeschäft | 84 | 136 | 93 | 312 |
| Abgänge | -90 | -113 | -114 | -317 |
| davon Auflösung | -90 | -113 | -114 | -317 |
| Stand 31.12.2024 | 570 | 220 | 94 | 884 |
Die Rückstellungen für außerbilanziellen Geschäfte haben sich im Vorjahr wie folgt entwickelt:
| Alle Angaben in T€ | Stufe 1 (12-Monats-ECL) | Stufe 2 (Gesamtlaufzeit-ECL - nicht wertgemindert) | Stufe 3 (Gesamtlaufzeit-ECL wertgemindert) | Gesamt |
| Stand 1.1.2023 | 261 | 176 | 341 | 778 |
| Transfer in Stufe 1 | 2 | -2 | 0 | - |
| Transfer in Stufe 2 | -61 | 61 | 0 | - |
| Transfer in Stufe 3 | -0 | -4 | 5 | - |
| Zuführung | 512 | 105 | 112 | 728 |
| davon neu erworbene oder ausgegebene finanzielle Vermögenswerte | 78 | 38 | - | 116 |
| davon Bestandsgeschäft | 433 | 67 | 112 | 612 |
| Abgänge | -132 | -142 | -343 | -617 |
| davon Auflösung | -132 | -142 | -343 | -617 |
| Stand 31.12.2023 | 580 | 193 | 115 | 889 |
185 MLP Geschäftsbericht 2024 33.Verbindlichkeiten aus dem Bankgeschäft In dieser Darstellung sind die Bilanzposten Verbindlichkeiten gegenüber Kunden aus dem Bankgeschäft und Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten aus dem Bankgeschäft zusammengefasst.
| Alle Angaben in T€ | 31.12.2024 | 31.12.2023 | ||||
| kurzfristig | langfristig | Summe | kurzfristig | langfristig | Summe | |
| Verbindlichkeiten gegenüber Kunden | 2.694.396 | 219.590 | 2.913.987 | 2.544.410 | 220.214 | 2.764.624 |
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 8.568 | 144.269 | 152.837 | 3.542 | 137.069 | 140.611 |
| Gesamt | 2.702.965 | 363.860 | 3.066.824 | 2.547.953 | 357.283 | 2.905.235 |
Verbindlichkeiten gegenüber Kunden aus Spareinlagen mit vereinbarter Kündigungsfrist von drei Monaten bestehen zum 31. Dezember 2024 in Höhe von 20.319 T€ (Vorjahr: 23.797 T€). Die Verbindlichkeiten gegenüber Kunden bzw. gegenüber anderen Kreditinstituten enthalten keine größeren Einzelbeträge. Weitere Angaben zu den Verbindlichkeiten aus dem Bankgeschäft finden sich in Anhangangabe 38 und 39. 186 MLP Geschäftsbericht 2024 34.Andere Verbindlichkeiten
| Alle Angaben in T€ | 31.12.2024 | 31.12.2023 | ||||
| kurzfristig | langfristig | Summe | kurzfristig | langfristig | Summe | |
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und Fremdkapitalgebern | 13.402 | 50.709 | 64.111 | 6.406 | 60.523 | 66.929 |
| Verbindlichkeiten gegenüber MLP-Beratern und Geschäftsstellenleitern | 56.357 | 8.070 | 64.427 | 51.563 | 8.984 | 60.547 |
| Leasingverbindlichkeiten | 12.738 | 45.392 | 58.130 | 12.269 | 45.279 | 57.548 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 52.834 | - | 52.834 | 47.164 | - | 47.164 |
| Verbindlichkeiten aus Assekuradeurgeschäft | 44.474 | - | 44.474 | 39.495 | - | 39.495 |
| Verpflichtungen aus dem Personalbereich | 34.327 | 8.816 | 43.143 | 25.524 | 5.649 | 31.173 |
| Verbindlichkeiten aus sonstigen Steuern | 13.338 | - | 13.338 | 9.177 | - | 9.177 |
| Vertragsverbindlichkeiten | - | - | - | 318 | - | 318 |
| Verbindlichkeiten aus sozialen Abgaben | 119 | - | 119 | 187 | - | 187 |
| Kaufpreisverbindlichkeiten | - | 930 | 930 | - | - | - |
| Sonstige Verbindlichkeiten | 23.409 | 4.325 | 27.734 | 23.951 | 4.510 | 28.461 |
| Gesamt | 250.998 | 118.242 | 369.240 | 216.054 | 124.946 | 341.000 |
Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und Fremdkapitalgebern enthalten Fremdkapitalaufnahmen der MLP Finanzberatung SE und der Deutschland.Immobilien-Gruppe. Die Verbindlichkeiten gegenüber MLP Beratern und Geschäftsstellenleitern resultieren aus offenen und zukünftigen Provisionsansprüchen. Sie sind in der Regel unverzinslich und durchschnittlich bis zum 15. des auf die Abrechnung mit dem Versicherungsunternehmen folgenden Monats fällig. Die Leasingverbindlichkeiten über 58.130 T€ (Vorjahr: 57.548 T€) enthalten Verbindlichkeiten für Leasingzahlungen für Immobilien in Höhe von 54.850 T€ (Vorjahr: 54.507 T€), Verbindlichkeiten für Leasingzahlungen für Fahrzeuge in Höhe von 3.183 T€ (Vorjahr: 2.848 T€) und Verbindlichkeiten für Leasingzahlungen für Betriebs- und Geschäftsausstattung in Höhe von 97 T€ (Vorjahr: 194 T€). Die gesamten Zahlungsmittelabflüsse für Leasing im Geschäftsjahr 2024 betragen 15.134 T€ (Vorjahr: 14.601 T€). Die Verbindlichkeiten aus dem Assekuradeurgeschäft beinhalten Inkassoverbindlichkeiten gegenüber Versicherungsgesellschaften, offene Provisionsansprüche Dritter sowie Verbindlichkeiten aus der Schadensabwicklung. Die sonstigen Verbindlichkeiten enthalten im Wesentlichen abgegrenzte Verpflichtungen in Höhe von 12.146 T€ (Vorjahr: 13.784 T€), passive Rechnungsabgrenzungsposten in Höhe von 5.779 T€ (Vorjahr: 8.614 T€) und Provisionseinbehalte von MLP Beratern für den Stornoausfall in Höhe von 3.047 T€ (Vorjahr: 3.113 T€). Provisionseinbehalte werden verzinst. Ihre Laufzeit ist weitgehend unbestimmt. 187 MLP Geschäftsbericht 2024 MLP hat vereinbarte, nicht in Anspruch genommene Kreditlinien in Höhe von 219.811 T€ (Vorjahr: 209.633 T€). Weitere Angaben zu den anderen Verbindlichkeiten finden sich in Anhangangabe 37 und 38. Die Vertragsverbindlichkeiten in Zusammenhang mit den DI Projekten haben sich wie folgt entwickelt:
| Alle Angaben in T€ | 2024 | 2023 |
| Stand 1.1. | 318 | - |
| Zahlungseingänge | -318 | -2.603 |
| Änderung Konsolidierungskreis | - | 2.284 |
| Stand 31.12. | - | -318 |
188 MLP Geschäftsbericht 2024 Angaben zur Konzern-Kapitalflussrechnung 35.Erläuterungen zur Kapitalflussrechnung
| Überleitungsrechnung zu den Verbindlichkeiten aus Finanzierungstätigkeiten | ||||
| Alle Angaben in T€ | 01.01.2024 | zahlunsgwirksame Veränderungen | zahlungsunwirksame Veränderungen | 31.12.2024 |
| Verbindlichkeiten aus der Aufnahme von Finanzierungskrediten | 64.001 | 3.702 | -3.612 | 64.091 |
| Leasingverbindlichkeiten | 57.548 | -15.134 | 15.715 | 58.129 |
| Gesamt | 121.549 | -11.432 | 12.103 | 122.220 |
Die Verbindlichkeiten aus Finanzierungstätigkeiten setzen sich im Wesentlichen aus den langfristigen Verbindlichkeiten aus der Aufnahme von Finanzierungskrediten in Höhe von 64.091 T€ (Vorjahr: 64.001 T€) und zum anderen aus Leasingverbindlichkeiten in Höhe von 58.129 T€ (Vorjahr: 57.548 T€) zusammen. Die Veränderung der Verbindlichkeiten aus der Aufnahme von Finanzierungskrediten in Höhe von 90 T€ setzt sich aus zahlungswirksamen Aufnahmen abzüglich Tilgungen und gezahlten Zinsen in Höhe von 3.702 T€ und zahlungsunwirksamen Zinsen in Höhe von -3.612 T€ zusammen. Die Veränderung der Leasingverbindlichkeiten in Höhe von 581 T€ enthält zahlungswirksame Tilgungen von Leasingverbindlichkeiten in Höhe von -15.134 T€ und sonstige Veränderungen resultierend aus neuen Leasingverhältnissen und Zinseffekten in Höhe von 15.715 T€. Im Finanzmittelbestand werden Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente mit einer Restlaufzeit von maximal drei Monaten zusammengefasst. Zahlungsmitteläquivalente sind kurzfristige, jederzeit in Liquidität umwandelbare Finanzinvestitionen, die nur unwesentlichen Wertschwankungsrisiken unterliegen. In der Kapitalflussrechnung erfolgte die Angabe der Rückzahlungen von und der Anlagen in festverzinsliche Wertpapiere im Rahmen der Darstellung des Cashflows aus der Investitionstätigkeit unsaldiert. Die Darstellung im Vorjahr wurde entsprechend angepasst.
| Alle Angaben in T€ | 31.12.2024 | 31.12.2023 |
| Zahlungsmittel | 1.150.327 | 1.053.916 |
| Täglich fällige Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten (ohne Bankgeschäft) | -20 | - |
| Finanzmittelbestand | 1.150.307 | 1.053.916 |
Die Forderungen der MLP Banking AG gegen Kreditinstitute werden, soweit sie als Eigenbestand separierbar sind, in den Finanzmittelbestand einbezogen. Nicht separierbare Teile werden dem operativen Geschäftsbetrieb des Bankgeschäfts und daher dem Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit zugerechnet. Bundesbankguthaben werden vollständig in den Finanzmittelbestand einbezogen. 189 MLP Geschäftsbericht 2024 Infolge der Veräußerung und anschließender Entkonsolidierung der Zehnte Projekte 2 Deutschland.Immobilien GmbH, der Sechste Projekte Deutschland.Immobilien GmbH, der Seniorenzentrum Albstadt GmbH und der Seniorenwohnpark Ehingen GmbH sind folgende Vermögenswerte und Schulden aus dem Konzern abgegangen: immaterielle Vermögenswerte in Höhe von 271 T€, Vorräte in Höhe von 9.141 T€, sonstige Forderungen und andere Vermögenswerte in Höhe von 7 T€, Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten in Höhe von 3.798 T€ und andere Verbindlichkeiten in Höhe von 8.693 T€. 190 MLP Geschäftsbericht 2024 Sonstige Angaben 36.Aktienbasierte Vergütung Beteiligungsprogramm Das in 2008 aufgelegte Beteiligungsprogramm mit Barausgleich für Geschäftsstellenleiter, MLP Berater und Mitarbeiter ist in 2022 ausgelaufen und endete in 2023 mit der Auszahlung der letzten „Tranche 2011“. Die Aufwände sowie die Rückstellung aus dem Beteiligungsprogramm wurden über die einzelnen Phasen (Erdienungszeiträume) hinweg zeitanteilig erfasst. In 2023 sind bezogen auf die „Tranche 2011“ Aufwände und Erträge in Höhe von 18 T€ bzw. 39 T€ angefallen. Im Zuge des Auslaufens des Beteiligungsprogramms wurde die zum Jahresanfang 2023 bestehende Rückstellung in Höhe von 1.311 T€ vollständig in Anspruch genommen bzw. aufgelöst. Im Jahr 2017 wurde ein Beteiligungsprogramm für MLP Berater und MLP Geschäftsstellenleiter aufgelegt, mit dem Ziel, die Anerkennung außerordentlicher und nachhaltiger Leistung sowie die Leistungs- und Kundenorientierung von MLP Beratern und MLP Geschäftsstellenleitern auszubauen und zur Bindung und Motivation von Leistungsträgern beizutragen. Vor diesem Hintergrund soll es den MLP Beratern und MLP Geschäftsstellenleitern im Rahmen des Beteiligungsprogramms und nach Maßgabe dessen Programmbedingungen ermöglicht werden, Aktien der MLP SE zu erwerben, ohne eine Zuzahlung leisten zu müssen. Bei Erfüllung aller Anspruchsvoraussetzungen wird dem teilnahmeberechtigten MLP Berater eine nach Maßgabe der Bestimmungen des Beteiligungsprogramms ermittelte Anzahl von Bonusaktien (ggf. nach Berücksichtigung einkommensteuerlicher Effekte) gewährt, deren Zahl sich aus einer Division des „Bonusbetrags“ durch den durchschnittlichen Schlussauktionspreis der MLP SE Aktie ergibt. Die Ermittlung des „Bonusbetrag“ basiert auf der Jahresprovision des MLP Beraters sowie verschiedener Leistungsfaktoren. Der für die Ermittlung der Zahl der zu gewährenden Bonusaktien maßgebliche durchschnittliche Schlussauktionspreis ist das arithmetische Mittel der Schlussauktionspreise der Aktie der MLP SE im XETRA-Handel der Frankfurter Wertpapierbörse (oder einem das Xetra-System ersetzenden vergleichbaren Nachfolgesystem) im Referenzzeitraum sämtlicher Börsenhandelstage der Frankfurter Wertpapierbörse der Monate Januar bis einschließlich März des Jahres 2024. Im Geschäftsjahr wurden 541.468 (Vorjahr: 650.062) Stück Aktien ausgegeben. Als Aufwand für den Bonusbetrag 2024 wurden im Konzernabschluss 1.858 T€ (Vorjahr: 2.896 T€) rücklagenerhöhend erfasst. 191 MLP Geschäftsbericht 2024 37.Eventualforderungen und -verbindlichkeiten sowie andere Verpflichtungen Als Unternehmen mit unterschiedlichen Geschäftsfeldern ist MLP diversen rechtlichen Risiken ausgesetzt. Hierzu gehören insbesondere Risiken aus Gewährleistung/Schadenersatz, Steuern, dem Stornoverhalten der MLP-Kunden, Rechtsstreitigkeiten und anhängigen höchstrichterlichen Verfahren. Der Ausgang gegenwärtig anhängiger bzw. künftiger Verfahren kann nicht mit Sicherheit vorausgesagt werden, sodass aufgrund unerwarteter Entscheidungen Aufwendungen entstehen könnten, die nicht in vollem Umfang durch bilanzielle Risikovorsorgen oder Versicherungen abgedeckt sind und sich wesentlich auf das Geschäft und seine Ergebnisse auswirken könnten. Nach Einschätzung von MLP sind in den anhängigen Rechtsverfahren Entscheidungen mit wesentlichem negativem Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns nicht zu erwarten. Für die Versorgungszusage an Geschäftsstellenleiter sind Rückdeckungsversicherungen abgeschlossen. Die finale Haftung für die Versorgungszusage liegt nach § 1 (1) Satz 3 BetrAVG bei MLP. MLP rechnet derzeit nicht mit finanziellen Auswirkungen aus diesem Sachverhalt. Die MLP Banking AG ist Mitglied im Einlagensicherungsfonds des Bundesverbands deutscher Banken e. V., Berlin, und in der Entschädigungseinrichtung deutscher Banken GmbH, Berlin. Aufgrund der Umlagepflicht sind Nachschusspflichten möglich. Zum Bilanzstichtag bestehen Eventualverbindlichkeiten aus Bürgschaften und Gewährleistungen (Nominalbetrag der Verpflichtung) in Höhe von 2.715 T€ (Vorjahr 2.096 T€) sowie unwiderrufliche Kreditzusagen (Eventualverbindlichkeiten) in Höhe von 113.096 T€ (Vorjahr: 131.137 T€). Darüber hinaus hat die MLP Finanzberatung SE im Vorjahr eine Bürgschaft in Höhe von 15.000 T€ für eine Verbindlichkeit einer nicht konsolidierten Projektgesellschaft der Deutschland.Immobilien-Gruppe übernommen. Bei den Bürgschaften und Gewährleistungen ist eine Inanspruchnahme, wie auch in der Vergangenheit, unwahrscheinlich. Die unwiderruflichen Kreditzusagen werden in der Regel in Anspruch genommen. Darüber hinaus hat sich MLP im Rahmen des Vertriebs von Immobilien dazu verpflichtet, bei vier Immobilienprojekten die bis zu einem vertraglich festgelegten Zeitpunkt nicht verkauften Wohneinheiten selbst zu übernehmen. Aus keiner der vier Vereinbarungen wird ein wesentlicher Zahlungsmittelabfluss erwartet. Zum Bilanzstichtag bestanden sonstige finanzielle Verpflichtungen in Höhe von:
| Alle Angaben in T€ | Bis 1 Jahr | 1-5 Jahre | >5 Jahre | Gesamt |
| Lizenzverträge | 22.861 | 26.896 | - | 49.757 |
| Outsourcing IT-Technik | 16.824 | 946 | - | 17.771 |
| Verpflichtung aus Bauvorhaben | 8.562 | 2.147 | - | 10.708 |
| Sonstige Verpflichtungen | 6.019 | 2.182 | - | 8.201 |
| Bestellobligo | 4.323 | - | - | 4.323 |
| Projektentwicklung im Rahmen von laufenden Bauprojekten | 1.257 | - | - | 1.257 |
| Summe | 59.847 | 32.171 | - | 92.018 |
192 MLP Geschäftsbericht 2024 Zum 31. Dezember 2023 bestanden sonstige finanzielle Verpflichtungen in folgender Höhe:
| Alle Angaben in T€ | Bis 1 Jahr | 1-5 Jahre | >5 Jahre | Gesamt |
| Lizenzverträge | 22.299 | 24.908 | - | 47.207 |
| Outsourcing IT-Technik | 24.314 | 7.176 | - | 31.490 |
| Verpflichtung aus Bauvorhaben | 10.419 | 9.956 | - | 20.375 |
| Sonstige Verpflichtungen | 6.107 | 2.326 | - | 8.433 |
| Bestellobligo | 13.606 | - | - | 13.606 |
| Projektentwicklung im Rahmen von laufenden Bauprojekten | 18.715 | - | - | 18.715 |
| Summe | 95.460 | 44.366 | - | 139.826 |
Im Geschäftsjahr 2024 abgeschlossene Leasingverträge, die nicht in der Leasingverbindlichkeit zum 31. Dezember 2024 enthalten sind, da der Vertragsbeginn erst im Folgejahr liegt, führen zu künftigen Zahlungsmittelabflüssen in Höhe von 2.838 T€ (Vorjahr: 305 T€). 193 MLP Geschäftsbericht 2024 38.Zusätzliche Angaben zu Finanzinstrumenten Einstufungen und beizulegende Zeitwerte Die Buchwerte und beizulegenden Zeitwerte, einschließlich ihrer (Hierarchie-)Stufen finanzieller Vermögenswerte und finanzieller Verbindlichkeiten, verteilen sich auf die in den folgenden Tabellen angegebenen Klassen und Kategorien von Finanzinstrumenten. 194 MLP Geschäftsbericht 2024
| 31.12.2024 | |||||||
| Buchwert | Beizulegender Zeitwert | Davon Buchwert entspricht Zeitwert | Keine Finanz- instrumente i.S.v. IFRS 9 | ||||
| Alle Angaben in T€ | Stufe 1 | Stufe 2 | Stufe 3 | Gesamt | |||
| Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte (FVPL) | 24.099 | 345 | - | 23.754 | 24.099 | 24.099 | |
| Finanzanlagen (Strukturierte Anleihen) | 517 | - | - | 517 | 517 | 517 | - |
| Finanzanlagen (Investmentfondsanteile) | 2.125 | 345 | - | 1.780 | 2.125 | 2.125 | - |
| Beteiligungen | 6.813 | - | - | 6.813 | 6.813 | 6.813 | - |
| Anteile an nicht konsolidierten Tochterunternehmen | 8.177 | - | - | 8.177 | 8.177 | 8.177 | - |
| Anteile an assoz. Unternehmen (nicht at equity) | 2.300 | - | - | 2.300 | 2.300 | 2.300 | - |
| Sonstige Forderungen und andere Vermögenswerte | 4.168 | - | - | 4.168 | 4.168 | 4.168 | - |
| Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Vermögenswerte (AC) | 3.668.084 | 1.248.330 | 1.231.663 | 1.096.449 | 3.576.442 | 1.684.821 | 38.098 |
| Forderungen aus dem Bankgeschäft – Kunden | 1.355.847 | - | 162.341 | 1.096.449 | 1.258.789 | 162.341 | - |
| Forderungen aus dem Bankgeschäft – Kreditinstitute | 764.881 | - | 772.398 | - | 772.398 | 133.214 | - |
| Finanzanlagen (Fest- und Termingelder) | 150 | - | 150 | - | 150 | 150 | - |
| Finanzanlagen (Ausleihungen) | 10.000 | - | 10.000 | - | 10.000 | 10.000 | - |
| Finanzanlagen (Anleihen) | 158.090 | 98.003 | 57.985 | - | 155.988 | - | - |
| Sonstige Forderungen und andere Vermögenswerte | 228.789 | - | 228.789 | - | 228.789 | 228.789 | 38.098 |
| Zahlungsmittel | 1.150.327 | 1.150.327 | - | - | 1.150.327 | 1.150.327 | - |
| Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten | 3.373.035 | - | 3.431.606 | - | 3.431.606 | 3.054.725 | 62.100 |
| Verbindlichkeiten aus dem Bankgeschäft – Kunden | 2.913.987 | - | 2.986.547 | - | 2.986.547 | 2.744.031 | - |
| Verbindlichkeiten aus dem Bankgeschäft – Kreditinstitute | 152.837 | - | 137.899 | - | 137.899 | 3.534 | - |
| Andere Verbindlichkeiten | 307.161 | - | 307.161 | - | 307.161 | 307.161 | 62.100 |
| Bürgschaften und Gewährleistungen* | 2.715 | - | - | 2.715 | 2.715 | 2.715 | |
| Unwiderrufliche Kreditzusagen* | 113.096 | - | 113.096 | - | 113.096 | 113.096 | |
| * Nicht bilanzierte Posten. Nominalwert vor Risikovorsorge. | |||||||
195 MLP Geschäftsbericht 2024
| 31.12.2023 | |||||||
| Buchwert | Beizulegender Zeitwert** | Davon Buchwert entspricht Zeitwert | Keine Finanz- instrumente i.S.v. IFRS 9 | ||||
| Alle Angaben in T€ | Stufe 1 | Stufe 2 | Stufe 3 | Gesamt | |||
| Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte (FVPL) | 18.970 | 423 | 5.037 | 13.509 | 18.970 | 18.970 | |
| Finanzanlagen (Strukturierte Anleihen) | 5.037 | - | 5.037 | - | 5.037 | 5.037 | - |
| Finanzanlagen (Investmentfondsanteile) | 1.958 | 423 | - | 1.535 | 1.958 | 1.958 | - |
| Beteiligungen | 4.081 | - | - | 4.081 | 4.081 | 4.081 | - |
| Anteile an nicht konsolidierten Tochterunternehmen | 5.241 | - | - | 5.241 | 5.241 | 5.241 | - |
| Anteile an assoz. Unternehmen (nicht at equity) | 2.652 | - | - | 2.652 | 2.652 | 2.652 | - |
| Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte (FVOCI) | 2.632 | 2.632 | - | - | 2.632 | 2.632 | - |
| Eigenkapitalinstrumente (FVOCI) | 2.632 | 2.632 | - | - | 2.632 | 2.632 | - |
| Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Vermögenswerte (AC) | 3.434.102 | 1.157.303 | 1.178.632 | 979.356 | 3.315.291 | 1.531.886 | 40.696 |
| Forderungen aus dem Bankgeschäft – Kunden | 1.230.989 | - | 132.670 | 979.356 | 1.112.026 | 132.670 | - |
| Forderungen aus dem Bankgeschäft – Kreditinstitute | 779.074 | 783.874 | - | 783.874 | 117.195 | - | |
| Finanzanlagen (Fest- und Termingelder) | 10.068 | - | 10.068 | - | 10.068 | 10.068 | - |
| Finanzanlagen (Ausleihungen) | 10.007 | - | 10.007 | - | 10.007 | 10.007 | - |
| Finanzanlagen (Anleihen) | 142.018 | 103.387 | 33.983 | - | 137.370 | - | - |
| Sonstige Forderungen und andere Vermögenswerte | 208.030 | - | 208.030 | - | 208.030 | 208.030 | 40.696 |
| Zahlungsmittel | 1.053.916 | 1.053.916 | - | - | 1.053.916 | 1.053.916 | - |
| Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten | 3.185.518 | - | 3.168.765 | - | 3.168.765 | 2.801.419 | 59.641 |
| Verbindlichkeiten aus dem Bankgeschäft – Kunden | 2.764.624 | - | 2.764.852 | - | 2.764.852 | 2.520.613 | - |
| Verbindlichkeiten aus dem Bankgeschäft – Kreditinstitute | 140.611 | - | 123.630 | - | 123.630 | 523 | - |
| Andere Verbindlichkeiten | 280.283 | - | 280.283 | - | 280.283 | 280.283 | 59.641 |
196 MLP Geschäftsbericht 2024
| Bürgschaften und Gewährleistungen* | 2.096 | - | - | 2.096 | 2.096 | 2.096 | |
| Unwiderrufliche Kreditzusagen* | 131.137 | - | 131.137 | - | 131.137 | 131.137 | |
| * Nicht bilanzierte Posten. Nominalwert vor Risikovorsorge. | |||||||
| ** Die Darstellung der beizulegenden Zeitwerte wurde angepasst. Die "Buchwert entspricht Zeitwert"-Spalte wird separat von den beizulegenden Zeitwerten abgebildet; die entsprechenden Werte werden zusätzlich im 3-Stufen-System integriert gezeigt. | |||||||
Zahlungsmittel, Forderungen und Verbindlichkeiten aus dem Bankgeschäft ohne vereinbarte Restlaufzeit, Finanzanlagen, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Forderungen gegen Beteiligungsunternehmen und sonstige Vermögenswerte haben überwiegend kurze Restlaufzeiten. Ihre Buchwerte zum Bilanzstichtag entsprechen daher näherungsweise den beizulegenden Zeitwerten. Gleiches gilt für die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen. Bei Beteiligungen stellen zum Teil die Anschaffungskosten eine angemessene Schätzung des beizulegenden Zeitwerts dar. Zum Abschlussstichtag bestehen keine Hinweise auf unter den Buchwerten liegende beizulegende Zeitwerte. Ebenso besteht keine Veräußerungsabsicht. MLP hat am Stichtag nach IFRS 9 bewertete Finanzgarantien in Form von Bürgschaften und Gewährleistungen in Höhe von 2.715 T€ (Vorjahr: 2.096 T€) ausgereicht. Diese Finanzgarantien werden nach den Wertminderungsvorschriften des IFRS 9 bewertet. Daraus resultierende Wertminderungen in Höhe von 425 T€ (Vorjahr: 425 T€) werden unter den sonstigen Rückstellungen ausgewiesen. Bestimmung der beizulegenden Zeitwerte Soweit für finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Verbindlichkeiten ein aktiver Markt vorliegt, werden die Börsenkurse vom Markt mit dem größten Handelsvolumen am Abschlussstichtag der Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts zugrunde gelegt. Bei Investmentanteilen entsprechen die durch die Kapitalverwaltungsgesellschaften veröffentlichten Rücknahmepreise den beizulegenden Zeitwerten. Liegt zum Abschlussstichtag kein aktiver Markt vor, erfolgt die Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte mittels anerkannter Bewertungsmodelle. Für unter den Finanzanlagen und den Beteiligungen ausgewiesene gehaltene Anteile an Private-Equity-Gesellschaften wird der beizulegende Zeitwert auf Basis der von den Kapital- und Fondsverwaltungsgesellschaften ermittelten und bereitgestellten sog. Net Asset Values der jeweiligen Investments zum Bilanzstichtag ermittelt. Für Private-Equity-Gesellschaften mit variablen Rückflüssen, erfolgt die Bewertung gemäß der International Private Equity and Venture Capital (IPEV) Valuation Guidelines unter der Annahme einer Voll-Liquidations-Hypothese. Für nicht auf einem aktiven Markt notierte Eigenkapitalinstrumente der Finanzanlagen erfolgt die Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts grundsätzlich auf Basis von Ertragswertverfahren unter Verwendung von nicht beobachtbaren Parametern wie Betafaktoren oder risikoäquivalenten Diskontierungszinssätzen. Ist der beizulegende Zeitwert insbesondere aufgrund von nicht verfügbaren Daten über Ergebnisplanungen nicht zuverlässig ermittelbar, werden nicht auf einem aktiven Markt notierte Eigenkapitalinstrumente zu Anschaffungskosten abzüglich etwaiger Wertminderungen bewertet. Zum Abschlussstichtag bestehen keine Hinweise auf unter den Buchwerten liegende beizulegende Zeitwerte. Ebenso besteht keine Veräußerungsabsicht. Das Bewertungsmodell von Vermögenswerten und Schulden, die der Stufe 2 zugeordnet wurden, berücksichtigt den Barwert der erwarteten künftigen Zahlungsströme/-abflüsse über die Restlaufzeit, abgezinst mit einem risikolosen Abzinsungsfaktor. Der Abzinsungsfaktor bemisst sich anhand der aktuellen Zinsstrukturkurve. Die erwarteten Zahlungsströme werden um Bonitäts- und Ausfallrisiken 197 MLP Geschäftsbericht 2024 bereinigt. Bei der Bestimmung des beizulegenden Zeitwerts von Finanzanlagen wird hingegen der Abzinsungsfaktor um einen Credit Spread adjustiert. Die nachstehende Tabelle zeigt die Bewertungstechniken, die bei der Bestimmung der beizulegenden Zeitwerte der Stufe 3 verwendet wurden, sowie die verwendeten wesentlichen, nicht beobachtbaren Inputfaktoren:
| Art | Bewertungstechnik | Wesentliche, nicht beobachtbare Inputfaktoren | Zusammenhang zwischen wesentlichen, nicht beobachtbaren Inputfaktoren und der Bewertung zum beizulegenden Zeitwert |
| Forderungen aus dem Bankgeschäft – Kunden mit vereinbarter Laufzeit | Das Bewertungsmodell berücksichtigt den Barwert der erwarteten künftigen Zahlungsströme über die Restlaufzeit, abgezinst mit einem risikolosen Abzinsungsfaktor. Der Abzinsungsfaktor bemisst sich anhand der aktuellen Zinsstrukturkurve. Die künftigen Zahlungsströme werden unter Berücksichtigung von Bonitäts- und Ausfallrisiken, Verwaltungskosten und erwarteter Eigenkapital-verzinsung ermittelt. | Adjustierung der Zahlungsströme um: * Bonitäts- und Adressausfallrisiken * Verwaltungskosten * erwartete Eigenkapitalverzinsung | Der geschätzte beizulegende Zeitwert würde steigen (sinken), wenn: * das Bonitäts- und Ausfallrisiko sinkt (steigt), * die Verwaltungskosten sinken (steigen), * die erwartete Eigenkapitalverzinsung sinkt (steigt). |
| Ermittlung Fair Value von Private Equity Beteiligungen mit variablen Rückflüssen | Gem. IPEV Valuation Guidelines Bewertung zum Net Asset Value unter Annahme einer Voll-Liquidations-Hypothese. | Net Asset Values der jeweiligen Investments | Direkte Korrelation zwischen Veränderung Net Asset Value und Fair Value |
| Ermittlung Fair Value von Privat Equity Beteiligungen | Bewertung zum anteiligen Net Asset Value | Net Asset Values der jeweiligen Investments | Direkte Korrelation zwischen Veränderung Net Asset Value und Fair Value |
| Ermittlung Fair Value für nicht konsolidierte Beteiligungen und assoz. Unternehmen, die nicht nach der Equity-Methode einbezogen werden | Equity-Ansatz im Rahmen eines (vereinfachten) DCF-Verfahren | Entwicklung der Umsätze und Ergebnisse für den Planungszeitraum | Der Fair Value würde steigen (sinken), wenn die geplanten Umsatzerlöse und Ergebnisse übererfüllt (nicht erfüllt) würden. |
| Ermittlung Fair Value für Kaufpreisforderungen DI Projektgesellschaften | (vereinfachtes) DCF-Verfahren | Entwicklung des jeweils geplanten Immobilienprojektergebnisses | Der Fair Value würde steigen (sinken), wenn die geplanten Immobilienprojektergebnisse übererfüllt (nicht erfüllt) würden. |
| Ermittlung Fair Value von Beteiligungen an DI Projektgesellschaften | (vereinfachtes) DCF-Verfahren | Entwicklung des jeweils geplanten Immobilienprojektergebnisses | Der Fair Value würde steigen (sinken), wenn die geplanten Immobilienprojektergebnisse übererfüllt (nicht erfüllt) würden. |
Die Nettogewinne und -verluste aus Finanzinstrumenten verteilen sich in der jeweils angegebenen Höhe auf die Kategorien für finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Verbindlichkeiten:
| Alle Angaben in T€ | 2024 | 2023 |
| Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete Vermögenswerte | 85.031 | 69.439 |
198 MLP Geschäftsbericht 2024
| Zum beizulegenden Zeitwert bewertete Vermögenswerte ( FVPL) | 2.249 | 878 |
| Zum beizulegenden Zeitwert bewertete Vermögenswerte ( FVOCI) | 1.490 | 648 |
| Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete Verbindlichkeiten | -33.698 | -21.720 |
| Zum beizulegenden Zeitwert bewertete Verbindlichkeiten ( FVPL) | - | -288 |
| Zum beizulegenden Zeitwert bewertete Verbindlichkeiten ( FVOCI) | - | - |
Die Nettogewinne und -verluste umfassen Ergebnisse aus der erfolgswirksamen Bewertung mit dem beizulegenden Zeitwert beziehungsweise Wertminderungen und Wertaufholungen sowie Ergebnisse aus der Veräußerung der jeweiligen Finanzinstrumente. Darüber hinaus sind Zinserträge und -aufwendungen sowie Dividenden und Erträge aus Eingängen auf bereits ausgebuchte finanzielle Vermögenswerte enthalten. Für Finanzinstrumente, die nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet wurden, sind im abgelaufenen Geschäftsjahr Zinserträge in Höhe von 56.537 T€ (Vorjahr: 44.038 T€) und Zinsaufwendungen in Höhe von 33.529 T€ (Vorjahr: 21.720 T€) angefallen. Zu Wertminderungsaufwendungen wird auf die Erläuterung zu den Posten Forderungen Bankgeschäft, sonstige Forderungen und andere Vermögenswerte sowie Finanzanlagen verwiesen. Bei Provisionserträgen und Aufwendungen, die nicht in die Bestimmung des Effektivzinssatzes einbezogen wurden, handelt es sich hauptsächlich um Vorfälligkeitsentschädigungen in unwesentlicher Höhe. Bei den von MLP gehaltenen Finanzinstrumenten entspricht das maximale Ausfallrisiko dem Buchwert. 199 MLP Geschäftsbericht 2024 39.Finanzrisikomanagement Die Angaben zu Art und Ausmaß von Risiken, die sich aus Finanzinstrumenten (IFRS 7.31-42) ergeben, sind mit Ausnahme der Angaben gemäß IFRS 7.35-39 (b) im Risikobericht des zusammengefassten Lageberichts bzw. in Anhangangabe 37 enthalten. Zur Steuerung der Liquiditätsrisiken kann die MLP Gruppe auf sehr hohe Bestände an täglich fälligen Zahlungsmitteln zurückgreifen, welche geprägt sind durch die umgehend verfügbaren Guthaben bei der Deutschen Bundesbank i.H.v. 1.071,8 Mio. € (Vorjahr: 963,8 Mio. €), die für sich genommen bereits 25,8% (Vorjahr: 24,6%) der Konzernbilanzsumme ausmachen. In der nachfolgenden Fälligkeitsanalyse werden vertraglich vereinbarte Zahlungsmittelzuflüsse mit positivem und vertraglich vereinbarte Zahlungsmittelabflüsse mit negativem Vorzeichen abgebildet. Für Finanzgarantien und Kreditzusagen wird der potenzielle Zahlungsmittelabfluss angegeben. Die vertraglich vereinbarten Fälligkeiten entsprechen – insbesondere im Falle der Finanzgarantien und Kreditzusagen – nicht den tatsächlich erwarteten Zahlungsmittelzu- und -abflüssen. Das Management des Ausfall- und Liquiditätsrisikos wird im Risikobericht des zusammengefassten Lageberichts dargestellt. Die nachfolgenden Tabellen stellen die Fälligkeitsstruktur der finanziellen Verbindlichkeiten mit vertraglich vereinbarten Restlaufzeiten dar:
| Gesamt Cashflow (Tilgung und Zins) fällig in T€ zum 31.12.2024 | |||||
| Täglich fällig | Bis 1 Jahr | 1 bis 5 Jahre | Über 5 Jahre | Summe | |
| Finanzielle Verbindlichkeiten | 2.665.341 | 486.875 | 182.158 | 89.327 | 3.423.701 |
| Verbindlichkeiten aus dem Bankgeschäft - Kunden | 2.662.425 | 229.625 | 6.441 | 3.113 | 2.901.604 |
| Verbindlichkeiten aus dem Bankgeschäft - Kreditinstitute | 2.916 | 6.228 | 57.478 | 86.215 | 152.837 |
| Andere Verbindlichkeiten | - | 238.284 | 72.846 | - | 311.130 |
| Leasingverbindlichkeiten | - | 12.738 | 45.392 | - | 58.130 |
| Finanzgarantien und Kreditzusagen | 115.811 | - | - | - | 115.811 |
| Bürgschaften und Gewährleistungen | 2.715 | - | - | - | 2.715 |
| Unwiderrufliche Kreditzusagen | 113.096 | - | - | - | 113.096 |
| Summe | 2.781.152 | 486.875 | 182.158 | 89.327 | 3.539.512 |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Gesamt Cashflow (Tilgung und Zins) fällig in T€ zum 31.12.2023 | |||||
| Täglich fällig | Bis 1 Jahr | 1 bis 5 Jahre | Über 5 Jahre | Summe | |
| Finanzielle Verbindlichkeiten | 2.514.648 | 449.857 | 186.528 | 84.635 | 3.235.668 |
| Verbindlichkeiten aus dem Bankgeschäft - Kunden | 2.511.042 | 231.924 | 7.467 | 3.625 | 2.754.058 |
| Verbindlichkeiten aus dem Bankgeschäft - Kreditinstitute | 3.606 | 1.880 | 54.115 | 81.010 | 140.611 |
200 MLP Geschäftsbericht 2024
| Andere Verbindlichkeiten | - | 203.784 | 79.667 | - | 283.451 |
| Leasingverbindlichkeiten | - | 12.269 | 45.279 | - | 57.548 |
| Finanzgarantien und Kreditzusagen | 133.233 | - | - | - | 133.233 |
| Bürgschaften und Gewährleistungen | 2.096 | - | - | - | 2.096 |
| Unwiderrufliche Kreditzusagen | 131.137 | - | - | - | 131.137 |
| Summe | 2.647.881 | 449.857 | 186.528 | 84.635 | 3.368.901 |
201 MLP Geschäftsbericht 2024 40.Entsprechenserklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex gemäß §161 Aktiengesetz (AktG) Vorstand und Aufsichtsrat haben die Entsprechenserklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex gemäß § 161 AktG abgegeben und diese den Aktionären auf der Internetseite der Gesellschaft, https://mlp-se.de/investoren/corporate-governance/entsprechenserklaerung/ bzw. in der Erklärung zur Unternehmensführung im Geschäftsbericht dauerhaft zugänglich gemacht. 202 MLP Geschäftsbericht 2024 41.Nahestehende Personen und Unternehmen MLP hat nachfolgend aufgeführte Personen als Management in Schlüsselpositionen identifiziert:
| Vorstand | Mandate in gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten bei inländischen Gesellschaften | Mitgliedschaften in vergleichbaren in- und ausländischen Kontrollgremien von Wirtschaftsunternehmen |
| Dr. Uwe Schroeder-Wildberg, Heidelberg Vorsitzender Zuständig für Strategie, Kunden und Vertrieb, Digitalisierung, Marketing, Kommunikation, Personal, Nachhaltigkeit | * FERI AG, Bad Homburg v.d.Höhe (Vorsitzender) MLP Finanzberatung SE, Wiesloch (Vorsitzender) | – |
| Reinhard Loose, Berlin Zuständig für Compliance, Controlling, Interne Revision, IT, Rechnungswesen, Recht, Risikomanagement | * DOMCURA Aktiengesellschaft, Kiel * DI Deutschland.Immobilien AG, Hannover | * Mitglied Börsenrat Baden-Württembergische Wertpapierbörse (seit 16.05.2024) |
| Manfred Bauer, Leimen Zuständig für Produkteinkauf und –management, Infrastruktur | * DOMCURA Aktiengesellschaft, Kiel (Vorsitzender) * DI Deutschland.Immobilien AG, Hannover (Vorsitzender) | * MLP Hyp GmbH, Wiesloch (Aufsichtsrat) |
| Aufsichtsrat | Mandate in gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten bei inländischen Gesellschaften | Mitgliedschaften in vergleichbaren in- und ausländischen Kontrollgremien von Wirtschaftsunternehmen |
| Sarah Rössler, Heiden (Schweiz) Vorsitzende ehemals Vorstandsmitglied HUK-COBURG VvaG, HUK-COBURG-Holding AG, HUK-COBURG-Allgemeine Versicherung AG, HUK-COBURG Lebens-versicherung AG, HUK-COBURG-Krankenversicherung AG, jeweils mit Sitz in Coburg | * VHV Holding AG, Hannover * VHV Vereinigte Hannoversche Versicherung a.G., Hannover * VHV Allgemeine Versicherung AG, Hannover * Hannoversche Lebensversicherung AG, Hannover * MLP Banking AG (Vorsitzende) | * Mitglied des Gesellschafterausschusses der Thüga GmbH & Co.KGaA |
| Dr. Andreas Freiling, Bad Vilbel Stellvertretender Vorsitzender Wirtschaftsprüfer | * Die Haftpflichtkasse VVaG, Roßdorf * VPV Lebensversicherungs-AG, Stuttgart * EUROPA Lebensversicherung AG, Köln - seit Juli 2024 | * Versorgungswerk der Wirtschaftsprüfer und der vereidigten Buchprüfer im Lande Nordrhein-Westfalen (ehrenamtliches Mitglied des Vorstands) |
| Matthias Lautenschläger, Heidelberg Geschäftsführender Gesellschafter der USC Heidelberg Spielbetrieb GmbH, Heidelberg Geschäftsführender Gesellschafter der LEC Capital GmbH, Heidelberg | * wob AG, Viernheim * PREIG AG, Berlin | – |
| Monika Stumpf, Schriesheim Arbeitnehmervertreterin Mitarbeiterin der MLP Finanzberatung SE, Wiesloch | * MLP Finanzberatung SE, Wiesloch (Arbeitnehmervertreterin) | – |
| Ursula Blümer, Konstanz Arbeitnehmervertreterin Mitarbeiterin der MLP SE, Wiesloch | – | – |
| Bernd Groß, Düsseldorf Chief Technology Officer der Software AG mit Sitz in Darmstadt, Geschäftsführer Cumulocity GmbH mit Sitz in Düsseldorf | – | * Advisory Board – Stihl Digital GmbH (bis 31.05.2024) * Advisory Board - Talent:Digital GmbH (bis 31.03.2024) |
Beziehungen zu nahestehenden Personen Im Vergleich zum 31. Dezember 2023 hat sich die Zusammensetzung des Aufsichtsrats nicht geändert. Wir verweisen auf die vorstehende Tabelle. Zwischen Einzelgesellschaften des Konzerns und den Mitgliedern des Vorstands und des Aufsichtsrats der MLP SE sowie ihnen nahestehenden Personen wurden im Rahmen der gewöhnlichen 203 MLP Geschäftsbericht 2024 Geschäftstätigkeit Rechtsgeschäfte getätigt. Bei den Rechtsgeschäften handelt es sich um erhaltene Einlagen in Höhe von 2.832 T€ (Vorjahr: 3.062 T€). Die Rechtsgeschäfte wurden zu branchenüblichen bzw. zu Mitarbeiterkonditionen abgeschlossen. Zum Stichtag 31. Dezember 2024 bestehen Kontokorrentkreditrahmen, Avalkredite und Darlehen gegenüber Organmitgliedern in Höhe von insgesamt 4.810 T€ (Vorjahr: 2.996 T€). Die Avalkredite werden mit 1,0 % (Vorjahr: 1,0 %), die Kontokorrentkredite mit 8,10 % bis 9,9 % (Vorjahr: 8,10 % bis 9,9 %) und die Darlehen mit 0,9 % (Vorjahr: 0,9 %) verzinst. Die Gesamtvergütung für die am Stichtag tätigen Mitglieder des Vorstands setzt sich zusammen aus: •Laufenden Bezügen fester und variabler Art 2.818 T€ (Vorjahr: 2.425 T€); •Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses 602 T€ (Vorjahr: 564 T€); •Anderen langfristigen fälligen Leistungen 1.424 T€ (Vorjahr: 1.347 T€). Im Geschäftsjahr sind keine Vorstandsmitglieder ausgeschieden. Es bestehen für ausgeschiedene Vorstandsmitglieder zum 31. Dezember 2024 Pensionsrückstellungen in Höhe von 9.725 T€ (Vorjahr: 11.098 T€). Die Mitglieder des Aufsichtsrats erhielten für ihre Tätigkeit in 2024 eine erfolgsunabhängige Vergütung in Höhe von 650 T€ (Vorjahr: 670 T€). Darüber hinaus fielen 16 T€ (Vorjahr: 29 T€) Ersatz für Auslagen und Schulungen an. Hinsichtlich der detaillierten Ausgestaltung des Vergütungssystems und der Vergütungen für Vorstand und Aufsichtsrat der MLP SE wird auf den Vergütungsbericht verwiesen. Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen Neben den in den Konzernabschluss einbezogenen Tochterunternehmen steht die MLP SE unmittelbar und mittelbar im Rahmen der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit mit einer Vielzahl von Unternehmen in Beziehung. Hierzu gehören auch Tochterunternehmen, assoziierte Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen, die aus Wesentlichkeitsgründen nicht in den Konzernabschluss einbezogen werden. Alle Geschäftsbeziehungen sind zu branchenüblichen Bedingungen und Konditionen abgeschlossen und unterscheiden sich grundsätzlich nicht von den Liefer- und Leistungsbeziehungen mit anderen Unternehmen. Die Vergütungen für die für nahestehende Unternehmen erbrachten Dienstleistungen betreffen im Wesentlichen Vermögensverwaltung und -beratung sowie Vermittlungs-, Vertriebs- und Bestandsprovisionen. Mit wesentlichen nahestehenden Unternehmen wurden Geschäfte getätigt, die zu folgenden Posten im Konzernabschluss geführt haben:
| Nahestehende Unternehmen 2024 | ||||
| 31.12.2024 | 01.01-31.12.2024 | |||
| Alle Angaben in T€ | Forderungen | Verbindlichkeiten | Erträge | Aufwendungen |
| MLP Hyp GmbH, Wiesloch | 1.329 | 108 | 9.385 | 845 |
| FPE Private Equity Beteiligungs-Treuhand GmbH, München | 1 | - | 1 | - |
| FERI Private Equity GmbH & Co. KG, München | - | - | - | 6 |
| FERI Private Equity Nr. 2 GmbH & Co. KG, München | - | - | - | 5 |
| DIEASS GmbH, Kiel | 0 | 14 | 11 | 14 |
204 MLP Geschäftsbericht 2024
| innoAS GmbH, Kiel | 132 | 921 | 2.258 | - |
| DIFA Research GmbH i. L., Berlin | - | 106 | 6 | 4 |
| WD Immobilienmanagement GmbH, Hannover | 362 | 4 | 91 | 2 |
| Projekt Deutschland.Immobilien Tengen GmbH, Hannover | 2.643 | 360 | 1 | - |
| Convivo Wohnparks Deutschland.Immobilien Wittmund GmbH & Co. KG i. I., Hannover | 31 | 199 | - | - |
| Projekte Deutschland.Immobilien Bad Goegging GmbH, Neustadt a. d. Donau | 20.359 | - | 5.069 | - |
| 30. Projekte Deutschland.Immobilien GmbH, Hannover | 3.106 | - | 133 | - |
| Hartmann Versicherungsmakler GmbH, Mannheim | 2 | - | 721 | - |
| Hans L. Grauerholz GmbH, Hamburg | 76 | 0 | 85 | 15 |
| Achte Projekte 2 Deutschland.Immobilien GmbH, Hannover | 138 | - | - | - |
| BIG Versicherungsmakler GmbH, Tiefenbronn | - | - | 461 | 0 |
| Vetter Versicherungsmakler GmbH, Kressbronn am Bodensee | - | - | 190 | - |
| CP 135. Grundstücks GmbH & Co. KG i. I., Bremen | 18 | - | - | 5 |
| asspario Versicherungsdienst GmbH, Bad Kreuznach | 539 | - | 1.127 | 1 |
| pxtra GmbH, Rostock | 5.485 | 128 | 473 | 2 |
| Gesamt | 34.222 | 1.840 | 20.013 | 897 |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Nahestehende Unternehmen 2023 | ||||
| 31.12.2023 | 01.01-31.12.2023 | |||
| Alle Angaben in T€ | Forderungen | Verbindlichkeiten | Erträge | Aufwendungen |
| MLP Hyp GmbH, Wiesloch (assoziiertes Unternehmen) | 863 | 108 | 7.707 | 970 |
| Uniwunder GmbH, Dresden | - | 281 | 417 | 6.021 |
| FPE Private Equity Beteiligungs-Treuhand GmbH, München | 1 | - | 1 | - |
| FERI Private Equity GmbH & Co. KG, München | - | - | - | 6 |
| FERI Private Equity Nr. 2 GmbH & Co. KG, München | - | - | - | 5 |
| DIEASS GmbH, Kiel | - | 14 | 11 | 14 |
| innoAS GmbH, Kiel | - | 135 | 1.737 | - |
| DIFA Research GmbH i. L., Berlin | - | 107 | 46 | 5 |
| WD Immobilienmanagement GmbH, Hannover | 300 | 5 | 163 | 31 |
| Projekt Deutschland.Immobilien Tengen GmbH, Saarbrücken | 1.953 | 360 | 1.945 | - |
205 MLP Geschäftsbericht 2024
| Convivo Wohnparks Deutschland.Immobilien Wittmund GmbH & Co. KG i. I., Hannover | 31 | 199 | 0 | - |
| Projekte Deutschland.Immobilien Bad Goegging GmbH, Neustadt a. d. Donau | 21.076 | - | 1.934 | - |
| 30. Projekte Deutschland.Immobilien GmbH, Hannover | 2.733 | - | 269 | - |
| RVM Verwaltungs GmbH, Eningen unter Achalm | - | 15 | - | - |
| Erich Schulz GmbH, Hamburg | 62 | - | - | - |
| Hartmann Versicherungsmakler GmbH, Mannheim | - | - | 19 | - |
| Hans L. Grauerholz GmbH, Hamburg | 43 | - | 44 | - |
| BIG Versicherungsmakler GmbH, Tiefenbronn | 1 | - | 152 | - |
| Vetter Versicherungsmakler GmbH, Kressbronn | - | - | 62 | - |
| Allkuranz Versicherungsmakler GmbH & Co. KG, Münster | 27 | - | 29 | - |
| CP 135. Grundstücks GmbH & Co. KG i. I., Bremen | 23 | - | 18 | - |
| asspario Versicherungsdienst GmbH, Bad Kreuznach | 9 | - | 292 | 0 |
| pxtra GmbH, Rostock | 3.542 | 25 | 238 | - |
| Gesamt | 30.664 | 1.249 | 15.084 | 7.051 |
206 MLP Geschäftsbericht 2024 42.Honorare Abschlussprüfer Die für die Dienstleistungen des Abschlussprüfers BDO AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft im Geschäftsjahr 2024 berechneten Honorare betragen (einschließlich Auslagen, ohne gesetzliche Umsatzsteuer):
| Alle Angaben in T€ | 2024 | 2023 |
| Abschlussprüfungsleistungen | 1.130 | 1.402 |
| Andere Bestätigungsleistungen | 157 | 44 |
| Sonstige Leistungen | 19 | 6 |
| Gesamt | 1.306 | 1.452 |
Der Posten Abschlussprüfungsleistungen enthält die berechneten Honorare für die gesetzliche Prüfung des Einzel- und Konzernabschlusses der MLP SE sowie für die gesetzliche Prüfung der Einzelabschlüsse der deutschen Tochterunternehmen. Von den Abschlussprüfungsleistungen betreffen 103 T€ das Vorjahr. Die anderen Bestätigungsleistungen betreffen die erstmalige Prüfung der Nachhaltigkeitsberichterstattung 2024 sowie die Prüfung gem. AGB der Deutschen Bundesbank im Rahmen der Nutzung von Kreditforderungen zur Besicherung von Zentralbankkrediten. Die sonstigen Leistungen betreffen in 2024 erbrachte Beratungsdienstleistungen zur Umsetzung der EU-Taxonomie-Verordnung sowie die Durchführung eines Readiness Assessments im Zusammenhang mit der EU-Taxonomie-Erklärung. 207 MLP Geschäftsbericht 2024 43.Angaben zu den Eigenmitteln/Kapitalsteuerung Das Eigenkapital der MLP Gruppe nach IFRS findet sich mehrheitlich in den nach CRR in einer aufsichtsrechtlichen Gruppe (MLP Finanzholdinggruppe) zusammengefassten Unternehmen wieder. Da für diese MLP Finanzholdinggruppe nach CRR eine Steuerung nach den aus dem Eigenkapital abgeleiteten Eigenmitten erfolgt, sehen wir eine Kapitalsteuerung für die MLP Gruppe als insgesamt erfüllt an. Wir verweisen zu Details auf den Lagebericht, Risikobericht, Kapitel Risikotragfähigkeit & Eigenmittelanforderungen, Unterkapitel Bankenaufsichtsrechtliche Eigenmittelanforderungen und Kapitalsteuerung. 208 MLP Geschäftsbericht 2024 44.Anzahl der Mitarbeiter Die durchschnittliche Anzahl der beschäftigten Arbeitnehmer im MLP Konzern erhöhte sich von 2.338 im Geschäftsjahr 2023 auf 2.454 im Geschäftsjahr 2024.
| 2024 | 2023 | |||||
| Davon leitende Angestellte | Davon geringfügig Beschäftigte | Davon leitende Angestellte | Davon geringfügig Beschäftigte | |||
| Finanzberatung | 1.122 | 29 | 25 | 1.091 | 31 | 19 |
| Banking | 238 | 5 | 6 | 222 | 5 | 4 |
| FERI | 294 | 6 | 37 | 275 | 6 | 41 |
| DOMCURA | 333 | 13 | 26 | 311 | 11 | 26 |
| Deutschland.Immobilien | 93 | - | 4 | 109 | - | 6 |
| Industriemakler | 282 | 18 | 22 | 267 | 20 | 18 |
| Holding | 92 | 5 | 2 | 64 | 4 | 1 |
| Gesamt | 2.454 | 76 | 120 | 2.338 | 77 | 113 |
Im Geschäftsjahr wurden durchschnittlich 191 (Vorjahr: 159) Personen ausgebildet. Darin enthalten sind 55 Personen (Vorjahr: 34), die im Rahmen des Traineemodells der MLP Startup GmbH ausgebildet und auf ihre zukünftige Tätigkeit als selbständige Handelsvertreter vorbereitet werden. 209 MLP Geschäftsbericht 2024 45.Ereignisse nach dem Bilanzstichtag Am 4. Februar 2025 hat der XI. Zivilsenat des BGH in vier Urteilen über die Unzulässigkeit von Klauseln zu Entgelten für die Verwahrung von Einlagen auf Giro-, Tagesgeld- und Sparkonten entschieden. Nach Veröffentlichung der derzeit noch ausstehenden Urteilsbegründungen wird MLP die Auswirkungen auf die von der MLP Banking AG getroffenen Kundenvereinbarungen analysieren und die sich daraus ergebenen Schritte einleiten. Wir erwarten keine wesentlichen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns. Darüber hinaus haben sich nach dem Bilanzstichtag keine nennenswerten Ereignisse mit Auswirkung auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns ergeben. 210 MLP Geschäftsbericht 2024 46.Freigabe des Konzernabschlusses Der Vorstand hat den Konzernabschluss am 10. März 2025 aufgestellt und wird diesen dem Aufsichtsrat am 26. März 2025 zur Veröffentlichung vorlegen. Wiesloch, 10. März 2025 MLP SE Der Vorstand Dr. Uwe Schroeder-Wildberg Manfred Bauer Reinhard Loose