Konzernabschluss zum 31. Dezember 2024 und Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2024 gemäß § 315e HGB nach International Financial Reporting Standards UNITEDLABELS Aktiengesellschaft Münster A k t i v a Anhang Stand am Stand am Anhang Stand am Stand am 31.12.2024 31.12.2023 31.12.2024 31.12.2023 € € € € A. Langfristige Vermögenswerte A. Eigenkapital Sachanlagen C.1 3.377.941,47 3.713.794,39 Den Gesellschaftern des Mutterunternehmens Immaterielle Vermögenswerte C.1 4.369.313,44 4.153.212,01 zustehendes Kapital und Rücklagen Sonstige Vermögenswerte C.5 2.472.695,31 2.265.152,43 Gezeichnetes Kapital C.8 6.930.000,00 6.930.000,00 Latente Steuern C.2 1.071.774,75 1.253.183,88 Kapitalrücklage C.8 2.058.267,41 2.058.267,41 11.291.724,97 11.385.342,71 Gewinnrücklagen C.8 1.498.242,70 1.461.901,49 Währungsumrechnung C.8 -524.384,29 -582.496,35 B. Kurzfristige Vermögenswerte Kumuliertes Konzernergebnis C.8 -7.210.644,56 -7.185.895,10 Vorräte C.3 6.269.698,04 4.981.348,64 2.751.481,26 2.681.777,45 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen C.4/7 4.065.887,48 1.553.094,17 Nicht beherrschende Anteile C.8 17.471,17 17.714,63 Sonstige Vermögenswerte C.5/7 4.934.265,20 2.271.212,10 2.768.952,43 2.699.492,08 Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente C.6 413.599,99 762.475,54 15.683.450,71 9.568.130,45 B. Langfristige Schulden Pensionsrückstellungen C.9 1.679.874,20 1.644.366,00 Finanzschulden C.11 7.115.110,79 6.701.717,34 Latente Steuerschulden C.2 7.593,46 7.870,16 8.802.578,45 8.353.953,50 C. Kurzfristige Schulden Rückstellungen C.10 3.731.681,56 1.235.815,74 Laufende Ertragsteuerverbindlichkeiten 720.501,09 34.761,82 Finanzschulden C.11 928.115,68 909.264,87 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 0,00 0,00 und sonstige Verbindlichkeiten C.11 10.023.346,47 7.720.185,15 15.403.644,80 9.900.027,58 Summe Schulden 24.206.223,25 18.253.981,08 Summe Vermögenswerte 26.975.175,68 20.953.473,16 Summe Eigenkapital und Schulden 26.975.175,68 20.953.473,16 Konzernbilanz zum 31. Dezember 2024 P a s s i v a United Labels Aktiengesellschaft, Münster Anlage 2 Anhang 2024 2023 € € Umsatzerlöse D.1. 22.453.131,86 24.818.982,85 Materialaufwand -13.419.266,47 -17.702.250,98 Abschreibungen auf Nutzungsrechte D.2. -702.301,42 -351.816,21 -14.121.567,89 -18.054.067,19 8.331.563,97 6.764.915,66 Sonstige betriebliche Erträge 278.263,20 676.668,45 Personalaufwand -2.844.865,85 -2.600.331,68 Abschreibungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte (ohne Abschreibungen auf Nutzungsrechte) D.3. -276.516,39 -310.942,20 Sonstige betriebliche Aufwendungen -4.349.549,90 -3.532.262,79 Ergebnis vor Zinsen und Ertragsteuern (EBIT) 1.138.895,03 998.047,44 Finanzierungserträge D.4. 86.863,08 77.764,30 Finanzierungsaufwendungen D.4. -809.874,87 -592.193,54 Finanzergebnis -723.011,79 -514.429,24 Ergebnis vor Ertragsteuern 415.883,24 483.618,20 Ertragsteuern D.5. -259.926,16 148.488,04 Konzernjahresüberschuss 155.957,08 632.106,24 Auf Anteilseigner des Mutterunternehmens entfallender Fehlbetrag / Überschuss 156.200,54 632.246,57 Auf Minderheitengesellschafter entfallendes Ergebnis -243,46 -140,33 Sonstige Ergebnisbestandteile ("OCI"): Nicht zu reklassifizierende Ergebnisse Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste 53.388,00 -119.239,00 Latente Steuern auf versicherungsmathematische Gewinne und Verluste -17.046,79 38.073,01 Zu reklassifizierende Ergebnisse Währungsumrechnung 58.112,06 -69.244,01 Summe Sonstiges Ergebnis 94.453,27 -150.410,00 Konzerngesamtergebnis 250.410,35 481.696,24 Auf Anteilseigner des Mutterunternehmens entfallendes Gesamtergebnis 250.653,81 481.836,57 Auf Minderheitengesellschafter entfallendes Gesamtergebnis -243,46 -140,33 Konzernergebnis (lt. GuV) je Aktie - unverwässert C.8. 0,02 € 0,09 € - verwässert C.8. 0,02 € 0,09 € Durchschnittlich im Umlauf befindliche Aktien - unverwässert C.8. 6.930.000 Stück 6.930.000 Stück - verwässert C.8. 6.930.000 Stück 6.930.000 Stück United Labels Aktiengesellschaft, Münster Konzern-Gesamtergebnisrechnung für das Geschäftsjahr 2024 Ausgleichsposten Konzern Gezeichnetes Kapital- Gewinn- kumuliertes für Währungs- Eigenkapital Minderheiten- Eigen- Kapital rücklage rücklagen Konzernergebnis umrechnung kapital kapital € € € € € € € € Stand 01.01.2023 6.930.000,00 2.058.267,41 1.543.067,48 -7.818.141,67 -513.252,34 2.199.940,88 17.854,96 2.217.795,84 Konzernergebnis 2023 0,00 0,00 0,00 632.246,57 0,00 632.246,57 -140,33 632.106,24 Sonstige Gewinne und Verluste Währungsumrechnung 0,00 0,00 0,00 0,00 -69.244,01 -69.244,01 0,00 -69.244,01 Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste 0,00 0,00 -119.239,00 0,00 0,00 -119.239,00 0,00 -119.239,00 Latente Steuern 0,00 0,00 38.073,01 0,00 0,00 38.073,01 0,00 38.073,01 Gesamtergebnis 2023 0,00 0,00 -81.165,99 632.246,57 -69.244,01 481.836,57 -140,33 481.696,24 Stand 31.12.2023 6.930.000,00 2.058.267,41 1.461.901,49 -7.185.895,10 -582.496,35 2.681.777,45 17.714,63 2.699.492,08 Stand 01.01.2024 vor Korrektur 6.930.000,00 2.058.267,41 1.461.901,49 -7.185.895,10 -582.496,35 2.681.777,45 17.714,63 2.699.492,08 Anpassung Anfangsbestand -180.950,00 -180.950,00 -180.950,00 Stand 01.01.2024 nach Korrektur 6.930.000,00 2.058.267,41 1.461.901,49 -7.366.845,10 -582.496,35 2.500.827,45 17.714,63 2.518.542,08 Konzernergebnis 2024 156.200,54 156.200,54 -243,46 155.957,08 Sonstige Gewinne und Verluste Währungsumrechnung 58.112,06 58.112,06 58.112,06 Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste 53.388,00 53.388,00 53.388,00 Latente Steuern -17.046,79 -17.046,79 -17.046,79 Gesamtergebnis 2024 0,00 0,00 36.341,21 156.200,54 58.112,06 250.653,81 -243,46 250.410,35 Stand 31.12.2024 6.930.000,00 2.058.267,41 1.498.242,70 -7.210.644,56 -524.384,29 2.751.481,26 17.471,17 2.768.952,43 United Labels Aktiengesellschaft, Münster Konzerneigenkapitalveränderungsrechnung United Labels Aktiengesellschaft, Münster Konzernkapitalflussrechnung Erläuterungen zur Konzernkapitalflussrechnung siehe Anhang C. 14. 2024 2023 Anhang T€ T€ Konzernjahresergebnis 156 632 Zinsergebnis aus der Finanzierungstätigkeit 723 514 Abschreibungen auf Nutzungsrechte C.1. D.2/3 702 352 Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte C.1. D.2/3 3 40 Abschreibungen auf Sachanlagen C.1. D.2/3 118 108 Abschreibungen auf Finanzanlagen C.1.D. 3/6 156 148 Veränderung der Rückstellungen 2.532 -3.498 Sonstige zahlungsunwirksame Aufwendungen 87 -150 Verluste/Gewinne aus dem Abgang von Gegenständen des Anlagevermögens (Saldo) -25 0 Veränderung latente Steuern 182 -190 Veränderung der Vorräte, der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Aktiva, die nicht der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind C.3-5 -6.672 4.036 Veränderung der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Passiva, die nicht der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind C.10-11 3.762 -1.178 Zahlungen für Ertragssteuern -96 -14 Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit 1.628 800 Einzahlungen aus Abgängen von Sachanlagen 135 0 Auszahlungen für Investitionen in das Sachanlagevermögen -7 -13 Auszahlungen für Investitionen in das immaterielle Anlagevermögen C.1 -916 -204 Auszahlungen für den Erwerb konsolidierter Unternehmen A.3 Cashflow aus der Investitionstätigkeit -788 -217 Einzahlungen von Finanzkrediten C.9 825 0 Auszahlungen für die Tilgung von Finanzkrediten C.9 -153 0 Einzahlungen aus der Aufnahme von Bankkrediten 0 Auszahlungen Darlehen Hauptaktionär -877 724 Tilgung von Bank- und sonstigen Finanzkrediten -132 -285 Tilgung von Leasingverbindlichkeiten -231 -226 gezahlte Zinsen -620 -298 Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit -1.188 -85 Währungsumrechnung Zahlungswirksame Veränderungen der Zahlungsmittel und -348 498 Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am Anfang der Periode 762 264 Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am Ende der Periode C.6 414 762 Bruttoverschuldung Finanzverbindlichkeiten 8.043 7.611 Nettoverschuldung Finanzverbindlichkeiten 7.629 6.849 Zusammensetzung des Finanzmittelfonds: Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 414 762 Anlage 5/ Seite 1 UNITEDLABELS Aktiengesellschaft, Münster Konzernanhang für das Geschäftsjahr 2024 A. Allgemeine Angaben 1. Allgemeine Angaben zum Unternehmen Die UNITEDLABELS Aktiengesellschaft hat ihren Sitz in 48157 Münster, Gildenstraße 6, Deutschland . Sie ist beim Amtsgericht Münster unter der Nummer HRB 2739 eingetragen. Die Gesellschaft betreibt die Herstellung und den Vertrieb von Markenprodukten aus dem Bereich Media/Entertainment in Europa mit Schwerpunkten in Deutschland, Benelux, Großbritannien und Osteuropa. Die UNITEDLABELS Aktiengesellschaft ist gelistet im Prime Standard am geregelten Markt in Frankfurt und im Freiverkehr an den Börsen in Berlin, Bremen, Stuttgart, München, Hamburg und Düsseldorf. Der Konzernabschluss zum 31. Dezember 2024 ist vom Aufsichtsrat am 29. April 2029 gebilligt und damit festgestellt und zur Veröffentlichung freigegeben worden. 2. Anwendung der IFRS-Vorschriften, Grundsätze der Rechnungslegung Der Konzernabschluss der UNITEDLABELS Aktiengesellschaft zum 31. Dezember 2024 wurde nach international anerkannten Rechnungslegungsvorschriften auf der Grundlage der von der Europäischen Union verabschiedeten International Financial Reporting Standards (IFRS) und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften er- stellt. Der Anhang entspricht den bis zum Bilanzstichtag verpflichtend in Kraft getretenen IFRS. Die Vorjahreszahlen sind nach den gleichen Grundsätzen ermittelt worden. Bestandteile des Abschlusses sind die Bilanz, die Gesamtergebnisrechnung, die Kapitalfluss- rechnung, die Eigenkapitalveränderungsrechnung und der Anhang. Die Aufstellung des Konzernabschlusses erfolgt grundsätzlich auf Basis der historischen Anschaffungskosten. Das Geschäftsjahr sämtlicher in den Konzernabschluss einbezogener Unternehmen entspricht dem Zeitraum vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2024. Die Erstellung der einzelnen Jahres- abschlüsse erfolgt nach einheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden. Die Berichts- währung ist Euro. Als genereller Rundungslevel wird in diesem Anhang auf die Tausenderstelle gerundet, andere Rundungslevel sind entsprechend gekennzeichnet. Die Aufstellung des Konzernabschlusses erfordert zum Teil Schätzungen und Annahmen sei- tens des Vorstands, welche die Beträge in den Aktiva und Passiva, in der Gesamtergebnis- rechnung und in den Anhangangaben beeinflussen. Die tatsächlichen Ergebnisse können von den Schätzungen abweichen. Bereiche mit höheren Beurteilungsspielräumen oder höherer Komplexität, oder Bereiche, bei denen Annahmen und Schätzungen von entscheidender Be- Anlage 5/ Seite 2 deutung für den Konzernabschluss sind, sind unter den Erläuterungen zu den Geschäfts- und Firmenwerten, den Rückstellungen und den latenten Steuern sowie den Markenrechten aufge- führt. Abweichungen zu den Planungen können sich durch verändertes Konsumentenverhalten, verändertes Verhalten der Markenrechtegeber oder der Handelspartner (Abnehmer, Lieferanten) ergeben. Durch die Zahlungsmodalitäten in Asien (Akkreditivgeschäft) und die langen Zahlungsziele aus- gewählter Großkunden ist ein entsprechender Finanzierungsrahmen notwendig. Zwischen Plat- zierung der Aufträge beim Lieferanten und damit Nutzung von Akkreditivlinien und letztlicher Zahlung des Kunden kann ein Zeitraum von bis zu zehn Monaten liegen, der mit Eigen- oder Fremdmitteln zwischenfinanziert werden muss. Der Konzern hat deshalb ein adäquates Liqui- ditätsmonitoring eingeführt, um einen reibungslosen Ablauf der Auftragsfinanzierung zu ge- währleisten. In der deutschen Muttergesellschaft und der belgischen Colombine betreibt der Konzern Factoring. Für nicht in das Factoring einbezogene Kunden sind Liquiditätsrisiken nicht auszuschließen, sofern hohe Zahlbeträge außergewöhnlich spät von Kundenseite beglichen werden oder Lieferantenzahlungen außergewöhnlich früh erfolgen müssten. Der Konzern hat den Konzernabschluss unter der „Going Concern“-Prämisse aufgestellt. Diese ist begründet durch umfassende Liquiditätsplanungen, welche die Ausstattung des Konzerns mit ausreichenden finanziellen Mitteln unter Inanspruchnahme der bestehenden Kreditlinien und Darlehen über das gesamte Jahr erfordern. Wir verweisen in diesem Zusammenhang auch auf die Ausführungen zur Liquidität in Kapitel C.17 des Konzernanhangs. Neue International Financial Reporting Standards (IFRS) und Interpretationen (IFRIC) Die Gesellschaft hat im aktuellen Geschäftsjahr die nachfolgend dargestellten neuen bzw. geänderten Standards und Interpretationen erstmals angewandt. Änderungen an IAS 1 Klassifizierung von Schulden als kurz- oder langfristig Die Änderungen an IAS 1 betreffen nur den Ausweis von Schulden als kurz- oder langfristig in der Bilanz und nicht die Höhe oder den Zeitpunkt der Erfassung von Vermögenswerten, Ver- bindlichkeiten, Erträgen oder Aufwendungen oder die Informationen, die über diese Posten anzugeben sind. Die Änderungen stellen klar, dass für die Klassifizierung von Schulden als kurz- oder langfristig ausschließlich auf bestehende substanzielle Rechte am Abschlussstichtag, die Erfüllung um mindestens zwölf Monate aufschieben zu können, abzustellen ist. Die Klassifizierung erfolgt unabhängig von der Wahrscheinlichkeit, ob ein Unternehmen von seinem Recht auf Aufschie- bung der Erfüllung Gebrauch machen wird oder nicht. Ist dieses Recht an die Einhaltung be- stimmter Bedingungen geknüpft, ist von dem Bestehen eines solchen Rechts nur auszugehen, wenn diese Bedingungen am Abschlussstichtag auch tatsächlich eingehalten wurden. Gegen- stand der Änderungen ist darüber hinaus die Einfügung einer Erläuterung des Kriteriums „Er- füllung“. „Erfüllung“ bezieht sich danach auf die Übertragung von Bargeld, Eigenkapitalinstrumenten sowie anderen Vermögenswerten oder Dienstleistungen an die Gegenpartei. Anlage 5/ Seite 3 Die Änderungen hatten keine wesentlichen Auswirkungen auf den Abschluss. Änderungen an IAS 1 Langfristige Schulden mit Nebenbedingungen Durch diese Änderungen wird klargestellt, dass hinsichtlich der Klassifizierung von Schulden als kurz- oder langfristig nur solche Nebenbedingungen diese Klassifizierung beeinflussen, die ein Unternehmen am oder vor dem Abschlussstichtag erfüllen muss. Solche Nebenbedingungen beeinflussen, ob das Recht am Abschlussstichtag besteht, auch wenn die Einhaltung erst da- nach beurteilt wird (z. B. eine Nebenbedingung auf Basis der Bilanz zum Abschlussstichtag, deren Einhaltung erst nach dem Stichtag überprüft wird). Es wurde außerdem festgelegt, dass das Recht, die Erfüllung einer Schuld mindestens zwölf Monate aufschieben zu können, nicht berührt wird, wenn ein Unternehmen die Nebenbedin- gung erst nach dem Abschlussstichtag einhalten muss. Allerdings muss ein Unternehmen im Anhang Informationen offenlegen, die es den Abschlussadressaten ermöglichen, das Risiko zu verstehen, dass langfristige Schulden mit Nebenbedingungen innerhalb von zwölf Monaten rückzahlbar werden könnten. Dies umfasst Informationen über die Nebenbedingungen (ein- schließlich deren Art und wann diese einzuhalten sind), den Buchwert der damit verbundenen Verbindlichkeiten sowie gegebenenfalls Fakten und Umstände, die darauf hindeuten, dass das Unternehmen Schwierigkeiten haben könnte, die Nebenbedingungen einzuhalten. Die Änderungen hatten keine wesentlichen Auswirkungen auf den Abschluss. Änderungen an IFRS 16 Leasingverbindlichkeit in einer Sale-and-Leaseback- Transaktion Die Änderungen beinhalten Vorgaben für die Folgebewertung bei Leasingverhältnissen im Rahmen eines Sale-and-Leaseback (SLB) für Verkäufer-Leasingnehmer. Demnach sind bei der Folgebewertung von Leasingverbindlichkeiten im Rahmen eines SLB die zu Laufzeitbeginn erwarteten Zahlungen so zu bestimmen, dass eine Gewinnrealisierung in Bezug auf das zurückbehaltene Nutzungsrecht ausgeschlossen ist. In jeder Periode wird die Leasingverbindlichkeit um die jeweils zugrunde gelegten erwarteten Zahlungen reduziert und die Differenz zu den tatsächlichen Zahlungen erfolgswirksam erfasst. Die Änderungen sind erstmalig verpflichtend für Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. Januar 2024 beginnen. Die Änderungen haben Auswirkungen auf den Abschluss, da die Gesellschaft in der Regel keine Sale-and-Leaseback-Vereinbarungen mit variablen Leasingzahlungen abschließt. Änderungen an IAS 7 und IFRS 7 Lieferantenfinanzierungsvereinbarungen (Supplier Finance Arrangements) Anlage 5/ Seite 4 Die Änderungen ergänzen IAS 7 Kapitalflussrechnungen um ein weiteres Angabeziel, zu des- sen Erreichung ein Unternehmen Informationen über seine Lieferantenfinanzierungsvereinba- rungen (so. Supplier Finance Arrangements) anzugeben hat, die es den Abschlussadressaten ermöglichen, die Auswirkungen dieser Vereinbarungen auf die Verbindlichkeiten und Cashflows des Unternehmens zu beurteilen. Darüber hinaus wurde IFRS 7 Finanzinstrumente: Angaben geändert, um Finanzierungsvereinbarungen mit Lieferanten als Beispiel in die Anforderungen zur Angabe von Informationen hinsichtlich des Liquiditätsrisikos eines Unternehmens aufzunehmen. Der Begriff „Supplier Finance Arrangements“ wird nicht definiert. Stattdessen werden die Merk- male beschrieben, durch die solche Vereinbarungen gekennzeichnet sind. Um das Angabeziel zu erfüllen, hat ein Unternehmen die folgenden Angaben aggregiert für seine Lieferantenfinanzierungsvereinbarungen offenzulegen: • die Bedingungen der Vereinbarungen • für Verbindlichkeiten, die Teil einer solchen Vereinbarung sind, deren Buchwert und den Bilanzposten, in dem diese ausgewiesen werden • den Buchwert und Bilanzposten der Verbindlichkeiten, für die die Lieferanten bereits Zahlungen vom Finanzdienstleister erhalten haben die Bandbreite der Fälligkeitstermine sowohl für finanzielle Verbindlichkeiten, die Teil dieser Vereinbarungen sind, als auch für vergleichbare Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, die nicht Teil solcher Vereinbarungen sind • Informationen zum Liquiditätsrisiko Die Änderungen, die spezifische Übergangserleichterungen für die erstmalige Anwendung ent- halten, sind erstmalig verpflichtend für Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. Januar 2024 beginnen. Die Geschäftsführung geht nicht davon aus, dass die Änderungen zu zusätzlichen Anhangangaben führen werden. Zukünftige Anforderungen und neue Standards, die noch nicht angewendet werden Die folgenden neuen bzw. geänderten Standards bzw. Interpretationen wurden vom IASB be- reits verabschiedet, sind aber noch nicht verpflichtend in Kraft getreten bzw. noch nicht in euro- päisches Recht übernommen worden. Die Gesellschaft hat die Regelungen nicht vorzeitig angewandt. Anlage 5/ Seite 5
| IAS 21 | Fehlende Umtauschbarkeit einer Währung | ab 01.01.2025 |
| IFRS 9 und | Änderungen an der Klassifizierung und Bewertung von | ab 01.01.2026*) |
| IFRS 7 | Finanzinstrumenten | |
| IFRS 18 | Darstellung und Angaben im Abschluss | ab 01.01.2027*) |
| IFRS 19 | Tochterunternehmen ohne öffentliche Rechenschafts- | ab 01.01.2027*) |
| pflicht: Angaben |
*) Ein EU-Endorsement steht noch aus Änderungen an IAS 21 Fehlende Umtauschbarkeit einer Währung Die Änderungen verpflichten ein Unternehmen zur Anwendung eines einheitlichen Ansatzes bei der Beurteilung, ob bei einer Währung fehlende Umtauschbarkeit vorliegt, und, sofern dies der Fall ist, bei der Bestimmung des zu verwendenden Wechselkurses und der erforderlichen Anhangangaben. Die Änderungen sind erstmalig verpflichtend für Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. Januar 2025 beginnen. Der Vorstand geht nicht davon aus, dass die Anwendung der Änderungen wesentliche Auswirkungen auf den Konzernabschluss haben wird, da in der Regel keine Geschäfte in nicht umtauschbaren Währungen getätigt werden. Änderungen an IFRS 9 und IFRS 7 Änderungen an der Klassifizierung und Bewertung von Finanzinstrumenten Die Änderungen betreffen die folgenden Bereiche: • Klassifizierung finanzieller Vermögenswerte o Zinskomponenten im Rahmen einer elementaren Kreditvereinbarung o Vertragsbedingungen, die den Zeitpunkt oder die Höhe der vertraglichen Zahlungsströme ändern o Nicht rückgriffsberechtigte finanzielle Vermögenswerte („non-recourse“) o Vertraglich verknüpfte Instrumente („contractually linked instruments“) • Ausbuchung einer durch elektronischen Zahlungsverkehr erfüllten finanziellen Verbindlichkeit • Angaben zu finanziellen Vermögenswerten und finanziellen Verbindlichkeiten mit Vertragsbedingungen, die den Zeitpunkt oder die Höhe der vertraglichen Zahlungsströme ändern • Angaben zu Eigenkapitalinstrumenten, die erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden Die erstmalige Anwendung der Änderungen ist verpflichtend für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2026 beginnen. Der Vorstand geht nicht davon aus, dass die Anwendung der Änderungen wesentliche Auswirkungen auf den Konzernabschluss haben wird. IFRS 18 Darstellung und Angaben im Abschluss Anlage 5/ Seite 6 IFRS 18 ersetzt IAS 1, wobei viele der Anforderungen in IAS 1 unverändert übernommen und durch neue Anforderungen ergänzt werden. Darüber hinaus wurden einige Paragraphen aus IAS 1 in IAS 8 und IFRS 7 verschoben. Zudem hat der IASB kleinere Änderungen an IAS 7 und IAS 33 vorgenommen. Mit IFRS 18 werden insbesondere die folgenden neuen Anforderungen eingeführt: ● Darstellung bestimmter Kategorien und definierter Zwischensummen in der Gewinn- und Verlustrechnung, ● Offenlegung von durch das Management definierten Leistungskennzahlen (sog. Manage-ment performance measures oder MPMs) im Anhang und ● Beachtung neuer Leitlinien zur Gruppierung von Informationen in IFRS- Abschlüssen(Aggregation und Disaggregation). Ein Unternehmen muss IFRS 18 erstmalig verpflichtend für Geschäftsjahre anwenden, die am oder nach dem 1. Januar 2027 beginnen, wobei eine frühere Anwendung zulässig ist. Die Än- derungen an IAS 7 und IAS 33 sowie die überarbeiteten IAS 8 und IFRS 7 treten in Kraft, wenn ein Unternehmen IFRS 18 anwendet, sodass die erstmalige Anwendung aller Änderungen zum gleichen Zeitpunkt erfolgen muss. IFRS 18 erfordert eine rückwirkende Anwendung mit spezifischen Übergangsvorschriften. Der Vorstand geht davon aus, dass die Anwendung des neuen Standards keinen wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss haben wird, insbesondere was die Darstellung der Gewinn- und Verlustrechnung betrifft. IFRS 19 Tochterunternehmen ohne öffentliche Rechenschaftspflicht: Angaben Der neue Standard IFRS 19 ermöglicht es qualifizierten Tochterunternehmen, die vollständigen IFRS, aber mit reduzierten Angabevorschriften, anzuwenden. Ein Tochterunternehmen kann IFRS 19 in Anspruch nehmen, wenn es nicht öffentlich rechen- schaftspflichtig ist und sein oberstes oder ein zwischengeschaltetes Mutterunternehmen einen öffentlich zugänglichen Konzernabschluss erstellt, der den vollständigen IFRS entspricht. Ein Tochterunternehmen ist dagegen öffentlich rechenschaftspflichtig, wenn ● seine Schuld- oder Eigenkapitalinstrumente auf einem öffentlichen Markt gehandelt werden oder es im Begriff ist, solche Instrumente für den Handel auf einem öffentlichen Markt (einer in- oder ausländischen Börse oder einem Freiverkehrsmarkt, einschließlich lokaler und regionaler Märkte) auszugeben, oder ● es als eines seiner Hauptgeschäfte treuhänderisch Vermögenswerte für eine breite Gruppe von Außenstehenden hält (dieses Kriterium erfüllen in der Regel beispiels- weise Banken, Kreditgenossenschaften, Versicherungsunternehmen, Wertpapier- makler/-händler, Investmentfonds und Investmentbanken). Der neue Standard gilt für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2027 beginnen, wobei eine frühere Anwendung zulässig ist. Der Vorstand geht nicht davon aus, dass IFRS 19 für die Zwecke des Abschlusses der Gesellschaft angewendet werden kann. Anlage 5/ Seite 7 3. Angaben zur Konsolidierung Einbezogene Unternehmen Einbezogene Unternehmen sind alle Beteiligungsunternehmen, über die der Konzern die Be- herrschung ausüben kann. Dies ist dann der Fall, wenn der Konzern schwankenden Renditen aus seinem Engagement ausgesetzt ist bzw. Anrechte auf diese besitzt und die Renditen mit- tels seiner Beherrschung beeinflussen kann. Bei der Beurteilung, ob Kontrolle vorliegt, werden die Existenz und Auswirkung potenzieller Stimmrechte, die aktuell ausübbar oder umwandelbar sind, berücksichtigt. Tochter- und Beteiligungsunternehmen werden von dem Zeitpunkt an in den Konzernabschluss einbezogen, an dem der Übergang der Beherrschung auf den Konzern erfolgt ist. Sie werden zu dem Zeitpunkt entkonsolidiert, an dem die Beherrschung endet. Die Bilanzierung erworbener Tochter- und Beteiligungsunternehmen erfolgt nach der Erwerbsmethode. Die Anschaffungs- kosten des Erwerbs entsprechen dem beizulegenden Zeitwert der hingegebenen Vermögens- werte bzw. ausgegebenen Eigenkapitalinstrumente zum Transaktionszeitpunkt. Im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusses identifizierbare Vermögenswerte und Verbindlichkei- ten werden bei der Erstkonsolidierung mit ihren beizulegenden Zeitwerten im Erwerbszeitpunkt bewertet. Der Überschuss der Anschaffungskosten des Erwerbs über das erworbene, zum bei- zulegenden Zeitwert bewertete Nettovermögen, wird als Goodwill angesetzt. Sind die Anschaf- fungskosten geringer als das zum beizulegenden Zeitwert bewertete Nettovermögen des er- worbenen Tochterunternehmens, wird der Unterschiedsbetrag direkt in der Gesamtergebnisrechnung erfasst. In den Konzernabschluss zum 31. Dezember 2024 wurden neben der UNITEDLABELS Aktien- gesellschaft als Mutterunternehmen gemäß den Vorschriften der Vollkonsolidierung folgende verbundene Unternehmen, die unter der Kontrolle der UNITEDLABELS Aktiengesellschaft stehen, einbezogen: Anlage 5/ Seite 8
| Anteil am | In den | |
| Kapital | Konzernabschluss | |
| einbezogener | ||
| Zeitraum | ||
| % | ||
| UNITEDLABELS Belgium N.V., Brügge, Belgien | 99,999 | 01.01.-31.12.2024 |
| als deren 100 %ige Tochtergesellschaft | ||
| Colombine BVBA, Brügge, Belgien | 100,000 | 01.01.-31.12.2024 |
| UNITEDLABELS Ltd., Nottinghamshire, Großbritannien | 100,000 | 01.01.-31.12.2024 |
| UNITEDLABELS Comicware Ltd., Hongkong | 100,000 | 01.01.-31.12.2024 |
| Open Mark United Labels GmbH, Münster | 90,000 | 01.01.-31.12.2024 |
| Elfen Service GmbH, Münster | 100,000 | 01.01.-31.12.2024 |
| House of Trends europe GmbH, Münster | 100,000 | 01.01.-31.12.2024 |
Alle Tochtergesellschaften verfolgen das gleiche Geschäftsmodell, welches unter Punkt A.1 erläutert wurde. In Ergänzung dieses Geschäftsmodells erfolgt durch die Elfen Service GmbH zusätzlich der B2C-Vertrieb von Markenartikeln der UNITEDLABELS Aktiengesellschaft. Konzerninterne Transaktionen, Salden sowie unrealisierte Gewinne und Verluste aus Transak- tionen zwischen Konzernunternehmen werden eliminiert. Die Bilanzierungs- und Bewertungs- methoden von Tochtergesellschaften wurden, sofern notwendig, geändert, um eine konzernein- heitliche Bilanzierung nach IFRS zu gewährleisten. Der Jahresabschluss und der Konzernabschluss der UNITEDLABELS Aktiengesellschaft werden im Unternehmensregister veröffentlicht. Anlage 5/ Seite 9 4. Zusammensetzung der nicht beherrschenden Anteile Die italienische Open Mark Srl. besitzt 10% der Anteile an der Open Mark United Labels GmbH. Die angabepflichtigen Kennzahlen der Open Mark United Labels GmbH stellen sich wie folgt dar:
| Open Mark United Labels GmbH | ||
| 2024 | 2023 | |
| in T € | in T € | |
| Umsatzerlöse | 0 | 0 |
| Jahresergebnis | -2 | -1 |
| Auf nicht beherrschende Anteile | ||
| entfallendes Jahresergebnis | 0 | 0 |
| Konsolidierungseffekte | 0 | 0 |
| Gesamtergebnis | -1 | -1 |
| Auf nicht beherrschende Anteile | ||
| entfallendes Gesamtergebnis | 0 | 0 |
| Kurzfristige Vermögenswerte | 120 | 122 |
| Langfristige Vermögenswerte | 0 | 0 |
| Kurzfristige Schulden | 0 | 0 |
| Langfristige Schulden | 0 | 0 |
| Eigenkapital | 118 | 120 |
| Auf nicht beherrschende Anteile | ||
| entfallendes Eigenkapital | 12 | 12 |
| Konsolidierungseffekte | 14 | 6 |
| Auf nicht beherrschende Anteile | ||
| entfallendes Eigenkapital nach | ||
| Konsolidierungseffekten | 26 | 18 |
Anlage 5/ Seite 10 B. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden 1. Sachanlagevermögen Das Sachanlagevermögen wurde zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten, vermindert um planmäßige nutzungsbedingte Abschreibungen, bewertet. Grundstücke werden nicht abge- schrieben. Fremdkapitalkosten werden nicht in die Anschaffungskosten einbezogen, da regel- mäßig nicht die Voraussetzungen für qualifizierte Vermögenswerte vorliegen. Bei allen weiteren Sachanlagen erfolgt die Abschreibung linear, wobei die Anschaffungskosten über die erwartete wirtschaftliche Nutzungsdauer der Vermögens- und Sachwerte wie folgt auf den Restbuchwert abgeschrieben werden:
| Gebäude | 10 – 33 Jahre |
| Technische Anlagen und Maschinen | 3 – 13 Jahre |
| Geschäftsausstattung | 3 – 14 Jahre |
Gewinne und Verluste aus Abgängen von Sachanlagen werden als Unterschiedsbetrag zwi- schen den Veräußerungserlösen und den Buchwerten der Sachanlagen ermittelt und erfolgs- wirksam erfasst. Die Restbuchwerte und wirtschaftlichen Nutzungsdauern werden zu jedem Bilanzstichtag überprüft und gegebenenfalls angepasst. Übersteigt der Buchwert einer Sach- anlage deren geschätzten erzielbaren Betrag, so wird er sofort auf Letzteren abgeschrieben. 2. Identifizierbare immaterielle Vermögenswerte a) Geschäfts- oder Firmenwert / Goodwill Der Goodwill stellt den Überschuss der Anschaffungskosten des Unternehmenserwerbs über den beizulegenden Zeitwert der Anteile des Konzerns an den Nettovermögenswerten des er- worbenen Unternehmens zum Erwerbszeitpunkt dar. Ein durch Unternehmenserwerb entstandener Goodwill wird den immateriellen Vermögenswerten zugeordnet. Mindestens einmal jährlich oder bei Vorliegen von besonderen Anlässen (Triggering Events) wird der Goodwill einem Werthaltigkeitstest (Impairmenttest) unterzogen. Der Impairmenttest erfolgt auf der Ebene der CGU (Cash Generating Unit). Dabei werden die zahlungsmittelgene- rierenden Einheiten des Konzerns in Übereinstimmung mit der internen Berichterstattung des Managements identifiziert. Demgemäß hat der UNITEDLABELS Konzern die Gesellschaft im jeweiligen Land als zahlungsmittelgenerierende Einheit identifiziert (vgl. auch Kapitel 3.). Ge- winne und Verluste aus der Veräußerung eines Unternehmens umfassen den Buchwert des Goodwills, der dem abgehenden Unternehmen zugeordnet ist. Anlage 5/ Seite 11 b) Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte Warenzeichen, Lizenzen und Markenrechte werden zu ihren historischen Anschaffungskosten erfasst. Warenzeichen und Lizenzen (nicht Markenrechte aus dem Bereich Media / Entertain- ment) haben bestimmte Nutzungsdauern und werden zu ihren Anschaffungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen bewertet. Die Abschreibung erfolgt linear über eine geschätzte wirtschaftliche Nutzungsdauer von 3 bis 10 Jahren. Domains mit einem Buchwert von T€ 31 sind mit ihren Anschaffungskosten als immaterielle Vermögenswerte aktiviert und werden nicht abgeschrieben, da sie über eine unbestimmte Nutzungsdauer verfügen. Erworbene Computer-Softwarelizenzen werden zu ihren Anschaffungskosten zuzüglich der Kosten für die Versetzung in einen nutzungsbereiten Zustand aktiviert. Diese Kosten werden über die geschätzte wirtschaftliche Nutzungsdauer abgeschrieben (3 bis 5 Jahre). Die Markenrechte aus dem Bereich Media/Entertainment für die gewerbliche Nutzung sind ebenfalls in dieser Position erfasst und werden mit den anfallenden Garantiekaufpreisen aus den Lizenzverträgen aktiviert und entsprechend in den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen passiviert. Ein diesbezügliches Markenrecht charakterisiert sich durch einen be- stimmten Zeitraum, ein definiertes geografisches Vertriebsgebiet, das Produkt und die Marken- nutzungsgebühr. Die Markenrechte aus dem Bereich Media / Entertainment werden entspre- chend ihrer wirtschaftlichen Inanspruchnahme abgeschrieben. Diese ermittelt sich durch einen vertraglich festgelegten Prozentsatz von dem mit den jeweiligen Markenprodukten erzielten Umsatz. UNITEDLABELS hält vor dem Hintergrund der Regelungen in IAS 16/IAS 38 zu ak- zeptablen Abschreibungsmethoden an dieser Bilanzierung fest, da eine starke Korrelation zwi- schen der Abnutzung der Markenrechte und den hieraus generierten Umsatzerlösen besteht. 3. Wertminderung und Wertaufholung von immateriellen Vermögenswerten, Goodwill und Sachanlagen Vermögenswerte, die eine unbestimmte Nutzungsdauer haben, werden nicht planmäßig abge- schrieben; sie werden jährlich auf Wertminderungsbedarf hin geprüft. Vermögenswerte, die ei- ner planmäßigen Abschreibung unterliegen, werden auf Wertminderungsbedarf geprüft, wenn entsprechende Ereignisse bzw. Änderungen der Umstände anzeigen, dass der Buchwert ggf. nicht mehr erzielbar ist. Ein Wertminderungsverlust wird in Höhe des den erzielbaren Betrag übersteigenden Buchwertes erfasst. Der erzielbare Betrag ist der höhere Betrag aus dem bei- zulegenden Zeitwert des Vermögenswerts abzüglich Veräußerungskosten und dem Nutzungs- wert. Für den Werthaltigkeitstest werden Vermögenswerte auf der niedrigsten Ebene zusam- mengefasst, für die Cashflows separat identifiziert werden können (Cash Generating Units). Die Ebene der CGUs sind die jeweiligen rechtlich selbstständigen Konzerngesellschaften. Bei Vor- liegen einer Wertminderung wird zuerst der der CGU zugeordnete Goodwill abgeschrieben, ein verbleibender Restbetrag wird auf die übrigen Vermögenswerte der CGU im Verhältnis ihrer Buchwerte aufgeteilt. Eine Wertaufholung erfolgt – bei Goodwill – proportional zu den Buch- werten der Vermögenswerte. Der Buchwert des einzelnen Vermögenswerts darf seinen erzielbaren Betrag nicht überschreiten. Anlage 5/ Seite 12 4. Latente Steuern Latente Steuern werden unter Verwendung der Verbindlichkeiten-Methode für alle temporären Differenzen zwischen der Steuerbasis der Vermögenswerte/Verbindlichkeiten und ihren Buch- werten im IFRS-Abschluss angesetzt. Wenn jedoch im Rahmen einer Transaktion, die keinen Unternehmenszusammenschluss darstellt, eine latente Steuer aus dem erstmaligen Ansatz eines Vermögenswerts oder einer Verbindlichkeit entsteht, die zum Zeitpunkt der Transaktion weder einen Effekt auf den bilanziellen noch auf den steuerlichen Gewinn oder Verlust hat, un- terbleibt die Steuerabgrenzung. Latente Steuern werden unter Anwendung der Steuersätze (und Steuervorschriften) bewertet, die am Bilanzstichtag gelten oder im Wesentlichen gesetzlich verabschiedet sind und deren Geltung zum Zeitpunkt der Realisierung der latenten Steuerforderung bzw. der Begleichung der latenten Steuerverbindlichkeit erwartet wird. Latente Steuerforderungen werden nur in dem Umfang angesetzt, in dem es wahrscheinlich ist, dass ein zu versteuernder Gewinn verfügbar sein wird, gegen den die temporäre Differenz verwendet werden kann. Latente Steuerverbindlichkeiten, die durch temporäre Differenzen im Zusammenhang mit Betei- ligungen an Tochterunternehmen entstehen, werden angesetzt, es sei denn, dass der Zeitpunkt der Umkehrung der temporären Differenzen vom Konzern gesteuert werden kann und es wahr- scheinlich ist, dass sich die temporären Differenzen in absehbarer Zeit nicht umkehren werden. 5. Vorräte Vorräte werden mit dem niedrigeren Wert aus Anschaffungs- oder Herstellungskosten und Nettoveräußerungswert angesetzt. Die Anschaffungskosten werden durch eine Standardbe- wertungsmethode ermittelt, die der Durchschnittsmethode entspricht. Zu den direkten Anschaf- fungskosten werden auch die Anschaffungsnebenkosten aktiviert. Der niedrigere Veräuße- rungswert wird konzerneinheitlich anhand von Indikatoren wie Alter bzw. voraussichtlicher La- gerdauer geschätzt. Fremdkapitalkosten werden nicht in die Anschaffungskosten einbezogen, da regelmäßig nicht die Voraussetzungen für qualifizierte Vermögenswerte vorliegen. 6. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Vermögenswerte Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Vermögenswerte werden grund- sätzlich zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert. Alle Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die an einen Factor verkauft und übertragen wurden, werden mit Übertragung auf den Factor ausgebucht. Alle Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die nicht an einen Factor übertragen werden, sind kurzfristiger Natur. Wertminderungen werden auf Basis von IFRS 9 nach dem expected credit loss-Modell erfasst. Der überwiegende Teil der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen im UNITEDLABELS Konzern ist entweder im Rahmen des Factorings abgetreten oder durch eine Warenkreditversi- cherung gegen Zahlungsausfälle abgesichert. Da für diese Forderungen kein Ausfallrisiko be- Anlage 5/ Seite 13 steht, bleiben sie im Rahmen der Ermittlung der Wertberichtigung unberücksichtigt. Für die verbleibenden Forderungen, die alle eine Fälligkeit von unter einem Jahr aufweisen, wird das Ausfallrisiko auf Basis der Erfahrungen aus der Vergangenheit und der zum Bilanzstichtag be- stehenden Überfälligkeiten beurteilt. Die Höhe der Wertminderung bemisst sich als Differenz zwischen dem Buchwert der Forderung und dem Barwert der geschätzten zukünftigen Cashflows aus dieser Forderung. Die Wertminderung wird erfolgswirksam erfasst. 7. Bewertungskategorien des IFRS 9 Die von UNITEDLABELS genutzten Finanzinstrumente werden in folgende Bewertungskatego- rien eingeteilt: Dabei handelt es sich um zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finan- zielle Vermögenswerte (FAK) für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige vertragliche finanzielle Vermögenswerte, die bis zur Endfälligkeit gehalten werden und um fi- nanzielle Verbindlichkeiten, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden (FLAC). Der Konzern bewertet die finanziellen Verbindlichkeiten mit der Effektivzinsmethode. Hierzu wird auf das Kapitel C.11 verwiesen. Darüber hinaus nimmt der Konzern bei Bedarf derivative Finanzinstrumente in Form von Devisentermingeschäften in Anspruch, die in der Kategorie at Fair Value through profit or loss (FVPL) ausgewiesen werden. Zum 31.12.2024 und im Ge- schäftsjahr 2024 wurden allerdings nur finanzielle Vermögenswerte der Kategorie FAK und finanzielle Verbindlichkeiten der Kategorie FLAC gehalten. 8. Eigenkapital Das Eigenkapital setzt sich aus dem Gezeichneten Kapital, bewertet mit dem Nennwert der Aktien, der Kapitalrücklage, der Gewinnrücklage, den Währungsdifferenzen und dem Konzern- bilanzverlust zusammen. Bei Erwerb eigener Aktien werden diese nach der Anschaffungskos- tenmethode vom Eigenkapital mit ihren Anschaffungskosten abgezogen. Kosten, die unmittel- bar im Zusammenhang mit der Ausgabe neuer Aktien stehen, werden erfolgsneutral in die Kapitalrücklage gebucht. 9. Rückstellungen Die Bewertung der Rückstellungen für Pensionen erfolgt gemäß IAS 19. Im Konzern existiert eine Pensionsverpflichtung für den Vorstand Peter Boder. Die resultierende Verpflichtung wird mittels eines versicherungsmathematischen Gutachtens ermittelt. Die Berechnung der Pensi- onsrückstellung erfolgte nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren (projected unit credit me- thod). Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste werden erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst. Die Steuer- und sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren externen Risiken und Verpflichtungen des Konzerns und wurden in Höhe ihrer voraussichtlichen Inanspruch- nahme gebildet. Sie werden mit dem Barwert der künftigen Ausgaben angesetzt, sobald der Abzinsungseffekt wesentlich ist. Rückstellungen werden grundsätzlich dann gebildet, wenn der Anlage 5/ Seite 14 Konzern eine gegenwärtige rechtliche oder faktische Verpflichtung hat, die aus einem vorange- gangenen Ereignis resultiert, und es wahrscheinlich (more likely than not) ist, dass die Beglei- chung der Verpflichtung zu einer Vermögensbelastung führen wird und die Höhe der Rückstel- lung verlässlich ermittelt werden kann. Wenn eine Anzahl gleichartiger Verpflichtungen besteht, wird die Wahrscheinlichkeit einer Vermögensbelastung auf Basis der Gruppe dieser Verpflichtungen ermittelt. 10. Finanzverbindlichkeiten und sonstige Verbindlichkeiten Finanzschulden werden bei ihrem erstmaligen Ansatz zum beizulegenden Zeitwert, nach Abzug von Transaktionskosten, angesetzt. In den Folgeperioden werden sie zu fortgeführten An- schaffungskosten bewertet; jede Differenz zwischen dem Auszahlungsbetrag (nach Abzug von Transaktionskosten) und dem Rückzahlungsbetrag wird mittels der Effektivzinsmethode über die Laufzeit der Ausleihung verteilt und in der Gesamtergebnisrechnung erfasst. Darlehensver- bindlichkeiten werden als kurzfristige Verbindlichkeiten klassifiziert, sofern der Konzern nicht das unbedingte Recht hat, die Tilgung der Verbindlichkeiten auf einen Zeitpunkt mindestens 12 Monate nach dem Bilanzstichtag zu verschieben. Die langfristigen Darlehen werden zudem mit der Effektivzinsmethode bewertet. 11. Leasing Für gemietete und geleaste Sachanlagen werden ab dem Zeitpunkt, zu dem der Leasingge- genstand UNITEDLABELS zur Nutzung zur Verfügung steht, ein Vermögenswert für das Nut- zungsrecht und eine Verbindlichkeit für die ausstehenden Leasingzahlungen bilanziert. Die An- schaffungskosten des Nutzungsrechts berechnen sich als Barwert der zukünftigen Leasing- zahlungen zuzüglich der Leasingzahlungen, die zu oder vor Beginn der Laufzeit des Leasing- verhältnisses getätigt werden, sowie der anfänglichen direkten Vertragskosten. Zum Abzug kommen etwaige erhaltene Anreizzahlungen des Leasinggebers. Das Nutzungsrecht wird planmäßig linear über den kürzeren der beiden Zeiträume aus Nutzungsdauer des Leasingge- genstands und erwarteter Laufzeit des Leasingvertrags abgeschrieben. Die Nutzungsrechte werden in der Bilanz unter den jeweiligen Positionen des Sachanlagevermögens dargestellt. Abschreibungen der Nutzungsrechte werden in der Gewinn- und Verlust-Rechnung unter den Abschreibungen ausgewiesen. Die Leasingverbindlichkeit wird bei erstmaliger Erfassung mit dem Barwert der künftigen Lea- singzahlungen angesetzt. In der Folgebewertung wird der Buchwert der Leasingverbindlichkeit aufgezinst und erfolgsneutral um die geleisteten Leasingzahlungen reduziert. Die Leasingver- bindlichkeiten werden als Teil der Finanzverbindlichkeiten gezeigt, der Zinsaufwand wird im Zinsergebnis ausgewiesen. In der Kapitalflussrechnung wird der Tilgungsanteil der Leasingzahlungen als Mittelabfluss aus der Finanzierungstätigkeit dargestellt. Die für die Bewertung des Nutzungsrechts und der Leasingverbindlichkeit zugrunde liegenden Leasingzahlungen umfassen ausschließlich feste Leasingzahlungen. Indexierungen, erwartete Zahlungen aus Restwertgarantien oder Kaufoptionen liegen nicht vor. Sofern die Ausübung Anlage 5/ Seite 15 einer Vertragsverlängerungsoption hinreichend sicher ist, werden die entsprechenden Zahlun- gen in den Leasingzahlungen berücksichtigt. Zahlungen für Zeiträume, für die eine einseitige Kündigungsoption des Leasingnehmers besteht, werden nur dann in den Leasingzahlungen berücksichtigt, wenn es hinreichend sicher ist, dass die Kündigungsoption nicht ausgeübt wird. Bei der Beurteilung von Optionen werden alle Fakten und Umstände berücksichtigt, die einen wirtschaftlichen Anreiz zur Ausübung beziehungsweise Nichtausübung der Option geben. Die Abzinsung der Leasingzahlungen hat nach IFRS 16 grundsätzlich mit dem, dem Leasing- verhältnis zugrunde liegenden Zinssatz zu erfolgen. Da dieser bei den von UNITEDLABELS abgeschlossenen Leasingverhältnissen zumeist nicht bestimmbar ist, erfolgt die Abzinsung mit dem Grenzfremdkapitalzinssatz. Der Grenzfremdkapitalzinssatz eines Leasingverhältnisses entspricht dem laufzeitkongruenten risikolosen Zinssatz in der betreffenden Währung zuzüglich eines Aufschlags für das Kreditrisiko. Die Bestimmung der Leasingzahlungen, einschließlich der den Leasingzahlungen zugrunde liegenden Laufzeit eines Leasingverhältnisses, und des Abzinsungssatzes unterliegt Schätzungen und Annahmen, die von den tatsächlichen Entwicklungen abweichen können. UNITEDLABELS nimmt die Anwendungserleichterungen für kurzfristige Leasingverhältnisse und für Leasingverhältnisse über geringwertige Vermögenswerte in Anspruch. 12. Grundsätze der Umsatzrealisierung Umsatzerlöse werden wie folgt realisiert: Alle Umsatzerlöse des UNITEDLABELS Konzerns werden zeitpunktbezogen erfasst, eine zeit- raumbezogene Umsatzrealisierung erfolgt nicht. Die Leistungsverpflichtung von UNITEDLABELS besteht ganz überwiegend in der Lieferung von Waren. Die diesbezüglichen Umsatzerlöse werden zu dem Zeitpunkt erfasst, zu dem der vertraglich festgelegte Gefahren- übergang bei der Auslieferung von Waren an einen Kunden erfolgt und wenn die Einbringlich- keit der entstehenden Forderung zu diesem Zeitpunkt als ausreichend sicher anzusehen ist. Der Zeitpunkt des Gefahrenübergangs richtet sich in der Regel nach den mit den Kunden abge- schlossenen Incoterms. Für Lieferungen ab Lager der UNITEDLABELS Aktiengesellschaft ist dies der Fall, wenn die Ware an den Spediteur übergeben wurde. Im Regelfall wird die Ware noch am gleichen Tag durch den Spediteur an den Kunden ausgeliefert. Bei Streckengeschäf- ten, bei welchen die Ware direkt vom Lieferanten an den Kunden gesendet wird, werden die Umsatzerlöse realisiert, sobald die Ware beim Kunden eingegangen ist und er darüber verfügen kann. In geringem Umfang (etwa 0,8% der Konzernumsatzerlöse) erbringt UNITEDLABELS auch Dienstleistungen. Hier werden die Umsatzerlöse realisiert, sobald die Leistungserbringung abgeschlossen ist. Die mit den Kunden geschlossenen Verträge enthalten keine variablen Vergütungsbestandteile. Anlage 5/ Seite 16 Optionen des Kunden zum kostenlosen oder vergünstigten Erwerb zusätzlicher Güter oder Dienstleistungen bestehen nicht. Rückkaufvereinbarungen, Kommissionsvereinbarungen sowie Bill-and-Hold-Vereinbarungen sehen die Verträge ebenfalls nicht vor. UNITEDLABELS hat einzelnen Kunden ein Rückgaberecht für verkaufte Waren eingeräumt. Wenn zum Bilanzstichtag keine individuellen Anhaltspunkte über die Höhe der Retourenquote vorliegen, werden die in der Vergangenheit gesammelten Erfahrungswerte als Basis für die Schätzung der Rückgabequote zugrunde gelegt. In Höhe der erwarteten Retouren wird eine Kürzung der Umsatzerlöse und eine korrespondierende Bildung einer Verbindlichkeit vorge- nommen. Der Materialaufwand wird in Höhe der erwarteten Warenrücklieferung ebenfalls ge- kürzt und es wird diesbezüglich ein sonstiger Vermögenswert aktiviert. Zum 31.12.2024 beliefen sich die Rückstellungen aus erwarteten Retouren auf € 3,4 Mio. (Vj. € 1,2 Mio.) und der korres- pondierende Vermögenswert auf € 3,2 Mio. (Vj. € 0,9 Mio.). Der Umsatz wurde um € -3,4 Mio., der Rohertrag um € 0,4 Mio. verringert. 13. Zinsen Zinsen werden zum Zeitpunkt der Entstehung als Ertrag bzw. Aufwand gebucht und nicht aktiviert. 14. Währungsumrechnung Die Bilanzen der ausländischen Konzerngesellschaften wurden in der jeweiligen Landeswäh- rung oder in Euro aufgestellt. Aktiva und Passiva wurden zu dem jeweiligen Stichtagskurs, das Eigenkapital zum historischen Kurs in Euro umgerechnet. Die Umrechnung der Erträge und Aufwendungen erfolgte zu den gewichteten Jahresdurchschnittskursen. Der sich aus der Wäh- rungsumrechnung ergebende Unterschiedsbetrag wurde als erfolgsneutrale Veränderung des Eigenkapitals ausgewiesen. Die Bilanz der Tochtergesellschaft in Hongkong, als integrierte ausländische Einheit, wurde in Hong Kong Dollar aufgestellt. Für das Geschäftsjahr ergab sich ein durchschnittlicher Umrech- nungskurs von 0,12 € / HK$ (Vj. 0,12 € / HK$) und ein Stichtagskurs zum 31.12.2024 von 0,12 € / HK$ (Vj. 0,12 € / HK$). Die Bilanz der UNITEDLABELS Ltd. in Großbritannien wurde in briti- schen Pfund aufgestellt. Hierbei ergab sich ein durchschnittlicher Umrechnungskurs für das Geschäftsjahr 2024 von 1,18 € / £ (Vj. 1,15 € / £) und ein Stichtagskurs zum 31.12.2024 von 1,21 € / £ (Vj. 1,15 € / £). Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten wurden zum Stichtagskurs umgerechnet. Währungsbedingte Differenzen aus der Schuldenkonsolidierung wurden erfolgswirksam erfasst. 15. Derivative Finanzinstrumente Der Konzern setzt situativ derivative Finanzinstrumente wie Devisentermingeschäfte zur Absi- cherung seiner Wechselkursrisiken ein. Während des Geschäftsjahres 2024 und zum 31. De- zember 2024 hatte der Konzern allerdings keine solchen derivativen Finanzinstrumente in sei- Anlage 5/ Seite 17 nem Bestand. Gemäß seinen Treasury-Grundsätzen hält der Konzern keine derivativen Finanzinstrumente zu Handelszwecken. Sofern derivative Finanzinstrumente eingesetzt werden, werden sie im Rahmen der Zugangs- bewertung zu ihrem beizulegenden Zeitwert, der ihnen am Tag des Vertragsabschlusses bei- zumessen ist, bewertet. Die Folgebewertung erfolgt ebenfalls zum am jeweiligen Bilanzstichtag geltenden beizulegenden Zeitwert. Gemäß IFRS 9 erfasst der Konzern Änderungen des beizu- legenden Zeitwerts von Devisenterminkontrakten, die auf die Terminkomponente entfallen, im Eigenkapital in der Rücklage für Sicherungsinstrumente. Die abgegrenzten Sicherungskosten werden in den ursprünglichen Anschaffungskosten des zugehörigen Grundgeschäfts berück- sichtigt, wenn dieses angesetzt wird. Im Falle der Devisentermingeschäfte wird dieser anhand extern beobachtbarer Marktparameter bewertet („Level II"). 16. Schätzungsunsicherheiten Die Erstellung von Abschlüssen in Übereinstimmung mit IFRS erfordert vom Management An- nahmen und Schätzungen, die Auswirkungen auf ausgewiesene Beträge und damit im Zusam- menhang stehende Angaben haben. Obwohl diese Schätzungen nach bestem Wissen des Ma- nagements basierend auf den gegenwärtigen Ereignissen und Maßnahmen erfolgen, kann es bei den späteren tatsächlichen Ergebnissen zu Abweichungen von diesen Schätzungen kommen. Diese Annahmen und Schätzungen beziehen sich u.a. auf die Bilanzierung und Bewertung von Rückstellungen. Bei Rückstellungen für Pensionen ist der Abzinsungsfaktor eine wichtige Schätzgröße. Bei langfristigen Verträgen für die Nutzung von Markenrechten ist abzuschätzen, ob die Garantiesummen durch in Zukunft zu erzielende Umsätze amortisiert werden können. Der Werthaltigkeitstest für Geschäfts- oder Firmenwerte basiert auf zukunftsbezogenen An- nahmen zu Umsätzen und Kosten sowie Zinssätzen. Änderungen dieser Annahmen werden aus heutiger Sicht nicht dazu führen, dass die Buchwerte der zahlungsmittelgenerierenden Ein- heiten ihren erzielbaren Betrag überschreiten und deshalb im nächsten Geschäftsjahr angepasst werden müssen. Bei Verträgen mit Großkunden, denen ein Rückgaberecht eingeräumt wurde, ist eine Schät- zung zur tatsächlichen Höhe der Retouren vorzunehmen, um entsprechende Rückstellungen hierfür berücksichtigen zu können. Aktive latente Steuern, die auf steuerlichen Verlustvorträgen beruhen, werden angesetzt, soweit die Realisierbarkeit künftiger Steuervorteile wahrscheinlich ist. Die tatsächliche steuerliche Er- gebnissituation in zukünftigen Perioden und damit die tatsächliche Nutzbarkeit aktiver latenter Steuern kann von der Einschätzung zum Zeitpunkt der Aktivierung der latenten Steuern abweichen. Anlage 5/ Seite 18 Sämtliche Annahmen und Schätzungen basieren auf den Verhältnissen und Beurteilungen am Bilanzstichtag. Bei der Einschätzung der künftigen Geschäftsentwicklung wurde außerdem das zu diesem Zeitpunkt als realistisch unterstellte künftige wirtschaftliche Umfeld in den Branchen und Ländern, in denen der Konzern tätig ist, berücksichtigt. Durch Entwicklungen dieser Rah- menbedingungen, die von den Annahmen abweichen, können sich die tatsächlichen Beträge von den Schätzwerten unterscheiden. In solchen Fällen werden die Annahmen und, falls erforderlich, die Buchwerte der betroffenen Vermögenswerte und Schulden angepasst. Zum Zeitpunkt der Aufstellung des Konzernabschlusses ist nicht von einer wesentlichen Ände- rung der zugrunde gelegten Annahmen und Schätzungen auszugehen. Aus gegenwärtiger Sicht ist daher keine wesentliche Anpassung der Buchwerte der angesetzten Vermögenswerte und Schulden im Geschäftsjahr 2025 zu erwarten. C. Erläuterungen zu einzelnen Positionen der Konzernbilanz 1. Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte Die Aufgliederung und Entwicklung des Anlagevermögens ist im nachfolgenden Anlagenspiegel dargestellt. Dabei werden die Nutzungsrechte aus Markenverträgen im Bereich Me- dia/Entertainment mit T€ 1.279 (Vj. T€ 1.063) unter den immateriellen Vermögenswerten aus- gewiesen. Auf Betriebsgrundstücken und Gebäuden mit einem Buchwert in Höhe von T€ 1.850 (Vj. T€ 2.051) sind Grundschulden für Kredite in Höhe von T€ 2.838 (Vj. T€ 2.838) eingetragen. Den Grundstücken und Bauten und der Betriebs- und Geschäftsausstattung zum 31. Dezember 2024 sind Beträge, in denen der Konzern Pächter und Leasingnehmer in einem Finanzierungs- Leasing-Verhältnis im Sinne des Standard IFRS 16 war, hinzuzurechnen. Die Nutzungsrechte aus Leasinggeschäften im Sinne des Standards IFRS 16 setzen sich zusammen aus Grundstücken und Bauten T€ 1.420 (Vj. T€ 1.543) und Betriebs- und Geschäftsausstattung T€ 57 (Vj. T€ 50). Anlage 5/ Seite 19 Entwicklung Konzernanlagevermögen 2024 Bruttoanlagenspiegel Entwicklung des Konzernanlagevermögens im Geschäftsjahr 2024 *
| Anschaffungskosten bzw. Herstellungskosten | Kumulierte Abschreibungen | Nettowerte | |||||||||||||
| Stand | Zugang | Umbuch- | Abgang | Stand | Stand | Zugang | Abgang | Stand | Stand | Stand | |||||
| 01.01.2024 | ungen | 31.12.2024 | 01.01.2024 | 31.12.2024 | 31.12.2024 | 31.12.2023 | |||||||||
| € | € | € | € | € | € | € | € | € | € | € | |||||
| I. | Sachanlagen | ||||||||||||||
| 1. | Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und | ||||||||||||||
| Bauten einschließlich der Bauten | |||||||||||||||
| auf fremden Grundstücken | 5.912.215,88 | 110.214,93 | 5.802.000,95 | 2.318.265,38 | 213.922,88 | 2.532.188,26 | 3.269.812,69 | 3.593.950,50 | |||||||
| 2. | Technische Anlagen und Maschinen | 142.228,93 | 0,00 | 142.228,93 | 130.749,65 | * | 9.562,05 | 0,00 | 140.311,70 | 1.917,23 | 11.481,32 | ||||
| 3. | Andere Anlagen, Betriebs- und | ||||||||||||||
| Geschäftsausstattung | 2.515.470,23 | 48.573,00 | 0,00 | 2.564.043,23 | 2.407.107,66 | 50.724,02 | 0,00 | 2.457.831,68 | 106.211,55 | 108.362,57 | |||||
| 8.569.915,04 | 48.573,00 | 0,00 | 110.214,93 | 8.508.273,11 | 4.856.122,69 | 274.208,95 | 0,00 | 5.130.331,64 | 3.377.941,47 | 3.713.794,39 | |||||
| II. | Immaterielle Vermögensw erte | ||||||||||||||
| 1. | entgeltlich erw orbene Konzessionen, | ||||||||||||||
| gewerbliche Schutzrechte und ähnliche | |||||||||||||||
| Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen | |||||||||||||||
| Rechten und Werten | 6.534.218,31 | 916.021,17 | 494.160,88 | 6.956.078,60 | 5.466.787,65 | * | 704.608,86 | * | 494.160,88 | 5.677.235,63 | 1.278.842,97 | 1.062.741,54 | |||
| 2. | Geschäfts- oder Firmenw ert | 7.234.876,08 | 0,00 | 7.234.876,08 | 4.144.405,61 | 0,00 | 4.144.405,61 | 3.090.470,47 | 3.090.470,47 | ||||||
| 13.769.094,39 | 916.021,17 | 0,00 | 494.160,88 | 14.190.954,68 | 9.611.193,26 | 704.608,86 | 494.160,88 | 9.821.641,24 | 4.369.313,44 | 4.153.212,01 | |||||
| 22.339.009,43 | 964.594,17 | 0,00 | 604.375,81 | 22.699.227,79 | 14.467.315,95 | 978.817,81 | 494.160,88 | 14.951.972,88 | 7.747.254,91 | 7.867.006,40 |
davon entfallen €702.301,42 auf Abschreibungen auf Nutzungsrechte, die in der Gesamtergebnisrechnung separat nach dem Materialaufwand ausgewiesen sind. € 2.307,44 entfallen auf Abschreibungen auf übrige immaterielle Vermögenswerte (im Wesentlichen Software), die in der Gesamtergebnisrechnung zusammen mit den Abschreibungen auf Sachanlagen (insgesamt € 276.516,39) ausgewiesen sind. Bei im Konzernabschluss 2023 berücksichtigten Abschreibungen der Elfen Service GmbH (alt € 32.965,08; neu € 28.278,00) ergaben sich im Rahmen der finalen Aufstellung des Jahresabschlusses 2023 bei der Elfen Service GmbH Korrekturbuchungen. Die Differenz in Höhe von € 4.687,08 wurde im Konzernabschluss 2024 im Vortrag des Anlagenspiegels entsprechend berücksichtigt. Anlage 5 Seite 17 Anlage 5/ Seite 20 Entwicklung Konzernanlagevermögen 2023 Bruttoanlagenspiegel Entwicklung des Konzernanlagevermögens im Geschäftsjahr 2023
| Anschaffungskosten bzw. Herstellungskosten | Kumulierte Abschreibungen | Nettowerte | ||||||||||||
| Stand | Zugang | Umbuch- | Abgang | Stand | Stand | Zugang | Abgang | Stand | Stand | Stand | ||||
| 01.01.2023 | ungen | 31.12.2023 | 01.01.2023 | 31.12.2023 | 31.12.2023 | 31.12.2022 | ||||||||
| € | € | € | € | € | € | € | € | € | € | € | ||||
| I. | Sachanlagen | |||||||||||||
| 1. | Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und | |||||||||||||
| Bauten einschließlich der Bauten | ||||||||||||||
| auf fremden Grundstücken | 5.912.215,88 | 0,00 | 5.912.215,88 | 2.102.948,61 | 215.316,77 | 0,00 | 2.318.265,38 | 3.593.950,50 | 3.809.267,27 | |||||
| 2. | Technische Anlagen und Maschinen | 138.368,93 | 3.860,00 | 0,00 | 142.228,93 | 123.585,38 | 7.162,23 | 0,00 | 130.747,61 | 11.481,32 | 14.787,59 | |||
| 3. | Andere Anlagen, Betriebs- und | |||||||||||||
| Geschäftsausstattung | 2.506.483,68 | 8.986,55 | 0,00 | 2.515.470,23 | 2.351.014,58 | 56.093,08 | 0,00 | 2.407.107,66 | 108.362,57 | 132.480,13 | ||||
| 8.557.068,49 | 12.846,55 | 0,00 | 0,00 | 8.569.915,04 | 4.577.548,57 | 278.572,08 | 0,00 | 4.856.120,65 | 3.713.794,39 | 3.956.534,99 | ||||
| II. | Immaterielle Vermögensw erte | |||||||||||||
| 1. | entgeltlich erw orbene Konzessionen, | |||||||||||||
| gewerbliche Schutzrechte und ähnliche | ||||||||||||||
| Rechte und Werte sow ie Lizenzen an solchen | ||||||||||||||
| Rechten und Werten | 6.340.615,28 | 204.390,43 | 10.787,40 | 6.534.218,31 | 5.098.077,84 | 384.186,33 | * | 10.787,40 | 5.471.476,77 | 1.062.741,54 | 1.250.743,12 | |||
| 2. | Geschäfts- oder Firmenw ert | 7.234.876,08 | 0,00 | 7.234.876,08 | 4.144.405,61 | 0,00 | 4.144.405,61 | 3.090.470,47 | 3.090.470,47 | |||||
| 13.575.491,36 | 204.390,43 | 0,00 | 10.787,40 | 13.769.094,39 | 9.242.483,45 | 384.186,33 | 10.787,40 | 9.615.882,38 | 4.153.212,01 | 4.341.213,59 | ||||
| 22.132.559,85 | 217.236,98 | 0,00 | 10.787,40 | 22.339.009,43 | 13.820.032,02 | 662.758,41 | 10.787,40 | 14.472.003,03 | 7.867.006,40 | 8.297.748,58 |
* davon entfallen €351.816,21 auf Abschreibungen auf Nutzungsrechte, die in der Gesamtergebnisrechnung separat nach dem Materialaufwand ausgewiesen sind. € 32.370,12 entfallen auf Abschreibungen auf übrige immaterielle Vermögenswerte (im Wesentlichen Software), die in der Gesamtergebnisrechnung zusammen mit den Abschreibungen auf Sachanlagen (insgesamt € 310.942,20) ausgewiesen sind. Anlage 5/ Seite 21 Die Geschäfts- oder Firmenwerte belaufen sich auf T€ 3.090 und entfallen mit T€ 3.058 nahezu vollständig auf die belgische Tochtergesellschaft Colombine bvba. Die Prüfung eines eventuellen Wertberichtigungsbedarfs erfolgte auf Basis des Nutzungswertes unter Zugrundelegung eines Kapitalisierungszinssatzes von 8,36% (Vj. 8,28). Zur generellen Vorgehensweise wird auf die Kapitel B.2 und B.3 verwiesen. Die Werthaltigkeitstests werden für die definierten zahlungsmittelgenerierenden Einheiten (Cash Generating Units) auf Basis der Regelungen des IAS 36 durchgeführt. Als CGU sind die einzelnen Landesgesellschaften definiert. Dabei wird der erzielbare Betrag der zahlungsmittel- generierenden Einheiten durch den Nutzungswert bestimmt. Auf der Grundlage des diskontier- ten Cashflow-Verfahrens wird der Nutzungswert ermittelt. Der Ermittlung liegen Daten der Un- ternehmensplanungen mit einem Planungshorizont von drei Jahren zugrunde. Diese Planungen resultieren aus den Erfahrungen der Vergangenheit sowie den Erwartungen über die künftige Marktentwicklung. Hierfür werden, als wichtige Parameter die zum Stichtag bereits vorliegenden Auftragsbestände sowie die aus dem Geschäftsmodell abgeleiteten Kostenplanungen zugrunde gelegt. Für die Colombine bvba sieht die Planung für das letzte Planjahr einen Umsatz von € 4,2 Mio. vor. Die Rohertragsmarge soll dabei auf 14 %, die EBITDA-Marge auf 12,8% steigen. Als inflationsbedingte Wachstumsrate nach Ende des Planungszeitraums wurden 1,0% (Vj. 1,0%) angenommen. Die Impairmenttests haben die Werthaltigkeit des Firmenwertes bestätigt. Anlage 5/ Seite 22 2. Latente Steueransprüche Die aktiven latenten Steueransprüche von T€ 1.072 (Vj. T€ 1.253) wurden für zukünftig reali- sierbare Verlustvorträge in Höhe von T€ 775 (Vj. T€ 947) sowie in Höhe von T€ 297 (Vj. T€ 306) für temporäre Unterschiede zwischen den steuerlichen Wertansätzen und den Wertan- sätzen nach IFRS gebildet. Die passiven latenten Steuerschulden aus temporären Bilanzunter- schieden betragen T€ 8 (Vj. T€ 8). Die kurzfristigen latenten Steueransprüche betragen T€ 297 (Vj. T€ 306), die kurzfristigen latenten Steuerschulden T€ 8 (Vj. T€ 8). Die Entwicklung und Zusammensetzung der latenten Steueransprüche und -schulden stellen sich wie folgt dar:
| 31.12.2024 | 31.12.2023 | 2024 | 2024 | 2023 | 2023 | |||
| Aktiv- | Passiv- | Aktiv- | Passiv- | Aufwand | Erfolgs- | Aufwand | Erfolgs- | |
| wert | wert | wert | wert | (-) | neutral | (-) | neutral | |
| Ertrag | Ertrag | |||||||
| (+) | (+) | |||||||
| T€ | T€ | T€ | T€ | T€ | T€ | T€ | T€ | |
| - | ||||||||
| Verlustvorträge | 775 | - | 947 | - | 172 | - | 131 | - |
| Immaterielle | ||||||||
| Vermögenswerte | - | - | - | - | - | - | - | - |
| Vorräte | 10. | - | 16 | - | 7 - | - | 12 | - |
| Forderungen aus | ||||||||
| Lieferungen und | - | |||||||
| Leistungen | - | - | 2 | - | 2 | - | - | - |
| Sonstige | ||||||||
| Vermögensgegenstände | 76 | - | 66 | - | 10 | - | 66 | - |
| Pensionsrückstellungen | 211 | - | 222 | - | 6 | 17 - | 52 - | 38 |
| Verbindlichkeiten | ||||||||
| verbundene | ||||||||
| Unternehmen | - | 3 | - | 3 | - | - | - | - |
| Sonstige | ||||||||
| Verbindlichkeiten | - | 5 | - | 5 | - | - - | 5 | - |
| 1.072 | 8 | 1.253 | 8 | 165 | 17 | 162 | 38 |
Die latenten Steuern werden für inländische Gesellschaften und inländische Betriebsstätten ausländischer Gesellschaften mit einem Steuersatz von 31,93% (Vj. 31,93%) bewertet. Der inländische Steuersatz ergibt sich aus der Gewerbesteuer mit einem zukünftigen Hebesatz von 460% (Vj. 460%), einer Körperschaftsteuer von 15% (Vj. 15%) und einem Solidaritätszu- schlag auf die Körperschaftsteuer von 5,5% (Vj. 5,5%). Die Verlustvorträge resultieren sowohl aus der Körperschaftsteuer als auch der Gewerbesteuer und sind zeitlich nicht befristet. Die Anlage 5/ Seite 23 Werthaltigkeit wurde mittels einer Planungsrechnung, die einen Detailplanungszeitraum von drei Jahren zugrunde legt, ermittelt. Für ausländische Gesellschaften werden die latenten Steuern mit dem jeweiligen Landessatz bewertet. Latente Steuern für die Bilanzierung nach IFRS 16 für die Bilanzpositionen Sachanlagen und finanzielle Verbindlichkeiten werden saldiert ausgewiesen. Unsaldiert betragen diese jeweils T€ 504 bzw. T€ 509 (Vj. T€ 503 bzw. T€ 508). Saldiert ergeben sich aktive latente Steuern für die Bilanzposition finanzielle Verbindlichkeiten in Höhe von T€ 5 (Vj. aktive latente Steuern T€ 5). Für steuerliche Verlustvorträge werden latente Steueransprüche nur angesetzt, wenn ihre Rea- lisierung in der Zukunft wahrscheinlich ist. Die aktiven latenten Steuern auf Verlustvorträge be- treffen die Elfen Service GmbH, die House of Trends europe GmbH und die UNITEDLABELS AG. In Höhe von T€ 7.794 (Vj. T€ 7.779) wurden bei der UNITEDLABELS Aktiengesellschaft keine aktiven latenten Steuern auf körperschaft- und gewerbesteuerliche Verlustvorträge von T€ 26.212 (Vj. T€ 26.078) und T€ 22.637 (Vj. T€ 22.679) gebildet. Daneben wurden für körper- schaftsteuerliche Verlustvorträge von Tochtergesellschaften in Höhe von T€ 2.202 (Vj. T€ 2.190) keine latenten Steuern gebildet. Auf das Ausland entfallen hiervon T€ 2.175 (Vj. T€ 2.171). Temporäre Unterschiede im Zusammenhang mit Tochtergesellschaften lagen im Geschäftsjahr 2024 in Höhe von T€ 2 (Vj. T€ 2) vor. 3. Vorräte Die Vorräte in Höhe von insgesamt T€ 6.270 (Vj. T€ 4.981) entfallen mit T€ 5.932 (Vj. T€ 4.900) auf die UNITEDLABELS AG. Der Rest entfällt auf die Elfen Service GmbH. Die Vorräte der deutschen Muttergesellschaft sind für ein langfristiges Darlehen als Sicherheit abgetreten. 4. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen erhöhten sich im Vergleich zum Vorjahr auf T€ 4.066. Es ist die Politik von UNITEDLABELS, alle Forderungsbestände, die einen Saldo oberhalb eines bestimmten Limits aufweisen, gegen ein Ausfallrisiko zu versichern. Ausnahmen können lediglich in schriftlicher Form und zeitlich begrenzt erfolgen. Zum Bilanzstichtag wiesen die nicht wertberichtigten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen folgende Altersstruktur auf: Anlage 5/ Seite 24
| 2024 | 2023 | |
| T€ | T€ | |
| nicht fällig | 3.178 | 834 |
| fällig | ||
| Fälligkeit seit 0 - 30 Tagen | 195 | 191 |
| Fälligkeit seit 31 - 60 Tagen | 418 | 520 |
| Fälligkeit seit 61 - 90 Tagen | 21 | 3 |
| Fälligkeit seit über 90 Tagen | 253 | 6 |
| Gesamt | 4.066 | 1.553 |
Das maximale Ausfallrisiko, ohne Berücksichtigung der bestehenden Kreditversicherungen, belief sich somit auf T€ 4.066. UNITEDLABELS geht davon aus, dass der Kreditversicherer seinerseits kein Ausfallrisiko aufweist. Da 44% der ausgewiesenen Forderungen kreditversi- chert sind, wären bei einem maximalem Ausfall entsprechend 56% der Forderungen nicht durch eine Kreditversicherung abgedeckt. Die kumulierten Wertberichtigungen auf Forderungen betrugen zum Stichtag T€ 0 (Vj. T€ 0). Die Wertberichtigungen werden auf Basis der erwarteten Zahlungsausfälle (expected credit loss model) bewertet. Grundsätzlich führt UNITEDLABELS eine Fallbetrachtung jeder einzelnen Forderung, die nicht im Rahmen des Factorings abgetreten bzw. durch eine Kreditversicherung gegen das Ausfallrisiko abgesichert wurde, durch. Forderungen, die mehr als 60 Tage fällig sind, werden im Rahmen eines externen oder internen Inkassos beigetrieben. Die Muttergesellschaft und die belgische Colombine bvba. betreiben für ausgewählte Großkun- den den Verkauf von Forderungen an eine Factoring-Gesellschaft. Im Durchschnitt handelt es sich um ca. ein Viertel der gesamten Forderungen dieser beiden Gesellschaften. Zum Bilanz- stichtag waren Forderungen in Höhe von T€ 2.022 an die Factoring-Gesellschaft verkauft. Die Forderungen gegenüber diesen Großkunden werden zwar komplett und unwiderruflich verkauft, allerdings behält der Factor einen Einbehalt von 15% des jeweiligen Rechnungsbetrages zu- rück, welcher erst bei Zahlung des Kunden an die Muttergesellschaft überwiesen wird, oder wenn der Kunde nachweislich zahlungsunfähig ist. Da der Factor bis zur Bezahlung der Forde- rung 15% des Forderungsbetrags einbehält, wird unter den sonstigen Vermögenswerten eine Forderung gegen den Factor aktiviert. Dabei handelt es sich um eine Sicherheit für den Factor, die für Zahlungskonditionen (Skonto etc.) und etwaige Gutschriften der Muttergesellschaft bis zur Zahlung durch den Kunden einbehalten wird. Mit Verkauf der Forderung an den Factor sind die wesentlichen Chancen und Risiken auf den Factor übergegangen, so dass die Vorausset- zung für die Ausbuchung der Forderungen vorliegt. Risiken, die in den Gesellschaften verblei- ben, sind ein Spätzahlungsrisiko seitens der Kunden und damit erhöhte Zinszahlungen an den Factor und, da die Gesellschaften das Debitorenmanagement für die Kunden behalten (stilles Factoring), ein buchhalterischer Aufwand im folgenden Geschäftsjahr für eigentlich verkaufte Forderungen aus 2024. Anlage 5/ Seite 25 Die Forderungen der deutschen Muttergesellschaft (T€ 2.944; Vj. T€ 1.146) sind den finanzierenden Banken als Sicherheit abgetreten. 5. Sonstige Vermögenswerte Unter den langfristigen sonstigen Vermögenswerten werden die Forderungen aus Rückdeckungsversicherungen in Höhe von T€ 2.473 (Vj. T€ 2.265) ausgewiesen. Der kurzfristige Posten beinhaltet Forderungen aus Retouren in Höhe von T€ 3.156 (Vj. T€ 859) sowie debitorische Kreditoren von T€ 192 (Vj. T€ 94). Zusätzlich wurden aktive Rechnungsabgrenzungsposten als nicht finanzielle Vermögenswerte in Höhe von T€ 162 (Vj. T€ 110) in diese Position eingestellt. Die Aufstellung nicht wertberichtigter Vermögenswerte ergibt sich wie folgt:
| 2024 | 2023 | |||
| T€ | T€ | |||
| nicht fällig | 7.215 | 4.442 | ||
| fällig | ||||
| Fälligkeit seit 0 - 60 Tagen | 0 | 0 | ||
| Fälligkeit seit 61 - 90 Tagen | 0 | 0 | ||
| Fälligkeit seit über 90 Tagen | 192 | 94 | ||
| Gesamt | 7.407 | 4.536 |
Das maximale Ausfallrisiko, beläuft sich auf T€ 4.934 (Vj. T€ 2.271). 6. Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente Die liquiden Mittel betrugen zum Bilanzstichtag T€ 414 (Vj. T€ 762). 7. Abschreibungsaufwand aus Wertminderungen für die finanziellen Vermögenswerte Insgesamt waren die Forderungen zum Bilanzstichtag wie folgt wertberichtigt:
| 31.12.2024 | 31.12.2023 | |||||
| Brutto- | abzüglich | Nettowert | Brutto- | abzüglich | Nettowert | |
| wert | Wertbe- | wert | Wertbe- | |||
| richtigung | richtigung | |||||
| T€ | T€ | T€ | T€ | T€ | T€ | |
| Forderungen aus | ||||||
| Lieferungen und Leistungen | 4.066 | 0 | 4.066 | 1.553 | 0 | 1.553 |
| Sonstige Vermögenswerte | 7.407 | 0 | 7.407 | 4.536 | 0 | 4.536 |
Anlage 5/ Seite 26 8. Eigenkapital Das gezeichnete Kapital beträgt zum 31. Dezember 2024 T€ 6.930 und ist in 6,93 Mio. nenn- betragslose Stammaktien eingeteilt, die auf den Inhaber lauten. Die Hauptversammlung am 2. Juli 2024 hat den Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum 1. Juli 2029 das Grundkapital der Gesellschaft einmalig oder mehrmals um insgesamt bis zu EUR 2.772.000,- durch Ausgabe von bis zu 2.772.000 neuen, auf den Inhaber lautenden nennbe- tragslosen Stückaktien gegen Bar- und/oder Sacheinlagen zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2024). Das Ergebnis je Aktie ergibt sich wie folgt:
| 2024 | 2023 | |
| Konzernergebnis je Aktie | € | € |
| unverwässert | 0,02 | 0,09 |
| verwässert | 0,02 | 0,09 |
| Stück | Stück | |
| Durchschnittliche im Umlauf befindliche Aktien | ||
| unverwässert | 6.930.000 | 6.930.000 |
| verwässert | 6.930.000 | 6.930.000 |
Das Konzernergebnis je Aktie beträgt € 0,02 (Vj. € 0,09). Der Wert wird ermittelt aus dem Quo- tienten des auf Anteilseigner entfallenden Konzernjahresüberschuss von T€ 156 und der durch- schnittlichen Anzahl der Aktien von 6.930.000 Stück. Ein Unterschied zwischen verwässertem und unverwässertem Bestand besteht nicht. 9. Pensionsrückstellungen Es besteht eine Pensionsverpflichtung gegenüber dem Vorstand aufgrund einer leistungsorientierten Pensionszusage; diese Zusage ist endgehaltabhängig. Für die Versorgungsverbindlichkeit in Höhe von T€ 1.680 (Vj. T€ 1.644) sind Rückdeckungsver- sicherungen abgeschlossen, die zum 31.12.2024 überwiegend für andere Zwecke verpfändet waren. Die Bewertung und Bilanzierung der Versorgungsverpflichtung und der zur Deckung dieser Verpflichtung notwendigen Aufwendungen erfolgt nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren (projected unit credit method) durch einen versicherungsmathematischen Gutachter. Hierbei werden nicht nur die am Stichtag bekannten Renten und erworbenen Anwartschaften, sondern Anlage 5/ Seite 27 auch künftig zu erwartende Steigerungen dieser Bemessungsgrößen bei der Bewertung berücksichtigt. Die bei der versicherungsmathematischen Bewertung der Verpflichtung und der Kosten zugrunde gelegten Annahmen sind in der folgenden Tabelle enthalten:
| Rechnungsannahmen | 2024 | 2023 | ||
| Rechnungszins | 3,50% | 3,45% | ||
| Gehaltssteigerungsrate | 1,50% | 1,50% | ||
| Rententrend | 2,00% | 2,00% | ||
| biometrische Rechnungsgrundlage | RT | 2018 G | RT | 2018 G |
Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste, die auf erfahrungsbedingten Anpassun- gen und Änderungen versicherungsmathematischer Annahmen basieren, werden erfolgsneutral im Eigenkapital verrechnet. In der folgenden Tabelle wird die Entwicklung des gemäß IAS 19 ermittelten Anwartschaftsbar- werts für den Versorgungsanspruch unter Berücksichtigung künftiger Gehalts- und Rentensteigerungen (defined benefit obligation) dargestellt:
| Veränderung der defined benefit obligation | 2024 | 2023 |
| € | € | |
| DBO am 01.01. | 1.852.524 | 1.625.457 |
| Dienstzeitaufwand | 53.272 | 48.095 |
| nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand und Plankürzungen | 0 | 0 |
| Zinsaufwand | 65.750 | 65.269 |
| Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste | -53.388 | 113.703 |
| - davon aus erfahrungsbedingten Anpassungen | -36.176 | -34.691 |
| - davon aus Änderung der vers. mathematischen Annahmen | -17.212 | 148.394 |
| DBO am 31.12. | 1.918.158 | 1.852.524 |
| Beizulegender Wert des Planvermögens zum 31.12. | -238.284 | -208.158 |
| Pensionsrückstellung zum 31.12. | 1.679.874 | 1.644.366 |
Anlage 5/ Seite 28 In der folgenden Tabelle wird die Veränderung der Pensionsrückstellung dargestellt:
| Veränderung der Pensionsrückstellung | 2024 | 2023 |
| € | € | |
| Pensionsrückstellung am 01.01. | 1.644.366 | 1.419.784 |
| Nettopensionsaufwand | 111.841 | 105.343 |
| nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand und Plankürzung | 0 | 0 |
| Neubewertung | -42.508 | 119.239 |
| Umklassifizierung Planvermögen | -33.825 | |
| Pensionsrückstellung zum 31.12. | 1.679.874 | 1.644.366 |
Alle Pensionsaufwendungen außer dem Zinsaufwand werden unter dem Personalaufwand erfasst. Der Zinsaufwand wird im Finanzergebnis ausgewiesen. Der Gesamtaufwand für die leistungsorientierte Versorgungszusage gegenüber dem Vorstand setzt sich wie folgt zusammen:
| Nettopensionsaufwand | 2024 | 2023 |
| € | € | |
| Dienstzeitaufwand | 53.272 | 48.095 |
| Zinsaufwand | 58.569 | 57.248 |
| nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand und Plankürzungen | 0 | 0 |
| Nettopensionsaufwand | 111.841 | 105.343 |
In der nachfolgenden Tabelle sind die Barwerte für die letzten fünf Wirtschaftsjahre sowie erfahrungsbedingte Anpassungen (experience gains/losses) zusammengefasst:
| 31.12.2024 | 31.12.2023 | 31.12.2022 | 31.12.2021 | 31.12.2020 | |
| € | € | € | € | € | |
| Barwert der Verpflichtungen | 1.918.158 | 1.852.524 | 1.625.457 | 2.641.775 | 2.776.532 |
| Planvermögen | -238.284 | -208.158 | -205.673 | 0 | 0 |
| Stand der Finanzierung | 1.679.874 | 1.644.366 | 1.419.784 | 2.641.775 | 2.776.532 |
| erfahrungsbedingte Anpassungen | -36.176 | -34.691 | -50.850 | -195.557 | -51.367 |
Anlage 5/ Seite 29 Die durch IAS 19 erforderliche Sensitivitätsanalyse wird in der folgenden Tabelle dargestellt:
| Sensitivitätsanalyse | DBO zum 31.12.2024 | |
| Bewertung mit Zins | -0,50% | 2.099.846 |
| Bewertung mit Zins | +0,5% | 1.756.674 |
| Bewertung mit Rententrend | -0,50% | 1.799.795 |
| Bewertung mit Rententrend | +0,5% | 2.048.129 |
| Bewertung mit Gehaltstrend | -0,50% | 1.873.704 |
| Bewertung mit Gehaltstrend | +0,5% | 1.963.484 |
| Bewertung mit Lebenserwartung | - 1 Jahr | 1.866.158 |
| Bewertung mit Lebenserwartung | + 1 Jahr | 1.968.507 |
Die Duration der Verpflichtung beträgt ca. 18 Jahre. Der erwartete Dienstzeitaufwand für 2025 beläuft sich auf T€ 54 und der erwartete Zinsaufwand auf T€ 61. 10. Sonstige Rückstellungen UNITEDLABELS hat einzelnen Kunden ein Rückgaberecht für verkaufte Waren eingeräumt. Wenn zum Bilanzstichtag keine individuellen Anhaltspunkte über die Höhe der Retourenquote vorliegen, werden die in der Vergangenheit gesammelten Erfahrungswerte als Basis für die Schätzung der Rückgabequote zugrunde gelegt. In Höhe der erwarteten Retouren wird eine Kürzung der Umsatzerlöse und eine korrespondierende Bildung einer Verbindlichkeit vorge- nommen. Der Materialaufwand wird in Höhe der erwarteten Warenrücklieferung ebenfalls ge- kürzt und es wird diesbezüglich ein sonstiger Vermögenswert aktiviert. Zum 31.12.2024 beliefen sich die Rückstellungen aus erwarteten Retouren auf € 3,4 Mio. (Vj. € 1,2 Mio.). Eine Steuer- rückstellung enthält die Umsatzsteuer (T€ 652) im Zusammenhang mit der gebildeten Rückstellung für Retouren zum 31. Dezember 2024. 11. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, sonstige Verbindlichkeiten und Finanzschulden Art und Umfang der Verbindlichkeiten ergeben sich aus dem nachfolgenden Verbindlichkeitenspiegel: Anlage 5/ Seite 30
| 2024 | Restlaufzeit | |||||
| zwischen | Restlaufzeit | |||||
| Restlaufzeit bis | einem und fünf | mehr als fünf | davon | Art der | ||
| Gesamtbetrag | zu einem Jahr | Jahre | Jahre | gesichert | Sicherheiten | |
| T € | T € | T € | T € | T € | ||
| 1. Finanzschulden | 8.043 | 515 | 1.632 | 5.896 | 6.334 | Grundschulden, |
| 2. Verbindlichkeiten | Forderungen, | |||||
| aus Lieferungen und | Vorräte | |||||
| Leistungen und sonstige | ||||||
| Verbindlichkeiten | 10.023 | 10.023 | 0 | 0 | 0 | |
| 18.067 | 10.538 | 1.632 | 5.896 | 6.334 |
Aus der nachfolgenden Tabelle sind die vertraglich vereinbarten (undiskontierten) Zins- und Tilgungszahlungen der originären finanziellen Verbindlichkeiten zum 31. Dezember 2024 ersichtlich:
| in T€ | Buchwert | Cash-Flows2025 | Cash-Flows2026 - 2029 | Cash-Flows2030 ff | ||||||
| 31.12.2024 | Zins fix | Zins | Tilgung | Zins fix | Zins | Tilgung | Zins fix | Zins | Tilgung | |
| variabel | variabel | variabel | ||||||||
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 1.462 | 119 | 0 | 153 | 386 | 0 | 382 | 0 | 0 | 928 |
| Darlehnsverbindlichkeiten | 5.121 | 238 | 132 | 752 | 547 | 184 | 4.442 | |||
| Verbindlichkeiten aus L&L (langfristig) | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |||
| Leasing IFRS 16 | 1.460 | 81 | 230 | 227 | 704 | 104 | 526 | |||
| Summe | 8.043 | 438 | 0 | 515 | 1.365 | 0 | 1.632 | 288 | 0 | 5.896 |
Die Effektivzinssätze für diese langfristigen Schulden betragen zwischen 6,56% und 7,5% (Vorjahr 7,27% bis 7,5%). Zum Stichtag lagen keine Devisengeschäfte vor. Bei einem geringen Teil der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen bestehen die üblichen Eigentumsvorbehälte von Lieferanten. Von den sonstigen Verbindlichkeiten entfallen T€ 8 (Vj. T€ 32) auf Verbindlichkeiten im Rahmen der sozialen Sicherheit und auf Steuerschulden T€ 2.770 (Vj. T€ 2.586). Der Vorstand hat die Umsatzsteuerzahlungen in der Liquiditätsplanung berücksichtigt. Anlage 5/ Seite 31 12. Finanzinstrumente Die Buchwerte, Wertansätze und beizulegenden Zeitwerte nach Bewertungskategorien für die Finanzinstrumente ergeben sich wie folgt:
| Buchwert | Wertansatz Bilanz nach IFRS 9 | Fair Value | Buchwert | Wertansatz Bilanz nach IFRS 9 | Fair Value | |||||
| 31.12.2024 | 31.12.2024 | 31.12.2023 | 31.12.2023 | |||||||
| Fortgeführte | Fair Value | Fair Value | Fortgeführte | Fair Value | Fair Value | |||||
| Anschaffungs- | erfolgs- | erfolgs- | Anschaffungs- | erfolgs- | erfolgs- | |||||
| kosten | neutral | wirksam | kosten | neutral | wirksam | |||||
| T€ | T€ | T€ | T€ | T€ | T€ | T€ | T€ | T€ | T€ | |
| Aktiva | FAK | FAK | FAK | FAK | ||||||
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 414 | 414 | 0 | 0 | 414 | 762 | 762 | 0 | 0 | 762 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 4.066 | 4.066 | 0 | 0 | 4.066 | 1.553 | 1.553 | 0 | 0 | 1.553 |
| sonstige finanzielle Vermögensw erte | 7.407 | 7.407 | 0 | 0 | 7.407 | 4.536 | 4.536 | 0 | 0 | 4.536 |
| FVPL | FVPL | |||||||||
| Devisentermingeschäfte | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Passiva | FLAC | FLAC | FLAC | FLAC | ||||||
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 6.575 | 6.575 | 0 | 0 | 6.575 | 4.799 | 4.799 | 0 | 0 | 4.799 |
| Verbindlichkeiten aus Darlehen | 6.819 | 6.819 | 0 | 0 | 6.819 | 6.034 | 6.034 | 0 | 0 | 6.034 |
| Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing | 1.460 | 1.460 | 0 | 0 | 1.460 | 1.577 | 1.577 | 0 | 0 | 1.577 |
| Davon aggregiert nach Bew ertungskategorien | ||||||||||
| gemäß IFRS 9: | ||||||||||
| Finanzielle Vermögensw erte, die | ||||||||||
| - zum Fair Value bewertet werden (FVPL) | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| - zu fortgeführten Anschaffungskosten bew ertet w erden (FAK) | 11.886 | 11.886 | 0 | 0 | 11.886 | 6.852 | 6.852 | 0 | 0 | 6.852 |
| Finanzielle Verbindlichkeiten, die zu | ||||||||||
| - fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden (FLAC) | 13.394 | 13.394 | 0 | 0 | 13.394 | 10.833 | 10.833 | 0 | 0 | 10.833 |
Anlage 5/ Seite 32 Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen haben überwiegend kurze Rest- laufzeiten. Daher entsprechen deren Buchwerte zum Abschlussstichtag näherungsweise dem beizulegenden Zeitwert. Zur Absicherung von Währungsrisiken werden bei Bedarf Devisentermingeschäfte eingesetzt. Im Geschäftsjahr 2024 kamen allerdings keine Devisentermingeschäfte zum Einsatz. 13. Sonstige finanzielle Verpflichtungen und Haftungsverhältnisse Zum Bilanzstichtag bestehen Verpflichtungen aus Bestellungen bei Lieferanten in Höhe von T€ 2.950 (Vj. T€ 3.792), die innerhalb eines Jahres fällig sind. Das Unternehmen hat zum Bilanzstichtag keine Sicherheiten erhalten. Sicherheiten in Form einer Gesamtgrundschuld über T€ 2.838, betreffend das Logistikcenter, sind an einen Darlehensgeber gegeben worden. 14. Leasing Zum Bilanzstichtag bestehen im Konzern vertragliche Verpflichtungen aus Miet- und Leasing- verhältnissen in Höhe von T€ 1.460. Hierzu gehören 8 Firmen-Pkw, die im Rahmen eines KM-Leasing ohne Restwertrisiko angeschafft wurden. Die Verträge laufen für 5 Fahrzeuge bis 2025, ein weiteres Fahrzeug bis 2026, ein anderes Fahrzeug bis 2027 und ein letztes Fahrzeug bis 2028 aus. Des Weiteren existiert ein Mietvertrag über die Anmietung eines Bürogebäudes am Sitz der Konzernmutter, der eine Laufzeit bis zum 31.12.2027 vorsieht. Dieser Mietvertrag beinhaltet eine Verlängerungsoption über zweimal 6 Jahre zugunsten des Mieters. Die Verlängerung des Mietvertrages durch Simulation der Inanspruchnahme einer Verlängerungsoption vom 01.01.2028 bis zum 31.12.2033 wurde beim Ausweis der Verpflichtung zum Bilanzstichtag berücksichtigt. Anlage 5/ Seite 33 Anhangangaben für das Jahr FY 2024 (Jan 2024 bis Dez 2024)
| 16.53j Nutzungsrecht Buchwert | |
| Enthält den Buchwert der Nutzungsrechte an Leasinggegenständen zum Bilanzstichtag untergliedert nach Leasingarten (z.B. | |
| Bürogebäude/Firmensitz, Kraftfahrzeuge). | |
| Nutzungsrecht (Fahrzeuge) | 57 T€ |
| Nutzungsrecht (Bürogebäude/Firmensitz) | 1.420 T€ |
| Summe Nutzungsrecht | 1.477 T€ |
| --- | --- |
| 16.53a Nutzungsrecht Abschreibung | |
| Enthält die Abschreibungsbeträge zum Bilanzstichtag untergliedert nach Leasingarten (z.B. BüroBürogebäude/Firmensitz, | |
| Kraftfahrzeuge). | |
| Nutzungsrecht Abschreibung (Fahrzeuge) | 37 T€ |
| Nutzungsrecht Abschreibung (Bürogebäude/Firmensitz) | 117 T€ |
| Summe Nutzungsrecht Abschreibung | 154 T€ |
| --- | --- |
| 16.53b Zinsaufwand aus Leasingverbindlichkeiten | |
| Enthält den Zinsaufwand aus allen Leasingverbindlichkeiten der Periode. | |
| Zinsaufwand (Fahrzeuge) | 2 T€ |
| Zinsaufwand (Bürogebäude/Firmensitz) | 72 T€ |
| Summe Zinsaufwand | 74 T€ |
| --- | --- |
| 16.53g Zahlungen für Leasingverhältnisse | |
| Enthält die Zahlungsmittelabflüsse aus allen Leasingverhältnissen der Periode. | |
| Zahlungsmittelabflüsse (Fahrzeuge) | 37 T€ |
| Zahlungsmittelabflüsse (Bürogebäude/Firmensitz) | 195 T€ |
| Summe Zahlungsmittelabflüsse | 232 T€ |
| --- | --- |
| 16.53h Nutzungsrechte Zugänge | |
| Enthält die positiven Buchwerte der Nutzungsrechte der Periode. | |
| Nutzungsrechte Zugänge (Fahrzeuge) | 32 T€ |
| Nutzungsrechte Zugänge (Bürogebäude/Firmensitz) | 0 T€ |
| Summe Nutzungsrechte Zugänge | 32 T€ |
- Kapitalflussrechnung Die Kapitalflussrechnung zeigt, wie sich die Zahlungsmittel des Konzerns im Laufe des Ge- schäftsjahres durch Mittelzu- und Mittelabflüsse verändert haben. Dabei sind die Zahlungs- ströme nach Geschäfts-, Investitions- und Finanzierungstätigkeit gegliedert (IAS 7). Die Aus- zahlungen für Investitionen sind im Detail im Anlagenspiegel wiedergegeben. Im Wesentlichen handelt es sich hierbei um Investitionen in Nutzungsrechte für Markenrechte. Dabei sind bei verschiedenen Markenrechtsverträgen längerfristige Zahlungszeiträume vereinbart. Der Finanzmittelfonds entspricht der Bilanzposition „Liquide Mittel“. Die Mittelabflüsse für im Geschäftsjahr gezahlte und erstattete Ertragsteuern betrugen T€ 96 (Vj. T€ 14) und für Zinsausgaben T€ 620 (Vj. T€ 298). Die Zinseinnahmen beliefen sich auf T€ 0 (Vj. T€ 0). Anlage 5/ Seite 34
- Segmentberichterstattung Berichtsformat Bei UNITEDLABELS erfolgt die Segmentberichterstattung kundengruppenbezogen, wobei die Umsatzerlöse das primäre Steuerungsinstrument darstellen. Es wird unterschieden in die Be- reiche Großkunden und Fachhandel. Während sich der Bereich Großkunden insbesondere durch eine individuelle Auftragsfertigung charakterisiert, wird der Fachhandel mit immer wieder neuen Kollektionen aus dem eigenen Lager bedient. Das Internetgeschäft der Elfen Service GmbH ist dem Fachhandel zugeordnet, ebenso wie zahlreiche kleinere Kunden der UNITEDLABELS AG. Das Geschäft der Colombine bvba und der House of Trends europe GmbH ist dem Bereich Großkunden zugeordnet. Die Segmentdaten aus dem internen Berichtswesen ergaben sich wie folgt:
| 2024 | ||||
| Fachhandel | Großkunden | nicht | Konzern | |
| zugeordnete | ||||
| Posten | ||||
| T€ | T€ | T€ | T€ | |
| Umsatz | 5.006 | 17.447 | 0 | 22.453 |
| Segmentaufwendungen | -1.501 | -12.620 | 0 | -14.122 |
| Segmentrohergebnis | 3.505 | 4.827 | 0 | 8.332 |
| Abschreibungen | -277 | |||
| Personalaufwand | -2.845 | |||
| Sonstige betriebliche Erträge | 278 | |||
| Sonstige betriebliche Aufwendungen | -4.349 | |||
| Zinsertrag | 87 | |||
| Zinsaufwand | -810 | |||
| Ergebnis der gewöhnlichen | ||||
| Geschäftstätigkeit | 416 | |||
| Ertragsteuern | -260 | |||
| Konzernjahresergebnis | 156 | |||
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Fachhandel | Großkunden | nicht | Konzern | |
| 2024 | zugeordnete | |||
| Posten | ||||
| € Mio. | € Mio. | € Mio. | € Mio. | |
| Segmentvermögen | 4,2 | 18,3 | 4,5 | 27,0 |
| Segmentschulden | 3,8 | 13,4 | 7,0 | 24,2 |
| Investitionen | 0,2 | 0,7 | 0,0 | 0,9 |
Anlage 5/ Seite 35
| 2023 | ||||
| Fachhandel | Großkunden | nicht | Konzern | |
| zugeordnete | ||||
| Posten | ||||
| T€ | T€ | T€ | T€ | |
| Umsatz | 3.423 | 21.396 | 0 | 24.819 |
| Segmentaufwendungen | -1.141 | -16.913 | 0 | -18.054 |
| Segmentrohergebnis | 2.282 | 4.483 | 0 | 6.765 |
| Abschreibungen | -311 | |||
| Personalaufwand | -2.600 | |||
| Sonstige betriebliche Erträge | 677 | |||
| Sonstige betriebliche Aufwendungen | -3.517 | |||
| Zinsertrag | 78 | |||
| Zinsaufwand | -592 | |||
| Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit | 499 | |||
| Ertragsteuern | 133 | |||
| Konzernjahresergebnis | 632 | |||
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Fachhandel | Großkunden | nicht | Konzern | |
| 2023 | zugeordnete | |||
| Posten | ||||
| € Mio. | € Mio. | € Mio. | € Mio. | |
| Segmentvermögen | 2,4 | 13,5 | 5,1 | 21,0 |
| Segmentschulden | 2,0 | 12,4 | 3,8 | 18,3 |
| Investitionen | 0,0 | 0,2 | 0,0 | 0,2 |
Im abgelaufenen Geschäftsjahr sank der Umsatz im Segment Großkunden um 18,5% auf T€ 17.447, aber stieg im Fachhandel deutlich um 46,2% auf T€ 5.006. Das Segmentergebnis erhöhte sich im Bereich Großkunden um 7,7% auf T€ 4.827 und im Fachhandel um 53,6% auf T€ 3.505. Im Geschäftsjahr waren keine Segmenterlöse oder -aufwendungen zwischen den Segmenten zu verzeichnen. Im Geschäftsjahr 2024 wurden mit den zehn stärksten Kunden 71,9% des Konzernumsatzes realisiert. Der größte Kunde kam auf einen Anteil von 18,5%. Geografische Information Die beiden Geschäftssegmente des Konzerns sind in zwei geografischen Hauptgebieten tätig. Das Heimatland des Unternehmens ist Deutschland. Umsatzerlöse sind auf Basis des Landes zugeordnet, in dem der Kunde niedergelassen ist. Anlage 5/ Seite 36
| Umsatzerlöse | 2024 | 2023 |
| T€ | T€ | |
| Deutschland | 15.448 | 21.372 |
| Andere Länder | 7.005 | 3.447 |
| Konzern | 22.453 | 24.819 |
Damit sanken die Umsätze im Inland um 27,7% und stiegen jedoch im Ausland deutlich um 103,2%. Die langfristigen Vermögenswerte sind gemäß Sitz des Unternehmens, dem sie gehören, zugeordnet.
| Summe Vermögenswerte | 2024 | 2023 |
| T€ | T€ | |
| Deutschland | 4.689 | 4.809 |
| Andere Länder | 3.058 | 3.058 |
| Konzern | 7.747 | 7.867 |
Die Investitionen von T€ 923 (Vj. T€ 217) entfielen ausschließlich auf Deutschland.
| Investitionen | 2024 | 2023 |
| T€ | T€ | |
| Deutschland | 923 | 217 |
| Andere Länder | ||
| Konzern | 923 | 217 |
- Kapitalmanagement Das Kapitalmanagement befasst sich mit der bedarfsgerechten Steuerung der Zahlungsmittel im Konzern unter Einbeziehung der Auswahl und Steuerung der Finanzierungsquellen. Ziel ist es, die notwendigen Zahlungsmittel zu den geringsten Kosten zur Verfügung zu stellen. Steue- rungskriterien sind hier insbesondere die Soll- und Habenzinsen. Das zu steuernde Volumen an Finanzmitteln liegt in einer Größenordnung von € 6,6 Mio. (Vj. € 6,0 Mio.). Zur Erfüllung dieser Aufgabe steht dem Kapitalmanagement das tägliche und monatliche Berichtswesen mit Soll-Ist- Vergleichen zur Verfügung. Anlage 5/ Seite 37
- Risiken Wechselkursschwankungen Die Wareneinkäufe werden zum Teil in US-Dollar getätigt. Zur Absicherung von Währungsrisi- ken, die sich durch Zahlungsverpflichtungen in Fremdwährung ergeben können, werden situati- onsbezogen marktübliche Devisentermingeschäfte abgeschlossen. Ein Einsatz zu spekulativen Zwecken erfolgt nicht. Wertänderungen noch laufender Termingeschäfte werden ergebniswirksam erfasst. Obwohl situativ geeignete Kurssicherungsmaßnahmen getroffen werden, ist es nicht auszuschließen, dass langfristige Kurserhöhungen die Kosten für den Wareneinsatz erhöhen. Der durchschnittliche Wechselkurs Euro zu US-Dollar betrug im Geschäftsjahr 2024 1 € = 1,08 US-Dollar (Vj. 1 € = 1,08 US-Dollar). Die UNITEDLABELS zahlt einen Teil ihres Warenein- satzes in Dollar, da ein großer Teil der bezogenen Waren aus Fernost stammt. Absolut betrifft dies einen Wareneinsatz von € 8,4 Mio. Wenn der Wechselkurs im Durchschnitt bei 1 € = 1,02 US-Dollar gelegen hätte, wäre der Wareneinsatz um € 0,5 Mio. höher gewesen; bei einem durchschnittlichen Wechselkurs von 1 € = 1,14 US-Dollar wäre der Wareneinsatz um € 0,4 Mio. niedriger gewesen. Etwaige Kurssicherungen bleiben bei dieser Beispielrechnung unberücksichtigt. Markenrechte Als Markenrechtsnehmer verwertet UNITEDLABELS grundsätzlich Markenrechte Dritter. Ob- wohl zu den wichtigsten Markenrechtsgebern langfristige und intensive Beziehungen bestehen, ist nicht auszuschließen, dass einzelne Markenrechtsverträge nicht verlängert werden. Dies könnte die Umsatz- und Ertragssituation des Konzerns negativ beeinflussen. UNITEDLABELS besitzt Markenrechte im Bereich Media/Entertainment, die mit einem Ge- samtwert von T€ 1.229 (Vj. T€ 1.016) bilanziert sind. Dabei gibt es einzelne Verträge, welche aufgrund ihrer Garantiesummen und Restlaufzeit besonders unter Beobachtung stehen. Es existiert das grundsätzliche Risiko, dass aufgrund von in der Zukunft veränderten Marktein- schätzungen und/oder Änderungen der Attraktivität einzelner Markenrechte die bilanzierten Wertansätze angepasst werden müssen. Liquidität Der Konzernabschluss wurde unter dem Grundsatz der Unternehmensfortführung aufgestellt. Die UNITEDLABELS Aktiengesellschaft deckt einen Teil ihres Liquiditätsbedarfs über kurzfris- tige Bankkontokorrentkreditlinien und die Inanspruchnahme von vom Vorstand und von der Fa- cility Management Münster GmbH gewährten Darlehen. Die Bankkontokorrentkreditlinien be- laufen sich zum Bilanzstichtag auf € 1,0 Mio., hiervon waren am Bilanzstichtag € 0,9 Mio. in Anspruch genommen. Die Darlehen des Vorstandes und der Facility Management Münster GmbH werden gegenwärtig bis zum 31. Dezember 2026 gewährt und umfassen einen verein- Anlage 5/ Seite 38 barten Rahmen von bis zu € 2,1 Mio., hiervon waren am Bilanzstichtag € 0,0 Mio. in Anspruch genommen. Aufgrund möglicher geopolitischer Auswirkungen auf die Lieferketten besteht eine Unsicherheit, dass bestehende Aufträge nicht oder nicht fristgerecht ausgeführt und infolgedessen beste- hende Schulden nicht fristgerecht bezahlt werden können. Die UNITEDLABELS Aktiengesell- schaft unterhält keinerlei Geschäftsbeziehungen mit Unternehmen aus der Ukraine, Belarus und der Russischen Föderation. Die UNITEDLABELS Aktiengesellschaft wird die weitere Entwicklung des russischen Angriffskrieges mit den Auswirkungen auf die Weltwirtschaft genau beobachten und entsprechend gegensteuern. Es bestehen Umsatzsteuerverbindlichkeiten aus den Erklärungen für die Veranlagungszeiträume 2022 und 2023, die Ende April 2025 T€ 1.809 betragen. Die Gesellschaft hat beim zuständigen Finanzamt die Zahlungen in 12 monatlichen Raten beantragt. Der Antrag wurde abgelehnt. Daraufhin hat die Gesellschaft eine Klage beim Finanzgericht eingereicht. Der Vorstand hat die Umsatzsteuerzahlungen in der Liquiditätspla- nung berücksichtigt. Der Vorstand hat die Planung für das Geschäftsjahr 2025 einem Stresstest unterzogen, um etwaige negative Auswirkungen auf die Liquidität des Konzerns zu analysieren. Auf Basis der aktualisierten Liquiditätsplanung setzt die ungefährdete Fortführung des Konzerns voraus, dass die finanzierenden Banken ihre Kontokorrent- und Akkreditivlinien in vollem Um- fang aufrechterhalten, dass auch die Darlehen des Vorstandes insbesondere das Darlehen für die ausstehende Umsatzsteuer und der nahestehenden Facility Management Münster GmbH erforderlichenfalls im vereinbarten Rahmen bereitgestellt werden und dass die für das Ge- schäftsjahr 2025 bereits vorliegenden Kundenbestellungen ohne wesentliche Beeinträchtigung bis hin zum Zahlungseingang abgewickelt werden. Die Mehrheit der Kundenforderungen ist aktuell kreditversichert oder im Factoring. Durch Liquiditätsplanungen, eine hohe Transparenz gegenüber den Hausbanken sowie eine konzernweite Optimierung der Zahlungsströme versucht UNITEDLABELS, den Liquiditätsspielraum möglichst groß zu halten. Im Hinblick auf die Entwicklung und die Ergebnisse des abgelaufenen Geschäftsjahres, sieht sich der Konzern organisatorisch und markttechnisch gut aufgestellt. Diese Beurteilung wird gestützt auf die gute Lieferperformance im Geschäftsjahr 2024, dem Schwerpunkt auf Kunden aus dem Lebensmitteleinzelhandel (LEH), der Steigerung des E-Commerce Geschäfts, dem Ausbau des Tour-Merchandisings, keiner zusätzlichen Inanspruchnahme von Kreditlinien sowie dem hohen Auftragsbestand für das Folgejahr 2025. Zum Stichtag 31. Dezember 2024 verfügte UNITEDLABELS über folgende Kreditlinien im Konzern:
| in | |||||
| Anspruch | |||||
| verfügbar | genommen | Linie 2024 | Linie 2023 | ||
| T€ | T€ | T€ | T€ | ||
| Kontokorrent | 1.000 | 928 | 1.000 | 500 | |
| Akkreditive / Wechsel | 750 | 241 | 750 | 750 | |
| Langfristige Kreditlinie | 900 | 19 | 900 | 900 |
Anlage 5/ Seite 39 Weitere finanzielle Flexibilität wird durch eine Factoring-Finanzierung gewährleistet. Für die UNITEDLABELS Aktiengesellschaft und die belgische Colombine bvba. steht bis Ende August 2028 ein maximal möglicher Verfügungsrahmen von € 3,5 Mio. zur Verfügung. Zinsen Langfristige Darlehen sichert UNITEDLABELS Aktiengesellschaft zurzeit mit einem festen Zins- satz ab. Dieser bewegt sich für die unterschiedlichen Darlehen zwischen einem Effektivzins von 6,56% und 7,50% (Vj. 5,22% und 7,50%). Ein geändertes Zinsniveau hätte damit kurz- und mittelfristig nur unwesentlichen Einfluss auf die wirtschaftliche Lage des UNITEDLABELS Konzerns. Weitere Risiken Neben den bereits erwähnten Risiken werden auch sonstige geschäftsübliche Risiken, wie Preisänderungs- und Ausfallrisiken, durch ein Risikomanagementsystem erfasst und fortwäh- rend beobachtet. Preisänderungen für zukünftige Transaktionen sind sowohl auf der Verkaufs- als auch auf der Einkaufsseite möglich. Der UNITEDLABELS Konzern kalkuliert jeden Auftrag, bevor ein Angebot angenommen wird, unter der Maßgabe einer Mindestrendite. Wird diese Maßgabe nicht erfüllt, wird der Auftrag nur aufgrund der Freigabe durch den Vorstand ange- nommen. Ausfälle von Kundenforderungen werden dadurch reduziert, dass grundsätzlich jeder Kunde bei Überschreiten eines bestimmten Limits versichert wird. Dafür informiert sich der UNITEDLABELS Konzern vorher über die Bonität des jeweiligen Kunden. Ein weiteres Risiko, das im Fokus des Unternehmens steht, ist die mögliche Abhängigkeit von einzelnen Kunden. In 2024 hatten die zehn größten Kunden einen Anteil von nahezu 85% am Gesamtumsatz. Ebenso sind die Werthaltigkeit von gebildeten latenten Steuern in Höhe von € 1,1 Mio. (Vj. € 1,3 Mio.) und die bestehenden Firmenwerte in einer Höhe von € 3,1 Mio. (Vj. € 3,1 Mio.) im ständigen Monitoring. Im Wesentlichen zielt das Risikomanagementsystem damit auf das frühzeitige Erkennen von Risiken sowie auf die Beurteilung des Ausmaßes und der Eintrittswahrscheinlichkeit ab und beinhaltet die Einleitung geeigneter Gegenmaßnahmen. Weitere wesentliche Risiken entsprechend dem IFRS 7.34 sind dem Konzern zum Zeitpunkt des Abschlusses nicht bekannt. Anlage 5/ Seite 40 D. Erläuterungen zu einzelnen Positionen der Konzern- Gesamtergebnisrechnung 1. Umsatzerlöse Die Einteilung der Umsatzerlöse erfolgt nach Erlösen aus dem Verkauf von Waren (Gütern) und Dienstleistungen.
| 2024 | 2023 | |||
| Umsatz | Umsatz | |||
| T€ | % | T€ | % | |
| Güterverkauf | 22.280 | 99 | 24.602 | 99 |
| Dienstleistungen | 173 | 1 | 217 | 1 |
| 22.453 | 100 | 24.819 | 100 |
- Abschreibungen auf Nutzungsrechte Die Abschreibungen auf Nutzungsrechte enthalten die Abschreibungen auf produktbezogene Markenrechte. Sie erhöhten sich zum Vorjahr von T€ 351 auf T€ 702.
- Abschreibungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte Die Abschreibungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte betrugen 2024 T€ 277 (Vj. T€ 311) und entfielen auf planmäßige Abschreibungen. Die Anschaffungskosten für den Erwerb von Nutzungsrechten von Markenrechten werden in den immateriellen Vermögenswerten aktiviert. Die entsprechende Abschreibung erfolgt nutzungsabhängig und wird in der Position Abschreibungen auf Nutzungsentgelte dargestellt.
- Finanzergebnis Die Finanzierungserträge enthalten Zinserträge in Höhe von T€ 87 (Vj. T€ 78), die aus der An- passung der Aktivwerte für die Rückdeckungsversicherungen resultieren. In den Finanzie- rungsaufwendungen sind Zinsaufwendungen in Höhe von T€ 810 (Vj. T€ 592), für langfristige Darlehen, die Nutzung der Kontokorrentlinien und Factoring enthalten. Anlage 5/ Seite 41
- Ertragsteuern Die Position setzt sich wie folgt zusammen:
| 2024 | 2023 | |
| T€ | T€ | |
| Tatsächliche Steueraufwendungen / -ertrag (-) | 96 | 14 |
| Latenter Steueraufwand / -ertrag (-) | 164 | -162 |
| Aufwand / Ertrag (-) für Ertragsteuern gesamt | 260 | -148 |
Die nachfolgende Tabelle stellt die Überleitung vom erwarteten zum tatsächlichen Ertragssteueraufwand dar:
| 2024 | 2023 | |
| T€ | T€ | |
| Konzernergebnis vor Ertragsteuern | 415 | 483 |
| Anzuwendender Steuersatz in % | 31,93% | 31,93% |
| Erwarteter Steuerertrag / -aufwand | 133 | 154 |
| Differenz zu ausländischen Ertragsteuern | 0 | -3 |
| Steuereffekt aus steuerlich nicht abzugsfähigen | 69 | |
| Aufwendungen | 26 | |
| Steuereffekt aus steuerfreien Erträgen | 0 | 0 |
| Wertberichtigung auf aktive latente Steuern | 0 | 0 |
| Wertaufholung auf aktive latente Steuern | -13 | -321 |
| Steuereffekt aus der Nutzung bislang nicht angesetzter | ||
| steuerliche Verlustvorträge | -12 | -6 |
| Steuereffekt aus Verlustvorträgen, für die in der | ||
| gegenwärtigen | ||
| Periode keine aktiven latenten Steuern erfasst wurden | 31 | 2 |
| Periodenfremde Steuern | 52 | 0 |
| Effekte aus Steuersatzänderungen | 0 | 0 |
| Tatsächlicher Ertragssteueraufwand / -ertrag (-) | 260 | -148 |
Der inländische Steuersatz ergibt sich aus der Gewerbesteuer mit einem Hebesatz von 460% (Vj. 460%), einer Körperschaftsteuer von 15% (Vj. 15%) und einem Solidaritätszuschlag auf die Körperschaftsteuer von 5,5% (Vj. 5,5%). Die Verlustvorträge resultieren aus der Körper- schaftsteuer als auch der Gewerbesteuer (Vorjahr Körperschaftsteuer und Gewerbesteuer) und sind zeitlich nicht befristet. Die Werthaltigkeit wurde mittels einer Planungsrechnung, die einen Detailplanungszeitraum von drei Jahren zugrunde legt, ermittelt. Anlage 5/ Seite 42 E. Sonstige Erläuterungen und Angaben 1. Gesellschaftsorgane Der Aufsichtsrat der Gesellschaft bestand im Geschäftsjahr 2024 aus den folgenden Mitgliedern: Dr. David Strack, Geschäftsführer Central Agency for Green Commerce GmbH Co-Founder und CEO Fengda Factoring, Hamburg (Aufsichtsratsvorsitzender) Albert Hirsch, Geschäftsführender Gesellschafter reccom GmbH & Co KG, Münster (Stellvert. Vorsitzender) Silvia Lubitz, Head of HR Headquarters, Talent Acquisition & Young Professionals der Thalia Bücher GmbH, Münster Die Aufsichtsratsvergütung ist in der Satzung der Gesellschaft geregelt, die in der Hauptver- sammlung vom 2. Juli 2024 angepasst wurde Die fixe Aufsichtsratsvergütung beträgt in Summe pro Geschäftsjahr T€ 56. Der Aufsichtsratsvorsitzende erhält T€ 28 p.a. und die beiden weiteren Aufsichtsratsmitglieder jeweils T€ 14 p.a. Darüber hinaus erhalten die Mitglieder des Aufsichts- rats und seiner Ausschüsse, für jede Sitzung an der sie teilnehmen, ein Sitzungsgeld von € 1.400. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats erhält das doppelte Sitzungsgeld. Für das Geschäftsjahr 2024 beträgt die Gesamtvergütung für den Aufsichtsrat T€ 78. Zum Bilanzstichtag, 31. Dezember 2024, hielt keiner der amtierenden Aufsichtsräte Stückaktien der Gesellschaft. Zum Vorstand der Gesellschaft war bestellt: Peter Boder, Diplom-Kaufmann, Münster (Alleinvorstand) Die Bezüge des Vorstandes betrugen im Geschäftsjahr einschließlich Versicherungen und Ne- benleistungen insgesamt T€ 323. Der Vorstandsvertrag von Herrn Boder enthält eine kurzfris- tige Prämienvereinbarung sowie die Vereinbarung einer langfristig wirkenden variablen Vergü- tung, die auf Basis von 50.000 virtuellen Aktien ermittelt wird. Für den Fall einer vorzeitigen Be- endigung der Tätigkeit des Herrn Boder darf die mögliche Abfindung die Summe der Gesamt- vergütung von zwei Geschäftsjahren nicht übersteigen. Herr Boder wurde im Mai 2024 für fünf weitere Jahre als Vorstand bestellt. Herr Peter Boder und die mit ihm verbundene Facility Management Münster GmbH halten zum 31. Dezember 2024 insgesamt 2.488.419 Stückaktien der Gesellschaft, dies entspricht 35,9% vom Grundkapital. Herr Peter Boder hatte mit Erklärung vom 7. Februar 2025 an die UNITEDLABELS AG folgenden Aktienbesitz mitgeteilt: „Hiermit teile ich der Gesellschaft mit, dass ich zum heutigen Tage 2.488.419 Aktien der UNITEDLABELS AG halte." Seitdem hat Herr Boder keine Aktienkäufe bzw. -verkäufe gemeldet. Anlage 5/ Seite 43 Im Konzernabschluss erhöhte sich die Pensionsrückstellung für Pensionszusagen gegenüber dem Vorstandsvorsitzenden im Berichtsjahr um T€ 36. Da eine Rückdeckungsversicherung dem Zugriff aller Gläubiger entzogen ist (T€ 208), wurde diese entsprechend IAS 19 mit den Pensionsrückstellungen saldiert. Unter Berücksichtigung der Saldierung mit der Rückdeckungs- versicherung beträgt die bilanzierte Pensionsrückstellung zum Stichtag T€ 1.680 (Vj. T€ 1.644). Für den Vorstand, Herrn Peter Boder, ergibt sich eine Altersrente ab dem 65. Lebensjahr in Höhe von monatlich € 9.450,00 und eine Invalidenrente in gleicher Höhe. Diese erhöhen oder ermäßigen sich in dem Maße wie das Grundgehalt eines Bundesbeamten nach der Besol- dungsgruppe A 14 BbesG, bezogen auf die Indexzahl für den Monat Dezember des Vorjahres. Die monatliche Altersrente errechnet sich aus dem durchschnittlichen Gehalt der letzten fünf Jahre. Ferner besteht eine Hinterbliebenenversorgung in Form einer Witwenrente in Höhe von 60% der erreichten Altersrente sowie einer Waisenrente. Für die Ansprüche auf Altersrente so- wie Hinterbliebenenversorgungen wurden Rückdeckungsversicherungen abgeschlossen, die aktuell überwiegend für andere Zwecke als Sicherheit dienen. 2. Anzahl der Arbeitnehmer*innen Zum Ende des Geschäftsjahres waren beschäftigt:
| 2024 | 2023 | |
| Vollzeitbeschäftigte | 23 | 28 |
| Teilzeitbeschäftigte | 16 | 16 |
| Aushilfen | 18 | 12 |
| 57 | 56 |
Im Durchschnitt waren im Geschäftsjahr 52 Mitarbeiter*innen beschäftigt (Vj. 59). Umgerechnet auf Vollzeitarbeitskräfte teilt sich die Belegschaft, wie folgt auf:
| 2024 | 2023 | |
| Vollzeitbeschäftigte | 23 | 28 |
| Teilzeitbeschäftigte | 11 | 9 |
| Aushilfen | 4 | 3 |
| 38 | 40 |
Im Durchschnitt waren im Geschäftsjahr 36 Mitarbeiter*innen beschäftigt (Vj. 42). Anlage 5/ Seite 44 3. Corporate Governance Die nach § 161 AktG vorgeschriebene Erklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex (DCGK) wurde abgegeben und ist den Aktionären über die Homepage unter http://www.unitedlabels.com/investor-relations/corporate-governance dauerhaft zugänglich. 4. Mitarbeiteraktienoptionsprogramm Zum 31. Dezember 2024 bestanden keine Optionsrechte und auch kein gültiges Optionsrechteprogramm. 5. Honorar des Wirtschaftsprüfers Das im Geschäftsjahr als Aufwand erfasste Honorar in Höhe von T€ 93 betrifft ausschließlich Abschlussprüfungsleistungen. 6. Angaben über Beziehungen zu nahestehenden Personen und Unternehmen Als nahestehende Personen oder Unternehmen im Sinne des IAS 24 gelten Personen, die vom berichtenden Unternehmen beeinflusst werden können bzw. die auf das Unternehmen Einfluss nehmen können. Herr Peter Boder und die mit ihm verbundene Facility Management Münster GmbH halten zum 31. Dezember 2024 insgesamt 2.488.419 Stückaktien der Gesellschaft, dies entspricht 35,9% vom Grundkapital. Außer den Vergütungen an den Aufsichtsrat und den Vorstand bestehen Geschäftsbeziehun- gen mit der Facility Management Münster GmbH. Dies betraf in 2024 Aufwendungen aus einem Mietvertrag für die Gildenstrasse 2j in Höhe von T€ 78 (Vj. T€ 78) und Erträge aus der Ver- pachtung von Dachflächen auf den Gebäuden in der Gildenstr. 6 und 21 der UNITEDLABELS AG, zur Installation und zum Betrieb einer Photovoltaikanlage. Für die Gildenstr. 21 erhält die UNITEDLABELS AG dafür eine jährliche Nutzungsgebühr von netto € 4.980,00 und für die Gil- denstr. 6 wurden netto € 450,00 vereinbart. Ferner ist Herr Boder Eigentümer des Büro- und Lagergebäudes inklusive des Grundstückes an der Gildenstr. 6 und vermietet dieses an die Gesellschaft. Der Mietvertrag hat eine Laufzeit bis zum 31.12.2027. Die monatliche Miete be- trug netto T€ 18. Die Facility Management Münster GmbH gehört zu 100% Herrn Peter Boder. Der Vorstand, Herr Boder, und die zu ihm gehörende Facility Management Münster GmbH ha- ben im abgelaufenen Geschäftsjahr der United Labels AG Darlehen zur Verfügung gestellt. Die bestehenden Darlehen können von der United Labels AG bis zur Beendigung des Kreditrah- menvertrages am 31. März 2026 insgesamt bis zur Höhe von T€ 2.100 in Anspruch genommen werden. Zum Jahresende betrug die Inanspruchnahme von der United Labels AG aus beiden Darlehen T€ 19. Die Elfen Service GmbH und die House of Trends europe GmbH haben das Anlage 5/ Seite 45 Darlehen nicht genutzt. In der Spitze betrug die Inanspruchnahme für die United Labels AG T€ 1.251. Das Darlehen wird mit 7,5% p.a. verzinst. Die im Zusammenhang mit den Darlehen angefallenen Zinsen betrugen im Geschäftsjahr 2024 T€ 64. Ferner besteht gegenüber dem Vorstand und der Facility Management Münster GmbH zum 31. Dezember 2024 insgesamt aus Zinsverbindlichkeiten, Forderungen aus Verlustübernahmen sowie Forderungen aus Vorschüssen im Saldo ein Forderungsüberhang in Höhe von T€ 371. Der UNITEDLABELS Konzern nutzt freie Liquidität, um Zinszahlungen konzernweit zu minimie- ren. Zudem bestehen innerbetriebliche Lieferbeziehungen zwischen den einzelnen Gesell- schaften. Zum Stichtag bestanden insgesamt kurzfristige Forderungen bzw. Verbindlichkeiten gegenüber Tochtergesellschaften in Höhe von T€ 3.615 (Vj. T€ 2.678). Im Zuge der Schuldenkonsolidierung wurden diese Beträge eliminiert. 7. Ereignisse nach dem Bilanzstichtag Nach dem Ende des Geschäftsjahres 2024 ist bei der UNITEDLABELS AG ein steuerrechtli- ches Verfahren im Zusammenhang mit Umsatzsteuerverbindlichkeiten anhängig. Die Gesell- schaft hat rechtliche Schritte eingeleitet, um eine Stundung zu erwirken. Der Ausgang des Verfahrens ist derzeit offen. Münster, den 29. April 2025 UNITEDLABELS Aktiengesellschaft Vorstand gez. Peter Boder Anlage 6/ Seite 1 UNITEDLABELS AG, Münster Bericht über die Lage des Konzerns für das Geschäftsjahr 2024 Gliederung: 1. Grundlagen des Konzerns 2. Wirtschaftsbericht 3. Prognose-, Chancen- und Risikobericht 4. Risikoberichterstattung in Bezug auf Finanzinstrumente 5. Angaben nach § 315a HGB, § 315d HGB und Vergütungsbericht 6. Erklärung nach § 312 AktG Anlage 6/ Seite 2 1. Grundlagen des Konzerns Geschäftsmodell des Konzerns Die UNITEDLABELS Aktiengesellschaft, nachfolgend auch: UNITEDLABELS AG, ist Hersteller und Vermarkter von Markenprodukten aus dem Bereich Media/Entertainment in Europa mit Schwerpunkten in Deutschland, Benelux, Großbritannien und Osteuropa. Der Stammsitz des Unternehmens befindet sich in Münster. Der Konzern verfügt über drei operativ tätige Tochter- gesellschaften. Das Unternehmen nimmt eine Schlüsselposition zwischen Markeninhabern und dem Handel ein, denn mit dem umfangreichen Produktsortiment und einem attraktiven Portfolio mit mehr als 30 namhaften Marken ist das Unternehmen für beide Seiten ein kompetenter Ansprechpartner. Zum einen bietet die UNITEDLABELS AG dem Handel starke und erfolgreiche Marken in den Produktbereichen Bekleidung, Geschenkartikel, Plüsch, Schreibwaren, Taschen, Bad- und Haushaltswaren aus einer Hand an. Zum anderen zeichnet sich das Unternehmen aufgrund seiner langjährigen Erfahrung im Markengeschäft und seiner Vertriebsdichte bei Markeninhabern, die direkten Nutzen am Verkaufserfolg der Markenprodukte haben, als bevorzugter Partner aus. Die UNITEDLABELS AG erreicht die Endkunden über verschiedene Vertriebskanäle, zum einen durch die E-Commerce Shops des eigenen Tochterunternehmens Elfen Service GmbH, zum anderen europaweit über Filialisten, Discounter und Fachhändler. So zählen unter anderem auch namhafte Einkaufsverbände und große europäische Handelsunternehmen zu den Schlüsselkunden der UNITEDLABELS AG. Die UNITEDLABELS AG ist im Prime Standard der Deutschen Börse notiert. Der Konzern wird durch den Vorstand, bestehend aus Herrn Peter Boder, geführt. Kontrolliert wird der Vorstand durch den Aufsichtsrat. Ziele und Strategien Die UNITEDLABELS AG hat mit ihren Tochtergesellschaften das Ziel, zu den führenden Her- stellern und Vermarktern von Markenprodukten aus dem Bereich Media / Entertainment in Europa zu gehören. Aus diesem Grund setzt das Unternehmen seit einigen Jahren auf den Multikanal-Ansatz, also auf den Vertrieb sowohl über den Fachhandel und Filialisten als auch auf den Direktvertrieb an den Endkunden über eigene und externe Internetshops. Damit stellt UNITEDLABELS AG europaweit eine große Reichweite her, über die ihre diversen Produkte vertrieben werden. Es ist erklärtes Ziel, diese Strategie weiter zu festigen, am Markt zu behaupten und auszubauen. Anlage 6/ Seite 3 Steuerungssystem Die wichtigste Kennzahl für den Erfolg des UNITEDLABELS Konzerns ist neben dem Umsatz das Betriebsergebnis vor Steuern und Zinsen (EBIT). Zusätzlich werden Liquiditätspläne er- stellt, welche bei Entscheidungsfragen berücksichtigt werden. Jeder Auftrag im Konzern wird auf seinen Ergebnisbeitrag hin bewertet und nur, wenn die Unternehmensvorgaben erfüllt wer- den oder wenn der Auftrag als strategisch wichtig eingestuft wird, wird der Auftrag auch angenommen. Forschung und Entwicklung Forschung und Entwicklung betreibt der UNITEDLABELS Konzern aufgrund seines Geschäftsmodells – wie in der Branche üblich – nicht. 2. Wirtschaftsbericht Rahmenbedingungen Für 2025 wird vom internationalen Währungsfond ein weltweites Wachstum von 3,3 Prozent und für 2026 von ebenfalls 3,3 Prozent erwartet. Die Wachstumsprognose für Deutschland liegt mit 0,3 Prozent weit unter dem globalen Durchschnitt. Die Zentralbanken lockern aufgrund sinkender Inflation die Zinspolitik, um damit die wirtschaftliche Entwicklung zu beleben. Trotz des mittlerweile von der EZB auf 2,5% abgesenkten Leitzinssatzes, belastet der Krieg Russ- lands in der Ukraine weiterhin die Wirtschaftstätigkeit. Die Inflation in der Eurozone wird vo- raussichtlich auf 2,1 Prozent im Jahr 2025 und 2,0 Prozent im Jahr 2026 fallen. Weitere Her- ausforderungen für die Weltwirtschaft betreffen insbesondere die Erholung der privaten Kon- sumausgaben, den Klimawandel sowie fortgesetzte geopolitische Spannungen, unter anderem in Osteuropa und Ostasien, sowie die aufkommenden Handelsstreitigkeiten zwischen der EU und den USA. 1 Die deutsche Wirtschaft war in 2024 ebenfalls nachhaltig von den Auswirkungen des Ukrainekrieges sowie weiterer geopolitischer Spannungen betroffen. Laut Jahreswirtschaftsbericht der Bundesregierung für das Jahr 2025 ging das preisbereinigte 1 https://www.imf .org/en/Publications/WEO/Issues/2025/01/17/world-economic-outlook-update-january-2025 Anlage 6/ Seite 4 Bruttoinlandsprodukt (BIP) in 2024 ggü. Vorjahr um -0,2% zurück und wird sich in 2025 nur leicht auf 0,3% erholen. 1 Die privaten Konsumausgaben stiegen in 2024 preisbereinigt um 0,3%. Für 2025 rechnet die Bundesregierung preisbereinigt mit einem Anstieg der privaten Konsumausgaben in Höhe von 0,5% gegenüber dem Vorjahr. Die realen staatlichen Konsumausgaben stiegen um 2,6% zum Vorjahr und die Bruttoinvestitionen sanken um -2,8%. Die Vorratsbestände in der Wirtschaft sind in 2024 um 0,1% gestiegen. 2 Laut Bundesverband für E-Commerce und Versandhandel Deutschland e.V. (bevh) ist der Brutto-Umsatz mit Waren im deutschen E-Commerce in 2024 erstmals seit 2021 wieder gestie- gen und erreichte 80,6 Mrd. Euro nach 79,7 Mrd. Euro in 2023. Der Anteil des Onlinehandels mit Waren am gesamten Einzelhandel im engeren Sinn (inkl. Lebensmittel, aber ohne Apothe- ken-Umsätze) konnte sich auf nahezu unverändertem Niveau von 10,1 Prozent stabilisieren (2023: 10,2 Prozent). Normalisiert hat sich auch das Umsatzwachstum mit digitalen Dienstleis- tungen nach den teils starken Nachholeffekten der vergangenen Jahre. Bei differenzierter Betrachtung der Entwicklung zeigte sich, dass die Umsatzentwicklung in 15 der 20 betrachteten Warengruppen in 2024 wieder nach oben ging. Die größten Zuwachsraten konnte die Waren- gruppen Medikamente (+6,3%), Lebensmittel (+5,5%) und Tierbedarf (+5,4%) erreichen. Der Bereich Spielwaren stieg mit einem Plus von 4,3% gegenüber Vorjahr ebenfalls deutlich. Die Warengruppe Bekleidung blieb mit einem Zuwachs von 0,1% nahezu auf Vorjahresniveau. Im Verlauf des Jahres 2025 erwarten der bevh und das EHI Retail Institute in einer gemeinsamen Prognose eine Fortführung der Markterholung und ein (nominales) Umsatzwachstum im E- Commerce mit Waren von 2,5 Prozent. 3 In 2024 erfreuten sich insbesondere Spielwaren rund um Lizenzthemen einer wachsenden Beliebtheit. Während der Markt der nicht lizenzierten Produkte um -5% gesunken ist, konnten die Lizenzthemen im Vergleich um +2% wachsen. Dadurch hat sich der Lizenzanteil in Deutschland auf 28% gesteigert. Ein noch nie dagewesener Wert. Neben den großen Lizenzthemen wie Star Wars, Harry Potter, Minecraft, Pokemon oder Paw Patrol, sieht der Handelsverband Spielwaren (BVS) viele weitere Lizenzen mit einer stark 1 https://www.bmwk.de/Redaktion/DE/Artikel/Wirtschaft/Projektionen-der-Bundesregierung/projektionen-der-bundesregierung-jahresprojektion- 2025.html 2 https://www.bmwk.de/Redaktion/DE/Artikel/Wirtschaft/Projektionen-der-Bundesregierung/projektionen-der-bundesregierung-jahresprojektion- 2025.html 3 https://bev h.org/detail/e-commerce-zurueck-auf -wachstumskurs Anlage 6/ Seite 5 gesteigerten Nachfrage. Hier sind es vor allem Gabby´s Dollhouse, Lilo & Stich oder Bluey welche sich durch ein großes Wachstum besonders hervorheben. 1 Mit dem fortgesetzten Ausbau des Vertriebs über Großkunden, Filialisten und den Onlinehandel, der Einführung neuer Marken sowie dem bestehenden Portfolio an klassischen Marken sieht sich die UNITEDLABELS AG diesen Herausforderungen gewachsen. Die anhaltend hohe geopolitische und politische Unsicherheit dürfte das Wirtschaftswachstum im Euroraum belasten und die erwartete Erholung bremsen. Bereits Ende 2024 war das Wachstum etwas schwächer ausgefallen als erwartet. Trotz dieser widrigen Faktoren sind indes die Voraussetzungen dafür gegeben, dass das BIP-Wachstum im Euroraum über den Projektionszeitraum hinweg wieder an Fahrt gewinnt. Steigende Reallöhne und Beschäftigtenzahlen dürften vor dem Hintergrund eines starken Arbeitsmarkts, der sich allerdings abkühlt, eine Erholung stützen, zu der der Konsum nach wie vor einen wesentlichen Wachstumsbeitrag leistet. Die Binnennachfrage sollte auch durch eine Lockerung der Finanzierungsbedingungen gestützt werden, die sich aus den Markterwartungen zur künftigen Zinsentwicklung ergibt. Der Arbeitsmarkt dürfte robust bleiben, wobei die Arbeitslosenquote im Jahr 2025 bei durchschnittlich 6,3 % liegen und 2027 auf 6,2 % sinken sollte. Die durchschnittliche Jahreswachstumsrate des realen BIP wird den Erwartungen zufolge 2025 bei 0,9 % liegen und in den Jahren 2026 und 2027 auf 1,2 % bzw. 1,3 % steigen. Gegenüber den gesamtwirtschaftlichen Projektionen der Experten des Eurosystems vom Dezember 2024 sind die Aussichten für das BIP-Wachstum sowohl für 2025 als auch für 2026 um 0,2 Prozentpunkte nach unten revidiert worden. Für 2027 sind sie unverändert geblieben. 2 Für die UNITEDLABELS AG sind insbesondere die Veränderungen der Konsumnachfrage im Wirtschaftsraum EU sowie die Entwicklungen in den Beschaffungsländern von Relevanz. Die Qualitätsanforderungen, die die UNITEDLABELS AG an sich selbst stellt, aber auch die Ansprüche der Kunden an die Produkte, sind ein wichtiger Faktor, der sich auf den Einkauf der Gesellschaft auswirkt, wie auch der Wechselkurs des Euro zum Dollar. Die Gesellschaft bezieht einen großen Teil ihrer Ware in asiatischen Ländern, in denen überwiegend auf US-Dollarbasis eingekauft wird. Der durchschnittliche Wechselkurs vom Euro zum Dollar betrug im Jahres- schnitt 1,08 Dollar pro Euro. Der Schlusskurs zum Jahresende betrug 1,04 Dollar pro Euro. 1 https://www.bv spielwaren.de/News/Pressemitteilung/Weihnachten-150-Euro-f%C3%BCr-Spielzeug 2 https://www.ecb.europa.eu/press/projections/html/ecb.projections202503_ecbstaff ~106050a4fa.de.html Anlage 6/ Seite 6 Nach wie vor stellt das Textilgeschäft die umsatzstärkste Produktlinie von UNITEDLABELS AG dar. Neue Kollektionen wurden entwickelt und über die Handelspartner sowie im direkten Endkundengeschäft vermarktet. Geschäftsverlauf und Lage des Konzerns sowie nicht finanzielle Leistungsindikatoren Im Geschäftsjahr 2024 ist der Umsatz um 9,5% auf € 22,4 Mio. zurückgegangen. Das EBIT lag mit € 1,1 Mio. um € 0,1 Mio. über Vorjahresniveau. Bedingt durch den russischen Angriffskrieg in der Ukraine und die weltweiten geopolitischen Spannungen war es nicht möglich eine valide Prognose abzugeben. Im Hinblick auf den Jahresüberschuss und unter Berücksichtigung des Auftragsbestandes zum 31. Dezember 2024 für das Jahr 2025 von € 8,5 Mio. beurteilen wir die Entwicklung des Kon- zerns im abgelaufenen Jahr mit gesamtwirtschaftlich schwierigen Rahmenbedingungen als po- sitiv. Der Konzern lag bei Umsatz und EBIT unterhalb der Erwartungen für 2024. Insgesamt hat der Konzern nach drei Jahren mit jeweils zweistelligem Umsatzwachstum im abgelaufenen Geschäftsjahr einen Umsatzrückgang hinnehmen müssen. Die Lieferperformance war unverändert sehr gut. Die diversifizierte Kundenstruktur mit dem Schwerpunkt auf dem Lebensmitteleinzelhandel (LEH) führte zu einer kontinuierlichen und stabilen Umsatzentwicklung. Zum Portfolio gehören weiterhin mehr als 30 Markenrechte. Wie in den Vorjahren wurden ein- zelne Verträge, deren Wirtschaftlichkeit aus der Sicht der Gesellschaft nicht mehr gegeben ist, nicht mehr verlängert. Zu den umsatzmäßig erfolgreichsten Marken des vergangenen Jahres gehören unter anderem „Paw Patrol“, „Disney“, „Peanuts“, und „Grinch“. Auch in 2025 wird die Gesellschaft jede neue Marke auf ihre wirtschaftliche Tragfähigkeit überprüfen und entsprechend entscheiden. Ertragslage Im abgelaufenen Geschäftsjahr ging der Umsatz um 9,5% auf € 22,4 Mio. (Vj. € 24,8 Mio.) zu- rück. Der Umsatz im Großkundenbereich verringerte sich um € 4,0 Mio. (-18,5%) von € 21,4 Mio. auf € 17,4 Mio. Zum Großkundenbereich zählen vor allem große Discounter und Filialisten im Lebensmittel- und Textileinzelhandel. Im Segment Fachhandel (inkl. E-Commerce) stieg der Umsatz, um 46,2% von € 3,4 Mio. auf € 5,0 Mio. Anlage 6/ Seite 7 Von den Gesamtumsätzen erzielte der Konzern € 15,4 Mio. im Inland und € 7,0 Mio. im europäischen Ausland. Für das Geschäftsjahr 2025 erwartet die Gesellschaft im Vergleich zum Vorjahr höhere Retou- ren auf bereits ausgelieferte Ware. Diese Einschätzung führte im Rahmen einer Risikovorsorge zu einer Umsatzminderung von € -3,4 Mio. sowie einer Rohertragsverringerung von € -0,4 Mio. In der Bilanz werden sonstige Vermögenswerte aus zu erwartenden Retouren in Höhe von € 3,2 Mio. und Rückstellungen für Rückzahlungsverpflichtungen aus Retouren von € 3,4 Mio. ausgewiesen. Im Vorjahr wurden für Retouren in Höhe von € 1,2 Mio. berücksichtigt. Der Wareneinsatz im Konzern setzt sich aus dem Materialaufwand sowie den Abschreibun- gen auf Nutzungsrechte zusammen. Für das Geschäftsjahr werden insgesamt € 14,1 Mio. (Vj. € 18,1 Mio.) ausgewiesen. Bezogen auf den Konzernumsatz errechnet sich daraus eine Wa- reneinsatzquote, die von 72,7% auf 62,9% gefallen ist. Folgende Faktoren wirken sich grund- sätzlich auf die Marge aus: die Entwicklung des Dollarkurses zum Euro, die Frachtkosten für Wareneinkäufe aus Übersee, die Qualitätsanforderungen an die Waren sowie das Verhältnis der Umsätze zwischen den beiden Segmenten (Großkunden und Fachhandel). Aufgrund der gesunkenen Wareneinsatzquote im Geschäftsjahr wurde der Rohertrag des Vorjahres um € 1,5 Mio. übertroffen und erreichte € 8,3 Mio. Die sonstigen betrieblichen Erträge betrugen € 0,3 Mio. und resultieren im Wesentlichen aus Ausbuchungen von Verbindlichkeiten, der Auflösung von Rückstellungen, Kursdifferenzen und einem Ertrag aus der Umklassifizierung des Planvermögens im Zusammenhang mit der Pensionsrückstellung. Der Personalaufwand stieg auf € 2,8 Mio. nach € 2,6 Mio. im Vorjahr. Im Durchschnitt beschäf- tigte die Gesellschaft umgerechnet auf Vollzeitarbeitskräfte 36 Mitarbeiter*innen (Vj. 42 Mitar- beiter*innen). Der Umsatz pro Mitarbeiter*in bezogen auf Vollzeitarbeitskräfte stieg von T€ 590 auf T€ 623. Zum Bilanzstichtag waren im Unternehmen 57 Mitarbeiter*innen (38 Mitarbeiter*innen umge- rechnet in Vollzeitarbeitskräfte) beschäftigt, 30% davon in den Bereichen Vertrieb, Einkauf und Design. Der Rückgang entfiel vor allem auf Voll- und Teilzeitbeschäftigte Mitarbeiter*innen in der Hauptverwaltung. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen stiegen von € 3,5 Mio. auf € 4,3 Mio. Die Kosten- steigerung zum Vorjahr ist vornehmlich auf den sehr deutlich gestiegenen E-Commerce-Umsatz Anlage 6/ Seite 8 und diesbezüglich linear verlaufender Verkaufsgebühren der Verkaufsportale zurückzuführen und auf erhöhte Ausgangsfrachten bei der Konzernmuttergesellschaft. Das EBITDA erhöhte sich auf € 1,4 Mio. (Vj. € 1,3 Mio.), dies entspricht einer EBITDA-Marge von 6,3%. Der Anstieg gegenüber dem Vorjahr um € 0,1 Mio. ist trotz rückläufigen Umsatzes auf eine im Umsatzmix bessere Wareneinsatzquote zurückzuführen. Gestiegene und höhere sonstige Vertriebsausgaben haben diesen Effekt teilweise wieder kompensiert. Die Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände (ohne Abschreibungen auf Nutzungsrechte) und Sachanlagen lagen mit € 0,3 Mio. auf Vorjahresniveau. Die Abschreibun- gen auf Nutzungsrechte (Lizenzgebühren) erhöhten sich von € 0,4 Mio. auf € 0,7 Mio., sie werden separat vor dem Rohertrag ausgewiesen. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) stieg auf € 1,1 Mio. (Vj. € 1,0 Mio.), dies ent- spricht einer EBIT-Marge von 5,1%. Ursächlich für die Steigerung war die verbesserte Wareneinsatzquote. Im Finanzergebnis in Höhe von € -0,7 Mio. (Vj. € -0,5 Mio.) werden Finanzierungserträge und -aufwendungen ausgewiesen. Im Posten Ertragsteuern wurde ein Steueraufwand in Höhe von € -0,3 Mio. (Vj. € 0,1 Mio.) ermittelt, der auf aktive latente Steuern (€ -0,2 Mio.) und Ertragssteuern im belgischen Teilkonzern (€ 0,1 Mio.) entfiel. Das Konzernergebnis verringerte sich auf € 0,2 Mio. (Vj. € 0,6 Mio.), was einer Umsatzrendite von 0,7% entspricht. Das Ergebnis je Aktie betrug damit € 0,02 (Vj. € 0,09). Das auf Basis des Rohertrags ermittelte Segmentergebnis im Großkundengeschäft betrug € 4,8 Mio. (Vj. € 4,5 Mio.). Im Segment Fachhandel lag das Ergebnis auf Basis des Rohertrags um € 1,2 Mio. oberhalb des Vorjahres bei € 3,5 Mio. Anlage 6/ Seite 9 Entwicklung in den Tochtergesellschaften Ergebnisse der wichtigsten Tochtergesellschaften: Colombine BVBA, Belgien Elfen Service GmbH, Deutschland House of Trends europe GmbH, Deutschland 2024 2023 2024 2023 2024 2023 T€ T€ T€ T€ T€ T€ Umsätze 3.042 2.677 4.203 2.212 471 113 EBITDA 237 122 504 154 110 189 EBIT 237 122 501 126 110 189 Jahresüberschuss 83 45 500 124 114 193 Vorratsvermögen 0 0 367 131 0 0 Liquide Mittel 10 0 69 0 90 1 8 Verbindlichkeiten ggü. Kreditinstituten 0 0 0 Finanzlage Die Konzernkapitalflussrechnung weist für das Geschäftsjahr einen Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit in Höhe von € 1,6 Mio. (Vj. € 0,8 Mio.) aus. Es wurden Auszahlungen für In- vestitionen von € -0,8 Mio. (Vj. € -0,2 Mio.) getätigt, insbesondere für den Erwerb und die Ver- längerung von Markenrechten. Der Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit betrug € -1,2 Mio. (Vj. € -0,1 Mio.). Damit hat sich der Finanzmittelbestand im Geschäftsjahr um € -0,4 Mio. auf € 0,4 Mio. zum Ende des Geschäftsjahres verringert. Zum Abschlussstichtag 31. Dezember 2024 waren insge- samt € 2,4 Mio. (Vj. € 2,6 Mio.) Forderungen an ein Factoring-Unternehmen verkauft. Hiervon entfielen € 1,9 Mio. auf die UNITEDLABELS AG und € 0,5 Mio. auf die belgische Tochtergesellschaft Colombine BVBA. Der Konzern finanziert sich hauptsächlich über Darlehen, Kredit- und Akkreditivlinien, die den Konzerngesellschaften durch Banken zur Verfügung gestellt werden. Zum Bilanzstichtag beliefen sich die kurzfristigen Bankkredite auf € 0,9 Mio. (Vj. € 0,4 Mio.), die langfristigen Bankdarlehen auf € 0,5 Mio. (Vj. € 0,7 Mio.) und die Akkreditivlinien unverändert auf T€ 750. Daneben besteht ein weiteres langfristiges Darlehen über € 3,3 Mio., das bis zum Jahr 2031 zu tilgen ist, drei Poli- cendarlehen (€ 1,8 Mio.), ein langfristiges Darlehen des Vorstands und einer nahestehenden Gesellschaft (€ 0,0 Mio., Vj. € 0,9 Mio.). Die Darlehen des Vorstands und der nahestehenden Gesellschaft stehen bis zum 31. März 2026 bis zu einer Höhe von € 2,1 Mio. zur Verfügung. Auf Verbindlichkeiten aus Leasingverträgen entfallen € 1,5 Mio., die gemäß IFRS 16 passiviert sind. Anlage 6/ Seite 10 Als Sicherheiten für die bereitgestellten kurzfristigen Bankkreditlinien gelten die freien Forderun- gen der Muttergesellschaft. Zur Besicherung der langfristigen Darlehen einer Bank und eines Investors dienen Grundpfandrechte an dem Logistikcenter in Münster. Die kurzfristigen Kreditli- nien in Höhe von € 1,0 Mio. waren zum Bilanzstichtag in Höhe von € 0,1 Mio. nicht in Anspruch genommen. Vermögenslage Die langfristigen Vermögenswerte belaufen sich auf € 11,3 Mio. (Vj. € 11,4 Mio.). Die immate- riellen Vermögenswerte erhöhten sich um € 0,2 Mio. auf € 4,4 Mio. Darin enthalten, sind wei- terhin Goodwills in Höhe von € 3,1 Mio., dies entspricht 11,6% der Bilanzsumme. Auf Marken- rechte entfallen € 1,3 Mio. und € 3,4 Mio. (Vj. € 3,7 Mio.) entfallen auf Sachanlagen. Die Position der latenten Steuern sank leicht auf € 1,1 Mio. (Vj. € 1,3 Mio.). Die kurzfristigen Vermögenswerte stiegen um € 6,1 Mio. auf € 15,7 Mio. Die Vorräte (ein- schließlich schwimmender Ware) wuchsen auf € 6,3 Mio. gegenüber € 5,0 Mio. im Vorjahr. Die sonstigen Vermögenswerte erhöhten sich auf € 4,9 Mio. gegenüber € 2,3 Mio. im Vorjahr. Der Anstieg der sonstigen Vermögensgegenstände ist mit € 3,2 Mio. auf die Erhöhung der Vermögenswerte auf geschätzten Warenretouren zurückzuführen. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen erhöhten sich stichtagsbezogen auf € 4,1 Mio. gegenüber € 1,6 Mio. im Vorjahr. Das Bankguthaben reduzierte sich von € 0,8 Mio. auf € 0,4 Mio. Insgesamt erhöhte sich die Bilanzsumme auf € 27,0 Mio. (Vj. € 20,9 Mio.). Auf der Passivseite stieg das Eigenkapital um € 0,1 Mio. auf € 2,8 Mio. Die Gesamtzahl der ausgegebenen Aktien beträgt 6.930.000 Stück. Die Eigenkapitalquote reduzierte sich auf 10,3% (Vj. 12,9%). Im Einzelabschluss der UNITEDLABELS AG betrug das Eigenkapital auf € 5,8 Mio. (Vj. € 5,7 Mio.), dies entspricht einer Eigenkapitalquote von 19,5% (Vj. 24,3%). Die langfristigen Schulden stiegen auf € 8,8 Mio. (Vj. € 8,4 Mio.), während die kurzfristigen Schulden sich insgesamt um € 5,5 Mio. auf € 15,4 Mio. erhöhten. Die langfristig gebundenen Vermögenswerte in Höhe von € 11,3 Mio. haben einen Anteil von 42% (Vj. 54%) an der Bilanzsumme. Die kurzfristig gebundenen Vermögenswerte betragen € 15,7 Mio. und haben einen Anteil von 58% (Vj. 46%) an der Bilanzsumme. Die kurzfristigen Vermögenswerte übersteigen die kurzfristigen Schulden um € 0,3 Mio. Dabei ist zu berücksich- Anlage 6/ Seite 11 tigen, dass in den kurzfristigen Schulden Kontokorrentlinien der finanzierenden Banken in Höhe von € 1,0 Mio. enthalten sind, die annahmegemäß langfristig zur Verfügung stehen. Insgesamt liegt die Konzernverschuldung zum 31. Dezember 2024 mit € 24,2 Mio. um € 6,0 Mio. über dem Vorjahr. Nicht finanzielle Leistungsindikatoren Mitarbeiter*innen Zum 31. Dezember 2024 waren 57 Mitarbeiter*innen beschäftigt (Vj. 56). Der durchschnittliche Personalbestand lag bei 52 Mitarbeiter*innen (Vj. 59). Umgerechnet in Vollzeitarbeitskräfte wa- ren zum Ende des Geschäftsjahres 38 Mitarbeiter*innen (Vj. 40). Der umgerechnete durchschnittliche Personalbestand lag bei 36 Mitarbeiter*innen (Vj. 42). Der Konzern ist an keinen Tarif angeschlossen bzw. gebunden. Die Vergütung erfolgt leistungs- und positionsbezogen. Es ist dem UNITEDLABELS Konzern ein besonderes Anliegen, die Mitarbeiter*innen ständig weiterzuentwickeln und den Service für ihre Kunden zu verbessern. Dazu führte der Konzern im abgeschlossenen Geschäftsjahr interne Fortbildungen durch. Zudem hat der Konzern in Deutschland ein Personalentwicklungsprogramm etabliert, um jeden Mitarbeiter*in individuell zu fördern und zu motivieren. Dazu gehören in Deutschland regelmä- ßige Informationsveranstaltungen für alle Mitarbeiter*innen, in denen aktuelle Themen präsen- tiert werden und die Mitarbeiter*innen Gelegenheit bekommen, mit der Geschäftsleitung in Diskussion zu treten. Diversity (Vielfalt) im Personalbereich ist ein priorisiertes Thema und ein Kernelement der HR- Strategie. Der UNITEDLABELS Konzern will die Internationalität weiter ausbauen und auch die Berücksichtigung von Frauen in Führungspositionen forcieren. Der Anteil der Frauen auf der zweiten Führungsebene liegt derzeit bei über 50%. Der Konzern ist weiterhin bemüht, die verstärkte Präsenz von Frauen in Führungspositionen zu fördern. In diesem Zusammenhang verweisen wir auch auf unsere Homepage (http://www.unitedlabels.com/investor-relations/corporate-governance). Anlage 6/ Seite 12 3. Prognose-, Chancen- und Risikobericht Ausblick, Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung Der UNITEDLABELS Konzern versucht jederzeit systematisch, Chancen frühzeitig zu erkennen und zu ergreifen, um das Ergebnis nachhaltig zu verbessern. Dabei müssen gewisse Risiken eingegangen werden, um Chancen bestmöglich nutzen zu können. Die Grundsätze des Risiko- und Chancenmanagements stellen sicher, dass die Geschäftstätigkeit in einem gut kontrollierten Unternehmensumfeld ausgeübt werden kann. Der Konzern wird regelmäßig mit Risiken und Chancen konfrontiert, die sich sowohl positiv als auch negativ auf die Vermögenswerte des Konzerns, den Gewinn, den Cashflow, aber auch auf immaterielle Werte wie die Markenrechte auswirken können. Dabei werden Risiken als das potenzielle Eintreten interner wie externer Ereignisse verstanden, die das Erreichen der kurz- fristigen Ziele oder die Umsetzung der langfristigen Strategie negativ beeinflussen können. Risiken können auch verpasste oder schlecht genutzte Chancen sein. Chancen lassen sich allgemein als interne und externe, strategische und operative Entwicklungen definieren, die sich, wenn sie richtig genutzt werden, positiv auf den Konzern auswirken können. Um die Risi- ken und Chancen zu identifizieren, nutzt der Konzern unterschiedliche Kanäle zur Information. So resultieren Einschätzungen über die relevanten Märkte aus Gesprächen mit unseren Kunden und Lieferanten, aus Informationen aus dem Internet und anderen Medien, aus Messen und auch aus Analysen unserer Wettbewerber. Diese Informationen fließen in das Risikomanagementsystem des Konzerns über quartalsweise Abfragen ein. Die Risiken werden nach Eintrittswahrscheinlichkeit und Höhe des möglichen Schadens bewertet. Im Hinblick auf die Eintrittswahrscheinlichkeit erfolgt eine Einteilung in die folgenden vier Kategorien: unwahr- scheinlich (< 10%), möglich (10% bis <50%), wahrscheinlich (50% bis <75%), hoch wahr- scheinlich (> 75%). Zudem werden die Schadenskategorien (C (< T€ 50), B (T€ 50 bis T€ 300) und A (> T€ 300)) festgelegt, die die Bandbreite des erwarteten Schadens beziffern. Dabei gibt es zum Teil auch Risiken, deren Schäden nicht bezifferbar sind. Auf dieser Basis entscheidet der Vorstand, welche der jeweiligen Risiken akzeptiert oder vermieden und welche Chancen verfolgt werden. In manchen Fällen werden bestimmte Risiken sowie die Verantwortung für die Nutzung von Chancen auf Dritte übertragen (z.B. durch Versicherungen, Outsourcing, Vertriebs- und Einkaufsvereinbarungen). Anlage 6/ Seite 13 Wesentliche Risiken sieht der Konzern insbesondere in den folgenden Bereichen: Marktrisiken • Verschlechterung des Konsumverhaltens in den Märkten des Konzerns bedingt durch geopolitische Unsicherheiten • Intensivierung des Wettbewerbs bei Schlüsselkunden Geschäftsrisiken • Beeinträchtigung von Lieferketten • Steigende Preise, steigende Frachtkosten und längere Lieferzeiten von Lieferanten • Beeinträchtigungen bei Lieferanten, Kunden und des Konzerns durch Cyber-Kriminalität • Verlust von Schlüsselkunden • Verlust wichtiger Markenrechte • Verlust wichtiger Mitarbeiter*innen in Schlüsselpositionen sowie die Gewinnung ausreichend qualifizierter Mitarbeiter*innen • Reputationsrisiken infolge von Verstößen der Lieferanten gegen die Einhaltung von Min- deststandards bei Arbeitszeitregelungen, Mindestlöhnen, Arbeitssicherheit und dem Verbot von Kinderarbeit, für die UNITEDLABELS einen „Code of Conduct“ mit den Lieferanten vereinbart • Abwertung des Geschäfts- oder Firmenwertes bei dauerhaftem Rückgang der Geschäftsaktivitäten Rechtliche Risiken • Verletzung von Schutzrechten durch Dritte oder durch den Konzern • Verletzung von komplexen steuerlichen Sachverhalten Finanzielle Risiken • Offene Forderungen könnten verspätet beglichen werden • Die liquiden Mittel könnten nicht ausreichen, um finanzielle Verpflichtungen zu einem bestimmten Zeitpunkt begleichen zu können • Rücktritt, Wandlung oder Schadensersatzansprüche aufgrund von nicht auftragskonformer Lieferung des Konzerns bzw. des Lieferanten • Wechselkursschwankungen, die nicht zeitnah umgelegt werden können Neben den zuvor dargestellten Risiken werden auch sonstige geschäftsübliche Risiken wie Preisänderungs-, Ausfall-, Zinsrisiken durch ein eigenes Risikomanagementsystem erfasst und Anlage 6/ Seite 14 fortwährend aktualisiert. Unsere hauptsächlichen Risikomanagementziele bestehen in der Sicherung und Überwachung der Margensituation mittels Kalkulationsvorgaben und Dollarsi- cherungen, in einer strikten Kostenüberwachung mittels Budgetkontrollen und in der Liquiditäts- sicherung mittels Planung und Steuerung. Im Wesentlichen beinhaltet das Risikomanagement- system das frühzeitige Erkennen von Risiken, die Beurteilung des Ausmaßes und der Eintrittswahrscheinlichkeit sowie die Einleitung geeigneter Gegenmaßnahmen. Risikoaggregationen sieht die UNITEDLABELS AG in den Bereichen Einkauf und Verkauf, wo Störungen in der Lieferkette sowohl negativ auf der Beschaffungs- als auch der Absatz-Seite auftreten können. Weitere Aggregationen liegen im Bestandsbereich vor, da Kunden-Retouren neben dem negativen Liquiditätseffekt durch erhöhte Kapitalbindung ebenso Ergebnisauswirkungen haben können. Die Tragfähigkeit der vorgenannten Risiken durch das Unternehmen beurteilt die UNITEDLABELS AG auf der Basis ihrer Liquiditäts- und Ergebnisauswirkung. Dabei werden alle liquiditätsbezogenen Risiken bis € 0,5 Mio. als unkritisch für die Risikotragfähigkeit einge- schätzt, selbst wenn sich die Risiken kumulieren sollten. Ergebnisbezogene Risiken bis € 3,0 Mio. werden ebenfalls als unkritisch für die Risikotragfähigkeit eingeschätzt. Als kritische Risi- ken gelten das Liquiditätsrisiko, der Wegfall eines Schlüsselkunden sowie weitere gravierende Auswirkungen auf den Markt, die das Geschäftsmodell der UNITEDLABELS AG insgesamt in Frage stellen. Fähigkeit des Unternehmens zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit Der Jahresabschluss wurde unter dem Grundsatz der Unternehmensfortführung aufgestellt. Auf- grund der möglichen geopolitischen Auswirkungen auf die Lieferketten durch den Konflikt in der Ukraine besteht eine Unsicherheit, dass bestehende Aufträge nicht oder nicht fristgerecht ausge- führt und infolgedessen bestehende Schulden nicht fristgerecht bezahlt werden können. Die UNITEDLABELS AG deckt einen Teil ihres Liquiditätsbedarfs über kurzfristige Bankkonto- korrent- und Akkreditivlinien und die Inanspruchnahme eines Darlehens des Vorstandes und der Facility Management Münster GmbH. Die Bankkreditlinien belaufen sich zum 31. Dezember 2024 auf insgesamt € 1,0 Mio. und wurden zum Bilanzstichtag in Höhe von T€ 928 ausgenutzt. Die Akkreditivlinien beliefen sich unverändert auf T€ 750 und wurden zum Bilanzstichtag in Höhe von T€ 241 genutzt. Es bestehen Umsatzsteuerverbindlichkeiten aus den Erklärungen für die Veranlagungszeiträume 2022 und 2023, die Ende April 2025 T€ 1.809 betragen. Die Gesellschaft hat beim zuständigen Finanzamt die Zahlungen in 12 monatlichen Raten beantragt. Der Antrag wurde abgelehnt. Daraufhin hat die Gesellschaft eine Klage beim Finanzgericht einge- Anlage 6/ Seite 15 reicht. Der Vorstand hat die Umsatzsteuerzahlungen in der Liquiditätsplanung berücksichtigt. Das Darlehen des Vorstandes und der Facility Management Münster GmbH umfasst einen verein- barten Rahmen von bis zu € 2,1 Mio., hiervon wurden zum Bilanzstichtag T€ 19 in Anspruch genommen. Der Vorstand hat die Unternehmens- und Liquiditätsplanung einem Stresstest unter- zogen, um etwaige negative Auswirkungen auf die Liquidität des Konzerns zu analysieren. Auf Basis der Liquiditätsplanung setzt die ungefährdete Fortführung des Konzerns voraus, dass die finanzierenden Banken ihre Kontokorrent- und Akkreditivlinien in vollem Umfang aufrechterhalten, dass das Darlehen des Vorstands und der Facility Management Münster GmbH erforderlichen- falls im vereinbarten Rahmen bereitgestellt wird und dass die für das Geschäftsjahr 2025 bereits vorliegenden Kundenbestellungen ohne wesentliche Beeinträchtigungen bis hin zum Zahlungseingang abgewickelt werden. Die Entwicklung im abgelaufenen Geschäftsjahr 2024 hat gezeigt, dass der Konzern in der Lage ist, die Herausforderungen weitestgehend zu beherrschen. In den vorherigen Abschnitten stellen wir Risiken dar, die aus heutiger Sicht unsere Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage wesentlich negativ beeinflussen könnten. Dies sind nicht notwen- digerweise die einzigen Risiken, denen der Konzern ausgesetzt ist. Weitere Einflüsse, die uns derzeit noch nicht bekannt sind oder die wir noch nicht als wesentlich einschätzen, könnten unsere Geschäftstätigkeit ebenfalls beeinflussen. Gesamtaussage zu Risiken und Chancen Die Risikolage der UNITEDLABELS AG und deren Veränderung gegenüber dem Vorjahr lassen sich wie folgt zusammenfassen: Erhöhte Risiken bestehen grundsätzlich aufgrund der aktuellen geopolitischen, die dazu führen können, dass Kunden ihre Aufträge reduzieren, verschieben, oder stornieren oder Lieferanten nicht in der Lage sind, bestellte Ware rechtzeitig zu liefern. Des Weiteren besteht das Risiko, dass einige Kunden bei bereits ausgelieferten Bestellungen, aufgrund der Kaufzurückhaltung auf Seiten der Endverbraucher von evtl. vertraglich vereinbarten Retourenrechten Gebrauch machen. Weitere Risiken bestehen aus Cyberangriffen auf die IT-Systeme der Unternehmen. Auf Basis des aktuellen Auftragsbestands und der aktuellen Liquiditätsplanung geht der Vor- stand allerdings davon aus, dass der für das Geschäftsjahr 2025 benötigte Liquiditätsbedarf auf Basis der bestehenden Kreditzusagen in ausreichendem Umfang zur Verfügung stehen wird. Positiv auf die Liquidität wird sich voraussichtlich der in der Planung berücksichtigte höhere E- Anlage 6/ Seite 16 Commerce-Umsatz auswirken, der mit deutlich höheren Margen und deutlich kürzeren Zah- lungszielen einhergeht und von dem die UNITEDLABELS AG über die Elfen Service GmbH indirekt profitieren wird. Neue Markenrechte für 2025 haben vor allem die Chancen auf eine Verbesserung des Rohertrags sowie neue Absatzmöglichkeiten dieser Produkte auch im Ausland geschaffen. Im Hinblick auf die Entwicklung und die Ergebnisse des abgelaufenen Geschäftsjahres, sieht sich der Konzern organisatorisch und markttechnisch gut aufgestellt. Diese Beurteilung wird gestützt auf die gute Lieferperformance im Geschäftsjahr 2024, den Schwerpunkt auf Kunden aus dem Lebensmitteleinzelhandel (LEH), der Steigerung des E-Commerce Geschäftes sowie dem hohen Auftragsbestand für das Folgejahr 2025. Prognosebericht Einfluss auf die Entwicklung des Konzerns hat die gesamtwirtschaftliche Entwicklung in Deutschland und dem übrigen Europa. Aktuell ist davon auszugehen, dass die Weltwirtschaft, die Wirtschaft in Deutschland und in Europa weiterhin unter den Folgen des Ukraine-Konflikts und den Handelsbeschränkungen aufgrund des Zollkonfliktes mit den USA leidet. In der Herbstprognose der Europäischen Kommission wird das Wachstum in der EU als auch im Euro- Währungsgebiet für das Jahr 2025 mit 1,5% und 1,3% in der EU prognostiziert. Für 2026 wird von Wachstumsraten von 1,8 % (EU) und 1,6 % (Euro-Währungsgebiet) ausgegangen. 1 Im Textileinzelhandel ist zu Jahresbeginn 2025 ein gutes Orderverhalten zu beobachten, für die zweite Jahreshälfte rechnet der Konzern sogar mit steigenden Umsätzen gegenüber dem Vorjahr. Die Non-Food Verkäufe der Kunden im Lebensmitteleinzelhandel ist ebenfalls gut. Inwiefern sich dies auch bei den Artikeln des Konzerns widerspiegelt, ist in den nächsten Mo- naten zu bewerten. Störungen in der Lieferkette sind derzeit nicht zu erkennen, da ein Großteil der Waren in Indien, Bangladesch und China gefertigt wird. Die längeren Durchlaufzeiten auf- grund der Vermeidung der Durchfahrt durch den Suez-Kanal sind in den Planungen bereits berücksichtigt. Unter diesen Rahmenbedingungen sieht sich der Konzern strategisch und operativ für das laufende Geschäftsjahr 2025 gut aufgestellt. Die Geschäfte im deutschen Großkundenbereich werden auch im Geschäftsjahr 2025 den Großteil der Umsätze der UNITEDLABELS AG ausmachen. Hier sieht der Konzern weiterhin ein großes Wachstums- und Ergebnispotential. An Bedeutung zunehmen wird allerdings in viel größerem Umfang als bisher der Vertrieb der Produkte direkt an Endkunden über die Online- 1 https://germany.representation.ec.europa.eu/news/herbstprognose-2024-allmahliche-erholung-unter-widrigen-bedingungen-2024-11-15-0_de Anlage 6/ Seite 17 Plattformen der Elfen Service GmbH. Die deutlichen Umsatzsteigerungen in den letzten Mona- ten des abgelaufenen Geschäftsjahres und in den ersten Monaten des aktuellen Geschäftsjah- res 2025 zeigen ein immenses Wachstumspotential, das der Konzern umgehend und konsequent nutzen wird. Damit sich die UNITEDLABELS AG auf dem deutschen und europäischen Markt positionieren und Marktanteile ausbauen kann, liegt der Fokus nach wie vor auf qualitativ hochwertigen und sicheren Markenprodukten aus dem Bereich Media/Entertainment, die vom Markt nachgefragt werden. Insbesondere sollen das E-Commerce Geschäft über die Elfen Service GmbH sowie das Großkundengeschäft ausgebaut und intensiviert werden. Dazu plant UNITEDLABELS AG mit dem Tochterunternehmen Elfen Service GmbH den end- kundenorientierten (B2C) E-Commerce-Geschäftsbereich verstärkt mit dem Angebot von eige- nen Produkten des Markenportfolios sowie gezielten Marketingmaßnahmen weiter auszubauen. Insgesamt soll das Markensortiment für den eigenen Endkunden-Auftritt um das komplette Sor- timent der Muttergesellschaft mit Textilien und insbesondere für den E-Commerce entwickelte Markenartikel ergänzt werden. Der Konzern geht von einem weiterhin stark steigenden Umsatz im Endkundengeschäft aus. Gestützt wird diese Annahme durch die Umsatzsteigerung im abgelaufenen Geschäftsjahr, einer vergleichsweise hohen Rohertragsmarge im E-Commerce- Geschäft sowie zahlreichen neuen Marketingmaßnahmen. Um das Risiko weitestgehend zu streuen und sich ergebende Chancen zu nutzen, setzt UNITEDLABELS auf die Gewinnung weiterer umsatz- und ertragsstarker Handelspartner sowie die Sicherung und den Ausbau bestehender Kundenbeziehungen. Die geographischen Schwerpunkte liegen auf Deutschland, Benelux, Großbritannien und Osteuropa. Für die UNITEDLABELS AG steht allerdings weiterhin die Verbesserung des Deutschlandgeschäftes im Mittelpunkt. Dafür wurden neue Markenrechte erworben und der Großkundenvertrieb inten- siviert. Ein stabiler Umsatz in Deutschland bleibt entscheidend für eine weitere Ergebnissteige- rung im Konzern. Auf Basis des bereits vorliegenden Auftragsbestands rechnet der Konzern für das Geschäftsjahr 2025 mit einer leichten Umsatzsteigerung bei einer moderaten Steigerung des EBIT. Je nach Dauer und Ausmaß können sich die wirtschaftlichen Folgen des russischen Angriffskrieges in der Ukraine und der weltweiten aufkommenden Handelskonflikte auf die ge- planten Umsätze und Ergebnisse auswirken. Aufgrund der derzeit bestehenden Unsicherheit lassen sich etwaige Auswirkungen nicht valide prognostizieren. Mit dieser Gesamtplanung sollen bei einer Risikostreuung im Kunden-, Länder- und Marken- portfolio die Wachstumschancen in allen Geschäftsbereichen des Konzerns genutzt werden. Anlage 6/ Seite 18 Dieser Lagebericht enthält Einschätzungen und Wertungen sowie zukunftsbezogene Aussagen, die die gegenwärtigen Ansichten des Managements der UNITEDLABELS AG und ihrer Toch- tergesellschaften hinsichtlich zukünftiger Ereignisse und Erwartungen widerspiegeln. Auch wenn diesen Aussagen, Einschätzungen und Erwartungen gültige Pläne zugrunde liegen, un- terliegen solche Aussagen Risiken und Unsicherheitsfaktoren, die zumeist nur schwierig einzu- schätzen sind und die zudem in der Regel außerhalb der Kontrolle des UNITEDLABELS Kon- zerns liegen. Sollten diese oder andere Risiken und Unsicherheitsfaktoren eintreten oder sollten sich die den Aussagen zugrunde liegenden Annahmen als unrichtig herausstellen, so könnten die tatsächlichen Ergebnisse des UNITEDLABELS Konzerns wesentlich von denjenigen abwei- chen, die in diesen Aussagen, Erwartungen und Einschätzungen sowie Plänen ausgedrückt werden oder sich hieraus ableiten lassen. Der UNITEDLABELS Konzern beabsichtigt nicht, solche Aussagen über zukünftige Ereignisse und Entwicklungen sowie Erwartungen und Ein- schätzungen zu aktualisieren, es sei denn, es besteht eine Pflicht zur Veröffentlichung. Jed- wede Verantwortung und, soweit dies rechtlich zulässig ist, Haftung für derartige Aussagen, Erwartungen oder Einschätzungen und Planungen lehnt der UNITEDLABELS Konzern ab. Vorstehendes gilt entsprechend für Kennzahlen, die in diesem Geschäftsbericht genannt wer- den, die aber nicht Bestandteil handelsrechtlicher Rechnungslegungsvorschriften sind. Solche Kennzahlen können nur bedingt mit den entsprechenden Kennzahlen anderer Unternehmen vergleichbar sein. 4. Risikobericht in Bezug auf Finanzinstrumente Bei der Verwendung von Finanzinstrumenten ist der Konzern den üblichen Risiken, wie Ausfall- risiken, Marktpreisrisiken und Liquiditätsrisiken ausgesetzt. Der Konzern nimmt bei Bedarf und situationsbedingt Devisentermingeschäfte und Devisenoptionsgeschäfte zur Sicherung beste- hender Aufträge vor, bei denen Wechselkursgewinne oder -verluste zum jeweiligen Kassa Kurs entstehen. In 2024 wurden, wie im Vorjahr, keine Devisentermingeschäfte oder Devisenoptio- nen abgeschlossen. Ziel des Konzerns ist es, Risiken zu minimieren, ohne gleichzeitig die ope- rativen Chancen zu beeinträchtigen. Zu den Ausprägungen der Risiken und den Vorkehrungen, die der Konzern trifft, wird auf Punkt 3. dieses Konzernlageberichts verwiesen. Anlage 6/ Seite 19 5. Angaben nach § 315a HGB, 315d HGB und Vergütungsbericht Angaben nach § 315a HGB Das gezeichnete Kapital beträgt zum 31. Dezember 2024 unverändert T€ 6.930 und besteht aus 6,93 Mio. nennbetragslosen Stückaktien, die auf den Inhaber lauten. Jede Aktie gewährt in der Hauptversammlung eine Stimme. Mit allen Aktien sind die gleichen Rechte und Pflichten verbunden. Beschränkungen, die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffen, be- stehen nicht. Aufgrund des Insiderwissens bestehen jedoch für die Organe des Konzerns und entsprechende Mitarbeiter*innen Sperrfristen im Zusammenhang mit den Veröffentlichungen der Quartals- und Jahresergebnisse. Beschränkungen des Stimmrechts können ferner aufgrund von Vorschriften des Aktiengesetzes, etwa gemäß § 136 AktG oder für eigene Aktien gemäß § 71b AktG, bestehen. Der Vorstand Peter Boder hat am 07. Februar 2025 gemäß § 160 Abs. 1 Nr. 8 AktG mitgeteilt, dass von ihm und der ihm nahestehenden Facility Management Münster GmbH insgesamt 2.488.419 Aktien der Gesellschaft (35,9%) gehalten werden. Gegenüber dem Vorjahr sind im Geschäftsjahr 2024 von der Herrn Boder nahestehenden Facility Management GmbH 42.468 Stückaktien gekauft worden. Aktienverkäufe von Herrn Boder oder der Facility Management Münster GmbH gab es im Geschäftsjahr 2024 nicht. Weitere Beteiligungen am Grundkapital, die mehr als 10% der Stimmrechte überschreiten, sind der Gesellschaft nicht bekannt. Der Vor- stand der UNITEDLABELS AG besteht derzeit aus einer Person. Die Bestimmung der Anzahl der Vorstandsmitglieder sowie ihre Bestellung und Abberufung erfolgt durch den Aufsichtsrat gemäß § 5 der Satzung und § 84 AktG. Der Aufsichtsrat ist zudem laut Satzung ermächtigt, Änderungen der Satzung zu beschließen, die nur deren Fassung betreffen. In allen anderen Fällen beschließt die Hauptversammlung über Satzungsänderungen. Die wesentlichen Vereinbarungen der UNITEDLABELS AG, die unter der Bedingung eines Kontrollwechsels (Change of Control) stehen könnten, betreffen Kredit-, Lizenz- und Kunden- verträge. Bei Kredit- und Kundenverträgen sind jedoch keine expliziten Vereinbarungen ge- troffen worden. Einige Lizenzverträge beinhalten eine Zustimmungsklausel. Mit den Arbeit- nehmern bestehen ebenfalls keine Vereinbarungen über Entschädigungsleistungen für den Fall eines Übernahmeangebots. Mit dem Vorstand ist vereinbart worden, dass bei der Beendigung der Vorstandstätigkeit infolge eines Kontrollwechsels die Abfindung 150% von zwei Jahresvergütungen nicht überschreiten darf. Anlage 6/ Seite 20 Erklärung zur Unternehmensführung gemäß § 315d HGB Die Konzernerklärung zur Unternehmensführung gemäß § 315d HGB wurde auf der Internetseite von UNITEDLABELS AG unter http://www.unitedlabels.com/investorrelations/corporate-governance öffentlich zugänglich gemacht. Vergütungssysteme der Gesellschaftsorgane Für das Geschäftsjahr 2024 erstellt der Konzern, den gesetzlichen Vorgaben entsprechend, einen eigenständigen Vergütungsbericht gemäß §162 AktG für Vorstand und Aufsichtsrat. Der Bericht wird der ordentlichen Hauptversammlung im Geschäftsjahr 2025 zur Erörterung vorge- legt. Er informiert ausführlich über die Ausgestaltung des von der Hauptversammlung im Juni 2021 gebilligten Vergütungssystems für den Vorstand gem. §87a AktG und enthält alle erfor- derlichen Angaben zur Vergütung des Aufsichtsrats. Der Vergütungsbericht für das Geschäfts- jahr 2024, den Vermerk des Abschlussprüfers über die formelle Prüfung des Vergütungsbe- richts, das geltende Vergütungssystem für die Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats sowie die letzten Beschlussfassungen der Hauptversammlung über das Vergütungssystem sind auf der Internetseite der UNITEDLABELS AG zugänglich unter https://www.unitedlabels.com/investor-relations/verguetungssysteme-und-verguetungsberichte/. Internes Kontroll- und Risikomanagementsystem Der UNITEDLABELS Konzern verfügt über ein internes Kontroll- und Risikomanagementsystem im Hinblick auf den (Konzern-) Rechnungslegungsprozess, in dem geeignete und angemes- sene Strukturen sowie Prozesse definiert und in der Organisation umgesetzt sind. Dies ist so konzipiert, dass eine zeitnahe, einheitliche und korrekte buchhalterische Erfassung aller ge- schäftlichen Prozesse bzw. Transaktionen gewährleistet ist. Es stellt die Einhaltung der gesetz- lichen Normen und der Rechnungslegungsvorschriften zur Rechnungslegung sicher, die für alle in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen verbindlich ist. Änderungen der Gesetze, Rechnungslegungsstandards und andere Verlautbarungen werden fortlaufend bezüglich der Relevanz und Auswirkungen auf den Konzernabschluss analysiert und die daraus resultieren- den Änderungen in die konzerninternen Richtlinien und Systeme eingefügt. Grundlage des in- ternen Kontrollsystems sind neben definierten Kontrollmechanismen, z.B. systematische und manuelle Abstimmprozesse, die Trennung von Funktionen sowie die Einhaltung von Richtlinien und Arbeitsanweisungen. Die Steuerung des Prozesses der Rechnungslegung erfolgt im UNITEDLABELS Konzern durch den Bereich Treasury und Controlling. Treasury und Control- ling prüfen und kontrollieren auch die Zuverlässigkeit des Rechnungswesens der in- und aus- ländischen Gesellschaften. Dabei werden insbesondere folgende Aspekte berücksichtigt: Anlage 6/ Seite 21 - Einhaltung der gesetzlichen Auflagen sowie von Vorstandsdirektiven, sonstigen Richtlinien und internen Anweisungen, - Formelle und materielle Ordnungsmäßigkeit der Rechnungslegung und der darauf aufbauenden Berichterstattung, - Funktionsfähigkeit und Wirksamkeit interner Kontrollsysteme zur Vermeidung von Vermögensverlusten, - Ordnungsmäßigkeit der Aufgabenerfüllung und Einhaltung wirtschaftlicher Grundsätze. Grundsätzlich ist jedoch zu berücksichtigen, dass ein internes Kontrollsystem, unabhängig von der Ausgestaltung, keine absolute Sicherheit liefert, dass wesentliche Fehlaussagen in der Rechnungslegung vermieden oder aufgedeckt werden. Anlage 6/ Seite 22 6. Erklärung nach § 312 AktG Das Vorstandsmitglied der UNITEDLABELS AG, Herr Peter Boder, hält neben seiner Beteili- gung in Höhe von 35,9% an der UNITEDLABELS AG 100% der Anteile an der Facility Ma- nagement Münster GmbH. Die Facility Management Münster GmbH steht mit der United Labels AG in Geschäftsbeziehung. Weiterhin bestehen Geschäftsbeziehungen zwischen Herrn Boder und der UNITEDLABELS AG direkt. Gemäß § 312 AktG erstattet der Vorstand einen Bericht über die Beziehung der UNITEDLABELS AG zu verbundenen Unternehmen, der mit folgender Erklärung schließt: "Der Vorstand erklärt, dass die UNITEDLABELS AG nach den Umständen, die diesem zum Zeitpunkt bekannt waren, in dem das Rechtsgeschäft vorgenommen wurde, bei jedem Rechts- geschäft eine angemessene Gegenleistung erhalten hat. Berichtspflichtige Maßnahmen haben im Berichtsjahr nicht vorgelegen." Münster, den 29. April 2025 UNITEDLABELS AG Vorstand gez. Peter Boder Anlage 6/Seite 23 Versicherung der gesetzlichen Vertreter Ich versichere nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungs- grundsätzen der Konzernabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im Konzernlagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns beschrieben sind. Münster, den 29. April 2025 UNITEDLABELS AG Vorstand gez. Peter Boder