aktiv Rechtsform SE & Co. KGaA Aktiengesellschaft

Mutares SE & Co. KGaA

MünchenMünchen, DEU ·HRB 250347 München

Stammdaten

Rechtsform
SE & Co. KGaA
Anschrift
Arnulfstr. 19
80335 München
Handelsregister
HRB 250347, München
Eintragungsdatum
23. Mai 2019
Branche
Managementtätigkeiten von sonstigen Holdinggesellschaften
Beteiligungsgesellschaften
Managementtätigkeiten von Holdinggesellschaften mit überwiegend finanziellem Anteilsbesitz
Eingetragenes Kapital
25.617.907,00 EUR
Vertretungsregelung

Jeder persönlich haftende Gesellschafter vertritt einzeln.

Unternehmenszweck
Erwerb, Halten, Verwaltung, Veräußerung und Verwertung von Grundeigentum und Beteiligungen jeder Art an Unternehmen; Erbringung von erlaubnisfreien Beratungsleistungen gegenüber verbundenen und anderen Unternehmen (ausgenommen Rechts- und Steuerberatung); Verwaltung eigenen Vermögens; Erbringung sonstiger erlaubnisfreier Dienstleistungen im Zusammenhang mit den vorgenannten Tätigkeiten.

Finanzen

Umsatz 2025
6,48 Mrd. €
Bilanzsumme 2025
5,18 Mrd. €
Jahresergebnis 2025
−73,50 Mio. €
14 Vorjahre · Werte mit API-Key einsehbar API-Key holen →

Bilanz

2025
Aktivseite 5,18 Mrd
  • Current Assets 56,2 % 2,91 Mrd
  • Noncurrent Assets 43,8 % 2,27 Mrd
Passivseite 5,18 Mrd
  • Current Liabilities 64,1 % 3,33 Mrd
  • Noncurrent Liabilities 24,9 % 1,29 Mrd
  • Equity 10,9 % 567,40 Mio
Vollständige Bilanz-Aufstellung mit API-Key API-Key holen →

Bilanzdaten für 14 weitere Geschäftsjahre verfügbar.

Gewinn- und Verlustrechnung

2025
Erträge 8,06 Mrd
  • Umsatzerloese 80,5 % 6,48 Mrd
  • Sonstige Ertraege 15,4 % 1,24 Mrd
  • Profit Loss From Operating Activities 1,1 % 92,50 Mio
  • Konzernergebnis 0,9 % −73,50 Mio
  • Konzernergebnis entfallend auf nicht beherrschende Gesellschafter 0,7 % −58,50 Mio
  • Profit Loss Before Tax 0,6 % −51,60 Mio
  • Ertragsteuern 0,3 % 22,00 Mio
  • Konzernergebnis entfallend auf Gesellschafter des Mutterunternehmens 0,2 % −15,00 Mio
  • Finanzertraege 0,2 % 14,00 Mio
  • Bestandsveränderungen 0,0 % 1,90 Mio
  • Ergebnis je Aktie in EUR (unverwässert) 0,0 % −1
  • Ergebnis je Aktie in EUR (verwässert) 0,0 % −1
Aufwendungen 8,47 Mrd
  • Materialaufwand 46,1 % 3,91 Mrd
  • Personalaufwand 22,9 % 1,94 Mrd
  • Sonstige Aufwendungen 14,2 % 1,20 Mrd
  • Ergebnis vor Abschreibungen, Ertragsteuern und Zinsen (EBITDA) 8,0 % 675,30 Mio
  • Abschreibungen/Zuschreibungen 6,9 % 582,80 Mio
  • Finanzaufwendungen 1,9 % 158,10 Mio
Vollständige GuV-Aufstellung mit API-Key API-Key holen →

GuV-Daten für 14 weitere Geschäftsjahre verfügbar.

Eigentum & Beteiligungen

Historie

  1. 2026
  2. 24.07.
    Änderung des genehmigten Kapitals
    Mutares SE & Co. KGaA
  3. 24.07.
    Satzungsänderung
    Mutares SE & Co. KGaA
  4. 24.07.
    Satzungsänderung
    Mutares SE & Co. KGaA
  5. 22.06.
    Austritt einer Position
    Freeway Beteiligungs GmbH & Co. KG · Kommanditist
  6. 12.05.
    Eintritt eines Mitglieds
    Marine Beteiligungs GmbH & Co. KG · Kommanditist
  7. 12.05.
    Eintritt eines Mitglieds
    Taurus Beteiligungs GmbH & Co. KG · Kommanditist
  8. 12.05.
    Eintritt eines Mitglieds
    Bora Beteiligungs GmbH & Co. KG · Kommanditist
  9. 23.04.
    Satzungsänderung
    Mutares SE & Co. KGaA
161 weitere Events inklusive aller Details API-Key holen →

Jahresabschlüsse

Veröffentlichte Abschlüsse im Original, nach Geschäftsjahr sortiert.

5 Dokumente
Geschäftsjahr Dokument Veröffentlicht Zugriff
2025 Konzernabschluss Veröffentlicht Über die API
2024 Konzernabschluss Veröffentlicht Volltext lesen
2023 Konzernabschluss Veröffentlicht Über die API
2022 Konzernabschluss Veröffentlicht Über die API
2021 Konzernabschluss Veröffentlicht Über die API
2024 Konzernabschluss Volltext

Mutares SE & Co. KGaA Zusammengefasster Lage- und Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2024 Mutares SE & Co. KGaA, München Zusammengefasster Lage- und Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2024 1. Grundlagen der Gesellschaft und des Konzerns 2 1.1 Geschäftsmodell und Organisation 2 1.2 Forschung und Entwicklung 5 2. Wirtschaftsbericht 6 2.1 Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen 6 2.2 Geschäftsverlauf 7 2.3 Berichte aus den Portfoliounternehmen 11 3. Lage des Konzerns einschließlich Vermögens-, Finanz- und Ertragslage 34 3.1 Ertragslage des Konzerns 34 3.2 Vermögens- und Finanzlage des Konzerns 38 4. Lage der Gesellschaft einschließlich Vermögens-, Finanz- und Ertragslage 43 4.1 Ertragslage der Gesellschaft 43 4.2 Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft 44 5. Leistungsindikatoren und Einschätzung des Vorstands zum Geschäftsverlauf 46 5.1 Finanzielle Leistungsindikatoren 46 5.2 Einschätzung des Vorstands zum Geschäftsverlauf 47 6. Weitere Angaben 49 6.1 Nachtragsbericht 49 6.2 Übernahmerelevante Angaben 49 6.3 Corporate Governance und nichtfinanzielle Erklärung 52 7. Risiko- und Chancenbericht 54 7.1 Risikomanagement und internes Kontrollsystem 54 7.2 Risiken der künftigen Entwicklung 58 7.3 Chancen der künftigen Entwicklung 75 8. Prognosebericht 77 1 Mutares SE & Co. KGaA Zusammengefasster Lage- und Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2024 1. Grundlagen der Gesellschaft und des Konzerns 1.1 Geschäftsmodell und Organisation Die Mutares SE & Co. KGaA, München, (nachfolgend „die Gesellschaft“ oder auch „Mutares“) ist ein auf Sondersituationen („Special Situations“) fokussierter, international tätiger und börsennotierter Private-Equity-Investor. Das Geschäftsmodell von Mutares umfasst drei Phasen der Wertschöpfung, die Portfoliounternehmen1 nach deren Akquisition üblicherweise während ihrer Zugehörigkeit zu Mutares durchlaufen: Realignment, Optimization und Harvesting. Das initial identifizierte Wertstei- gerungspotenzial eines Portfoliounternehmens wird sodann nach Transformation (Restrukturierung, Optimierung und Neupositionierung) und/oder Weiterentwicklung durch dessen Verkauf realisiert. Mutares agiert damit wie ein typischer Private-Equity-Investor für Sondersituationen. Durch die Bör- sennotierung wird es jedoch auch breiten Anlegerkreisen möglich, sich unmittelbar am Geschäftser- folg eines Private-Equity-orientierten Geschäftsmodells zu beteiligen. Bei der Auswahl von Zielunternehmen für Akquisitionen („Targets“) fokussiert sich Mutares im We- sentlichen auf die Übernahme von Unternehmensteilen großer Konzerne (Carve-outs) und von mit- telständischen Unternehmen in Umbruchsituationen. Im Investitionsfokus von Mutares stehen Un- ternehmen mit hohem Entwicklungspotenzial, die bereits ein etabliertes Geschäftsmodell – häufig kombiniert mit einer starken Marke – besitzen. Vor diesem Hintergrund sind für Mutares Targets mit folgenden Charakteristika für einen initialen Erwerb als sogenannte „Plattform-Investitionen“ – d.h. als Target ohne unmittelbare operative Anknüpfungspunkte zu einem bereits im Mutares-Portfolio befindlichen Unternehmen – von besonderem Interesse: • Wirtschaftlich herausfordernde Lage oder Umbruchsituation (z.B. anstehende Restrukturie- rung) und/oder Abspaltung/Carve-outs von Konzernen • Umsatz von EUR 100 bis 750 Mio. • Etablierte Marktposition (Produkte, Marke, Kundenbasis, Technologie/Know-how) • Operatives Verbesserungspotenzial entlang der Wertschöpfungskette • Schwerpunkt der Aktivitäten in einer Kernregion von Mutares Traditionelle Kernregion von Mutares ist die EU; hier ist Mutares neben dem Heimatmarkt Deutsch- land mit zahlreichen lokalen Büros, u.a. in Frankreich, Italien, Schweden und Spanien, präsent. Zu- dem erfolgte mit der Eröffnung eines Büros in Shanghai im Geschäftsjahr 2023 der Expansionsschritt nach China; im Geschäftsjahr 2024 wurden weitere Büros in den USA, Indien und Dubai eröffnet. Mutares agiert während der gesamten Zeit der Zugehörigkeit eines Portfoliounternehmens zum Muta- res-Konzern als verantwortungsvoller und unternehmerischer Gesellschafter, der – basierend auf umfangreicher, langjähriger Industrie- und Restrukturierungserfahrung – die anstehenden Verände- rungsphasen aktiv unterstützt. Ziel ist es, die bei Übernahme wenig bis unprofitablen Portfoliounter- nehmen über organisches wie anorganisches Wachstum weiterzuentwickeln sowie schließlich ge- winnbringend zu veräußern. Die drei Phasen der Wertschöpfung, die an die Akquisition anknüpfen, zeichnen sich insbesondere durch die folgenden Charakteristika aus: 1 Als Synonym wird im Folgenden teils auch der Begriff „Beteiligung“ verwendet. 2 Mutares SE & Co. KGaA Zusammengefasster Lage- und Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2024 (1) Realignment Nach der Übernahme von Targets über eigene Akquisitionsgesellschaften identifiziert Mutares in den Beteiligungen unter Einsatz eigener Spezialisten und in enger Zusammenarbeit mit dem lokalen Management Verbesserungsprojekte entlang der gesamten Wertschöpfungs- kette, die in Summe ein umfangreiches Optimierungs- bzw. Transformationsprogramm er- geben. (2) Optimization • Dem Management und den Mitarbeitenden des Portfoliounternehmens kommt bei der Bewäl- tigung des mit dieser operativen Optimierung einhergehenden Wandels eine zentrale Be- deutung zu. Die Einbindung der Mitarbeiter und die Beteiligung der Geschäftsführung am Unternehmenserfolg ist für Mutares ein zentrales Element der Entwicklungsstrategie. Durch deren enge Zusammenarbeit mit den Mutares-Beratern vor Ort wird der Erholungskurs der akquirierten Unternehmen durch das Einbringen des umfangreichen Sanierungs-Know-hows von Mutares gezielt unterstützt. Auch nach erfolgreichem Abschluss eines initialen Optimie- rungs- bzw. Transformationsprogramms führt Mutares ein aktives Beteiligungsmanagement fort. Hierzu zählen u.a. die kontinuierliche Verbesserung interner Abläufe und die Überwa- chung weiterer Entwicklungsfortschritte im Rahmen einer anhaltend engen Betreuung. • Bereits während der operativen Stabilisierung eines Portfoliounternehmens werden Maßnah- men für Wachstum geprüft, entwickelt und umgesetzt. Hierzu gehören Initiativen für or- ganisches Wachstum wie die Verbreiterung des Produktportfolios durch die Entwicklung in- novativer Produkte oder die Erschließung neuer Märkte und Absatzkanäle, teils mittels In- vestitionen in den Vertrieb und in (Produktions-)Anlagen. Zusätzlich sucht Mutares systema- tisch nach Möglichkeiten, seine Beteiligungen auch anorganisch zu entwickeln: Mit strategi- schen Ergänzungen, sog. „Add-on-Akquisitionen“, wird die zügige Umsetzung der geplanten Wachstumsstrategie eines fokussierten Buy-and-Build-Ansatzes angestrebt. • Zur Optimierung eines Portfoliounternehmen zählt regelmäßig auch die Integration von Nachhaltigkeitsaspekten im wirtschaftlich vertretbaren Umfang in das operative Tagesge- schäft, z.B. durch gezielte Kapitalinvestitionen zur Senkung des Energieverbrauchs bei ge- eigneten Portfoliounternehmen, die zusätzlich zu positiven Kosteneffekten auch einen posi- tiven Einfluss auf die Effizienz und die Nachhaltigkeit des jeweiligen Portfoliounternehmens haben können. (3) Harvesting Ein Verkauf eines Portfoliounternehmens zur Realisierung des Wertes wird von Mutares in der Regel in einem Zeitraum von drei bis fünf Jahren nach deren Erwerb mit dem Ziel ange- strebt, eine über den Haltezeitraum betrachtet angemessen hohe Rendite (Return) auf das eingesetzte Kapital (Invested Capital) zu erzielen. Auf den gesamten Lebenszyklus (d.h. den Zeitraum zwischen Erwerb und Verkauf) betrachtet, sollte der Return on Invested Capital (ROIC) für Mutares bei einem Multiple von 7 bis 10 liegen. Die gesellschaftsrechtliche Organisationsform von Mutares ist die einer SE & Co. KGaA; die Geschäfte der Gesellschaft führt gemäß Gesetz und Satzung die Mutares Management SE als Komplementärin bzw. deren Vorstand. Die Interessen der Mutares SE & Co. KGaA gegenüber der Mutares Management SE werden dabei durch den Gesellschafterausschuss der Mutares SE & Co. KGaA vertreten. 3 Mutares SE & Co. KGaA Zusammengefasster Lage- und Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2024 Mutares verfolgt die Private-Equity-typische Strategie, die Anteilseigner unmittelbar und fortwährend am Unternehmenserfolg zu beteiligen. Vor diesem Hintergrund zählt eine nachhaltige und attraktive Dividendenpolitik zu den wesentlichen Elementen des Mutares-Geschäftsmodells. Der für eine Di- videndenausschüttung relevanten Jahresüberschusses der Mutares SE & Co. KGaA speist sich im Wesentlichen aus drei unterschiedlichen Erlös-Quellen: aus den Umsatzerlösen aus dem internen Beratungsgeschäft, aus Dividenden von Portfoliounternehmen sowie aus Exit-Erlösen aus dem Ver- kauf von Beteiligungen; Umsatzerlöse und Dividenden (im Wesentlichen phasengleich vereinnahmte Erträge aus Beteiligungen) ergeben dabei das sog. „Portfolio Income“. Aufgrund dieser diversifizier- ten Erlösstruktur sieht sich Mutares auch in einem für verschiedene Beteiligungen operativ schwieri- gen Jahr grundsätzlich in der Lage, einen ausreichend hohen Jahresüberschuss zu erzielen, um die langfristige nachhaltige Dividendenpolitik fortsetzen zu können. Darauf basierend verfolgt Mutares seit dem Geschäftsjahr 2023 eine Dividendenstrategie, welche eine jährliche Mindestdividende von EUR 2,00 je dividendenberechtigter Aktie vorsieht; in außergewöhnlich erfolgreichen Geschäftsjah- ren wird die Gesellschaft zudem bei ihrem Gewinnverwendungsvorschlag abwägen, in welchem Um- fang der verbleibende Bilanzgewinn zusätzlich in Form einer etwaigen Bonusdividende ausgeschüttet wird. Zum 31. Dezember 2024 befinden sich im Portfolio der Mutares SE & Co. KGaA 32 operative Be- teiligungen bzw. Beteiligungsgruppen (Vorjahr: 30), die den vier Segmenten Automotive & Mobi- lity, Engineering & Technology, Goods & Services und Retail & Food zugeordnet sind. • Automotive & Mobility: Die Portfoliounternehmen im Segment Automotive & Mobility sind weltweit tätig und beliefern namhafte internationale Original Equipment Manufacturer („OEMs“) für Pkw und Nutzfahr- zeuge. (1) Amaneos (2) FerrAl United Group (3) HILO Group (4) Matikon Group (5) Peugeot Motocycles Group • Engineering & Technology: Die Portfoliounternehmen im Segment Engineering & Technology bedienen unter Verwen- dung ihrer Expertise auf dem Gebiet des Ingenieurswesen Kunden aus verschiedenen Bran- chen, u.a. der Energie- und Chemieindustrie, der öffentlichen Infrastruktur und dem Bahn- sektor. (6) Byldis (7) Clecim (8) Donges Group (9) Efacec Group (10) Gemini Rail Group und ADComms Group (11) Guascor Energy (12) La Rochette Cartonboard (13) NEM Energy Group (14) Sofinter Group (15) Steyr Motors 4 Mutares SE & Co. KGaA Zusammengefasster Lage- und Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2024 • Goods & Services Die Portfoliounternehmen im Segment Goods & Services bieten spezialisierte Produkte und Dienstleistungen für Kunden aus verschiedenen Branchen an. (16) Alcura (17) Alterga (vormals: Eltel Networks) (18) Conexus (19) Ganter Group (20) GoCollective und ReloBus Group2 (21) Greenview (22) Palmia3 (23) REDO (24) Stuart (SRT Group) (25) Terranor Group • Retail & Food Die Portfoliounternehmen im Segment Retail & Food sind Hersteller und Vertreiber in ver- schiedenen Sektoren, u.a. Haushaltsprodukte und Lebensmittelverarbeitung. (26) FASANA (27) Gläserne Molkerei (28) keeeper Group (29) Lapeyre Group (30) Natura (31) Prénatal (32) Temakinho 1.2 Forschung und Entwicklung Forschung und Entwicklung werden im Konzern ausschließlich in den operativen Portfoliounterneh- men von Mutares verfolgt; dazu zählt in der Regel jedoch keine Grundlagenforschung. Produktbezo- gene Entwicklungsaktivitäten werden insbesondere in den technologiebestimmten Beteiligungen des Mutares-Konzerns, insbesondere im Segment Goods & Services sowie im Segment Automotive & Mobility, betrieben. Die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung belaufen sich im Geschäftsjahr 2024 im Konzern auf EUR 7,1 Mio. (Vorjahr: EUR 8,7 Mio.); darüber hinaus wurden Entwicklungskosten im Konzern von EUR 18,6 Mio. (Vorjahr: EUR 3,3 Mio.) aktiviert. 2 Im Geschäftsjahr 2024 wurde die serbische Einheit MobiLitas, die zuvor Teil der Gruppe war, veräußert. 3 Zum Ende des Geschäftsjahres 2024 hat Mutares die Asteri Facility Solutions („Asteri“) nach erfolgreicher Neupositionierung veräußert. 5 Mutares SE & Co. KGaA Zusammengefasster Lage- und Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2024 2. Wirtschaftsbericht 2.1 Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen Welt Die globale Wirtschaft zeigte im Jahr 2024 eine moderate Erholung mit einem prognostizierten Wachstum von etwa 3,2 %.4 Diese Erholung wird durch eine zunehmende Nachfrage nach Dienst- leistungen und eine allmähliche Stabilisierung der Lieferketten unterstützt. Das verarbeitende Ge- werbe bleibt jedoch unter Druck, insbesondere in fortgeschrittenen Volkswirtschaften. Die Inflation sinkt weltweit schneller als erwartet, bleibt aber in vielen Ländern über den Zielwerten der Zentral- banken. Geopolitische Spannungen und anhaltende Probleme im chinesischen Immobiliensektor stel- len darüber hinaus weiterhin Risiken dar. Die US-Wirtschaft erweist sich weiterhin als robust, unter- stützt durch starke Konsumausgaben und einen stabilen Arbeitsmarkt. Das Wachstum wird jedoch durch die restriktive Geldpolitik gedämpft, und es wird ein Wachstum von etwa 2,5 % erwartet.5 China profitierte von staatlichen Stimulierungsmaßnahmen, die das Wirtschaftswachstum unterstüt- zen. Die Nachfrage nach Halbleitern und Elektronik treibt das Wachstum in den asiatischen Schwel- lenländern an.6 Euroraum Im Euroraum verzeichnete die Wirtschaftsleistung im dritten Quartal 2024 einen Anstieg von 0,4 % gegenüber dem Vorquartal und 0,9 % gegenüber dem Vorjahr. Spanien und Frankreich zeigten be- sonders dynamische Entwicklungen mit einem robusten Zuwachs des Bruttoinlandsprodukts. Trotz dieser positiven Zahlen bleibt das Wachstum in Europa insgesamt schwach, da hohe Preise und eine straffe Geldpolitik die wirtschaftliche Aktivität belasten. Die Prognose für das gesamte Jahr 2024 liegt bei einem Wachstum von etwa 0,7 %.7 Die deutsche Wirtschaft steht vor erheblichen Herausforderungen. Das preisbereinigte Bruttoinlands- produkt wird voraussichtlich um 0,1 % gegenüber dem Vorjahr zurückgehen. Dies bedeutet, dass die deutsche Wirtschaft seit nunmehr fünf Jahren stagniert. Als Hauptursachen werden dafür struk- turelle Probleme angeführt, wie insbesondere Digitalisierung, Dekarbonisierung, Demografie und Deglobalisierung, die einen Umbau der Produktionsstrukturen erfordern. Die schlechte Auftragslage und die restriktive Geldpolitik belasten zusätzlich die Konjunktur.8 Beteiligungsbranche Die Erholung im europäischen Private-Equity-Markt setzte sich im Jahr 2024 fort, mit deutlich ge- steigerten Aktivitäten, wobei insbesondere Investitionen in künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen im Mittelpunkt standen.9 Das Fundraising war ebenfalls stark. Besonders bemerkenswert war das Rekordjahr der nordischen Länder, während Frankreich und die Benelux-Staaten das schlechteste Jahr seit einem Jahrzehnt verzeichneten. Diese Unterschiede verdeutlichen die regionalen Schwankungen und die unterschied- lichen wirtschaftlichen Bedingungen innerhalb Europas. Die M&A-Aktivität zeigte Anzeichen einer 4 https://www.bmwk.de/Redaktion/DE/Schlaglichter-der-Wirtschaftspolitik/2024/12/10-konjunktur-weltwirt- schaft.html; abgerufen am 12. März 2025 5 https://www.ifo.de/fakten/2024-12-12/ifo-konjunkturprognose-winter-2024-deutsche-wirtschaft-am-scheide- weg; abgerufen am 12. März 2025 6 https://www.bmwk.de/Redaktion/DE/Schlaglichter-der-Wirtschaftspolitik/2024/12/10-konjunktur-weltwirt- schaft.html; abgerufen am 12. März 2025 7 https://www.ifo.de/fakten/2024-12-12/ifo-konjunkturprognose-winter-2024-deutsche-wirtschaft-am-scheide- weg; abgerufen am 12. März 2025 8 https://www.ifo.de/fakten/2024-12-12/ifo-konjunkturprognose-winter-2024-deutsche-wirtschaft-am-scheide- weg; abgerufen am 12. März 2025 9 https://pitchbook.com/news/reports/2024-annual-european-pe-breakdown; abgerufen am 12. März 2025 6 Mutares SE & Co. KGaA Zusammengefasster Lage- und Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2024 Entspannung des Rückstands, was darauf hindeutet, dass Investoren wieder Vertrauen in den Markt gewinnen. Insgesamt ist davon auszugehen, dass der europäische Private-Equity-Markt auf einem guten Weg ist, sich weiter zu erholen und zu wachsen, wobei technologische Innovationen und die Expertise erfahrener Manager eine zentrale Rolle spielen.10 Auch in Deutschland befindet sich der Private-Equity-Markt wieder auf einem Wachstumspfad. Der Fokus der Finanzinvestoren liegt dabei weiterhin auf dem Mittelstand. Trotz der Herausforderungen durch hohe Preisvorstellungen der Verkäufer und schwierige Finanzierungsmöglichkeiten erwarten viele Investoren eine positive wirtschaftliche Entwicklung und einen baldigen Aufschwung, wobei besonders die IT- und Softwarebranche sowie der klassische Industriebereich stark im Fokus der Investoren sind.11 2.2 Geschäftsverlauf Der Mutares-Konzern erzielte im Geschäftsjahr 2024 Umsatzerlöse von EUR 5.261,6 Mio. (Vorjahr: EUR 4.689,1 Mio.) und ein Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen („EBITDA“) nach IFRS von EUR 117,1 Mio. (Vorjahr: EUR 756,9 Mio.). Das Adjusted EBITDA (wie in Abschnitt 5.1 definiert) belief sich auf EUR -85,4 Mio. (Vorjahr: EUR + 3,5 Mio.). Die Umsatzerlöse der Mutares SE & Co. KGaA als Holding des Mutares-Konzerns resultieren aus dem konzerninternen Beratungsgeschäft, d.h. Beratungsleistungen an verbundene Unternehmen und Management Fees. Der Anstieg auf EUR 109,8 Mio. im Geschäftsjahr 2024 (Vorjahr: EUR 103,6 Mio.) ist eine Folge des einhergehend mit der hohen Akquisitionsaktivität der Vergangen- heit vergrößerten Portfolios, dem ein plangemäßer Aufbau der operativen Beratungskapazitäten folgte. Im Ergebnis ergibt sich ein Jahresüberschuss nach HGB von EUR 108,3 Mio. gegenüber EUR 102,5 Mio. im Vorjahr. Der Geschäftsverlauf von Mutares war im Geschäftsjahr 2024 von den folgenden wesentlichen Er- eignissen geprägt: • Weitere Internationalisierung und geografische Expansion Mutares ist in den definierten strategischen Kernmärkten durch lokale Mutares-Gesellschaf- ten präsent. Damit soll ein konstanter Deal-Flow aufgrund eines regionalen Netzwerks ge- währleistet werden. Traditionelle Kernregion von Mutares ist die EU; hier ist Mutares ist neben dem Heimatmarkt Deutschland mit zahlreichen lokalen Büros, u.a. in Frankreich, Italien, Schweden und Spa- nien, präsent. Im Geschäftsjahr 2024 wurde die Expansion in Asien mit einem nach China zweiten asiatischen Standort in Mumbai (Indien) fortgesetzt. Dieser Markteintritt in Indien mit einer eigenen lokalen Mutares-Gesellschaft ist ein konsequenter Schritt, nachdem die Portfoliounternehmen SFC Solutions und MoldTecs (beide Teil von Amaneos) bereits über Aktivitäten in diesem wachstumsstarken Markt verfügen. Zudem wurden im Geschäfts- jahr 2024 auch noch lokale Büros in den USA und in Dubai eröffnet. 10 https://pitchbook.com/news/reports/2024-annual-european-pe-breakdown; abgerufen am 12. März 2025 11 https://www.roedl.de/themen/studie-private-equity-deutsche-beteiligungsbranche-2024; abgerufen am 12. März 2025 7 Mutares SE & Co. KGaA Zusammengefasster Lage- und Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2024 • Hohe Transaktionsaktivität Das Geschäftsjahr 2024 war erneut von einer hohen Transaktionsaktivität geprägt. So konn- ten alle vier Segmente durch insgesamt 13 abgeschlossene Akquisitionen12 gestärkt wer- den. Darüber hinaus wurden für sechs weitere Akquisitionen Vereinbarungen unterzeichnet, bei denen der Vollzug der Transaktion zum Abschlussstichtag jeweils noch ausstand. Der Geschäfts- oder Firmenwert in der Konzern-Bilanz erhöhte sich auf EUR 90,7 Mio. (31. De- zember 2023: EUR 8,6 Mio.), maßgeblich aufgrund des Erwerbs der Sofinter Group. Aus den weiteren Akquisitionen resultierten zudem Gewinne aus günstigem Erwerb ("Bargain Purch- ase") von insgesamt EUR 268,9 Mio. (Vorjahr: EUR 727,2Mio.), die im Konzernabschluss in den sonstigen Erträgen ausgewiesen sind. Auf der Exit-Seite konnten von Mutares im Geschäftsjahr 2024 sieben Verkäufe von Port- foliounternehmen13 abgeschlossen werden. Aus diesen resultierte ein Liquiditätszufluss für die Mutares-Holding von ca. EUR 70 Mio. und Erträge auf Ebene des Jahresabschlusses von EUR 112,8 Mio. Darin enthalten sind auch die Effekte aus dem Listing der Steyr Motors AG nebst Einbringung von in Aktien verbrieften Anteilen an der Steyr Motors AG in eine zu 100 % gehaltene Tochtergesellschaft zum Börsenkurs am Stichtag der Einbringung von EUR 14,00 je Aktie im Dezember 2024. Am 28. Oktober 2024 erfolgte die Aufnahme der Steyr Motors AG in den Handel im Freiverkehr (Scale-Segment) an der Frankfurter Wertpapierbörse. In diesem Zusammenhang hat Mutares 910.000 Aktien zu einem Angebotspreis von EUR 14,00 je Aktie platziert. Auf Ebene des Konzernabschlusses ergaben sich aus den Entkonsolidierun- gen14 für das Geschäftsjahr 2024 auf Konzernebene Gewinne von EUR 82,9 Mio. (Vorjahr: EUR 118,6Mio.) und Verluste von EUR 12,5 Mio. (Vorjahr: EUR 13,7 Mio.), die im Konzern- abschluss in den sonstigen Erträgen bzw. sonstigen Aufwendungen ausgewiesen sind. • Restrukturierungs- und Entwicklungsfortschritt im Portfolio In einem teilweise weiterhin herausfordernden Umfeld, insbesondere im Segment Automo- tive & Mobility, haben die verschiedenen Portfoliounternehmen von Mutares im Verlauf des Geschäftsjahrs gemäß der grundsätzlichen Ausrichtung des Mutares-Geschäftsmodells je- weils umfassende operative Verbesserungs- bzw. Transformations- oder Restrukturierungs- programme implementiert. Bei Portfoliounternehmen, welche bereits mindestens zwölf Mo- nate Teil des Mutares-Portfolios sind und bei denen damit eine valide Bewertung der Rest- rukturierungs- und Entwicklungsfortschritte möglich ist, bewertet der Vorstand insbesondere den Restrukturierungs- und Entwicklungsfortschritt bei SFC Solutions (Teil von Amaneos), Guascor Energy, NEM Energy Group, Steyr Motors, Palmia, Terranor Group und keeeper Group als positiv bzw. sehr positiv. Zudem sieht der Vorstand teils deutliche Fortschritte bei der Realisierung von Verbesserungspotenzialen bei Gemini Rail und Conexus. Aus Sicht des Vorstands bestehen dagegen vor allem bei HILO Group, Peugeot Motocycles, Byldis, La Ro- chette, Fasana und Lapeyre signifikante Herausforderungen. Nach der Vielzahl an Add-on Akquisitionen für die FerrAl United Group stehen kurzfristig insbesondere bei Cimos, Selzer und PrimoTECS notwendige Optimierungsmaßnahmen und in der Folge die weitere Integra- tion der FerrAl United Group im Fokus. 12 Das beinhaltet nicht die die Übernahme der Serneke Sverige AB und ihrer Tochtergesellschaften („Serneke“ oder auch „Serneke Group“), einem schwedischen Generalunternehmer für den Bau von Dienstleistungs- und Infrastrukturimmobilien, Wohnimmobilien und Gewerbeimmobilien; vgl. die ergänzenden Ausführungen in Abschnitt 2.3. 13 Darüber hinaus wurden im Geschäftsjahr 2024 das Nettovermögen einer italienischen Betriebsstätte der Gua- scor Energy und der operative Teil der Netzwerk-Aktivitäten von Conexus veräußert. Ferner erfolgte die Ent- konsolidierung von zwei liquidierten Gesellschaften aus der Walor Group sowie von TeamTex infolge der In- solvenz. 8 Mutares SE & Co. KGaA Zusammengefasster Lage- und Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2024 • Erhöhung der Anleihe und neue Anleiheemission der Gesellschaft sowie strategische Finan- zierungen im Portfolio Im Januar 2024 hat die Gesellschaft als Emittentin die bestehende vorrangig besicherte An- leihe mit einem Nominalvolumen von EUR 150 Mio. und einer Laufzeit bis zum 31. März 2027 („Anleihe 2023/2027”) um einen Betrag von EUR 100 Mio. auf das maximale Nominalvolu- men von EUR 250 Mio. erhöht. Diese Anleihe wird mit dem 3-Monats-EURIBOR (EURIBOR- Floor von 0,00 %) zuzüglich einer Marge von 8,5 % verzinst. Im September 2024 hat Mutares darüber hinaus eine vorrangig besicherte Anleihe mit einem Nominalvolumen von EUR 135 Mio. und mit einer Laufzeit bis September 2029 begeben („Anleihe 2024/2029”). Der Erlös der Emission diente der allgemeinen Unternehmensfinanzierung. Die Anleihe wird mit dem 3-Monats-EURIBOR (EURIBOR-Floor von 0,00 %) zuzüglich einer Marge von 6,25 % verzinst und kann während der Laufzeit auf ein Nominalvolumen von bis zu EUR 300 Mio. erhöht werden. Mit Wertstellung zum 12. April 2024 hat GoCollective, eine Beteiligung aus dem Segment Goods & Services, eine vorrangig besicherte Anleihe mit einem Nominalvolumen von EUR 40 Mio. und einer Laufzeit bis zum 12. April 2027 begeben. Der Erlös der Emission dient der Refinanzierung bestehender Verbindlichkeiten sowie der Finanzierung der strategischen Neuausrichtung. Die Anleihe ist an der Börse in Frankfurt gelistet und wird vierteljährlich, erstmalig zum 12. Juli 2024, mit dem 3-Monats-EURIBOR (EURIBOR-Floor von 0,00 %) zu- züglich einer Marge von 8,50 % verzinst und kann abhängig von den Marktbedingungen während der Laufzeit auf ein Nominalvolumen von bis zu EUR 60 Mio. erhöht werden. Nach dem Abschlussstichtag konnte die Anleihe erfolgreich um ein Nominalvolumen von EUR 10 Mio. erhöht werden. Zur Finanzierung der weiteren Transformation der FerrAl United Group im Segment Automo- tive & Mobility konnte eine zusätzliche externe Finanzierung gesichert werden. Ein Darlehen über insgesamt EUR 35 Mio. mit einer Laufzeit von zwei Jahren wurde Ende Juni 2024 mit einer ersten Tranche von EUR 10 Mio. in Anspruch genommen. Die weiteren Tranchen über insgesamt EUR 25 Mio. wurden im zweiten Halbjahr 2024 ausgezahlt. Das Darlehen wird vierteljährlich mit dem 3-Monats-EURIBOR (EURIBOR-Floor von 0,00 %) zuzüglich einer Marge von 12,00 % verzinst. • Dividendenbeschluss der Hauptversammlung 2024 Gemäß Beschluss der Hauptversammlung vom 4. Juni 2024 wurde eine Dividende von EUR 2,25 je Aktie (Vorjahr: EUR 1,75 je Aktie) für das Geschäftsjahr 2023 ausgezahlt; die Dividendenhöhe setzt sich gemäß der Aufschlüsselung der Gesellschaft aus einer Mindestdi- vidende von EUR 2,00 je dividendenberechtigter Aktie sowie einer Bonusdividende in Höhe von EUR 0,25 je dividendenberechtigter Aktie zusammen. Damit wurden im Geschäfts- jahr 2024 insgesamt rund EUR 47,4 Mio. vom Bilanzgewinn der Gesellschaft ausgeschüttet (Vorjahr: EUR 36,1 Mio.). • Erweiterung des Vorstands der die Geschäfte der Mutares SE & Co. KGaA führenden Mutares Management SE Der Aufsichtsrat der Mutares Management SE, der persönlich haftenden Gesellschafterin der Mutares SE & Co. KGaA, welche die Geschäfte der Mutares SE & Co. KGaA führt, hat den Vorstand der Mutares Management SE mit Wirkung zum 1. Juli 2024 auf vier Mitglieder er- weitert, um der erreichten Größe und den ambitionierten Wachstums- und Expansionsbe- strebungen des Unternehmens Rechnung zu tragen. In diesem Zusammenhang kehrt Johan- nes Laumann, der von 2019 bis 2023 Mitglied des Mutares-Vorstands war, auf seine frühere Position als Chief Investment Officer (CIO) in den Vorstand der Mutares Management SE 9 Mutares SE & Co. KGaA Zusammengefasster Lage- und Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2024 zurück. Zudem hat der Aufsichtsrat Dr. Lennart Schley als Chief Operating Officer (COO) in den Vorstand der Mutares Management SE berufen. 10 Mutares SE & Co. KGaA Zusammengefasster Lage- und Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2024 2.3 Berichte aus den Portfoliounternehmen Die folgenden Erläuterungen spiegeln die Entwicklungen der Portfoliounternehmen in den Segmenten des Mutares-Konzerns im Geschäftsjahr 2024 wider. Segment Automotive & Mobility Nr. Beteiligung Branche Hauptsitz Phase der Wertschöp- fung15 (1) Amaneos Globaler Partner für kunststoff- diverse Optimization basierte Systeme für die Auto- mobilindustrie (2) FerrAl United Zulieferer für mechanisch bear- diverse Optimization Group beitete Multi-Material Lösungen und Systeme (3) HILO Group Systemlieferant für Halver/DE Optimization Automobiltechnik Hainichen/DE (4) Matikon Group Zulieferer von kunststoffbasier- Horb am Realignment ten Systemen für die Automobil- Neckar/DE industrie (5) Peugeot Motocyc- Hersteller von zwei- und dreiräd- Mandeure/FR Realignment les Group rigen Motorrollern Im Jahr 2024 stiegen die Absatzzahlen der internationalen Automobilmärkte um 1,7 % gegenüber dem Vorjahr, wobei sich die einzelnen Regionen unterschiedlich entwickelt haben und einige ein starkes Wachstum verzeichneten, während andere weiterhin mit Herausforderungen konfrontiert wa- ren:16 Die Absatzzahlen in Europa stiegen im Jahr 2024 um 4,3 %, was insbesondere auf die positive Ent- wicklung in den Niederlanden, Portugal, Spanien und der Türkei zurückzuführen ist. Trotz der ge- ringfügigen Auswirkungen der Halbleiterlieferprobleme im Jahr 2024 hat sich die Fahrzeugverfügbar- keit im erheblich verbessert. Trotz dieser verhalten positiven Entwicklung bleibt der europäische Markt insgesamt weiterhin hinter dem Vorkrisenniveau aus dem Jahr 2019. Die Absatzzahlen in Nord- amerika stiegen im Jahr 2024 um 3,8 %, in China um 1,5 % gegenüber dem Vorjahr. Global liegt der Anteil von Elektrofahrzeugen im Jahr 2024 bei über 21 % aller neu zugelassenen Pkw. In Europa entwickelte sich der Absatz von Elektrofahrzeugen im Jahr 2024 aber rückläufig.17 Das Geschäftsumfeld für die Automobilindustrie bleibt damit sehr herausfordernd: Insbesondere in Europa, aber auch in anderen Teilen der Welt, verfestigte sich infolge von geopolitischen und ge- samtwirtschaftlichen Unsicherheiten eine gedämpfte gesamtwirtschaftliche Nachfrage. Auch die teils 15 Wie im Abschnitt 1.1 beschrieben; Einschätzung des Vorstands aus dem ersten Quartal des Geschäftsjah- res 2024, die für den weiteren Jahresverlauf beibehalten wird. 16 “Global Sales and Production Commentary” von S&P Global Mobility, Stand Januar 2025; abgerufen am 30. Januar 2025 17 https://www.isi.fraunhofer.de/de/blog/themen/batterie-update/elektroauto-verkaeufe-2024-china-vor- marsch-stagnation-europa.html; abgerufen am 12. März 2025 11 Mutares SE & Co. KGaA Zusammengefasster Lage- und Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2024 nach wie vor hohen Energiepreise und weiter ansteigende Verbraucherpreise wirkten sich negativ aus. In den Portfoliounternehmen des Segments zeigte sich diese branchenweite Dynamik auf der Ab- satzseite durch teilweise kurzfristige Stornierungen bzw. Verschiebungen von Abrufen der Automo- bilhersteller („Original Equipment Manufacturers“, „OEMs“). Gleichzeitig konnten Erfolge in den Ver- handlungen mit Kunden über die Weitergabe von Kostensteigerungen bzw. Kompensationszahlungen erzielt werden. Die Umsatzerlöse des Segments Automotive & Mobility belaufen sich für das Ge- schäftsjahr 2024 auf EUR 2.223,2 Mio. (Vorjahr: EUR 1.878,3 Mio.). Ursächlich für den Anstieg wa- ren neben umgesetzten Preiserhöhungen vor allem die Akquisitionen des Vorjahres sowie Geschäfts- jahres, allen voran die Add-on-Akquisitionen für die FerrAl United Group und HILO Group sowie Ma- tikon. Das EBITDA dieses Segments beläuft sich für das Geschäftsjahr 2024 auf EUR 130,1 Mio. (Vorjahr: EUR 232,2 Mio.). Hierin sind Gewinne aus günstigem Erwerb ("Bargain Purchase") aus den Akquisitionen des Geschäftsjahres von insgesamt EUR 219,7 Mio. enthalten, insbesondere für die Erwerbe von Matikon und Walor North America. Die Gewinne aus günstigem Erwerb des Vorjahres von EUR 271,6 Mio.) resultierten insbesondere aus den Erwerben von MMT-B und Walor als Add-on- Akquisitionen für die FerrAl United Group. Das Adjusted EBITDA war von der o.g. branchenweiten Dynamik auf der Absatzseite belastet. Dadurch zeigte ein Großteil der Portfoliounternehmen des Segments nicht die gewünschte Entwicklung in der Profitabilität. Insofern resultierte ein Adjusted EBITDA für das Geschäftsjahr 2024 von EUR -45,9 Mio. (Vorjahr: EUR +3,3 Mio.). Für weitere Ein- zelheiten zur Entwicklung im Segment verweisen wir auf die folgenden Ausführungen zu den einzel- nen Portfoliounternehmen. AMANEOS Mutares hat unter der Dach-Marke Amaneos einen neuen global orientierten Tier-1-Automobilzulie- ferer aufgestellt. Unter Amaneos sind die separaten Beteiligungen MoldTecs Group, LMS sowie die SFC- und Elastomer-Gesellschaften zusammengefasst, die dabei ihre rechtliche und operative Unab- hängigkeit jeweils nicht aufgeben. Amaneos positioniert sich dabei als global agierender Spezialist für Außen- und Innenraumsysteme, Gummi- und Dichtungslösungen sowie Hochleistungskunststoff- teile mit Produktions- und Geschäftsstandorten in für die Automobilindustrie wichtigen Märkten welt- weit. MoldTecs ist ein globaler Anbieter von Hochleistungskunststoffteilen für die Automobilindustrie und beliefert alle weltweit führenden OEMs mit einem umfassenden Produktportfolio, das Ansaugrohre, Hochdruckluftleitungen, Luftkanäle und alle Arten von Flüssigkeitsbehältern umfasst. Diese Produkte stellt MoldTecs mit Hilfe modernster Spritzgieß-, Blasform- und Schweißtechnologien an seinen drei europäischen Standorten in Frankreich und Deutschland sowie an seinen neu geschaffenen Standor- ten in China und Indien her. Im Zuge der transformierenden globalen Expansion werden weitere Produktionsstätten in Nordamerika (USA und Mexiko) benötigt, was mit einem umfassenden Liquidi- tätsbedarf einhergeht. Im April 2025 konnte MoldTecs eine Darlehensfinanzierung mit einem Nomi- nalbetrag von EUR 30,0 Mio. sichern. Die beiden zusätzlichen Standorte werden in enger Zusam- menarbeit mit bestehenden Produktionsstätten von weiteren Portfoliounternehmen des Segments geplant, um bestehende Kapazitäten zu nutzen und die operativen Risiken eines Greenfield-Ansatzes zu minimieren. Die geplanten nordamerikanischen Standorte sollen überwiegend mit umgesiedelten bestehenden Produkten des vorherigen Eigentümers ausgelastet werden und in der zweiten Hälfte des Geschäftsjahres 2025 betriebsbereit sein. Auf Basis der umgesetzten Restrukturierungsmaßnah- men in Europa, insbesondere in den deutschen Werken, sowie der Nachverhandlungen mit wichtigen Kunden über verlustbringende Produkte, erzielte MoldTecs im Geschäftsjahr 2024 bei Umsatzerlösen, 12 Mutares SE & Co. KGaA Zusammengefasster Lage- und Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2024 die deutlich18 hinter den ursprünglichen Planungen zurückblieben, bereits ein leicht positives opera- tives Ergebnis. Durch den Aufbau der neuen Standorte in Nordamerika soll der Umsatzrückgang in Europa kompensiert werden. Gleichzeitig wird aber das operative Ergebnis durch Anlaufverluste der Expansion belastet, soll sich aber dennoch im Geschäftsjahr 2025 auf ein ausgeglichenes Niveau belaufen. Light Mobility Solutions („LMS“) ist ein Anbieter von Exterior-Elementen und -Systemen für die Automobilindustrie und beliefert alle führenden europäischen OEMs mit einem umfassenden Produkt- portfolio, das Blenden, Kühlergrills, Schweller-, Seiten- und Dachverkleidungen sowie Spoiler und andere Außenverkleidungsteile umfasst. Das Portfoliounternehmen fertigt an den Produktionsstand- orten in Deutschland mit Technologieschwerpunkten im Spritzguss, Oberflächenbehandlung (Lackie- rung und Verchromung) sowie Montage. Auch im Geschäftsjahr 2024 sah sich LMS einem herausfor- dernden Marktumfeld mit hoher Volatilität in Form von kurzfristigen Produktionsabsagen der OEMs und permanenten und teils sehr kurzfristigen Anpassungen von Abrufen konfrontiert. Dennoch ge- lang es LMS durch diverse operative Gegenmaßnahmen, ein leicht positives operatives Ergebnis zu erzielen. Die hohen Auftragsvolumina bei gewonnenem Neugeschäft führen mittelfristig zu einem positiven Ausblick auf Umsatzentwicklung und Profitabilität, machen aber die Suche nach zusätzli- chen Liquiditäts-Quellen zur Finanzierung der Neuanläufe erforderlich. Insofern zeigte die Liquidi- tätslage von LMS im vierten Quartal des Geschäftsjahres 2024 eine erhebliche Anspannung. Durch maßgebliche Beiträge von bedeutenden Kunden konnte aber im ersten Quartal des Geschäftsjah- res 2025 eine Lösung für die kurzfristigen Liquiditätsengpässe gefunden werden. Das Management geht für das Geschäftsjahr 2025 von einem leichten Anstieg der Umsatzerlöse und auf Basis der erfolgreichen Neuausrichtung mit wettbewerbsfähigen Kostenstrukturen einem erheblichen Anstieg des operativen Ergebnisses aus. Gleichzeitig trüben aber nach wie vor durch die OEMs verschobene Startzeitpunkte für die neu gewonnenen Aufträge, aber auch anhaltende Volumenrückgänge im Be- standsgeschäft, den Ausblick. Der Verbund der Portfoliounternehmen SFC Solutions und Elastomer Solutions ist im Bereich Fluidtransfersysteme und Dichtungslösungen und der Fertigung von Gummi- und Thermoplast-Kom- ponenten mit Standorten in Europa, Mexiko und Indien tätig. Der Fokus des gemeinsamen Manage- ments lag im Geschäftsjahr 2024 auf der Optimierung des Produktionsnetzwerks, um die Effizienz in den Produktions- und Logistikprozessen weiter zu erhöhen, Synergien zwischen den einzelnen Wer- ken zu nutzen und mit Kunden über Preiserhöhungen aufgrund gestiegener Beschaffungskosten zu verhandeln. Trotz einem vor allem in Europa und den USA schwierigen Marktumfeld, das durch an- haltend niedrige Absatzzahlen gekennzeichnet war, konnte im Geschäftsjahr 2024 insgesamt ein materiell positives operatives Ergebnis erzielt werden, welches – mit Ausnahme von negativen Er- gebnisbeiträgen aus dem italienischen Werk von SFC Solutions sowie der Elastomer-Gesellschaften - auf dem Niveau der ursprünglichen Planungen lag oder diese gar übertreffen konnte. Auf dieser Grundlage erwartet das Management für das Geschäftsjahr 2025 eine weitere deutliche Verbesse- rung des operativen Ergebnisses auf ein dann materiell positives Niveau. Die aufgrund des negativen operativen Ergebnisses belastete Finanzlage der italienischen SFC-Gesellschaft, die im Geschäfts- jahr 2024 Finanzierungen von Seiten anderer Einheiten der Gruppe erhalten hat, soll im Geschäfts- jahr 2025 mittels externer Finanzierungen, insbesondere in Form eines Sale-and-Leaseback, zusätz- liche Liquidität erhalten. Zur Stärkung der Marktpräsenz von SFC Solutions als globaler Partner für kunststoffbasierte Systeme für die Automobilindustrie wurde im Juni 2024 der Erwerb von Cikautxo Rubber & Plastic Compo- nents (Kunshan) Co., Ltd. in China abgeschlossen. Cikautxo hat sich auf die Entwicklung und Her- stellung von Gummi- und Kunststoffkomponenten für die Automobil- und Haushaltsgeräteindustrie spezialisiert. Durch die Add-on-Akquisition gewinnt SFC Solutions einen Standort, der unmittelbar 18 Bei den Erläuterungen der Finanzkennzahlen verwenden wir die folgende Nomenklatur: Veränderungen von kleiner 1 % bezeichnen wir als „ausgeglichen“, Veränderungen zwischen 1 % und 5 % als „leicht“, Verände- rungen zwischen 6 % und 10 % „materiell“, Veränderungen zwischen 11 % und 20 % „deutlich“, Verände- rungen zwischen 21 % und 30 % „wesentlich“, Veränderungen zwischen 31 % und 50 % „signifikant“ oder „substanziell“ und Veränderungen größer als 50 % „außerordentlich“ oder „erheblich“. 13 Mutares SE & Co. KGaA Zusammengefasster Lage- und Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2024 für die Produktion von bereits in der Vergangenheit vergebenen Aufträgen genutzt werden kann. Ziel ist es, damit die Produktionspräsenz von SFC Solutions in Asien weiter auszubauen und bestehende Kunden besser zu unterstützen sowie neue Marktchancen zu erschließen. Mit Wirkung zum 15. Januar 2025 hat Mutares Vermögenswerte und Schulden von der S.M.A. Me- talltechnik GmbH & Co. KG sowie sämtliche Anteile und Stimmrechte an deren Tochtergesellschaften („S.M.A. Metalltechnik“) erworben. S.M.A. Metalltechnik, mittlerweile firmierend unter SFC Climate Solutions, mit Hauptsitz in Backnang, Deutschland, ist spezialisiert auf die Entwicklung und Herstel- lung von hochdichten Aluminiumrohren, insbesondere für Kühlmedien im Automobilbereich, wie z. B. für die Innenraumklimatisierung und Batteriekühlung. Neben dem Hauptsitz in Deutschland verfügt die Gruppe über Produktionsstätten in Südafrika, Rumänien und China. Das Geschäft wird als neue Beteiligung in die SFC-Group integriert und stärkt damit die Produktkompetenz und das Kundenport- folio von SFC im Segment Automotive & Mobility. FERRAL UNITED GROUP FerrAl United Group fasst als neu geschaffene Dachmarke verschiedene im Portfolio befindliche Automobilzulieferer zusammen, die sukzessive auch organisatorisch vernetzt werden. FerrAl United Group umfasst dabei die Beteiligungen Cimos, PrimoTECS und Rasche Umformtechnik sowie die in den Geschäftsjahren 2023 und 2024 getätigten Add-on-Akquisitionen von MMT-B, BEW, Selzer, Ge- senkschmiede Schneider, Schöneweiss & Co., Falkenroth Umformtechnik, Walor und KmB, die dabei ihre rechtliche Unabhängigkeit jeweils nicht aufgeben. Mit der organisatorischen Vernetzung sollen die Kompetenzen der Portfoliounternehmen im Bereich der metallischen Komponenten und Systemen für die Automobilindustrie gebündelt werden. Die Bandbreite reicht dabei von metallischer Umfor- mung über mechanische Bearbeitung bis zum Zusammenbau und Testing. Cimos mit Hauptsitz in Slowenien und acht Werken in Slowenien, Kroatien, Serbien und Bosnien- Herzegowina ist ein Hersteller von Automobilkomponenten wie Kompressor- und Mittelgehäusen, Motorhalterungen, Bremsscheiben und -trommeln, Getriebeteilen, Düsenringen und Schwungrädern. Für einen Teil der durch Cimos aufgenommenen Finanzierung wurden Covenants vereinbart, welche zum Abschlussstichtag nicht eingehalten wurden. PrimoTECS stellt an zwei Standorten in Norditalien Schmiedeteile her, die in elektrischen, hybriden und konventionellen Antriebssträngen in der Auto- mobilindustrie verwendet werden. Die Entwicklung der beiden Portfoliounternehmen war im Ge- schäftsjahr 2024 durch die fortschreitende Transformation der Antriebstechnologien im Pkw-Markt von teils drastisch sinkenden Absatzvolumina und mangelnden Erfolgen bei der Gewinnung von Neu- geschäft geprägt, während gleichzeitig die Initiativen, insbesondere mit Blick auf eine Steigerung der Produktionseffizienz und strenge Kostenkontrolle, nicht in ausreichendem Umfang umgesetzt werden konnten. Insofern blieb das operative Ergebnis jeweils erheblich hinter den ursprünglichen Planungen zurück. In der Konsequenz stand das Management der Liquidität sowie Maßnahmen zur Refinanzie- rung der umfangreich fremdfinanzierten Portfoliounternehmen im Fokus. Bei PrimoTECS wurde in diesem Zusammenhang ein Verfahren zur Schuldenrestrukturierung durch umfassenden Schulden- erlass von Seiten der externen Finanzierungspartner bei gleichzeitiger Verpflichtung der FerrAl United Group zur Rekapitalisierung der Gesellschaft im März 2024 angestoßen und im Januar 2025 und da- mit nach dem Abschlussstichtag abgeschlossen. "Manufacturing the Mobility of Tomorrow – Bordeaux" ("MMT-B") ist ein Hersteller von Antriebslö- sungen für die Automobil- und Mobilitätsindustrie. Das Leistungsspektrum reicht dabei vom Engine- ering (Industrialisierung, Produktentwicklung) bis zur Produktion (Bearbeitung, Schweißen, Wärme- behandlung, Montage). Kernelement der Transformation von MMT-B ist die Erweiterung des aktuellen Leistungsspektrums und einer Diversifizierung des Angebots zur Kompensation des erwartet rück- läufigen Geschäfts mit dem aktuellen Kunden bei gleichzeitiger Anpassung der Kostenstrukturen, 14 Mutares SE & Co. KGaA Zusammengefasster Lage- und Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2024 u.a. im Personalbereich. Aufgrund der andauernden Transformation und infolge der weiterhin nied- rigen Abrufe der OEMs wird MMT-B im Geschäftsjahr 2025 voraussichtlich ein noch leicht negatives und mittelfristig wieder ein positives operatives Ergebnis erwirtschaften. BEW-Umformtechnik ("BEW") ist ein Hersteller von Schmiedeteilen in roher, vorgeformter oder einbaufertiger Ausführung. BEW produziert Teile und Komponenten für Getriebe, Achsen und Len- kungen in Nutzfahrzeugen, Pkw, Land-, Förder- und Baumaschinen sowie für Anwendungen im all- gemeinen Maschinenbau und in der Armaturen- und Hydraulikindustrie. Aufgrund einer stabilen Um- satzentwicklung und eines effektiven Kostenmanagements realisierte BEW im Geschäftsjahr 2024 ein ausgeglichenes operatives Ergebnis und zeigt vielversprechende Synergiepotenziale mit dem Portfoliounternehmen Rasche Umformtechnik ("Rasche"), welche im Geschäftsjahr 2025 wieder ein leicht positives operatives Ergebnis erzielen soll. Selzer produziert einbaufertige Komponenten und Baugruppen aus Metall für Getriebe, Bremsen und Motoren von Automobilen sowie Industrieanwendungen. Das Unternehmen verfügt über vier Stand- orte in Deutschland und im Ausland, unter anderem in Bosnien. Die Entwicklung im Geschäfts- jahr 2024 war geprägt von der Restrukturierung in Deutschland und dem Hochlauf der neuen Pro- jekte am Standort in Bosnien. Das operative Ergebnis war dabei von Einmaleffekten im Zusammen- hang mit der Restrukturierung belastet und blieb signifikant hinter den Erwartungen zurück. Aller- dings zeigten sich zum Ende des Geschäftsjahres 2024 erste Erfolge aus den genannten Maßnahmen und das lokale Management geht davon aus, das operative Ergebnis im Geschäftsjahr 2025 erheblich zu verbessern. Gesenkschmiede Schneider, Schöneweiss & Co. und die Falkenroth Umformtechnik mit Pro- duktionsstätten in Deutschland sind auf Schmiede- und Zerspanungstechniken für den Lkw-Markt spezialisiert. Die Portfoliounternehmen sind bereits profitabel und erwarten für das Geschäfts- jahr 2025 eine weitere Steigerung des operativen Ergebnisses auf ein dann materiell positives Ni- veau. Walor International („Walor“) hat den Hauptsitz in Frankreich und verfügt über weitere Pro- duktionsstandorte weltweit. Als Hersteller von geschmiedeten und bearbeiteten Stahlteilen bietet Walor eine umfassende Produktpalette für Antriebsstränge, Lenksysteme, Rohkarosserien und pas- sive Sicherheitsanwendungen für Personenkraftwagen. Zur Unterstreichung der internationalen Ex- pansion wurde die Übernahme eines Werkes in den USA abgeschlossen. Das zwischenzeitlich in „Walor North America“ umfirmierte Portfoliounternehmen ist ein Hersteller von Schmiedeteilen für Antriebslösungen für die gesamte Automobil- und Mobilitätsindustrie. Durch dessen strategische In- tegration in Walor International ist die FerrAl United Group nun in der Lage, den Kunden auch in Nordamerika das Technologie- und Produktportfolio in lokaler Produktion anzubieten und darüber hinaus neue Kunden zu erschließen. KmB Technologie GmbH („KmB“) ist ein Hersteller von Werkstücken, darunter hochpräzise Dreh- und Frästeile, die in Lenkungen, Getrieben und Fahrwerken verschiedener Automobilhersteller zum Einsatz kommen und wurde im dritten Quartal 2024 erworben. KmB entwickelt und produziert in Klein- und Großserien entlang der gesamten Wertschöpfungskette und konzentriert sich dabei sowohl auf spanende als auch spanlose Bearbeitungstechnologien, welche die Fertigung von High-End-Lö- sungen für einen starken Kundenstamm, darunter namhafte OEMs und Tier-1-Zulieferer, ermögli- chen. Unmittelbar im Anschluss an den jeweiligen Vollzug dieser beiden Add-on-Akquisitionen hat jeweils ein Mutares-Team in Zusammenarbeit mit dem lokalen Management einen Transformationsplan ent- wickelt und mit dessen Umsetzung begonnen. Dieser zielt jeweils zum einen auf Maßnahmen zur Steigerung der Profitabilität, z.B. durch die Neuverhandlung von Konditionen mit Lieferanten und Kunden, die Optimierung der Lieferkette, die Neuausrichtung der Produktionsprozesse und die Um- setzung interner Synergien. Gleichzeitig liegt ein zweiter Fokus auf einer Loslösung aus den Struk- turen der früheren Eigentümer und der Integration und Zusammenführung der einzelnen Portfolio- unternehmen innerhalb der FerrAl United Group. Durch die Integration in die FerrAl United Group 15 Mutares SE & Co. KGaA Zusammengefasster Lage- und Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2024 sollen Synergien im Bereich der Kunden und Produktionsstandorte realisiert werden. Zudem trägt die Zusammenführung der einzelnen Portfoliounternehmen zu Verbesserungen in der Beschaffung sowie zur Realisierung von Cross-Selling-Potenzialen bei, die letztendlich die Wettbewerbsfähigkeit der FerrAl United Group steigern sollen. Zur Finanzierung der weiteren Transformation der FerrAl United Group im Segment Automotive & Mobility konnte eine zusätzliche externe Finanzierung gesichert werden. Ein Darlehen über insgesamt EUR 35 Mio. mit einer Laufzeit von zwei Jahren wurde Ende Juni 2024 mit einer ersten Tranche von EUR 10 Mio. in Anspruch genommen. Die weiteren Tranchen über insgesamt EUR 25 Mio. wurden im zweiten Halbjahr 2024 ausgezahlt. Das Darlehen wird vierteljährlich mit dem 3-Monats-EURIBOR (EURIBOR-Floor von 0,00 %) zuzüglich einer Marge von 12,00 % verzinst. Im Geschäftsjahr 2024 blieben die Umsatzerlöse der FerrAl United Group in einem schwierigen Um- feld mit rückläufigen Volumina in den relevanten Märkten in Europa teils deutlich hinter den Erwar- tungen der ursprünglichen Planungen zurück. Die Profitabilität war dadurch sowie aufgrund der teils nach wie vor negativen Beiträge der Add-on-Akquisitionen belastet mit einem in der Folge leicht negativen operativen Ergebnis. Für das Geschäftsjahr 2025 erwartet das Management der FerrAl United Group bei gegenüber dem Berichtszeitraum materiell gesteigerten Umsatzerlösen eine erheb- liche Verbesserung des operativen Ergebnisses auf ein dann leicht positives Niveau. HILO GROUP Zu Beginn des Geschäftsjahres 2024 hat Mutares bekanntgegeben, das weltweite Zulieferergeschäft für Scharniere und Schließsysteme für OEMs in der neu firmierten HILO Group unter Einbezug der Beteiligungen KICO Group und ISH Group sowie den Ende 2023 bzw. Anfang 2024 für diese beiden Portfoliounternehmen vollzogenen Add-on-Akquisitionen High Precision Components Witten sowie Prinz Kinematics zusammenzufassen. HILO Group verfügt im Ergebnis dieser Zusammenfassung über eine globale Präsenz mit Produktionsstandorten in wichtigen lokalen Märkten der Automobilindustrie. KICO entwickelt, industrialisiert und fertigt als Zulieferer für die Automobilindustrie in seinen Pro- duktions- und Montagewerken in Deutschland und Polen Schließsysteme für Pkw. Innomotive Sys- tems Hainichen ("ISH") ist ein Hersteller von anspruchsvollen, hochpräzisen Türscharnieren aus Stahl oder Aluminium sowie von Türfeststellern und komplexen Scharnieren für Motorhauben, Heck- klappen und Deckel. ISH betreibt zwei Produktionsstätten in Deutschland und China und bietet seinen Kunden Produkte und Dienstleistungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette von der kunden- spezifischen Produktentwicklung über CNC-Bearbeitung, Räumen, Schweißen, Härten bis hin zu halb- und vollautomatischen Montagelinien mit integrierter Qualitätskontrolle. Zum Ende des Geschäfts- jahres 2023 wurde die Akquisition der High Precision Components Witten ("HPC Witten") abge- schlossen. HPC Witten ist auf die Herstellung von Scharnieren für Heckklappen und Motorhauben sowie von Getriebeteilen und Karosserierahmenstrukturen spezialisiert und fertigt die Produkte durch Stanzen, Feinschneiden, CNC-Bearbeitung, Schweißen und Laserschneiden an seinem Produktions- standort in Deutschland. Im Januar 2024 folgte der Erwerb von Prinz Kinematics („Prinz“). Prinz hat sich auf die Entwicklung und Herstellung von hochentwickelten Scharniersystemen für die Auto- mobilindustrie spezialisiert und beliefert die weltweiten OEM-Kunden mit Komponenten. Die Produkt- palette umfasst Türscharniere, Kofferraumscharniere und komplexe kinematische Systeme für kon- ventionelle und innovative Automobilkonstruktionen. Die Integrations- und Transformationsbestrebungen der HILO Group zielen darauf ab, weitere Sy- nergiemaßnahmen umzusetzen. Ein Kernelement ist die Zusammenlegung von Funktionen, insbe- sondere im administrativen Bereich, sowie in diesem Zusammenhang die Verlagerung dieser an ein eigenes Dienstleistungszentrum in Rumänien, die im Geschäftsjahr 2024 umgesetzt wurde. Ferner wird auch das aktuelle Netzwerk an Standorten hinterfragt und die Konsolidierung von Standorten geprüft. Die Aktivitäten in Osteuropa sollen gestärkt werden und mit den Produktionsstätten in Polen 16 Mutares SE & Co. KGaA Zusammengefasster Lage- und Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2024 und Bulgarien das strategischen Marktpotenzial dieser Region gehoben werden. Darüber hinaus spie- len auch die beiden chinesischen Werke eine zentrale Rolle im künftigen Produktionsnetzwerk der HILO Group. Gleichzeitig wurden an den deutschen Standorten weitere Maßnahmen zur Erhöhung der Flexibilität und Anpassung der Kapazitäten an die allgemeine rückläufige Marktnachfrage umge- setzt. Der Einfluss von weiterhin niedrigen Abrufvolumina konnte mit den genannten Initiativen je- doch nicht vollständig aufgefangen werden. Darüber hinaus haben die mangelnde Verfügbarkeit von Schlüsselkomponenten, anhaltender Kostendruck und weiterhin hohe Finanzierungskosten erhebli- che Herausforderungen für die HILO Group im Geschäftsjahr 2024 dargestellt, was sowohl die Profi- tabilität als auch die Liquidität im Geschäftsjahr 2024 negativ beeinträchtigte. Das operative Ergebnis von HILO Group zeigte infolgedessen für das Geschäftsjahr 2024 eine außerordentlich Verfehlung der ursprünglichen Planungen. Dies hat auch dazu geführt, dass vereinbarte Covenants in Finanzie- rungsverträgen nicht eingehalten wurden. Das Management der HILO Group hat daher umfangreiche Maßnahmen ergriffen, um die Liquidität durch zusätzliche Finanzierungslösungen zu sichern und gleichzeitig die Profitabilität zu erhöhen. Auf dieser Basis geht HILO Group für das Geschäftsjahr 2025 von einer erheblichen Verbesserung der Profitabilität auf ein wieder positives operatives Ergebnis aus, wodurch sich auch eine Entspannung bei der Liquiditätslage einstellen soll. MATIKON GROUP Im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2024 hat Mutares die fischer automotive systems GmbH & Co. KG („fischer automotive“) und deren Tochtergesellschaften von fischerwerke GmbH & Co. KG übernommen. Das Portfoliounternehmen wurde zwischenzeitlich in Matikon umbenannt und entwi- ckelt, produziert und vertreibt kinematische Komponenten für den Fahrzeuginnenraum und das Ex- terieur, wie Lüftungsdüsen, Ablagefächer, Cupholder und elektrisch betriebene Ladeklappen. Das Unternehmen fertigt und entwickelt die Produkte an seinem Hauptsitz in Deutschland sowie in wei- teren Werken in Tschechien, Serbien, China und in den USA. Unmittelbar im Anschluss an den Vollzug des Erwerbs hat ein Mutares-Team in Zusammenarbeit mit dem lokalen Management einen Transformationsplan entwickelt und mit dessen Umsetzung begon- nen. Als wesentlicher Eckpfeiler sieht dieser Plan die Konzentration der gesamten Produktion an den bestehenden Matikon-Standorten in Tschechien und Serbien vor, flankiert von Preisnachverhandlun- gen mit Kunden und Lieferanten, und zahlreicher Initiativen zur Effizienzsteigerung in den Produkti- onsabläufen. Weiterhin erwartet das Management signifikantes Neugeschäft in Serbien und China. Auf dieser Basis soll Matikon, bereits im Geschäftsjahr 2025 ein leicht positives operatives Ergebnis erzielen. PEUGEOT MOTOCYCLES GROUP Mutares hält an Peugeot Motocycles ("PMTC") die Mehrheit der Aktienanteile und eine Kontroll- mehrheit von 80 % der Stimmanteile. PMTC entwickelt und produziert zwei- und dreirädrige Motor- roller, die über Tochtergesellschaften, Importeure und Händler in Frankreich und international auf drei Kontinenten vertrieben werden. Im Rahmen des Restrukturierungsplans wurden Maßnahmen zur Verbesserung der Profitabilität wie etwa die Nachverhandlung von Konditionen mit Lieferanten, die Optimierung der Lieferkette sowie die Anpassung der Produktionskapazität an die reduzierte Nachfrage und die Neuausrichtung des Produktionsprozesses, umgesetzt. PMTC hat sein Produktportfolio um drei Marken bzw. Modellreihen ergänzt, arbeitet auch weiterhin an der Entwicklung neuer elektrifizierter Modelle und ist dazu auch strategische Partnerschaften in den Bereichen Forschung und Entwicklung sowie Distribution einge- gangenen. 17 Mutares SE & Co. KGaA Zusammengefasster Lage- und Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2024 Die Absatzzahlen blieben im Geschäftsjahr 2024 im Kontext eines marktweiten Nachfragerückgangs in diesem Segment in Europa deutlich hinter den Planungen zurück, was in der zweiten Hälfte des Geschäftsjahres 2024 durch den Übergang zur Euro5+-Norm sowie durch intensiveren Wettbewerb von Seiten chinesischer Hersteller verschärft wurde. Durch Maßnahmen zur Anpassung der Produk- tions- und Lieferkettenkapazität und Reduzierung der Strukturkosten konnten die Auswirkungen da- raus auf die Profitabilität nicht vollständig kompensiert werden und es resultierte für das Geschäfts- jahr 2024 ein deutlich negatives operatives Ergebnis. Für das Geschäftsjahr 2025 erwartet PMTC, dass die Absatzzahlen in Europa weiterhin unter Druck bleiben, während sich aufgrund der einge- gangenen strategischen Partnerschaften auf den asiatischen Märkten Wachstumschance ergeben. Das Management konzentriert die Ressourcen unverändert auf Produktentwicklungen und strategi- sche Partnerschaften und beschleunigt die Bemühungen zur Senkung der Kostenbasis. Infolgedessen geht PMTC für das Geschäftsjahr 2025 von einem ausgeglichenen operativen Ergebnis aus. 18 Mutares SE & Co. KGaA Zusammengefasster Lage- und Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2024 Segment Engineering & Technology Nr. Beteiligung Branche Hauptsitz Phase der Wertschöp- fung19 (6) Byldis Hersteller von vorgefertigten Be- Veldhoven/NL Realignment tonteilen für mittelhohe und hohe Gebäude (7) Clecim Anbieter für High-End-Lösungen Savigneux/FR Harvesting für Stahlverarbeitungslinien (8) Donges Group Komplettanbieter für Gebäude- Darmstadt/DE Harvesting hüllen und Stahlkonstruktionen (9) Efacec Group Anbieter von Energie-, Technik- Oporto/PT Realignment und Mobilitätslösungen (10) Gemini Rail und Industrieller, technologischer Wolverton/UK Optimization ADComms Group und infrastruktureller Dienstleis- Scunthorpe/UK ter für die britische Eisenbahnin- dustrie (11) Guascor Energy Hersteller von Gas- und Diesel- Zumaia/ES Optimization motoren (12) La Rochette Hersteller von Faltschachtelkar- Valgelon-La Harvesting Cartonboard tonagen Rochette/FR (13) NEM Energy Group Lieferant und Dienstleister für Zoeterwoude/NL Optimization Dampferzeuger mit Wärmerück- Düsseldorf/DE gewinnung, Wärmetauscher und Reaktoren (14) Sofinter Group Anbieter von Industrie- und Gallarate/IT Realignment Großdampfkesseln (15) Steyr Motors Hersteller von Dieselmotoren Steyr/AT Harvesting und elektrischen Hilfsantrieben für spezielle Anwendungen Die Beteiligungen des Segments Engineering & Technology erzielten im Geschäftsjahr 2024 Umsatz- erlöse von EUR 1.142,0 Mio. (Vorjahr: EUR 933,9 Mio.). Der Anstieg ist das Ergebnis gegenläufiger Effekte: Einerseits führten die Exits aus dem Vorjahr, allen voran der von SMP, zu einem Rückgang bei den Umsatzerlösen. Andererseits trugen die Erwerbe aus dem Vorjahr sowie dem Geschäfts- jahr 2024 positiv zur Umsatzentwicklung bei, insbesondere die im Geschäftsjahr 2023 erworbene Efacec sowie die im Geschäftsjahr 2024 erworbene Sofinter. Bei dem EBITDA des Segments für das Geschäftsjahr 2024 sind signifikante Konsolidierungseffekte aus Transaktionen – insbesondere auch im Vergleich zum Vorjahr – zu berücksichtigen: Während aus dem einzigen Erwerb des Geschäfts- jahres 2024 im Segment Engineering & Technology, namentlich der Akquisition von Sofinter, ein Geschäfts- oder Firmenwert resultierte, führten im Vorjahr die Erwerbe zu Gewinnen aus günstigem Erwerb ("Bargain Purchase") von EUR 162,5 Mio. sowie die damaligen Exit-Aktivitäten, insbesondere 19 Wie in Abschnitt 1.1 beschrieben; Einschätzung des Vorstands aus dem ersten Quartal des Geschäftsjah- res 2024, die für den weiteren Jahresverlauf beibehalten wird. 19 Mutares SE & Co. KGaA Zusammengefasster Lage- und Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2024 der Exit von SMP, zu Entkonsolidierungsergebnissen von insgesamt EUR 117,6 Mio.. Im Geschäfts- jahr 2024 liegt das EBITDA des Segments Engineering & Technology mit EUR -49,9 Mio. wegen dieser Konsolidierungseffekte deutlich unter EBITDA für das Vorjahr von EUR 227,6 Mio. Das Adjusted EBITDA jedoch konnte als Resultat teils gegenläufiger Effekte auf EUR -10,9 Mio. verbessert werden (Vorjahr: EUR -14,5 Mio.). Während ein Teil der Portfoliounternehmen, allen voran Guascor Energy, NEM Energy Group und Steyr Motors, eine erhebliche Verbesserung in der Profitabilität gegenüber dem Vorjahr erzielten, trugen andere Portfoliounternehmen, insbesondere die erst im vierten Quartal des Geschäftsjahres 2023 erworbenen Byldis und Efacec, negativ zum Adjusted EBITDA im Segment Engineering & Technology im Geschäftsjahr 2024 bei. Für weitere Einzelheiten zur Entwicklung im Segment verweisen wir auf die folgenden Ausführungen zu den einzelnen Portfoliounternehmen. Am 29. November 2024 hat Mutares über ein Tochterunternehmen die Übernahme der Serneke Sve- rige AB und ihrer Tochtergesellschaften („Serneke“ oder auch „Serneke Group“), einem schwedischen Generalunternehmer für den Bau von Dienstleistungs- und Infrastrukturimmobilien, Wohnimmobilien und Gewerbeimmobilien, zunächst formal abgeschlossen. Aus Sicht von Mutares wurde die Unter- zeichnung des Kaufvertrags und dessen Vollzug jedoch durch aktive Irreführung und Verschweigen wesentlicher Informationen seitens der Verkäuferin herbeigeführt. Daher hat das Tochterunterneh- men von Mutares (als Käuferin von Serneke) den Kaufvertrag mit Schreiben vom 2. Januar 2025 angefochten; mit erfolgreicher Anfechtung gilt der Kaufvertrag von Beginn an als nichtig. Trotz eines formalen Vollzugs des Erwerbs sämtlicher Stimmrechte waren die Kriterien, die eine Beherrschung im Sinne des IFRS 10 definieren, bei diesem Erwerb nicht erfüllt. Zwar bestand grundsätzlich eine rechtliche Grundlage zur Übernahme von Entscheidungsbefugnissen, allerdings waren die davon be- troffenen Rechte nicht substanziell im Sinne des IFRS 10.B23, da sie de facto nicht ausgeübt werden konnten. Aufgrund dieser Umstände erfolgte keine Einbeziehung der Serneke Group in den Konzern- abschluss zum 31. Dezember 2024. Mutares geht davon aus, dass weder eine Beherrschung (im Sinne von IFRS 10) noch ein maßgeblicher Einfluss (im Sinne von IAS 28) jemals bestanden hat. BYLDIS Byldis entwirft, fertigt und montiert vorgefertigte bzw. außerhalb der Baustelle hergestellte Bauele- mente für hohe bis mittelhohe Gebäude auf dem europäischen Baumarkt. Seit der Übernahme im vierten Quartal des Geschäftsjahres 2023 konzentriert sich das Management mit Unterstützung des Mutares-Teams auf den Wiederanlauf der Geschäftsaktivitäten nach der In- solvenz unter dem vorherigen Eigentümer, insbesondere auf die Etablierung der Beziehungen zu Kunden und Lieferanten Die Herausforderungen waren dabei größer als zunächst angenommen und die Entwicklung blieb im Geschäftsjahr 2024 hinter den Erwartungen zurück. Das operative Ergebnis war – belastet von den übernommenen, noch laufenden Projekten – signifikant negativ. In dem Zusammenhang wurden umfangreiche Gegenmaßnahmen zur Anpassung an die anhaltend schwie- rige Marktsituation umgesetzt. Auf dieser Grundlage wird für das Geschäftsjahr 2025 eine gesteigerte Aktivität in den geographischen Kernmärkten erwartet, die sich auf Grund der üblichen Vorlaufzeiten der Projekte voraussichtlich erst zum Jahresende oder darüber hinaus materialisieren wird. So lange wird auch die Entwicklung der Liquidität im Fokus des lokalen Managements stehen. CLECIM Clecim ist ein Anbieter von Stahlverarbeitungsanlagen, Edelstahlwalzwerken und mechatronischen Produkten und Dienstleistungen in Frankreich. In den Kernmärkten in Europa und den USA haben wichtige Akteure große Investitionen in nachge- lagerte Stahlaktivitäten verschoben, wodurch das Volumen von Projektvergaben merklich reduziert 20 Mutares SE & Co. KGaA Zusammengefasster Lage- und Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2024 wurde. Dank zahlreicher umgesetzter Gegenmaßnahmen, kombiniert mit kontinuierlichen Verbesse- rungen im Bereich Projektmanagement, konnte Clecim im Geschäftsjahr 2024 ein leicht positives operatives Ergebnis erzielen. Darüber hinaus hat das Management von Clecim im Geschäftsjahr 2024 wichtige Weichen gestellt, um das Kundenportfolio außerhalb des bestehenden Kerngeschäfts zu diversifizieren. In diesem Zusammenhang konnten erstmals bedeutende Aufträge im Bereich Vertei- digung und Wasserkraft gewonnen werden, aus denen künftige Umsatzerlöse resultieren werden und die das operative Ergebnis in den Folgejahren stützen. Auf dieser Basis erwartet Clecim für das Ge- schäftsjahr 2025 einen leichten Anstieg der Umsatzerlöse und ein weiterhin leicht positives operati- ves Ergebnis. DONGES GROUP Donges Group bietet Lösungen im Bereich Stahlbrücken, Stahlkonstruktionen und Fassaden sowie aktive Wandsysteme. Auf Basis eines sehr gut gefüllten Auftragsbuchs durch vielversprechende Auftragseingänge in den Vorjahren ging das Management von Donges SteelTec von einem signifikanten Anstieg der Um- satzerlöse im Geschäftsjahr 2024 aus. Aufgrund von erneuten kundenseitigen Verzögerungen bei einem Großprojekt blieben die Entwicklungen im Geschäftsjahr 2024 jedoch hinter den Planungen zurück. Dennoch konnte, wie im Vorjahr, ein leicht positives operatives Ergebnis erreicht werden. Das lokale Management von Donges SteelTec ist zuversichtlich, dass sich mit den nunmehr erfolgten Projektanläufen die positive Entwicklung in Bezug auf Umsatzerlöse und operatives Ergebnis mate- rialisiert und erwartet auf dieser Basis für das Geschäftsjahr 2025 einen signifikanten Anstieg der Umsatzerlöse und eine erhebliche Steigerung des operativen Ergebnisses gegenüber dem Geschäfts- jahr 2024. Die Entwicklung der zur Donges Group zugeordneten Kalzip Group zeigte sich auch im Geschäfts- jahr 2024 nachhaltig stabil, mit auf dem Niveau der Planungen liegenden Umsatzerlösen und einem signifikant verbesserten operativen Ergebnis. Die absatzseitige Entwicklung zeigte sich resilient ge- genüber den Herausforderungen der Bauindustrie, auch aufgrund der geografischen Abdeckung von Kalzip, die eine hohe Flexibilität bei der Bearbeitung größerer Projekte auch außerhalb der Kern- märkte erlaubt. Auf Basis des im vierten Quartal des Geschäftsjahres 2024 gewonnenen Neuge- schäfts geht das lokale Management davon aus, im Geschäftsjahr 2025 Umsatzerlöse und operatives Ergebnis noch einmal zu steigern. Zusätzlich wurden neue Wachstumsinitiativen gestartet, um auch die mittelfristig positive Entwicklung zu sichern. In diesem Zusammenhang werden insbesondere Sektoren mit hohem erwartetem Wachstum sowie ein das Sortiment von Aluminiumfassadenproduk- ten ins Visier genommen. EFACEC Group Das im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2023 erworbene ehemalige portugiesische Staatsunter- nehmen Efacec ist auf die Herstellung und Lieferung von Geräten und Lösungen in den Bereichen Energie, Technik und Mobilität spezialisiert. Ausgehend vom Hauptsitz in Portugal und mit einer glo- balen Präsenz liefert Efacec innovative Technologien und hochwertige Produkte in den Bereichen Energieanlagen, Ingenieurdienstleistungen und Infrastruktur für Elektromobilität. Der Transformationsplan von Efacec zielt auf die Sicherung des Auftragseingangs, die deutliche Re- duzierung der Kostenbasis und die regionale Ausrichtung bei Kunden und Lieferanten ab. Neben der Umsetzung erster Optimierungsmaßnahmen aus diesem Transformationsplan stand im Geschäfts- jahr 2024 der Hochlauf der Geschäftsaktivitäten bei gut gefülltem Auftragsbuch im Bereich der Trans- formatoren im Fokus des lokalen Managements. Erfolgskritisch wird die Sicherstellung der Produkti- 21 Mutares SE & Co. KGaA Zusammengefasster Lage- und Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2024 onskapazitäten sein, um die vertragskonforme Auslieferung der Komponenten gewährleisten zu kön- nen. Erwartungsgemäß war das Ergebnis im Berichtszeitraum von wesentlichen (Einmal-)Aufwen- dungen für die Transformation sowie die übernommenen, noch laufenden Projekte, zu deren Ab- schluss sich Efacec verpflichtet hat, belastet. In der Folge lag das operative Ergebnis im Gesamt- jahr 2024 noch auf einem deutlich negativen Niveau. Auf Basis eines gut gefüllten Auftragsbuchs und im Hinblick auf weitere positive Effekte aus dem Transformationsplan sowie der auch durch Personalabbau reduzierten Kostenbasis und den nunmehr profitabler gestalteten Projekten, geht das Management von Efacec bereits für das Geschäftsjahr 2025 von einer positiven Entwicklung aus: Neben einem wesentlichen Anstieg der Umsatzerlöse soll das operative Ergebnis erheblich verbessert werden auf ein bereits leicht positives Niveau. GEMINI RAIL und ADCOMMS GROUP Gemini Rail ist ein Anbieter von Industrie-, Technologie- und Infrastrukturdienstleistungen für die britische Eisenbahnindustrie und fokussiert sich insbesondere auf Ingenieur- und Wartungsleistungen für Schienenfahrzeuge. Alan Dick Communications Limited („ADComms“) arbeitet mit seinen Kun- den an der Entwicklung intelligenter, vernetzter Lösungen im Bereich der Funk- und Festnetzinfra- struktur, der Kommunikation mit Drittanbietern sowie der Bahnhofskommunikation. Dank des umfangreichen Maßnahmenplans von Gemini Rail, mit dem die operative Schwierigkeiten bei der Abwicklung der Projekte in der Vergangenheit adressiert wurden, konnte im Geschäfts- jahr 2024 der Turnaround geschafft werden mit einem gegenüber dem Vorjahr und den Planungen erheblich verbesserten und leicht positiven operativen Ergebnis. Auf der Grundlage eines gut gefüll- ten Auftragsbuchs und einer hohen Visibilität auf die Projektpipeline geht das Management für das Geschäftsjahr 2025 von einem nochmals deutlichen Anstieg der Umsatzerlöse und einem anhaltend positiven operativen Ergebnis aus. Die Verhandlungen von ADComms im Hinblick auf Kompensationszahlungen seitens des Alteigentü- mers für von diesem im Rahmen der Akquisition übernommenen (Groß-)Projekten konnten im Ge- schäftsjahr 2024 erfolgreich abgeschlossen werden, sodass die Arbeiten an diesen Projekten wieder aufgenommen wurden. Insgesamt bleibt die Situation am Markt aber herausfordernd, sodass das lokale Management zusätzliche vertriebsseitige Gegenmaßnahmen initiiert hat, die vor allem gegen Ende des Geschäftsjahres 2024 zu Auftragseingängen führten. Während sich das operative Ergebnis im Geschäftsjahr 2024 auf ein noch leicht negatives Niveau belief, soll im Geschäftsjahr 2025 der Turnaround geschafft werden mit einem dann ausgeglichenen operativen Ergebnis. GUASCOR ENERGY Guascor Energy ist ein Hersteller von Gas- und Dieselmotoren für die Stromerzeugung, Kraft- Wärme-Kopplung, Waste-to-Energy und für die Schifffahrt mit Hauptsitz in Spanien. Guascor hat die Umsetzung des Restrukturierungsplans nunmehr weitestgehend abgeschlossen und damit im Geschäftsjahr 2024 den Turnaround herbeigeführt. Der Schlüssel zu diesem bedeutenden Meilenstein war die Verschlankung der Aktivitäten bei gleichzeitigem Fokus auf effiziente Produkti- onsabläufe. Trotz eines von hohem Wettbewerbsdruck gekennzeichneten Marktumfelds für kleinere Triebwerke ist es Guascor gelungen, das positive operative Ergebnis des Vorjahres noch einmal sig- nifikant zu verbessern. Für das Geschäftsjahr 2025 erwartet das Management ausgehend von neuen Auftragseingängen sowie den Geschäftsaktivitäten rund um Ersatzteile, Zubehör und Dienstleistun- gen die Fortsetzung dieses Trends und damit bei gegenüber dem Geschäftsjahr 2024 deutlich höhe- ren Umsatzerlösen einen substanziellen Anstieg der Profitabilität. 22 Mutares SE & Co. KGaA Zusammengefasster Lage- und Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2024 LA ROCHETTE CARTONBOARD Die französische La Rochette Cartonboard produziert Faltschachtelkartons auf Basis von Frischfa- sern hauptsächlich für die Pharma- und Lebensmittelverpackungsindustrie. Das Geschäftsjahr 2024 war von einer Abschwächung der Konsumgüternachfrage geprägt. Gleich- zeitig verzeichneten die Rohstoffpreise insbesondere in der ersten Hälfte des Geschäftsjahres 2024 einen Anstieg, was sowohl Profitabilität als auch Liquidität spürbar unter Druck setzte und in einem negativen operativen Ergebnis mündete. In Reaktion darauf hat das Management von La Rochette Cartonboard einen umfangreichen Maßnahmenplan entwickelt und mit dessen Umsetzung begonnen. Dieser zielt auf eine Verbesserung der Produktivität gepaart mit verstärktem Fokus auf das Wachs- tum der Umsatzerlöse, etwa durch Partnerschaften, verbesserten Kundenservice und Produktinno- vationen, ab. Gleichzeitig steht das Management der Liquidität nach wie vor im Fokus. Die lokale Geschäftsleitung erwartet, dass das Marktumfeld auf der Nachfrageseite auch im Geschäftsjahr 2025 herausfordernd bleibt, rechnet jedoch auf Basis erfolgreich umgesetzter Gegenmaßnahmen mit einer Verbesserung des operativen Ergebnisses auf ein leicht positives Niveau. NEM ENERGY GROUP NEM Energy Group ist ein Lieferant und Dienstleister für Dampferzeuger mit Wärmerückgewinnung, Wärmetauscher und Reaktoren, mit Standorten in den Niederlanden und Deutschland sowie einer starken globalen Präsenz in Bezug auf die Projekte. Nach der Integration der Balcke-Dürr Group im Vorjahr wurde im Zuge der Fokussierung auf das Service- und Produktangebot im Bereich der Wärmeübertragungstechnik im Geschäftsjahr 2024 die Balcke-Dürr Nuklear Service GmbH verkauft. Auf Basis neu ausgerichteter Vertriebsaktivitäten und eines optimierten Projektmanagements fokussierte sich NEM Energy Group auf die erfolgreiche Pro- jektdurchführung. Der Rückgang der Auftragseingänge im Bereich der Wärmerückgewinnungsdampf- erzeuger wurde dabei durch Erfolge in anderen Produktkategorien wie Wärmetauscher und Abgas- und Umleitlösungen kompensiert. Auf dieser Basis konnte im Geschäftsjahr 2024 ein deutlicher An- stieg in der Profitabilität gegenüber dem Vorjahr erzielt werden. Für das Geschäftsjahr 2025 erwartet das Management zusätzliche Auftragseingänge im Bereich der Wärmerückgewinnungsdampferzeuger aufgrund der optimierten Verkaufsaktivitäten und vorteilhafterer Marktbedingungen. Daraus soll ein erneut positives operatives Ergebnis resultieren. SOFINTER GROUP Im April 2024 hat Mutares die Übernahme einer Mehrheitsbeteiligung an der Sofinter Group abge- schlossen. Das Unternehmen mit Sitz in Italien verfügt über vier Werke in Rumänien und Italien und ist spezialisiert auf die Entwicklung und die Herstellung von Industrie- und Großdampfkesseln. Unmittelbar im Anschluss an die Übernahme hat ein Mutares-Team zusammen mit dem lokalen Ma- nagement mit der Arbeit an einem Transformationsprogramm begonnen, wobei der Schwerpunkt auf der Durchführung der Projekte, der Verschlankung der indirekten Funktionen und der Optimierung des Standortnetzwerks der Sofinter Group liegt. Erste Maßnahmen zur Realisierung von Kostenein- sparungen wurden bereits umgesetzt. Entscheidend für den Erfolg der Transformation wird die pro- fitable Abarbeitung des Auftragsbestandes und die Generierung von zusätzlichen Auftragseingängen sein. Erste Projekte wurden bereits zum Ende des Geschäftsjahres 2024 vergeben, die Projektpipe- line für das Geschäftsjahr 2025 entwickelt sich gemäß den Erwartungen. Auf dieser Basis geht das lokale Management von Sofinter nach einem noch leicht negativen operativen Ergebnis für das Ge- schäftsjahr 2024, das auch von Einmalaufwendungen im Zusammenhang mit der Restrukturierung 23 Mutares SE & Co. KGaA Zusammengefasster Lage- und Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2024 der Aktivitäten belastet wurde, für das Geschäftsjahr 2025 von einem Turnaround und einer erheb- lichen Verbesserung des operativen Ergebnisses auf ein dann leicht positives Niveau aus. Im Rahmen der Übernahme wurden mit Banken unterschiedliche Finanzierungen abgeschlossen bzw. neu strukturiert. Sofinter hat sich in diesem Zusammenhang zur Einhaltung üblicher Covenants be- züglich Verschuldung, Eigenkapital und Zinsdeckung verpflichtet, welche zum Stichtag teilweise nicht eingehalten wurden. Eine Einigung mit dem Finanzierer lag zu diesem Zeitpunkt nicht vor. STEYR MOTORS Steyr Motors ist ein anerkannter Spezialist für die Entwicklung und Produktion von Hochleistungs- motoren und elektrischen Hilfsaggregaten für Spezialanwendungen in Fahrzeugen und Booten. Das Restrukturierungsprogramm, das unter anderem auf eine Neuorganisation der Vertriebsaktivitäten sowie eine Anpassung der Kostenstrukturen, auch mittels umfangreicher Reduzierung der Beleg- schaft durch einen Sozialplan, abzielt, konnte im Geschäftsjahr 2023 abgeschlossen werden. Auf dieser Basis und begünstigt von einem positiven Marktumfeld konnten Umsatzerlöse und operatives Ergebnis im Geschäftsjahr 2024 erfreulich gesteigert und die ursprünglichen Planungen damit signi- fikant übertroffen werden. Für das Geschäftsjahr 2025 und darüber hinaus geht das Management von Steyr Motors von einer fortgesetzt positiven Entwicklung mit einem gegenüber dem Geschäfts- jahr 2024 nochmals erheblich verbesserten operativen Ergebnis aus. Erfolgreiche Auftragseingänge und die Absicherung langfristiger Rahmenverträge mit Kunden lassen auch darüber hinaus für Steyr Motors weiteres Wachstum und eine positive Entwicklung erwarten. Zudem erfolgte am 28. Oktober 2024 die Aufnahme von Steyr Motors in den Handel im Freiverkehr (Scale-Segment) an der Frankfurter Wertpapierbörse. In diesem Zusammenhang hat Mutares 910.000 Aktien zu einem Angebotspreis von EUR 14,00 je Aktie platziert. Auf Ebene des Jahresab- schlusses der Mutares-Holding ergab sich daraus ein Netto-Veräußerungsgewinn von EUR 10,9 Mio. Segment Goods & Services Nr. Beteiligung Branche Hauptsitz Phase der Wertschöp- fung20 (16) Alcura Anbieter von Lösungen für die Châteauroux/FR Realignment häusliche Pflege (17) Alterga (vormals: Hersteller von Infrastrukturele- Olsztyn/PL Realignment Eltel Networks) menten für die Elektrizitätsver- sorgung (18) Conexus Dienstleister für Energieinfra- Rom/IT Optimization struktur (19) Ganter Group Generalunternehmer im Innen- Waldkirch/DE Optimization ausbau und Ladenbau (20) GoCollective und Betreiber öffentlicher Verkehrs- Kopenhagen/DK Optimization ReloBus Group mittel 20 Wie im Abschnitt 1.1 beschrieben; Einschätzung des Vorstands aus dem ersten Quartal des Geschäftsjah- res 2024, die für den weiteren Jahresverlauf beibehalten wird. 24 Mutares SE & Co. KGaA Zusammengefasster Lage- und Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2024 (21) Greenview Anbieter von Mechanik, Elektrik, Carryduff/NI Realignment Heizung und nachhaltiger Ener- gie. (22) Palmia Dienstleister im Bereich Gebäu- Helsinki/FI Optimization demanagement (23) REDO Anbieter von ganzheitlichen Ge- Vantaa/ FI Realignment bäudesanierungsdienstleistun- gen (24) Stuart (SRT Group) Anbieter von urbanen On-De- Paris/FR Realignment mand-Lieferdiensten (25) Terranor Group Anbieter von Straßenbetrieb- Solna/SE Harvesting und -instandhaltungsdienstleis- tungen Die Umsatzerlöse des Segments Goods & Services belaufen sich mit EUR 1.037,1 Mio. im Geschäfts- jahr 2024 insgesamt auf das Niveau aus dem Vorjahr (EUR 1.037,1 Mio.). Den Rückgang der Um- satzerlöse im Vergleich zum Vorjahr, der aus dem Exit von Frigoscandia im ersten Quartal des Ge- schäftsjahres 2024 resultiert, konnten die zahlreichen Erwerbe von Plattforminvestitionen für das Segment aus dem Vorjahr, vor allem GoCollective, ReloBus und MobiLitas sowie Stuart, und dem Geschäftsjahr 2024, vor allem Alterga, kompensieren. Verstärkt wurde dies durch die erfreuliche organische Umsatzentwicklung bei Conexus und Terranor. Aus den aufgeführten Erwerben resultierten im Geschäftsjahr 2024 Gewinne aus günstigem Erwerb („Bargain Purchase“) von EUR 36,5 Mio. sowie im Vorjahr von EUR 246,5 Mio. Das EBITDA des Ge- schäftsjahres 2024 im Segment Goods & Services von EUR 91,1 Mio. (Vorjahr: EUR 272,0 Mio.) wurde darüber hinaus begünstigt von der Entkonsolidierung von Frigoscandia mit einem Ergebnis von EUR 56,6 Mio. Das Adjusted EBITDA des Geschäftsjahres 2024 erreichte mit EUR 18,1 Mio. (Vor- jahr: EUR 38,3 Mio.) erneut ein positives Niveau, wurde aber insbesondere vom Wegfall des positiven Beitrags von Frigoscandia aufgrund des Exits im ersten Quartal und dem planmäßig negativen Er- gebnisbeitrag von Stuart belastet, während andere Portfoliounternehmen, insbesondere Conexus, Palmia und Terranor Group einen erfreulichen Anstieg in der Profitabilität verzeichneten. Für weitere Einzelheiten zur Entwicklung im Segment verweisen wir auf die folgenden Ausführungen zu den ein- zelnen Portfoliounternehmen. ALCURA Zum Ende des Geschäftsjahres 2024 hat Mutares die Übernahme der französischen Alcura abge- schlossen. Alcura ist ein Anbieter von Lösungen für häusliche Pflege für Senioren, Menschen mit Behinderungen und Patienten. Zu den Produkten gehören medizinische Betten, Rollstühle und ver- schiedene Arten von Geräten und Dienstleistungen im Zusammenhang mit Sauerstofftherapie, Schlafapnoe oder Diabetes. Alcura profitiert von seiner breiten Präsenz in Frankreich, die aus einem zentralen Lager und mehr als 40 Agenturen besteht. Unmittelbar nach der Übernahme wurde in Zusammenarbeit mit dem lokalen Management ein Transformationsprogramm initiiert, das auf die Loslösung aus den Strukturen des vormaligen Eigentümers, insbesondere im Hinblick auf IT, sowie eine Überprüfung des Agenturnetzwerks im Lichte von angestrebten Optimierungen der Lieferkette und die Stärkung der Organisation durch Rekrutierung von Schlüsselpositionen abzielt. Auf Basis dieser Transformationsbestrebungen geht Alcura aktuell davon aus, im Geschäftsjahr 2025 ein leicht positives operatives Ergebnis zu erzielen, das in den Folgejahren durch den eingeleiteten Turnaround weiter verbessert werden soll. 25 Mutares SE & Co. KGaA Zusammengefasster Lage- und Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2024 ALTERGA Im Juni 2024 hat Mutares die Übernahme von Eltel Networks in Polen abgeschlossen. Das Portfolio- unternehmen wurde zwischenzeitlich in Alterga umbenannt und bietet Ingenieur- und Baudienst- leistungen für elektrische Energie an, einschließlich Projekte im Bereich Hochspannung mit Planungs-, Bau-, Inbetriebnahme- und Wartungsdienstleistungen. Schwerpunkt der Aktivitäten ist in Polen, aber Alterga verwirklicht auch Projekte im europäischen Ausland, z.B. in Deutschland oder nordischen Staaten. Unmittelbar nach der Übernahme wurde ein ganzheitliches Transformationsprogramm eingeleitet, das auf Verbesserungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette abzielt, insbesondere beim Ein- kauf und dem Projektmanagement. Die eingeleiteten Maßnahmen führten im Laufe des Geschäfts- jahres 2024 bereits zu sichtbaren Verbesserungen, insbesondere in Bezug auf die realisierten Pro- jektmargen und reduzierte Fixkosten. Alterga zielt auf eine strategische Positionierung im von um- fangreichen Investitionsbedarf gekennzeichneten Kernmarkt Polen sowie einen fokussierten Ansatz in Bezug auf ausländische Märkte ab. Somit sieht sich Alterga in der Lage, die vorteilhafte Marktdy- namik mit hohem Investitionsbedarf in die Energieinfrastruktur in Polen und der EU insgesamt zu nutzen. Auf dieser Basis erwartet das Management von Alterga, dass die Transformationsinitiativen im Geschäftsjahr 2025 ihr volle Wirkung erzielen, damit die Rückkehr zur Profitabilität gelingt und infolgedessen ein bereits leicht positives operatives Ergebnis erzielt werden kann. CONEXUS Zum Ende des Geschäftsjahres 2024 hat Conexus den operativen Teil seiner Netzwerk-Aktivitäten ausgegliedert und veräußert. Dieser Bereich war durch ein wettbewerbsintensives Umfeld mit einer begrenzten Anzahl von Projekten bei gleichzeitig steigenden Kosten und in der Folge sinkenden Mar- gen gekennzeichnet. Dadurch wird es Conexus ermöglicht, stärkeren Fokus auf den Infrastruktur- markt für Energietechnik zu legen, für den Conexus über eine vielversprechende Pipeline mit einer Vielzahl an Projekten verfügt. In diesem Bereich agiert Conexus als Anbieter von Bau- und War- tungsdienstleistungen; das Dienstleistungsportfolio umfasst dabei die Installation und Wartung von Mittel- und Niederspannungsnetzen sowie Hochspannungsnetzen. Zum Ende des Geschäftsjah- res 2023 konnte Conexus bedeutende Projekte im Bereich der Energietechnik akquirieren, die nach anfänglichen Verzögerungen im Geschäftsjahr 2024 umgesetzt wurden. Entsprechend konnten die Umsatzerlöse gegenüber dem Vorjahr erheblich gesteigert und damit im Geschäftsjahr 2024 ein ma- teriell positives operatives Ergebnis erzielt werden. Der Fokus von Conexus im Geschäftsjahr 2025 wird darauf liegen, die traditionellen Beziehungen zu Kunden im Bereich Niederspannung, Hochspan- nung und Rechenzentren zu stärken sowie neue Projekte in anderen Bereichen zu entwickeln. Auf dieser Basis erwartet das Management auch für das Geschäftsjahr 2025 ein materiell positives ope- ratives Ergebnis. GANTER GROUP Als Generalunternehmer im Innenausbau und Ladenbau realisiert Ganter Projekte für eine interna- tionale Kundenbasis. Mit der Veräußerung der Aktivitäten in Frankreich im Geschäftsjahr 2023 und der finalen operativen Abwicklung der Aktivitäten in Italien in der ersten Hälfte des Geschäftsjah- res 2024 sind sämtliche geplante Strukturmaßnahmen nunmehr umgesetzt. Darüber hinaus wurde durch den Zukauf der FSL Ladenbau GmbH („FSL“) im Mai 2024 die räumliche Abdeckung im Norden Deutschlands erweitert und das Kundenportfolio ausgebaut. Das Geschäftsjahr 2024 war von der im Bausektor konjunkturell angespannten Lage und hoher Vola- tilität geprägt, mit Insolvenzen bei Nachunternehmern, Marktbegleitern und Kunden. Für das Ma- 26 Mutares SE & Co. KGaA Zusammengefasster Lage- und Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2024 nagement von Ganter stand dementsprechend die Intensivierung der Vertriebsaktivitäten zur Stei- gerung der Wettbewerbsfähigkeit im Fokus. Auf dieser Basis und dank der angepassten Kostenstruk- turen konnte das operative Ergebnis im Geschäftsjahr 2024 auf einem leicht positiven Niveau gehal- ten werden. Für die zweite Hälfte des Geschäftsjahres 2025 rechnet das Management von Ganter mit einer leichten Erholung des Marktumfelds und sieht sich aufgrund einer durch den Zukauf von FSL stärker diversifizierten Kundenbasis, einem zufriedenstellenden Arbeitsvorrat und einer optimier- ten internen Organisation für die marktbedingten Herausforderungen gut gerüstet. Insofern soll Gan- ter auch im Geschäftsjahr 2025 ein gegenüber dem Geschäftsjahr 2024 nochmal moderat verbes- sertes, leicht positives operatives Ergebnis erzielen. GOCOLLECTIVE UND RELOBUS GROUP GoCollective in Dänemark und ReloBus in Polen - gemeinsam im Geschäftsjahr 2023 von Arriva erworben und zwischenzeitlich entsprechend umfirmiert - erbringen ein breites Spektrum an Ver- kehrs- und Mobilitätsdienstleistungen, z.B. Bahn, Bus, Fähren, und Ausbildung der Fahrer. Die im Geschäftsjahr 2023 miterworbenen Aktivitäten in Serbien, die als Mobilitias firmieren, wurden im Geschäftsjahr 2024 veräußert. GoCollective hat in Dänemark nach vier Jahren ohne Neugeschäft unter dem vorherigen Eigentümer im Geschäftsjahr 2024 wieder erfolgreich an Ausschreibungen teilgenommen und konnte unter an- derem Neugeschäft mit Buslinien in Kopenhagen gewinnen. Darüber hinaus wurde eine Reihe von wichtigen Transformationsprojekten abgeschlossen, darunter die Implementierung eines neuen ERP- Systems und die Umfirmierung inklusive Neupositionierung der Marke. Zur Refinanzierung bestehen- der Verbindlichkeiten sowie zur Finanzierung der strategischen Neuausrichtung hat GoCollective eine vorrangig besicherte Anleihe mit einem Nominalvolumen von EUR 40 Mio. und einer Laufzeit bis zum 12. April 2027 begeben.21 Trotz einiger Herausforderungen, darunter den Nachwirkungen zu zurück- haltende Investitionsaktivitäten in den Vorjahren unter dem früheren Eigentümer, gelang es GoCol- lective, im Geschäftsjahr 2024 ein leicht positives operatives Ergebnis zu erzielen. Auf dieser Basis geht das Management von GoCollective für das Geschäftsjahr 2025 von einer weiteren Expansion der Aktivitäten aus und erwartet eine Steigerung des operativen Ergebnisses auf ein dann materiell positives Niveau. Auch ReloBus in Polen gelang die Neupositionierung und erfolgreiche Transformation mit einem im Geschäftsjahr 2024 erheblich verbesserten positiven operativen Ergebnis auf dem Niveau der Pla- nungen. In der Folge erwartet das lokale Management für das Geschäftsjahr 2025 bei materiell hö- heren Umsatzerlösen eine Verbesserung der Profitabilität auf ein deutlich positives Level. GREENVIEW Im April 2024 hat Mutares die Greenview Group Holdings Ltd. („Greenview“) übernommen. Green- view hat seinen Sitz im Vereinigten Königreich und ist ein Anbieter von mechanischen und elektri- schen Installationen, Heizungsinstallationen und -wartung, Immobilienwartung und -verbesserung sowie einer Reihe von nachhaltigen Energielösungen, einschließlich Energieeffizienzdienstleistungen für Haushalte. Unmittelbar nach dem Erwerb hat ein Mutares-Team in Zusammenarbeit mit dem lokalen Manage- ment die Arbeit an dem Restrukturierungsprogramm aufgenommen und in diesem Zusammenhang umfangreiche Optimierungs- und Wachstumsinitiativen angestoßen. Die positiven Impulse daraus blieben im Geschäftsjahr 2024 allerdings hinter den Erwartungen und Greenview erzielte ein noch 21 Mit Wertstellung zum 11. Februar 2025 und damit nach dem Abschlussstichtag hat GoCollective die beste- hende Anleihe um einen Betrag von EUR 10,0 Mio. erhöht. 27 Mutares SE & Co. KGaA Zusammengefasster Lage- und Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2024 deutlich negatives operatives Ergebnis. Mit Wirkung zum 1. April 2025 wurde die Veräußerung der Greenview Group Holdings Ltd. und ihrer Tochtergesellschaften abgeschlossen. PALMIA Palmia ist ein finnischer Dienstleister für Schulen, Kindertagesstätten, Krankenhäuser und andere Einrichtungen des öffentlichen Sektors. Zum Dienstleistungsangebot gehören Lebensmitteldienste, Reinigungsdienste, Sicherheitsdienste und Gebäudewartungsdienste. Nach der Umsetzung des Transformationsprogramms im Geschäftsjahr 2023, das auf die Anpassung der Kostenbasis und ein Wachstum der Umsatzerlöse abzielten, setzte sich die erfolgreiche Entwick- lung auch im Geschäftsjahr 2024 fort: Neben einem deutlichen Anstieg der Umsatzerlöse im Ver- gleich zum Vorjahr konnte das operative Ergebnis – ausgehend von einem ausgeglichenen Niveau im Geschäftsjahr 2023 – auf ein materiell positives Level gesteigert und dabei die ambitionierten Planungen noch übertroffen werden. Auf Basis der angepassten Vertriebsstrategie, die neben öffentlichen Kunden auch auf Firmenkunden der Privatwirtschaft abzielt, baut Palmia seine landesweite Präsenz in allen Dienstleistungsbereichen weiter aus. Infolgedessen erwartet das lokale Management für das Geschäftsjahr 2025 ausgehend von einem nochmals deutlichen Anstieg der Umsatzerlöse eine ebenfalls deutliche Verbesserung des positiven operativen Ergebnisses. REDO REDO ist ein im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2023 erworbener finnischer Anbieter von Dienst- leistungen zur Gebäudesanierung– inklusive fachkundiger Soforthilfe in Notfällen - mit einer umfas- senden Angebotspalette bei landesweiter geografischer Präsenz. REDO bietet die gesamte Wert- schöpfungskette von Dienstleistungen für Inspektion, Abriss, Wiederaufbau von Wasser- und Brand- schäden inklusive Geruchssanierung und Trocknung von Feuchtigkeit an. Der strategische Fokus des Restrukturierungsplans von REDO liegt auf der Weiterentwicklung eines skalierbaren Dienstleistungsangebots mit hoher Qualität und stabiler Profitabilität. Außerdem soll REDO zu dem bevorzugten strategischen Sanierungspartner für Versicherungen, Bauträger, Bauun- ternehmen, Industrie und Immobiliendienstleister werden. Parallel wurde auch ein umfangreiches operatives Maßnahmenpaket umgesetzt, was neben der Implementierung einer neuen IT-Landschaft auf die Weiterentwicklung von Prozessen, Organisationsstrukturen und Beschaffungspraktiken bei gleichzeitiger Reduzierung der Kostenbasis abzielte. Aufgrund der konsequenten Umsetzung dieser Initiativen konnte trotz hinter den ursprünglichen Planungen zurückbleibender Umsatzerlöse im Ge- schäftsjahr 2024 ein leicht positives operatives Ergebnis erzielt werden. Das Management von REDO erwartet für das Geschäftsjahr 2025 weitere Fortschritte und dank verbesserter Projektmargen einen erheblichen Anstieg der Profitabilität auf ein materiell positives operatives Ergebnis. STUART (SRT GROUP) Die als Stuart firmierende SRT Group ist ein Anbieter von urbanen On-Demand-Lieferdiensten im Bereich der Stadt- und Last-Mile-Logistik. Dabei setzt Stuart auf seine eigene spezifische IT-Platt- formlösung, mit der die Kunden mit einer Flotte unabhängiger Kuriere verbunden werden. Dies er- möglicht den Kunden von Stuart, wiederum ihre eigenen Kunden schnell, flexibel und effizient zu beliefern. Ausgehend von Büros in Paris, London und Barcelona ist Stuart in über 100 Städten in Europa tätig. 28 Mutares SE & Co. KGaA Zusammengefasster Lage- und Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2024 In einem herausfordernden Marktumfeld und dem erwartungsgemäßen Verlust eines Großkunden noch unter dem vorherigen Eigentümer sind Umsatzerlöse und operatives Ergebnis von Stuart im Geschäftsjahr 2024 verglichen mit den Vorjahren stark rückläufig. Um diesem Effekt entgegenzuwir- ken hat ein Mutares-Team in Zusammenarbeit mit dem lokalen Management unmittelbar nach der Übernahme im vierten Quartal des Geschäftsjahres 2023 ein Transformationsprogramm eingeleitet. Dessen Fokus liegt auf der Anpassung der Kostenstrukturen an die reduzierten Umsatzerwartungen. Darüber hinaus wurden strategische Initiativen mit dem Ziel gestartet, den Kundenstamm zu diver- sifizieren, um so die Abhängigkeit von einigen wenigen Großkunden zu verringern. Im Geschäfts- jahr 2024 hat das Management den Rückzug aus verlustbringenden Märkten (Spanien, Portugal und Italien) eingeleitet und konnte erste Erfolge bei der Reduzierung der Fixkosten und bei Neuverträgen mit bestehenden und neuen Kunden erzielen. Dennoch erreichte das operative Ergebnis für das Ge- schäftsjahr 2024 nur ein signifikant negatives Niveau. Im Geschäftsjahr 2025 steht die konsequente weitere Umsetzung der Transformation im Vordergrund, die mittelfristig zum vollständigen Turnaround von Stuart führen soll. TERRANOR GROUP Terranor Group ist ein Anbieter von Betriebs- und Wartungsarbeiten zur Gewährleistung eines si- cheren Verkehrs auf und um die Straßen in Schweden, Finnland und Dänemark. Aufgrund der höheren Aktivitäten in Schweden, der positiven Entwicklung von Zusatzarbeiten in Finnland und der stark positiven Vertragsaktivität in Dänemark konnten die Erwartungen in Bezug auf die Umsatzerlöse im Geschäftsjahr 2024 übertroffen werden. Dank des strikten Fokus auf eine kontinuierliche Verbesserung der Margen im Kerngeschäft von Terranor, den Aktivitäten rund um staatliche Verträge im Bereich von Straßenbetrieb und -wartung, konnte dabei ein materiell positives operatives Ergebnis erzielt werden. Neben diversen organischen Wachstumsinitiativen wurde im Geschäftsjahr 2024 der Erwerb von Wilda Transport och Entreprenad AB und NU Entreprenad AB, welche nun als Terranor Norvia firmie- ren, als Add-on-Akquisition für die Terranor Group abgeschlossen. Die Gesellschaften sind als Anbie- ter von Baustofftransporten, Winter- und Sommerdiensten, kleinen Bauarbeiten und Verkehrssicher- heitsdienstleistungen in Schweden tätig. Die Akquisition ist ein weiterer Schritt zur Integration der vorgelagerten Wertschöpfungskette, der insbesondere auf Kostensynergien mit dem zukünftigen Subunternehmernetzwerk und eine erhöhte Verhandlungsmacht zur Realisierung von Kosteneinspa- rungen im indirekten Bereich abzielt. Ausgehend von der positiven Entwicklung im Geschäftsjahr 2024 und den strategischen wie opera- tiven Weichenstellungen geht das Management der Terranor Group davon aus, die Erfolgsgeschichte fortzusetzen und plant für das Geschäftsjahr 2025 mit einem deutlichen Anstieg der Umsatzerlöse und einer erheblichen Verbesserung des positiven operativen Ergebnisses. 29 Mutares SE & Co. KGaA Zusammengefasster Lage- und Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2024 Segment Retail & Food Nr. Beteiligung Branche Hauptsitz Phase der Wertschöp- fung22 (26) FASANA Hersteller von Papierservietten Euskirchen/DE Optimization (27) Gläserne Molkerei Hersteller von hochwertigen Bio- Dechow/DE Realignment Molkereiprodukten (28) keeeper Group Hersteller von Haushaltsproduk- Stemwede/DE Harvesting ten (29) Lapeyre Group Hersteller und Vertreiber von Aubervilliers/FR Optimization Produkten für die Hausausstat- tung (30) Natura Drogeriemarktkette Łódź/PL Realignment (31) Prénatal Einzelhändler für Baby-, Klein- Amersfoort/NL Realignment kind- und Umstandsmode, Ge- brauchtwaren und Spielzeug (32) Temakinho Restaurantkette mit japanisch- Mailand/IT Realignment brasilianischer Küche Im Geschäftsjahr 2023 hat Mutares vor dem Hintergrund des starken Wachstums der vergangenen Jahre und mit der strategischen Absicht einer Erweiterung des für Mutares relevanten Target-Uni- versums die bisher drei Segmente um ein viertes Segment erweitert. Lapeyre, keeeper Group und FASANA wurden aus dem Segment Goods & Services herausgelöst und in dem neuen eigenständigen Segment Retail & Food aufgenommen. Die Umsatzerlöse des Segments Retail & Food konnten im Geschäftsjahr 2024 mit EUR 859,1 Mio. gegenüber dem Vorjahr (EUR 840,0 Mio.) einen leichten Anstieg verzeichnen. Dies ist insbesondere den im Vorjahr erworbenen Portfoliounternehmen Prénatal und Gläserne Molkerei zu verdanken, durch deren Beitrag im Geschäftsjahr 2024 für volle zwölf Monate die rückläufigen Umsatzerlöse von Lapeyre kompensiert wurden. Das EBITDA des Segments Retail & Food wurde von den Gewinnen aus günstigem Erwerb („Bargain Purchase“) aus den genannten Akquisitionen von insgesamt EUR 23,1 Mio. (Vorjahr: EUR 46,5 Mio.) begünstigt und beläuft sich für das Geschäftsjahr 2024 auf EUR -55,7 Mio. (Vorjahr: EUR +40,7 Mio.) Im Adjusted EBITDA von EUR -51,8 Mio. (Vorjahr: EUR -8,8 Mio.) zeigen sich neben der durch rückläufige Umsatzerlöse belasteten Profitabilität von Lapeyre die negativen Ergebnisbeiträge der im Vorjahr erworbenen Portfoliounternehmen, allen vo- ran der mittlerweile aufgrund Insolvenz entkonsolidierten TeamTex. Zusammen mit dem lokalen Management hat ein Team von Mutares unmittelbar nach der Übernahme der Mehrheitsbeteiligung an TeamTex im Dezember 2023 damit begonnen, dieses Portfoliounterneh- men auf den relevanten Märkten neu zu positionieren. Parallel dazu wurden die Kostenstrukturen analysiert und Maßnahmen zu deren Reduktion implementiert sowie die Herausforderungen im Pro- duktionsprozess angegangen. Eine 2024 aktiv gewordene neue EU-Norm an Autositze führte ver- 22 Wie im Abschnitt 1.1 beschrieben; Einschätzung des Vorstands aus dem ersten Quartal des Geschäftsjah- res 2024, die für den weiteren Jahresverlauf beibehalten wird. 30 Mutares SE & Co. KGaA Zusammengefasster Lage- und Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2024 triebsseitig zu zusätzlichen Herausforderungen durch die Konkurrenz asiatischer Importe. Gleichzei- tig stellte sich die Lage von TeamTex und die Vorbereitung auf den Normwechsel signifikant schlech- ter dar als vor dem Erwerb von den Verkäufern dargestellt. Demnach konnten - trotz sichtbarer Erfolge in der Restrukturierung - die in den Monaten nach Erwerb eingeleiteten Maßnahmen nicht die negative Geschäftsentwicklung ausgleichen. Infolgedessen hat das Management von TeamTex im Juli 2024 ein Insolvenzverfahren eingeleitet. Gleichzeitig haben Mutares und das Management von TeamTex rechtliche Schritte gegen die Verkäufer von TeamTex initiiert. Das Unternehmen hat auf- grund fehlender Fortführungsperspektiven final im Oktober 2024 seine Aktivitäten eingestellt und befindet sich seitdem in Liquidierung. Insofern wurde TeamTex im Geschäftsjahr 2024 entkonsoli- diert. Für weitere Einzelheiten zur Entwicklung im Segment verweisen wir auf die folgenden Ausführungen zu den einzelnen Portfoliounternehmen. FASANA FASANA ist ein Hersteller von Private Label- und hochwertigen Marken-Servietten für den Groß- und Einzelhandelsbedarf. Die Herausforderungen in der Papier- und Zellstoffindustrie, insbesondere ein schwächelndes Kon- sumklima bzw. die Sparneigung der Endverbraucher sowie gestiegene Kosten für Zellstoff, Energie und Personal, prägten die Entwicklung von FASANA und führten zu einer erheblichen Verfehlung der Planungen und einem in der Folge materiell negativen operativen Ergebnis im Geschäftsjahr 2024. Der Ausbau bestehender und die Aufnahme neuer Kundenbeziehungen sowie umfangreiche Maßnah- men zur Effizienzsteigerung sollen im Geschäftsjahr 2025 nach den Planungen des lokalen Manage- ments in einem weiterhin als herausfordernd angenommenen Umfeld aber zum Turnaround und ei- nem dann leicht positiven operativen Ergebnis führen. Am 19. März 2025 wurde FASANA an eine Privatperson verkauft. GLÄSERNE MOLKEREI Mit zwei Produktionsstätten im Norden von Deutschland ist die Gläserne Molkerei auf die Herstel- lung von Bio-Molkereiprodukten spezialisiert. Die breite Produktpalette umfasst Bio-Milch, -Butter, - Joghurt, -Buttermilch und -Käse. Die Produkte werden dabei sowohl unter der eigenen Marke als auch unter Handelsmarken über den Lebensmitteleinzelhandel vertrieben. Das unmittelbar nach der Übernahme im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2023 eingeleitete Transformationsprogramm zielt darauf ab, einerseits die Kundenreichweite vorrangig mit Bestands- und Neuprodukten der Eigenmarke zu erhöhen und andererseits den Produktionsprozess nachhaltig zu optimieren. Im Geschäftsjahr 2024 lag der Fokus auf der Expansion der Marke mit Hilfe von Neu- produkten, ein Relaunch der Marke soll das Wachstum fördern. Der Rohstoffmarkt blieb herausfor- dernd und verschärfte sich zum Ende des Geschäftsjahres 2024. Restriktionen bei der Verfügbarkeit von Rohstoffen führten zu drastischen Preisanstiegen für Rahm und Rohmilch, was das Rohergebnis belastete. Strikte Kostenmaßnahmen im indirekten Bereich konnten dies nur in Teilen kompensieren, sodass das operative Ergebnis im Geschäftsjahr 2024 in erheblichem Maße hinter den Planungen zurückblieb. Auf Basis umfangreicher Gegenmaßnahmen insbesondere im Hinblick auf regelmäßige Preisanpas- sungen, Ausbau der Distribution und Anpassung des Produktportfolios, geht das Management der Gläsernen Molkerei davon aus, die Rohertragsmarge im Geschäftsjahr 2025 signifikant zu verbessern und damit ein ausgeglichenes operatives Ergebnis zu erzielen. 31 Mutares SE & Co. KGaA Zusammengefasster Lage- und Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2024 KEEEPER GROUP keeeper Group ist ein Hersteller von hochwertigen und nachhaltigen Haushaltsprodukten aus Kunst- stoff. Mit den vier Produktkategorien für Haushalt, Küche, Aufbewahrung und Kids bedient keeeper Kunden aus den Bereichen Baumärkte, Lebensmitteleinzelhandel, Großhandel und Möbeleinzelhan- del. Sowohl die Nachfrage der Kunden in den westeuropäischen Ländern als auch der Kunden in Osteu- ropa hat sich im Verlauf des Geschäftsjahres 2024 sehr zufriedenstellend entwickelt, bis im vierten Quartal eine plötzliche außerordentliche Kaufzurückhaltung zu beobachten war. Aus diesem Grund blieb das operative Ergebnis hinter den initialen Planungen zurück, erreichte aber weiterhin ein ma- teriell positives Niveau, begünstigt von einer stringenten Kostenkontrolle und stabilen Rohstoff- und Energiepreisen. Die lokale Geschäftsleitung von keeeper hat eine strategische Neuausrichtung ein- geleitet, die auf Internationalisierung, Digitalisierung, Emotionalisierung, Agilität und Langlebigkeit der Produkte abzielt. Damit soll das Wachstum gefördert, die operative Exzellenz gestärkt und die Reichweite der Marke gesteigert werden. Die positiven Impulse daraus sollen im Geschäftsjahr 2025 sichtbar werden und auf dieser Basis die positive Entwicklung fortgesetzt, die Profitabilität gesteigert und im Kontext eines erwarteten deutlichen Anstiegs der Umsatzerlöse ein nochmal erheblich ver- bessertes positives operatives Ergebnis erzielt werden. LAPEYRE GROUP Lapeyre Group produziert Produkte für den Außen- und Innenbereich von Häusern, wie Fenster, Türen, Küchen, Badmöbel und Treppen, an neun französischen Standorten. Das Unternehmen ver- treibt und installiert seine Produkte zusammen mit Handelsware von Drittanbietern über ein umfang- reiches Netzwerk von Geschäften in Frankreich unter der bekannten Unternehmensmarke. Das herausfordernde Marktumfeld mit einem signifikanten Nachfragerückgang im Kontext eines deutlichen Abwärtstrends bei der Anzahl an Neubau- oder Renovierungsprojekten in Frankreich kenn- zeichnete die Geschäftsentwicklung von Lapeyre auch im Geschäftsjahr 2024. Das Wettbewerbsum- feld hat sich dadurch sichtbar intensiviert, mit negativen Auswirkungen auf die Entwicklung der Um- satzerlöse. Die laufenden Programme zur Kostenreduktion konnten den Effekt daraus auf die Profi- tabilität nur teilweise mindern; es resultierte im Geschäftsjahr 2024 ein materiell negatives operati- ves Ergebnis. In Reaktion darauf hat das lokale Management einen umfassenden Aktionsplan entwi- ckelt und umgesetzt, der einerseits auf eine Senkung der Strukturkosten und andererseits auf eine Steigerung der Umsatzerlöse abzielt. Die Senkung der Strukturkosten wurde insbesondere durch die Umsetzung einer umfangreichen Reduzierung der Belegschaft mittels Sozialplans initiiert. In Bezug auf die Steigerung der Umsatzerlöse wurde insbesondere die Kommunikationsstrategie überarbeitet. Auch für das Geschäftsjahr 2025 geht das Management von Lapeyre von einem herausfordernden Marktumfeld aus. Insofern liegt der Fokus auf der konsequenten Umsetzung der Maßnahmen des Aktionsplans. Auf dieser Basis erwartet das lokale Management für das Geschäftsjahr 2025 einen deutlichen Anstieg der Umsatzerlöse und infolgedessen ein gegenüber dem Geschäftsjahr 2024 er- heblich verbessertes operatives Ergebnis auf einem dann leicht positiven Niveau. NATURA Am 31. Dezember 2024 hat Mutares die Übernahme von Natura in Polen abgeschlossen. Natura ist eine der führenden Drogerieketten in Polen und betreibt landesweit über 200 Ladengeschäfte sowie einen Online-Shop. Das umfangreiche Produktportfolio von Natura umfasst eine Vielzahl von Artikeln aus verschiedenen Kategorien wie Hygiene, Parfüm, Make-up, Gesichts- und Körperpflege sowie 32 Mutares SE & Co. KGaA Zusammengefasster Lage- und Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2024 Haarpflege, darunter sowohl bekannte internationale Marken als auch die hochwertigen Eigenmar- ken. Ein Mutares-Team hat unmittelbar nach der Übernahme und gemeinsam mit dem lokalen Manage- ment mit der Entwicklung eines umfassenden Transformationsprogramms begonnen, das sich sowohl auf kommerzielle als auch auf operative Elemente fokussiert. Die Entwicklung einer neuen Geschäfts- strategie und einer geschärften Positionierung der Geschäfte ist ein zentraler Bestandteil des Pro- gramms. Darüber hinaus wird eine weitere Ausweitung des Online-Vertriebskanals und eine Optimie- rung des Produktangebots von Natura angestrebt. Durch die Anpassung des Logistikmodells werden erhebliche Kosteneinsparungen erwartet. PRÉNATAL Prénatal ist ein niederländisches Einzelhandelsunternehmen für Textilien für werdende Mütter und Kinder, Hartwaren und Spielzeug. Das Unternehmen bietet seine Produkte über ein Netz von Ge- schäften sowie über eine E-Commerce-Plattform an. Nach der Übernahme im Dezember 2023 hat Mutares zusammen mit dem lokalen Management mit der Entwicklung eines Transformationsprogramms begonnen. Der Plan umfasst die Reduzierung der Fixkosten, die Optimierung der Lieferkette und die Senkung der Kosten in den Geschäften. Dem starken (Preis-)Wettbewerb am Markt begegnet Prénatal mit seiner starken Marke. Im Zusammen- hang mit dem Umzug des Warenlagers zeigten sich im Geschäftsjahr 2024 Einschränkungen bei der Verfügbarkeit von Waren. In der Folge erreichten die Umsatzerlöse nicht das geplante Niveau und es resultierte ein noch leicht negatives operatives Ergebnis. In diesem Zusammenhang steht auch die Entwicklung der Liquidität aufgrund der Notwendigkeit zum Aufbau von Working Capital im Fokus. Trotz einzelner Rückschläge im Geschäftsjahr 2024 sieht die lokale Geschäftsleitung Prénatal auf einem guten Weg bei der konsequenten Umsetzung des Transformationsprogramms und erwartet auf dieser Basis für das Geschäftsjahr 2025 einen deutlichen Anstieg der Umsatzerlöse und ein er- heblich verbessertes operatives Ergebnis auf einem dann materiell positiven Niveau. TEMAKINHO Die im März 2024 erworbene Temakinho betreibt eine Restaurantkette, die in ihren Filialen, welche zu einem Teil selbst und zum anderen über Franchise-Modelle betrieben werden, v.a. in Italien japa- nisch-brasilianisches Sushi, Fleischgerichte und Getränke anbietet. Der Fokus der Transformation von Temakinho liegt auf der Ausweitung der geografischen Präsenz in Italien, sowohl durch die Eröffnung neuer Franchising- und direkt geführter Restaurants als auch durch Investitionen in Marketing, mit dem Ziel, die Marke zu entwickeln und neue Kunden zu gewin- nen. Unmittelbar nach der Übernahme hat ein Mutares-Team in Zusammenarbeit mit dem lokalen Management mit der Umsetzung einer Reihe von Maßnahmen in Bezug auf Marketingaktivitäten, Werbeaktionen und Partnerschaften begonnen. Gleichzeitig waren aktuell rückläufige Besucherzah- len in den Restaurants zu beobachten und die eingeleiteten Maßnahmen zeigten nicht die erhoffte Wirkung. Daher wurden flankierend auch Maßnahmen zur Kostenoptimierung wie die Auslagerung von Marketingaktivitäten und die Schließung von Filialen initiiert. Dennoch wurde im Geschäfts- jahr 2024 ein negatives operatives Ergebnis erzielt. Am 14. März 2025 wurde Temakinho im Rahmen eines Management-Buyouts verkauft. 33 Mutares SE & Co. KGaA Zusammengefasster Lage- und Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2024 3. Lage des Konzerns einschließlich Vermögens-, Finanz- und Ertragslage Mit dem Geschäftsmodell von Mutares sind angesichts der zahlreichen M&A-Transaktionen regelmä- ßige Änderungen im Konsolidierungskreis verbunden, die den Konzernabschluss maßgeblich beein- flussen. Dies gilt erneut auch für das Geschäftsjahr 2024, in dem neben den Entwicklungen in den Portfoliounternehmen selbst insbesondere die vorstehend in den Berichten aus den Portfoliounter- nehmen (Abschnitt 2.3) dargestellten Erst- und Entkonsolidierungen einen signifikanten Einfluss auf die Posten der Konzern-Gesamtergebnisrechnung und -bilanz hatten. Das operative Ergebnis des Mutares-Konzerns entwickelt sich in Abhängigkeit vom Geschäftsverlauf in den einzelnen Beteiligungen – insbesondere auch vom jeweiligen Restrukturierungs- und Entwick- lungsfortschritt – und wird darüber hinaus maßgeblich beeinflusst vom Zeitpunkt der Akquisition neuer Beteiligungen und der daraus regelmäßig resultierenden Gewinne aus günstigem Erwerb („Bargain Purchase“). 3.1 Ertragslage des Konzerns Der Mutares-Konzern erzielte im Geschäftsjahr 2024 konsolidierte Umsatzerlöse von EUR 5.261,6 Mio. (Vorjahr: EUR 4.689,1 Mio.). Der Anstieg ist zu einem Großteil durch Änderungen im Konsolidierungskreis bedingt, während bei einem Teil der Portfoliounternehmen die organische Umsatzentwicklung gegenüber dem Vorjahr rückläufig war. Hinsichtlich der Aufteilung der Umsatz- erlöse auf die einzelnen Segmente sowie die Entwicklungen innerhalb der Segmente verweisen wir auf die vorstehenden Ausführungen in den Berichten aus den Portfoliounternehmen (Abschnitt 2.3). Nach geografischen Märkten orientiert am Sitz des Kunden gliedern sich die Umsatzerlöse wie folgt: Mio. EUR 2024 2023 Europa 4.633,3 4.348,4 1.338,6 1.278,7 Deutschland 922,1 995,3 Frankreich 290,5 228,6 Italien 281,2 214,7 Dänemark Polen 178,7 189,9 271,0 437,1 Finnland 236,1 171,2 Schweden 227,1 81,2 Vereinigtes Königreich 155,2 51,1 Niederlande 149,0 121,4 Spanien 96,2 142,1 Schweiz 61,8 76,3 Österreich 52,1 33,0 Tschechische Republik 24,2 24,9 Belgien 349,5 303,0 Andere Europa Asien 338,8 188,4 Amerika 225,0 109,6 Afrika 64,5 42,7 Umsatzerlöse 5.261,6 4.689,1 Die sonstigen Erträge von EUR 506,8 Mio. im Geschäftsjahr 2024 (Vorjahr: EUR 986,1 Mio.) sind erneut insbesondere von Konsolidierungseffekten getrieben: Aus den Akquisitionen resultierten Ge- winne aus günstigem Erwerb ("Bargain Purchases") von insgesamt EUR 268,9 Mio., die zu einem Großteil auf die Erwerbe von Matikon und Walor North America entfallen. Die Gewinne aus günstigem Erwerb des Vorjahres von EUR 727,2 Mio. resultieren insbesondere aus den Erwerben von Efacec, GoCollective, ReloBus und MobiLitas sowie den Add-on-Akquisitionen für die FerrAl United Group. 34 Mutares SE & Co. KGaA Zusammengefasster Lage- und Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2024 Die in den sonstigen Erträgen enthaltenen Entkonsolidierungsgewinne belaufen sich auf EUR 82,9 Mio. und entfallen insbesondere auf den Exit von Frigoscandia. Die Entkonsolidierungsge- winne des Vorjahres von EUR 118,6 Mio. betreffen insbesondere den Verkauf von SMP im Geschäfts- jahr 2023. Eine Übersicht über die wesentlichen Bestandteile der sonstigen Erträge ist der folgenden Tabelle entnehmen: 2024 2023 Mio. EUR Gewinne aus günstigem Erwerb ("Bargain Purchases") 268,9 727,2 Gewinne aus Entkonsolidierung 82,9 118,6 Andere aktivierte Eigenleistungen 25,7 6,4 Erträge aus Fremdwährungsumrechnung 22,1 6,0 Erträge aus sonstigen Leistungen 18,4 17,3 Erträge aus Rohstoff- und Abfallverwertung 15,0 11,2 Erträge aus dem Abgang von Anlagevermögen 10,0 7,0 5,8 4,1 Erträge aus der Risikovorsorge Versicherungsentschädigungen und Schadenersatz 3,8 2,4 Erträge aus Vermietung und Verpachtung 2,7 4,5 Übrige sonstige Erträge 51,5 81,4 506,8 986,1 Sonstige Erträge Die übrigen sonstigen Erträge enthalten im Geschäftsjahr 2024 als wesentlichen Einzelsachverhalt Erträge von EUR 9,8 Mio. aus der Kompensationszahlung des Veräußerers eines im Geschäfts- jahr 2023 erworbenen Portfoliounternehmens des Segments Automotive & Mobility, im Wesentlichen für Altersteilzeitvereinbarungen mit Mitarbeitern. Des Weiteren sind in den übrigen sonstigen Erträ- gen EUR 9,5 Mio. aus der Kompensation aus einem Dienstleistungsvertrag eines Portfoliounterneh- mens im Segment Goods & Service enthalten. Der Materialaufwand beläuft sich für das Geschäftsjahr 2024 auf EUR 3.092,3 Mio. (Vorjahr: EUR 2.799,5 Mio.). Die Materialaufwandsquote (in Bezug auf die Umsatzerlöse) beläuft sich auf 59 % (Vorjahr: 60 %). Der Rückgang ist das Ergebnis einer Vielzahl unterschiedlicher und teils ge- genläufiger Effekte, insbesondere auch im Kontext der geänderten Zusammensetzung des Konsoli- dierungskreis als Folge der Transaktionsaktivitäten von Mutares. Der Personalaufwand des Geschäftsjahres 2024 beläuft sich auf EUR 1.645,4 Mio. (Vorjahr: EUR 1.369,6 Mio.). In dem Anstieg spiegelt sich die durch die hohe Transaktionsaktivität von Mutares gestiegene Anzahl an Mitarbeitenden im Mutares-Konzern auf durchschnittlich 29.468 (Vor- jahr: 27.345) wider. Darüber hinaus wird die Höhe des Personalaufwands von einer Vielzahl weiterer, teils gegenläufiger Effekte (z.B. Tarifabschlüsse, Maßnahmen des Personalabbaus etc.) beeinflusst. Die sonstigen Aufwendungen von EUR 894,8 Mio. (Vorjahr: EUR 744,8 Mio.) im Geschäfts- jahr 2024 verteilen sich wie folgt: 35 Mutares SE & Co. KGaA Zusammengefasster Lage- und Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2024 2024 2023 Mio. EUR 186,1 169,3 Vertriebsaufwendungen 115,7 93,2 Verwaltung 97,8 82,2 Rechts- und Beratungskosten Wartung und Instandhaltung 89,1 68,9 Miete, Leasing und Lizenzgebühren 77,6 72,9 Werbe- und Reisekosten 68,5 52,6 66,2 50,3 Schadensfälle, Garantie und Gewährleistung Grundabgaben und sonstige Steuern 25,0 23,9 Aufwendungen aus der Risikovorsorge 21,4 10,9 21,6 10,9 Aufwendungen aus Fremdwährungsumrechnung 19,5 14,8 Beiträge, Gebühren, Spenden, Finanznebenkosten 18,7 18,0 Fuhrpark 12,5 13,7 Verluste aus Entkonsolidierungen Aufwendungen für persönlich haftende Gesellschafterin 12,1 12,5 Verluste aus dem Abgang von langfristigen Vermögenswerten 7,8 6,4 Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen 7,1 8,7 Aufwendungen aus der Bewertung als zur Veräußerung gehaltenener 11,1 22,6 Vermögenswerte und Schulden Übrige sonstige Aufwendungen 36,9 13,0 894,8 744,8 Sonstige betriebliche Aufwendungen Als Ergebnis der beschriebenen Entwicklungen beläuft sich das EBITDA des Mutares-Konzerns für das Geschäftsjahr 2024 auf EUR 117,1 Mio. (Vorjahr: EUR 756,9 Mio.). Die Beteiligungen im Konzern differenzieren sich in ihrer Ertragskraft nach Markt, Geschäftsmodell und Fortschritt im Restrukturierungszyklus; im Zuge der alljährlich zahlreichen Transformationspro- zesse bei neu erworbenen Portfoliounternehmen fallen zudem regelmäßig signifikante Einmalaufwen- dungen an. Zudem haben auf Grund der regelmäßig in jedem Geschäftsjahr ausgeprägten Transak- tionstätigkeit von Mutares Konsolidierungs- und Entkonsolidierungseffekte stets einen maßgeblichen Einfluss auf das Konzern-EBITDA. Vor diesem Hintergrund unterliegt das EBITDA des Mutares-Kon- zerns aufgrund des verfolgten Geschäftsmodels von Geschäftsjahr zu Geschäftsjahr großen Schwan- kungen und lässt nur sehr eingeschränkt valide Rückschlüsse auf die tatsächliche operative Leis- tungsfähigkeit des Konzerns oder einzelner Beteiligungen zu. Zur Transparenzverbesserung bedient sich Mutares der Steuerungsgröße des Adjusted EBITDA, das insbesondere um die Einflüsse aus den geschäftsmodellimmanenten häufigen Veränderungen in der Zusammensetzung des Portfolios bereinigt ist. Dieses Adjusted EBITDA des Konzerns (wie nach- folgend bei der Darstellung der finanziellen Leistungsindikatoren definiert) beläuft sich auf EUR -85,4 Mio. (Vorjahr: EUR +3,5 Mio.). Erwartungsgemäß wurde das Adjusted EBITDA durch die negativen Ergebnisbeiträge der neu erworbenen Beteiligungen belastet. Auf der anderen Seite führ- ten die implementierten Restrukturierungsprogramme zu einer Steigerung der Profitabilität des je- weiligen Portfoliounternehmens; gleichzeitig wurde bei einem Teil der Portfoliounternehmen jedoch nicht die geplante Verbesserung der Profitabilität erreicht (vgl. dazu jeweils die vorstehenden Aus- führungen unter Abschnitt 2.3). Im Saldo dieser gegenläufigen Entwicklungen konnte im Geschäfts- jahr 2024 im Gegensatz zum Vorjahr und entgegen der Prognose für das Geschäftsjahr 2024 kein positives Adjusted EBITDA erzielt werden. Die Überleitung vom EBITDA ausweislich der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung auf die Steue- rungsgröße des Adjusted EBITDA stellt sich wie folgt dar: 36 Mutares SE & Co. KGaA Zusammengefasster Lage- und Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2024 Mio. EUR 2024 2023 EBITDA 117,1 756,9 Gewinne aus günstigem Erwerb ("Bargain Purchases") -268,9 -727,2 Restrukturierungs- und sonstige Einmalaufwendungen/-erträge 136,9 78,7 Entkonsolidierungseffekte -70,4 -104,9 Adjusted EBITDA -85,4 3,5 Hinsichtlich der Gewinne aus günstigem Erwerb („Bargain Purchases“) sowie der Entkonsolidierungs- effekte verweisen wir auf die Ausführungen oben zum Geschäftsverlauf (Abschnitt 2.2) bzw. in den Berichten aus den Portfoliounternehmen (Abschnitt 2.3). In den Restrukturierungs- und sonstigen Einmalaufwendungen bzw. -erträgen des Geschäftsjah- res 2024 belaufen sich die Aufwendungen für Abfindungen und Sozialpläne im Zusammenhang mit den Restrukturierungsprogrammen in den Portfoliounternehmen auf EUR 61,6 Mio. (Vorjahr: EUR 31,5 Mio.) und entfallen zu einem Großteil auf die im Vorjahr und im Geschäftsjahr erworbenen Portfoliounternehmen - insbesondere Stuart und Efacec - sowie die Umsetzung einer umfangreichen Reduzierung der Belegschaft mittels Sozialplans bei Lapeyre. Die Aufwendungen für Carve-out-Akti- vitäten (insbesondere im Bereich IT) belaufen sich im Geschäftsjahr 2024 auf EUR 10,8 Mio. (Vor- jahr: EUR 15,9 Mio.), die Beratungsaufwendungen im Zusammenhang mit M&A, Restrukturierung und im Bereich der Rechtsberatung betragen EUR 9,8 Mio. (Vorjahr: EUR 7,8 Mio.). Ferner sind in den Restrukturierungs- und sonstigen Einmalaufwendungen bzw. -erträgen des Geschäftsjah- res 2024 sonstige Restrukturierungs- oder Einmalaufwendungen von EUR 53,8 Mio. (Vorjahr: EUR 22,0 Mio.) enthalten, die neben einer Vielzahl an Einzelsachverhalten in verschiedenen Portfo- liounternehmen im Wesentlichen auf die umfangreiche Neubewertung der übernommenen, noch lau- fenden Projekte bei Byldis entfallen. In den sonstigen Restrukturierungs- oder Einmalaufwendungen des Vorjahres waren unter anderem Effekte aus der Bilanzierung von zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten nach IFRS 5 von EUR 22,6 Mio. enthalten. Die Abschreibungen von EUR 463,8 Mio. (Vorjahr: EUR 320,0 Mio.) des Konzerns für das Ge- schäftsjahr 2024 beinhalten außerplanmäßige Abschreibungen von EUR 122,7 Mio. (Vorjahr: EUR 65,1 Mio.). Diese entfallen zu einem Großteil auf Wertminderungen von Sachanlagen als Resul- tat der Gegenüberstellung des erzielbaren Betrags mit den jeweiligen Buchwerten, überwiegend bei Beteiligungen der Segmente Retail & Food sowie Automotive & Mobility. Das Finanzergebnis von EUR -204,4 Mio. (Vorjahr: EUR -73,3 Mio.) des Konzerns für das Ge- schäftsjahr 2024 setzt sich aus Finanzerträgen von EUR 26,8 Mio. (Vorjahr: EUR 19,5 Mio.) und Fi- nanzaufwendungen von EUR 231,2 Mio. (Vorjahr: EUR 92,9 Mio.) zusammen. Deren absoluter An- stieg resultiert vor allem aus einem Anstieg in den zinstragenden Verbindlichkeiten, dieser wiederum vor allem aufgrund der beschriebenen Anleihen. Daneben beinhalten die Finanzaufwendungen es Geschäftsjahres 2024 eine Wertminderung der Anteile an Serneke. Im Zusammenhang mit dem Er- werb von Serneke ist ein Tochterunternehmen von Mutares (als Käuferin von Serneke) eine Verbind- lichkeit gegenüber der Verkäuferin über SEK 1.055 Mio. (etwa EUR 92 Mio.) eingegangen, die zu einer Erstbewertung der Anteile an Serneke in entsprechender Höhe führte. Auf Basis der oben unter Abschnitt 2.3 beschriebenen Situation wurde in der Folge eine vollständige Wertminderung auf die Anteile erfasst. Die Ertragsteuern des Konzerns im Geschäftsjahr 2024 belaufen sich insgesamt auf einen Ertrag (EUR 91,2 Mio.; Vorjahr: EUR 3,6 Mio.) und beinhalten tatsächliche Steueraufwendungen (EUR - 19,1 Mio.; Vorjahr: EUR -16,1 Mio.), die von den Erträgen aus latenten Steuern überkompensiert werden (EUR 110,4 Mio.; Vorjahr: EUR 19,7 Mio.). Aus den beschriebenen Entwicklungen ergibt sich für das Geschäftsjahr 2024 ein Konzernergebnis von EUR -459,9 Mio. (Vorjahr: EUR +367,1 Mio.). 37 Mutares SE & Co. KGaA Zusammengefasster Lage- und Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2024 Das sonstige Ergebnis des Konzerns im Geschäftsjahr 2024 von EUR 27,7 Mio. (Vorjahr: EUR -16,2 Mio.) beinhaltet insbesondere Effekte aus der Änderung des beizulegenden Zeitwerts der Anleihe von EUR 21,1 Mio. (Vorjahr: EUR -13,0 Mio.), versicherungsmathematische Gewinne von EUR 4,1 Mio. (Vorjahr: Verluste von EUR 8,4 Mio.) im Zusammenhang mit der Bewertung von Rück- stellungen für Pensionen (IAS 19) bei Portfoliounternehmen sowie Effekte aus Währungsdifferenzen von EUR 2,5 Mio. (Vorjahr: EUR 5,2 Mio.). Das Gesamtergebnis beläuft sich für das Geschäftsjahr 2024 auf EUR -432,2 Mio. (Vorjahr: EUR +350,9 Mio.). 3.2 Vermögens- und Finanzlage des Konzerns Die Bilanzsumme im Mutares-Konzern beträgt zum 31. Dezember 2024 EUR 4.370,4 Mio. (31. De- zember 2023: EUR 4.348,5 Mio.). Die Entwicklung gegenüber dem Abschlussstichtag des Vorjahres ist das Ergebnis teils gegenläufiger Effekte und steht insbesondere auch unter dem Einfluss der um- fangreichen Änderungen in der Zusammensetzung des Konsolidierungskreises. Die wesentlichen Ver- änderungen in den einzelnen Posten der Konzern-Bilanz werden im Folgenden dargestellt: Die langfristigen Vermögenswerte erhöhten sich von EUR 2.044,5 Mio. zum 31. Dezember 2023 auf EUR 2.146,0 Mio. zum 31. Dezember 2024. Ursächlich dafür sind vor allem Anstiege bei den immateriellen Vermögenswerten (EUR +81,8 Mio.), den Sachanlagen (EUR +1,7 Mio.) sowie den Nutzungsrechten (EUR +5,4 Mio.). Innerhalb der immateriellen Vermögenswerten ist insbesondere der Anstieg beim Geschäfts- oder Firmenwert auf EUR 90,7 Mio. (31. Dezember 2023: EUR 8,6 Mio.) zu erwähnen, der ganz überwiegend aus dem Erwerb von Sofinter im Geschäftsjahr 2024 resultiert. Der Rückgang der kurzfristigen Vermögenswerte auf EUR 2.224,4 Mio. zum 31. Dezember 2024 (31. Dezember 2023: EUR 2.304,0 Mio.) resultiert aus niedrigeren sonstigen finanziellen Vermögens- werten (EUR -109,5 Mio.), Zahlungsmitteln und -äquivalenten (EUR -107,9 Mio.) sowie zu Veräuße- rungszwecken gehaltene Vermögenswerten (EUR -71,8 Mio.). Der Rückgang der sonstigen finanziel- len Vermögenswerten auf EUR 115,9 Mio. zum 31. Dezember 2024 (31. Dezember 2023: EUR 225,5 Mio.) resultiert insbesondere aus dem Freiwerden finanzieller Mittel, die im Zusammen- hang mit den Erwerben von Lapeyre und Efacec standen. Gegenläufig erhöhten sich andere Bestand- teile der kurzfristigen Vermögenswerte, insbesondere die Forderungen aus Lieferungen und Leistun- gen und sonstigen Forderungen (EUR +99,7 Mio.), die kurzfristigen Vertragsvermögenswerte (EUR +70,4 Mio.) sowie die Vorräte (EUR +25,1 Mio.). Die Entwicklung ist das Ergebnis einer Vielzahl unterschiedlicher und teils gegenläufiger Effekte, insbesondere auch im Kontext der Änderungen im Konsolidierungskreis. Die Zahlungsmittel und -äquivalente betragen zum 31. Dezember 2024 EUR 412,1 Mio. (31. De- zember 2023: EUR 520,1 Mio.), davon sind EUR 9,0 Mio. verfügungsbeschränkt (31. Dezem- ber 2023: EUR 15,7 Mio.). Dem stehen kurzfristige Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und Darlehen, aus Kontokorrent- bzw. Darlehensverbindlichkeiten und aus dem Ausweis von „unechtem“ Factoring, als Teil des Bilanzpostens kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten von EUR 237,5 Mio. (31. Dezember 2023: EUR 158,1 Mio.) gegenüber. Als Saldo resultiert die Nettokassenposition, die sich zum 31. Dezember 2024 auf EUR 174,7 Mio. beläuft. (31. Dezember 2023: EUR 361,9 Mio.). Die Planung, Steuerung und Sicherung der Liquidität erfolgt durch die jeweiligen Portfoliounterneh- men. Im Fall eines Liquiditätsbedarfs werden geeignete Maßnahmen durch das jeweilige Portfolioun- ternehmen initiiert (z.B. Factoring oder Sale-and-leaseback von Anlagevermögen) und sofern not- wendig mit Mutares abgestimmt. In den zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten zum Abschlussstichtag 31. Dezem- ber 2024 von EUR 66,8 Mio. (31. Dezember 2023: EUR 138,6 Mio.) sind einzelne zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte aus verschiedenen Portfoliounternehmen, insbesondere von Lapeyre, 38 Mutares SE & Co. KGaA Zusammengefasster Lage- und Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2024 enthalten. Ferner sind hier (wie auch in den korrespondierenden Schulden im Zusammenhang mit den zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten) solche des Portfoliounternehmens Temakinho enthalten, das zu Beginn des Geschäftsjahres 2025 im Rahmen eines Management Buy-outs veräu- ßert wurde und für das diese Veräußerung zum Abschlussstichtag bereits höchstwahrscheinlich war. In den zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten zum 31. Dezember 2023 von EUR 138,6 Mio. waren die Vermögenswerte der Portfoliounternehmen Frigoscandia und Valti erfasst, die nach dem Abschlussstichtag im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2024 veräußert wurden. Das Eigenkapital beläuft sich zum 31. Dezember 2024 auf EUR 671,7 Mio. (31. Dezember 2023: EUR 1.119,6 Mio.). Der Rückgang ist insbesondere ein Resultat des negativen Gesamtergebnis von EUR -432,2 Mio. für das Geschäftsjahr (Vorjahr: EUR +350,9 Mio.). Die Dividendenausschüttung an die Anteilseigner des Mutterunternehmens, die Aktionäre der Mutares SE & Co. KGaA, belief sich auf EUR 47,4 Mio. (Vorjahr: EUR 36,1 Mio.) . Die Eigenkapitalquote reduzierte sich zum 31. Dezem- ber 2024 auf 15 % (31. Dezember 2023:26 %). Bezüglich der Angaben betreffend den Erwerb eige- ner Aktien gem. § 160 Abs. 1 Nr. 2 AktG verweisen wir auf die Angaben im Anhang des Jahresab- schlusses der Mutares SE Co. & KGaA (in Abschnitt 3.5). Der Rückgang der langfristigen Schulden auf EUR 1.070,5 Mio. (31. Dezember 2023: EUR 1.224,6 Mio.) resultiert insbesondere aus niedrigeren sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten von EUR 234,5 Mio. (31. Dezember 2023: EUR 350,8 Mio.) und passiven latenten Steuern von EUR 54,0 Mio. (31. Dezember 2023: EUR 141,0 Mio.). Während die strategische Finanzierungen im Portfolio, allen voran bei GoCollective und FerrAl United Group, zu einem Anstieg der langfristigen sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten führten, wurden die Anleihen der Gesellschaft mit einem No- minalbetrag von EUR 385,0 Mio. zum Abschlussstichtag 31. Dezember 2024 (31. Dezember 2023: EUR 150,0 Mio.) unter den kurzfristigen sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten ausgewiesen. Zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2024 wurde die Finanzkennzahl bezüglich des Verhältnisses von Schul- den zu Eigenkapital im Konzern nicht eingehalten. Diese Nichteinhaltung führte dazu, dass den An- leihegläubigern ein grundsätzliches Kündigungsrecht eingeräumt wurde. Aus diesem Grund wurden die Buchwerte der Anleihen 2023/2027 und 2024/2029 in Höhe von EUR 370,3 Mio. zum Bilanzstich- tag 31. Dezember 2024 als kurzfristige Verbindlichkeiten ausgewiesen. Die Behebung der Nichtein- haltung der Nebenbedingung erfolgte bis zum Datum der Aufstellung dieses zusammengefassten Lage- und Konzernlageberichts durch die wiederhergestellte Einhaltung der Finanzkennzahlen zum 31. März 2025. Gemäß den Bedingungen der Anleihen besteht nun kein Recht mehr, die Verbindlich- keiten aus den Anleihen vorzeitig fällig zu stellen. Neben den Anleihen von GoCollective und Efacec wurden für sonstige langfristige finanzielle Verbind- lichkeiten von rd. EUR 200 Mio. Financial Covenants vereinbart, insbesondere aus Finanzierungen durch Kreditinstitute. Die Financial Covenants beziehen sich in der Regel auf die Einhaltung von Finanzkennzahlen mit Bezug auf Verschuldung, Profitabilität und Eigenkapital. Die Höhe der Kenn- zahlen wird mit den Finanzierern basierend auf historischen Daten sowie Planwerten festgelegt, was das Risiko einer Nichteinhaltung bei planmäßiger Entwicklung reduziert. Sofern Financial Covenants zum Stichtag nicht eingehalten wurden und keine Einigung mit den Finanzierern vorliegt, werden die entsprechenden Beträge als kurzfristige sonstige finanzielle Verbindlichkeiten ausgewiesen. Mit Wertstellung zum 12. April 2024 hat GoCollective, eine Beteiligung aus dem Segment Goods & Services, eine vorrangig besicherte Anleihe mit einem Nominalvolumen von EUR 40 Mio. und einer Laufzeit bis zum 12. April 2027 begeben. Der Erlös der Emission dient der Refinanzierung bestehen- der Verbindlichkeiten sowie der Finanzierung der strategischen Neuausrichtung. Die Anleihe ist an der Börse in Frankfurt gelistet und wird vierteljährlich, erstmalig zum 12. Juli 2024, mit dem 3- Monats-EURIBOR (EURIBOR-Floor von 0,00 %) zuzüglich einer Marge von 8,50 % verzinst und kann abhängig von den Marktbedingungen während der Laufzeit auf ein Nominalvolumen von bis zu EUR 60 Mio. erhöht werden. Nach dem Abschlussstichtag konnte die Anleihe erfolgreich um ein No- minalvolumen von EUR 10 Mio. erhöht werden. Die Anleihebedingungen sehen die Einhaltung einer bestimmten Vermögensquote vor, die vierteljährlich zu testen ist. Zum 31. Dezember 2024 wurde 39 Mutares SE & Co. KGaA Zusammengefasster Lage- und Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2024 diese Finanzkennzahl eingehalten. Die Anleihe ist durch die Verpfändung von 100 % der Anteile an bestimmten verbundenen Unternehmen, durch die Abtretung von bestehenden und etwaigen zu- künftigen Darlehensforderungen gegenüber diesen verbundenen Unternehmen sowie der Verpfän- dung bestimmter Vermögensgegenstände besichert. Zur Finanzierung der weiteren Transformation der FerrAl United Group im Segment Automotive & Mobility konnte eine zusätzliche externe Finanzierung gesichert werden. Ein Darlehen über insgesamt EUR 35 Mio. mit einer Laufzeit von zwei Jahren wurde Ende Juni 2024 mit einer ersten Tranche von EUR 10 Mio. in Anspruch genommen. Die weiteren Tranchen über insgesamt EUR 25 Mio. wurden im zweiten Halbjahr 2024 ausgezahlt. Das Darlehen wird durch die Verpfändung der Anteile an der unmittelbaren Muttergesellschaft der FerrAl United Group besichert und vierteljährlich mit dem 3- Monats-EURIBOR (EURIBOR-Floor von 0,00 %) zuzüglich einer Marge von 12,00 % verzinst. Weitere wesentliche Bestandteile der langfristigen Schulden sind die langfristigen Leasingverbind- lichkeiten von EUR 409,2 Mio. (31. Dezember 2023: EUR 380,0 Mio.) sowie Rückstellungen für Pen- sionen und ähnliche Verpflichtungen von EUR 117,4 Mio. (31. Dezember 2023: EUR 130,6 Mio.) ver- schiedener Konzerneinheiten - wobei diese Verpflichtungen ausschließlich aus den Portfoliounterneh- men resultieren und nicht von der Mutares SE & Co. KGaA selbst eingegangen sind - und sonstige langfristige Rückstellungen von EUR 211,7 Mio. (31. Dezember 2023: EUR 211,6 Mio.). Die Entwick- lung ist das Ergebnis einer Vielzahl unterschiedlicher und teils gegenläufiger Effekte, insbesondere auch im Kontext der Änderungen im Konsolidierungskreis. Die kurzfristigen Schulden belaufen sich zum 31. Dezember 2024 auf EUR 2.628,2 Mio. (31. De- zember 2023: EUR 2.004,5 Mio.) und betreffen mit EUR 722,0 Mio. (31. Dezember 2023: EUR 674,6 Mio.) Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und mit EUR 881,8 Mio. (31. Dezember 2023: EUR 342,4 Mio.) sonstige finanziellen Verbindlichkeiten, wovon wiederum EUR 237,5 Mio. (31. Dezember 2023: EUR 158,1 Mio.) auf kurzfristige Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstitute und Darlehen, allen voran aus Kontokorrent- bzw. Darlehensverbindlichkeiten und aus dem Ausweis von „unechtem“ Factoring, entfallen. Im Januar 2024 hat die Gesellschaft als Emittentin die bestehende vorrangig besicherte Anleihe mit einem Nominalvolumen von EUR 150 Mio. und einer Laufzeit bis zum 31. März 2027 („Anleihe 2023/2027”) um einen Betrag von EUR 100 Mio. auf das maximale Nominalvolumen von EUR 250 Mio. erhöht. Diese Anleihe wird mit dem 3-Monats-EURIBOR (EURIBOR-Floor von 0,00 %) zuzüglich einer Marge von 8,5 % verzinst. Im September 2024 hat Mutares darüber hinaus eine neue vorrangig besicherte Anleihe mit einem Nominalvolumen von EUR 135 Mio. und mit einer Laufzeit bis Septem- ber 2029 begeben („Anleihe 2024/2029”). Der Erlös der Emission diente der allgemeinen Unterneh- mensfinanzierung. Die neue Anleihe wird mit dem 3-Monats-EURIBOR (EURIBOR-Floor von 0,00 %) zuzüglich einer Marge von 6,25 % und damit niedriger als die Anleihe 2023/2027 verzinst, und kann während der Laufzeit grundsätzlich auf ein Nominalvolumen von bis zu EUR 300 Mio. erhöht werden, wofür die Einhaltung modifizierter Covenants erforderlich ist. Beide Anleihen sind durch die Verpfän- dung von Anteilen an unterschiedlichen ausgewählten Konzerneinheiten besichert. Die Anleihebedingungen beider Anleihen beinhalten als Covenants spezifische Finanzkennzahlen im Hinblick auf ein mindestens einzuhaltendes Liquiditätslevel sowie das Verhältnis von Schulden zu Vermögen bzw. Eigenkapital. Eine Nichteinhaltung der jeweiligen Finanzkennzahlen kann grundsätz- lich zu einer Kündigung der jeweiligen Anleihe führen. Daraus resultierende Rückzahlungsverpflich- tungen bergen somit potenzielle Risiken für die Finanzlage der Gesellschaft und des Konzerns. Zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2024 wurde die Finanzkennzahl bezüglich des Verhältnisses von Schul- den zu Eigenkapital im Konzern nicht eingehalten. Diese Nichteinhaltung führte dazu, dass den An- leihegläubigern ein grundsätzliches Kündigungsrecht eingeräumt wurde. Aus diesem Grund wurden die Buchwerte der Anleihen 2023/2027 und 2024/2029 in Höhe von EUR 370,3 Mio. zum Bilanzstich- tag 31. Dezember 2024 als kurzfristige Verbindlichkeiten ausgewiesen. Die Behebung der Nichtein- haltung der Nebenbedingung erfolgte bis zum Datum der Aufstellung des Konzernabschlusses durch 40 Mutares SE & Co. KGaA Zusammengefasster Lage- und Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2024 die wiederhergestellte Einhaltung der Finanzkennzahlen zum 31. März 2025. Gemäß den Bedingun- gen der Anleihen besteht nun kein Recht mehr, die Verbindlichkeiten aus den Anleihen vorzeitig fällig zu stellen. Ein weiterer wesentlicher Bestandteil der kurzfristigen sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten betrifft eine Verbindlichkeit gegenüber der Verkäuferin von Serneke. Im Zusammenhang mit dem Erwerb von Serneke hat ein Tochterunternehmen von Mutares (als Käuferin von Serneke) eine kurzfristige Verbindlichkeit gegenüber der Verkäuferin über SEK 1.055 Mio. (etwa EUR 92 Mio.) erfasst. Das Tochterunternehmen von Mutares hat wie oben in Abschnitt 2.3 dargestellt mit Schreiben vom 2. Januar 2025 die Anfechtung des Kaufvertrages erklärt und am 7. Januar 2025 hat das Management von Serneke ein Insolvenzverfahren eingeleitet. Am 10. Februar 2025 forderte die Verkäuferin in erster Linie vom Tochterunternehmen von Mutares und in zweiter Linie von Mutares selbst die Zah- lung aus dem im Rahmen der Transaktion eingegangenen Darlehen. Mit Antwort vom 24. Februar 2025 wiesen das Tochterunternehmen von Mutares und Mutares selbst die Forderung der Verkäuferin vollständig zurück und bekräftigten die bereits im Schreiben vom 2. Januar 2025 vertretene Position der Anfechtung des Kaufvertrags. Mit Schreiben vom 7. Mai 2025 wurde Mutares über die Eröffnung des Schiedsverfahrens informiert. Mutares ist von seiner Rechtsposition überzeugt und sieht sich mit starken Argumenten ausgestattet, dass es aus dem Schiedsverfahren zu keinem wesentlichen Zah- lungsmittelabfluss für den Konzern kommen wird. Kurzfristige sonstige finanzielle Verbindlichkeiten bestehen überwiegend in Euro und werden variabel verzinst. Als Referenzzinssatz kommt insbesondere der EURIBOR mit den entsprechenden Laufzeiten zur Anwendung. Der Anstieg der kurzfristigen Vertragsverbindlichkeiten auf EUR 340,3 Mio. (31. De- zember 2023: EUR 220,4 Mio.) resultiert ganz überwiegend aus dem Erwerb von Sofinter im Ge- schäftsjahr 2024. In Höhe von rd. EUR 17 Mio. wurden für sonstige kurzfristige finanzielle Verbind- lichkeiten Financial Covenants vereinbart. In Bezug auf die Art der Financial Covenants, deren Fest- legung sowie das Risiko einer Nichteinhaltung verweisen wir auf die Ausführungen oben zu den lang- fristigen Schulden. Der Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit beläuft sich im Geschäftsjahr 2024 auf EUR -286,9 Mio. (Vorjahr: EUR -27,5 Mio.). Ausgehend vom Konzernergebnis von EUR -459,9 Mio. (Vorjahr: EUR 367,1 Mio.) werden darin enthaltene zahlungsunwirksame Aufwendungen und Erträge von insgesamt EUR -263,9 Mio. (Vorjahr: EUR 437,7 Mio.) herausgerechnet. Hierin sind v.a. konso- lidierungsbedingte (Netto-)Erträge aus den Erst- und Entkonsolidierungen von EUR 339,3 Mio. (Vor- jahr: EUR 832,1 Mio.) und gegenläufig die Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen von EUR 463,8 Mio. (Vorjahr: EUR 320,0 Mio.) sowie Finanzaufwendungen und -erträge von EUR 204,4 Mio. (Vorjahr: EUR 73,4 Mio.) enthalten. Die Veränderungen in den Bilanzposten des Working Capital (Trade Working Capital und Other Working Capital) führen in Summe zu einer Ver- minderung des Cashflows aus der laufenden Geschäftstätigkeit um EUR 68,9 Mio. (Vorjahr: Erhöhung von EUR 50,9 Mio.). Der Cashflow aus der Investitionstätigkeit im Geschäftsjahr 2024 von EUR 123,6 Mio. (Vorjahr: EUR 454,5 Mio.) resultiert im Wesentlichen aus Netto-Einzahlungen aus den Zugängen zum Konso- lidierungskreis von EUR 165,1 Mio. (Vorjahr: EUR 353,9 Mio.) sowie den Abgängen aus dem Konso- lidierungskreis von EUR 50,0 Mio. (Vorjahr: EUR 169,3 Mio.). Einzahlungen aus Abgängen von Sach- anlagen, von immateriellen Vermögenswerten sowie von zur Veräußerung gehaltenen Vermögens- werten beliefen sich auf EUR 53,0 Mio. (Vorjahr: EUR 85,1 Mio.). Gegenläufig wirkten Auszahlungen für Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte (EUR 163,0 Mio.; Vorjahr: EUR 164,5 Mio.). Diese verteilen sich auf eine Vielzahl unterschiedlicher Portfoliounternehmen, ohne dass einzelne Investitionsvorhaben aus Konzernsicht insgesamt wesentlich wären. Der Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit beläuft sich im Geschäftsjahr 2024 auf EUR 55,7 Mio. (Vorjahr: EUR -144,6 Mio.). Die Einzahlungen aus Anleihen von EUR 271,0 Mio. (Vor- jahr: EUR 69,2 Mio.) betreffen zu einem Großteil die beschriebenen Anleihetransaktionen bei der 41 Mutares SE & Co. KGaA Zusammengefasster Lage- und Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2024 Gesellschaft. Aus der Aufnahme von (Finanz-)Krediten resultieren Zahlungsmittelzuflüsse von EUR 107,8 Mio. (Vorjahr: EUR 92,1Mio.). Demgegenüber wurden im Geschäftsjahr 2024 Leasingver- bindlichkeiten von EUR 120,6 Mio. (Vorjahr: EUR 106,5 Mio.) und (Finanz-)Kredite von EUR 73,2 Mio. (Vorjahr: EUR 114,0 Mio.) getilgt. Die gezahlten Zinsen belaufen sich auf EUR 92,0 Mio. (Vorjahr: EUR 58,1 Mio.), wobei der Anstieg vor allem aus einem Anstieg in den zinstragenden Verbindlichkei- ten resultiert. Die Dividende an die Anteilseigner der Muttergesellschaft, die Aktionäre der Mutares SE & Co. KGaA, belief sich im Geschäftsjahr 2024 auf EUR 47,4 Mio. (Vorjahr: EUR 36,1 Mio.). Zum Abschlussstichtag belaufen sich die ungenutzten Kreditzusagen auf einen niedrigen zweistelli- gen Millionenbetrag und entfallen auf nicht in Anspruch genommene Kontokorrent- sowie revolvie- rende Kreditlinien. Ferner bestehen in geringem Umfang Factoring-Linien, für die zum gleichen Zeit- punkt verkaufbare Forderungen aus Lieferungen und Leistungen zur Verfügung stehen. Der Vorstand geht davon aus, dass die Gesellschaft sowie alle wesentlichen einzelnen Konzernunter- nehmen auch in Zukunft in der Lage sein werden, ihren jeweiligen Zahlungsverpflichtungen jederzeit fristgerecht nachkommen zu können. 42 Mutares SE & Co. KGaA Zusammengefasster Lage- und Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2024 4. Lage der Gesellschaft einschließlich Vermögens-, Finanz- und Ertragslage Die Mutares SE & Co. KGaA ist Muttergesellschaft des Mutares-Konzerns. Die Geschäftsentwicklung der Gesellschaft ist grundsätzlich von den Entwicklungen in den einzelnen Portfoliounternehmen ab- hängig. Deren Chancen und Risiken haben somit grundsätzlich auch Auswirkung auf die Chancen und Risiken der Mutares SE & Co. KGaA. Die folgenden Ausführungen zur Ertrags- bzw. Vermögens- und Finanzlage beziehen sich auf den Jahresabschluss der Gesellschaft, der nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuchs und des Akti- engesetzes aufgestellt wurde. 4.1 Ertragslage der Gesellschaft Die Umsatzerlöse resultieren aus dem konzerninternen Beratungsgeschäft, d.h. Beratungsleistun- gen an verbundene Unternehmen und Management Fees. Der Anstieg auf EUR 109,8 Mio. im Ge- schäftsjahr 2024 (Vorjahr: EUR 103,6 Mio.) ist eine Folge des einhergehend mit der hohen Akquisi- tionsaktivität der Vergangenheit vergrößerten Portfolios, dem ein Aufbau der operativen Beratungs- kapazitäten folgte. Die sonstigen betrieblichen Erträge belaufen sich im Geschäftsjahr 2024 auf EUR 26,4 Mio. (Vor- jahr: EUR 4,8 Mio.) und beinhalten Erträge aus der Zuschreibung von Forderungen gegen unmittel- bare Tochterunternehmen von EUR 22,1 Mio. Diese Zuschreibungen resultieren aus der verbesserten Vermögenslage bei den Tochterunternehmen. Darüber hinaus resultieren EUR 4,0 Mio. der sonstigen betrieblichen Erträge (Vorjahr: EUR 0,4 Mio.) aus verbundenen Unternehmen, davon EUR 1,3 Mio. aus der Vereinnahmung von Darlehensforderungen, die zu einem geringeren Betrag als dem Nenn- wert erworben wurden. Im Vorjahr beinhalteten die sonstigen betrieblichen Erträge vor allem die Zuschreibung auf Anteile an einem unmittelbaren Tochterunternehmen von EUR 4,1 Mio. Die Aufwendungen für bezogene Leistungen im Geschäftsjahr 2024 von EUR 36,3 Mio. (Vorjahr: EUR 33,7 Mio.) beinhalten insbesondere die Aufwendungen aus den Mutares-Landesgesellschaften im Zusammenhang mit Restrukturierungsleistungen für mittelbare Tochterunternehmen (EUR 35,6 Mio.; Vorjahr: EUR 31,5Mio.). Der Anstieg resultiert vor allem aus dem Aufbau der ope- rativen Beratungskapazitäten. Der Personalaufwand beläuft sich im Geschäftsjahr 2024 auf EUR 24,8 Mio. gegenüber EUR 23,4 Mio. im Vorjahr. Der Anstieg resultiert einerseits aus dem Aufbau von Mitarbeitern bei der Gesellschaft auf 93 im Jahresdurchschnitt (Vorjahr: 88) und andererseits aus Gehaltsanpassungen. In den sonstigen betrieblichen Aufwendungen von EUR 77,4 Mio. im Geschäftsjahr 2024 (Vor- jahr: EUR 96,8 Mio.) sind Weiterbelastungen der Mutares Management SE im Rahmen von deren Geschäftsführung für die Mutares SE & Co. KGaA sowie der Mutares-Landesgesellschaften von ins- gesamt EUR 28,1 Mio. (Vorjahr: EUR 39,1 Mio.) enthalten. Die Abschreibungen auf Vermögensge- genstände des Umlaufvermögens von EUR 25,8 Mio. (Vorjahr: EUR 38,9Mio.) stehen im Zusammen- hang mit im Geschäftsjahr 2024 vollzogenen Verkäufen von Tochterunternehmen sowie sonstigen Wertberichtigungen im Kontext von angezeigtem Wertminderungsbedarf. Weitere wesentliche Be- standteile der sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind Rechts- und Beratungskosten von EUR 10,6 Mio. (Vorjahr: EUR 9,2 Mio.) und Reisekosten von EUR 5,3 Mio. (Vorjahr: EUR 4,2 Mio.). Die Erträge aus Beteiligungen und Gewinne aus der Veräußerung von Beteiligungen belau- fen sich für das Geschäftsjahr 2024 auf EUR 120,9 Mio. (Vorjahr: EUR 149,5 Mio.). Hierin enthalten sind einerseits Erträge aus der (phasengleichen) Vereinnahmung von Gewinnen aus Tochterunter- nehmen, allen voran aus dem Verkauf der Frigoscandia durch eine unmittelbare Tochtergesellschaft. 43 Mutares SE & Co. KGaA Zusammengefasster Lage- und Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2024 Weitere Bestandteile der Erträge aus Beteiligungen und Gewinne aus der Veräußerung von Beteili- gungen stehen im Zusammenhang mit dem Listing der Steyr Motors AG nebst Einbringung von in Aktien verbrieften Anteilen an der Steyr Motors AG in eine zu 100 % gehaltene Tochtergesellschaft zum Börsenkurs am Stichtag der Einbringung von EUR 14,00 je Aktie im Dezember 2024. Im Zinsergebnis sind Zinserträge (inkl. Erträge aus Ausleihungen) von EUR 41,4 Mio. (Vorjahr: EUR 30,6 Mio.) enthalten, die ganz überwiegend aus der Ausgabe von Darlehen zur Finanzierung von Tochterunternehmen, auch im Rahmen von Übernahmen, resultieren. Dem gegenüber stehen Zins- aufwendungen von EUR 39,7 Mio. (Vorjahr: EUR 23,7 Mio.), im Wesentlichen für die laufenden Zin- sen für die Anleihen (vgl. die Ausführungen zu den Verbindlichkeiten unter Abschnitt 4.2). Der An- stieg der Zinserträge und Zinsaufwendungen ist vor allem auf die gestiegenen Volumina zurückzu- führen. Die Abschreibungen auf Finanzanlagen belaufen sich im Geschäftsjahr 2024 auf EUR 8,8 Mio. (Vorjahr: EUR 4,7 Mio.) und wurden für voraussichtlich dauerhafte Wertminderungen vorgenommen. Die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag belaufen sich auf einen Steueraufwand von EUR 4,4 Mio. (Vorjahr: EUR 3,6 Mio.), der zum einen Teil auf tatsächliche Steuern (EUR 3,1 Mio.; Vorjahr: EUR 1,2 Mio.) und zum anderen Teil auf latente Steuern (EUR 1,3 Mio.; Vorjahr: EUR 2,5 Mio.) entfällt. Im Ergebnis ergibt sich für die Gesellschaft ein Jahresüberschuss nach HGB von EUR 108,3 Mio. im Geschäftsjahr 2024 gegenüber EUR 102,5 Mio. im Vorjahr. 4.2 Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft Das Anlagevermögen von EUR 342,4 Mio. zum 31. Dezember 2024 (31. Dezember 2023: EUR 150,9 Mio.) enthält ganz überwiegend Finanzanlagen von EUR 342,0 Mio. (31. Dezember 2023: EUR 150,5 Mio.), die sich wiederum auf Anteile an verbundenen Unternehmen (EUR 317,4 Mio.; 31. Dezember 2023: EUR 132,8 Mio.), Ausleihungen an verbundene Unternehmen (EUR 17,6 Mio.; 31. Dezember 2023: EUR 17,6 Mio.) und Wertpapiere des Anlagevermögens (EUR 7,0 Mio.; 31. De- zember 2023: EUR 0,0 Mio.) verteilen. Der Anstieg bei den Anteilen an verbundenen Unternehmen resultiert insbesondere aus Kapitalmaßnahmen bei direkten Tochterunternehmen zur finanziellen Stärkung des Portfolios sowie aus der Einbringung von in Aktien verbrieften Anteilen an der Steyr Motors AG in eine 100 %-ige Tochtergesellschaft zum Börsenkurs am Einbringungsstichtag. Im Umlaufvermögen von EUR 514,3 Mio. zum 31. Dezember 2024 (31. Dezember 2023: EUR 402,1 Mio.) sind mit EUR 447,1 Mio. Forderungen gegen verbundene Unternehmen (31. Dezem- ber 2023: EUR 328,6 Mio.) enthalten, die mit EUR 253,8 Mio. zum Großteil auf Darlehensforderun- gen gegen Tochterunternehmen (31. Dezember 2023: EUR 202,2 Mio.) entfallen. Darüber hinaus enthalten die Forderungen gegen verbundene Unternehmen Forderungen aus Lieferungen und Leis- tungen von EUR 107,8 Mio. (31. Dezember 2023: EUR 63,6 Mio.), Zinsforderungen von EUR 55,2 Mio. (31. Dezember 2023: EUR 30,8 Mio.) und Forderungen aus Gewinnausschüttungen von EUR 30,4 Mio. (31. Dezember 2023 EUR 32,0 Mio.). Die sonstigen Vermögensgegenstände be- laufen sich auf EUR 8,4 Mio. (31. Dezember 2023: EUR 17,1 Mio.) und enthalten insbesondere die Guthaben im Zusammenhang mit dem Erwerb von Anteilen an einem mittelbaren Tochterunterneh- men, der Balcke-Dürr Energy Solutions S.p.A., Genua, durch ein unmittelbares Tochterunternehmen im Geschäftsjahr 2022 von EUR 7,5 Mio. (31. Dezember 2023: EUR 13,5 Mio.). Die Guthaben bei Kreditinstituten belaufen sich zum 31. Dezember 2024 auf EUR 58,8 Mio. (31. Dezember 2023: EUR 56,4 Mio.). Die aktiven latenten Steuern im Zusammenhang mit der zukünftigen Nutzung von steuerlichen Verlustvorträgen belaufen sich auf EUR 7,0 Mio. (31. Dezember 2023: EUR 8,3 Mio.). 44 Mutares SE & Co. KGaA Zusammengefasster Lage- und Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2024 Das Eigenkapital der Gesellschaft beläuft sich unter Berücksichtigung des Jahresüberschusses für das Geschäftsjahr 2024 von EUR 108,3 Mio. (Vorjahr: EUR 102,5 Mio.) sowie nach Ausschüttung ei- ner Dividende von insgesamt EUR 47,4 Mio. (Vorjahr: EUR 36,1 Mio.) zum 31. Dezember 2024 auf EUR 406,3 Mio. (31. Dezember 2023: EUR 343,6 Mio.). Die Rückstellungen belaufen sich zum 31. Dezember 2024 auf EUR 39,0 Mio. (31. Dezember 2023: EUR 24,6 Mio.). Die Rückstellungen für ausstehende Rechnungen, allen voran für Leistungen von verbundenen Unternehmen, erhöhten sich auf EUR 14,1 Mio. (31. Dezember 2023: EUR 1,4 Mio.). Darüber hinaus sind in den sonstigen Rückstellungen (wie im Vorjahr) mit EUR 12,0 Mio. erhaltene Zahlungen im Zusammenhang mit dem Erwerb der Anteile an der Balcke-Dürr Energy Solutions S.p.A., Genua, durch ein mittelbares Tochterunternehmen enthalten. Der durch die Mutares SE & Co. KGaA vereinnahmte Beitrag dient zur Deckung der ungewissen Verpflichtungen aus Garantie- übernahmen und wird insofern als sonstige Rückstellung bilanziert. Die Rückstellungen für Personal- kosten, insbesondere die Boni für Mitarbeiter, belaufen sich zum 31. Dezember 2024 auf EUR 7,3 Mio. (31. Dezember 2023: EUR 7,5 Mio.), die Steuerrückstellungen auf EUR 4,1 Mio. (31. Dezember 2023: EUR 2,7 Mio.). Der Anstieg der Verbindlichkeiten auf EUR 416,8 Mio. zum 31. Dezember 2024 (31. Dezember 2023: EUR 193,7 Mio.) resultiert ganz überwiegend aus der Erhöhung der bestehenden Anleihe 2023/2027 sowie der Begebung einer neuen Anleihe 2024/2029 um insgesamt EUR 235,0 Mio. auf EUR 385,0 Mio. (31. Dezember 2023: EUR 150,0 Mio.). Die Anleihebedingungen beider Anleihen be- inhalten als Covenants spezifische Finanzkennzahlen im Hinblick auf ein mindestens einzuhaltendes Liquiditätslevel sowie das Verhältnis von Schulden zu Vermögen bzw. Eigenkapital. Eine Nichteinhal- tung der jeweiligen Finanzkennzahlen kann grundsätzlich zu einer Kündigung der jeweiligen Anleihe führen. Daraus resultierende Rückzahlungsverpflichtungen bergen somit potenzielle Risiken für die Finanzlage der Gesellschaft und des Konzerns. Zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2024 wurde die Finanzkennzahl bezüglich des Verhältnisses von Schulden zu Eigenkapital im Konzern nicht einge- halten. Diese Nichteinhaltung führte dazu, dass den Anleihegläubigern ein grundsätzliches Kündi- gungsrecht eingeräumt wurde. Die Behebung der Nichteinhaltung der Nebenbedingung erfolgte bis zum Datum der Aufstellung dieses zusammengefassten Lage- und Konzernlageberichts durch die wiederhergestellte Einhaltung der Finanzkennzahlen zum 31. März 2025. Gemäß den Bedingungen der Anleihen besteht nun kein Recht mehr, die Verbindlichkeiten aus den Anleihen vorzeitig fällig zu stellen. Zur Umsetzung der Wachstumsstrategie war es notwendig, in das Portfolio zu investieren, insbeson- dere im Segment Automotive & Mobility. Mutares hat in den vergangenen Jahren konsequent eine Wachstumsstrategie verfolgt und mit der FerrAl United Group und der Amaneos Group zwei relevante Portfoliogruppen im Zuliefermarkt für die Automobilindustrie geschaffen, womit umfangreiche Inves- titionen einhergingen. Mutares sieht das Wachstum dieser beiden Portfoliogruppen zwischenzeitlich im Wesentlichen als abgeschlossen an und erwartet entsprechend künftig weniger Investitionen in das Portfolio und damit einhergehend einen geringeren Finanzierungsbedarf des Portfolios seitens Mutares. Auch für die weiteren Segmente plant Mutares nach dem starken Wachstum der vergange- nen Jahre mit einem durchschnittlich geringeren Investitionsbedarf im Rahmen der Übernahmen. Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen erhöhten sich auf EUR 27,4 Mio. (31. Dezember 2023: EUR 27,0 Mio.). Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen von EUR 2,5 Mio. (31. Dezember 2023: EUR 2,5 Mio.) sowie die sonstigen Verbindlichkeiten von EUR 0,9 Mio. (31. Dezember 2023: EUR 0,8 Mio.) blieben jeweils auf dem Niveau des Vorjahresstich- tags. 45 Mutares SE & Co. KGaA Zusammengefasster Lage- und Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2024 5. Leistungsindikatoren und Einschätzung des Vorstands zum Geschäftsverlauf 5.1 Finanzielle Leistungsindikatoren Die bedeutsamsten finanziellen Leistungsindikatoren des Mutares-Konzerns sind: • Umsatzerlöse • Operatives Ergebnis (EBITDA = Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) • Adjusted EBITDA (bereinigtes EBITDA, siehe unten) Gewinne aus günstigem Erwerb ("Bargain Purchase") werden unmittelbar im Jahr der Transaktion ertragswirksam vereinnahmt. Restrukturierungs- und sonstige Einmalaufwendungen können dage- gen auch in Folgeperioden anfallen. Aufgrund der damit verbundenen regelmäßig signifikanten nicht operativ bedingten Volatilität des Konzern-EBITDAs hat der Vorstand aus Transparenzgründen ein zusätzliches Performancemaß in Form eines um Einmaleffekte bereinigten EBITDAs eingeführt – in der internen Steuerung und Berichterstattung als „Adjusted EBITDA“ bezeichnet. Basis für die Be- rechnung bildet das berichtete Konzern-EBITDA (Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen), bereinigt um Gewinne aus günstigem Erwerb ("Bargain Purchase"), Restrukturierungs- und sonstige Einmalaufwendungen bzw. -erträge sowie Entkonsolidierungseffekte. Damit werden die operativen Entwicklungen transparenter dargestellt und es wird eine bessere Beurteilung der operativen Er- tragskraft ermöglicht. Die Gesellschaft verfolgt im Rahmen ihrer Geschäftsstrategie dezidiert eine attraktive und langfristige Dividendenpolitik, so dass der Vorstand als weiteren bedeutsamen finanziellen Leistungsindikator für die Mutares SE & Co. KGaA deren nach HGB ermittelten Jahresüberschuss sieht, anhand dessen die Dividendenfähigkeit sichergestellt werden soll. Der Jahresüberschuss der Mutares SE & Co. KGaA speist sich im Wesentlichen aus drei verschiedenen Quellen, nämlich aus den Umsatzerlösen aus dem konzerninternen Beratungsgeschäft, aus Dividenden von Portfoliounternehmen sowie Exit-Erlö- sen aus dem Verkauf von Beteiligungen. Zur Entwicklung der einzelnen finanziellen Leistungsindikatoren verweisen wir auf die vorstehenden Kommentierungen zur Ertragslage des Konzerns (Abschnitt 3.1) bzw. der Gesellschaft (Ab- schnitt 4.1) sowie die Berichte aus den Portfoliounternehmen (Abschnitt 2.3). Hinsichtlich der im zusammengefassten Lagebericht des Vorjahres für das Geschäftsjahr 2024 ge- machten Prognosen stellt sich die tatsächliche Entwicklung wie folgt dar: • Der Vorstand erwartete für das Geschäftsjahr 2024 für den Mutares-Konzern einen Anstieg der Umsatzerlöse auf EUR 5,7 Mrd. bis EUR 6,3 Mrd. Mit tatsächlichen Umsatzerlösen im Geschäftsjahr 2024 von EUR 5,3 Mrd. (Vorjahr: EUR 4,7 Mrd.) wurde dieses Ziel ungeachtet eines Anstiegs von 12 % im Vergleich zum Vorjahr aufgrund der teilweise später als ursprüng- lich erwartet erfolgten Abschlüsse von Akquisitionen sowie der bei einem Teil der Portfolioun- ternehmen nicht den Planungen entsprechenden organischen Umsatzentwicklung nicht er- reicht. Hinsichtlich der wesentlichen Einflussfaktoren verweisen wir auf die vorstehenden Aus- führungen im Abschnitt 2.3. • Begünstigt von im Zusammenhang mit den Akquisitionen entstandenen Gewinnen aus güns- tigem Erwerb ("Bargain Purchase") von insgesamt EUR 268,9 Mio. (Vorjahr: EUR 727,2 Mio.) und Entkonsolidierungseffekten von EUR 70,4 Mio. (Vorjahr: EUR 104,9 Mio.) beläuft sich das (berichtete) EBITDA des Konzerns für das Geschäftsjahr 2024 auf EUR 117,1 Mio. (Vorjahr: EUR 756,9 Mio.) und erreicht damit gemäß der Prognose aus dem Vorjahr ein mindestens leicht positives Niveau. Hinsichtlich der wesentlichen Einflussfaktoren verweisen wir auf die vorstehenden Ausführungen in den Abschnitten 2.3 sowie 3.1. 46 Mutares SE & Co. KGaA Zusammengefasster Lage- und Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2024 • Beim Adjusted EBITDA erwartete der Vorstand im Saldo gegenläufiger Effekte eine außeror- dentliche Verbesserung gegenüber dem Geschäftsjahr 2023. Erwartungsgemäß wurde das Adjusted EBITDA durch die negativen Ergebnisbeiträge der neu erworbenen Beteiligungen belastet. Auf der anderen Seite führten die implementierten Restrukturierungsprogramme zu einer Steigerung der Profitabilität des jeweiligen Portfoliounternehmens. Gleichzeitig wurde bei einem Teil der Portfoliounternehmen jedoch nicht die geplante Verbesserung der Profita- bilität erreicht. Insgesamt belief sich das Adjusted EBITDA des Konzerns im Geschäfts- jahr 2024 auf EUR -85,4 Mio. (Vorjahr: EUR +3,5 Mio.) und konnte damit entgegen der Prog- nose aus dem Vorjahr nicht außerordentlich gesteigert werden. Hinsichtlich der wesentlichen Einflussfaktoren verweisen wir auf die vorstehenden Kommentierungen im Abschnitt 2.3 so- wie 3.1. • Der nach den handelsrechtlichen Vorschriften des HGB ermittelte Jahresüberschuss der Mutares SE & Co. KGaA sollte in einer Spanne von 1,8 % bis 2,2 % der konsolidierten Um- satzerlöse des Mutares-Konzerns liegen. Ausgehend von erwarteten Umsatzerlösen für den Mutares-Konzern von im Mittel EUR 6,0 Mrd. erwartete der Vorstand daher für das Geschäfts- jahr 2024 einen Jahresüberschuss von EUR 108 Mio. bis EUR 132 Mio. Für das Geschäfts- jahr 2024 ergibt sich bei Umsatzerlösen von EUR 5,3 Mrd. im Mutares-Konzern und einem handelsrechtlichen Jahresüberschuss von EUR 108,3 Mio. für die Mutares SE & Co. KGaA ein Prozentwert von 2,1 % (Vorjahr: 2,2 %), der damit erneut am oberen Ende des Zielkorridors bezogen auf die tatsächlich erzielten Umsatzerlöse des Mutares-Konzerns liegt; auch bezo- gen auf die ursprünglich höhere Prognose für die Umsatzerlöse des Mutares-Konzerns liegt der erzielte Jahresüberschuss noch im Zielkorridor. Dabei speiste sich der Jahresüberschuss der Mutares SE & Co. KGaA auch im Geschäftsjahr 2024 aus drei verschiedenen Quellen, nämlich aus den Umsatzerlösen aus dem konzerninternen Beratungsgeschäft, aus Dividen- den von Portfoliounternehmen sowie Exit-Erlösen aus dem Verkauf von Beteiligungen. Letz- tere enthalten auch die Effekte aus dem Börsengang der Steyr Motors AG nebst Einbringung von in Aktien verbrieften Anteilen an der Steyr Motors AG in eine zu 100 % gehaltene Toch- tergesellschaft zum Börsenkurs am Stichtag der Einbringung im Dezember 2024. Die Steuerung des Mutares-Konzerns erfolgt aktuell schwerpunktmäßig auf Basis finanzieller Leis- tungsindikatoren. Der nichtfinanzielle Konzernbericht nach § 315b Abs. 3 HGB wird in einem geson- derten Nachhaltigkeitsbericht abgegeben. 5.2 Einschätzung des Vorstands zum Geschäftsverlauf Maßstab für den Erfolg der Mutares SE & Co. KGaA und des Mutares-Konzerns sind im Wesentlichen der Restrukturierungs- und Entwicklungsfortschritt der Beteiligungen sowie abgeschlossene M&A- Transaktionen, die nach einem erfolgreichen Turnaround und einer situationsabhängig folgenden Weiterentwicklung der Beteiligungen zu einer Wertsteigerung im Konzern beitragen. Bezogen auf die Transaktionsaktivitäten im Geschäftsjahr 2024 ist der Vorstand aufgrund der Vielzahl von Akquisitionen einerseits zufrieden. Jedoch ist aufgrund der zunehmenden Größe und Komplexität der Akquisitionen, die mit dem Konzernwachstum einhergeht, generell ein Anstieg in den Risiken aus dem Akquisitionsprozess zu beobachten, nicht zuletzt im Zusammenhang mit den Akquisitionen von TeamTex und Serneke. Mit den Exits des Geschäftsjahres 2024, die teilweise sig- nifikante Liquiditätszuflüsse generierten, teilweise aber auch zur Bereinigung des Portfolios dienten, konnte ein Liquiditätszufluss für die Mutares-Holding von ca. EUR 70 Mio. und Erträge auf Ebene des Jahresabschlusses von EUR 112,8 Mio.23 generiert werden. 23 Darin enthalten sind auch die Effekte aus dem Listing der Steyr Motors AG nebst Ein-bringung von in Aktien verbrieften Anteilen an der Steyr Motors AG in eine zu 100 % gehaltene Tochtergesellschaft zum Börsenkurs am Stichtag der Einbringung von EUR 14,00 je Aktie im Dezember 2024. 47 Mutares SE & Co. KGaA Zusammengefasster Lage- und Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2024 In einem teilweise weiterhin herausfordernden Umfeld, allen voran im Segment Automotive & Mobi- lity, haben die verschiedenen Portfoliounternehmen von Mutares im Verlauf des Geschäftsjahrs je- weils umfassende operative Verbesserungs- bzw. Transformations- oder Restrukturierungspro- gramme implementiert. Bei Portfoliounternehmen, welche bereits mindestens zwölf Monate Teil des Mutares-Portfolios sind und bei denen damit eine valide Bewertung der Restrukturierungs- und Ent- wicklungsfortschritte möglich ist, bewertet der Vorstand insbesondere den Restrukturierungs- und Entwicklungsfortschritt bei SFC Solutions (Teil von Amaneos), Guascor Energy, NEM Energy Group, Steyr Motors, Palmia, Terranor Group und keeeper Group als positiv bzw. sehr positiv. Zudem sieht der Vorstand teils deutliche Fortschritte bei der Realisierung von Verbesserungspotenzialen bei Ge- mini Rail und Conexus. Aus Sicht des Vorstands bestehen dagegen vor allem bei HILO Group, Peugeot Motocycles, Byldis, La Rochette, Fasana und Lapeyre signifikante Herausforderungen. Nach der Viel- zahl an Add-on Akquisitionen für die FerrAl United Group stehen kurzfristig insbesondere bei Cimos, Selzer und PrimoTECS notwendige Optimierungsmaßnahmen und in der Folge die weitere Integration der FerrAl United Group im Fokus. Die Umsatzerlöse der Mutares SE & Co. KGaA konnten in Folge des einhergehend mit der hohen Akquisitionsaktivität der Vergangenheit vergrößerten Portfolios, dem ein plangemäßer Aufbau der operativen Beratungskapazitäten folgte, erfreulicherweise auf EUR 109,8 Mio. im Geschäftsjahr 2024 (Vorjahr: EUR 103,6 Mio.) gesteigert werden. Begünstigt insbesondere auch von den Exits des Ge- schäftsjahres 2024 wie oben beschrieben ergibt sich für die Gesellschaft ein in der Bandbreite der Prognose liegender Jahresüberschuss von EUR 108,3 Mio. gegenüber EUR 102,5 Mio. im Vorjahr. Der Vorstand ist vor dem Hintergrund des herausfordernden Umfelds mit dem Verlauf des Ge- schäftsjahres insgesamt zufrieden. Dies gilt sowohl in Bezug auf das Mutterunternehmen Mutares SE & Co. KGaA und deren Entwicklung im Geschäftsjahr 2024 als auch in Bezug auf den Mutares- Konzern. Den ambitionierten Wachstumskurs sieht der Vorstand durch die getätigten Akquisitionen sowie die eingeleiteten Transformationsprogramme im Portfolio auf einem erfolgreichen Weg. 48 Mutares SE & Co. KGaA Zusammengefasster Lage- und Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2024 6. Weitere Angaben 6.1 Nachtragsbericht Bezüglich wesentlicher Ereignisse nach dem Bilanzstichtag verweisen wir auf die Ausführungen im Anhang des Konzernabschlusses (Kapitel G., Textziffer 50.) bzw. im Anhang des Jahresabschlusses (Abschnitt 5.10) der Mutares SE & Co. KGaA. 6.2 Übernahmerelevante Angaben Die folgenden Ausführungen enthalten die Angaben gem. §§ 289a, § 315a HGB, unter anderem zu Grundkapital, Stimmrechten und Übertragung von Aktien. Zusammensetzung des Kapitals /Gattung der Aktien Das gezeichnete Kapital der Mutares SE & Co. KGaA ist voll eingezahlt und besteht zum 31. Dezem- ber 2024 aus 21.348.256 (31. Dezember 2023: 21.058.756) auf den Namen lautende Stückaktien mit einem rechnerischen Anteil am Grundkapital von jeweils EUR 1,00. Die Erhöhung im Geschäfts- jahr 2024 resultierte aus der Ausübung von Aktienoptionen im Zusammenhang mit anteilsbasierter Vergütung mittels Erfüllung aus dem bedingten Kapital 2019/II. Die Aktien der Gesellschaft lauten auf den Namen. Es besteht nur eine Aktiengattung; mit allen Aktien sind die gleichen Rechte und Pflichten verbunden, welche sich aus den gesetzlichen Regelungen ergeben. Beschränkungen, die Stimmrechte oder Übertragung von Aktien betreffen Jede Aktie gewährt in der Hauptversammlung eine Stimme und ist maßgebend für den Anteil der Aktionäre am Gewinn der Gesellschaft. Hiervon ausgenommen sind von der Gesellschaft gehaltene eigene Anteile, aus denen der Gesellschaft keine Rechte zustehen. In den Fällen des § 136 AktG ist das Stimmrecht aus den betroffenen Aktien kraft Gesetzes ausgeschlossen. Der Vorstandsvorsitzende Robin Laik kann auf Basis einer vertraglichen Vereinbarung über Stimm- rechte von insgesamt 5.380.884 Aktien verfügen; das Stimmrecht für diese Aktien wird einheitlich durch Robin Laik ausgeübt. Direkte oder indirekte Beteiligungen am Stammkapital, die 10 % der Stimmrechte über- schreiten Nach aktuellen Informationen hält Robin Laik, München, direkt mehr als 10 % der Stimmrechte. Die Mitglieder der Familie von Robin Laik, alle ansässig in Deutschland, halten direkt zusammen mehr als 10 % der Stimmrechte. Vorschriften (gesetzliche/Satzung) zu Ernennung und Abberufung des Vorstands und Än- derungen der Satzung Die Gesellschaft wird durch die persönlich haftende Gesellschafterin, die Mutares Management SE und damit durch deren Vorstand vertreten. Gem. § 8 der Satzung der Mutares Management SE kann der Vorstand der Mutares Management SE aus einer oder mehreren Personen bestehen. Der Auf- sichtsrat der Mutares Management SE bestimmt die konkrete Zahl der Mitglieder des Vorstandes. Für deren Bestellung sowie Abberufung ist die einfache Mehrheit der abgegebenen Stimmen der Mitglieder dieses Aufsichtsrats erforderlich; im Falle der Stimmgleichheit entscheidet die Stimme des Vorsitzenden gem. § 13 Abs. 7 der Satzung der Mutares Management SE. Die Vorstandmitglieder der Mutares Management SE können höchstens für einen Zeitraum von sechs Jahren bestellt werden, Wiederbestellungen sind zulässig. Der Gesellschafterausschluss der Mutares SE & Co. KGaA kann gem. § 7 der Satzung einzelne, mehrere oder sämtliche Mitglieder des Vorstandes der persönlich 49 Mutares SE & Co. KGaA Zusammengefasster Lage- und Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2024 haftenden Gesellschafterin generell oder für den Einzelfall von dem Verbot der Mehrfachvertretung gem. § 181 Alt. 2 BGB befreien; § 112 AktG bleibt unberührt. Satzungsänderungen erfolgen gem. § 179 AktG durch Beschluss der Hauptversammlung. Damit ist grundsätzlich für die Satzungsänderung die Zustimmung von mindestens drei Viertel des bei der Beschlussfassung vertretenen Grundkapitals notwendig. Der Aufsichtsrat ist gem. § 10 Abs. 4 der Satzung dazu ermächtigt, Änderungen der Satzung, die lediglich die Fassung betreffen, vorzuneh- men. Des Weiteren ist der Aufsichtsrat ermächtigt, § 4 Abs. 5 der Satzung entsprechend der jewei- ligen Ausgabe von Bezugsaktien anzupassen sowie alle sonstigen damit im Zusammenhang stehen- den Änderungen der Satzungen vorzunehmen, die nur die Fassung betreffen. Entsprechendes gilt für den Fall der Nichtausnutzung der Ermächtigung zur Ausgabe von Bezugsrechten. Befugnisse des Vorstands, Aktien auszugeben oder zurückzukaufen Bedingtes Kapital Die ordentliche Hauptversammlung der Gesellschaft vom 23. Mai 2019 hat zur Gewährung von Aktien bei der Ausübung von Wandlungs- oder Optionsrechten bzw. bei der Erfüllung von Wandlungs- oder Optionspflichten an die Inhaber bzw. Gläubiger von Wandelschuldverschreibungen, Optionsschuld- verschreibungen, Genussrechten und/oder Gewinnschuldverschreibungen bzw. Kombinationen die- ser Instrumente, die aufgrund des Ermächtigungsbeschlusses der Hauptversammlung vom 23. Mai 2019 ausgegeben worden sind, ein Bedingtes Kapital 2019/I von TEUR 3.000 geschaffen. Nach Wirksamwerden der teilweisen Aufhebung des Bedingten Kapitals 2016/I wurde das Grundka- pital der Mutares SE & Co. KGaA durch Beschluss der ordentlichen Hauptversammlung vom 23. Mai 2019 um bis zu TEUR 802 durch Ausgabe von bis zu 802.176 auf den Namen lautenden Stückaktien bedingt erhöht („Bedingtes Kapital 2019/II“). Das Bedingte Kapital 2019/II dient der Gewährung von Bezugsrechten an Mitglieder des Vorstands und Arbeitnehmer der Gesellschaft, Mitglieder der Ge- schäftsführung und Arbeitnehmer von mit der Gesellschaft verbundenen Unternehmen. Nach Wirksamwerden der teilweisen Aufhebung des Bedingten Kapitals 2016/I wurde das Grundka- pital der Gesellschaft um bis zu TEUR 387 durch Ausgabe von bis zu 387.000 auf den Namen lauten- den Stückaktien bedingt erhöht („Bedingtes Kapital 2021/I“). Das Bedingte Kapital 2021/I dient aus- schließlich der Ausgabe von Aktien der Gesellschaft zur Bedienung von Bezugsrechten auf Aktien der Gesellschaft, die an Mitglieder des Vorstands der Gesellschaft und Arbeitnehmer der Gesellschaft sowie an Mitglieder der Geschäftsführungen und Arbeitnehmer von mit der Gesellschaft verbundenen Unternehmen im Sinne der §§ 15 ff. AktG in Form von Aktienoptionen nach Maßgabe des vorstehen- den Ermächtigungsbeschlusses gemäß lit. b) gewährt wurden. Im Zeitraum vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 sind insgesamt 154.525 neue auf den Namen lautende Stückaktien aus dem Bedingten Kapital 2016/I ausgegeben worden. Durch die Aus- gabe der neuen auf den Namen lautenden Stückaktien hat sich das Bedingte Kapital 2016/I von TEUR 361 auf TEUR 206 vermindert. Das verbleibende Bedingte Kapital 2016/I wurde im Geschäfts- jahr 2024 aufgehoben. Ferner sind im Zeitraum vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 insge- samt 267.500 neue auf den Namen lautende Stückaktien aus dem Bedingten Kapital 2019/II ausge- geben worden. Durch die Ausgabe der neuen auf den Namen lautenden Stückaktien hat sich das Bedingte Kapital 2019/II von TEUR 802 um TEUR 267 zum 31. Dezember 2023 auf TEUR 535 ver- ringert. Im Zeitraum vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2024 sind insgesamt 289.500 neue auf den Namen lautende Stückaktien aus dem Bedingten Kapital 2019/II ausgegeben worden. Durch die Ausgabe der neuen auf den Namen lautenden Stückaktien hat sich das Bedingte Kapital 2019/II von TEUR 535 um TEUR 289 auf TEUR 246 verringert. 50 Mutares SE & Co. KGaA Zusammengefasster Lage- und Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2024 Die ordentliche Hauptversammlung hat mit Beschluss vom 4. Juni 2024 beschlossen, das Bedingte Kapital 2019/I aufzuheben. Außerdem hat die ordentliche Hauptversammlung mit Beschluss vom 4. Juni 2024 beschlossen, das Grundkapital der Gesellschaft um bis zu EUR 2,1 Mio. durch Ausgabe von bis zu 2.105.875 neuen, auf den Namen lautenden Stückakteien bedingt zu erhöhen („Bedingtes Kapital 2024/I“). Das Bedingte Kapital 2024/I dient der Gewährung von auf den Namen lautenden Stückaktien bei der Ausübung von Wandlungs- oder Optionsrechten, bei der Erfüllung von Wand- lungs- oder Optionspflichten bzw. bei Ausübung eines Wahlrechts der Gesellschaft, ganz oder teil- weise anstelle der Zahlung des fälligen Geldbetrages Aktien der Gesellschaft zu gewähren, an die Inhaber bzw. Gläubiger von Wandelschuldverschreibungen, Optionsschuldverschreibungen, Genuss- rechten und/oder Gewinnschuldverschreibungen (bzw. Kombinationen dieser Instrumente), die auf- grund des Ermächtigungsbeschlusses der Hauptversammlung vom 4. Juni 2024 ausgegeben worden sind. Genehmigtes Kapital Mit Beschluss vom 23. Mai 2019 hat die ordentliche Hauptversammlung der Gesellschaft beschlossen, das Genehmigte Kapital 2015/I aufzuheben und stattdessen den Vorstand ermächtigt, das Grundka- pital der Gesellschaft in der Zeit bis zum 22. Mai 2024 mit Zustimmung des Aufsichtsrats um insge- samt bis zu EUR 7,7 Mio. durch Ausgabe von bis zu 7.748.146 neuen, auf den Namen lautenden Stückaktien gegen Bar- und/oder Sacheinlagen zu erhöhen („Genehmigtes Kapital 2019/I“). Der Vorstand der persönlich haftenden Gesellschafterin der Gesellschaft, der Mutares Management SE, hat am 28. September 2021 mit Zustimmung des Aufsichtsrats beschlossen, das Grundkapital der Gesellschaft von zuvor EUR 15,5 Mio. auf EUR 20,6 Mio. durch Ausgabe von 5,1 Mio. neuen, auf den Namen lautenden Stammaktien ohne Nennbetrag zu erhöhen. Die Kapitalerhöhung mit Bezugsrecht der Kommanditaktionäre der Gesellschaft wurde gegen Bareinlage unter teilweiser Ausnutzung des bestehenden Genehmigten Kapitals 2019/I durchgeführt. Dieses betrug nach der teilweisen Ausnut- zung noch TEUR 2.608. Mit Beschluss vom 10. Juli 2023 hat die ordentliche Hauptversammlung der Gesellschaft beschlossen, das Genehmigte Kapital 2019/I aufzuheben und damit das genehmigte Kapital 2019/I auf EUR 0 herabzusetzen. Stattdessen wurde der Vorstand ermächtigt, das Grundka- pital in der Zeit bis zum 9. Juli 2028 mit Zustimmung des Aufsichtsrats einmalig oder mehrmals um insgesamt bis zu EUR 8.254.692,00 durch Ausgabe von bis zu 8.254.692 neuen, auf den Namen lautenden Stückaktien gegen Bar- und/oder Sacheinlage zu erhöhen („Genehmigtes Kapital 2023/I”). Mit Beschluss vom 4. Juni 2024 hat die ordentliche Hauptversammlung der Gesellschaft beschlossen, das Genehmigte Kapital 2023/I aufzuheben und damit das genehmigte Kapital 2023/I auf EUR 0 herabzusetzen. An dessen Stelle wurde die persönlich haftende Gesellschafterin ermächtigt, das Grundkapital in der Zeit bis zum 3. Juni 2029 mit Zustimmung des Aufsichtsrats einmalig oder mehr- mals um insgesamt bis zu EUR 8,4 Mio. durch Ausgabe von bis zu 8.423.502 neuen, auf den Namen lautenden Stückaktien gegen Bar- und/oder Sacheinlage zu erhöhen („Genehmigtes Kapital 2024/I”). Eigene Anteile Die persönlich haftende Gesellschafterin wurde durch Beschluss der ordentlichen Hauptversammlung vom 4. Juni 2024 ermächtigt, bis zum Ablauf des 3. Juni 2029 unter Wahrung des Gleichbehand- lungsgrundsatzes (gem. § 53a AktG) eigene Aktien der Gesellschaft bis zu insgesamt 10 % des zum Zeitpunkt der Beschlussfassung oder – falls dieser Wert geringer ist – des zum Zeitpunkt der Aus- übung der Ermächtigung bestehenden Grundkapitals der Gesellschaft zu erwerben. Die aufgrund dieser Ermächtigung erworbenen Aktien dürfen zusammen mit anderen eigenen Aktien der Gesell- schaft, welche die Gesellschaft erworben hat und noch besitzt oder ihr nach den §§ 71a ff. AktG zuzurechnen sind, zu keinem Zeitpunkt 10% des jeweiligen Grundkapitals der Gesellschaft überstei- gen. Die Ermächtigung kann einmal oder mehrmals, ganz oder in Teilbeträgen, in Verfolgung eines oder mehrerer Zwecke durch die Gesellschaft, aber auch durch abhängige oder im Mehrheitsbesitz der Gesellschaf stehende Unternehmen oder von Dritten für Rechnung der Gesellschaft oder von ihr abhängiger oder im Mehrheitsbesitz der Gesellschaf stehenden Unternehmen ausgeübt werden. 51 Mutares SE & Co. KGaA Zusammengefasster Lage- und Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2024 Im Zusammenhang mit dem Erwerb eigener Aktien hat die ordentliche Hauptversammlung vom 4. Juni 2024 die persönlich haftende Gesellschafterin ermächtigt, bis zum 3. Juni 2029, mit Zustimmung des Aufsichtsrats eigene Aktien auch unter Einsatz von Eigenkapitalderivaten zu erwerben („Deri- vate“). Dazu zählen (1) die Veräußerung von Optionen an Dritte, die die Gesellschaft zum Erwerb von Aktien der Gesellschaft bei Ausübung der Option verpflichten („Put-Optionen“), (2) Erwerb von Optionen, die der Gesellschaft das Recht vermitteln, Aktien der Gesellschaft bei Ausübung der Option zu erwerben („Call-Option“), (3) Terminkäufe, bei denen die Gesellschaft eigene Aktien zu einem bestimmten, in der Zukunft liegenden Zeitpunkt erwirbt, und (4) Einsatz einer Kombination aus Put- Optionen, Call-Optionen und Terminkäufen. Derivatgeschäfte dürfen nur über die Börse oder mit einem oder mehreren Kreditinstituten oder anderen die Voraussetzungen des § 186 Abs. 5 Satz 1 AktG erfüllenden Unternehmen abgeschlossen werden. In jedem Fall dürften unter Einsatz von De- rivaten maximal eigene Aktien bis insgesamt 5% des zum Zeitpunkt der Beschlussfassung bestehen- den Grundkapitals oder – falls dieser Wert geringer ist – des zum Zeitpunkt der Ausübung der Er- mächtigung bestehenden Grundkapitals der Gesellschaft erworben werden. Die Laufzeit der Derivate darf 18 Monate nicht überschreiten und dass der Aktienerwerb in Ausübung oder Erfüllung der Deri- vate spätestens am 3. Juni 2029 erfolgt. Den Aktionären steht – in entsprechender Anwendung von § 278 Abs. 3 AktG in Verbindung mit § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG – ein Recht, derartige Derivatgeschäfte mit der Gesellschaft abzuschließen, nicht zu. Zum 31. Dezember 2024 werden keine eigenen Aktien gehalten. Die näheren Einzelheiten der bestehenden Ermächtigungen ergeben sich jeweils aus den genannten Hauptversammlungsbeschlüssen. Angaben zum genehmigten und bedingten Kapital und zum Erwerb eigener Aktien finden sich auch im Anhang des Jahresabschlusses (Abschnitt 3.5) sowie im Anhang des Konzernabschlusses (Tz. 31, 32.1 und 33). Vereinbarungen, die unter Bedingung eines Kontrollwechsels infolge eines Übernahmean- gebots stehen Im Januar 2024 hat die Gesellschaft als Emittentin die bestehende vorrangig besicherte Anleihe mit einem Nominalvolumen von EUR 150 Mio. und einer Laufzeit bis zum 31. März 2027 („Anleihe 2023/2027”) um einen Betrag von EUR 100 Mio. auf das maximale Nominalvolumen von EUR 250 Mio. erhöht. Im September 2024 hat Mutares darüber hinaus eine vorrangig besicherte Anleihe mit einem Nominalvolumen von EUR 135 Mio. und mit einer Laufzeit bis zum 19. September 2029 bege- ben („Anleihe 2024/2029”); diese Anleihe kann während der Laufzeit auf ein Nominalvolumen von bis zu EUR 300 Mio. erhöht werden. Der im Rahmen der beiden Anleihen abgeschlossene Verträge gewähren jeweils dem anderen Ver- tragspartner ein Kündigungsrecht, unter anderem in dem Fall, dass die Notierung der Aktien an der Frankfurter Börse eingestellt wird, dass 50 % der Anteile von einer natürlichen oder juristischen Person oder Personengruppe gehalten werden (mit Ausnahme von Robin Laik), oder dass die Veräu- ßerung aller oder aller wesentlichen Vermögenswerte erfolgt, unabhängig davon, ob es sich um ein- zelne oder um eine Reihe verbundener Transaktionen handelt. 6.3 Corporate Governance und nichtfinanzielle Erklärung Der Vorstand der persönlich haftenden Gesellschafterin der Mutares SE & Co. KGaA, der Mutares Management SE, sowie der Gesellschafterausschuss und der Aufsichtsrat der Mutares SE & Co. KGaA bekennen sich zu den Prinzipien einer auf langfristige und nachhaltige Wertschöpfung ausgerichteten Unternehmensführung. Dazu geben sie nach §§ 289f und 315d HGB gemeinsam eine zusammenge- fasste „Erklärung zur Unternehmensführung“ ab. Die aktuelle Erklärung ist im vollständigen Wortlaut auf der Website des Unternehmens unter https://ir.mutares.de/corporate-governance/ abrufbar. Als Bestandteil der Erklärung zur Unternehmensführung haben der Vorstand der persönlich haftenden 52 Mutares SE & Co. KGaA Zusammengefasster Lage- und Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2024 Gesellschafterin der Mutares SE & Co. KGaA, der Mutares Management SE, sowie der Gesellschaf- terausschuss und der Aufsichtsrat der Mutares SE & Co. KGaA im Dezember 2024 die nach § 161 des Aktiengesetzes vorgeschriebene Erklärung abgegeben und auf der Website des Unternehmens unter https://ir.mutares.de/corporate-governance/ öffentlich zugänglich gemacht. Der Verpflichtung zur Abgabe einer nichtfinanziellen Konzernerklärung nach §§ 315b und 315c HGB werden der Vorstand der persönlich haftenden Gesellschafterin der Mutares SE & Co. KGaA, der Mutares Management SE, und der Aufsichtsrat der Mutares SE & Co. KGaA mit der fristgemäßen Veröffentlichung eines gesonderten nichtfinanziellen Konzernberichts auf der Website der Gesell- schaft unter https://ir.mutares.de/corporate-governance/ nachkommen. 53 Mutares SE & Co. KGaA Zusammengefasster Lage- und Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2024 7. Risiko- und Chancenbericht 7.1 Risikomanagement und internes Kontrollsystem Die Geschäftsaktivitäten von Mutares sind wie jede unternehmerische Betätigung mit Chancen und Risiken verbunden. Mutares definiert „Risiko“ als mögliche künftige Entwicklungen oder Ereignisse, die bei einem Eintritt zu einer für den Konzern negativen Prognose- bzw. Zielabweichung führen können. Umgekehrt können „Chancen“ bei deren Materialisierung zu einer positiven Prognose- bzw. Zielabweichung führen. Risikomanagementsystem Die Mutares SE & Co. KGaA ist gesetzlich verpflichtet (vgl. § 278 Abs. 3 AktG i.V.m. § 91 Abs. 3 AktG), ein angemessenes und wirksames Risikomanagementsystem einschließlich eines Risikofrüh- erkennungssystems gemäß § 91 Abs. 2 AktG zu betreiben und zu unterhalten. Das Risikomanagement als Gesamtheit aller organisatorischen Regelungen und Maßnahmen zur früh- zeitigen Risikoerkennung und zum adäquaten Umgang mit den Risiken der unternehmerischen Be- tätigung, hat im Konzern einen hohen Stellenwert und nimmt im Mutares-Geschäftsmodell eine zen- trale Rolle ein. Der Vorstand hat daher ein systematisches, mehrstufiges Risikomanagementsystem installiert und organisatorisch verankert. Das primäre Ziel der Risikostrategie von Mutares ist es, existenzielle Risiken zu erkennen und von der Gesellschaft zuverlässig abzuwenden – bei gleichzeitiger Begrenzung der Risikokosten auf ein notwendiges Niveau. Des Weiteren sollen Risiken, bei deren Materialisierung eine Verfehlung der veröffentlichten Prognosen droht und es dadurch zu einer Verfehlung der Erwartungen des Kapital- markts kommt, vermieden bzw. rechtzeitig mitigiert werden. Schließlich hat das Compliance Ma- nagement System von Mutares („CMS") die Identifizierung und Mitigierung existenzieller regulatori- scher Risiken (insb. für Risiken in Zusammenhang mit Korruption und Bestechung, Kartell- und Wett- bewerbsrecht, Kapitalmarktrecht sowie dem Geldwäscherecht, im Folgenden „Compliance-Risiken“) zum Ziel. Anhand des Risikomanagementprozesses24 werden tatsächliche und potenzielle Risiken identifiziert, bewertet und berichtet: Die Identifizierung von Risiken erfolgt durch eine Kombination aus bottom-up- und top-down-Ana- lysen. Die so ermittelten Risiken werden anhand der zwei maßgeblichen Dimensionen, nämlich ihrer monetären Auswirkung (Schadensausmaß) auf die Ertrags- und/oder Finanz- und/oder Vermögens- lage der Gesellschaft bzw. des Konzerns und ihrer erwarteten Eintrittswahrscheinlichkeit in Bezug auf einen grundsätzlich einjährigen Betrachtungshorizont, bewertet. Der Fokus der Betrachtung liegt jeweils auf dem wahrscheinlichsten Risikoszenario. Bei der Risikobewertung wird zwischen Brutto- und Nettobewertung unterschieden: Bereits ergriffene Maßnahmen können das Bruttorisiko sowohl in Bezug auf die monetären Auswirkungen als auch in Bezug auf den möglichen Eintritt des Risikos mindern. Das Nettorisiko stellt dann die Schadenshöhe und Eintrittswahrscheinlichkeit unter Berück- sichtigung der bis zum Berichtsstichtag bereits eingeleiteten, den möglichen Schaden bzw. die er- wartete Eintrittswahrscheinlichkeit mindernder Maßnahmen dar. 24 Die Identifikation von Chancen und das unternehmerische Wahrnehmen der identifizierten Chancen stellt den Kern des Mutares-Geschäftsmodells dar und werden daher durch originär unternehmerische Funktionen wahr- genommen. Der Fokus des Mutares-Risikomanagementsystems liegt daher auf dem Management der Risiken im engeren Sinne. 54 Mutares SE & Co. KGaA Zusammengefasster Lage- und Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2024 Die Risikoklassen, als Ergebnis dieser Bewertung, lassen sich in einer Risikomatrix darstellen: ≥15,0 hoch 4 ≥10,0 bis <15,0 mittel 3 ≥5,0 bis <10,0 gering Risikokategorien 2 Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage ≥1,0 bis <5,0 hoch sehr gering mittel 1 gering Eintrittswahrscheinlichkeit in % → < 25 ≥25 bis <50 ≥50 bis <75 ≥75 gering möglich hoch sehr hoch 1 2 3 4 Insbesondere Risiken der mittleren oder hohen Risikoklasse werden aktiv gemanagt, um die vom Unternehmen angestrebte Risikominderung zu erreichen. Mutares hat für die Meldungen von tatsächlichen und potenziellen Risiken einen standardisierten Prozess der Berichterstattung installiert: Demnach werden quartalsweise Meldungen von den ope- rativen Portfoliounternehmen an die Gesellschaft abgegeben und zusammen mit der Risikoanalyse der Gesellschaft gewürdigt. Im Fall von besonders bedeutenden (insbesondere bestandsgefährden- den) neuen Risiken oder wesentlichen Änderungen in bestehenden Risikopositionen erfolgt darüber hinaus ein sofortiges Reporting (Ad-hoc-Risikoprozess). Die turnusmäßige Berichterstattung an Vor- stand und Aufsichtsrat sowie dessen Prüfungsausschuss erfolgt ebenfalls quartalsweise und darüber hinaus an den Vorstand sowie bei aus Konzernsicht signifikanter Relevanz auch an den Aufsichtsrat bzw. dessen Prüfungsausschuss anlassbezogen. Die Risikotragfähigkeit stellt das maximale Risikoausmaß dar, das ohne Gefährdung des Fortbe- stands durch die Gesellschaft getragen werden kann und bildet grundsätzlich die Obergrenze für eine kumulierte Risikoposition. Deren Ermittlung erfolgt sowohl auf Basis der Liquidität als auch in Bezug auf das Eigenkapital der Gesellschaft. Beiden Größen wird die Summe der bewerteten Risiken als aggregierte Risikoposition gegenübergestellt. Um die Risikotragfähigkeit und damit auch die Gesam- trisikolage von Mutares zu analysieren und geeignete Gegenmaßnahmen einleiten zu können, werden alle erfassten und bewerteten Risiken zu Risikoportfolios aggregiert. Hierzu wird eine anerkannte quantitativ Methode angewendet. Der Konsolidierungskreis des Risikomanagements entspricht dabei dem Konsolidierungskreis des Konzernabschlusses. In diesem Zusammenhang werden die ermittel- ten Risikogesamtpositionen in Bezug auf die Risikotragfähigkeit von Mutares für den Betrachtungs- zeitraum anhand einer geeigneten Kennzahl, dem Gesamt-Netto-Schadenerwartungswert, betrach- tet und regelmäßig bezüglich der Abdeckung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage durch den Vorstand überwacht. Aus den quartalsweisen durchgeführten diesbezüglichen Analysen zur Risiko- tragfähigkeit ergab sich jedoch für den Vorstand im Geschäftsjahr 2024 regelmäßig kein Handlungs- bedarf. Das Risikomanagement wird ferner von den folgenden Aktivitäten flankiert: Alle kritischen Vertrags- bestandteile, Geschäftsentwicklungen und Haftungsrisiken werden einer angemessenen Prüfung 55 Mutares SE & Co. KGaA Zusammengefasster Lage- und Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2024 durch den Vorstand bzw. von ihm beauftragte interne und/oder Experten unterzogen und regelmäßig in den Reviews der Portfoliounternehmen sowie in den Vorstandssitzungen nachgehalten sowie bei aus Konzernsicht signifikanter Relevanz an den Aufsichtsrat berichtet. Ein standardisiertes Finanz- Reporting sämtlicher Portfoliounternehmen auf Wochen- bzw. Monatsbasis gibt dem Vorstand ein umfassendes Bild über die Entwicklungen im gesamten Portfolio. Darüber hinaus arbeitet Mutares in den Portfoliounternehmen eng mit den dortigen operativen Teams – bestehend aus Mutares-Beratern vor Ort und/oder den lokalen Geschäftsführungsmitgliedern - zusammen, die die Einhaltung der Vor- gaben vor Ort in den jeweiligen Portfoliounternehmen überprüfen und gemeinsam mit Mutares kon- krete Schritte zu deren Umsetzung erarbeiten. Der Vorstand kontrolliert in regelmäßigen Reviews den Geschäftsverlauf der Portfoliounternehmen und ist auf Basis des implementierten Berichtswe- sens über die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sämtlicher Beteiligungen informiert. Mutares hält ausreichend freie personelle und finanzielle Kapazitäten vor, um bei Bedarf flexibel und angemessen reagieren zu können. Compliance-Risiken werden im Rahmen der durch das CMS vorgesehenen Compliance-Risikoanaly- sen zusätzlich qualitativ analysiert und adressiert. Ein standardisiertes und regelmäßiges Reporting über die Compliance-Risiken aller Portfoliounternehmen, ergänzt ggf. durch ein anlassbezogenes Re- porting, gibt dem Vorstand sowie dem Aufsichtsrat bzw. dessen Prüfungsausschuss auch diesbezüg- lich ein umfassendes Bild über die Entwicklungen im gesamten Portfolio. Im Sinne einer kontinuierlichen Verbesserung werden regelmäßig Anpassungen am Risikomana- gementsystem und am CMS evaluiert bzw. vorgenommen. Internes Kontrollsystem25 Das interne Kontrollsystem („IKS“) als Gesamtheit aller systematisch definierten Kontrollen und Überwachungsaktivitäten hat das Ziel, die Sicherheit und Effizienz der Geschäftsabwicklung, die Zu- verlässigkeit der Finanzberichterstattung und die Übereinstimmung aller Aktivitäten mit relevanten Gesetzen und internen Richtlinien zu gewährleisten. Das IKS umfasst daher neben der Absicherung der Risiken der Finanzberichterstattung auch eine allgemeine Grundsicherung zum Beispiel von Nach- haltigkeitsrisiken und solchen im Bereich Compliance. Der Umfang und die Ausgestaltung des IKS liegen gemäß § 91 Abs. 3 AktG im Ermessen und in der Verantwortung des Vorstands. Das IKS unterstützt die organisatorische Umsetzung der Entscheidun- gen des Vorstands. Dazu zählen das Erreichen der Geschäftsziele, die Ordnungsmäßigkeit und Ver- lässlichkeit der Rechnungslegung (vgl. hierzu die Ausführungen im folgenden Absatz zum Internen Kontroll- und Risikomanagementsystem in Bezug auf den Rechnungslegungsprozess) sowie die Ein- haltung der maßgeblichen rechtlichen Vorschriften und Regelungen. Dabei werden auch Nachhaltig- keitsaspekte und Aspekte aus dem Bereich Compliance berücksichtigt, die auf Basis der regulatori- schen Vorgaben fortlaufend weiterentwickelt werden. Die Bestandteile der IKS-Organisation sind im Mutares-Konzern dezentral in den Portfoliounterneh- men verankert und umfassen neben systemtechnische Kontrollen auch manuelle Stichprobenprüfun- gen, systemtechnische und manuelle Abstimmungsprozesse sowie die Trennung zwischen ausfüh- renden und kontrollierenden Funktionen (sog. „Funktionstrennung“). Internes Kontroll- und Risikomanagementsystem in Bezug auf den Rechnungslegungs- prozess Das interne Kontroll- und Risikomanagementsystem in Bezug auf den Rechnungslegungsprozess soll eine zeitnahe, einheitliche und korrekte buchhalterische Erfassung aller geschäftlichen Vorgänge und 25 Bei den Angaben in diesem Abschnitt handelt es sich um sog. lageberichtsfremde Angaben, die über die ge- setzlichen Anforderungen an den (zusammengefassten) Lagebericht hinausgehen und somit von der inhaltli- chen Prüfung durch den Abschlussprüfer ausgenommen sind. 56 Mutares SE & Co. KGaA Zusammengefasster Lage- und Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2024 Transaktionen gewährleisten. Ziel des internen Kontrollsystems zur Konsolidierung der in den Kon- zernabschluss einbezogenen Tochterunternehmen ist es sicherzustellen, dass gesetzliche Normen, Rechnungslegungsvorschriften und interne Anweisungen zur Rechnungslegung eingehalten werden. Änderungen daran werden fortlaufend bezüglich der Relevanz und Auswirkungen auf den Konzern- abschluss analysiert und entsprechend berücksichtigt. Der Finanzbereich der Gesellschaft unterstützt dabei aktiv alle Geschäftsbereiche und Konzerngesellschaften, sowohl bei der Erarbeitung von ein- heitlichen Richtlinien und Arbeitsanweisungen für rechnungslegungsrelevante Prozesse als auch bei der Überwachung operativer und strategischer Ziele. Neben definierten Kontrollen sind systemtech- nische und manuelle Abstimmungsprozesse, die Trennung zwischen ausführenden und kontrollieren- den Funktionen sowie die Einhaltung von Richtlinien und Arbeitsanweisungen wesentlicher Bestand- teil des internen Kontrollsystems in Bezug auf den Rechnungslegungsprozess. Die Konzerngesellschaften bzw. deren Geschäftsführungen sind für die Einhaltung der gültigen Richt- linien und rechnungslegungsbezogenen Prozesse sowie den ordnungsgemäßen und zeitgerechten Ablauf der Abschlusserstellung verantwortlich. Im Rechnungslegungsprozess werden die Konzernge- sellschaften durch zentrale Ansprechpartner der Konzernmuttergesellschaft unterstützt und – auch unterjährig – regelmäßig begleitet. Interne Revision Aufgabenstellung, Zweck, Befugnisse und Verantwortung der Internen Revision sind in einer vom Vorstand beschlossenen Geschäftsordnung (sog. „Audit Charta“) kodifiziert. In dieser ist auch fest- gelegt, dass die interne Revision unabhängig von den zu prüfenden Einheiten agiert, was auch durch die organisatorische Unabhängigkeit mit einer Berichterstattung unmittelbar an Vorstand sowie Prü- fungsausschuss bzw. Aufsichtsrat gewährleistet wird. Auf Basis einer risikoorientierten Bewertung von relevanten Informationen des Konzerns (sog. „Audit Universe“), ergänzt um die qualitative Ein- schätzung, wurde der jährliche Prüfungsplan für das Geschäftsjahr 2024 vom Vorstand festgelegt und vollständig durch interne Revisionsprüfungen erfüllt. Als Ergebnis der für das Geschäftsjahr 2024 abgeschlossenen Prüfungen wurden mit dem lokalen Management in den Portfoliounternehmen mit- igierende Maßnahmen zur Adressierung der Prüfungsfeststellungen vereinbart, deren Implementie- rung durch den Vorstand und die interne Revision im Geschäftsjahr 2025 nachgehalten wird. Zusätz- lich zu den Regelprüfungen nach Prüfplan wird die interne Revision auch anlassbezogen für die Klä- rung und Mitigierung von auftretenden Risiken mit hohem Handlungsbedarf eingesetzt. Aussage zur Angemessenheit und Wirksamkeit von Risikomanagement- und Internem Kontrollsystem26 Im Berichtsjahr hat der Vorstand punktuelle Schwächen im rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystem identifiziert, die eine Verbesserung des internen Kontrollsystems erforderlich machen, um zu gewährleisten, dass adaptierte Kontrollen ein weiteres Wachstum des Konzerns angemessen unterstützen. Neben den identifizierten Schwächen sind dem Vorstand keine relevanten Anhalts- punkte bekannt, die der Angemessenheit und Wirksamkeit des Risikomanagementsystems oder in- ternen Kontrollsystems in seiner Gesamtheit wesentlich entgegenstehen. Unabhängig davon unter- liegt jedes System inhärenten Beschränkungen, welche naturgemäß keine vollständige Sicherheit darüber geben, dass sämtliche relevante Risiken über entsprechende Kontrollmechanismen aufge- deckt sowie vollumfänglich und effektiv adressiert werden. Dies gilt insbesondere vor dem Hintergrund der geschäftsmodellimmanenten häufigen Veränderun- gen in der Zusammensetzung des Portfolios und dem speziellen Investitionsfokus von Mutares auf Targets in wirtschaftlich herausfordernder Lage oder Umbruchsituation (z.B. anstehende Restruktu- rierung). 26 Bei den Angaben in diesem Abschnitt handelt es sich um sog. lageberichtsfremde Angaben, die über die ge- setzlichen Anforderungen an den (zusammengefassten) Lagebericht hinausgehen und somit von der inhaltli- chen Prüfung durch den Abschlussprüfer ausgenommen sind. 57 Mutares SE & Co. KGaA Zusammengefasster Lage- und Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2024 Auch dieses spezifische Risiko des Mutares-Geschäftsmodells wird jedoch vom Vorstand angemessen und wirksam adressiert. So setzt der Vorstand bei der Zusammenstellung des jährlichen Prüfplans der Internen Revision bewusst nicht auf einen randomisierten, sondern einen risikoorientierten An- satz, um damit die Wahrscheinlichkeit zu erhöhen, dass relevante Themenfelder mit ausgeprägtem Verbesserungspotenzial durch die interne Revision adressiert werden und sieht sich durch die Ergeb- nisse der Prüfungen der internen Revision für das Geschäftsjahr 2024 in seinem Selektionsansatz bestätigt. Neu erworbene Portfoliounternehmen werden zudem besonders engmaschig auf Basis standardisierter Prüfpläne nach 50 sowie 100 Tagen der Konzernzugehörigkeit kontrolliert und durch ein Mutares-Team eng begleitet. Schließlich stellt ein bewusst eng getaktetes Finanz-Reporting si- cher, dass der Konzern über alle wesentlichen Entwicklungen und insbesondere auch Planabweichun- gen vollumfänglich und zeitnah informiert wird und umgehend mitigierende Maßnahmen einleiten kann. 7.2 Risiken der künftigen Entwicklung Die Tabelle zeigt die im weiteren Verlauf erörterten Risiken und nimmt eine Einstufung in die oben definierten Risikoklassen (gering/mittel/hoch) anhand der zwei maßgeblichen Dimensionen Eintritts- wahrscheinlichkeit und potenzielles Schadensausmaß bei Materialisierung jeweils unter Berücksich- tigung mitigierender Maßnahmen vor. Aktueller Abschlusstichtag Vorjahr Eintrittswahr- Schadens- Eintrittswahr- Schadens- Risikoklasse Risikoklasse scheinlichkeit ausmaß scheinlichkeit ausmaß Konjunkturelle Entwicklung Möglich Hoch Mittel Möglich Mittel Mittel Künftige wirtschaftliche Rahmenbedingungen Geopolitische Entwicklung Hoch Hoch Hoch Hoch Hoch Hoch Wettbewerbssituation Möglich Mittel Mittel Möglich Mittel Mittel Geschäftsmodell- Risiken aus dem Hoch Hoch Hoch Möglich Hoch Mittel immanente Risiken Akquisitionsprozess Ausbleiben von Hoch Hoch Hoch Möglich Hoch Mittel Restrukturierungserfolgen Rechtliche und Compliance- Möglich Hoch Mittel Möglich Hoch Mittel Risiken Finanzwirtschaftliche Risiken Hoch Hoch Hoch Hoch Hoch Hoch und Finanzierungsrisiken Vertriebs- und Absatzrisiken Hoch Mittel Mittel Möglich Mittel Mittel Nachhaltigkeitsrisiken Möglich Mittel Gering Möglich Mittel Gering Weitere Risikofelder und wesentliche Einzelrisiken Supply Chain-Risiken Hoch Hoch Hoch Möglich Hoch Mittel Personelle Risiken Möglich Gering Gering Möglich Gering Gering IT-Risiken und Möglich Hoch Mittel Möglich Hoch Mittel Datensicherheit Steuerliche Risiken Möglich Gering Gering Möglich Gering Gering Gegenüber dem Vorjahr hat sich die Einschätzung des Vorstands wie folgt geändert: • Konjunkturelle Entwicklung: Schadenshöhe auf „Hoch“ heraufgestuft, insbesondere aufgrund des verhaltenen Konjunkturausblicks für Deutschland für das Jahr 2025 wie unten beschrie- ben; die Risikoklasse insgesamt ändert sich dadurch nicht. • Risiken aus dem Akquisitionsprozess sowie Ausbleiben von Restrukturierungserfolgen: Ein- trittswahrscheinlichkeit auf „Hoch“ heraufgestuft und damit in die Risikoklasse „Hoch“, da aufgrund der zunehmenden Größe und Komplexität der Akquisitionen, die mit dem Konzern- wachstum einhergeht, generell ein Anstieg in den Risiken aus dem Akquisitionsprozess zu beobachten ist. Gleichzeitig steigen in dem Zusammenhang auch das Risiko eines Ausblei- bens von Restrukturierungserfolgen. 58 Mutares SE & Co. KGaA Zusammengefasster Lage- und Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2024 • Vertriebs- und Absatzrisiken sowie Supply Chain-Risiken: Eintrittswahrscheinlichkeit auf „Hoch“ heraufgestuft im Kontext von protektionistischer Handelspolitik der USA unter der neuen Administration mit Maßnahmen wie Zölle, Einfuhrbeschränkungen und Subventionen; die Risikoklasse insgesamt ändert sich dadurch für die Vertriebs- und Absatzrisiken nicht, für die Supply Chain-Risiken erhöht sie sich auf „Hoch“. Die Reihenfolge der Darstellung der folgenden Erläuterungen spiegelt nicht die Einschätzung des Vorstands im Hinblick auf Schadensausmaß und/oder Eintrittswahrscheinlichkeit wider. Sofern keine expliziten Angaben dazu gemacht werden, welche Segmente (besonders) von den dargestellten Ri- siken betroffen sind, gelten diese grundsätzlich für den gesamten Konzern. Die geschäftsmodellim- manenten Chancen und Risiken hingegen fokussieren auf die Geschäftsaktivitäten der Mutares SE & Co. KGaA, bestehend aus dem Erwerb, der Transformation (Restrukturierung, Optimierung und Neu- positionierung) und/oder Entwicklung von Unternehmen in Umbruchsituationen sowie deren späteren Verkaufs. = Einstufung in Risikoklasse „gering“ = Einstufung in Risikoklasse „mittel“ = Einstufung in Risikoklasse „hoch“ Künftige wirtschaftliche Rahmenbedingungen Konjunkturelle Entwicklung Der konjunkturelle Ausblick für 2025 zeigt ein gemischtes Bild für die Welt, Europa und Deutschland: Das globale Wirtschaftswachstum wird voraussichtlich bei moderaten etwa 2,8 % bleiben. Schwel- lenländer wie Indien und Subsahara-Afrika werden weiterhin robustes Wachstum verzeichnen, wäh- rend die entwickelten Volkswirtschaften eine leichte Abschwächung erleben könnten.27 Im Hinblick auf die europäische Wirtschaft im Jahr 2025 erwartet Europäische Kommission eine mo- derate Erholung.28 Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Euroraum wird voraussichtlich weiter moderat wachsen, unterstützt durch steigende Haushaltseinkommen, einen robusten Arbeitsmarkt und ver- besserte Finanzierungsbedingungen. Herausforderungen wie hohe Energiekosten, demografische Veränderungen und stagnierende Produktivität bleiben bestehen, aber die Widerstandsfähigkeit der Eurozone wird betont. Die EZB prognostiziert, dass die Inflation ab dem zweiten Quartal 2025 vo- raussichtlich nahe dem Inflationsziel von 2 % liegen wird, da der Kostendruck nachlässt und frühere geldpolitische Entscheidungen Wirkung zeigen werden.29 Der Konjunkturausblick für Deutschland im Jahr 2025 ist eher verhalten. Die meisten Prognosen deuten auf ein nur geringes Wirtschaftswachstum hin. Die Bundesregierung und führende Wirt- schaftsinstitute erwarten ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von etwa 0,2 bis 0,9 %. Die deutsche Wirtschaft kämpft weiterhin mit den Folgen hoher Energiepreise, einer schwachen globalen 27 https://www.allianz-trade.com/en_global/news-insights/economic-insights/economic-outlook-2025-26- defying-gravity.html; abgerufen am 12. März 2025 28 https://economy-finance.ec.europa.eu/publications/2025-euro-area-report_en; abgerufen am 12. März 2025 29 https://www.ecb.europa.eu/press/projections/html/ecb.projections202412_eurosys- temstaff~71a06224a5.de.html#toc6; abgerufen am 12. März 2025 59 Mutares SE & Co. KGaA Zusammengefasster Lage- und Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2024 Nachfrage und strukturellen Herausforderungen, insbesondere in der exportorientierten Industrie. Als positive Einflüsse werden sinkende Zinsen und steigende Realeinkommen antizipiert. Negative Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage auf Mutares oder Portfolioun- ternehmen durch eine sich schlechter als antizipiert konjunkturelle Entwicklungen können grundsätz- lich nicht ausgeschlossen werden kann. Mutares geht jedoch angesichts der erreichten Diversifizierung des Portfolios in vier Segmente davon aus, dass adverse konjunkturelle Entwicklungen – abgesehen von potenziell disruptiven Einflüssen wie z.B. durch eine neue Pandemie - in der Regel nur einen Teil der Portfoliounternehmen betreffen und zumindest teilweise durch weniger konjunkturabhängige Tochtergesellschaften und/oder ausrei- chende Exiterlöse so weit kompensiert werden, dass die Erfüllung der Jahresziele des Konzerns und der Gesellschaft von konjunkturellen Einflüssen in der Regel unberührt bleibt. Geopolitische Entwicklung Geopolitische Spannungen und Konflikte, wie die Kriege in der Ukraine oder in Gaza sowie die Span- nungen im Südchinesischen Meer, können wichtige Transportwege und Produktionsstandorte beein- trächtigen und damit weitreichende, gegebenenfalls sogar disruptive Auswirkungen auf die globalen Lieferketten haben. Geopolitische Spannungen erhöhen ferner die Unsicherheit und können zu hö- heren Kosten für Unternehmen führen, da sie sich auf alternative Lieferanten und Märkte einstellen müssen. Strafzölle aus politischen Gründen sowie Sanktionen gegen bestimmte Länder oder Unter- nehmen – gegebenenfalls auch kurzfristig eingeführt - können Geschäftsbeziehungen und Investiti- onen stark beeinflussen. Zusätzlich zu den gegenwärtig bereits bestehenden geopolitischen Spannungen und Konflikten könn- ten neue bilaterale oder multilaterale Handelskonflikte den internationalen Handel signifikant beein- trächtigen und negative Auswirkungen auf die Weltwirtschaft haben; ein spezifisches diesbezügliches Risiko stellt gegenwärtig die von der Administration des neuen US-Präsidenten eingeleitete ausge- prägt protektionistische Handelspolitik der USA dar. Solche Handelskonflikte entstehen, wenn Länder protektionistische Handelsbarrieren wie Zölle, Einfuhrbeschränkungen, Importquoten oder Subven- tionen einführen, um ihre eigenen Industrien zu schützen; diese Maßnahmen führen in der Folge häufig zu Vergeltungsmaßnahmen anderer Länder. Die Auswirkungen von Handelskonflikten auf Un- ternehmen können vielfältig sein: Erhöhte Kosten durch Zölle und andere Handelsbarrieren erhöhen die Kosten für importierte Waren und Rohstoffe, was die Produktionskosten und letztlich die Preise für Endverbraucher erhöht. Handelskonflikte können zu Verzögerungen und Unterbrechungen in glo- balen Lieferketten führen, was die Effizienz und Zuverlässigkeit der Produktion beeinträchtigt. Port- foliounternehmen im Mutares-Konzern können den Zugang zu wichtigen Märkten verlieren oder ein- geschränkt werden, was sich negativ auf die Profitabilität auswirken könnte. Zusammengefasst gilt, dass negative Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der betroffenen Portfoliounternehmen und gegebenenfalls auch Mutares durch für Mutares adverse geopolitische Entwicklungen grundsätzlich nicht ausgeschlossen werden können. Die geopolitischen Risiken erfordern eine sorgfältige Analyse und strategische Planung, um die potenziellen Auswirkun- gen zu minimieren und geeignete Maßnahmen zur Risikominderung zu ergreifen. Die bewusste stra- tegischen Ausweitung des Mutares-Geschäftsmodells auf internationale Märkte außerhalb von Eu- ropa, namentlich den chinesischen, US-amerikanischen und indischen Markt, steigert das geopoliti- sche Risiko, ist aber in der Abwägung des Vorstands vor dem Hintergrund der mit dieser Ausweitung verbundenen Chancen aufgrund eines deutlich vergrößerten Target-Universums vertretbar. 60 Mutares SE & Co. KGaA Zusammengefasster Lage- und Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2024 Geschäftsmodell-immanente Risiken Der Erfolg des Geschäftsmodells von Mutares hängt in hohem Maße von der Fähigkeit ab, geeignete Zielunternehmen („Targets“) für die Akquisition zu identifizieren und diese zu angemessenen Kondi- tionen zu erwerben. Die Portfoliounternehmen werden sodann in den drei Phasen der Wertschöpfung, die Portfoliounternehmen üblicherweise während ihrer Zugehörigkeit zu Mutares durchlaufen (Rea- lignment, Optimization und Harvesting), nach Abschluss eines initialen Optimierungs- bzw. Transfor- mationsprogramms mittels eines aktiven Beteiligungsmanagements weiterentwickelt und schließlich veräußert. Hierbei muss es Mutares zusätzlich zu einer erfolgreichen Restrukturierung auch gelingen, die Beteiligung zu einem attraktiven Preis zu verkaufen, um eine angemessen hohe Rendite (Return) auf das eingesetzte Kapital (Invested Capital) zu erzielen bzw. temporär bis zu einem günstigen Exit nachhaltig Dividenden von profitablen Portfoliounternehmen zu vereinnahmen. Gelingt dies nicht, können damit negative Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Mutares- Konzerns verbunden sein. Mutares geht jedoch angesichts der erreichten Größe des Portfolios davon aus, dass etwaige ausbleibende Restrukturierungserfolge einzelner Portfoliounternehmen bzw. Port- foliobereinigungen ohne wesentlichen Exiterlöse durch eine hinreichende Anzahl erfolgreicher Rest- rukturierungen bzw. Exits mit signifikanten Erlösen so weit kompensiert werden, dass die Erfüllung der Prognose für die Gesellschaft und den Konzern davon in der Regel unberührt bleibt. Wettbewerbssituation Strategische Neuausrichtungen von Großkonzernen führen zu einem stabilen Angebot an Akquisiti- onsmöglichkeiten, das im Kontext weiterhin mit Unsicherheit behafteter konjunkturellen Entwicklung durch zusätzliche Opportunitäten besonders hoch sein kann. Die Preiserwartungen auf der Verkäu- ferseite sind grundsätzlich weiter hoch, könnten aber ebenfalls durch die konjunkturelle Entwicklung gedrückt werden. Die grundsätzliche Attraktivität des Marktsegments „Unternehmen in Umbruchsi- tuationen“ hat zudem zu verstärktem Wettbewerb geführt, unteranderem durch den Markteintritt von Fonds. Neben der wachsenden Anzahl an direkten Wettbewerbern treten in das Marktsegment verstärkt auch Strategen, insbesondere aus China ein, die unternehmerisch expandieren wollen. Gleichzeitig steht Mutares aber auch in Wettbewerb mit den Konzernen selbst, die unter Umständen die Entscheidung treffen, für einen unprofitablen Unternehmensteil selbst die Restrukturierung zu initiieren oder gar zu schließen, anstatt diesen abzuspalten und zu veräußern. Grundsätzlich besteht damit das Risiko eines sich verknappenden Angebots von Akquisitionsmöglichkeiten mit negativen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Mutares-Konzerns, auch wenn Muta- res mit seiner Verlässlichkeit und Kompetenz als erfahrener Experte für Transformation und Neupo- sitionierung im Wettbewerb um Akquisitionsmöglichkeiten gut aufgestellt ist. Risiken aus Akquisitionsprozessen Mit dem Erwerb von Unternehmen in Umbruchsituationen sind erhebliche steuerliche, rechtliche und wirtschaftliche Risiken sowie das Risiko einer gezielten Täuschung eines Erwerbers durch den Ver- käufer verbunden, auch dann, wenn vor dem Erwerb – wie bei Mutares ausnahmslos üblich - eine eingehende Analyse des Zielunternehmens (Due Diligence) stattgefunden hat. Verbindlichkeiten, Verpflichtungen und andere Lasten des jeweiligen Zielunternehmens, die zum Zeitpunkt des Erwerbs trotz der durchgeführten Due Diligence nicht bekannt oder identifizierbar waren oder vom Verkäufer verschwiegen wurden, können sich in erheblichem Maße nachteilig auf Mutares auswirken. Dies gilt insbesondere dann, wenn Bestands- oder sonstige Garantien gegenüber den Verkäufern abgegeben werden. Bei der unerwarteten Materialisierung solcher Risiken kann auch dann, wenn der Verkäufer als Gegenleistung erhebliche finanzielle Mittel für eine Restrukturierung zur Verfügung stellt, die Ver- mögens-, Finanz- und Ertragslage des Mutares-Konzerns erheblich belastet werden. Zudem sind An- 61 Mutares SE & Co. KGaA Zusammengefasster Lage- und Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2024 sprüche wegen nicht eingehaltener Zusagen oder nicht offengelegter Sachverhalte gegen einen Ver- käufer regelmäßig nur mit erheblichem Aufwand und je nach Sachverhalt nur teilweise oder über- haupt nicht durchsetzbar. Aus grundsätzlichen Erwägungen und um Auswirkungen einer etwaigen Insolvenz von einzelnen Ge- sellschaften innerhalb des Konzerns möglichst gering zu halten, werden keine Gewinnabführungs- oder Cash-Pooling-Verträge im Mutares-Konzern abgeschlossen. In einigen Fällen werden nach de- taillierter Prüfung zur Ausnutzung von Geschäftschancen, Wachstums- oder Working-Capital-Finan- zierungen, Garantien, Bürgschaften, Kredite oder ähnliche Zusagen an Beteiligungen gegeben bzw. ausgereicht. Die Inanspruchnahme der Garantien und Bürgschaften bzw. das Ausfallen der Kredite kann negative Konsequenzen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage von Mutares haben. Um das Ausmaß möglicher Risiken zu reduzieren, nutzt Mutares eine Unternehmensstruktur, bei der die operativen Risiken jeder einzelnen Beteiligung jeweils über eine rechtlich eigenständige Gesell- schaft (Zwischenholding) abgegrenzt sind (sog. Ring-Fencing). Auf diese Weise soll sichergestellt werden, dass die Summe eventuell auftretender Risiken das zuvor bewertete Maximalrisiko nicht übersteigen kann. Dieses Risiko beläuft sich in der Regel auf den gezahlten Kaufpreis, zuzüglich etwaiger weiterer Finanzierungsmaßnahmen und etwaiger außerbilanzieller Verpflichtungen, abzüg- lich der über die Haltedauer erhaltenen Rückflüsse aus der operativen Tätigkeit der jeweiligen Ge- sellschaft. Aufgrund der anhaltend hohen Akquisitionstätigkeit und der zuletzt zunehmenden Größe und Kom- plexität der Akquisitionen von Mutares ist in der Konsequenz generell ein Anstieg in den Risiken aus dem Akquisitionsprozess mit bei Materialisierung möglicherweise negativen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage von Mutares zu beobachten, ist aber in der Abwägung des Vorstands vor dem Hintergrund der mit diesem Konzernwachstum verbundenen Chancen vertretbar. Ausbleiben von Restrukturierungserfolgen Sofern es gelingt, die Beteiligungen wie geplant erfolgreich zu restrukturieren und zu entwickeln, bietet sich für Mutares ein hohes Wertsteigerungspotenzial, das im Exitfall realisiert wird. Es besteht das Risiko, dass sich die Restrukturierung eines Portfoliounternehmens schwieriger gestaltet als im Rahmen der vorangegangenen Due Diligence angenommen. Auch bei sorgfältiger und gewissenhaf- ter Auswahl der Ziel-Unternehmen kann zudem nicht ausgeschlossen werden, dass der von Mutares angestrebte Erfolg aus der Umbruchsituation in einzelnen Fällen nicht oder nicht schnell genug ein- tritt, oder dass sich die wirtschaftlichen bzw. politischen Rahmenbedingungen in den für die Beteili- gungsunternehmen wichtigen Ländern verschlechtern. Werden die Positionierung im Markt, das Wertsteigerungspotenzial oder andere wesentliche Erfolgs- faktoren von Mutares falsch eingeschätzt, kann dies Konsequenzen für die operative Entwicklung der Beteiligung und somit auf die Rendite bei Mutares haben. Es kann ferner nicht ausgeschlossen wer- den, dass die Sanierungsfähigkeit falsch eingeschätzt oder Risiken vor einem Erwerb nicht vollständig erkannt oder falsch beurteilt werden. Es ist daher möglich, dass sich der Wert von Beteiligungen negativ entwickelt, dass die eingeleiteten Maßnahmen nicht erfolgreich verlaufen und aus einer Viel- zahl von Gründen die von Mutares angestrebte Rendite nicht erreicht wird. Dies hätte zur Folge, dass Portfoliounternehmen länger als ursprünglich erwartet im Konzern verbleiben, unter ihrem Erwerbs- preis und damit ggf. nur unter Berücksichtigung außerplanmäßiger Abschreibungen weiterveräußert werden oder gar Insolvenz anmelden müssten. Mutares würde in letzterem Fall einen Totalverlust des eingesetzten Kapitals erleiden, also alle finanziellen Mittel verlieren, die für den Erwerb, die lau- fende Betreuung und gegebenenfalls die Finanzierung dieses Portfoliounternehmens eingesetzt hat. Darüber hinaus könnten Ansprüche Dritter aus von Mutares gegebenen Zusagen drohen. 62 Mutares SE & Co. KGaA Zusammengefasster Lage- und Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2024 Zusammengefasst gilt, dass ausbleibende Restrukturierungserfolge negative Auswirkungen für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der betroffenen Portfoliounternehmen und gegebenenfalls auch Mutares haben können. Mutares geht jedoch angesichts der erreichten Größe des Portfolios davon aus, dass etwaige ausblei- bende Restrukturierungserfolge einzelner Portfoliounternehmen durch eine hinreichende Anzahl er- folgreicher Restrukturierungen bzw. Exits mit signifikanten Erlösen so weit kompensiert werden, dass die Erfüllung der Prognose für die Gesellschaft und den Konzern davon in der Regel unberührt bleibt. Weitere Risikofelder und wesentliche Einzelrisiken Rechtliche und Compliance-Risiken Im Zusammenhang mit ihren Geschäftstätigkeiten kann Mutares mit verschiedenen Rechtsstreitig- keiten und rechtlichen Verfahren konfrontiert werden. Einzelheiten zu laufenden Verfahren werden in dem Abschnitt „Rechtsstreitigkeiten“ dargestellt. Auch darüber hinaus kann es zu Schwierigkeiten bei der Erfüllung von Verpflichtungen aus Kaufverträgen oder den vor einer Transaktion kommuni- zierten Geschäftsplanungen kommen. Beides kann in Rechtsstreitigkeiten enden, deren voraussicht- licher Ausgang nicht immer eindeutig abschätzbar ist. Auch können sich übernommene Rechtsfälle bei den Beteiligungen im zeitlichen Fortgang als kritischer, aber auch als positiver darstellen als ursprünglich angenommen. Des Weiteren können bei Nichteinhaltung von gesetzlichen Vorgaben und Verordnungen behördliche Verfahren drohen. Solche Compliance-Risiken in Bezug auf die nachfolgend aufgeführten Themen werden im Rahmen der durch das CMS analysiert und adressiert. Ein standardisiertes und regelmä- ßiges Reporting über die Compliance-Risiken aller Portfoliounternehmen gibt dem Vorstand auch diesbezüglich ein umfassendes Bild über die Entwicklungen im gesamten Portfolio und erlaubt in der Regel die rechtzeitige Einleitung mitigierender Maßnahmen. Kapitalmarkt-Compliance Mutares unterliegt den kapitalmarktrechtlichen Verordnungen in der Europäischen Union und ist da- her Risiken hinsichtlich damit verbundener Durchsetzungsmaßnahmen ausgesetzt. Die Feststellung eines Verstoßes gegen kapitalmarktrechtliche Verordnungen könnte sich in verschiedenster Weise nachteilig auf Mutares auswirken, u.a. durch Geldbußen und Rufschädigung, was negative Auswir- kungen für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage von Mutares haben könnte. Mutares wirkt diesen Risiken durch umfangreiche interne vorbeugende Maßnahmen entgegen. Mutares hat eine interne Richtlinie implementiert, über die alle Mitarbeitende bezüglich kapitalmarktrechtlicher Risiken infor- miert werden. Diese Richtlinie wurde über das digitale Richtlinienportal allen Mitarbeitenden zur Ver- fügung gestellt und ist jederzeit für alle Mitarbeitende verfügbar. Darüber hinaus werden risikoori- entierte Schulungen und Kommunikationsmaßnahmen für in diesem Zusammenhang besonders re- levante Mitarbeitende durchgeführt. Zum besseren Management der Vorgaben verwendet Mutares darüber hinaus ein IT-System eines spezialisierten Anbieters, über das kapitalmarktbezogene Pflich- ten umgesetzt und dokumentiert werden. Datenschutz Für den Mutares-Konzern gelten Datenschutz-Vorgaben in Bezug auf u.a. die Nutzung und die Wei- tergabe personenbezogener Daten sowie die Vertraulichkeit, die Integrität und die Verfügbarkeit sol- cher Daten. Insbesondere unterliegt Mutares im EU-Raum den Vorgaben der Datenschutz-Grundver- ordnung (DSGVO). Hält der Mutares-Konzern diese Verordnung nicht ein, könnte dies zu Schaden- ersatzforderungen und anderen Haftungsansprüchen, hohen Geldbußen und anderen Strafzahlungen 63 Mutares SE & Co. KGaA Zusammengefasster Lage- und Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2024 sowie einer Beschädigung der Geschäftsbeziehungen mit unterschiedlichen Partnern und des Rufs von Mutares führen, was negative Auswirkungen für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage von Mutares bzw. der betroffenen Portfoliounternehmen haben könnte. Mutares wirkt diesen Risiken durch umfangreiche vorbeugende Maßnahmen entgegen. Alle Ge- schäftsprozesse der Mutares SE & Co. KGaA sind im Rahmen der DSGVO- bzw. GDPR-Compliance aufgenommen, bewertet und in ein Datenschutzmanagement-System überführt. Allen Mitarbeitern der Mutares SE & Co. KGaA sind detaillierte Richtlinien und Arbeitsanweisungen zum Thema Daten- schutz, Datensicherheit sowie allgemeine Informationssicherheit zur Verfügung gestellt. Die IT-Inf- rastruktur der Mutares SE & Co. KGaA wird zudem kontinuierlich auf aktuellem technischem Stand gehalten (vergl. nachfolgende Ausführungen Risiken bezüglich zur IT-Prozessen und zur Datensi- cherheit). Landesspezifische Anforderungen Die Mutares SE & Co. KGaA und ihre Portfoliounternehmen operieren weltweit und unterliegen damit unterschiedlichen Rechtsordnungen. Unsicherheiten mit Auswirkungen für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Mutares-Konzerns können somit insbesondere aus laufenden Änderungen der Rechtsvorschriften, der Rechtsprechung und unterschiedlichen Rechtsauslegungen in unterschiedli- chen Rechtsfeldern resultieren und unter Umständen ein erhebliches Ausmaß annehmen. Um auf die damit verbundenen rechtlichen Risiken, die bei Materialisierung ggf. negative Auswirkungen für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage von Mutares bzw. Portfoliounternehmen haben können, ange- messen reagieren zu können, werden Änderungen in der Gesetzgebung unter Rückgriff auf externe Expertise kontinuierlich überwacht und diesen anhand entsprechender Maßnahmen, z.B. mit dem Einsatz von externen Experten oder Sachverständigen, begegnet. Weiterhin können etwaige in einem Ziel-Unternehmen stattfindende Gesetzesverstöße mit Haftungsrisiken für Mutares einhergehen, so- fern diese nach dem Erwerb nicht rechtzeitig erkannt und abgestellt werden. Dieses Risiko ist nach Einschätzung des Vorstands insbesondere aber nicht ausschließlich bei Unternehmenserwerben in den USA relevant. Risiko aus Durchgriffshaftung Mutares ist als ein auf Sondersituationen fokussierter Investor grundsätzlich in einem Spannungsfeld tätig, in dem einerseits die umfangreichen Restrukturierungsmaßnahmen der Transformationspläne umzusetzen sind, andererseits die Eigenverantwortlichkeit der übernommenen Portfoliounternehmen aber gewahrt bleiben muss. Je nach Rechtsordnung besteht das Risiko, dass Mutares eine sog. „fak- tische Geschäftsführung“ unterstellt werden könnte mit der Folge einer möglichen Gruppen- oder Konzernhaftung. Ähnliche Bereiche sind etwa die sog. Mitarbeitgeberhaftung in Frankreich oder die gesellschaftsrechtliche Nachhaftung von Organen oder Gesellschaftern des Übernehmers in Italien. Solche Regelungen sind darüber hinaus oft im Wandel begriffen, so dass hier eine erhöhte Wach- samkeit erforderlich ist. Mutares hat den Mitarbeitereinsatz soweit möglich so ausgerichtet, dass eine solche Haftung möglichst vermieden wird. Es kann aber nicht ausgeschlossen werden, dass dennoch eine Inanspruchnahme mit dann negativen Auswirkungen für die Vermögens-, Finanz- und Ertrags- lage von Mutares erfolgen könnte. Darüber hinaus ist Mutares auch in Bezug zu anderen Rechtsbereichen einem Risiko der Durchgriffs- haftung ausgesetzt. Dies gilt insbesondere, aber nicht ausschließlich, für das Risiko aus möglichen Verstößen gegen Korruptionsvorschriften oder das Kartell- und Wettbewerbsrecht, bei denen nicht nur potenzielle Bußgelder auf Basis des Konzernumsatzes berechnet werden, sondern – unter Um- ständen – auch die Konzernmuttergesellschaft in Haftung genommen werden könnte. 64 Mutares SE & Co. KGaA Zusammengefasster Lage- und Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2024 Verpflichtungen aus Unternehmenserwerben und -verkäufen Im Zusammenhang mit Verträgen über den Kauf oder Verkauf von Unternehmen gibt Mutares unter Umständen Garantien und/oder Freistellungszusagen ab, aus denen sie in Anspruch genommen wer- den kann bzw. die zu Rechtstreitigkeiten führen können (einen Überblick über alle aktuellen Garan- tien findet sich in Tz. 45 des Konzernanhangs). Die Abgabe von Garantien kann ein Unterscheidungs- merkmal im Wettbewerb um potenzielle Übernahmeziele sein, wenn Wettbewerber aufgrund von eigenen Statuten keine Garantien abgeben können. Eine mögliche Inanspruchnahme aus den gege- benen Garantien kann im Einzelfall erhebliche negative Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Mutares-Konzerns haben. Grundsätzlich geht der Vorstand bei den Verpflichtungen aus Unternehmenserwerben und -verkäufen nicht von einer Inanspruchnahme aus, auch wenn es grundsätzlich nicht auszuschließen ist, dass es u.a. bei unerwarteten adversen Entwicklungen von Rahmenbedingungen - wie z.B. einer deutlich schlechteren konjunkturellen Entwicklung - oder disruptiven Ereignissen, z.B. einer durch geopoliti- sche Entwicklungen bedingten Blockade wichtiger Lieferketten - zu einer solchen Inanspruchnahme von einzelnen eingegangenen Verpflichtungen kommen kann. Dieses Risiko ist jedoch bei dem durch eine hohe Transaktionstätigkeit gekennzeichneten Geschäftsmodell von Mutares unvermeidbar. Rechtsstreitigkeiten Risiken aus Rechtsstreitigkeiten können von keinem Wirtschaftstreibendem und damit auch nicht von Mutares bzw. deren Portfoliounternehmen grundsätzlich ausgeschlossen werden; dies gilt auch für negative Auswirkungen für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Portfoliounternehmen und ggf. auch des Mutares-Konzerns, sofern Rechtsstreitigkeiten nicht oder nur teilweise gewonnen wer- den. Gegen Gesellschaften der SFC Solutions Group wurde vom ehemaligen Eigentümer Cooper-Standard Automotive, Inc. („CSA“) im Mai 2022 aufgrund behauptetem Zahlungsverzug von Lizenzgebühren am Court of Michigan Klage eingereicht. Die Klage beruht auf einer Lizenzvereinbarung, nach denen Gesellschaften der SFC Solutions Group für in Anspruch genommenes geistiges Eigentum von CSA Lizenzgebühren zu entrichten haben. Im Wesentlichen besteht indes Uneinigkeit über Grundlage, Anlass, Umfang und Bestehen der geforderten Lizenzgebühren. Die SFC Solutions Group hält die Klage für unzulässig, jedenfalls unbegründet, und hat die Verteidigung aufgenommen. Vom Court of Michigan wurde die Klage an das zuständige Bundesgericht in Michigan (USA) verwiesen. Einerseits wurde gegen Ende 2024 ein Zivilprozessverfahren (summarisches Verfahren) angestrengt, anderer- seits hat im Regelverfahren die sog. “Discovery”, also die Vorlage aller relevanten Dokumente in einem formal eng definierten Verfahren begonnen. Im Dezember 2024 eröffnete sich die Möglichkeit, eine außergerichtliche Mediation zu starten. Im Januar 2025 wurde daraufhin ein Term Sheet zur außergerichtlichen Beilegung des Rechtsstreits und im März 2025 schließlich eine Vergleichsverein- barung unterzeichnet, wonach eine Zahlung in Höhe von USD 9,5 Mio. (ca. EUR 9,1 Mio.) nach Unterzeichnung der Vergleichsvereinbarung zu leisten ist. Ein entsprechender Betrag wurden zum Abschlussstichtag 31. Dezember 2024 als Rückstellung passiviert. Darüber hinaus sind auf Basis der Vergleichsvereinbarung USD 2,0 Mio. (ca. EUR 1,9 Mio.) im Falle des Verkaufs der SFC Solutions Group zu zahlen. Eine weitere Klage wird vom Liquidator der früheren Beteiligung Grosbill betrieben, gestützt auf eine behauptete gesellschaftsrechtliche Verantwortung von Mutares. Zugleich wird der frühere Verkäufer von Grosbill wegen Vertragsbruches der verkauften Gesellschaft gegenüber verklagt. Mutares hat sich in vollem Umfang gegen diese Klage verteidigt, die sie für unbegründet hielt. Der Rechtsstreit wurde zunächst mangels Klagebegründung aus der Liste laufender Verfahren gelöscht und ruhend gestellt; kurz vor der Verjährung möglicher Ansprüche Ende 2022 hat die Klägerin eine neue Klage- schrift eingereicht, die eine Begründung enthält. Des Weiteren hat der Liquidator im August 2024 eine weitere Klagebegründung eingereicht, die sich im Wesentlichen gegen den früheren Verkäufer 65 Mutares SE & Co. KGaA Zusammengefasster Lage- und Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2024 richtet. Mutares wird sich hiergegen verteidigen, da die Ansprüche für unbegründet sowie aufgrund fehlender gesetzlicher Vorschriften für rechtlich abwegig gehalten werden. Das Gericht in Paris hat sich inzwischen für unzuständig erklärt. Eine Neuaufnahme ist nicht bekannt und sollte unwahr- scheinlich sein. Im Hinblick auf den Erwerb des nunmehr als MoldTecs Group firmierenden Geschäfts bestehen nach wie vor unterschiedliche Auffassungen zwischen der Erwerbergesellschaft, einem unmittelbaren Tochterunternehmen von Mutares, und dem früheren Eigentümer über den finalen Kaufpreis und eine etwaige Kaufpreisanpassung. Nachdem bislang keine Einigung erzielt wurde, hat der frühere Eigentümer im Januar 2024 eine Schiedsklage vor dem Deutschen Institut für Schiedsgerichtsbarkeit eingereicht, mit der rechtliche Vorfragen geklärt werden sollen. Auf dieser Basis soll dann in einem zweiten Schritt ein Schiedsgutachter über die finale Kaufpreisberechnung und -anpassung entschei- den. Ferner wird von der Klägerin Schadensersatz geltend gemacht. Das unmittelbare Tochterunter- nehmen von Mutares wird sich gemeinsam mit den rechtlichen Beratern gegen die Klage verteidigen. Das unmittelbare Tochterunternehmen von Mutares hat gemeinsam mit den rechtlichen Beratern im April 2024 Schriftsätze zur Klageerwiderung und Widerklage beim DIS eingereicht. Das Schiedsge- richt wird derzeit konstituiert und eine schriftliche Stellungnahme sowie Anhörung werden für das dritte Quartal des Geschäftsjahres 2025 erwartet. Über den möglichen Ausgang des Verfahrens und etwaige Erfolgsaussichten der Klage lässt sich aktuell weiterhin keine verlässliche Auskunft treffen. Zudem wurde eine Klage von 13 selbständigen Dienstleistern der Stuart Gruppe gegen Mutares und ein unmittelbares Tochterunternehmen von Mutares erhoben. Dabei wurden gleichzeitig die Verkäu- fer der Gesellschaften der Stuart Gruppe sowie mehrere weitere Gesellschaften mitverklagt. Die Dienstleister klagen auf Feststellung, dass sie Arbeitnehmer der Stuart Gruppe sind. Der Prozess wird vor dem spanischen zentralen Gerichtshof “Sala nacional de la AUDIENCIA NACIONAL” geführt. Mutares wird sich hiergegen verteidigen und ist nach Rücksprache mit den lokalen Anwälten zuver- sichtlich den Rechtsstreit zu gewinnen. Eine erste Anhörung fand im November 2024 statt, eine Entscheidung steht aktuell aus. Sonstige Verpflichtungen Mittelbare Tochterunternehmen der Mutares SE & Co. KGaA aus dem Segment Engineering & Tech- nology sind als Partner an gemeinsamen Vereinbarungen i.S.v. IFRS 11 im Rahmen von Arbeitsge- meinschaften bzw. Konsortialverträgen beteiligt. Diese sind mit dem Ziel eingegangen worden, Kun- denprojekte umzusetzen. Der Sitz des überwiegenden Teils der Arbeitsgemeinschaften befindet sich in Europa, in Deutschland, Portugal, Spanien, Österreich und Frankreich. Die Eigentumsanteile liegen dabei zwischen 20 % und 77 %. Unter Berücksichtigung von Aufbau und Rechtsform der Vereinbarungen sowie aller sonstigen rele- vanten Sachverhalte und Umstände sind die gemeinsamen Vereinbarungen als gemeinschaftliche Tätigkeit zu klassifizieren, die für sich genommen für den Konzern nicht wesentlich sind. Zum Abschlussstichtag bezieht sich die gesamtschuldnerische Haftung aus der Beteiligung an den Gesellschaften bürgerlichen Rechts auf Projekte mit einem Gesamtauftragswert von umgerechnet ca. EUR 646,1 Mio. (Vorjahr: ca. EUR 698,2 Mio.). Der darin befindliche Eigenanteil der Tochterun- ternehmen beläuft sich auf EUR 298,5 Mio. (Vorjahr: EUR 318,1 Mio.). Aufgrund der laufenden Bo- nitätsbeurteilungen der ARGE- bzw. Konsortialpartner geht der Vorstand nicht davon aus, dass für die Anteile von anderen Gesellschaften eine Inanspruchnahme erfolgt; gleiches gilt für den Eigenan- teil mit Ausnahme der als Drohverlustrückstellungen bzw. im Rahmen der verlustfreien Bewertung erfassten Beträge. 66 Mutares SE & Co. KGaA Zusammengefasster Lage- und Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2024 Finanzwirtschaftliche Risiken und Finanzierungsrisiken Preisänderungs-, Ausfall- und Liquiditätsrisiko Preis-, Absatz- und Bedarfsschwankungen bis hin zu Lieferengpässen aufseiten von Kunden und Lie- feranten sowie allgemeine Schwankungen auf den Rohstoff-, Kapital- und Währungsmärkten können sich negativ auf die Vermögens- und Ertragslage der Portfoliounternehmen des Konzerns auswirken. Den Risiken begegnet Mutares auf Ebene der Portfoliounternehmen durch kontinuierliche und zeit- nahe Überwachung der Geschäftsergebnisse und des Projektfortschritts u.a. mithilfe von Indikatoren (z.B. Cash-Bestand und Cashflow-Entwicklung), um frühzeitig gegensteuern zu können. Dazu dient insbesondere ein Berichtssystem, das die zeitnahe Überwachung der Performance in den Beteiligun- gen ermöglicht. Wöchentlich wird so beispielsweise der Bestand an liquiden Mitteln in jedem Portfo- liounternehmen überwacht. Es besteht dennoch das grundsätzliche Risiko, dass das Management- Informationssystem notwendige Informationen nicht ausreichend, zu spät oder falsch liefert und dadurch oder bei hinreichender Informationslage im Rahmen von notwendigen Ermessensentschei- dungen Fehlentscheidungen getroffen werden. Vor diesem Hintergrund können Preisänderungs-, Ausfall- und Liquiditätsrisiken bei Portfoliounter- nehmen mit bei deren Materialisierung negativen Auswirkungen für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Portfoliounternehmen und gegebenenfalls auch des Mutares-Konzerns grundsätzlich nicht ausgeschlossen werden. Zur Absicherung von Rohstoff-, Währungs- und Zinsrisiken werden in den Portfoliounternehmen nach Bedarf Finanzinstrumente eingesetzt. Der Schwerpunkt der Instrumente entfällt dabei auf Termin- geschäfte, welche eine feste Ein- oder Auszahlung in der Zukunft vorsehen. Das Ziel der Nutzung von Finanzinstrumenten besteht in der Absicherung von Grundgeschäften und der Reduzierung von Risiken aus Zahlungsstromschwankungen. Der Wegfall des Grundgeschäfts oder eine Veränderung der für die Absicherung wesentlichen Annahmen kann zu einem erhöhten Liquiditätsrisiko führen. Ein weiteres, vor dem Hintergrund des Geschäftsmodells für Mutares wesentliches Risiko besteht in der richtigen Quantifizierung des Sanierungsaufwands und der Portfoliounternehmen, in der Bereit- stellung einer entsprechenden Finanzierung und der entsprechenden personellen Ressourcen seitens Mutares sowie der Abschätzung der Zukunftsaussichten eines Portfoliounternehmens. Dieses Risiko wird durch eine fokussierte Due Diligence, die auch eine Antizipation späterer Exitmöglichkeiten und erzielbarer Exiterlöse regelmäßig mit umfasst, bestmöglich eingegrenzt und anschließend kontinu- ierlich überwacht. Bei den Forderungen aus Lieferungen aus Leistungen besteht das Risiko eines Verlustes für den Konzern, wenn eine der Parteien ihren vertraglichen Verpflichtungen nicht nachkommt. Zur Absiche- rung dieses Risikos werden teilweise Kreditausfallversicherungen abgeschlossen. Darüber hinaus sol- len Geschäftsverbindungen lediglich mit kreditwürdigen Vertragsparteien und, falls angemessen, un- ter Gestellung von Sicherheiten eingegangen werden, um die Risiken eines Verlustes aus der Nicht- erfüllung von Verpflichtungen zu mindern. Dennoch können gerade im Zusammenhang mit negativen Auswirkungen der aktuellen Rahmenbedingungen auf die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit von Kun- den der Portfoliounternehmen zusätzliche Forderungsausfälle nicht ausgeschlossen werden. Finanzierungsrisiken Der Mutares-Konzern sowie zahlreiche Portfoliounternehmen nehmen regelmäßig externen Finanzie- rungen in Anspruch. Zu den Finanzierungspartnern gehören neben Banken und Versicherungsgesell- schaften auch Anbieter von Leasing und Factoring. 67 Mutares SE & Co. KGaA Zusammengefasster Lage- und Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2024 Eine geänderte Bonitätseinschätzung bei einzelnen Beteiligungen sowie auch steigende regulatori- sche Anforderungen an Banken und Versicherungen können zu einer erschwerten oder mit ver- schlechterten Konditionen versehenen Finanzierung beziehungsweise zu einer erschwerten und ver- teuerten Beschaffung von Avalen und Garantien führen. Zudem kann eine hinter der Planung zurück- bleibende Entwicklung dazu führen, dass die Rückführung von (Darlehens-)Verbindlichkeiten nur verzögert oder nicht vollständig möglich ist. Neben Anleihebedingungen, welche die Mutares SE & Co. KGaA und die GoCollective betreffen, beinhalten die Verträge im Zusammenhang mit Finanzie- rungslinien bei den Beteiligungen in der Regel Covenants und weitere Verpflichtungen, deren Verlet- zung dem Finanzierungspartner das Recht zur Kündigung einräumen. Bisher konnten bei solchen Verstößen einvernehmliche Lösungen mit den Finanzierern gefunden werden. Sofern eine solche Ei- nigung nicht erfolgt, kann der Finanzierungspartner die Rückführung sämtlicher Finanzierungen for- dern, was negative Auswirkungen auf die Finanzlage haben kann. Die Anleihebedingungen beider Anleihen der Gesellschaft beinhalten als Covenants spezifische Fi- nanzkennzahlen im Hinblick auf ein mindestens einzuhaltendes Liquiditätslevel sowie das Verhältnis von Schulden zu Vermögen bzw. Eigenkapital. Eine Nichteinhaltung der jeweiligen Finanzkennzahlen kann grundsätzlich zu einer Kündigung der jeweiligen Anleihe führen. Daraus resultierende Rückzah- lungsverpflichtungen bergen somit potenzielle Risiken für die Finanzlage der Gesellschaft und des Konzerns. Zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2024 wurde die Finanzkennzahl bezüglich des Verhält- nisses von Schulden zu Eigenkapital im Konzern nicht eingehalten. Diese Nichteinhaltung führte dazu, dass den Anleihegläubigern ein grundsätzliches Kündigungsrecht eingeräumt wurde. Die Behebung der Nichteinhaltung der Nebenbedingung erfolgte bis zum Datum der Aufstellung dieses zusammen- gefassten Lage- und Konzernlageberichts durch die wiederhergestellte Einhaltung der Finanzkenn- zahlen zum 31. März 2025. Gemäß den Bedingungen der Anleihen besteht nun kein Recht mehr, die Verbindlichkeiten aus den Anleihen vorzeitig fällig zu stellen. Neu erworbene Beteiligungen von Mutares mit bestehenden Finanzierungen in Form von Kredit-, Darlehens-, Leasing-, Aval-, Garantie- oder Factoringverträgen zum Zeitpunkt der Übernahme sind dem Risiko ausgesetzt, dass die Finanzierungspartner diese Finanzierungsverträge bei einem Eigen- tümerwechsel kurzfristig kündigen oder mit verschlechterten Konditionen versehen. Mutares begeg- net diesen Risiken bei neuen Portfoliounternehmen dadurch, dass in der Regel bereits vor oder kurz nach der Übernahme mit Finanzierungspartnern Kontakt aufgenommen wird und auch die aktuelle finanzielle Lage sowie der Restrukturierungsplan für die Beteiligung ausführlich erläutert werden. Es besteht bei jeder Übernahme jedoch das grundsätzliche Risiko, dass der bisherige Finanzierungs- partner nicht vollumfänglich überzeugt werden kann und daher die Kündigung der bestehenden Fi- nanzierung ausspricht. Das Risiko steigender Zinsen für Fremdfinanzierungen im Mutares-Konzern hat sich nach dem Ab- schwächen der Inflationsdynamik, die bereits zu den ersten Zinssenkungen der Europäischen Zent- ralbank geführt hat, gegenwärtig reduziert. Zinsänderungsrisiken bleiben ungeachtet dessen grund- sätzlich bestehen und können ggf. nach Prüfung des jeweiligen Einzelfalls durch geeignete Instru- mente (z.B. Zinsswaps, Optionen) abgesichert werden. Auch eine Absicherung schützt in solchen Konstellationen nicht vollumfänglich vor den Auswirkungen eines steigenden Zinsniveaus. Darüber hinaus können aus Zinsabsicherungsgeschäften mittels der Nutzung von Finanzinstrumenten Bewer- tungs- und Liquiditätseffekte entstehen, welche sich negativ auf die Vermögens-, Finanz- und Er- tragslage auswirken. 68 Mutares SE & Co. KGaA Zusammengefasster Lage- und Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2024 Vertriebs- und Absatzrisiken Der Verlust profitabler Kunden oder die Verzögerung vor allem größerer Auftragseingänge kann ins- besondere bei denjenigen Portfoliounternehmen, deren Geschäft eine hohe Konzentration von weni- gen, großen Kunden oder Projekten aufweist, zu negativen Auswirkungen auf ihre Vermögens-, Fi- nanz-, und Ertragslage führen. Gleiches gilt für Absatzmärkte, die von einem hohen Wettbewerbs- druck geprägt sind, worunter die Deckungsbeiträge und Margen der Beteiligungen leiden. Die Berei- nigung des Produkt- und Kundenportfolios um Treiber von negativen Deckungsbeiträgen ist in der Regel Teil der Restrukturierung nach der Akquisition eines neuen Portfoliounternehmens und kann zu negativen Schatteneffekten im Markt bzw. bei anderen Kunden führen. Schließlich können Prob- leme mit Kunden, die sich bei einer Beteiligung ergeben haben, auch negative Auswirkungen auf andere Beteiligungen des Konzerns, insbesondere auf solche aus dem gleichen Segment, haben. Vor diesem Hintergrund können Vertriebs- und Absatzrisiken mit bei deren Materialisierung negati- ven Auswirkungen für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Mutares-Konzerns bzw. der Port- foliounternehmen grundsätzlich nicht ausgeschlossen werden. Regelmäßig wird der Materialisierung dieser Risiken durch eine aktive Kommunikation mit den Kun- den und einer systematischen Vertriebsstruktur und -arbeit auf Ebene der jeweiligen Beteiligung entgegengewirkt. Vor allem für Kunden, die einen großen Anteil an den Umsatzerlösen ausmachen, wird der Abschluss von längerfristigen Verträgen angestrebt, wodurch die Planbarkeit erhöht werden soll. Die intensive Kommunikation kann zu besseren Chancen bei Aufträgen bzw. bei Großaufträgen führen, insbesondere wenn in der Vergangenheit eine für beide Seiten zufriedenstellende Auftrags- bearbeitung erfolgte. Nachhaltigkeitsrisiken Nachhaltigkeitsrisiken können Umwelt-, Sozial- oder Governance-Risiken („Environmental, Social, Governance“ bzw. kurz „ESG“) umfassen und können sich bei Realisierung neben der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Mutares-Konzerns bzw. der Portfoliounternehmen auch auf die Reputa- tion von Mutares negativ auswirken. Umweltrisiken30 umfassen Risiken für die Gesundheit von Personen, Lebewesen, den Lebensraum und die Natur und können durch die Geschäftstätigkeiten eines Unternehmens sowie dessen Produkte entstehen („inside-out view“). Ursächlich können unter anderem Abfälle, Chemikalien und Rohmate- rialien sein, die Luft-, Boden-, und Wasserverschmutzungen hervorrufen. Diesen Risiken kann Muta- res auf Ebene der Portfoliounternehmen ausgesetzt sein, etwa durch die Übernahme von verborge- nen Boden- und Grundwasserschäden, welche kostenintensive Auflagen zur Sanierung hervorrufen können. Risiken können sich auch auf die Arbeitssicherheit beziehen und Gefahren wie unzureichende Schutzausrüstung oder technische Mängel umfassen, weshalb regelmäßige Sicherheitsüberprüfun- gen und vorbeugende Maßnahmen zur Risikominimierung erforderlich sind. Mittels einer sorgfältigen Prüfung möglicher Umweltrisiken und deren Kosten befasst sich Mutares bereits vor der Akquisition eines Ziel-Unternehmens im Kontext der Due Diligence. Umweltrisiken können darüber hinaus infolge eines Unfalls auftreten, wenn etwa schadhafte Substanzen in die Umgebung dringen. Durch einen aktiven Umgang mit Umweltschutz und Arbeitssicherheit sowie der Schulung von Angestellten an den produzierenden Standorten der Portfoliounternehmen wird dem Auftreten solcher Umweltrisiken entgegengewirkt. 30 Risiken aus dem Bereich Soziales und Governance finden sich in den Ausführungen zu weiteren Risikofel- dern, so dass unter dem Stichwort Nachhaltigkeitsrisiken vor allem auf die Umweltrisiken eingegangen wird. 69 Mutares SE & Co. KGaA Zusammengefasster Lage- und Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2024 Weiterhin können Umweltrisiken auch in klimabezogenen Risiken bestehen, welche physischer oder transitorischer Natur (sog. Übergangsrisiken) sind. Physische Klimarisiken Physische Klimarisiken umfassen Risiken aus direkten Schäden an und/oder Kosten für ein Unter- nehmen („outside-in view“) infolge von physischen Phänomenen wie beispielsweise extremen Wet- terereignissen. Unterschieden wird dabei zwischen einer zunehmenden Häufung und Intensität (akute Klimarisiken) und längerfristigen Änderungen von Mittelwerten und Schwankungsbreiten ver- schiedener Klimavariablen (chronische Klimarisiken). Den akuten, physischen Klimarisiken, welche sich auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Mutares-Konzerns bzw. der Portfoliounternehmen negativ auswirken können, beispielsweise durch einen Betriebsstillstand oder durch Reparatur- und Investitionskosten, begegnet Mutares auf Ebene der Portfoliogesellschaft. Unter anderem können Gebäudeschadensversicherungen, die die Betrieb- stätten absichern, auch Schadensfälle von Naturkatastrophen beinhalten. Chronische, physische Klimarisiken können für solche Portfoliounternehmen von Relevanz sein, die ihre Geschäftstätigkeiten an Standorten durchführen, die in der Zukunft stärker von Extremwetter- eignissen geprägt sind, etwa an küstennahen Standorten. Diese sind heute noch nicht unmittelbar von Schadenfällen betroffen, können jedoch aufgrund der Auswirkungen des Klimawandels künftig betroffen sein. Sollte ein Portfoliounternehmen von chronischen, physischen Klimarisiken betroffen sein, so wird dem über physische Maßnahmen wie z. B. dem Hochwasserschutz entgegengewirkt. Chronische, physische Klimarisiken haben sich für den Mutares-Konzerns zum aktuellen Stand weder materialisiert noch wurden wesentliche chronische, physische Klimarisiken identifiziert. Klimabezogene Übergangsrisiken Der Umgang mit klimabezogenen Übergangsrisiken ist für Mutares und die nachhaltige Entwicklung sowohl des Konzerns als auch zahlreicher Portfoliounternehmen von entscheidender Bedeutung. Mutares hat deswegen das ESG-Management des Konzerns und die diesbezügliche Beratung der Portfoliounternehmen im Geschäftsjahr 2024 ausgebaut und wird diesen Ausbau auch im Geschäfts- jahr 2025 weiter fortsetzen. Klimabezogene Übergangsrisken werden bereits im Akquisitionsprozesse systematisch adressiert und die dabei identifizierten Risiken in die Entscheidungsfindung über eine Akquisition standardmäßig mit einbezogen. Allerdings können mit diesen umfangreichen Maßnahmen klimabezogene Übergangsrisiken nicht voll- ständig ausgeschlossen werden. Dies gilt nicht nur, aber insbesondere auch für solche klimabezogene Übergangsrisiken, die sich durch neue Gesetzgebungen, regulatorische Änderungen und mentalitäts- bedingten strukturellen Veränderungen von relevanten Rahmenbedingungen und/oder Märkten ma- terialisieren und sich auf die Geschäftsaktivitäten einzelner Portfoliounternehmen negativ auswirken. Beispielsweise führt die zunehmende Orientierung der Konsumenten und der steigenden Regulatorik an Klimaschutz zu Marktrisiken für Produkte und Dienstleistungen eines Unternehmens, die nicht zu einer CO2-neutralen Gesamtwirtschaft beitragen. Mutares berücksichtigt solche absehbaren oder möglicherweise eintretenden Veränderungen der Rahmenbedingungen im Rahmen klimapolitischer Maßnahmen der EU oder nationaler Regierungen bei den Akquisitionsentscheidungen. Zudem sieht die Optimization-Phase einer Portfoliounterneh- men regelmäßig auch die Integration von Nachhaltigkeitsaspekten in einem wirtschaftlich vertret- baren Umfang in das operative Tagesgeschäft vor. 70 Mutares SE & Co. KGaA Zusammengefasster Lage- und Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2024 Supply Chain-Risiken Beschaffungsrisiken Im Bereich Einkauf sind die Portfoliounternehmen Risiken wie dem Lieferantenausfall, verspäteter oder qualitativ mangelhafter Lieferung und Preisschwankungen, vor allem von Rohmaterialien, aus- gesetzt. Mutares begegnet diesen Risiken durch den Aufbau eines Beschaffungsmanagements sowie einer strikten Überwachung der jeweiligen Lieferanten auf Ebene der Portfoliounternehmen. Aller- dings können diese Maßnahmen den globalen Trend erhöhter Beschaffungskosten in nahezu allen Branchen nicht immer mitigieren. In Abhängigkeit von der weiteren Entwicklung ist es nicht auszu- schließen, dass Beschaffungsrisiken und insbesondere eine weitere Steigerung der Beschaffungs- preise stärker als antizipiert sich signifikant negativ auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Mutares-Konzerns bzw. der Portfoliounternehmen auswirken, insbesondere wenn es nicht gelingen sollte, diese Preissteigerungen in angemessenem Umfang an die Kunden weiterzugeben. Mutares hat seine internen Prozesse an die Vorgaben des Lieferkettensorgfaltspflichtengesetzes (LkSG) angepasst. Unternehmen im Geltungsbereich des LkSG sind u.a. verpflichtet, ein Risikoma- nagementsystem für menschenrechtliche und umweltbezogene Risiken einzurichten. Kernstück die- ses Risikomanagementsystems ist eine umfassende Risikoanalyse, die einmal jährlich sowie anlass- bezogen durchzuführen ist, wenn das Unternehmen erwartet, dass sich menschenrechts- und um- weltbezogene Risiken wesentlich verändert oder erweitert haben. Wie bei anderen neuen Gesetzen, entstehen auch bei der Implementierung der Vorgaben des Lieferkettengesetzes Fragen bezüglich der praktischen Umsetzung der Regelungen in die betriebliche Praxis. Mutares hat sich deswegen entschieden, die gesetzlichen Anforderungen unter Einbezug des Rats externer Experten umzuset- zen. Im Rahmen der im Geschäftsjahr 2024 durchgeführten regelmäßigen Risikoanalyse wurden keine konkreten Risiken im eigenen Geschäftsbereich identifiziert. Produktionsrisiken Die einzelnen Portfoliounternehmen des Mutares-Konzerns sind verschiedenen Produktionsrisiken ausgesetzt. Es besteht das Risiko, dass sich nach dem Erwerb die durch Mutares durchgeführten Optimierungsmaßnahmen nicht oder nur verzögert auswirken und Kosteneinsparungen nicht oder nur verzögert umgesetzt werden können. Zudem können Qualitätsprobleme und Verzögerungen von Produktneu- und -weiterentwicklungen zu einem Verlust von Aufträgen und Kunden bei einzelnen Beteiligungen führen, wodurch die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des jeweiligen Portfolioun- ternehmens negativ beeinflusst werden. Vor diesem Hintergrund können Produktionsrisiken mit bei deren Materialisierung negativen Auswir- kungen für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Mutares-Konzerns bzw. der Portfoliounter- nehmen grundsätzlich nicht ausgeschlossen werden. Mutares adressiert solche Risiken durch den Einsatz von qualifiziertem Personal und einer engma- schigen Überwachung der Produktionsprozesse. Im Projektgeschäft, in dem v.a. Teile der Portfoliounternehmen des Segments Engineering & Tech- nology tätig sind, können sich Risiken aus zeitlichen Abweichungen gegenüber ursprünglich mit den Kunden vereinbarten Zeitplänen ergeben, in dessen Folge sich Umsatz- und Gewinnrealisierungen verschieben oder in Einzelfällen Vertragsstrafen resultieren. Ferner können Risiken aufgrund von Abweichungen gegenüber vereinbarten technischen Spezifikationen eintreten, aus denen zusätzliche Kosten für die Fertigstellung des Projekts oder gar Vertragsstrafen resultieren können. Umfang und Komplexität einzelner Projekte können zu unerwarteten Kostensteigerungen führen, die nicht von den Kunden kompensiert werden. Um diesen spezifischen Risiken von Projektgeschäft zu begegnen, 71 Mutares SE & Co. KGaA Zusammengefasster Lage- und Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2024 erfolgt in den betroffenen Portfoliounternehmen ein umfangreiches Projektmanagement unter Ein- bindung von technischen und kaufmännischen Abteilungen, sowohl in der Angebotsphase als auch im weiteren Verlauf der Projekte. Warenkreditversicherungen Warenkreditversicherer unterziehen insbesondere bei Eigentümerwechseln (und vor allem bei sol- chen im Rahmen von Asset Deals) ihre Engagements einer intensiven Prüfung, mit dem Risiko einer Verschlechterung der Versicherungskonditionen oder einer Kürzung bzw. Kündigung der Limite/De- ckungszusagen. Für einzelne Portfoliounternehmen kann hieraus unter Umständen ein erhöhter Li- quiditätsbedarf aufgrund geforderter Vorkassen seitens der Lieferanten entstehen. Gleichzeitig kön- nen Risiken aus erhöhten Forderungsausfällen entstehen, sofern diese nicht ausreichend durch den Abschluss von Warenkreditversicherungen gedeckt werden können. Eine Materialisierung dieser Ri- siken kann sich negativ auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Mutares-Konzerns bzw. der betroffenen Portfoliounternehmen auswirken. Mutares wirkt diesen Risiken in den Beteiligungen durch ein den Gegebenheiten angepasstes, straffes Kreditoren- und Debitorenmanagement entgegen bzw. versucht regelmäßig bereits im Kaufvertrag, mit dem Verkäufer eine Einigung bezüglich Bezugskonditionen und Zahlungszielen zu erzielen, sofern der Verkäufer nach der Übernahme wesentlicher Lieferant bleibt. Um dem Risiko einer Verschlechterung der Versicherungskonditionen oder einer Kürzung bzw. Kün- digung der Limite/Deckungszusagen vorzubeugen, wird in der Regel bereits vor oder kurz nach der Übernahme mit Warenkreditversicherern Kontakt aufgenommen und auch die aktuelle finanzielle Lage sowie der Restrukturierungsplan für die Beteiligung ausführlich erläutert. Durch eine proaktive Kommunikation und ein regelmäßiges Reporting der Beteiligungen gegenüber den Warenkreditver- sicherern wird eine Vertrauensbasis geschaffen, die eine konstruktive Zusammenarbeit ermöglicht. Personelle Risiken Der Geschäftserfolg von Mutares hängt maßgeblich von erfahrenem Schlüsselpersonal ab, das über eine herausragende branchenübergreifende Expertise bezüglich Unternehmenstransaktionen, Finan- zierung und Unternehmensrecht sowie operativer Restrukturierung bei gleichzeitig hoher Belastbar- keit verfügt. Mutares steht bezüglich der Rekrutierung und Bindung dieses Schlüsselpersonals in einem globalen Wettbewerb mit renommierten Private Equity-Häusern als auch Unternehmensbera- tungen, bei denen dieses Personalprofil ebenfalls in hohem Maß gesucht wird. Vor diesem Hinter- grund können negative Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Mutares- Konzerns durch fehlendes oder unerwartet ausscheidendes hochqualifiziertes Schlüsselpersonal in der Mutares-Holding wie auch in den Portfoliounternehmen nicht grundsätzlich ausgeschlossen wer- den. Mutares stellt durch ein Bündel von Maßnahmen sicher, dass der Gesellschaft ausreichend hochqua- lifiziertes Personal zur Verfügung steht. Durch eine sorgfältige Personalauswahl, ein hohes Maß an Eigenständigkeit der eingesetzten Restrukturierungsmanager und eine variable, stark leistungsbezo- gene Vergütung, bietet Mutares ein attraktives Arbeitsumfeld für unternehmerisch ausgerichtete Per- sönlichkeiten. Auch in den Portfoliounternehmen stellt die Fluktuationsabwehr bzw. die Rekrutierung von qualifi- ziertem Personal einen wesentlichen Erfolgsfaktor dar. Dabei können lokale Faktoren – wie z.B. Standorte ohne attraktives lokales Lebensumfeld oder hohe Nachfrage durch andere Arbeitgeber in der Region - ein zusätzliches Risiko darstellen. Auch hier versucht Mutares, durch angemessene 72 Mutares SE & Co. KGaA Zusammengefasster Lage- und Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2024 Konditionen, die in der Regel auch erfolgsorientiert ausgelegt sind, attraktive Rahmenbedingungen für qualifiziertes Personal zu schaffen. IT-Risiken und Datensicherheit Die Geschäfts- und Produktionsprozesse und die interne bzw. externe Kommunikation von Unterneh- men basieren in hohem Maße auf Informationstechnologien. Die Anforderungen zur Informationssi- cherheit verändern und steigern sich – insbesondere mit Blick auf die Vertraulichkeit, Verfügbarkeit und Integrität persönlicher Daten aber auch zunehmend im Hinblick auf Authentizität, Nichtabstreit- barkeit, Verbindlichkeit und Zuverlässigkeit – kontinuierlich. Regulatorische Anforderungen im Hin- blick auf die Umsetzung von informationssicherheitsrelevanten Anforderungen nehmen ebenfalls zu und sind branchenunabhängig von wachsender Bedeutung und Signifikanz. Vor diesem Hintergrund können Risiken bezüglich IT-Prozessen und bezüglich Datensicherheit mit bei Materialisierung nega- tiven Auswirkungen für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Mutares-Konzerns grundsätz- lich nicht ausgeschlossen werden. Ein Fokus der Maßnahmen zur Abwehr von IT-Risiken liegt auf einem verlässlichen Schutz gegen unberechtigten Zugriff, etwa auf sensible Informationen zu potenziellen Transaktionen, den Portfo- liounternehmen oder wirtschaftlichen Informationen des Mutares-Konzerns. Angriffe auf Netzwerke, Infrastruktur, Applikationen, Systeme sowie gezieltes Abfangen von digitalen, analogen und gespro- chenen Informationen stellen ein Risiko für den Mutares-Konzern dar. Eine wesentliche Störung oder ein Ausfall der verwendeten Systeme kann zu einer Beeinträchtigung der Geschäfts- und Produkti- onssysteme bis hin zum vollständigen Informations- und Datenverlust, einer ungewollten Offenle- gung oder Falsifizierung jener Informationen führen und kann. Dies kann möglicherweise negative finanzielle Auswirkungen und/oder Reputationsschäden mit sich bringen. Vor diesem Hintergrund ist die Erstellung, Überwachung und Schulung der IT-Dokumentation zu der eingesetzten Hardware, zu Software-Lizenzen, dem Netzwerk und den Sicherheitsrichtlinien, ein- schließlich der Zugriffs- und Datenschutzsicherungskonzepte, fester Bestandteil der Risikovorsorge im Mutares-Konzern. Die IT-Strukturen und Datenströme im Mutares-Konzern sind weitgehend stan- dardisiert und bedienen sich fortschrittlicher Technologien. Um potenzielle Ausfälle, Datenverluste, Datenmanipulationen und unerlaubte Zugriffe auf das IT-Netz zu verhindern, setzt Mutares aktuelle, fallweise branchenspezifische Standardsoftware namhafter Anbieter ein. Diese wird im Bedarfsfall durch konzernspezifische Eigenentwicklungen, die kontinuierlicher Qualitätskontrolle unterliegen, er- gänzt und stetig weiterentwickelt. Back-up-Systeme, gespiegelte Datenbanken und eine definierte Notfallplanung sichern den Datenbestand nachhaltig und gewährleisten dessen Verfügbarkeit. Die IT-Systeme sind durch spezielle Zugangs- und Berechtigungskonzepte sowie eine wirksame und lau- fend aktualisierte Antivirensoftware geschützt. Außerdem wurde eine KI-basierte Anomalieerken- nung zur Eindämmung von „Phishing-Angriffen“ implementiert. Zudem werden in regelmäßigen Ab- ständen Penetrationstests durchgeführt, um die Sicherheit der Systeme zu gewährleisten und poten- zielle Schwachstellen frühzeitig zu identifizieren. Diese Tests helfen dabei, Sicherheitslücken aufzu- decken, die durch Angreifer ausgenutzt werden könnten, und ermöglichen es, geeignete Gegenmaß- nahmen zu ergreifen. Alle Geschäftsprozesse der Mutares SE & Co. KGaA sind im Rahmen der DSGVO- bzw. GDPR-Com- pliance aufgenommen, bewertet und in ein Datenschutzmanagement-System überführt. Allen Mitar- beitern der Mutares SE & Co. KGaA sind detaillierte Richtlinien und Arbeitsanweisungen zum Thema Datenschutz, Datensicherheit sowie allgemeine Informationssicherheit zur Verfügung gestellt. Die IT-Infrastruktur der Mutares SE & Co. KGaA wird zudem kontinuierlich auf aktuellem technischem Stand gehalten. 73 Mutares SE & Co. KGaA Zusammengefasster Lage- und Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2024 Neu erworbene Portfoliounternehmen von Mutares sehen sich regelmäßig mit der Herausforderung konfrontiert, die bestehenden IT-Systeme zeitnah, kostengünstig und ohne Systemausfälle aus der IT-Landschaft der ehemaligen Konzernmutter herauszulösen und/oder auf ein dem Stand der Technik angemessenes Niveau zu verbessern. Solche Umstellungsphasen sind ebenfalls mit den aufgezeigten Risiken behaftet. Mutares verfolgt hier in der Regel den Ansatz, die Konzernunternehmen im Rahmen des Carve-Outs einer technischen Modernisierung zu unterziehen, veraltete Systeme und Hardware zu ersetzen und dadurch den IT-Sicherheitsstandard zu erhöhen sowie anwendbare Normen und Gesetze im Sicherheitskontext zu identifizieren und zu implementieren. Im Rahmen der Due Dili- gence in Bezug auf IT werden IT- und Informations-Risiken erfasst, bewertet und Maßnahmen zur Mitigation definiert. Die Umsetzung dieser Maßnahmen wird nach einem dedizierten Kosten-Nutzen- verhältnis abgewogen und kann nehmen der Minimierung auch Risikoakzeptanz, -vermeidung oder -transfer (z.B. durch entsprechende Versicherungen) implizieren. Der aktuelle Umsetzungsstand je- des Portfoliounternehmens wird in regelmäßigen Abständen (mindestens quartalsweise) überwacht. Außerdem findet jährlich ein Meeting mit der lokalen Geschäftsleitung zur Abstimmung der Security- Strategie. Das Ziel ist stets der Einsatz modernster Systeme und Applikationen und die Nutzung von Cloud Technologien für eine effiziente und sichere Erbringung der Geschäftsprozesse. Mutares strebt an, eine hohe Transparenz über das Sicherheitsniveau jedes Konzernunternehmens zu erlangen und pragmatische Umsetzung von Sicherheitsmaßnahmen im Einklang mit der jeweiligen Sicherheitsam- bition zu gewährleisten. Die allgemein zu beobachtende Zunahme der Angriffe auf Wirtschaftsunternehmen mit dem Ziel der Sabotage, Erpressung oder Industriespionage in den letzten Jahren bekräftigt Mutares in dem Ansatz, die internen Standards kontinuierlich zu überprüfen und zu verbessern. Zu diesem Zweck hat Muta- res unter anderem in Cyber-Security investiert, um Informations- und IT-Sicherheit nach führenden Standards weiter zu konzeptualisieren und umzusetzen sowie relevante Normen und Gesetze konti- nuierlich zu überwachen und im Konzern konsequent zu etablieren. Steuerliche Risiken Die Mutares SE & Co. KGaA und ihre Portfoliounternehmen operieren weltweit und unterliegen damit diversen Steuerrechtsvorschriften. Unsicherheiten mit Auswirkungen für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Mutares-Konzerns können somit insbesondere aus laufenden Änderungen der Rechtsvorschriften, der Rechtsprechung und unterschiedlichen Rechtsauslegungen durch die jeweili- gen Finanzverwaltungen resultieren und unter Umständen ein erhebliches Ausmaß annehmen. Um auf die damit verbundenen steuerlichen Risiken angemessen reagieren zu können, werden Änderun- gen in der steuerlichen Gesetzgebung von der Steuerabteilung kontinuierlich überwacht und diesen anhand entsprechender Maßnahmen begegnet. Soweit erforderlich werden externe Sachverständige hinzugezogen. Mutares verfolgt in Zusammenarbeit mit externen Beratern aufmerksam den Fortschritt des Gesetz- gebungsverfahrens in jedem Land, in dem Mutares tätig ist. Mutares macht von der Ausnahmerege- lung von der Bilanzierung sowie weiterer Angaben zu latenten Steuern im Zusammenhang mit Pillar- Two-Ertragsteuern Gebrauch, die Gegenstand der im Mai 2023 veröffentlichten Änderungen an IAS 12 war. Gesamtaussage zur Risikosituation Auf Basis der dem Vorstand aus dem systematischen, mehrstufigen Risikomanagementsystem aktu- ell zur Verfügung stehenden Informationen sind für den Vorstand keine Risiken identifizierbar, die einzeln oder in Kombination den Fortbestand der Mutares SE & Co. KGaA oder des Mutares-Konzerns gefährden könnten. Jedoch ist es grundsätzlich möglich, dass die weitere Entwicklung in Bezug auf 74 Mutares SE & Co. KGaA Zusammengefasster Lage- und Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2024 die externen Rahmenbedingungen, deren jeweilige Auswirkungen zum Zeitpunkt der Erstellung die- ses zusammengefassten Lageberichts nicht vollständig verlässlich abschätzbar sind, von den heuti- gen Erwartungen des Vorstands abweichen. 7.3 Chancen der künftigen Entwicklung Die Identifikation von Chancen und das unternehmerische Wahrnehmen der identifizierten Chancen stellt den Kern des Mutares-Geschäftsmodells dar. In Ergänzung zur vorstehenden Darstellung der Risiken des Mutares-Konzerns und gegebenenfalls bei Relevanz auch seiner Portfoliounternehmen werden im Folgenden Ausführungen zu deren Chan- cen gemacht, sofern diese nach Einschätzung des Vorstands von besonderer Relevanz sind. Die Aus- führungen sind im Folgenden bewusst auf die Geschäftsmodell-immanente Chancen, also solche aus der Tätigkeit von Mutares insgesamt, begrenzt, nachdem die Chancen in den Portfoliounternehmen selbst in den Berichten aus den Portfoliounternehmen (Abschnitt 2.3) dargestellt sind. Die Reihen- folge der Darstellung der folgenden Erläuterungen spiegelt nicht die Einschätzung der Chancen in Bezug auf deren Bedeutung wider. Geschäftsmodell-immanente Chancen In der konsequenten strategischen Ausrichtung des Mutares-Geschäftsmodells und dessen weiterer Hochskalierung auf eine wachsende Anzahl von Portfoliounternehmen liegt die mit Abstand bedeu- tendste Chance für den Mutares-Konzern. Die Übernahme von Unternehmen in wirtschaftlich herausfordernder Lage oder Umbruchsituation (z.B. anstehende Restrukturierung) mit operativem Verbesserungspotenzial birgt ein hohes Wert- steigerungspotenzial. Zu diesem Zweck werden bei den erworbenen Portfoliounternehmen umfang- reiche Transformationspläne umgesetzt. Mit dem Verkauf soll das Wertsteigerungspotenzial realisiert und eine hohe Rendite (Return) auf das eingesetzte Kapital (Invested Capital) erzielt werden. Mutares sucht im Rahmen des Geschäftsmodells aktiv und systematisch nach Zielgesellschaften in Umbruchsituationen. In von hoher Unsicherheit geprägten Zeiten eröffnen sich insbesondere auf der Kaufseite möglicherweise zusätzliche Opportunitäten. Die Pipeline für Kauftransaktionen umfasst weiterhin vielversprechende Akquisitions-Projekte. Neben der hohen Reputation von Mutares mit ei- nem erfolgreichen Track-Record im Private-Equity-Markt für Special Situations ist die finanzielle Flex- ibilität ein weiteres Vertrauenspfand für die Transaktionspartner. Bei der Auswahl der Beteiligungen ist Mutares grundsätzlich nicht auf bestimmte Regionen oder Ge- schäftsmodelle begrenzt. Im Fokus stehen neben Unternehmen mit dem Schwerpunkt der Aktivitäten in Europa zunehmend auch Targets in weiteren Kernregionen von Mutares und damit zunehmend auch in China, USA und Indien. Dazu ist Mutares außer im Heimatmarkt Deutschland in weiteren strategischen Kernmärkten in Eu- ropa, unter anderem in Frankreich, Italien, Schweden und Spanien, präsent. Zudem erfolgte mit der Eröffnung eines Büros in Shanghai im Geschäftsjahr 2023 der Expansionsschritt nach China; im Ge- schäftsjahr 2024 wurden weitere Büros in den USA, Indien und Dubai eröffnet. Dadurch soll ein konstanter Deal-Flow aufgrund eines regionalen Netzwerks gewährleistet werden. Gesamtaussage zur Chancensituation Die vorstehend beschriebenen Chancen, die sich aus dem Geschäftsmodell von Mutares ableiten, sind nicht die einzigen Chancen, die sich für bzw. im Mutares-Konzern bieten, und werden insbeson- 75 Mutares SE & Co. KGaA Zusammengefasster Lage- und Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2024 dere durch die Chancen im bestehenden Portfolio und einer möglichen außerplanmäßig guten Ge- schäftsentwicklung in den Portfoliounternehmen (wie innerhalb der Berichte aus den Portfoliounter- nehmen in Abschnitt 2.3 beschrieben) flankiert. Die Einschätzung in Bezug auf Chancen der künftigen Entwicklung ist ferner Änderungen unterworfen, da der Konzern wie auch die Märkte, in denen die Portfoliounternehmen agieren, einem kontinuierlichen Wandel unterliegen. Es ist auch möglich, dass sich Chancen nicht verwirklichen lassen. 76 Mutares SE & Co. KGaA Zusammengefasster Lage- und Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2024 8. Prognosebericht Grundlage für diese Prognose sind insbesondere die unter Abschnitt 7.2 beschriebenen Erwartungen hinsichtlich der allgemeinen konjunkturellen Entwicklung sowie die spezifischen Erwartungen hin- sichtlich der voraussichtlich weiteren Entwicklung der einzelnen Portfoliounternehmen wie unter Ab- schnitt 2.3 beschrieben. Die Prognose setzt darüber hinaus ausdrücklich voraus, dass sich weitere Risiken, insbesondere die dargestellten geopolitische Risiken, nicht in einem für die Finanz-, Vermö- gens- und Ertragslage signifikanten Maß realisieren. Vor dem Hintergrund der bis zum Aufstellungstag dieses zusammengefassten Lage- und Konzernla- geberichts abgeschlossenen und unterzeichneten Transaktionen des laufenden Geschäftsjah- res 2025, der Annahmen zu weiteren beabsichtigten Transaktionen im Jahresverlauf sowie der Pla- nungen für die einzelnen Portfoliounternehmen, erwartet der Vorstand für das Geschäftsjahr 2025 für den Mutares-Konzern einen Anstieg der Umsatzerlöse auf EUR 6,5 Mrd. bis EUR 7,5 Mrd. (Ge- schäftsjahr 2024: EUR 5,3 Mrd.). Unter Berücksichtigung der bis zum Aufstellungszeitpunkt abgeschlossenen und unterzeichneten so- wie weiterer beabsichtigter Transaktionen des laufenden Geschäftsjahrs 2025 soll das (berichtete) EBITDA, insbesondere durch die im Zusammenhang mit den Akquisitionen entstehenden Gewinne aus günstigem Erwerb („Bargain Purchase“), erneut ein mindestens deutlich positives Niveau errei- chen (Geschäftsjahr 2024: EUR 117,1 Mio.). Beim Adjusted EBITDA erwartet der Vorstand auf Basis der vorliegenden Budgets sowie dem bis- herigen Start in das Geschäftsjahr 2025, im Saldo gegenläufiger Effekte, aus aktueller Sicht eine außerordentliche Verbesserung gegenüber dem Geschäftsjahr 2024. Zwar wird das Adjusted EBITDA durch die negativen Ergebnisbeiträge der neu erworbenen Beteiligungen teilweise deutlich belastet. Auf der anderen Seite erwartet der Vorstand durch die bei den Portfoliounternehmen erfolgreich initiierten Restrukturierungen und die resultierende Steigerung der jeweiligen Profitabilität aus heu- tiger Sicht insgesamt einen deutlich positiven Beitrag auf das Adjusted EBITDA, welches sich für das Geschäftsjahr 2024 auf EUR -85,4 Mio. belief. Der Jahresüberschuss der Mutares SE & Co. KGaA speist sich einerseits aus den Umsatzerlösen aus dem Beratungsgeschäft und andererseits aus Dividenden von Portfoliounternehmen sowie ins- besondere auch aus Exit-Erlösen aus dem Verkauf von Beteiligungen. Letztere sollen gemäß der Erwartung des Vorstands im Geschäftsjahr 2025 einen überproportionalen Beitrag zum Jahresüber- schuss der Mutares SE & Co. KGaA leisten. Aus diesem Grund wurde für die vorliegende Prognose für das Geschäftsjahr 2025 die Verknüpfung des erwarteten Jahresüberschuss der Mutares-Holding mit den Umsatzerlösen des Mutares Konzern, wie sie in der Vergangenheit mit einer Spanne von regelmäßig 1,8 % bis 2,2 % zum Ausdruck kam, aufgehoben. Denn insbesondere im Geschäfts- jahr 2024 hat sich – vor allem durch den Ergebnisbeitrag aus dem Listing der Steyr Motors AG nebst Einbringung von Anteilen an der Steyr Motors AG in eine zu 100 % gehaltene Tochtergesellschaft– gezeigt, dass einzelne Beteiligungen gemessen an ihrem Beitrag zu den Umsatzerlösen im Konzern überproportional zum Jahresüberschuss der Mutares SE & Co. KGaA beitragen können. Der Vorstand geht aufgrund der aktuellen Exit-Planungen und unter Abwägung der Risikofaktoren entsprechend davon aus, dass auch für das Geschäftsjahr 2025 ein ausreichend hoher Jahresüberschuss erzielt werden kann, um die Dividendenfähigkeit der Mutares SE & Co. KGaA mindestens auf dem Niveau der Markterwartung sicherzustellen. Auf Basis der aktuellen Planung geht der Vorstand von einem Jahresüberschuss für die Mutares SE & Co. KGaA in einer Bandbreite von EUR 130 Mio. bis EUR 160 Mio. aus (Geschäftsjahr 2024: EUR 108,3 Mio. aus). 77 Mutares SE & Co. KGaA Zusammengefasster Lage- und Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2024 Gesamtaussage zur Prognose Maßstab für den Erfolg der Mutares SE & Co. KGaA und des Mutares-Konzerns sind im Wesentlichen der Restrukturierungs- und Entwicklungsfortschritt der Beteiligungen sowie abgeschlossene M&A- Transaktionen, die nach einem erfolgreichen Turnaround und einer situationsabhängig folgenden Weiterentwicklung der Beteiligungen zu einer Wertsteigerung im Konzern beitragen. Aufbauend auf einem Geschäftsjahr 2024, mit dessen Verlauf sich der Vorstand vor dem Hintergrund des herausfordernden Umfelds insgesamt zufrieden zeigt, sieht der Vorstand den ambitionierten Wachstumskurs – in Bezug sowohl auf die o.g. Prognosen als auch die Mittelfristziele –durch die getätigten Akquisitionen sowie die eingeleiteten Transformationsprogramme im Portfolio auf einem erfolgreichen Weg. Es ist jedoch grundsätzlich möglich, dass die weitere Entwicklung in Bezug auf die externen Rah- menbedingungen, deren jeweilige Auswirkungen zum Zeitpunkt der Erstellung dieses zusammenge- fassten Lageberichts nicht vollständig verlässlich abschätzbar sind, von den heutigen Erwartungen des Vorstands abweichen. 78 Mutares SE & Co. KGaA Zusammengefasster Lage- und Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2024 München, den 19. Mai 2025 Mutares Management SE, persönlich haftende Gesellschafterin der Mutares SE & Co. KGaA Der Vorstand Robin Laik Mark Friedrich Johannes Laumann Dr. Lennart Schley 79 Mutares SE & Co. KGaA Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2024 Mutares SE & Co. KGaA, München     Konzernabschluss für das Geschäftsjahr von 1. Januar bis zum 31. Dezember 2024 Mutares SE & Co. KGaA Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2024 Konzern-Gesamtergebnisrechnung ============================== Vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2024

Mio. EUR Anhang 2024 2023
Umsatzerlöse 6 5.261,6 4.689,1
Bestandsveränderungen -18,8 -4,4
Sonstige Erträge 7 506,8 986,1
Materialaufwand 8 -3.092,3 -2.799,5
Personalaufwand 9 -1.645,4 -1.369,6
Sonstige Aufwendungen 10 -894,8 -744,8
Ergebnis vor Abschreibungen, Ertragsteuern und Zinsen (EBITDA) 117,1 756,9
Abschreibungen 16, 17, 18 -463,8 -320,0
Ergebnis vor Ertragsteuern und Zinsen (EBIT) -346,8 436,9
Finanzerträge 11 26,8 19,5
Finanzaufwendungen 11 -231,2 -92,9
Ergebnis vor Steuern -551,1 363,5
Ertragsteuern 12 91,2 3,6
Konzernergebnis -459,9 367,1
Davon entfallen auf:
Gesellschafter des Mutterunternehmens -406,3 397,1
Nicht beherrschende Gesellschafter -53,6 -30,0
Ergebnis je Aktie in EUR (unverwässert) 14 -19,10 19,08
Ergebnis je Aktie in EUR (verwässert) 14 -19,10 18,41
Sonstiges Ergebnis
Mio. EUR 2024 2023
Konzernergebnis 13 -459,9 367,1
Sonstiges Ergebnis nach Ertragsteuern 27,7 -16,2
Posten, die unter bestimmten Bedingungen nachträglich in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert werden
Kursdifferenzen 2,5 5,2
Posten, die nicht nachträglich in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert werden
Versicherungsmathematische Gewinne/Verluste 37 4,1 -8,4
Fair Value Änderungen von finanziellen Vermögenswerten/Verbindlichkeiten 35 21,1 -13,0
Gesamtergebnis 13 -432,2 350,9
Davon entfallen auf:
Gesellschafter des Mutterunternehmens -378,6 380,9
Nicht beherrschende Gesellschafter -53,6 -30,0

1 Mutares SE & Co. KGaA Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2024 Konzern-Bilanz ============== Zum 31. Dezember 2024    

Mio. EUR Anhang 31.12.2024 31.12.2023
Aktiva
Immaterielle Vermögenswerte 16 327,1 245,3
Sachanlagen 17 1.168,4 1.166,7
Nutzungsrechte 18 471,5 466,1
Anteile an assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen 44 38,3 37,0
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen 23 3,7 0,7
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 21 80,2 91,7
Ertragsteuerforderungen 12 3,3 0,7
Sonstige Vermögenswerte 22 2,7 2,3
Aktive latente Steuern 12 46,5 28,6
Vertragskosten 0,2 0,2
Langfristige Vertragsvermögenswerte 20 4,1 5,2
Langfristige Vermögenswerte 2.146,0 2.044,5
Vorräte 19 698,5 673,4
Kurzfristige Vertragsvermögenswerte 20 173,2 102,8
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen 23 590,7 491,0
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 21 115,9 225,5
Ertragsteuerforderungen 12 8,5 9,9
Sonstige Vermögenswerte 22 158,7 142,8
Zahlungsmittel und -äquivalente 25 412,1 520,1
Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte 24 66,8 138,6
Kurzfristige Vermögenswerte 2.224,4 2.304,2
Bilanzsumme 4.370,4 4.348,7

2 Mutares SE & Co. KGaA Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2024

Mio. EUR Anhang 31.12.2024 31.12.2023
Passiva
Gezeichnetes Kapital 26 21,3 21,0
Kapitalrücklage 27 141,7 139,0
Gewinnrücklagen 28 483,9 900,2
Sonstige Eigenkapitalbestandteile 29 32,1 9,1
Auf die Anteilseigner des Mutterunternehmens entfallendes Eigenkapital 679,0 1.069,3
Nicht-beherrschende Anteile 30 -7,3 50,3
Eigenkapital 671,7 1.119,6
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 34 4,7 5,6
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 35 234,5 350,8
Leasingverbindlichkeiten 36 409,2 380,0
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 37 117,4 130,6
Sonstige Rückstellungen 38 211,7 211,6
Sonstige Schulden 39 6,5 1,2
Passive latente Steuern 12 54,0 141,0
Langfristige Vertragsverbindlichkeiten 20 32,5 3,8
Langfristige Schulden 1.070,5 1.224,6
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 34 722,0 674,6
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 35 881,8 342,4
Leasingverbindlichkeiten 36 99,2 86,9
Rückstellungen 38 177,9 166,3
Ertragsteuerverbindlichkeiten 12 20,5 24,3
Sonstige Schulden 39 369,7 358,3
Kurzfristige Vertragsverbindlichkeiten 20 340,3 220,4
Schulden im Zusammenhang mit zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten 24 16,8 131,3
Kurzfristige Schulden 2.628,2 2.004,5
Bilanzsumme 4.370,4 4.348,7

3 Mutares SE & Co. KGaA Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2024 Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung ========================================   Vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2024  

Auf die Anteilseigner des Mutterunternehmens entfallendes Eigenkapital
Mio. EUR Gezeichnetes Kapital Kapitalrücklage Gewinn-rücklagen Sonstige Eigenkapital-bestandteile Summe Nicht beherr-schende Gesell-schafter Summe Eigenkapital
Stand zum 01.01.2023 20,6 134,9 526,6 30,6 712,7 1,4 714,0
Konzernergebnis 0,0 0,0 397,1 0,0 397,1 -30,0 367,1
Sonstiges Ergebnis nach Ertragsteuern 0,0 0,0 0,0 -16,2 -16,2 -0,1 -16,2
Vollständiges Gesamtergebnis für das Geschäftsjahr 0,0 0,0 397,1 -16,2 380,9 -30,1 350,9
Kapitalerhöhung aus bedingtem Kapital 0,4 2,9 0,0 0,0 3,3 0,0 3,3
Dividendenzahlungen 0,0 0,0 -36,1 0,0 -36,1 -1,2 -37,3
Erfassung von anteilsbasierten Vergütungen 0,0 1,2 0,0 0,0 1,2 0,0 1,2
Transaktionen mit Minderheiten 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 87,5 87,5
Umgliederungen im Kontext von Entkonsolidierungen 0,0 0,0 12,6 -5,3 7,3 -7,31) 0,0
Stand zum 31.12.2023 21,0 139,0 900,2 9,1 1.069,3 50,3 1.119,6
Stand zum 01.01.2024 21,0 139,0 900,2 9,1 1.069,3 50,3 1.119,6
Konzernergebnis 0,0 0,0 -406,3 0,0 -406,3 -53,6 -459,9
Sonstiges Ergebnis nach Ertragsteuern 0,0 0,0 0,0 27,7 27,7 0,0 27,7
Vollständiges Gesamtergebnis für das Geschäftsjahr 0,0 0,0 -406,3 27,7 -378,6 -53,6 -432,2
Kapitalerhöhung aus bedingtem Kapital 0,3 1,5 0,0 0,0 1,8 0,0 1,8
Dividendenzahlungen 0,0 0,0 -47,4 0,0 -47,4 -0,6 -48,0
Transaktionen mit eigenen Aktien 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0
Erfassung von anteilsbasierten Vergütungen 0,0 1,3 0,0 0,0 1,3 0,0 1,3
Transaktionen mit Minderheiten 0,0 0,0 32,72) 0,0 32,7 -3,3 29,3
Umgliederungen im Kontext von Entkonsolidierungen 0,0 0,0 4,7 -4,7 0,0 0,0 0,0
Kosten der Eigenkapitalbeschaffung 0,0 -0,1 0,0 0,0 0,1 0,0 -0,1
Stand zum 31.12.2024 21,3 141,7 483,9 32,1 679,0 -7,3 671,7

1) Umgliederungen beziehen sich teilweise auf Entkonsolidierungsvorgänge in Bezug auf Anteile nicht-beherrschender Gesellschafter aus den Vorjahren sowie auf den Verkauf von Anteilen nicht-beherrschender Gesellschafter. 2) Transaktionen mit Minderheiten beziehen sich im Wesentlichen auf eine statuswahrende Aufstockung von Anteilen (siehe Tz. 30). 4 Mutares SE & Co. KGaA Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2024 Konzern-Kapitalflussrechnung ============================

Vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2024
Mio. EUR Anhang 2024 2023
Konzernergebnis 13 -459,9 367,1
Gewinne (-) aus günstigem Erwerb ("Bargain Purchase") 5 -268,9 -727,2
Gewinne (-)/Verluste (+) aus Entkonsolidierungen 5, 7, 10 -70,4 -104,9
Abschreibungen und außerplanmäßige Wertminderungen (+) auf immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen und Nutzungsrechte 16, 17, 18 463,8 320,0
Gewinn (-)/Verlust (+) aus dem Abgang von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen 16, 17 -5,2 -27,3
Finanzaufwendungen (+)/Finanzerträge (-) 11 204,4 73,4
Ertragsteueraufwand (+)/-ertrag (-) 12 -91,2 -3,6
Ertragsteuerzahlungen (-) 12 -25,5 -11,1
Sonstige zahlungsunwirksame Aufwendungen (+)/Erträge (-) 31,5 31,9
Zunahme (-)/Abnahme (+) der Vorräte 19 48,9 71,1
Zunahme (-)/Abnahme (+) der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 23 12,0 106,6
Zunahme (+)/Abnahme (-) der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 34 -65,5 -52,1
Veränderungen im Trade Working Capital -4,5 125,7
Zunahme (-)/Abnahme (+) der Vertragsvermögenswerte 20 -2,6 -15,7
Zunahme (-)/Abnahme (+) der übrigen Aktiva 21, 22, 24 -131,3 -136,5
Zunahme (+)/Abnahme (-) der Rückstellungen 37, 38 -30,8 -45,7
Zunahme (+)/Abnahme (-) der Vertragsverbindlichkeiten 20 38,0 -5,2
Zunahme (+)/Abnahme (-) der übrigen Passiva 35, 39, 24 62,4 128,4
Veränderungen im Other Working Capital -64,4 -74,8
Ergebnisbeitrag aus Währungseffekten 3,5 3,3
Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit -286,9 -27,5
Einzahlungen (+) aus Abgängen von Sachanlagen 17 48,4 67,8
Auszahlungen (-) für Investitionen in Sachanlagen 17 -130,5 -138,2
Einzahlungen (+) aus dem Abgang von immateriellen Vermögenswerten 16 4,6 0,2
Auszahlungen (-) für Investitionen in immaterielle Vermögenswerte 16 -32,5 -26,3
Einzahlungen (+) aus Abgängen von zur Veräußerung gehaltener Vermögenswerte 24 0,0 17,1
Auszahlungen (-) für Zugänge zum Konsolidierungskreis 5 -32,9 -72,5
Einzahlungen (+) aus Zugängen zum Konsolidierungskreis 5 198,0 426,4
Einzahlungen (+) aus Abgängen aus dem Konsolidierungskreis 5 69,5 171,3

5

Auszahlungen (-) aus Abgängen aus dem Konsolidierungskreis 5 -19,5 -2,0
Erhaltene Zinsen (+) 11 17,5 8,3
Erhaltene Dividenden (+) von Gemeinschaftsunternehmen 44 1,0 2,3
Cashflow aus der Investitionstätigkeit 123,6 454,5
Gezahlte Dividenden (-) an Gesellschafter des Mutterunternehmens 28 -47,4 -36,1
Gezahlte Dividenden (-) an nicht beherrschende Gesellschafter 30 -0,7 -1,5
Einzahlungen (+) im Zusammenhang mit einer Kapitalerhöhung aus bedingtem Kapital 32 1,6 4,9
Einzahlungen (+) aus teilweisem Abgang von Anteilen ohne Beherrschungsverlust 30 14,9 0,0
Einzahlungen aus der Aufnahme (+)/Auszahlungen für die Tilgung (-) von Anleihen 35 271,0 69,2
Einzahlungen (+) aus der Aufnahme von (Finanz-) Krediten 35 107,8 92,1
Auszahlungen (-) für die Tilgung von (Finanz-) Krediten 35 -73,2 -114,0
Auszahlungen (-) für die Tilgung von Leasingverbindlichkeiten 36 -120,6 -106,5
Einzahlungen (+)/Auszahlungen (-) aus (unechtem) Factoring 35 -5,8 5,4
Gezahlte Zinsen (-) 11 -92,0 -58,1
Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit 55,7 -144,6
Zahlungswirksame Veränderung des Finanzmittelfonds -107,7 282,5
Wechselkursbedingte Änderungen des Finanzmittelfonds -0,1 -0,1
Änderung des Finanzmittelfonds aufgrund von IFRS 5-Reklassifizierung 24 -0,3 -8,6
Finanzmittelfonds am Anfang der Periode 25 520,2 246,4
Finanzmittelfonds am Ende der Periode 25 412,1 520,2

6 Mutares SE & Co. KGaA Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2024 Konzernanhang ============= Konzern-Gesamtergebnisrechnung…………………………………………………………………………..1 Konzern-Bilanz.............................................................2 Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung....................................4 Konzern-Kapitalflussrechnung................................................5 Konzernanhang.............................................................1 A. Grundlagen / Allgemeine Angaben......................................3 1.  Berichtendes Unternehmen..........................................3 2.  Grundlagen der Aufstellung des Abschlusses.............................3 3. Schätzungen und Ermessensentscheidungen.............................5 B. Zusammensetzung des Konzerns.......................................9 4. Konsolidierungskreis...............................................9 5. Veränderungen im Konsolidierungskreis...............................16 C. Angaben zur Konzern-Gesamtergebnisrechnung.........................59 6. Umsatzerlöse / Erlöse aus Verträgen mit Kunden........................59 7. Sonstige Erträge.................................................59 8. Materialaufwand.................................................59 9. Personalaufwand................................................60 10. Sonstige Aufwendungen...........................................60 11. Finanzergebnis..................................................61 12. Ertragsteuern...................................................62 13. Konzern- und Gesamtergebnis......................................68 14. Ergebnis je Aktie................................................68 15. Segmentinformationen............................................68 D. Angaben zu Vermögenswerten........................................73 16. Immaterielle Vermögenswerte......................................73 17. Sachanlagen...................................................76 18. Nutzungsrechte.................................................78 19. Vorräte.......................................................81 20. Vertragssalden..................................................81 21. Sonstige finanzielle Vermögenswerte.................................83 22. Sonstige nicht-finanzielle Vermögenswerte.............................83 23. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen.......84 24. Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte und Veräußerungsgruppen.......85 25. Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente..........................86 E. Angaben zu Eigenkapital und Schulden.................................87 26. Gezeichnetes Kapital.............................................87 27. Kapitalrücklage.................................................87 28. Gewinnrücklagen................................................87 29. Sonstige Eigenkapitalbestandteile....................................87 30. Nicht beherrschende Anteile........................................89 31. Genehmigtes Kapital.............................................91 32. Bedingtes Kapital und anteilsbasierte Vergütung.........................91 33. Eigene Anteile..................................................96 34. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen........................97 35. Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten.................................97 36. Leasingverbindlichkeiten..........................................101 37. Altersvorsorgepläne / Pensionsrückstellungen und ähnliche Verpflichtungen...102 38. Sonstige Rückstellungen..........................................109 39. Sonstige Schulden..............................................110 1 Mutares SE & Co. KGaA Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2024 F. Finanzinstrumente und Finanzrisikomanagement.......................111 40. Kapitalrisikomanagement.........................................111 41. Bewertung zum beizulegenden Zeitwert..............................112 42. Finanzrisikomanagement.........................................118 G. Sonstige Angaben.................................................125 43. Angaben zur Kapitalflussrechnung..................................125 44. Beteiligungen an gemeinsamen Vereinbarungen........................128 45. Eventualschulden, Haftungsverhältnisse und Rechtsstreitigkeiten...........130 46. Nahe stehende Personen und Unternehmen...........................133 47. Mitarbeitende..................................................137 48. Honorar des Konzernabschlussprüfers................................137 49. Erklärung nach §161 AktG zum Deutschen Corporate Governance Kodex .....137 50. Ereignisse nach dem Abschlussstichtag...............................138 H. Rechnungslegungsmethoden........................................142 51. Neue und geänderte IFRS.........................................142 52. Konsolidierungsgrundsätze........................................146 53. Wesentliche Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze...................150 54. Vom Klimawandel betroffene Bereiche des Konzernabschlusses.............167 Genehmigung des Abschlusses..............................................172 Anlage 1: Konsolidierungskreis und Aufstellung des Anteilsbesitzes...............174 2 Mutares SE & Co. KGaA Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2024 A.                                Grundlagen / Allgemeine Angaben


1.      Berichtendes Unternehmen

Die Mutares SE & Co. KGaA , München (nachfolgend „die Gesellschaft“ oder auch „Mutares“ bzw. gemeinsam mit den direkten und indirekten Tochter- bzw. Portfoliounternehmen[1] auch „Konzern“ oder „Gruppe“) hat ihren Sitz in München und ist dort beim Amtsgericht im Handelsregister Abteilung B unter der Nummer 250347 eingetragen. Eingetragener Sitz und gleichzeitig Hauptsitz der Gesellschaft ist die Arnulfstraße   19, 80335 München.   Mutares ist ein auf Sondersituationen („Special Situations“) fokussierter, international tätiger und börsennotierter Private-Equity-Investor. Das Geschäftsmodell von Mutares umfasst drei Phasen der Wertschöpfung, die Portfoliounternehmen nach deren Akquisition üblicherweise während ihrer Zugehörigkeit zu Mutares durchlaufen: Realignment, Optimization und Harvesting . Das initial identifizierte Wertsteigerungspotenzial eines Portfoliounternehmens wird sodann nach Transformation (Restrukturierung, Optimierung und Neupositionierung) und/oder Weiterentwicklung durch dessen Verkauf realisiert.   Traditionelle Kernregion von Mutares ist die EU; hier ist Mutares neben dem Heimatmarkt Deutschland mit zahlreichen lokalen Büros, u.a. in Frankreich, Italien, Schweden und Spanien, präsent. Zudem erfolgte mit der Eröffnung eines Büros in Shanghai im Geschäftsjahr 2023 der Expansionsschritt nach China; im Geschäftsjahr 2024 wurden weitere Büros in den USA, Indien und Dubai eröffnet.   Zum 31. Dezember 2024 befinden sich im Portfolio der Mutares SE & Co. KGaA 32 operative Beteiligungen bzw. Beteiligungsgruppen (Vorjahr: 30), die den vier Segmenten Automotive & Mobility, Engineering & Technology, Goods & Services und Retail & Food zugeordnet sind.    

2.       Grundlagen der Aufstellung des Abschlusses

Der Konzernabschluss von Mutares für das Geschäftsjahr 2024, bestehend aus Konzern-Gesamtergebnisrechnung, Konzern-Bilanz, Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung, Konzern-Kapitalflussrechnung und Konzernanhang, wurde in Einklang mit den IFRS® Reporting Standards (im Folgenden: „IFRS“) des International Accounting Standards Board (IASB), London, Großbritannien, und den IFRIC® Interpretations des IFRS Interpretations Committee (Committee), wie sie zum 31. Dezember 2024 in der Europäischen Union anzuwenden sind, sowie den zusätzlich nach § 315e HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften erstellt.   Geschäftsjahr der Gesellschaft ist das Kalenderjahr.   Die Aufstellung des Konzernabschlusses erfolgte unter Berücksichtigung des historischen Anschaffungs- oder Herstellungskostenprinzips. Hiervon ausgenommen sind ausgewählte Finanz­instrumente und anteilsbasierte Vergütungen, die zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden. Eine entsprechende Erläuterung erfolgt im Rahmen der jeweiligen Bilanzierungs- und Bewertungs­methoden (vgl. Tz. 53).   Historische Anschaffungs- oder Herstellungskosten basieren im Allgemeinen auf dem beizulegenden Zeitwert der im Austausch für den Vermögenswert entrichteten Gegenleistung. Der beizulegende Zeitwert ist der Gegenwert, der in einem geordneten Geschäftsvorfall zwischen Marktteilnehmern am


[1] Als Synonym wird im Folgenden teils auch der Begriff „Beteiligung“ verwendet. 3 Mutares SE & Co. KGaA Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2024 Transaktionstag für den Verkauf eines Vermögenswertes erlöst bzw. für die Übertragung einer Schuld gezahlt werden würde. Dabei ist es für den Preis unbedeutend, ob dieser direkt beobachtbar ist oder unter Anwendung einer Bewertungsmethode ermittelt wird.   Für den Fall der Bestimmung des beizulegenden Zeitwerts über ein Bewertungsverfahren ist dieser in Abhängigkeit der zur Verfügung stehenden beobachtbaren Parameter und der jeweiligen Bedeutung der Parameter für eine Bewertung im Ganzen in eine der drei folgenden Kategorien einzustufen:   * Stufe 1: Eingangsparameter sind notierte Preise (unbereinigt) auf aktiven Märkten für identische Vermögenswerte oder Schulden, auf die zum Bewertungsstichtag zugegriffen werden kann. * Stufe 2: Eingangsparameter sind andere als die aus Stufe 1 notierten Preise, die für den Vermögenswert oder die Schuld entweder direkt beobachtbar sind oder indirekt abgeleitet werden können. * Stufe 3: Eingangsparameter sind für den Vermögenswert oder die Schuld nicht beobachtbare Parameter.   Der Konzern ermittelt zum Ende des jeweiligen Geschäftsjahres, ob Transfers zwischen den Hierarchiestufen aufgetreten sind, indem die Klassifizierung (basierend auf dem Eingangsparameter der niedrigsten Stufe, der für die Bewertung zum beizulegenden Zeitwert insgesamt wesentlich ist) überprüft wird.   Die allgemeine Verantwortung für die Überwachung aller wesentlichen Bewertungen zum beizulegenden Zeitwert, einschließlich der beizulegenden Zeitwerte der Stufe 3, trägt die Finanzabteilung, die direkt an den Finanzvorstand berichtet. Für die Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts wesentlicher Vermögenswerte und Verbindlichkeiten werden, sofern erforderlich, ausgewählte externe Wertgutachter hinzugezogen. Auswahlkriterien sind beispielsweise Markt­kenntnis, Reputation, Unabhängigkeit und die Einhaltung professionaler Standards. Die Finanzabteilung entscheidet in Gesprächen mit den externen Wertgutachtern, welche Bewertungstechniken und Inputfaktoren in jedem einzelnen Fall anzuwenden sind.   In der Regel klassifiziert der Konzern Vermögenswerte und Verbindlichkeiten als kurzfristig, wenn diese voraussichtlich innerhalb von zwölf Monaten nach dem Bilanzstichtag realisiert oder ausgeglichen werden. Soweit Vermögenswerte und Schulden sowohl einen kurzfristigen als auch einen langfristigen Anteil aufweisen, werden diese in ihre Fristigkeitskomponenten aufgeteilt und entsprechend dem Bilanzgliederungsschema als kurzfristige und langfristige Vermögenswerte bzw. Schulden ausgewiesen.   Die Konzern-Gesamtergebnisrechnung wird nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt. Mutares SE & Co. KGaA erstellt und veröffentlicht den Konzernabschluss in Euro (EUR). Soweit nicht anders vermerkt erfolgen sämtliche Angaben grundsätzlich in Millionen Euro (kurz: Mio. EUR). Bei Abweichungen von bis zu einer Einheit (Mio., %) handelt es sich um rechentechnisch begründete Rundungsdifferenzen.   Alle für den 31. Dezember 2024 verpflichtend anzuwendenden IAS/IFRS und alle Interpretationen (SIC/IFRIC), die bis zum 31. Dezember 2024 von der Europäischen Union übernommen worden und in Kraft getreten sind, wurden berücksichtigt.   Der Konzernabschluss wird unter der Prämisse der Unternehmensfortführung (Going Concern) aufgestellt. Bei der Beurteilung, ob die Annahme der Unternehmensfortführung angemessen ist, berücksichtigt der Vorstand Informationen über einen Zeitraum von mindestens zwölf Monaten ab dem Aufstellungszeitpunkt. Auf dieser Basis sind keine wesentlichen Unsicherheiten bekannt, die erhebliche Zweifel an der Fortführungsfähigkeit des Konzerns aufwerfen könnten. 4 Mutares SE & Co. KGaA Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2024

3.      Schätzungen und Ermessensentscheidungen

Die Erstellung von Abschlüssen nach IFRS erfordert Schätzungen und Ermessensentscheidungen, die Auswirkungen auf ausgewiesene Beträge und damit im Zusammen­hang stehende Angaben haben. Die Schätzungen und Ermessensentscheidungen im vorliegenden Konzernabschluss beziehen sich im Wesentlichen auf die Kaufpreisallokationen im Kontext von Unternehmenszusammenschlüssen (v.a. Ermittlung des Fair Value von übernommenen Vermögenswerten und Schulden sowie Einschätzung hinsichtlich bedingter Kaufpreiskomponenten), die Beurteilung der Werthaltigkeit von immateriellen Vermögenswerten, die Bewertung von Leasingverbindlichkeiten und korrespondierenden Nutzungsrechten, die konzerneinheitliche Festlegung wirtschaftlicher Nutzungs­dauern für Sach­anlagen und immaterielle Vermögenswerte sowie die Bilanzierung und Bewertung von Alters­versorgungs­plänen/Pensionsrückstellungen, Ertragsteuern und aktive latente Steuern auf steuerliche Verlustvorträge.   Die künftigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen können direkte und indirekte Auswirkungen auf den Geschäftsverlauf, die Risiken, die Ertragslage sowie die Cashflows der Portfoliounternehmen im Mutares-Konzern haben. Den Ermessensentscheidungen und Schätzungen zugrunde liegende Prämissen basieren auf dem jeweils aktuell verfügbaren Kenntnisstand. Hierbei werden insbesondere die erwartete künftige Geschäftsentwicklung und die zum Zeitpunkt der Aufstellung des Konzern­abschlusses vorliegenden Umstände berücksichtigt. Ebenso wird die als realistisch unterstellte zukünftige konjunkturelle und geopolitische Entwicklung des Umfelds zugrunde gelegt. Aufgrund der anhaltend erhöhten Unsicherheit in Bezug auf die künftige konjunkturelle und geopolitische Entwicklung sind die Prämissen für Ermessensentscheidungen und Schätzungen daher in stärkerem Maße als sonst mit Unsicherheit behaftet. Zusätzlich zu den gegenwärtig bereits bestehenden geopolitischen Spannungen und Konflikten könnten neue bilaterale oder multilaterale Handels­konflikte den internationalen Handel signifikant beeinträchtigen und negative Auswirkungen auf die Weltwirtschaft haben; ein spezifisches diesbezügliches Risiko stellt gegenwärtig die von der Administration des neuen US-Präsidenten eingeleitete ausgeprägt protektionistische Handelspolitik der USA dar. Solche Handelskonflikte entstehen, wenn Länder protektionistische Handelsbarrieren wie Zölle, Einfuhrbeschränkungen, Importquoten oder Subventionen einführen, um ihre eigenen Industrien zu schützen; diese Maßnahmen führen in der Folge häufig zu Vergeltungsmaßnahmen anderer Länder. Sollten die eintretenden Rahmen­bedingungen von den Prämissen abweichen oder Entwicklungen eintreten, die von den zugrunde liegenden Annahmen abweichen und die außerhalb des Einflussbereichs des Konzerns liegen, können die sich einstellenden Beträge von den ursprünglich erwarteten Schätzwerten abweichen. Die Schätzungen beruhen auf Erfahrungswerten und anderen Annahmen, die unter den gegebenen Umständen als zutreffend erachtet werden. Die Einschätzungen und Annahmen werden laufend überprüft. Schätzungs­änderungen werden, soweit die Änderung nur eine Periode betrifft, nur in dieser berücksichtigt. Überarbeitungen von Schätzungen, die sowohl die aktuelle als auch folgende Berichtsperioden betreffen, werden entsprechend in dieser und den folgenden Perioden erfasst.   Weitere Ausführungen zu Schätzungen und Ermessenentscheidungen im Zusammenhang mit Klimarisiken finden sich in Tz. 54.  

3.1.                       Schätzungen

Im Rahmen von Unternehmenserwerben werden im Allgemeinen Schätzungen hinsichtlich der Ermittlung des Fair Value der erworbenen Vermögenswerte und Schulden vorgenommen. Grund und Boden sowie Gebäude werden in der Regel nach Bodenrichtwerten oder, ebenso wie technische Anlagen und Maschinen, von einem unabhängigen Sachverständigen bewertet. Bei der Bewertung immaterieller Vermögenswerte werden – je nach Art des Vermögenswerts und der Komplexität der Wert­ermittlung – in der Regel unabhängige, externe Sachverständige zu Rate gezogen. Abhängig von der Art des Vermögenswerts sowie der Verfügbarkeit der Informationen werden dabei unterschiedliche Bewertungstechniken herangezogen, die sich nach kosten-, marktpreis- und kapitalwertorientierten Verfahren unterscheiden lassen. 5 Mutares SE & Co. KGaA Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2024 Der Gesamtbetrag des übernommenen Nettovermögens aus den Unternehmenserwerben im Geschäftsjahr 2024, bei dem die Ermittlung des Fair Values teilweise Schätzungsunsicherheiten unterlag, beläuft sich auf EUR 236,8 Mio. (Vorjahr: EUR 904,3 Mio.). Weitere Ausführungen finden sich in Tz. 5.   Der beizulegende Zeitwert von bedingten Gegenleistungen in Zusammenhang mit Unternehmens¬erwerben und -veräußerungen, die im Rahmen der Folgebewertung auf einer Bewertung zum beizulegenden Zeitwert der Stufe 3 beruhen, wird in Übereinstimmung mit allgemein anerkannten Bewertungsverfahren basierend auf Discounted-Cashflow-Verfahren bestimmt. Die wesentlichen Eingangsparameter sind die Erwartungen zur Entwicklung künftiger Profitabilitätskennzahlen (EBITDA bzw. EBIT), zu Zahlungsströmen sowie den Abzinsungssätzen. Sollten bedingte Gegenleistungen im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusses an zukünftige Exit-Erlöse für den Verkauf eines Portfoliounternehmens geknüpft sein, kann aufgrund der Unsicherheit im Zusammenhang mit dem Zeitpunkt der Veräußerung sowie der Höhe der zu erwartenden Veräußerungserlöse zum Zeitpunkt des Unternehmenszusammenschlusses in der Regel keine verlässliche Schätzung des beizulegenden Zeitwerts erfolgen.­   Die buchhalterische Erfassung der Unternehmenszusammenschlüsse, bei denen der Bewertungs­zeitraum des IFRS 3.45 noch nicht abgelaufen ist, ist teilweise noch vorläufig. Für weitere Ausführungen verweisen wir auf Tz. 5.1.   Beim Auftreten von Umständen, die darauf hindeuten, dass der Buchwert einer Gruppe von Vermögenswerten von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten(„cash-generating units“, kurz „CGUs“) möglicherweise nicht belegt werden kann, werden die betroffenen CGUs auf Werthaltigkeit überprüft. Des Weiteren erfolgt eine mindestens jährliche Überprüfung der Werthaltigkeit des Geschäfts- oder Firmenwerts („Goodwill“), von Vermögenswerten mit unbegrenzter Nutzungsdauer, sowie von Vermögenswerten, die sich in Entwicklung befinden und bei Vorliegen von sogenannten „Triggering Events“. Bei einigen CGUs wurde auf Basis einer Analyse von solchen Ereignissen ein Wertminderungstest zum Stichtag 31. Dezember 2024 durchgeführt und in diesem Zusammenhang überprüft, ob der erzielbare Betrag (höherer Wert aus beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten und Nutzungswert) den Buchwert der CGU übersteigt. Die Ermittlung des erzielbaren Betrags als Nutzungswert erfolgt auf Basis der zukünftig erwarteten Nettozahlungsströme für eine drei- bzw. fünfjährige Detailplanungsphase mit anschließender ewiger Rente, für die eine Wachstumsrate von 1 % zugrunde gelegt wird. Grundsätzlich werden drei Detailplanungsjahre betrachtet. Sofern jedoch nach Abschluss der dreijährigen Detailplanungsphase nicht von einem eingeschwungenen Zustand für eine CGU ausgegangen werden kann, kommt es zu einer Ausdehnung der Detailplanungsphase auf fünf Jahre. Dies ist im Berichtsjahr insbesondere für die CGUs aus dem Segment Automotive & Mobility erfolgt, da in diesem Segment üblicherweise längere Projektlaufzeiten eine Ausdehnung erforderlich machen. Für die Ermittlung des Nutzungswerts werden Annahmen über zukünftige Verkaufspreise und Absatzmengen, Kosten(-einsparungsmaßnahmen) und Konjunkturzyklen getroffen. Eine Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts abzüglich Veräußerungskosten erfolgt auf Basis von Kaufpreisen/nicht beobachtbarer Inputfaktoren (Stufe 3). Die Nettozahlungsströme werden unter Verwendung gewichteter Kapitalkosten abgezinst. Die Überprüfung von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten auf deren Werthaltigkeit führten bei sechs CGUs zur erfolgswirksamen Erfassung eines Wertminderungsaufwands im Geschäftsjahr 2024 (vgl. Tz. 16 „Immaterielle Vermögenswerte“, Tz. 17 „Sachanlagen“ und Tz. 18“Nutzungsrechte“).     Die im Rahmen der Wertminderungstests verwendeten gewichteten Kapitalkosten vor Steuern liegen in einer Bandbreite zwischen 6,6 % und 15,8 % (Vorjahr: zwischen 8,0 % und 16,3 %) und zwischen 8,2 % und 15,0 % für CGUs, denen ein Geschäfts- oder Firmenwert zugeordnet ist. Im Zusammenhang mit den durchgeführten Wertminderungstests wurden Sensitivitätsanalysen hinsichtlich der wesentlichen Parameter, namentlich gewichtete Kapitalkosten und erwartete zukünftige Nettozahlungsströme, vorgenommen. Die hypothetische Erhöhung der für die Diskontierung der erwarteten zukünftigen Nettozahlungsströme verwendeten Kapitalkosten um 1 Prozentpunkt bzw. die Verminderung der erwarteten zukünftigen Nettozahlungsströme um 10 Prozentpunkte würde zu einem zusätzlichen Wertminderungsbedarf von EUR 59,3 Mio. bzw. EUR 42,5 Mio. (Vorjahr: EUR 19,4 Mio. bzw. EUR 13,6 Mio.) führen. Die hypothetische Erhöhung der für die Diskontierung der erwarteten zukünftigen Nettozahlungsströme verwendeten Kapitalkosten eines Portfoliounternehmens des Segments Engineering & Technology, das wiederum aus zwei CGUs besteht, denen ein Geschäfts- oder Firmenwert von EUR 80,6 Mio. zugewiesen wird (vgl. die Ausführungen in Tz. 16), um 1 Prozentpunkt bzw. die Verminderung der erwarteten zukünftigen Nettozahlungsströme um 10 Prozentpunkte würde zu keinem zusätzlichen Wertminderungsbedarf führen. Selbst bei einer angemessenerweise noch für möglich gehaltenen Änderung der wesentlichen Annahmen, namentlich Erhöhung der Kapitalkosten oder Verminderung der erwarteten zukünftigen Nettozahlungsströme, ist nicht von weiterem Wertminderungsbedarf auszugehen. Die Erhöhung des zusätzlichen Wertminderungsbedarf ist im Wesentlichen auf die allgemeine konjunkturelle Verschlechterung zurückzuführen. Dies zeigt sich vor allem in gesunkener Nachfrage nach Produkten und Leistungen der Portfoliounternehmen. Für weitere detaillierte Ausführungen im Zusammenhang mit Wertminderungen verweisen wir auf Tz 3.2 „Ermessensentscheidungen“, Tz. 16 „Immaterielle Vermögenswerte“, Tz. 17 „Sachanlagen“, Tz. 18“Nutzungsrechte“ sowie Tz 50 „Wesentliche Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden“.   Pensionsrückstellungen für Altersversorgungspläne bestehen in einem Teil der Portfolio­unternehmen, nicht jedoch bei der Mutares SE & Co. KGaA selbst. Diese werden auf Basis versicherungs­mathematischer Modelle abgebildet. Hierfür werden Schätzungen u.a. bezüglich des Abzinsungs­satzes, des Entgelts, und der Lebenserwartung benötigt und vorgenommen. Änderungen der Verhältnisse am Markt und in der Konjunktur können zu abweichenden Wahrscheinlichkeiten der 6 Mutares SE & Co. KGaA Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2024 aktuellen Entwicklungen bei den genannten Parametern führen. Anhand von Sensitivitätsanalysen werden Differenzen wesentlicher Parameter berechnet. Einzelheiten zu den vorgenommenen Schätzungen enthalten die relevanten Erläuterungen zu den Altersversorgungs­plänen/Pensions­rückstellungen in Tz. 37.   Mutares schätzt die voraussichtlichen Nutzungsdauern für immaterielle Vermögenswerte mit begrenzter Nutzungsdauer (Tz. 53.3) und Sachanlagen (Tz. 53.4) und überprüft anlassbezogen sowie zusätzlich für immaterielle Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer (u.a. Geschäfts- oder Firmenwerte) jährlich, ob eine Wertminderung eingetreten ist. Dabei ist der erzielbare Betrag zu schätzen. Dieser entspricht dem höheren Wert aus beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungs­kosten und Nutzungswert. Die Bestimmung des erzielbaren Betrags beinhaltet regel­mäßig die Vornahme von Schätzungen bezüglich der Prognose und Diskontierung künftiger Zahlungs­ströme. Das Management hält die vor­genommenen Schätzungen in Bezug auf die voraussichtliche Nutzungs­dauer und Werthaltigkeit bestimmter Vermögenswerte, die Annahmen über makro­ökonomische Rahmenbedingungen und Entwicklungen in den Branchen, in denen die Portfolio­unternehmen von Mutares tätig sind, und die Schätzung der Barwerte künftiger Zahlungen für angemessen. Gleichwohl können geänderte Annahmen oder veränderte Umstände Korrekturen notwendig machen. Diese können zu zusätzlichen Wertberichtigungen oder auch Wertaufholungen in der Zukunft führen, falls sich die von Mutares angestrebten Maßnahmen nicht vollständig realisieren lassen oder Entwicklungen, anders als erwartet, eintreten. Einzelheiten zu den vorgenommenen Schätzungen enthalten die Ausführungen zu den Vermögenswerten in Tz. 16, Tz. 17 und Tz. 18.   Einige Leasingverträge im Mutares-Konzern beinhalten Verlängerungs- und Kündigungsoptionen. Bei der Bestimmung der Laufzeit von Leasingverhältnissen bezieht Mutares alle maßgeblichen Fakten und Umstände ein, die einen wirtschaftlichen Anreiz zur Ausübung oder Nichtausübung von Verlängerungs- oder Kündigungsoptionen darstellen. Etwaige Laufzeitänderungen werden nur bei hinreichender Sicherheit der Ausübung oder Nichtausübung von Verlängerungs- oder Kündigungs­optionen in der Vertragslaufzeit berücksichtigt. Dies führt grundsätzlich zur Neubewertung der Leasingverbindlichkeit sowie einer korrespondierenden erfolgsneutralen Anpassung des Nutzungs­rechts.  

3.2.                       Ermessensentscheidungen

Im Rahmen der Anwendung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden werden Ermessens­ausübungen vorgenommen, die Auswirkungen auf den Konzern­abschluss haben. Die im Folgenden beschriebenen Ermessenausübungen beinhalten auch Schätz­ungen.   Mutares trifft in Übereinstimmung mit IFRS 15 bei der Bestimmung der Höhe und des Realisations­zeitpunkts der Erlöse aus Verträgen mit Kunden Ermessensentscheidungen. Für Verträge, die über einen Zeitraum erfüllt werden, kommen dabei in Abhängigkeit von der Beurteilung der Vermittlung eines getreuen Bildes der Leistungserbringung durch Mutares sowohl die Inputmethode (cost-to-cost) als auch die Outputmethode zum Einsatz. Die Leistungserfüllung erfolgt für zeitraumbezogene Leistungen mit der Erbringung der Leistung. Bei Verträgen, die zu einem bestimmten Zeitpunkt erfüllt werden, wird für die Umsatzrealisation auf den Übergang der Verfügungs­gewalt über das Gut abgestellt. In der Regel orientiert sich die Beurteilung des Kontrollübergangs an den vereinbarten Incoterms.   Die Gesellschaften des Mutares-Konzerns sind zur Entrichtung von Ertragsteuern verpflichtet. Es sind Annahmen erforderlich, um die Steuerverbindlichkeiten zu ermitteln. Es gibt Geschäftsvorfälle und Berechnungen, bei denen die endgültige Besteuerung während des gewöhnlichen Geschäftsverlaufs nicht abschließend ermittelt werden kann. Der Konzern bemisst die Höhe der Rückstellungen für erwartete Steuerzahlungen auf Basis von Schätzungen, ob und in welcher Höhe zusätzliche Steuern fällig werden. Sofern die endgültige Besteuerung dieser Geschäftsvorfälle von der anfänglich an­genommenen abweicht, wird dies in der Periode, in der die Besteuerung abschließend ermittelt wird, Auswirkungen auf die tatsächlichen und latenten Steuern haben. 7 Mutares SE & Co. KGaA Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2024 Einzelheiten zu den vorge­nommenen Ermessensentscheidungen enthalten die Erläuterungen zu den Ertrag­steuern in Tz. 12.   Für den Ansatz von aktiven latenten Steuern auf Verlustvorträge schätzt Mutares das künftige zu versteuernde Einkommen und den Zeitpunkt der künftigen Realisierung und damit Auflösung der aktiven latenten Steuern. Dabei werden Schätzungen über das geplante operative Ergebnis, das Ergebnis aus sich umkehrenden zu versteuernden temporären Differenzen und realistische Steuerpolitik zurate gezogen. Aufgrund der Ungewissheit über die künftigen Entwicklungen der jeweiligen Gesellschaften muss Mutares angemessene Annahmen bezüglich der aktiven latenten Steuern auf Verlustvorträge treffen. Demnach werden aktive latente Steuern nur insoweit angesetzt, als eine zukünftige Nutzbarkeit hinreichend wahrscheinlich ist. Einzelheiten zu den vorgenommenen Ermessensentscheidungen enthalten die Erläuterungen zu den aktiven latenten Steuern auf Verlust­vorträge in Tz. 12.6.   Sofern einzelne Vermögenswerte im Konzern keine weitgehend von anderen Zahlungsmittelzuflüssen unabhängigen Zahlungsmittelzuflüsse generieren, werden diese in einer zahlungsmittel­generierenden Einheit („cash-generating unit“, kurz „CGU“) abgegrenzt und die Überprüfung der Werthaltigkeit erfolgt auf Ebene der zahlungsmittelgenerierenden Einheit, der die zu testenden Vermögenswerte zuzuordnen sind.   Bei der bilanziellen Abbildung von Leasingverhältnissen zieht Mutares im Rahmen der Berechnung des Barwerts der Leasingverbindlichkeiten zur Diskontierung der bewertungsrelevanten Leasing­zahlungen mangels Verfügbarkeit des dem Leasingverhältnis zugrunde liegenden Zinssatzes regelmäßig den Grenzfremdkapitalzins heran. Dieser wird je Leasingverhältnis laufzeitäquivalent, sowie währungsspezifisch risikoäquivalent ermittelt und setzt sich grundsätzlich aus drei Komponenten zusammen. Diese umfassen grundsätzlich entsprechende Referenzzinssätze, unternehmens­spezifische Kreditrisikoprämien und vermögenswertspezifischen Anpassungen. Mutares leitet die Referenzzinssätze datenbankgestützt aus laufzeitäquivalenten Staatsanleihen ab. Die unter­nehmens­spezifischen Kreditrisikoprämien werden ausgehend von Kapitalmarktdaten über synthetische Ratings ermittelt. Vertragsspezifische Anpassungen werden implizit berücksichtigt.   Tochterunternehmen sind Unternehmen, die von der Mutares SE & Co. KGaA beherrscht werden. Der Konzern erlangt Beherrschung, wenn er die Verfügungsgewalt über das Tochterunternehmen ausüben kann, schwankenden Renditen aus der Beteiligung ausgesetzt ist und die Fähigkeit besitzt, seine Verfügungsgewalt über das Tochterunternehmen so zu nutzen, dass dadurch die Höhe der Rendite aus der Beteiligung beeinflusst wird. Verfügungsgewalt ergibt sich aus Rechten, allen voran aus Stimmrechten. Teilweise ergibt sich die Verfügungsgewalt über ein Unternehmen unmittelbar und allein aus den Stimmrechten. In anderen Fällen ist die Beurteilung komplexer und die Berücksichtigung mehrerer Faktoren ist notwendig und geboten.   Bei der Beurteilung, ob Mutares ein Unternehmen beherrscht, sind sämtliche Fakten und Umstände zu berücksichtigen. Selbst wenn Mutares die Stimmrechtsmehrheit an einem anderen Unternehmen hält, kann es Fakten und Umstände geben, so dass nicht gleichzeitig auch die Verfügungsgewalt über dieses Unternehmen besteht. Das kann beispielsweise der Fall sein, wenn die Stimmrechte nicht substanziell sind. Die Feststellung, ob Stimmrechte substanziell sind, erfordert eine Ermessens-ausübung, bei der sämtliche Fakten und Umstände zu berücksichtigen sind. Beispielsweise kann Mutares in Fällen nicht die Verfügungsgewalt haben, in denen es nicht über die maßgeblichen Tätigkeiten entscheiden kann. Unter bestimmten Umständen lässt sich möglicherweise nur schwer bestimmen, ob die Rechte von Mutares ausreichen, um Verfügungsgewalt über ein anderes Unter-nehmen zu bejahen. Um in solchen Fällen eine Beurteilung der Verfügungsgewalt zu ermöglichen, prüft Mutares, ob die praktische Fähigkeit zur einseitigen Lenkung der maßgeblichen Tätigkeiten vorliegt. 8 Mutares SE & Co. KGaA Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2024 B.                                Zusammensetzung des Konzerns


4.      Konsolidierungskreis

Der Konsolidierungskreis der Mutares SE & Co. KGaA umfasst zum 31. Dezember 2024 neben dem Mutterunternehmen 327 (Vorjahr: 285) Gesellschaften, die vollkonsolidiert werden. Davon haben 108 (Vorjahr: 93) Gesellschaften ihren Sitz in Deutschland und 219 (Vorjahr: 192) Gesellschaften ihren Sitz im Ausland.   Der Konsolidierungskreis umfasst zum 31.  Dezember 2024 die folgenden in die vier Segmente eingeteilten operativen Beteiligungen und Landesgesellschaften: 9 Mutares SE & Co. KGaA Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2024 Segment Automotive & Mobility  

Nr. Beteiligung
(1) Amaneos Amaneos SE, Frankfurt; MoldTecs-01-2022 GmbH, Bad Harzburg, sowie deren Tochtergesellschaften; Light Mobility Solutions GmbH, Obertshausen; SFC-Gesellschaften in Europa und Indien und China; Elastomer Solutions GmbH, Wiesbaum, sowie deren Tochtergesellschaften SFC China, Kuzan/China
(2) FerrAl United Group FerrAl United GmbH, Frankfurt; PrimoTECS S.p.A., Avigliana/Italien; Rasche Umformtechnik GmbH & Co. KG, Plettenberg, und deren Tochtergesellschaft; Cimos d.d., Koper/Slovenien, sowie deren Tochtergesellschaften; MMT-B SAS, Blanquefort/Frankreich; BEW Umformtechnik GmbH, Rosengarten und deren Tochtergesellschaft; Selzer Fertigungstechnik GmbH & Co. KG Driedrof, und deren Tochtergesellschaften; Gesenkschmiede Schneider, Aalen; Schöneweiss & Co. GmbH, Hagen; Falkenroth Umformtechnik GmbH, Schalksmühle; Jeco-Jellinghaus GmbH, Gevelsberg; Walor International, Laval/Frankreich und deren Tochtergesellschaften in Europa und den Vereinigten Staaten; KmB Technologie GmbH, Zerbst;
(3) HILO Group KICO GmbH, Halver, sowie deren Tochtergesellschaften; Innomotive Systems Hainichen GmbH, Hainichen, sowie deren Tochtergesellschaften in China und Rumänien; High Precision Components Witten GmbH, Witten Prinz Kinematics GmbH, Stromberg, sowie deren Tochtergesellschaften
(4) Matikon Group Matikon GmbH & Co. KG, Horb am Neckar, sowie deren Tochtergesellschaften
(5) Peugeot Motocycles Group Peugeot Motorcycles SAS, Mandeure/Frankreich, sowie deren Tochtergesellschaften

10 Mutares SE & Co. KGaA Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2024 Segment Engineering & Technology  

Nr. Beteiligung
(6) Byldis Byldis Group B.V, Amsterdam/Niederlande und deren Tochtergesellschaften
(7) Clecim Clecim SAS, Savigneux/Frankreich
(8) Donges Group Donges Steeltec GmbH, Darmstadt, sowie deren Tochtergesellschaften
(9) Efacec Group Efacec Power Solutions SGPS, S.A., Porto/Portugal und deren Tochtergesellschaften
(10) Gemini Rail und ADComms Group Gemini Rail Services UK Ltd., Wolverton/Vereinigtes Königreich sowie ADComms, Scunthorpe/Vereinigtes Königreich
(11) Guascor Energy Guascor Energy S.A.U., Zumaia/Spanien sowie deren Tochtergesellschaften
(12) La Rochette Cartonboard La Rochette Cartonboard SAS, Valgelon-La Rochette/Frankreich
(13) NEM Energy Group NEM Energy B.V., Zoeterwoude/Niederlande, Balcke-Dürr GmbH, Düsseldorf, sowie deren Tochtergesellschaft in Deutschland
(14) Sofinter Group Sofinter S.p.A, Mailand/Italien sowie deren Tochtergesellschaften
(15) Steyr Motors Steyr Motors AG, Steyr/Österreich

Am 29. November 2024 hat Mutares über ein Tochterunternehmen die Übernahme der Serneke Sverige AB und ihrer Tochtergesellschaften („Serneke“ oder auch „Serneke Group“), einem schwedischen General­unternehmer für den Bau von Dienstleistungs- und Infrastrukturimmobilien, Wohnimmobilien und Gewerbeimmobilien, zunächst formal abgeschlossen. Aus Sicht von Mutares wurde die Unter­zeichnung des Kaufvertrags und dessen Vollzug jedoch durch aktive Irreführung und Verschweigen wesentlicher Informationen seitens der Verkäuferin herbeigeführt. Daher hat das Tochterunternehmen von Mutares (als Käuferin von Serneke) den Kaufvertrag mit Schreiben vom 2. Januar 2025 angefochten; mit erfolgreicher Anfechtung gilt der Kaufvertrag von Beginn an als nichtig.   Trotz eines formalen Vollzugs des Erwerbs sämtlicher Stimmrechte waren die Kriterien, die eine Beherrschung im Sinne des IFRS 10 definieren, bei diesem Erwerb nicht erfüllt. Zwar bestand grundsätzlich eine rechtliche Grundlage zur Übernahme von Entscheidungsbefugnissen, allerdings waren die davon betroffenen Rechte nicht substanziell im Sinne des IFRS 10.B23, da sie de facto nicht ausgeübt werden konnten.   Mutares konzentriert sich im Regelfall darauf, nach einem Erwerb zeitnah ein umfassendes Restrukturierungs- oder Transformationsprogramm zu initiieren. Typische Maßnahmen umfassen die Stabilisierung und Neuausrichtung von Kunden- und Lieferantenbeziehungen, die Neustrukturierung der Finanzierungsbasis, den Einsatz von qualifiziertem Fach- und Führungspersonal sowie die Fortführung wesentlicher operativer Projekte. Durch diese Tätigkeiten soll der Wert des erworbenen Unternehmens gesteigert und die Rendite beeinflusst werden.   Im konkreten Fall konnten diese maßgeblichen Tätigkeiten jedoch nicht ausgeübt werden, weil sich unmittelbar nach Vollzug des Erwerbs eine Situation offenbarte, in der wesentliche Kunden- und Lieferantenbeziehungen irreparabel beschädigt waren und die finanzielle Lage der Serneke Group bereits so kritisch war, dass keine regulären Restrukturierungsmaßnahmen umgesetzt werden konnten. Eine Zuführung weiterer Liquidität war wirtschaftlich nicht zu rechtfertigen, da es weder die 11 Mutares SE & Co. KGaA Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2024 starke Überschuldungssituation noch den Vertrauensverlust im Markt hätte beheben können. Diese Umstände machten eine tatsächliche Implementierung der von Mutares üblicherweise vorge­nommenen Steuerungsschritte unmöglich.   Der bereits am 7. Januar 2025 – nur wenige Wochen nach dem Vollzug des Erwerbs – gestellte Insolvenzantrag verdeutlicht zudem, dass selbst ein kurzfristiger Handlungsrahmen für Mutares nicht vorhanden war.   In Übereinstimmung mit IFRS 12 (insbesondere IFRS 12.7 und IFRS 12.9) legt Mutares alle wesentlichen Gründe für die Nicht-Konsolidierung offen. Dazu gehören insbesondere:   * Nicht eingehaltene Zusicherungen des Verkäufers: Der Verkäufer hatte vertraglich u.a. ein bestimmtes Eigenkapitalniveau und intakte Kunden-/Lieferantenbeziehungen zugesichert. Tatsächlich lag das tatsächliche, vom Verkäufer bewusst beeinflusste Eigenkapital erheblich unterhalb dieser Zusage und Serneke Group befand sich beim Erwerb bereits in einem insolvenznahen Zustand.   * Keine Möglichkeit der Ausübung der formalen Stimm- und Verwaltungsrechte: Direkt nach Vollzug des Erwerbs war die lokale Geschäftsleitung ausschließlich damit beschäftigt, den unmittelbaren operativen Zusammenbruch zu verhindern. Die üblichen Maßnahmen im Hinblick auf Restrukturierung und Neupositionierung konnten daher nicht umgesetzt werden. Die Vorgaben in IFRS 10.B8/B15 (Identifizierung und Steuerung relevanter Aktivitäten) waren faktisch nicht zu erfüllen.   Die Abwendung einer Insolvenz ist gerade keine maßgebliche Aktivität im Sinne von IFRS 10. Die reine Liquiditätssicherung zur Vermeidung einer Insolvenz stellt keinen typischen operativen oder strategischen Steuerungsprozess dar, durch den Mutares die Höhe von variablen Renditen gestalten könnte. Folglich war das Kriterium des IFRS 10.7(c), nicht erfüllt.   Aufgrund dieser Umstände erfolgte keine Einbeziehung der Serneke Group in den Konzernabschluss zum 31. Dezember 2024. Mutares geht davon aus, dass weder eine Beherrschung (im Sinne von IFRS 10) noch ein maßgeblicher Einfluss (im Sinne von IAS 28) jemals bestanden hat. 12 Mutares SE & Co. KGaA Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2024 Segment Goods & Services  

Nr. Beteiligung
(16) Alcura Alcura France SAS, Le Poinconnet/Frankreich
(17) Alterga (vormals: Eltel Networks) Alterga SA, Olsztyn/Polen; Alterga Engineering SA, Krakau/Polen
(18) Conexus Conexus S.p.A, Rom/Italien
(19) Ganter Group Ganter Interior GmbH, Waldkirch, sowie deren Tochtergesellschaften
(20) GoCollective und ReloBus Group[2] GoCollective A/S., Kastrup/Dänemark sowie deren Tochtergesellschaften; ReloBus Transport Polska Sp. Z.o.o., Torun/Polen;
(21) Greenview Greenview Group Holding Ltd., Carryduff/Nordirland
(22) Palmia[3] Palmia Oy, Helsinki/Finnland sowie deren Tochtergesellschaft
(23) REDO Redo Oy, Vantaa/Finnland
(24) Stuart (SRT Group) SRT Group SAS Paris/Frankreich, sowie deren Tochtergesellschaften
(25) Terranor Group Terranor Oy, Helsinki/Finnland, sowie deren Tochtergesellschaften; Terranor AB, Stockholm /Schweden, sowie deren Tochtergesellschaften; Terranor AS, Silkeborg/Dänemark

[2] Im Geschäftsjahr 2024 wurde die serbische Einheit MobiLitas, die zuvor Teil der Gruppe war, veräußert. [3] Zum Ende des Geschäftsjahres 2024 hat Mutares die Asteri Facility Solutions („Asteri“) nach erfolgreicher Neupositionierung veräußert. 13 Mutares SE & Co. KGaA Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2024 Segment Retail & Food  

Nr. Beteiligung
(26) FASANA FASANA GmbH, Euskirchen
(27) Gläserne Molkerei Gläserne Molkerei GmbH, Dechow sowie deren Tochtergesellschaften
(28) keeeper Group keeeper GmbH, Hille sowie deren polnische Tochtergesellschaft
(29) Lapeyre Group Lapeyre Holding SAS, Paris/Frankreich, sowie deren Tochtergesellschaften
(30) Natura Natura sp. z.o.o., Łódź/Polen sowie deren Tochtergesellschaften
(31) Prénatal Moeder & Kind B.V., Amersfoort/Niederlande, sowie deren Tochtergesellschaft
(32) Temakinho Temakinho s.r.l., Mailand/Italien

14 Mutares SE & Co. KGaA Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2024 Landesgesellschaften  

Nr. Landesgesellschaft
(1) Mutares France Mutares France SAS, Paris/Frankreich
(2) Mutares Italy Mutares Italy Srl, Mailand/Italien
(3) Mutares UK Mutares UK Ltd., London/Vereinigtes Königreich
(4) + (5) Mutares Nordics Mutares Nordics Oy, Vantaa/Finnland; Mutares Nordics AB, Stockholm/Schweden
(6) Mutares Iberia Mutares Iberia S.L., Madrid/Spanien
(7) Mutares Austria Mutares Austria GmbH, Wien/Österreich
(8) Mutares Benelux Mutares Benelux B.V., Amsterdam/Niederlande
(9) Mutares Poland Mutares Poland Sp.z.o.o., Czestochowa/Polen
(10) Mutares Romania Mutares Services SRL, Cluj/Rumänien
(11) Mutares China Mutares Management Consulting (Shanghai) Co., Ltd., Shanghai/China
(12) Mutares India Mutares India Private Ltd., Mumbai/Indien
(13) Mutares US Mutares US Inc., Chicago/USA
(14) Mutares Middle East Mutares Consulting Services Middle East Limited, Dubai/VAE

Details zum Konsolidierungskreis enthält die Aufstellung des Anteilsbesitzes, welche als Teil der Anlage 1 Bestandteil dieses Konzernanhangs ist. 15 Mutares SE & Co. KGaA Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2024

5.      Veränderungen im Konsolidierungskreis

5.1.                       Erwerbe von Tochterunternehmen

Im Folgenden werden die Erwerbe von Tochtergesellschaften in den beiden relevanten Berichts­zeiträumen aufgeführt.  

5.1.1       Erwerbe von Tochterunternehmen im Geschäftsjahr

Im Zeitraum vom 1. Januar bis 31. Dezember 2024 wurden die folgenden Tochterunternehmen erworben und erstkonsolidiert:     Erwerb von Prinz Kinematics   Mit Wirkung zum 2. Januar 2024 hat Mutares sämtliche Anteile und Stimmrechte an der Prinz Kinematics GmbH („Prinz“) von AL-KO erworben. PRINZ ist ein Automobilzulieferer für kinematische Systeme, der sich auf die Entwicklung und Produktion von Scharnier- und Schließsystemen spezialisiert hat, die in Fahrzeugtüren, Heckklappen und Motorhauben für Premium-OEM-Kunden eingesetzt werden. Der Erwerb stärkt die HILO Group im Segment Automotive & Mobility.   Die Gegenleistung für den Erwerb der Gesellschaft belief sich auf EUR 1 und wurde zum Erwerbs­zeitpunkt entrichtet. Akquisitionsbezogene Nebenkosten für die Transaktion sind nur in unwesentlichem Umfang angefallen. Diese sind in der Gesamtergebnisrechnung unter den sonstigen Aufwendungen erfasst. Der Fair Value des erworbenen Nettovermögens wurde mit EUR 18,7 Mio. bewertet, es entstand ein Gewinn aus günstigem Erwerb ("Bargain Purchase") von EUR 18,7 Mio.   In der nachfolgenden Tabelle werden die Ergebnisse der Kaufpreisallokation und die Ableitung des Gewinns aus günstigem Erwerb („Bargain Purchase“), der in den sonstigen Erträgen erfasst ist, dargestellt:  

Mio. EUR Fair Value
Immaterielle Vermögenswerte 0,4
Sachanlagen 12,8
Nutzungsrechte 2,9
Andere langfristige Vermögenswerte 0,0
Langfristige Vermögenswerte 16,0
Vorräte 6,2
Forderungen und sonstige kurzfristige Vermögenswerte 3,4
Andere kurzfristige Vermögenswerte 7,1
Kurzfristige Vermögenswerte 16,7
Passive latente Steuern 0,1
Andere langfristige Schulden 3,4
Langfristige Schulden 3,4
Kurzfristige Schulden 10,6
Nettovermögen 18,7
Gewinn aus günstigem Erwerb ("Bargain Purchase") 18,7
Gegenleistung 0,0

16 Mutares SE & Co. KGaA Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2024 Der Fair Value der erworbenen Forderungen bezogen auf einen Bruttoforderungsbetrag von EUR 3,5 Mio. beläuft sich zum Erwerbszeitpunkt auf EUR 3,4 Mio. Entsprechend beläuft sich die zum Erwerbszeitpunkt vorgenommene bestmögliche Schätzung für vertragliche Zahlungsströme, deren Einbringlichkeit nicht erwartet wird, auf EUR 0,1 Mio.   Der Konzernabschluss enthält aus dem erworbenen Unternehmen für den Berichtszeitraum Umsatzerlöse von EUR 41,1 Mio. und ein um Erstkonsolidierungseffekte im Zusammenhang mit der Transaktion bereinigte Ergebnis nach Steuern von EUR -2,4 Mio. Da die Gesellschaft mit Wirkung zum 2. Januar 2024 erworben wurde, sind etwaige Gesamtjahresbeiträge in Bezug auf Umsatz und Ergebnis zum Konzernumsatz bzw. -ergebnis identisch mit den zuvor genannten Zahlen.     Erwerb von Temakinho   Am 1. März 2024 hat Mutares sämtliche Anteile und Stimmrechte an der Temakinho S.r.l. von Cigierre – Compagnia Generale Ristorazione S.p.A. erworben. Das Portfoliounternehmen stärkt das Segment Retail & Food als neues Plattforminvestment und betreibt eine Restaurantkette, die japanisch-brasilianisches Sushi, Fleischgerichte und Getränke anbietet.   Der Fair Value der übertragenen Gegenleistung beträgt EUR 6,5 Mio. Dieser setzt sich zusammen aus einem fixen Betrag von EUR 4,9 Mio., der zum Vollzugszeitpunkt entrichtet wurde, sowie einem weiteren Betrag von EUR 1,0 Mio., der in zwei gleichen Raten zwölf bzw. 24 Monate nach dem Vollzug der Transaktion zu begleichen ist. Die restlichen EUR 0,6 Mio. sind in neun gleich großen Raten bis März 2026 zu zahlen. Der Barwert der gestundeten Kaufpreisbestandteile beläuft sich in Summe auf EUR 1,6 Mio. Akquisitionsbezogene Nebenkosten für die Transaktion sind im mittleren sechsstelligen Bereich angefallen. Diese sind in der Gesamtergebnisrechnung unter den sonstigen Aufwendungen erfasst. Der Fair Value des erworbenen Nettovermögens wurde bewertet mit EUR 8,7 Mio., es entstand ein Gewinn aus günstigem Erwerb ("Bargain Purchase") von EUR 2,2 Mio. Im März 2025 wurde Temakinho im Rahmen eines Management Buy-outs veräußert (vgl. Tz 24 und 50).   In der nachfolgenden Tabelle werden die Ergebnisse der Kaufpreisallokation und die Ableitung des Gewinns aus günstigem Erwerb („Bargain Purchase“), der in den sonstigen Erträgen erfasst ist, dargestellt: 17 Mutares SE & Co. KGaA Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2024

Mio. EUR Fair Value
Immaterielle Vermögenswerte 5,3
Sachanlagen 7,3
Nutzungsrechte 5,2
Andere langfristige Vermögenswerte 0,2
Langfristige Vermögenswerte 18,0
Vorräte 0,4
Forderungen und sonstige kurzfristige Vermögenswerte 0,3
Andere kurzfristige Vermögenswerte 0,4
Kurzfristige Vermögenswerte 1,0
Passive latente Steuern 1,7
Andere langfristige Schulden 4,5
Langfristige Schulden 6,2
Kurzfristige Schulden 4,2
Nettovermögen 8,7
Gewinn aus günstigem Erwerb ("Bargain Purchase") 2,2
Gegenleistung 6,5

Im Konzern-Zwischenabschluss per 30. Juni 2024 war vorläufig von einem Nettovermögen von EUR 7,9 Mio. ausgegangen worden, was zu diesem Zeitpunkt zu einem Gewinn aus günstigem Erwerb ("Bargain Purchase") von EUR 1,4 Mio. geführt hatte.[4] Grund dafür war die noch vorläufige Bewertung von Vermögenswerten und Schulden zum Zeitpunkt der Aufstellung des Konzern-Zwischenabschluss per 30. Juni 2024.   Der Fair Value der erworbenen Forderungen bezogen auf einen Bruttoforderungsbetrag von EUR 0,3 Mio. beläuft sich zum Erwerbszeitpunkt auf EUR 0,3 Mio. Entsprechend beläuft sich die zum Erwerbszeitpunkt vorgenommene bestmögliche Schätzung für vertragliche Zahlungsströme, deren Einbringlichkeit nicht erwartet wird, auf EUR 0,0 Mio.   Der Konzernabschluss enthält aus dem erworbenen Unternehmen für den Berichtszeitraum Umsatzerlöse von EUR 10,4 Mio. und ein Ergebnis nach Steuern von EUR -7,2 Mio. Wäre die Gesellschaft bereits zum 1. Januar 2024 erworben worden, hätte diese mit Umsatzerlösen von EUR 12,6 Mio. sowie mit einem Ergebnis nach Ertragsteuern von EUR -11,0 Mio. zum Ergebnis des Konzerns im Berichtszeitraum beigetragen.     Erwerb der Greenview Group   Mit Wirkung zum 19. April 2024 hat Mutares den Erwerb der Greenview Group Holdings Ltd. von mehreren Privatpersonen sowie Cordovan Capital Partners vollzogen und damit alle Anteile und Stimmrechte an dem Portfoliounternehmen erworben. Greenview hat seinen Sitz in Carryduff im Vereinigten Königreich und ist ein Anbieter von mechanischen und elektrischen Installationen, Heizungs­installationen und -wartung, Immobilienwartung und -verbesserung sowie einer Reihe von nachhaltigen Energielösungen, einschließlich Energieeffizienzdienstleistungen für Haushalte. Als Plattforminvestition stärkt Greenview das Segment Goods & Services und die Präsenz im Vereinigten Königreich.


[4] Im Folgenden werden für die Erwerbe des ersten Halbjahres 2024 Angaben zu wesentlichen Veränderungen im Vergleich zu den Angaben im Konzern-Zwischenabschluss zum 30. Juni 2024 gemacht. 18 Mutares SE & Co. KGaA Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2024 Die Gegenleistung für den Erwerb der Gesellschaft belief sich auf GBP 1,00 (EUR 1,20) und wurde zum Erwerbszeitpunkt entrichtet. Des Weiteren wurde im Kaufvertrag eine Earn-Out Klausel vereinbart, die auf Erlöse einer zukünftigen Veräußerung abzüglich einer im Vertrag vereinbarten Hürde abzielt und die zum Erwerbszeitpunkt mit einem beizulegenden Zeitwert von EUR 0 bewertet wird, da sowohl Zeitpunkt des Exits als auch ein möglicher Erlös daraus zu diesem Zeitpunkt nicht verlässlich abschätzbar sind. Akquisitionsbezogene Nebenkosten für die Transaktion sind nur in unwesentlichem Umfang angefallen. Diese sind in der Gesamtergebnisrechnung unter den sonstigen Aufwendungen erfasst. Der Fair Value des erworbenen Nettovermögens wurde bewertet mit EUR   -1,8   Mio., es entstand ein Geschäfts- oder Firmenwert ( „ Goodwill “ ) von EUR   1,8   Mio., welcher die ursprünglich erwarteten positiven Zukunftsaussichten der Gesellschaft widerspiegelt (vgl. Tz 16). Aus der Transaktion entstand kein Geschäfts- oder Firmenwert, der für steuerliche Zwecke abzugsfähig ist.   In der nachfolgenden Tabelle werden die Ergebnisse der Kaufpreisallokation und die Ableitung des Geschäfts- oder Firmenwertes („Goodwill“), der in den immateriellen Vermögenswerten erfasst ist, dargestellt:  

Mio. EUR Fair Value
Immaterielle Vermögenswerte 6,5
Sachanlagen 0,1
Nutzungsrechte 0,6
Andere langfristige Vermögenswerte 0,5
Langfristige Vermögenswerte 7,7
Vorräte 0,2
Forderungen und sonstige kurzfristige Vermögenswerte 1,3
Andere kurzfristige Vermögenswerte 5,7
Kurzfristige Vermögenswerte 7,2
Passive latente Steuern 1,6
Andere langfristige Schulden 2,4
Langfristige Schulden 4,0
Kurzfristige Schulden 12,7
Nettovermögen -1,8
Geschäfts- oder Firmenwert ("Goodwill") 1,8
Gegenleistung 0,0

Im Konzern-Zwischenabschluss zum 30. Juni 2024 war vorläufig von einem übertragenen Nettovermögen von EUR -0,7 Mio. ausgegangen worden. Grund dafür war die noch vorläufige Bewertung von Vermögenswerten und Schulden zum Zeitpunkt der Aufstellung des Konzern-Zwischenabschluss per 30. Juni 2024.   Der Fair Value der erworbenen Forderungen bezogen auf einen Bruttoforderungsbetrag von EUR 1,3 Mio. beläuft sich zum Erwerbszeitpunkt auf EUR 1,3 Mio. Entsprechend beläuft sich die zum Erwerbszeitpunkt vorgenommene bestmögliche Schätzung für vertragliche Zahlungsströme, deren Einbringlichkeit nicht erwartet wird, auf EUR 0,0 Mio.   Der Konzernabschluss enthält aus dem erworbenen Unternehmen für den Berichtszeitraum Umsatzerlöse von EUR 16,2 Mio. und ein Ergebnis nach Steuern von EUR -9,6 Mio. Wäre die Gesellschaft bereits zum 1. Januar 2024 erworben worden, hätte diese mit Umsatzerlösen von 19 Mutares SE & Co. KGaA Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2024 EUR 24,4 Mio. sowie mit einem Ergebnis nach Ertragsteuern von EUR -10,7 Mio. zum Ergebnis des Konzerns im Berichtszeitraum beigetragen.     Erwerb von Sofinter   Am 22. April 2024 wurde der Erwerb von 90 % der Anteile und Stimmrechte an der Sofinter S.p.a sowie deren Tochtergesellschaften („Sofinter“) von Gammon sowie weiteren Minderheits­gesell­schaftern abgeschlossen. Das Unternehmen mit Sitz in Italien verfügt über vier Werke in Rumänien und Italien und ist spezialisiert auf die Entwicklung und die Herstellung von Industrie- und Großdampfkesseln. Der Erwerb stärkt das Segment Engineering & Technology.   Die Gegenleistung für den Erwerb von 90 % der Anteile und Stimmrechte belief sich auf EUR 12,3 Mio. und wurde zum Erwerbszeitpunkt entrichtet. Zum Vollzugszeitpunkt hielt eine Tochtergesellschaft der Sofinter S.p.A. 90% der Anteile und Stimmrechte an einer Enkelgesellschaft. Die Minderheitsgesellschafter hatten zum Vollzugszeitpunkt das Recht, ihren 10 %-igen Anteil an dieser Gesellschaft zu einem vertraglich definierten mittleren siebenstelligen Betrag anzudienen. Die übertragene Gegenleistung für die Andienung dieser Anteile erfolgte letztendlich in Anteilen an einem anderen mittelbaren Tochterunternehmen der Sofinter S.p.A. Da die Ausübung dieses Andienungs­rechts der nicht beherrschenden Gesellschafter zum Erwerbszeitpunkt bereits als hinreichend sicher eingeschätzt wurde, hat Mutares die „anticipated acquisition method“ angewendet und den Sachverhalt bereits in der Eröffnungsbilanz abgebildet. Akquisitionsbezogene Nebenkosten für die Transaktion sind in mittlerer sechsstelliger Höhe angefallen. Diese sind in der Gesamt­ergebnis­rechnung unter den sonstigen Aufwendungen erfasst. Der Fair Value des erworbenen Nettovermögens wurde bewertet mit EUR -67,0 Mio., es entstand daher ein Geschäfts- oder Firmenwert („Goodwill“) von EUR 80,7 Mio. Dieser spiegelt die erwarteten positiven Zukunfts­aussichten der Gesellschaft im stark wachsenden Energiemarkt wider, in dem Sofinter mit seinen angebotenen Produkten und Services in hohem Maße partizipieren soll. Aus der Transaktion entstand kein Geschäfts- oder Firmenwert, der für steuerliche Zwecke abzugsfähig ist.   In der nachfolgenden Tabelle werden die Ergebnisse der Kaufpreisallokation und die Ableitung des Geschäfts- oder Firmenwertes („Goodwill“), der in den immateriellen Vermögenswerten erfasst ist, dargestellt: 20 Mutares SE & Co. KGaA Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2024

Mio. EUR Fair Value
Immaterielle Vermögenswerte 21,7
Sachanlagen 51,6
Nutzungsrechte 3,9
Andere langfristige Vermögenswerte 18,6
Langfristige Vermögenswerte 95,8
Vorräte 13,4
Forderungen und sonstige kurzfristige Vermögenswerte 57,5
Andere kurzfristige Vermögenswerte 82,3
Kurzfristige Vermögenswerte 153,3
Passive latente Steuern 10,4
Andere langfristige Schulden 56,6
Langfristige Schulden 67,1
Kurzfristige Schulden 248,9
Nettovermögen -67,0
Anteil nicht beherrschende Gesellschafter („NCI“) -1,4
Geschäfts- oder Firmenwert ("Goodwill") 80,7
Gegenleistung 12,3

Im Konzern-Zwischenabschluss per 30. Juni 2024 war vorläufig von einem erworbenen Netto­vermögen von EUR -71,3 Mio. ausgegangen worden, was zu diesem Zeitpunkt zu einem Geschäfts- oder Firmenwert von EUR 85,0 Mio. geführt hatte. Die oben beschriebene Ausübung des Andienungsrechts aufgrund des erst nachträglichen Bekanntwerdens war dabei noch nicht in den Fair Values zum Zeitpunkt der Erstkonsolidierung inkludiert. Ferner war die Bewertung von Vermögenswerten und Schulden im Zusammenhang mit Kundenprojekten sowie die Bewertung von immateriellen Vermögenswerten zum Zeitpunkt der Aufstellung des Konzern-Zwischenabschluss per 30. Juni 2024 noch vorläufig.   Die Anteile an nicht beherrschenden Gesellschaftern wurden zum beizulegenden Zeitwert bewertet, die generellen Bewertungsmethoden zur Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts der Vermögenswerte wurden herangezogen (vgl. Tz. 2).   Der Fair Value der erworbenen Forderungen bezogen auf einen Bruttoforderungsbetrag von EUR 62,9 Mio. beläuft sich zum Erwerbszeitpunkt auf EUR 59,1 Mio. Entsprechend beläuft sich die zum Erwerbszeitpunkt vorgenommene bestmögliche Schätzung für vertragliche Zahlungsströme, deren Einbringlichkeit nicht erwartet wird, auf EUR 3,8 Mio.   Der Konzernabschluss enthält aus dem erworbenen Unternehmen für den Berichtszeitraum Umsatzerlöse von EUR 140,4 Mio. und ein Ergebnis nach Steuern von EUR -18,2 Mio. Wäre die Gesellschaft bereits zum 1. Januar 2024 erworben worden, hätte diese mit Umsatzerlösen von EUR 196,2 Mio. sowie mit einem Ergebnis nach Ertragsteuern von EUR -15,4 Mio. zum Ergebnis des Konzerns im Berichtszeitraum beigetragen.   Die Kaufpreisallokation zum dargestellten Unternehmenserwerb ist noch nicht final abgeschlossen. Mutares hat zum jetzigen Zeitpunkt, insbesondere auch aufgrund der hohen Komplexität des Geschäftsmodells von Sofinter, noch nicht sämtliche relevante Informationen – namentlich die Informationen über die zu bewertenden Vermögenswerte und Schulden der Gesellschaft – in finaler Version vorliegen. Die Aufdeckung der stillen Reserven und Lasten ist somit aktuell noch vorläufig. 21 Mutares SE & Co. KGaA Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2024 Erwerb der FSL Ladenbau GmbH   Ganter Interior GmbH, ein mittelbares Tochterunternehmen von Mutares aus dem Segment Goods & Services, hat am 31. Mai 2024 die FSL Ladenbau GmbH („FSL Ladenbau“) sowie deren Tochter­gesellschaft von privaten Eigentümern erworben. Mit dem Erwerb von 100 % der Anteile und Stimmrechte an der Gesellschaft beabsichtigt Ganter die räumliche Abdeckung im Norden Deutschlands zu erweitern und das Kundenportfolio auszubauen.   Die Gegenleistung für den Erwerb aller Anteile und Stimmrechte an der Gesellschaft belief sich auf EUR 1,00 und wurde zum Erwerbszeitpunkt entrichtet. Akquisitionsbezogene Nebenkosten für die Transaktion sind nur in unwesentlichem Umfang angefallen. Der Fair Value des erworbenen Nettovermögens wurde bewertet mit EUR -0,2 Mio., es entstand ein Geschäfts- oder Firmenwert („Goodwill“) von EUR 0,2 Mio., welcher die erwarteten positiven Zukunftsaussichten des Erwerbs widerspiegelt. Aus der Transaktion entstand kein Geschäfts- oder Firmenwert, der für steuerliche Zwecke abzugsfähig ist.   In der nachfolgenden Tabelle werden die Ergebnisse der Kaufpreisallokation und die Ableitung des Geschäfts- oder Firmenwertes („Goodwill“), der in den immateriellen Vermögenswerten erfasst ist, dargestellt:  

Mio. EUR Fair Value
Immaterielle Vermögenswerte 0,0
Sachanlagen 0,4
Nutzungsrechte 1,6
Andere langfristige Vermögenswerte 0,0
Langfristige Vermögenswerte 2,0
Vorräte 0,0
Forderungen und sonstige kurzfristige Vermögenswerte 1,7
Andere kurzfristige Vermögenswerte 3,1
Kurzfristige Vermögenswerte 4,8
Passive latente Steuern 0,0
Andere langfristige Schulden 2,9
Langfristige Schulden 2,9
Kurzfristige Schulden 4,1
Nettovermögen -0,2
Geschäfts- oder Firmenwert ("Goodwill") 0,2
Gegenleistung 0,0

Der Fair Value der erworbenen Forderungen bezogen auf einen Bruttoforderungsbetrag von EUR 1,7 Mio. beläuft sich zum Erwerbszeitpunkt auf EUR 1,7 Mio. Entsprechend beläuft sich die zum Erwerbszeitpunkt vorgenommene bestmögliche Schätzung für vertragliche Zahlungsströme, deren Einbringlichkeit nicht erwartet wird, auf EUR 0,0 Mio.   Der Konzernabschluss enthält aus dem erworbenen Unternehmen für den Berichtszeitraum Umsatzerlöse von EUR 7,3 Mio. und ein Ergebnis nach Steuern von EUR 0,7 Mio. Wäre die Gesellschaft bereits zum 1. Januar 2024 erworben worden, hätte diese mit Umsatzerlösen von EUR 11,8 Mio. sowie mit einem Ergebnis nach Ertragsteuern von EUR 1,0 Mio. zum Ergebnis des Konzerns im Berichtszeitraum beigetragen. 22 Mutares SE & Co. KGaA Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2024 Erwerb von Eltel Networks (mittlerweile firmierend als Alterga)   Zur Stärkung des Segments Goods & Services und der Präsenz in Polen hat Mutares am 6. Juni 2024 die Übernahme von sämtlichen Anteilen und Stimmrechten an Eltel Networks Energetyka S.A. sowie Eltel Networks Engineering S.A. (zusammen „Eltel“) abgeschlossen. Die Portfoliounternehmen firmieren mittlerweile als Alterga und bieten Ingenieur- und Baudienstleistungen für elektrische Energie in Polen an, einschließlich Projekte im Bereich Hochspannung mit Planungs-, Bau-, Inbetriebnahme- und Wartungsdienstleistungen.   Die Gegenleistung für den Erwerb der Gesellschaften belief sich auf je EUR 1 und wurde zum Vollzugszeitpunkt entrichtet. Akquisitionsbezogene Nebenkosten für die Transaktion sind nur in unwesentlichem Umfang angefallen. Diese sind in der Gesamtergebnisrechnung unter den sonstigen Aufwendungen erfasst. Der Fair Value des erworbenen Nettovermögens wurde bewertet mit EUR 14,5 Mio., es entstand ein Gewinn aus günstigem Erwerb ("Bargain Purchase") von EUR 14,5 Mio.   In der nachfolgenden Tabelle werden die Ergebnisse der Kaufpreisallokation und die Ableitung des Gewinns aus günstigem Erwerb („Bargain Purchase“), der in den sonstigen Erträgen erfasst ist, dargestellt:  

Mio. EUR Fair Value
Immaterielle Vermögenswerte 0,0
Sachanlagen 5,7
Nutzungsrechte 1,3
Andere langfristige Vermögenswerte 0,6
Langfristige Vermögenswerte 7,6
Vorräte 3,7
Forderungen und sonstige kurzfristige Vermögenswerte 4,5
Andere kurzfristige Vermögenswerte 9,1
Kurzfristige Vermögenswerte 17,3
Passive latente Steuern 0,9
Andere langfristige Schulden 1,5
Langfristige Schulden 2,4
Kurzfristige Schulden 8,1
Nettovermögen 14,5
Gewinn aus günstigem Erwerb ("Bargain Purchase") 14,5
Gegenleistung 0,0

Im Konzern-Zwischenabschluss per 30. Juni 2024 war vorläufig von einem Nettovermögen von EUR 15,6 Mio. ausgegangen worden, was zu diesem Zeitpunkt zu einem Gewinn aus günstigem Erwerb ("Bargain Purchase") von EUR 15,6 Mio. geführt hatte.   Der Fair Value der erworbenen Forderungen bezogen auf einen Bruttoforderungsbetrag von EUR 4,5 Mio. beläuft sich zum Erwerbszeitpunkt auf EUR 4,5 Mio. Entsprechend beläuft sich die zum Erwerbszeitpunkt vorgenommene bestmögliche Schätzung für vertragliche Zahlungsströme, deren Einbringlichkeit nicht erwartet wird, auf EUR 0,0 Mio.   Der Konzernabschluss enthält aus dem erworbenen Unternehmen für den Berichtszeitraum Umsatzerlöse von EUR 27,1 Mio. und ein Ergebnis nach Steuern von EUR -4,5 Mio. Wäre die Gesellschaft bereits zum 1. Januar 2024 erworben worden, hätte diese mit Umsatzerlösen von 23 Mutares SE & Co. KGaA Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2024 EUR 41,6 Mio. sowie mit einem Ergebnis nach Ertragsteuern von EUR -3,7 Mio. zum Ergebnis des Konzerns im Berichts­zeitraum beigetragen.     Erwerb von Cikautxo (mittlerweile firmierend als SFC Solutions China)   Zur Stärkung der Marktpräsenz von SFC Solutions als globaler Partner für kunststoffbasierte Systeme für die Automobilindustrie wurde am 14. Juni 2024 der Erwerb von Cikautxo Rubber & Plastic Components (Kunshan) Co., Ltd. von Cikautxo S. Coop. abgeschlossen. Cikautxo hat sich auf die Entwicklung und Herstellung von Gummi- und Kunststoffkomponenten für die Automobil- und Haushaltsgeräteindustrie spezialisiert. Durch die Add-on-Akquisition gewinnt SFC Solutions einen Standort, der unmittelbar für die Produktion von bereits in der Vergangenheit vergebenen Aufträgen genutzt werden kann. Ziel ist es, damit die Produktionspräsenz von SFC Solutions in Asien weiter auszubauen und bestehende Kunden besser zu unterstützen sowie neue Marktchancen zu erschließen.   Die Gegenleistung für den Erwerb aller Anteile und Stimmrechte an der Gesellschaft belief sich – nach Anpassung des ursprünglichen Betrags um EUR 0,2 Mio. im Rahmen von Verhandlungen – auf EUR 6,5 Mio., wovon EUR 4,0 Mio. zum Vollzugszeitpunkt entrichtet wurden. Der restliche Betrag von EUR 2,5 Mio. ist zum Ende des Geschäftsjahres 2024 beglichen worden. Akquisitionsbezogene Nebenkosten für die Transaktion sind nur in unwesentlichem Umfang angefallen. Diese sind in der Gesamtergebnisrechnung unter den sonstigen Aufwendungen erfasst. Der Fair Value des erworbenen Nettovermögens wurde bewertet mit EUR 13,9 Mio., es entstand ein Gewinn aus günstigem Erwerb ("Bargain Purchase") von EUR 7,4 Mio.   In der nachfolgenden Tabelle werden die Ergebnisse der Kaufpreisallokation und die Ableitung des Gewinns aus günstigem Erwerb („Bargain Purchase“), der in den sonstigen Erträgen erfasst ist, dargestellt:  

Mio. EUR Fair Value
Immaterielle Vermögenswerte 0,0
Sachanlagen 11,5
Nutzungsrechte 0,0
Andere langfristige Vermögenswerte 0,0
Langfristige Vermögenswerte 11,5
Vorräte 2,6
Forderungen und sonstige kurzfristige Vermögenswerte 3,6
Andere kurzfristige Vermögenswerte 3,6
Kurzfristige Vermögenswerte 9,8
Passive latente Steuern 0,7
Andere langfristige Schulden 1,3
Langfristige Schulden 2,0
Kurzfristige Schulden 5,4
Nettovermögen 13,9
Gewinn aus günstigem Erwerb ("Bargain Purchase") 7,4
Gegenleistung 6,5

Im Konzern-Zwischenabschluss per 30. Juni 2024 war vorläufig von einem Nettovermögen von EUR 14,5 Mio. ausgegangen worden, was zu diesem Zeitpunkt zu einem Gewinn aus günstigem 24 Mutares SE & Co. KGaA Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2024 Erwerb ("Bargain Purchase") von EUR 7,8 Mio. geführt hatte. Zudem betrug zu diesem Zeitpunkt der vorläufige Fair Value der übertragenen Gegenleistung vor Kaufpreisanpassung EUR 6,7 Mio.   Der Fair Value der erworbenen Forderungen bezogen auf einen Bruttoforderungsbetrag von EUR 3,6 Mio. beläuft sich zum Erwerbszeitpunkt auf EUR 3,6 Mio. Entsprechend beläuft sich die zum Erwerbszeitpunkt vorgenommene bestmögliche Schätzung für vertragliche Zahlungsströme, deren Einbringlichkeit nicht erwartet wird, auf EUR 0,0 Mio.   Der Konzernabschluss enthält aus dem erworbenen Unternehmen für den Berichtszeitraum Umsatzerlöse von EUR 6,6 Mio. und ein Ergebnis nach Steuern von EUR -3,3 Mio. Wäre die Gesellschaft bereits zum 1. Januar 2024 erworben worden, hätte diese mit Umsatzerlösen von EUR 12,9 Mio. sowie mit einem Ergebnis nach Ertragsteuern von EUR -3,4 Mio. zum Ergebnis des Konzerns im Berichtszeitraum beigetragen.     Erwerb von KmB Technologie   Mit Vollzug des Erwerbs am 3. Juli 2024 hat Mutares 100 % der Anteile und Stimmrecht an der KmB Technologie GmbH von der EMAG Industrial GmbH sowie der Scherer Holding GmbH erworben. Die Gesellschaft, ein Hersteller von Werkstücken für den Automobil- und Maschinenbausektor mit Sitz in Deutschland dient als Add-on-Akquisition für die FerrAl United Group und zur Stärkung des Segments Automotive & Mobility.   Die Gegenleistung für den Erwerb der Gesellschaft belief sich auf EUR 5,5 Mio., wovon EUR 3,0 Mio. zum Vollzugszeitpunkt entrichtet wurden. Der restliche Betrag von EUR 2,5 Mio. ist ein Jahr nach Vollzug der Transaktion zur Zahlung fällig. Im Rahmen des Erwerbs wurden auch Altgesellschafterdarlehen mit einem Nominalwert von EUR 5,2 Mio. für EUR 4 erworben. Akquisitionsbezogene Nebenkosten für die Transaktionen sind jeweils nur in unwesentlichem Umfang angefallen. Diese sind in der Gesamtergebnisrechnung unter den sonstigen Aufwendungen erfasst. Der Fair Value des erworbenen Nettovermögens wurde bewertet mit EUR 12,3 Mio., es entstand ein Gewinn aus günstigem Erwerb ("Bargain Purchase") von EUR 6,8 Mio.   In der nachfolgenden Tabelle werden die Ergebnisse der Kaufpreisallokation und die Ableitung des Gewinns aus günstigem Erwerb („Bargain Purchase“), der in den sonstigen Erträgen erfasst ist, dargestellt: 25 Mutares SE & Co. KGaA Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2024

Mio. EUR Fair Value
Immaterielle Vermögenswerte 8,1
Sachanlagen 8,8
Nutzungsrechte 5,0
Andere langfristige Vermögenswerte 0,0
Langfristige Vermögenswerte 21,9
Vorräte 6,2
Forderungen und sonstige kurzfristige Vermögenswerte 3,6
Andere kurzfristige Vermögenswerte 1,6
Kurzfristige Vermögenswerte 11,3
Passive latente Steuern 2,5
Andere langfristige Schulden 4,8
Langfristige Schulden 7,4
Kurzfristige Schulden 13,5
Nettovermögen 12,3
Gewinn aus günstigem Erwerb ("Bargain Purchase") 6,8
Gegenleistung 5,5

Der Fair Value der erworbenen Forderungen bezogen auf einen Bruttoforderungsbetrag von EUR 3,6 Mio. beläuft sich zum Erwerbszeitpunkt auf EUR 3,6 Mio. Entsprechend beläuft sich die zum Erwerbszeitpunkt vorgenommene bestmögliche Schätzung für vertragliche Zahlungsströme, deren Einbringlichkeit nicht erwartet wird, auf EUR 0,0 Mio.   Der Konzernabschluss enthält aus dem erworbenen Unternehmen für den Berichtszeitraum Umsatzerlöse von EUR 19,1 Mio. und ein Ergebnis nach Steuern von EUR -4,4 Mio. Wäre die Gesellschaft bereits zum 1. Januar 2024 erworben worden, hätte diese mit Umsatzerlösen von EUR 40,8 Mio. sowie mit einem Ergebnis nach Ertragsteuern von EUR -4,0 Mio. zum Ergebnis des Konzerns im Berichtszeitraum beigetragen.     Erwerb von Hirschvogel Incorporated (mittlerweile firmierend als Walor North America)   Zur Unterstreichung der strategischen Expansion in die USA und als Add-on-Akquisition zur Stärkung der FerrAl United Group aus dem Segment Automotive & Mobility hat Mutares mit Wirkung zum 7. Juli 2024 den Erwerb der Hirschvogel Incorporated von der Hirschvogel Holding GmbH abgeschlossen. Das Unternehmen mit Sitz in Columbus, Ohio (USA) ist ein Spezialist für das Schmieden und Bearbeiten von Stahlteilen für OEMs und Tier-1-Zulieferer.   Die Gegenleistung für den Erwerb von 100 % der Anteile und Stimmrechte der Gesellschaft belief sich auf EUR 1 und wurde zum Vollzugszeitpunkt entrichtet. Im Rahmen des Erwerbs wurde auch ein Altgesellschafterdarlehen mit einem Nominalwert von USD 10,8 Mio. (in etwa EUR 10,0 Mio.) für EUR 1 erworben. Akquisitionsbezogene Nebenkosten für die Transaktionen sind jeweils nur in unwesentlichem Umfang angefallen. Diese sind in der Gesamtergebnisrechnung unter den sonstigen Aufwendungen erfasst. Der Fair Value des erworbenen Nettovermögens wurde bewertet mit EUR 68,7 Mio., es entstand ein Gewinn aus günstigem Erwerb ("Bargain Purchase") von EUR 68,7 Mio.   In der nachfolgenden Tabelle werden die Ergebnisse der Kaufpreisallokation und die Ableitung des Gewinns aus günstigem Erwerb („Bargain Purchase“), der in den sonstigen Erträgen erfasst ist, dargestellt: 26 Mutares SE & Co. KGaA Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2024

Mio. EUR Fair Value
Immaterielle Vermögenswerte 0,8
Sachanlagen 41,1
Nutzungsrechte 0,7
Andere langfristige Vermögenswerte 0,0
Langfristige Vermögenswerte 42,6
Vorräte 15,7
Forderungen und sonstige kurzfristige Vermögenswerte 14,3
Andere kurzfristige Vermögenswerte 10,3
Kurzfristige Vermögenswerte 40,3
Passive latente Steuern 2,6
Andere langfristige Schulden 0,5
Langfristige Schulden 3,1
Kurzfristige Schulden 11,1
Nettovermögen 68,7
Gewinn aus günstigem Erwerb ("Bargain Purchase") 68,7
Gegenleistung 0,0

Der Fair Value der erworbenen Forderungen bezogen auf einen Bruttoforderungsbetrag von EUR 14,3 Mio. beläuft sich zum Erwerbszeitpunkt auf EUR 14,3 Mio. Entsprechend beläuft sich die zum Erwerbszeitpunkt vorgenommene bestmögliche Schätzung für vertragliche Zahlungsströme, deren Einbringlichkeit nicht erwartet wird, auf EUR 0,0 Mio.   Der Konzernabschluss enthält aus dem erworbenen Unternehmen für den Berichtszeitraum Umsatzerlöse von EUR 40,8 Mio. und ein Ergebnis nach Steuern von EUR -7,9 Mio. Wäre die Gesellschaft bereits zum 1. Januar 2024 erworben worden, hätte diese mit Umsatzerlösen von EUR 88,5 Mio. sowie mit einem Ergebnis nach Ertragsteuern von EUR -18,7 Mio. zum Ergebnis des Konzerns im Berichtszeitraum beigetragen.   Die Kaufpreisallokation zum dargestellten Unternehmenserwerb ist noch nicht final abgeschlossen. Mutares hat zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sämtliche relevante Informationen – namentlich die Informationen über die zu bewertenden Vermögenswerte und Schulden der Gesellschaft – in finaler Version vorliegen. Die Aufdeckung der stillen Reserven und Lasten ist somit aktuell noch vorläufig.     Erwerb von Wilda Transport (mittlerweile firmierend als Terranor Norvia)   Mutares hat am 2. Juli 2024 die Übernahme von sämtlichen Anteilen und Stimmrechten an Wilda Transport och Entreprenad AB und NU Entreprenad AB von Wilton Invest AB abgeschlossen. Die Gesellschaften werden die Terranor Group als Add-on-Akquisition und damit das Segment Goods & Services von Mutares stärken. Die übernommenen Lkw-Unternehmen haben sich auf den Transport von Baustoffen und -geräten, den Winter- und Sommerdienst sowie Verkehrssicherheitsdienste spezialisiert und bedienen vor allem Generalunternehmer für den Straßenbetrieb als Kunden.   Die Gegenleistung für den Erwerb der Gesellschaften belief sich auf SEK 5,0 Mio. (ca. EUR 0,4 Mio.) und wurde zum Vollzugszeitpunkt vollständig entrichtet. Des Weiteren wurde im Kaufvertrag eine Earn-out-Klausel vereinbart, die auf die Erreichung zukünftiger Exiterlöse des übernommenen Unternehmens abzielt und die zum Erwerbszeitpunkt mit einem beizulegenden Zeitwert von EUR 0 bewertet wird, da sowohl Zeitpunkt des Exits als auch ein möglicher Erlös daraus zu diesem Zeitpunkt nicht verlässlich abschätzbar sind. Akquisitionsbezogene Nebenkosten für die Transaktion sind nur 27 Mutares SE & Co. KGaA Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2024 in unwesentlichem Umfang angefallen. Diese sind in der Gesamtergebnisrechnung unter den sonstigen Aufwendungen erfasst. Der Fair Value des erworbenen Nettovermögens wurde bewertet mit EUR   -1,2   Mio., es entstand ein Geschäfts- oder Firmenwert („Goodwill“) von EUR   1,6   Mio., welcher die erwarteten positiven Zukunftsaussichten des Erwerbs widerspiegelt. Aus der Transaktion entstand kein Geschäfts- oder Firmenwert, der für steuerliche Zwecke abzugsfähig ist.   In der nachfolgenden Tabelle werden die Ergebnisse der Kaufpreisallokation und die Ableitung des Geschäfts- oder Firmenwertes („Goodwill“), der in den immateriellen Vermögenswerten erfasst ist, dargestellt:  

Mio. EUR Fair Value
Immaterielle Vermögenswerte 0,0
Sachanlagen 3,5
Nutzungsrechte 2,5
Andere langfristige Vermögenswerte 0,0
Langfristige Vermögenswerte 6,1
Vorräte 0,0
Forderungen und sonstige kurzfristige Vermögenswerte 0,5
Andere kurzfristige Vermögenswerte 0,6
Kurzfristige Vermögenswerte 1,1
Passive latente Steuern 0,0
Andere langfristige Schulden 1,9
Langfristige Schulden 1,9
Kurzfristige Schulden 6,4
Nettovermögen -1,2
Geschäfts- oder Firmenwert ("Goodwill") 1,6
Gegenleistung 0,4

Der Fair Value der erworbenen Forderungen bezogen auf einen Bruttoforderungsbetrag von EUR 0,5 Mio. beläuft sich zum Erwerbszeitpunkt auf EUR 0,5 Mio. Entsprechend beläuft sich die zum Erwerbszeitpunkt vorgenommene bestmögliche Schätzung für vertragliche Zahlungsströme, deren Einbringlichkeit nicht erwartet wird, auf EUR 0,0 Mio.   Der Konzernabschluss enthält aus dem erworbenen Unternehmen für den Berichtszeitraum Umsatzerlöse von EUR 3,5 Mio. und ein Ergebnis nach Steuern von EUR -0,5 Mio. Wären die Gesellschaften bereits zum 1. Januar 2024 erworben worden, hätten diese mit Umsatzerlösen von EUR 7,3 Mio. sowie mit einem Ergebnis nach Ertragsteuern von EUR -2,2 Mio. zum Ergebnis des Konzerns im Berichtszeitraum beigetragen.   Die Kaufpreisallokation zum dargestellten Unternehmenserwerb ist noch nicht final abgeschlossen. Mutares hat zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sämtliche relevante Informationen – namentlich die Informationen über die zu bewertenden Vermögenswerte und Schulden der Gesellschaft – in finaler Version vorliegen. Die Aufdeckung der stillen Reserven und Lasten ist somit aktuell noch vorläufig. 28 Mutares SE & Co. KGaA Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2024 Erwerb von fischer automotive (mittlerweile firmierend als Matikon)   Mit Wirkung zum 31. Juli 2024 hat Mutares 100 % der Anteile und Stimmrechte an der fischer automotive systems GmbH & Co. KG („fischer automotive“) und deren Tochtergesellschaften von fischerwerke GmbH & Co. KG übernommen. Das Unternehmen wird als neues Plattform-Investment das Segment Automotive & Mobility stärken und wurde zwischenzeitlich in Matikon umbenannt. Matikon entwickelt, produziert und vertreibt kinematische Komponenten für den Fahrzeuginnenraum und das Exterieur, wie Lüftungsdüsen, Ablagefächer, Cupholder und elektrisch betriebene Ladeklappen. Das Unternehmen fertigt und entwickelt die Produkte an seinem Hauptsitz in Horb am Neckar, Deutschland, sowie in weiteren Werken in Tschechien, Serbien, China und in den USA.   Die Gegenleistung für den Erwerb der Gesellschaften belief sich auf EUR 9,0 Mio. Zum Vollzugszeitpunkt wurde eine vorläufige Zahlung von EUR 11,3 Mio. entrichtet. Die finale übertragene Gegenleistung nach einer Kaufpreisanpassung von EUR 2,3 Mio. zu Gunsten von Mutares beträgt EUR 9,0 Mio. Akquisitionsbezogene Nebenkosten für die Transaktion sind in mittlerer sechsstelliger Höhe angefallen. Diese sind in der Gesamtergebnisrechnung unter den sonstigen Aufwendungen erfasst. Der Fair Value des erworbenen Nettovermögens wurde bewertet mit EUR 127,2 Mio., es entstand ein Gewinn aus günstigem Erwerb ("Bargain Purchase") von EUR 118,1 Mio.   In der nachfolgenden Tabelle werden die Ergebnisse der Kaufpreisallokation und die Ableitung des Gewinns aus günstigem Erwerb („Bargain Purchase“), der in den sonstigen Erträgen erfasst ist, dargestellt:  

Mio. EUR Fair Value
Immaterielle Vermögenswerte 1,5
Sachanlagen 51,4
Nutzungsrechte 11,3
Andere langfristige Vermögenswerte 3,7
Langfristige Vermögenswerte 68,0
Vorräte 33,5
Forderungen und sonstige kurzfristige Vermögenswerte 44,8
Andere kurzfristige Vermögenswerte 40,2
Kurzfristige Vermögenswerte 118,5
Passive latente Steuern 1,5
Andere langfristige Schulden 18,1
Langfristige Schulden 19,5
Kurzfristige Schulden 39,7
Nettovermögen 127,2
Gewinn aus günstigem Erwerb ("Bargain Purchase") 118,1
Gegenleistung 9,0

Der Fair Value der erworbenen Forderungen bezogen auf einen Bruttoforderungsbetrag von EUR 45,6 Mio. beläuft sich zum Erwerbszeitpunkt auf EUR 44,8 Mio. Entsprechend beläuft sich die zum Erwerbszeitpunkt vorgenommene bestmögliche Schätzung für vertragliche Zahlungsströme, deren Einbringlichkeit nicht erwartet wird, auf EUR 0,8 Mio.   Der Konzernabschluss enthält aus dem erworbenen Unternehmen für den Berichtszeitraum Umsatzerlöse von EUR 81,4 Mio. und ein Ergebnis nach Steuern von EUR -18,8 Mio. Wäre die Gesellschaft bereits zum 1. Januar 2024 erworben worden, hätte diese mit Umsatzerlösen von 29 Mutares SE & Co. KGaA Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2024 EUR 228,4 Mio. sowie mit einem Ergebnis nach Ertragsteuern von EUR –25,3 Mio. zum Ergebnis des Konzerns im Berichtszeitraum beigetragen.   Die Kaufpreisallokation zum dargestellten Unternehmenserwerb ist noch nicht final abgeschlossen. Mutares hat zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sämtliche relevante Informationen – namentlich die Informationen über die zu bewertenden Vermögenswerte und Schulden der Gesellschaft – in finaler Version vorliegen. Die Aufdeckung der stillen Reserven und Lasten ist somit aktuell noch vorläufig.     Erwerb von Alcura   Mit Vollzug am 18. Dezember 2024 hat Mutares 100 % der Anteile und Stimmrechte an Alcura France S.A.S und deren Tochterunternehmen von Alliance Healthcare Group France abgeschlossen. Das Unternehmen wird als neues Plattform-Investment das Segment Goods & Services stärken. Das Unternehmen mit Hauptsitz in Châteauroux, Frankreich, ist auf die Versorgung von Senioren, Menschen mit Behinderungen und anderen Patienten mit medizinischer Ausrüstung spezialisiert.   Die Gegenleistung für den Erwerb der Gesellschaften belief sich auf EUR 1 und wurde zum Vollzugszeitpunkt vollständig entrichtet. Zudem hat sich Mutares verpflichtet, unmittelbar nach Vollzug der Transaktion eine Kapitalerhöhung von EUR 1,0 Mio. in der Zielgesellschaft durchzuführen. Akquisitionsbezogene Nebenkosten für die Transaktion sind in unwesentlicher Höhe angefallen. Diese sind in der Gesamtergebnisrechnung unter den sonstigen Aufwendungen erfasst. Der Fair Value des erworbenen Nettovermögens wurde bewertet mit EUR 22,1 Mio., es entstand ein Gewinn aus günstigem Erwerb ("Bargain Purchase") von EUR 22,1 Mio.   In der nachfolgenden Tabelle werden die Ergebnisse der Kaufpreisallokation und die Ableitung des Gewinns aus günstigem Erwerb („Bargain Purchase“), der in den sonstigen Erträgen erfasst ist, dargestellt:  

Mio. EUR Fair Value
Immaterielle Vermögenswerte 0,3
Sachanlagen 19,9
Nutzungsrechte 5,0
Andere langfristige Vermögenswerte 0,2
Langfristige Vermögenswerte 25,5
Vorräte 4,2
Forderungen und sonstige kurzfristige Vermögenswerte 6,0
Andere kurzfristige Vermögenswerte 5,3
Kurzfristige Vermögenswerte 15,6
Passive latente Steuern 0,4
Andere langfristige Schulden 5,0
Langfristige Schulden 5,4
Kurzfristige Schulden 13,5
Nettovermögen 22,1
Gewinn aus günstigem Erwerb ("Bargain Purchase") 22,1
Gegenleistung 0,0

Der Fair Value der erworbenen Forderungen bezogen auf einen Bruttoforderungsbetrag von EUR 7,7 Mio. beläuft sich zum Erwerbszeitpunkt auf EUR 6,0 Mio. Entsprechend beläuft sich die zum 30 Mutares SE & Co. KGaA Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2024 Erwerbszeitpunkt vorgenommene bestmögliche Schätzung für vertragliche Zahlungsströme, deren Einbringlichkeit nicht erwartet wird, auf EUR 1,7 Mio.   Aufgrund des Erwerbs nahe zum Bilanzstichtag enthält der Konzernabschluss aus dem erworbenen Unternehmen für den Berichtszeitraum keine Umsatzerlöse und kein Ergebnis nach Steuern. Wäre die Gesellschaft bereits zum 1. Januar 2024 erworben worden, hätte diese mit Umsatzerlösen von EUR 54,9 Mio. sowie mit einem Ergebnis nach Ertragsteuern von EUR -5,6 Mio. zum Ergebnis des Konzerns im Berichtszeitraum beigetragen.   Die Kaufpreisallokation zum dargestellten Unternehmenserwerb ist noch nicht final abgeschlossen. Mutares hat zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sämtliche relevante Informationen – namentlich die Informationen über die zu bewertenden Vermögenswerte und Schulden der Gesellschaft sowie der Gegenleistung – in finaler Version vorliegen. Die Aufdeckung der stillen Reserven und Lasten ist somit aktuell noch vorläufig.     Erwerb von Natura   Mit Wirkung zum 31. Dezember 2024 hat Mutares 100 % der Anteile und Stimmrechte von Natura sp. z o.o. und deren Tochtergesellschaften von Pelion S.A. übernommen. Das Unternehmen wird als neues Plattform-Investment das Segment Retail & Food stärken. Mit Hauptsitz in Łódź, Polen, ist Natura ein Einzelhändler für Beauty-Produkte und betreibt landesweit über 200 Geschäfte sowie einen Online-Shop. Das Produktportfolio des Unternehmens umfasst eine Vielzahl von Artikeln in Kategorien wie Hygiene, Parfüm, Make-up, Gesichts- und Körperpflege sowie Haarpflege, darunter sowohl bekannte internationale Marken als auch die hochwertigen Eigenmarken.   Die Gegenleistung für den Erwerb der Gesellschaften belief sich auf PLN 1 (ca. EUR 0,20) und wurde zum Vollzugszeitpunkt vollständig entrichtet. Des Weiteren wurde im Kaufvertrag eine Earn-out-Klausel vereinbart, die auf die Erreichung zukünftiger Exiterlöse der übernommenen Unternehmen abzielt und die zum Erwerbszeitpunkt mit einem beizulegenden Zeitwert von EUR 0,0 Mio. bewertet wird, da sowohl Zeitpunkt des Exits als auch ein möglicher Erlös daraus zu diesem Zeitpunkt nicht verlässlich abschätzbar sind. Akquisitionsbezogene Nebenkosten für die Transaktion sind in mittlerer sechsstelliger Höhe angefallen. Diese sind in der Gesamtergebnisrechnung unter den sonstigen Aufwendungen erfasst. Der Fair Value des erworbenen Nettovermögens wurde bewertet mit EUR 20,9 Mio., es entstand ein Gewinn aus günstigem Erwerb ("Bargain Purchase") von EUR 20,9 Mio.   In der nachfolgenden Tabelle werden die Ergebnisse der Kaufpreisallokation und die Ableitung des Gewinns aus günstigem Erwerb („Bargain Purchase“), der in den sonstigen Erträgen erfasst ist, dargestellt: 31 Mutares SE & Co. KGaA Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2024

Mio. EUR Fair Value
Immaterielle Vermögenswerte 5,0
Sachanlagen 1,1
Nutzungsrechte 9,7
Andere langfristige Vermögenswerte 0,0
Langfristige Vermögenswerte 15,9
Vorräte 13,6
Forderungen und sonstige kurzfristige Vermögenswerte 2,0
Andere kurzfristige Vermögenswerte 12,1
Kurzfristige Vermögenswerte 27,7
Passive latente Steuern 0,7
Andere langfristige Schulden 6,0
Langfristige Schulden 6,7
Kurzfristige Schulden 15,9
Nettovermögen 20,9
Gewinn aus günstigem Erwerb ("Bargain Purchase") 20,9
Gegenleistung 0,0

Der Fair Value der erworbenen Forderungen bezogen auf einen Bruttoforderungsbetrag von EUR 2,0 Mio. beläuft sich zum Erwerbszeitpunkt auf EUR 2,0 Mio. Entsprechend beläuft sich die zum Erwerbszeitpunkt vorgenommene bestmögliche Schätzung für vertragliche Zahlungsströme, deren Einbringlichkeit nicht erwartet wird, auf EUR 0,0 Mio.   Aufgrund des Erwerbs nahe zum Bilanzstichtag enthält der Konzernabschluss aus dem erworbenen Unternehmen für den Berichtszeitraum keine Umsatzerlöse und kein Ergebnis nach Steuern. Wäre die Gesellschaft bereits zum 1. Januar 2024 erworben worden, hätte diese mit Umsatzerlösen von EUR 86,4 Mio. sowie mit einem Ergebnis nach Ertragsteuern von EUR -15,9 Mio. zum Ergebnis des Konzerns im Berichtszeitraum beigetragen.   Die Kaufpreisallokation zum dargestellten Unternehmenserwerb ist noch nicht final abgeschlossen. Mutares hat zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sämtliche relevante Informationen – namentlich die Informationen über die zu bewertenden Vermögenswerte und Schulden der Gesellschaft sowie der Gegenleistung – in finaler Version vorliegen. Die Aufdeckung der stillen Reserven und Lasten ist somit aktuell noch vorläufig. 32 Mutares SE & Co. KGaA Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2024 Gewinn aus günstigem Erwerb aus den erworbenen Tochterunternehmen   Aus sämtlichen Akquisitionen, mit Ausnahme der Erwerbe von Greenview, Sofinter, FSL Ladenbau und Wilda, aus denen ein Geschäfts- oder Firmenwert resultiert, ergab sich aus der Gegenüberstellung der Anschaffungskosten der erworbenen Gesellschaften und des neubewerteten Nettovermögens jeweils ein Gewinn aus günstigem Erwerb („Bargain Purchase“), der in der Gesamtergebnisrechnung unter den sonstigen Erträgen ausgewiesen wird. Der für Mutares günstige Erwerbspreis kann zum einen auf das Bestreben der Verkäuferseite zurückzuführen sein, die Geschäftsaktivitäten neu auszurichten und sich auf die Kernaktivitäten zu konzentrieren. Während die erworbenen Marktsegmente für andere Investoren unattraktiv erscheinen, ist der Erwerb für Mutares lukrativ, da Unternehmen in Umbruchsituationen in die strategische Ausrichtung des Konzerns passen. Mutares sieht Chancen in der umfangreichen operativen Industrie- und Sanierungserfahrung, mit deren Hilfe die erworbenen Portfolio­unternehmen auf einen stabilen Pfad profitablen Wachstums geführt werden sollen. Darüber hinaus kann auf Verkäuferseite – u.a. aufgrund anstehender (Groß-)Investitionen oder Kosten durch die Stilllegung von Aktivitäten – ein gewisser Verkaufsdruck herrschen.   Innerhalb der Jahresfrist des IFRS 3 kam es im Geschäftsjahr 2024 bei Byldis, Stuart und Efacec, drei in der zweiten Hälfte des Geschäftsjahres 2023 erworbenen Portfoliounternehmen, zu einer Anpassung des übertragenen Nettovermögens in Summe von insgesamt EUR 10,4 Mio. Der Gewinn aus günstigem Erwerb („Bargain Purchase“) verminderte sich entsprechend; ein Betrag von EUR 10,4 Mio. ist als Reduzierung der sonstigen Erträge in der Konzern-Gesamtergebnisrechnung des Geschäftsjahres 2024 enthalten. 33 Mutares SE & Co. KGaA Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2024

5.1.2       Erwerbe von Tochterunternehmen im Vorjahr

Im Zeitraum vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023 wurden die folgenden Tochterunternehmen erworben und erstkonsolidiert:     Erwerb der Peugeot Motocycles Group ("PMTC")   Am 31. Januar 2023 hat Mutares die Übernahme von 50 % der Aktienanteile und einer Kontrollmehrheit von 80 % an Peugeot Motocycles SAS und deren Tochtergesellschaften von Mahindra & Mahindra abgeschlossen hat. PMTC entwickelt und produziert zwei- und dreirädrige Motorroller, die über Tochtergesellschaften, Importeure und Händler in Frankreich und international auf drei Kontinenten vertrieben werden. Der Erwerb dient der Stärkung des Segments Automotive & Mobility.   Die Gegenleistung für den Erwerb der Gesellschaft von EUR 7,0 Mio. wurde zum Erwerbszeitpunkt bezahlt. Akquisitionsbezogene Nebenkosten für die Transaktion sind nur in unwesentlichen Umfang angefallen. Diese sind in der Gesamtergebnisrechnung für das Geschäftsjahr 2023 unter den sonstigen Aufwendungen erfasst. Das erworbene Nettovermögen wurde zu einem Fair Value von EUR 108,1 Mio. bewertet, es entstand ein Gewinn aus günstigem Erwerb ("Bargain Purchase") von EUR 15,0 Mio. Teil der erworbenen Vermögenswerte ist ein Joint Venture in China, welches mit einem Fair Value von EUR 37,6 Mio. in den anderen langfristigen Vermögenswerten in der nachfolgenden Tabelle enthalten ist.   In der nachfolgenden Tabelle werden die Ergebnisse der Kaufpreisallokation und die Ableitung des Gewinns aus günstigem Erwerb („Bargain Purchase“), der in den sonstigen Erträgen für das Geschäftsjahr 2023 erfasst ist, dargestellt:  

Mio. EUR Fair Value
Immaterielle Vermögenswerte 25,6
Sachanlagen 21,9
Nutzungsrechte 1,2
Andere langfristige Vermögenswerte 43,8
Langfristige Vermögenswerte 92,5
Vorräte 23,6
Forderungen und sonstige kurzfristige Vermögenswerte 13,2
Andere kurzfristige Vermögenswerte 94,2
Kurzfristige Vermögenswerte 131,0
Passive latente Steuern 15,9
Andere langfristige Schulden 17,8
Langfristige Schulden 33,6
Kurzfristige Schulden 81,7
Nettovermögen 108,1
Anteile nicht beherrschender Gesellschafter 86,1
Gewinn aus günstigem Erwerb ("Bargain Purchase") 15,0
Gegenleistung 7,0

Im Zusammenhang mit dem Unternehmenserwerb hat Peugeot Motocycles eine variabel verzinsliche Pflichtwandelanleihe mit einem Nominalbetrag von EUR 74,1 Mio. und einer Laufzeit von zehn Jahren emittiert, die vollständig vom bisherigen Altgesellschafter und aktuellem Minderheitsgesellschafter (Mahindra & Mahindra) gezeichnet wurde. Diese Pflichtwandelanleihe stellt ein zusammengesetztes 34 Mutares SE & Co. KGaA Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2024 Finanzinstrument dar, welches sowohl eine Eigenkapital- als auch eine Fremdkapitalkomponente enthält. Als Eigenkapital wurde aufgrund des festen Wandlungsverhältnisses der Nominalbetrag von EUR 64,1 Mio. eingestuft. Die Wandlung der vertraglich vereinbarten (Zinses-)Zinsen erfolgt dagegen basierend auf dem zum Wandlungszeitpunkt gültigen beizulegenden Zeitwert der Anteile, so dass sie als Fremdkapital zu behandeln sind. Folglich wurde in Höhe des beizulegenden Zeitwerts der im Emissionszeitpunkt erwarteten (Zinses-)Zinsen eine finanzielle Verbindlichkeit von EUR 10,0 Mio. passiviert, die in der Folge zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet wird.   Die Anteile an nicht beherrschenden Gesellschaftern wurden zum beizulegenden Zeitwert bewertet, die generellen Bewertungsmethoden zur Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts der Vermögens­werte wurden herangezogen.   Die erworbenen anderen kurzfristigen Vermögenswerte enthalten liquide Mittel von EUR 83,9 Mio., die im Anschluss an den Vollzug der Transaktion vereinbarungsgemäß in Teilen dazu verwendet wurden, um Bankdarlehen von EUR 39,6 Mio. sowie ein Darlehen des Altgesellschafters von EUR 3,9 Mio. zurückzuführen. Der Fair Value von Vermögenswerten aus zugesagten Entschädigungszahlungen, die in der Eröffnungsbilanz erfasst sind, beträgt EUR 4,2 Mio. und korrespondiert mit Rückstellungen aus Rechtsstreitigkeiten in gleicher Höhe.   Der Fair Value der erworbenen Forderungen bezogen auf einen Bruttoforderungsbetrag von EUR 15,5 Mio. beläuft sich zum Erwerbszeitpunkt auf EUR 13,2 Mio. Entsprechend beläuft sich die zum Erwerbszeitpunkt vorgenommene bestmögliche Schätzung für vertragliche Zahlungsströme, deren Einbringlichkeit nicht erwartet wird, auf EUR 2,3 Mio.   Der Konzernabschluss enthält aus dem erworbenen Unternehmen für das Geschäftsjahr 2023 Umsatzerlöse von EUR 105,2 Mio. und ein Ergebnis nach Steuern von EUR -8,1 Mio. Wäre die Gesellschaft bereits zum 1. Januar 2023 erworben worden, hätte diese mit Umsatzerlösen von EUR 111,2 Mio. sowie mit einem Ergebnis nach Ertragsteuern von EUR -9,5 Mio. zum Ergebnis des Konzerns im Geschäftsjahr 2023 beigetragen.     Erwerb von Palmia   Zur Stärkung des Segments Goods & Services und der Präsenz in Finnland hat Mutares am 7. Februar 2023 die Übernahme von sämtlichen Anteilen und Stimmrechten an Palmia Oy von der Stadt Helsinki abgeschlossen. Palmia ist ein finnischer Dienstleister für Schulen, Kindertagesstätten, Krankenhäuser und andere Einrichtungen des öffentlichen Sektors. Zum Dienstleistungsangebot gehören Lebensmitteldienste, Reinigungsdienste, Sicherheitsdienste und Gebäudewartungsdienste.   Der Kaufpreis für den Erwerb der Gesellschaft betrug EUR 0,4 Mio. und wurde zum Erwerbszeitpunkt beglichen. Es sind akquisitionsbezogene Nebenkosten in niedriger sechsstelliger Höhe angefallen. Diese sind in der Gesamtergebnisrechnung für das Geschäftsjahr 2023 unter den sonstigen Aufwendungen erfasst. Das erworbene Nettovermögen wurde zu einem Fair Value von EUR -2,2 Mio. bewertet, es entstand ein Geschäfts- oder Firmenwert („Goodwill“) von EUR 2,6 Mio., welcher die erwarteten positiven Zukunftsaussichten der Gesellschaft widerspiegelte. Aus der Transaktion entstand kein Geschäfts- oder Firmenwert, der für steuerliche Zwecke abzugsfähig ist.   In der nachfolgenden Tabelle werden die Ergebnisse der Kaufpreisallokation und die Ableitung des Geschäfts- oder Firmenwertes („Goodwill“), der in den immateriellen Vermögenswerten erfasst ist, dargestellt: 35 Mutares SE & Co. KGaA Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2024

Mio. EUR Fair Value
Immaterielle Vermögenswerte 4,4
Sachanlagen 5,2
Nutzungsrechte 8,9
Andere langfristige Vermögenswerte 2,6
Langfristige Vermögenswerte 21,1
Vorräte 0,7
Forderungen und sonstige kurzfristige Vermögenswerte 9,5
Andere kurzfristige Vermögenswerte 2,2
Kurzfristige Vermögenswerte 12,4
Passive latente Steuern 1,1
Andere langfristige Schulden 5,8
Langfristige Schulden 6,9
Kurzfristige Schulden 28,8
Nettovermögen -2,2
Geschäfts- oder Firmenwert ("Goodwill") 2,6
Gegenleistung 0,4

Der Fair Value der erworbenen Forderungen bezogen auf einen Bruttoforderungsbetrag von EUR 9,5 Mio. beläuft sich zum Erwerbszeitpunkt auf EUR 9,5 Mio. Entsprechend beläuft sich die zum Erwerbszeitpunkt vorgenommene bestmögliche Schätzung für vertragliche Zahlungsströme, deren Einbringlichkeit nicht erwartet wird, auf EUR 0,0 Mio.   Der Konzernabschluss enthält aus dem erworbenen Unternehmen für das Geschäftsjahr 2023 Umsatzerlöse von EUR 123,5 Mio. und ein Ergebnis nach Steuern von EUR -5,7 Mio. Wäre die Gesellschaft bereits zum 1. Januar 2023 erworben worden, hätte diese mit Umsatzerlösen von EUR 134,8 Mio. sowie mit einem Ergebnis nach Ertragsteuern von EUR -6,5 Mio. zum Ergebnis des Konzerns im Geschäftsjahr 2023 beigetragen.     Erwerb eines Werkes von Magna in Bordeaux (mittlerweile firmierend als Manufacturing Mobility of Tomorrow – Bordeaux ("MMT-B"))   Mit Wirkung zum 1. März 2023 hat Mutares die vollständige Übernahme der Manufacturing Mobility of Tomorrow – Bordeaux SAS ("MMT-B") mit einem französischen Werk, das in der Produktion von Getrieben tätig ist, vom Automobilzulieferer Magna abgeschlossen. Die Akquisition stärkt das Segment Automotive & Mobility, da Synergieeffekte mit den Aktivitäten anderer Portfolio­unternehmen des Segments, insbesondere innerhalb der FerrAl United Group, erwartet werden.   Die Gegenleistung für den Erwerb der Gesellschaft betrug EUR 10,3 Mio. Diese besteht aus einer Kaufpreiszahlung zum Erwerbszeitpunkt von EUR 5,0 Mio., zwei gestundeten Zahlungen mit einem Barwert von EUR 9,6 Mio. sowie einer gegenläufigen Kaufpreisanpassung mit einem Barwert von EUR 4,3 Mio. Außerdem gibt es zwei Earn-Out Klauseln, die sich auf Basis einer im Kaufvertrag festgelegten, bereinigten EBITDA-Kennzahl und des Umsatzes der Folgejahre berechnen und die zum Erwerbszeitpunkt mit einem beizulegenden Zeitwert von EUR 0 bewertet werden. Akquisitions­bezogene Nebenkosten für die Transaktion sind nur in unwesentlichem Umfang angefallen. Diese sind in der Gesamtergebnisrechnung für das Geschäftsjahr 2023 unter den sonstigen Aufwendungen erfasst. Das erworbene Nettovermögen wurde zu einem Fair Value von EUR 103,3 Mio. bewertet, es entstand ein Gewinn aus günstigem Erwerb ("Bargain Purchase") von EUR 92,9 Mio. 36 Mutares SE & Co. KGaA Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2024 In der nachfolgenden Tabelle werden die Ergebnisse der Kaufpreisallokation und die Ableitung des Gewinns aus günstigem Erwerb („Bargain Purchase“), der in den sonstigen Erträgen für das Geschäftsjahr 2023 erfasst ist, dargestellt:  

Mio. EUR Fair Value
Immaterielle Vermögenswerte 0,0
Sachanlagen 79,7
Nutzungsrechte 0,4
Andere langfristige Vermögenswerte 0,0
Langfristige Vermögenswerte 80,1
Vorräte 11,4
Forderungen und sonstige kurzfristige Vermögenswerte 29,7
Andere kurzfristige Vermögenswerte 43,5
Kurzfristige Vermögenswerte 84,5
Passive latente Steuern 12,6
Andere langfristige Schulden 14,5
Langfristige Schulden 27,1
Kurzfristige Schulden 34,3
Nettovermögen 103,3
Gewinn aus günstigem Erwerb ("Bargain Purchase") 92,9
Gegenleistung 10,3

Der Fair Value der erworbenen Forderungen bezogen auf einen Bruttoforderungsbetrag von EUR 29,7 Mio. beläuft sich zum Erwerbszeitpunkt auf EUR 29,7 Mio. Entsprechend beläuft sich die zum Erwerbszeitpunkt vorgenommene bestmögliche Schätzung für vertragliche Zahlungsströme, deren Einbringlichkeit nicht erwartet wird, auf EUR 0,0 Mio. Am Produktionsstandort wurden Umweltverschmutzungen festgestellt, welche nicht die Ansatzkriterien einer Rückstellung oder einer Eventualverbindlichkeit erfüllen und wurden folglich nicht berücksichtigt.   Der Altgesellschafter hat zudem zugesagt, MMT-B für Aufwendungen im Zusammenhang mit Restrukturierungs- und Transformationsmaßnahmen zu kompensieren. Auf dieser Basis hat MMT-B im Geschäftsjahr 2023 sonstige Erträge von EUR 23,7 Mio. erfasst.   Der Konzernabschluss enthält aus dem erworbenen Unternehmen für das Geschäftsjahr 2023 Umsatzerlöse von EUR 104,2 Mio. und ein Ergebnis nach Steuern von EUR -6,5 Mio. Wäre die Gesellschaft bereits zum 1. Januar 2023 erworben worden, hätte diese mit Umsatzerlösen von EUR 144,4 Mio. sowie mit einem Ergebnis nach Ertragsteuern von EUR -3,5 Mio. zum Ergebnis des Konzerns im Geschäftsjahr 2023 beigetragen.     Erwerb der BEW Umformtechnik   Mit Wirkung zum 28. April 2023 hat Mutares die Übernahme einer Mehrheitsbeteiligung von 87,5 % an der BEW-Umformtechnik GmbH ("BEW") von Marigold Capital sowie vom Minderheits­gesellschafter und Geschäftsführer der Gesellschaft abgeschlossen. BEW ist ein Hersteller von Schmiedeteilen in roher, vorgeformter oder einbaufertiger Ausführung. BEW produziert Teile und Komponenten für Getriebe, Achsen und Lenkungen in Nutzfahrzeugen, Pkw, Land-, Förder- und Baumaschinen sowie für Anwendungen im allgemeinen Maschinenbau und in der Armaturen- und Hydraulikindustrie. Die Akquisition stärkt das Segment Automotive & Mobility, da Synergieeffekte 37 Mutares SE & Co. KGaA Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2024 mit den Aktivitäten anderer Portfoliounternehmen des Segments, insbesondere innerhalb der FerrAl United Group, erwartet werden.   Die Gegenleistung für den Erwerb an der Gesellschaft beträgt insgesamt EUR 5,7 Mio. Davon wurden zum Erwerbszeitpunkt EUR 2,8 Mio. entrichtet. Ein weiterer Betrag von EUR 2,1 Mio. ist als gestundeter Kaufpreis innerhalb von zwölf Monaten nach Vollzug der Transaktionen fällig. Die verbleibenden 12,5 % der Anteile sollen durch eine im Kaufvertrag fixierte Zahlung von EUR 0,7 Mio., die bis Ende 2024 zu leisten ist, ebenfalls auf Mutares übergehen. Diese Übernahmeverpflichtung stellt einen synthetischen Forward dar, sodass Mutares die „anticipated acquisition method“ anwendet und bereits zum Erwerbszeitpunkt sämtliche Vermögenswerte und Schulden der Gesellschaft erfasst. Akquisitionsbezogene Nebenkosten für die Transaktion sind nur in unwesent­lichem Umfang angefallen. Diese sind in der Gesamtergebnisrechnung für das Geschäftsjahr 2023 unter den sonstigen Aufwendungen erfasst. Das erworbene Nettovermögen wurde zu einem Fair Value von EUR 6,5 Mio. bewertet, es entstand ein Gewinn aus günstigem Erwerb ("Bargain Purchase") von EUR 0,8 Mio.   In der nachfolgenden Tabelle werden die Ergebnisse der Kaufpreisallokation und die Ableitung des Gewinns aus günstigem Erwerb („Bargain Purchase“), der in den sonstigen Erträgen für das Geschäftsjahr 2023 erfasst ist, dargestellt:  

Mio. EUR Fair Value
Immaterielle Vermögenswerte 0,8
Sachanlagen 3,4
Nutzungsrechte 5,3
Andere langfristige Vermögenswerte 0,0
Langfristige Vermögenswerte 9,5
Vorräte 8,4
Forderungen und sonstige kurzfristige Vermögenswerte 3,7
Andere kurzfristige Vermögenswerte 1,5
Kurzfristige Vermögenswerte 13,6
Passive latente Steuern 0,7
Andere langfristige Schulden 4,9
Langfristige Schulden 5,6
Kurzfristige Schulden 11,0
Nettovermögen 6,5
Gewinn aus günstigem Erwerb ("Bargain Purchase") 0,8
Gegenleistung 5,7

Der Fair Value der erworbenen Forderungen bezogen auf einen Bruttoforderungsbetrag von EUR 3,7 Mio. beläuft sich zum Erwerbszeitpunkt auf EUR 3,7 Mio. Entsprechend beläuft sich die zum Erwerbszeitpunkt vorgenommene bestmögliche Schätzung für vertragliche Zahlungsströme, deren Einbringlichkeit nicht erwartet wird, auf EUR 0,0 Mio.   Der Konzernabschluss enthält aus dem erworbenen Unternehmen für das Geschäftsjahr 2023 Umsatzerlöse von EUR 32,4 Mio. und ein Ergebnis nach Steuern von EUR -0,7 Mio. Wäre die Gesellschaft bereits zum 1. Januar 2023 erworben worden, hätte diese mit Umsatzerlösen von EUR 51,6 Mio. sowie mit einem Ergebnis nach Ertragsteuern von EUR 0,4 Mio. zum Ergebnis des Konzerns im Geschäftsjahr 2023 beigetragen. 38 Mutares SE & Co. KGaA Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2024 Erwerb der Aktivitäten von Arriva in Dänemark, Polen und Serbien (mittlerweile firmierend als GoCollective A/S, ReloBus Transport Sp.z.o.o. und MobiLitas d.o.o)   Mit Wirkung zum 15. Mai bzw. 15. Juni 2023 hat Mutares den Erwerb der dänischen, polnischen und serbischen Geschäftsaktivitäten der Arriva Group, die zur Deutschen Bahn AG gehört, vollzogen. Diese umfassen ein breites Spektrum an Verkehrs- und Mobilitätsdienstleistungen, z.B. Bahn, Bus, Fähren, und Carsharing. Mit der Akquisition dieser neuen Plattform soll das Segment Goods & Services und die Präsenz in den nordischen Ländern weiter gestärkt werden. Die Gesellschaften wurden zum 31. Mai 2023 erstmalig in den Konzernabschluss einbezogen. Im Zeitraum zwischen Erwerbszeitpunkt und Erstkonsolidierung wurden keine wesentlichen Geschäftsvorfälle identifiziert.   Die Gegenleistung für 100 % der Anteile und Stimmrechte der Gesellschaften betrug EUR 9,5 Mio. Davon wurden zum Erwerbszeitpunkt EUR 3 entrichtet. Ein weiterer Betrag von EUR 9,5 Mio. ist als gestundeter Kaufpreis am 30. Juni 2024 fällig. Es sind akquisitionsbezogene Nebenkosten in mittlerer sechsstelliger Höhe angefallen. Diese sind in der Gesamtergebnisrechnung für das Geschäftsjahr 2023 unter den sonstigen Aufwendungen erfasst. Das erworbene Nettovermögen wurde zu einem Fair Value von EUR 158,7 Mio. bewertet, es entstand ein Gewinn aus günstigem Erwerb ("Bargain Purchase") von EUR 149,2 Mio.   In der nachfolgenden Tabelle werden die Ergebnisse der Kaufpreisallokation und die Ableitung des Gewinns aus günstigem Erwerb („Bargain Purchase“), der in den sonstigen Erträgen für das Geschäftsjahr 2023 erfasst ist, dargestellt:  

Mio. EUR Fair Value
Immaterielle Vermögenswerte 35,8
Sachanlagen 156,3
Nutzungsrechte 10,1
Andere langfristige Vermögenswerte 1,1
Langfristige Vermögenswerte 203,3
Vorräte 14,0
Forderungen und sonstige kurzfristige Vermögenswerte 24,8
Andere kurzfristige Vermögenswerte 42,5
Kurzfristige Vermögenswerte 81,3
Passive latente Steuern 0,0
Andere langfristige Schulden 34,9
Langfristige Schulden 34,8
Kurzfristige Schulden 91,1
Nettovermögen 158,7
Gewinn aus günstigem Erwerb ("Bargain Purchase") 149,2
Gegenleistung 9,5

Der Fair Value der erworbenen Forderungen bezogen auf einen Bruttoforderungsbetrag von EUR 25,3 Mio. beläuft sich zum Erwerbszeitpunkt auf EUR 24,8 Mio. Entsprechend beläuft sich die zum Erwerbszeitpunkt vorgenommene bestmögliche Schätzung für vertragliche Zahlungsströme, deren Einbringlichkeit nicht erwartet wird, auf EUR 0,5 Mio.   Teil der dänischen Geschäftsaktivitäten der Arriva ist die Arriva Insurance A/S, eine Versicherungs­gesellschaft, die Versicherungsleistungen ausschließlich an Einheiten des Konzerns erbringt und 39 Mutares SE & Co. KGaA Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2024 aufgrund aufsichtsrechtlicher Vorschriften verpflichtet ist, ein bestimmtes Maß an Liquidität vorzuhalten. Diese gesperrten Geldmittel betrugen zum Erwerbszeitpunkt EUR 10,1 Mio. und können für das Tagesgeschäft des Unternehmens verwendet, aber nicht an andere Gesellschaften des Konzerns übertragen werden.   Der Konzernabschluss enthält aus dem erworbenen Unternehmen für das Geschäftsjahr 2023 Umsatzerlöse von EUR 177,1 Mio. und ein Ergebnis nach Steuern von EUR -27,0 Mio. Wäre die Gesellschaft bereits zum 1. Januar 2023 erworben worden, hätte diese mit Umsatzerlösen von EUR 479,7 Mio. sowie mit einem Ergebnis nach Ertragsteuern von EUR -58,3 Mio. zum Ergebnis des Konzerns im Geschäftsjahr 2023 beigetragen.     Erwerb der Gläsernen Molkerei   Mit Wirkung zum 14. August 2023 hat Mutares die Übernahme der Gläsernen Molkerei GmbH und ihrer Tochtergesellschaften von der Emmi Gruppe erfolgreich abgeschlossen. Mit zwei Produktions­stätten im Norden von Deutschland ist die Gläserne Molkerei auf die Herstellung von reinen Bio-Molkereiprodukten spezialisiert. Die breite Produktpalette umfasst Bio-Milch, -Butter, -Joghurt, -Buttermilch und -Käse. Das Unternehmen stärkt als erste Plattform-Akquisition das neue Segment Retail & Food.   Die Gegenleistung für 100 % der Anteile und Stimmrechte der Gesellschaft betrug EUR 1, welche zum Erwerbszeitpunkt entrichtet wurde. Zusätzlich hat Mutares vom Altgesellschafter ein Darlehen gegen die Gesellschaft von EUR 1,7 Mio. erworben, welches bei der Gläsernen Molkerei mit einem Nennwert von EUR 8,0 Mio. bilanziert ist. Akquisitionsbezogene Nebenkosten für die Transaktion sind nur in unwesentlichem Umfang angefallen. Diese sind in der Gesamtergebnisrechnung für das Geschäftsjahr 2023 unter den sonstigen Aufwendungen erfasst. Das erworbene Nettovermögen wurde zu einem Fair Value von EUR 30,1 Mio. bewertet, es entstand ein Gewinn aus günstigem Erwerb ("Bargain Purchase") von EUR 30,1 Mio.   In der nachfolgenden Tabelle werden die Ergebnisse der Kaufpreisallokation und die Ableitung des Gewinns aus günstigem Erwerb („Bargain Purchase“), der in den sonstigen Erträgen für das Geschäftsjahr 2023 erfasst ist, dargestellt: 40 Mutares SE & Co. KGaA Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2024

Mio. EUR Fair Value
Immaterielle Vermögenswerte 1,7
Sachanlagen 20,6
Nutzungsrechte 0,1
Andere langfristige Vermögenswerte 1,7
Langfristige Vermögenswerte 24,2
Vorräte 3,9
Forderungen und sonstige kurzfristige Vermögenswerte 8,7
Andere kurzfristige Vermögenswerte 13,3
Kurzfristige Vermögenswerte 25,9
Passive latente Steuern 3,5
Andere langfristige Schulden 5,8
Langfristige Schulden 9,3
Kurzfristige Schulden 10,6
Nettovermögen 30,1
Gewinn aus günstigem Erwerb ("Bargain Purchase") 30,1
Gegenleistung 0,0

Der Fair Value der erworbenen Forderungen bezogen auf einen Bruttoforderungsbetrag von EUR 9,5 Mio. beläuft sich zum Erwerbszeitpunkt auf EUR 8,7 Mio. Entsprechend beläuft sich die zum Erwerbszeitpunkt vorgenommene bestmögliche Schätzung für vertragliche Zahlungsströme, deren Einbringlichkeit nicht erwartet wird, auf EUR 0,8 Mio.   Der Konzernabschluss enthält aus dem erworbenen Unternehmen für das Geschäftsjahr 2023 Umsatzerlöse von EUR 39,1 Mio. und ein Ergebnis nach Steuern von. EUR 0,8 Mio. Wäre die Gesellschaft bereits zum 1. Januar 2023 erworben worden, hätte diese mit Umsatzerlösen von EUR 97,1 Mio. sowie mit einem Ergebnis nach Ertragsteuern von EUR -4,2 Mio. zum Ergebnis des Konzerns im Geschäftsjahr 2023 beigetragen.     Erwerb von Recover Nordic (mittlerweile firmierend als „REDO“)   Mit Wirkung zum 31. August 2023 hat Mutares die Übernahme der Recover Nordic (mittlerweile firmierend als Redo Oy („REDO“)) von der Recover Group als Plattform-Akquisition zur Stärkung des Segments Goods & Services abgeschlossen. Das Unternehmen ist ein finnischer Anbieter von fachkundiger Soforthilfe und Gebäudesanierungsdienstleistungen mit einem umfassenden Dienstleistungsangebot und einer landesweiten geografischen Präsenz. REDO bietet die gesamte Wertschöpfungskette von Dienstleistungen für Inspektion, Abriss, Trocknung und Wiederaufbau von Wasser- und Brandschäden, Geruch und Feuchtigkeit.   Die Gegenleistung für den Erwerb von 100 % der Anteile und Stimmrechte der Gesellschaft betrug EUR 1 und wurde zum Erwerbszeitpunkt entrichtet. Außerdem besteht eine Earn-Out Vereinbarung, die zum Erwerbszeitpunkt mit einem beizulegenden Zeitwert von EUR 0 bewertet wurde. Die Bandbreite der vereinbarten Earn-Out Verpflichtung kann aufgrund von Unsicherheiten in Bezug auf den Zeithorizont sowie der Höhe des künftig erzielbaren Verkaufspreises nicht verlässlich geschätzt werden. Es sind akquisitionsbezogene Nebenkosten in Höhe eines niedrigen sechsstelligen Eurobetrags. Diese sind in der Gesamtergebnisrechnung für das Geschäftsjahr 2023 unter den sonstigen Aufwendungen erfasst. Das erworbene Nettovermögen wurde zu einem Fair Value von 41 Mutares SE & Co. KGaA Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2024 EUR 1,2 Mio. bewertet, es entstand ein Gewinn aus günstigem Erwerb („Bargain Purchase“) von EUR 1,2 Mio.   In der nachfolgenden Tabelle werden die Ergebnisse der Kaufpreisallokation und die Ableitung des Gewinns aus günstigem Erwerb („Bargain Purchase“), der in den sonstigen Erträgen für das Geschäftsjahr 2023 erfasst ist, dargestellt:  

Mio. EUR Fair Value
Immaterielle Vermögenswerte 0,8
Sachanlagen 1,1
Nutzungsrechte 2,8
Andere langfristige Vermögenswerte 0,1
Langfristige Vermögenswerte 4,7
Vorräte 0,0
Forderungen und sonstige kurzfristige Vermögenswerte 3,4
Andere kurzfristige Vermögenswerte 2,1
Kurzfristige Vermögenswerte 5,4
Passive latente Steuern 0,2
Andere langfristige Schulden 1,5
Langfristige Schulden 1,7
Kurzfristige Schulden 7,3
Nettovermögen 1,2
Gewinn aus günstigem Erwerb ("Bargain Purchase") 1,2
Gegenleistung 0,0

Der Fair Value der erworbenen Forderungen bezogen auf einen Bruttoforderungsbetrag von EUR 5,4 Mio. beläuft sich zum Erwerbszeitpunkt auf EUR 5,4 Mio. Entsprechend beläuft sich die zum Erwerbszeitpunkt vorgenommene bestmögliche Schätzung für vertragliche Zahlungsströme, deren Einbringlichkeit nicht erwartet wird, auf EUR 0,0 Mio.   Der Konzernabschluss enthält aus dem erworbenen Unternehmen für das Geschäftsjahr 2023 Umsatzerlöse von EUR 12,3 Mio. und ein Ergebnis nach Steuern von EUR -1,2 Mio. Wäre die Gesellschaft bereits zum 1. Januar 2023 erworben worden, hätte diese mit Umsatzerlösen von EUR 35,4 Mio. sowie mit einem Ergebnis nach Ertragsteuern von EUR -2,0 Mio. zum Ergebnis des Konzerns im Geschäftsjahr 2023 beigetragen.     Erwerb der Selzer-Gruppe   Mit Wirkung zum 31. August 2023 hat Mutares 100 % der Anteile und Stimmrechte an der Selzer Fertigungstechnik GmbH & Co. KG sowie deren Tochtergesellschaften, welche als Add-on-Akquisition für die FerrAl United Group im Segment Automotive & Mobility dient, von INDUS erworben. Das Unternehmen fertigt unter anderem einbaufertige Komponenten und Baugruppen aus Metall für Getriebe, Bremsen und Motoren von Automobilen sowie Industrieanwendungen.   Die Gegenleistung für den Erwerb der Gesellschaft betrug EUR 1,2 Mio. Davon wurden zum Erwerbszeitpunkt EUR 1,2 Mio. entrichtet. Akquisitionsbezogene Nebenkosten für die Transaktion sind nur in unwesentlichem Umfang angefallen. Diese sind in der Gesamtergebnisrechnung für das 42 Mutares SE & Co. KGaA Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2024 Geschäftsjahr 2023 unter den sonstigen Aufwendungen erfasst. Das erworbene Nettovermögen wurde zu einem Fair Value von EUR 50,3 Mio. bewertet, es entstand ein Gewinn aus günstigem Erwerb („Bargain Purchase“) von EUR 49,1 Mio.   In der nachfolgenden Tabelle werden die Ergebnisse der Kaufpreisallokation und die Ableitung des Gewinns aus günstigem Erwerb („Bargain Purchase“), der in den sonstigen Erträgen für das Geschäftsjahr 2023 erfasst ist, dargestellt:  

Mio. EUR Fair Value
Immaterielle Vermögenswerte 1,5
Sachanlagen 51,0
Nutzungsrechte 5,9
Andere langfristige Vermögenswerte 4,6
Langfristige Vermögenswerte 62,9
Vorräte 23,7
Forderungen und sonstige kurzfristige Vermögenswerte 7,8
Andere kurzfristige Vermögenswerte 4,2
Kurzfristige Vermögenswerte 35,7
Passive latente Steuern 4,9
Andere langfristige Schulden 7,2
Langfristige Schulden 12,0
Kurzfristige Schulden 36,3
Nettovermögen 50,3
Gewinn aus günstigem Erwerb ("Bargain Purchase") 49,1
Gegenleistung 1,2

Der Fair Value der erworbenen Forderungen bezogen auf einen Bruttoforderungsbetrag von EUR 10,7 Mio. beläuft sich zum Erwerbszeitpunkt auf EUR 7,8 Mio. Entsprechend beläuft sich die zum Erwerbszeitpunkt vorgenommene bestmögliche Schätzung für vertragliche Zahlungsströme, deren Einbringlichkeit nicht erwartet wird, auf EUR 2,9 Mio.   Der Konzernabschluss enthält aus dem erworbenen Unternehmen für das Geschäftsjahr 2023 Umsatzerlöse von EUR 19,4 Mio. und ein Ergebnis nach Steuern von EUR -44,6 Mio. Wäre die Gesellschaft bereits zum 1. Januar 2023 erworben worden, hätte diese mit Umsatzerlösen von EUR 66,7 Mio. sowie mit einem Ergebnis nach Ertragsteuern von EUR -96,4 Mio. zum Ergebnis des Konzerns im Geschäftsjahr 2023 beigetragen. Aus dem Ergebnis nach Steuern wurden jeweils bereits Effekte aus Konsolidierungsmaßnahmen von EUR 29,9 Mio. eliminiert.   Die Kaufpreisallokation zum dargestellten Unternehmenserwerb war zum 31. Dezember 2023 noch nicht final abgeschlossen. Mutares hatte zum damaligen Zeitpunkt noch nicht sämtliche relevante Informationen – namentlich die Informationen über die zu bewertenden Vermögenswerte und Schulden der Gesellschaft – in finaler Version vorliegen. Die Aufdeckung der stillen Reserven und Lasten war somit noch vorläufig.     Erwerb von Vermögenswerten der Holland Industrial Construction Systems Coöperatief und ihrer Tochtergesellschaften („Byldis“)   Mit Wirkung zum 10. Oktober 2023 hat Mutares die Übernahme von Vermögenswerten der Holland Industrial Construction Systems Coöperatief und ihrer Tochtergesellschaften aus der Insolvenzmasse 43 Mutares SE & Co. KGaA Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2024 erfolgreich abgeschlossen. Die Aktivitäten, mittlerweile zusammengefasst unter der Byldis Group B.V. („Byldis“), dienen als Plattforminvestition zur Stärkung des Segments Engineering & Technology. Das Unternehmen entwirft, fertigt und montiert vorgefertigte bzw. außerhalb der Baustelle hergestellte Bauelemente für hohe bis mittelhohe Gebäude auf dem europäischen Baumarkt.   Die Gegenleistung für den Erwerb der Gesellschaft betrug EUR 2,6 Mio. Davon wurden zum Erwerbszeitpunkt EUR 1,6 Mio. von Mutares und EUR 1,0 Mio. von einer Dritten Partei im Namen von Mutares entrichtet. Akquisitionsbezogene Nebenkosten für die Transaktion sind im niedrigen sechsstelligen Bereich angefallen. Diese sind in der Gesamtergebnisrechnung unter den sonstigen Aufwendungen erfasst. Das erworbene Nettovermögen wurde zu einem Fair Value von EUR 4,6 Mio. bewertet, es entstand ein Gewinn aus günstigem Erwerb („Bargain Purchase“) von EUR 3,0 Mio.   In der nachfolgenden Tabelle werden die Ergebnisse der Kaufpreisallokation und die Ableitung des Gewinns aus günstigem Erwerb („Bargain Purchase“), der in den sonstigen Erträgen für das Geschäftsjahr 2023 erfasst ist, dargestellt:  

Mio. EUR Fair Value
Immaterielle Vermögenswerte 0,2
Sachanlagen 5,7
Nutzungsrechte 7,9
Andere langfristige Vermögenswerte 0,0
Langfristige Vermögenswerte 13,8
Vorräte 0,7
Forderungen und sonstige kurzfristige Vermögenswerte 4,4
Andere kurzfristige Vermögenswerte 9,0
Kurzfristige Vermögenswerte 14,0
Passive latente Steuern 0,0
Andere langfristige Schulden 7,1
Langfristige Schulden 7,1
Kurzfristige Schulden 16,2
Nettovermögen 4,6
Gewinn aus günstigem Erwerb ("Bargain Purchase") 3,0
Gegenleistung 1,6

Der Fair Value der erworbenen Forderungen bezogen auf einen Bruttoforderungsbetrag von EUR 7,2 Mio. beläuft sich zum Erwerbszeitpunkt auf EUR 4,8 Mio. Entsprechend beläuft sich die zum Erwerbszeitpunkt vorgenommene bestmögliche Schätzung für vertragliche Zahlungsströme, deren Einbringlichkeit nicht erwartet wird, auf EUR 2,4 Mio.   Der Konzernabschluss enthält aus den erworbenen Aktivitäten für das Geschäftsjahr 2023 Umsatzerlöse von EUR 19,0 Mio. und ein Ergebnis nach Steuern von EUR -1,2 Mio. Wären die Aktivitäten bereits zum 1. Januar 2023 erworben worden, hätte diese mit Umsatzerlösen von EUR 87,9 Mio. sowie mit einem Ergebnis nach Ertragsteuern von EUR -4,7 Mio. zum Ergebnis des Konzerns im Geschäftsjahr 2023 beigetragen.     Erwerb der Gesenkschmiede Schneider, Schöneweiss & Co., Falkenroth Umformtechnik   Mit Wirkung zum 16. Oktober 2023 hat Mutares vier Schmiedeunternehmen, die Gesenkschmiede Schneider GmbH, Schöneweiss & Co. GmbH, Falkenroth Umformtechnik GmbH sowie die Jeco 44 Mutares SE & Co. KGaA Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2024 Jellinghaus GmbH von CIE Forgings Germany, letztlich gehalten von der CIE Automotive S.A., übernommen. Die Unternehmen sind auf Schmiede- und Zerspanungstechniken für den Lkw-Markt spezialisiert und stärken die FerrAl United Group im Segment Automotive & Mobility.   Die Gegenleistung für 100 % der Anteile der Gesellschaften betrug EUR 22,5 Mio. Zusätzlich zu den Anteilen wurde vom Altgesellschafter ein Darlehen gegen die Schöneweiss zum Nominalwert von EUR 1,6 Mio. erworben. Außerdem gewährte der Veräußerer dem Erwerber zwei Darlehen von EUR 12,0 Mio. In Summe betrug die Kaufpreisezahlung zum Erwerbszeitpunkt somit EUR 12,0 Mio. Akquisitionsbezogene Nebenkosten für die Transaktion sind im mittleren sechsstelligen Umfang angefallen. Diese sind in der Gesamtergebnisrechnung für das Geschäftsjahr 2023 unter den sonstigen Aufwendungen erfasst. Das erworbene Nettovermögen wurde zu einem Fair Value von EUR 58,3 Mio. bewertet, es entstand ein Gewinn aus günstigem Erwerb („Bargain Purchase“) von EUR 35,8 Mio.   In der nachfolgenden Tabelle werden die Ergebnisse der Kaufpreisallokation und die Ableitung des Gewinns aus günstigem Erwerb („Bargain Purchase“), der in den sonstigen Erträgen für das Geschäftsjahr 2023 erfasst ist, dargestellt:  

Mio. EUR Fair Value
Immaterielle Vermögenswerte 2,3
Sachanlagen 52,2
Nutzungsrechte 8,7
Andere langfristige Vermögenswerte 1,0
Langfristige Vermögenswerte 64,1
Vorräte 42,1
Forderungen und sonstige kurzfristige Vermögenswerte 12,5
Andere kurzfristige Vermögenswerte 4,6
Kurzfristige Vermögenswerte 59,2
Passive latente Steuern 4,4
Andere langfristige Schulden 29,4
Langfristige Schulden 33,9
Kurzfristige Schulden 31,2
Nettovermögen 58,3
Gewinn aus günstigem Erwerb ("Bargain Purchase") 35,8
Gegenleistung 22,5

Der Fair Value der erworbenen Forderungen bezogen auf einen Bruttoforderungsbetrag von EUR 12,8 Mio. beläuft sich zum Erwerbszeitpunkt auf EUR 12,5 Mio. Entsprechend beläuft sich die zum Erwerbszeitpunkt vorgenommene bestmögliche Schätzung für vertragliche Zahlungsströme, deren Einbringlichkeit nicht erwartet wird, auf EUR 0,3 Mio.   Der Konzernabschluss enthält aus den erworbenen Unternehmen für das Geschäftsjahr 2023 Umsatzerlöse von EUR 37,8 Mio. und ein Ergebnis nach Steuern von EUR -8,4 Mio. Wären die Gesellschaften bereits zum 1. Januar 2023 erworben worden, hätten diese mit Umsatzerlösen von EUR 214,9 Mio. sowie mit einem Ergebnis nach Ertragsteuern von EUR 4,3 Mio. zum Ergebnis des Konzerns im Geschäftsjahr 2023 beigetragen. Das Ergebnis wurde bereinigt um einmalige Sondereffekte, im Wesentlichen durch die Auflösung nicht mehr benötigter Rückstellungen, sowie Versicherungs­entschädigungen von insgesamt EUR 25,4 Mio. 45 Mutares SE & Co. KGaA Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2024 Erwerb der Walor International   Zum 31. Oktober 2023 hat Mutares zur Ergänzung des Segment Automotive & Mobility die Walor International SAS und ihre Tochtergesellschaften von den Gesellschaftern Lorinvest, BNP Paribas Développement und Sodero Gestion übernommen. Die Akquisition dient zur Stärkung der FerrAl United Group im Segment Automotive & Mobility. Als Hersteller von geschmiedeten und bearbeiteten Stahlteilen bietet Walor eine umfassende Produktpalette für Antriebsstränge, Lenksysteme, Rohkarosserien und passive Sicherheitsanwendungen für Personenkraftwagen.   Die Gegenleistung für den Erwerb von 100 % der Anteile und Stimmrechte an der Gesellschaft betrug EUR 15,7 Mio., wovon EUR 14,4 Mio. zum Zeitpunkt des Erwerbs entrichtet wurden und EUR 1,3 Mio. gestundet sind und über einen Zeitraum von sechs Jahren gezahlt werden. Akquisitionsbezogene Nebenkosten für die Transaktion sind in Höhe eines hohen sechsstelligen Eurobetrags angefallen. Diese sind in der Gesamtergebnisrechnung für das Geschäftsjahr 2023 unter den sonstigen Aufwendungen erfasst. Das erworbene Nettovermögen wurde zu einem Fair Value von EUR 83,4 Mio. bewertet, es entstand ein Gewinn aus günstigem Erwerb („Bargain Purchase“) von EUR 67,7 Mio.   In der nachfolgenden Tabelle werden die Ergebnisse der Kaufpreisallokation und die Ableitung des Gewinns aus günstigem Erwerb („Bargain Purchase“), der in den sonstigen Erträgen für das Geschäftsjahr 2023 erfasst ist, dargestellt:  

Mio. EUR Fair Value
Immaterielle Vermögenswerte 4,6
Sachanlagen 66,8
Nutzungsrechte 12,4
Andere langfristige Vermögenswerte 4,7
Langfristige Vermögenswerte 88,5
Vorräte 32,4
Forderungen und sonstige kurzfristige Vermögenswerte 21,9
Andere kurzfristige Vermögenswerte 24,0
Kurzfristige Vermögenswerte 78,3
Passive latente Steuern 5,3
Andere langfristige Schulden 23,5
Langfristige Schulden 28,7
Kurzfristige Schulden 54,7
Nettovermögen 83,4
Gewinn aus günstigem Erwerb ("Bargain Purchase") 67,7
Gegenleistung 15,7

Der Fair Value der erworbenen Forderungen bezogen auf einen Bruttoforderungsbetrag von EUR 23,3 Mio. beläuft sich zum Erwerbszeitpunkt auf EUR 21,9 Mio. Entsprechend beläuft sich die zum Erwerbszeitpunkt vorgenommene bestmögliche Schätzung für vertragliche Zahlungsströme, deren Einbringlichkeit nicht erwartet wird, auf EUR 1,4 Mio.   Der Konzernabschluss enthält aus dem erworbenen Unternehmen für das Geschäftsjahr 2023 Umsatzerlöse von EUR 38,3 Mio. und ein Ergebnis nach Steuern von. EUR -4,1 Mio. Wäre die Gesellschaft bereits zum 1. Januar 2023 erworben worden, hätte diese mit Umsatzerlösen von EUR 254,6 Mio. sowie mit einem Ergebnis nach Ertragsteuern von EUR -9,4 Mio. zum Ergebnis des Konzerns im Geschäftsjahr 2023 beigetragen. 46 Mutares SE & Co. KGaA Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2024 Erwerb der Efacec   Am 31. Oktober 2023 hat Mutares die Übernahme von Efacec Power Solutions SGPS, S.A. und deren Tochtergesellschaften vom portugiesischen Staat (Participações Públicas (SGPS)) sowie MGI Capital im Rahmen des Ende 2022 eingeleiteten Reprivatisierungsprozesses abgeschlossen. Efacec ist auf die Herstellung und Lieferung von kritischen Geräten und Lösungen in den Bereichen Energie, Technik und Mobilität spezialisiert und stärkt als Plattforminvestition das Segment Engineering & Technology.   Die Gegenleistung für den Erwerb von 100 % der Anteile und Stimmrechte an den Gesellschaften betrug EUR 15,0 Mio. und wurde zum Erwerbszeitpunkt errichtet. Gleichzeitig gibt es zusätzlich eine nachträgliche Zahlung vom Veräußerer in die erworbene Gesellschaft auf Basis der Closing Accounts von EUR 20,1 Mio. Akquisitionsbezogene Nebenkosten für die Transaktion sind im unteren siebenstelligen Umfang angefallen. Diese sind in der Gesamtergebnisrechnung für das Geschäftsjahr 2023 unter den sonstigen Aufwendungen erfasst. Das erworbene Netto­vermögen wurde zu einem Fair Value von EUR173,1Mio. bewertet, es entstand ein Gewinn aus günstigem Erwerb ("Bargain Purchase") von EUR 158,1 Mio.   In der nachfolgenden Tabelle werden die Ergebnisse der Kaufpreisallokation und die Ableitung des Gewinns aus günstigem Erwerb („Bargain Purchase“), der in den sonstigen Erträgen für das Geschäftsjahr 2023 erfasst ist, dargestellt:  

Mio. EUR Fair Value
Immaterielle Vermögenswerte 31,7
Sachanlagen 70,0
Nutzungsrechte 2,4
Andere langfristige Vermögenswerte 22,9
Langfristige Vermögenswerte 127,1
Vorräte 41,0
Forderungen und sonstige kurzfristige Vermögenswerte 74,0
Andere kurzfristige Vermögenswerte 197,4
Kurzfristige Vermögenswerte 312,4
Passive latente Steuern 0,0
Andere langfristige Schulden 87,5
Langfristige Schulden 87,4
Kurzfristige Schulden 179,0
Nettovermögen 173,1
Gewinn aus günstigem Erwerb ("Bargain Purchase") 158,1
Gegenleistung 15,0

Der Fair Value der erworbenen Forderungen bezogen auf einen Bruttoforderungsbetrag von EUR 107,9 Mio. beläuft sich zum Erwerbszeitpunkt auf EUR 74,0 Mio. Entsprechend beläuft sich die zum Erwerbszeitpunkt vorgenommene bestmögliche Schätzung für vertragliche Zahlungsströme, deren Einbringlichkeit nicht erwartet wird, auf EUR 33,9 Mio. Dies sind auf Risiken aus zum Erwerbszeitpunkt bestehenden Projekten der erworbenen Gesellschaft zurückzuführen. Im Zusammenhang mit dem Erwerb wurden Eventualverbindlichkeiten von EUR 6,5 Mio. aus zum Erwerbszeitpunkt vorliegenden Projektliste der Efacec erfasst, die den Fair Value der negativen Margen der einzelnen Projekte aus dieser Liste sowie etwaige Rechtstreitigkeiten darstellen. Gleichzeitig wurden damit im Zusammenhang stehende Eventualforderungen aufgrund von vertraglich geregelten Entschädigungsleistungen durch den Verkäufer von EUR 16,3 Mio. aktiviert, die mit EUR 30,0 Mio. betragsmäßig gedeckelt sind. 47 Mutares SE & Co. KGaA Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2024 Der Konzernabschluss enthält aus dem erworbenen Unternehmen für das Geschäftsjahr 2023 Umsatzerlöse von EUR 30,9 Mio. und ein Ergebnis nach Steuern von EUR -15,8 Mio. Wäre die Gesellschaft bereits zum 1. Januar 2023 erworben worden, hätte diese mit Umsatzerlösen von EUR 145,2 Mio. sowie mit einem Ergebnis nach Ertragsteuern von EUR -158,0 Mio. zum Ergebnis des Konzerns im Geschäftsjahr 2023 beigetragen.   Die Kaufpreisallokation zum dargestellten Unternehmenserwerb war zum 31. Dezember 2023 noch nicht final abgeschlossen. Mutares hatte zum damaligen Zeitpunkt noch nicht sämtliche relevante Informationen – namentlich die Informationen über die zu bewertenden Vermögenswerte und Schulden der Gesellschaft – in finaler Version vorliegen. Die Aufdeckung der stillen Reserven und Lasten war somit noch vorläufig.     Erwerb von Stuart („SRT Group“)   Am 30. November 2023 hat Mutares 100 % der Anteile und Stimmrechte an SRT Group S.A.S. von Geopost SA erworben. Das Unternehmen operiert im Segment Goods & Services und stärkt die Präsenz von Mutares im Logistik- und Transportsektor in Europa. Das Unternehmen ist ein Anbieter von urbanen On-Demand-Lieferdiensten im Bereich der Stadt- und Last-Mile-Logistik. Dabei setzt Stuart auf seine Plattformlösung, mit der die Kunden mit einer Flotte unabhängiger Kuriere verbunden werden.   Die Gegenleistung für den Erwerb der Gesellschaft betrug EUR 1, welche zum Erwerbszeitpunkt entrichtet wurde. Akquisitionsbezogene Nebenkosten für die Transaktion sind im unteren siebenstelligen Umfang angefallen. Diese sind in der Gesamtergebnisrechnung für das Geschäftsjahr 2023 unter den sonstigen Aufwendungen erfasst. Das erworbene Nettovermögen wurde zu einem Fair Value von EUR 91,7 Mio. bewertet, es entstand ein Gewinn aus günstigem Erwerb ("Bargain Purchase") von EUR 91,7 Mio.   In der nachfolgenden Tabelle werden die Ergebnisse der Kaufpreisallokation und die Ableitung des Gewinns aus günstigem Erwerb („Bargain Purchase“), der in den sonstigen Erträgen für das Geschäftsjahr 2023 erfasst ist, dargestellt:  

Mio. EUR Fair Value
Immaterielle Vermögenswerte 20,5
Sachanlagen 3,6
Nutzungsrechte 8,3
Andere langfristige Vermögenswerte 38,9
Langfristige Vermögenswerte 71,4
Vorräte 1,0
Forderungen und sonstige kurzfristige Vermögenswerte 36,7
Andere kurzfristige Vermögenswerte 32,8
Kurzfristige Vermögenswerte 70,5
Passive latente Steuern 4,8
Andere langfristige Schulden 6,1
Langfristige Schulden 10,9
Kurzfristige Schulden 39,3
Nettovermögen 91,7
Gewinn aus günstigem Erwerb ("Bargain Purchase") 91,7
Gegenleistung 0,0

48 Mutares SE & Co. KGaA Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2024 Der Fair Value der erworbenen Forderungen bezogen auf einen Bruttoforderungsbetrag von EUR 38,3 Mio. beläuft sich zum Erwerbszeitpunkt auf EUR 36,7 Mio. Entsprechend beläuft sich die zum Erwerbszeitpunkt vorgenommene bestmögliche Schätzung für vertragliche Zahlungsströme, deren Einbringlichkeit nicht erwartet wird, auf EUR 1,6 Mio. Der Fair Value von Vermögenswerten aus zugesagten Entschädigungszahlungen, die in der Eröffnungsbilanz erfasst sind, beträgt EUR 16,0 Mio. und korrespondiert mit Rückstellungen aus Rechtsstreitigkeiten in gleicher Höhe. Des Weiteren liegt fremdverwaltetes Vermögen mit einem Fair Value von EUR 22,8 Mio. vor, welches innerhalb der kurzfristigen Vermögenswerten ausgewiesen ist und zur Finanzierung des operativen Geschäfts bis 2026 dient. Es wurde eine Eventualverbindlichkeit in Bezug auf Pensionsleistungen identifiziert, deren Fair Value zum Stichtag nicht verlässlich bestimmbar ist und daher nicht angesetzt wurde. Hieraus können Leistungen bis zu einem mittleren achtstelligen Eurobetrag resultieren.   Der Konzernabschluss enthält aus dem erworbenen Unternehmen für das Geschäftsjahr 2023 Umsatzerlöse von EUR 8,3 Mio. und ein Ergebnis nach Steuern von. EUR -2,6 Mio. Wäre die Gesellschaft bereits zum 1. Januar 2023 erworben worden, hätte diese mit Umsatzerlösen von EUR 121,9 Mio. sowie mit einem Ergebnis nach Ertragsteuern von EUR -46,3 Mio. zum Ergebnis des Konzerns im Geschäftsjahr 2023 beigetragen.   Die Kaufpreisallokation zum dargestellten Unternehmenserwerb war zum 31. Dezember 2023 noch nicht final abgeschlossen. Mutares hatte zum damaligen Zeitpunkt noch nicht sämtliche relevante Informationen – namentlich die Informationen über die zu bewertenden Vermögenswerte und Schulden der Gesellschaft – in finaler Version vorliegen. Die Aufdeckung der stillen Reserven und Lasten, wie auch die finale Würdigung sämtlicher Komponenten der Gegenleistung, war somit noch vorläufig.     Erwerb von Prénatal   Mit Wirkung zum 30. November 2023 hat Mutares 100 % der Anteile und Stimmrechte an der Prénatal Moeder en Kind B.V. (mittlerweile firmierend unter Moeder & Kind B.V.) und deren Tochtergesellschaft in den Niederlanden von der PRG Retail Group erworben. Prénatal ist ein Einzelhandelsunternehmen für Textilien für werdende Mütter und Kinder, Hartwaren und Spielzeug. Das Unternehmen bietet seine Produkte über ein Netz von Geschäften sowie über eine E-Commerce-Plattform an und dient zur Stärkung des Segments Retail & Food.   Die Gegenleistung für den Erwerb der Gesellschaft betrug EUR 1,00 und wurde zum Erwerbszeitpunkt entrichtet. Akquisitionsbezogene Nebenkosten für die Transaktion sind im niedrigen sechsstelligen Bereich angefallen. Diese sind in der Gesamtergebnisrechnung für das Geschäftsjahr 2023 unter den sonstigen Aufwendungen erfasst. Das erworbene Nettovermögen wurde zu einem Fair Value von EUR 6,0 Mio. bewertet, es entstand ein Gewinn aus günstigem Erwerb ("Bargain Purchase") von EUR 6,0 Mio.   In der nachfolgenden Tabelle werden die Ergebnisse der Kaufpreisallokation und die Ableitung des Gewinns aus günstigem Erwerb („Bargain Purchase“), der in den sonstigen Erträgen für das Geschäftsjahr 2023 erfasst ist, dargestellt: 49 Mutares SE & Co. KGaA Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2024

Mio. EUR Fair Value
Immaterielle Vermögenswerte 3,5
Sachanlagen 4,8
Nutzungsrechte 24,8
Andere langfristige Vermögenswerte 0,8
Langfristige Vermögenswerte 33,9
Vorräte 18,8
Forderungen und sonstige kurzfristige Vermögenswerte 0,9
Andere kurzfristige Vermögenswerte 5,7
Kurzfristige Vermögenswerte 25,5
Passive latente Steuern 0,5
Andere langfristige Schulden 28,1
Langfristige Schulden 28,6
Kurzfristige Schulden 24,8
Nettovermögen 6,0
Gewinn aus günstigem Erwerb ("Bargain Purchase") 6,0
Gegenleistung 0,0

Der Fair Value der erworbenen Forderungen bezogen auf einen Bruttoforderungsbetrag von EUR 0,9 Mio. beläuft sich zum Erwerbszeitpunkt auf EUR 0,9 Mio. Entsprechend beläuft sich die zum Erwerbszeitpunkt vorgenommene bestmögliche Schätzung für vertragliche Zahlungsströme, deren Einbringlichkeit nicht erwartet wird, auf EUR 0,0 Mio.   Der Konzernabschluss enthält aus dem erworbenen Unternehmen für das Geschäftsjahr 2023 Umsatzerlöse von EUR 8,1 Mio. und ein Ergebnis nach Steuern von EUR -0,9 Mio. Wäre die Gesellschaft bereits zum 1. Januar 2023 erworben worden, hätte diese mit Umsatzerlösen von EUR 105,0 Mio. sowie mit einem Ergebnis nach Ertragsteuern von EUR 1,2 Mio. zum Ergebnis des Konzerns im Geschäftsjahr 2023 beigetragen.   Die Kaufpreisallokation zum dargestellten Unternehmenserwerb war zum 31. Dezember 2023 noch nicht final abgeschlossen. Mutares hatte zum damaligen Zeitpunkt noch nicht sämtliche relevante Informationen – namentlich die Informationen über die zu bewertenden Vermögenswerte und Schulden der Gesellschaft – in finaler Version vorliegen. Die Aufdeckung der stillen Reserven und Lasten, wie auch die finale Würdigung sämtlicher Komponenten der Gegenleistung, war somit noch vorläufig.     Erwerb der High Precision Components   Mit Wirkung zum 1. Dezember 2023 hat Mutares 100 % der Anteile und Stimmrechte an der High Precision Components Witten GmbH („High Precision“) von der Firma Westebbe Verwaltungs und dem Gesellschafter-Geschäftsführer der Beteiligung erworben. HPC Witten ist auf die Herstellung von Scharnieren für Heckklappen und Motorhauben sowie von Getriebeteilen und Karosserie­rahmenstrukturen spezialisiert und fertigt die Produkte durch Stanzen, Feinschneiden, CNC-Bearbeitung, Schweißen und Laserschneiden. Die Gesellschaft stärkt die HILO Group (vormals KICO und ISH Group) im Segment Automotive & Mobility.   Die Gegenleistung für den Erwerb der Gesellschaft betrug EUR 3,0 Mio. und wurde zum Erwerbs­zeitpunkt entrichtet. Akquisitionsbezogene Nebenkosten für die Transaktion sind nur in unwesent­lichem Umfang angefallen. Diese sind in der Gesamtergebnisrechnung für das Geschäftsjahr 2023 50 Mutares SE & Co. KGaA Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2024 unter den sonstigen Aufwendungen erfasst. Das erworbene Nettovermögen wurde zu einem Fair Value von EUR 12,9 Mio. bewertet, es entstand ein Gewinn aus günstigem Erwerb ("Bargain Purchase") von EUR 9,9 Mio.   In der nachfolgenden Tabelle werden die Ergebnisse der Kaufpreisallokation und die Ableitung des Gewinns aus günstigem Erwerb („Bargain Purchase“), der in den sonstigen Erträgen für das Geschäftsjahr 2023 erfasst ist, dargestellt:  

Mio. EUR Fair Value
Immaterielle Vermögenswerte 0,7
Sachanlagen 17,9
Nutzungsrechte 0,7
Andere langfristige Vermögenswerte 0,0
Langfristige Vermögenswerte 19,2
Vorräte 8,1
Forderungen und sonstige kurzfristige Vermögenswerte 1,3
Andere kurzfristige Vermögenswerte 2,5
Kurzfristige Vermögenswerte 11,8
Passive latente Steuern 4,1
Andere langfristige Schulden 6,5
Langfristige Schulden 10,6
Kurzfristige Schulden 7,6
Nettovermögen 12,9
Gewinn aus günstigem Erwerb ("Bargain Purchase") 9,9
Gegenleistung 3,0

Der Fair Value der erworbenen Forderungen bezogen auf einen Bruttoforderungsbetrag von EUR 1,4 Mio. beläuft sich zum Erwerbszeitpunkt auf EUR 1,4 Mio. Entsprechend beläuft sich die zum Erwerbszeitpunkt vorgenommene bestmögliche Schätzung für vertragliche Zahlungsströme, deren Einbringlichkeit nicht erwartet wird, auf EUR 0,0 Mio.   Der Konzernabschluss enthält aus dem erworbenen Unternehmen für das Geschäftsjahr 2023 Umsatzerlöse von EUR 4,0 Mio. und ein Ergebnis nach Steuern von EUR -1,1 Mio. Wäre die Gesellschaft bereits zum 1. Januar 2023 erworben worden, hätte diese mit Umsatzerlösen von EUR 53,6 Mio. sowie mit einem Ergebnis nach Ertragsteuern von EUR -0,4 Mio. zum Ergebnis des Konzerns im Geschäftsjahr 2023 beigetragen.     Erwerb von Team Tex   Mit Wirkung zum 18. Dezember 2023 hat Mutares die Übernahme von 83,08 % der TeamTex Management SAS und ihrer Tochtergesellschaften („TeamTex“) von Nania Developpement und Crédit Mutuel Equity erfolgreich abgeschlossen. Das Unternehmen ist auf die Herstellung und den Vertrieb von Kinderrückhaltesystemen (Autositze) sowie den Verkauf von Kinderwagen und Babyzubehör spezialisiert. Die Transaktion wurde dem Segment Retail & Food als neue Plattform zugeordnet. Im Geschäftsjahr 2024 erfolgte aufgrund Insolvenz die Entkonsolidierung (vgl. Tz. 5.2.1).   Die Gegenleistung für den Erwerb der Gesellschaft betrug EUR 5,1 Mio. und wurde zum Erwerbs­zeitpunkt entrichtet. Akquisitionsbezogene Nebenkosten für die Transaktion sind im niedrigen sechsstelligen Bereich angefallen. Diese sind in der Gesamtergebnisrechnung für das 51 Mutares SE & Co. KGaA Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2024 Geschäftsjahr 2023 unter den sonstigen Aufwendungen erfasst. Das erworbene Nettovermögen wurde zu einem Fair Value von EUR 18,6 Mio. bewertet, es entstand ein Gewinn aus günstigem Erwerb ("Bargain Purchase") von EUR 10,4 Mio.   In der nachfolgenden Tabelle werden die Ergebnisse der Kaufpreisallokation und die Ableitung des Gewinns aus günstigem Erwerb („Bargain Purchase“), der in den sonstigen Erträgen für das Geschäftsjahr 2023 erfasst ist, dargestellt:  

Mio. EUR Fair Value
Immaterielle Vermögenswerte 3,5
Sachanlagen 7,2
Nutzungsrechte 4,7
Andere langfristige Vermögenswerte 2,2
Langfristige Vermögenswerte 17,6
Vorräte 7,9
Forderungen und sonstige kurzfristige Vermögenswerte 5,2
Andere kurzfristige Vermögenswerte 11,6
Kurzfristige Vermögenswerte 24,6
Passive latente Steuern 2,2
Andere langfristige Schulden 4,6
Langfristige Schulden 6,8
Kurzfristige Schulden 16,8
Nettovermögen 18,6
Anteile nicht beherrschende Gesellschafter 3,1
Gewinn aus günstigem Erwerb ("Bargain Purchase") 10,4
Gegenleistung 5,1

Der Fair Value der erworbenen Forderungen bezogen auf einen Bruttoforderungsbetrag von EUR 6,6 Mio. beläuft sich zum Erwerbszeitpunkt auf EUR 5,2 Mio. Entsprechend beläuft sich die zum Erwerbszeitpunkt vorgenommene bestmögliche Schätzung für vertragliche Zahlungsströme, deren Einbringlichkeit nicht erwartet wird, auf EUR 1,5 Mio.   Die Anteile aus Minderheiten wurden zum beizulegenden Zeitwert bewertet, die generellen Bewertungsmethoden zur Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts der Vermögenswerte wurden herangezogen.   Der Konzernabschluss enthält aus dem erworbenen Unternehmen aufgrund des Vollzugs der Akquisition zum Ende des Geschäftsjahres 2023 keine Umsatzerlöse und – mit Ausnahme des Gewinns aus günstigem Erwerb („Bargain Purchase“) - kein Ergebnis nach Steuern. Wäre die Gesellschaft bereits zum 1. Januar 2023 erworben worden, hätte diese mit Umsatzerlösen von EUR 59,6 Mio. sowie mit einem Ergebnis nach Ertragsteuern von EUR -2,2 Mio. zum Ergebnis des Konzerns im Geschäftsjahr 2023 beigetragen. 52 Mutares SE & Co. KGaA Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2024 Bargain Purchase aus den erworbenen Tochterunternehmen im Vorjahr   Aus sämtlichen Akquisitionen im Geschäftsjahr 2023, mit Ausnahme des Erwerbs von Palmia, aus dem ein Geschäfts- oder Firmenwert resultierte, ergab sich aus der Gegenüberstellung der Anschaffungskosten der erworbenen Gesellschaften und des neubewerteten Nettovermögens jeweils ein Gewinn aus günstigem Erwerb („Bargain Purchase“), der in der Gesamtergebnisrechnung unter den sonstigen Erträgen ausgewiesen wird. Der für Mutares günstige Erwerbspreis kann zum einen auf das Bestreben der Verkäuferseite zurückzuführen sein, die Geschäftsaktivitäten neu auszurichten und sich auf die Kernaktivitäten zu konzentrieren. Während die erworbenen Marktsegmente für andere Investoren unattraktiv erscheinen, ist der Erwerb für Mutares lukrativ, da Unternehmen in Umbruchsituationen in die strategische Ausrichtung des Konzerns passen. Mutares sieht Chancen in der umfangreichen operativen Industrie- und Sanierungserfahrung, mit deren Hilfe die erworbenen Portfoliounternehmen auf einen stabilen Pfad profitablen Wachstums geführt werden sollen. Darüber hinaus kann auf Verkäuferseite – u.a. aufgrund anstehender (Groß-)Investitionen oder Kosten durch die Stilllegung von Aktivitäten – ein gewisser Verkaufsdruck herrschen.   Innerhalb der Jahresfrist des IFRS 3 kam es im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2023 bei der SFC Solutions Automotive France sowie der Conexus (vormals SIX Energy S.p.A.), zwei in der zweiten Hälfte des Geschäftsjahres 2022 erworbenen Portfoliounternehmen, sowie im zweiten Halbjahr 2023 bei der Steyr Motors sowie der Guascor Energy, zwei Unternehmen die in der zweiten Jahreshälfte 2022 erworben wurden zu einer Anpassung der übertragenen Gegenleistung nach dem Abschluss der Verhandlungen mit den Verkäufern von in Summe EUR 6,2 Mio. Der Gewinn aus günstigem Erwerb („Bargain Purchase“) erhöhte sich dadurch in Summe um einen Betrag von EUR 6,2 Mio.; ein entsprechender Betrag ist als Erhöhung der sonstigen Erträge in der Konzern-Gesamt­ergebnisrechnung des Geschäftsjahres 2023 enthalten. 53 Mutares SE & Co. KGaA Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2024

5.2.                       Entkonsolidierungen von Tochterunternehmen

Im Folgenden werden die Entkonsolidierungen von Tochterunternehmen in den beiden relevanten Berichtszeiträumen aufgeführt.  

5.2.1       Entkonsolidierungen von Tochterunternehmen im Geschäftsjahr

Im Zeitraum vom 1. Januar bis 31. Dezember 2024 wurden die folgenden Tochterunternehmen entkonsolidiert:     Veräußerung von VALTI   Anfang Januar 2024 wurde der Verkauf von 100 % der Anteile an der VALTI S.A.S. an das Management der Gesellschaft abgeschlossen. Das Unternehmen – ein Portfoliounternehmen, das bis zur Veräußerung dem Segment Engineering & Technology zugeordnet war – ist ein Hersteller von nahtlosen Präzisionsstahlrohren und wurde im Geschäftsjahr 2022 von Vallourec Tubes übernommen. Nachdem zum 31. Dezember 2023 die Veräußerung bereits höchstwahrscheinlich war, folgten Bewertung und Ausweis der Vermögenswerte und Schulden im Konzernabschluss des Geschäftsjahres 2023 den Vorschriften von IFRS 5 als zur Veräußerung gehalten. Der im Berichtszeitraum erfasste Entkonso­lidierungs­verlust beläuft sich auf EUR 3,1 Mio. und ist in den sonstigen Aufwendungen enthalten.     Veräußerung der Frigoscandia Group   Im März 2024 wurde das Portfoliounternehmen Frigoscandia aus dem Segment Goods & Services an Dachser verkauft. Das Unternehmen mit Hauptsitz in Helsingborg, Schweden, ist ein Anbieter für temperaturgeführte Logistik auf dem nordischen Markt. Im Jahr 2021 wurde Frigoscandia von Posten Norge gekauft und bis zum Verkauf erfolgreich neu ausgerichtet. Nachdem zum 31. Dezember 2023 die Veräußerung bereits höchstwahrscheinlich war, folgten Bewertung und Ausweis der Vermögenswerte und Schulden im Konzernabschluss des Geschäftsjahres 2023 den Vorschriften von IFRS 5 als zur Veräußerung gehalten. Der Entkonsolidierungsgewinn beläuft sich auf EUR 56,6 Mio. und ist in den sonstigen Erträgen ausgewiesen.     Veräußerung der iinovis Group   Am 7. Mai 2024 hat Mutares die Veräußerung sämtlicher Anteile an der iinovis Group, einem Portfoliounternehmen aus dem Segment Automotive & Mobility, an Accursia Capital abgeschlossen. Das Unternehmen mit Sitz in München, Deutschland, ist ein Dienstleister für Automotive und Industrial Engineering mit Kernkompetenzen in den Bereichen Simulation, Versuch, Elektrik/Elektronik und Fahrzeugentwicklung für Pkw und Motorräder. Die Akquisition erfolgte im Geschäftsjahr 2020 aus dem Konzern Velmet Automotive. Der Entkonsolidierungsgewinn beläuft sich auf EUR 5,4 Mio. und ist in den sonstigen Erträgen ausgewiesen.     Veräußerung von Balcke-Dürr Nuklearservice   Mit Wirkung zum 7. Juni 2024 wurde der Verkauf von 100 % der Anteile an der Balcke-Dürr Nuklearservice GmbH an Cyclife Germany GmbH abgeschlossen. Die Balcke-Dürr Nuklearservice GmbH war bis zur Veräußerung Teil der NEM Energy Group aus dem Segment Engineering & Technology und ist ein Dienstleister für die Stilllegung und den Rückbau nuklearer Anlagen in Deutschland. Das Unternehmen bietet ein breites Spektrum an nuklearen Stilllegungs­ 54 Mutares SE & Co. KGaA Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2024 dienstleistungen sowie Ingenieurdienstleistungen an. Der Entkonsolidierungsgewinn beläuft sich auf EUR 3,9 Mio. und ist in den sonstigen Erträgen enthalten.     Veräußerung von Repartim Group   Im Mai 2024 hat Mutares bekanntgegeben, dass exklusive Verhandlungen über den Verkauf der Repartim Group mit einem institutionellen Investor aufgenommen wurden. Der Vollzug der Transaktion erfolgte schließlich im Juli 2024. Das dem Segment Goods & Services zugeordnete Portfoliounternehmen mit Sitz in Tours, Frankreich, ist ein Spezialist für Hausreparaturen und Notfälle. Der Entkonsolidierungsgewinn beläuft sich auf EUR 5,6 Mio. und ist in den sonstigen Erträgen ausgewiesen.     Veräußerung von MobiLitas   Am 3. Oktober 2024 hat Mutares die Veräußerung sämtlicher Anteile an der MobiLitas, einem Portfoliounternehmen aus dem Segment Goods & Services, an Saniva abgeschlossen. MobiLitas ist ein in Serbien ansässiger Anbieter von öffentlichen, regionalen und internationalen Verkehrsdiensten mit begleitenden Dienstleistungen im Bereich Tourismus und Personaltransport. Die Akquisition erfolgte 2023 als Teil von Arriva von der Deutschen Bahn. Der im Geschäftsjahr 2024 erfasste Entkonso­lidierungs­verlust beläuft sich auf EUR 7,5 Mio. und ist in den sonstigen Aufwendungen enthalten.     Veräußerung von Asteri   Mit Wirkung zum 19. Dezember 2024 wurde der Verkauf von 100 % der Anteile an der Asteri Facility Solutions AB („Asteri“) an SOL Facility Services AB abgeschlossen. Asteri war bis zur Veräußerung dem Segment Engineering & Technology zugeordnet und ist im Bereich des Soft Facility Management tätig. Das Unternehmen hat seinen Hauptsitz in Stockholm und bietet seine Dienstleistungen in ganz Schweden an, wobei der Schwerpunkt auf dem Großraum Stockholm, Göteborg und Malmö liegt. Der Entkonsolidierungsgewinn beläuft sich auf EUR 5,3 Mio. und ist in den sonstigen Erträgen enthalten.     Insolvenz von TeamTex   Zusammen mit dem lokalen Management hat ein Team von Mutares unmittelbar nach der Übernahme der Mehrheitsbeteiligung an TeamTex im Dezember 2023 damit begonnen, dieses Portfoliounternehmen auf den relevanten Märkten neu zu positionieren. Parallel dazu wurden die Kostenstrukturen analysiert und Maßnahmen zu deren Reduktion implementiert sowie die Herausforderungen im Produktionsprozess angegangen. Eine 2024 aktiv gewordene neue EU-Norm an Autositze führte vertriebsseitig zu zusätzlichen Herausforderungen durch die Konkurrenz asiatischer Importe. Gleichzeitig stellte sich die Lage von TeamTex und die Vorbereitung auf den Normwechsel signifikant schlechter dar als vor dem Erwerb von den Verkäufern dargestellt. Demnach konnten - trotz sichtbarer Erfolge in der Restrukturierung - die in den Monaten nach Erwerb eingeleiteten Maßnahmen nicht die negative Geschäftsentwicklung ausgleichen. Infolgedessen hat das Management von TeamTex im Juli 2024 ein Insolvenzverfahren eingeleitet. Gleichzeitig haben Mutares und das Management von TeamTex rechtliche Schritte gegen die Verkäufer von TeamTex initiiert. Das Unternehmen hat aufgrund fehlender Fortführungsperspektiven final im Oktober 2024 seine Aktivitäten eingestellt und befindet sich seitdem in Liquidierung. Insofern wurde TeamTex im Geschäftsjahr 2024 entkonsolidiert. Der im Berichtszeitraum erfasste Entkonsolidierungsverlust beläuft sich auf EUR 0,8 Mio. und ist in den sonstigen Aufwendungen enthalten. 55 Mutares SE & Co. KGaA Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2024 Darüber hinaus wurden im Geschäftsjahr 2024 das Nettovermögen einer italienischen Betriebsstätte der Guascor Energy, der operative Teil der Netzwerk-Aktivitäten von Conexus sowie das Geschäft der liquidierten Gesellschaften Walor Bogny S.A.S. und Walor Vouziers S.A.S. aus der Walor Group entkonsolidiert.   Der Abgang des Nettovermögens, die Gegenleistung abzgl. Veräußerungskosten sowie das Ergebnis aus den Entkonsolidierungen sind im Folgenden dargestellt:  

Mio. EUR Buchwert
Immaterielle Vermögenswerte 1,6
Sachanlagen 9,5
Nutzungsrechte 16,3
Andere langfristige Vermögenswerte 4,2
Langfristige Vermögenswerte 31,6
Vorräte 9,3
Forderungen und sonstige kurzfristige Vermögenswerte 35,4
Andere kurzfristige Vermögenswerte 150,0
Kurzfristige Vermögenswerte 194,7
Passive latente Steuern 3,5
Andere langfristige Schulden 32,8
Langfristige Schulden 36,2
Kurzfristige Schulden 182,7
Abgang Nettovermögen 7,3
Ergebnis aus Entkonsolidierungen 70,4
Gegenleistung abzgl. Veräußerungskosten 77,7
5.2.2       Entkonsolidierungen von Tochterunternehmen im Vorjahr

Im Zeitraum vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023 wurden die folgenden Tochterunternehmen entkonsolidiert:   Veräußerung der Japy Tech   Mit Wirkung vom 5. Januar 2023 wurde der Verkauf von 100 % der Anteile an der Japy Tech SAS an das Management der Gesellschaft erfolgreich abgeschlossen. Japy Tech – ein Portfoliounternehmen das bis zur Veräußerung dem Segment Engineering & Technology zugeordnet war – ist ein Hersteller von Kühltanks und anderen Lösungen zur Milchkühlung mit Sitz in Dijon, Frankreich, und liefert Produkte an die weltweite Milchindustrie. Das Unternehmen wurde Ende 2020 von GEA Farm Technologies übernommen. Das Entkonsolidierungsergebnis belief sich im Geschäftsjahr 2023 auf EUR 0,0 Mio., nachdem zum 31. Dezember 2022 die Veräußerung bereits höchstwahrscheinlich war und entsprechend einer Bewertung der Vermögenswerte und Schulden der Gesellschaft gem. IFRS 5 zum 31. Dezember 2023 als zur Veräußerung gehalten vorgenommen wurde. 56 Mutares SE & Co. KGaA Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2024 Veräußerung der Ganter France   Im Dezember 2022 hat die Ganter Construction Interiors GmbH zum Verkauf von 100 % der Anteile an ihrer Tochtergesellschaft, der Ganter France S.A.R.L., eine Put-Option mit der Malvaux Group unter­zeichnet. Der Abschluss der Transaktion erfolgte schließlich im März 2023. Das dem Segment Goods & Services zugeordnete Geschäft mit Sitz in Saint Nazaire, Frankreich, konzentriert sich hauptsächlich auf die Innenausstattung von Kreuzfahrtschiffen sowie auf Möbel und Einrichtungsgegenstände. Der Entkonsolidierungsgewinn belief sich für das Geschäftsjahr 2023 auf EUR 0,1 Mio. und ist in den sonstigen Erträgen des Geschäftsjahres 2023 ausgewiesen.     Veräußerung der Lacroix + Kress   Am 10. Januar 2023 hat Mutares eine Vereinbarung über die Veräußerung sämtlicher Anteile an der Lacroix & Kress GmbH, einem Portfoliounternehmen aus dem Segment Engineering & Technology, an Superior Essex Global LLC abgeschlossen. Der Vollzug der Transaktion erfolgte schließlich im März 2023. Das Unternehmen ist ein Hersteller für sauerstofffreies Kupferziehen mit zwei Produktionsstandorten in Deutschland. Der Entkonsolidierungsgewinn belief sich für das Geschäftsjahr 2023 auf EUR 0,7 Mio. und ist in den sonstigen Erträgen des Geschäftsjahres 2023 ausgewiesen.     Veräußerung der FDT Flachdach Technologie   Außerdem wurde im Januar 2023 ein Kaufvertrag über die Veräußerung von 100 % der Anteile an der FDT Flachdach Technologie GmbH („FDT“) an Holcim Group unterzeichnet. FDT war bis zur Veräußerung als Teil der Donges Group dem Segment Engineering & Technology zugeordnet. Der Vollzug der Transaktion erfolgte im März 2023. Der Entkonsolidierungsgewinn belief sich für das Geschäftsjahr 2023 auf EUR 11,7 Mio. und ist in den sonstigen Erträgen des Geschäftsjahres 2023 ausgewiesen.     Veräußerung der SABO-Maschinenfabrik GmbH   Mit Wirkung zum 12. September 2023 hat Mutares die SABO-Maschinenfabrik GmbH, ein Unternehmen aus dem Segment Engineering & Technology an die SABO Holding GmbH veräußert. Die SABO-Maschinenfabrik GmbH ist ein Anbieter für hochwertige Rasenmäher und Gartenpflege­produkte für private und gewerbliche Kunden. Das Unternehmen produziert in Gummersbach, Deutschland. Der Entkonsolidierungsverlust belief sich für das Geschäftsjahr 2023 auf EUR 9,1 Mio. und ist in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen des Geschäftsjahres 2023 ausgewiesen.     Veräußerung der Special Melted Products   Mit Wirkung zum 19. September 2023 hat Mutares die Special Melted Products („SMP“), ein Portfoliounternehmen aus dem Segment Engineering & Technology, an Cogne Acciai Speciali verkauft. SMP mit Sitz in Sheffield, Großbritannien, ist ein Anbieter von Spezialstählen und Superlegierungen auf Nickelbasis, die in kritischen Anwendungen in der Luft- und Raumfahrt, in der Öl- und Gasindustrie sowie im Nuklearbereich eingesetzt werden. Der Entkonsolidierungsgewinn belief sich für das Geschäftsjahr 2023 auf EUR 106,1 Mio. und ist in den sonstigen Erträgen des Geschäftsjahres 2023 ausgewiesen. 57 Mutares SE & Co. KGaA Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2024 Veräußerung der Plati Group   Am 8. November 2023 hat Mutares die Plati Group, ein Portfoliounternehmen aus dem Segment Automotive & Mobility an Accursia Capital veräußert. Die Plati Group ist ein weltweiter Anbieter von Kabelbäumen und Verkabelungen und verfügt über zwei Produktionsstandorte in Polen und der Ukraine sowie über ein Vertriebsbüro in Italien. Der Entkonsolidierungsverlust belief sich für das Geschäftsjahr 2023 auf EUR 3,6 Mio. und ist in den sonstigen Aufwendungen des Geschäftsjahres 2023 ausgewiesen.   Im Geschäftsjahr 2023 wurde zudem eine gestundete Kaufpreisforderung aus der Veräußerung der STF Balcke-Duerr S.r.l. im Vorjahr nach Verhandlungen mit dem Erwerber wertberichtigt. Daraus sind Aufwendungen von EUR 1,0 Mio. in den sonstigen Aufwendungen des Geschäftsjahres 2023 enthalten.   Der Abgang des Nettovermögens, die Gegenleistung abzgl. Veräußerungskosten sowie das Ergebnis aus den Entkonsolidierungen im Geschäftsjahr 2023 sind im Folgenden dargestellt:  

Mio. EUR Buchwert
Immaterielle Vermögenswerte 10,9
Sachanlagen 36,8
Nutzungsrechte 5,0
Andere langfristige Vermögenswerte 1,6
Langfristige Vermögenswerte 54,4
Vorräte 34,1
Forderungen und sonstige kurzfristige Vermögenswerte 38,3
Andere kurzfristige Vermögenswerte 118,8
Kurzfristige Vermögenswerte 191,2
Passive latente Steuern 3,5
Andere langfristige Schulden 12,9
Langfristige Schulden 16,3
Kurzfristige Schulden 164,3
Abgang Nettovermögen 64,9
Ergebnis aus Entkonsolidierungen 104,9
Gegenleistung abzgl. Veräußerungskosten 169,8

58 Mutares SE & Co. KGaA Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2024 C.                                Angaben zur Konzern-Gesamtergebnisrechnung


6.      Umsatzerlöse / Erlöse aus Verträgen mit Kunden

Die Umsatzentwicklung nach Segmenten und Regionen wird im Konzernanhang in Übereinstimmung mit IFRS 8 unter der Segmentberichterstattung (siehe Tz. 15) dargestellt.    

7.      Sonstige Erträge

Die sonstigen Erträge setzen sich wie folgt zusammen:  

Mio. EUR 2024 2023
Gewinne aus günstigem Erwerb ("Bargain Purchases") 268,9 727,2
Gewinne aus Entkonsolidierung 82,9 118,6
Andere aktivierte Eigenleistungen 25,7 6,4
Erträge aus Fremdwährungsumrechnung 22,1 6,0
Erträge aus sonstigen Leistungen 18,4 17,3
Erträge aus Rohstoff- und Abfallverwertung 15,0 11,2
Erträge aus dem Abgang von Anlagevermögen 10,0 7,0
Erträge aus der Risikovorsorge 5,8 4,1
Versicherungsentschädigungen und Schadenersatz 3,8 2,4
Erträge aus Vermietung und Verpachtung 2,7 4,5
Übrige sonstige Erträge 51,5 81,4
Sonstige Erträge 506,8 986,1

Die Gewinne aus günstigem Erwerb („Bargain Purchases“) werden unter Tz. 5.1 „Erwerbe von Tochterunternehmen“ ausführlich dargestellt, die Gewinne aus Entkonsolidierung unter Tz. 5.2 „Entkonsolidierungen von Tochterunternehmen“.   Die übrigen sonstigen Erträge enthalten im Geschäftsjahr 2024 als wesentlichen Einzelsachverhalt Erträge von EUR 9,8 Mio. aus der Kompensationszahlung des Veräußerers eines im Geschäfts­jahr 2023 erworbenen Portfoliounternehmens des Segments Automotive & Mobility, im Wesentlichen für Altersteilzeitvereinbarungen mit Mitarbeitern. Des Weiteren sind in den übrigen sonstigen Erträgen EUR 9,5 Mio. aus der Kompensation aus einem Dienstleistungsvertrag eines Portfolio­unternehmens im Segment Goods & Service enthalten.    

8.      Materialaufwand

Die Aufgliederung des Materialaufwands stellt sich wie folgt dar:    

Mio. EUR 2024 2023
Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 2.385,6 2.131,6
Aufwendungen für bezogene Leistungen 706,7 667,9
Materialaufwand 3.092,3 2.799,5

59 Mutares SE & Co. KGaA Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2024

9.      Personalaufwand

Der Personalaufwand unterteilt sich wie folgt:  

Mio. EUR 2024 2023
Löhne 611,6 502,4
Gehälter 559,3 466,8
Sonstige Vergütungen 160,4 136,5
Aufwendungen für Altersversorgung 23,2 21,1
Sonstige soziale Abgaben 291,0 242,8
Personalaufwand 1.645,4 1.369,6

In den Geschäftsjahren 2024 und 2023 wurde Personalaufwand für anteilsbasierte Vergütungen, der die leistungsorientierten Verpflichtungen betreffende Dienstzeitaufwand, sowie Personalaufwand für beitragsorientierte Pläne erfasst. Für weitere Angaben wird auf die Erläuterungen der jeweiligen Anhangangaben (Tz. 32 „Bedingtes Kapital und anteilsbasierte Vergütung“ sowie Tz. 37 „Alters­vorsorge­pläne/Pensionsrückstellungen und ähnliche Verpflichtungen“) verwiesen.    

10. Sonstige Aufwendungen

Die Aufgliederung der sonstigen Aufwendungen stellt sich wie folgt dar:    

Mio. EUR 2024 2023
Vertriebsaufwendungen 186,1 169,3
Verwaltung 115,7 93,2
Rechts- und Beratungskosten 97,8 82,2
Wartung und Instandhaltung 89,1 68,9
Miete, Leasing und Lizenzgebühren5 77,6 72,9
Werbe- und Reisekosten 68,5 52,6
Schadensfälle, Garantie und Gewährleistung 66,2 50,3
Grundabgaben und sonstige Steuern 25,0 23,9
Aufwendungen aus Fremdwährungsumrechnung 21,6 10,9
Aufwendungen aus der Risikovorsorge 21,4 10,9
Beiträge, Gebühren, Spenden, Finanznebenkosten 19,5 14,8
Fuhrpark 18,7 18,0
Verluste aus Entkonsolidierungen 12,5 13,7
Aufwendungen für persönlich haftende Gesellschafterin 12,1 12,5
Verluste aus dem Abgang von langfristigen Vermögenswerten 7,8 6,4
Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen 7,1 8,7
Aufwendungen aus der Bewertung als zur Veräußerung gehaltenener Vermögenswerte und Schulden 11,1 22,6
Übrige sonstige Aufwendungen 36,9 13,0
Sonstige betriebliche Aufwendungen 894,8 744,8

Im Hinblick auf die Verluste aus Entkonsolidierungen verweisen wir auf Tz. 5.2 „Entkonsolidierungen von Tochterunternehmen“.               5 Davon Leasingaufwand aus kurzfristigen Leasingverhältnissen EUR 29,7 Mio. 60 Mutares SE & Co. KGaA Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2024

11. Finanzergebnis

Die Aufgliederung des Finanzergebnisses stellt sich wie folgt dar:    

Mio. EUR 2024 2023
Zinsen und ähnliche Erträge 22,1 10,7
Wechselkursgewinne 4,1 3,2
Erträge aus Wertänderungen von Derivaten 0,6 5,7
Finanzerträge 26,8 19,5
Wertminderung von finanziellen Vermögenswerten 91,7 0,0
Zinsaufwand aus Krediten und Anleihen 58,9 27,8
Zinsaufwand aus Leasingverbindlichkeiten 24,3 21,0
Zinsaufwand aus Anleihen 11,1 0,9
Zinsaufwand aus Aufzinsung von    Rückstellungen und Finanzschulden 9,0 5,6
Wechselkursverluste 7,8 7,2
Aufwand aus Wertänderungen von Earn-Out Verbindlichkeiten 4,7 1,3
Aufwand aus Wertänderungen von Derivaten 1,6 1,2
Zinsaufwand aus Factoring 0,8 10,7
Übrige Zinsen und ähnliche Aufwendungen 21,3 17,1
Finanzaufwendungen 231,2 92,9
Finanzergebnis -204,4 -73,4

Die Wertminderung von finanziellen Vermögenswerten betrifft die Wertminderung der Anteile an Serneke. Im Zusammenhang mit dem Erwerb von Serneke hat ein Tochterunternehmen von Mutares (als Käuferin von Serneke) eine kurzfristige Verbindlichkeit gegenüber der Verkäuferin über SEK 1.055 Mio. (etwa EUR 92 Mio.) erfasst (siehe dazu auch die Ausführungen in Tz. 35). Die Anteile wurden in entsprechender Höhe angesetzt. Auf Basis der unter Tz. 4 „Konsolidierungskreis“ beschriebenen Situation wurde in der Folge eine vollständige Wertminderung auf die Anteile erfasst. 61 Mutares SE & Co. KGaA Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2024

12. Ertragsteuern

12.1.                   Ertragsteuern und steuerliche Überleitungsrechnung

Die in der Konzern-Gesamtergebnisrechnung erfassten Ertragsteuern gliedern sich wie folgt:  

Mio. EUR 2024 2023
Laufende Ertragsteuer
Steueraufwand der laufenden Periode -17,7 -15,9
In der laufenden Periode erfolgte Anpassungen für laufende Steuern der Vorjahre -1,4 -0,2
Latente Steuern
Ertrag aus latenten Steuern 122,6 36,4
Aufwand aus latenten Steuern -12,2 -16,7
Ertragsteuern 91,2 3,6

Die nachfolgende Tabelle zeigt eine Überleitungsrechnung der Unterschiede des im jeweiligen Geschäftsjahr erwarteten Steueraufwands (d.h. Ergebnis vor Steuern multipliziert mit dem erwarteten Steuersatz) zum jeweils ausgewiesenen Steueraufwand. Hierbei werden die für Mutares SE & Co. KGaA als Mutterunternehmen geltenden Ertragsteuersätze auf das Konzernergebnis unter Berücksichtigung eines Körperschaftsteuersatzes von 15,0 % (Vorjahr: 15,0 %) zuzüglich Solidaritätszuschlag von 5,5 % (Vorjahr: 5,5 %) und eines Gewerbesteuersatzes von 17,2 % (Vorjahr: 17,2 %) angewandt, so dass sich ein Gesamtertragsteuersatz von ca. 33,0 % (Vorjahr: ca. 33,0 %) ergibt.   Die für die Konzerngesellschaften anwendbaren Steuersätze für Ertragsteuern bewegen sich zwischen 8,75 % und 33,0 % (Vorjahr: 8,75 % und 33,0 %).  

Mio. EUR 2024 2023
Ergebnis vor Steuern -551,1 363,5
Inländischer Steuersatz Muttergesellschaft (in %) 33% 33%
Steuerertrag zum inländischen Steuersatz der Muttergesellschaft (Vorjahr: Steueraufwand) 181,7 -119,9
Ursachen für Mehr-/ Minderbeträge
Verwendung nicht aktivierter Verlustvorträge 1,5 8,9
Nicht aktivierte latente Steuern auf temporäre Differenzen und Verlustvorträge -153,4 -103,8
Nachträglich aktivierte latente Steuern auf temporäre Differenzen und Verlustvorträge 49,7 15,8
Nicht abzugsfähige Goodwill-Abschreibungen 0,0 0,0
Übrige steuerlich nicht abzugsfähige Aufwendungen inkl. Quellensteuer -53,1 -52,5
Steuerliche Begünstigungen 1,5 0,0
Steuereffekt auf Zuschreibung negativer Unterschiedsbetrag 108,9 278,9
Steuersatzunterschiede -57,4 -23,8
Steuerbefreite Erträge 11,8 6,4
Steuernachzahlungen und -rückerstattungen aus Vorjahren 0,3 -0,2
Veränderung der Wertberichtigung für latente Steuerforderungen 0,0 -9,5

62 Mutares SE & Co. KGaA Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2024

Veränderung des Steuersatzes 0,0 0,0
Übrige Effekte -0,2 3,3
Ausgewiesener Ertragsteuerertrag 91,2 3,6

12.2.                   Im Eigenkapital und im sonstigen Ergebnis erfasste latente Steuern

Mio. EUR 2024 2023
Unmittelbar im Eigenkapital erfasste latente Steuern -3,3 -5,2
Im sonstigen Ergebnis erfasste latente Steuern 0,3 2,8
Latente Steuern auf die Neubewertung der leistungsorientierten Verpflichtung 0,3 2,7
Summe -3,0 -2,4

12.3.                   Laufende Steuererstattungsansprüche und -schulden

Die laufenden Steuererstattungsansprüche und -schulden setzen sich wie folgt zusammen:    

Mio. EUR 31.12.2024 31.12.2023
Steuererstattungsansprüche Restlaufzeit größer 1 Jahr
Ertragsteuerforderungen 3,3 0,7
Steuererstattungsansprüche Restlaufzeit kleiner 1 Jahr
Ertragsteuerforderungen 8,5 9,9
Steuererstattungsansprüche 11,8 10,6
Mio. EUR 31.12.2024 31.12.2023
Steuerverbindlichkeiten Restlaufzeit größer 1 Jahr
Ertragsteuerverbindlichkeiten 0,0 0,5
Steuerverbindlichkeiten Restlaufzeit kleiner 1 Jahr
Ertragsteuerverbindlichkeiten 20,5 24,3
Steuerverbindlichkeiten 20,5 24,8

63 Mutares SE & Co. KGaA Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2024

12.4.                   Latente Steuererstattungsansprüche und –schulden

Die latenten Steuererstattungsansprüche und -schulden setzen sich wie nachfolgend dargestellt zusammen:    

Mio. EUR Latente Steuern Jahresbeginn Erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlust-rechnung erfasst Im sonstigen Ergebnis erfasst Erwerbe/ Abgänge Wechselkurs-differenzen Änderungen Ertragsteuer-sätze Endbestand latente Steuern
Geschäfts- und Firmenwert -0,3 0,0 0,0 -2,6 0,0 0,0 -2,9
Andere immaterielle Vermögenswerte -20,0 3,9 0,0 -9,8 0,0 0,0 -25,9
Sachanlagen -174,5 71,8 -1,9 -0,6 -4,5 -0,3 -110,0
Langfristige Forderungen aus Finanzierungsleasing-verhältnissen 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0
Langfristige finanzielle Vermögenswerte -9,3 2,5 0,0 0,0 0,0 0,0 -6,8
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0
Vorräte 0,9 -0,3 0,0 0,4 0,0 0,0 1,0
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 1,7 0,1 0,0 0,0 0,0 0,0 1,8
Kurzfristige Forderungen aus Finanzierungsleasing-verhältnissen 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0
Kurzfristige finanzielle Vermögenswerte 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0
Sonstige Vermögenswerte und Forderungen -6,4 -1,7 0,0 0,1 0,0 0,0 -8,0

64 Mutares SE & Co. KGaA Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2024

Mio. EUR Latente Steuern Jahresbeginn Erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlust-rechnung erfasst Im sonstigen Ergebnis erfasst Erwerbe/ Abgänge Wechselkurs-differenzen Änderungen Ertragsteuer-sätze Endbestand latente Steuern
Langfristige Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen 44,1 4,7 0,0 -0,9 0,0 0,1 48,0
Langfristige finanzielle Verbindlichkeiten 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0
Pensionsverpflichtungen 13,2 -1,2 0,3 0,0 0,0 0,0 12,3
Umrechnungsdifferenzen ausländischer Geschäftsbetriebe -0,1 0,1 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0
Langfristige Rückstellungen 2,3 0,4 0,0 4,4 0,0 0,0 7,1
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 1,7 -8,0 0,0 0,0 0,0 0,1 -6,2
Kurzfristige Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen 6,0 2,5 0,0 0,0 0,0 0,0 8,5
Kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0
Kurzfristige Rückstellungen 8,2 -5,6 0,0 0,3 -0,3 0,1 2,7
Kurzfristige sonstige Verbindlichkeiten 1,9 8,2 0,0 2,0 0,0 -0,1 12,0
Zwischensumme -130,6 77,4 -1,6 -6,7 -4,8 -0,1 -66,4
Steuerliche Verluste 22,2 24,2 0,0 7,8 0,0 0,0 54,2
Sonstige latente Steuern -3,9 7,6 1,9 -0,9 0,1 -0,1 4,7
Summe -112,3 109,2 0,3 0,2 -4,7 -0,2 -7,5

65 Mutares SE & Co. KGaA Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2024

12.5.                   Temporäre Differenzen

Für sogenannte “outside basis differences”, d.h. Differenzen zwischen dem IFRS Eigenkapitalwert einer Beteiligung und dem steuerlichen Buchwert, von EUR -303,0 Mio. (Vorjahr: EUR -759,2 Mio.) werden keine passiven latenten Steuern gebildet, da die Gesellschaft den Zeitpunkt der Umkehr kontrollieren kann und eine Umkehr jeweils in absehbarer Zeit nicht erwartet wird. Wenn die passiven latenten Steuern die Ansatzkriterien erfüllen würden, würden diese angesetzt mit 5 % des anwendbaren Steuersatzes.   Darüber hinaus werden für temporäre Differenzen von EUR 2,4 Mio. (Vorjahr: EUR 4,9 Mio.) keine aktiven latenten Steuern bilanziert, da es nicht wahrscheinlich ist, dass ein zu versteuerndes Ergebnis für eine zukünftige Verrechnung verfügbar sein wird.  

12.6.                   Ungenutzte steuerliche Verluste und ungenutzte Steuergutschriften

Für bestehende körperschaftsteuerliche und gewerbesteuerliche Verlustvorträge sowie andere Steuergutschriften wurden aktive latente Steuern von EUR 21,2 Mio. angesetzt (Vorjahr: EUR 21,4 Mio.). Hierbei wurde in der laufenden Periode eine Aktivierung von aktiven latenten Steuern nachgeholt, für die bereits in der Vorperiode die Voraussetzungen für eine Aktivierung erfüllt waren.   Aktive latente Steuern für ungenutzte steuerliche Verluste und Steuergutschriften wurden von EUR 8,6 Mio. (Vorjahr: EUR 6,4 Mio.) im Hinblick auf Konzerngesellschaften berücksichtigt, die in der laufenden Periode oder in der Vorperiode ein negatives Ergebnis erwirtschaftet haben. Eine Aktivierung wurde vorgenommen, da es als auf Basis der Planung wahrscheinlich erachtet wird, dass künftig ein zu versteuerndes Ergebnis zur Verrechnung dieser Verluste zur Verfügung steht. Dies ergibt sich insbesondere in Fällen, in denen Gesellschaften Anlaufverluste erzielt haben bzw. angenommen wird, dass die Restrukturierungsmaßnahmen in absehbarer Zeit positive Ergebnisse zur Folge haben werden.   Es entfallen EUR 7,8 Mio. auf aktive latente Steuern, die im Rahmen der Kaufpreisallokationen berücksichtigt wurden (Vorjahr: EUR 2,2 Mio.).   Darüber hinaus werden für körperschaftsteuerliche und gewerbesteuerliche Verlustvorträge sowie andere Steuergutschriften von EUR 2.579,9 Mio. (Vorjahr: EUR 2.885,6 Mio.) keine aktiven latenten Steuern gebildet, da insoweit gesetzliche oder wirtschaftliche Einschränkungen hinsichtlich der zukünftigen Nutzbarkeit bestehen.   Für die im Geschäftsjahr ungenutzten steuerlichen Verluste und Steuergutschriften unterliegen EUR 140,8 Mio. einer zeitlichen Nutzungsbeschränkung von unter fünf Jahren (Vorjahr: EUR  131,2 Mio.). Im Weiteren sind EUR 86,5 Mio. (Vorjahr: EUR 74,1 Mio.) bis zu maximal zehn Jahren nutzbar; für ungenutzte steuerliche Verluste und Steuergutschriften von EUR 2.351,9 Mio. (Vorjahr: EUR 2.409,6 Mio.) besteht nach der aktuellen Steuergesetzgebung keine zeitliche Nutzungsbeschränkung. Je nach Jurisdiktion bestehen jedoch regelmäßig Nutzungsbeschränkungen der Höhe nach (sog. Mindestbesteuerung), d.h. bestehende steuerlichen Verluste und Steuergutschriften dürfen nicht unbeschränkt mit steuerlichen Gewinnen eines Jahres verrechnet werden, vielmehr erfolgt eine Verrechnung lediglich z.B. in prozentualer Höhe des steuerlichen Gewinns.  

12.7.                   Ungewisse Steuerschulden / -ansprüche

Im Geschäftsjahr bestehen keine ungewissen Steuerpositionen.   Zudem hatte die Anwendung von IFRIC 23 keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzern­abschluss, da sich dadurch die Bewertung der bilanziell erfassten Steuerschulden oder -ansprüche nicht geändert hat. 66 Mutares SE & Co. KGaA Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2024 IFRIC 23 behandelt die Bilanzierung laufender und latenter Steuerschulden, bei denen Unsicherheiten bezüglich der ertragsteuerlichen Behandlung bestehen. Solche Unsicherheiten können entstehen, wenn die Anwendung des jeweiligen geltenden Steuerrechts auf einen spezifischen Geschäftsvorfall nicht eindeutig ist und deshalb auch von der Auslegung durch die Steuerbehörde abhängt. Derartige (strittige) Auslegungen sind der Mutares SE & Co. KGaA bei der Aufstellung des Abschlusses jedoch nicht bekannt. IFRIC 23 schreibt vor, dass ein Unternehmen diese Unsicherheiten nur dann bei den bilanziell erfassten Steuerschulden oder-ansprüchen berücksichtigt, wenn es wahrscheinlich ist, dass die entsprechenden Steuerbeträge bezahlt oder erstattet werden. Dabei ist davon auszugehen, dass die Steuerbehörde ihr Recht zur Überprüfung erklärter Beträge ausüben werden und dabei vollständige Kenntnis aller zugehörigen Informationen besitzen. In solchen Fällen nimmt die Mutares SE & Co. KGaA stets eine Einzelbetrachtung der steuerlichen Sachverhalte vor und bewertet diese mit dem wahrscheinlichsten Betrag.  

12.8.                   Anwendung der Regelungen zur Mindestbesteuerung / Pillar 2

Mit dem Gesetz zur Umsetzung der Richtlinie (EU) 2022/2523 des Rates zur Gewährleistung einer globalen Mindestbesteuerung und weiterer Begleitmaßnahmen sollte Deutschland der (für alle Länder in der EU geltenden) Verpflichtung nachkommen, spätestens bis zum 31.12.2023 die Ende 2022 in Kraft getretene EU-Richtlinie zur globalen Mindestbesteuerung ("Pillar Two") in nationales Recht umzusetzen. Die Regelungen zur globalen Mindestbesteuerung sehen eine Besteuerung der weltweiten Gewinne großer Unternehmen (mit mindestens EUR 750 Mio. Jahresumsatz) mit einem effektiven Steuersatz von mindestens 15 % vor. Technisch umgesetzt wird die globale Mindestbesteuerung über eine Primärergänzungssteuer, eine Sekundärergänzungssteuer sowie eine anerkannte nationale Ergänzungssteuer.   Das Gesetz zur Gewährleistung einer globalen Mindestbesteuerung für Unternehmensgruppen (Mindeststeuergesetz – MinStG), welches in Deutschland die Regelungen zur globalen Mindest­besteuerung beinhaltet, ist zum Bilanzstichtag bereits in Kraft getreten und grundsätzlich für alle Geschäftsjahre ab dem 1. Januar 2024 anzuwenden.   Der Mutares-Konzern fällt in den Anwendungsbereich dieser Regelungen.   Mutares hat entsprechend in Zusammenarbeit mit externen Beratern eine Analyse durchgeführt, um die grundsätzliche Betroffenheit und die Jurisdiktionen zu ermitteln, aus denen die Gruppe möglichen Auswirkungen im Zusammenhang mit Pillar Two Top-up Taxes ausgesetzt ist. Dabei wurde zunächst geprüft, ob die CbCR Safe Harbour Regelungen einschlägig sind. War ein Land nach Prüfung der Safe Harbour Regelungen nicht von der Pillar Two Berechnung ausgenommen, erfolgte die Berechnung des effektiven Steuersatzes. Aus dieser Analyse wurden nur unwesentliche Effekte von unter 0,5 Mio. Euro aus der Entrichtung einer Pillar Two Top-Up Tax identifiziert.   Mutares verfolgt in Zusammenarbeit mit externen Beratern aufmerksam den Fortschritt des Gesetzgebungsverfahrens in jedem Land, in dem Mutares tätig ist. 67 Mutares SE & Co. KGaA Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2024

13. Konzern- und Gesamtergebnis

Im Konzernergebnis von EUR -459,9 Mio. (Vorjahr: EUR +367,1 Mio.) sind Anteile nicht beherrschender Gesellschafter von EUR -53,6 Mio. (Vorjahr: EUR -30,0 Mio.) enthalten.   Im Gesamtergebnis von EUR -432,2 Mio. (Vorjahr: EUR +350,9 Mio.) sind Anteile nicht beherrschen­der Gesellschafter von EUR -53,6 Mio. (Vorjahr: EUR -30,0 Mio.) enthalten.    

14. Ergebnis je Aktie

Das Ergebnis je Aktie stellt sich wie folgt dar:  

2024 2023
Konzernergebnis nach Steuern, das den Anteilseignern des Mutterunternehmens zugerechnet werden kann Mio. EUR -406,3 397,1
Gewogener Durchschnitt Anzahl Aktien, um das Ergebnis je Aktie zu berechnen
Unverwässert Anzahl 21.275.881 20.812.744
Verwässert Anzahl 21.899.881 21.565.440
Ergebnis je Aktie
Unverwässert EUR -19,10 19,08
Verwässert EUR -19,10 18,41

Das unverwässerte Ergebnis je Aktie ermittelt sich aus der Division des Konzernergebnisses nach Steuern, das den Anteilseignern des Mutterunternehmens zugerechnet werden kann, durch die gewichtete durchschnittliche Anzahl der während des Geschäftsjahres in Umlauf befindlichen Aktien (Anzahl der Aktien, die für die Berechnung des unverwässerten Ergebnis je Aktie herangezogen werden: 21.275.881). Das verwässerte Ergebnis je Aktie wird unter der Annahme berechnet, dass alle potenziell verwässernden Wertpapiere und aktienbasierten Vergütungspläne umgewandelt beziehungsweise ausgeübt werden (Anzahl der Aktien, die für die Berechnung des verwässerten Ergebnisses je Aktie herangezogen werden: 21.275.881). Die im Rahmen von anteilsbasierter Vergütung ausgegebenen und ausübbaren Aktienoptionen haben potenziell Einfluss auf die Verwässerung des Ergebnisses je Aktie. Zur anteilsbasierten Vergütung verweisen wir auf unsere Ausführungen unter Tz. 32 unten. Im Rahmen der Aktienoptionsprogramme 2019, 2021 und 2023 können weitere 675.676 Aktienoptionen an Mitglieder des Vorstands und Mitarbeiter der Gesellschaft sowie Mitarbeiter von Tochterunternehmen ausgegeben werden, die das Ergebnis je Aktie in Zukunft verwässern können. Transaktionen mit eigenen Anteilen oder Optionen zwischen dem Stichtag 31. Dezember 2024 und Aufstellungsdatum des Konzernabschlusses fanden nicht statt.    

15. Segmentinformationen

Gemäß IFRS 8 sind Geschäftssegmente auf Basis der internen Berichterstattung über Konzern­bereiche abzugrenzen, die regelmäßig vom Hauptentscheidungsträger der Gesellschaft im Hinblick auf Entscheidungen über die Verteilung von Ressourcen zu diesen Segmenten und der Bewertung ihrer Ertragskraft überprüft wird. Der Vorstand als Hauptentscheidungsträger erhält Informationen zum Zwecke der Allokation von Ressourcen auf die Geschäftssegmente des Konzerns sowie der Bewertung ihrer Ertragskraft, basierend auf den hergestellten Erzeugnisse und erbrachten Leis­tungen. Der Vorstand hat sich entschieden, die Berichterstattung entsprechend auszugestalten. Kein Geschäftssegment wurde zusammengefasst, um zur Ebene der berichts­pflichtigen Segmente des Konzerns zu gelangen. 68 Mutares SE & Co. KGaA Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2024 Zum 31. Dezember 2024 befinden sich im Portfolio der Mutares SE & Co. KGaA 32 operative Beteiligungen bzw. Beteiligungsgruppen (Vorjahr: 30), die in die vier Segmente Automotive & Mobility, Engineering & Technology, Goods & Services und Retail & Food eingeteilt werden.   Die Zusammensetzung der einzelnen Segmente ist oben unter Tz. 4 zum Konsolidierungskreis erläutert. Die vier Segmente bieten unterandere folgende Produkte und Dienstleistungen an:   * Die Portfoliounternehmen im Segment Automotive & Mobility sind weltweit tätig und beliefern namhafte internationale Original Equipment Manufacturer (OEMs) für Pkw und Nutzfahrzeuge. Im Segment sind verschiedene spezialisierte Portfoliounternehmen tätig, die unterschiedliche Systeme und Lösungen anbieten. Einige Portfoliounternehmen sind globale Partner für kunststoffbasierte Systeme, die in der Automobilindustrie verwendet werden. Andere sind Zulieferer für mechanisch bearbeitete Multi-Material-Lösungen und Systeme, die ebenfalls in Fahrzeugen zum Einsatz kommen. Es gibt auch Systemlieferanten, die umfassende Automobiltechnik anbieten. Darüber hinaus gibt es einen Hersteller, der sich auf zwei- und dreirädrige Motorroller spezialisiert hat.   * Die Portfoliounternehmen im Segment Engineering & Technology bedienen Kunden aus verschiedenen Branchen, darunter die Energie- und Chemieindustrie, die öffentliche Infrastruktur und der Bahnsektor. Sie bieten eine Vielzahl von spezialisierten Lösungen an, darunter vorgefertigte Betonteile für Gebäude, High-End-Lösungen für die Stahlverarbeitung, Gebäudehüllen und Stahlkonstruktionen, sowie Energie-, Technik- und Mobilitätslösungen. Weitere Tätigkeiten umfassen industrielle und technologische Dienstleistungen für die Eisenbahnindustrie, die Herstellung von Gas- und Dieselmotoren, Faltschachtelkartonagen, Dampferzeugern mit Wärmerückgewinnung, Industrie- und Großdampfkesseln sowie speziellen Dieselmotoren und elektrischen Hilfsantrieben.   * Das Segment Goods & Services umfasst eine Vielzahl von spezialisierten Portfolio-unternehmen, die Kunden aus verschiedenen Branchen bedienen. Diese Portfolio-unternehmen bieten Lösungen für die häusliche Pflege an, stellen Infrastrukturelemente für die Elektrizitäts¬versorgung her und erbringen Dienstleistungen für Telekommunikations- und Energieinfrastruktur. Zudem agieren sie als Generalunternehmer im Innenausbau und Ladenbau und betreiben öffentliche Verkehrsmittel. Weitere Tätigkeiten umfassen Mechanik, Elektrik, Heizung und nachhaltige Energie, Gebäudemanagement, ganzheitliche Gebäudesanierungsdienstleistungen, urbane On-Demand-Lieferdienste sowie Straßenbetrieb- und -instandhaltungsdienstleistungen.   * Das Segment Retail & Food umfasst Portfoliounternehmen, die unter anderem als Hersteller und Vertreiber von Haushaltsprodukten, Papierservietten, Bio-Molkereiprodukten und Produkten für die Hausausstattung tätig sind. Zudem betreiben sie Drogeriemärkte, Einzel¬handels¬geschäfte für Baby- und Kindermode, sowie eine Restaurantkette mit japanisch-brasilianischer Küche.   Im Hinblick auf die Veränderung in den Segmenten aufgrund von Erwerben und Veräußerungen verweisen wir auf die Aus­führungen unter Tz. 5.1 „Erwerbe von Tochterunternehmen“ sowie die Ausführungen unter Tz. 5.2 „Entkonsolidierungen von Tochterunternehmen“.   Die Beteiligungen bzw. Beteiligungsgruppen in den vier Segmenten setzen sich jeweils aus mehreren rechtlichen Einheiten zusammen. Die Zuordnung der rechtlichen Einheiten zu den Segmenten ist eindeutig; es gibt also keine sog. Zebra-Gesellschaften. Alle vier Segmente generieren Erträge und Aufwendungen im Sinne von IFRS 8.5.   Die Berichterstattung und -steuerung der einzelnen Segmente erfolgt nach IFRS. Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden der berichtspflichtigen Segmente gelten grundsätzlich auch für Geschäftsvorfälle zwischen den berichtspflichtigen Segmenten und entsprechen den in Tz. 53 beschriebenen Bilanzierungs- und -bewertungsgrundsätze des Konzerns. Umsätze zwischen Segmenten werden zu marktüblichen Preisen verrechnet.   Der Vorstand als Hauptentscheidungsträger misst den Erfolg der Segmente neben den Umsatzerlösen auch anhand einer um Sondereffekte bereinigte Steuerungsgröße, die in der internen Steuerung und Berichterstattung als „Adjusted EBITDA“ bezeichnet wird. Basis für die Berechnung dieses alternativen Performancemaßes bildet das berichtete Konzern-EBITDA (Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen), bereinigt um Gewinne aus günstigem Erwerb („Bargain Purchases“), Restrukturierungs- und sonstige Einmal­aufwendungen bzw. -erträge sowie Entkonsolidierungseffekte. Anhand dieses alternativen Performancemaßes sollen die operativen Entwicklungen innerhalb der Segmente transparent gemacht werden und es den Hauptentscheidungsträgern ermöglichen die operativen Ertragskraft der einzelnen Segmente zu beurteilen.   Die Überleitung vom berichteten EBITDA auf die Steuerungsgröße des Adjusted EBITDA stellt sich wie folgt dar:  

Mio. EUR 2024 2023
EBITDA 117,1 756,9
Gewinne aus günstigem Erwerb ("Bargain Purchases") -268,9 -727,2
Restrukturierungs- und sonstige Einmalaufwendungen/-erträge 136,9 78,7
Entkonsolidierungseffekte -70,4 -104,9
Adjusted EBITDA -85,4 3,5

Hinsichtlich der Gewinne aus günstigem Erwerb („Bargain Purchases“) verweisen wir auf die Aus­führungen in Tz. 5.1 zu den Erwerben von Tochterunternehmen, hinsichtlich der Entkonsoli­dierungs­effekte auf die Ausführungen in Tz. 5.2 zu den Entkonsolidierungen von Tochterunternehmen.   In den Restrukturierungs- und sonstigen Einmalaufwendungen bzw. -erträgen des Geschäftsjahres 2024 belaufen sich die Aufwendungen für Abfindungen und Sozialpläne im Zusammenhang mit den Restrukturierungsprogrammen in den Portfoliounternehmen auf EUR 61,6 Mio. (Vorjahr: EUR 31,5 Mio.) und entfallen zu einem Großteil auf die im Vorjahr und im Geschäftsjahr erworbenen Portfoliounternehmen - insbesondere Stuart und Efacec - sowie die Umsetzung einer umfang-reichen Reduzierung der Belegschaft mittels Sozialplans bei Lapeyre. Die Aufwendungen für Carve-out-Aktivitäten (insbesondere im Bereich IT) belaufen sich im Geschäftsjahr 2024 auf EUR 10,8 Mio. (Vorjahr: EUR 15,9 Mio.), die Beratungsaufwendungen im Zusammenhang mit M&A, Re¬strukturierung und im Bereich der Rechtsberatung betragen EUR 9,8 Mio. (Vorjahr: EUR 7,8 Mio.). Ferner sind in den Restrukturierungs- und sonstigen Einmalaufwendungen bzw. -erträgen des Geschäftsjahres 2024 sonstige Restrukturierungs- oder Einmalaufwendungen von EUR 53,8 Mio. (Vorjahr: EUR 22,0 Mio.) enthalten, die neben einer Vielzahl an Einzelsachverhalten in verschiedenen Portfoliounternehmen im Wesentlichen auf die umfangreiche Neubewertung der übernommenen, noch laufenden Projekte bei Byldis entfallen. In den sonstigen Restrukturierungs- oder Einmalaufwendungen des Vorjahres waren unter anderem Effekte aus der Bilanzierung von zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten nach IFRS 5 von EUR 22,6 Mio. enthalten.­ 69 Mutares SE & Co. KGaA Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2024

Segmente
Automotive & Mobility Engineering & Technology Goods & Services Retail & Food Corporate/ Konsolidierung6 Mutares-Konzern
Mio. EUR 2024 2023 2024 2023 2024 2023 2024 2023 2024 2023 2024 2023
Umsatzerlöse 2.223,2 1.878,3 1.142,0 933,9 1.037,1 1.037,1 859,1 840,0 0,1 0,0 5.261,6 4.689,1
Sonstige Erträge 287,6 346,1 50,5 307,0 135,6 262,6 31,9 75,6 1,2 -5,2 506,8 986,1
davon Gewinne aus günstigem Erwerb 219,7 271,6 -10,4 162,5 36,5 246,5 23,1 46,5 0,0 0,0 268,9 727,1
Materialaufwand -1.348,5 -1.171,0 -765,3 -653,2 -504,3 -535,5 -474,2 -439,8 -0,1 0,0 -3.092,3 -2.799,5
Personalaufwand -653,5 -534,0 -281,6 -209,7 -434,6 -368,8 -212,9 -190,4 -62,8 -66,7 -1.645,4 -1.369,6
Sonstige Aufwendungen -363,7 -278,9 -198,6 -151,7 -143,3 -120,7 -252,2 -250,1 63,0 56,6 -894,8 -744,8
EBITDA 130,1 232,2 -49,9 227,6 91,1 272,0 -55,7 40,7 1,4 -15,5 117,0 756,9
Adjusted EBITDA -45,9 3,3 -10,9 -14,5 18,1 38,3 -51,8 -8,8 5,1 -14,7 -85,4 3,5
Abschreibungen -166,7 -167,7 -53,6 -32,1 -94,2 -66,1 -146,9 -52,6 -2,4 -1,5 -463,8 -320,0
davon außerplanmäßige Abschreibungen -22,3 -61,6 -3,9 -3,4 -17,5 0,0 -78,9 -0,1 0,0 0,0 -122,7 -65,1
Zeitlicher Ablauf der Erlöserfassung mit Dritten
Zu einem bestimmten Zeitpunkt 2.193,3 1.835,9 541,9 605,0 613,7 693,5 859,1 840,0 0,2 0,0 4.208,2 3.974,2
Über Zeitraum 29,9 42,4 600,1 329,0 423,4 343,5 0,0 0,0 0,0 0,0 1.053,4 714,9

6In der Spalte „Corporate / Konsolidierung“ wurden neben Konsolidierungseffekten im Wesentlichen der Personalaufwand und die sonstigen Aufwendungen der Mutares SE & Co. KGaA sowie der Landesgesellschaften zusammengefasst. 70 Mutares SE & Co. KGaA Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2024 Die langfristigen Vermögenswerte der Einheiten setzen sich geografisch nach dem Ort, wo sich die Vermögenswerte befinden, wie folgt zusammen:  

Mio. EUR 31.12.2024 31.12.2023
Europa 1.830,5 1.827,7
Frankreich 644,4 793,5
Deutschland 415,2 432,1
Italien 172,8 24,5
Dänemark 155,0 170,7
Polen 63,4 49,4
Finnland 26,3 26,2
Schweden 23,7 79,7
Spanien 23,0 27,7
Kroatien 21,5 20,4
Österreich 11,8 8,9
Vereinigtes Königreich 7,9 10,3
Andere Europa 265,5 184,3
Rest der Welt 143,3 57,9

Die langfristigen Vermögenswerte der Segmente umfassen immaterielle Vermögenswerte, Sach­anlagen, Nutzungsrechte und sonstige langfristige nicht-finanzielle Vermögenswerte.   Im Geschäftsjahr 2024 beliefen sich die Umsatzerlöse wie im Vorjahr mit keinem Kunden auf über 10 % der gesamten Drittumsätze im Mutares-Konzern. 71 Mutares SE & Co. KGaA Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2024 Die Umsatzerlöse gliedern sich geografisch wie folgt nach Märkten orientiert am Sitz des jeweiligen Kunden:  

Mio. EUR 2024 2023
Europa 4.633,3 4.348,4
Deutschland 1.338,6 1.278,7
Frankreich 922,1 995,3
Italien 290,5 228,6
Dänemark 281,2 214,7
Polen 178,7 189,9
Finnland 271,0 437,1
Schweden 236,1 171,2
Vereinigtes Königreich 227,1 81,2
Niederlande 155,2 51,1
Spanien 149,0 121,4
Schweiz 96,2 142,1
Österreich 61,8 76,3
Tschechische Republik 52,1 33,0
Belgien 23,7 24,9
Andere Europa 350,0 303,0
Asien 338,8 188,4
Amerika 225,0 109,6
Afrika 64,5 42,7
Umsatzerlöse 5.261,6 4.689,1

Die Umsatzerlöse für jede Gruppe vergleichbarer Produkte und Dienstleistungen werden nicht angegeben, da die erforderlichen Informationen nicht verfügbar sind und die Kosten für ihre Ermittlung übermäßig hoch sind.   Die Überleitung des Ergebnisses vor Steuern auf die Summe der berichteten Segment-EBITDAs ist wie folgt:  

Mio. EUR 2024 2023
Ergebnis vor Steuern -551,1 363,5
Corporate / Konsolidierung -1,4 15,5
Abschreibungen 463,8 320,0
Finanzergebnis 204,4 73,3
Ergebnis vor Abschreibungen, Ertragsteuern und Zinsen (EBITDA) der Segmente 115,6 772,4

72 Mutares SE & Co. KGaA Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2024 D.                                Angaben zu Vermögenswerten


16. Immaterielle Vermögenswerte

Die Entwicklung der immateriellen Vermögenswerte stellt sich wie folgt dar:  

Anschaffungs- oder Herstellungskosten Selbst- erstellte Software Patente, Konzessionen etc. Anzahlungen und solche in Entwicklung Geschäfts- oder Firmenwert Summe
Mio. EUR
Stand per 01.01.2023 0,8 21,2 133,3 11,1 7,0 173,4
Zugänge 3,3 8,6 0,8 13,6 0,1 26,3
Abgänge 0,0 -0,2 -8,1 -0,1 0,0 -8,4
Umgliederungen 7,4 1,2 1,3 -8,4 0,0 1,5
Veränderung des Konsolidierungs- kreises 24,6 10,7 87,2 11,1 2,7 136,2
Wechselkurseffekte 0,0 -0,1 -0,4 0,0 -0,1 -0,5
Umgliederung IFRS 5 0,0 -7,3 -13,1 -3,0 -1,1 -24,4
Stand per 31.12.2023 36,1 34,1 201,0 24,3 8,6 304,1
Zugänge 18,6 2,9 7,2 14,4 0,2 43,3
Abgänge -5,6 -6,0 -0,6 -0,1 -0,3 -12,6
Umgliederungen 18,3 7,2 -15,5 -9,9 0,0 0,1
Veränderung des Konsolidierungs- kreises 0,2 1,3 41,0 5,9 84,0 132,4
Wechselkurs- effekte 0,1 0,1 0,3 0,0 0,0 0,5
Umgliederung IFRS 5 -0,1 -0,2 -5,0 0,0 0,0 -5,3
Stand per 31.12.2024 67,6 39,4 228,4 34,6 92,5 462,5
Kumulierte Abschreibungen und Wertberichtigungen Selbst- erstellte Software Patente, Konzessionen etc. Anzahlungen und solche in Entwicklung Geschäfts- oder Firmenwert Summe
Mio. EUR
Stand per 01.01.2023 7,6 -8,7 -28,4 0,0 0,0 -29,5
Laufende Abschreibung -3,3 -5,7 -25,4 0,0 0,0 -34,4
Außerplanmäßige Abschreibung -4,4 -0,5 -4,4 -0,6 0,0 -9,8
Abgänge 0,0 0,2 8,1 0,0 0,0 8,3
Umgliederungen 0,0 0,1 -0,1 0,0 0,0 0,0
Veränderungen des Konsolidierungskreises 0,0 0,2 0,8 0,0 0,0 0,9
Wechselkurseffekte 0,0 -0,1 0,0 0,0 0,0 -0,1
Umgliederung IFRS 5 0,0 2,1 3,7 0,0 0,0 5,8
Stand per 31.12.2023 -0,1 -12,4 -45,7 -0,6 0,0 -58,8
Laufende Abschreibung -21,1 -9,2 -24,6 0,0 0,0 -54,9
Außerplanmäßige Abschreibung -8,8 -2,4 -16,7 0,0 -1,8 -29,7
Abgänge 2,0 5,4 0,3 0,1 0,0 7,8
Umgliederungen -1,3 0,0 1,3 0,0 0,0 0,0
Veränderungen des Konsolidierungskreises 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0
Wechselkurseffekte -0,1 0,0 -0,2 0,0 0,0 -0,3
Umgliederung IFRS 5 0,0 0,1 0,4 0,0 0,0 0,5
Stand per 31.12.2024 -29,4 -18,5 -85,2 -0,5 -1,8 -135,4

73 Mutares SE & Co. KGaA Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2024

Nettobuchwerte
Am 01.01.2023 8,3 12,5 104,9 11,2 7,0 143,9
Am 31.12.2023 36,0 21,7 155,3 23,7 8,6 245,3
Am 01.01.2024 36,0 21,7 155,3 23,7 8,6 245,3
Am 31.12.2024 38,2 20,9 143,2 34,1 90,7 327,1

Hinsichtlich der Zu- bzw. Abgängen aus Veränderungen des Konsolidierungskreises verweisen wir auf die Ausführungen unter Tz. 5.1 „Erwerbe von Tochterunternehmen“ sowie die Ausführungen unter Tz. 5.2 „Entkonsolidierungen von Tochterunternehmen“.   Im Rahmen der im Geschäftsjahr getätigten Erwerbe wurden immaterielle Vermögenswerte von EUR 49,5 Mio. (Vorjahr: EUR 137,5 Mio.) erworben; wir verweisen auf die Ausführungen oben (Tz. 5.1 „Erwerbe von Tochterunternehmen“).   Im Geschäftsjahr lagen die als Aufwand erfassten Forschungs- und Entwicklungsausgaben bei EUR 7,1 Mio. (Vorjahr: EUR 8,7 Mio.); darüber hinaus wurden Entwicklungskosten im Konzern von EUR 18,6 Mio. (Vorjahr: EUR 3,3 Mio.) aktiviert.   Die Umgliederungen gem. IFRS 5 betreffen immaterielle Vermögenswerte von Temakinho (vgl. Tz. 24).   Bezüglich zum 31. Dezember 2024 als Sicherheit verpfändeter immaterieller Vermögenswerte verweisen wir auf Tz. 35.   Immaterielle Vermögenswerte mit unbegrenzter Nutzungsdauer   Zum 31. Dezember 2024 bestehen mit Ausnahme der unten beschriebenen Geschäfts- oder Firmenwerte wie im Vorjahr keine immateriellen Vermögenswerte mit unbegrenzter Nutzungsdauer und es wurden somit im Rahmen von Unternehmenserwerben keine immateriellen Vermögenswerte mit unbegrenzter Nutzungsdauer erworben.   Geschäfts- oder Firmenwert   Aus dem Erwerb eines Tochterunternehmens im Segment Engineering & Technology resultierte im Geschäftsjahr ein Geschäfts- oder Firmenwert von EUR 80,6 Mio. Dieser Geschäfts- oder Firmenwert wurde zum Zwecke der Wertminderungsprüfung einem Portfoliounternehmen zugeordnet, welches sich wiederum aus zwei zahlungsmittelgenerierenden Einheiten zusammensetzt.   Die Berechnung des erzielbaren Ertrags, in der Ausprägungsform des Nutzungswerts, basiert auf dem vom Management der Gesellschaft aufgestellten Budget. Die in diesem Budget dargestellten Zahlungsstromprognosen für drei Jahre zzgl. der Phase für die ewige Rente basieren auf den wesentlichen Annahmen von erwarteten Projektvergaben sowie hinsichtlich der Projektabwicklung und werden mit einem Kapitalkostensatz vor Steuern von 14,5 % auf den 31. Dezember 2024 diskontiert.   Die Erwartungen im Hinblick auf Projektvergaben basieren dabei auf Markterwartungen des Managements der Gesellschaft auf Basis öffentlicher Ausschreibungen bzw. Gesprächen über in den nächsten Jahren zu erwartenden Ausschreibungen durch Kunden. Die Projektabwicklung wird auf Grundlage von Erfahrungswerten aus der Vergangenheit hinsichtlich erzielbarer Margen sowie der erwarteten Entwicklung von Kosten unter Berücksichtigung von Inflation sowie Neuaufstellung der Lieferantenbasis prognostiziert.   Zahlungsströme für den drei Jahre übersteigenden Zeitraum wurden unter Zugrundelegung einer konstanten jährlichen Wachstumsrate von 1 % extrapoliert.   Zusätzlich resultierte aus dem Erwerb dreier weiterer Tochterunternehmen des Segment Goods & Services im Geschäftsjahr 2024 ein Geschäfts- oder Firmenwert von insgesamt EUR 3,6 Mio., wovon für­ 74 Mutares SE & Co. KGaA Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2024 eine zahlungsmittelgenerierende Einheit bereits ein Wertminderungsaufwand von EUR 1,8 Mio. im Berichtsjahr erfasst wurde. Einzelheiten zu den Erwerben finden sich in Tz. 5.1.1. Aus dem Erwerb zweier Tochterunternehmen aus dem Segment Goods & Services in den Vorjahren resultierte ebenfalls ein Geschäfts- oder Firmenwert von insgesamt EUR 8,6 Mio. Die in diesem Absatz beschriebenen Geschäfts- oder Firmenwerte werden einzelnen Legaleinheiten zugeordnet, die jeweils eine separate zahlungsmittelgenerierende Einheit bilden.   Mutares überprüft die Geschäfts- oder Firmenwerte jährlich auf Wertminderung und zusätzlich, wenn es Anzeichen dafür gibt, dass ein Geschäfts- oder Firmenwert wertgemindert sein könnte. Dabei kam es im Geschäftsjahr 2024 zu einer Wertminderung von EUR 1,8 Mio. eines Geschäfts- oder Firmenwerts bei einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit aus dem Segment Engineering & Technology aufgrund der Verschlechterung der ursprünglich erwarteten positiven Zukunftsaussichten, da die Restrukturierungs­erfolge sich nicht wie erwartet materialisiert haben. Bei dieser Wertminderungsprüfung entsprach der erzielbare Betrag dem beizulegenden Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten.   Nach Abgängen von EUR 0,3 Mio. beträgt der Buchwert der Geschäfts- oder Firmenwerte zum 31. Dezember 2024 insgesamt EUR 90,7 Mio (Vorjahr: EUR 8,6 Mio.).   Für Ausführungen zu Szenarioanalysen des dem Tochterunternehmen im Segment Engineering & Technology zugeordneten Geschäfts- oder Firmenwerts hinsichtlich der bedeutenden verwendeten Annahmen verweisen wir auf Tz. 3.1.  

Wertminderung von immateriellen Vermögenswerten   Im Geschäftsjahr führte die Gegenüberstellung des erzielbaren Betrags mit den Buchwerten einzelner Vermögenswerte oder zahlungsmittelgenerierender Einheiten bei fünf zahlungsmittelgenerierenden Einheiten zu Wertminderungen von immateriellen Vermögenswerten von insgesamt EUR 18,2 Mio. Der erzielbare Betrag entspricht dabei in allen Fällen dem Nutzungswert des Vermögenswerts bzw. der zahlungsmittelgenerierenden Einheit. Dies betrifft eine aus dem Segment Automotive & Mobility, eine zahlungs­mittelgenerierende Einheit aus dem Segment Engineering & Technology, eine zahlungsmittelgenerierende Einheit aus dem Segment Goods & Services sowie zwei weitere aus dem Segment Retail & Food. Bei einer CGU aus dem Segment Retail & Food handelt es sich dabei um einen Teilkonzern, der in der Herstellung und im Vertrieb von Produkten der Hausausstattung tätig ist. Bei den anderen zahlungsmittelgenerierenden Einheiten handelt es sich jeweils um einzelne Gesellschaften in den Bereichen Automobilzulieferung, Verpackungen, städtischen Lieferlösungen sowie einem Anbieter von Kinderrückhaltesystemen, der im Geschäftsjahr 2024 aufgrund Insolvenz entkonsolidiert wurde.   Bei den fünf zahlungsmittelgenerierenden Einheiten führte die Gegenüberstellung des Nutzungswerts mit den Buchwerten im Kontext der Belastung der Profitabilität und damit reduzierter erwarteter Zahlungsmittelzuflüsse zu einem Wertminderungsaufwand, der in der Gesamtergebnisrechnung innerhalb der Abschreibungen erfasst ist. Dieser ist im Wesentlichen auf Marktdisruptionen zurückzuführen. Bei der CGU im Segment Automotive & Mobility zeigt sich dies vor allem durch bereits kommunizierte gesunkene Abrufe der Automobilhersteller. Bei der CGU im Segment Engineering & Technology, der zahlungsmittelgenerierenden Einheit aus dem Segment Goods & Services sowie den beiden CGUs aus dem Segment Retail & Food wird die Kundennachfrage nach den Produkten und Dienstleistungen als geringer eingeschätzt als noch im Vorjahr und bei einer dieser CGUs zu einer Insolvenz führte. Der Wertminderungsaufwand entfällt dabei im Wesentlichen auf erworbene Marken (EUR 8,4 Mio.), selbsterstellte (EUR 5,6 Mio.) sowie erworbene Software (EUR 2,1 Mio.) und Kundenlisten (EUR 1,8 Mio.).   Die Kapitalkosten vor Steuern, die im Rahmen der Schätzung der Nutzungswerte für die Abzinsung der zukünftigen Zahlungsflüsse dieser CGUs herangezogen wurden, liegen in einer Bandbreite zwischen 6,1 % und 15,8 % (Vorjahr: 8,0 % und 16,3 %).   Für Ausführungen zu Szenarioanalysen hinsichtlich der bedeutenden verwendeten Annahmen verweisen wir auf Tz. 3.1.   Des Weiteren wurden im Geschäftsjahr Wertminderungen in Höhe von EUR 10,3 Mio. auf einzelne immaterielle Vermögenswerte innerhalb von anderen zahlungsmittelgenerierenden Einheiten, im Wesentlichen auf erworbene Patente und Konzessionen in Form von Marken (EUR 6,1 Mio.) einer CGU aus dem Segment Engineering & Technology im Zusammenhang mit einer Bewertung im Rahmen eines bereits vollzogenen Verkaufs im Geschäftsjahr 2025 erfasst (wir verweisen auf die Ausführungen in Tz. 50, „Ereignisse nach dem Abschlussstichtag“) und selbsterstelle immaterielle Vermögenswerte in Form von Patenten (EUR 3,3 Mio.) einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit aus dem Segment Automotive & Mobility, da der Nutzen der Patente als nicht länger relevant für das Geschäftsmodell angesehen werden. 75 Mutares SE & Co. KGaA Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2024

17. Sachanlagen

Die Entwicklung der Sachanlagen stellt sich wie folgt dar:  

Anschaffungs- oder Herstellungskosten Mio. EUR Grundstücke und Gebäude Technische Anlagen und Maschinen Betriebs- und Geschäfts-ausstattung Anzahlungen und Anlagen im Bau Summe
Stand per 01.01.2023 407,2 394,9 54,5 50,5 907,1
Zugänge 26,4 60,6 22,0 32,9 141,9
Abgänge -43,0 -21,8 -23,5 -15,3 -103,6
Umgliederungen 0,8 19,0 -5,2 -16,1 -1,5
Veränderung des Konsolidierungskreises 135,5 143,6 215,8 22,3 517,2
Wechselkurseffekte 1,1 -1,2 1,0 -0,3 0,6
Umgliederung IFRS 5 -8,3 -8,3 -6,4 0,0 -23,0
Stand per 31.12.2023 519,7 586,8 258,2 74,0 1.438,7
Zugänge 11,4 42,6 28,5 62,7 145,2
Abgänge -22,5 -38,1 -44,8 -9,4 -114,8
Umgliederungen 9,9 34,5 6,7 -51,1 0,0
Veränderung des Konsolidierungskreises 96,1 91,6 10,6 5,9 204,3
Wechselkurseffekte 2,1 2,8 0,4 0,4 5,7
Umgliederung IFRS 5 -68,0 -4,3 -1,7 -0,5 -74,5
Stand per 31.12.2024 548,7 715,9 257,9 82,0 1.604,6
Kumulierte Abschreibungen und Wertberichtigungen Mio. EUR Grundstücke und Gebäude Technische Anlagen und Maschinen Betriebs- und Geschäfts-ausstattung Anzahlungen und Anlagen im Bau Summe
Stand per 01.01.2023 -33,1 -94,7 -14,2 -0,7 -142,8
Zuschreibungen 0,1 0,0 0,3 0,0 0,4
Laufende Abschreibung -27,6 -74,8 -25,3 0,0 -127,7
Außerplanmäßige Abschreibung -8,9 -29,3 -1,3 -0,9 -40,4
Abgänge 7,1 10,6 15,4 0,0 33,2
Umgliederungen 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0
Veränderungen des Konsolidierungskreises 0,6 5,4 0,3 0,0 6,3
Wechselkurseffekte -0,1 0,2 -0,1 0,0 0,0
Umgliederung IFRS 5 0,7 -0,4 -1,3 0,0 -1,0
Stand per 31.12.2023 -61,2 -183,0 -26,2 -1,6 -272,0
Laufende Abschreibung -36,1 -97,3 -44,1 0,0 -177,7
Außerplanmäßige Abschreibung -36,2 -26,9 -3,4 -0,6 -67,0
Abgänge 7,4 20,1 43,4 0,1 70,9
Umgliederungen 0,1 -0,2 0,1 0,0 0,0
Veränderungen des Konsolidierungskreises 0,0 0,7 0,1 0,0 0,9

76 Mutares SE & Co. KGaA Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2024

Wechselkurseffekte -0,3 -0,9 -0,1 0,0 -1,2
Umgliederung IFRS 5 9,0 0,7 0,3 0,0 9,9
Stand per 31.12.2024 -117,3 -286,8 -29,9 -2,1 -436,2
Nettobuchwerte
Am 01.01.2023 374,0 300,2 40,3 49,7 764,2
Am 31.12.2023 458,5 403,8 232,0 72,4 1.166,7
Am 01.01.2024 458,5 403,8 232,0 72,4 1.166,7
Am 31.12.2024 431,4 429,1 228,0 79,9 1.168,4

Im Rahmen der im Geschäftsjahr getätigten Erwerbe wurden Sachanlagen von EUR 215,2 Mio. erworben (Vorjahr: EUR 567,6 Mio.); wir verweisen auf die Ausführungen oben (Tz. 5.1 „Erwerbe von Tochterunternehmen“).   Die Umgliederungen gem. IFRS 5 betreffen im Wesentlichen Sachanlagen von Lapeyre und Temakinho (vgl. Tz. 24).   Bezüglich zum 31. Dezember 2024 als Sicherheit verpfändetem Sachanlagevermögen, siehe Tz. 35.     Wertminderung von Sachanlagen   Die Wertminderungen auf Sachanlagen im Geschäftsjahr 2024 betreffen zwei zahlungsmittel­generierende Einheiten aus dem Segment Automotive & Mobility, eine zahlungsmittelgenerierende Einheit aus dem Segment Engineering & Technology, eine aus dem Segment Goods & Services sowie zwei weitere aus dem Segment Retail & Food. Die Gegenüberstellung des erzielbaren Betrags in Form des Nutzungswerts mit den Buchwerten der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten führte zu Wertminderungsaufwand von EUR 64,9 Mio. in Bezug auf Sachanlagen. Bei den beiden CGUs aus dem Segment Retail & Food handelt es sich dabei um einen Teilkonzern, der in der Herstellung und im Vertrieb von Produkten der Hausausstattung tätig ist, sowie um eine Gesellschaft, die Kinderrückhaltesysteme produziert; diese wurde im Geschäftsjahr 2024 aufgrund Insolvenz entkonsolidiert. Bei den anderen zahlungsmittelgenerierenden Einheiten handelt es sich um zwei Gesellschaften, die als Automobil­zulieferer fungieren, einer Gesellschaft, die Verpackungen anbietet sowie einer Gesellschaft für städtische Lieferlösungen.   * Bei zwei zahlungsmittelgenerierenden Einheiten des Segments Automotive & Mobility führte die Gegenüberstellung des Nutzungswerts mit den Buchwerten im Kontext der Belastung der Profitabilität und damit reduzierter Zahlungsmittelzuflüsse zu einem Wertminderungs­aufwand von EUR 17,6 Mio., der in der Gesamtergebnisrechnung innerhalb der Abschreibungen erfasst ist. Dieser ist im Wesentlichen auf eine reduzierte Erwartung im Hinblick auf Kundenabrufe zurückzuführen. Der Wertminderungsaufwand entfällt dabei auf technische Anlagen und Maschinen (EUR 16,2 Mio.) sowie sonstige Betriebs- und Geschäftsausstattung (EUR 1,4 Mio.).   * Bei einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit des Segments Engineering & Technology führte die Gegenüberstellung des Nutzungswerts mit den Buchwerten im Kontext der Belastung der Profitabilität und damit reduzierter Zahlungsmittelzuflüsse zu einem Wertminderungs­aufwand von EUR 1,8 Mio., der in der Gesamtergebnisrechnung innerhalb der Abschreibungen erfasst ist. Dieser ist im Wesentlichen auf eine reduzierte Erwartung im Hinblick auf Neubestellungen von Kunden sowie Preiserhöhungen für Rohstoffe und Energie zurückzuführen. Der Wertminderungsaufwand entfällt dabei im Wesentlichen auf Grundstücke und Gebäude (EUR 1,2 Mio.) sowie technische Anlagen und Maschinen (EUR 0,6 Mio.),   * Bei zwei zahlungsmittelgenerierenden Einheiten des Segments Retail & Food wurden Wertminderungen von EUR 44,9 Mio., im Wesentlichen für Grundstücke und Gebäude (EUR 34,1 Mio.) sowie technische Anlagen und Maschinen (EUR 10,1 Mio.) ermittelt und in der Gesamtergebnisrechnung innerhalb der Abschreibungen erfasst. Grund für die angezeigte Wertminderung war die Belastung der Profitabilität im Zuge rückläufiger Kundennachfrage nach den Produkten und Dienstleistungen der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten und damit einhergehend reduzierte Erwartungen im Hinblick auf künftige Zahlungsmittelzuflüsse bei der Gegenüberstellung des Nutzungswerts und des Buchwerts.   * Bei einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit des Segments Goods & Services kam es zu einer Wertminderung von EUR 0,6 Mio. 77 Mutares SE & Co. KGaA Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2024 Die Kapitalkosten vor Steuern, die im Rahmen der Schätzung der Nutzungswerte für die Abzinsung der zukünftigen Zahlungsflüsse dieser CGUs herangezogen wurden, liegen in einer Bandbreite zwischen 6,1 % und 15,8 % (Vorjahr: 8,0 % und 16,3 %).   Für Ausführungen zu Szenarioanalysen hinsichtlich der wichtigsten verwendeten Annahmen verweisen wir auf Tz. 3.1.   Des Weiteren wurden im Geschäftsjahr Wertminderungen in Höhe von EUR 2,2 Mio. auf einzelne Vermögenswerte des Sachanlagevermögens innerhalb von anderen zahlungsmittelgenerierenden Einheiten, die sich über sämtliche Segmente erstrecken, im Wesentlichen auf Fuhrpark (EUR 1,1 Mio.), erfasst.    

18. Nutzungsrechte

Leasingverhältnisse bestehen bei Mutares bezüglich der Anmietung von Gebäuden, Büroräumen, technischen Anlagen und Maschinen sowie anderen Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung sowie für Fahrzeuge und in unwesentlichem Maße Software.   Die Entwicklung der Nutzungsrechte stellt sich wie folgt dar:  

Veränderung der bilanzierten Nutzungsrechte Mio. EUR Immaterielle Vermögens-werte Grundstücke und Bauten Fuhrpark Technische Anlagen und Maschinen, BGA7 Summe
Stand per 01.01.2023 0,1 399,6 38,5 45,4 483,6
Zugänge 0,3 84,1 22,5 15,9 122,8
Veränderung des Konsolidierungskreises 0,1 85,5 6,6 10,0 102,2
Wechselkurseffekte 0,0 -1,8 -0,3 0,1 -2,0
Umgliederung IFRS 5 0,0 -63,9 -13,1 -0,7 -77,7
Veränderung aufgrund Neubewertung 0,0 18,4 -6,7 -4,8 6,9
Stand per 31.12.2023 0,5 521,9 47,5 65,9 635,8
Zugänge 0,2 89,3 20,8 37,8 148,2
Veränderung des Konsolidierungskreises 0,0 15,1 9,4 3,8 28,2
Wechselkurseffekte 0,0 0,9 -0,2 -1,1 -0,4
Umgliederung IFRS 5 0,0 -3,8 0,0 0,0 -3,8

7 Betriebs- und Geschäftsausstattung   78 Mutares SE & Co. KGaA Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2024

Veränderung aufgrund Neubewertung -0,1 -38,0 -14,8 -17,2 -70,2
Stand per 31.12.2024 0,6 585,4 62,7 89,2 738,0
Kumulierte Abschreibung und Wertberichtigung Mio. EUR Immaterielle Vermögens-werte Grundstücke und Bauten Fuhrpark Technische Anlagen und Maschinen, BGA Summe
Stand per 01.01.2023 -0,1 -78,5 -15,7 -13,5 -108,0
Laufende Abschreibung -0,1 -58,8 -8,8 -8,3 -75,9
Außerplanmäßige Abschreibung 0,0 -11,9 -0,3 -2,1 -14,2
Veränderung des Konsolidierungskreises 0,0 0,4 0,3 0,1 0,8
Wechselkurseffekte 0,0 0,4 0,2 -0,1 0,5
Umgliederung IFRS 5 0,0 21,3 5,5 0,3 27,1
Stand per 31.12.2023 -0,2 -127,1 -18,8 -23,6 -169,7
Laufende Abschreibung 0,0 -58,0 -8,7 -10,9 -77,6
Außerplanmäßige Abschreibung 0,0 -25,9 0,0 0,0 -26,0
Veränderung des Konsolidierungskreises 0,0 5,6 0,2 0,2 6,1
Wechselkurseffekte 0,0 -0,3 0,1 1,0 0,7
Umgliederung IFRS 5 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0
Stand per 31.12.2024 -0,2 -205,7 -27,2 -33,3 -266,5
Nettobuchwerte
Am 01.01.2023 0,0 321,1 22,8 31,9 375,8
Am 31.12.2023 0,3 394,8 28,7 42,3 466,1
Am 01.01.2024 0,3 394,8 28,7 42,3 466,1
Am 31.12.2024 0,4 379,6 35,5 56,0 471,5

Die durch den Konzern eingegangenen Leasingverhältnisse sind i.d.R. mit Einschränkungen verbunden. Diese ergeben sich durch Kündigungs- oder Untervermietungsbeschränkungen. Einige Leasingverträge enthalten darüber hinaus eine Option, den zugrunde liegenden Leasinggegenstand am Ende des Leasingverhältnisses vollständig zu erwerben oder den Leasingvertrag um eine weitere Laufzeit zu verlängern. Teilweise sind mit dem Leasingverhältnis entsprechende Instandhaltungs-, Wartungs- und/oder Versicherungsverpflichtungen verbunden.   Bei Tochterunternehmen aus allen vier Segmenten ist es im Geschäftsjahr im Rahmen von Sale-and-Leaseback Transaktionen zu Veräußerungen von Liegenschaften, bzw. von maschinellen Anlagen, gekommen. Der Ergebniseffekt aus den Sale-and-lease-back-Transaktionen beträgt im Geschäftsjahr saldiert EUR -0,3 Mio. (Vorjahr: EUR -0,2 Mio.). Dieser wird unter den sonstigen betrieblichen Aufwendungen ausgewiesen.   Zu den Erläuterungen im Hinblick auf die korrespondierenden Leasingverbindlichkeiten wird auf Tz. 36 „Leasingverbindlichkeiten“ verwiesen. 79 Mutares SE & Co. KGaA Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2024 Die Umgliederungen gem. IFRS 5 betreffen im Wesentlichen Nutzungsrechte von Temakinho (vgl. Tz. 24).   Wertminderung von Nutzungsrechten   Die Gegenüberstellung des erzielbaren Betrags in Form des Nutzungswerts mit dem Buchwert einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit aus dem Segment Retail & Food sowie einer weiteren aus dem Segment Goods & Services führte zu einer Wertminderung in Bezug auf die Nutzungsrechte von EUR 26,0 Mio., im Wesentlichen solche für Gebäude, und ist in der Gesamtergebnisrechnung innerhalb der Abschreibungen erfasst. Diese entfällt vollständig auf Nutzungsrechte für Gebäude der beiden zahlungsmittelgenerierenden Einheiten. Grund für die angezeigte Wertminderung war die Belastung der Profitabilität und damit einhergehend reduzierte Erwartungen im Hinblick auf künftige Zahlungsmittelzuflüsse aufgrund rückläufiger Nachfrage nach den Produkten bzw. Dienstleistungen der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten, welche als Teilkonzern in der Herstellung und im Vertrieb von Produkten der Hausausstattung sowie als Anbieter von städtische Lieferlösungen tätig sind.   Die Kapitalkosten vor Steuern, die im Rahmen der Schätzung der Nutzungswerte für die Abzinsung der zukünftigen Zahlungsflüsse dieser CGUs herangezogen wurden, liegen in einer Bandbreite zwischen 12,2 % und 14,7 % (Vorjahr: 10,0 % und 15,4 %).   Für Ausführungen zu Szenarioanalysen hinsichtlich der wichtigsten verwendeten Annahmen verweisen wir auf Tz. 3.1. 80 Mutares SE & Co. KGaA Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2024

19. Vorräte

Die Vorräte gliedern sich wie folgt:  

Mio. EUR 31.12.2024 31.12.2023
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 282,9 277,2
Unfertige Erzeugnisse, unfertige Leistungen 143,6 123,7
Fertige Erzeugnisse und Waren 231,3 241,1
Anzahlungen auf Vorräte 40,7 31,4
Vorräte 698,5 673,4

Die im Geschäftsjahr 2024 im Aufwand erfassten Vorräte betragen EUR 2.385,6 Mio. (Vorjahr: EUR 2.131,6 Mio.).   Bezüglich zum 31. Dezember 2024 als Sicherheit verpfändeten Vorratsvermögens siehe Tz. 35.   Die in der Gesamtergebnisrechnung erfasste Wertminderung der Vorräte auf den niedrigeren Nettoveräußerungswert beträgt zum Abschlussstichtag EUR 14,3 Mio. (Vorjahr: EUR 21,8 Mio.).   Die für Vorräte in der Gesamtergebnisrechnung erfassten Wertaufholungen belaufen sich auf EUR 11,8 Mio. (Vorjahr: EUR 10,8 Mio.) und resultieren aus geänderten wirtschaftlichen Gegebenheiten, die auf eine Erhöhung der Nettoveräußerungswerte hindeuten.    

20. Vertragssalden

Die Vertragssalden setzen sich aus Vertragsvermögenswerten und Vertragsverbindlichkeiten zusammen und stellen sich nach Fristigkeit wie folgt dar:  

Mio. EUR 31.12.2024 31.12.2023
Langfristige Forderungen aus Verträgen mit Kunden 3,7 0,7
Kurzfristige Forderungen aus Verträgen mit Kunden 537,2 455,8
Forderungen aus Verträgen mit Kunden 541,0 456,5
Langfristige Vertragsvermögenswerte 4,1 5,2
Kurzfristige Vertragsvermögenswerte 173,2 102,8
Vertragsvermögenswerte 177,3 108,0
Langfristige Vertragsverbindlichkeiten 32,5 3,8
Kurzfristige Vertragsverbindlichkeiten 340,3 220,4
Vertragsverbindlichkeiten 372,8 224,2

Die Vertragsvermögenswerte zum Bilanzstichtag resultieren zum Großteil aus Langzeitprojekten, welche die Kriterien der zeitraumbezogenen Umsatzrealisierung erfüllen. Die Vertragsvermögens­werte repräsentieren dabei den Rechtsanspruch aus erbrachten Lieferungen und Leistungen, welche die erhaltenen Zahlungen übersteigen. Im Segment Engineering & Technology betreffen die Vertrags­vermögenswerte hauptsächlich Leistungen mit zeitraumbezogener Umsatzrealisierung im Bereich von Anlagen- und Bauprojekten, im Segment Automotive & Mobility im Bereich der Serienproduktion sowie der Produktion von Prototypen und Kundenwerkzeugen. Die Vertragsverbindlichkeiten zum 31. Dezember 2024 resultieren zum Großteil aus erhaltenen Anzahlungen von Kunden im Zusammen­hang mit Verträgen der Langfristfertigung. 81 Mutares SE & Co. KGaA Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2024 Die Veränderung der Vertragssalden im Geschäftsjahr 2024 sind das Resultat der laufenden Ge­schäftstätigkeit und der damit verbundenen Veränderungen von Projektfortschritt und Abrechnungen, insbesondere im Segment Engineering & Technology, sowie von Veränderungen in der Zusammen­setzung des Konzerns. Mit EUR 62,4 Mio. (Vorjahr: EUR 40,7 Mio.) wurden im Geschäftsjahr Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden realisiert, die zu Beginn der Periode in den Vertragsverbindlichkeiten enthalten waren. Mit EUR 3,4 Mio. (31. Dezember 2023: EUR 0,0 Mio.) wurden Vertragsverbindlichkeiten, die zu Beginn der Periode in den langfristigen Vertrags­verbindlich­keiten ausgewiesen wurden zum 31. Dezember 2024 in kurzfristige Vertragsverbindlichkeiten umgegliedert.   Den zum 31. Dezember 2024 nicht oder nicht vollständig erfüllten Leistungsverpflichtungen ist insgesamt ein Transaktionspreis von EUR 537,1 Mio. (31. Dezember 2023: EUR 451,3 Mio.) zugeordnet. Das Management geht davon aus, dass hiervon EUR 241,3 Mio. im nächsten Jahr (31. Dezember 2023: EUR 159,0 Mio.) und EUR 295,8 Mio. (31. Dezember 2023: EUR 292,2 Mio.) in den Folgeperioden als Erlös erfasst werden. Die ausstehenden Leistungsverpflichtungen beziehen sich hauptsächlich auf Fertigungsaufträge der Balcke-Dürr, der Donges Group und im Fall der Terranor Group auf Verpflichtungen aus langfristigen Wartungsverträgen. Darüber hinaus hat Alterga ausstehende Leistungsverpflichtungen im Zusammenhang mit Fertigungs- und langfristigen Wartungsverträgen. Gemäß IFRS 15 wird der Transaktionspreis für Leistungsverpflichtungen mit einer maximalen Laufzeit von einem Jahr nicht offengelegt.   Im Zusammenhang mit dem Projektgeschäft eines im Geschäftsjahr 2023 erworbenen Portfolio­unternehmens des Segments Engineering & Technology wurden im Geschäftsjahr 2024 bei drei im Rahmen der Transaktion übernommenen Altprojekten im Rahmen der Schätzung des Leistungs­fortschritts der Projekte sowie der damit zusammenhängenden Kosten Unsicherheiten festgestellt. Aus diesem Grund wurden mittels Szenarioanalyse die potenziellen Auswirkungen auf die Vertrags­vermögenswerte bei zusätzlichem Anfall von Kosten in der Zukunft ermittelt. Die Analyse führte zu dem Ergebnis, dass in keinem Szenario ein für den Konzernabschluss wesentlicher Effekt auf die Vertragsvermögenswerte resultiert. 82 Mutares SE & Co. KGaA Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2024

21. Sonstige finanzielle Vermögenswerte

Die sonstigen finanziellen Vermögenswerte stellen sich wie folgt dar:  

Mio. EUR 31.12.2024 31.12.2023
Forderungen aus Unternehmenserwerben 52,5 79,3
Kautionen 52,2 52,8
Einbehalte aus Factoring 47,3 58,3
Debitorische Kreditoren 10,7 22,7
Wertpapiere 8,2 3,3
Darlehen 6,7 4,0
Lieferantenboni 5,0 10,1
Hinterlegung von Barmitteln und Festgeld 3,6 5,6
Derivate 1,2 1,1
Entschädigungsleistungen aus Unternehmenserwerben 0,0 4,8
Übrige sonstige finanzielle Vermögenswerte 8,7 75,1
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 196,1 317,2
kurzfristig 115,9 225,5
langfristig 80,2 91,7

Die Forderungen aus Unternehmenserwerben von EUR 52,5 Mio. (31. Dezember 2023: EUR 79,3 Mio.) stehen im Wesentlichen im Zusammenhang mit den Erwerben von SRT Group, EFACEC und Lapeyre aus den Vorjahren.    

22. Sonstige nicht-finanzielle Vermögenswerte

Die sonstigen nicht finanziellen Vermögenswerte stellen sich wie folgt dar:  

Mio. EUR 31.12.2024 31.12.2023
Umsatzsteuerforderungen 94,4 74,3
Aktive Rechnungsabgrenzung 45,5 37,6
Sonstige Steuererstattungsansprüche 8,4 8,9
Geleistete Anzahlungen 6,2 8,8
Übrige sonstige Vermögenswerte 6,9 15,5
Sonstige Vermögenswerte 161,4 145,1
kurzfristig 158,7 142,8
langfristig 2,7 2,3

Die übrigen sonstigen Vermögenswerte beinhalten mit EUR 0,4 Mio. (Vorjahr: EUR 0,6 Mio.) solche im Zusammenhang mit leistungsorientierten Plänen nach IAS 19. 83 Mutares SE & Co. KGaA Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2024

23. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen Forderungen gliedern sich wie folgt:  

Mio. EUR 31.12.2024 31.12.2023
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 593,1 472,2
Abzüglich erwarteter Kreditverluste -76,7 -63,3
Forderungen aus (unechtem) Factoring 24,6 48,0
Sonstige Forderungen 53,4 34,8
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen 594,4 491,7
kurzfristig 590,7 491,0
langfristig 3,7 0,7

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen sind nicht verzinslich und haben mit Ausnahme von Forderungen von EUR 3,7 Mio. (Vorjahr: EUR 0,7 Mio.) eine Laufzeit von bis zu maximal einem Jahr.   Erwartete Kreditverluste werden zunächst auf Wertberichtigungskonten erfasst, sofern nicht bereits bei Entstehung des Grundes für die Wertberichtigung angenommen werden kann, dass die Forderung vollständig oder teilweise uneinbringlich sein wird. In solchen Fällen wird der Buchwert der Forderungen direkt erfolgswirksam ausgebucht.   Für die Ermittlung der Wertminderungen verweisen wir auf Tz. 42.1.   Zum 31. Dezember 2024 bestehen wie im Vorjahr keine erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen.   Bezüglich zum 31. Dezember 2024 als Sicherheit verpfändeter Forderungen siehe Tz. 35.   Die erwarteten Kreditverluste für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen haben sich wie folgt entwickelt:  

Mio. EUR 2024 2023
Stand per 01.01. 63,4 15,5
Veränderungen im Konsolidierungskreis 5,6 42,2
Umgliederung in Veräußerungsgruppen -2,4 -0,1
Zuführungen 11,5 22,9
Inanspruchnahmen -1,2 -17,1
Stand per 31.12. 76,8 63,4

Abtretung von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen   Gesellschaften des Mutares-Konzerns verkaufen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen an Factoring-Gesellschaften gegen Gewährung von Rückgriffsrechten. Diese Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden nicht aus der Bilanz ausgebucht, da Mutares im Wesentlichen alle mit dem Eigentum verbundenen Risiken und Chancen zurückbehält. Dabei handelt es sich in erster Linie um das Kreditrisiko. Die erhaltenen Beträge aus dem Verkauf der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden als sonstige finanzielle Verbindlichkeiten ausgewiesen. In Abhängigkeit von der Vereinbarung 84 Mutares SE & Co. KGaA Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2024 mit der jeweiligen Factoring-Gesellschaft begleichen die Kunden die entsprechenden offenen Posten direkt an die jeweilige Mutares Gesellschaft, welche daraufhin die erhaltenen Beträge an die Factoring-Gesellschaften weiterleitet. Der Buchwert der nicht ausgebuchten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen beläuft sich zum Bilanzstichtag auf EUR 24,6 Mio. (31. Dezember 2023: EUR 48,0 Mio.). Die entsprechenden Verbindlichkeiten betragen zum Bilanzstichtag EUR 29,9 Mio. (Vorjahr: EUR 36,2 Mio.). Aufgrund der Kurzfristigkeit der verkauften Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie der zugehörigen Verbindlichkeiten entspricht der beizulegende Zeitwert näherungsweise dem Buchwert. Die Nettoposition hieraus beträgt EUR -5,3 Mio. (31. Dezember 2023: EUR -11,9 Mio.).   Mutares hat zudem Forderungen aus Lieferungen und Leistungen mit einem Buchwert von EUR 109,1 Mio. (31. Dezember 2023: EUR 149,8 Mio.) an Dritte auf Basis von Factoring-Verein­barungen veräußert, wobei im Wesentlichen alle mit dem Eigentum verbundenen Risiken und Chancen übertragen wurden. Somit wurden die Forderungen gem. IFRS 9.3.2.6(a) ausgebucht. Einbehalte im Zusammenhang mit diesen abgetretenen Forderungen belaufen sich auf EUR 41,1 Mio. (31. Dezember 2023: EUR 41,9 Mio.) und sind unter den sonstigen kurzfristigen finanziellen Vermögenswerten erfasst. Aufgrund der Kurzfristigkeit der verkauften Forderungen aus Lieferungen und Leistungen entspricht der beizulegende Zeitwert näherungsweise dem Buchwert. Im Falle eines Zahlungsverzugs des Kunden ist Mutares einem verbleibenden Zahlungsrisiko von EUR 13,6 Mio. (31. Dezember 2023: EUR 19,2 Mio.) gegenüber der Factoring-Gesellschaft ausgesetzt. Die zurückzu­zahlenden Beträge an die Factoring-Gesellschaft wären als kurzfristig anzusehen und stellen das maximale Verlustrisiko für Mutares dar.    

24. Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte und Veräußerungsgruppen

Zu Beginn des Geschäftsjahres 2025 wurde Temakinho im Rahmen eines Management Buy-outs veräußert. Zum Abschlussstichtag 31. Dezember 2024 war die Veräußerung bereits höchst­wahrscheinlich. Dementsprechend erfolgt der Ausweis der Vermögenswerte und Schulden des Portfoliounternehmen zum Stichtag gem. IFRS 5 als zur Veräußerung gehalten.   Die Vermögenswerte und Schulden der als IFRS 5 ausgewiesenen Gesellschaft gliedern sich wie folgt:  

Mio. EUR 31.12.2024
Immaterielle Vermögenswerte 4,7
Sachanlagen 5,9
Nutzungsrechte 3,8
Andere langfristige Vermögenswerte 0,2
Langfristige Vermögenswerte 14,7
Vorräte 0,4
Forderungen und sonstige kurzfristige Vermögenswerte 0,2
Andere kurzfristige Vermögenswerte 0,5
Kurzfristige Vermögenswerte 1,1
Passive latente Steuern 1,5
Andere langfristige Schulden 10,1
Langfristige Schulden 11,6
Kurzfristige Schulden 5,2

Ferner waren zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2024 die Veräußerungen von zwei Werken aus dem Segment Automotive & Mobility höchstwahrscheinlich, so dass die Vermögenswerte und Schulden zum 85 Mutares SE & Co. KGaA Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2024 Stichtag gem. IFRS 5 als zur Veräußerung gehalten eingestuft wurden. Die Transaktion wurde im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2025 abgeschlossen. Im Anschluss ist geplant, dass beide Werke im Rahmen eines Sale-and-Leaseback genutzt werden. Der Fair Value der gem. IFRS 5 als zur Veräußerung gehaltenen, umgegliederten Werke beläuft sich auf EUR 5,0 Mio. In diesem Zusammenhang sind Aufwendungen aus der Bewertung der umgegliederten Vermögenswerte von EUR 6,4 Mio. angefallen, welche in der Gesamtergebnisrechnung unter den sonstigen Aufwendungen erfasst sind.   Des Weiteren war zum Stichtag die Veräußerung zweier Produktionslinien sowie zugehöriger Vorräte und weiterer Verträge eines Portfoliounternehmens aus dem Segment Automotive & Mobility höchstwahrscheinlich, weshalb eine Umgliederung der bilanzierten Vermögenswerte zum Stichtag gem. IFRS 5 als zur Veräußerung gehalten eingestuft wurden. Die Transaktion wurde im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2025 abgeschlossen.   Zudem waren zum Bilanzstichtag die Veräußerungen von Produktionsstätten einer Beteiligung aus dem Segment Retail & Food höchstwahrscheinlich. Die Transaktionen sollen im Sommer 2025 abgeschlossen werden. Im Anschluss ist geplant, dass die Beteiligung die Liegenschaften weiter nutzen wird (Sale-and-Leaseback). Der Fair Value der gem. IFRS 5 als zur Veräußerung gehaltenen, umgegliederten Liegenschaften beläuft sich auf EUR 43,3 Mio. In diesem Zusammenhang sind Aufwendungen aus der Bewertung der umgegliederten Vermögenswerte von EUR 2,5 Mio. angefallen, welche in der Gesamtergebnisrechnung unter den sonstigen Aufwendungen erfasst sind.   Zum 31. Dezember 2023 betrafen die zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerte und Schulden im Wesentlichen jene von Frigoscandia und Valti. Die Veräußerung der Gesellschaften wurde im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2024 abgeschlossen.    

25. Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente stellen sich wie folgt dar:  

Mio. EUR 31.12.2024 31.12.2023
Bankguthaben 357,3 472,4
Zahlungsmitteläquivalente 54,1 47,0
Kassenbestand 0,8 0,8
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 412,1 520,2

Zum 31. Dezember 2024 waren EUR 9,0 Mio. Zahlungsmittel und -äquivalente verfügungsbe­schränkt (Vorjahr: EUR 15,7 Mio.). Bezüglich zum 31. Dezember 2024 als Sicherheit verpfändeter Zahlungs- mittel- und -äquivalente siehe Tz. 35.   Im Rahmen einer Akquisition im Geschäftsjahr 2023 wurde die GoCollective Insurance A/S, eine Versicherungsgesellschaft, die Versicherungsleistungen ausschließlich an Einheiten des Konzerns erbringt und aufgrund aufsichtsrechtlicher Vorschriften verpflichtet ist, ein bestimmtes Maß an Liquidität vorzuhalten. Diese gesperrten Geldmittel betrugen zum 31. Dezember 2024 EUR 6,3 Mio. (31. Dezember 2023: EUR 10,9 Mio.) und können für das Tagesgeschäft des Unternehmens verwendet, aber nicht an andere Gesellschaften des Konzerns übertragen werden. 86 Mutares SE & Co. KGaA Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2024 E.                                Angaben zu Eigenkapital und Schulden


Die einzelnen Komponenten des Eigenkapitals und ihre Entwicklung für die Geschäftsjahre 2023 und 2024 werden in der Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung dargestellt.    

26. Gezeichnetes Kapital

Das gezeichnete Kapital der Mutares SE & Co. KGaA ist voll eingezahlt und besteht zum 31. Dezember 2024 aus 21.348.256 (31. Dezember 2023: 21.058.756) auf den Namen lautende Stückaktien mit einem rechnerischen Anteil am Grundkapital von jeweils EUR 1,00. Im Geschäftsjahr 2024 wurde das gezeichnete Kapital um EUR 0,3 Mio. auf EUR 21,3 Mio. im Rahmen der Ausübung von Aktienoptionen im Zusammenhang mit einem Aktienoptionsprogramm für Mitglieder des Vorstands und ausgewählte Mitarbeiter (289.500 Aktien) mittels Erfüllung aus dem bedingten Kapital erhöht.    

27. Kapitalrücklage

Die Kapitalrücklage beträgt zum 31. Dezember 2024 EUR 141,9 Mio. (31. Dezember 2023: EUR 139,0 Mio.) und besteht überwiegend aus dem Agio bei der Ausgabe von Aktien der Muttergesellschaft von EUR 139,0 Mio. (31. Dezember 2023: EUR 134,2 Mio.). Ferner wurde die Kapitalrücklage im Zusammenhang mit der Ausübung von anteilsbasierter Vergütung der Muttergesellschaft im Geschäftsjahr 2024 in Höhe von EUR 2,8 Mio. (Vorjahr: EUR 4,9 Mio.) erhöht; vgl. dazu die Ausführungen unter Tz. 32 unten.    

28. Gewinnrücklagen

Mit Hauptversammlungsbeschluss vom 4. Juni 2024 wurde vom Bilanzgewinn der Gesellschaft zum 31. Dezember 2023 von EUR 184.192.268,13 ein Teilbetrag von EUR 47.382.201,00 in Form einer Dividende von EUR 2,25 je dividendenberechtigter Stückaktie ausgeschüttet und der verbleibende Betrag von EUR 136.810.067,13 auf neue Rechnung vorgetragen.   Der Vorstand der persönlich haftenden Gesellschafterin der Mutares SE & Co. KGaA wird der Hauptversammlung vorschlagen zu beschließen, den handelsrechtlichen Bilanzgewinn der Mutares SE & Co. KGaA für das Geschäftsjahr 2024 von EUR 245,1 Mio. zur Ausschüttung einer Dividende von EUR 2,00 je dividendenberechtigter Stückaktie zu verwenden und im Übrigen auf neue Rechnung vorzutragen. Dies entspricht einem Gesamtbetrag von EUR 42,7  Mio. in Bezug auf die aktuell im Umlauf befindlichen Aktien. Der verbleibende Betrag von EUR 202,4 Mio. soll auf neue Rechnung vorgetragen werden.    

29. Sonstige Eigenkapitalbestandteile

Die sonstigen Eigenkapitalbestandteile enthalten die Neubewertungs­rücklage für die Erfassung versicherungsmathematischer Gewinne und Verluste im Zusammenhang mit Pensions­ver­pflichtungen, die Rücklage aus der Fremdwährungs­umrechnung sowie die Rücklage für Fair Value Änderungen von finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten. Die Entwicklung im Geschäftsjahr und dem Vorjahr wird in der Konzern-Eigenkapitalveränderungs­rechnung dargestellt. Details der Entwicklung der o.g. Bestandteile zeigt die folgende Tabelle: 87 Mutares SE & Co. KGaA Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2024

Mio. EUR Ver-sicherungs- mathema-tische Gewinne/ Verluste Wäh-rungs­ausgleich Fair Value Änderungen von finan­ziellen Vermögens- werten/Ver bindlich­keiten Sons­tige Sum­me
Stand zum 01.01.2023 37,6 -7,6 2,3 0,3 32,5
Sonstiges Ergebnis nach Ertragsteuern -8,4 5,2 -13,0 0,0 -16,2
Veränderungen im Konsolidierungskreis -5,7 0,0 0,4 0,0 -5,3
Stand zum 31.12.2023 23,5 -2,4 -10,3 0,3 11,0
Sonstiges Ergebnis nach Ertragsteuern 4,1 2,5 21,1 0,0 27,7
Veränderungen im Konsolidierungskreis -10,3 1,8 0,3 0,0 -8,2
Stand zum 31.12.2024 17,3 1,9 11,1 0,3 30,5
Mio. EUR Nicht beherrschende Gesellschafter Auf die Anteilseigner des Mutter-unternehmens entfallend
Stand zum 01.01.2023 -1,9 30,6
Sonstiges Ergebnis nach Ertragsteuern -0,1 -16,2
Veränderungen im Konsolidierungskreis 0,1 -5,3
Stand zum 31.12.2023 -1,9 9,1
Sonstiges Ergebnis nach Ertragsteuern 0,0 27,7
Veränderungen im Konsolidierungskreis 3,5 -4,7
Stand zum 31.12.2024 1,6 32,1

88 Mutares SE & Co. KGaA Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2024

30. Nicht beherrschende Anteile

Anteile nicht beherrschender Gesellschafter bestehen bei Mutares zum Abschlussstichtag im Wesentlichen bei Peugeot Motocycles, Steyr Motors und Sofinter sowie – aufgrund von Management-Beteiligungsprogrammen – auch an den Akquisitions­gesellschaften diverser operativer Portfolio­unternehmen.   Es bestehen keine Beschränkungen für die Fähigkeit von Mutares, auf Vermögenswerte der Tochterunternehmen zuzugreifen oder diese zu nutzen und Verbindlichkeiten zu begleichen.   Die nachfolgenden Tabellen beziehen sich auf die oben genannten Tochter­gesellschaften, bei denen nicht beherrschende Gesellschafter über Anteile verfügen:    

Mio. EUR 31.12.2024 31.12.2023
Langfristige Vermögenswerte 1.277,6 1.189,3
Kurzfristige Vermögenswerte 1.346,8 1.405,7
Langfristige Schulden 578,2 599,2
Kurzfristige Schulden 1.445,3 1.239,3
Den Gesellschaftern des Mutterunternehmens zurechenbarer Anteil am Eigenkapital 614,4 708,0
Nicht beherrschende Gesellschafter -7,3 50,3
Mio. EUR 2024 2023
Umsatzerlöse 3.179,4 2.923,9
Weitere Erträge und Aufwendungen (kumuliert) -3.495,7 -2.843,3
Ergebnis nach Steuern -316,2 80,6
Auf die Gesellschafter des Mutterunternehmens    entfallendes Ergebnis nach Steuern -262,6 110,5
Auf die nicht beherrschenden Gesellschafter    entfallendes Ergebnis nach Steuern -53,6 -30,0
Auf die Gesellschafter des Mutterunternehmens    entfallendes sonstiges Ergebnis -0,2 -0,1
Auf die nicht beherrschenden Gesellschafter entfallendes sonstiges Ergebnis 0,0 -0,1
Sonstiges Ergebnis -0,2 -0,1
Auf die Gesellschafter des Mutterunternehmens entfallendes Gesamtergebnis -262,8 106,7
Auf die nicht beherrschenden Gesellschafter entfallendes Gesamtergebnis -53,6 -30,1
Gesamtergebnis -316,5 80,4
Mio. EUR 2024 2023
An die nicht beherrschenden Gesellschafter gezahlte Dividenden 0,6 1,5
Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit -203,4 -48,5
Cashflow aus der Investitionstätigkeit 57,3 92,3
Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit 0,3 -56,3
Nettozahlungsströme gesamt -145,8 -12,4

89 Mutares SE & Co. KGaA Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2024 Im Zusammenhang mit dem Unternehmenserwerb im Geschäftsjahr 2023 hat Peugeot Motocycles eine variabel verzinsliche Pflichtwandelanleihe mit einem Nominalbetrag von EUR 74,1 Mio. und einer Laufzeit von zehn Jahren emittiert, die vollständig vom bisherigen Altgesellschafter und aktuellem Minderheitsgesellschafter gezeichnet wurde. Im Dezember 2024 hat Mutares einen Teil der Pflichtwandelanleihe in Höhe von EUR 32,7 Mio. für EUR 1 erworben und damit dem Mutares zuzurechnenden Anteil am Kapital erhöht; im Zusammenhang mit dieser Transaktion wurden keine zusätzlichen Stimmrechte erworben (siehe „Eigenkapitalveränderungsrechnung“). Im Rahmen dieser Transaktion wurden zudem die Fremdkapitalkomponenten der Pflichtwandelanleihe vollständig in Höhe von EUR 11,1 Mio. als Eigenkapital­kompo­nenten des Minderheitsgesellschafter umgegliedert.   Im Zusammenhang mit dem Teilexit eines Tochterunternehmens ohne Beherrschungsverlust kam es durch die Kapitalerhöhung ohne Bezugsrecht der Mutares sowie durch die Veräußerung von Aktien an nicht beherrschende Minderheiten zu einer Erhöhung der nicht beherrschenden Anteile von EUR 16,0 Mio. 90 Mutares SE & Co. KGaA Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2024

31. Genehmigtes Kapital

Mit Beschluss vom 23. Mai 2019 hat die ordentliche Hauptversammlung der Gesellschaft beschlossen, das Genehmigte Kapital 2015/I aufzuheben und stattdessen den Vorstand ermächtigt, das Grundkapital der Gesellschaft in der Zeit bis zum 22. Mai 2024 mit Zustimmung des Aufsichtsrats um insgesamt bis zu EUR 7,7 Mio. durch Ausgabe von bis zu 7.748.146 neuen, auf den Namen lautenden Stückaktien gegen Bar- und/oder Sacheinlagen zu erhöhen („Genehmigtes Kapital 2019/I“). Der Vorstand der persönlich haftenden Gesellschafterin der Gesellschaft, der Mutares Management SE, hat am 28. September 2021 mit Zustimmung des Aufsichtsrats beschlossen, das Grundkapital der Gesellschaft von zuvor EUR 15,5 Mio. auf EUR 20,6 Mio. durch Ausgabe von 5,1 Mio. neuen, auf den Namen lautenden Stammaktien ohne Nennbetrag zu erhöhen. Die Kapitalerhöhung mit Bezugsrecht der Kommandit­aktionäre der Gesellschaft wurde gegen Bareinlage unter teilweiser Ausnutzung des bestehenden Genehmigten Kapitals 2019/I durchgeführt. Dieses betrug nach der teilweisen Ausnutzung noch TEUR 2.608. Mit Beschluss vom 10. Juli 2023 hat die ordentliche Hauptversammlung der Gesellschaft beschlossen, das Genehmigte Kapital 2019/I aufzuheben und damit das genehmigte Kapital 2019/I auf EUR 0 herabzusetzen. Stattdessen wurde der Vorstand ermächtigt, das Grundkapital in der Zeit bis zum 9. Juli 2028 mit Zustimmung des Aufsichtsrats einmalig oder mehrmals um insgesamt bis zu EUR 8.254.692,00 durch Ausgabe von bis zu 8.254.692 neuen, auf den Namen lautenden Stückaktien gegen Bar- und/oder Sacheinlage zu erhöhen („Genehmigtes Kapital 2023/I”). Mit Beschluss vom 4. Juni 2024 hat die ordentliche Hauptversammlung der Gesellschaft beschlossen, das Genehmigte Kapital 2023/I aufzuheben und damit das genehmigte Kapital 2023/I auf EUR 0 herabzusetzen. An dessen Stelle wurde die persönlich haftende Gesellschafterin ermächtigt, das Grundkapital in der Zeit bis zum 3. Juni 2029 mit Zustimmung des Aufsichtsrats einmalig oder mehrmals um insgesamt bis zu EUR 8,4 Mio. durch Ausgabe von bis zu 8.423.502 neuen, auf den Namen lautenden Stückaktien gegen Bar- und/oder Sacheinlage zu erhöhen („Genehmigtes Kapital 2024/I”).    

32. Bedingtes Kapital und anteilsbasierte Vergütung

32.1.                   Bedingtes Kapital

Die ordentliche Hauptversammlung der Gesellschaft vom 23. Mai 2019 hat zur Gewährung von Aktien bei der Ausübung von Wandlungs- oder Optionsrechten bzw. bei der Erfüllung von Wandlungs- oder Optionspflichten an die Inhaber bzw. Gläubiger von Wandelschuldverschreibungen, Options­schuldverschreibungen, Genussrechten und/oder Gewinnschuldverschreibungen bzw. Kombinationen dieser Instrumente, die aufgrund des Ermächtigungsbeschlusses der Hauptversammlung vom 23. Mai 2019 ausgegeben worden sind, ein Bedingtes Kapital 2019/I von TEUR 3.000 geschaffen.   Nach Wirksamwerden der teilweisen Aufhebung des Bedingten Kapitals 2016/I wurde das Grundkapital der Mutares SE & Co. KGaA durch Beschluss der ordentlichen Hauptversammlung vom 23. Mai 2019 um bis zu TEUR 802 durch Ausgabe von bis zu 802.176 auf den Namen lautenden Stückaktien bedingt erhöht („Bedingtes Kapital 2019/II“). Das Bedingte Kapital 2019/II dient der Gewährung von Bezugsrechten an Mitglieder des Vorstands und Arbeitnehmer der Gesellschaft, Mitglieder der Geschäftsführung und Arbeitnehmer von mit der Gesellschaft verbundenen Unternehmen.   Nach Wirksamwerden der teilweisen Aufhebung des Bedingten Kapitals 2016/I wurde das Grundkapital der Gesellschaft um bis zu TEUR 387 durch Ausgabe von bis zu 387.000 auf den Namen lautenden Stückaktien bedingt erhöht („Bedingtes Kapital 2021/I“). Das Bedingte Kapital 2021/I diente ausschließlich der Ausgabe von Aktien der Gesellschaft zur Bedienung von Bezugsrechten auf Aktien der Gesellschaft, die an Mitglieder des Vorstands der Gesellschaft und Arbeitnehmer der Gesellschaft sowie an Mitglieder der Geschäftsführungen und Arbeitnehmer von mit der Gesellschaft verbundenen Unternehmen im Sinne der §§ 15 ff. AktG in Form von Aktienoptionen nach Maßgabe des vorstehenden Ermächtigungsbeschlusses gemäß lit. b) gewährt wurden.   Im Zeitraum vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 sind insgesamt 154.525 neue auf den Namen lautende Stückaktien aus dem Bedingten Kapital 2016/I ausgegeben worden. Durch die Ausgabe 91 Mutares SE & Co. KGaA Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2024 der neuen auf den Namen lautenden Stückaktien hat sich das Bedingte Kapital 2016/I von TEUR 361 auf TEUR 206 vermindert. Ferner sind im Zeitraum vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 insgesamt 267.500 neue auf den Namen lautende Stückaktien aus dem Bedingten Kapital 2019/II ausgegeben worden. Durch die Ausgabe der neuen auf den Namen lautenden Stückaktien hat sich das Bedingte Kapital 2019/II von TEUR 802 um TEUR 267 auf TEUR 535 verringert.   Im Zeitraum vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2024 sind insgesamt 289.500 neue auf den Namen lautende Stückaktien aus dem Bedingten Kapital 2019/II ausgegeben worden. Durch die Ausgabe der neuen auf den Namen lautenden Stückaktien hat sich das Bedingte Kapital 2019/II von TEUR 535 um TEUR 289 auf TEUR 246 verringert.   Die ordentliche Hauptversammlung hat mit Beschluss vom 4. Juni 2024 beschlossen, das Bedingte Kapital 2019/I aufzuheben. Außerdem hat die ordentliche Hauptversammlung mit Beschluss vom 4. Juni 2024 beschlossen das Grundkapital der Gesellschaft um bis zu EUR 2,1 Mio. durch Ausgabe von bis zu 2.105.875 neuen, auf den Namen lautenden Stückakteien bedingt zu erhöhen („Bedingtes Kapital 2024/I). Das Bedingte Kapital 2024/I dient der Gewährung von auf den Namen lautenden Stückaktien bei der Ausübung von Wandlungs- oder Optionsrechten, bei der Erfüllung von Wandlungs- oder Optionspflichten bzw. bei Ausübung eines Wahlrechts der Gesellschaft, ganz oder teilweise anstelle der Zahlung des fälligen Geldbetrages Aktien der Gesellschaft zu gewähren, an die Inhaber bzw. Gläubiger von Wandelschuldverschreibungen, Optionsschuldverschreibungen, Genussrechten und/oder Gewinnschuldverschreibungen (bzw. Kombinationen dieser Instrumente) (nachstehend gemeinsam „Schuldverschreibungen“), die aufgrund des Ermächtigungsbeschlusses der Hauptversammlung vom 4. Juni 2024 ausgegeben worden sind.    

32.2.                   Aktienoptionspläne

Aktienoptionsplan 2019   Am 9. August 2019 hat der Vorstand Optionsbedingungen beschlossen, nach denen bis zum 22. Mai 2024 insgesamt bis zu 360.979 Aktienoptionen aus dem Bedingten Kapital 2019/II an Mitglieder der Geschäftsführung verbundener in- und ausländischer Unternehmen der Gesellschaft und an Arbeitnehmer der Gesellschaft und an Arbeitnehmer von verbundenen in- und ausländischen Unternehmen ausgegeben werden dürfen. Die Aktienoptionen berechtigen bei Erfüllung bestimmter Ausübungsvoraussetzungen – insbesondere einer Wartezeit von mindestens vier Jahren und das Erreichen eines vordefinierten, durchschnittlichen, volumengewichteten Aktienkurses während der letzten 20 Börsenhandelstage vor dem Beginn des jeweiligen Ausübungszeitraums, der den Ausübungspreis der Option um mindestens 85,7 % übersteigen muss – zum Bezug von insgesamt bis zu 360.979 auf den Namen lautende Stückaktien der Gesellschaft mit einem rechnerischen Anteil am Grundkapital von jeweils EUR 1,00.   Ebenfalls am 9. August 2019 hat der Gesellschafterausschuss der persönlich haftenden Gesellschafterin der Mutares SE & Co. KGaA mit Zustimmung des Aufsichtsrats Optionsbedingungen beschlossen, nach denen bis zum 22. Mai 2024 insgesamt bis zu 441.197 Aktienoptionen aus dem Bedingten Kapital 2019/II an Mitglieder des Vorstands der Gesellschaft ausgegeben werden dürfen. Die Aktienoptionen berechtigen bei Erfüllung bestimmter Ausübungsvoraussetzungen – insbesondere einer Wartezeit von mindestens vier Jahren - zum Bezug von insgesamt bis zu 441.197 auf den Namen lautende Stückaktien der Gesellschaft mit einem rechnerischen Anteil am Grundkapital von jeweils EUR 1,00.   In vier Tranchen im September 2019, Mai 2020, Mai 2021 und November 2022 wurden aus dem Aktienoptionsplan 2019 782.696 Aktienoptionen ausgeben, wovon 441.196 Aktienoptionen an Vorstände gewährt wurden. Die gewährten Aktienoptionen sind nicht dividendenberechtigt und gewähren keine Stimmrechte. Im Geschäftsjahr wurde aus dem Aktienoptionsplan 2019 eine Zahl von 289.500 Aktienoptionen ausgeübt. 92 Mutares SE & Co. KGaA Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2024 Aktienoptionsplan 2021   Am 31. August 2021 hat der Vorstand Optionsbedingungen beschlossen, nach denen bis zum 19. Mai 2026 insgesamt bis zu 67.000 Aktienoptionen aus dem Bedingten Kapital 2021/I an Mitglieder der Geschäftsführung verbundener in- und ausländischer Unternehmen der Gesellschaft und an Arbeitnehmer der Gesellschaft und an Arbeitnehmer von verbundenen in- und ausländischen Unternehmen ausgegeben werden dürfen. Die Aktienoptionen berechtigen bei Erfüllung bestimmter Ausübungsvoraussetzungen – insbesondere einer Wartezeit von mindestens vier Jahren und das Erreichen eines vordefinierten, durchschnittlichen, volumengewichteten Aktienkurses während der letzten 20 Börsenhandelstage vor dem Beginn des jeweiligen Ausübungszeitraums, der den Ausübungspreis der Option um mindestens 85,7 % übersteigen muss – zum Bezug von insgesamt bis zu 67.000 auf den Namen lautende Stückaktien der Gesellschaft mit einem rechnerischen Anteil am Grundkapital von jeweils EUR 1,00.   Ebenfalls am 31. August 2021 hat der Gesellschafterausschuss der persönlich haftenden Gesellschafterin der Mutares SE & Co. KGaA mit Zustimmung des Aufsichtsrats Optionsbedingungen beschlossen, nach denen bis zum 19. Mai 2026 insgesamt bis zu 320.000 Aktienoptionen aus dem Bedingten Kapital 2021/I an Mitglieder des Vorstands der Gesellschaft ausgegeben werden dürfen. Die Aktienoptionen berechtigen bei Erfüllung bestimmter Ausübungsvoraussetzungen – insbesondere einer Wartezeit von mindestens vier Jahren – zum Bezug von insgesamt bis zu 320.000 auf den Namen lautende Stückaktien der Gesellschaft mit einem rechnerischen Anteil am Grundkapital von jeweils EUR 1,00.   Aus bislang drei Tranchen im November 2021, April 2022 und November 2022 wurden aus dem Aktienoptionsplan 2021 350.804 Aktienoptionen, davon 288.804 an Mitglieder des Vorstands ausgegeben. Die gewährten Aktienoptionen sind nicht dividendenberechtigt und gewähren keine Stimmrechte.   Virtueller Aktienoptionsplan 2023   Am 5. September 2023 hat der Gesellschafterausschuss der persönlich haftenden Gesellschafterin der Mutares SE & Co. KGaA mit Zustimmung des Aufsichtsrats Optionsbedingungen beschlossen, nach denen innerhalb einer Laufzeit von sechs Jahren insgesamt bis zu 180.000 virtuelle Aktienoptionen an Mitglieder des Vorstands der Gesellschaft sowie 800.000 virtuelle Aktienoptionen an Arbeitnehmer der Gesellschaft und an Arbeitnehmer von verbundenen in- und ausländischen Unternehmen ausgegeben werden dürfen. Die Aktienoptionen berechtigen bei Erfüllung bestimmter Ausübungsvoraussetzungen – insbesondere einer Wartezeit von mindestens vier Jahren – zum Erhalt eines bestimmten Geldbetrags („VSOP-Gewinn“). Der VSOP-Gewinn errechnet sich aus dem durchschnittlichen, volumengewichteten Mutares-Aktienkurs während der letzten 20 Börsenhandelstage vor dem Tag des Eingangs der Ausübungserklärung bei der persönlich haftenden Gesellschafterin der Gesellschaft abzüglich des jeweiligen Ausübungspreises. Die Optionen dienen als Gegenleistung für noch zu erbringende Arbeit und verfallen ersatzlos, wenn ein Berechtigter innerhalb der Mindesthaltedauer das Unternehmen verlässt oder ab dem Ausgabetage sechs Jahre ohne Ausübung verstrichen sind. Die Verpflichtungen aus den virtuellen Aktienoptionen sind in Höhe von EUR 0,6 Mio. (Vorjahr: EUR 0,2 Mio.) in den sonstigen Rückstellungen ausgewiesen (siehe Tz. 38).   Aus einer Tranche im September 2023 wurden aus dem virtuellen Aktienoptionsplan 2023 180.000 virtuelle Aktienoptionen an Mitglieder des Vorstands ausgegeben. Die gewährten Aktienoptionen sind nicht dividendenberechtigt und gewähren keine Stimmrechte.    

32.3.                   Bewertung der Aktienoptionspläne

Die im Rahmen der drei Pläne ausgegebenen Aktienoptionen sind mithilfe eines Binomial­options­preis­modells bewertet worden. In die Ermittlung der voraussichtlichen Optionslaufzeit ist, sofern relevant, die beste Schätzung des Vorstands in Hinblick auf die folgenden Einflussfaktoren eingegangen: Nichtübertragbarkeit, Ausübungs­beschränkungen (einschließlich der Wahr­schein­lichkeit, dass die an die Option gekoppelten Marktbedingungen erfüllt werden) und Annahmen zum Ausübungsverhalten. Die erwartete Volatilität basiert auf der Entwicklung der Aktien­kurs­volatilität der letzten sechs Jahre. 93 Mutares SE & Co. KGaA Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2024 Hinsichtlich des Zeitpunkts der Ausübung, wurde angenommen, dass die Programmteilnehmer die Optionen im Durchschnitt am Ende der Ausübungsperiode von zwei Jahren ausüben werden, also rechnerisch sechs Jahre nach Gewährungszeitpunkt.   Die folgende Tabelle zeigt die einzelnen Modellparameter der einzelnen Tranchen aus allen drei Aktienoptionsplänen:  

Modellparameter Options- tranche 05.09.2019 Options- tranche 19.05.2020 Options- tranche 21.05.2021 Options- tranche 10.11.2021
Aktienkurs zum Gewährungs- zeitpunkt (in EUR) 8,60 11,22 24,35 24,10
Ausübungspreis (in EUR) 4,54 6,54 14,78 14,08
Erwartete Volatilität (in %) 30,00 30,00 30,00 30,00
Optionslaufzeit (in Jahren) 6,00 6,00 6,00 6,00
Dividendenrendite (in %) 4,50 4,50 4,50 4,50
Risikofreier Zinssatz (in %) -0,76 -0,55 -0,35 -0,45
Modellparameter Options- tranche 22.04.2022 Options- tranche 14.11.2022 Options- tranche 05.09.2023 Options- tranche 14.08.2024
Aktienkurs zum Gewährungs- zeitpunkt (in EUR) 22,90 19,82 21,98 31,39
Ausübungspreis (in EUR) 13,47 11,59 15,39 21,27
Erwartete Volatilität (in %) 30,00 30,00 30,00 30,00
Optionslaufzeit (in Jahren) 6,00 6,00 6,00 6,00
Dividendenrendite (in %) 4,50 4,50 4,50 4,50
Risikofreier Zinssatz (in %) 0,85 2,11 2,60 2,10

Die Ermittlung des risikofreien Zinssatzes erfolgt dabei auf Basis von Beobachtungen des Marktes für risikofreie Staatsanleihen mit nahezu identischer Laufzeit wie das Optionsrecht. Wenn die Laufzeit nicht genau übereinstimmt, wurde die Zinskurve interpoliert, um einen passenden risikofreien Zinssatz abzuleiten. Die Bandbreite der Ausübungspreise der zum Ende der Berichtsperiode ausstehenden Optionen beträgt EUR 4,54 bis EUR 21,97 und der gewichtete durchschnittliche Ausübungspreis beträgt EUR 15,05 (Vorjahr: EUR 11,43). Die durchschnittliche gewichtete restliche Vertragslaufzeit beträgt 3,90 Jahre (Vorjahr: 3,79 Jahre). Der gewichtete Durchschnitt des beizulegenden Zeitwerts der im Geschäftsjahr gewährten Aktienoptionen beträgt EUR 2,24 (Vorjahr: EUR 1,24).   Folgende Tabelle zeigt die durchschnittlich gewichteten Optionspreise für unterschiedliche Kategorien an Optionen: 94 Mutares SE & Co. KGaA Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2024

Gruppen von Aktienoptionen Anzahl Optionen gewichteter Durchschnitt der Ausübungs- preise
am 31. Dezember 2023 ausstehende Optionen 869.000 11,43
in 2024 gewährte Optionen 138.000 21,97
in 2024 ausgeübte Optionen -289.500 6,18
in 2024 verfallene Optionen -2.000 6,18
am 31. Dezember 2024 ausübbare Optionen 0 0,00
am 31. Dezember 2024 ausstehende Optionen 715.500 15,05

Die Entwicklung der Anzahl der ausstehenden Aktienoptionen zu den jeweiligen Abschlussstichtagen ist in der folgenden Tabelle dargestellt:  

Anzahl der Aktien- optionen Options- tranche 19.05. 2020 Options- tranche 21.05. 2021 Options- tranche 10.11. 2021 Options- tranche 22.04. 2022 Options- tranche 14.11. 2022
Stand 31.12.2023 291.500 93.696 108.804 135.000 105.000
+ neu gewährte Optionen 0 0 0 0 0
- ausgeübte Optionen -289.500 0 0 0 0
- verfallene Optionen -2.000 0 0 0 0
Stand 31.12.2024 0 93.696 108.804 135.000 105.000
davon ausübbar 0 0 0 0 0
Anzahl der Aktienoptionen Options- tranche 05.09.2023 Options- tranche 14.08.2024 Summe
Stand 31.12.2023 135.000 0 869.000
+ neu gewährte Optionen 0 138.000 138.000
- ausgeübte Optionen 0 0 -289.500
- verfallene Optionen 0 0 -2.000
Stand 31.12.2024 135.000 138.000 715.500
davon ausübbar 0 0 0

Im Geschäftsjahr 2024 wurde aus den genannten Aktienoptionsplänen Personalaufwand von EUR 1,3 Mio. (Vorjahr: EUR 1,2 Mio.) erfasst, wovon ein Betrag in Höhe von EUR 1,1 Mio. (Vorjahr: EUR 1,0 Mio.) auf Aktienoptionspläne entfällt, die durch Eigenkapitalinstrumente bedient werden sollen.   Der gewichtete Durchschnittsaktienkurs der während der Berichtsperiode ausgeübten Optionen beträgt EUR 39,30. 95 Mutares SE & Co. KGaA Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2024

33. Eigene Anteile

Die persönlich haftende Gesellschafterin wurde durch Beschluss der ordentlichen Haupt­versammlung vom 4. Juni 2024 ermächtigt, bis zum Ablauf des 3. Juni 2029 unter Wahrung des Gleichbehandlungs­grundsatzes (gem. § 53a AktG) eigene Aktien der Gesellschaft bis zu insgesamt 10 % des zum Zeitpunkt der Beschlussfassung oder – falls dieser Wert geringer ist – des zum Zeitpunkt der Ausübung der Ermächtigung bestehenden Grundkapitals der Gesellschaft zu erwerben. Die aufgrund dieser Ermächtigung erworbenen Aktien dürfen zusammen mit anderen eigenen Aktien der Gesellschaft, welche die Gesellschaft erworben hat und noch besitzt oder ihr nach den §§ 71a ff. AktG zuzurechnen sind, zu keinem Zeitpunkt 10% des jeweiligen Grundkapitals der Gesellschaft übersteigen. Die Ermächtigung kann einmal oder mehrmals, ganz oder in Teilbeträgen, in Verfolgung eines oder mehrerer Zwecke durch die Gesellschaft, aber auch durch abhängige oder im Mehrheitsbesitz der Gesellschaf stehende Unternehmen oder von Dritten für Rechnung der Gesellschaft oder von ihr abhängiger oder im Mehrheitsbesitz der Gesellschaf stehenden Unternehmen ausgeübt werden.   Im Zusammenhang mit dem Erwerb eigener Aktien hat die ordentliche Hauptversammlung vom 4. Juni 2024 die persönlich haftende Gesellschafterin ermächtigt, bis zum 3. Juni 2029, mit Zustimmung des Aufsichtsrats eigene Aktien auch unter Einsatz von Eigenkapitalderivaten zu erwerben („Derivate“). Dazu zählen die Veräußerung von Optionen an Dritte, die die Gesellschaft zum Erwerb von Aktien der Gesellschaft bei Ausübung der Option verpflichten („Put-Optionen“), Erwerb von Optionen, die der Gesellschaft das Recht vermitteln, Aktien der Gesellschaft bei Ausübung der Option zu erwerben („Call-Option“), Terminkäufe, bei denen die Gesellschaft eigene Aktien zu einem bestimmten, in der Zukunft liegenden Zeitpunkt erwirbt, und Einsatz einer Kombination aus Put-Optionen, Call-Optionen und Terminkäufen. Derivatgeschäfte dürfen nur über die Börse oder mit einem oder mehreren Kreditinstituten oder anderen die Voraussetzungen des § 186 Abs. 5 Satz 1 AktG erfüllenden Unternehmen abgeschlossen werden. In jedem Fall dürfen unter Einsatz von Derivaten maximal eigene Aktien bis insgesamt 5% des zum Zeitpunkt der Beschlussfassung bestehenden Grundkapitals oder – falls dieser Wert geringer ist – des zum Zeitpunkt der Ausübung der Ermächtigung bestehenden Grundkapitals der Gesellschaft erworben werden. Die Laufzeit der Derivate muss so gewählt werden, dass sie 18 Monate nicht überschreitet und dass der Aktienerwerb in Ausübung oder Erfüllung der Derivate spätestens am 3. Juni 2029 erfolgt. Den Aktionären steht – in entsprechender Anwendung von § 278 Abs. 3 AktG in Verbindung mit § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG – ein Recht, derartige Derivatgeschäfte mit der Gesellschaft abzuschließen, nicht zu.   Zum 31. Dezember 2024 werden wie auch zum 31. Dezember 2023 keine eigenen Aktien gehalten. 96 Mutares SE & Co. KGaA Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2024

34. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen belaufen sich auf EUR 726,7 Mio. (31. Dezember 2023: EUR 680,2 Mio.) und bestehen gegenüber Dritten. Sie werden zum Erfüllungs- bzw. Rückzahlungs­betrag angesetzt und sind in voller Höhe innerhalb eines Jahres fällig, bis auf EUR 4,7 Mio. (31. Dezember 2023: EUR 5,6 Mio.), die in mehr als einem Jahr fällig sind.   Da der Mutares-Konzern ein Mischkonzern ist, können die Praktiken hinsichtlich Zahlungsziele – inklusive ggf. anfallender Zinsen auf ausstehende Beträge – divergieren.    

35. Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten

Die sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten haben sich wie folgt entwickelt:  

Mio. EUR 31.12.2024 31.12.2023
Anleihen 447,4 196,1
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 212,5 133,6
Verbindlichkeiten aus ausstehenden Rechnungen 141,0 123,1
Verbindlichkeiten aus Darlehen von Dritten 123,6 95,6
Verbindlichkeiten aus Factoring 29,9 36,2
Verbindlichkeiten gegenüber Altgesellschafter 8,6 16,5
Verbindlichkeiten für Boni und Rabatte 7,1 10,5
Earn-Out Verbindlichkeiten 4,6 3,4
Kreditorische Debitoren 1,8 7,8
Übrige sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 139,7 70,2
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 1.116,3 693,1
kurzfristig 881,8 342,4
langfristig 234,5 350,8

Anleihen   Der Posten Anleihen umfasst die im März 2023 durch die Gesellschaft begebene vorrangig besicherte Anleihe mit einer Laufzeit bis zum 31. März 2027, welche mit Wertstellungsdatum zum 29. Januar 2024 im Rahmen einer bestehenden Erhöhungsoption um ein Volumen von EUR 100 Mio. auf das maximale Nominalvolumen von EUR 250 Mio. erhöht wurde (“Anleihe 2023/2027”). Der Erlös der Emission dient der allgemeinen Unternehmensfinanzierung. Die Anleihe 2023/2027 ist im Freiverkehr der Börse Frankfurt sowie am Nordic ABM der Osloer Börse gelistet und wird vierteljährlich mit dem 3-Monats-EURIBOR (EURIBOR-Floor von 0,00 %) zuzüglich einer Marge von 8,50 % verzinst.   Des Weiteren enthalten ist eine von Mutares im September 2024 begebene, vorrangig besicherte Anleihe mit einem Nominalvolumen von EUR 135 Mio. und mit einer Laufzeit bis September 2029 (“Anleihe 2024/2029”). Der Erlös der Emission dient der allgemeinen Unternehmensfinanzierung. Die Anleihe 2024/2029 ist im Freiverkehr der Börse Frankfurt sowie am Nordic ABM der Osloer Börse gelistet und wird vierteljährlich mit dem 3-Monats-EURIBOR (EURIBOR-Floor von 0,00 %) zuzüglich einer Marge von 6,25 % verzinst. Die Anleihe 2024/2029 kann abhängig von den Marktbedingungen während der Laufzeit auf ein Nominalvolumen von bis zu EUR 300 Mio. erhöht werden.   Beide Anleihen sehen in den Anleihebedingungen Finanzkennzahlen in Hinblick auf ein mindestens einzuhaltendes Liquiditätslevel sowie das Verhältnis von Schulden zu Vermögenswerten bzw. Eigen­kapital vor und sind durch die Verpfändung von 100 % der Anteile an bestimmten verbundenen Unternehmen, welche durch die Muttergesellschaft gehalten werden, sowie durch die Abtretung von 97 Mutares SE & Co. KGaA Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2024 bestehenden und etwaigen zukünftigen Darlehensforderungen der Muttergesellschaft gegenüber diesen verbundenen Unternehmen besichert.   Zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2024 wurde die Finanzkennzahl bezüglich des Verhältnisses von Schulden zu Eigenkapital im Konzern nicht eingehalten. Diese Nichteinhaltung führte dazu, dass den Anleihegläubigern ein grundsätzliches Kündigungsrecht eingeräumt wurde. Aus diesem Grund wurden die Buchwerte der Anleihen 2023/2027 und 2024/2029 in Höhe von EUR 370,3 Mio. zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2024 als kurzfristige Verbindlichkeiten ausgewiesen. Die Behebung der Nichteinhaltung der Nebenbedingung erfolgte bis zum Datum der Aufstellung des Konzernabschlusses durch die wiederhergestellte Einhaltung der Finanzkennzahlen zum 31. März 2025. Gemäß den Bedingungen der Anleihen besteht nun kein Recht mehr, die Verbindlichkeiten aus den Anleihen vorzeitig fällig zu stellen (vgl. hierzu die Ausführungen in Tz. 50).   Im April 2024 wurde durch GoCollective A/S eine vorrangig besicherte Anleihe mit einem Nominal­volumen von EUR 40 Mio. und einer Laufzeit bis zum 12. April 2027 begeben. Der Erlös der Emission dient der Refinanzierung von Verbindlichkeiten sowie der allgemeinen Unternehmensfinanzierung, welche in der Position Anleihen enthalten ist. Die Emission der Anleihe erfolgte zu einem Ausgabekurs von 100,00 %. Die Anleihe wird vierteljährlich, erstmalig zum 12. Juli 2027, mit dem 3-Monats-EURIBOR (EURIBOR-Floor von 0,00 %) zuzüglich einer Marge von 8,50 % verzinst und kann während der Laufzeit bei Einhaltung bestimmter Covenants auf ein Nominalvolumen von bis zu EUR 60 Mio. erhöht werden. Die Anleihebedingungen sehen die Einhaltung einer bestimmten Vermögensquote vor, die vierteljährlich zu testen ist. Zum 31. Dezember 2024 wurde diese Finanzkennzahl eingehalten. In Bezug auf die Einhaltung von Kreditvereinbarungsklauseln geht der Konzern davon aus, dass die Erfüllung der Nebenbedingungen auch weiterhin gewährleistet ist. Die Anleihe ist durch die Verpfändung von 100 % der Anteile an bestimmten verbundenen Unternehmen, durch die Abtretung von bestehenden und etwaigen zukünftigen Darlehensforderungen gegenüber diesen verbundenen Unternehmen sowie der Verpfändung bestimmter Vermögensgegenstände besichert.   Die beiden Anleihen wurden mittels Ausübung der Fair-Value-Option als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet designiert (FLFVO).   Darüber hinaus enthält der Posten Anleihen eine als nicht gelistete Anleihe strukturierte Finanzierung für eine Beteiligung im Segment Engineering & Technology von EUR 37,5 Mio. (Vorjahr: EUR 35,4 Mio.). Diese Anleihe hat eine Laufzeit bis 31. Oktober 2031 und wird mit 6,0 % p.a. verzinst.   Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und aus Darlehen von Dritten   Bei einer Beteiligung aus dem Segment Automotive & Mobility bestehen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten von EUR 53,6 Mio. (31. Dezember 2023: EUR 64,9 Mio.), wovon EUR 46,7 Mio. (31. Dezember 2023: EUR 50,6 Mio.) auf Laufzeiten bis zu einem Jahr entfallen. Die Verbindlichkeiten sind durch Sicherungsübereignung von Sachanlagevermögen in Höhe von EUR 40,3 Mio. sowie Umlaufvermögen in Höhe von EUR 5,5 Mio. besichert. Bei dieser Beteiligung bestehen Verbindlichkeiten aus Darlehen von Dritten von EUR 88,7 Mio. (31. Dezember 2023: EUR 47,1 Mio.), wovon EUR 26,2 Mio. (31. Dezember 2023: EUR 7,3 Mio.) auf Laufzeiten bis zu einem Jahr entfallen.   Bei einer weiteren Beteiligung aus dem Segment Automotive & Mobility bestehen mittels Sachanlagevermögen in Höhe von EUR 8,9 Mio. besicherte Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und Verbindlichkeiten aus Darlehen von Dritten von EUR 28,1 Mio. (31. Dezember 2023: EUR 27,2 Mio.), wovon EUR 17,1 Mio. (31. Dezember 2023: EUR 13,0 Mio.) auf Laufzeiten bis zu einem Jahr entfallen.   Seitens einer weiteren Beteiligung aus dem Segment Automotive & Mobility bestehen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und Verbindlichkeiten aus Darlehen von Dritten von EUR 15,1 Mio. (31. Dezember 2023: EUR 16,1 Mio.), wovon EUR 12,8 Mio. (31. Dezember 2023: EUR 11,8 Mio.) auf Laufzeiten bis zu einem Jahr entfallen.   Ferner bestehen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und Verbindlichkeiten aus Darlehen von Dritten in weiteren Portfoliounternehmen des Segments Automotive & Mobility von EUR 18,5 Mio. (31. Dezember 2023: EUR 20,8 Mio.), wovon EUR 4,7 Mio. (31. Dezember 2023: EUR 15,1 Mio.) auf Laufzeiten bis zu einem Jahr entfallen.   Seitens einer Beteiligung im Segment Engineering & Technology bestehen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten von EUR 69,7 Mio. (31. Dezember 2023: EUR 0,0 Mio.), wovon EUR 69,7 Mio. (31. Dezember 2023: EUR 0,0 Mio.) auf Laufzeiten bis zu einem Jahr entfallen.   Im Zusammenhang mit den Finanzierungen haben sich die Gesellschaften zur Einhaltung marktüblicher Finanzkennzahlen sowie nichtfinanzieller Kredit­vereinbarungsklauseln verpflichtet, wobei die Nichteinhaltung zu einem Kündigungsrecht für die Anleihegläubiger bzw. Kreditinstitute führen kann. Im Geschäftsjahr wurden Kredit­vereinbarungsklauseln für Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten mit 98 Mutares SE & Co. KGaA Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2024 einem Buchwert von EUR 145,9 Mio. (31. Dezember 2023: EUR 21,8 Mio.) nicht eingehalten, für die nach dem Bilanzstichtag keine Einigung über einen Kündigungsverzicht mit den Kreditinstituten erzielt wurde. Der Großteil des Buchwerts entfällt auf Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten einer Beteiligung aus dem Segment Automotive & Mobility. Ein daraus resultierendes Kündigungsrecht von Seiten der Kreditinstitute wurde zum Stichtag und auch danach bislang nicht ausgeübt. Sämtliche von der Nichteinhaltung umfasste Verbindlichkeiten wurden als kurzfristig ausgewiesen. Für die übrigen Finanzierungen werden die etwaigen Nebenbedingungen eingehalten.   Die Verzinsung sämtlicher Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten liegt zwischen 1,00 % (Vorjahr: 0,00 %) und 14,34 % (Vorjahr: 14,91 %) und enthält sowohl feste als auch variable Zinsbindungsvereinbarungen. Die Laufzeit der langfristigen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten beträgt maximal neun Jahre (Vorjahr: zehn Jahre).   Die Verbindlichkeiten aus Darlehen von Dritten, deren Verzinsung ebenfalls sowohl feste als auch variable Zinsvereinbarungen enthält und zwischen 0,00 % (Vorjahr: 0,00 %) und 15,0 % (Vorjahr: 11,50 %) liegt, haben eine Laufzeit von maximal 6 Jahren (Vorjahr: 8 Jahre).   Verbindlichkeiten aus Factoring   In den Verbindlichkeiten aus Factoring werden Verbindlichkeiten aus solchen Factoring-Verträgen ausgewiesen, bei denen das Ausfallrisiko der übertragenen Forderungen nicht auf den Vertragspartner übergeht, Mutares also im Wesentlichen alle mit dem Eigentum verbundenen Chancen und Risiken der übertragenen Forderungen zurückbehält und insofern keine Ausbuchung erfolgt. Hinsichtlich der Forderung aus Factoring siehe auch die Ausführungen in Tz. 23.   Übrige sonstige finanzielle Verbindlichkeiten   Im Zusammenhang mit dem Erwerb von Serneke hat ein Tochterunternehmen von Mutares (als Käuferin von Serneke) eine kurzfristige Verbindlichkeit gegenüber der Verkäuferin über SEK 1.055 Mio. (etwa EUR 92 Mio.) erfasst.   Weitere Ausführungen zum Erwerb von Serneke finden sich unter Tz. 4 „Konsolidierungskreis“ sowie unter Tz. 50. „Ereignisse nach dem Abschlussstichtag“ zur Anfechtung des Kaufvertrags.   Besicherungen   Folgende Aktiva sind als Sicherheiten für Verpflichtungen verpfändet:  

Mio. EUR 31.12.2024 31.12.2023
Immaterielle Vermögenswerte 3,4 0,0
Sachanlagevermögen 83,6 75,5
Vorräte 26,4 41,0
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen 1,2 13,0
Zahlungsmittel und -äquivalente 0,2 5,4
Verpfändete Sicherheiten für Verbindlichkeiten 114,8 134,9

99 Mutares SE & Co. KGaA Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2024 Die Laufzeit der Besicherungen ist grundsätzlich kongruent zur Laufzeit der zugrunde liegenden Kredit- oder Darlehensvereinbarung. Die gewährten Sicherheiten dürfen im Regelfall nicht vom Sicherungs­nehmer veräußert werden. 100 Mutares SE & Co. KGaA Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2024

36. Leasingverbindlichkeiten

Der Aufwand für Zahlungen aus Leasingverhältnissen, die nicht in der Bewertung der Leasing­verbindlichkeit enthalten sind, stellt sich wie folgt dar:

Mio. EUR 31.12.2024 31.12.2023
Leasingaufwand aus kurzfristigen Leasingverhältnissen -29,7 -21,6
Leasingaufwand aus geringwertigen Leasingverhältnissen -1,2 -0,8
Aufwand aus Untermietverhältnissen -0,1 -0,3
Variabler Leasingaufwand (nicht in der Leasingverbindlichkeit enthalten) -2,7 -8,0
Leasingverbindlichkeiten -33,7 -30,7

Der gesamte Zahlungsmittelabfluss aus Leasingverhältnissen für das Geschäftsjahr 2024 betrug EUR 121,3 Mio. (Vorjahr: EUR 106,5 Mio.).   Mögliche zukünftige Mittelabflüsse aus als nicht hinreichend sicher erachteten Verlängerungs-, Kündigungs- und Kaufoptionen wurden nicht in die Bewertung der Leasingverbindlichkeiten einbezogen. Es gibt zum Bilanzstichtag keine eingegangenen, aber noch nicht begonnenen Leasingverhältnisse, aus denen wesentliche Zahlungsmittelabflüsse entstehen würden.   Die Leasingverbindlichkeiten sind i.d.R. durch den dem Leasingverhältnis zugrundeliegenden Leasinggegenstand besichert. Zu korrespondierenden Nutzungsrechten wird auf die Erläuterungen in Tz. 18 „Nutzungsrechte“ verwiesen. 101 Mutares SE & Co. KGaA Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2024

37. Altersvorsorgepläne / Pensionsrückstellungen und ähnliche Verpflichtungen

37.1.                   Beitragsorientierte Pläne

Die deutsche gesetzliche Rentenversicherung, in die der Arbeitgeber in Höhe eines derzeit gültigen Beitragssatzes von 9,3 % (Arbeitgeberanteil) der rentenpflichtigen Vergütung einzuzahlen hat, stellt für alle Mitarbeiter von Konzerngesellschaften in Deutschland einen beitragsorientierten Plan dar. Ferner bestehen beitragsorientierte Pläne vornehmlich in Italien, Frankreich und weiteren europäischen Ländern.   Die im Personalaufwand erfassten Aufwendungen von insgesamt EUR 82,1 Mio. (Vorjahr: EUR 65,5 Mio.) stellen die fälligen Beiträge des Konzerns zu diesen Versorgungsplänen gemäß den landesspezifisch geregelten Beitragssätzen dar.    

37.2.                   Leistungsorientierte Pläne

Mio. EUR 31.12.2024 31.12.2023
Barwert der leistungsorientierten Verpflichtung 1,9 1,7
Beizulegender Zeitwert des Planvermögens 2,3 2,3
Nettovermögenswert aus leistungsorientierten Plänen 0,4 0,6
Barwert der leistungsorientierten Verpflichtung 128,6 142,6
Beizulegender Zeitwert des Planvermögens 11,2 11,9
Nettoschuld aus leistungsorientierten Plänen 117,4 130,6
Summe Barwert der leistungsorientierten Verpflichtung 130,6 144,3
Summe beizulegender Zeitwert des Planvermögens 13,6 14,2
117,0 130,1

In verschiedenen Konzerneinheiten (nicht jedoch bei der Mutares SE & Co. KGaA selbst) vornehmlich in Deutschland, Frankreich, Italien und Großbritannien bestehen aufgrund von landesspezifischen Gesetzen oder Verträgen leistungsorientierte Versorgungspläne für Pensionszahlungen oder ähnliche Verpflichtungen. Die Höhe der Verpflichtungen wird überwiegend aus dem leistungsfähigen Entgelt, der Betriebszugehörigkeit und dem Alter abgeleitet. Die Versorgungspläne sind teilweise fondsfinanziert. Zum 31.12.2024 waren die Versorgungspläne in Großbritannien überdotiert, wodurch ein Vermögenswert aus leistungsorientierten Plänen von EUR 0,4 Mio. entstand. Dieser ist innerhalb der langfristigen sonstigen Vermögenswerte ausgewiesen. Da die Überdotierung dem Konzern als Rückerstattung oder zukünftige Beitragsminderung zur Verfügung steht, bedarf es keiner Kürzung des Vermögenswerts. Die Nettoschuld aus leistungsorientierten Plänen von EUR 117,4 Mio. (Vorjahr: EUR 130,6 Mio.) entspricht den Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen.   Die Pensionszusagen in Deutschland sind in unterschiedlichen Versorgungsordnungen geregelt und umfassen im Wesentlichen die Gewährung von Alters-, Invaliden- und Hinterbliebenenleistungen. Die Höhe der Versorgungsleistungen bestimmt sich aus der anrechnungsfähigen Dienstzeit und der zugeordneten Versorgungsgruppe sowie aus dem durch die jeweilige Einzelpensionszusage festgesetzten Versorgungsbetrag.   Die Zusagen in Frankreich umfassen staatlich vorgeschriebene Einmalzahlungen bei Eintritt in den Ruhestand. Es bestehen keine Mindestfinanzierungsvorschriften. Zusätzlich gibt es bei einer französischen Tochtergesellschaft einen vertraglich zugesagten Pensionsplan, der unter bestimmten Voraussetzungen zu Rentenzahlungen berechtigt. Mindestfinanzierungsvorschriften bestehen nur für Rentner. Der Plan ist seit 1997 für neue Mitarbeiter geschlossen. 102 Mutares SE & Co. KGaA Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2024 Die Pläne in Italien beinhalten Zusagen für Leistungen, die vor dem Jahr 2007 erbracht wurden. Aufgrund einer Gesetzesänderung wurden sämtliche Pläne ab 2007 in beitragsorientierte Pläne umstrukturiert. Dementsprechend ändern lediglich Zinseffekte und versicherungsmathematische Effekte die leistungsorientieren Verpflichtungen der italienischen Tochtergesellschaften. Es bestehen keine Mindestfinanzierungsvorschriften.   Die Pensionspläne in Großbritannien gewähren Alters- und Hinterbliebenenleistungen. Die Leistungen sind dienstzeitabhängig und entgeltbezogen. Es bestehen gesetzliche Mindest­finanzierungs­pflichten. Treuhänder verwalten die Planvermögen und treffen Entscheidungen hinsichtlich Finanzierungs- und Investitionsstrategien zusammen mit den Tochtergesellschaften. Bei dem einen Plan ist die Tochtergesellschaft verpflichtet 100 % der Aufwendungen zu übernehmen sowie für 100 % eines etwaigen Plandefizits einzutreten. Bei dem anderen Plan sind es jeweils 60 %. Die verbleibenden 40 % werden durch aktive Bezugsberechtigte getragen. Die Investitionsstrategie ist darauf ausgerichtet, ungefähr 60 % in Vermögenswerte mit volatilen Renditen und 40 % in defensive Vermögenswerte – hauptsächlich Staatsanleihen – zu investieren. Diese Strategie reflektiert das Verbindlichkeitsprofil des Plans und die Risikoeinstellung des Treuhänders und der Tochtergesellschaft. Es ist eine Risikominimierungsstrategie berücksichtigt, der zu Folge der Anteil der Vermögenswerte mit volatilen Renditen über die nächsten 14 Jahre auf 20 % sinken soll.   Die Pläne in Indien und Polen berechtigen aus dem Unternehmen ausscheidende Mitarbeiter zu Einmalzahlungen in Abhängigkeit ihrer Betriebszugehörigkeit und dem zuletzt bezogenen Entgelt. Darüber hinaus besteht in Polen ein Plan, bei dem die Leistung an die Bezugsberechtigten an deren Eintritt in den Ruhestand bzw. das Erreichen des sechzigsten Lebensjahres gebunden ist.   Auch die Pläne in Slowenien und Bulgarien berechtigen in den Ruhestand eintretende Mitarbeiter zu Einmalzahlungen. Während die Einmalzahlung der Pläne in Slowenien abhängig von der Betriebszugehörigkeit und dem zuletzt bezogenen Entgelt sind, berechnen sie sich in Bulgarien nach dem Durchschnittseinkommen des Landes.   Der Konzern ist durch diese Pläne folgenden versicherungsmathematischen Risiken ausgesetzt:   * Investitionsrisiko: Der Barwert der leistungsorientierten Verpflichtung aus dem Plan wird unter Verwendung eines Abzinsungssatzes ermittelt, der auf Grundlage der Renditen erstrangiger, festverzinslicher Unternehmensanleihen bestimmt wird. Sofern die Erträge aus dem Planvermögen (soweit vorhanden) unter diesem Zinssatz liegen, führt dies zu einer Unterdeckung des Plans.   * Zinsänderungsrisiko: Ein Rückgang des Anleihezinssatzes führt zu einer Erhöhung der Planverbindlichkeit.   * Langlebigkeitsrisiko: Der Barwert der leistungsorientierten Verpflichtung aus dem Plan wird auf Basis der bestmöglichen Schätzung der Sterbewahrscheinlichkeit der begünstigten Arbeitnehmer sowohl während des Arbeitsverhältnisses als auch nach dessen Beendigung ermittelt. Eine Zunahme der Lebenserwartung der begünstigten Arbeitnehmer führt zu einer Erhöhung der Planverbindlichkeit.   * Gehaltsrisiko: Der Barwert der leistungsorientierten Verpflichtung aus dem Plan wird teilweise auf Basis der zukünftigen Gehälter der begünstigten Arbeitnehmer ermittelt. Somit führen Gehaltserhöhungen der begünstigten Arbeitnehmer zu einer Erhöhung der Planverbindlichkeit. Die Bewertung der Rückstellung für Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen erfolgte nach den anerkannten Grundsätzen der Versicherungsmathematik mittels der sog. „Projected-Unit-Credit-Methode“. 103 Mutares SE & Co. KGaA Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2024 Die leistungsorientierten Verpflichtungen haben sich zum 31. Dezember 2024 im Vorjahresvergleich wie folgt entwickelt:

Mio. EUR 31.12.2024 31.12.2023
Anfangsbestand der leistungsorientierten Verpflichtung 144,3 174,1
Dienstzeitaufwand 2,0 2,6
laufender Dienstzeitaufwand 4,2 4,1
Gewinn (–) / Verluste (+) aus Planänderung -2,2 -1,6
Zinsaufwand 4,9 5,2
Versicherungsmathematische Gewinne (–) und Verluste      (+) -1,7 8,0
aus erfahrungsbedingten Anpassungen -1,4 -0,4
aus der Änderung der demographischen       Annahmen -0,6 0,6
aus der Änderung der finanziellen Annahmen 0,3 7,8
Änderung von Bewertungsmethoden 0,0 0,0
Gezahlte Leistungen -8,2 -7,6
Änderungen im Konsolidierungskreis -2,7 -30,8
durch Zugang 6,0 42,1
durch Abgang -8,7 -72,9
Umgliederung IFRS 5 -0,8 -5,3
Sonstiges -7,1 -1,8
Endbestand der leistungsorientierten Verpflichtung 130,6 144,3

Die Änderungen im Konsolidierungskreis im Geschäftsjahr 2024 sind vornehmlich auf die Erwerbe von Sofinter (EUR 2,9 Mio.), Alcura (EUR 1,4 Mio.) und Temakinho (EUR 0,8 Mio.) sowie die Entkonsolidierungen von iinovis (EUR 6,5 Mio.), MobiLitas (EUR 0,2 Mio.), TeamTex (EUR 0,7 Mio.) und Repartim (EUR 0,3 Mio.) zurückzuführen.   Die in der Gewinn- und Verlustrechnung sowie im sonstigen Ergebnis erfassten Beträge – vor Ertrags- und latenten Steuern – für die beiden Perioden setzen sich wie folgt zusammen:  

Mio. EUR 31.12.2024 31.12.2023
Dienstzeitaufwand 2,0 2,6
laufender Dienstzeitaufwand 4,2 4,1
Gewinn (–) / Verluste (+) aus Planänderung -2,2 -1,6
Nettozinsaufwand 4,9 4,6
Versicherungsmathematische Gewinne (–) und Verluste (+) -1,7 8,0
aus erfahrungsbedingten Anpassungen -1,4 -0,4
aus der Änderung der demographischen Annahmen -0,6 0,6
aus der Änderung der finanziellen Annahmen 0,3 7,8
Im sonstigen Ergebnis erfasste Komponenten der leistungsorientierten Verpflichtung -1,7 8,0
Gesamtergebnis aus leistungsorientierten Verpflichtungen 5,2 15,2

104 Mutares SE & Co. KGaA Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2024 Der Zinsaufwand wird innerhalb des Finanzergebnisses als Zinsaufwand aus der Aufzinsung von Rückstellungen erfasst. Der beizulegende Zeitwert des Planvermögens hat sich wie folgt entwickelt:  

Mio. EUR 31.12.2024 31.12.2023
Anfangsbestand des zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Planvermögens 14,2 93,2
Arbeitgeberbeträge 0,2 2,7
Zinserträge 0,4 0,6
Gewinne (+) und Verluste (–) aus der Neubewertung 0,4 0,0
Ertrag (+) / Aufwand (–) aus dem Planvermögen 0,4 0,0
Gezahlte Leistungen -0,7 -2,2
Änderungen im Konsolidierungskreis -1,0 -79,9
durch Zugang 0,0 4,2
durch Abgang -1,0 -84,1
Umgliederung IFRS 5 0,0 0,0
Sonstiges 0,2 0,0
Endbestand des zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Planvermögens 13,6 14,2

Die Änderungen im Konsolidierungskreis im Geschäftsjahr 2024 betreffen im Wesentlichen die Entkonsolidierungen von iinovis (EUR 0,8 Mio.) und TeamTex (EUR 0,2 Mio.).   Die beizulegenden Zeitwerte der wesentlichen Anlagekategorien des Planvermögens stellen sich am Bilanzstichtag für jede Kategorie wie folgt dar:  

Mio. EUR 31.12.2024 31.12.2023
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 4,2 3,8
Eigenkapitalinstrumente 4,3 2,2
Schuldinstrumente 2,6 2,1
Wertpapierfonds 1,1 3,3
Immobilien 0,2 0,2
Sonstige 1,1 2,5
Endbestand des zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Planvermögens 13,6 14,2

Die beizulegenden Zeitwerte der obigen Schuldinstrumente, Wertpapierfonds und Eigenkapital­instrumente wurden auf der Grundlage von an aktiven Märkten notierten Preisen bestimmt.    

37.3.                   Versicherungsmathematische Annahmen

Die Verpflichtungen werden auf der Basis von versicherungsmathematischen Annahmen unter Rückgriff auf die folgenden wesentlichen Parameter – sofern relevant für den jeweiligen gesellschaftsspezifischen Plan – ermittelt:  

Pläne Deutschland Pläne Italien
% 31.12.2024 31.12.2023 31.12.2024 31.12.2023
Rechnungs-zins 3,08 % - 3,60 % 3,42 % - 4,24 % 3,21 % - 5,00 % 3,42 % - 3,46 %
Gehaltstrends 2,40 % 2,50 % 2,00 % 1,00 %

105 Mutares SE & Co. KGaA Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2024

Rententrends 1.48 % - 2,29 % 1,95 % 1,50 % 3,00 %
Sterbetafeln Heubeck 2018G Heubeck 2018G ISTAT 2022 IPS55
Pläne Frankreich Pläne Großbritannien
% 31.12.2024 31.12.2023 31.12.2024 31.12.2023
Rechnungs-zins 3,37 % - 6.86 % 3,40 % - 3,84 % 4,50 % 4,50 %
Gehalts- trends 2,40 % 2,25 % 2,00 % 2,00 %
Renten-trends 2,92 % 2,05 % 2,55 % 2,55 %
Sterbetafeln INSEE, RG48, TGH-TGF05, TV 88/90 INSEE, RG48, TGH-TGF05, TV 88/90 Series 3 SAPS Series 3 SAPS
Pläne Indien Pläne Polen
% 31.12.2024 31.12.2023 31.12.2024 31.12.2023
Rechnungs-zins 7,00 % - 8,00% 7,25 % - 7,40 % 1,38 % - 5,87 % 5,31 %
Gehalts- trends 8,00% 8,00 % 2,10% 8,00 %
Rententrends n.a. n.a. n.a. n.a.
Sterbetafeln IALM 2012-14 IALM 2012-14 n.a. n.a.
Andere Pläne
% 31.12.2024 31.12.2023
Rechnungs-zins 3,40 % – 3,50 % 3,60%
Gehalts- trends 3,00% 3,60 %
Rententrends 3,20% n.a.
Sterbetafeln divers divers

Die anderen Pläne betreffen im Wesentlichen Slowenien und Bulgarien.  

37.4.                   Sensitivitätsanalyse

Die maßgeblichen versicherungsmathematischen Annahmen, die zur Ermittlung der leistungsorientierten Verpflichtung genutzt werden, sind der Rechnungszins, Rententrend, Gehaltstrend und Sterblichkeitserwartungen. Die nachfolgend dargestellten Sensitivitätsanalysen wurden auf Basis der nach vernünftigem Ermessen möglichen Änderungen der jeweiligen Annahmen zum Bilanzstichtag durchgeführt, wobei die übrigen Annahmen jeweils unverändert geblieben sind. Die Tabelle zeigt die veränderte leistungsorientierte Verpflichtung zum jeweiligen Stichtag unter der veränderten Annahme. 106 Mutares SE & Co. KGaA Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2024

Pläne Deutschland Pläne Italien
Mio. EUR 31.12.2024 31.12.2023 31.12.2024 31.12.2023
Leistungsorientierte Verpflichtung 59,6 56,8 6,3 12,5
Rechnungszins 55,7 54,3 6,2 12,0
52,8 58,8 6,5 12,9
Gehaltstrends 58,4 57,4 6,3 12,5
59,3 55,8 6,3 12,5
Rententrends 59,7 58,1 6,4 12,6
56,4 53,3 6,3 12,4
Lebenserwartung 60,9 58,7 6,4 12,5
58,3 54,4 6,3 12,5
Pläne Frankreich Pläne Großbritannien
Mio. EUR 31.12.2024 31.12.2023 31.12.2024 31.12.2023
Leistungsorientierte Verpflichtung 57,4 55,2 1,9 0,0
Rechnungszins 51,6 54,7 1,8 0,1
52,6 60,4 0,0 0,0
Gehaltstrends 52,3 59,9 1,9 0,0
49,2 54,9 1,9 0,0
Rententrends 39,2 54,8 1,9 0,1
44,3 54,8 0,0 0,0
Lebenserwartung 41,9 55,2 1,4 0,1
41,4 54,8 1,9 0,0
Pläne Indien Pläne Polen
Mio. EUR 31.12.2024 31.12.2023 31.12.2024 31.12.2023
Leistungsorientierte Verpflichtung 3,0 2,5 0,6 0,7
Rechnungszins 1,3 2,0 0,7 0,7
1,5 2,7 0,7 0,8
Gehaltstrends 1,5 2,7 0,6 0,8
1,3 2,0 0,6 0,7
Rententrends 3,3 2,5 0,6 0,7
2,7 2,5 0,6 0,7
Lebenserwartung 2,4 2,7 0,6 0,7
2,4 2,1 0,6 0,7

107 Mutares SE & Co. KGaA Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2024

Andere Pläne
Mio. EUR 31.12.2024 31.12.2023
Leistungsorientierte Verpflichtung 2,2 2,8
Rechnungszins 2,2 2,7
2,3 2,9
Gehaltstrends 2,2 2,9
2,2 2,8
Rententrends 2,2 2,8
2,2 2,8
Lebenserwartung 2,2 2,8
2,2 2,8

Die vorstehende Sensitivitätsanalyse dürfte nicht repräsentativ für die tatsächliche Veränderung der leistungsorientierten Verpflichtung sein, da es als unwahrscheinlich anzusehen ist, dass Abweichungen von den getroffenen Annahmen isoliert voneinander auftreten, da die Annahmen teilweise zueinander in Beziehung stehen. Ferner wurde der Barwert der leistungsorientierten Verpflichtung in der vorstehenden Sensitivitätsanalyse nach der Projected-Unit-Credit-Methode ermittelt, dieselbe Methode, nach der die in der Konzernbilanz erfasste leistungsorientierte Verbindlichkeit berechnet wurde.   Ein gruppenweites Management der Versorgungspläne ist nicht etabliert; das Management der einzelnen Pläne erfolgt auf Portfolioebene. Zum Stichtag besteht ein großer Teil des Planvermögens aus Aktien- und Anleiheinstrumenten. Darüber hinaus wird auch in andere Wertpapiere sowie in Kassenbestände und Zahlungsmitteläquivalente investiert.  

37.5.                   Erwartete Zahlungen für leistungsorientierte Verpflichtungen

Die folgende Tabelle zeigt die erwarteten Zahlungen für leistungsorientierte Verpflichtungen der nächsten fünf Jahre:  

Mio. EUR 31.12.2024 31.12.2023
innerhalb eines Jahres 6,8 6,3
zwischen ein und zwei Jahren 5,9 7,0
zwischen zwei und drei Jahren 8,3 7,6
zwischen drei und vier Jahren 9,1 8,6
zwischen vier und fünf Jahren 10,8 10,8

Als Beitragszahlungen für Planvermögen werden für das Geschäftsjahr 2024 EUR 0,3 Mio. (Vorjahr: EUR 0,3 Mio.) erwartet. Die durchschnittliche gewichtete Laufzeit der leistungsorientierten Ver­pflichtungen zum 31. Dezember 2024 beläuft sich auf 11,6 Jahre (31. Dezember 2023: 11,3 Jahre). 108 Mutares SE & Co. KGaA Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2024

38. Sonstige Rückstellungen

Die Entwicklung der sonstigen Rückstellungen stellt sich wie folgt dar:  

Mio. EUR Personal (ohne Pen-sionen) Prozess-kosten Gewähr-leistung Restruk-turierung und Ab- findungen Droh-verluste Übrige Summe
Stand per 01.01.2023 28,5 9,7 17,3 12,9 88,1 72,4 229,0
Währungsdifferenzen 0,0 0,0 0,0 0,0 -0,3 0,0 -0,3
Veränderung des Konsolidierungskreises 3,0 34,5 5,5 4,5 106,9 33,6 188,1
Zuführung 3,1 5,3 8,7 15,7 17,5 39,2 89,6
Inanspruchnahme -17,6 -2,1 -3,7 -12,5 -13,8 -37,0 -86,6
Aufzinsung 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0
Auflösung -1,7 -0,3 -2,5 -0,9 -31,3 -10,4 -47,2
Umgliederung IFRS 5 -0,1 -0,2 0,0 0,0 0,0 -0,1 -0,5
Umbuchungen 13,6 -0,4 0,0 0,0 1,7 -8,9 6,1
Stand per 31.12.2023 28,7 46,5 25,3 19,8 169,0 88,9 378,2
kurzfristig 1,1 23,3 10,8 18,5 61,6 51,0 166,3
langfristig 27,6 23,2 14,5 1,4 107,4 37,5 211,6
Währungsdifferenzen 0,0 0,0 -0,5 0,0 0,5 -0,9 -0,8
Veränderung des Konsolidierungskreises 2,3 0,7 1,9 1,5 18,0 5,6 29,9
Zuführung 12,3 27,8 13,4 34,4 50,3 49,6 187,8
Inanspruchnahme -12,6 -13,3 -1,6 -5,7 -17,8 -54,4 -105,6
Aufzinsung 0,1 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,1
Auflösung -2,2 -7,7 -6,0 -3,0 -74,0 -7,0 -99,8
Umgliederung IFRS 5 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0
Umbuchungen -13,5 -9,5 2,8 0,0 8,6 11,6 0,0
Stand per 31.12.2024 15,2 44,4 35,3 47,0 154,6 93,1 389,6
kurzfristig 2,1 36,6 16,0 30,4 42,0 50,9 177,9
langfristig 13,1 7,8 19,3 16,6 112,6 42,2 211,7

Die Personalrückstellungen belaufen sich zum 31. Dezember 2024 auf EUR 15,2 Mio. (31. Dezember 2023: EUR 28,7 Mio.), davon EUR 5,5 Mio. (31. Dezember 2023: EUR 6,9 Mio.) für Vorruhestandsregelungen und EUR 9,7 Mio. (31. Dezember 2023: EUR 21,8 Mio.) für Jubiläumsprämien und Mitarbeiterboni. Die Jubiläumsprämien werden entsprechend der bisherigen Betriebszugehörigkeit der Mitarbeitenden angesammelt und mit einem Zinssatz von 3,10 % und 3,60 % (Vorjahr: 2,00 % und 3,63 % abgezinst).   Die Gewährleistungsrückstellungen beliefen sich zum Abschlussstichtag auf EUR 35,3 Mio. (31. Dezember 2023: EUR 25,3 Mio.), wovon EUR 19,3 Mio. langfristig und EUR 16,0 Mio. kurzfristig fällig sind. Der Anstieg im Geschäftsjahr 2024 resultiert vor allem aus den Erwerben im Segment Automotive & Mobility sowie aus dem Anstieg im Segment Engineering & Technology mit dem höheren Volumen an Projektgeschäft.   Die Rückstellungen für Restrukturierung und Abfindungen sind im Geschäftsjahr 2024 auf EUR 47,0 Mio. angestiegen (31. Dezember 2023: EUR 19,8 Mio.), wovon EUR 16,6 Mio. langfristig und EUR 30,4 Mio. kurzfristig fällig sind. Dieser Anstieg resultiert im Wesentlichen aus neu aufgelegten Restrukturierungsprogrammen und den Akquisitionen in den Segmenten Automotive & Mobility sowie Retail & Food.­   Der Rückgang der Drohverlustrückstellungen auf EUR 154,6 Mio. (31. Dezember 2023: EUR 169,0 Mio.) zum 31. Dezember 2024 resultiert im Wesentlichen aus einer umfassenden Neubewertung von Altprojekten im Segment Automotive & Mobility, wovon EUR 112,6 Mio. langfristig und EUR 42,0 Mio. kurzfristig sind. 109 Mutares SE & Co. KGaA Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2024 Die übrigen sonstigen Rückstellungen stiegen auf EUR 93,1 Mio. (31. Dezember 2023: EUR 88,9 Mio.), wovon EUR 42,2 Mio. langfristig und EUR 50,9 Mio. kurzfristig sind. Der Anstieg resultiert hauptsächlich aus einer Umgliederung aus den Jubiläumsrückstellungen in die sonstigen Rückstellungen im Segment Goods & Services sowie aus einem Anstieg der Rückstellungen für Verpflichtungen im Zusammenhang mit Kundenbeziehungen im Segment Automotive & Mobility. Darüber hinaus ist der Anstieg der sonstigen Rückstellungen hauptsächlich auf Akquisitionen im Segment Engineering & Technology zurückzuführen.    

39. Sonstige Schulden

Die sonstigen Schulden gliedern sich wie folgt:  

Mio. EUR 31.12.2024 31.12.2023
Personalbezogene Verbindlichkeiten 163,6 174,1
Verbindlichkeiten aus sozialer Sicherheit 55,5 61,3
Umsatzsteuerverbindlichkeiten 40,3 55,0
Passive Rechnungsabgrenzung 36,1 11,8
Erhaltene Anzahlungen 33,0 10,7
Verbindlichkeiten aus Lohn- und Kirchensteuer 18,3 25,0
Verbindlichkeiten aus sonstigen Abgaben 9,7 8,0
Übrige sonstige Schulden 19,6 13,6
Sonstige Schulden 376,0 359,5
kurzfristig 369,7 358,3
langfristig 6,4 1,2

Die Personalbezogenen Verbindlichkeiten gliedern sich wie folgt:  

Mio. EUR 31.12.2024 31.12.2023
Ausstehende Löhne und Gehälter; Mitarbeiterboni 84,2 89,8
Verpflichtungen aus nicht abgegoltenem Urlaub und Überstunden 69,1 74,8
Sonstige Leistungen an Arbeitnehmer 5,6 6,4
Beiträge zur Berufsgenossenschaft 4,7 3,1
Personalbezogene Verbindlichkeiten 163,6 174,1

110 Mutares SE & Co. KGaA Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2024 F.                                 Finanzinstrumente und Finanzrisikomanagement


40. Kapitalrisikomanagement

Die Ziele des Konzerns im Hinblick auf das Kapitalmanagement liegen zum einen in der Sicherstellung der Unternehmensfortführung, um den Anteilseignern weiterhin Erträge und anderen Stakeholdern die ihnen zustehenden Leistungen bereitzustellen, zum anderen in der Aufrechterhaltung einer optimalen Kapitalstruktur, um die Kapitalkosten zu reduzieren. Sofern sich Gesellschaften zur Einhaltung von Finanzkennzahlen (Financial Covenants) verpflichtet haben, kann die Nichteinhaltung zu einem Kündigungsrecht für den Finanzierer führen und sich damit unter Umständen negativ auf die Kapitalstruktur auswirken (Tz. 35). Die Steuerung der Kapitalstruktur erfolgt zum überwiegenden Teil dezentral, wohingegen die Überwachung zentral angesiedelt ist. Ein standardisiertes Reporting aller Portfoliounternehmen auf Monatsbasis gibt dem Vorstand ein umfassendes Bild des gesamten Portfolios. Der Vorstand kontrolliert in regelmäßigen Reviews die Situation der Portfoliounternehmen (u.a. im Hinblick auf die Kapitalstruktur) und ist auf Basis des implementierten Berichtswesens über sämtliche Portfoliounternehmen informiert.    

31.12.2024 31.12.2023
in % des Gesamtkapitals und der finanziellen Verbindlichkeiten in % des Gesamtkapitals und der finanziellen Verbindlichkeiten
Auf die Anteilseigner des Mutterunternehmens 679,0 22,4% 1.069,3 36,7%
Kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten 1.703,0 56,2% 1.103,9 37,9%
Langfristige finanzielle Verbindlichkeiten 648,4 21,4% 736,4 25,3%
Finanzielle Verbindlichkeiten 2.351,4 77,6% 1.840,4 63,3%
Gesamtkapital und 3.029,8 100,0% 2.909,6 100,0%
finanzielle Verbindlichkeiten

111 Mutares SE & Co. KGaA Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2024

41. Bewertung zum beizulegenden Zeitwert

Eine Aufgliederung der finanziellen Vermögenswerte bzw. Verbindlichkeiten nach den Bewertungskategorien des IFRS 9 für die Stichtage zum 31. Dezember 2024 und 31. Dezember 2023 zeigt folgendes Bild :  

Mio. EUR Kategorien gem. IFRS 9 Buchwert Bewertung gem. IFRS 9 Beizulegender Zeitwert
Finanzielle Vermögenswerte nach Klassen 31.12.2024 Amortized costs Fair value PL - designiert Fair Value PL - verpflichtend 31.12.2024 Hierarchie
Langfristige finanzielle Vermögenswerte
Forderungen aus Lieferung und Leistung und sonstige Forderungen AC 3,7 3,7 3,7 Level 2
Sonstige langfristige finanzielle Vermögenswerte 118,5
Kautionen AC 39,1 39,1 39,1 Level 2
Wertpapiere FVPL 1,0 1,0 1,0 Level 3
Übrige sonstige langfristige finanzielle Vermögenswerte FVPL 0,0 0,0 0,0 Level 3
Übrige sonstige langfristige finanzielle Vermögenswerte AC 78,4 78,4 78,4 Level 2
Derivate FVPL 0,0 0,0 0,0 Level 2
Kurzfristige finanzielle Vermögenswerte
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen FVOCI 114,8 114,8 114,8 Level 2
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen AC 475,9 475,9 475,9 Level 2
Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte 115,9
Kautionen AC 13,1 13,1 13,1 Level 2
Darlehen AC 4,2 4,2 4,2 Level 2
Übrige sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte AC 89,3 89,3 89,3 Level 2
Wertpapiere FVPL 8,2 8,2 8,2 Level 1
Übrige sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte FVPL 0,0 0,0 0,0 Level 3
Derivate FVPL 1,2 1,2 1,2 Level 2
Zahlungsmittel und -äquivalente AC 412,1 412,1 412,1 Level 2
Mio. EUR Kategorien gem. IFRS 9 Buchwert Bewertung gem. IFRS 9 Beizulegender Zeitwert
Finanzielle Vermögenswerte nach Klassen 31.12.2023 Amortized costs Fair value PL - designiert Fair Value PL - verpflichtend 31.12.2023 Hierarchie
Langfristige finanzielle Vermögenswerte
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen AC 0,7 0,7 0,7 Level 2
Sonstige langfristige finanzielle Vermögenswerte 128,7
Kautionen AC 27,4 27,4 27,4 Level 2
Wertpapiere FVPL 0,9 0,9 0,9 Level 3
Übrige sonstige langfristige finanzielle Vermögenswerte FVPL 0,0 0,0 0,0 Level 3
Übrige sonstige langfristige finanzielle Vermögenswerte AC 100,3 100,3 100,3 Level 2
Derivate FVPL 0,1 0,1 0,1 Level 2

112 Mutares SE & Co. KGaA Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2024

Kurzfristige finanzielle Vermögenswerte
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen8 FVOCI 122,5 122,5 122,5 Level 2
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen AC 368,5 368,5 368,5 Level 2
Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte 225,5
Kautionen AC 25,4 25,4 25,4 Level 2
Darlehen AC 1,4 1,4 1,4 Level 2
Übrige sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte AC 194,5 194,5 194,5 Level 2
Wertpapiere FVPL 3,3 3,3 3,3 Level 1
Übrige sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte FVPL 0,0 0,0 0,0 Level 3
Derivate FVPL 0,9 0,9 0,9 Level 2
Zahlungsmittel und -äquivalente AC 520,2 520,2 520,2 Level 2

8Anpassung der Vorjahresangabe: Forderungen aus Lieferungen und Leistungen von EUR 122,5 Mio. wurden aufgrund der Absicht bzw. Möglichkeit eines Verkaufs in die Kategorie FVOCI umgegliedert. 113 Mutares SE & Co. KGaA Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2024

Kategorien gem. IFRS 9 Buchwert Bewertung gem. IFRS 9 Beizulegender Zeitwert
Finanzielle Verbindlichkeiten nach Klassen 31.12.2024 Amortized costs Fair value PL - designiert Fair Value PL - verpflichtend 31.12.2024 Hierarchie
Langfristige finanzielle Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen FLAC 4,7 4,7 4,7 Level 2
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 234,5
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten FLAC 31,2 31,2 33,7 Level 3
Verbindlichkeiten aus Darlehen von Dritten FLAC 97,4 97,4 92,5 Level 3
Anleihen FLAC 37,6 37,6 40,8 Level 3
Anleihen FLFVO 39,6 39,6 39,6 Level 1
Übrige sonstige langfristige finanzielle Verbindlichkeiten
Übrige sonstige langfristige finanzielle Verbindlichkeiten FLAC 28,9 28,9 28,8 Level 3
Übrige sonstige langfristige finanzielle Verbindlichkeiten FLFVPL -0,1 -0,1 -0,1 Level 3
Derivate FLFVPL 0,0 0,0 0,0 Level 2
Kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen FLAC 722,0 722,0 722,0 Level 2
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 881,8
Ausstehende Rechnungen FLAC 141.0 141,0 141,0 Level 2
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten FLAC 181,3 181,3 181,8 Level 3
Verbindlichkeiten aus Factoring FLAC 29,9 29,9 29,9 Level 2
Verbindlichkeiten aus Darlehen von Dritten FLAC 26,3 26,3 25,3 Level 3
Übrige sonstige kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten 0,0
Anleihen FLFVO 370,4 370,4 370,4 Level 1
Übrige sonstige kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten FLAC 127,7 127,7 127,7 Level 3
Übrige sonstige kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten FLFVPL 4,7 4,7 4,7 Level 3
Derivate FLFVPL 0,5 0,5 0,5 Level 2
Kategorien gem. IFRS 9 Buchwert Bewertung gem. IFRS 9 Beizulegender Zeitwert
Finanzielle Verbindlichkeiten nach Klassen 31.12.2023 Amortized costs Fair value PL - designiert Fair Value PL - verpflichtend 31.12.2023 Hierarchie
Langfristige finanzielle Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen FLAC 5,6 5,6 5,6 Level 2
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 350,8
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten FLAC 41,7 41,7 40,9 Level 3

114 Mutares SE & Co. KGaA Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2024

Verbindlichkeiten aus Darlehen von Dritten FLAC 65,6 65,6 65,6 Level 3
Anleihen FLAC 35,5 35,5 38,8 Level 3
Anleihen FLFVO 160,6 160,6 160,6 Level 1
Übrige sonstige langfristige finanzielle Verbindlichkeiten
Übrige sonstige langfristige finanzielle Verbindlichkeiten FLAC 44,0 44,0 43,8 Level 3
Übrige sonstige langfristige finanzielle Verbindlichkeiten FLFVPL 3,4 3,4 3,4 Level 3
Derivate FLFVPL 0,0 0,0 0,0 Level 2
Kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen FLAC 674,6 674,6 674,6 Level 2
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 342,4
Ausstehende Rechnungen FLAC 123,1 123,1 123,1 Level 2
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten FLAC 92,0 92,0 91,7 Level 3
Verbindlichkeiten aus Factoring FLAC 36,2 36,2 36,2 Level 2
Verbindlichkeiten aus Darlehen von Dritten FLAC 30,7 30,7 30,7 Level 3
Übrige sonstige kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten 0,0
Übrige sonstige kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten FLAC 59,5 59,5 59,4 Level 3
Übrige sonstige kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten FLFVPL 0,7 0,7 0,7 Level 3
Derivate FLFVPL 0,2 0,2 0,2 Level 2

115 Mutares SE & Co. KGaA Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2024

Zusammenfassung per Kategorie Buchwert Buchwert
Mio. EUR 31.12.2024 31.12.2023
Finanzielle Vermögenswerte, die zu den fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden AC 1.115,8 1.360,9
Finanzielle Vermögenswerte, die verpflichtend erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden FVOCI 114,8 122,5
Finanzielle Vermögenswerte, die verpflichtend erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden FVPL 10,4 5,3
Finanzielle Verbindlichkeiten, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden FLAC 1.428,0 1.208,4
Finanzielle Verbindlichkeiten, die beim erstmaligen Ansatz als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet designiert wurden FLFVO 410,0 160,6
Finanzielle Verbindlichkeiten, die verpflichtend erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden FLFVPL 5,2 4,3

Die drei Stufen zur Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts von Finanzinstrumenten sind in Tz. 2 „Grundlagen der Aufstellung des Abschlusses“ beschrieben.   Die der Stufe 2 zugeordneten beizulegenden Zeitwerte der Derivate werden auf Basis von Bankbewertungsmodellen bestimmt oder basierend auf aktuellen Parametern wie Zinsen und Wechselkursen zum Bilanzstichtag und unter Berücksichtigung des Kreditrisikos berechnet.   Bei allen anderen finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten mit Zuordnung zur Stufe 2 stellt der Buchwert einen angemessenen Näherungswert für den beizulegenden Zeitwert dar.   Im aktuellen Geschäftsjahr wurden keine Umgliederungen zwischen Stufe 1 und Stufe 2 der Hierarchie vorgenommen.

Übrige sonstige finanzielle Verbindlichkeiten der IFRS 9-Kategorie FLFVPL umfassen bedingte Gegenleistungen in Zusammenhang mit Erwerben von Tochterunternehmen, die im Rahmen der Folgebewertung auf einer Bewertung zum beizulegenden Zeitwert der Stufe 3 beruhen. Der beizulegende Zeitwert wird in Übereinstimmung mit allgemein anerkannten Bewertungsverfahren basierend auf Discounted-Cashflow-Analysen bestimmt. Die wesentlichen Eingangsparameter sind neben den sachverhaltsspezifischen Abzinsungssätzen die Erwartungen zu künftigen Zahlungs­strömen, sowie die in den Kaufverträgen bestimmten und hinsichtlich Earn-Out einschlägig­en Ergebnisgrößen, unter anderem laufzeitspezifische Ausfallwahrscheinlichkeiten.   Bei allen anderen finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten mit Zuordnung zur Stufe 3 erfolgt die Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte unter Anwendung der DCF-Methode auf Grundlage von erwarteten Zahlungsströmen und unter Berücksichtigung aktueller Parameter wie Zinsen und Kreditrisiken.   Die Nettogewinne oder -verluste der einzelnen Kategorien gem. IFRS 7.20 ergeben sich wie folgt: 116 Mutares SE & Co. KGaA Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2024

Mio. EUR 2024 2023
aus verpflichtend erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerten -90,6 0,1
aus verpflichtend erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Verbindlichkeiten -47,0 -8,4
aus beim erstmaligen Ansatz als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet designierten finanziellen Verbindlichkeiten 21,1 -13,0
aus zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten finanziellen Vermögenswerten -1,9 -2,6
aus zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten finanziellen Verbindlichkeiten -48,3 -44.6
Summe -166,7 -68,5

Die Nettogewinne und Nettoverluste aus Finanzinstrumenten entstehen aus Änderungen des beizulegenden Zeitwerts für erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete Finanz ­ instrumente, wobei aus Veränderungen des eigenen Kreditrisikos resultierende Wertänderungen von erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Verbindlichkeiten im OCI erfasst werden, Währungsgewinnen und -verlusten aus zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten, Aufwendungen und Erträge für erwartete Kreditverluste, Aufwendungen für Zinsen für finanzielle Verbindlichkeiten, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden und Aufwendungen für Zinsen für finanzielle Verbindlichkeiten, die erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden.   Die Gesamtzinserträge und -aufwendungen ergeben sich wie folgt:  

Mio. EUR 2024 2023
Finanzielle Vermögenswerte zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet 17,6 8,3
Finanzielle Verbindlichkeiten, die nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden -47,9 -44,1
Summe -30,4 -35,8

117 Mutares SE & Co. KGaA Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2024 Die Änderungen der zum beizulegenden Zeitwert auf Level 3 bewerteten Finanzinstrumente ergeben sich wie folgt:  

Mio. EUR Sonstige finanzielle Vermögenswerte Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten Summe
Anfangsbestand zum 01.01.2024 0,8 -4,2 -3,3
Gesamte Gewinne und Verluste -91,5 -4,0 -95,5
in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst -91,5 -4,0 -95,5
im sonstigen Ergebnis erfasst 0,0 -
Reklassifizierungen 0,0 -
Akquisitionen 91,7 0,0 91,7
Abgänge 0,0 0,0
Earn-Out Zahlungen 3,5 3,5
Endbestand zum 31.12.2024 1,0 -4,7 -3,7
Mio. EUR Sonstige finanzielle Vermögenswerte Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten Summe
Anfangsbestand zum 01.01.2023 0,8 -6,0 -5,2
Gesamte Gewinne und Verluste 0,0 -0,1 -0,1
in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst 0,0 -0,1 -0,1
im sonstigen Ergebnis erfasst 0,0 0,0
Reklassifizierungen 0,0 0,0
Akquisitionen 0,1 0,1
Abgänge -0,1 -0,1
Emissionen 0,0 0,0
Earn-Out Zahlungen 0,0 1,9 1,9
Endbestand zum 31.12.2023 0,8 -4,2 -3,3

42. Finanzrisikomanagement

Das Management der Gruppe überwacht die mit den Geschäftsbereichen der Gruppe verbundenen Finanzrisiken mithilfe der internen Risikoberichterstattung, die Risiken nach Grad und Ausmaß analysiert. Zu diesen Risiken zählen Kredit-, Liquiditäts- und Marktrisiken (Währungs- und Zinsrisiken).   In einigen Fällen minimiert die Gruppe die Auswirkungen dieser Risiken durch den Einsatz derivativer Finanzinstrumente. Der Einsatz derivativer Finanzinstrumente ist durch vom Management der Gruppe festgelegte Richtlinien geregelt. Diese enthalten Vorgaben für die Steuerung von 118 Mutares SE & Co. KGaA Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2024 Währungs-, Zins- und Ausfallrisiken. Die Einhaltung der Richtlinien und Risikogrenzen wird fortlaufend überwacht. Die Gruppe kontrahiert und handelt keine Finanzinstrumente, einschließlich derivativer Finanzinstrumente, für spekulative Zwecke.  

42.1.                   Kredit- und Ausfallrisiko

Unter den Kredit- und Ausfallrisiken versteht man das Risiko eines Verlustes für den Konzern, wenn eine Vertrags­partei ihren vertraglichen Verpflichtungen nicht nachkommt. In der Gruppe sollen Geschäfts­verbindungen lediglich mit kreditwürdigen Vertragsparteien und, falls angemessen, unter Gestellung von Sicherheiten eingegangen werden, um die Risiken eines Verlustes aus der Nichterfüllung von Verpflichtungen zu mindern. Der Konzern geht nur Geschäftsbeziehungen mit Unternehmen ein, die gleichermaßen oder besser als Investitions­grade bewertet sind. Diese Informationen werden von unabhängigen Ratingagenturen zur Verfügung gestellt. Sind solche Informationen nicht verfügbar, verwendet der Konzern andere verfügbare Finanzinformationen sowie seine eigenen Handels­aufzeichnungen, um seine Großkunden zu bewerten.   Die Kreditrisiken werden über Limits je Vertragspartei gesteuert, die durch die lokalen Geschäfts­leitungen überprüft und genehmigt werden.   Forderungen aus Lieferungen und Leistungen bestehen gegenüber einer großen Anzahl von über unterschiedliche Branchen und geografische Gebiete verteilten Kunden. Aufgrund der Geschäfts­tätigkeit und der sich daraus ergebenden Diversifikation der Mutares lag auch im Geschäftsjahr 2024 keine wesentliche Risikokonzentration vor.   Für die Anwendung des Modells der erwarteten Kreditverluste gem. IFRS 9.5.5 kommt bei der Mutares im Wesentlichen der vereinfachte Ansatz für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen zur Anwendung. Hierzu werden Ausfallwahrscheinlichkeiten ermittelt. Diese basieren entweder auf individuellen Ratinginformationen der Kunden oder der Kundengruppe, welcher eine entsprechende Ausfallwahrscheinlichkeit zugeordnet wird, oder einer Wertberichtigungsmatrix, die unter Bezugnahme auf den bisherigen Ausfall und einer Analyse unterschiedlicher Faktoren erstellt wird. Zur Ermittlung der erwarteten Kreditverluste wird neben der Ausfallwahrscheinlichkeit auch der Verlust bei Ausfall angesetzt. Mutares bewertet diesen in der Regel mit dem Wert von 100 %, was der Erwartung an die Ausfallhöhe durch die Mutares entspricht.   Basierend auf den konzernintern ermittelten Risikoeinstufungen stellen sich die Bruttobuchwerte je Ratingklasse nachfolgend dar:  

Bruttobuchwerte der finanziellen Vermögenswerte je Ausfallrisiko-Ratingklasse zum 31.12.2024
Mio. EUR Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen Vertrags-vermögenswerte Sonstige finanzielle Vermögenswerte
Ratingstufe
Ratingstufe A 495,0 143,1 123,5
Ratingstufe B 120,6 32,8 56,4
Ratingstufe C 59,9 6,4 3,6
Summe 675,5 182,3 183,4

119 Mutares SE & Co. KGaA Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2024

Bruttobuchwerte der finanziellen Vermögenswerte je Ausfallrisiko-Ratingklasse zum 31.12.2023
Mio. EUR Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen Vertrags-vermögenswerte Sonstige finanzielle Vermögenswerte
Ratingstufe
Ratingstufe A 388,1 84,6 259,9
Ratingstufe B 122,2 27,6 44,8
Ratingstufe C 51,8 0,0 7,2
Summe 562,1 112,2 311,9

Die Ratingeinstufungen basieren sowohl auf einer individuell zugewiesenen Ausfallwahrscheinlichkeit als auch einer Risikoeinstufung für einzelne Kundengruppen mit vergleichbarer Risikostruktur. Die nachfolgende Tabelle gibt die den einzelnen Ratingstufen zugewiesen Ausfallwahrscheinlichkeiten bzw. Ratingklassen wieder:  

Ausfallraten in % Rating
Ratingeinstufung
Ratingstufe A 0,0 - 0,0286 AAA - AA
Ratingstufe B 0,0286 - 0,52 A - BBB
Ratingstufe C >0,52 BB - D

Die Wertberichtigungen für die finanziellen Vermögenswerte haben sich wie folgt verändert:    

in Mio. EUR Lifetime-ECL (Stufe 2) vereinfachtes Modell Lifetime-ECL (Stufe 3) vereinfachtes Modell Summe
Wertminderung zum 1. Januar 2024 11,7 63,1 74,8
Veränderungen im Konsolidierungskreis 5,0 0,6 5,6
Transfers -2,9 2,9 0,0
Zuführung (netto) 4,1 5,6 9,7
Inanspruchnahme 0,0 0,0 0,0
Umgliederung in Veräußerungsgruppen -0,6 -1,8 -2,4
Wertminderung zum 31. Dezember 2024 17,3 70,3 87,6

120 Mutares SE & Co. KGaA Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2024

in Mio. EUR Lifetime-ECL (Stufe 2) vereinfachtes Modell Lifetime-ECL (Stufe 3) vereinfachtes Modell Summe
Wertminderung zum 1. Januar 2023 12,1 11,1 23,3
Veränderungen im Konsolidierungskreis 1,8 40,4 42,2
Transfers -16,1 16,1 0,0
Zuführung (netto) 14,0 12,7 26,7
Inanspruchnahme 0,0 -17,1 -17,1
Umgliederung in Veräußerungsgruppen -0,1 0,0 -0,1
Wertminderung zum 31. Dezember 2023 11,7 63,1 74,8

Der Buchwert der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen Forderungen zum Abschlussstichtag beträgt EUR 594,4 Mio. (Vorjahr: EUR 491,7 Mio.). Das maximale Ausfallrisiko ohne Berücksichtigung von Sicherheiten entspricht dem Buchwert. Zum Abschlussstichtag bestehen wie im Vorjahr keine Kreditausfallversicherungen.   Auch das maximale Ausfallrisiko der übrigen finanziellen Vermögenswerte entspricht deren Buchwert, da es diesbezüglich keine wesentlichen, das Ausfallrisiko mindernde Vereinbarungen gibt.  

42.2.                   Liquiditätsrisiko

Das Liquiditätsrisiko umfasst folgende Risiken:   * Potenziellen Zahlungsverpflichtungen zum Zeitpunkt der Fälligkeit nicht nachkommen zu können. * Bei Bedarf nicht ausreichend Liquidität zu den erwarteten Konditionen beschaffen zu können (Refinanzierungsrisiko). * Geschäfte aufgrund marktseitig begründeter Unzulänglichkeiten bzw. Marktstörungen nicht, nur mit Verlusten oder zu überhöhten Kosten auflösen, verlängern oder glattstellen zu können (Marktliquiditätsrisiko).   Ein vorsichtiges Liquiditätsmanagement schließt das Halten einer ausreichenden Reserve an flüssigen Mitteln und handelbaren Wertpapieren sowie die Möglichkeit zur Finanzierung durch einen adäquaten Betrag an zugesagten Kreditlinien ein. Aufgrund der Dynamik des Geschäftsumfelds, in dem der Konzern operiert, ist es Ziel der Konzernfinanzabteilung, die notwendige Flexibilität in der Finanzierung durch ausreichend ungenutzte Kreditlinien im Konzern zu gewährleisten. Diese bestehen zum Bilanzstichtag in Höhe eines niedrigen zweistelligen Millionenbetrags und entfallen zu einem Großteil auf nicht in Anspruch genommene Factoring-Linien, für die verkaufbare Forderungen aus Lieferungen und Leistungen zur Verfügung stehen.   Das Management der Mutares Gruppe überwacht die Liquidität der operativen Gesellschaften sowie des Gesamtkonzerns im Rahmen von rollierenden Cashflow Prognosen.   Über lokale Zahlungsmittel in bestimmten Ländern (zum Beispiel: China) kann der Konzern grenzüberschreitend nur unter Beachtung geltender Devisenverkehrsbeschränkungen verfügen. Im Rahmen der Akquisition der Arriva Gruppe (nunmehr firmierend als GoCollective) wurde die GoCollective Insurance A/S, eine Versicherungs¬gesellschaft, die Versicherungsleistungen ausschließlich an Einheiten des Konzerns erbringt und aufgrund aufsichtsrechtlicher Vorschriften verpflichtet ist, ein bestimmtes Maß an Liquidität vorzuhalten. Diese gesperrten Geldmittel betrugen zum 31. Dezember 2024 EUR 6,3 Mio. (31. Dezember 2023: EUR 10,9 Mio.). Darüber hinaus bestehen keine wesentlichen Beschränkungen. 121 Mutares SE & Co. KGaA Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2024 vorzuhalten. Diese gesperrten Geldmittel betrugen zum 31. Dezember 2024 EUR 6,3 Mio. (31. Dezember 2023: EUR 10,9 Mio.). Darüber hinaus bestehen keine wesentlichen Beschränkungen.   Die folgenden Übersichten zeigen die Fälligkeitsstruktur der finanziellen Verbindlichkeiten, wobei die zukünftigen Zahlungsströme im Gegensatz zur Bilanz hier undiskontiert dargestellt werden:  

31.12.2024
in Mio. EUR Inner-halb eines Jahres fällig In ein bis fünf Jahren fällig In über fünf Jahren fällig Gesamt
Zahlungsmittelabflüsse aus nicht-derivativen finanziellen Verbindlichkeiten 1.354,8 910,1 240,6 2.505,6
Leasingverbindlichkeiten 132,6 279,4 167,1 579,1
übrige nicht-derivative finanzielle Verbindlichkeiten 1.222,2 630,7 73,5 1.926,5
Zahlungsmittelabflüsse aus derivativen finanziellen Verbindlichkeiten 0,5 0,0 0,0 0,5
Summe 1.355,4 910,1 240,6 2.506,0
31.12.2023
Mio. EUR Innerhalb eines Jahres fällig In ein bis fünf Jahren fällig In über fünf Jahren fällig Gesamt
Zahlungsmittelabflüsse aus nicht-derivativen finanziellen Verbindlichkeiten 1.201,5 640,7 240,5 2.082,7
Leasingverbindlichkeiten 140,5 320,3 169,0 629,8
übrige nicht-derivative finanzielle Verbindlichkeiten 1.061,0 320,4 71,5 1.452,9
Zahlungsmittelabflüsse aus derivativen finanziellen Verbindlichkeiten 0,2 0,0 0,0 0,2
Summe 1.201,7 640,7 240,5 2.082,9

Die Gruppe ist aufgrund ihrer Lieferantenfinanzierungsvereinbarungen keinem erheblichen Liquiditätsrisiko ausgesetzt, da die Verbindlichkeiten, die Gegenstand von Lieferanten­finanzierungs­vereinbarungen sind, von untergeordneter Bedeutung sind und der Konzern Zugang zu anderen Finanzierungsquellen zu ähnlichen Bedingungen hat.  

42.3.                   Marktpreisrisiko

Die Aktivitäten des Konzerns setzen ihn im Wesentlichen geringfügigen finanziellen Risiken aus der Änderung von Wechselkursen und Zinssätzen aus. Der Konzern schließt selektiv in geringem Umfang derivative Finanzinstrumenten ab, um seine bestehenden Rohstoff-, Zins- und Wechselkursrisiken zu steuern. 122 Mutares SE & Co. KGaA Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2024

42.4.                   Wechselkursrisiko

Das operative Geschäft unterliegt Wechselkursrisiken durch Einkäufe und Verkäufe, die nicht in Euro vereinbart sind. Die für die Mutares wesentlichen Währungsrisiken entstammen aus Transaktionen in GBP, USD und PLN (Vorjahr: GBP, USD und PLN).   Die bestehenden Risikopositionen werden fortlaufend überwacht und durch gegenläufige bestehende Fremdwährungszahlungsströme gemindert. Aufgrund des überschaubaren Währungsexposures wird aktuell nur vereinzelt aktives Währungsrisikomanagement durch den Einsatz von derivativen Finanz­instrumenten betrieben.   Die folgende Tabelle zeigt aus Konzernsicht die Sensitivität eines 10 %-igen Anstiegs oder Rückgangs des Euro gegenüber der jeweiligen Fremdwährung auf:  

2024 2023
in Mio. EUR +10% -10% +10% -10%
USD -1,3 1,6 -0,4 0,5
CNY 0,0 0,0 0,2 -0,3
PLN 0,2 -0,3 0,9 -1,1
GBP -0,9 1,0 -5,0 6,1
SEK 0,0 0,0 0,0 0,0
DKK 0,0 0,0 0,0 0,0
NOK 0,0 0,0 0,1 -0,1
RON 0,0 0,0 -0,2 0,3
MAD 0,0 0,0 0,0 0,0
BAM 0,1 -0,1 0,4 -0,4
CLP 0,0 0,0 0,1 -0,2
DZD 0,0 0,0 0,2 -0,2
MXN 0,0 0,0 0,1 -0,1
MZN 0,0 0,0 0,1 -0,1
RSD 0,0 0,0 0,2 -0,3

123 Mutares SE & Co. KGaA Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2024

42.5.                   Zinsänderungsrisiko

Der Konzern ist sowohl einem Zinsänderungsrisiko aus variabel verzinslichen Darlehen als auch einem Zinsänderungsrisiko für festverzinsliche Darlehen im Zeitpunkt der Refinanzierung ausgesetzt. Der überwiegende Teil der Darlehen ist variabel ausgestaltet. Das Zinsrisiko resultiert aus Änderungen der Marktzinssätze, insbesondere bei mittel- und langfristig variabel verzinslichen Verbindlichkeiten. Bei den kurzfristigen Verbindlichkeiten, sowie generell bei Verbindlichkeiten mit fester Verzinsung ist das Zinsrisiko unwesentlich.  

in Mio. EUR 31.12.2024 31.12.2023
Buchwert festverzinsliche Darlehen 106,0 89,4
Buchwert variabel verzinsliche Darlehen 238,7 156,4
Buchwert festverzinsliche Anleihen 37,5 35,0
Buchwert variabel verzinsliche Anleihen 409,9 161,1
Summe 792,1 441,9

Das Risiko aus variabel verzinslichen Darlehen kann bei Bedarf ganz oder teilweise durch den Einsatz von entsprechenden laufzeit- und konditionskongruenten Zinsswaps abgesichert werden. Darüber hinaus wird die Entwicklung des Zinsniveaus und möglichen Darlehensausläufern fortwährend durch das Management überwacht. Dieses schließt in Abhängigkeit des Einzelfalls bei Bedarf Geschäfte zur Minderung der Risikoposition ab. Darüber hinaus besteht ein Zinsrisiko aus den variabel-verzinslichen Verbindlichkeiten aus Factoring.   Die Sensitivitätsanalyse für Zinsrisiken stellt den Effekt der Veränderung des risikofreien Marktzinssatzes auf den Gewinn vor Steuern dar, wenn das Marktzinsniveau im Vergleich zum Niveau des 31. Dezember 2024 (bzw. 31. Dezember 2023) um 100 Basispunkte höher bzw. niedriger gewesen wäre und alle anderen Variablen konstant gehalten würden. Des Weiteren wird die Analyse für einige einbezogene Finanzinstrumente unter der Annahme erstellt, dass der Betrag der ausstehenden Verbindlichkeit zum Ende der Berichtsperiode für das gesamte Jahr ausstehend war.  

2024 2023
Mio. EUR -100bp +100bp -100bp +100bp
Ergebniswirksamer Effekt vor Steuer 7,6 -7,7 4,3 -4,3

124 Mutares SE & Co. KGaA Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2024 G.                                Sonstige Angaben


43. Angaben zur Kapitalflussrechnung

Der Finanzmittelfonds umfasst Zahlungsmittel und Zahlungsmittel­äquivalente wie bspw. Guthaben bei Kreditinstituten. Bezüglich Angaben zu Zugriffsbeschränkungen verweisen wir auf Tz. 25 und 42.2. Zahlungsmitteläquivalente dienen dazu, kurzfristigen Zahlungsverpflichtungen nach­kommen zu können. Sie werden dem Finanzmittelfonds zugeordnet, da sie unmittelbar in einen festgelegten Zahlungsmittelbetrag umgewandelt werden können und nur unwesentlichen Wert­schwankungsrisiken unterliegen. Der Betrag des Finanzmittelfonds in der Kapitalflussrechnung entspricht dem Saldo der Zahlungsmittel und -äquivalente aus der Bilanz.   Im Konzernergebnis sind Gewinne aus Unternehmenserwerben („Bargain Purchase“) von EUR 268,9 Mio. (Vorjahr: EUR 727,2 Mio. EUR) enthalten, die den Cashflow aus der operativen Tätigkeit nicht erhöhen und deshalb zu bereinigen sind. Im Zusammenhang mit Erwerben wurden im Geschäftsjahr EUR 198,0 Mio. (Vorjahr: EUR 426,4 Mio.) an Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten akquiriert, wovon EUR 82,3 Mio. (Vorjahr: EUR 79,4 Mio.) auf Einzahlungen aus zwei von Dritten verwalteten Konten mit Bezug zu zwei Erwerben der Vorjahre entfallen. Die akquirierten Zahlungsmittel werden im Cashflow aus der Investitionstätigkeit gezeigt.   Darüber hinaus waren im Konzernergebnis Gewinne (EUR 82,9 Mio.; Vorjahr: EUR 118,6 Mio.) und Verluste (EUR 12,5 Mio.; Vorjahr: EUR 13,7 Mio.) aus Entkonsolidierungen erfasst, die den Cashflow aus der operativen Tätigkeit ebenso nicht erhöhen und deshalb zu bereinigen sind. Im Zusammenhang mit den Entkonsolidierungen sind saldiert EUR 50,0 Mio. an liquiden Mitteln zugeflossen (Vorjahr: EUR 169,3 Mio.), die im Cashflow aus der Investitionstätigkeit ausgewiesen sind.   Einzahlungen aus Abgängen von zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten beeinflussten im Geschäftsjahr die Zahlungsströme des Mutares-Konzerns mit EUR 0,0 Mio. (Vorjahr: EUR 17,1 Mio.), da diese zwei im ersten Quartal 2024 entkonsolidierte Tochterunternehmen betreffen, die zum 31. Dezember 2023 als zur Veräußerung gehalten eingestuft wurden (vgl. Tz. 24) und deshalb im Zusammenhang mit den Entkonsolidierungen gezeigt werden.   Insgesamt unterliegen EUR 9,0 Mio. (Vorjahr: EUR 15,7 Mio.) der Guthaben bei Kreditinstituten einer Verfügungsbeschränkung. 125 Mutares SE & Co. KGaA Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2024 Die Überleitungsrechnung zwischen Eröffnungsbilanz- und Schlussbilanzwerten für Verbindlichkeiten aus Finanzierungstätigkeit stellt sich wie folgt dar:  

Mio. Euro Verbindlich-keiten aus Finanzierungs- tätigkeit
Saldo zum 31.12.2022 680,9
Zahlungswirksame Vorgänge
Einzahlungen (+)/Auszahlungen (-) aus Anleihen 69,2
Einzahlungen (+) aus der Aufnahme von (Finanz-) Krediten 92,1
Auszahlungen (-) für die Tilgung von (Finanz-) Krediten -114,0
Auszahlungen (-) für die Tilgung von Leasingverbindlichkeiten -106,5
Einzahlungen (+) / Auszahlungen (-) aus Factoring 5,4
Erhaltene Zinsen (+) 8,3
Gezahlte Zinsen (-) -58,1
Saldo zahlungswirksamer Vorgänge -103,6
Zahlungsunwirksame Effekte
Zugang Leasingverbindlichkeiten 271,9
Zugang/Abgang von (Finanz-)Krediten aus Veränderung Konsolidierungskreis 83,4
Zinsaufwendungen (+)/Zinserträge (-) 73,1
Umgliederung IFRS 5 -53,1
Andere Veränderungen -49,0
Saldo zahlungsunwirksamer Effekte 326,2
Saldo zum 31.12.2023 573,8
Zahlungswirksame Vorgänge
Einzahlungen (+)/Auszahlungen (-) aus Anleihen 271,0
Einzahlungen (+) aus der Aufnahme von (Finanz-) Krediten 107,8
Auszahlungen (-) für die Tilgung von (Finanz-) Krediten -73,2
Auszahlungen (-) für die Tilgung von Leasingverbindlichkeiten -120,6
Einzahlungen (+) / Auszahlungen (-) aus Factoring -5,8
Erhaltene Zinsen (+) 17,5
Gezahlte Zinsen (-) -92,0
Saldo zahlungswirksamer Vorgänge 104,9
Zahlungsunwirksame Effekte
Zugang Leasingverbindlichkeiten 200,9
Zugang/Abgang von (Finanz-)Krediten aus Veränderung Konsolidierungskreis 66,8
Finanzaufwendungen (+)/Finanzerträge (-) 204,4
Umgliederung IFRS 5 -3,8
Andere Veränderungen 174,9
Saldo zahlungsunwirksamer Effekte 643,1
Saldo zum 31.12.2024 1.321,8

In der Überleitungsrechnung sind lang- und kurzfristige Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten, Verbindlichkeiten aus (unechtem) Factoring, Leasingverbindlichkeiten sowie Darlehen gegenüber Dritten berücksichtigt. 126 Mutares SE & Co. KGaA Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2024 Während des Geschäftsjahres sowie im Vorjahr hat der Konzern die folgenden wesentlichen nicht zahlungswirksamen Investitions- und Finanzierungstätigkeiten ausgeführt, die nicht in der Kapitalflussrechnung Niederschlag gefunden haben:   * In Übereinstimmung mit den Vorschriften des IFRS 16 wurden Nutzungsrechte aktiviert und korrespondierende Leasingverbindlichkeiten passiviert; die Auszahlungen für die Tilgung der Leasingverbindlichkeiten werden im Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit ausgewiesen. * Im Zusammenhang mit den Erst- und Entkonsolidierungen sind netto EUR 66,8 Mio. (Vorjahr: EUR 83,4 Mio.) an (Finanz-)Krediten dem Konzern hinzugegangen.   Gesellschaften im Konzern haben in der Vergangenheit Lieferanten­finanzierungs­vereinbarungen abgeschlossen, in deren Rahmen die Lieferanten eine vorzeitige Zahlung ihrer Rechnungen vom Finanzdienstleister erhalten können und die Unternehmen innerhalb der Gruppe bis zu 90 Tage verlängerte Zahlungsfristen erhalten. Der Hauptzweck dieser Vereinbarungen besteht darin, eine effiziente Zahlungsabwicklung zu ermöglichen, den Lieferanten im Vergleich zum Fälligkeitsdatum der entsprechenden Rechnung vorzeitige Zahlungsbedingungen zu bieten und den Unternehmen innerhalb der Gruppe verlängerte Zahlungsfristen zu gewähren.   Die Gruppe hat die ursprünglichen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, die den Vereinbarungen unterliegen, ausgebucht, da sich die Bedingungen der Vereinbarungen wesentlich von den Bedingungen der ursprünglichen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen unterscheiden. Die effektiven Zinssätze dieser Vereinbarungen liegen zwischen 2,5 % und 7,7 % (bestehend aus mehreren Komponenten: Versicherungsgebühr, volumenbasierte Servicegebühr, 3-Monats-EURIBOR und Risikoprämie auf der Grundlage der Bonität von Mutares) gegenüber den Finanzgebern. Des Weiteren enthalten die Vereinbarungen Garantien von anderen Gesellschaften im Konzern. Die Gruppe bucht daher die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen aus und weist die Beträge, die diesen Vereinbarungen unterliegen, unter den sonstigen kurzfristigen finanziellen Verbindlichkeiten aus, da sich die Art und Funktion dieser Verbindlichkeiten von denen der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen Verbindlichkeiten unterscheiden. Die Zahlungen der Finanzgeber an die Lieferanten gelten als nicht zahlungswirksame Transaktionen. Die Laufzeit der im Konzern vorliegenden Vereinbarungen beträgt zwischen 1 und 2 Jahren, und beinhalten Möglichkeiten zur Verlängerung.   Die Buchwerte der Verbindlichkeiten aus den Lieferantenfinanzierungsvereinbarungen werden aufgrund ihrer Kurzfristigkeit als angemessene Annäherung an ihre beizulegenden Zeitwerte angesehen.   Folgende Tabelle zeigt den Buchwert der finanziellen Verbindlichkeiten, sowie die Bandbreite der Zahlungsziele, die Teil von Lieferantenfinanzierungsvereinbarungen sind. Angaben zum Vorjahr unterbleiben. 127 Mutares SE & Co. KGaA Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2024

Mio. EUR 31.12.2024
Buchwert der finanziellen Verbindlichkeiten 9,9
davon ausgewiesen als sonstige kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten 9,9
davon Beträge für die die Lieferanten bereits Zahlungen von den Finanzdienstleistern erhalten haben 4,4
Bandbreite der Zahlungsziele für
Verbindlichkeiten, die Teil von Lieferantenfinanzierungsvereinbarungen sind 90 Tage nach Rechnungs-datum
Vergleichbare Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, die nicht Teil von Lieferantenfinanzierungsvereinbarungen sind 10 bis 90 Tage

Zu Beginn der Berichtsperiode lagen keine wesentlichen Lieferantfinanzierungsbeziehungen vor.   Veränderungen bei Verbindlichkeiten, die Gegenstand von Lieferantenfinanzierungsvereinbarungen sind, sind in erster Linie auf Zugänge zurückzuführen, die aus dem Kauf von Waren und Dienstleistungen und anschließenden Barzahlungen resultieren. Es gab keine wesentlichen nicht zahlungswirksamen Veränderungen dieser Verbindlichkeiten (z. B. Auswirkungen von Unter­nehmens­zusammenschlüssen, Wechselkursdifferenzen und andere Transaktionen, die keine Verwendung von Barmitteln erfordern).   Für die Zwecke der Kapitalflussrechnung hat der Vorstand festgelegt, dass die Beträge nicht Teil des Working Capital sind, das in den wesentlichen umsatzgenerierenden Tätigkeiten des Unternehmens verwendet wird. Daher werden die Mittelabflüsse zur Begleichung der Verbindlichkeiten aus der Lieferantenfinanzierung als Finanzierungs-Cashflows ausgewiesen. Infolgedessen sind die Verbindlichkeiten aus der Lieferanten­finanzierungs­vereinbarung in der Abstimmung der Nettoverschuldung enthalten.    

44. Beteiligungen an gemeinsamen Vereinbarungen und Gemeinschaftsunternehmen

Mittelbare Tochterunternehmen der Mutares SE & Co. KGaA aus dem Segment Engineering & Technology sind als Partner an gemeinsamen Vereinbarungen i.S.v. IFRS 11 im Rahmen von Arbeits­gemeinschaften bzw. Konsortialverträgen beteiligt. Diese sind mit dem Ziel eingegangen worden, Kundenprojekte umzusetzen. Der Sitz des überwiegenden Teils der Arbeitsgemeinschaften befindet sich in Europa, in Deutschland, Portugal, Spanien, Österreich und Frankreich. Die Eigentumsanteile liegen dabei zwischen 20 % und 77 %.   Unter Berücksichtigung von Aufbau und Rechtsform der Vereinbarungen sowie aller sonstigen relevanten Sachverhalte und Umstände sind die gemeinsamen Vereinbarungen als gemeinschaftliche Tätigkeit zu klassifizieren, die für sich genommen für den Konzern nicht wesentlich sind.   Zum Abschlussstichtag bezieht sich die gesamtschuldnerische Haftung aus der Beteiligung an den Gesellschaften bürgerlichen Rechts auf Projekte mit einem Gesamtauftragswert von umgerechnet ca. EUR 646,1 Mio. (Vorjahr: ca. EUR 698,2 Mio.). Der darin befindliche Eigenanteil der Tochter­unternehmen beläuft sich auf EUR 298,5 Mio. (Vorjahr: EUR 318,1 Mio.). Aufgrund der laufenden Bonitäts­beurteilungen der ARGE- bzw. Konsortialpartner gehen wir nicht davon aus, dass für die Anteile von anderen Gesellschaften eine Inanspruchnahme erfolgt. Für den Eigenanteil gehen wir – 128 Mutares SE & Co. KGaA Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2024 mit Ausnahme der als Drohverlustrückstellungen bzw. im Rahmen der verlustfreien Bewertung erfassten Beträge – ebenfalls nicht von einer Inanspruchnahme aus.   Peugeot Motocycles hält als wesentliche, mit der Equity-Methode bilanzierte Anteile eine Beteiligung von 50 % an Jinan Qingqi Peugeot Motocycles Co Ltd, China.(“JNQP”). Hierbei handelt es sich um ein Gemeinschaftsunternehmen mit Jinan Qingqi Motorcycle Co. Ltd., China („JNQQ“).   Folgende Übersicht zeigt zusammengefasste Finanzinformationen zum Stichtag von JNQP:  

Mio. EUR 31.12.2024 31.12.2023
Langfristige Vermögenswerte 11,0 10,6
Kurzfristige Vermögenswerte 21,5 24,9
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 3,6 10,2
Langfristige Verbindlichkeiten 1,3 1,3
langfristige finanzielle Verbindlichkeiten 1,1 0,0
Kurzfristige Verbindlichkeiten 5,7 8,0
kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten 5,4 5,0
Nettovermögenswerte 25,4 26,1
Auf Aktionäre der Mutares SE & KGaA entfallend 12,7 13,0
Mio. EUR 2024 2023
Umsatzerlöse 36,2 45,8
Planmäßige Abschreibungen und Wertminderungen auf Sachanlagen und sonstige immaterielle Vermögenswerte -1,1 -0,9
Ergebnis nach Steuern aus fortgeführten Geschäftsbereichen 0,3 2,0
sonstiges Ergebnis 0,0 0,0
Gesamtergebnis 0,3 2,0
Auf Aktionäre der Mutares SE & KGaA entfallend 0,2 1,0

Da die Anteile an JNQP nicht börsennotiert sind, liegen keine Marktwerte vor. Im Geschäftsjahr 2024 hat PMTC von JNQP, eine Dividende von EUR 1,0 Mio. vereinnahmt. 129 Mutares SE & Co. KGaA Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2024

45. Eventualschulden, Haftungsverhältnisse und Rechtsstreitigkeiten

Eventualschulden/Haftungsverhältnisse   Eventualschulden, d.h. eine mögliche Verpflichtung, die durch das Eintreten oder Nicht­eintreten von unsicheren zukünftigen Ereignissen entsteht und die in ihrer Höhe nicht ausreichend verlässlich geschätzt werden kann, werden nicht passiviert. Stattdessen erfolgen an dieser Stelle Ausführungen zur Art der Eventualschulden und eine Schätzung der finanziellen Auswirkungen sowie möglicherweise Unsicherheiten hinsichtlich des Betrags und/oder der Fälligkeiten.   Verpflichtungen aus Unternehmenserwerben   Zum Abschlussstichtag 31. Dezember 2024 bestehen die folgenden Verpflichtungen aus Unter­nehmenserwerben:   Ein unmittelbares Tochterunternehmen hat im Februar 2022 den Erwerb der Balcke Dürr Energy Solution S.p.A. abgeschlossen. Mutares hat sich im Rahmen des Erwerbs gegenüber der Verkäuferin dazu verpflichtet, diese ab Unterzeichnung des Kaufvertrages bis fünf Jahre nach Vollzug der Transaktion von Schäden freizustellen, die durch die Nichteinhaltung der vollständigen und rechtzeitigen Erfüllung bestimmter in der Garantie definierten Verpflichtungen des Käufers entstehen. Diese Verpflichtung ist auf EUR 2,0 Mio. begrenzt. Des Weiteren hat sich Mutares gegenüber der Verkäuferin und gegenüber einer zum Konzernverbund der Verkäuferin gehörenden Gesellschaft verpflichtet, für alle Verpflichtungen der Käuferin im Rahmen einer im Kaufvertrag definierten Kundenbeziehung einzustehen. Diese Garantie ist auf EUR 8,0 Mio. und einen Zeitraum von fünf Jahren nach Vollzug der Transaktion beschränkt. Ferner hat Mutares im Zuge des Erwerbs zur Sicherung einer Garantie, welche die Intesa Sanpaolo gegenüber der Verkäuferin bzw. einer zum Konzernverbund der Verkäuferin gehörenden Gesellschaft gegeben hat, Guthaben in Höhe von EUR 7,5 Mio. bei dieser Bank verpfändet. Die Laufzeit der Verpflichtung sowie der Sicherheit ist nicht befristet. Die Verpflichtung und die Sicherheit reduzieren sich im Zeitablauf durch den Abschluss von Projektleistungen durch die Balcke Dürr Energy Solution S.p.A. Mutares hat sich verpflichtet, die im Rahmen einer Reduzierung der Sicherung durch die Bank freigegebenen Mittel bis zu einer Höhe von EUR 12,0 Mio. zum Wohle der Balcke Dürr Energy Solution S.p.A. zu verwenden, wobei die Notwendigkeit in Abhängigkeit von der Entwicklung der Balcke-Dürr Energy Solutions S.p.A. im Ermessen von Mutares liegt. In Zusammenhang mit dieser Verpflichtung hat Mutares zugesagt, die Verkäuferin von sämtlichen möglichen Schäden aus der Verletzung ihrer vereinbarten Pflichten freizustellen. Zum Zeitpunkt der Aufstellung dieses Abschlusses ist keine Pflichtverletzung bekannt und es wurden auch keine Handlungen initiiert, in denen eine Verletzung der vereinbarten Pflichten gesehen werden könnten.   Ein unmittelbares Tochterunternehmen hat im Oktober 2022 die Guascor Energy S.A.U. erworben. Im Rahmen der Transaktion hat sich Mutares verpflichtet, für einen Zeitraum von fünf Jahren ab Vollzugsdatum für sämtliche Verpflichtungen der Käuferin aus dem Kauf- und Abtretungsvertrag einzustehen. Die Garantie ist lediglich in Bezug auf Schadensersatz aus falschen Angaben oder Zusicherungen des Käufers auf die Höhe des Kaufpreises begrenzt. Des Weiteren hat Mutares im Zusammenhang mit dem Erwerb eine weitere, zeitlich unbefristete, Garantie gegenüber Dritten in Gesamthöhe von EUR 3,6 Mio. Ausgegeben. Die Garantie hat sich im Geschäftsjahr ohne Inanspruchnahme auf EUR 1,8 Mio. reduziert.   Ein unmittelbares Tochterunternehmen hat im März 2023 die MMT-B S.A.S. erworben. Im Rahmen der Transaktion hat Mutares garantiert, für einen zusätzlichen Kaufpreis, der nach Vorliegen bestimmter Voraussetzungen im Jahr 2026 fällig werden könnte, einzustehen. Diese Garantie ist auf maximal EUR 5,0 Mio. begrenzt.   Mutares hat im Oktober 2023 im Zusammenhang mit dem Erwerb der Vermögenswerte der Holland Industrial Constructions Systems Coöperatief U.A., für die Erwerbergesellschaft Byldis Prefab B.V. 130 Mutares SE & Co. KGaA Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2024 und Byldis Facades B.V.  eine Garantie gegenüber Dritten in Höhe von EUR 10,0 Mio. ausgegeben. Diese erlischt, sobald die Garantien zwischen Byldis Prefab B.V. und Byldis Facades B.V. und der dritten Partei erlöschen.   Im Dezember 2023 hat ein unmittelbares Tochterunternehmen 100 % der Anteile an der Prénatal Moeder en Kind B.V. erworben. Im Rahmen der Transaktion hat sich Mutares dazu verpflichtet, die Verkäuferin freizustellen, sofern sie aus Garantien gegenüber Dritten in Anspruch genommen wird, beziehungsweise die Garantien der Verkäuferin mit eigenen Garantien zu ersetzen, insgesamt bis zu einem Höchstbetrag von EUR 5,2 Mio. Die derzeitige Freistellung hat eine Laufzeit bis zum 1.  Dezember 2026.   Im Dezember 2024 hat ein unmittelbares Tochterunternehmen von Mutares sämtliche Anteile an der Natura Sp.z.o.o. erworben. Im Rahmen der Transaktion hat Mutares gegenüber der Verkäuferin garantiert, für die vertraglichen Verpflichtungen der Käuferin aus dem Kaufvertrag im Hinblick auf die Verpflichtung zur Zahlung einer Insolvenzstrafe Zahlung von 20 % der Exit-Erlöse und zur Erstattung der Verkäufer-Lieferantengarantien einzustehen. Die Garantie ist auf einen Betrag von PLN 48,5 Mio. (ca. EUR 11,3 Mio.) sowie eine Laufzeit bis zum 30. Juni 2029 begrenzt.   Grundsätzlich geht der Vorstand bei den Verpflichtungen aus Unternehmenserwerben nicht von einer Inanspruchnahme aus, auch wenn es grundsätzlich nicht auszuschließen ist, dass es u.a. bei unerwarteten adversen Entwicklungen von Rahmenbedingungen - wie z.B. einer deutlich schlechteren konjunkturellen Entwicklung - oder disruptiven Ereignissen, z.B. einer durch geopolitische Entwicklungen bedingten Blockade wichtiger Lieferketten - zu einer solchen Inanspruchnahme von einzelnen eingegangenen Verpflichtungen kommen kann. Dieses Risiko ist jedoch bei dem durch eine hohe Transaktionstätigkeit gekennzeichneten Geschäftsmodell von Mutares unvermeidbar.   Die folgenden Verpflichtungen aus Unternehmenserwerben sind im Geschäftsjahr 2024 ausgelaufen:   Mutares hatte sich gegenüber der Verkäuferin der keeeper GmbH verpflichtet, diese im Falle einer Inanspruchnahme im Zusammenhang mit einer früheren Finanzierungszusage sowie früher erteilter Garantien schadlos zu halten, wobei diese Verpflichtung der Höhe nach auf einen Betrag von EUR 3,5 Mio. beschränkt war und am 20. Juni 2024 endete. Diese Garantie ist im Geschäftsjahr 2024 ohne Inanspruchnahme ausgelaufen.   Im Dezember 2023 hat ein unmittelbares Tochterunternehmen 100 % der Anteile an der Prénatal Moeder en Kind B.V. erworben. Im Rahmen der Transaktion hat sich Mutares gegenüber der Verkäuferin dazu verpflichtet, befristet bis zum 31. Dezember 2024 für die Erfüllung der Verbind­lichkeiten der Prénatal Moeder en Kind B.V. aus der sog. „403 Erklärung“, einer Erklärung nach niederländischem Recht der Muttergesellschaft, für die Verpflichtungen der Tochtergesellschaft bis zu einer Gesamthöhe von EUR 1,0 Mio. einzustehen. Diese Garantie ist mit Ablauf des 31. Dezember 2024 ohne Inanspruchnahme ausgelaufen.      Verpflichtungen aus Unternehmensveräußerungen   Am 10. November 2022 wurde der Verkauf aller Anteile an der Nordec Group OY durch die DONGES STEELTEC GmbH vollzogen. Im Zusammenhang mit dem Verkauf hat sich Mutares verpflichtet, für die Entschädigungsverpflichtung der DONGES STEELTEC GmbH aus dem Kauf- und Abtretungsvertrag einzustehen. Die Garantie ist auf einen Höchstbetrag von EUR 13,0 Mio. begrenzt. Die Garantie erlischt spätestens fünfzehn Jahre nach Ausstellung der Garantie, d.h. mit Ablauf des 10. November 2037, oder sofern alle Ansprüche ordnungsgemäß erfüllt worden sind und keine weiteren Entschädigungsansprüche zu erwarten sind oder der Höchstbetrag ausgeschöpft worden ist oder sofern eine Aufhebungsvereinbarung betreffend die Garantie getroffen wurde oder sofern auf die Ansprüche auf Entschädigung in der Folge eines Kontrollwechsels verzichtet worden 131 Mutares SE & Co. KGaA Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2024 ist. Der Vorstand geht nicht davon aus, aus dieser Verpflichtung in Anspruch genommen zu werden. Aufgrund des Abschlusses einer Vergleichsvereinbarung im April 2023 hat sich die Garantie im Geschäftsjahr 2023 auf EUR 11,8 Mio. reduziert.    Im Zuge des Verkaufs von Immobilien und der Rückvermietung dieser an die Japy Tech S.A.S. im November 2021 hat sich Mutares dazu verpflichtet, für Investitionsverpflichtungen der Japy Tech S.A.S. mit einem Betrag von bis zu EUR 1,5 Mio. und mit einem Betrag von bis zu EUR 1,2 Mio. für die Zahlungsverpflichtungen aus dem Mietvertrag für einen Zeitraum von fünf Jahren ab Verkauf, d.h. bis zum 8. November 2026, einzustehen. Beide Garantien reduzieren sich im Zeitverlauf. Im Geschäftsjahr 2024 haben sich beide Verpflichtungen auf jeweils EUR 0,6  Mio. reduziert.     Grundsätzlich geht der Vorstand bei den Verpflichtungen aus Unternehmensveräußerungen nicht von einer Inanspruchnahme aus, auch wenn es grundsätzlich nicht auszuschließen ist, dass es u.a. bei unerwarteten adversen Entwicklungen von Rahmenbedingungen - wie z.B. einer deutlich schlechteren konjunkturellen Entwicklung - oder disruptiven Ereignissen, z.B. einer durch geopolitische Entwicklungen bedingten Blockade wichtiger Lieferketten - zu einer solchen Inanspruchnahme von einzelnen eingegangenen Verpflichtungen kommen kann. Dieses Risiko ist jedoch bei dem durch eine hohe Transaktionstätigkeit gekennzeichneten Geschäftsmodell von Mutares unvermeidbar.     Rechtsstreitigkeiten   Gegen Gesellschaften der SFC Solutions Group wurde vom ehemaligen Eigentümer Cooper-Standard Automotive, Inc. („CSA“) im Mai 2022 auf Grund behauptetem Zahlungsverzug von Lizenzgebühren am Court of Michigan Klage eingereicht. Die Klage beruht auf einer Lizenzvereinbarung, nach denen Gesellschaften der SFC Solutions Group für in Anspruch genommenes geistiges Eigentum von CSA Lizenzgebühren zu entrichten haben. Im Wesentlichen besteht indes Uneinigkeit über Grundlage, Anlass, Umfang und Bestehen der geforderten Lizenzgebühren. Die SFC Solutions Group hält die Klage für unzulässig, jedenfalls unbegründet, und hat die Verteidigung aufgenommen. Vom Court of Michigan wurde die Klage an das zuständige Bundesgericht in Michigan (USA) verwiesen. Einerseits wurde gegen Ende 2024 ein Zivilprozessverfahren (summarisches Verfahren) angestrengt, andererseits hat im Regelverfahren die sog. “Discovery”, also die Vorlage aller relevanten Dokumente in einem formal eng definierten Verfahren begonnen. Im Dezember 2024 eröffnete sich die Möglichkeit, eine außergerichtliche Mediation zu starten. Im Januar 2025 wurde daraufhin ein Term Sheet zur außergerichtlichen Beilegung des Rechtsstreits und im März 2025 schließlich eine Vergleichsvereinbarung unterzeichnet, wonach eine Zahlung in Höhe von USD 9,5 Mio. (ca. EUR 9,1 Mio.) nach Unterzeichnung der Vergleichsvereinbarung zu leisten ist. Ein entsprechender Betrag wurde zum Abschluss­stichtag 31. Dezember 2024 als Rückstellung passiviert. Darüber hinaus sind auf Basis der Vergleichsvereinbarung USD 2,0 Mio. (ca. EUR 1,9 Mio.) im Falle des Verkaufs der SFC Solutions Group zu zahlen.   Eine weitere Klage wird vom Liquidator der früheren Beteiligung Grosbill betrieben, gestützt auf eine behauptete gesellschaftsrechtliche Verantwortung von Mutares. Zugleich wird von diesem Liquidator auch der frühere Verkäufer von Grosbill wegen Vertragsbruches der verkauften Gesellschaft gegenüber verklagt. Mutares hat sich in vollem Umfang gegen diese Klage verteidigt, die sie für unbegründet hielt. Der Rechtsstreit wurde zunächst mangels Klagebegründung vom Gericht aus der Liste laufender Verfahren gelöscht und ruhend gestellt; kurz vor der Verjährung möglicher Ansprüche Ende 2022 hat die Klägerin eine neue Klageschrift eingereicht, die eine Begründung enthält. Des Weiteren hat der Liquidator im August 2023 eine weitere Klagebegründung eingereicht, die sich im Wesentlichen gegen den früheren Verkäufer richtet. Mutares wird sich hiergegen verteidigen, da die Ansprüche für unbegründet sowie aufgrund fehlender gesetzlicher Vorschriften für rechtlich abwegig gehalten werden. Das Gericht in Paris hat sich inzwischen für unzuständig erklärt. Eine Neuaufnahme ist nicht bekannt und sollte auch nicht möglich sein. 132 Mutares SE & Co. KGaA Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2024 Im Hinblick auf den Erwerb des nunmehr als MoldTecs Group firmierenden Geschäfts bestehen nach wie vor unterschiedliche Auffassungen zwischen der Erwerbergesellschaft, einem unmittelbaren Tochterunternehmen von Mutares, und dem früheren Eigentümer über den finalen Kaufpreis und eine etwaige Kaufpreisanpassung. Nachdem bislang keine Einigung erzielt wurde, hat der frühere Eigentümer im Januar 2024 eine Schiedsklage vor dem Deutschen Institut für Schiedsgerichtsbarkeit eingereicht, mit der rechtliche Vorfragen geklärt werden sollen. Auf dieser Basis soll dann in einem zweiten Schritt ein Schiedsgutachter über die finale Kaufpreisberechnung und -anpassung entscheiden. Ferner wird von der Klägerin Schadensersatz geltend gemacht. Das unmittelbare Tochterunternehmen von Mutares wird gemeinsam mit den rechtlichen Beratern im April 2024 Schriftsätze zur Klageerwiderung erstellen und Widerklage beim DIS einreichen. Das Schiedsgericht wird derzeit konstituiert und eine schriftliche Stellungnahme sowie Anhörung werden für das dritte Quartal des Geschäftsjahres 2025 erwartet. Über den möglichen Ausgang des Verfahrens und etwaige Erfolgsaussichten der Klage lässt sich aktuell weiterhin keine verlässliche Auskunft treffen. Entsprechend wurde zum Abschlussstichtag 31. Dezember 2024 keine Rückstellung passiviert.   Zudem wurde eine Klage von 13 selbständigen Dienstleistern der Stuart Gruppe gegen Mutares und ein unmittelbares Tochterunternehmen von Mutares erhoben. Dabei wurden gleichzeitig die Verkäufer der Gesellschaften der Stuart Gruppe sowie mehrere weitere Gesellschaften mitverklagt. Die Dienstleister klagen auf Feststellung, dass sie Arbeitnehmer der Stuart Gruppe sind. Der Prozess wird vor dem spanischen zentralen Gerichtshof “Sala nacional de la AUDIENCIA NACIONAL” geführt. Mutares wird sich hiergegen verteidigen und ist nach Rücksprache mit den lokalen Anwälten zuversichtlich den Rechtsstreit zu gewinnen. Eine erste Anhörung fand im November 2024 statt, eine Entscheidung steht aktuell aus.    

46. Nahestehende Personen und Unternehmen

Gemäß IAS 24 werden als nahestehend diejenigen Personen und Unternehmen definiert, die von der Mutares SE & Co. KGaA maßgeblich beeinflusst werden können oder auf die Mutares SE & Co. KGaA maßgeblichen Einfluss nehmen können. Hierzu gehören einerseits Tochterunternehmen, auch diejenigen die nicht konsolidiert werden, sowie assoziierte Unternehmen. Anderseits gehören hierzu auch natürliche Personen mit maßgeblichem Stimmrechtsanteil und Mitglieder des Managements in Schlüssel­positionen wie Vorstände und Aufsichtsräte sowie deren jeweilige nahe Familienangehörige.   Die Mutares SE & Co. KGaA hat die Vorstände und die Aufsichtsräte der Mutares Management SE als persönlich haftenden Gesellschafterin sowie deren nahe Familienangehörige und jene Unternehmen, auf die diese Personen maßgeblichen Einfluss nehmen bzw. nehmen können und die nicht konsolidiert werden, als nahestehende Personen identifiziert.   Salden und Geschäftsvorfälle zwischen der Gesellschaft und ihren Tochterunternehmen wurden im Zuge der Konsolidierung eliminiert und werden hier nicht erläutert. Einzelheiten zu Geschäftsvorfällen zwischen dem Konzern und anderen nahestehenden Unternehmen und Personen sind nachfolgend angegeben.   Die folgenden Salden gegenüber nahestehenden Unternehmen und Personen, die nicht dem Konzernkreis angehören, waren am Ende der Berichtsperioden ausstehend: 133 Mutares SE & Co. KGaA Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2024

Forderungen gg. nahestehende Personen und Unternehmen Verbindlichkeiten ggü. nahestehende Personen und Unternehmen
TEUR 31.12.2024 31.12.2023 31.12.2024 31.12.2023
Tochterunternehmen 0 141 57 273
Sonstige nahestehende Unternehmen 6.064 0 11.446 13.351
Mutares Management SE 27 0 9.453 13.351
Assoziierte Unternehmen 6.037 0 1.993 0
Aufsichtsrat 0 0 144 135
Vorstand 0 0 0 1
Summe 6.064 141 11.646 13.761

Im Laufe des Geschäftsjahres führten Konzerngesellschaften die folgenden Transaktionen mit nahestehenden Unternehmen und Personen durch, die nicht dem Konsolidierungskreis angehören:  

Verkauf von Dienstleistungen an Erwerb von Dienstleistungen
TEUR 2024 2023 2024 2023
Tochterunternehmen 852 45 0 764
Sonstige nahestehende Unternehmen 1.884 359 12.366 12.750
Mutares Management SE 1.499 359 11.258 12.750
Assoziierte Unternehmen 385 0 1.108 0
Aufsichtsrat 0 0 179 141
Vorstand 0 0 0 24
Summe 2.736 404 12.545 13.679

Bei den sonstigen nahestehenden Unternehmen handelt es sich zum einen um die persönlich haftende Gesellschafterin und zum anderen um Unternehmen, welche Mitgliedern des Vorstands der Mutares SE & Co. KGaA nahestehen sowie um assoziierte Unternehmen des Konzerns.   Im Geschäftsjahr wurden Transaktionen zu marktüblichen Konditionen mit nahestehenden Personen oder Unternehmen geschlossen.   Organe der Gesellschaft   Der Vorstand der Mutares Management SE als persönlich haftende Gesellschafterin der Mutares SE & Co. KGaA besteht aus den folgenden Personen:   •                     Robin Laik, Chief Executive Officer, München; Mitgliedschaften in gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten oder in vergleichbaren in- oder ausländischen Kontrollgremien von Wirtschaftsunternehmen (Stand: 31. Dezember 2024): o         mutares Holding-02 AG, Bad Wiessee (bis zum 30. Juli 2024 Mitglied des Aufsichtsrats) o         mutares Holding-11 AG i.L., Bad Wiessee (bis zum 5. April 2024 Mitglied des Aufsichtsrats) o         mutares Holding-20 AG i.L., Bad Wiessee (bis zum 30. Januar 2024 Mitglied des Aufsichtsrats) o         mutares Holding-21 AG, Bad Wiessee (bis zum 30. Juli 2024 Mitglied des Aufsichtsrats)   •                     Mark Friedrich, Chief Financial Officer, München; Mitgliedschaften in gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten oder in vergleichbaren in- oder ausländischen Kontrollgremien von Wirtschaftsunternehmen (Stand: 31. Dezember 2024): keine 134 Mutares SE & Co. KGaA Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2024 •                     Johannes Laumann, Chief Investment Officer, Bonn (seit dem 1. Juli 2024); Mitgliedschaften in gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten oder in vergleichbaren in- oder ausländischen Kontrollgremien von Wirtschaftsunternehmen (Stand: 31. Dezember 2024): keine   •                     Dr. Lennart Schley, Chief Operating Officer, Berlin (seit dem 1. Juli 2024); Mitgliedschaften in gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten oder in vergleichbaren in- oder ausländischen Kontrollgremien von Wirtschaftsunternehmen (Stand: 31. Dezember 2024): * mutares Holding-03 AG, Bad Wiessee (bis zum 30. Juli 2024) * Redo Oy, Vantaa, Finland (bis zum 27. Juni 2024 Mitglied des Board of Directors) Kuljettava Oy, Helsinki, Finland (seit dem 30. Mai 2024 Mitglied des Board of Directors) Slide S.r.l., Mailand, Italien (seit dem 3. März 2024 Mitglied des Board of Directors) Lapeyre Holding SAS, Paris, Frankreich, Mitglied des Strategischen Komitees  

Die Gesamtbezüge des Vorstands (inklusive der anteilsbasierten Vergütung) für das Geschäfts­jahr 2024 betrugen EUR 10,2 Mio. (Vorjahr: EUR 10,0 Mio.), davon für ausgeschiedene Vorstandsmitglieder EUR 0,5 Mio. (Vorjahr: EUR 0,5 Mio.). Für die Mitglieder des Vorstands wurden keine Zahlungen im Zusammenhang mit beitragsorientierten Plänen geleistet. Im September 2023 wurden im Rahmen eines virtuellen Aktionsoptionsprogramm 180.000 Aktien an die Mitglieder des Vorstands ausgeben. Die gewährten Aktienoptionen sind nicht dividendenberechtigt und gewähren keine Stimmrechte. Im Geschäftsjahr sind 45.000 Aktienoptionen verfallen, damit sind noch 135.000 Aktienoptionen ausstehend. Insgesamt betrug der Aufwand in Bezug auf Aktienoptionsprogramme EUR 0,4 Mio. im Geschäftsjahr 2024.   Der Aufsichtsrat der Mutares SE & Co. KGaA bestand im Geschäftsjahr und zum 31. Dezember 2024 aus den folgenden Personen: •                     Volker Rofalski, Geschäftsführer der only natural munich GmbH, München, Vorsitzender, Mitglied des Prüfungsausschusses; Mitgliedschaften in gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten oder in vergleichbaren in- oder ausländischen Kontrollgremien von Wirtschaftsunternehmen (Stand: 31. Dezember 2024): * HELIAD AG, Frankfurt am Main (Mitglied des Aufsichtsrats) * Bio-Gate AG, Nürnberg (stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender) * Mutares Management SE, München (Mitglied des Aufsichtsrats) * paycentive Group AG, Augsburg (Mitglied des Aufsichtsrats) * HELIAD Crypto Partners GmbH & Co. KGaA, Frankfurt am Main (bis zum 15. Dezember 2024 Mitglied des Aufsichtsrats) * SECANDA AG, Villingen-Schwenningen (seit 1. Juli 2024, stellvertretender Aufsichtsrats­vorsitzender)   •                     Dr. Axel Müller, selbständiger Unternehmensberater, Lahnstein, bis zum 12. April 2025 stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender sowie Vorsitzender des Prüfungsausschusses; Mitgliedschaften in gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten oder in vergleichbaren in- oder ausländischen Kontrollgremien von Wirtschaftsunternehmen (Stand: 31. Dezember 2024): * Mutares Management SE, München (Mitglied des Aufsichtsrats) * Mellifera Sechsunddreißigste Beteiligungsgesellschaft mbH (MIP Pharma Unter­nehmensgruppe), Berlin (Vorsitzender des Beirats)   •                     Dr. Lothar Koniarski, Geschäftsführer der ELBER GmbH, Regensburg, Mitglied des Aufsichtsrats (seit dem 12. April 2025 stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender sowie Vorsitzender des Prüfungsausschusses); Mitgliedschaften in gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten oder in vergleichbaren in- oder ausländischen Kontrollgremien von Wirtschaftsunternehmen (Stand: 31. Dezember 2024): * Mutares Management SE, München (Stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats) * SBF AG, Leipzig (Vorsitzender des Aufsichtsrats) 135 Mutares SE & Co. KGaA Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2024 * DV Immobilien Management GmbH, Regensburg (Stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats) * Regensburger Universitätsstiftung, Universitätsstiftung Hans Vielberth und Universitätsstiftung für Immobilienwirtschaft Hans Vielberth (Mitglied des Stiftungsrats)   •                     Raffaela Rein, Geschäftsführerin der WildWildVentures GmbH, Vorstand im Deutschen Startup Verband, Berlin, Mitglied des Aufsichtsrats, Mitglied des Prüfungsausschusses (seit dem 4. Juni 2024); Mitgliedschaften in gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten oder in vergleichbaren in- oder ausländischen Kontrollgremien von Wirtschaftsunternehmen (Stand: 31. Dezember 2024): * IU International University of Applied Sciences GmbH, Erfurt (Mitglied des Beirats) * Mitglied des erweiterten Vorstands, Bundesverbands Deutscher Startups e.V. (German Startups Association)   Die Mitglieder des Aufsichtsrats der Gesellschaft erhalten eine feste Grundvergütung von TEUR 20 für das jeweilige Geschäftsjahr der Gesellschaft. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats erhält eine feste Grundvergütung von TEUR 45 und sein Stellvertreter erhält eine feste Grundvergütung von TEUR 30 für das jeweilige Geschäftsjahr der Gesellschaft. Da der Aufsichtsrat im Geschäftsjahr 2024 aus einem Vorsitzenden, einem stellvertretenden Vorsitzenden und zwei weiteren Mitgliedern bestand, betrug die Grund-Gesamtvergütung der Aufsichtsratsmitglieder im Geschäftsjahr 2024 TEUR 115. Für die Tätigkeit im Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats erhalten jeweils zusätzlich der Vorsitzende des Ausschusses TEUR 15 und jedes andere Mitglied des Ausschusses TEUR 5 für das jeweilige Geschäftsjahr der Gesellschaft. Die Gesellschaft hat einen Prüfungsausschuss, dem Dr. Axel Müller als Vorsitzender (bis zum 12. April 2025) sowie Volker Rofalski und Raffaela Rein angehören. Für die Tätigkeit in weiteren Ausschüssen des Aufsichtsrats erhalten jeweils zusätzlich der Vorsitzende des Ausschusses TEUR 10 und jedes andere Mitglied des Ausschusses TEUR 5 für das jeweilige Geschäftsjahr der Gesellschaft. Zusätzlich zu den vorgenannten Vergütungen werden den Mitgliedern des Aufsichtsrats die bei der Ausübung ihres Amtes entstehenden Auslagen, zu denen auch die anfallende Umsatzsteuer gehört, erstattet. Die Vergütung ist mit Ablauf des jeweiligen Geschäfts­jahres zu zahlen. Aufsichtsrats­mitglieder, die nur während eines Teils des vollen Geschäftsjahres dem Aufsichtsrat oder einem Ausschuss des Aufsichtsrats angehören oder das Amt des Vorsitzenden oder des Stellvertreters innehaben, erhalten eine im Verhältnis zeitanteilige Vergütung. Die Mitglieder des Aufsichtsrats der Gesellschaft sind auch gleichzeitig Mitglieder des Gesellschafter­ausschuss. Die Mitglieder des Gesellschafterausschuss erhalten eine feste Vergütung von TEUR 10 für das jeweilige Geschäftsjahr der Gesellschaft. Die Vergütung ist mit Ablauf des jeweiligen Geschäftsjahres zu zahlen. Mitglieder des Gesellschafterausschusses, die nur während eines Teils des vollen Geschäftsjahres dem Gesellschafterausschuss angehören, erhalten eine im Verhältnis zeitanteilige Vergütung. Die Gesamtvergütung der o.g. Mitglieder des Aufsichtsrats und des Gesellschafter­ausschusses belief sich damit im Geschäftsjahr 2024 auf TEUR 178.   Die Mitglieder des Aufsichtsrats der Mutares Management SE erhalten eine feste Grundvergütung von TEUR 75 für das jeweilige Geschäftsjahr der Gesellschaft. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats erhält eine feste Grundvergütung von TEUR 150 und sein Stellvertreter erhält eine feste Grundvergütung von TEUR 110 für das jeweilige Geschäftsjahr der Gesellschaft. Für die Tätigkeit im Personalausschuss des Aufsichtsrats erhalten jeweils zusätzlich der Vorsitzende des Ausschusses TEUR 15 und jedes andere Mitglied des Ausschusses TEUR 5 für das jeweilige Geschäftsjahr der Gesellschaft. Die Gesellschaft hat einen Personalausschuss, dem Herr Dr. Axel Müller als Vorsitzender und Herr Volker Rofalski angehören. Die Grund-Gesamtvergütung der Aufsichtsratsmitglieder (inkl. Tätigkeits­vergütungen für Ausschusstätigkeiten) betrug im Geschäftsjahr 2024 insgesamt TEUR 430.   Mitglieder von Aufsichtsrat und Vorstand haben in ihrer Eigenschaft als Anteilseigner der Mutares SE & Co. KGaA in 2024 einen kleinen zweistelligen Millioneneurobetrag (Vorjahr: kleinen zweistelligen Millioneneurobetrag) als Dividenden vereinnahmt.   Ferner erhält die Mutares Management SE als persönlich haftende Gesellschafterin eine gewinn- und 136 Mutares SE & Co. KGaA Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2024 verlustunabhängige jährliche Vergütung von 4   % ihres Grundkapitals, zuzüglich einer etwaig geschuldeten Umsatzsteuer. Für das Geschäftsjahr 2024 betrug diese Vergütung wie im Vorjahr TEUR   5.    

47. Mitarbeitende

In den Geschäftsjahren 2024 und 2023 waren im Mutares-Konzern gemäß § 267 Abs. 5 HGB durchschnittlich die folgende Anzahl an Mitarbeitenden beschäftigt:  

2024 2023
Gewerbliche Mitarbeitende 19.826 19.069
Gehaltsempfänger 9.498 8.276
Summe 29.468 27.345

48. Honorar des Konzernabschlussprüfers

Folgende Honorare des Konzernabschlussprüfers wurden bei der Mutares SE & Co. KGaA und deren Tochtergesellschaften erfasst:  

Mio. EUR 2024 2023
Abschlussprüfungsleistungen 2,3 1,9
andere Bestätigungsleistungen 0,3 0,0
Steuerberatungsleistungen 0,0 0,0
sonstige Leistungen 0,2 0,1
Gesamthonorar 2,8 2,0

In den Abschlussprüfungsleistungen sind mit EUR 0,1 Mio. Honorare enthalten, die Leistungen für das Geschäftsjahr 2023 betreffen. Darüber hinaus wurden vom Konzernabschlussprüfer andere Bestätigungsleistungen von EUR 0,3 Mio. berechnet. Diese betrafen vereinbarte Untersuchungs­handlungen in Zusammenhang mit den Anleihen, die inhaltliche Prüfung des Vergütungsberichts und insbesondere die Begleitung der geplanten Berichterstattung nach der Corporate Sustainability Reporting Directive. Sonstige Leistungen in Höhe von EUR 0,2 Mio. betreffen im Wesentlichen die prüferische Begleitung der nichtfinanziellen Berichterstattung. Die Leistungserbringung ist jeweils zuvor auf Basis einer Beauftragung durch den Prüfungsausschuss, der vom Aufsichtsrat entsprechend dazu bevollmächtigt war, erfolgt.    

49. Erklärung nach § 161 AktG zum Deutschen Corporate Governance Kodex

Der Vorstand der persönlich haftenden Gesellschafterin der Mutares SE & Co. KGaA, der Mutares Management SE, sowie der Gesellschafterausschuss und der Aufsichtsrat der Mutares SE & Co. KGaA bekennen sich zu den Prinzipien einer auf langfristige und nachhaltige Wertschöpfung ausgerichteten Unternehmensführung. Dazu geben sie nach §§ 289f und 315d HGB gemeinsam eine zusammengefasste „Erklärung zur Unternehmensführung“ ab. Die aktuelle Erklärung ist im vollständigen Wortlaut auf der Website des Unternehmens unter https://ir.mutares.de/corporate-governance/ abrufbar. Als Bestandteil der Erklärung zur Unternehmensführung haben der Vorstand der persönlich haftenden Gesellschafterin der Mutares SE & Co. KGaA, der Mutares Management SE, und Aufsichtsrat der Mutares SE & Co. KGaA im Dezember 2024 die nach § 161 des Aktiengesetzes vorgeschriebene Erklärung abgegeben und auf der Website des Unternehmens unter https://ir.mutares.de/corporate-governance/ öffentlich zugänglich gemacht. 137 Mutares SE & Co. KGaA Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2024

50. Ereignisse nach dem Abschlussstichtag

Folgende Vorgänge von besonderer Bedeutung, die nach dem Schluss des Geschäftsjahres eingetreten sind, haben sich ergeben:   Erwerbe von Tochterunternehmen   Mit Wirkung zum 1. Januar 2025 hat Mutares Vermögenswerte und Schulden sowie alle Anteile und Stimmrechte an Transitar Oy und SeaRail Oy („VR Road Logistics“) von der VR Group erworben. VR Road Logistics ist ein Logistikunternehmen, das hauptsächlich Komplettladungen für große Industriekunden aus den Bereichen Forstwirtschaft, Metall, Bauwesen und Bergbau anbietet. Das Unternehmen bietet Dienstleistungen für Komplettladungen, Kreislaufwirtschaft, Lieferkettenlogistik und Lagerhaltung an. Die Plattform-Investition soll das Segment Goods & Services sowie die Präsenz von Mutares in Nordeuropa weiter stärken. Der Fair Value der vorläufigen Gegenleistung für den Erwerb beläuft sich auf EUR 4,2 Mio. und wurde bereits im Dezember 2024 als Vorbereitung auf den Vollzug der Transaktion entrichtet. Die Kaufpreisallokation zum dargestellten Unternehmenserwerb ist noch nicht final abgeschlossen. Mutares hat zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sämtliche relevante Informationen – namentlich die Informationen über die zu bewertenden Vermögenswerte und Schulden der Gesellschaft sowie zur Gegenleistung – in finaler Version vorliegen. Die Aufdeckung der stillen Reserven und Lasten ist somit aktuell noch vorläufig.    Am 3. Januar 2025 hat Mutares 100 % der Anteile und Stimmrechte und somit den Erwerb der Magirus GmbH und deren Tochtergesellschaften („Magirus“) von der Iveco Group abgeschlossen. Das Unternehmen, ein Anbieter von Fahrzeugen, Leitern und anderen Produkten sowie damit zusammenhängenden Kundendienstleistungen im Bereich der Brandbekämpfung und des Katastrophenschutzes stärkt das Segment Engineering & Technology als neue Plattform-Investition. Der Fair Value der übertragenen Gegenleistung zum Erwerbszeitpunkt betrug EUR 1. Die Kaufpreisallokation zum dargestellten Unternehmenserwerb ist noch nicht final abgeschlossen. Mutares hat zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sämtliche relevante Informationen – namentlich die Informationen über die zu bewertenden Vermögenswerte und Schulden der Gesellschaft sowie zur Gegenleistung – in finaler Version vorliegen. Die Aufdeckung der stillen Reserven und Lasten ist somit aktuell noch vorläufig.   Mit Wirkung zum 15. Januar 2025 hat Mutares Vermögenswerte und Schulden von der S.M.A. Metalltechnik GmbH & Co. KG sowie sämtliche Anteile und Stimmrechte an deren Tochter­gesellschaften („S.M.A. Metalltechnik“) erworben. S.M.A. Metalltechnik, mittlerweile firmierend unter SFC Climate Solutions, mit Hauptsitz in Backnang, Deutschland, ist spezialisiert auf die Entwicklung und Herstellung von hochdichten Aluminiumrohren, insbesondere für Kühlmedien im Automobilbereich, wie z. B. für die Innenraumklimatisierung und Batteriekühlung. Neben dem Hauptsitz in Deutschland verfügt die Gruppe über Produktionsstätten in Südafrika, Rumänien und China. Das Geschäft wird als neue Beteiligung in die SFC-Group integriert und stärkt damit die Produktkompetenz und das Kundenportfolio von SFC im Segment Automotive & Mobility. Der Fair Value der vorläufigen übertragenen Gegenleistung betrug EUR 6,3 Mio. und wurde zum Erwerbs­zeitpunkt entrichtet. Die Kaufpreisallokation zum dargestellten Unternehmenserwerb ist noch nicht final abgeschlossen. Mutares hat zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sämtliche relevante Informationen – namentlich die Informationen über die zu bewertenden Vermögenswerte und Schulden der Gesellschaft sowie zur Gegenleistung – in finaler Version vorliegen. Die Aufdeckung der stillen Reserven und Lasten ist somit aktuell noch vorläufig.   Am 31. Januar 2025 hat Mutares Vermögenswerte und Schulden der Buderus Edelstahl GmbH („Buderus Edelstahl“) von Voestalpine erworben. Das Unternehmen ist ein Hersteller von Spezialstählen mit den Schwerpunkten Werkzeugstahl, Edelbaustahl, Freiformschmiedestücke, Gesenkschmiedestücke, Warmband, Kaltband und Walzhalbzeuge, die es weltweit an einen breiten Kundenkreis liefert. Buderus Edelstahl stärkt das Segment Engineering & Technology als neue Plattform-Investition. Der Fair Value der übertragenen Gegenleistung zum Erwerbszeitpunkt betrug 138 Mutares SE & Co. KGaA Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2024 EUR 1. Die Kaufpreisallokation zum dargestellten Unternehmenserwerb ist noch nicht final abgeschlossen. Mutares hat zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sämtliche relevante Informationen – namentlich die Informationen über die zu bewertenden Vermögenswerte und Schulden der Gesellschaft– in finaler Version vorliegen. Die Aufdeckung der stillen Reserven und Lasten ist somit aktuell noch vorläufig.   Mit Vollzug am 20. Februar 2025 hat Mutares 100 % der Anteile und Stimmrechte und somit den Erwerb der Nervión Industries, Engineering and Services, S.L.U. und deren Tochtergesellschaften („Nervión“) von Amper S.A. abgeschlossen. Nervión ist ein spanischer Anbieter von Industrie-dienstleistungen in verschiedenen Endmärkten, einschließlich der Bereiche Öl und Gas, dem Industrie- und Energie-Sektor, wobei sich das Kerngeschäft auf industrielle Wartung und Montage konzentriert. Darüber hinaus ist Nervión in Schlüsselbereichen wie dem Bau von Photovoltaikanlagen, dem Bau und der Montage von Lagertanks und Lösungen zur Luftreinhaltung tätig. Das Unternehmen stärkt das Segment Goods & Services als neue Plattform-Investition. Der Fair Value der vorläufig übertragenen Gegenleistung betrug EUR 23,0 Mio. und wurde zum Erwerbszeitpunkt entrichtet. Die Kaufpreisallokation zum dargestellten Unternehmenserwerb ist noch nicht final abgeschlossen. Mutares hat zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sämtliche relevante Informationen – namentlich die Informationen über die zu bewertenden Vermögenswerte und Schulden der Gesellschaft sowie zur Gegenleistung – in finaler Version vorliegen. Die Aufdeckung der stillen Reserven und Lasten ist somit aktuell noch vorläufig.   Am 27. Februar 2025 hat Mutares den Erwerb von sämtlichen Anteilen und Stimmrechten an GDL Anläggning & Miljö AB („GDL“) von der GDL Transport Holding AB abgeschlossen. Das schwedische Unternehmen, das sich auf Dienstleistungen in den Bereichen Baumaterialien, Transport und Maschinen spezialisiert, bietet mit einem Engagement für Nachhaltigkeit umfassende Dienst-leistungen in den Bereichen Umweltmanagement und Recycling an, einschließlich der Bereitstellung von Containern, Transport- und Recyclinglösungen. GDL stärkt das Segment Goods & Services als neue Plattform-Investition. Der Fair Value der übertragenen Gegenleistung betrug EUR 10,6 Mio. und wurde zum Erwerbszeitpunkt entrichtet. Die Kaufpreisallokation zum dargestellten Unternehmens­erwerb ist noch nicht final abgeschlossen. Mutares hat zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sämtliche relevante Informationen – namentlich die Informationen über die zu bewertenden Vermögenswerte und Schulden der Gesellschaft sowie zur Gegenleistung – in finaler Version vorliegen. Die Aufdeckung der stillen Reserven und Lasten ist somit aktuell noch vorläufig.   Entkonsolidierungen von Tochterunternehmen   Am 14. März 2025 wurde das Portfoliounternehmen Temakinho aus dem Segment Retail & Food im Rahmen eines Management-Buyouts verkauft. Das Unternehmen mit Hauptsitz in Mailand, Italien betreibt eine Restaurantkette, die japanisch-brasilianisches Sushi, Fleischgerichte und Getränke anbietet. Temakinho wurde im März 2024 erworben. Bei rückläufigen Besucherzahlen in den Restaurants zeigten die eingeleiteten Maßnahmen nicht die erhoffte Wirkung. Daher wurden flankierend auch Maßnahmen zur Kostenoptimierung wie die Auslagerung von Marketingaktivitäten und die Schließung von Filialen initiiert. Dennoch wurde im Geschäftsjahr 2024 ein negatives operatives Ergebnis erzielt. Nachdem zum 31. Dezember 2024 die Veräußerung bereits höchstwahrscheinlich war, folgte der Ausweis der Vermögenswerte und Schulden im Konzern­abschluss des Geschäftsjahres 2024 den Vorschriften von IFRS 5 als zur Veräußerung gehalten. (vgl. Tz. 24).   Am 19. März 2025 wurde das Portfoliounternehmen FASANA aus dem Segment Retail & Food an eine Privatperson verkauft. Das Unternehmen mit Hauptsitz in Euskirchen ist ein Hersteller von Private Label- und hochwertigen Marken-Servietten für den Groß- und Einzelhandelsbedarf. Das Geschäft wurde im Jahr 2020 von Metsä Tissue erworben und seitdem neu ausgerichtet. Die Herausforderungen in der Papier- und Zellstoffindustrie, insbesondere ein schwächelndes Konsumklima bzw. die Sparneigung der Endverbraucher sowie gestiegene Kosten für Zellstoff, Energie und Personal, prägten die Entwicklung von FASANA und führten zu einer erheblichen 139 Mutares SE & Co. KGaA Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2024 Verfehlung der Planungen und einem in der Folge materiell negativen operativen Ergebnis im Geschäftsjahr 2024.   Im April 2024 hatte Mutares den Erwerb der Greenview Group Holdings Ltd. („Greenview“) vollzogen. Greenview hat seinen Sitz in Carryduff im Vereinigten Königreich und ist ein Anbieter von mechanischen und elektrischen Installationen, Heizungs­installationen und -wartung, Immobilien­wartung und -verbesserung sowie einer Reihe von nachhaltigen Energielösungen, einschließlich Energieeffizienzdienstleistungen für Haushalte. Die positiven Impulse aus dem Restrukturierungs­programm blieben im Geschäftsjahr 2024 allerdings hinter den Erwartungen und Greenview erzielte ein noch deutlich negatives operatives Ergebnis. Mit Wirkung zum 1. April 2025 wurde die Veräußerung der Greenview Group Holdings Ltd. und ihrer Tochtergesellschaften abgeschlossen.   Am 18. März 2025 hat Mutares die Absicht bekanntgegeben, eine Reduzierung der Beteiligung an der Steyr Motors AG zur Stärkung des Streubesitzes aufgrund sehr starker Investorennachfrage vorzunehmen. Mutares zeigt sich weiterhin von der sehr positiven Entwicklung der Steyr überzeugt und beabsichtigt, auch weiterhin eine wesentliche Aktionärin der Steyr zu bleiben. Steyr Motors AG ist ein Hersteller und Entwickler von langlebigen Dieselmotoren und elektrischen Hilfsantrieben für spezielle Anwendungen. Am 11. April 2025 hat Mutares bekannt gegeben, dass neben Verkäufen über die Börse weitere 910.000 Aktien im Rahmen einer Umplatzierung an qualifizierte institutionelle Investoren veräußert, wurden. Am 16. Mai 2025 wurden weitere 577.000 Aktien veräußert. Der Stimmrechtsanteil von Mutares wurde durch die Transaktionen auf ca. 29% reduziert.   Sonstige Ereignisse   Am 29. November 2024 hat Mutares die Übernahme von Serneke, einem schwedischen Generalunternehmer, der sich auf den Bau von Dienstleistungs- und Infrastrukturimmobilien, Wohnimmobilien und Gewerbeimmobilien konzentriert, abgeschlossen, ohne dass damit ein Übergang der Beherrschung einhergegangen wäre (vgl. Tz. 4 „Konsolidierungskreis“). Unmittelbar nach der Übernahme hat sich die Lage von Serneke als signifikant schlechter herausgestellt als vor dem Erwerb von den Verkäufern dargestellt. Infolgedessen hat das Management von Serneke am 7. Januar 2025 ein Insolvenzverfahren eingeleitet. Am 2. Januar 2025 hat Mutares gegenüber den Verkäufern die Anfechtung des Kaufvertrages erklärt und rechtliche Schritte eingeleitet (vgl. Tz. 4 „Konsolidierungskreis“)). Am 10. Februar 2025 forderte die Verkäuferin in erster Linie vom Tochterunternehmen von Mutares und in zweiter Linie von Mutares selbst die Zahlung aus dem im Rahmen der Transaktion eingegangenen Darlehen. Mit Antwort vom 24. Februar 2025 wiesen das Tochterunternehmen von Mutares und Mutares selbst die Forderung der Verkäuferin vollständig zurück und bekräftigten die bereits im Schreiben vom 2. Januar 2025 vertretene Position der Anfechtung des Kaufvertrags. Mit Schreiben vom 7. Mai 2025 wurde Mutares über die Eröffnung des Schiedsverfahrens informiert. Mutares ist von seiner Rechtsposition überzeugt und sieht sich mit starken Argumenten ausgestattet, dass es aus dem Schiedsverfahren zu keinem wesentlichen Zahlungsmittelabfluss für den Konzern kommen wird.    Mit Wertstellung zum 11. Februar 2025 hat die GoCollective A.S., ein Portfoliounternehmen aus dem Segment Goods & Services, als Emittentin die bestehende Anleihe mit einem Nominalvolumen von EUR 40,0 Mio. und einer Laufzeit bis zum 12. April 2027 um einen Betrag von EUR 10,0 Mio. erhöht. Die Anleihe wird vierteljährlich mit dem 3-Monats-EURIBOR (EURIBOR-Floor von 0,00 %) zuzüglich einer Marge von 8,50 % verzinst.    Gegen Gesellschaften der SFC Solutions Group wurde vom ehemaligen Eigentümer Cooper-Standard Automotive, Inc. („CSA“) im Mai 2022 auf Grund behauptetem Zahlungsverzug von Lizenzgebühren am Court of Michigan Klage eingereicht. Die Klage beruht auf einer Lizenzvereinbarung, nach denen Gesellschaften der SFC Solutions Group für in Anspruch genommenes geistiges Eigentum von CSA Lizenzgebühren zu entrichten haben. Im Wesentlichen besteht indes Uneinigkeit über Grundlage, Anlass, Umfang und Bestehen der geforderten Lizenzgebühren. Die SFC Solutions Group hält die Klage für unzulässig, jedenfalls unbegründet, und hat die Verteidigung aufgenommen. Vom Court of Michigan wurde die Klage an das zuständige Bundesgericht in Michigan (USA) verwiesen. Einerseits wurde gegen Ende 2024 ein Zivilprozessverfahren (summarisches Verfahren) angestrengt, andererseits hat im Regelverfahren die sog. “Discovery”, also die Vorlage aller relevanten Dokumente in einem formal eng definierten Verfahren begonnen. Im Dezember 2024 eröffnete sich die Möglichkeit, eine außergerichtliche Mediation zu starten. Im Januar 2025 wurde daraufhin ein Term Sheet zur außergerichtlichen Beilegung des Rechtsstreits und im März 2025 schließlich eine Vergleichsvereinbarung unterzeichnet, wonach eine Zahlung in Höhe von USD 9,5 Mio. (ca. EUR 9,1 Mio.) nach Unterzeichnung der Vergleichsvereinbarung zu leisten ist. Ein entsprechender Betrag wurde zum Abschlussstichtag 31. 140 Mutares SE & Co. KGaA Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2024 Dezember 2024 als Rückstellung passiviert. Darüber hinaus sind auf Basis der Vergleichsvereinbarung USD 2 Mio. (ca. EUR 1,9 Mio.) im Falle des Verkaufs der SFC Solutions Group zu zahlen.   Zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2024 wurde im Zusammenhang mit den Anleihen 2023/2027 und 2024/2029 die Finanzkennzahl hinsichtlich des Verhältnisses von Schulden zu Eigenkapital im Konzern nicht eingehalten (vgl. hierzu Tz. 35). Die Behebung der Nichteinhaltung der Nebenbedingung erfolgte bis zum Datum der Aufstellung des Konzernabschlusses durch die wiederhergestellte Einhaltung der Finanzkennzahlen zum 31. März 2025. Gemäß den Bedingungen der Anleihen besteht nun kein Recht mehr, die Verbindlichkeiten aus den Anleihen vorzeitig fällig zu stellen   Light Mobility Solutions, Teil von amaneos, einem Portfoliounternehmen aus dem Segment Automotive & Mobility, hat nach dem Abschlussstichtag mit zwei Kunden Vereinbarungen geschlossen, auf deren Basis diese Beiträge von insgesamt mehr als EUR 58,8 Mio. zur Unterstützung des Tochterunternehmens zu leisten haben. Zudem hat sich Mutares verpflichtet, für Ergebnisbeiträge der beiden Kunden für die Jahre 2025-2027 in Höhe von insgesamt EUR 41,4 Mio. einzustehen, sollten diese ausbleiben.   Im April 2025 konnte MoldTecs, Teil von amaneos, einem Portfoliounternehmen aus dem Segment Automotive & Mobility, eine Darlehensfinanzierung mit einem Nominalbetrag von EUR 30,0 Mio. sichern. Das Darlehen hat eine Laufzeit bis 30. Juni 2032 und wird mit 9 % p.a. verzinst. Im Zuge der transformierenden globalen Expansion werden weitere Produktionsstätten in Nordamerika (USA und Mexiko) benötigt, was mit einem umfassenden Liquiditätsbedarf einhergeht.   Im Januar hat PrimoTECS, ein Portfoliounternehmen als Teil der FerrAl United Group aus dem Segment Automotive & Mobility, mit einer Gläubigerbank eine Vereinbarung getroffen, die gegen diese Bank bestehenden Schulden in Höhe von EUR 23,0 Mio. umzustrukturieren. Im Rahmen der Vereinbarung hat die Bank eine 90 %ige Garantie eines Kreditversicherers in Anspruch genommen und auf die restlichen 10 % verzichtet. Etwa EUR 15,7 Mio. der erlassenen Schulden werden von Kreditversicherer bis Ende Mai 2025 in eigenkapitalähnliche Finanzinstrumente umgewandelt, die dem Gläubiger bestimmte Vorzugsrechte und begrenzte Kontrollbefugnisse einräumen. Ein Teilbetrag von EUR 5,0 Mio. verbleibt demnach als Finanzverbindlichkeit bei PrimoTECS.   Die regelmäßige Index-Überprüfung der Deutschen Börse Anfang Mai 2025 hat ergeben, dass die Aktie der Mutares SE & Co. KGaA aus dem SDAX ausgeschlossen wird. Der Grund für diese Entscheidung ist, dass Mutares die geprüften Abschlüsse für das Geschäftsjahr2024 nicht fristgerecht bis Ende April 2025 vorlegen konnte. Eine Schätzung von möglichen finanziellen Auswirkungen auf den Konzernabschluss kann zum jetzigen Zeitpunkt nicht vorgenommen werden. 141 Mutares SE & Co. KGaA Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2024 H.                               Rechnungslegungsmethoden


51. Neue und geänderte IFRS

51.1.                   Erstmalig anzuwendende neue und geänderte IFRS

Im Geschäftsjahr waren die im Folgenden dargestellten IFRS erstmals oder in geänderter Form durch den Konzern anzuwenden. Hieraus ergeben sich keine wesentlichen Auswirkungen auf den vorliegenden Konzernabschluss. Zudem kann zum jetzigen Zeitpunkt keine Aussage zu Auswirkungen auf zukünftige Transaktionen oder Vereinbarungen getroffen werden.   Änderungen an IAS 7 und IFRS 7 „Lieferantenfinanzierungsvereinbarungen“   Am 25. Mai 2023 veröffentlichte das IASB Änderungen zu IAS 7 und IFRS 7 mit dem Titel „Lieferantenfinanzierungsvereinbarungen“, um die Transparenz von Lieferantenfinanzierungs-vereinbarungen und deren Auswirkungen auf die Verbindlichkeiten, die Cashflows und das Liquiditätsrisiko eines Unternehmens zu verbessern. Die Änderungen ergänzen bereits bestehende Anforderungen in den IFRS-Rechnungslegungsstandards und verlangen von einem Unternehmen die Offenlegung der folgenden Informationen:   • die Vertragsbedingungen • die Höhe der Verbindlichkeiten, die Teil der Vereinbarungen sind, einschließlich einer Aufschlüsselung der Beträge, für die die Lieferanten bereits Zahlungen von den Kreditgebern erhalten haben, und der Angabe, wo die Verbindlichkeiten in der Bilanz ausgewiesen werden; • Bandbreiten der Fälligkeiten und • Angaben zum Liquiditätsrisiko.   Die Änderungen sind für Geschäftsjahre ab dem 1. Januar 2024 anzuwenden. Das EU-Endorsement erfolgte am 15. Mai 2024.   Infolge der Anwendung der Änderungen an IAS 7 und IFRS 7 wurden neue Angaben eingeführt (vgl. Tz 43).   Änderungen an IFRS 16 „Leasingverbindlichkeit in einer Sale-and-leaseback-Transaktion“   Das IASB hat am 22. September 2022 Änderungen zu IFRS 16 Leasingverhältnisse veröffentlicht, die die bilanzielle Behandlung von Sale-and-leaseback-Transaktionen nach dem Transaktionszeitpunkt klarstellen.   Bei einer Sale-and-leaseback-Transaktion verkauft ein Unternehmen einen Vermögenswert und least denselben Vermögenswert für einen bestimmten Zeitraum vom neuen Eigentümer zurück. Bisher gab es jedoch keine genauen Vorschriften, wie diese Transaktionen in der Berichterstattung nach diesem Zeitpunkt zu bewerten sind. Die neuen Änderungen ergänzen die Anforderungen an Sale-and-leaseback-Transaktionen in IFRS 16, um eine einheitliche Anwendung des Rechnungslegungs­standards zu gewährleisten.   Diese Änderungen betreffen nur die Bilanzierung von Leasingverhältnissen, die aus Sale-and-leaseback-Transaktionen resultieren, und ändern nicht die Bilanzierungspraxis für andere Arten von Leasingverhältnissen.   Die Änderungen sind für Geschäftsjahre ab dem 1. Januar 2024 anzuwenden. Das EU-Endorsement erfolgt am 21. November 2023. 142 Mutares SE & Co. KGaA Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2024 Es gab keine wesentlichen Anwendungsfälle für diese Änderungen in Konzern. Der Vorstand geht davon aus, dass die Änderungen keine wesentlichen Auswirkungen auf künftige Konzernabschlüsse haben werden.   Änderungen an IAS 1 „Darstellung des Abschlusses“: Klassifizierung von Schulden als kurz- oder langfristig und langfristige Schulden mit Nebenbedingungen   Am 23. Januar 2020 hat das IASB „Klassifizierung von Schulden als kurz- oder langfristig“ mit Änderungen an IAS 1. herausgegeben. Die Änderungen sollen die Kriterien zur Klassifizierung von Schulden als kurz- oder langfristig klarstellen. Demnach soll auf die bestehenden Rechte zum Abschlussstichtag abgestellt werden und nicht darauf, ob das Management eine vorzeitige Rückzahlung beabsichtigt oder diese Rechte tatsächlich ausübt.   Das Inkrafttreten der Änderungen wurde am 15. Juli 2020 von 1. Januar 2022 zunächst auf Geschäftsjahre ab dem 1. Januar 2023 verschoben. Da zwischenzeitlich strittige Anwendungsfragen, die das IASB bislang nicht berücksichtigt hatte, identifiziert wurden, hat das IASB am 31. Oktober 2022 weitere Änderungen an IAS 1 mit dem Titel „Langfristige Schulden mit Nebenbedingungen“ veröffentlicht. Dadurch wird klagestellt, dass nur solche Nebenbedingungen, die ein Unternehmen am oder vor dem Abschlussstichtag erfüllen muss, die Klassifizierung einer Schuld als kurz- oder langfristig beeinflussen. Allerdings muss ein Unternehmen im Anhang Informationen offenlegen, die es den Abschlussadressaten ermöglichen, das Risiko zu verstehen, dass langfristige Schulden mit Nebenbedingungen innerhalb von zwölf Monaten rückzahlbar werden könnten. Sowohl die bereits im Januar 2020 erfolgten Änderungen als auch die zuletzt verabschiedeten Änderungen sind nunmehr erstmalig verpflichtend auf Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. Januar 2024 beginnen. Das EU-Endorsement erfolgte am 20. Dezember 2023.   Es gab keine wesentlichen Anwendungsfälle für diese Änderungen in Konzern. Der Vorstand geht davon aus, dass die Änderungen keine wesentlichen Auswirkungen auf künftige Konzernabschlüsse haben werden.    

51.2.                   Zukünftig anzuwendende neue und geänderte IFRS

Die folgenden neuen bzw. geänderten IFRS wurden vom IASB bereits verabschiedet, sind aber noch nicht verpflichtend in Kraft getreten bzw. noch nicht in europäisches Recht übernommen worden. Mutares hat die Regelungen nicht vorzeitig angewandt.  

Neue und geänderte IFRS Anzuwenden für Geschäftsjahre, die am oder ab dem genannten Datum beginnen: Status des EU Endorsement (Stand Aufstellungszeitraum)
Änderungen an IAS 21 Fehlende Umtauschbarkeit – Änderungen an IAS 21 01.01.2025 12.11.2024
Änderungen an IFRS 10 und IAS 28 Veräußerung oder Einbringung von Vermögenswerten zwischen einem Investor und einem assoziierten Unternehmen oder Joint Venture Erstanwendungs-zeitpunkt auf unbestimmte Zeit verschoben steht aus
Änderungen an IFRS 9 und IFRS 7 Änderung an der Klassifizierung und Bewertung von Finanzinstrumenten (Änderungen an IFRS 9 und IFRS 17) 01.01.2026 steht aus
Änderungen an IFRS 9 und IFRS 7 Verträge über naturabhängige Stromversorgung 01.01.2026 steht aus

143 Mutares SE & Co. KGaA Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2024

IFRS 18 IFRS 18 – Darstellung und Angaben in Abschlüssen 01.01.2027 steht aus
IFRS 19 IFRS 19 – Tochter-unternehmen ohne öffentliche Rechenschaftspflicht: Angaben 01.01.2027 steht aus

Änderungen an IAS 21 „Mangel an Umtauschbarkeit“   Durch die Änderungen wird IAS 21 um detaillierte Regelungen ergänzt, nach denen zu bestimmen ist, ob zwei Währungen untereinander getauscht werden können und wie Umrechnungskurse zu bestimmen sind, wenn die Umtauschbarkeit nicht gegeben ist. Darüber hinaus werden Angabepflichten eingeführt, die es den Abschlussadressaten ermöglichen sollen, die tatsächlichen oder erwarteten Auswirkungen der mangelnden Umtauschbarkeit auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens einzuschätzen.   Die Änderungen sind für Geschäftsjahre ab dem 1. Januar 2025 anzuwenden. Das EU-Endorsement erfolgte am 12. November 2024.   Der Vorstand geht davon aus, dass die Änderungen keine wesentlichen Auswirkungen auf künftige Konzernabschlüsse haben werden.   Änderungen an IFRS 10 und IAS 28 „Veräußerung oder Einbringung von Vermögenswerten zwischen einem Investor und einem assoziierten Unternehmen oder Joint Venture“   Die Änderungen adressieren einen Konflikt zwischen den Vorschriften von IAS 28 „Anteile an assoziierten Unternehmen und Joint Ventures“ und IFRS 10 „Konzernabschlüsse“. Mit ihnen wird klargestellt, dass bei Transaktionen mit einem assoziierten Unternehmen oder Joint Venture das Ausmaß der Erfolgserfassung davon abhängt, ob die veräußerten oder eingebrachten Vermögens­werte einen Geschäftsbetrieb nach IFRS 3 darstellen.   Der Erstanwendungszeitpunkt der Änderungen wurde vom IASB im Dezember 2015 auf unbestimmte Zeit verschoben, da etwaige Änderungen an IAS 28 aus dem Forschungsprojekt zur Bilanzierung nach der Equity-Methode abgewartet werden sollen. Letzteres wurde im Oktober 2020 nach längerer Pause und im Kontext des voranschreitenden Post Implementation Review zu IFRS 11 wieder aufgenommen.   Der Vorstand geht davon aus, dass diese potenziellen Änderungen an IFRS 10 und IAS 28 keine Auswirkungen auf künftige Konzernergebnisse haben werden.   Änderungen an IFRS 9 und IFRS 7 - Klassifizierung und Bewertung von Finanz­instrumenten Diese Änderungen betreffen die folgenden Bereiche: * Klassifizierung finanzieller Vermögenswerte * Ausbuchung einer durch elektronischen Zahlungsverkehr erfüllten finanziellen Verbindlichkeit; * Angaben zu Eigenkapitalinstrumente, die erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden. Die Änderungen sind für Geschäftsjahre ab dem 1. Januar 2026 anzuwenden. Der Zeitpunkt des EU-Endorsements ist noch offen. 144 Mutares SE & Co. KGaA Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2024 Der Vorstand geht davon aus, dass diese potenziellen Änderungen an IFRS 9 und IFRS 7 keine Auswirkungen auf künftige Konzernergebnisse haben werden.   IFRS 18 – Darstellung und Angaben in Abschlüssen   IFRS 18 umfasst grundlegende Vorgaben zur Darstellung des Abschlusses sowie zu erforderlichen Angaben, betrifft grundsätzlich alle Abschlussbestandteile und bringt vor allem folgende Änderungen in vier übergeordneten Bereichen mit sich: * Einführung von zwei verpflichtenden Zwischensummen in der Gewinn- und Verlustrechnung: Operativer Gewinn oder Verlust und Gewinn oder Verlust vor Finanzierung und Ertragsteuern * Erweiterte Anhangangaben zu Erträgen und Aufwendungen, u.a. in Form von Angaben zu öffentlichen kommunizierten Leistungskennzahlen, die nicht durch IFRS –Rechnungslegungsstandards spezifiziert werden, sondern von dem Management des Unternehmens definiert wurden (Management-Defined Performance Measurements) * Einführung zusätzlicher Grundsätze zur Aggregation und Disaggregation von Posten, * Einführung eines verpflichtenden Ausgangspunkts für die indirekte Ermittlung des Cashflows der betrieblichen Tätigkeiten (operativer Gewinn oder Verlust) sowie Aufhebung der Klassifizierungswahlrechte für Zinsen und Dividenden. Der neue Standard ist für Geschäftsjahre ab dem 1. Januar 2027 anzuwenden. Das EU-Endorsement steht noch aus. Der Konzern ist noch dabei, die Auswirkungen des neuen Standards zu bewerten, insbesondere im Hinblick auf die Struktur der Gewinn- und Verlustrechnung der Gruppe, die Kapitalflussrechnung und die zusätzlichen Angaben, die für die vom Vorstand definierten Leistungskennzahlen erforderlich sind.   IFRS 19 - Tochterunternehmen ohne öffentliche Rechenschaftspflicht: Angaben Der Hintergrund von IFRS 19 ist eine Reduzierung des Aufwands und der Kosten bei der Erstellung der IFRS-Abschlüsse für die in den Anwendungsbereich fallenden Tochterunternehmen – für die per se keine Erstellungspflicht unter Anwendung der IFRS besteht - bei gleichzeitiger Erhaltung des Nutzens der Informationen für die Abschlussadressaten.   Der neue Standard ist für Geschäftsjahre ab dem 1. Januar 2027 anzuwenden. Der Zeitpunkt des EU-Endorsements ist noch offen.   Der Vorstand geht davon aus, dass die Änderungen keine wesentlichen Auswirkungen auf künftige Konzernabschlüsse haben werden.   Änderungen and IFRS 9 und IFRS 7 - Verträge über naturabhängige Stromversorgung   Die Neuerungen betreffen ausschließlich Verträge, die sich auf naturabhängigen Strom beziehen. Diese werden im neu eingeführten IFRS 9.2.3A definiert als Verträge, die ein Unternehmen Schwankungen in der zugrunde liegenden Strommenge aussetzen, weil die Quelle der Stromerzeugung von unkontrollierbaren natürlichen Bedingungen (wie z. B. dem Wetter) abhängt. Dies können Verträge über den Kauf oder den Verkauf naturabhängigen Stroms sein sowie auch Finanzinstrumente, die sich auf solchen Strom beziehen. Die Änderungen an IFRS 9 und IFRS 7 betreffen drei wesentliche Bereiche: -          Eng begrenzte Änderung der Anforderungen für die Anwendung der sog. „own use exemption“; -          Ermöglichung der Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen (Hedge Accounting), wenn Verträge, die sich auf naturabhängigen Strom beziehen, als Sicherungsinstrumente verwendet werden; 145 Mutares SE & Co. KGaA Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2024 -          Ergänzung neuer Offenlegungsanforderungen, damit Adressaten die Auswirkungen entsprechender Verträge auf die finanzielle Leistungsfähigkeit von Unternehmen nachvollziehen können. Die Änderungen sind für Geschäftsjahre ab dem 1. Januar 2026 anzuwenden. Der Zeitpunkt des EU-Endorsements ist noch offen.   Der Vorstand geht davon aus, dass die Änderungen keine wesentlichen Auswirkungen auf künftige Konzernabschlüsse haben werden.    

52. Konsolidierungsgrundsätze

52.1.                   Tochterunternehmen

Tochterunternehmen sind Unternehmen, die von der Mutares SE & Co. KGaA beherrscht werden. Der Konzern erlangt Beherrschung, wenn er die Verfügungsgewalt über das Tochterunternehmen ausüben kann, schwankenden Renditen aus der Beteiligung ausgesetzt ist und die Fähigkeit besitzt, seine Verfügungsgewalt über das Tochterunternehmen so zu nutzen, dass dadurch die Höhe der Rendite aus der Beteiligung beeinflusst wird.   Verfügungsgewalt ergibt sich aus Rechten, allen voran aus Stimmrechten. Teilweise ergibt sich die Verfügungs-gewalt über ein Unternehmen unmittelbar und allein aus den Stimmrechten. In anderen Fällen ist die Beurteilung komplexer und die Berücksichtigung mehrerer Faktoren ist notwendig und geboten. Bei der Beurteilung, ob Mutares ein Unternehmen beherrscht, sind sämtliche Fakten und Umstände zu berücksichtigen. Selbst wenn Mutares die Stimmrechtsmehrheit an einem anderen Unternehmen hält, kann es Fakten und Umstände geben, so dass nicht gleichzeitig auch die Verfügungsgewalt über dieses Unternehmen besteht. Das kann beispielsweise der Fall sein, wenn nämlich die Stimmrechte nicht substanziell sind. Die Feststellung, ob Stimmrechte substanziell sind, erfordert eine Ermessenausübung, bei der sämtliche Fakten und Umstände zu berücksichtigen sind. Beispielsweise kann Mutares in Fällen nicht die Verfügungsgewalt haben, in denen es nicht über die maßgeblichen Tätigkeiten entscheiden kann. Unter bestimmten Umständen lässt sich möglicher­weise nur schwer bestimmen, ob die Rechte von Mutares ausreichen, um Verfügungsgewalt über ein anderes Unternehmen zu bejahen. Um in solchen Fällen eine Beurteilung der Verfügungsgewalt zu ermöglichen, prüft Mutares, ob die praktische Fähigkeit zur einseitigen Lenkung der maßgeblichen Tätigkeiten vorliegt.   Die Beurteilung der Beherrschung wird von der Mutares SE & Co. KGaA überprüft, wenn es Anzeichen gibt, dass sich eines oder mehrere der genannten Beherrschungskriterien verändert haben.   Ein Tochterunternehmen wird ab dem Zeitpunkt, zu dem die Gesellschaft die Beherrschung über das Tochterunternehmen erlangt, bis zu dem Zeitpunkt, an dem die Beherrschung durch die Gesellschaft endet, in den Konzernabschluss einbezogen. Abweichend davon wird auf die Einbeziehung gemäß dem allgemeinen Wesentlichkeitsgrundsatz des IAS 1.29 ff. verzichtet, wenn das Tochter­unter­nehmen für die Verpflichtung, ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns zu vermitteln, von untergeordneter Bedeutung ist – auch zusammen mit anderen Tochterunternehmen, auf deren Einbeziehung verzichtet wird und mit einer Einbeziehung nur eine unwesentliche Informationsverbesserung zu erzielen wäre.   Dabei werden die Ergebnisse der Tochterunternehmen, über die im Laufe eines Geschäftsjahres Kontrolle erlangt wurde oder Kontrolle entfallen ist, mit Wirkung der Kontrollerlangung bzw. des Kontrollverlusts in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung und dem sonstigen Ergebnis erfasst.   Sofern erforderlich, werden die Jahresabschlüsse der Tochterunternehmen angepasst, um die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden an die im Konzern zur Anwendung kommenden Methoden anzugleichen. 146 Mutares SE & Co. KGaA Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2024 Die Bilanzierung des Erwerbs erfolgt nach der Erwerbsmethode (Akquisitionsmethode). Die übertragene Gegenleistung im Rahmen eines Unternehmenserwerbs entspricht dem beizulegenden Zeitwert der hingegebenen Vermögenswerte, der ausgegebenen Eigenkapital­instrumente und der entstandenen bzw. übernommenen Schulden zum Transaktionszeitpunkt. Außerdem beinhalten sie die beizulegenden Zeitwerte jeglicher angesetzter Vermögenswerte oder Schulden, die aus einer bedingten Gegenleistungsvereinbarung resultieren. Erwerbsbezogene Kosten werden aufwands­wirksam erfasst, wenn sie anfallen. Im Rahmen eines Unternehmens­zusammenschlusses identifizierbare Vermögenswerte, Schulden und Eventualverbindlichkeiten werden bei der Erstkonsolidierung grundsätzlich mit ihren beizulegenden Zeitwerten im Erwerbszeitpunkt bewertet. Die von IFRS 3 geforderten Ausnahmen von den Ansatz- und Bewertungsgrundsätzen, wie beispiels­weise der Ansatz und die Bewertung von latenten Steuern auf erworbene Vermögenswerte und Schulden nach IAS 12, werden bei der Erstkonsolidierung entsprechend berücksichtigt. Bei einem Erwerbsvorgang mit nicht-beherrschenden Gesellschaftern erfolgt die Bilanzierung nach der antizipierten Erwerbsmethode, wenn die vertragliche Ausgestaltung des Erwerbvorgangs vorsieht, dass die Anteile der nicht-beherrschenden Gesellschaftern mit hinreichender Sicherheit erworben werden.   Als Geschäfts- oder Firmenwert wird der Wert angesetzt und mindestens einmal jährlich auf Wertminderung überprüft, der sich aus dem Überschuss der Anschaffungskosten des Erwerbs, dem Betrag der nicht beherrschenden Anteile am erworbenen Unternehmen sowie dem beizulegenden Zeitwert jeglicher vorher gehaltener Eigenkapitalanteile zum Erwerbsdatum über dem Anteil des Konzerns an dem zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Nettovermögen ergibt. Sind die Anschaffungskosten geringer als das zum beizulegenden Zeitwert bewertete Nettovermögen des erworbenen Tochterunternehmens, wird der Unterschiedsbetrag nach einer erneuten Überprüfung direkt in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung erfasst als sog. Ertrag aus günstigem Erwerb („Bargain Purchase“).   Enthält die übertragene Gegenleistung eine bedingte Gegenleistung, wird diese mit dem zum Erwerbszeitpunkt geltenden beizulegenden Zeitwert bewertet. Änderungen des beizulegenden Zeitwerts der bedingten Gegenleistung innerhalb des Bewertungszeitraums werden rückwirkend korrigiert und entsprechend gegen den Geschäfts- oder Firmenwert bzw. den Gewinn aus günstigem Erwerb gebucht. Berichtigungen während des Bewertungszeitraumes sind Anpassungen, um zusätzliche Informationen über Fakten und Umstände widerzuspiegeln, die zum Erwerbszeitpunkt bestanden. Der Bewertungs­zeitraum darf jedoch ein Jahr vom Erwerbszeitpunkt an nicht überschreiten. Die Bilanzierung von Änderungen des beizulegenden Zeitwerts der bedingten Gegenleistung, die keine Berichtigungen während des Bewertungszeitraumes darstellen, erfolgt in Abhängigkeit davon, wie die bedingte Gegenleistung einzustufen ist.   Anteilsveräußerungen ohne Kontrollverlust (Abstockung) werden als erfolgsneutrale Transaktionen zwischen den Eigenkapitalgebern (der Mutares SE & Co. KGaA und den Minderheitsgesellschaftern) abgebildet.   Die Bewertung von nicht beherrschenden Anteilen erfolgt grundsätzlich zur Neubewertungsmethode (Partial Goodwill Methode), die Vermögenswerte und Schulen des erworbenen Unternehmens werden vollständig neu bewertet unabhängig vom Anteil des beherrschenden Erwerbers. Den nicht beherrschenden Gesellschaftern stehen Ergebnisanteile ab dem Zeitpunkt des Übergangs der Anteile zu, welche separat in der Gesamtergebnisrechnung dargestellt sind.   Mehrheitswahrende Aufstockungen werden als Eigenkapitaltransaktionen, bzw. Transaktionen zwischen Mehrheitsgesellschafter und Minderheit, abgebildet.   Bei einer Entkonsolidierung wird eine Einzelveräußerung fingiert, d.h. die Veräußerung sämtlicher Anteile wird als entgeltliche Übertragung einzelner Vermögenswerte und Schulden inkl. des Goodwills dargestellt. Der Abgangserfolg ergibt sich aus der Differenz von Veräußerungserlös und den 147 Mutares SE & Co. KGaA Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2024 Konzernbuchwerten des abgehenden Nettovermögens einschließlich der stillen Reserven und des Goodwills.   Salden und Transaktionen mit konsolidierten Tochterunternehmen sowie daraus entstandene Erträge und Aufwendungen werden zwecks Erstellung des Konzernabschlusses in voller Höhe eliminiert.   Auf temporäre Unterschiede aus der Konsolidierung wurden die nach IAS 12 erforderlichen Steuerabgrenzungen vorgenommen, wobei auf den Goodwill keine latenten Steuern zu bilden sind.  

52.2.                   Assoziierte Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen

Ein assoziiertes Unternehmen ist ein Unternehmen, bei dem Mutares über maßgeblichen Einfluss verfügt und das weder ein Tochterunternehmen noch ein Gemeinschaftsunternehmen ist. Maßgeblicher Einfluss ist dabei definiert als die Möglichkeit, an den finanz- und geschäftspolitischen Entscheidungen des Unternehmens mitzuwirken, ohne dieses zu beherrschen oder gemeinschaftlich zu führen. Wenn Mutares SE & Co. KGaA direkt oder indirekt zwischen 20 % und 50 % der Stimmrechte an einem Unternehmen hält, besteht die Vermutung, dass ein maßgeblicher Einfluss auf dieses ausgeübt werden kann. Bei einem direkt oder indirekt gehaltenen Stimmrechtsanteil von weniger als 20 % wird maßgeblicher Einfluss vermutet, wenn er eindeutig nachgewiesen werden kann.   Anteile an assoziierten Unternehmen werden nach der Equity-Methode bilanziert und somit bei erst­maligem Ansatz mit den Anschaffungskosten bewertet. Geschäfts- oder Firmenwerte, die aus dem Erwerb eines assoziierten Unternehmens entstehen, sind in den Beteiligungsbuchwerten der assoziierten Unternehmen enthalten. Der Buchwert der Anteile erhöht oder verringert sich nach dem erstmaligen Ansatz entsprechend dem Anteil des Anteilseigners am Periodenergebnis bzw. an den erfolgsneutralen Eigenkapitalveränderungen des Beteiligungsunternehmens – vom Zeitpunkt der erstmaligen maßgeblichen Einflussnahme bis zum Wegfallen dieses Einflusses. Wenn der Anteil von Mutares an den Verlusten eines assoziierten Unternehmens dem Wert des Beteiligungsanteils entspricht bzw. diesen übersteigt wird der Anteil auf null reduziert. Abweichend davon wird auf die Behandlung als assoziiertes Unternehmen gemäß dem allgemeinen Wesentlichkeitsgrundsatz des IAS 1.29 ff. verzichtet, wenn das assoziierte Unternehmen für die Verpflichtung, ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns zu vermitteln, von untergeordneter Bedeutung ist.   Unrealisierte Gewinne auf der Basis von Transaktionen mit assoziierten Unternehmen werden nach Maßgabe des Anteils von Mutares gegen den Beteiligungsbuchwert eliminiert. Unrealisierte Verluste werden in gleicher Weise eliminiert, jedoch nur in dem Maße, in dem kein Anzeichen auf eine Wertminderung vorliegt.   Auf temporäre Unterschiede aus der Konsolidierung wurden die nach IAS 12 erforderlichen Steuer­abgrenzungen vorgenommen.

Ein Gemeinschaftsunternehmen ist eine gemeinsame Vereinbarung, bei der die die gemeinschaftliche Führung ausübenden Parteien Rechte am Nettovermögen der Vereinbarung besitzen. Gemeinschafts ­ unternehmen werden nach der Equity-Methode bilanziert. Im Rahmen des Erwerbs der PMTC im Geschäftsjahr 2023 wurde ein Gemeinschaftsunternehmen, JNQP, erworben, welches nach der Equity-Methode bilanziert wird.  

52.3.                   Gemeinschaftliche Tätigkeit

Eine gemeinschaftliche Tätigkeit ist eine gemeinsame Vereinbarung, bei der die Parteien, die gemeinschaftliche Führung ausüben, Rechte an den Vermögenswerten besitzen und Verpflichtungen für die Schulden der Vereinbarung haben. Gemeinschaftliche Führung ist die vertraglich vereinbarte, 148 Mutares SE & Co. KGaA Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2024 gemeinsam ausgeübte Führung einer Vereinbarung. Diese ist nur dann gegeben, wenn Entscheidungen über die maßgeblichen Tätigkeiten die einstimmige Zustimmung der an der gemeinschaftlichen Führung beteiligten Parteien erfordern.   Sofern ein Konzernunternehmen Tätigkeiten im Rahmen einer gemeinschaftlichen Tätigkeit durchführt, so erfasst der Konzern als gemeinschaftlich Tätiger im Zusammenhang mit seinem Anteil an der gemeinschaftlichen Tätigkeit folgende Posten:   * seine Vermögenswerte, einschließlich seines Anteils an gemeinschaftlich gehaltenen Vermögenswerten; * seine Schulden, einschließlich seines Anteils an gemeinschaftlich eingegangenen Schulden; * seine Erlöse aus dem Verkauf seines Anteils an den Erzeugnissen oder Leistungen der gemeinschaftlichen Tätigkeit; * seine Aufwendungen, einschließlich seines Anteils an gemeinschaftlich eingegangenen Aufwendungen.   Der Konzern bilanziert die Vermögenswerte, Schulden, Erlöse und Aufwendungen in Zusammenhang mit seinem Anteil an einer gemeinschaftlichen Tätigkeit in Übereinstimmung mit den für diese Vermögenswerte, Schulden, Erlöse und Aufwendungen maßgeblichen IFRS.   Geht ein Konzernunternehmen Geschäftsbeziehungen mit einer gemeinschaftlichen Tätigkeit ein, bei der ein anderes Konzernunternehmen gemeinschaftlich Tätiger ist (bspw. der Verkauf oder die Einlage von Vermögenswerten), so betrachtet der Konzern die entsprechende Transaktion als mit den anderen Parteien der gemeinschaftlichen Tätigkeit ausgeführt und erfasst daher etwaige Gewinne oder Verluste nur im Umfang des Anteils der anderen an der gemeinschaftlichen Tätigkeit beteiligten Parteien.   Bei Transaktionen, wie dem Kauf von Vermögenswerten durch ein Konzernunternehmen, werden Gewinne und Verluste in dem Umfang des Konzernanteils an der gemeinschaftlichen Tätigkeit erst bei der Weiterveräußerung der Vermögenswerte an Dritte erfasst.  

52.4.                   Fremdwährung

Der Konzernabschluss ist unter Beachtung des Konzepts der funktionalen Währung aufgestellt worden. Die funktionale Währung ist die primäre Währung des Wirtschaftsumfeldes, in dem Mutares Gruppe tätig ist. Sie entspricht dem Euro, welcher zugleich der Darstellungswährung des Konzern­abschlusses entspricht.   Transaktionen in Fremdwährungen werden mit dem zum Zeitpunkt der Transaktion geltenden Wechselkurs in die funktionale Währung umgerechnet. Monetäre Vermögenswerte und Schulden in Fremdwährung werden mit dem Wechselkurs zum Bilanzstichtag in die jeweilige funktionale Währung umgerechnet. Die aus diesen Umrechnungen entstandenen Fremdwährungsgewinne und -verluste werden in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung innerhalb der sonstigen Erträge bzw. Aufwendungen erfasst.   Bilanzposten von Tochterunternehmen, deren funktionale Währung nicht Euro ist, werden zum Stichtagskurs in die Darstellungswährung umgerechnet, die Posten der Gewinn- und Verlustrechnung zum Durchschnittskurs der jeweiligen Periode und Eigenkapitalpositionen zu historischen Fremdwährungskursen. Die daraus resultierenden Umrechnungsdifferenzen werden in der Währungs­umrechnungsrücklage innerhalb der sonstigen Eigenkapitalbestandteile ausgewiesen. Soweit nicht beherrschende Gesellschafter beteiligt sind, wird der entsprechende Teil der Umrechnungs­differenz mit dem Minderheitenanteil verrechnet. 149 Mutares SE & Co. KGaA Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2024 Im Falle des Abgangs eines ausländischen Geschäftsbetriebs werden die bis dahin aufgelaufenen Umrechnungsdifferenzen in den Abgangserfolg mit einbezogen, d.h. von der Eigenkapital­position in den Gewinn oder Verlust umgegliedert.   Mit wenigen vernachlässigbaren Ausnahmen entspricht die funktionale Währung der Tochter­unternehmen der Mutares SE & Co. KGaA der lokalen Währung.   Die wesentlichen für die Währungsumrechnung zugrunde gelegten Wechselkurse werden nach­folgend dargestellt:

Stichtagskurs Durchschnittskurs
1 EUR in Code 31.12.2024 31.12.2023 2024 2023
USA USD 1,040 1,105 1,081 1,090
China CNY 7,583 7,851 7,785 7,787
Polen PLN 4,275 4,340 4,306 4,334
Großbritannien GBP 0,829 0,869 0,847 0,862
Indien INR 89,930 91,905 90,513 90,801
Schweden SEK 11,459 11,096 11,429 11,203

53. Wesentliche Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Dem Konzernabschluss liegen einheitliche Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze zugrunde. Alle in den Konzernabschluss der Mutares SE & Co. KGaA einbezogenen Unternehmen bilanzieren zum Stichtag 31. Dezember bzw. haben für Zwecke des Konzernabschlusses Zwischenabschlüsse auf den Stichtag und den Zeitraum des Konzernabschlusses aufgestellt.   Die wesentlichen Bilanzierungs- und Bewertungsgrundlagen werden nachfolgend erläutert.  

53.1.                   Ertragsrealisierung

Verkauf von Gütern

Die Gruppe realisiert Umsatzerlöse, wenn die Leistungsverpflichtung über den Verkauf abgrenzbarer Güter erfüllt wurde. Der Kunde muss somit die Fähigkeit haben über die Nutzung zu bestimmen und im Wesentlichen den verbleibenden Nutzen daraus ziehen. Grundlage hierfür ist ein Vertrag zwischen der Gruppe und dem Kunden. Dem Vertrag und den darin enthalten Vereinbarungen müssen die Parteien zugestimmt haben, die einzelnen Verpflichtungen der Parteien und die Zahlungsbedingungen müssen feststellbar sein, der Vertrag muss wirtschaftliche Substanz haben und die Gruppe die Gegenleistung für die erbrachte Leistung wahrscheinlich erhalten. Es müssen somit durchsetzbare Rechte und Pflichten bestehen. Der Transaktionspreis entspricht in der Regel dem Umsatzerlös. In einzelnen Gesellschaften werden im marktüblichen Umfang Rabatte und Skonti gewährt, die in den erfassten Umsatzerlösen berücksichtigt werden. Wenn der Vertrag mehr als eine abgrenzbare Leistungsverpflichtung beinhaltet, wird der Transaktionspreis auf Basis der relativen Einzelveräußerungspreise auf die einzelnen Leistungsverpflichtungen aufgeteilt. Sind keine Einzelveräußerungspreise beobachtbar, schätzt die Gruppe diese. Die einzelnen identifizierten Leistungs­verpflichtungen werden entweder über einen bestimmten Zeitraum oder zu einem bestimmten Zeitpunkt realisiert.   Die Zahlungsbedingungen im Mutares-Konzern unterscheiden sich entsprechend der unter­schiedlichen Geschäftsmodelle der Tochterunternehmen. Signifikante Finanzierungs­komponen­ten bestehen regelmäßig nicht und der Zeitraum zwischen der Übertragung der Güter oder Dienst­leistungen und dem Zahlungszeitpunkt übersteigt regelmäßig nicht zwölf Monate, sodass die Gegenleistung nicht um den Zeitwert des Geldes anzupassen ist. Die Verpflichtung des Konzerns zur 150 Mutares SE & Co. KGaA Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2024 Reparatur oder zum Austausch fehlerhafter Produkte im Rahmen der gesetzlichen Gewährleistung wird als Rückstellung ausgewiesen.   Kundenwerkzeuge

Aus Verträgen über Erstserienwerkzeuge resultiert eine separate Leistungsverpflichtung gegenüber dem Kunden bei Übertragung der Verfügungsmacht. Der Umsatz wird zum Zeitpunkt der Übertragung der Verfügungsmacht an den Kunden realisiert.   Kundenspezifische Produkte

Kundenspezifische Produkte werden einer zeitraumbezogenen Umsatzrealisation unterzogen, wenn die Produkte aufgrund ihrer Spezifikationen keinen alternativen Nutzen haben und gegenüber dem Kunden einen durchsetzbaren Zahlungsanspruch mindestens in Höhe einer Erstattung der durch die bereits erbrachten Leistungen entstandenen Kosten einschließlich einer angemessenen Gewinnmarge haben. Die Ermittlung des Fertigstellungsgrades erfolgt nach der Input-Methode basierend auf dem Verhältnis von angefallenen Kosten zu geplanten Kosten. Aufgrund des detaillierten internen Kostencontrollings bildet diese Methode ein getreues Bild der Übertragung der Güter ab.   Erbringung von Dienstleistungen Erträge aus Dienstleistungsverträgen werden erfasst, sobald die Leistungsverpflichtung erfüllt wurde und der Zeitpunkt der Leistungserbringung als zeitpunkt- oder zeitraumbezogen bestimmt wurde. Dienstleitungen über einen bestimmten Zeitraum werden nach dem Leistungsfortschritt realisiert. Wird eine Dienstleistung nicht zeitraumbezogen realisiert, erfolgt die Umsatzlegung zeitpunktbezogen nach Übergehen der Verfügungsmacht.   Mieterträge

Es gelten analog die Ausführungen zu Leasing nach IFRS 16 (siehe dazu Tz. 53.6).   Fertigungsaufträge

Sofern der Kontrollübergang bereits während der Bauphase stattfindet, werden Umsätze aus der Auftragsfertigung mit entsprechender Marge über einen Zeitraum realisiert (overtime). Von einem entsprechenden Kontrollübergang wird ausgegangen, wenn der Vergütungsanspruch im Falle einer Vertragskündigung neben den bislang entstandenen Kosten auch eine angemessene Marge enthält und für den erstellten Vermögenswert keine alternativen Nutzungsmöglichkeiten gegeben sind. Der Leistungsfortschritt wird auf Basis der entstandenen Auftragskosten für die geleistete Arbeit im Verhältnis zu den erwarteten Auftragskosten ermittelt (inputbasierte Methode). Das Management ist der Auffassung, dass diese inputbasierte Methode eine angemessene Abschätzung des Leistungs­fortschritts abbildet. Fehlt der Vergütungsanspruch oder beinhaltet er lediglich die entstandenen Kosten wird der Umsatz erst mit Fertigstellung des Auftrages realisiert.   Ist es wahrscheinlich, dass die gesamten Auftragskosten die gesamten Auftragserlöse übersteigen werden, wird der erwartete Verlust sofort als Aufwand erfasst.   Sofern die bis zum Stichtag angefallenen Auftragskosten zuzüglich ausgewiesener Gewinne und abzüglich ausgewiesener Verluste die Teilabrechnungen übersteigen, wird der Überschuss als Vertragsvermögenswert gezeigt. Bei Verträgen, in denen die Teilabrechnungen die angefallenen Auftragskosten zuzüglich ausgewiesener Gewinne und abzüglich ausgewiesener Verluste übersteigen, wird der Überschuss ebenso als Vertragsverbindlichkeit ausgewiesen wie erhaltene Beträge vor Erbringung der Fertigungsleistung. Abgerechnete Beträge für bereits erbrachte Leistungen, die noch nicht vom Kunden bezahlt wurden, sind in der Konzernbilanz im Posten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen enthalten. 151 Mutares SE & Co. KGaA Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2024 Von keiner oder lediglich untergeordneter Bedeutung für Mutares Gruppe sind die Regelungen des IFRS 15 in folgenden Bereichen:   * Konsignationslager * Vertragsgewinnungs- oder -erfüllungskosten * Prinzipal-Agent-Beziehungen * Bill-and-hold-Vereinbarungen * Rückkaufvereinbarungen * Garantien  

53.2.                   Ertragsteuern

Der Ertragsteueraufwand bzw. -ertrag stellt den Saldo des laufenden Steueraufwands und der latenten Steuern dar.   Laufende oder latente Steuern werden analog zu dem zugrundeliegenden Sachverhalt entweder in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, im sonstigen Ergebnis oder direkt im Eigenkapital erfasst. Laufende oder latente Steuern aus der erstmaligen Bilanzierung eines Unternehmens­zusammenschlusses werden im Rahmen der Bilanzierung des Unternehmens­zusammenschlusses berücksichtigt.   Laufende Steuern

Der laufende Steueraufwand wird auf Basis des zu versteuernden Einkommens für das Jahr ermittelt. Das zu versteuernde Einkommen unterscheidet sich vom Jahresüberschuss aus der Konzern­gesamtergebnisrechnung aufgrund von Aufwendungen und Erträgen, die in späteren Jahren oder niemals steuerbar bzw. steuerlich abzugsfähig sind. Die Verbindlichkeiten des Konzerns für die laufenden Steuern werden auf Grundlage der geltenden bzw. aus Sicht des Abschlussstichtages in Kürze geltenden Steuersätze berechnet.   Latente Steuern

Die Ermittlung der latenten Steuern erfolgt gemäß IAS 12 auf der Grundlage der international üblichen bilanzorientierten Verbindlichkeitsmethode (Liability-Methode). Danach werden Steuer­abgrenzungsposten für sämtliche temporären Differenzen zwischen den steuerlichen Wertansätzen und den Wertansätzen in der Konzernbilanz sowie für steuerliche Verlustvorträge gebildet.   Latente Steuern auf diese ermittelten Differenzen werden grundsätzlich immer berücksichtigt, wenn sie zu passivischen latenten Steuerverbindlichkeiten führen. Aktive latente Steuern werden nur dann berücksichtigt, wenn es wahrscheinlich ist, dass die entsprechenden Steuervorteile auch realisiert werden. Aktive und passive latente Steuern werden auch auf temporäre Differenzen, die im Rahmen von Unternehmenserwerben entstehen, angesetzt, mit der Ausnahme von temporären Differenzen auf Geschäfts- oder Firmenwerte, sofern diese steuerlich unberücksichtigt bleiben.   Latente Steuern auf sogenannte „outside basis differences“, d.h. Differenzen zwischen dem im Konzernabschluss erfassten Vermögen eines Tochterunternehmens und dem steuerbilanziellen Wert der von der Konzernobergesellschaft am Tochterunternehmen gehaltenen Anteile, werden grundsätzlich berücksichtigt (soweit steuerliche Auswirkungen antizipiert werden, die in der Zukunft aus der Veräußerung der Anteile oder aus der Ausschüttung von Gewinnen resultieren können).   Latente Steueransprüche und -verbindlichkeiten werden saldiert, sofern die Voraussetzungen des IAS 12 erfüllt werden. Demnach erfolgt eine Saldierung, wenn ein einklagbarer entsprechender Rechtsanspruch auf Aufrechnung besteht und wenn die latenten Steueransprüche und -verbindlich­keiten sich auf Ertragsteuer beziehen, die von der gleichen Steuerbehörde für entweder das gleiche Steuersubjekt oder unterschiedliche Steuersubjekte, die beabsichtigen, den Ausgleich auf Nettobasis herbeizuführen, erhoben werden. 152 Mutares SE & Co. KGaA Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2024 Zur Berechnung latenter Steuern werden die Steuersätze zukünftiger Jahre herangezogen, soweit sie bereits gesetzlich festgeschrieben sind bzw. der Gesetzgebungsprozess im Wesentlichen abgeschlossen ist. Veränderungen der latenten Steuern in der Bilanz führen grundsätzlich zu latentem Steueraufwand bzw. -ertrag. Soweit Sachverhalte, die eine Veränderung der latenten Steuern nach sich ziehen, direkt gegen das Eigenkapital gebucht werden, wird auch die Veränderung der latenten Steuern direkt im Eigenkapital berücksichtigt.  

53.3. Immaterielle Vermögenswerte

Geschäfts- oder Firmenwert

Der aus einem Unternehmenszusammenschluss resultierende Geschäfts- oder Firmenwert ergibt sich aus der Gegenüberstellung der Gegenleistung für den Erwerb und des neubewerteten Nettovermögens der erworbenen Gesellschaft und ist in der Konzernbilanz innerhalb der immateriellen Vermögenswerte ausgewiesen.   Für Zwecke der Wertminderungsprüfung wird der Geschäfts- oder Firmenwert bei Erwerb auf jene zahlungsmittelgenerierenden Einheiten (oder Gruppen davon) des Konzerns aufgeteilt, von denen erwartet wird, dass sie einen Nutzen aus den Synergien des Zusammenschlusses ziehen können.   Zahlungsmittelgenerierenden Einheiten, welchen ein Teil des Geschäfts- oder Firmenwertes zugeteilt wurde, sind wenigstens jährlich auf Wertminderung zu prüfen. Liegen Hinweise für eine Wertminderung einer Einheit vor, kann es erforderlich sein, häufiger Wertminderungstests durchzuführen. Wenn der erzielbare Betrag einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit kleiner ist als der Buchwert der Einheit, ist der Wertminderungsaufwand zunächst dem Buchwert eines jeglichen der Einheit zugeordneten Geschäfts- oder Firmenwertes und dann anteilig den anderen Vermögenswerten auf Basis der Buchwerte eines jeden Vermögenswertes im Verhältnis zum Gesamtbuchwert der Vermögenswerte innerhalb der Einheit zuzuordnen. Dabei ist der erzielbare Betrag der höhere Wert aus Nutzungswert und beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungs­kosten.   Jeglicher Wertminderungsaufwand des Geschäfts- oder Firmenwertes wird direkt in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Ein für den Geschäfts- oder Firmenwert erfasster Wertminderungsaufwand darf in künftigen Perioden nicht aufgeholt werden.   Bei der Veräußerung einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit wird der darauf entfallende Betrag des Geschäfts- oder Firmenwertes im Rahmen der Ermittlung des Abgangserfolges berücksichtigt.   Die Konzernrichtlinie für Geschäfts- oder Firmenwerte, die bei dem Erwerb eines assoziierten Unternehmens oder eines Gemeinschaftsunternehmens entstehen, ist in Tz. 52.2 beschrieben.   Im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusses erworbene immaterielle Ver­mögens­werte

Immaterielle Vermögenswerte, die im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusses erworben wurden, werden gesondert vom Geschäfts- oder Firmenwert erfasst und im Erwerbszeitpunkt mit ihrem beizulegenden Zeitwert bewertet.   In den Folgeperioden werden immaterielle Vermögenswerte, die im Rahmen eines Unternehmens­zusammen­schlusses erworben wurden, genauso wie einzeln erworbene immaterielle Vermögenswerte mit ihren Anschaffungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen und etwaiger kumulierter Wertminderungen bewertet. 153 Mutares SE & Co. KGaA Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2024 Separat erworbene immaterielle Vermögenswerte

Separat, d.h. nicht im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusses erworbene immaterielle Vermögenswerte mit einer bestimmbaren Nutzungsdauer werden zu Anschaffungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen und Wertminderungen erfasst. Die Abschreibungen werden linear über die erwartete Nutzungsdauer aufwandswirksam erfasst. Die erwartete Nutzungsdauer sowie die Abschreibungsmethode werden an jedem Abschlussstichtag überprüft und sämtliche Schätzungs­änderungen prospektiv berücksichtigt.   Separat erworbene immaterielle Vermögenswerte mit einer unbestimmten Nutzungsdauer werden zu Anschaffungskosten abzüglich kumulierter Wertminderungen erfasst.   Selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte

Selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte werden zu Herstellungskosten aktiviert.   Zur Bestimmung der Aktivierbarkeit selbst erstellter immaterieller Vermögenswerte sind Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen zu trennen. Aufwendungen für Forschungsaktivitäten mit der Aussicht, zu neuen wissenschaftlichen oder technischen Erkenntnissen zu gelangen, werden in der Periode als Aufwand erfasst, in der sie anfallen.   Der Ansatz selbst erstellter immaterieller Vermögenswerte setzt die kumulative Erfüllung der Aktivierungskriterien des IAS 38 voraus: Die technische Realisierbarkeit des Entwicklungsprojektes sowie ein künftiger ökonomischer Vorteil aus dem Entwicklungsprojekt muss nachgewiesen werden können und die Gesellschaft muss beabsichtigen und fähig sein, den immateriellen Vermögenswert fertigzustellen und ihn zu nutzen oder zu verkaufen. Ferner müssen adäquate technische, finanzielle und sonstige Ressourcen zur Verfügung stehen und die dem immateriellen Vermögenswert während seiner Entwicklung zurechenbaren Ausgaben müssen verlässlich ermittelt werden können.   Die aktivierten Herstellungskosten umfassen die dem Entwicklungsprozess direkt zurechenbaren Kosten sowie entwicklungsbezogene Gemeinkosten. Fremdkapitalkosten, die direkt dem Erwerb, Bau oder der Herstellung eines sogenannten qualifizierten Vermögenswertes zugeordnet werden können, sind nach IFRS als Teil der Anschaffungs- oder Herstellungskosten zu aktivieren. Im Geschäftsjahr sowie in der Vergleichsperiode wurden keine qualifizierten Vermögenswerte angeschafft oder hergestellt, für die eine Aktivierung von Fremdkapitalkosten geboten wäre.   Wenn eine Nutzungsdauer bestimmt werden kann, werden diese selbst erstellten immateriellen Vermögenswerte planmäßig linear über ihre jeweilige wirtschaftliche Nutzungsdauer abgeschrieben. Selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte, für die keine Nutzungsdauer bestimmt werden kann, oder denen eine unbegrenzte Nutzungsdauer zuzuordnen wäre, sind bis dato nicht bilanziert worden.   Folgende Nutzungsdauern wurden für die Berechnung der planmäßigen Abschreibungen zugrunde gelegt:

Nutzungs- dauer in Jahren
Selbsterstellte 1 bis 10
Software 1 bis 10
Patente, Konzessionen etc. 1 bis 20

Wertminderungen immaterieller Vermögenswerte

Liegen Anhaltspunkte für eine Wertminderung vor und übersteigt der Buchwert von immateriellen Vermögenswerten den erzielbaren Betrag, werden Wertminderungsaufwendungen erfasst. Der erzielbare Betrag ist hierbei der höhere Wert aus beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungs ­ kosten und dem Nutzungswert. Wenn der Grund für eine bereits erfolgte Wert ­ minderung entfallen 154 Mutares SE & Co. KGaA Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2024 ist, erfolgt eine Zuschreibung auf die fortgeführten Anschaffungs- oder Herstellungskosten. Immaterielle Vermögenswerte mit unbegrenzter Nutzungsdauer sowie Geschäfts- oder Firmenwerte werden einmal jährlich auf Wertminderung überprüft. Zudem wird in jeder Periode überprüft, ob die Einschätzung einer unbegrenzten Nutzungsdauer weiterhin gerechtfertigt ist. Für immaterielle Vermögenswerte, die selbst keine Cashflows generieren, erfolgt die Überprüfung auf Wertminderungen auf Ebene ihrer zahlungs­mittelgenerierenden Einheit.   Ausbuchung immaterieller Vermögenswerte

Ein immaterieller Vermögenswert ist bei Abgang oder wenn kein weiterer wirtschaftlicher Nutzen von seiner Nutzung oder seinem Abgang erwartet wird, auszubuchen. Der Gewinn oder Verlust aus der Ausbuchung eines immateriellen Vermögenswertes, bewertet mit der Differenz zwischen dem Nettoveräußerungserlös und dem Buchwert des Vermögenswertes, wird im Zeitpunkt der Ausbuchung des Vermögenswertes in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Der Ausweis erfolgt in den sonstigen Erträgen bzw. den sonstigen Aufwendungen.  

53.4. Sachanlagen

Im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusses erworbene Sachanlagen

Sachanlagen, die im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusses erworben wurden, werden im Erwerbszeitpunkt mit ihrem beizulegenden Zeitwert bewertet.   In den Folgeperioden werden Sachanlagen, die im Rahmen eines Unternehmens­zusammen­schlusses erworben wurden, genauso wie einzeln erworbene Sachanlagen mit ihren Anschaffungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen und etwaiger kumulierter Wertminderungen bewertet.   Separat erworbene Sachanlagen

Sachanlagen werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten abzüglich kumulierter Ab­schreibungen, sofern es sich um abnutzbare Vermögenswerte handelt, und Wertminderungen bewertet.   Die Anschaffungskosten einer Sachanlage umfassen sämtliche direkt dem Erwerb des Vermögens­wertes zurechenbaren Kosten. Reparaturen und Wartungen werden in dem Geschäftsjahr aufwands­wirksam in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung erfasst, in dem sie angefallen sind. Selbst erstellte Vermögenswerte werden erstmalig mit den direkt zurechenbaren Herstellungskosten sowie produktionsbezogenen Gemeinkosten bewertet.   Planmäßige Abschreibungen werden linear über die geschätzte Nutzungsdauer des Vermögenswertes in der Konzerngewinn- und Verlustrechnung erfasst. Grundstücke werden nicht planmäßig abgeschrieben.   Soweit wesentliche Teile von Sachanlagen Komponenten mit deutlich abweichender Lebensdauer enthalten, werden diese gesondert erfasst und über die jeweilige Nutzungsdauer abgeschrieben.   Fremdkapitalkosten, die direkt dem Erwerb, Bau oder der Herstellung eines sogenannten quali ­ fizierten Vermögenswertes zugeordnet werden können, sind nach IFRS als Teil der Anschaffungs- oder Herstellungskosten zu aktivieren. Im Geschäftsjahr sowie in der Vergleichsperiode wurden keine qualifizierten Vermögenswerte angeschafft oder hergestellt für die eine Aktivierung von Fremdkapitalkosten geboten wäre.   Die Restwerte und wirtschaftlichen Nutzungsdauern werden zu jedem Bilanzstichtag überprüft und gegebenenfalls angepasst. Die wirtschaftlichen Nutzungsdauern basieren auf Einschätzungen und beruhen zu einem großen Teil auf Erfahrungen bezüglich der historischen Nutzung und technischen Entwicklung. 155 156 Mutares SE & Co. KGaA Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2024 Gewinne und Verluste aus den Abgängen von Vermögenswerten werden als Unterschiedsbetrag zwischen den Veräußerungserlösen und dem Buchwert ermittelt und erfolgswirksam im Ergebnis erfasst. Folgende Nutzungsdauern wurden für die Berechnung der planmäßigen Abschreibungen zugrunde gelegt:

Nutzungs- dauer in Jahren
Gebäude 10 bis 50
Technische Anlagen und Maschinen 1 bis 40
Betriebs- und Geschäftsausstattung 1 bis 25

Wertminderungen von Sachanlagen

Liegen Anhaltspunkte für eine Wertminderung vor und übersteigt der Buchwert von Sachanlagen den erzielbaren Betrag, werden Wertminderungsaufwendungen erfasst. Der erzielbare Betrag ist hierbei der höhere Wert aus beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten und dem Nutzungswert. Wenn der Grund für eine bereits erfolgte Wertminderung entfallen ist, erfolgt eine Zuschreibung auf die fortgeführten Anschaffungs- oder Herstellungskosten. Für Sachanlagen, die selbst keine Cashflows generieren, erfolgt die Überprüfung auf Wertminderungen auf Ebene ihrer zahlungsmittel­generierenden Einheit.

Ausbuchung von Sachanlagen

Eine Sachanlage wird bei Abgang oder dann, wenn kein zukünftiger wirtschaftlicher Nutzen aus der fortgesetzten Nutzung des Vermögenswerts erwartet wird, ausgebucht. Der sich aus dem Verkauf oder der Stilllegung einer Sachanlage ergebende Gewinn oder Verlust bestimmt sich als Differenz zwischen dem Veräußerungserlös und dem Buchwert des Vermögenswertes und wird erfolgswirksam erfasst.

53.5. Leasing

IFRS 16 enthält ein umfassendes Modell zur Identifizierung von Leasingvereinbarungen und zur Bilanzierung beim Leasinggeber und Leasingnehmer, das grundsätzlich auf alle Leasingverhältnisse anzuwenden ist. Ein Leasingverhältnis liegt vor, wenn dem Leasingnehmer vom Leasinggeber vertraglich das Recht zur Beherrschung eines identifizierten Vermögenswerts für einen festgelegten Zeitraum eingeräumt wird und der Leasinggeber im Gegenzug eine Gegenleistung vom Leasing­nehmer erhält. Leasingnehmer unterscheiden nicht in Mietleasing und Finanzierungsleasing. Stattdessen hat der Leasingnehmer für alle Leasingverhältnisse das Nutzungsrecht an einem Leasinggegenstand (sog. „right-of-use asset“ oder „RoU-Vermögenswert“) sowie eine korrespon­dierende Leasing­verbindlichkeit zu bilanzieren. Ausnahmen hiervon bestehen lediglich für kurzfristige Leasing­verhältnisse sowie Leasingvereinbarungen über geringwertige Vermögenswerte, wofür die Zahlungen linear über die Laufzeit des Leasingverhältnisses als Aufwand in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst werden. Mutares nimmt diese praktischen Erleichterungen in Anspruch. Für die Low-Value Vermögenswerte wird in Anlehnung an IFRS 16.BC100 eine Wertgrenze von EUR 5.000 herangezogen. Die Höhe des RoU-Vermögenswerts entspricht im Zugangszeitpunkt der Höhe der Leasing­verbindlichkeit zuzüglich etwaiger anfänglicher direkter Kosten des Leasingnehmers. In den Folgeperioden wird der RoU-Vermögenswert (von zwei Ausnahmen abgesehen) bis zu dem früheren Zeitpunkt aus dem Ende der Nutzungsdauer des Leasinggegenstands oder dem Ende der Vertragslaufzeit zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet und linear abgeschrieben. Mutares SE & Co. KGaA Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2024 Die Leasingverbindlichkeit bemisst sich als der Barwert der bewertungsrelevanten Leasingzahlungen, die während der Laufzeit des Leasingverhältnisses gezahlt werden. Zur Abzinsung wird regelmäßig der Grenzfremdkapitalzinssatz herangezogen, da der dem Leasingverhältnis zu Grunde liegende Zinssatz Mutares in der Regel nicht bekannt ist. Der Grenzfremdkapitalzinssatz wird je Leasingverhältnis laufzeitäquivalent, länder- und währungsspezifisch risikoäquivalent ermittelt. In der Folge wird der Buchwert der Leasingverbindlichkeit unter Anwendung des zur Abzinsung verwendeten Zinssatzes aufgezinst und um die geleisteten Leasingzahlungen reduziert. Änderungen in den Leasingzahlungen führen grundsätzlich zu einer erfolgsneutralen Neubewertung der Leasing­verbindlichkeit gegen das korrespondierende Nutzungsrecht.   Mutares hat sich ferner dazu entschlossen, IFRS 16 auch auf andere immaterielle Vermögenswerte anzuwenden, wie es gem. IFRS 16.4 möglich ist. Leasing- und Servicekomponenten werden bei Mutares nicht separat dargestellt.   Sale-and-Leaseback-Transaktionen werden von Gesellschaften des Mutares-Konzerns als Instrument herangezogen, um Liquidität sicherzustellen und Investitionen zu finanzieren. Der Umfang und die Bedingungen der Sale-and-Leaseback-Transaktionen innerhalb des Mutares-Konzerns können je Geschäftsjahr und Gesellschaft variieren.   Für Leasinggeber bleibt es unter IFRS 16 grundsätzlich bei der nach IAS 17 „Leasingverhältnisse“ bekannten Bilanzierung mit einer Unterscheidung zwischen Finanzierungs- und Operating-Leasingverträgen. Der Kriterienkatalog für die Beurteilung eines Finanzierungsleasings wurde unverändert aus IAS 17 übernommen. Ein Leasingverhältnis wird als Finanzierungsleasing klassifiziert, wenn es im Wesentlichen alle mit dem Eigentum am zugrunde liegenden Vermögenswert verbundenen Risiken und Chancen überträgt. Andernfalls folgt die Klassifizierung als Operating-Leasingverhältnis. Tritt Mutares als Leasinggeber im Rahmen eines Finanzierungsleasings auf, wird eine Forderung in Höhe des Nettoinvestitionswertes aus dem Leasingverhältnis erfasst. Mutares weist das Leasingobjekt im Falle eines Operating-Leasings als Vermögenswert im Sachanlagevermögen aus. Die Bewertung erfolgt zu fortgeführten Anschaffungskosten. Folgende Nutzungsdauern wurden für die Berechnung der Abschreibungen zugrunde gelegt:

Nutzungs- dauer in Jahren
Gebäude 1 bis 30
Technische Anlagen, Maschinen und Fahrzeuge 1 bis 10
Betriebs- und Geschäftsausstattung 1 bis 20

Die Mieterträge werden linear über die Leasinglaufzeit erfolgswirksam erfasst und in den sonstigen Erträgen ausgewiesen. Mutares schließt als Leasinggeber im Wesentlichen nur Leasingverhältnisse ab, die als Operating-Leasing zu klassifizieren sind.   Für Informationen zu den im Rahmen von Leasingverhältnissen getroffenen Ermessens­entscheidungen und Schätzungen, insbesondere zur Bestimmung der Leasinglaufzeit sowie des Grenzfremdkapitalzinssatzes, wird auf Tz. 3 verwiesen.  

53.6.                   Fremdkapitalkosten

In unmittelbarem Zusammenhang mit dem Erwerb, dem Bau oder der Herstellung von qualifizierten Vermögenswerten stehende Fremdkapitalkosten werden bis zu dem Zeitpunkt, an dem die Vermögenswerte im Wesentlichen für ihre vorgesehene Nutzung oder zum Verkauf bereitstehen, zu den Herstellungskosten dieser Vermögenswerte hinzugerechnet. Qualifizierte Vermögenswerte sind 157 Mutares SE & Co. KGaA Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2024 Vermögenswerte, für die ein beträchtlicher Zeitraum erforderlich ist, um sie in ihren beabsichtigten gebrauchs- oder verkaufsfähigen Zustand zu versetzen.   Erwirtschaftete Erträge aus der zwischenzeitlichen Anlage speziell aufgenommenen Fremdkapitals bis zu dessen Ausgabe für qualifizierte Vermögenswerte werden von den aktivierbaren Fremd­kapital­kosten abgezogen.   Alle anderen Fremdkapitalkosten werden erfolgswirksam in der Periode erfasst, in der sie anfallen.  

53.7.                   Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte

Langfristige Vermögenswerte oder Veräußerungsgruppen werden als zur Veräußerung gehalten klassifiziert, wenn der zugehörige Buchwert überwiegend durch ein Veräußerungsgeschäft und nicht durch fortgesetzte Nutzung realisiert wird. Diese Bedingung wird nur dann als erfüllt angesehen, wenn der langfristige Vermögenswert oder die Veräußerungsgruppe im gegenwärtigen Zustand sofort zur Veräußerung verfügbar ist und die Veräußerung hochwahrscheinlich ist. Die Geschäftsführung muss sich zu einer Veräußerung verpflichtet haben. Dabei muss davon ausgegangen werden, dass der Veräußerungsvorgang innerhalb eines Jahres nach einer solchen Klassifizierung abgeschlossen wird.   Langfristige Vermögenswerte und Veräußerungsgruppen, die als zur Veräußerung gehalten klassifiziert sind, werden zu dem niedrigeren Betrag ihres ursprünglichen Buchwertes und dem beizulegenden Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten bewertet.   Für den Fall, dass sich der Konzern zu einer Veräußerung verpflichtet hat, die mit einem Verlust der Beherrschung über ein Tochterunternehmen einhergeht, werden sämtliche Vermögenswerte und Schulden dieses Tochterunternehmens als zur Veräußerung gehalten klassifiziert, sofern die oben genannten Voraussetzungen hierfür erfüllt sind. Dies gilt unabhängig davon, ob der Konzern einen nicht beherrschenden Anteil an dem früheren Tochterunternehmen nach der Veräußerung zurückbehält oder nicht.  

53.8.                   Vorräte

Vorräte werden mit dem niedrigeren Wert aus Anschaffungs- oder Herstellungskosten und Nettoveräußerungswert bewertet. Anschaffungskosten für Roh- Hilfs- und Betriebsstoffe werden mit dem gleitenden Durchschnitt ermittelt. Hierbei werden zusätzlich Anschaffungsnebenkosten berücksichtigt. Unfertige sowie selbst erstellte fertige Erzeugnisse werden zu Herstellungskosten bewertet. Die Herstellkosten enthalten neben den Material-, Fertigungs- und Sondereinzelkosten der Fertigung auch angemessene Teile der der Produktion zurechenbaren Gemeinkosten sowie fertigungsbedingte Abschreibungen, nicht aber Fremdkapitalkosten.   Der Nettoveräußerungswert ist definiert als der geschätzte, im normalen Geschäftsbetrieb erzielbare Verkaufserlös abzüglich der geschätzten Kosten bis zur Fertigstellung und der geschätzten notwendigen Vertriebskosten.  

53.9.                   Finanzinstrumente

Ein Finanzinstrument ist definiert als ein Vertrag, der gleichzeitig bei dem einen Unternehmen zu einem finanziellen Vermögenswert und bei dem anderen Unternehmen zu einer finanziellen Verbindlichkeit oder einem Eigenkapitalinstrument führt. Sie umfassen nicht-derivative Finanz­instrumente, wie beispielsweise Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, sowie derivative Finanzinstrumente umfassen. 158 Mutares SE & Co. KGaA Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2024 Finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Verbindlichkeiten werden bei erstmaligem Ansatz mit ihrem beizulegenden Zeitwert bewertet, welcher im Regelfall dem Transaktionspreis entspricht. Transaktionskosten, die direkt dem Erwerb oder der Emission des Finanzinstrumentes zuzurechnen sind, werden nur dann im anzusetzenden Buchwert berücksichtigt, wenn das entsprechende Finanzinstrument nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet wird. Im Falle von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen bestimmt sich der Transaktionspreis nach IFRS 15. Die Folgebewertung ist abhängig von der Klassifizierung der Finanzinstrumente.   Die Erfassung von marktüblichen Käufen oder Verkäufen für finanzielle Vermögenswerte erfolgt grundsätzlich zum Handelstag.   Zusammengesetzte Finanzinstrumente umfassen eine Pflichtwandelanleihe in Euro, welche von den Anleiheinhabern jederzeit bis zur Endfälligkeit in eine feste Anzahl von Anteilen umgewandelt werden können. Die Fremdkapitalkomponente des zusammengesetzten Finanzinstruments bezieht sich auf die variable Umwandlungskomponente und wird beim erstmaligen Ansatz mit dem beizulegenden Zeitwert einer ähnlichen Verbindlichkeit, die keine Option zur Umwandlung in Eigenkapital enthält, erfasst. Die Eigenkapitalkomponente bezieht sich auf eine fest definierte Komponente und wird beim erstmaligen Ansatz als Differenz zwischen dem beizulegenden Zeitwert des zusammengesetzten Finanzinstruments und dem beizulegenden Zeitwert der Fremdkapitalkomponente erfasst. Im Rahmen der Folgebewertung wird die Fremdkapitalkomponente des zusammengesetzten Finanzinstruments zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Verwendung der Effektivzinsmethode bewertet. Die Eigenkapitalkomponente des zusammengesetzten Finanzinstruments wird mit dem beim erstmaligen Ansatz erfassten Wert fortgeführt.  

53.10. Finanzielle Vermögenswerte

Klassifizierung finanzieller Vermögenswerte   Finanzielle Vermögenswerte umfassen insbesondere:   * Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen, * Sonstige finanzielle Vermögenswerte sowie * Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente Finanzielle Vermögenswerte mit einer Laufzeit von mehr als zwölf Monaten werden als langfristig ausgewiesen.   Die Klassifizierung finanzieller Vermögenswerte erfolgt in Abhängigkeit des zugrunde liegenden Geschäftsmodells und des sogenannten Zahlungsstromkriteriums, wonach die vertraglichen Zahlungs­ströme eines finanziellen Vermögenswerts ausschließlich aus Zinsen und Tilgung auf den ausstehenden Kapitalbetrag des Finanzinstruments bestehen dürfen. Die Prüfung des Zahlungsstromkriteriums erfolgt dabei immer auf Ebene des einzelnen Finanzinstruments. Die Beurteilung des Geschäftsmodells bezieht sich auf die Frage, wie finanzielle Vermögenswerte zur Generierung von Zahlungsströmen gesteuert werden. Die Steuerung kann entweder auf ein Halten, Verkaufen oder eine Kombination aus beidem abzielen.   Die Gesellschaft teilt finanzielle Vermögenswerte in eine der folgenden Kategorien ein: * Finanzielle Vermögenswerte zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet (Schuld­instrumente) * Finanzielle Vermögenswerte erfolgsneutral mit recycling zum beizulegenden Zeitwert bewertet (Schuldinstrumente) * Finanzielle Vermögenswerte erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet   Finanzielle Vermögenswerte zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet (Schuld­instrumente)   Die für Mutares bedeutendste Kategorie finanzieller Vermögenswerte ist die Kategorie der zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten Vermögenswerte in Bezug auf Schuldinstrumente. Die Bewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten erfolgt, wenn die folgenden beiden Kriterien erfüllt sind:   * Das Geschäftsmodell zur Steuerung dieser Finanzinstrumente ist auf deren Halten ausgerichtet, um die zugrunde liegenden vertraglichen Zahlungsströme zu erzielen und * die hieraus erzielten vertraglichen Zahlungsströme bestehen ausschließlich aus Zins und Tilgung auf den ausstehenden Kapitalbetrag.   Die Folgewertung dieser finanziellen Vermögenswerte erfolgt unter Anwendung der Effektiv­zinsmethode und unterliegt den Vorschriften für Wertminderungen gem. IFRS 9.5.5ff. Die fortgeführten Anschaffungskosten eines finanziellen Vermögenswerts sind der Betrag, mit dem der 159 Mutares SE & Co. KGaA Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2024 finanzielle Vermögenswert bei der erstmaligen Erfassung bewertet wird, abzüglich Tilgungen, zuzüglich kumulierter Amortisierungen unter Verwendung der Effektivzinsmethode bereinigt um die Wertberichtigung. Bei Mutares unterliegen im Wesentlichen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, sonstige Vermögenwerte und Bankguthaben dieser Kategorie.   Forderungen aus Lieferungen Leistungen, die im Rahmen einer Factoring Vereinbarung veräußert werden, ohne dass es zu einem Abgang der Forderungen im Rahmen des Forderungsverkaufs kommt, werden durch Mutares weiterhin dem Geschäftsmodell „Halten“ und damit der Kategorie „amortized cost“ zugeordnet. Mutares definiert im Rahmen des Geschäftsmodellkriteriums den Verkauf als einen tatsächlichen Verkauf, der auch zu einem bilanziellen Abgang führt. Der rein rechtliche Verkauf ohne Abgang stellt nach Auslegung der Mutares kein Geschäftsmodell des Verkaufens im Sinne von IFRS 9 dar. Forderungsportfolios die grundsätzlich der Möglichkeit eines Factorings mit Abgang der entsprechenden Forderungen unterliegen, werden der Kategorie „Halten und Verkaufen“ zugeordnet und erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertet (FVOCI).   Finanzielle Vermögenswerte erfolgsneutral mit Recycling zum beizulegenden Zeitwert bewertet (Schuldinstrumente)   Die Bewertung erfolgsneutral mit Recycling zum beizulegenden Zeitwert für Schuldinstrumente erfolgt, wenn die folgenden beiden Kriterien erfüllt sind:   * Das Geschäftsmodell zur Steuerung dieser Finanzinstrumente ist auf deren Halten, um die zugrundeliegenden vertraglichen Zahlungsströme zu erzielen und auch auf den Verkauf ausgerichtet. * Die hieraus erzielten vertraglichen Zahlungsströme bestehen ausschließlich aus Zins und Tilgung auf den ausstehenden Kapitalbetrag.   Für diese finanziellen Vermögenswerte werden Zinsen, Fremdwährungsbewertungseffekte und Aufwendungen und Erträge im Zusammenhang mit Wertminderungen erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Die verbleibenden Änderungen werden erfolgsneutral im sonstigen Ergebnis erfasst und bei Abgang in den Gewinn oder Verlust umgegliedert (Recycling).   Bei der Mutares unterliegen im Wesentlichen Forderungen, die im Zusammenhang mit einer Factoring Vereinbarung mit Abgang der entsprechenden Forderungen stehen, dieser Bewertung.   Finanzielle Vermögenswerte erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet   Die Kategorie umfasst finanzielle Vermögenswerte, die zu Handelszwecken gehalten werden, Finanzinstrumente unter Anwendung der Fair Value-Option und finanzielle Vermögenswerte, für die eine verpflichtende Bewertung zum beizulegenden Zeitwert vorgesehen ist. Ein Handelszweck liegt vor, wenn ein kurzfristiger Kauf oder Verkauf vorgesehen ist. Derivate, die nicht Teil einer Sicherungsbeziehung sind, werden immer zu Handelszwecken gehalten. Finanzielle Vermögenswerte, die nicht das Zahlungsstromkriterium erfüllen, werden immer erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet, unabhängig vom zugrundeliegenden Geschäftsmodell. Die gleiche Bewertung ergibt sich für Finanzinstrumente, die einem Geschäftsmodell „Verkaufen“ unterliegen.   Die Fair-Value-Option für finanzielle Vermögenswerte kommt nicht zum Einsatz.   Bei Mutares unterliegen im Wesentlichen Derivate, die nicht Teil einer Sicherungsbeziehung sind, sowie Wertpapiere dieser Bewertung.   Jegliche Änderungen des beizulegenden Zeitwerts dieser Instrumente wird im Gewinn oder Verlust erfasst. 160 Mutares SE & Co. KGaA Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2024 Finanzielle Vermögenswerte erfolgsneutral ohne recycling zum beizulegenden Zeitwert bewertet (Eigenkapitalinstrumente)   Beim erstmaligen Ansatz eines Eigenkapitalinstruments hat Mutares das unwiderrufliche Wahlrecht, erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert zu bewerten. Voraussetzung ist, dass es sich um ein Eigenkapitalinstrument gem. IAS 32 handelt, welches nicht zu Handelszwecken gehalten wird und es sich nicht um eine bedingte Gegenleistung i.S.v. IFRS 3 handelt. Das Wahlrecht kann für jedes Eigenkapitalinstrument gesondert ausgeübt werden.   Mutares übt das Wahlrecht nicht aus und bewertet alle Eigenkapitalinstrumente erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert.   Wertminderung von finanziellen Vermögenswerten   Finanzielle Vermögenswerte (mit Ausnahme von erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerten und erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Eigenkapitalinstrumenten), Vertragsvermögenswerte gem. IFRS 15, Leasing­for­derungen, Kreditzusagen sowie finanzielle Garantien unterliegen dem Wertminderungsmodell i.S.v. IFRS 9.5.5. Danach erfasst Mutares für diese Vermögenswerte eine Wertminderung auf Basis der erwarteten Kreditverluste. Erwartete Kreditverluste ergeben sich aus dem Unterschiedsbetrag zwischen den vertraglich vereinbarten Zahlungsströmen und den erwarteten Zahlungsströmen, bewertet zum Barwert mit dem ursprünglichen Effektivzinssatz. Die erwarteten Zahlungsströme beinhalten auch Erlöse aus Sicherungsverkäufen und sonstiger Kreditsicherheiten, die integraler Bestandteil des jeweiligen Vertrages sind.     Erwartete Kreditverluste werden in drei Stufen erfasst. Für finanzielle Vermögenswerte, für die sich keine signifikante Erhöhung des Ausfallrisikos seit dem erstmaligen Ansatz ergeben hat, wird die Wertberichtigung in Höhe des erwarteten 12-Monats-Kreditverlusts bemessen (Stufe 1). Im Falle einer signifikanten Erhöhung des Ausfallrisikos wird der erwartete Kreditverlust für die verbleibende Laufzeit des Vermögenswerts ermittelt (Stufe 2). Mutares unterstellt grundsätzlich, dass eine signifikante Erhöhung des Kreditrisikos vorliegt, sofern eine Überfälligkeit von 30 Tagen vorliegt. Dieser Grundsatz kann widerlegt werden, wenn im jeweiligen Einzelfall belastbare und vertretbare Informationen darauf hinweisen, dass sich das Kreditrisiko nicht erhöht hat. Sofern objektive Hinweise auf eine Wertminderung vorliegen, sind die zugrundliegenden Vermögenswerte der Stufe 3 zuzuordnen.   Die für Mutares relevante Klasse von Vermögenswerten für die Anwendung des Wertminderungs­modells sind Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie Vertrags­vermögenswerte. Für diese wendet Mutares den vereinfachten Ansatz gem. IFRS 9.5.15 an. Danach wird die Wertberichtigung stets in Höhe der über die Laufzeit erwarteten Kreditverluste bemessen.   Für finanzielle Vermögenswerte, die als Schuldinstrument erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, betrachtet Mutares für die Überprüfung eines möglicherweise signifikant erhöhten erwarteten Kreditrisikos alle angemessenen und belastbaren Informationen über vergangene Ereignisse, gegenwärtige Bedingungen und Prognosen künftiger wirtschaftlicher Bedingungen, die ohne unangemessenen Kosten- und Zeitaufwand verfügbar sind. Hierzu wird im Wesentlichen auf das zugehörige Ausfallrisiko zurückgegriffen. Für das Ausfallrisiko wird auf Ratinginformationen zurückgegriffen. Mutares hält grundsätzlich ausschließlich Instrumente, für die ein niedriges Ausfallrisiko besteht. Mutares hält derzeit keine finanziellen Vermögenswerte, die als Schuldinstrument erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden.   Für die übrigen Vermögenswerte, die im Anwendungsbereich des Wert­minderungs­modells von IFRS 9 sind und die dem allgemeinen Ansatz unterliegen, werden zur Bemessung der erwarteten Verluste finanzielle Vermögenswerte auf Basis gemeinsamer Kreditrisikomerkmale entsprechend zusammen­ 161 Mutares SE & Co. KGaA Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2024 gefasst bzw. individuelle Ausfallinformationen herangezogen. Berechnungs­grundlage sind in jedem Fall aktuelle Ausfallwahrscheinlichkeiten zum jeweiligen Stichtag.   Mutares unterstellt grundsätzlich einen Ausfall, wenn die vertraglichen Zahlungen um mehr als 90 Tage überfällig sind. Zusätzlich werden in Einzelfällen auch interne oder externe Informationen herangezogen, die darauf hindeuten, dass die vertraglichen Zahlungen nicht vollständig geleistet werden können. Finanzielle Vermögenswerte werden ausgebucht, wenn keine begründbare Erwartung über die zukünftige Zahlung besteht.  

53.11.                   Derivate und Sicherungsbeziehungen

Innerhalb der Gruppe werden derivative Finanzinstrumente zur Steuerung von Risiken aus Roh­stoffpreis- und Zinsschwankungen eingesetzt. Derivative Finanzinstrumente werden erstmalig als finanzielle Vermögenswerte oder Verbindlichkeiten zu ihrem beizulegenden Zeitwert in der Kategorie der finanziellen Vermögenswerte, die erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, oder finanzielle Verbindlichkeiten, die erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, angesetzt.   Zurechenbare Transaktionskosten werden in der Periode erfolgswirksam erfasst, in der sie anfallen. Mit Ausnahme von Derivaten, die als Sicherungsinstrument zur Absicherung von Zahlungsströmen im Rahmen von Cashflow Hedges designiert wurden, werden sämtliche Derivate erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Der Ausweis erfolgt in der Konzernbilanz unter den Positionen „sonstige finanzielle Vermögenswerte“ bzw. „sonstige finanziellen Verbindlichkeiten“.   Im Mutares-Konzern wird aktuell weiterhin keine Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen vorgenommen.  

53.12.                   Finanzielle Verbindlichkeiten

Finanzielle Verbindlichkeiten begründen regelmäßig einen Rückgabeanspruch in Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten oder einem sonstigen finanziellen Vermögenswert. Darunter fallen insbesondere Anleihen und sonstige verbriefte Verbindlichkeiten, Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und derivative Finanzinstrumente.   Für die Zugangsbewertung finanzieller Verbindlichkeiten verweisen wir auf die Beschreibung der finanziellen Vermögenswerte. Finanzielle Verbindlichkeiten werden grundsätzlich zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode bewertet („FLAC“). Der Effektivzins wird unter Berücksichtigung des Nominalzinses, Disagios und der Transaktionskosten ermittelt.   Unter die Kategorie der erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Verbindlichkeiten („FLFVPL“) fallen alle finanziellen Verbindlichkeiten, die zu Handelszwecken gehalten werden, sowie derivative Instrumente, sofern diese nicht Teil einer Sicherungsbeziehung sind, und Finanzinstrumente, für die die Fair-Value-Option („FLFVO“) ausgeübt wurde. Unter diese Bewertungskategorie fallen u.a. bedingte Gegenleistungen im Zusammenhang von Unternehmens­zusammenschlüssen.   Finanzielle Verbindlichkeiten werden als kurzfristig klassifiziert, sofern der Konzern nicht das unbedingte Recht hat, die Tilgung der Verbindlichkeit auf einen Zeitpunkt mindestens zwölf Monate nach dem Bilanzstichtag zu verschieben.   Zur Erhöhung der Verlässlichkeit der Abschlussinformationen bzw. zur Verminderung der Komplexität der Abschlusserstellung, ebenfalls im Zusammenhang mit der Bewertung von eingebetteten Derivaten, können finanzielle Verbindlichkeiten im Zugangszeitpunkt mittels Ausübung der Fair-Value-Option unwiderruflich als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet („FVPL“) 162 Mutares SE & Co. KGaA Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2024 designiert werden. Die begebenen Anleihen der Gesellschaft enthalten jeweils zwei eingebettete Derivate in Form eines vorzeitigen Schuldnerkündigungsrechts sowie einer Zinsuntergrenze („Floor“). Diese Derivate werden als ein zusammengesetztes Derivat behandelt, da sie dem gleichen Risiko unterliegen (IFRS 9.B4.3.4). Wenn bei einem eingebetteten Derivat eine Komponente eine Trennungspflicht nach sich zieht, so ist das ganze Derivat als trennungspflichtig zu behandeln. Entsprechend nimmt Mutares die Option nach IFRS 9.4.3.5 wahr und bilanziert die Anleihe zum Fair Value.   Die Folgebewertung von finanziellen Verbindlichkeiten, welche von der Gesellschaft erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, erfolgt durch die erfolgswirksame Erfassung von Nettogewinnen oder -verlusten sowie Zinsaufwendungen. Bonitätsinduzierte Änderung des beizu­legenden Zeitwerts werden von der Gesellschaft im sonstigen Ergebnis erfasst.   Sofern Änderungen des beizulegenden Zeitwerts, die durch andere Faktoren als Änderungen des Ausfallrisikos des Instruments oder Änderungen des beobachteten (Referenz-)Zinssatzes bedingt sind, nicht signifikant sind, ermittelt die Gesellschaft bei börsengehandelten finanziellen Verbindlichkeiten die bonitätsinduzierte Änderung des beizulegenden Zeitwerts seit dem Designations­zeitpunkt als Unterschiedsbetrag zwischen dem beizulegenden Zeitwert (Börsenkurs) des Wertpapiers und dem Barwert der vertraglichen Zahlungsströme zum Bilanzstichtag. Die Ermittlung des Barwerts der vertraglichen Zahlungsströme erfolgt dabei auf der Basis, der zum Designationszeitpunkt ermittelten, internen Rendite des Wertpapiers und dem zum Stichtag extern beobachteten Referenzzinssatz.

53.13. Ausbuchung von finanziellen Vermögenswerten und Verbind ­ lich ­ keiten

Finanzinstrumente werden ausgebucht, wenn die Rechte auf Zahlungen erloschen sind oder übertragen wurden und die Gruppe im Wesentlichen alle mit dem Eigentum verbundenen Risiken und Chancen überträgt.   Eine Saldierung von finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten erfolgt nur dann, wenn für en Nettobetrag zu diesem Zeitpunkt ein Aufrechnungsrecht besteht.  

53.14.                   Behandlung von Reverse-Factoring-Vereinbarungen

Im Rahmen einer Reverse-Factoring-Vereinbarung einigen sich Lieferant und Kunde auf den Verkauf vorhandener oder zukünftiger Forderungen aus Lieferungen und Leistungen an ein Factoring-Unternehmen oder ein Finanzinstitut.   Beim Vorliegen einer Reverse-Factoring-Vereinbarung ist auf Ebene des Kunden zu beurteilen, ob die Änderungen der ursprünglichen Vertragsbedingungen der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen zu einer Änderung des Bilanzausweises, sowie der Darstellung in der Kapitalflussrechnung sowie im Anhang führt.   Die Beurteilung, ob eine Reverse-Factoring-Vereinbarung grundsätzlich zur Ausbuchung der ursprünglichen finanziellen Verbindlichkeit aus Lieferungen und Leistungen führt, richtet sich nach den oben genannten, allgemeinen Grundsätzen.   Je nach Sachverhalt – ob die Verbindlichkeit aus Lieferungen und Leistungen auszubuchen ist oder nicht – wird der Ausweis nach Maßgabe von IAS 1 geprüft.   Ein separater Ausweis von Verbindlichkeiten aus Reverse-Factoring-Vereinbarungen wird anhand der Faktoren beurteilt, ob als Teil der Vereinbarung eine zusätzliche Sicherheit gestellt wird, die so ohne die Vereinbarung nicht gestellt werden würde und, ob das Ausmaß, in dem sich die Bedingungen der 163 Mutares SE & Co. KGaA Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2024 Verbindlichkeiten, die Teil der Vereinbarung sind, von den Bedingungen der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen des Unternehmens unterscheiden, die nicht Teil der Vereinbarung sind.   Zahlungen aus Reverse-Factoring-Vereinbarungen werden in der Kapitalflussrechnung dem Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit zugeordnet, wenn eine Verbindlichkeit aus Lieferung und Leistung vorliegt. Stellt die Verbindlichkeit aufgrund ihres Finanzierungscharakters jedoch keine Verbindlichkeit aus Lieferungen und Leistungen dar, ist eine Zuordnung zum Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit sachgerecht.   Aktuell bestehen im Mutares-Konzern Reverse-Factoring-Vereinbarungen nur von sehr unter­ge­ordneter Bedeutung  

53.15.                   Eigenkapital

Als Eigenkapital werden Geld- und Sacheinlagen definiert, die einen Residualanspruch an den Vermögens­werten eines Unternehmens nach Abzug aller dazugehörigen Schulden begründen. Die Entwicklung des Eigenkapitals ist in der Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung dargestellt.   Mutares bilanziert erworbene eigene Anteile nach der sogenannten par value method, wonach der Nominalbetrag der erworbenen eigenen Anteile vom gezeichneten Kapital abgezogen wird. Zusätzlich mindern die darüber hinausgehenden Anschaffungskosten die Gewinnrücklagen.  

53.16.                   Anteilsbasierte Vergütungen

Anteilsbasierte Vergütungen mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente an Vorstände oder Arbeitnehmer der Gesellschaft oder an Mitglieder der Geschäftsführung oder Arbeitnehmer verbundener in- und ausländischer Unternehmen der Gesellschaft (equity-setteled) werden zu dem beizulegenden Zeitwert des Eigenkapitalinstruments am Tag der Gewährung bewertet. In die Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts fließt die marktbezogene Performance Condition bezüglich des Aktienkurses ein.   Anteilsbasierte Vergütung mit Barausgleich (virtuelle Aktienoptionen) an Vorstände werden als Personalaufwand gegen die Verbindlichkeiten erfasst und unterliegt einer Neubewertung zu jedem Abschlussstichtag sowie am Erfüllungstag. Etwaige Änderungen in der Neubewertung werden ergebniswirksam im Personalaufwand verbucht.   Weitere Informationen zu anteilsbasierten Vergütungen im Mutares-Konzern sind in Tz. 32 „Bedingtes Kapital und anteilsbasierte Vergütung“ dargestellt.  

53.17.                   Leistungen an Arbeitnehmer

Bei leistungsorientierten Versorgungsplänen werden die Kosten für die Leistungserbringung mittels des Verfahrens der laufenden Einmalprämien (Projected Unit Credit Method) ermittelt, wobei zu jedem Abschlussstichtag eine versicherungsmathematische Bewertung durchgeführt wird.   Neubewertungen, bestehend aus versicherungsmathematischen Gewinnen und Verlusten, Ver­änderungen, die sich aus der Anwendung der Vermögenswertobergrenze ergeben und dem Ertrag aus dem Planvermögen (ohne Zinsen auf die Nettoschuld) werden unmittelbar im sonstigen Ergebnis erfasst und sind damit direkt in der Konzernbilanz enthalten. Die im sonstigen Ergebnis erfassten Neubewertungen sind Teil der Gewinnrücklagen und werden nicht mehr in die Konzern-Gewinn- oder Verlustrechnung umgegliedert. Nach zu verrechnender Dienstzeitaufwand wird als Aufwand erfasst, wenn die Planänderung eintritt. 164 Mutares SE & Co. KGaA Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2024 Die Nettozinsen ergeben sich aus der Multiplikation des Abzinsungssatzes mit der Nettoschuld (Pensionsverpflichtung abzüglich Planvermögen) oder dem Nettovermögenswert, der sich ergibt, sofern das Planvermögen die Pensionsverpflichtung übersteigt, zu Beginn des Geschäftsjahres. Die leistungsorientierten Kosten beinhalten die folgenden Bestandteile:   * Dienstzeitaufwand (einschließlich laufendem Dienstzeitaufwand, nach zu verrechnendem Dienstzeitaufwand sowie etwaiger Gewinne oder Verluste aus der Planänderung oder -kürzung) * Nettozinsaufwand oder -ertrag auf die Nettoschuld oder den Nettovermögenswert * Neubewertung der Nettoschuld oder des Nettovermögenswerts   Mutares weist die ersten beiden Bestandteile in der Konzern-Gesamtergebnisrechnung aus. Gewinne oder Verluste aus Plankürzungen werden als nach zu verrechnender Dienstzeitaufwand bilanziert.   Im Mai 2021 billigte das IASB die IFRS IC Agenda Entscheidung bezüglich der Verteilung des Leistungsanspruches über die Dienstzeit. Die Entscheidung präferiert bei der Berechnung der Verpflichtung für leistungsorientierte Pläne mit den Charakteristika * die Rechte sind abhängig vom Dienstalter, * die Rechte sind nach einem bestimmten Dienstalter gedeckelt und * bei den Leistungen handelt es sich um Einmalzahlungen bei Eintritt in den Ruhestand auf die Linearisierung des Leistungsanspruches über den Zeitraum zwischen Renteneintritt abzüglich der maximalen Dienstzeit und dem Renteneintritt abzustellen. Nachdem die französischen leistungsorientierten Pläne die drei Charakteristika aufweisen, folgt Mutares für diese Pläne der IFRS IC Entscheidung. Bisher wurde der Leistungsanspruch über den Zeitraum zwischen Unternehmens­eintritt und Renteneintritt linearisiert. Der Effekt aus der Änderung der Bewertungsmethode wird in den Gewinnrücklagen verbucht.   Die in der Konzernbilanz erfasste leistungsorientierte Verpflichtung stellt die aktuelle Unter- oder Überdeckung der leistungsorientierten Versorgungspläne des Konzerns dar. Jede Überdeckung, die durch diese Berechnung entsteht, ist auf den Barwert künftigen wirtschaftlichen Nutzens begrenzt, der in Form von Rückerstattungen aus den Plänen oder geminderter künftiger Beitragszahlungen an die Pläne zur Verfügung steht.   Zahlungen für beitragsorientierte Versorgungspläne werden dann als Aufwand erfasst, wenn die Arbeitnehmer die Arbeitsleistung erbracht haben, die sie zu den Beiträgen berechtigen.   Für kurzfristig fällige Leistungen an Arbeitnehmer (Löhne, Krankengeld, Boni etc.) ist in der Periode der Leistungserbringung seitens der Arbeitnehmer der nicht abgezinste Betrag der Leistung zu erfassen, der erwartungsgemäß im Austausch für die erbrachte Leistung gezahlt wird.   Die erwarteten Kosten für kurzfristig fällige Leistungen an Arbeitnehmer in Form von vergüteten Abwesenheiten sind im Fall ansammelbarer Ansprüche dann zu erfassen, wenn die Arbeits-leistungen, die die Ansprüche der Arbeitnehmer auf bezahlte künftige Abwesenheit erhöhen, erbracht werden. Im Fall nicht ansammelbarer Ansprüche erfolgt die Erfassung hingegen in dem Zeitpunkt, in dem die Abwesenheit eintritt.   Sämtliche personalbezogene Ver­pflichtungen, welche weder den Pensionsrückstellungen noch Abgrenzungen für Ver­pflichtungen aus dem Personalbereich (personalbezogene Verbindlichkeiten etwa für nicht abgegoltenen Urlaub oder Überstunden sowie ausstehende Löhne und Gehälter) zugeordnet werden können, werden in den sonstigen personalbezogenen Rückstellungen erfasst. Hierunter fallen z.B. Verpflichtungen für Mitarbeiterboni oder zum Anlass von Mitarbeiter­jubiläen.   Eine Schuld für Leistungen aus Anlass der Beendigung des Arbeitsverhältnisses wird erfasst, wenn der Konzern das Angebot solcher Leistungen nicht mehr zurückziehen kann oder, falls früher, der 165 Mutares SE & Co. KGaA Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2024 Konzern damit zusammenhängende Kosten für eine Restrukturierung (hierzu verweisen wir auf Tz. 53.18) erfasst hat.    

53.9.                   Sonstige Rückstellungen und Eventualschulden

Rückstellungen werden gebildet, wenn das Unternehmen eine gegenwärtige Verpflichtung (rechtlicher oder faktischer Natur) aus einem vergangenen Ereignis hat und es wahrscheinlich ist, dass die Erfüllung der Verpflichtung mit dem Abfluss von Ressourcen einhergeht und eine verlässliche Schätzung des Betrages der Rückstellung möglich ist.   Der angesetzte Rückstellungsbetrag ist der beste Schätzwert, der sich am Abschlussstichtag für die hinzugebende Leistung ergibt, um die gegenwärtige Verpflichtung zu erfüllen. Dabei sind bei der Verpflichtung inhärente Risiken und Unsicherheiten zu berücksichtigen.   Wird eine Rückstellung auf Basis der für die Erfüllung der Verpflichtung geschätzten Zahlungs­ströme bewertet, sind diese Zahlungsströme abzuzinsen, sofern der Zinseffekt wesentlich ist.   Kann davon ausgegangen werden, dass Teile oder der gesamte zur Erfüllung der Rückstellung notwendige wirtschaftliche Nutzen durch einen außenstehenden Dritten erstattet wird, wird dieser Anspruch als Vermögenswert aktiviert, wenn die Erstattung so gut wie sicher ist und ihr Betrag zuverlässig geschätzt werden kann.   Im Folgenden werden Sondersachverhalte bei der Bilanzierung sonstiger Rückstellungen dargestellt:   Prozesskosten   Die Gesellschaften des Mutares-Konzerns können im Rahmen ihrer unternehmerischen Aktivi­täten Kläger oder Beklagte in Prozessen und sonstigen Verfahren sein. Sofern die allgemeinen Ansatzkriterien, insbesondere die gem. IAS 37, erfüllt sind, wird für die bestmögliche Schätzung der zur Erfüllung der Verpflichtung voraussichtlich aufzubringenden Zahlungs­ströme eine Rückstellung gebildet und unter den sonstigen Rückstellungen ausgewiesen. Für Fälle, in denen die allgemeinen Ansatz­kriterien nicht erfüllt sind, wird das Vorliegen einer Eventualschuld geprüft, die im Konzern­anhang anzugeben ist.   Gewährleistungen   Rückstellungen für die erwarteten Aufwendungen aus Gewährleistungsverpflichtungen werden zum Verkaufszeitpunkt der betreffenden Produkte nach der besten Einschätzung der Geschäftsleitung hinsichtlich der zur Erfüllung der Verpflichtung des Konzerns notwendigen Ausgaben angesetzt.   Restrukturierungen   Eine Rückstellung für Restrukturierungsaufwendungen wird erfasst, wenn der Konzern einen detaillierten, formalen Restrukturierungsplan aufgestellt hat, der bei den Betroffenen durch den Beginn der Umsetzung des Plans oder die Ankündigung seiner wesentlichen Bestandteile eine gerechtfertigte Erwartung geweckt hat, dass die Restrukturierungsmaßnahmen durchgeführt werden. Bei der Bewertung einer Restrukturierungsrückstellung finden nur die direkten Auf­wendungen für die Restrukturierung Eingang. Es handelt sich somit nur um die Beträge, welche durch die Restrukturierung verursacht wurden und nicht im Zusammenhang mit den fortgeführten Geschäftstätigkeiten des Konzerns stehen. Für Schulden aus der Beendigung von Arbeits­verhältnissen verweisen wir auf Tz. 53.17. 166 Mutares SE & Co. KGaA Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2024 Drohverluste   Gegenwärtige Verpflichtungen, die im Zusammenhang mit belastenden Verträgen entstehen, werden als Rückstellung erfasst. Das Bestehen eines belastenden Vertrages wird angenommen, wenn der Konzern Vertragspartner eines Vertrags ist, von dem erwartet wird, dass die unver­meidbaren Kosten zur Erfüllung des Vertrages den aus diesem Vertrag erwachsenden wirtschaftl­ichen Nutzen übersteigen werden.   Eventualschulden   Eine Eventualschuld ist eine mögliche Verpflichtung, die durch das Eintreten oder Nicht­eintreten von unsicheren zukünftigen Ereignissen entsteht und die in ihrer Höhe nicht ausreichend verlässlich geschätzt werden kann. Eventualschulden werden nicht passiviert, lösen aber Angabepflichten im Konzernanhang aus. Im Kontext von Unternehmenserwerben übernommene Eventualschulden werden dagegen passiviert.  

53.19.              Zuwendungen der öffentlichen Hand

Eine Erfassung von Zuwendungen der öffentlichen Hand, einschließlich nicht monetärer Zuwendungen zum beizulegenden Zeitwert, erfolgt nur dann, wenn eine angemessene Sicherheit darüber besteht, dass:   * das Unternehmen die damit verbundenen Bedingungen erfüllen wird, und dass * die Zuwendungen gewährt werden.   Aufwandsbezogene Zuwendungen werden planmäßig über jene Perioden mit den ent­sprechenden Aufwendungen saldiert, die sie kompensieren sollen. Zuwendungen, die für den Ausgleich von bereits entstandenen Aufwendungen oder zur sofortigen finanziellen Unterstützung unabhängig von künftigem Aufwand vereinnahmt werden, werden erfolgswirksam in der Periode der Anspruchs­entstehung erfasst.   Sofern Mutares Ansprüche von Arbeitnehmern gegenüber der öffentlichen Hand lediglich vorfinanziert und daraus einen Anspruch auf Erstattung der verauslagten Beträge erwirbt, wird die Zahlungsabwicklung als durchlaufender Posten behandelt und entfaltet dann keine Erfolgswirkung. Derartige Ansprüche werden erfasst, sobald die Erstattung so gut wie sicher ist.    

54. Vom Klimawandel betroffene Bereiche des Konzernabschlusses

Aus dem Klimawandel oder dem Übergang auf eine kohlendioxidreduzierte Wirtschaft resultierende Risiken und Unsicherheiten könnten sich insbesondere auf die folgenden Bereiche des Konzernabschlusses auswirken.  

54.1.                   Beurteilung der Fortführungsprognose

IAS 1 verlangt die Angabe von wesentlichen Unsicherheiten in Bezug auf Ereignisse oder Bedingungen, die erhebliche Zweifel an der Fähigkeit des Unternehmens zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können, oder von wesentlichen Ermessensentscheidungen, die zu dem Schluss führen, dass keine wesentlichen Unsicherheiten in Bezug auf die Annahme der Unternehmensfortführung bestehen.   Solche Unsicherheiten können auf den Klimawandel bzw. auf regulatorische Maßnahmen, die zur Eindämmung und zur Anpassung des Klimawandels eingeführt werden, zurückgeführt werden. Unter anderem kann die Einführung von Gesetzen, die sich direkt auf das Geschäftsmodell eines 167 Mutares SE & Co. KGaA Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2024 Unternehmens auswirken oder zu erhöhten Compliance-Kosten führen, die Fähigkeit zur Fortführung der Geschäftstätigkeit erheblich in Frage stellen.   Die Beurteilung der Fortführungsprognose in Bezug auf Klimarisiken wird im Konzern mittels verschiedener Instrumente verfolgt. Zum einen sind die Ergebnisse aus der Sorgfaltsprüfung potenzieller Portfoliounternehmen zu physischen und transitorischen Klimarisiken bereits zum Erwerbszeitpunkt der Portfoliounternehmen bekannt. Diese Ergebnisse liefern die notwendigen Informationen, ob wesentliche Unsicherheiten in Bezug auf Ereignisse oder Bedingungen bestehen, welche erhebliche Zweifel an der Fähigkeit des Unternehmens zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit mit sich bringen. Weiterhin wird eine Beurteilung der Fortführungsprognose in Bezug auf Klimarisiken regelmäßig sowie anlassbezogen durchgeführt. Regelmäßige Beurteilungen der Fortführungsprognose ergeben sich aus dem Risikomanagementsystem einschließlich des Risikofrüherkennungssystems nach § 91 Abs. 2 AktG des Konzerns.   Anlassbezogene Prüfungen zu Unsicherheiten aufgrund des Klimawandels können sich ergeben aus (1) der Identifikation neuer Gesetzgebung, (2) einer Änderung des Geschäftsmodells eines Portfoliounternehmens und (3) fortschreitenden Auswirkungen des Klimawandels physischer Natur, welche im Falle eines Ereignisses zu einem erheblichen Zweifel an der Fähigkeit des Unternehmens zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können.   Auf dieser Basis sind keine wesentlichen Unsicherheiten bekannt, die erhebliche Zweifel an der Fortführungsfähigkeit des Konzerns aufwerfen könnten.  

54.2. Wertminderung nicht-finanzieller Vermögenswerte

Die Auswirkungen klimabezogener Risiken könnten ein Indikator für eine Wertminderung sein, z.B. ein signifikanter Rückgang der Nachfrage nach Produkten oder Dienstleistungen oder neue Vorschriften, die sich negativ auf ein Unternehmen auswirken. Solche Faktoren könnten auch die geschätzten Cashflows beeinflussen, die bei der Bestimmung des erzielbaren Betrages eines Vermögenswertes oder einer Gruppe von Vermögenswerten verwendet werden.   Bei der Schätzung des erzielbaren Betrags werden auch klimabezogene Aspekte berücksichtigt, da sich Anhaltspunkt für eine gebotene Wertminderung auch aus diesen ergeben können. Durch den Klimawandel und seine vielfältigen Auswirkungen kann je nach Geschäftsmodell ein Geschäftsrisiko mit potenziell erheblichen Auswirkungen auf die künftigen Zahlungsströme eines Unternehmens entstehen. Dabei können sich klima- und umweltbezogene Entwicklungen in vielfältiger Weise auf die künftigen Zahlungsströme auswirken z.B. auf Umsatzerlöse, laufende Auszahlungen und Investitionsauszahlungen. Dabei sind u.a. die folgenden Gegebenheiten von Bedeutung:   Wenn Kunden vermehrt nachhaltigere Produkte und Dienstleistungen nachfragen, kann dies zu Umsatz- und Wachstumsveränderungen führen. Zum Beispiel könnte ein Rückgang der Nachfrage nach Produkten, die Treibhausgase ausstoßen bzw. deren Produktion treibhausgasintensiv ist, darauf hindeuten, dass eine Produktionsanlage, die nur diese Produkte herstellen kann, wertgemindert sein könnte. Aktivitäten, die als potenziell umweltschädlich angesehen werden, können zu Rufschädigung und Kundenverlust führen und den Wert von Marken, Warenzeichen und anderen immateriellen Vermögenswerten beeinträchtigen.   Ebenso könnte die Einführung neuer Gesetze oder Regularien ein Unternehmen dazu veranlassen, die Rentabilität einer Produktlinie neu zu bewerten, oder zukünftig neue Kosten auferlegen, was die Notwendigkeit einer Prüfung der davon betroffenen Vermögenswerte auf eine Wertminderung auslösen könnte.   Neue umweltfreundliche Technologien können die Wettbewerbsfähigkeit eines Unternehmens erheblich beeinträchtigen und zu höheren Investitionen für die Entwicklung oder den Erwerb von gleichwertigen Technologien führen. 168 Mutares SE & Co. KGaA Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2024 Die (physischen) Auswirkungen des Klimawandels (z.B. steigende Temperaturen, steigender Meeresspiegel, zunehmende extreme Wetterereignisse und ähnliche Ereignisse) können u.a. zu höheren Versicherungs- oder Instandhaltungsausgaben führen oder sogar die Eignung bestimmter Betriebsstandorte in Frage stellen. Auch freiwillige Klimaverpflichtungen, die das Unternehmen eingegangen ist, wie beispielsweise die absolute Reduktion von CO2-Emissionen über einen definierten Zeithorizont, können den geschätzten Cashflow beeinflussen und ein Indikator für eine Wertminderung sein.  

54.3. Änderung von Ansatz, Nutzungsdauer oder Restwert von Vermögenswerten

Mit dem Klimawandel zusammenhängende Faktoren können darauf hindeuten, dass ein Vermögenswert früher als bisher erwartet physisch nicht mehr nutzbar oder kommerziell obsolet werden könnte. Darüber hinaus kann sich der erwartete Zeitplan für die Ersetzung bestehender Anlagen verkürzen. Wenn klimabezogene Risiken erheblich sind, könnten Bedenken hinsichtlich der Realisierbarkeit dazu führen, dass das Kriterium (in IAS 16.7 für Sachanlagen und in IAS 38.21 für immaterielle Vermögenswerte), wonach Kosten nur dann als Vermögenswert anzusetzen sind, wenn es wahrscheinlich ist, dass dem Unternehmen ein künftiger wirtschaftlicher Nutzen zufließen wird, nicht erfüllt ist. Die Anpassung der Geschäftstätigkeit eines Unternehmens an die Aspekte zur Bewältigung des Klimawandels könnte auch zu zusätzlichen Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten führen, die eine Prüfung der Kriterien für den Ansatz als immaterielle Vermögenswerte gemäß IAS 38.57 erfordern.   Die (planmäßigen) Abschreibungen von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten ermitteln sich auf Basis der geschätzten Nutzungsdauern von Vermögenswerten. Diese sind regelmäßig zu prüfen und Änderungen (inkl. solcher resultierend aus klimabezogenen Aspekten) über eine Anpassung der Abschreibungen zu berücksichtigen. Sollte Mutares in Betracht ziehen, bestimmte Vermögenswerte aus klimabezogenen Gründen früher als ursprünglich geplant stillzulegen, findet dieser Sachverhalt über geänderte Nutzungsdauern in den Abschreibungen des Geschäftsjahres (sowie der Folgeperioden) Berücksichtigung.  

54.4. Wertminderung finanzieller Vermögenswerte

Klimabedingte Ereignisse, wie Überschwemmungen und Wirbelstürme, können die Kreditwürdigkeit von Kreditnehmern aufgrund von Betriebsunterbrechungen, Auswirkungen auf die Wirtschaftskraft, den Wert von Vermögenswerten und Arbeitslosigkeit beeinträchtigen. Darüber hinaus könnte die Zahlungsfähigkeit der Kreditnehmer beeinträchtigt werden, wenn sie in Branchen tätig sind, die als nicht klimafreundlich bzw. nachhaltig gelten und daher unter erhöhtem Druck stehen. Wenn ein bedeutendes klimabezogenes Ereignis eingetreten ist, werden die Auswirkungen dieses Ereignisses auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen zum Stichtag beurteilt.  

54.5. Zum beizulegenden Zeitwert bewertete Vermögenswerte

Die Anforderungen von IFRS 13 an die Bewertung zum beizulegenden Zeitwert gelten für ein breites Spektrum von Vermögenswerten und Verbindlichkeiten, sowohl für Bewertungszwecke als auch für Angaben im Anhang. Dazu gehören Vermögenswerte oder zahlungsmittelgenerierende Einheiten, die auf der Grundlage des beizulegenden Zeitwerts abzüglich Veräußerungskosten auf Wertminderung geprüft werden, sowie die erstmalige Bewertung zum beizulegenden Zeitwert von Vermögenswerten, die bei einem Unternehmenszusammenschluss erworben wurden. Der breite Anwendungsbereich der Anforderungen von IFRS 13 könnte dazu führen, dass die Auswirkungen klimabezogener Risiken auf die beizulegenden Zeitwerte auch für Unternehmen, deren Geschäftstätigkeit nicht direkt von den offensichtlichen Risiken des Klimawandels betroffen ist, erheblich werden. 169 Mutares SE & Co. KGaA Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2024

54.6. Rückstellungen, Eventualverbindlichkeiten und belastende Verträge

Das Tempo und die Intensität des Klimawandels sowie begleitende politische und regulatorische Maßnahmen können sich auf Ansatz, Bewertung und Offenlegung von Rückstellungen, Eventualverbindlichkeiten und belastende Verträge auswirken. Der Ansatz und die Bewertung von Rückstellungen berücksichtigten naturgemäß auch die Erwartungen zu klimabezogenen Ereignissen, etwa unter Einbeziehung von Verpflichtungen resultierend aus der Erwartungshaltung zu geänderten (regulatorischen) Rahmenbedingungen. Eventualschulden werden nicht passiviert, lösen aber Angabepflichten im Konzernanhang aus. Das gilt selbstverständlich auch für solche aus Klimarisiken.  

54 .7. Offenlegung von wesentlichen Ermessensentscheidungen und  Schätzungen

Wenn Annahmen im Zusammenhang mit den Auswirkungen des Klimawandels oder dem Übergang auf eine kohlendioxidreduzierte Wirtschaft ein erhebliches Risiko bergen, dass sie zu einer wesentlichen Anpassung der Buchwerte von Aktiva und Passiva innerhalb des nächsten Geschäftsjahres führen, dann sind Informationen über die Annahmen gemäß IAS 1.125 anzugeben. Dazu gehören auch längerfristige Annahmen, bei denen das Risiko besteht, dass innerhalb des nächsten Jahres erheblich Änderungen vorgenommen werden müssen. Für ein besseres Verständnis des Abschlusses kann es auch notwendig sein, weitere Unsicherheiten anzugeben, von denen nicht zu erwarten ist, dass innerhalb eines Jahres eine wesentliche Anpassung erforderlich werden könnte. Diese Angaben sind jedoch gemäß IAS 1.125 klar von den Unsicherheiten zu trennen, die ein erhebliches Risiko einer wesentlichen Anpassung des Buchwerts der Vermögenswerte und Schulden innerhalb des nächsten Geschäftsjahres mit sich bringen. Bei der Anwendung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden des Unternehmens muss das Management verschiedene Ermessens­entscheidungen treffen, die die im Abschluss ausgewiesenen Beträge erheblich beeinflussen können. Solche Ermessensentscheidungen werden gemäß IAS 1.122 angegeben.  

54.8. Realisierung von latenten Steueransprüchen

Klimabezogene Faktoren können dazu führen, dass die geschätzten künftigen steuerpflichtigen Gewinne sinken. Insofern werden bei der Prognose zukünftiger steuerpflichtiger Gewinne auch klimabezogene Aspekte berücksichtigt.    

54.9. Zusätzliche Steuern oder sonstige Abgaben

Zur Förderung der Förderung der Kohlendioxid­reduzierung könnten zusätzliche Steuern oder sonstige Abgaben als fiskalpolitische Maßnahmen eingeführt werden. Jegliche Abgabenverbindlichkeiten sind zu erfassen, wenn die Verpflichtung gesetzlich (gemäß IFRIC 21) ausgelöst wird, und alle Effekte auf die Ertragsteuern sind in die Bilanzierung nach IAS 12 einzubeziehen.  

54.10. Nettoveräußerungswert von Vorräten

Der Nettoveräußerungswert von Vorräten könnte durch klimabezogene Faktoren beeinträchtigt werden. Hierbei gilt es zwischen Vorräten, die dem Weiterverkauf, und Vorräten, die der Produktion dienen, zu unterscheiden.   Bei Vorräten, die dem Weiterverkauf dienen, kann der Verkaufspreis klimabedingt sinken, wodurch der Nettoveräußerungswert unter dem Buchwert liegen kann. Eine klimabedingte Reduktion des Verkaufspreises kann sich am Beispiel der Automobilteile daraus ergeben, dass sie den Übergang zu einer CO2-neutralen Wirtschaft behindern, und entweder aufgrund von verändertem Marktverhalten oder veränderten gesetzlichen Vorschriften die Nachfrage sinkt. 170 Mutares SE & Co. KGaA Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2024 Der Nettoveräußerungswert von Vorräten, die der Produktion dienen, kann aufgrund von gestiegenen Kosten für die Fertigstellung sinken. Dies kann aufgrund von klimabedingten Engpässen bei der Rohstoffbeschaffung zu einem Anstieg der Fertigstellungskosten führen. Weiterhin können u.a. Wetterereignisse wie Starkregen und Überflutungen zu einem Schaden an Vorräten führen. Wenn in solchen Fällen die Anschaffungs- oder Herstellungskosten der Vorräte nicht mehr realisierbar sind, ist gemäß IAS 2 eine Abschreibung auf deren Nettoveräußerungswert vorzunehmen.  

54.11. Zuwendungen der öffentlichen Hand

Regierungen könnten in zunehmendem Maße staatliche Zuschüsse und andere Formen staatlicher Unterstützung für Unternehmen bereitstellen, um den Übergang zu einer kohlendioxidreduzierten Wirtschaft im Einklang mit den Verpflichtungen der Regierung zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen zu fördern. Staatliche Förderungen für die Umsetzung von produktions- und oder gebäudebezogenen Energieeffizienzmaßnahmen können genutzt werden und je nach Zuwendungsart und Bedingungen können diese in den Anwendungsbereich von IAS 20 fallen.  

54 . 12. Gesamtaussage in Bezug auf vom Klimawandel betroffene Bereiche               des Konzernabschlusses

Auf Basis der Ausführungen im Kapital 54 gilt die Gesamtaussage, dass im Geschäftsjahr   2024 keine wesentlichen Bereiche des Konzernabschlusses vom Klimawandel betroffen sind. Daher erwartet das Management gegenwärtig auch keine wesentlichen Auswirkungen von Klimarisiken auf das Geschäftsmodell sowie auf die Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage im Konzernabschluss. 171 Mutares SE & Co. KGaA Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2024 Genehmigung des Abschlusses =========================== Der vorliegende Konzernabschluss wurde am 19. Mai 2025 vom Vorstand der Mutares Management SE als persönlich haftende Gesellschafterin der Mutares SE & Co. KGaA genehmigt und zur Veröffentlichung frei­gegeben.       München, den 19. Mai 2025   Mutares Management SE, persönlich haftende Gesellschafterin der Mutares SE & Co. KGaA   Der Vorstand    

Robin Laik
Mark Friedrich
Johannes Laumann
Dr. Lennart Schley

172 Mutares SE & Co. KGaA Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2024 Versicherung der gesetzlichen Vertreter ======================================= Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungs­grundsätzen der Konzernabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im zusammengefassten Lagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird sowie wesentliche Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns beschrieben sind.   München, den 19. Mai 2025   Mutares Management SE, persönlich haftende Gesellschafterin der Mutares SE & Co. KGaA   Der Vorstand  

Robin Laik
Mark Friedrich
Johannes Laumann
Dr. Lennart Schley

173 Mutares SE & Co. KGaA Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2024 Anlage 1: Konsolidierungskreis und Aufstellung des Anteilsbesitzes ==================================================================

Anteil in % Anteil in %
Unmittelbare Beteiligungen/Holdinggesellschaften Sitz 31.12.2024 31.12.2023
Ferral United GmbH Frankfurt 100 100
HILO Group GmbH Bad Wiessee 100 100
Bonaparte Holding S.A.S. Paris/FR 100 100
Kuljettava Oy (vormals: ShelCo 288 Oy) Helsinki/FI 100 -
Mouse Holding S.A.S. Paris/FR 100 100
Mutares Holding Italy 1 S.r.l. Mailand/IT 100 100
Mutares Holding Italy 2 S.r.l. Bad Wiessee - -
mutares Holding-02 AG Bad Wiessee 100 100
mutares Holding-03 AG Bad Wiessee 100 90
mutares Holding-07 GmbH Bad Wiessee 90 90
mutares Holding-14 GmbH Bad Wiessee 100 100
mutares Holding-21 AG Bad Wiessee 100 100
mutares Holding-25 GmbH Bad Wiessee 100 100
mutares Holding-26 GmbH Bad Wiessee 90 90
mutares Holding-30 AG i.L. Bad Wiessee 100 100
mutares Holding-33 GmbH Bad Wiessee 100 100
mutares Holding-35 GmbH Bad Wiessee 100 100
mutares Holding-36 GmbH Bad Wiessee 100 100
mutares Holding-38 GmbH Bad Wiessee 90 90
mutares Holding-39 GmbH Bad Wiessee 90 90
mutares Holding-40 GmbH Bad Wiessee 85 85
mutares Holding-41 GmbH Bad Wiessee 100 100
mutares Holding-42 GmbH Bad Wiessee 90 90
mutares Holding-45 GmbH Bad Wiessee 90 90
mutares Holding-46 GmbH Bad Wiessee 100 90
mutares Holding-47 GmbH Bad Wiessee 100 90
mutares Holding-48 GmbH Bad Wiessee 90 90
mutares Holding-49 GmbH Bad Wiessee 100 87
mutares Holding-50 GmbH Bad Wiessee 91 91
mutares Holding-51 GmbH Bad Wiessee 100 100
mutares Holding-53 GmbH Bad Wiessee 90 90
mutares Holding-54 GmbH Bad Wiessee 100 100
mutares Holding-55 GmbH Bad Wiessee 90 90
mutares Holding-56 GmbH Bad Wiessee 90 90
mutares Holding-57 GmbH Bad Wiessee 90 90
mutares Holding-58 GmbH Bad Wiessee 90 90
mutares Holding-60 GmbH Bad Wiessee 90 90
mutares Holding-62 GmbH Bad Wiessee 100 90
mutares Holding-63 GmbH Bad Wiessee 90 100
mutares Holding-64 GmbH Bad Wiessee 100 100
mutares Holding-65 GmbH Bad Wiessee 90 100
mutares Holding-66 GmbH Bad Wiessee 90 100

174 Mutares SE & Co. KGaA Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2024

Anteil in % Anteil in %
Unmittelbare Beteiligungen/Holdinggesellschaften Sitz 31.12.2024 31.12.2023
mutares Holding-67 GmbH Bad Wiessee 90 100
mutares Holding-68 GmbH Bad Wiessee 90 100
mutares Holding-69 GmbH Bad Wiessee 90 100
mutares Holding-70 GmbH Bad Wiessee 90 100
mutares Holding-71 GmbH Bad Wiessee 100 100
mutares Holding-72 GmbH Bad Wiessee 90 100
mutares Holding-73 GmbH Bad Wiessee 100 100
mutares Holding-75 GmbH Bad Wiessee 100 100
mutares Holding-76 GmbH Bad Wiessee 100 100
mutares Holding-77 GmbH Bad Wiessee 100 100
mutares Holding-78 GmbH Bad Wiessee 100 100
mutares Holding-79 GmbH Bad Wiessee 100 100
mutares Holding-80 GmbH (vormals: PFMB Acquisition GmbH) Bad Wiessee (vormals: München) 100 100
mutares Holding-82 GmbH Bad Wiessee 100 -
mutares Holding-83 GmbH Bad Wiessee 100 -
mutares Holding-84 GmbH Bad Wiessee 100 -
mutares Holding-85 GmbH Bad Wiessee 100 -
mutares Holding-86 GmbH Bad Wiessee 100 -
mutares Holding-87 GmbH (vormals: RM 22042 Vermögensverwaltungs GmbH) Bad Wiessee 100 -
mutares Holding-88 GmbH (vormals: Blitz 24-122 GmbH) (6) Bad Wiessee - -
mutares Holding-89 GmbH Bad Wiessee 100 -
mutares Holding-90 GmbH Bad Wiessee 100 -
mutares Holding-91 GmbH Bad Wiessee 100 -
mutares Holding-92 GmbH Bad Wiessee 100 -
mutares Holding-93 GmbH Bad Wiessee 100 -
mutares Holding-lndia GmbH (vormals: mutares Holding-81 GmbH) Bad Wiessee 100 -
MuxTec India Consulting Pvt. Ltd Mumbai/IN 100 -
PM Gold Acquisition AB (vormals: Goldcup 35552 AB) Stockholm/SE 100 -
PP Acquisition B.V. Amsterdam/NL 100 -
Mutares Management SE (1) München 100 30
Mutares Verwaltungs GmbH Bad Wiessee 100 100
MUK H-1 Limited London/UK 100 -
MuxTec GmbH München 100 100
PA Acquisition GmbH (vormals: RM 22045 Vermögensverwaltungs GmbH) München 100 -
PM Acquisition GmbH (vormals: Blitz 24-123 GmbH) München 100 -
Slide Copypaper S.r.l. (vormals: Elina S.r.l.) Milano/IT 100 -
Slide S.r.l. (vormals: Turchina S.r.l.) Milano/IT 100 -

175 Mutares SE & Co. KGaA Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2024

Anteil in % Anteil in %
Landesgesellschaften Sitz 31.12.2024 31.12.2023
Mutares France S.A.S Paris/FR 100 100
Mutares Austria GmbH Wien/AU 100 100
Mutares Benelux B.V. Amsterdam/NL 100 100
Mutares Consulting Services Middle East Limited Dudbai/UAE 100 -
Mutares India Private Ltd. Mumbai/IN 100 -
Mutares Italy S.r.l. Mailand/IT 100 100
Mutares Iberia SL Madrid/ES 100 100
Mutares Management Consulting (Shanghai) Co., Ltd. Shanghai/CN 100 -
Mutares Nordics AB Stockholm/SE 100 100
Mutares Nordics  Oy Vantaa/FN 100 100
Mutares Poland  sp. z.o.o. Czestochowa/PL 100 100
Mutares Services  SRL Cluj/RO 100 -
Mutares UK Limited London/UK 100 100
Mutares US Inc. Chicago/US 100 -

176 Mutares SE & Co. KGaA Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2024

Anteil in % Anteil in %
Mittelbare Beteiligungen: Operative Einheiten/Teilkonzerne Sitz 31.12.2024 31.12.2023
Amaneos Group
Amaneos SE Frankfurt am Main 100 100
CIKAUTXO Rubber & Plastic Components (Kunshan) Co., Ltd. Kunshan/CN 100 -
DF-Elastomer Solutions LDA Mindelo/PT 100 100
Elastomer Solutions Maroc SARL Tanger/MA 100 100
Elastomer Solutions Mexico S.R.L. de C.V. Fresnillo/MX 100 100
Elastomer Solutions s.r.o. Belusa/SK 100 100
Elastomer Solutions GmbH Wiesbaum 100 100
Light Mobility Solutions GmbH Obertshausen 100 100
MoldTecs US LLC Willmington/US 100 100
MoldTecs-01-2022 GmbH Bad Harzburg 100 100
MoldTecs Brazil Limitada (Ltda.) Indaiatuba/BR 100 100
MoldTecs G.K. Yokohama/JP 100 100
MoldTecs GmbH Bad Harzburg 100 100
MoldTecs Korea Limited Company (Yuhan Hoesa) Wonju/KOR 100 100
MoldTecs Mexiko S.d.r.l.d.c.v. Mexiko Stadt/MX 100 100
MoldTecs S.A.S. Laval Cedex/FR 100 100
MoldTecs Trading India Pvt. Ltd Bangalore/IN 100 100
SFC Solutions Germany GmbH Mannheim 100 100
SFC Solutions Italy S.R.L. Cirié/IT 100 100
SFC Solutions Automotive France S.A.S. Charleval/FR 100 100
SFC Solutions Automotive Marocco SARL Tanger/MA 100 100
SFC Solutions Automotive Romania SRL Dirmanesti/RO 100 100
SFC Solutions Czestochowa Sp.z.o.o. Czestochowa/PL 100 100
SFC Solutions France S.A.S. Rennes/FR 100 100
SFC Solutions India Fluid Private Ltd. Chengalpattu/IN 100 100
SFC Solutions India (Sealing) Private Limited Dehli/IN 100 100
SFC Solutions Piotrkow sp. z.o.o. Piotrków/PL - 100
SFC Solutions Spain Borja SL Borja/ES 100 100
Shanghai MoldTecs Trading Co., Ltd. Shanghai/CN 100 100
Alcura
Alcura France S.A.S Le Poinçonnet/FR 100 -
Alterga
Alterga S.A (vormals: Eltel Energetyka S.A.) Olsztyn/PL 100 -
Alterga Engineering S.A (vormals: Eltel Engineering S.A.) Krakow/PL 100 -
Byldis
Byldis Deutschland GmbH (vormals: Blitz D23-66 GmbH) München (vormals: Düsseldorf) 100 -
Byldis Facades B.V. Veldhoven/NL 100 100
Byldis Group B.V. Amsterdam/NL 100 100
Byldis Prefab B.V. Veldhoven/NL 100 100
Byldis UK Limited London/UK 100 100
--- --- --- --- --- --- --- --- ---

177 Mutares SE & Co. KGaA Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2024

Mittelbare Beteiligungen: Operative Einheiten/Teilkonzerne Sitz Anteil in % 31.12.2024 Anteil in % 31.12.2023
Clecim
Clecim S.A.S. Savigneux/FR 100 100
Conexus
Conexus S.p.A. Roma/IT 100 100
Donges Group
Donges SteelTec GmbH Darmstadt 100 100
Kalzip Asia Pte. Ltd. Singapore 100 100
Kalzip France S.A.S. Magny-Le-Hongre/FR 100 100
Kalzip Free Zone Establishment (FZE) Dubai/UAE 100 100
Kalzip GmbH Koblenz 100 100
Kalzip Inc. Valparaiso/US 100 100
Kalzip India Private Ltd. Gurgaon/IN 100 100
Kalzip Limited Merseyside/UK 100 100
Kalzip Spain S.L.U. Madrid/ES 100 100
Smart Curtain Wall S.A Madrid/ES 100 100
Efacec
Efacec Algérie EURL Hydra/DZ 100 100
Efacec Angola Ltda. Luanda/AO 98 98
Efacec Central Europe SRL Bucarest/RO 100 100
Efacec Chile S.A Santiago de Chile/CL 100 100
Efacec Contracting Central Europe GmbH Wien/AU 100 100
Efacec Electric Mobility S.A. Porto/PO 100 100
Efacec Energia – Maquinas e Equipamentos Electricos S.A Porto/PT 100 100
Efacec Engenharia e Sistemas S.A. Porto/PO 100 100
Efacec Engenharia e Sistermas (Chile) SpA Santiago de Chile/CL 100 100
Efacec Equipos Electricos S.L.U. Tarragona/ES 100 100
Efacec India Pvt. Ltd Maharashtra/IN 100 100
Efacec Marketing Internacional S.A. Porto/PO 100 100
Efacec Maroc SARL AU Casablanca/MA 100 100
Efacec Mosambique LDA Maputo/ZA 100 100
Efacec Power Solutions Argentina S.A. Buenos Aires/AG 100 99,95
Efacec Power Solutions PT Porto/PT 100 100
Efacec Praha s.r.o. Prag/CZ 100 100
Efacec Servicos Corporativos S.A. Porto/PT 100 100
Efacec USA Inc. Norcross/US 100 100
EFAMULTI AB Sweden/SE 67 100
S2M Dublin Light Rail Limited Clondalkin/IR 51 51
XELA AB Malmö/SE 67 67
Fasana
FASANA GmbH Euskirchen 100 100

178 Mutares SE & Co. KGaA Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2024

Mittelbare Beteiligungen: Operative Einheiten/Teilkonzerne Sitz Anteil in % 31.12.2024 Anteil in % 31.12.2023
FerrAl United Group
BEW-Umformtechnik GmbH Rosengarten 88 88
CIMOS “TMD Automobilka indusrija” d.o.o. Gradačac/BA 100 100
CIMOS BUZET Ltd. Buzet/CR 100 100
Cimos d.d. Koper/SI 100 100
Cimos LJEVAONICA ROC d.o.o. Roc/HR 100 100
CIMOS IP d.o.o. Koper/SI 100 100
Falkenroth Umformtechnik GmbH Schalksmühle 100 100
Ferral United France S.A.S. Paris/FR 100 100
Gesenkschmiede Schneider GmbH Aalen 100 100
Jeco-Jellinghaus GmbH Gevelsberg 100 100
JECO Forging Bosna Novi Travnik BA Novi Travnik/BH 100 -
KmB Technologie GmbH Zerbst/Anhalt 100 -
Laval WI S.C.I Laval/FR 100 100
Livnica Kikinda A.D. Kikinda/RS 92 92
LIVNICA KIKINDA AUTOMOBILSKA INDUSRIJA d.o.o. Kikinda/RS 100 100
MMT-B S.A.S. Blanquefort/FR 100 100
Offranville WI S.C.I Laval/FR 100 100
P.P.C. Buzet Ltd. Buzet/CR 100 100
PrimoTECS S.P.A. Avigliana/IT 100 100
Rasche Holding GmbH Plettenberg 100 100
Rasche Umformtechnik GmbH & Co. KG Plettenberg 100 100
Schöneweiß & Co. GmbH Hagen 100 100
Selzer Automotive Bosnia d.o.o. Rajlovačka/BH 100 100
Selzer Automotive do Brasil Limitada (Ltda.) Sao Paulo/BR 100 100
Selzer Automotive RO SRL Sudet Bihor / RO 100 100
Selzer Automotive Systems Co., Ltd. Kunshan/CN 100 100
Selzer Fertigungstechnik GmbH & Co. KG Driedorf 100 100
Selzer Holding-GmbH (vormals:mutares Holding-74) GmbH Bad Wiessee 100 100
Selzer International GmbH Driedorf 100 100
Selzer Systemtechnik GmbH Driedorf 100 100
Selzer Verwaltungsgesellschaft GmbH Driedorf 100 100
Suzhou Walor Automotive Components Co., Ltd. Suzhou/CN 100 100
Toucy WI S.C.I Laval/FR 100 100
Walor Extrusion S.A.S. Laval/FR 100 100
Walor International S.A.S. Laval/FR 100 100
Walor LCF S.A.S. Le chambon-Feugerolles/FR 100 100
Walor Lege S.A.S. Legé/FR 100 100
Walor North America Inc. (vormals: Hirschvogel Inc.) Columbus/US 100 -
Walor RO SRL Sfantu Gheorge/RO 100 100
WALOR Vöhrenbach GmbH Vöhrenbach 100 100
Walormex S.R.L. de C.V. Irapuato/MX 100 100
Anteil in % Anteil in %

179 Mutares SE & Co. KGaA Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2024

Mittelbare Beteiligungen: Operative Einheiten/Teilkonzerne Sitz 31.12.2024 31.12.2023
Ganter
FSL Ladenbau GmbH Westerstede 100 -
FSL Project GmbH Westerstede 100 -
Ganter Interior GmbH (vormals: Ganter Constructions & Interior GmbH) Waldkirch 100 -
Ganter Italia S.r.l.i.l Merano/IT 100 100
Ganter Suisse AG Schenkon/CH 100 1
Gemini Rail und ADComms
Alan Dick Communications Limited Scunthorpe/UK 100 100
Gemini Rail Services UK Limited Wolverton/UK 100 100
IPS Communications Ltd. i.L. Scunthorpe/UK 100 100

180 Mutares SE & Co. KGaA Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2024

Anteil in % Anteil in %
Mittelbare Beteiligungen: Operative Einheiten/Teilkonzerne Sitz 31.12.2024 31.12.2023
Gläserne Molkerei
Gläserne Molkerei GmbH Dechow 100 100
Gläserne Molkerei Münchehofe GmbH Münchehofe 100 100
Hofmolkerei Münchehofe GmbH Münchehofe 100 100
GoCollective, ReloBus
BusDan 32. 1 A/S Kastrup/DN 100 100
BusDan 32.2 ApS (vormals: BusDan 42 ApS) Kastrup/DN 100 100
BusDan 39 ApS Kastrup/DN 100 100
BusDan 40 ApS Kastrup/DN 100 100
BusDan 44 ApS Kastrup/DN 100 -
Dan Captive Insurance A/S Kastrup/DN 100 100
GoCollective Bus A/S (vormals: GoCollective A/S) Kastrup/DN 100 100
GoCollective Bus Service A/S Kastrup/DN 100 -
GoCollective Holding A/S Kastrup/DN 100 -
GoCollective Rail A/S Kastrup/DN 100 100
GoCollective Rail Service A/S (vormals: GoCollective Service A/S) Kastrup/DN 100 100
RailDan 35 ApS (vormals : BusDan 35 ApS) Kastrup/DN 100 100
RELOBUS Transport Polska sp. z.o.o. Torun/PL 100 100
UCPLUS A/S Skovlunde/DN 100 100
Greenview Group
Bel-Air Services (NI) Limited NewtownAbbey/UK 100 -
BI Electrical Services (NI) Limited NewtownAbbey/UK 100 -
Central Heating Services Limited London/UK 100 -
Electrical Services Southern Limited London/UK 100 -
Greenview Gas Limited Carryduff/UK 100 -
Greenview Group Holdings Limited Carryduff/UK 100 -
Guascor Energy
Guascor Energy R&D SAU. Miñano/ES 100 100
Guascor Energy S.A.U. Zumaia/ES 100 100
Guascor Power USA Inc. New York/US 100 100
HILO Group
High Precision Components Witten GmbH Witten/GER 100 100
Innomotive Systems Hainichen Co., Ltd. Nanjing/CN 100 100
Innomotive Systems Hainichen GmbH Hainichen 100 100
Innomotive Systems Romania S.R.L Cluj/RO 100 100
KICO GmbH Halver 100 100
KICO Kunststofftechnik GmbH Halver 100 100
KICO Sistemas Mexico S.R.L. de C.V. El Marques/MX 100 100
KICO-Polska sp. z.o.o. Swiebodzin/PL 100 100
Prinz Kinematics (Shenyang) Co., Ltd. Shenyang/CN 100 -
WST Kinematics Bulgaria EOOD Pyce/BU 100 -
Prinz Kinematics GmbH Stromberg 100 -

181 Mutares SE & Co. KGaA Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2024

Anteil in % Anteil in %
Mittelbare Beteiligungen: Operative Einheiten/Teilkonzerne Sitz 31.12.2024 31.12.2023
Keeeper Group
keeeper GmbH Hille 100 100
keeeper sp. z.o.o. Bydgoszcz/PL 100 100
La Rochette
La Rochette Cartonboard S.A.S. La Rochette/FR 100 100
La Rochette Holding S.A.S. Paris/FR 100 100
Lapeyre Group
Azur Production S.A.S. Courbevoie/FR 100 100
Cougnaud S.A.S. Aizenay/FR 100 100
Distrilap S.A.S. Aubervillieres/FR 100 100
Entreprise Cordier S.A.S. Magenta/FR 100 100
Gam S.A.S. Cours/FR 100 100
Giraud Productions S.A.S. Cours/FR 100 100
HAVLA S.A.S Montivilliers/FR 100 -
Lagrange production S.A.S. La-Magdelaine-sur-Tarn/FR 100 100
Lapeyre Holding S.A.S. Paris/FR 100 100
Lapeyre S.A.S Paris/FR 100 100
Lapeyre Services S.A.S. Aubervilliers/FR 100 100
Les Menuiseries du Centre S.A.S Ydes/FR 100 100
Ouest Production S.A.S. La Chaize Giraud/FR 100 100
Poreaux et Cie S.A.S. Saint-Martin-sur-le-pré/FR 100 100
Rodrigues S.A.S. Limonest/FR 100 100
Societe Pastural & Cie S.A.S. Epernay/FR 100 100
Matikon
Matikon s.r.o. (vormals: fischer automotive systems s.r.o.) Ivanovice na Hané/CZ 100 -
Matikon automotive systems (Taicang) Co. Ltd. (vormals: fischer automotive systems (Taicang) Co. Ltd.) Taicang/CH 100 -
Matikon KD Jagodina (vormals: fischer automotive systems Jagodina KD) Kočino Selo/CZ 100 -
Matikon GmbH & Co. KG (vormals: fischer automotive GmbH & Co. KG) Horb am Neckar 100 -
Matikon America Inc. (vormals: fischer automotive America Inc.) Auburn Hills/US 100 -
Matikon Verwaltungs GmbH (vormals: fischer automotive Verwaltungs GmbH) Horb am Neckar 100 -
Matikon General Partner DOO (vormals: fischer automotive systems General Partner DOO) Kocino Selo/CZ 100 -
Natura
Natura sp. z.o.o. Łódź/PL 100 -
Natura Marketing sp. z.o.o. Błonie/PL 100 -
Cosmly sp. z.o.o. Łódź/PL 100 -

182 Mutares SE & Co. KGaA Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2024

Anteil in % Anteil in %
Mittelbare Beteiligungen: Operative Einheiten/Teilkonzerne Sitz 31.12.2024 31.12.2023
NEM Energy Group
Balcke-Dürr GmbH Düsseldorf 100 100
Balcke Dürr Energy Solutions S.p.A. Genoa/IT 100 100
NEM Energy B.V. Zoeterwourde/NL 100 100
Wuxi Balcke-Dürr Technologies Co., Ltd. Wuxi/CN 100 100
Palmia
Palmia Oy Helsinki/FI 100 100
Palmia Palvelut Oy Helsinki/FI 100 100
Peugeot Motocycles
Jinan QingQi Peugeot Motocycles Co., Ltd. Jinan/CN 50 50
DBMC S.A.S Mandeure/FR 80 80
Peugeot Motocycles S.A.S Mandeure/FR 80 80
PEUGEOT MOTOCYCLES DEUTSCHLAND GmbH Rüsselsheim 100 100
Purple Holding S.A.S. Paris/FR 100 100
PMTC Engineering Italia S.r.l. Roma/IT 100 100
Prénatal
Moeder en Kind B.V. Amersfoort/NL 100 100
Wij Special Media B.V. Blokker/NL 100 100
REDO
Redo Oy Vantaa/FN 100 100
Serneke
Serneke Sverige AB Göteborg/SE 100 -
Serneke Entreprenad AB Göteborg/SE 100 -
Serneke Sprinkler AB Göteborg/SE 100 -
Serneke Malmberg Entreprenad AB Göteborg/SE 50 -
Trollhättans Bygg & Industritjänst AB Göteborg/SE 100 -
Sofinter Group
AC Boilers Egypt SAE Cairo/EG 98 -
AC Boilers S.p.A. Milano/IT 100 -
Ansaldocaldaie Boilers India Pvt. Ltd Chennai/IN 26 -
Centro Combustione Ambiente S.p.A. Milano/IT 40 -
Europower S.p.A. Milano/IT 100 -
Itea S.p.A. Gallarate/IT 100 -
Macchi Romania SRL Drobeta-Turnu Severin/RO 100 -
Nova Energy Holding S.r.l. (vormals: Novacchio S.r.l.) Milano/IT 51 51
Sofinter LLC Houston/US 90 -
Sofinter S.p.A. Milano/IT 100 -
Ditne S.C.A.R.L. Bridinsi/IT 2 -
New International Technology WLL Doha/QR 19 -

183 Mutares SE & Co. KGaA Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2024

Anteil in % Anteil in %
Mittelbare Beteiligungen: Operative Einheiten/Teilkonzerne Sitz 31.12.2024 31.12.2023
Steyr Motors Group
Steyr Motors AG (vormals: Mutares Austria Holding-01 GmbH) Steyr/AT 71 100
Stuart
SRT Delivery Portugal S.A. Lisbon/PT 100 100
SRT France S.A.S. Paris/FR 100 100
SRT Group S.A.S. Paris/FR 100 100
SRT Italy S.r.l. Milano/IT 100 100
Stuart Delivery Limited London/UK 100 100
Stuart Delivery SL Madrid/ES 100 100
StuartPolska sp. z.o.o. warsow/PL 100 100
Stuart Urban SL Madrid/ES 100 100
Temakinho
Temakinho S.r.l. Milano/IT 100 -
Terranor
Terranor A/S Silkeborg/DN 100 100
Terranor AB Stockholm/SE 100 100
Terranor Infra AB Solna/SE 100 100
Terranor Norvia AB (vormals: Wilda Transport och Entreprenad AB) Huddinge/SE 100 -
Terranor Oy Helsinki/FI 100 100
Terranor Signa Sverige AB Solna/SE 100 -
Terranor Verte Oy Helsinki/FI 100 100

1. Die Gesellschaft stellt ein assoziiertes Unternehmen dar und auf die Einbeziehung wird gemäß Wesentlichkeitsgrundsatz verzichtet. 184

Registerdokumente

Originalauszüge und Gesellschaftsdokumente als PDF oder XML in Ihre Anwendung einbinden.

GET/v1/fetch-document
Dokumenten-API ansehen
  • Aktueller Auszug (AD) PDF
  • Chronologischer Auszug (CD) PDF
  • Strukturierte Inhalte (SI, XML) XML
  • Gesellschafterliste PDF
  • Satzung / Gesellschaftsvertrag PDF

Weitere Unternehmen entdecken

Handelsregister-API · MCP

Unternehmensdaten direkt im AI-Chat

Geschäftsführung, Beteiligungen und Geschäftszahlen abfragen – über unseren MCP-Server greift Ihr Assistent auf die Handelsregister-API zu.

MCP-Dokumentation

Assistent verbinden

  1. Unter „Connectors“ in Claude einen eigenen Connector hinzufügen.
  2. Diese Server-URL eintragen und den Connector hinzufügen:
    https://mcp.handelsregister.ai/mcp
  3. Mit Ihrem handelsregister.ai-Konto verbinden und den Connector im Chat über „+“ → „Connectors“ aktivieren.
  1. In ChatGPT im Browser unter Einstellungen → Apps eine eigene App erstellen. Dafür muss der Entwicklermodus freigeschaltet sein.
  2. Als Namen „handelsregister“, als Authentifizierung OAuth und diese Server-URL verwenden:
    https://mcp.handelsregister.ai/mcp
  3. Mit Ihrem handelsregister.ai-Konto anmelden, die App erstellen und im Chat aus dem Tools-Menü auswählen.

Einmal im Terminal ausführen:

Terminal
claude mcp add --transport http handelsregister https://mcp.handelsregister.ai/mcp \
  --header "X-API-Key: YOUR_API_KEY"

YOUR_API_KEY durch Ihren handelsregister.ai API-Key ersetzen.

Diesen MCP-Server als Tool in Ihrer Anwendung einbinden:

Python
from openai import OpenAI

client = OpenAI()
response = client.responses.create(
    model="gpt-6-astra",
    input="Zeige mir die Geschäftsführung, Gesellschafter und letzten verfügbaren Geschäftszahlen von Mutares SE & Co. KGaA. Nenne die Geschäftsjahre und Quellen.\n\nentity_id: 4c824049603c3e3f9574cf61fd83fb58",
    tools=[{
        "type": "mcp",
        "server_label": "handelsregister",
        "server_url": "https://mcp.handelsregister.ai/mcp",
        "headers": {"X-API-Key": "YOUR_API_KEY"},
        "require_approval": "never",
    }],
)
print(response.output_text)

YOUR_API_KEY durch Ihren handelsregister.ai API-Key ersetzen.

Diese Konfiguration in Ihrem MCP-Client hinterlegen:

JSON
{
  "mcpServers": {
    "handelsregister": {
      "url": "https://mcp.handelsregister.ai/mcp",
      "headers": { "X-API-Key": "YOUR_API_KEY" }
    }
  }
}

YOUR_API_KEY durch Ihren handelsregister.ai API-Key ersetzen.

Dieses Unternehmen abfragen

Nach dem Verbinden diese Frage im Assistenten stellen:

Zeige mir die Geschäftsführung, Gesellschafter und letzten verfügbaren Geschäftszahlen von Mutares SE & Co. KGaA. Nenne die Geschäftsjahre und Quellen.

entity_id4c824049603c3e3f9574cf61fd83fb58