02 ZUSAMMENGEFASSTER LAGEBERICHT 42 WESTWING GROUP SE 1. Grundlagen des Konzerns 44 1.1 Geschäftstätigkeit 44 1.2 Konzernstruktur 45 1.3 System zur Leistungsmessung 45 1.4 Forschung und Entwicklung 46 2. Wirtschaftsbericht 47 2.1 Gesamtwirtschaftliche Lage und branchenspezifisches Umfeld 47 2.2 Geschäftsentwicklung 48 2.2.1 Ertragslage 50 2.2.2 Finanzlage 54 2.2.3 Vermögenslage 55 3. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter 56 4. Nicht-finanzielle Konzernerklärung 56 5. Nachtragsbericht 87 6. Risiko- und Chancenbericht 87 6.1 Risikomanagementsystem 87 6.2 Internes Kontrollsystem der Finanzberichterstattung 88 6.3 Risikomethodik 88 6.4 Wesentliche Merkmale des Internen Kontroll- und Risikomanagementsystems 89 6.5 Risikobericht 90 6.5.1 Strategische Risiken 90 6.5.2 IT-Risiken 91 6.6 Risiko mit geringer Wahrscheinlichkeit, aber großer Auswirkung 92 6.7 Veränderungen der Risikosituation 92 6.8 Chancenbericht 92 7. Ausblick 94 7.1 Erwartete Entwicklung der gesamtwirtschaftlichen und branchenspezifischen Rahmenbedingungen 94 7.2 Erwartete Entwicklung des Westwing-Konzerns 94 8. Ergänzender Lagebericht der Westwing Group SE (nach dem Handelsgesetzbuch – HGB) 95 8.1 Ertragslage der Westwing Group SE 95 8.2 Finanzlage der Westwing Group SE 96 8.3 Vermögenslage der Westwing Group SE 97 8.4 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Westwing Group SE 98 8.5 Risiken und Chancen der Westwing Group SE 99 8.6 Ausblick für die Westwing Group SE 99 9. Sonstige Angaben 99 9.1 Erklärung zur Unternehmensführung 99 9.2 Übernahmerechtliche Angaben 100 GESCHÄFTSBERICHT 2023 43 1. GRUNDLAGEN DES KONZERNS Der Westwing-Konzern mit der Westwing Group SE als Mutterunternehmen (kurz: „Westwing“ oder „Konzern“) ist als Marke und Plattform im Bereich Home & Living E-Commerce in Europa tätig. Westwing wurde 2011 gegründet und bietet seinen Kunden Produkte in verschiedenen Home & Living- Kategorien wie Textilien, Möbel, Leuchten, Küchenausstattung und Dekoration an. Das Sortiment von Westwing besteht aus Private-Label-Produkten unter der eigenen Marke „Westwing Collection“ sowie Produkten von anderen Premiumherstellern. 1.1 Geschäftstätigkeit Westwing ist eine europäische Premium-E-Commerce-Marke für Home & Living, die ihre Kunden mit dem Slogan „Live Beautiful“ inspirieren möchte. Das Unternehmen verfolgt das Ziel, die One-Stop- Destination für Home & Living zu sein, mit einem kuratierten Produktsortiment der Eigenmarke „West- wing Collection“, Premium-Drittmarken sowie häufig aktualisierten, attraktiven Inhaltsangeboten und täglichen Shopping-Themen. Seit der Gründung von Westwing ist es unsere Strategie, unsere Kunden mit einem täglichen Einrichtungsmagazin zu inspirieren, das es ihnen ermöglicht, ihre Lieblingspro- dukte für Home & Living zu entdecken und sofort zu kaufen. Wir bieten unseren Kunden Home & Living Kategorien wie Textilien, Möbel, Leuchten, Küchenaccessoires und Dekoration und decken damit alle Bedürfnisse rund um Home & Living ab. Unser wichtigster Verkaufskanal ist unser Online-Shop. Wir bieten eine ständige Auswahl unserer Westwing Collection und anderer Premiummarkenpartner. Mit einem breit gefächerten Sortiment über Kategorien, Stile und Marken hinweg decken wir die meisten Aspekte des Wohnens ab. Darüber hinaus bieten wir Club-Sales an, bei denen wir Inspiration und Shopping in täglichen Themen kombinieren und diese jeden Morgen mit einem Newsletter ankündigen. Die von uns ausgewählten Marken und Produkte entsprechen unserem Ziel, uns von der Masse abzuheben, während die Präsen- tation unseres Angebots unsere Markenidentität unterstreicht. Um bestehende Kunden zu binden und neue Kunden neugierig zu machen, identifizieren wir kontinuierlich neue Trends, gewinnen Partner- schaften mit bedeutenden Marken und bieten überzeugende Preise. Die Westwing Collection ist unsere exklusive Eigenmarke. Sie steht für unser Engagement für geho- bene Designstandards und die Herstellung von Premiumprodukten, die Ästhetik und Funktionalität sowie Nachhaltigkeit verbinden. Unsere Auswahl an Premiummarken von Drittanbietern bietet große Vielfalt. In unserem Partnerport- folio mischen wir erfolgreich führende Einrichtungsmarken mit aufstrebenden Nischenmarken. Zeitlose Designklassiker finden sich neben den neuesten Trendsetter-Produkten. Westwing zielt auf einen hochattraktiven Markt ab, der in den Ländern, in denen wir tätig sind, ein Volumen von etwa EUR 130 Mrd.ꢀumfasst.1 Unser Geschäftsmodell stützt sich auf eine hohe Kunden- treue: 80ꢀ% der Bestellungen stammen von Bestandskunden. Unsere Geschäftsaktivitäten folgen der Mission unseres Unternehmens: „Live Beautiful“. Im Jahr 2023 belief sich unser Bruttowarenvolumen (GMV, siehe auch Abschnitt 1.3 dieses zusammen- gefassten Lageberichts) auf EUR 481ꢀMio. Davon entfielen 40ꢀ% auf Möbel, 16ꢀ% auf Textilien und Teppiche, 10ꢀ% auf Küchen und Dining, 10ꢀ% auf Leuchten und 24ꢀ% auf sonstige Produkte. Der Anteil unserer Westwing Collection am GMV stieg im Gesamtjahr 2023 auf 47ꢀ% (2022: 41ꢀ%) und lag im vier- ten Quartal ebenfalls bei 47ꢀ% (Q4 2022: 44ꢀ%). Unser strategisches Ziel ist es, diesen Anteil auf 50ꢀ%+ des GMV zu erhöhen. 1 Euromonitor (30. Mai 2022). 44 WESTWING GROUP SE 1.2 Konzernstruktur An der Spitze des Konzerns steht unsere Holdinggesellschaft, die Westwing Group SE, eine Euro- päische Aktiengesellschaft, eingetragen im Handelsregister des Amtsgerichts Berlin unter der Nummer HRB 239114 B. Der Sitz der Gesellschaft befindet sich in der Moosacher Straße 88, 80809 München, Deutschland.Westwing ist am regulierten Markt der FrankfurterWertpapierbörse (Prime Standard) notiert. Zum 31. Dezember 2023 wurden 21 Unternehmen in den Konzernabschluss des Westwing-Konzerns einbezogen, davon sind neun Gesellschaften nicht operativ tätig. Die in Bezug auf die Umsatzerlöse wichtigste Tochtergesellschaft ist die in Deutschland ansässige Westwing GmbH, die auch einen Teil unseres internationalen Geschäfts abdeckt. 1.3 System zur Leistungsmessung Westwing betreibt das operative Geschäft über die beiden Segmente „DACH“ und „International“ unter Verwendung der wichtigsten Leistungsindikatoren Umsatz, Umsatzwachstum, bereinigtes EBITDA und bereinigte EBITDA-Marge. Das DACH Segment umfasst die Länder Deutschland, Schweiz und Öster- reich. Das Internationale Segment besteht aus Spanien, Italien, Frankreich, Polen, der Tschechischen Republik, der Slowakischen Republik, Belgien und den Niederlanden. Wir definieren das EBITDA als Gesamtergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) zuzüglich Abschreibungen und Wertminderungen. Das bereinigte EBITDA wird berechnet, indem diese Zahl um die Aufwendungen für anteilsbasierte Vergütungsaufwendungen sowie wesentliche Restrukturierungseffekte bereinigt wird. Diese Kennzahl ist eine Leistungskennzahl für das operative Geschäft des Unternehmens. Die bereinigte EBITDA-Marge ist definiert als das bereinigte EBITDA, ausgedrückt als Prozentsatz des Umsatzes. Im Jahr 2023 bereinigte Westwing sein EBITDA um einen Teil der Restrukturierungsaufwendungen, die sich aus dem Strategiewechsel in Bezug auf die Technologieplattform des Konzerns ergeben. Die geplante Auslagerung der Softwareentwicklung für Front-End- und Back-End-Lösungen führte zu einer Auflösung der aktivierten Kosten in Höhe von EUR 3,9ꢀMio. Darüber hinaus wurden aufgrund dieser Umstrukturierung Abfindungen in Höhe von EUR 0,2ꢀMio. ausgeschlossen. Diese Anpassungen stehen im Einklang mit den Korrekturen der letzten Jahre, da Westwing größere Restrukturierungs- programme stets bereinigt hat. Außerdem haben wir die Verschiebung der Herstellungskosten und Fulfillmentkosten, die sich aus der erstmaligen Aktivierung von Wareneingangskosten in den Vorräten zum 31. Dezember 2021 ergab, in der bereinigten Gewinn-und-Verlust-Rechnung rückgängig gemacht, da das Management bei der Analyse der Aufwandszeilen dem früheren Ansatz folgt. Dies hat keine Auswirkungen auf das bereinigte EBITDA. Im Jahr 2022 bereinigte Westwing sein EBITDA ebenfalls um einmalige Abfindungszahlungen für Restrukturierungsmaßnahmen in Höhe von EUR 5,7ꢀMio., da die Kostenbasis des Unternehmens das schwierige Marktumfeld nicht widerspiegelte. Zusätzlich zu unseren bedeutendsten Leistungsindikatoren Umsatz, Umsatzwachstum, bereinigtes EBITDA und bereinigte EBITDA-Marge werden dem Management weitere sowohl finanzielle als auch nicht-finanzielle Leistungsindikatoren berichtet, unter anderem folgende: • Bruttowarenvolumen (GMVꢀ–ꢀGross Merchandise Volume): der Produktwert aller gültigen Bestellungen für einen entsprechenden Zeitraum ohne fehlgeschlagene und stornierte Bestellungen und abzüglich der künftigen prognostizierten Stornierungen. Künftige prognostizierte Stornierungen werden auf Grundlage der historischen Entwicklung geschätzt, ungeachtet von Rücksendungen. • Westwing-Collection-Anteil: der Westwing-Collection-Anteil am Bruttowarenvolumen in Prozent des gesamten Bruttowarenvolumens. GESCHÄFTSBERICHT 2023 45 • Anzahl der Bestellungen: definiert als Gesamtzahl der gültigen Bestellungen innerhalb der zwölf Monate vor Ende des Berichtszeitraums, ungeachtet von Rücksendungen. • Durchschnittlicher Warenkorb: definiert als Bruttowarenvolumen für den entsprechenden Zeitraum geteilt durch die Gesamtzahl der Bestellungen für denselben Zeitraum. • Aktive Kunden: definiert als Kunden, die in den zwölf Monaten vor Ende des entsprechenden Zeit- raums mindestens eine gültige Bestellung aufgegeben haben, ungeachtet von Rücksendungen. • Durchschnittliche Bestellungen pro aktivem Kunden in den letzten zwölf Monaten: definiert als die Gesamtzahl der Bestellungen in den letzten zwölf Monaten vor dem entsprechenden Stichtag geteilt durch die Anzahl der aktiven Kunden zum Ende des entsprechenden Zeitraums. • Durchschnittliches Bruttowarenvolumen pro aktivem Kunden in den letzten zwölf Monaten: definiert als Bruttowarenvolumen in den letzten zwölf Monaten vor dem entsprechenden Stichtag geteilt durch die Anzahl der aktiven Kunden zum Ende des entsprechenden Zeitraums. • Anteil der Visits über mobile Endgeräte: definiert als der prozentuale Anteil an Site-Visits über mobile Endgeräte gegenüber den gesamten Site-Visits. • Deckungsbeitragsmarge: definiert als die Marge des gesamten Bruttoergebnisses abzüglich der Fulfillmentkosten in Prozent vom Umsatz. • Free Cashflow: definiert als die Summe aus dem Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit und dem Cashflow aus Investitionstätigkeit. 1.4 Forschung und Entwicklung Seit der Gründung investiert Westwing fortlaufend in Software und entwickelt diese weiter, um den wachsenden internen und externen geschäftlichen Anforderungen zu genügen. Um die Software- architektur instand halten zu können, verfügt Westwing über ein internes Technologieteam, das alle Länder zentral unterstützt. Im November 2023 hat der Vorstand von Westwing beschlossen, ein Trans- formationsprojekt zu starten, das Westwing im Jahr 2024 von seiner proprietären E-Commerce- Technologieplattform auf eine Software-as-a-Service (SaaS)-Plattform umstellen soll. Die Migration umfasst alle Funktionalitäten der Plattform, die kein Potenzial für eine klare Differenzierung im Markt bieten. Dadurch wird Westwing flexibler und noch effizienter und verbessert zudem das Kundenerlebnis. Durch die Auslagerung von Teilen der Front-End- und Back-End-Software an SaaS-Anbieter kann Westwing dynamischer agieren und gleichzeitig erhebliche Kosteneinsparungen erzielen. Dieser Stra- tegiewechsel führte im Jahr 2023 zur Ausbuchung von aktivierten Eigenleistungen für zu ersetzende Software in Höhe von EUR 3,9ꢀMio. und EUR 0,5ꢀMio. höheren Abschreibungen aufgrund der verkürz- ten Nutzungsdauer der verbleibenden zugehörigen Software. Zum Jahresende 2023 bestand das Technologieteam aus 169 Mitarbeitern (31. Dezember 2022: 229 Mitarbeiter). Die Aktivierung von Entwicklungskosten erfolgt gemäß IAS 38 und HGB. Der Nettobuchwert der imma- teriellen Vermögenswerte, der sich aus der Aktivierung selbst erstellter Software ergibt, verringerte sich im Geschäftsjahr 2023 um EUR 3,9ꢀMio. auf insgesamt EUR 19,2ꢀMio. In Übereinstimmung mit der oben beschriebenen Entscheidung machten die aktivierten Entwicklungskosten im Jahr 2023 rund 12ꢀ% der gesamten Technologiekosten aus (2022: 26ꢀ%). Die Abschreibungen auf aktivierte Entwick- lungskosten beliefen sich im gleichen Zeitraum auf EUR 6,5ꢀMio. (2022: EUR 5,0ꢀMio.), während die Wertminderungsaufwendungen EUR 0,0ꢀMio. (2022: EUR 0,7ꢀMio.) betrugen. 46 WESTWING GROUP SE 2. WIRTSCHAFTSBERICHT 2.1 Gesamtwirtschaftliche Lage und branchenspezifisches Umfeld Westwing ist auf dem Home & Living E-Commerce-Markt in elf europäischen Ländern tätig. Der Umsatz und die Rentabilität des Konzerns hängen von den Bedingungen auf diesen Märkten und dem Potenzial ab, das sie bieten. Zu den relevanten Faktoren gehören die makroökonomische Entwicklung, die allge- meinen Bedingungen auf dem Home & Living Markt und die Aussichten für den E-Commerce (ein- schließlich mobiler Kanäle). Im Jahr 2023 blieb die globale Wirtschaftslage instabil und herausfordernd; sie wurde von mehreren Störfaktoren beeinflusst. Geopolitisch belasten der anhaltende Krieg zwischen Russland und der Ukraine sowie die eskalierende Situation im Nahen Osten den Weltmarkt. Darüber hinaus stellten die Nachwirkungen der COVID-19-Pandemie und die anhaltende Krise in Bezug auf die Lebenshaltungs- kosten, die durch die höchsten Inflationsraten seit Jahrzehnten ausgelöst wurde, eine anhaltende Herausforderung für das Konsumklima dar. Gleichzeitig hat die Umsetzung einer restriktiveren Geld- politik, die zur Eindämmung der hohen Inflationsraten notwendig wurde, das Wirtschaftswachstum in vielen Sektoren beeinträchtigt. Im Vergleich zum Vorjahr 2022 verlangsamte sich die globale Verbraucherpreisinflation etwas, blieb aber mit 6,8ꢀ% (2022: 8,7ꢀ%) auf einem hohen Niveau. Die Verbraucherpreise in den fortgeschrittenen Volkswirtschaften stiegen moderat um 4,6ꢀ% (2022: 7,3ꢀ%).ꢀ2 Es wird erwartet, dass sich das globale BIP-Wachstum weiter verlangsamt hat und im Jahr 2023 mit einer Gesamtrate von 3,1ꢀ% sogar unter dem Vorjahreswachstum liegt (2022: 3,5ꢀ%). Das BIP-Wachstum im Euroraum dürfte 2023 mit einer Rate von nur 0,5ꢀ% unter diesem Durchschnitt liegen (2022: 3,4ꢀ%). Für Deutschland, den größten Markt von Westwing, prognostizierte der Internationale Währungsfonds (IWF) sogar eine Rezession mit einem Wachstum von –ꢀ0,3ꢀ% im Jahr 2023 (2022: 1,8ꢀ%).ꢀ3 Vor allem die deutliche Schwäche der zinssensiblen Branchen und die geringere Nachfrage der Handelspartner waren die Gründe für diese unterdurchschnittliche Entwicklung.ꢀ4 Die oben beschriebenen makroökonomischen Faktoren führten zu einem herausfordernden Jahr 2023 für den Gesamtmarkt Home & Living sowie für das Online-Segment. Insbesondere die hohen Inflations- raten und die daraus resultierende Verunsicherung sorgten für eine anhaltend schwache Konsumstim- mung. Da zudem fast alle COVID-19-Beschränkungen im Jahr 2023 aufgehoben wurden, musste der Online-Einzelhandel wieder mit den Offline-Einkaufsaktivitäten konkurrieren, da die Verbraucher zu ihren Einkaufsgewohnheiten aus der Zeit vor COVID zurückkehrten. In Deutschland, unserem größten Markt, reduzierte sich der Bruttowarenumsatz im E-Commerce um 11,8ꢀ% auf EUR 80 Mrd., nach EUR 90 Mrd. im Jahr 2022.ꢀ5 GESAMTBEURTEILUNG DES WIRTSCHAFTLICHEN UMFELDS DURCH DEN VORSTAND 2023 war ein Jahr, für das Westwing die gesamtwirtschaftliche Entwicklung deutlich besser einge- schätzt hatte als 2022. Der Krieg in der Ukraine und die schwierige Situation im Nahen Osten sowie die immer noch hohen Energie- und Verbraucherpreise führten zu einer anhaltend schwachen Verbraucherstimmung in Bezug auf Home & Living. Da dies unseren Erwartungen entsprach, schloss das Unternehmen das Jahr im Einklang mit unserer Umsatzprognose und hinsichtlich des bereinigten EBITDA sogar über den Erwartungen ab. 2 Internationaler Währungsfonds: World Economic Outlook Datenbasis Januar 2024; S.6. 3 Internationaler Währungsfonds: World Economic Outlook Datenbasis Januar 2024; S.6. 4 Internationaler Währungsfonds: World Economic Outlook Datenbasis Oktober 2023; S.14. 5 https://bevh.org/detail/umsaetze-im-e-commerce-erreichen-talsohle GESCHÄFTSBERICHT 2023 47 Da der Home & Living Markt im Bereich E-Commerce noch in seinen Kinderschuhen steckt, sehen wir für die Zukunft ein großes Potenzial und erhebliche Wachstumschancen. Wir gehen davon aus, dass die Attraktivität des Online-Shoppings anhalten wird und dass das derzeit schwierige Marktumfeld zumin- dest mittelfristig überwunden werden kann. Mit Westwings mehr als zehnjähriger Erfahrung im Bereich E-Commerce sind wir in einer hervorragenden Position, um durch diese anspruchsvollen Zeiten zu navigieren. Wir sind zuversichtlich und optimistisch, alle aktuellen Herausforderungen zu meistern und unsere Erfolgsgeschichte auch in den kommenden Jahren fortzusetzen. 2.2 Geschäftsentwicklungꢀ6 Im Jahr 2023 wurde unser Geschäft durch die anhaltend schlechte Verbraucherstimmung im Bereich Home & Living sowie durch makroökonomische Unsicherheiten beeinträchtigt. Wir hatten dies voraus- gesehen und entsprechend geplant. Wir schlossen das Jahr mit einem Umsatz von EUR 429ꢀMio. (2022: EUR 431ꢀMio.) – und damit auf dem Niveau des Vorjahres – sowie einer bereinigten EBITDA-Marge von 4,1ꢀ% (2022: –ꢀ1,0ꢀ%) ab. Wir haben im Laufe des Jahres eine Verbesserung der Margenentwicklung gesehen, infolgedessen wir unsere ursprüngliche Prognose für das bereinigte EBITDA im November 2023 angehoben haben. Wir haben unsere ursprüngliche Kapitalmarktprognose in der oberen Hälfte des Umsatzes erreicht und das Jahr auch am oberen Ende unserer revidierten Spanne für das bereinigte EBITDA abgeschlossen. Bereinigte Datum Umsatz Umsatzwachstum Bereinigtes EBITDA EBITDA-Marge EUR 390ꢀMio. – EUR 4ꢀMio. – 30. März 2023 (original) EUR 440ꢀMio. –ꢀ9ꢀ% bis +2ꢀ% EUR 13ꢀMio. 1ꢀ% bis 2ꢀ% EUR 390ꢀMio. – EUR 13ꢀMio. – 9. November 2023 (revidiert) EUR 440ꢀMio. –ꢀ9ꢀ% bis +2ꢀ% EUR 19ꢀMio. 3ꢀ% bis 4ꢀ% Ergebnis Geschäftsjahr 2023 EUR 428,6ꢀMio. –ꢀ0,5ꢀ% EUR 17,8ꢀMio. 4,1ꢀ% Das DACH Segment erwirtschaftete einen Umsatz von EUR 236,5ꢀMio. (–ꢀ2,4ꢀ% gegenüber dem Vorjahr) und ein bereinigtes EBITDA von EUR 16,1ꢀMio. (2022: EUR 7,9ꢀMio.), während der Umsatz in unserem Inter- nationalen Segment EUR 192,1ꢀMio. (+2,0ꢀ% gegenüber dem Vorjahr) und das bereinigte EBITDA EUR 2,1ꢀMio. (2022: EUR –ꢀ11,2ꢀMio.) betrug. Für weitere Details verweisen wir auf die Segmentergebnisse. Die folgenden wichtigen Themen waren für den Geschäftsverlauf des Unternehmens im Jahr 2023 relevant: Anhaltend schwierige Weltwirtschaftslage Der andauernde Krieg in der Ukraine und die eskalierende Situation im Nahen Osten beeinträchtigten den Weltmarkt. Die Inflationsraten gingen zurück, jedoch blieben die Preise auf hohem Niveau. Dies führte, auch bedingt durch eine geringere Kaufkraft, zu einerkonstant schlechtenVerbraucherstimmung in Bezug auf den Home & Living Bereich. Dennoch gelang es uns, unsere Umsätze stabil zu halten und gleichzeitig unsere Margen zu verbessern. Implementierung von OneWestwing Westwing ist vollständig im Plan, den Shop (permanentes Sortiment) und die Club-Sales (tägliche Themen) unter einer einzigen Domain zu integrieren. OneCart und OneCheckout sind im Jahr 2023 für DACH-Kunden live gegangen. Weitere Länder werden im Jahr 2024 folgen. Wir sind davon überzeugt, dass dieser Schritt ein besseres und intuitiveres Kundenerlebnis schafft, welches wiederum zu einer höheren Conversion und einem höheren GMV sowie zu erhöhtem Traffic in Bezug auf die Westwing Collection führt. Dies wird letztendlich das Wachstum und die Profitabilität steigern. 6 Alle Erklärungen und Zahlen in Bezug auf die Entwicklung in einzelnen Quartalen sind ungeprüft. 48 WESTWING GROUP SE Erweiterung der Westwing Collection Unsere intern entwickelten Produkte ermöglichen es uns, ein umfassendes Sortiment auf unserer Website zu präsentieren, das sowohl unserer Premiummarke als auch dem Geschmack unserer Kunden gerecht wird und uns vom Wettbewerb abhebt. Westwing hat im Jahr 2023 seine Westwing Collection erweitert, wobei ein Allzeithoch von 47ꢀ% des Konzern-GMV erreicht wurde. Darüber hinaus haben wir den Anteil nachhaltiger Produkte in unserem Westwing-Collection-Portfolio deutlich erhöht und hier bis Ende 2023 einen Anteil von 48ꢀ% erreicht. Unser Team widmet sich fortlaufend der Entwicklung neuer Produkte, und wir verfolgen ehrgeizige Pläne in Bezug auf eine erhebliche Ausweitung unseres Sortiments im Jahr 2024. Neue Corporate Identity und Markenstrategie Westwing hat weiter in seine Marke investiert und im Jahr 2023 eine neue Corporate Identity einge- führt. Zusammen mit der Feier unseres ersten Markenrelaunchs seit der Gründung vor zwölf Jahren haben wir die „Live Beautiful“-Markenkampagne ins Leben gerufen, mit der wir uns als Premiummarke positionieren wollen. Sie umfasst unsere wettbewerbsfähige Marktpositionierung als „The Beautiful Living Company“, das Wertversprechen unserer Produkte und die Bezeichnung unserer Kunden als „the Design Lovers“. Die Weichen für die Jahre nach der Krise stellen Westwing hat beschlossen, die Jahre der schwachen Marktentwicklung für die Vorbereitung auf zukünf- tiges profitables Wachstum zu nutzen. Wir haben uns, wie bereits in Punkt 1.4 beschrieben, dazu ent- schieden, von unserer proprietären E-Commerce-Technologieplattform auf eine SaaS-Plattform umzu- steigen. Das Transformationsprojekt wird zu einmaligen zahlungswirksamen Kosten, einschließlich Investitionen, in Höhe eines mittleren bis hohen einstelligen Millionen-Euro-Betrags führen. Darüber hinaus kam es zu nicht zahlungswirksamen Stornierungen der Aktivierung von Entwicklungskosten für intern noch in der Entwicklung befindliche immaterielle Vermögenswerte, die im Zuge der Transforma- tion ersetzt werden. Der Effekt belief sich auf EUR 3,9ꢀMio. zusammen mit EUR 0,5ꢀMio. höheren Abschreibungen aufgrund der verkürzten Nutzungsdauer der verbleibenden selbst erstellten Software. Es wird erwartet, dass die einmaligen Aufwendungen bereits innerhalb eines Jahres nach der kompletten Umsetzung vollständig durch Einsparungen kompensiert sein werden. Die vollständige Umsetzung wird für das Jahr 2025 erwartet. Darüber hinaus hat Westwing beschlossen, die Kosteneffizienz weiter zu verbessern und die Komplexi- tät zu reduzieren, indem bestimmte Geschäftsfunktionen weiter zentralisiert werden. Dazu gehören die Konsolidierung aller Warenlager in seinem Hauptlogistikzentrum in Posen, Polen sowie die Zentralisie- rung von Teilen der Vertriebs-, Verwaltungs- und allgemeinen Funktionen für Italien und Spanien am Hauptsitz in München und im Shared Service Center in Warschau. Aufrechterhaltung und Steigerung der Kundenloyalität Die oben genannten Maßnahmen trugen dazu bei, die Kundenbindung im Jahr 2023 auf einem hohen Niveau zu halten, wobei 80ꢀ% der Bestellungen von Bestandskunden stammen (2022: 82ꢀ%). Außerdem konnten wir unseren Share of Wallet (gemessen am GMV pro aktivem Kunden in den vorangegangenen zwölf Monaten) von EUR 364 im Jahr 2022 auf EUR 377 im Jahr 2023 steigern. GESCHÄFTSBERICHT 2023 49 2.2.1 ERTRAGSLAGE VERKÜRZTE KONZERN-GEWINN-UND-VERLUST-RECHNUNG Die verkürzte Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung nach IFRS vor Anpassungen sieht wie folgt aus: In % In % Veränderung Veränderung EUR Mio. 2023 vom Umsatz 2022 vom Umsatz in EUR Mio. in % Umsatz 428,6 100,0 430,8 100,0 –ꢀ2,2 –ꢀ0,5 Umsatzkosten –ꢀ215,7 –ꢀ50,3 –ꢀ228,1 –ꢀ52,9 12,4 –ꢀ5,4 Bruttoergebnis vom Umsatz 212,9 49,7 202,7 47,1 10,2 5,0 Fulfillmentkosten –ꢀ90,3 –ꢀ21,1 –ꢀ94,2 –ꢀ21,9 3,9 –ꢀ4,1 Marketingkosten –ꢀ45,6 –ꢀ10,6 –ꢀ40,6 –ꢀ9,4 –ꢀ5,0 12,2 Allgemeine Verwaltungskosten –ꢀ85,2 –ꢀ19,9 –ꢀ92,9 –ꢀ21,6 7,7 –ꢀ8,3 Sonstige betriebliche Aufwendungen –ꢀ6,2 –ꢀ1,4 –ꢀ5,2 –ꢀ1,2 –ꢀ1,0 20,0 Sonstige betriebliche Erträge 5,9 1,4 2,6 0,6 3,3 125,1 Betriebliches Ergebnis –ꢀ8,4 –ꢀ2,0 –ꢀ27,4 –ꢀ6,4 19,0 –ꢀ69,4 Die folgende Tabelle zeigt die Überleitung vom Betriebsergebnis zum bereinigten EBITDA: EUR Mio. 2023 2022 Betriebsergebnis –ꢀ8,4 –ꢀ27,4 Aufwendungenꢀ/ꢀ(Erträge) anteilsbasierte Vergütung 2,3 –ꢀ0,6 Restrukturierungsaufwendungen 4,1 5,7 Abschreibungenꢀ/ꢀWertminderungen 19,8 18,1 Bereinigtes EBITDA 17,8 –ꢀ4,2 Bereinigte EBITDA-Marge 4,1ꢀ% –ꢀ1,0ꢀ% Die in der folgenden Tabelle dargestellte bereinigte Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung, mit der wir die operativen Entwicklungen in den einzelnen Positionen kommentieren, enthält weder anteils- basierte Vergütungsaufwendungen noch größere Restrukturierungsaufwendungen. Im Jahr 2023 bereinigte Westwing sein EBITDA um Restrukturierungsaufwendungen, die sich aus der Umstellung der Technologiestrategie ergaben. Die geplante Auslagerung der Softwareentwicklung für Front-End- und Back-End-Lösungen führte zur Ausbuchung von aktivierten Kosten in Höhe von EUR 3,9ꢀMio. und damit verbundenen Restrukturierungsabfindungen in Höhe von EUR 0,2ꢀMio. Im Jahr 2022 bereinigte Westwing sein EBITDA um Restrukturierungsabfindungen in Höhe von EUR 5,7ꢀMio., da die Kostenbasis des Unternehmens das schwierige Marktumfeld nicht widerspiegelte. Die bereinigte EBITDA-Marge ist definiert als das bereinigte EBITDA, dargestellt in Prozent des Umsatzes. 50 WESTWING GROUP SE BEREINIGTE VERKÜRZTE KONZERN-GEWINN-UND-VERLUST-RECHNUNG In % In % Veränderung Veränderung EUR Mio. 2023 vom Umsatz 2022 vom Umsatz in EUR Mio. in % Umsatz 428,6 100,0 430,8 100,0 –ꢀ2,2 –ꢀ0,5 Umsatzkosten* –ꢀ211,4 –ꢀ49,3 –ꢀ223,8 –ꢀ51,9 12,3 –ꢀ5,5 Bruttoergebnis vom Umsatz 217,2 50,7 207,1 48,1 10,1 4,9 Fulfillmentkosten* –ꢀ94,5 –ꢀ22,1 –ꢀ98,0 –ꢀ22,7 3,4 –ꢀ3,5 Deckungsbeitrag 122,7 28,6 109,1 25,3 13,6 12,4 Marketingkosten* –ꢀ45,3 –ꢀ10,6 –ꢀ39,2 –ꢀ9,1 –ꢀ6,1 15,5 Allgemeine Verwaltungskosten* –ꢀ80,3 –ꢀ18,7 –ꢀ89,7 –ꢀ20,8 9,4 –ꢀ10,4 Sonstige betriebliche Aufwendungen* –ꢀ4,9 –ꢀ1,1 –ꢀ5,2 –ꢀ1,2 0,2 –ꢀ4,4 Sonstige betriebliche Erträge 5,9 1,4 2,6 0,6 3,3 125,1 Abschreibungen und Wertminderungen 19,8 4,6 18,1 4,2 1,7 9,3 Bereinigtes EBITDA 17,8 4,1 –ꢀ4,2 –ꢀ1,0 22,0 –ꢀ * Die folgenden Anpassungen wurden in den entsprechenden Zeilen vorgenommen: EUR Mio. Aufwandsposition 2023 2022 Aufwendungenꢀ/ꢀ(Erträge) anteilsbasierte Fulfillment 0,0 0,0 Vergütung Marketing 0,2 0,0 Allgemeine Verwaltungskosten 2,0 –ꢀ0,6 Restrukturierungsaufwendungen Fulfillment –ꢀ 0,5 Marketing –ꢀ 1,3 Allgemeine Verwaltungskosten 2,9ꢀ 3,8 Sonstige Aufwendungen 1,3ꢀ – Aktivierung von Wareneingangskosten Umsatzkosten 4,3 4,3 Fulfillment –ꢀ4,3 –ꢀ4,3 Gesamt 6,4 5,1 Die Umsatzerlöse im Geschäftsjahr umfassen Folgendes: In % In % EUR Mio. 2023 des Umsatzes 2022 des Umsatzes Umsatzerlöse aus dem Verkauf von Produkten 419,7 97,9 423,0 98,2 Umsatz aus Dienstleistungen 1,1 0,3 1,0 0,2 Sonstige Umsatzerlöse 7,8 1,8 6,9 1,6 Gesamt 428,6 100,0 430,8 100,0 GESCHÄFTSBERICHT 2023 51 Weitere Leistungsindikatoren, die nicht bedeutsame Leistungsindikatoren sind, entwickelten sich in der Berichtsperiode wie folgt: WEITERE LEISTUNGSINDIKATOREN 2023 2022 Veränderung Westwing-Collection-Anteil (in % des GMV) 47ꢀ% 41ꢀ% 6pp GMV (in EURꢀMio.) 481 481 +ꢀ0ꢀ% Bestellungen, insgesamt (in Tausend) 2.851 3.128 –ꢀ9ꢀ% Durchschnittlicher Warenkorb (in EUR) 169 154 +ꢀ10ꢀ% Aktive Kunden (in Tausend) 1.275 1.320 –ꢀ3ꢀ% Anzahl der Bestellungen pro aktivem Kunden in den letzten 12 Monaten 2,2 2,4 –ꢀ6ꢀ% Durchschnittliches GMV pro aktivem Kunden in den letzten 12 Monaten (in EUR) 377 364 +ꢀ4ꢀ% Anteil der Site-Visits über mobile Endgeräte 80ꢀ% 80ꢀ% 0pp GESCHÄFTSENTWICKLUNGꢀ7 Der Umsatz von Westwing belief sich 2023 auf EUR 428,6ꢀMio. und lag damit fast auf dem gleichen Niveau wie 2022 (EUR 430,8ꢀMio.). Wir konnten dem schwierigen Marktumfeld und dem niedrigen Home & Living Konsumklima begegnen, indem wir unser Produktangebot weiter verbessert haben, sowohl in Bezug auf unsere eigene Westwing Collection als auch durch die Akquisition attraktiver Premiummarkenpartner. Darüber hinaus haben wir das Nutzererlebnis durch die Zusammenführung von Shop und Club-Sales in einerWebsite bzw.App verbessert und die Markenwahrnehmung und -bekannt- heit gesteigert. Der Umsatzanteil der Westwing Collection stieg um sechs Prozentpunkte, von 41ꢀ% des GMV im Jahr 2022 auf 47ꢀ% des GMV im Jahr 2023. Im vierten Quartal 2023 lag der Anteil ebenfalls bei 47ꢀ% (Q4 2022: 44ꢀ%). Die Bruttomarge von Westwing stieg auf 50,7ꢀ% im Vergleich zu 48,1ꢀ% im Vorjahr. Diese erfreuliche Zahl ist vor allem auf den höheren Anteil der Westwing Collection und eine bessere Margenkontrolle zurückzuführen. Der Anteil der Fulfillmentkostenꢀ8 am Umsatz konnte im Vergleich zum Vorjahr leicht auf 22,1ꢀ% ver- ringert werden (2022: 22,7ꢀ%). In absoluten Zahlen beliefen sie sich auf EUR 94,5ꢀMio. (2022: EUR 98,0ꢀMio.). Diese Verbesserung ist vor allem auf eine höhere Auslastung der Lagerflächen und weitere Effizienzsteigerungen zurückzuführen. Der Anteil der Marketingaufwendungen am Umsatz betrug 10,6ꢀ% und stieg damit um 1,5 Prozent- punkte gegenüber dem Vorjahr (2022: 9,1ꢀ%). In absoluten Zahlen stiegen sie deutlich um EUR 6,1ꢀMio. auf EUR 45,3ꢀMio. (2022: EUR 39,2ꢀMio.). Die höheren Aufwendungen resultieren in erster Linie aus den Investitionen in unsere kürzlich vorgestellte neue Corporate Identity und in die Markenbekanntheit. Westwing feierte in 2023 den ersten Markenrelaunch seit der Gründung vor zwölf Jahren. Der Anteil der allgemeinen Verwaltungskosten am Umsatz konnte von 20,8ꢀ% im Jahr 2022 auf 18,7ꢀ% im Jahr 2023 reduziert werden. Diese Entwicklung ist vor allem auf die in der zweiten Jahreshälfte 2022 eingeleiteten Kosteneinsparungen zurückzuführen. In absoluten Zahlen gingen die allgemeinen Verwaltungskosten um EUR 9,4ꢀMio. auf EUR 80,3ꢀMio. zurück (2022: EUR 89,7ꢀMio.). Das bereinigte EBITDA verbesserte sich deutlich von EUR –ꢀ4,2ꢀMio. im Jahr 2022 auf EUR 17,8ꢀMio. im Jahr 2023, was einem Anstieg von EUR 22,0ꢀMio. im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Die bereinigte EBITDA-Marge stieg um 5,1 Prozentpunkte von –ꢀ1,0ꢀ% auf 4,1ꢀ%. 7 Zahlen sind auf bereinigter Basis dargestellt; siehe Details in den Tabellen der bereinigten Gewinn-und-Verlust-Rechnung oben. 8 Die Fulfillmentkosten beinhalten Versandkosten. 52 WESTWING GROUP SE Die Abschreibungen stiegen um EUR 1,7ꢀMio. auf EUR 19,8ꢀMio. Dies ist in erster Linie auf höhere Abschreibungen auf Nutzungsrechte zurückzuführen, aber auch auf die verkürzte Nutzungsdauer einiger selbst entwickelter immaterieller Vermögenswerte infolge der Änderung der Technologiestrategie. Das Finanzergebnis stieg im Vergleich zu 2023 um EUR 2,2ꢀMio. und betrug EUR –ꢀ0,7ꢀMio. (2022: EUR –ꢀ2,9ꢀMio.). Dies ist hauptsächlich auf höhere Zinserträge aus Einlagen in Höhe von EUR 1,1ꢀMio. zurückzuführen. Währungseffekte, die in 2022 mit EUR 0,9ꢀMio. negativ waren, glichen sich in 2023 mit positiven EUR 0,1 Mio nahezu vollständig aus. Der Ertragsteueraufwand war mit EUR 3,3ꢀMio. höher als im Vorjahr (2022: EUR 2,1ꢀMio.). Dies war im Wesentlichen bedingt durch die Abschreibung von aktiven latenten Steuern auf Verlustvorträge in Höhe von EUR 3,6ꢀMio. Das Ergebnis nach Steuern belief sich im Geschäftsjahr 2023 auf EUR –ꢀ12,4ꢀMio., was einem Anstieg von EUR 20,0ꢀMio. (2022: EUR –ꢀ32,4ꢀMio.) gegenüber dem Vorjahr entspricht. Der GMV war im Vergleich zu 2022 stabil und betrug EUR 481,1ꢀMio. (2022: EUR 480,9ꢀMio.). Diese Entwicklung beruht im Wesentlichen auf zwei gegenläufigen Effekten: Während die Zahl der Bestel- lungen von 3,1ꢀMio. auf 2,9ꢀMio. zurückging, stieg die durchschnittliche Warenkorbgröße von EUR 154 im Jahr 2022 auf EUR 169 im Jahr 2023. Der Anteil der mobilen Site-Visits lag 2023 mit 80ꢀ% auf dem Niveau des Vorjahres (2022: 80ꢀ%). SEGMENTERGEBNISSE Die Aufteilung des Konzernumsatzes nach Segmenten ist wie folgt: In % In % Veränderung Veränderung EUR Mio. 2023 vom Umsatz 2022 vom Umsatz in EUR Mio. in % DACH 236,5 55,2 242,4 56,3 –ꢀ5,9 –ꢀ2,4 International 192,1 44,8 188,4 43,7 3,7 2,0 Gesamt 428,6 100,0 430,8 100,0 –ꢀ2,2 –ꢀ0,5 Das bereinigte EBITDA der Segmente entwickelte sich wie folgt: Veränderung EUR Mio. 2023 Marge 2022 Marge in EUR Mio. DACH 16,1 6,8ꢀ% 7,9 3,3ꢀ% 8,2 International 2,1 1,1ꢀ% –ꢀ11,2 –ꢀ5,9ꢀ% 13,3 HQꢀ/ꢀÜberleitung –ꢀ0,4 –ꢀ –ꢀ1,0 – 0,6 Gesamt 17,8 4,1ꢀ% –ꢀ4,2 –ꢀ1,0ꢀ% 22,0 Unser DACH Segment trug EUR 236,5ꢀMio. zum Umsatz bei, was einem Rückgang von 2,4ꢀ% gegen- über2022 entspricht.DerUmsatz in unserem Internationalen Segment stieg um 2,0ꢀ% aufEUR 192,1ꢀMio. Das DACH Segment erzielte ein bereinigtes EBITDA von EUR 16,1ꢀMio. (2022: EUR 7,9ꢀMio.) und eine bereinigte EBITDA-Marge von 6,8ꢀ% (2022: 3,3ꢀ%). Das bereinigte EBITDA im Internationalen Segment betrug EUR 2,1ꢀMio. (2022: EUR –ꢀ11,2ꢀMio.), was einer bereinigten EBITDA-Marge von 1,1ꢀ% (2022: –ꢀ5,9ꢀ%) entspricht. GESCHÄFTSBERICHT 2023 53 2.2.2 FINANZLAGE VERKÜRZTE KAPITALFLUSSRECHNUNG Veränderung in EUR Mio. 2023 2022 EUR Mio. Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit 33,3 –ꢀ7,5 40,8 Cashflow aus Investitionstätigkeit –ꢀ3,8 –ꢀ11,4 7,6 Cashflow aus Finanzierungstätigkeit –ꢀ23,9 –ꢀ2,7 –ꢀ21,2 Netto-Veränderung der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 5,7 –ꢀ21,5 27,2 Auswirkung von Wechselkursschwankungen auf den Zahlungsmittelbestand –ꢀ0,1 0,1 –ꢀ0,3 Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente zum 1. Januar 76,0 97,4 –ꢀ21,4 Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente zum 31. Dezember 81,5 76,0 5,5 Westwing erwirtschaftete im Jahr 2023 einen Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit in Höhe von EUR 33,3ꢀMio. (2022: EUR –ꢀ7,5ꢀMio.), hauptsächlich aufgrund des verbesserten Betriebsergebnisses und der Veränderungen im Nettoumlaufvermögen. Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente stiegen um EUR 5,5ꢀMio. im Vergleich zum 31. Dezember 2022. Das Nettoumlaufvermögen – definiert als Vorräte plus geleistete Anzahlungen, kurzfristige Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige finanzielle Vermögenswerte abzüglich Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, Rückstellungen, Handelsfinanzierungen sowie Vertragsverbindlichkeiten – verringerte sich im Jahres- vergleich und betrug im Jahr 2023 EUR –ꢀ8,0ꢀMio. (2022: EUR 2,5ꢀMio.). DerCashflowausInvestitionstätigkeitbeliefsichimJahr2023aufEUR–ꢀ3,8ꢀMio.(2022:EUR–ꢀ11,4ꢀMio.). Dieser Rückgang ist in erster Linie auf geringere Investitionen in immaterielle Vermögenswerte, insbe- sondere in selbst entwickelte Software, zurückzuführen, die sich im Jahr 2023 auf EUR 3,9ꢀMio. (2022: EUR 10,2ꢀMio.) beliefen, sowie auf geringere Investitionen in Sachanlagen in Höhe von EUR 1,5ꢀMio. (2022: EUR 3,7ꢀMio.). Darüber hinaus erhielt Westwing Zinseinnahmen in Höhe von EUR 1,1ꢀMio. Aufgrund der oben beschriebenen Veränderungen des Cashflows aus betrieblicher Tätigkeit und des Cashflows aus Investitionstätigkeit verbesserte sich der Free Cashflow für das Gesamtjahr 2023 stark und betrug EUR 29,5ꢀMio. (2022: EUR –ꢀ18,8ꢀMio.). Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit belief sich auf EUR –ꢀ23,9ꢀMio. (2022: EUR –ꢀ2,7ꢀMio.). Dieser Rückgang ist imWesentlichen aufdie Rückzahlungvon Handelsfinanzierungen in Höhevon EUR 7,8ꢀMio. und den Erwerb eigener Aktien in Höhe von EUR 3,7ꢀMio. zurückzuführen. Darüber hinaus wurde im Jahr 2022 eine einmalige Leasingprämie in Höhe von EUR 1,5ꢀMio. gezahlt. Westwing verfügte über Kreditlinien von bis zu EUR 20,0ꢀMio. und weitere EUR 13,0ꢀMio. für Handels- finanzierungen. Grundsätze und Ziele des Finanzmanagements Die Steuerung von liquiden Mitteln und Nettoumlaufvermögen steht im Mittelpunkt des Finanzmanage- ments von Westwing. Auch die Erhaltung der Liquidität ist ein übergeordnetes Ziel. Art und Umfang der Transaktionen mit Barmitteln sind auf unser operatives Geschäft ausgerichtet. Westwing verfügt nur über Termingelder wie kurzfristige hochliquide Anlagen mit einer ursprünglichen Laufzeit von drei Monaten oder weniger. Zur Ermittlung des Liquiditätsbedarfs wird eine rollierende Zwölfmonats- Cashflow-Planung verwendet. Das Unternehmen verfügt über Liquiditätsreserven, um zusätzliche Investitionen in das Wachstum zu decken und das laufende Geschäft zu unterstützen. Westwing hat stets sichergestellt, dass genügend liquide Mittel zur Finanzierung des Geschäftsbetriebs zur Verfügung standen, und war jederzeit in der Lage, seinen Zahlungsverpflichtungen nachzukommen. Einzelheiten zum finanziellen Risikomanagement sind im Anhang zum Konzernabschluss (Anhang- angabe 22) zu finden. 54 WESTWING GROUP SE 2.2.3 VERMÖGENSLAGE VERKÜRZTE BILANZ 2023 in % 2022 in % Veränderung Veränderung EUR Mio. 2023 der Summe 2022 der Summe in EUR Mio. in % Summe Aktiva 203,4 100,0 228,3 100,0 -24,9 -10,9 Langfristige Vermögenswerte 67,0 32,9 82,3 36,1 -15,3 -18,6 Kurzfristige Vermögenswerte 136,4 67,1 146,0 63,9 -9,6 -6,6 Summe Passiva 203,4 100,0 228,3 100,0 -24,9 -10,9 Eigenkapital 75,0 36,9 90,1 39,4 -15,1 -16,8 Langfristige Verbindlichkeiten 36,7 18,1 45,6 20,0 -8,8 -19,4 Kurzfristige Verbindlichkeiten 91,7 45,1 92,7 40,6 -1,0 -1,1 Langfristige Vermögenswerte bestehen hauptsächlich aus Sachanlagen und immateriellen Vermögens- werten. Das Sachanlagevermögen verringerte sich von EUR 53,2ꢀMio. Ende 2022 auf EUR 44,6ꢀMio. Ende 2023. Die immateriellen Vermögenswerte, die in erster Linie auf die Aktivierung von Software- entwicklungskosten zurückzuführen sind, verringerten sich um EUR 3,9ꢀMio., was ebenfalls auf die Änderung der Technologiestrategie zurückzuführen ist. Die aktivierten Softwareentwicklungskosten betrugen im Jahr 2023 nur noch EUR 3,8ꢀMio. Ihnen standen Abschreibungen in Höhe von EUR 6,5ꢀMio. gegenüber. Das Umlaufvermögen belief sich zum 31. Dezember 2023 auf EUR 136,4ꢀMio. (31. Dezember 2022: EUR 146,0ꢀMio.). Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente stiegen auf EUR 81,5ꢀMio. (31. Dezember 2022: EUR 76,0ꢀMio.), was auf den positiven Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit zurück- zuführen ist, der durch die Cashflows aus Investitionstätigkeit und Finanzierung nicht vollständig aus- geglichen wurde. Die Vorräte wurden auf EUR 28,1ꢀMio. (31. Dezember 2022: EUR 45,2ꢀMio.) reduziert, da wir Vorratsbestände verringern konnten. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige kurzfristige finanzielle Forderungen gingen leicht um EUR 0,5ꢀMio. auf EUR 12,1ꢀMio. zurück (31. Dezember 2022: EUR 12,6ꢀMio.); in dieser Position sind erwartete Kreditverluste in Höhe von EUR 4,0ꢀMio. (31. Dezember 2022: EUR 3,0ꢀMio.) enthalten. Das Eigenkapital der Gesellschaft verringerte sich zum 31. Dezember 2023 auf EUR 75,0ꢀMio., verglichen mit EUR 90,1ꢀMio. zum Jahresende 2022. Diese Veränderung ist hauptsächlich auf den Jahresfehlbetrag in Höhe von EUR 12,4ꢀMio. und den Anstieg der eigenen Aktien um EUR 3,7ꢀMio. zurückzuführen, die vom Eigenkapital abgezogen werden. Die langfristigen Verbindlichkeiten reduzierten sich um EUR 8,8ꢀMio. auf EUR 36,7ꢀMio. (31. Dezem- ber 2022: EUR 45,6ꢀMio.). Dies ist vor allem auf die um EUR 9,5ꢀMio. niedrigeren langfristigen Leasing- verbindlichkeiten zurückzuführen, von denen ein Teil in den kurzfristigen Bereich umgegliedert wurde. Zum 31. Dezember 2023 verfügte der Konzern über Kreditlinien in Höhe von EUR 10,0ꢀMio. bei der Uni- Credit Bank AG (31. Dezember 2022: EUR 10,0ꢀMio.), die bis auf Weiteres zur Verfügung stehen, wovon EUR 3,7ꢀMio. als Avalkredit genutzt wurden, sowie über Kreditlinien in Höhe von EUR 10,0ꢀMio. bei der Norddeutschen Landesbank, die bis zum 31. Dezember 2024 gültig sind. Darüber hinaus stehen EUR 13,0ꢀMio. für Handelsfinanzierungen zur Verfügung. Die kurzfristigen Verbindlichkeiten reduzierten sich im Vergleich zum Vorjahr um EUR 1,0ꢀMio. auf EUR 91,7ꢀMio. (31. Dezember 2022: EUR 92,7ꢀMio.). Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leis- tungen und Rückstellungen erhöhten sich von EUR 34,1ꢀMio. Ende 2022 auf EUR 35,9ꢀMio. zum 31. Dezember 2023 und die Leasingverbindlichkeiten stiegen um EUR 1,5ꢀMio. auf EUR 11,2ꢀMio. (31. Dezember 2022: EUR 9,7ꢀMio.). Dies wurde teilweise durch nicht mehr vorhandene Handelsfinan- zierungen ausgeglichen, die sich zum 31. Dezember 2022 auf EUR 7,8ꢀMio. beliefen. GESCHÄFTSBERICHT 2023 55 Gesamtaussage zur wirtschaftlichen Lage des Konzerns Im Jahr 2023 entwickelte sich Westwing wie prognostiziert und kehrte in Bezug auf das bereinigte EBITDA zu Profitabilität zurück. Aufgrund der makroökonomischen Gesamtsituation, insbesondere aufgrund des anhaltenden Kriegs in der Ukraine und der aktuellen Konfrontation im Nahen Osten, waren wir weiterhin mit hohen Energie- und Verbraucherpreisen und einer anhaltend schwachen Konsumstimmung im Bereich Home & Living konfrontiert. Dennoch ist es uns gelungen, den Umsatz auf dem Niveau des Vorjahres zu halten und in der zweiten Jahreshälfte 2023 wieder Wachstum zu generieren sowie unsere Margen zu steigern. Gleichzeitig haben wir unsere 2022 begonnenen Kosten- sparmaßnahmen vollständig umgesetzt. Wir sehen eine hohe Wirtschaftlichkeit und eine sehr positive Entwicklung unseres Westwing-Collection-Anteils. Aufgrund dieser positiven Entwicklung haben wir unsere Prognose für das bereinigte EBITDA im November 2023 angehoben und konnten unser berei- nigtes EBITDA im Vergleich zum Vorjahr um EUR 22,0ꢀMio. erhöhen. Wir sind daher zuversichtlich, dass wir unsere wirtschaftliche Position weiter verbessern können, insbesondere wenn sich das Marktumfeld verbessert. 3. MITARBEITERINNEN UND MITARBEITER Der Westwing-Konzern beschäftigte Ende Dezember 2023 1.614 Vollzeitkräfte (FTE) – ein Rückgang gegenüber den 1.729 FTE zum Jahresende 2022. Im Dezember 2023 waren die meisten Mitarbeiter bei den in München ansässigen Gesellschaften Westwing Group SE (294 FTE) und Westwing GmbH (281 FTE) sowie bei der polnischen Konzern- gesellschaft (720 FTE) beschäftigt. Letztere betreibt auch das Shared Service Center und die Shared Warehouses von Westwing. Die Mitarbeiter von Westwing sind internationaler Herkunft. Ende 2023 beschäftigte das Unternehmen Mitarbeiter aus mehr als 71 verschiedenen Ländern. Auch die Geschlechtervielfalt ist für Westwing ein wichtiger Faktor: Insgesamt 60ꢀ% der Mitarbeiter sind weiblich. 4. NICHT-FINANZIELLE KONZERNERKLÄRUNG Diese nicht-finanzielle Konzernerklärung – nachstehend nicht-finanzielle Erklärung genannt – bezieht sich auf die Geschäftstätigkeit des Westwing-Konzerns und wurde gemäß §§ 315b, 315c und §§ 289c bis 289e des deutschen Handelsgesetzbuchs (HGB) erstellt. Sie präsentiert unsere Nachhaltigkeitsschwer- punkte, beschreibt unsere Managementansätze, listet Leistungsindikatoren auf und erläutert einzelne Ini- tiativen, die während des Berichtszeitraums umgesetzt wurden. Die Identifizierung und Analyse der in dieser Erklärung beschriebenen wesentlichen Aspekte erfolgte auf Grundlage der Standards der Global Reporting Initiative (GRI – Universal Standards 2021) sowie nach § 289c Absatz 3 HGB. Ein Rahmenwerk wurde dabei nicht vollumfänglich angewandt, da uns eine solch pauschale Herangehensweise als nicht zweckmäßig erschien. Die nicht-finanzielle Erklärung enthält auch jene Angaben, die gemäß Artikel 8 der Verordnung (EU) 2020/852 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 18. Juni 2020 über die Einrichtung eines Rahmens zur Erleichterung nachhaltiger Investitionen und zurÄnderung derVerordnung (EU) 2019/2088 (nachstehend „EU-Taxonomie-Verordnung“ genannt) und der auf ihrer Basis erlassenen delegierten Rechtsakte erforderlich sind. 56 WESTWING GROUP SE Westwing konzentriert sich darauf, langfristige Kundenbeziehungen aufzubauen und zu pflegen. Wir wollen unsere Kunden inspirieren – durch ausgewählte, über verschiedene Online- und Offline-Vertriebs- kanäle erhältliche Produkte, die wir mit anderen wundervollen Inhalten kombinieren. In unseren Haupt- vertriebskanälen Shop und Club-Sales finden sich die Produkte unserer Premiummarke Westwing Col- lection, die für ihre hohe Qualität und das besondere Design bekannt ist, sowie ausgewählte Produkte von über 5.000 Markenpartnern. Genauere Informationen zu unserem Geschäftsmodell finden Sie unter „Grundlagen des Konzerns“ im zusammengefassten Lagebericht. Wir sind davon überzeugt, dass wir unsere Nachhaltigkeitsperformance als Ganzes verbessern können, wenn wir unsere Produkte, unsere Lieferanten, unsere Mitarbeiter in den Mittelpunkt rücken. Dieser Ansatz soll zugleich unser anhaltendes nachhaltiges Wachstum fördern. Unsere Nachhaltigkeitsstrategie beschreibt, wie wir unsere Nachhaltigkeitsziele erreichen wollen. Nachhaltigkeitsstrategie 2030 Unsere Nachhaltigkeitsstrategie 2030 basiert auf der Überzeugung, dass unsere Kunden gleichzeitig schön und nachhaltig wohnen können. Sie verfolgt das Ziel, uns den Herausforderungen der Bereiche Umwelt, Soziales und Governance (ESG) zu stellen, die sowohl für unsere Kunden, Mitarbeiter, Lieferanten und Investoren als auch andere Stakeholder von Bedeutung sind. Sie umfasst folgende vier Schwerpunkte: 1) Produkte und Verpackung, 2) Kunden, 3) Menschen und Umwelt sowie 4) Einbindung der Lieferanten. 1. Die Westwing Collection nachhaltiger gestalten – durch Produkt- und Verpackungsmaterialien mit den ökologisch, sozial und ethisch bestmöglichen Eigenschaften. 2.Unseren Kunden ermöglichen, nachhaltigere Entscheidungen zu treffen – indem wir nachhaltigere Produkte anbieten, die zu schönen, nachhaltigen Wohnumgebungen passen. 3.Das beste Arbeitsumfeld schaffen – durch außergewöhnliche Arbeitsplätze, die nicht nur sicher, gesund und integrativ, sondern auch umweltverträglich sind. 4.Sicherstellen, dass unsere Lieferanten nachhaltig handeln – indem wir mit ihnen zusammenarbeiten und ihre ökologische und soziale Performance weiterentwickeln und verbessern. Definieren, was wichtig ist: Unsere wesentlichen Themen Aus der Wesentlichkeitsanalyse, die wir im Jahr 2021 in enger Abstimmung mit verschiedenen internen und externen Stakeholdern durchgeführt haben, gingen sechs Themenbereiche hervor, auf die sich unsere Unternehmensaktivitäten auswirken und die zudem für ein Verständnis des Geschäftsverlaufs, des Geschäftsergebnisses und der Lage von Westwing relevant sind. Darüber hinaus haben wir unsere allgemeinen Ziele und Vorsätze in Bezug auf diese Bereiche definiert. Die Vollständigkeit und Gültigkeit dieser Themen für das Jahr 2023 wurde – sowohl im Hinblick auf die geschäftliche Relevanz als auch auf ihre Auswirkungen – von unserem Vorstand und weiteren Mitgliedern des Sustainability Steering Committee erneut bestätigt. GESCHÄFTSBERICHT 2023 57 Erforderliche Angaben nach HGB Themen Zielsetzungen Ziele • Bis 2027 100ꢀ% der gesamten Energie9 aus erneuerbaren Quellen beziehen • Wissenschaftsbasierte Ziele zur Emissionsreduzierung (Science Based Targets) erreichen • Kompensieren der verbleibenden Emissionen aus eigenen Betriebsabläufen • Vermeidung, Verringerung (nach Reduktionsinitiativen)10 durch Klima und und Kompensation unserer Treib- glaubwürdige Projekte zur Beseitigung Umweltbelange Energie hausgasemissionen und Vermeidung von CO2 • Verringerung der von Westwing ver- wendeten Verpackungsmenge11 • Schaumstoffanteil verringern (Westwings eigene Verpackungen) • Einwegkunststoffe eliminieren und den Anteil recycelter Kunststoffe erhöhen (Westwings eigene Verpackungen) • Verpackungen aus Styropor bis 2028 eliminieren (Produkte der Westwing Collection) • Bis 2028 mehr als 90ꢀ% von Westwings eigenen Verpackungen recycelbar oder • Verpackungsmengen reduzieren kompostierbar machen • Anteil an Neumaterial verringern • Bis 2027 mehr als 90ꢀ% der an unseren • Weniger umweltschädliche eigenen Standorten anfallenden Ver- Materialien einsetzen packungsabfälle wiederverwenden, Umweltbelange Verpackung • Deponieabfälle vermeiden verwerten oder recyceln • Bei Produkten der Westwing Collection: Bis 2026 mehr als 90ꢀ% zertifiziertes, nachhaltiges Holz12 verwenden • Bis 2026 mehr als 90ꢀ% zertifizierte Bio-Baumwolle13, recycelte und/oder verantwortungsvoll erzeugte Baumwolle verwenden • Bis 2026 mehr als 90ꢀ% verantwortungs- voll14 erzeugte tierische Nebenprodukte15 • Mehr nachhaltige Materialien in verwenden unseren Produkten • Anteil an Recyclingmaterial in Kunst- • Verzicht auf Gefahrstoffe und stoffen erhöhen Beschaffung Vermeidung schädlicher • Gefahrstoffe eliminieren und die Verwen- Umweltbelange von Materialien Chemikalien dung schädlicher Chemikalien vermeiden 9 Energie umfasst den Strom, die Heizung und Kühlung unserer Büro- und Lagergebäude sowie Kraftstoffe für Lkws im Fuhrpark. 10 Emissionen aus eigenen Betriebsabläufen umfassen a) direkte Emissionen (Scope 1), die bei Westwing durch Heizen, durch Verbrennen von Kraftstoffen in unseren Fahrzeugen und durch flüchtige Gase aus Klimaanlagen entstehen, b) indirekte Emissionen (Scope 2) aus eingekauftem Strom und Dampf sowie Wärme und Kälte für den Eigenbedarf, sowie c) indirekte Emissionen aus den folgenden Scope-3-Kategorien: Geschäftsreisen, Pendelverkehr der Mitarbeiter sowie kraftstoff- und energiebezogene Aktivitäten. 11 Eingehend (inbound) für Produkte der Westwing Collection, ausgehend (outbound, ohne direkte von den Partnern versendete Produkte) für Schutz, Lagerung und Versand von Produkten. 12 Zertifizierungen umfassen FSC® und PEFC. 13 Zertifizierungen umfassen GOTS, MADE IN GREEN by OEKO-TEX und OCS. 14 Zertifizierungen umfassen Leather Working Group, Naturleder IVN, Global Traceable Down Standard, Responsible Down Standard und Downpass. 15 Tierische Nebenprodukte umfassen Leder, Daunen sowie Fell. 58 WESTWING GROUP SE Erforderliche Angaben nach HGB Themen Zielsetzungen Ziele • Bis 2025 100ꢀ% der Lieferanten der Westwing Collection regelmäßig bewerten • Bis 2028 sollen 50ꢀ% der Lieferanten der • Förderung der sozialen und Westwing Collection (gemessen am Auf- tragsvolumen) Umwelt- und Sozialmanage- ökologischen Performance unserer Lieferanten mentsysteme16 eingeführt haben • Sicherstellen, dass Markenpartner • Bis 2027 sollen sich Markenpartner an Sozialbelange Auswirkungen unsere Nachhaltigkeitsstandards unsere Nachhaltigkeitsstandards ange- – Menschenrechte der Lieferanten einhalten passt haben • Bis 2028 sollen 50ꢀ% der Lieferanten der Westwing Collection Programme zur Messung und Verbesserung der Arbeits- bedingungen eingeführt haben Arbeitnehmerbe- Faire • Höchste Standards für Gesund- • Mitarbeiterzufriedenheitsrate über lange – Menschen- Arbeits- heit, Sicherheit und Arbeitsplatz- 80ꢀ% halten rechte bedingungen zufriedenheit • Unfälle in unseren Lägern vermeiden • Kennzeichnung eines erheblichen Anteils unserer Produkte als nachhaltig17 • Bereitstellung nachvollziehbarer • Bis 2027 sollen 50ꢀ% der Produkte und glaubhafter Informationen unserer Westwing Collection als nach- Verantwor- über die Nachhaltigkeitseigen- haltig gekennzeichnet sein tungsvolle schaften unserer Produkte sowie • Ein signifikanter Anteil der Marketing- und Unterstützung unserer Kunden Kommunikation von Westwing soll Kommunikati- bei Entscheidungen für mehr der Förderung der Nachhaltigkeit gewid- Sozialbelange onspolitik Nachhaltigkeit met werden18 Wegen ihrer Relevanz für unser Geschäft und ihrer Auswirkungen haben wir zusätzlich die Themen Integrität, Rechtskonformität und Datenschutz (erforderliche Angaben nach HGB: Korruptionsbekämp- fung) in die nicht-finanzielle Erklärung aufgenommen. Ab dem Geschäftsjahr 2024 werden wir gemäß der EU-Richtlinie zur Nachhaltigkeitsberichterstattung (Corporate Sustainability Reporting Directive – CSRD) berichten. Um deren Anforderungen zu erfüllen, haben wir im vergangenen Jahr eine doppelte Wesentlichkeitsanalyse unserer geschäftsbezogenen Nachhaltigkeitsaspekte durchgeführt. Die Ergebnisse dieser Bewertung werden nächstes Jahr als Grundlage für die Ausarbeitung unserer Nachhaltigkeitserklärung dienen. Nachhaltigkeitsmanagement Die Verantwortung für unsere Nachhaltigkeitsstrategie 2030 liegt in den Händen unseres Vorstands, der vom Aufsichtsrat beraten und kontrolliert wird. Darüber hinaus haben wir ein Sustainability Steering Committee etabliert, das sich aus Führungskräften der wichtigsten Geschäftsbereiche zusammensetzt und vom Chief Executive Officer geleitet wird. Zu den Hauptaufgaben dieses Gremiums gehören die Überprüfung des Fortschritts der strategischen Initiativen und die Ausarbeitung von Leitlinien für langfristige Zielsetzungen und Ambitionen. Gegenwärtig ist Westwing außerdem dabei, Methoden zur Festsetzung und Messung der in den Vorstandsverträgen verankerten langfristigen Anreize zum Erreichen von ESG-Zielen zu definieren. Entwickelt und im gesamten Unternehmen vorangetrieben wird die Nachhaltigkeitsstrategie von unserer Director Corporate Sustainability, die die entsprechenden Zielvorgaben setzt, Fortschritte misst und über erreichte Meilensteine berichtet. Zu ihren Aufgaben gehört zudem die Leitung eines Kernteams, das in jedem Geschäftsbereich direkt mit jeweils eigens benannten Mitarbeitern („Sustainability Champions“) zusammenarbeitet. Dieses Corporate-Sustainability-Team erarbeitet Ziele und Prozesse, überwacht die Nachhaltigkeitsperformance und sorgt dafür, dass Westwing alle relevanten ökologischen, sozialen und ethischen Vorschriften einhält. Es arbeitet aber auch mit Führungskräften aus allen Unter- 16 Umwelt- und Sozialmanagementsysteme (z. B. ISO 14000, SA 8000). 17 Eine Quantifizierung dieser Ziele erfolgt gegebenenfalls bei künftigen Aktualisierungen unserer Strategie. 18 Wie oben beschrieben. GESCHÄFTSBERICHT 2023 59 nehmensteilen zusammen, um Roadmaps zu erstellen und umzusetzen, die Nachhaltigkeitsperformance auszuwerten und sicherzustellen, dass gesetzte Ziele tatsächlich erreicht werden. Außerdem unter- stützt es unsere wichtigsten Entscheidungsträger im Umgang und in ihrer Kommunikation mit externen Stakeholdern – insbesondere Kunden, Lieferanten und Investoren. Unser Director Corporate Sustaina- bility berichtet direkt an den Chief Financial Officer. Das Nachhaltigkeitsteam unserer Geschäftsfelder Shop (permanentes Sortiment) und Westwing Collection steht unter der Leitung des Director Quality & Sustainability. Ziel dieses Teams ist es, die Nachhaltigkeit der Produkte, der Verpackungen der Westwing-Collection-Produkte, der Lieferkette und der Materialbeschaffung – entscheidende Faktoren unserer Nachhaltigkeitsstrategie – sowie die Einhaltung der einschlägigen Vorschriften und Nachhaltigkeitsrichtlinien für Materialien und Produkte zu gewährleisten. Unsere Abteilung Governance, Risk Management und Compliance (GRC) überwacht die Risiken im gesamten Unternehmen. Im Rahmen des Risikomanagementprozesses ermitteln die Mitarbeiter finan- zielle und nicht-finanzielle Risiken – unter Einbeziehung von Reputationsrisiken sowie gesellschaftli- chen und ökologischen Risiken. Im Rahmen dieses Prozesses wird auch überprüft, ob potenzielle und wesentliche negative Auswirkungen existieren und in diese nicht-finanzielle Erklärung aufzunehmen sind. Wir haben für das Jahr 2023 keine wesentlichen Risiken identifiziert, die mit der eigenen Geschäftstätigkeit, Geschäftsbeziehungen, Produkten und Dienstleistungen verknüpft sind und sehr wahrscheinlich schwerwiegende negative Auswirkungen auf die wesentlichen nichtfinanziellen Aspekte haben könnten. KLIMA UND ENERGIE Managementansatz Die CO2-Emissionen, die wir durch unsere Geschäftstätigkeit, Produkte und Lieferketten verursachen, sind für unser Unternehmen, unsere Mitarbeiter und Kunden sowie für Investoren von großer Bedeu- tung, weil sie potenziell zum Klimawandel und zur Schädigung unserer Umwelt beitragen. Westwing berechnet seine CO2-Emissionen jährlich in Anlehnung an das Greenhouse Gas Protocol. Das Corporate-Sustainability-Team sammelt und prüft die von den verschiedenen Westwing-Abtei- lungen bereitgestellten Daten und Informationen und berechnet mithilfe eines externen Partners den CO2-Fußabdruck des Unternehmens. In Abstimmung mit dem Vorstand und im engen Austausch mit anderen zuständigen Abteilungen ver- antwortet das Team die Festlegung der Emissionsreduktionsziele. Kompensationsprojekte werden ebenfalls in Abstimmung mit dem Vorstand koordiniert, bevor wir sie mit Unterstützung externer Part- ner umsetzen. Unser strategischer Fokus liegt dabei auf der kontinuierlichen Überwachung unseres CO2-Fußabdrucks. Damit wollen wir sicherstellen, dass geeignete Maßnahmen zum Erreichen unserer Ziele ergriffen werden. Wichtigste Erfolge im Jahr 2023 Ziele Mit der Etablierung wissenschaftsbasierter Ziele zur Reduzierung der CO2-Emissionen hat unser Unter- nehmen im Jahr 2023 einen wichtigen Meilenstein erreicht. Die Ziele stimmen mit den Erkenntnissen der Klimawissenschaft überein, wie sie im Pariser Abkommen von 2015 formuliert sind, und wurden bereits durch die Science Based Targets initiative (SBTi) offiziell validiert. Dies bestätigt das Engagement- Westwings, nachhaltige Praktiken zu fördern und den positiven Wandel in unserer Branche voranzutreiben. Unsere Emissionsreduktionsziele beinhalten eine Verringerung der Scope-1- und Scope-2-Treibhaus- gas(THG)-Emissionen um 75ꢀ% bis zum Jahr 2030 – ausgehend von Westwings Werten im Bezugsjahr 2022. Direkte Emissionen aus eigenen Betriebsabläufen (Scope 1) finden dabei ebenso Berücksichtigung wie indirekte Emissionen aus eingekauften Energiequellen (Scope 2). Hierfür werden wir eine Reihe von Maßnahmen umsetzen, beispielsweise die Nutzung alternativer Energiequellen und die Steigerung der Energieeffizienz sowohl in den Lagergebäuden als auch im Fuhrpark von Westwing. 60 WESTWING GROUP SE Hinzu kommen Ziele zur besseren Einbindung unserer Lieferanten, wie etwa die Verpflichtung, dass 80ꢀ% unserer Lieferanten – gemessen an den Ausgaben für eingekaufte Waren und Dienstleistungen sowie für den vorgelagerten Transport und Vertrieb – bis 2027 über eigene wissenschaftsbasierte Ziele verfügen. Um sie in die Lage zu versetzen, eigene Emissionsreduktionsziele festzulegen, werden wir sie mit konkre- ten strategischen Maßnahmen unterstützen, beispielsweise durch Schulungen und den Aufbau von Kom- petenzen auf diesem Gebiet. Im Geschäftsjahr 2023 stammen 34ꢀ% unseres Gesamtstromverbrauchs und 9ꢀ% unseres Gesamtener- gieverbrauchs aus erneuerbaren Energien.19 Daten zu Emissionen Abgedeckte Emissionen Scope (vor Kompensationsmaßnahmen)20 2023 2022 2021 Direkte Emissionen, die durch Heizen, durch Verbrennen von Kraftstoffen in unseren Fahrzeugen und durch flüchtige Scope 1 (in tCO2e) Gase aus Klimaanlagen entstehen 1.560 2.776 2.249 marktbasiert21: marktbasiert: marktbasiert: 1.393 2.397 1.732 Indirekte Emissionen aus eingekauftem standortbasiert: standortbasiert: standortbasiert: Scope 2 (in t CO2e) Strom und eingekaufter Fernwärme 1.356 2.780 2.001 Indirekte Emissionen aus Geschäftsreisen23 und dem Arbeitsweg der Mitarbeite sowie r aus kraftstoff- und energiebezogenen Aktivitäten, die nicht zu Scope 1 und Scope 3 (in t CO2e)22 Scope 2 zählen 3.163 5.788 4.548 Unsere eigenen Aktivitäten umfassen alle direkten Emissionen im Zusammenhang mit der Strom- und Wärmeerzeugung, dem Fuhrpark und flüchtigen Gasen sowie alle indirekten Emissionen, die durch ein- gekaufte Energie, Geschäftsreisen und Mitarbeiterfahrten entstehen. Andere indirekte Emissionen, die bei der Produktion von Rohstoffen und Zwischenprodukten, der externen Logistik, der Nutzung und Ent- sorgung von Produkten oder bei anderen Prozessen entstehen, werden hierbei nicht berücksichtigt. Zunächst haben wir uns darauf konzentriert, die Emissionen für jene Aktivitäten zu berechnen, auf die wir einen größeren Einfluss haben und für die bereits Daten vorliegen. Für nächstes Jahr planen wir die voll- ständige Offenlegung der Scope-3-Emissionen. 19 Strom aus erneuerbaren Energiequellen bezieht sich auf Strom, der über vertragliche Instrumente wie Grünstromzertifikate (z. B. Zertifikate für Strom aus erneuerbaren Energiequellen, Herkunftsnachweise), direkte Verträge (z. B. Stromabnahme- verträge), lieferantenspezifische Emissionsfaktoren und vor Ort durch Fotovoltaik erzeugten Strom bezogen wird. 20 Die Berechnungen erfolgen auf der Grundlage der Richtlinien des Greenhouse Gas Protocol Corporate Accounting and Reporting Standard (GHG Protocol). Emissionsfaktoren wurden aus wissenschaftlich anerkannten Datenbanken wie ecoinvent und DEFRA in den jeweils aktuellen Versionen entnommen. In der CO2-Bilanz unseres Unternehmens werden alle Emissionen als CO2-Äquivalente (CO2e) berechnet. Das bedeutet, dass alle relevanten Treibhausgase, wie im IPCC-Bewertungsbericht angegeben, in die Berechnungen eingeflossen sind. Dazu gehören Kohlendioxid (CO2), Methan (CH4), Fluorkohlenwasserstoffe (HFC), Perfluorkohlenwasserstoffe (PFC), Schwefelhexafluorid (SF6) und Stickstofftrifluorid (NF3). Die CO2-Emissionen wurden anhand der Verbrauchsdaten des Unternehmens berechnet. Wo immer möglich, bildeten Primär- daten für den Berichtszeitraum die Grundlage. Wo Informationen nicht ohne Weiteres verfügbar waren, wurden Annahmen getroffen. So wurden beispielsweise Daten aus dem Vorjahr oder die Grundflächen der Gebäude (in m²) herangezogen, wenn keine Daten zu Heizung, Kühlung oder Stromverbrauch für die Berechnung der Scope-1- oder Scope-2-Emissionen zur Verfügung standen. Für den Arbeitsweg der Mitarbeiter wurden allgemeine Annahmen über die von den Mitarbeitern genutz- ten Verkehrsmittel (prozentualer Anteil an Autos, öffentlichen Verkehrsmitteln etc.) und die durchschnittlich zurückgelegte Entfernung getroffen. Für Geschäftsreisen mit dem Flugzeug werden durchschnittliche Entfernungen für Kurz- und Lang- streckenreisen angenommen; für Reisen mit der Bahn wird zwischen regionalen und innerdeutschen/kontinentalen Reisen unterschieden und für jede Kategorie werden durchschnittliche Entfernungen verwendet. 21 Die Emissionen für Strom wurden nach der sogenannten marktbasierten („market-based“) Methode berechnet. Für die markt- basierte Methode wurden – sofern verfügbar – spezifische Emissionsfaktoren von unseren Energieversorgern zur Verfügung gestellt. Waren diese spezifischen Faktoren nicht verfügbar, wurden Faktoren für den landesspezifischen residualen Energie- mix verwendet. Lagen keine Emissionsfaktoren für diesen Energiemix vor, wurden die standortbasierten Emissionsfaktoren in Übereinstimmung mit dem GHG Protocol Scope 2 Guidance verwendet. 22 Ohne Emissionen aus: eingekauften Waren und Dienstleistungen, Investitionsgütern, vorgelagertem Transport und Vertrieb, im Betrieb anfallenden Abfällen, vorgelagerten geleasten Anlagen, nachgelagertem Transport und Vertrieb, Verarbeitung verkaufter Produkte, Verwendung verkaufter Produkte, End-of-Life-Behandlung verkaufter Produkte, nachgelagerten geleasten Anlagen, Konzessionen und Investitionen. 23 Geschäftsreisen umfassen Flug-, Bahn- und Autoreisen. GESCHÄFTSBERICHT 2023 61 2023 lag unser Hauptaugenmerk auf der Verbesserung der zur Berechnung der Scope-3-Emissionen verwendeten Daten – unter anderem durch eine effektivere Datenerfassung und die verstärkte Verwen- dung von Primärdaten, wo immer dies möglich war. Im gleichen Jahr berechneten wir zum ersten Mal den CO2-Fußabdruck von fünf der meistverkauften Pro- dukte der Westwing Collection. Hierfür verwendeten wir den Greenhouse Gas Protocol Product Life Cycle Accounting and Reporting Standard (GHG Protocol) sowie den „Cradle-to-Customer plus Waste“-Ansatz. Um herauszufinden, welche Prozessabschnitte den größten Anteil an den Emissionen ausmachen, haben wir die Treibhausgasemissionen in jeder Produktionsphase quantifiziert – von den Rohstoffen und der Logistik bis hin zur Verpackung und Entsorgung am Ende der Lebensdauer. Die dabei gewonnenen Werte werden wir in Zukunft nutzen, um unseren CO2-Fußabdruck zu verringern. Als Zeichen unseres kontinuierlichen Engagements für den Klimaschutz haben wir 2023 zum ersten Mal über das Carbon Disclosure Project (CDP)24 Daten zu Umweltauswirkungen veröffentlicht und ein C-Rating erhalten. Emissionsreduktion In diesem Jahr haben wir uns weiter dafür eingesetzt, die betrieblichen Emissionen zu reduzieren. Zu den wichtigsten Ergebnissen zählt die Umstellung auf 100ꢀ% Ökostrom in unseren Büros in Mailand und Barcelona – mit dem Ziel vor Augen, bis 2027 auch unsere restlichen Büros, Lager und Fahrzeuge zu 100ꢀ% mit erneuerbaren Energien25 zu versorgen. Darüber hinaus haben wir in allen Lägern unseres Unternehmens in Polen Energieaudits durchgeführt und eine Reihe von Projekten zur Steigerung der Energieeffizienz Energieeffizienz und zum Rückgang unserer Scope-1- und Scope-2-Emissionen umgesetzt. Dadurch konnten wir beispielsweise unsere Betriebszeiten optimieren, die Temperatur in den Lägern überwachen und konstant halten und Heizkör- perthermostate im Büro herunterregeln. Außerdem deaktivierten wir die Beleuchtung in ungenutzten Gängen, installierten moderne Perlatoren und montierten zusätzliche Winddichtungen an den Lade- rampen, um das Eindringen kalter Außenluft zu verhindern. Da wir nicht alle unsere Einrichtungen direkt kontrollieren können, ist es für uns schwierig, bestimmte energiebezogene Ziele zu erreichen. Hinzu kommt, dass sich der Austausch von bestehenden Energie- systemen oder Stromverträgen durch erneuerbare Alternativen als technisch komplex erweist und zudem stark von den Marktbedingungen abhängt. Daher gehen wir aktiv auf unsere Vermieter und Gebäudeeigentümer zu, um gemeinsam mit ihnen potenzielle Lösungen zu finden, beispielsweise den Einsatz von Geothermie und die Erweiterung unserer Fotovoltaik-Anlagen. Der erfolgreiche Rückgang unserer Scope-1- und Scope-2-Emissionen ist das Ergebnis der oben beschriebenen Energieeffizienzprojekte, aber auch der Tatsache, dass wir im Berichtszeitraum keine Kältemittel für Klimaanlagen nachgefüllt haben, sowie der betrieblichen Konsolidierung (Wiederein- gliederung bestimmter Läger). Ein großer Teil der Belegschaft unseres Lagers in Polen nutzt außerdem einen von uns organisierten Busservice für den täglichen Arbeitsweg, was zusammen mit diesen Initia- tiven und der im Westwing-Konzern insgesamt verringerten Mitarbeiterzahl ebenfalls zur Reduzierung der durch den Arbeitsweg verursachten Scope-3-Emissionen beitrug. Im Jahr 2023 haben wir weiter in glaubwürdige Klimaschutzprojekte für die oben in der Tabelle aufgeführ- ten Emissionen des Jahres 2022 investiert. Die Portfolioauswahl für 2023 steht kurz vor dem Abschluss. 24 Gemeinnützige Organisation, die es Unternehmen mithilfe eines globalen Systems zur Offenlegung von CO2-Emissionen ermöglicht, ihre Umweltauswirkungen zu steuern. 25 Energie umfasst Strom, Heizung, Kühlenergie sowie Kraftstoffe für Lkws im Fuhrpark. 62 WESTWING GROUP SE Ausblick für 2024 2024 wollen wir unseren Climate Transition Plan ausarbeiten, der einen detaillierten Fahrplan zum Erreichen unserer wissenschaftsbasierten Ziele enthält. Dieser Plan wird verschiedene Strategien zur Verringerung der Emissionen umfassen, unter anderem den verstärkten Umstieg auf Ökostrom und die Steigerung der Gesamtenergieeffizienz. Wir werden aktiv auch mit unseren Lieferanten zusammenarbeiten, sowohl mit jenen der Westwing Col- lection als auch mit Drittanbietern, um sie zu ermutigen, eigene wissenschaftsbasierte Ziele festzule- gen. In einem ersten Schritt werden wir die Teams schulen, die mit unseren Lieferanten zusammenar- beiten, um anschließend mit Programmen zum Kompetenzaufbau gezielt auf wichtige und strategische Lieferanten zuzugehen. Darüber hinaus wollen wir die Verarbeitung von Materialien wie Baumwolle, Holz, Wolle und Leder sowie jene Emissionen unter die Lupe nehmen, die sich aus Veränderungen der Landnutzung und Bewirtschaf- tungspraktiken ergeben. Anhand der Ergebnisse dieser Untersuchung werden wir prüfen, ob es notwen- dig ist, FLAG-Ziele für die Bereiche Wald, Land und Landwirtschaft (Forest, Land, Agriculture – FLAG) festzulegen, die die Reduzierung und Beseitigung von Emissionen auf dem Land verfolgen. VERPACKUNG Managementansatz Wir bei Westwing achten auf die Verpackungen unserer Produkte, denn wir möchten, dass sie sicher zu unseren Kunden gelangen und gleichzeitig die Umwelt möglichst wenig belasten. Wir sehen uns in der Verantwortung, kontinuierlich nachhaltige Verpackungsoptionen für unsere Produkte zu finden, und konzentrieren uns dabei auf zwei Hauptbereiche: Erstens, Verpackungen, die unsere Lager- und Logis- tikbereiche verwenden, um die an unsere Kunden auszuliefernden Produkte zu schützen (Outbound- Verpackungen), und zweitens, Verpackungen, die von den Lieferanten der Westwing Collection für unsere eigenen Produkte entwickelt werden (Inbound-Verpackungen). Im Rahmen unserer Klimaziele wollen wir Schaumstoffe eliminieren, neu hergestellte Kunststoffe zuneh- mend durch Recyclingkunststoffe oder Papier ersetzen, den Anteil an recyceltem, recycelbarem oder kompostierbarem Papier weiter erhöhen und den Einsatz von Verpackungsmaterial insgesamt reduzie- ren. Grundlage für diese Vorsätze sind unsere Verpackungsrichtlinien. Diese Richtlinien wurden unter Berücksichtigung unserer Unternehmensziele, der europäischen Regu- latorik zu Verpackungen, Verpackungsabfällen und der erweiterten Herstellerverantwortung sowie der einschlägigen nationalen und europäischen Qualitäts- und Sicherheitsstandards entwickelt. Sie regeln unter anderem vorrangig verwendete Materialien, eingeschränkt zugelassene Substanzen, die Verwen- dung von Polymeren, Schließverfahren, Sicherheitswarnungen, Falltests, Kennzeichnungen sowie Zerti- fizierungen durch Dritte wie etwa das Forest Stewardship Council (FSC®). Inbound-Verpackungen: Inbound-Verpackungen sindVerpackungen, die fürdie Produkte derWestwing Collection verwendet werden. Zuständig hierfür ist das Team des Director Product Quality & Sustaina- bility. Es betreut die Entwicklung von Verpackungslösungen durch unsere Lieferanten, leistet bei Bedarf Unterstützung und übernimmt die volle Verantwortung für das Design, die Qualität, die Nachhaltigkeit und die Beschaffung geeigneter Lösungen. Die Verpackungen werden in der Endphase jeder Produkt- entwicklung bei den Lieferanten entwickelt. Verpackungsdetails werden in unsere Dokumentation der Produktspezifikationen aufgenommen und auf Übereinstimmung mit unseren Verpackungsrichtlinien überprüft. Outbound-Verpackungen: Outbound-Verpackungen sind Verpackungen, die von unseren Lager- und Logistikbereichen zum Schutz, zur Aufbewahrung und zum Versand von Produkten verwendet werden. Zuständig hierfür ist das Team unseres Head of Quality & Customer Experience. Es plant und über- wacht die Art und Weise, wie Produkte für Endkunden verpackt werden, wobei es sich unter Berücksichtigung von Kosten und Nutzen insbesondere auf die Beschaffung und Reduzierung von Verpackungsmaterial konzentriert. Darüber hinaus kümmert sich das Team darum, wie Produkte GESCHÄFTSBERICHT 2023 63 verpackt und im Lager aufbewahrt werden. Unterstützung in Nachhaltigkeitsfragen bietet derzeit das Corporate-Sustainability-Team. Wichtigste Erfolge im Jahr 2023 Inbound-Verpackungen: 2023 konnten wir unsere Verpackungsumstellung weitgehend abschließen, sodass heute für alle Lieferanten der Westwing Collection konkrete Verpackungsanforderungen vor- liegen. Außerdem haben wir unsere Verpackungsrichtlinien überarbeitet: Alle Lieferanten sind nun verpflichtet, Styropor zu vermeiden, bevorzugt recyceltes Material zu verwenden und insgesamt so wenig Verpackung wie möglich zu verwenden. Die vorgenommene Verschärfung dieser Richtlinien auch für die allerkleinsten Verpackungsartikel (z. B. passgenaue Verpackungsbeutel, Klebebänder) bekräftigt unser Engagement für die Umstellung auf nachhaltigere Alternativen. Und schließlich arbeiteten wir weiter mit unseren Lieferanten zusammen, um gemeinsam neue Verpackungslösungen zu finden, die sich in Bezug auf Nachhaltigkeit, Produktschutz, Verfügbarkeit und Kosten als optimal erweisen. Intern haben wir eine Verpackungsdatenbank aufgebaut, um die Datenerfassung zu standardisieren und zugleich sicherzustellen, dass wir bevorstehenden Gesetzesänderungen entsprechen – beispielsweise den EU-Regelungen zur erweiterten Herstellerverantwortung und den Kennzeichnungsvorschriften für Verpackungen in Frankreich (Triman-Logo). Wenn es darum geht, unsere Verpackungen nachhaltiger zu machen, bleibt die wichtigste Herausforde- rung die Bereitstellung preisgünstiger Verpackungslösungen, die die entscheidenden Aspekte Qualität, Sicherheit und Produktnachhaltigkeit erfüllen. Verpackungskennzahlen 31.12.2023 31.12.2022 Anteil des verhandelten Auftragsvolumens bezogen auf die Westwing Collection, bei dem recyceltes und recyclingfähiges Verpackungsmaterial26 zum Einsatz kommt (bezogen auf das gesamte Auftragsvolumen inꢀ%) 100 94 Anteil des verhandelten Auftragsvolumens bezogen auf die Westwing Collection, bei dem kein Styropor mehr enthalten ist (inꢀ%)27 100 85 2023 haben wir unser Ziel von 100ꢀ% nachhaltigen Inbound-Verpackungen erreicht – ein wichtiger Fort- schritt bei der Umsetzung unserer Nachhaltigkeitsstrategie. Außerdem ist es uns gelungen, Styropor als Verpackungsmaterial für Artikel der Westwing Collection vollständig zu eliminieren. Diese Ergebnisse sind die direkte Folge der im ersten Halbjahr 2023 eingeführten Neufassung unserer Verpackungsricht- linien, die nach individuellen Schulungsgesprächen nun für alle Lieferanten der Westwing Collection gilt. Überdies haben wir eine Liste mit potenziellen Lieferanten erstellt, die in der Lage sind, unseren Lieferan- ten recycelte und recyclingfähige28 Verpackungsmaterialien zu vorverhandelten Preisen anzubieten. Outbound-Verpackungen: 2023 haben wir eine umfassende, allen internen Teams zugängliche Ver- packungsdatenbank aufgebaut, die die standardisierte Erfassung von Verpackungsdaten erleichtern soll. In unseren Lägern haben wir auch in diesem Kalenderjahr vermehrt recycelte und wiederverwendete Verpackungen eingesetzt. Zu den wichtigsten Initiativen zählen: a. Verringerung der auf Paletten eingesetzten Stretchfolienmenge durch den Einsatz von Kunststoff- Umreifungsbändern aus 100ꢀ% Recyclingmaterial; b. Auspolsterung von Paketen mit 100ꢀ% Recyclingkunststoff anstelle von Kunststoff-Neumaterial; c. Ersetzen eines Teils der Stretchfolien aus Kunststoff-Neumaterial durch Stretchfolien mit 60ꢀ% Recyclingkunststoff; 26 In Übereinstimmung mit unseren Verpackungsrichtlinien. 27 Bezogen auf unser gesamtes Bestellvolumen, das ursprünglich Verpackungen aus Styropor enthielt. 28 In Übereinstimmung mit unseren Verpackungsrichtlinien. 64 WESTWING GROUP SE d. Ersetzen eines Teils der Polsterschäume durch geschredderte Kartonagen und Recyclingpapier. Kategorie Verpackungskennzahlen29 Bereich 2023 2022 Outbound-Verpackungenver- Anteil von Kunststoffen wendet in Lägern und zum Kunststoffe aus mit mehr als 60ꢀ% Recycling- Schutz bzw. zur Aufbewahrung Recyclingmaterial material (inꢀ%)30 und zum Versand von Produkten 43 2 Outbound-Verpackungen verwendet in Lägern und zum Reduktion von Anteil von Schaumstoff an allen Schutz bzw. zur Aufbewahrung Schaumstoffen Kunststoffen (inꢀ%)31 und zum Versand von Produkten 0,5 3 Outbound-Verpackungen verwendet in Lägern und zum Recycelbare/biologisch Anteil von Recyclingmaterial Schutz, zur Aufbewahrung und abbaubare/kompostier- an der gesamten zum Versand von Produkten – bare Verpackung Verpackung (inꢀ%)32 ohne Holz 100 95 Wiederverwendete, Anteil der wiederverwendeten, verwertete und/ verwerteten und/oder recycel- oder recycelte ten Verpackungen am gesamten Verpackungsabfälle, die in Verpackungsabfälle33 Verpackungsabfall (inꢀ%) unseren eigenen Lägern anfallen 96 58 Mit 100ꢀ% recycelbaren Outbound-Verpackungen34 liegen wir über dem in unserer Nachhaltigkeitsstra- tegie gesetzten Ziel (90ꢀ%). Wir haben aber auch unser Ziel für wiederverwendete, verwertete und/oder recycelte Verpackungsabfälle in unseren Lägern erreicht: 96ꢀ% unserer Verpackungen gehen derzeit zur Rückgewinnung und/oder zum Recycling an Entsorgungsdienstleister (Ziel: 90ꢀ% im Jahr 2028). Ausblick für 2024 Inbound-Verpackungen: Bei den Produkten unserer Westwing Collection wollen wir die Anforderun- gen dieser „neuen Normalität“ auch in Zukunft erfüllen, sodass sowohl bestehende als auch neue Ver- packungen im Einklang mit unseren überarbeiteten Richtlinien stehen. Darüber hinaus werden wir uns darauf konzentrieren, Einwegkunststoffe vollständig aus unseren Verpackungen zu verbannen. Outbound-Verpackungen: Im Jahr 2024 wird Westwing alles daran setzen, seine Nachhaltigkeit im Bereich Verpackung aktiv zu verbessern. Zu den Maßnahmen gehören der Umstieg von Polstermaterial aus Neupapier auf Recyclingpapier, die Eliminierung von Schaumstoff und die Reduzierung anderer Einwegkunststoffe (z. B. für Umreifungsbänder, Schnurbeutel, UID-Etiketten, Kunststoffbänder) sowie ein um mindestens 25ꢀ% verringerter Stretchfolienverbrauch durch den Einsatz leichterer Materialien und eventuell auch neuer Maschinen. Zu den derzeit laufenden Maßnahmen gehören die Umstellung auf leichtere Materialien und die zunehmende Verwendung von umreiften Paletten, die den Kunststoff- verbrauch pro Palette um 50ꢀ% senken. Aktuell überprüfen wir aber auch Modelle zur losen Beladung im Transportwesen sowie neue Arten der Lagerhaltung etwa mithilfe von Lagerkäfigen. 29 Folgende für 2022 gemeldete KPIs wurden für die diesjährige Berichterstattung nicht berücksichtigt: Verpackungsgewicht je versandtes Packstück; Verpackungsgewicht je versandten Artikel; Verpackungsgewicht je Kubikmeter des versandten Pro- dukts (in kg). Dabei handelt es sich um temporäre KPIs, die nur im Jahr 2022 verwendet wurden, um das Verhältnis zwischen der verwendeten Verpackungsmenge und dem versandten Verpackungsvolumen zu ermitteln. Diese KPIs stehen in keinem Zusammenhang mit unseren Verpackungszielen. 30 Ausgenommen sind alle Einwegkunststoffe (gemäß Westwing-Definition) und alle Kunststoffschäume. Zu den Einwegkunst- stoffen gehören Klebebänder, Kabelbinder, passgenaue Verpackungsbeutel kleiner als A4, Kunststoffaufkleber, Lkw-Plomben, Kunststoff-Packbänder und Silica Beutel (mit Vlies Außenbeutel). Dieser KPI ist Bestandteil des Vergütungssystems des Vorstands. Der KPI-Wert wird auf der Grundlage von Materialverbrauchsangaben für Dezember 2023 ermittelt. 31 Schaumstoff umfasst auch weiche Schaumkunststoffe (z. B. Vliesstoffe und Kantenschutzwinkel). Ausgenommen sind Ein- wegkunststoffe. Der KPI-Wert wurde am Ende des 4. Quartals 2023 ermittelt. 32 Ausgenommen sind alle Einwegkunststoffe (gemäß Westwing-Definition) und alle Schaumstoffe. Recycelbare Kunststoffe umfassen LDPE (Polyethylen niedriger Dichte), HDPE (Polyethylen hoher Dichte), PP (Polypropylen), PE (Polyethylen) und PET (Polyethylenterephthalat); recycelbares Papier umfasst alle Papiere, die nicht mit Wachs, Folie oder Kunststoff überzo- gen sind. Der KPI-Wert wurde am Ende des 4. Quartals 2023 ermittelt. 33 Verpackungsabfälle wurden zur Wiederverwendung, Verwertung und/oder Recycling an Entsorgungsdienstleister abgeführt. Der KPI-Wert bezieht sich auf den Gesamtverbrauch im Jahr 2023. 34 Ohne Dropshipping. GESCHÄFTSBERICHT 2023 65 MATERIALBESCHAFFUNG Managementansatz In unserer Nachhaltigkeitsstrategie verpflichten wir uns, langlebige Materialien aus nachhaltigen Quel- len einzusetzen und innerhalb unserer Lieferketten so ressourceneffizient wie möglich zu handeln. In diesem Zusammenhang haben wir uns für die Produkte der Westwing Collection ehrgeizige Ziele gesetzt, die wir bis 2026 erreichen wollen – unter anderem einen Anteil von mehr als 90ꢀ% zertifiziert nachhaltigem Holz sowie Baumwolle, die zu mehr als 90ꢀ% zertifiziert biologisch, recycelt und/oder ver- antwortungsvoll erzeugt ist. Verantwortlich für die Materialbeschaffung ist das Nachhaltigkeitsteam unseres Westwing-Collection-Geschäftsbereichs. Die für unsere Westwing Collection zuständigen Design-, Produkt- und Einkaufsteams berücksichtigen eine breite Palette an Richtlinien, die ihnen helfen, die nachhaltigsten Materialien und Produkte für das Westwing-Portfolio auszuwählen. • Die Richtlinien zur Einstufung von nachhaltigem Material (Sustainable Material Grading [SMG] Gui- delines): Sie klassifizieren Materialien (z. B. Fasern und Holz) auf Grundlage ihres ökologischen Fuß- abdrucks. • Die Richtlinien zur Nachhaltigkeitskennzeichnung (Sustainability Labeling [SL] Guidelines): Sie ent- halten eine Liste von Produkt- und Materialzertifikaten und -eigenschaften, die als nachhaltig gelten und für eine Kennzeichnung mit dem Label WE CARE35 auf unseren Websites infrage kommen. • Die Liste eingeschränkter Substanzen (Restricted Substance List [RSL] Guidelines): Diese Richtli- nien berücksichtigen alle relevanten Regeln und Vorschriften zur Materialsicherheit, insbesondere die EU-Verordnung REACH zur Verwendung von Gefahrstoffen. Die Richtlinien unterstützen dabei, Gefahrstoffe zu eliminieren und den Einsatz giftiger Chemikalien zu vermeiden. Unsere Teilnahme an globalen Initiativen und die Zertifizierung nach globalen Standards für die verant- wortungsvolle Beschaffung von Materialien und Produkten helfen uns, unsere Ziele zu erreichen. Wir sind Mitglied von Better Cotton und unterstützen so den verantwortungsvollen Baumwollanbau. Wir sind nach dem Global Organic Textile Standard (GOTS) zertifiziert, der es uns ermöglicht, Bio-Textilpro- dukte zu beziehen, die in ihrer Herstellung und in der gesamten Lieferkette hohe ökologische und sozi- ale Anforderungen erfüllen. Wir verwenden vom Forest Stewardship Council (FSC®) zertifizierte Pro- dukte, die eine nachhaltige Forstwirtschaft unterstützen. Wir sind nach dem Global Recycled Standard (GRS) zertifiziert. Und natürlich achten wir auch auf die Einhaltung geltender Gesetze und Vorschriften. Beispielsweise berücksichtigt Westwing die Anforderungen der EU-Holzverordnung (EUTR), die den illegalen Holzeinschlag und den damit einhergehenden Handel mit Holz und Holzprodukten bekämpft. Die größte Herausforderung in diesem Bereich besteht im Aufwand, der für die vollständige Zertifizie- rung der wichtigsten Materialien entsteht. Ein kontinuierliches Engagement, Schulungen und Verhand- lungen mit den Lieferanten sind dabei ebenso erforderlich wie die Nachverfolgung der Dokumentatio- nen und Nachweise für jede Bestellung. Wichtigste Erfolge im Jahr 2023 In diesem Jahr konzentrierten wir uns erneut auf nachhaltige Baumwolle und erhöhten den Anteil an zertifizierten Produkten in der Entwicklungsphase, die der Better Cotton Initiative angehören. 2023 wurden wir Mitglied von GoodWeave – ein Zertifizierungsstandard für Teppiche, der sicher- stellt, dass Produkte ohne Kinder- und Zwangsarbeit sowie Schuldknechtschaft hergestellt werden. Nachdem wir uns einem entsprechenden Audit unterzogen haben, gelten wir seit 2023 auch als zer- tifizierte Marke des Responsible Wool Standard36 (RWS). 35 Weitere Informationen finden Sie im Abschnitt „Verantwortungsvolle Marketing- und Kommunikationspolitik“. 36 Ein freiwilliger globaler Standard, bei dem das Wohlergehen der Schafe und des Weidelands, auf dem sie grasen, im Mittel- punkt steht. 66 WESTWING GROUP SE Außerdem haben wir die Liste der Kennzeichnungskriterien für unser Label WE CARE überarbeitet und nun auch EU Flax™37, Responsible Wool Standard (RWS), Sustainable Leather Foundation38 sowie Leather Working Group39 als anerkannte Zertifizierungen unserer Lieferanten aufgenommen. Materialien Bereich 31.12.2023 31.12.2022 31.12.2021 Anteil von zertifiziertem, nachhaltigem Holz (in %)40 Westwing Collection 74 60 8 Anteil von zertifizierter Bio-Baumwolle, recycelter und/oder verantwortungsvoll erzeugter Baumwolle (in %)41 Westwing Collection 68 31 7 Anteil der verantwortungsvoll erzeugten tierischen Nebenprodukte (in %)42 Westwing Collection 17 33 39 Dank der FSC-Zertifizierung aller unserer Lieferanten konnten wir den Anteil an zertifiziertem Holz im Jahr 2023 vergrößern. Der Anteil der zertifizierten Baumwolle stieg in diesem Jahr ebenfalls, nachdem wir – wie bereits erwähnt – den Prozentsatz der von der Better Cotton Initiative zertifizierten Baumwolle erhöhten. Die rückläufige Tendenz bei den verantwortungsvoll erzeugten tierischen Nebenprodukten ist auf den Verkauf alter Bestände von nicht nachhaltigen Wollprodukten zurückzuführen. Wir erwarten, dass dieser Anteil in Zukunft wieder steigt, da fast 90ꢀ% der Wolllieferanten von uns zertifiziert wurden. Im Rahmen unseres strategischen Engagements haben wir auch damit begonnen, die Verwendung von recyceltem Kunststoff für unsere Möbel- und Leuchtenkollektionen zu untersuchen. Dies verdeutlicht unseren stetigen Einsatz für eine kontinuierliche Verbesserung unserer Produktionspraktiken und die verantwortungsvolle Einbindung neuer Materialien in unser Angebot. Wir setzen außerdem alles daran, den Anteil an Schaumstoffen zu reduzieren und/oder unsere Lieferanten dazu zu bewegen, zertifizierte Schaumstoffe zu verwenden wie z. B. Schaumstoffe mit CertiPUR-Siegel43. Über die einzelnen Materialien hinaus bemühen wir uns auch um Zertifikate für fertige Produkte. Eine unserer Sofaserien beispielsweise steht unmittelbar vor einer Zertifizierung mit dem Blauen Engel,44 und wir streben ähnliche Zertifizierungen für weitere Sofaserien und Esstische an. 2023 setzten wir die Erkundung nachhaltiger Alternativen und innovativer Lösungen in der Material- branche fort. Wir suchten z. B. nach Materialien, die Metallwerkstoffe ersetzen können, und entwickel- ten die ersten beiden Kapselkollektionen (kleine Kollektionen, die aus nur wenigen Stücken bestehen) – mit dem Ziel, unseren ökologischen Fußabdruck zu verringern und Elemente des zirkulären Designs in unser Produktportfolio aufzunehmen: • Eine im 3-D-Druckverfahren hergestellte Hängelampe. In Zusammenarbeit mit einem deutschen Her- steller verwenden wir je nach Farbvariante bis zu 88ꢀ% Recyclingkunststoff, um den Lampenschirm zu drucken. 37 Liefert Angaben zur Herkunft von Fasern und zur Rückverfolgbarkeit von Materialien über die gesamte Wertschöpfungskette. 38 Ein globaler Standard, der die Bereiche Umwelt, Soziales und Governance in der gesamten Lederwertschöpfungskette berücksichtigt. 39 Vier globale Standards für die verschiedenen Abläufe in der Lederproduktionskette, darunter auch die Lederherstellung. 40 Beinhaltet Zertifizierungen durch FSC® und PEFC (Programme for the Endorsement of Forest Certification). 41 Beinhaltet Zertifizierungen durch Global Organic Textile Standard, OTS, Better Cotton Initiative, Organic Cotton Standard, Fairtrade Cotton, Global Recycled Standard (GRS), Recycled Claim Standard (RCS) sowie Produkte aus Bio-Baumwolle. 42 Beinhaltet Zertifizierungen durch Leather Working Group, Naturleder IVN, Global Traceable Down Standard, Responsible Down Standard und Downpass, Sustainable Leather Foundation, nach GRS recycelte Federn/Daunen, Responsible Wool Standard, The Good Cashmere Standard®, ZQ Merino Label, GRS-zertifizierte Wolle, Caregora-Wolle, recyceltes Leder und recycelte Federn/Daunen. 43 CertiPUR ist ein freiwilliges Test-, Analyse- und Zertifizierungsprogramm für die Umwelt-, Gesundheits- und Sicherheitsei- genschaften von Polyurethanschaumstoff, das bei Bettwaren und Polstermöbeln zum Einsatz kommt. 44 Der Blaue Engel ist das Umweltzeichen der deutschen Bundesregierung, das für umweltschonende Produkte und Dienstleis- tungen vergeben wird. GESCHÄFTSBERICHT 2023 67 • Eine Möbelserie, für die wir eine Vielzahl von nachhaltigen Materialien verwenden. Ihr Design wurde nach zirkulären Grundsätzen entwickelt – ohne Schrauben, ohne Metallteile, nur mit Holzverbindungen. Ausblick für 2024 Im Jahr 2024 wollen wir unser Engagement für mehr Nachhaltigkeit erhöhen. Dazu gehören die Aus- weitung der Online-Präsenz von WE CARE und die verstärkte Zertifizierung von Holzkomponenten. Ein weiterer Schwerpunkt wird darin liegen, einen höheren Anteil an Zertifizierungen für Baumwolle sowie Materialien aus tierischen Nebenprodukten zu erreichen. Lieferanten von Textilien und Teppichen wer- den zudem die Auflage erhalten, ihre Zertifizierungen kontinuierlich aufrechtzuerhalten – sind Material- zertifizierungen nicht möglich, soll eine vollständige Produktzertifizierung erfolgen. Unserere aktuellen Initiativen fördern auch den verstärkten Einsatz von Recyclingkunststoff in Möbeln und Textilien. Konkret entwickeln wir neue nachhaltige Produkte, darunter auch unsere Stuhlfamilien aus Recyclingkunststoff. Hinzu kommen Automatisierungen, die das Zertifizierungsmanagement erleichtern, z. B. durch die KI-gestützte Kontrolle von Lieferantenrechnungen, die die Gültigkeit von erforderlichen Nachhaltigkeitszertifikaten überprüfen. Darüber hinaus planen wir die Einführung zweier innovativer Kapselkollektionen, die das Thema Nachhaltigkeit in den Mittelpunkt rücken. Und schließ- lich werden wir unsere Kriterien für eine nachhaltige Kennzeichnung auch in Zukunft regelmäßig über- prüfen und aktualisieren. AUSWIRKUNGEN DER LIEFERANTEN Managementansatz Bei unseren Lieferanten handelt es sich entweder um Hersteller, die in unserem Auftrag Produkte her- stellen (Westwing Collection), oder um Marken, deren Produkte wir verkaufen (Drittanbieter). Sie spie- len eine entscheidende Rolle, wenn es darum geht, unseren Kunden attraktive, langlebige und nachhal- tige Produkte zu bieten. Lieferanten der Westwing Collection: Im Rahmen unseres Engagements für mehr Nachhaltigkeit kon- zentrieren wir uns insbesondere auf Unternehmen, die in unserem Auftrag Produkte herstellen, da wir die Materialien und Betriebsstandards hier direkt vorgeben können. Verantwortlich hierfür ist unser Director Product Quality & Sustainability. Für die Lieferanten der Westwing Collection gilt unser Private Label Supplier Code of Conduct (aktualisiert im Jahr 2023), der jene Anforderungen widerspiegelt, die in den Konventionen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO), des UN Global Compact, der Allge- meinen Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen, der UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte sowie in den OECD-Leitsätzen für multinationale Unternehmen festgeschrieben sind. Wesentliche Themen hierbei sind die Arbeitsbedingungen, die Umweltperformance und die Bekämpfung von moderner Sklaverei und Kinderarbeit. Transparenz ist bei der Einbindung von Lieferanten und bei internen Sorgfaltsprüfungen unerlässlich. Sozialaudits zählen zu den weithin anerkannten Methoden, um die Sozialstandards in Zulieferbetrieben zu verstehen und zu bewerten. Unabhängige Prüfer besuchen daher Produktionsstätten, Unterkünfte, Kantinen und ähnliche Einrichtungen, um die dortigen Gesundheits-, Sicherheits- und allgemeinen Arbeitsbedingungen zu beurteilen. Regelmäßige Sozialaudits sind für Lieferanten der Westwing Col- lection mit Sitz in Nicht-EU-Ländern obligatorisch. Die daraus resultierenden Auditberichte, die auch Aktionspläne für Verbesserungsmaßnahmen enthalten, werden an Westwing übergeben und dort indi- viduell bewertet und dokumentiert. In diesem Zusammenhang haben wir klare „Nulltoleranzgrenzen“ und Routinen für den Umgang mit Ausnahmefällen aufgestellt. Werden bei einem Audit in der Onboarding-Phase, also vor Aufnahme von Geschäftsbeziehungen, Sachverhalte festgestellt, die gegen die Nulltoleranzgrenzen verstoßen, blei- ben die Lieferanten solange unberücksichtigt, bis diese Probleme gelöst sind. Treten Nulltoleranzprob- leme beim Re-Audit von bestehenden Lieferanten auf, arbeiten wir unverzüglich gemeinsam mit ihnen an Lösungsstrategien. Sind Lieferanten hierbei nicht kooperativ, werden die Geschäftsbeziehungen ausgesetzt, bis zufriedenstellende Ergebnisse vorliegen, oder auch endgültig beendet. 68 WESTWING GROUP SE Westwing akzeptiert von den Lieferanten der Westwing Collection derzeit folgende international aner- kannte Zertifizierungsprogramme und Initiativen: • soziale Aspekte: amfori BSCI (Business Social Compliance Initiative), SMETA (Sedex Members Ethical Trade Audit) und SA8000-Standard (wegen Qualitätsbedenken in anderen Ländern ist dieser Standard nur für Indien anwendbar); • Umweltaspekte: ISO14001, wir werden prüfen, ob wir Zertifizierungen wie HIGG, BEPI und das ICS ENV-Modul im Jahr 2024 akzeptieren . Diese Programme ermöglichen es Westwing, die Bedingungen vor Ort zu verstehen, die Performance der Lieferanten zu überwachen und die Übereinstimmung mit seinen Werten und den Anforderungen künftiger Bestimmungen zu beurteilen. Außerdem bilden sie die Grundlage zur Förderung eines offenen und direkten Dialogs. Wir bewerten die ökologische und soziale Performance aller Lieferanten, egal, ob sich ihr Sitz in EU- oder Nicht-EU-Ländern befindet. Lieferanten aus Nicht-EU-Ländern werden strenger geprüft, da sie ein potenziell höheres Risiko für Verstöße gegen Menschenrechte und Arbeitsplatzstandards aufwei- sen. EU-Lieferanten, die die EU-Vorschriften einhalten und regelmäßig von unseren Teams besucht werden, erwecken größeres Vertrauen in ihre sozialen und ökologischen Praktiken. Um sicherzustellen, dass sie tatsächlich unseren strategischen Zielen folgen, und um für mehr Transparenz in den europäi- schen Produktionsstätten zu sorgen, finden Bewertungsverfahren nun auch bei EU-Lieferanten statt. Drittanbieter: Unser Business Partner Code of Conduct (aktualisiert im Jahr 2023) gilt für unsere Drittanbieter und beinhaltet ähnliche Themen wie unser Private Label Code of Conduct. Unsere Codes of Conduct berechtigen uns, unangekündigte Audits durchzuführen und von unseren Subunternehmern die Einhaltung derselben Standards zu verlangen. Das Brand-Buying-Team ist dafür verantwortlich, dass Drittanbieter unseren Verhaltenskodex unterzeichnen. WICHTIGSTE ERFOLGE IM JAHR 2023 Lieferanten der Westwing Collection: Bei den Lieferanten der Westwing Collection aus Nicht-EU- Ländern setzten wir die systematische jährliche Auswertung der Sozialaudits fort – bis Ende 2023 hat- ten sie zu 100ꢀ%ein von Dritten durchgeführtes Sozialaudit durchlaufen.45 Unser Team überprüft jeden neuen und erneuerten Sozialauditbericht und verfolgt alle ungeklärten Nulltoleranzfälle und andere gravierende Probleme weiter, um einen Maßnahmenplan zu erstellen. Die Einkäufer werden in diesen Prozess mit einbezogen, um die Produktionsstätten zu unterstützen und zugleich unter Druck zu set- zen. Die Fortschritte bei der Mängelbeseitigung werden jeden Monat kontrolliert – die Sichtung ent- sprechender Dokumente und Fotos hilft, die Einhaltung des Maßnahmenplans zu gewährleisten. 2023 haben wir die Zusammenarbeit mit unseren Lieferanten ausgeweitet und damit begonnen, auch bei ihnen Umweltbewertungen durchzuführen. Solche internen Bewertungen fanden in 25 Produkti- onsstätten von Lieferanten in China und Indien statt, die 47ꢀ% unserer Lieferanten aus Nicht-EU-Län- dern ausmachten (gemessen am Auftragsvolumen). Gegenstand unserer Prüfungen waren ihre Zulas- sungen und Dokumente, ihre Umweltmanagementsysteme, Energie- und Wasserverbräuche, aber auch Angaben zu Abwässern, Abfällen, Luft- und Lärmemissionen und zum Chemikalienmanagement. Seit diesem Kalenderjahr bewerten wir auch unsere Lieferanten aus der EU, die einen großen Teil unse- res Auftragsvolumens ausmachen. Um mehr über den Leistungsstand unserer Lieferanten zu erfahren und uns auf kommende Gesetzgebungen vorzubereiten (insbesondere auf die Richtlinie über die Sorg- faltspflichten von Unternehmen im Hinblick auf Nachhaltigkeit), entwickelten wir ein Durchführungs- protokoll für Sozial- und Umweltaudits, mit dem wir 67ꢀ% der Lieferanten aus EU-Ländern (nach Auf- tragsvolumen) in Bezug auf soziale Aspekte und 72ꢀ% in Bezug auf Umweltaspekte untersuchten. 45 Das Sozialaudit einer Produktionsstätte wurde im Januar 2024 durchgeführt. GESCHÄFTSBERICHT 2023 69 Ferner haben wir auch 2023 wieder überprüft, wie viele der Lieferanten unserer Westwing Collection aus EU- und Nicht-EU-Ländern Umwelt- und Sozialmanagementsysteme einsetzen. Demnach verfügen (bezogen jeweils auf das Bestellvolumen) derzeit insgesamt 11ꢀ% über ein gültiges Umweltmanage- mentsystem (ISO 14001) und insgesamt 3ꢀ% über ein gültiges Sozialmanagementsystem. Wir wollen unser Engagement in diesem Bereich verstärken, um unser Ziel zu erreichen, dass 50ꢀ% der Lieferanten der Westwing Collection (nach Auftragsvolumen) bis 2028 Umwelt- und Sozialmanage- mentsysteme einsetzen. Im Rahmen einer Befragung baten wir 2023 vier unserer strategischen Liefe- ranten, die Wirksamkeit ihrer sozialen Managementsysteme zu bewerten, und unterstützten von diesen außerdem all jene, die noch nicht über solche Systeme verfügten, bei deren Einführung. Unsere Umfrage basierte auf dem SA8000-Standard und konzentrierte sich auf die Frage, ob die Managementsysteme den SA8000-Anforderungen entsprachen – ob etwa ein Social Performance Team (SPT), eine Erklä- rung zum Sozialmanagement, ein Beschwerdemechanismus oder ein Risikobewertungsverfahren ein- gerichtet war. Um unsere Lieferanten bei ihren Bemühungen um eine bessere soziale und ökologische Performance bestmöglich unterstützen zu können, wurden wir 2023 Mitglied bei amfori. Als führender globaler Unternehmensverband setzt sich amfori dafür ein, die ESG-Performance in globalen Lieferketten zu verbessern. Wir beginnen derzeit damit, geeignetes amfori-Schulungsmaterial in der Zusammenarbeit mit unseren Lieferanten zu verwenden. Sie auf die Audits vorzubereiten stellt einen wichtigen Teil unseres Engagements zur Einbindung der Lieferanten dar. Lieferanten sind häufig nicht mit den internationalen Umweltstandards und Auditpro- zessen vertraut. Unser Ziel ist es, alle Lieferanten auf kommende Anforderungen wie die EU-Lieferket- tenrichtlinie vorzubereiten, um so sicherzustellen, dass die Nachhaltigkeitsstandards in unserer gesam- ten Lieferkette eingehalten werden. Drittanbieter: Gemäß unserem Ziel, bis 2027 alle Markenpartner an unsere Nachhaltigkeitsstandards zu binden, unterzeichneten alle bereits im Bereich Shop tätigen Drittanbieter unseren Business Partner Code of Conduct. Alle neuen kampagnenspezifischen Drittanbieter in diesem Bereich müssen diesen ebenfalls unterzeichnen. Derzeit setzen wir uns überdies aktiv dafür ein, dass auch die Drittanbieter im Bereich Club-Sales unseren Business Partner Code of Conduct unterzeichnen. Insgesamt hatten Ende 2023 11ꢀ% aller kampagnenspezifischen Drittanbieter der Club-Sales den Code of Conduct unter- schrieben. Ab diesem Jahr wollen wir außerdem sicherstellen, dass sich alle Drittanbieter an die erwei- terte Herstellerverantwortung der EU und die Schweizer Holzhandelsverordnung halten. Ausblick für 2024 Lieferanten der Westwing Collection: Im Jahr 2024 werden wir uns auf die Einführung von Umwelt- und Sozialmanagementsystemen, die Neudefinition akzeptierter Systeme und die Förderung des Kompetenz- aufbaus in der strategischen Lieferantenbasis konzentrieren. Vor dem Hintergrund der Lieferketten- Compliance werden wir bei Lieferanten aus Nicht-EU-Ländern mehr Umweltaudits und bei Lieferanten aus der EU zukünftig mehr Sozial- und Umweltaudits durchführen. Für unsere wichtigsten und strategischen Zulieferer werden wir außerdem standardisierte Schulungen veranstalten – ein Schritt, der im Einklang mit der Unternehmensmission von amfori steht, positive und dauerhafte Veränderungen im Bereich der unternehmerischen Nachhaltigkeit voranzutreiben. 2024 planen wir bei 16 unserer Lieferanten in Indien, Vietnam und der Türkei darüber hinaus die Einfüh- rung des amfori-Beschwerdemechanismus „Speak for change“. Dies ist ein weiterer Fortschritt im Umgang mit den sozialen und menschenrechtlichen Problemen in den Betrieben unserer Lieferanten und zugleich ein Mittel zur Erhöhung der Transparenz in unserer Wertschöpfungskette. Drittanbieter: Wir werden uns weiterhin dafür einsetzen, dass alle bestehenden und neuen Dritt- anbieter unseren Business Partner Code of Conduct unterzeichnen. FAIRE ARBEITSBEDINGUNGEN 70 WESTWING GROUP SE Managementansatz Unsere Nachhaltigkeitsstrategie unterstützt faire Arbeitsbedingungen sowohl für unsere eigene Beleg- schaft als auch für die Mitarbeiter unserer Westwing-Collection-Lieferanten. Dieses Bekenntnis bein- haltet ein gesundes und sicheres Arbeitsumfeld, die Gewährleistung des körperlichen und geistigen Wohlbefindens sowie ein Angebot an Schulungs- und Karrieremöglichkeiten. In diesem Jahr haben wir eine Menschenrechtsrichtlinie entwickelt, die sich an den internationalen Standards orientiert. Diese Richtlinie befasst sich mit den Rechten der Beschäftigten in unseren Betrieben, den Mitarbeitern in der vorgelagerten Wertschöpfungskette (den Arbeitnehmern unserer Lieferanten) und den Rechten unse- rer Kunden. Zu ihren wichtigsten Grundsätzen gehören die unternehmerische Sorgfaltspflicht für Men- schenrechte, das Verbot von Kinderarbeit, Zwangsarbeit und Menschenhandel sowie die Nichtdiskrimi- nierung und der Verbraucher- und Datenschutz. Die Mitgliedschaft im UN Global Compact (UNGC) unterstreicht unser Engagement für eine nachhal- tigere Zukunft und insbesondere für faire Arbeitsbedingungen, nicht zuletzt, weil sich vier UNGC-Prin- zipien mit Arbeitsfragen befassen. In diesem Jahr haben wir dem UNGC erfolgreich unseren Fort- schrittsbericht vorgelegt, in dem wir unsere Bemühungen und unser Engagement in Themengebieten wie z. B. Menschenrechte, Arbeitsnormen und Antikorruption in unserer Wertschöpfungskette darlegen. Mitarbeiter von Westwing: Wir kommunizieren mit unseren Mitarbeitern auf regelmäßigen Allhands- Meetings, durch den ständigen Austausch mit den Führungskräften und mithilfe unseres Mitarbeiterbef- ragungstools OfficeVibe, das 2023 die bisherigen Mitarbeiterumfragen ersetzt hat. Unser interner Code of Conduct bildet den Rahmen für das Wohlergehen und das erwünschte Verhalten der Mitarbeiter – zum Beispiel in Bezug auf die Themen Korruption, Wettbewerb, Interessenkonflikte, Berichterstattung und Beziehungen zu Lieferanten und Geschäftspartnern. Er berücksichtigt aber auch die einschlägigen inter- nationalen Standards sowie die nationalen und EU-weiten Arbeits-, Gesundheits-, Sicherheits- und Sozi- alvorschriften. Mit WestwingFlex verfügen wir über ein hybrides Arbeitsmodell, das eine Kombination aus Büroarbeit, Homeoffice und mobilem Arbeiten ermöglicht. Die Sicherstellung des psychischen und physischen Wohlbefindens unserer Mitarbeiter ist integraler Bestandteil unserer Nachhaltigkeitsstrategie und ein wichtiges Instrument zur Gewährleistung fairer Arbeitsbedingungen in unseren eigenen Betrieben. Aus diesem Grund kooperieren wir an unseren verschiedenen Standorten mit einer Reihe von Anbietern von Gesundheitsdienstleistungen. Die Gewähr- leistung sicherer Arbeitsbedingungen ist für uns eine Selbstverständlichkeit. Mit unserer Nachhaltig- keitsstrategie verfolgen wir das Ziel, in unseren Lägern unfallfrei zu arbeiten und dort zudem regelmäßige Initiativen und Maßnahmen für mehr Gesundheit und Sicherheit durchzuführen. Eine intern einheitliche, quantitative Nachverfolgung arbeitsbezogener Sicherheitskennzahlen befindet sich derzeit in der Ent- wicklung, um unsere Fortschritte beim Erreichen unserer Ziele messbar zu machen. Wir planen, die Methodik für diese Messgrößen an die Anforderungen der europäischen Standards für die Nachhaltig- keitsberichterstattung (ESRS) anzupassen. Soziales Verantwortungsbewusstsein und Engagement waren schon immer Teil der DNA unseres Unter- nehmens. Wir wollen den Communitys, in denen wir tätig sind, etwas zurückgeben und so dauerhafte Werte schaffen. Das ehrenamtliche Mitarbeiterengagement ist fester Bestandteil unserer Corporate- Citizenship-Aktivitäten und bietet den Menschen wirksame und sinnstiftende Möglichkeiten, etwas zu bewegen. Unserer Meinung nach eröffnet es zugleich die Chance, die Mitarbeiterzufriedenheit zu stei- gern. Um unser Engagement in diesem Bereich zu bekräftigen, entwickelten wir unser „Corporate Citizenship Commitment“, das unsere Schwerpunkte, Grundsätze und Kernaktivitäten beschreibt. Unser Chief People Officer ist Teil des Führungsteams und – mit Unterstützung der Teams von People & Culture (P&C) in den lokalen Büros und Lagerbetrieben – verantwortlich für unsere Personalstrategie. Lieferanten der Westwing Collection: Die Bewertung von Programmen zur Verbesserung der Arbeits- bedingungen bei den Lieferanten der Westwing Collection ist eines der Hauptziele dieses Bereichs unserer Nachhaltigkeitsstrategie. Mehr über unseren allgemeinen Ansatz und die Aufgaben und Zuständigkeiten im Umgang mit den Auswirkungen auf Lieferanten finden Sie im Abschnitt „Auswirkungen der Lieferanten“. GESCHÄFTSBERICHT 2023 71 Wichtigste Erfolge im Jahr 2023 Mitarbeiter von Westwing: Nach einem erfolgreichen Start im Jahr 2022 an unserem Hauptsitz in München haben wir das MyCareer-Programm auf unsere Niederlassungen in Polen ausgeweitet. Das Programm bietet Unterstützung bei der Karriere- und Nachfolgeplanung, beim Leistungsmanagement, bei Vergütung und Sozialleistungen sowie bei der Weiterbildung. 2023 führten wir unser neues Key-Talent-Programm ein, mit dem wir Talente erkennen, fördern und an uns binden wollen. Die auf ein Jahr angelegte Initiative bietet neben einem Budget zur beruflichen Entwicklung auch Mentoring durch Führungskräfte sowie vierteljährlich stattfindende Netzwerkveranstaltungen. Wir haben auch ein Lern- und Entwicklungsteam eingerichtet, um unsere Mitarbeiter zu fördern und zu ent- wickeln . In diesem Kalenderjahr erstmals zur Anwendung kam auch Personio – unsere neue Personalsoftware, die nicht nur unsere globalen Teams näher zusammenzubringen, sondern es uns auch erleichtern soll, Daten zu sammeln und auszuwerten und über wichtige soziale Indikatoren wie etwa die Vielfalt unserer Teams zu berichten. Nach wie vor bieten wir eine Reihe von Gesundheitsprogrammen im gesamten Unternehmen an, um die geistige und körperliche Gesundheit unserer Mitarbeiter zu stärken. Beispielsweise führten wir unsere jährliche Gesundheitswoche zur Förderung eines gesunden und positiven Lebensstils durch und unter- stützten den World Mental Health Day. 2023 haben wir darüber hinaus für einige unserer Vertriebszentren in Polen einen neuen Sozialstandard entwickelt, der unsere Mindestverpflichtungen gegenüber den Beschäftigten festlegt, beispielsweise unsere Vorstellungen zu Einstellungsprozessen, Arbeitszeiten, Gesundheit und Sicherheit am Arbeits- platz, Vergütungen, Arbeitsbedingungen, Sozialleistungen und mehr. Ein weiterer Schwerpunkt in diesem Jahr waren die 22 internen Informationsveranstaltungen und Workshops, die die Kompetenzen und das Engagement unserer Mitarbeiter fördern sollen. Die Themen waren vielfältig und reichten vom Projektmanagement über persönliche Entwicklungspläne und Frauen in Führungspositionen bis hin zu Strategieplänen für die wichtigsten Geschäftsaktivitäten von Westwing. Die in unserem europäischen Logistikzentrum in Polen eingerichtete Westwing Academy bietet ein umfassendes Programm, das sich auf die Unfallvermeidung, die Entwicklung von Führungskompetenzen und die Vermittlung praktischer Tipps im Umgang mit Materialien konzentriert. 2023 haben wir für die Führungskräfte in unseren Lägern mehrere Workshops veranstaltet, die unter anderem die Stärkung der Führungsqualitäten und des Durchsetzungsvermögens sowie den Aufbau einer Kultur des positiven Feedbacks thematisierten. 143 Teammitglieder nahmen in diesem Jahr an unserem Social Impact Day teil und unterstützten 14 Pro- jekte mit rund 640 Stunden Freiwilligenarbeit, während weitere 31 Mitarbeiter ihre individuellen Freiwil- ligentage nutzten, um einen Beitrag für Menschen und Projekte aus der Nachbarschaft zu leisten. Zu diesen Aktivitäten gehörten IT-Schulungen für unterprivilegierte Schüler, Besuche bei einer Jugend- gruppe, die sich mit Themen der Vielfalt befasst, die Ausgabe von Lebensmitteln an einer Tafel, das Sam- meln von Abfall und die ehrenamtliche Arbeit in Pflegeheimen. 2023 haben wir die bisherigen Mitarbeiterumfragen durch das Mitarbeiterbefragungstool Office Vibe ersetzt. Office Vibe ist eine teamorientierte Plattform, die unseren Mitarbeitern die Möglichkeit gibt, ihr Feedback zu teilen und auch ihren Kollegen Wertschätzung zu zeigen. Die Plattform ist zugleich ein wei- terer Schritt in Richtung einer 360°-Mitarbeiterbewertung, da sie die Erfassung und Auswertung ganz verschiedener Arten von Feedback ermöglicht. Die Ergebnisse aus diesem Jahr zeigen eine hohe Gesamtzufriedenheit mit der Arbeit bei Westwing. 87ꢀ% aller Beschäftigten bewerteten Westwing sehr positiv, positiv oder neutral,46 was bedeutet, dass wir erneut unser Ziel erreicht haben, die Zufrieden- heitsrate bei über 80ꢀ% zu halten. Während der Zusammenhalt in den Teams und die Möglichkeiten von 72 WESTWING GROUP SE Homeoffice und mobilem Arbeiten in der Umfrage positiv bewertet wurden, sahen die Mitarbeiter ins- besondere bei der Karriereentwicklung Verbesserungspotenziale. Lieferanten der Westwing Collection: Bei unseren Lieferanten der Westwing Collection bewerten wir weiterhin alle bereits etablierten Ansätze zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen, indem wir das Vorhandensein von Programmen, Maßnahmen und Managementsystemen für faire und sichere Arbeitspraktiken prüfen. Eine systemati- sche Verfolgung quantitativer Aussagen in Bezug auf die Existenz solcher Arbeitsplatzprogramme wird – wie in unserem internen Nachhaltigkeitsfahrplan festgelegt – in den kommenden Jahren eingeführt. Mehr über die Herausforderungen in unserer Lieferkette finden Sie im Abschnitt „Auswirkungen der Lieferanten“. Ausblick für 2024 Mitarbeiter von Westwing: 2024 möchten wir unser MyCareer-Programm weiterentwickeln. Wir wollen Führungskräfte befähigen, die Leistung ihrer Teams besser überwachen und steuern zu können, und sie außerdem im Umgang mit Veränderungen und beim Aufbau neuer Geschäftsbereiche unterstützen. Und schließlich wollen wir uns verstärkt auf das interne Talentmanagement fokussieren und den Mit- arbeitern damit bessere Entwicklungspotenziale bieten. Um unseren Mitarbeitern 2024 mehr Projekte und Initiativen anbieten zu können, haben wir unser Budget für den Bereich Personalentwicklung erhöht. Lieferanten der Westwing Collection: Informationen zu unseren Plänen für 2024 finden Sie im Abschnitt „Auswirkungen der Lieferanten“. VERANTWORTUNGSVOLLE MARKETING- UND KOMMUNIKATIONSPOLITIK Managementansatz Es ist unser Ziel, allen Stakeholdern klare, glaubhafte Informationen über unsere Nachhaltigkeits- performance bereitzustellen – sowohl in Bezug auf unser Unternehmen als auch in Bezug auf unsere Produkte. Außerdem wollen wir unsere Kunden mithilfe verschiedener Kommunikationskanäle dazu ins- pirieren, nachhaltigere Entscheidungen zu treffen. Die Kommunikation in Bezug auf Nachhaltigkeitsthemen erfolgt über unsere Abteilungen Marketing, Communications, Public Relations und Investor Relations. Ihre Arbeit wird koordiniert von den Abtei- lungsleitern an unserem Hauptsitz, denen das Corporate-Sustainability-Team zur Seite steht. Das Team ist verantwortlich für die Bereitstellung aller Angaben im Geschäftsbericht sowie für die Veröffentli- chung eines eigenständigen, jährlich erscheinenden Nachhaltigkeitsberichts. Unsere Richtlinie für eine verantwortungsvolle Marketing- und Kommunikationsarbeit bestimmt das Vorgehen bei allen Marketing-, Vertriebs-, Werbe- und Kommunikationsaktivitäten. Sie gilt für alle Länder, in denen wir tätig sind. Ihre Hauptziele sind die Einhaltung aller relevanten Gesetze sowie eine transparente, ethische und ehrliche Kommunikation, die sich allen gegenüber respektvoll zeigt. Die Richtlinie enthält Leitlinien zu den Themen Transparenz und Ehrlichkeit, Kinderschutz, Vielfalt und Integration, Umgang mit sozialen Medien, Verbraucherdatenschutz, Compliance und Kommunikation. Unser Ansatz zur Marken- und Produktkennzeichnung 2023 haben wir unser Label „Sustainable“ sowohl in unserem Shop als auch in unseren Club-Sales durch das Label WE CARE ersetzt, um den bestehenden Bedenken des Markts in Bezug auf die Kenn- zeichnung von Produkten mit Nachhaltigkeitsmerkmalen Rechnung zu tragen. Auf das Label folgt bei jedem Produkt eine individuelle Erläuterung, die für mehr Transparenz sorgt. Mithilfe eines Nachhaltig- keitsfilters können Kunden leicht alle Produkte ausfindig machen, die mit diesem Label gekennzeichnet sind. Ziel der neuen Kennzeichnung ist es, mehr Transparenz und Einheitlichkeit zu schaffen, aber auch Greenwashing zu verhindern. 46 Aufgrund des Wechsels der Berechnungsmethode können die Ergebnisse für 2023 nicht direkt mit jenen aus dem letzten Jahr verglichen werden. Beispielsweise blieben neutrale Antworten bislang unberücksichtigt. GESCHÄFTSBERICHT 2023 73 Grundlage für die Entscheidung, ob ein Produkt mit dem Label WE CARE ausgezeichnet wird, sind unsere Richtlinien zur Nachhaltigkeitskennzeichnung, die mehr als 50 unabhängige Zertifizierungsan- forderungen (EU Ecolabel, Blauer Engel etc.) sowie eine Reihe von Nachhaltigkeitseigenschaften (z. B. Recycling- oder Bio-Anteil) berücksichtigen. Unsere Lieferanten stellen Informationen zur Material- zusammensetzung ihrer Produkte und zu verfügbaren Zertifikaten auf Produkt- oder Materialebene zur Verfügung – jeweils fokussiert auf die wichtigsten Materialkomponenten. Die von den Lieferanten bereitgestellten Informationen werden durch stichprobenartige Überprüfungen und die Abfrage von Nachweisen, z. B. Transaktionszertifikate oder Better Cotton Claim Unit Transfers bei BSCI, validiert und anhand unserer Richtlinien bewertet. Produkte werden mit dem Label WE CARE gekennzeichnet, wenn ihre Materialeigenschaften oder die für sie verfügbaren Zertifikate mit unseren Richtlinien zur Nachhaltigkeitskennzeichnung übereinstimmen. Weitere Erfolge waren die Veröffentlichung unseres ersten eigenständigen Nachhaltigkeitsberichts im März 2023, der Relaunch unserer Nachhaltigkeitsseite auf unserer Website sowie die Veröffentlichung mehrerer Artikel mit Nachhaltigkeitsbezug auf unserer Website und in den sozialen Medien. In diesem Jahr haben wir außerdem eine Strategie für nachhaltige Kommunikation entwickelt, die das Thema Nachhaltig- keit in den Mittelpunkt unserer externen Kommunikation mit Kunden und Geschäftspartnern rücken wird. Dem Informationsbedarf der Anleger gerecht werden Unser Investor-Relations-Team veranstaltet regelmäßig Gespräche zur Ertragslage und Diskussions- runden mit Anlegern. Diese bieten die Gelegenheit, wichtige Geschäftsentwicklungen und ESG-Daten anzusprechen – z. B. Aktualisierungen unserer Nachhaltigkeitsstrategie und Pläne für Verbesserungs- maßnahmen. Der Markt verfolgt die ESG-Performance von Unternehmen seit einigen Jahren immer genauer. Nicht zuletzt deshalb arbeiten unsere Corporate-Sustainability- und Investor-Relations-Teams eng zusammen, um so Informationen für unsere wichtigsten Ratings bereitzustellen und Potenziale für weitere Verbesserungen zu ermitteln. Wichtigste Erfolge im Jahr 2023 Eines der Hauptziele der Nachhaltigkeitsstrategie ist es, unseren Kunden durch ein Angebot klar erkennbarer Artikel mit Nachhaltigkeitskennzeichnung zu helfen, Nachhaltigkeitsaspekte in Kaufent- scheidungen einzubeziehen. Ende 2023 machten Produkte mit WE-CARE-Label 48ꢀ% des Portfolios der Westwing Collection aus. Über 5ꢀ% der Produkte von Drittanbietern im Shop trugen ebenfalls die- ses Label. Die Kennzeichnung von Drittanbieter-Produkten hängt maßgeblich von den Möglichkeiten und der Bereitschaft der Lieferanten ab, die entsprechenden Nachhaltigkeitsangaben zu liefern und zu belegen, weshalb die Beschaffung aller notwendigen Informationen für Westwing mit einem erhebli- chen Aufwand verbunden war. Wir betrachten ESG-Ratings als ein wertvolles Instrument, um unsere ESG-Bemühungen und -Fort- schritte zu überwachen und zu kommunizieren. Die ESG-Ratings, an denen wir im Jahr 2023 aktiv teilnahmen, haben wir sorgfältig priorisiert. Diesen Ansatz werden wir jährlich auf der Grundlage des Informationsbedarfs unserer Stakeholder neu bewerten. Im letzten ISS ESG Corporate Rating (2021) erhielten wir die Bewertung C-, womit wir im Dezil-Rang Top 3 liegen – das bedeutet, wir gehören zu den besten 30ꢀ% unserer Branche. Hinzu kommen das im Vergleich zu 2022 unveränderte Rating AAA (auf einer Skala von AAA bis CCC) im ESG-Rating von MSCI sowie 37 Punkte (von 100) im S&P Global Corporate Sustainability Assessment 2023, das Westwing im 92. Perzentil der Branche RTS Retailing platziert – eine deutliche Verbesserung im Vergleich zu 2022, wo wir 29 Punkte und das 85. Perzentil erreichten. Dies spiegelt unser Engagement zur Verbesserung unserer ESG-Performance wider. Außer- dem planen wir, diese Ergebnisse zusammen mit dem Peer-Benchmarking und anderen Ressourcen zu nutzen, um weitere Verbesserungen zu erzielen. 74 WESTWING GROUP SE Ausblick für 2024 Wir arbeiten an der Umsetzung unserer Strategie für nachhaltige Kommunikation und werden schritt- weise dazu übergehen, Nachhaltigkeitsfragen gegenüber unseren Stakeholdern proaktiver zu kommuni- zieren. Darüber hinaus wollen wir unser Marketing-Know-how und unsere Kommunikationskanäle weiter- hin nutzen, um unseren Kunden eine Reihe von nachhaltigen Optionen zu bieten. Angesichts der mit dem Nachhaltigkeitsmarketing verbundenen Reputationsrisiken, der verstärkten behördlichen Kontrollen, des steigenden Verbraucherbewusstseins und der Forderungen nach mehr Transparenz müssen wir uns dar- auf konzentrieren, dass unsere gesamte Kommunikation glaubhaft, konsistent und vertrauenswürdig ist. 2024 wollen wir außerdem weiterhin mit Rating-Agenturen zusammenarbeiten und weitere Verbesse- rungspotenziale erschließen. INTEGRITÄT UND RECHTLICHE COMPLIANCE Managementansatz Eine integre Geschäftspolitik, die mit allen geltenden Gesetzen und Vorschriften sowie mit den Unter- nehmensrichtlinien und -grundsätzen im Einklang steht, ist für Westwing und sein Management von großer Bedeutung. Die Integrität und das verantwortungsvolle Verhalten unserer Mitarbeiter bilden die Grundlage für die gute geschäftliche Reputation von Westwing. Gemeinsam mit der Geschäftsleitung sorgt unsere Rechtsabteilung für die Einhaltung aller Rechtsvor- schriften innerhalb des Unternehmens. Indem sie darüber hinaus alle Bereichsteamleiter einbezieht, fördert sie zugleich die Etablierung einer Compliance-Kultur. Zur Unterstützung dieser Initiative sowie für Schulungen und Monitorings stehen sowohl ein digitales Tool zum Richtlinienmanagement als auch verpflichtende Trainingseinheiten zur Verfügung. Präsenzschulungen ergänzen das digitale Tool bei Bedarf. Mitarbeiter erhalten mithilfe konkreter Projektaktivitäten, Handouts und Richtlinien klare Anleitungen für den täglichen Geschäftsbetrieb. Zudem findet ein enger Austausch zwischen der Rechtsabteilung und den Teams anderer Bereiche (z. B. GRC, P&C, IT-Sicherheit und Nachhaltigkeit) statt, um die Ein- haltung aller relevanten Vorschriften kontinuierlich zu verbessern. Der Leiter der Rechtsabteilung ist Mitglied des Policy Steering Committee, das neue geschäftliche Anforderungen in Bezug auf Unter- nehmensrichtlinien bewertet, Inhalte prüft und Schulungen betreut. Alle neuen Richtlinien oder relevanten Aktualisierungen bedürfen der Genehmigung durch den Vor- stand der Westwing Group SE. Der Leiter der Rechtsabteilung, der direkt an den CFO berichtet, infor- miert den Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats über den Stand der Compliance-Schulungen und die Roadmap zur rechtlichen Compliance. Wichtige Aktualisierungen der rechtlichen Compliance werden bei Bedarf kommuniziert. Compliance-Risiken zu bewerten ist integraler Bestandteil des konzernweiten Risikomanagementsystems. Sie werden vom GRC-Team und den jeweils Risikoverantwortlichen jedes Jahr systematisch ermittelt und beurteilt. In Bezug auf Korruption und Bestechung vertritt Westwing eine Nulltoleranzpolitik. Auf Westwings Whistleblower-Hinweisgeberportal47 können Mitarbeiter und externe Stakeholder potenzielle Verstöße gegen Gesetze und Richtlinien und/oder unethisches Verhalten melden und auch Anliegen zu Nachhaltigkeitsthemen vorbringen. 47 https://whistleblowersoftware.com/secure/9462f523-87d8-4c63-a532-8fa73df64efe/new GESCHÄFTSBERICHT 2023 75 Datenschutz und Informationssicherheit Der Schutz und die Sicherheit personenbezogener Daten sind für Westwing und seine Geschäftsfüh- rung von zentraler Bedeutung. Als vor allem im E-Commerce tätiges Unternehmen des Bereichs Home & Living erhält und verarbeitet Westwing große Datenmengen. Dies erfordert ein hohes Maß an Sorg- falt sowie technische und organisatorische Maßnahmen zur Risikominderung. Durch die Einführung der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) der Europäischen Union hat der Datenschutz in den letzten Jahren stark an Bedeutung gewonnen. Zugleich hat er auch für die Teams „Rechtliche Compliance“ und „Informationssicherheit“ höchste Priorität. Um sicherzustellen, dass wir im Einklang mit allen relevanten Datenschutzgesetzen arbeiten, verfügen wir – als Ergänzung unserer internen Kompetenzen – über einen externen Datenschutzbeauftragten. Die Teams für „Rechtliche Compliance“ und „Informationssicherheit“ legen gemeinsam mit den jeweils zuständigen Geschäftsbereichen die relevanten Regeln und Verfahren für den Umgang mit Daten- schutz- und IT-Sicherheitsthemen fest. Unsere Regeln und Verfahren sollen unter anderem gewährleis- ten, dass alle von Westwing verarbeiteten personenbezogenen Daten sicher und gemäß sämtlicher gel- tender Datenschutzgesetze geschützt sind. Beispielsweise haben wir geeignete technische und organisatorische Maßnahmen nach Artikel 32 der DSGVO ergriffen, um das geforderte Niveau an Datensicherheit und Datenschutzkonformität zu erreichen. Unsere Mitarbeiter werden regelmäßig über die Risiken eines unsachgemäßen Umgangs mit personenbezogenen Daten informiert und außerdem angewiesen, personenbezogene Daten so risikoarm wie möglich und in Übereinstimmung mit der DSGVO zu verarbeiten. Um die Einhaltung der Datenschutzbestimmungen zu gewährleisten, wurde eine Reihe von Richtlinien und Handlungsanweisungen eingeführt. Neben den Datenschutzrichtlinien und -verfahren verfügt Westwing auch über ein Informationssicherheits- Managementsystem (ISMS), das alle Aspekte der eingesetzten Informationstechnologie erfasst – ein- schließlich unserer IT-Systeme und der damit verbundenen Einrichtungen und Prozesse. Das ISMS von Westwing legt Regeln für alle Nutzer der IT-Ressourcen von Westwing fest. Diese Regeln bestimmen unter anderem den Umgang mit Sicherheitsvorfällen und mit persönlichen, geschäftlichen, internen oder sensiblen Daten, um so die Sicherheit des Westwing-Netzwerks zu gewährleisten. Die Einhaltung unseres ISMS ist Voraussetzung für den Zugriff auf Informationen und deren Weitergabe innerhalb von Westwing. Hinzu kommen verpflichtende IT-Sicherheitsschulungen, die über das Tool zum Richtlinien- management an die Mitarbeiter von Westwing verbreitet werden. 2023 erfolgte die konzernweite Einführung dieses digitalen Tools in allen europäischen Ländern, in denen Westwing tätig ist. Darüber hinaus sind im Rahmen des Onboardings neuer Mitarbeiter IT-Sicherheitsschulungen als Präsenz- oder Online-Veranstaltung obligatorisch. Und schließlich verfügen wir über Verfahren, um bei Verstößen gegen die IT-Richtlinien und/oder bei Datenmissbrauch jeden Fall untersuchen und gegebenenfalls disziplinarische Maßnahmen ergreifen zu können. IT- und Cybersicherheitsthemen werden regelmäßig auf Vorstandsebene und mit dem Aufsichtsrat bzw. seinem Prüfungsausschuss besprochen. Von besonderer Relevanz war dies im Jahr 2023, als Westwing eine technische Umstellung auf SaaS-Anbieter prüfte. Korruptionsbekämpfung Westwing verfügt über eine umfassende Antikorruptionsrichtlinie. Diese Richtlinie gilt für alle Mitarbei- ter von Westwing sowie für alle Dritten, die mit dem Unternehmen in geschäftlicher Verbindung stehen. Sie beschreibt akzeptable und inakzeptable Verhaltensweisen, um die Einhaltung einschlägiger Gesetze zu ermöglichen, und gibt Führungskräften und Mitarbeitern klare Anweisungen, wie sie unzulässige Zahlungen, Geschenke, Einladungen oder Zuwendungen jeglicher Art vermeiden können. Hinzu kommen digitale Compliance-Schulungen zur Korruptionsbekämpfung, die für alle Mitarbeiter, einschließlich der Führungskräfte, verpflichtend sind. Sollte Unterstützung benötigt werden, können sich die Mitarbeiter an ihre Vorgesetzten und an die Rechtsabteilung wenden. Bei einem potenziellen Korruptionsvorfall analysiert das Compliance-Team den Sachverhalt, gibt Empfehlungen und leitet gegebenenfalls ent- sprechende Gegenmaßnahmen ein. Vorstand und/oder Aufsichtsrat werden bei Bedarf informiert. 76 WESTWING GROUP SE Westwing erwartet von seinen Lieferanten, Bestechung und Korruption nicht zu tolerieren. Aus diesem Grund wurde die Korruptionsbekämpfung in den Private Label Supplier Code of Conduct sowie in den Business Partner Code of Conduct aufgenommen, der sich an Drittanbieter richtet, mit denen Westwing Geschäftsbeziehungen unterhält. Im Jahr 2023 sind Westwing keine Fälle von Korruption und Bestechung bekannt geworden. Im Jahr 2023 leisteten wir keine Spenden an politische Parteien. Wichtigste Erfolge im Jahr 2023 2023 etablierte Westwing ein digitales Tool zum Richtlinienmanagement, das derzeit gemeinsam von den P&C-Teams der verschiedenen Länder und der Rechtsabteilung von Westwing betreut wird. Am Hauptsitz führten wir zudem mehrere neue Richtlinien und Handlungsanweisungen ein – unter ande- rem zu den Themen Menschenrechte und Verschwiegenheit. Die bereits bestehenden obligatorischen Schulungsmaßnahmen und Richtlinien (z. B. Code of Conduct, Gesundheits-, Sicherheits- und Korrup- tionsbekämpfungsrichtlinien) stehen über das Tool zum Richtlinienmanagement zur Verfügung. Aktua- lisierungen erfolgten dabei je nach Bedarf. Beispielsweise wurde die Reiserichtlinie revidiert, der Code of Conduct um eine Sanktionsklausel erweitert und die Dokumentation zur IT-Schulung aktualisiert – mit dem Ziel, sie an neuen technischen Standards und Überlegungen zum Einsatz von KI auszurichten. Mitarbeiter können die jeweils neuesten Versionen der Richtlinien über das Intranet und das Richt- linienmanagementsystem abrufen. Das Tool erleichtert auch das digitale Monitoring von Schulungen, deren Ergebnisse an die Teamleiter und den Vorstand gemeldet werden. In Ergänzung zu den formellen Richtlinien stellt das leicht zugängliche Intranet von Westwing verschiedene Compliance-Prozesse bereit – beispielsweise Mate- rialien zu Vertraulichkeitsvereinbarungen und Vollmachten (einschließlich des Vier-Augen-Prinzips). Hinzu kommen ein neues Compliance-Handbuch und die von der Rechtsabteilung individuell durchge- führten Compliance-Schulungen zum Kunden-, Zivil- und Kartellrecht sowie zum Recht an geistigem Eigentum. Spezielle Schulungen fanden darüber hinaus auch für die Mitarbeiter des Westwing-Liefer- diensts statt. Im Lauf des Jahres 2023 wurden verschiedene Maßnahmen zur Schärfung des Bewusstseins für Compliance-Themen eingeführt – beispielsweise Sitzungen mit den Führungskräften und der gesam- ten Belegschaft, Bildschirmpräsentationen in den Büros und Intranetnachrichten. Darüber hinaus ent- stand eine interne Richtlinie zur Nutzung von Künstlicher Intelligenz (KI) zur Etablierung sicherer und ethischer Praktiken im Zusammenhang mit KI am Arbeitsplatz. Mit dieser Richtlinie verpflichten sich unsere Mitarbeiter, KI-Systeme verantwortungsvoll zu nutzen und Handlungen zu vermeiden, mit denen andere geschädigt, die Privatsphäre verletzt oder illegale und bösartige Aktivitäten gefördert werden könnten. Neben anderen Bestimmungen verbietet die Richtlinie das Hochladen von persönlichen oder vertraulichen Daten in KI-Tools. Überdies entwickelten wir eine Informationssicherheits-Roadmap mit Verbesserungsmaßnahmen bis zum Jahr 2024 sowie verschiedene neue IT-Sicherheitsrichtlinien und -standards. Bei Westwing dient die Norm ISO 27000 als Leitprinzip für die Informationssicherheit. Ausblick für 2024 Ziel für 2024 ist es, das Compliance-Bewusstsein durch eine unternehmensweite „Compliance- Kampagne“ weiter zu stärken. Diese umfasst eine „Compliance-Woche“ und andere Interaktionen mit unseren Mitarbeitern, die das Bewusstsein für unsere Richtlinien und die Bedeutung ethischen Verhal- tens weiter schärfen sollen. Westwing wird weiterhin auch an der Verbesserung der Compliance- (Risiko-)Managementsysteme arbeiten, bestehende Richtlinien auf den Prüfstand stellen und kom- mende Bestimmungen angemessen berücksichtigen. Außerdem wollen wir unsere Arbeit an neuen Standards und Prozessen fortsetzen. Schwerpunkte in diesem Jahr werden die technische Umstellung auf eine neue SaaS-Plattform und die Umsetzung der in der Richtlinie zur Nachhaltigkeitsberichter- stattung beschriebenen Anforderungen sein. GESCHÄFTSBERICHT 2023 77 EU-TAXONOMIE-VERORDNUNG Gemäß Artikel 8 der EU-Taxonomie-Verordnung enthält diese nicht-finanzielle Erklärung Angaben zu Wirtschaftstätigkeiten, die im Sinne dieser Verordnung als taxonomiefähig und ökologisch nachhaltig (taxonomiekonform) eingestuft werden. Unsere Aktivitäten Ziele zum Klimawandel Im Jahr 2022 führte Westwing eine detaillierte Überprüfung der mit dem Klimawandel verknüpften Wirtschaftstätigkeiten durch, die in der Taxonomie-Verordnung und in ergänzenden Gesetzgebungen aufgeführt sind, und bezog potenziell nachhaltige Geschäftstätigkeiten auf sein Geschäftsmodell. Nach einer auf Makroebene erfolgten Überprüfung der Anwendbarkeit der beiden Umweltziele „Klimaschutz“ und „Anpassung an den Klimawandel“ untersuchte die Abteilung Corporate Sustainability alle Aktivitä- ten auf ihre potenzielle Anwendbarkeit bei Westwing. Die aufgelisteten Tätigkeiten wurden hinterfragt und ihre Taxonomiefähigkeit mit Mitgliedern der Geschäftsleitung und anderen leitenden Mitarbeitern diskutiert. Demnach waren folgende zwei Tätigkeiten zur Eindämmung des Klimawandels48 für die Berichterstattung relevant: • Tätigkeit 7.7 Erwerb von und Eigentum an Gebäuden (in Bezug auf CaPex) • Tätigkeit 8.1 Datenverarbeitung, Hosting und damit verbundene Tätigkeiten (in Bezug auf OpEx 2023 führte das Corporate-Sustainability-Team gemeinsam mit der Finanzabteilung eine Neubewertung der in die engere Auswahl gekommenen, mit dem Klimawandel verknüpften Wirtschaftstätigkeiten durch – dazu zählen unter anderem die mit der neuen Fassung der Delegierten Taxonomie-Verordnung zum Klimaschutz und zur Anpassung an den Klimawandel neu eingeführten Tätigkeiten.49 Nach einer gründlichen Bewertung und nach Gesprächen mit dem Chief Financial Officer bleiben die Tätigkeiten 7.7 (in Bezug auf CaPex) und 8.1 (in Bezug auf OpEx) für die Taxonomiefähigkeit relevant. In Bezug auf den Umsatz wurden keine Tätigkeiten als taxonomiefähigidentifiziert.50 Im Jahr 2023 entfielen EUR 3,3ꢀMio. bzw. 38ꢀ% der gesamten Investitionsausgaben auf das Leasing von Bürogebäuden und Lagergebäuden (Tätigkeit 7.7 Erwerb von und Eigentum an Gebäuden) – im Jahr 2022 lag die Zahl bei EUR 5ꢀMio. bzw. 24ꢀ%). Unsere Ausgaben für Cloud-Dienste (Tätigkeit 8.1 Daten- verarbeitung, Hosting und damit verbundene Tätigkeiten) beliefen sich 2023 auf EUR 1,8ꢀMio. bzw. 1,3ꢀ% der Betriebskosten (2022: EUR 2,5ꢀMio. bzw. 5,7ꢀ%). 48 Wie in der Delegierten Verordnung (EU) 2021/2139 der Kommission dargelegt. 49 Änderungen der Anhänge I und II zur Delegierten Verordnung (EU) 2021/2139 (27.6.2023). 50 Für Westwing sind diese Tätigkeiten nicht taxonomiefähig, da Tätigkeiten zur Anpassung an den Klimawandel innerhalb des Ziels Anpassung an den Klimawandel nicht als möglich betrachtet werden, sodass kein Umsatz, CapEx und OpEx mit diesen Tätigkeiten als taxonomiefähig eingestuft werden kann. 78 WESTWING GROUP SE Eine Taxonomiekonformität für diese beiden Tätigkeiten konnte nicht erzielt werden, da in diesem Jahr nicht alle drei Kriterien „wesentlicher Beitrag“, „keine erhebliche Beeinträchtigung“ und „sozialer Min- destschutz“ erfüllt waren. Das Corporate-Sustainability-Team wird die Möglichkeiten einer zukünftigen Taxonomiekonformität jedoch zu einem späteren Zeitpunkt erneut prüfen. Umweltbezogene Ziele Im Rahmen des Delegierten Klima-Rechtsakts der EU-Taxonomie-Verordnung wurden im Jahr 2023 Wirtschaftstätigkeiten einschließlich der technischen Prüfkriterien für die vier anderen Umweltziele veröffentlicht – nachhaltige Nutzung und Schutz von Wasser- und Meeresressourcen, Übergang zu einer Kreislaufwirtschaft, Vermeidung und Verminderung der Umweltverschmutzung sowie Schutz und Wiederherstellung der Biodiversität und der Ökosysteme. Das Corporate-Sustainability-Team von Westwing führte eine umfassende Prüfung aller mit diesen Zielen verbundenen Tätigkeiten durch und ordnete sie anschließend den Geschäftsaktivitäten des Unternehmens zu. Nach Gesprächen mit den zuständigen Abteilungen und hochrangigen Führungskräften, einschließlich des Chief Financial Officer, wurde festgestellt, dass Westwing keine taxonomiefähigen Tätigkeiten definieren kann. Das Corporate- Sustainability-Team wird die Möglichkeiten einer zukünftigen Taxonomiefähigkeit bzw. -konformität von Tätigkeiten in Verbindung mit Umweltzielen jedoch zu einem späteren Zeitpunkt erneut prüfen. GESCHÄFTSBERICHT 2023 79 ANTEIL DES UMSATZES AUS WAREN ODER DIENSTLEISTUNGEN, DIE MIT TAXONOMIEKONFORMEN WIRTSCHAFTSTÄTIGKEITEN VERBUNDEN SIND — OFFENLEGUNG FÜR DAS JAHR 2023 Geschäftsjahr 2023 Jahr 2023 Kriterien für einen wesentlichen Beitrag Wirtschaftstätigkeiten (1) EUR J;N; J;N; J;N; J;N; J;N; J;N; Mio. ꢀ% N/EL N/EL N/EL N/EL N/EL N/EL A. TAXONOMIEFÄHIGE TÄTIGKEITEN A.1 Ökologisch nachhaltige Tätigkeiten (taxonomiekonform) 0 0ꢀ% 0ꢀ% 0ꢀ% 0ꢀ% 0ꢀ% 0ꢀ% 0ꢀ% A. Umsatz ökologisch nachhaltiger Tätigkeiten (taxonomiekonform) (A.1) 0 0ꢀ% 0ꢀ% 0ꢀ% 0ꢀ% 0ꢀ% 0ꢀ% 0ꢀ% Davon ermöglichende Tätigkeiten 0ꢀ% 0ꢀ% 0ꢀ% 0ꢀ% 0ꢀ% 0ꢀ% 0ꢀ% Davon Übergangstätigkeiten 0ꢀ% 0ꢀ% A.2 Taxonomiefähige, aber nicht ökologisch nachhaltige Tätigkeiten (nicht taxonomiekonforme Tätigkeiten) EL; EL; EL; EL; EL; EL; N/EL N/EL N/EL N/EL N/EL N/EL Umsatz taxonomiefähiger, aber nicht ökologisch nachhaltiger Tätigkeiten (nicht taxonomiekonforme Tätigkeiten) (A.2) 0 0ꢀ% N/EL N/EL N/EL N/EL N/EL N/EL Umsatz taxonomiefähiger Tätigkeiten (A.1+A.2) 0 0ꢀ% 0ꢀ% 0ꢀ% 0ꢀ% 0ꢀ% 0ꢀ% 0ꢀ% B. NICHT TAXONOMIEFÄHIGE TÄTIGKEITEN Umsatz nicht taxonomiefähiger Tätigkeiten 428,6 100ꢀ% Gesamt 428,6 100ꢀ% 80 WESTWING GROUP SE DNSH-Kriterien („Keine erhebliche Beeinträchtigung“) Taxonomie- konformer (A.1) oder taxonomie- fähiger (A.2) Kategorie ermögli- Kategorie Umsatzanteil 2022 chende Tätigkeit Übergangstätigkeit (18) (19) (20) J/N J/N J/N J/N J/N J/N J/N ꢀ% E T N/A N/A N/A N/A N/A N/A N/A 0ꢀ% N N N N N N N 0ꢀ% N N N N N N N 0ꢀ% N N N N N N N 0ꢀ% 0ꢀ% 0ꢀ% GESCHÄFTSBERICHT 2023 81 CAPEX-ANTEIL AUS WAREN ODER DIENSTLEISTUNGEN, DIE MIT TAXONOMIEKONFORMEN WIRTSCHAFTSTÄTIGKEITEN VERBUNDEN SIND – OFFENLEGUNG FÜR DAS JAHR 2023 Geschäftsjahr 2023 Jahr 2023 Kriterien für einen wesentlichen Beitrag Wirtschaftstätigkeiten (1) EUR J;N; J;N; J;N; J;N; J;N; J;N; Mio. ꢀ% N/EL N/EL N/EL N/EL N/EL N/EL A. TAXONOMIEFÄHIGE TÄTIGKEITEN A.1 Ökologisch nachhaltige Tätigkeiten (taxonomiekonform) 0 0ꢀ% 0ꢀ% 0ꢀ% 0ꢀ% 0ꢀ% 0ꢀ% 0ꢀ% CapEx ökologisch nachhaltiger Tätigkeiten (taxonomiekonform) (A.1) 0 0ꢀ% 0ꢀ% 0ꢀ% 0ꢀ% 0ꢀ% 0ꢀ% N Davon ermöglichende Tätigkeiten 0ꢀ% 0ꢀ% 0ꢀ% 0ꢀ% 0ꢀ% 0ꢀ% N Davon Übergangstätigkeiten 0ꢀ% 0ꢀ% A.2 Taxonomiefähige, aber nicht ökologisch nachhaltige Tätigkeiten (nicht taxonomiekonforme Tätigkeiten) EL; EL; EL; EL; EL; EL; N/EL N/EL N/EL N/EL N/EL N/EL Erwerb und Eigentum an Gebäuden 7,7 3,3 38ꢀ% EL N/EL N/EL N/EL N/EL N/EL CapEx taxonomiefähiger, aber nicht ökologisch nachhaltiger Tätigkeiten (nicht taxonomiekonforme Tätigkeiten) (A.2) 3,3 38ꢀ% 38ꢀ% 0ꢀ% 0ꢀ% 0ꢀ% 0ꢀ% 0ꢀ% A. CapEx taxonomiefähiger Tätigkeiten (A.1 + A.2) 3,3 38ꢀ% 38ꢀ% 0ꢀ% 0ꢀ% 0ꢀ% 0ꢀ% 0ꢀ% B. NICHT TAXONOMIEFÄHIGE TÄTIGKEITEN CapEx nicht taxonomiefähiger Tätigkeiten 5,4 62ꢀ% Gesamt 8,7 100ꢀ% 82 WESTWING GROUP SE DNSH-Kriterien („Keine erhebliche Beeinträchtigung“) Anteil taxonomie- konformer (A.1) oder taxonomie- fähiger (A.2) Kategorie ermögli- Kategorie CapEx 2022 chende Tätigkeit Übergangstätigkeit (18) (19) (20) J/N J/N J/N J/N J/N J/N J/N ꢀ% E T N/A N/A N/A N/A N/A N/A N/A 0ꢀ% N N N N N N N 0ꢀ% N N N N N N N 0ꢀ% N N N N N N N 0ꢀ% 24ꢀ% 24ꢀ% 24ꢀ% GESCHÄFTSBERICHT 2023 83 OPEX-ANTEIL VON WAREN ODER DIENSTLEISTUNGEN, DIE MIT TAXONOMIEKONFORMEN WIRTSCHAFTSTÄTIGKEITEN VERBUNDEN SIND – OFFENLEGUNG FÜR DAS JAHR 2023 Geschäftsjahr 2023 Jahr 2023 Kriterien für einen wesentlichen Beitrag Wirtschaftstätigkeiten (1) EUR J;N; J;N; J;N; J;N; J;N; J;N; Mio. ꢀ% N/EL N/EL N/EL N/EL N/EL N/EL A. TAXONOMIEFÄHIGE TÄTIGKEITEN A.1 Ökologisch nachhaltige Tätigkeiten (taxonomiekonform) 0 0ꢀ% 0ꢀ% 0ꢀ% 0ꢀ% 0ꢀ% 0ꢀ% 0ꢀ% OpEx ökologisch nachhaltiger Tätigkeiten (taxonomiekonform) (A.1) 0 0ꢀ% 0ꢀ% 0ꢀ% 0ꢀ% 0ꢀ% 0ꢀ% 0ꢀ% Davon ermöglichende Tätigkeiten 0ꢀ% 0ꢀ% 0ꢀ% 0ꢀ% 0ꢀ% 0ꢀ% 0ꢀ% Davon Übergangstätigkeiten 0ꢀ% 0ꢀ% A.2 Taxonomiefähige, aber nicht ökologisch nachhaltige Tätigkeiten (nicht taxonomie- konforme Tätigkeiten) EL; EL; EL; EL; EL; EL; N/EL N/EL N/EL N/EL N/EL N/EL Datenverarbeitung, Hosting und damit verbundene Tätigkeiten 8,1 1,8 1,3ꢀ% EL N/EL N/EL N/EL N/EL N/EL OpEx taxonomiefähiger, aber nicht ökologisch nachhaltiger Tätigkeiten (nicht taxonomiekonforme Tätigkeiten) (A.2) 1,8 1,3ꢀ% 1,3ꢀ% 0ꢀ% 0ꢀ% 0ꢀ% 0ꢀ% 0ꢀ% OpEx taxonomiefähiger Tätigkeiten (A.1 + A.2) 1,8 1,3ꢀ% 1,3ꢀ% 0ꢀ% 0ꢀ% 0ꢀ% 0ꢀ% 0ꢀ% B. NICHT TAXONOMIEFÄHIGE TÄTIGKEITEN OpeEx nicht taxonomiefähiger Tätigkeiten 136,2 98,7ꢀ% Gesamt 138,0 100ꢀ% 84 WESTWING GROUP SE DNSH-Kriterien („Keine erhebliche Beeinträchtigung“) Anteil taxonomie- konformer (A.1) oder taxonomie- fähiger (A.2) Kategorie ermögli- Kategorie OpEx 2022 chende Tätigkeit Übergangstätigkeit (18) (19) (20) J/N J/N J/N J/N J/N J/N J/N ꢀ% E T N/A N/A N/A N/A N/A N/A N/A 0ꢀ% N N N N N N N 0ꢀ% N N N N N N N 0ꢀ% N N N N N N N 0ꢀ% 5,7ꢀ% 5,7ꢀ% 5,7ꢀ% GESCHÄFTSBERICHT 2023 85 TÄTIGKEITEN IN DEN BEREICHEN KERNENERGIE UND FOSSILES GAS Zeile Tätigkeiten im Bereich Kernenergie Das Unternehmen ist im Bereich Erforschung, Entwicklung, Demonstration und Einsatz innovativer Stromerzeugungsanlagen, die bei minimalem Abfall aus dem Brennstoffkreislauf Energie aus Nukle- arprozessen erzeugen, tätig, finanziert solche Tätigkeiten oder hält Risikopositionen im Zusammen- 1. hang mit diesen Tätigkeiten. Nein Das Unternehmen ist im Bau und sicheren Betrieb neuer kerntechnischer Anlagen zur Erzeugung von Strom oder Prozesswärme — auch für die Fernwärmeversorgung oder industrielle Prozesse wie die Wasserstofferzeugung — sowie bei deren sicherheitstechnischer Verbesserung mithilfe der besten verfügbaren Technologien tätig, finanziert solche Tätigkeiten oder hält Risikopositionen im 2. Zusammenhang mit diesen Tätigkeiten. Nein Das Unternehmen ist im sicheren Betrieb bestehender kerntechnischer Anlagen zur Erzeugung von Strom oder Prozesswärme — auch für die Fernwärmeversorgung oder industrielle Prozesse wie die Wasserstofferzeugung — sowie bei deren sicherheitstechnischer Verbesserung tätig, finanziert 3. solche Tätigkeiten oder hält Risikopositionen im Zusammenhang mit diesen Tätigkeiten. Nein Tätigkeiten im Bereich fossiles Gas Das Unternehmen ist im Bereich Bau oder Betrieb von Anlagen zur Erzeugung von Strom aus fossilen gasförmigen Brennstoffen tätig, finanziert solche Tätigkeiten oder hält Risikopositionen im 4. Zusammenhang mit diesen Tätigkeiten. Nein Das Unternehmen ist im Bereich Bau, in der Modernisierung und im Betrieb von Anlagen für die Kraft-Wärme/Kälte-Kopplung mit fossilen gasförmigen Brennstoffen tätig, finanziert solche Tätigkei- 5. ten oder hält Risikopositionen im Zusammenhang mit diesen Tätigkeiten. Nein Das Unternehmen ist im Bereich Bau, in der Modernisierung und im Betrieb von Anlagen für die Wärmegewinnung, die Wärme/Kälte aus fossilen gasförmigen Brennstoffen erzeugen, tätig, finan- 6. ziert solche Tätigkeiten oder hält Risikopositionen im Zusammenhang mit diesen Tätigkeiten. Nein Unsere KPIs Die Berechnungsmethode für die in diesem Abschnitt präsentierten KPIs blieb gegenüber dem Vor- jahr unverändert. Alle Werte beziehen sich auf den Westwing-Konzern. Wir werden die Weiterentwicklung der EU-Taxonomie-Verordnung genau verfolgen und unsere künf- tigen Berichtspflichten bewerten. In der Zwischenzeit werden wir uns weiterhin darauf konzentrieren, unsere Nachhaltigkeitsstrategie sowie die in dieser nicht-finanziellen Erklärung aufgeführten Nach- haltigkeitsinitiativen und -aktivitäten umzusetzen. Rechnungslegungsgrundsätze Die Kennzahlen werden gemäß Anhang I des Artikels 8 der Delegierten Verordnung ermittelt. Wir bestimmen die taxonomiefähigen und -konformen KPIs in Übereinstimmung mit den gesetzlichen Anforderungen wie folgt: Der Anteil der taxonomiefähigen und -konformen Wirtschaftstätigkeiten an unserem Gesamtumsatz berechnet sich aus dem Teil der Umsatzerlöse, der aus Produkten und Dienstleistungen im Zusammen- hang mit taxonomiefähigen und -konformen Wirtschaftstätigkeiten stammt (Zähler), dividiert durch die gesamten Umsatzerlöse (Nenner). Der Nenner des Umsatz-KPI basiert auf unseren konsolidierten Umsatzerlösen in Übereinstimmung mit IAS 1.82(a). Weitere Einzelheiten zu unseren Rechnungsle- gungsgrundsätzen für unsere konsolidierten Umsatzerlöse finden Sie in Abschnitt 2.5 im Anhang zu unserem Geschäftsbericht 2023. Wie oben erläutert, haben wir in Bezug auf den Zähler keine taxono- miefähigen und -konformen Tätigkeiten ermittelt. Unsere konsolidierten Umsatzerlöse können mit unse- rem Konzernabschluss abgestimmt werden – siehe auch Gewinn-und-Verlust-Rechnung in unserem Geschäftsbericht 2023. Der Capex-KPI ist definiert als taxonomiefähiger und -konformer CapEx, dividiert durch unseren Gesamt-CapEx. Der Gesamt-CapEx umfasst die Zugänge zu Sachanlagen und immateriellen Vermö- genswerten (inkl. Nutzungsrechte) während des Geschäftsjahres vor Abschreibungen und Neubewer- tungen – einschließlich derjenigen, die sich aus Neubewertungen und Wertminderungen ergeben, aber ohne die Änderungen des beizulegenden Zeitwerts. Unser Gesamt-CapEx kann mit unserem Konzern- abschluss abgestimmt werden – siehe Kapitel 12 und 13 im Anhang unseres Geschäftsberichts 2023. 86 WESTWING GROUP SE Der OpEx-KPI ist definiert als taxonomiefähiger und -konformer OpEx, dividiert durch unsere gesamten Betriebsausgaben gemäß Unterabschnitt 1.1.3.1 des Anhangs I der Delegierten Verordnung (EU) 2021/2178. Er besteht aus direkten, nicht kapitalisierten Kosten aus Forschung und Entwicklung, kurz- fristigen Leasingverträgen sowie Wartungen und Reparaturen. Unsere Rechnungslegungsgrundsätze gewährleisten eine Vermeidung von Doppelerfassungen, indem sie die Beträge des taxonomiekonformen Umsatzes, des CapEx und des OpEx im Zähler der jeweiligen KPIs eindeutig zuordnen. 5. EREIGNISSE NACH DEM BILANZSTICHTAG Nach dem Ende des Geschäftsjahres 2023 sind die folgenden Ereignisse eingetreten, die sich auf die künftige Vermögens-, Finanz- und Ertragslage von Westwing auswirken werden. Am 16. Januar 2024 gab das Unternehmen intern bekannt, dass es große Teile der derzeit in Italien und Spanien angesiedelten Geschäftsfunktionen zentralisieren wird. Die Kunden in Italien und Spanien wer- den künftig hauptsächlich von den Gesellschaften in München und Warschau sowie von der Logistik- zentrale in Polen betreut. Westwing wird seine Läger in Italien und Spanien schließen und die Organi- sation der Büros vor Ort überprüfen. Die Umstrukturierung wird in den nächsten Monaten erfolgen. 6. RISIKO- UND CHANCENBERICHT Westwing verfolgt die Philosophie des profitablen Wachstums und der Steigerung des Unternehmens- werts bei angemessenem Management von Risiken und Chancen. Westwing versteht Risikomanage- ment als integralen Bestandteil, um Transparenz über Risiken und Chancen zu schaffen und damit die Entscheidungsprozesse zu verbessern. Das Unternehmen pflegt eine risikobewusste Unternehmens- kultur in allen Abteilungen. Wir wägen die Risiken und Chancen, die mit unseren Entscheidungen und unserer Geschäftstätigkeit verbunden sind, sorgfältig und sachkundig ab. Dazu gehört, dass wir kalku- lierte Risiken, die im Rahmen der Risikobereitschaft des Unternehmens liegen, bewusst eingehen und die Risiken, die nicht im Rahmen der Risikobereitschaft liegen, reduzieren. 6.1 Risikomanagementsystem Der Vorstand der Westwing Group SE trägt die Gesamtverantwortung für die Angemessenheit und Wirksamkeit des Risikomanagementsystems. Das Risikomanagement ist ein integraler Bestandteil des Managementansatzes, die strategischen Ziele zu erreichen und zum langfristigen Wachstum des Unter- nehmens beizutragen. Der Vorstand hat einen Risikomanagementbeauftragten ernannt, der direkt an ihn berichtet und für die Governance-, Risiko- und Compliance-Funktion (GRC) von Westwing verantwortlich ist. Diese umfasst das Risikomanagement, die Compliance, das interne Kontrollumfeld, die Koordination der internen Revisionstätigkeiten und die Durchführung von Schulungen im Rahmen der GRC-Prozesse. Die Risikoeigner sind die Mitarbeiter in den operativen und zentralen Funktionen des Unternehmens. Ihre Hauptverantwortung in Bezug auf GRC besteht darin, ihren Vorgesetzten kontinuierlich über die operativen Risiken in ihren Bereichen zu berichten. Westwing führt halbjährlich eine vollständige Risikobewertung durch. Am Jahresende werden Work- shops mit den operativen und zentralen Funktionen abgehalten, um Informationen über bestehende und potenzielle Risiken zu sammeln, die sowohl lokal als auch global identifiziert wurden. Diese Infor- mationen werden dann analysiert, um festzustellen, ob die identifizierten Risiken noch bestehen und ob sie richtig bewertet wurden. Die Risikodokumentation wird laufend aktualisiert und zusammengefasst. Zweimal im Jahr wird dem Vorstand ein konsolidierter Risikobericht vorgelegt. Der Vorstand informiert den Aufsichtsrat regelmäßig über die aktuelle Risikolage von Westwing. GESCHÄFTSBERICHT 2023 87 6.2 Internes Kontrollsystem für die Finanzberichterstattung Westwing hatte bereits in den Vorjahren im Rahmen des internen Kontrollsystems interne Kontrollen für die Finanzberichterstattung eingeführt. Diese Kontrollen bestehen aus präventiven und aufdeckenden Maßnahmen im Rechnungswesen und in den operativen Funktionen, die einen konsistenten Prozess für die Erstellung der Abschlüsse und das Management der operativen Risiken gewährleisten. Zu den Mechanismen gehören die Identifizierung und Definition von Prozessen und Risiken, die Einführung von Genehmigungsebenen und die Anwen- dung des Grundsatzes der Aufgabentrennung. 6.3 Risikomethodik Westwing verfügt über ein detailliertes Risikohandbuch, das Transparenz in den Prozess der Risiko- identifizierung und -bewertung bringt. Das Risikohandbuch wird regelmäßig durch Westwings GRC- Funktion überprüft und aktualisiert. Die von Westwing identifizierten Risiken werden auf der Grundlage ihrer Eintrittswahrscheinlichkeit und ihrer potenziellen Auswirkungen quantifiziert. Die Wahrscheinlichkeitsbewertung basiert auf einem Zeithorizont von einem Jahr nach dem Bewertungsdatum. Alle im Risikobericht aufgeführten Risiken werden auf Nettobasis (nachdem Maßnahmen zur Risikominderung ergriffen wurden) dargestellt. Die Eintrittswahrscheinlichkeit bezieht sich auf die statistische oder geschätzte Wahrscheinlichkeit, dass ein Risikofaktor während des untersuchten Zeitraums eintritt. Sie wird in Prozent angegeben. Die Eintrittswahrscheinlichkeit wird durch die Wahl eines der in der nachstehenden Tabelle aufgeführten Wahrscheinlichkeitsbereiche bestimmt: Wahrscheinlichkeit Bewertung Sehr hoch (75ꢀ%ꢀ–ꢀ99ꢀ%) Hoch (50ꢀ%ꢀ–ꢀ74,9ꢀ%) Moderat (25ꢀ%ꢀ–ꢀ49,9ꢀ%) Niedrig (5ꢀ%ꢀ–ꢀ24,9ꢀ%) Sehr niedrig (1ꢀ%ꢀ–ꢀ4,9ꢀ%) Zur Bewertung der Auswirkungen verwendet Westwing qualitative und quantitative Beurteilungen. Eine quantitative Beurteilung wird dann vorgenommen, wenn der Betrag der Auswirkung leicht abge- schätzt werden kann. Die quantitative Grundlage für die Auswirkungen sind Umsatz, bereinigtes EBIT und Cashflow, je nach Art des Risikos. Wenn eine quantitative Beurteilung nicht möglich ist, d.ꢀh., wenn es um den Ruf des Unternehmens oder das Vertrauen der Aktionäre geht, wird eine qualitative Beurtei- lung durchgeführt. Quantitative Beurteilung (bevorzugt) Auswirkung Finanzielle Auswirkungen Stark schädigende negative Auswirkungen auf Geschäftstätigkeit, Finanzlage, Sehr hoch
EUR 10,0 Mio. Profitabilität und Cashflows Erhebliche negative Auswirkungen auf Geschäftstätigkeit, Finanzlage, Hoch EUR 5,0 Mio. Profitabilität und Cashflows Gewisse negative Auswirkungen auf Geschäftstätigkeit, Finanzlage, Moderat EUR 2,0 Mio. Profitabilität und Cashflows Begrenzte negative Auswirkungen auf Geschäftstätigkeit, Finanzlage, Niedrig EUR 0,5 Mio. Profitabilität und Cashflows Unwesentliche negative Auswirkungen auf Geschäftstätigkeit, Finanzlage, Sehr niedrig EUR 0,2 Mio. Profitabilität und Cashflows 88 WESTWING GROUP SE Alle Risiken werden vor und nach Anwendung von Gegenmaßnahmen bewertet, d.ꢀh. als Brutto- und Nettorisiken. Darüber hinaus wird eine aggregierte Risikobewertung durchgeführt, um die kombinierten Auswirkungen des gesamten Risikoregisters für die wichtigsten Risiken zu bewerten. Die endgültige Risikoeinstufung ergibt sich aus der Kombination von geschätzter Wahrscheinlichkeit und Auswirkung und reicht von „gering“ bis „extrem“. Alle ermittelten Risiken werden anhand der folgenden Risikomatrix klassifiziert und visualisiert: Sehr niedrig Niedrig Moderat Hoch Sehr hoch Wahrscheinlichkeit (1ꢀ%ꢀ–ꢀ4,9ꢀ%) (5ꢀ%ꢀ–ꢀ24,9ꢀ%) (25ꢀ%ꢀ–ꢀ49,9ꢀ%) (50ꢀ%ꢀ–ꢀ74,9ꢀ%) (75ꢀ%ꢀ–ꢀ99ꢀ%) Auswirkung Sehr groß (> EUR 10ꢀMio.) MODERAT HOCH HOCH SEHR HOCH EXTREM Groß (> EUR 5ꢀMio.) GERING MODERAT HOCH SEHR HOCH SEHR HOCH Moderat (> EUR 2ꢀMio.) GERING MODERAT MODERAT HOCH HOCH Gering (> EUR 0,5ꢀMio.) GERING GERING MODERAT MODERAT HOCH Sehr gering (> EUR 0,2ꢀMio.) GERING GERING GERING GERING MODERAT Diese Risikomatrix erleichtert den Vergleich der relativen Prioritäten der Risiken und erhöht die Trans- parenz über die Gesamtrisikoposition von Westwing. Darüber hinaus werden die Risikokategorien von „gering“ bis „extrem“ verwendet, um die detaillierten Risikoinformationen zu bestimmen, die dem Vor- stand und dem Aufsichtsrat zur Verfügung gestellt werden müssen. Risiken, die den Fortbestand des Unternehmens gefährden könnten, werden unmittelbar nach ihrer Identifizierung gemeldet. Westwing hat die folgenden Risikokategorien innerhalb des Unternehmens definiert: • Strategische Risiken • Finanzielle Risiken • Kapitalmarktrisiken • Operative Risiken • IT-Risiken • Regulatorische und Compliance-Risiken 6.4 Wesentliche Merkmale des Internen Kontroll- und Risikomanagementsystemsꢀ⁵1 Unser Internes Kontrollsystem (IKS) und unser Risikomanagementsystem (RMS) umfassen das Manage- ment von Risiken und Chancen im Hinblick auf die Erreichung der Unternehmensziele, die Ordnungs- mäßigkeit und Verlässlichkeit der internen und externen Rechnungslegung sowie die Einhaltung der für den Westwing-Konzern relevanten Gesetze und Vorschriften. Auch Nachhaltigkeitsaspekte/ESG werden abgedeckt und auf Basis der regulatorischen Anforderungen kontinuierlich weiterentwickelt. Unser IKS und RMS basieren auf dem weltweit anerkannten COSO-Rahmenwerk (Committee of Sponsoring Organizations of the Treadway Commission). Das Rahmenwerk definiert die Elemente eines Kontrollsystems und setzt den Maßstab für die Beurteilung der Angemessenheit und Wirksamkeit des IKS und RMS. Die Gesamtverantwortung für unser IKS und RMS liegt beim Vorstand. Das zentrale GRC-Team koordi- niert und integriert die IKS- und RMS-Prozesse und unterstützt den Vorstand bei der Gestaltung und Aufrechterhaltung angemessener und wirksamer Prozesse zur Umsetzung, Überwachung und Bericht- erstattung über IKS- und RMS-Aktivitäten. Weitere Informationen zum Risikomanagementsystem finden sich in Kapitel 6.1. 51 Bei den Angaben in diesem Abschnitt handelt es sich um lageberichtsfremde Angaben, die nicht Gegenstand der Prüfung durch PWC sind. GESCHÄFTSBERICHT 2023 89 Am Ende eines jeden Geschäftsjahres nimmt der Vorstand eine Bewertung der Angemessenheit und Wirksamkeit des IKS und RMS vor. Diese Bewertung stützt sich in erster Linie auf den GRC-Jahres- bericht, den der GRC-Direktor dem Vorstand vorlegt, sowie auf die regelmäßigen Sitzungen des GRC-Teams mit dem Management während des Jahres. Der GRC-Bericht fasst die Schlüsselelemente des IKS und des RMS des Westwing-Konzerns sowie die Aktivitäten zusammen, die im Laufe des Jah- res zur Überprüfung ihrer Angemessenheit und Wirksamkeit durchgeführt wurden, und berichtet über etwaige kritische Kontrollschwächen, die bei diesen Aktivitäten festgestellt wurden. In dem Bericht wird eine allgemeine Schlussfolgerung über die Angemessenheit und Wirksamkeit unseres IKS und RMS gezogen. Auf dieser Grundlage hat der Vorstand keine Anhaltspunkte dafür, dass unser IKS oder RMS zum 31. Dezember 2023 nicht angemessen oder nicht wirksam war. Dennoch sind der Wirksamkeit eines jeden Risikomanagement- und -kontrollsystems inhärente Grenzen gesetzt. Kein System — selbst wenn es als angemessen und wirksam erachtet wird — kann garantieren, dass alle Risiken im Voraus erkannt werden oder dass Prozessverstöße oder falsche Angaben unter allen Umständen verhindert oder entdeckt werden. Der Prüfungsausschuss ist ebenfalls in unser Kontrollsystem integriert. Er überwacht die GRC-Funk- tion und die Wirksamkeit von IKS und RMS sowie die interne Revision. Die im jährlichen GRC-Bericht enthaltenen Informationen werden dem Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats der Westwing Group SE zur Verfügung gestellt, um über die Wirksamkeit des IKS und RMS zu berichten. 6.5 Risikobericht Unsere Einschätzung der Eintrittswahrscheinlichkeit und/oder der potenziellen finanziellen Auswir- kungen der oben genannten Risiken und Chancen hat sich im Vergleich zum Vorjahr strukturell nicht wesentlich verändert. Auch die aktualisierte Einschätzung führte zu keiner grundlegenden Verände- rung der Risikosituation. Allerdings haben wir bei unserer Risikobewertung Verschiebungen bei den Top-Risiken des Unternehmens aufgrund interner und externer Entwicklungen festgestellt. Auf Basis der aktuellen Einschätzung wurden keine Risiken identifiziert, die den Fortbestand des Westwing-Konzerns gefährden könnten. Der folgende Bericht fasst die wesentlichen Risiken für Westwing auf der Grundlage der Risikobewertung zusammen und stellt sie dar. Alle Risiken werden auf Nettobasis dargestellt, d.h. nach Anwendung aller Maßnahmen zur Risikominderung. Kein Risiko wird derzeit als „extrem“ bewertet. Diese Bewertung gilt sowohl für das DACH Segment als auch für das Internationale Segment. 6.5.1 STRATEGISCHE RISIKEN Externe politische Einflüsse (2023: sehr hoch; 2022: hoch) Die Eskalation der globalen Unsicherheit geht zunächst auf den Krieg zwischen Russland und der Ukraine im Jahr 2022 zurück. Als internationales Unternehmen mit seinen Hauptlagern in Polen und mehreren Lieferanten in Osteuropa ist Westwing einem Risiko ausgesetzt, sollte sich der Konflikt auf andere osteuropäische Länder ausweiten. Im Jahr 2023 wurden wir Zeuge weiterer politischer Spannungen auf globaler Ebene, auch verursacht durch die Konflikte im Nahen Osten seit Oktober 2023. Die allgemeine politische Instabilität in der Welt betrifft alle Stakeholder von Westwing. Da Westwing viele seiner Waren aus Asien beschafft, könnten zusätzliche Konfrontationen im Roten Meer oder ein Konflikt zwischen China und Taiwan zu Unter- brechungen unserer Lieferkette führen und möglicherweise die Umsätze des Unternehmens beein- trächtigen. Das Managementteam und das GRC-Team beobachten die aktuelle politische Weltlage und die Situation in den betroffenen Ländern sowie die sich daraus ergebenden Auswirkungen auf die Geschäftstätigkeit des Konzerns, um bei Bedarf schnell reagieren und angemessene strategische Entscheidungen treffen zu können. 90 WESTWING GROUP SE Schlechtere Verbraucherstimmung im Bereich Home & Living (2023: hoch; 2022: hoch) Im Jahr 2023 beobachteten wir erneut eine insgesamt schwache Verbraucherstimmung, die sich auch negativ auf die Konsumausgaben im Bereich Home & Living auswirkte. Der aktuelle Ausblick für 2024 ist ebenfalls sehr zurückhaltend. Es gibt viele Faktoren, die sich negativ auf die Verbraucherstimmung auswirken, wie z. B. den Rückgang der Kaufkraft, negative wirtschaftliche Entwicklungen wie eine Ver- ringerung des BIP-Wachstums und eine Verlagerung des Kundeninteresses auf andere Waren oder Dienstleistungen wie Reisen. Um auf dieses Risiko reagieren zu können, überwacht und bewertet der Vorstand kontinuierlich Auslöser, die die Verbraucherstimmung und den Home & Living Markt beeinflussen können. Um dem schwachen Umfeld Rechnung zu tragen, haben wir in der vergangenen Periode bereits erhebliche Kostenein- sparungen bei den allgemeinen Verwaltungskosten sowie bei den Investitionen vorgenommen. Gleich- zeitig haben wir zur Verbesserung unserer Umsatzzahlen gezielt in die Steigerung unserer Marken- bekanntheit investiert. Außerdem haben wir zum ersten Mal seit unserer Gründung vor zwölf Jahren eine neue Corporate Identity eingeführt. Gewinnung von Marken für die Club-Sales (tägliche Themen) (2023: hoch; 2022: hoch) Unsere Club-Sales sind auf ein ständig wechselndes Markensortiment angewiesen. Die aktuelle Marktsituation hat es schwieriger gemacht, neue Marken für unsere Club-Sales zu gewinnen. In den letzten Jahren haben wir einen teilweisen Rückgang des Markenangebots erlebt, der auf verschie- dene Gründe zurückzuführen ist wie z.B. eine stärkere Positionierung der Marken mit Fokus auf ihre eigenen E-Commerce-Plattformen. Darüber hinaus erhöht Westwings Strategie, das Unternehmen im Premiumsegment zu positionieren, unsere Anforderungen an die Marken von Drittanbietern. Dies stellt ein Risiko für das künftige GMV-Wachstum dar, da es dazu führen könnte, dass unsere Produkt- palette nicht mehr ausreichend vielfältig, abwechslungsreich und attraktiv für die täglichen Themen ist. UmdiesesRisikozumindern,hatsichdasManagementindenletztenPeriodenverstärktaufdieLieferanten- akquise fokussiert. Wir haben die Brand-Buying-Teams, die sich auf die Marken- und Produktakquisi- tion konzentrieren, ständig verbessert und verstärkt. 6.5.2 IT-RISIKEN Fehler und Verzögerungen bei der Durchführung von Technologieänderungen (2023: hoch; 2022: moderat) Im Jahr 2023 beschloss der Vorstand, von unserer proprietären E-Commerce-Plattform auf eine weit- gehend SaaS-basierende Lösung umzusteigen. Dies soll die Entwicklungszeiten verkürzen und unsere allgemeinen Verwaltungskosten ab 2025 senken. Bei diesem Projekt handelt es sich um eine grund- legende Änderung unserer derzeitigen technologischen Plattform. Es besteht das Risiko von Fehlern oder Verzögerungen bei der Durchführung, die im Fall, dass das Projekt nicht rechtzeitig abgeschlossen werden kann, zu finanziellen Verlusten führen könnten. Westwing verfügt über ein erfahrenes Technologieteam, das mit Unterstützung erfahrener, externer Experten einen detaillierten Implementierungsplan entwickelt und eine effektive Projektsteuerung ein- geführt hat. Die Einführung ist so geplant, dass die Länder oder Regionen nacheinander live gehen werden. Dadurch werden die potenziellen Auswirkungen von Fehlern reduziert, da sich diese höchst- wahrscheinlich nur auf das Geschäft in einem Land auswirken würden. Darüber hinaus soll die DACH- Region als wichtigstes Segment erst auf die neue Plattform migrieren, wenn die anderen Länder erfolg- reich migriert wurden. Bedrohungen der Cybersicherheit und der IT-Infrastruktur (2023: hoch: 2022: hoch) Wir haben in den letzten Jahren erhebliche Mittel und interne Ressourcen in den Aufbau und die Aktua- lisierung unserer IT-Plattform und unserer anspruchsvollen IT-Infrastruktur investiert. Dennoch stufen wir das Cybersicherheitsrisiko als hoch ein, was in erster Linie darauf zurückzuführen ist, dass die Cyberkriminalität weltweit deutlich zugenommen und ein historisch hohes Niveau erreicht hat, wobei viele Indikatoren darauf hindeuten, dass sich die Bedrohung weiter verschärfen wird. Bedrohungen wie unbefugte logische Zugriffskontrolle (ob intern oder extern) könnten wichtige interne Tools oder kundenorientierte Anwendungen stören. GESCHÄFTSBERICHT 2023 91 Westwing beschäftigt ein qualifiziertes Technologieteam, zu dem auch IT-Sicherheitsexperten gehören. Dadurch sind wir in der Lage, unsere interne IT-Infrastruktur ständig zu überwachen, weiterzuent- wickeln und zu verbessern. Im Jahr 2023 gab es keine einschränkenden Ereignisse. Westwing wird seine Sicherheitsstandards beibehalten, um auch im Jahr 2024 eine sichere IT-Umgebung im gesamten Konzern erhalten zu können. 6.6 Risiko mit geringer Wahrscheinlichkeit, aber großer Auswirkung Vorfälle in den Warenlagern Aufgrund der Zentralisierung großer Teile der Aktivitäten in Bezug auf die Geschäftsfunktionen in Italien und Spanien im Jahr 2024 werden die Lageraktivitäten beider Länder in das Hauptlogistikzentrum von Westwing in Posen, Polen verlagert. Darüber hinaus wird Westwing auch sein Lager in Warschau, Polen schließen. Dies führt zu einem Klumpenrisiko, da alle Bestände des Konzerns an einem Ort gelagert werden. Dies erhöht die potenziellen Auswirkungen von materiellen Bestandsverlusten und finanziellen Schäden im Falle eines Brands oder anderer Vorfälle im Lager, die zu Ausfallzeiten des Lagerbetriebs führen. Um das Risiko zu mindern, investiert Westwing in erheblichem Umfang in die Verbesserung der Sicher- heitsmaßnahmen in unseren Lagern und der laufenden Prozesse. Darüber hinaus nutzt Westwing den Versand von Lieferanten direkt an Kunden. 6.7 Veränderungen der Risikosituation Insgesamt hat Westwing seine Risikoexposition im Jahr 2023 durch die Weiterentwicklung von Maß- nahmen zur Risikominderung und die Verbesserung bestehender Prozesse innerhalb des Konzerns leicht verringert. Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über die Veränderungen bei den Top-Risiken im Vergleich zum Vorjahr, d. h. Risiken, die im Geschäftsbericht 2022 als hoch, im Jahr 2023 aber als niedriger ein- gestuft wurden oder umgekehrt. Die Verringerung des Risikos ist vor allem auf die im letzten Jahr erzielten Ergebnisse durch die Änderung der Marketingstrategie und die Umsetzung weiterer wirksa- mer Maßnahmen zur Risikominderung zurückzuführen. Erhöhungen beziehen sich auf die interne stra- tegische Entscheidung, eine neue E-Commerce-Strategie mit einer neuen SaaS-Plattform einzuführen. Risiko 2022 2023 OPERATIVE RISIKEN Fehler und Verzögerungen bei der Durchführung von Technologieänderungen Hoch Moderat STRATEGISCHE RISIKEN Externe politische Einflüsse Sehr hoch Hoch Umsetzung unserer neuen Marketingstrategie Niedrig Hoch Verstärkter Wettbewerb und Margendruck Moderat Hoch Gesamtrisikobewertung durch den Vorstand Die Geschäftsführung ist davon überzeugt, dass für das Unternehmen im Jahr 2023 keine bestands- gefährdenden Risiken bestanden.Aus heutiger Sicht sind keine Einzelrisiken oder Risikobündel erkenn- bar, die den Fortbestand des Unternehmens im Jahr 2024 gefährden könnten. Die Geschäftsführung ist der Ansicht, dass sie alle notwendigen Vorkehrungen getroffen hat, um die bestehenden Risiken anzugehen und ihre möglichen Auswirkungen zu verringern. 6.8 Chancenbericht Während Westwing mit einigen Risiken konfrontiert ist, gibt es aber auch eine Reihe von Chancen mit großem Potenzial für die Zukunft. Chancen sind definiert als positive Abweichungen von der Planung und bieten Westwing die Aussicht auf Wachstum und höhere Rentabilität. Wir sind ständig auf der Suche nach neuen Geschäftsmöglichkeiten und neuen Wegen zur Verbesserung der Kundenzufrieden- heit. Im Folgenden ist eine Zusammenfassung der wichtigsten vom Unternehmen identifizierten Chancen dargestellt. Im Jahr 2023 haben wir eine Chance in Bezug auf die Nutzung künstlicher Intelligenz (KI) hinzugefügt. 92 WESTWING GROUP SE Markenbekanntheit und neue Kundensegmente Das Management sieht Wahrnehmung und Bekanntheit der starken Premiummarke von Westwing als wichtige Faktoren für den langfristigen Erfolg. Im Gegensatz zu anderen Branchen wie der Modebran- che, in der sich die Kunden vor allem auf die Marken der Anbieter konzentrieren, sind die Einzelhandels- marken bei Home & Living wichtiger. Westwing präsentiert sich als Premiummarke, die Wert auf Qualität, Stil und Inspiration legt und die ihren Kunden Vertrauen und Persönlichkeit vermittelt. Dies wird durch organisches Marketing, wie eine starke Präsenz in den sozialen Medien und die Erstellung hochwertiger Inhalte, sowie durch sorgfältig ausgewählte Marketinginitiativen erreicht. In der zweiten Hälfte des Jahres 2023 haben wir eine neue Corporate Identity vorgestellt und eine Kampagne zur Steigerung der Markenbekanntheit gestartet. Wir sind zuversichtlich, dass uns die starke Positionierung von Westwing als Home & Living-Marke in Kombination mit einer erhöhten Marken- bekanntheit helfen kann, neue Kundensegmente zu erreichen, die das Wachstum des Unternehmens vorantreiben werden. Länderexpansion und neue Vertriebskanäle Westwing bereitet für das Jahr 2024 eine Expansion mit seinem Shop-Geschäft nach Portugal vor. Dies ist die erste Länderexpansion seit vielen Jahren und hat das Potenzial, zusätzliche Umsätze für das Unternehmen zu generieren. Basierend auf den Erfahrungen und Erkenntnissen aus diesem neuen Geschäft könnten weitere Länder erschlossen werden, um das Wachstum von Westwing weiter voran- zutreiben. Im Jahr 2022 eröffnete Westwing seinen ersten permanenten Store an einer der Top-Adressen Hamburgs, dem berühmten Jungfernstieg. Hier können die Besucher Möbel, Wohnaccessoires, Deko- Trends und alles, was das eigene Zuhause schöner macht, entdecken. Ein Team von Experten berät Kunden vor Ort. Für das Jahr 2024 planen wir die Expansion in weitere Städte, was Chancen für Wachs- tum, Markenbekanntheit und Kundenzufriedenheit bietet. Um das Wachstum weiter voranzutreiben, sucht Westwing ständig nach Wachstumspotenzial in weiteren Vertriebskanälen wie Business-to-Business und baut Kooperationen mit anderen Einzelhändlern auf. Westwing Collection In den vergangenen Jahren hat Westwing seine Westwing Collection erheblich ausgebaut, wobei der Anteil unseres Produktangebots im Jahr 2023 ein Allzeithoch von 47ꢀ% des Konzern-GMV erreicht hat. Diese intern entwickelten Produkte ermöglichen es uns, ein kuratiertes und abgerundetes Sortiment auf unserer Website zu präsentieren, das sowohl unsere Premiummarke als auch den Geschmack unserer Kunden trifft. Zusammen mit den hier erreichbaren höheren Margen kann die Westwing Collection als Wettbewerbsvorteil dienen. Für das Jahr 2024 planen wir eine weitere umfangreiche Erweiterung unserer Westwing-Collection-Produkte. Bessere Verhandlungsposition bei Lieferanten Infolge der schlechteren Verbraucherstimmung sehen sich viele Fabriken auf der ganzen Welt mit einem geringeren Auftragsvolumen der Kunden für 2024 konfrontiert. Dies versetzt Westwing in eine bessere Verhandlungsposition mit Lieferanten für unsere schnell wachsende Westwing Collection. Darüber hinaus kann unser Buying-Team diese Gelegenheit nutzen, um die Umsatzkosten zu senken, während wir unser Verkaufsvolumen steigern, insbesondere im Hinblick auf die Produkte der Westwing Collection. Einsatz von künstlicher Intelligenz (KI) und Automatisierung Die Integration von KI-Technologien verändert verschiedene Branchen. Beispielsweise in den Bereichen Grafikdesign, Inhaltserstellung und Produktmanagement können KI-gesteuerte Tools hochwertige Bilder und Texte erzeugen. Dies kann zu Kosteneinsparungen und höherer betrieblicher Effizienz führen. Bei Westwing überprüfen wir ständig unsere Prozesse und suchen aktiv nach Möglichkeiten zur Auto- matisierung. Dies kann unsere Effizienz steigern, uns schneller machen und unsere Kosten senken. GESCHÄFTSBERICHT 2023 93 7. AUSBLICK 7.1 Erwartete Entwicklung der gesamtwirtschaftlichen und branchenspezifischen Rahmenbedingungen Die Weltwirtschaft stand 2023 weiterhin vor großen Herausforderungen, und die Aussichten für 2024 lassen keine schnelle Erholung erwarten. Geopolitische Krisen wie der anhaltende Krieg in der Ukraine und die eskalierende Situation im Nahen Osten werden die Weltwirtschaft höchstwahrscheinlich weiter- hin destabilisieren. Auch die wirtschaftliche Erholung nach der COVID-19-Pandemie verläuft lang- samer als ursprünglich erwartet. Auf der Grundlage der derzeitigen Annahmen wird mittelfristig nicht mit einer vollständigen Erholung der Weltproduktion auf den Stand vor der Pandemie gerechnet.ꢀ52 Positiv zu vermerken ist, dass die Inflationsraten, die in den letzten beiden Jahren weltweit auf einem Zehnjahreshoch lagen, im Jahr 2024 zurückgehen dürften und dass die derzeit sehr restriktive Geld- politik der Zentralbanken in der ganzen Welt im Jahr 2024 wahrscheinlich weniger streng sein wird, was eine gewisse Erleichterung bedeuten würde. Es könnte jedoch mindestens bis zum Jahr 2025 dauern, bis die Inflation in den meisten Volkswirtschaften wieder die Zielwerte erreicht.ꢀ53 Nach Angaben des IWF wird die weltweite Verbraucherpreisinflation 2024 voraussichtlich auf 5,8ꢀ% zurückgehen. Für die fortgeschrittenen Volkswirtschaften wird jedoch eine moderate Inflationsrate von 2,6ꢀ% vorhergesagt wird.ꢀ54 In 2024 wird das globale BIP-Wachstum voraussichtlich stagnieren und mit 3,1ꢀ% auf dem Wert von 2023 liegen. Besonders die fortgeschrittenen Volkswirtschaften leiden unter diesem Trend mit einem erwarteten BIP-Wachstum von insgesamt nur 1,5ꢀ% im Jahr 2024. Die Auswirkungen in Deutschland, dem größten Markt von Westwing, werden besonders schwerwiegend sein, da der IWF für 2024 ein jährliches BIP-Wachstum von nur 0,5ꢀ% prognostiziert.ꢀ55 7.2 Erwartete Entwicklung des Westwing-Konzerns Unsere Prognose der Geschäftsentwicklung für das kommende Jahr basiert auf den im Bericht zur wirt- schaftlichen Lage der Gesellschaft, im Risikobericht und im Chancenbericht beschriebenen Annahmen. Abgesehen von der Restrukturierung im Zusammenhang mit der Zentralisierung von Geschäftsfunktionen und Lagern sowie dem Strategiewechsel bei den Front-End- und Back-End-Softwarelösungen des Unternehmens erwarten wir keine wesentlichen Veränderungen in der Geschäftstätigkeit des Westwing- Konzerns. Unser Ausblick berücksichtigt die geringe Visibilität des Konsumentenverhaltens, das konjunkturelle Umfeld sowie die aktuellen Entwicklungen im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine und der Konfrontation im Nahen Osten. Wir sind überzeugt, dass sich unser Geschäft strukturell in die richtige Richtung entwickelt. Für das Jahr 2024 konzentrieren wir uns auf ausgewählte Wachstumsinitiativen, erweitern die Kategorien unserer Westwing Collection und treiben die Nachhaltigkeit in allen unseren Prozessen und Angeboten voran. Gleichzeitig werden wir den technologischen Strategiewechsel und die Restrukturierung in Italien und Spanien so effizient und reibungslos wie möglich umsetzen. Wir prognostizieren für das Jahr 2024 einen Gesamtumsatz zwischen EUR 415ꢀMio. und EUR 445ꢀMio., mit einem Wachstum von –ꢀ3ꢀ% bis +ꢀ4ꢀ% und einem bereinigten EBITDA zwischen EUR 14ꢀMio. und EUR 24ꢀMio. Die bereinigte EBITDA-Marge wird im Bereich von 3ꢀ% bis 5ꢀ% liegen. Während wir für beide Segmente eine ähnliche Umsatzentwicklung erwarten, gehen wir hinsichtlich des DACH Seg- ments von einer etwas höheren positiven bereinigten EBITDA-Marge aus. 52 Internationaler Währungsfonds: World Economic Outlook Database Oktober 2023; S.18. 53 Internationaler Währungsfonds: World Economic Outlook Database Oktober 2023; S.17. 54 Internationaler Währungsfonds: World Economic Outlook Database Januar 2024; S.6. 55 Internationaler Währungsfonds: World Economic Outlook Database Januar 2024; S.6. 94 WESTWING GROUP SE Diese Prognose wurde in einer Zeit anhaltend hoher Unsicherheiten in Bezug aufVerbraucherstimmung, Inflation und geopolitische Entwicklungen erstellt und geht davon aus, dass es im weiteren Verlauf des Geschäftsjahres zu keiner Verschlechterung der bisher im Jahr 2024 gesehenen Situation kommt. 8. ERGÄNZENDER LAGEBERICHT DER WESTWING GROUP SE (NACH DEM HANDELSGESETZBUCH – HGB) Der Jahresabschluss der Westwing Group SE wurde nach den Vorschriften des deutschen Handels- gesetzbuchs (HGB) erstellt. Die Westwing Group SE ist die Muttergesellschaft des Westwing-Konzerns und fungiert auch als Holdinggesellschaft für die verschiedenen operativen Einheiten des Konzerns. Sie erzielt selbst keine Umsätze mit Dritten, sondern ihre Erträge stammen aus der Erbringung konzern- interner Dienstleistungen, die als Umsatz ausgewiesen werden. Wesentliche Leistungsindikatoren für die Westwing Group SE sind der Umsatz und das Betriebsergebnis, definiert als Ergebnis vor Finanzer- gebnis, Abschreibungen und Steuern. 8.1 Ertragslage der Westwing Group SE EUR Mio. 2023 2022 Umsatzerlöse 86,2 70,0 Andere aktivierte Eigenleistungen 3,7 9,6 Sonstige betriebliche Erträge 0,7 0,3 Bruttoergebnis 90,6 79,9 Materialaufwand –ꢀ35,3 –ꢀ32,2 Personalaufwand –ꢀ28,6 –ꢀ34,1 Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen –ꢀ7,9 –ꢀ7,3 Sonstige betriebliche Aufwendungen –ꢀ73,2 –ꢀ35,3 Betriebsergebnis –ꢀ54,3 –ꢀ29,0 Einnahmen aus Ausleihungen des Finanzanlagevermögens 2,6 3,9 Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 1,0 0,0 Abschreibungen auf Finanzanlagen –ꢀ79,4 0,0 Erträge aus der Wertaufholung von Finanzanlagen 68,4 0,0 Erträge (Aufwendungen) aus der Gewinnübernahme (Verlustübernahme) 0,7 –ꢀ0,6 Zinsen und ähnliche Aufwendungen –ꢀ0,1 –ꢀ0,3 Zins- und Finanzergebnis –6,8 3,0 Steuern vom Einkommen und vom Ertrag –ꢀ0,2 –ꢀ0,3 Jahresfehlbetrag –ꢀ61,3 –ꢀ26,3 Die Umsatzerlöse der Westwing Group SE stiegen von EUR 70,0ꢀMio. im Jahr 2022 auf EUR 86,2ꢀMio. im Jahr 2023, was einem Umsatzwachstum von 23,1ꢀ% im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Diese Entwick- lung ist vor allem auf die veränderte Marketingstruktur des Konzerns und auf die neue Website-Integra- tion („OneWestwing“) zurückzuführen, die beide 2023 in Kraft traten. Dies führte dazu, dass mehr Dienst- leistungen von der Westwing Group SE für ihre Tochtergesellschaften erbracht wurden als im Vorjahr. Die aktivierten Eigenleistungen reduzierten sich um 61,4ꢀ% auf EUR 3,7ꢀMio. (2022: EUR 9,6ꢀMio.), was auf die Kosteneinsparungen des Unternehmens und die damit verbundene neue Technologieplatt- form zurückzuführen ist. Die sonstigen betrieblichen Erträge stiegen auf EUR 0,7ꢀMio. im Jahr 2023 (2022: EUR 0,3ꢀMio.). GESCHÄFTSBERICHT 2023 95 Der Personalaufwand ging um EUR 5,6ꢀMio. zurück, vor allem aufgrund der geringeren Anzahl der Mit- arbeiter.DieAufwendungenfüranteilsbasierteVergütungstiegenaufEUR0,8ꢀMio.(2022:EUR0,2ꢀMio.), was auf die Ausweitung des Kapitalbeteiligungsprogramms 2022 (ECP 2022) zurückzuführen ist, das erstmals ganzjährig lief. Der Materialaufwand, der nur den Aufwand für bezogene Leistungen umfasst, betrug EUR 35,3ꢀMio. (2022: EUR 32,2ꢀMio.). Dieser Anstieg gegenüber dem Vorjahr ist auf höhere Marketingausgaben zurückzuführen, die aufgrund der geänderten Marketingstrategie des Konzerns einschließlich der kürz- lich vorgestellten neuen Corporate Identity erforderlich waren. Der Anstieg der sonstigen betrieblichen Aufwendungen ist auf die Kapitalerhöhung bei einer Tochter- gesellschaft in Höhe von EUR 44,2ꢀMio. zurückzuführen. In fast gleicher Höhe wurde für diesen Sach- verhalt eine Zuschreibung auf Ausleihungen erfasst, sodass der Betrag zur Ermittlung des zur Steue- rung verwendeten Betriebsergebnisses unberücksichtigt blieb. Insgesamt ergab sich im Jahr 2023 somit ein bereinigtes operatives Ergebnis vor Finanzergebnis, Abschreibungen und Steuern in Höhe von EUR –ꢀ2,3ꢀMio. (2022: EUR –ꢀ21,7ꢀMio.). Das Finanzergebnis in Höhe von EUR –ꢀ6,8ꢀMio. (2022: EUR 3,0ꢀMio.) ist in erster Linie durch Wertmin- derungen auf Ausleihungen und Anteile an verbundenen Unternehmen in Höhe von EUR ꢀ79,4 Mio. geprägt. Hiervon betreffen EUR 57,6ꢀMio. Wertminderungen, die aufgrund der Zentralisierung von zuvor in Italien und Spanien vorhandenen Geschäftsfunktionen notwendig wurden. Dies wurde durch eine Aufwertung von Darlehen an verbundene Unternehmen in Höhe von EUR 68,4ꢀMio. teilweise aus- geglichen. Darüber hinaus sind Erträge aus Ausleihungen des Finanzanlagevermögens in Höhe von EUR 2,6ꢀMio. (2022: EUR 3,9ꢀMio.), Zinsen und ähnliche Erträge in Höhe von EUR 1,0ꢀMio. (2022: EUR 0,0ꢀMio.) sowie Zinsen und ähnliche Aufwendungen in Höhe von EUR 0,1ꢀMio. (2022: EUR 0,3ꢀMio.) enthalten. Die Zinsen und ähnlichen Erträge betreffen im Wesentlichen Zinserträge aus Festgeldern in Höhe von EUR 1,0ꢀMio. 8.2 Finanzlage der Westwing Group SE Die Westwing Group SE verfügte zum 31. Dezember 2023 über Zahlungsmittel und Zahlungsmittel- äquivalente in Höhe von EUR 3,1ꢀMio. (31. Dezember 2022: EUR 38,6ꢀMio.). Nicht hierin enthalten ist eine Festgeldanlage mit einer Kündigungsfrist von drei Monaten in Höhe von EUR 10,0ꢀMio. Der Posten Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente hat sich wie folgt entwickelt: Im Jahr 2023 finanzierte die Gesellschaft die Geschäftstätigkeit ihrer Tochtergesellschaften durch die Ausgabe von Darlehen in Höhe von EUR 10,8ꢀMio. (2022: EUR 37,1ꢀMio.). Diese Darlehen sind aus wirt- schaftlicher Sicht als langfristig, aus rechtlicher Sicht jedoch als kurzfristig anzusehen. Darüber hinaus wurde eine Kapitalerhöhung in Höhe von EUR 44,2ꢀMio. bei einer der Subholdings durchgeführt. Darlehensforderungen gegen verbundene Unternehmen und Zinsen in Höhe von EUR 50,5ꢀMio. wurden im Jahr 2023 getilgt (2022: EUR 41,5ꢀMio.). Die Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögensgegenstände betrugen im Geschäftsjahr 2023 EUR 4,0ꢀMio. (2022: EUR 11,2ꢀMio.). Rückzahlungen von Lieferantenfinanzierungen führten zu einem Mittelabfluss von EUR 4,0ꢀMio., während die Auflösung von Mietkautionen zu einem Mittelzufluss von EUR 0,5ꢀMio. führte. Zinserträge aus Fest- geldanlagen führten zu einem Mittelzufluss von EUR 1,0ꢀMio. Mittelabflüsse in Höhe von EUR 3,7ꢀMio. betrafen den Erwerb eigener Aktien. Die Investitionen in eine Festgeldanlage mit einer Kündigungsfrist von drei Monaten betrugen EUR 10,0 Mio. 96 WESTWING GROUP SE Die Westwing Group SE hat sichergestellt, dass ausreichend liquide Mittel für die Fortführung der Geschäftstätigkeit der Gesellschaft und des Konzerns zur Verfügung stehen. Die Westwing Group SE hat gegenüber ihrer Tochtergesellschaft Westwing GmbH und allen anderen direkten Tochtergesell- schaften eine Patronatserklärung abgegeben, in der sie die Haftung für die bis zum 31. Dezember 2025 entstehenden Verpflichtungen übernimmt. Die Westwing Group SE ist ihren Zahlungsverpflichtungen stets nachgekommen. 8.3 Vermögenslage der Westwing Group SE EUR Mio. 31.12.2023 31.12.2022 Aktiva Anlagevermögen Immaterielle Vermögensgegenstände 19,2 23,2 Sachanlagen 2,0 3,1 Finanzanlagen 98,7 147,4 Summe Anlagevermögen 119,9 173,8 Umlaufvermögen Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 47,1 23,4 Liquide Mittel 3,1 38,6 Summe Umlaufvermögen 50,2 62,0 Aktiver Rechnungsabgrenzungsposten 1,3 2,1 Summe Aktiva 171,5 237,9 Passiva Eigenkapital Grundkapital 20,9 20,9 Eigene Aktien –ꢀ0,8 –0,4 Ausgegebenes Kapital 20,1 20,5 Kapitalrücklage 345,1 348,4 Bilanzverlust –ꢀ217,5 –156,3 Summe Eigenkapital 147,7 212,7 Schulden Rückstellungen 11,8 10,8 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten 11,9 14,3 Passiver Rechnungsabgrenzungsposten 0,1 0,1 Summe Passiva 171,5 237,9 Die Bilanzsumme zum 31.Dezember2023 beliefsich aufEUR 171,5ꢀMio.,ein Rückgang um EUR 66,4ꢀMio. gegenüber dem Vorjahr (31. Dezember 2022: EUR 237,9ꢀMio.). Diese Veränderung ist hauptsächlich auf geringere langfristige finanzielle Vermögensgegenstände und einen Rückgang der liquiden Mittel zurückzuführen, der teilweise durch höhere Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände ausge- glichen wurde. Die immateriellen Vermögensgegenstände bestanden im Geschäftsjahr 2023 sowohl aus erworbener als auch aus selbst geschaffener Software. Der Nettobuchwert ging um EUR 4,0ꢀMio. auf EUR 19,2ꢀMio. zurück (31. Dezember 2022: EUR 23,2ꢀMio.). Dies ist hauptsächlich auf die Aktivierung von Software- entwicklungskosten in Höhe von EUR 3,8ꢀMio. zurückzuführen, die durch Abschreibungen in Höhe von EUR 6,5ꢀMio. und Abgänge in Höhe von EUR 1,3ꢀMio. mehr als ausgeglichen wurden. Das Sachanlage- vermögen verringerte sich auf EUR 2,0ꢀMio. (31. Dezember 2022: EUR 3,1ꢀMio.), hauptsächlich aufgrund von Abschreibungen. GESCHÄFTSBERICHT 2023 97 Die Investitionen in Tochtergesellschaften reduzierten sich im Jahr 2023 auf EUR 13,0ꢀMio. (31. Dezem- ber 2022: EUR 15,4ꢀMio.). Dieser Rückgang ist vornehmlich durch die Wertminderung von Anteilen im Zusammenhang mit der Zentralisierung von Geschäftsfunktionen und Lagern in Spanien und Italien in Höhe von EUR 2,0ꢀMio. verursacht. Die unter den langfristigen Finanzanlagen ausgewiesenen Ausleihungen an Tochtergesellschaften ver- ringerten sich um EUR 46,3ꢀMio. auf EUR 85,7ꢀMio. (31. Dezember 2022: EUR 132,0ꢀMio.). Grund für diese Entwicklung war in erster Linie die Rückzahlung von Darlehens- und Zinsforderungen in Höhe von EUR 50,5ꢀMio., die teilweise durch neue Ausleihungen und Zinsforderungen gegen verbundene Unternehmen in Höhe von EUR 13,4ꢀMio. kompensiert wurden. Darüber hinaus führte die Verschmel- zung einer Tochtergesellschaft auf die Westwing Group SE zu einem Abgang von Darlehen in Höhe von EUR 30,0ꢀMio. sowie zu einem Zugang von neuen Darlehen in Höhe von EUR 8,1ꢀMio. Zudem resultierte aus der Zentralisierung von Geschäftsfunktionen und Lagern in Spanien und Italien eine Wertminde- rung von Ausleihungen in Höhe von EUR 55,6ꢀMio. Dem gegenüber stehen eine Wertaufholung von Ausleihungen in Höhe von EUR 27,7ꢀMio. aufgrund der Verschmelzung zweier Tochtergesellschaften sowie eine Wertaufholung von Ausleihungen aufgrund der Kapitalerhöhung in einer Tochtergesell- schaft in Höhe von EUR 40,7ꢀMio. Das Umlaufvermögen belief sich Ende 2023 auf EUR 50,2ꢀMio. (31. Dezember 2022: EUR 62,0ꢀMio.). Die in den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen Forderungen enthaltenen Forderungen gegen verbundene Unternehmen stiegen auf EUR 36,6ꢀMio. (31. Dezember 2022: EUR 22,8ꢀMio.). Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente lagen mit EUR 3,1ꢀMio. (31. Dezem- ber 2022: EUR 38,6ꢀMio.) um EUR 35,5ꢀMio. unter dem Vorjahreswert, auch bedingt durch die Kapital- erhöhung bei einer der Subholdings sowie Investitionen in eine Festgeldanlage mit einer Kündigungs- frist von drei Monaten. Das Eigenkapital der Gesellschaft zum Bilanzstichtag reduzierte sich im Jahr 2023 um EUR 65,0ꢀMio. von EUR 212,7ꢀMio. im Dezember 2022 auf EUR 147,7ꢀMio. im Dezember 2023. Ausschlaggebend hier- für war der Jahresfehlbetrag. Die Eigenkapitalquote ging leicht von 89,4ꢀ% zum 31. Dezember 2022 auf 86,1ꢀ% zum 31. Dezem- ber 2023 zurück. Die Rückstellungen stiegen von EUR 10,8ꢀMio. im Dezember 2022 auf EUR 11,8ꢀMio. im Dezember 2023, wobei die Hauptursache in höheren Rückstellungen für Marketingmaßnahmen lag. Die Verbindlichkeiten verringerten sich von EUR 14,3ꢀMio. Ende 2022 auf EUR 11,9ꢀMio. am 31. Dezem- ber 2023. Dies war hauptsächlich auf den Wegfall von Verbindlichkeiten aus Lieferantenfinanzierungen zurückzuführen (31. Dezember 2022: EUR 4,0ꢀMio.), was teilweise durch einen Anstieg der Verbindlich- keiten aus Lieferungen und Leistungen um EUR 2,0ꢀMio. ausgeglichen wurde. 8.4 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Westwing Group SE Die Westwing Group SE beschäftigte Ende Dezember 2023 einschließlich Praktikanten, Aushilfen und Führungskräften 322 Mitarbeiter (2022: 356). Davon waren 192 Personen in der Verwaltung/IT und 130 im Marketing tätig. Die Entwicklung der eigenen Softwareanwendungen wird derzeit in fast allen Fällen intern durch die Technologieabteilung der Westwing Group SE durchgeführt. Insgesamt waren Ende 2023 59,9ꢀ% der Mitarbeiter der Westwing Group SE weiblich und damit fast genauso viele wie im Konzern insgesamt. Informationen zum Frauenanteil und zu den Zielvorgaben für den Frauenanteil im Vorstand und im Aufsichtsrat sowie zu den Diversity-Angaben des Unternehmens finden Sie in der Erklärung zur Unter- nehmensführung. 98 WESTWING GROUP SE 8.5 Risiken und Chancen der Westwing Group SE Die Risiken und Chancen der Westwing Group SE entsprechen im Wesentlichen denen des Gesamt- konzerns. Wir verweisen daher auf den Risiko- und Chancenbericht unter Kapitel 6 dieses zusammen- gefassten Lageberichts. Zusätzliche Risiken ergeben sich aus einem zusätzlichen Wertberichtigungs- bedarf für Darlehen an verbundene Unternehmen oder aus der Notwendigkeit, diesen Unternehmen Liquidität zur Verfügung zu stellen, beides in Abhängigkeit von deren Geschäftsentwicklung. 8.6 Ausblick für die Westwing Group SE Die wirtschaftlichen Prognosen und Erwartungen für das operative Geschäft der Westwing Group SE sind im Wesentlichen die gleichen wie für den Westwing-Konzern. Für weitere Einzelheiten wird auf Abschnitt 7 dieses zusammengefassten Lageberichts verwiesen. Die Westwing Group SE rechnet für das Geschäftsjahr 2024 mit einem deutlich niedrigeren Umsatz- niveau als im Vorjahr. Dies spiegelt die Erwartung eines geringeren Geschäftsvolumens bei den opera- tiven Tochtergesellschaften wider, die zentralisiert werden. Es steht im Einklang mit der Rolle der- Westwing Group SE als Holdinggesellschaft des Westwing-Konzerns, die Dienstleistungen für ihre Tochtergesellschaften erbringt. Das bereinigte Ergebnis vor Finanzergebnis, Abschreibungen und Steuern sollte sich im Vergleich zum Geschäftsjahr 2023 moderat verbessern, da mit der Erbringung von Holdingleistungen für weniger Einheiten Effizienzsteigerungen zu erwarten sind. Die Umsatzerlöse der Westwing Group SE stiegen 2023 um 23,1ꢀ% auf EUR 86,2ꢀMio. Dies liegt über den Erwartungen, die von einem ähnlichen Umsatz wie im Vorjahr ausgingen. Der Anstieg ist auf zusätz- liche Dienstleistungen zurückzuführen, die das Unternehmen aufgrund der in 2023 geänderten Marketingstruktur des Konzerns sowie der neuen Website-Integration („OneWestwing“) für seine Tochtergesellschaften erbrachte. Infolgedessen stieg auch das bereinigte Ergebnis vor Finanzergeb- nis, Zu- und Abschreibungen sowie Steuern deutlich von EUR –ꢀ21,7ꢀMio. im Vorjahr auf EUR –ꢀ2,3ꢀMio. im Jahr 2023. Diese Entwicklung wurde durch die in der zweiten Jahreshälfte 2022 eingeleiteten Kosten- einsparungen im Konzern zusätzlich verstärkt. Damit haben wir unsere Prognose für das Jahr 2023, die nur eine moderate Verbesserung vorsah, übertroffen. Insgesamt war das Jahr 2023 für die Westwing Group SE immer noch ein herausforderndes Jahr. Dennoch sind wir überzeugt, dass Westwing über die notwendigen operativen und finanziellen Ressourcen verfügt, um seine ambitionierten Ziele mittel- und langfristig zu erreichen. 9. SONSTIGE ANGABEN 9.1 Erklärung zur Unternehmensführung Die Erklärung zur Unternehmensführung gemäß § 289f HGB und § 315d HGB einschließlich der Entsprechenserklärung nach § 161 AktG ist auf der Website der Gesellschaft im Bereich Investor Relationsꢀ /ꢀCorporate Governance öffentlich zugänglich. Dort finden sich auch nicht mehr aktuelle Erklärungen zur Unternehmensführung sowie Entsprechenserklärungen. Die aktuelle Erklärung zur Unternehmensführung einschließlich der aktuellen Entsprechenserklärung ist auch im Geschäfts- bericht veröffentlicht. GESCHÄFTSBERICHT 2023 99 9.2 Übernahmerechtliche Angaben Der Vorstand der Westwing Group SE (die „Gesellschaft“) hat zu den nach §§ꢀ289a, 315a HGB gemäß §ꢀ176 Abs. 1 Satz 1 AktG erforderlichen Angaben folgenden erläuternden Bericht erstellt: ZUSAMMENSETZUNG DES GEZEICHNETEN KAPITALS (§§ꢀ289A SATZ 1 NR. 1, 315 A SATZ 1 NR. 1 HGB) Das Grundkapital betrug zum 31. Dezember 2023 unverändert EUR 20.903.968,00. Das Grundkapital ist eingeteilt in 20.903.968 auf den Inhaber lautende Stückaktien mit einem rechnerischen Anteil am Grundkapital von EUR 1,00 je Aktie. Das Grundkapital ist voll eingezahlt. Aus allen Aktien ergeben sich die gleichen Rechte und Pflichten. Jede Stückaktie berechtigt grundsätzlich zu einer Stimme. Gemäß §ꢀ5 Abs. 2 der Satzung der Gesellschaft ist eine Verbriefung von Anteilen grundsätzlich ausgeschlossen. STIMMRECHTSBESCHRÄNKUNGEN ODER DIE ÜBERTRAGUNG VON AKTIEN (§ § 289A SATZ 1 NR. 2, 315A SATZ 1 NR. 1 HGB):: Zum 31. Dezember 2023 hielt die Gesellschaft 801.321 eigene Aktien. Gemäß §ꢀ71b AktG stehen der Gesellschaft aus eigenen Aktien keine Rechte zu. Es bestehen im Übrigen keine grundsätzlichen Stimmrechtsbeschränkungen. Der Westwing Group SE sind keine Vereinbarungen über die Beschränkung von Stimmrechten oder der Übertragbarkeit von Aktien bekannt. Neben den gesetzlichen Insider-Bestimmungen sowie dem Handelsverbot nach der Marktmissbrauchsverordnung informiert die Gesellschaft über sogenannte „Silent Periods“ von jeweils 30 Tagen vor der Veröffentlichung der Finanzzahlen für das vergangene Quartal mit der damit verbun- denen Empfehlung, in diesem Zeitraum keinen Handel zu betreiben. Zur kapitalmarktrechtlichen Com- pliance gibt es eine interne Richtlinie. DIREKTE UND MITTELBARE BETEILIGUNGEN VON MEHR ALS 10ꢀ% DER STIMMRECHTE (§§ꢀ289A SATZ 1 NR. 3,ꢀ315A SATZ 1 NR. 3 HGB): Zum 31. Dezember 2023 gab es nach den der Gesellschaft zur Verfügung gestellten Informationen folgende Beteiligungen, welche die Schwelle von 10ꢀ% der Stimmrechte überschritten: • Zerena GmbH, Grünwald, der gemäß § 34 Wertpapierhandelsgesetz (WpHG) der Stimmrechtsanteil der Rocket Internet SE, Berlin, mit 28,9ꢀ% des Grundkapitals zugerechnet wird. AKTIEN MIT SONDERRECHTEN, DIE KONTROLLBEFUGNISSE VERLEIHEN (§§ꢀ289A SATZ 1 NR. 4;315 A SATZ 1 NR. 4 HGB): Es bestehen keine Aktien mit Sonderrechten, insbesondere keine Sonderrechte, die Kontrollbefugnisse verleihen. STIMMRECHTSKONTROLLE, WENN ARBEITNEHMER AKTIONÄRE SIND (§ꢀ289A SATZ 1 NR. 5, §ꢀ315A SATZ 1 HGB): Ebenso wie andere Aktionäre üben Mitarbeiter, die am Grundkapital der Gesellschaft beteiligt sind, im Einklang mit den gesetzlichen Bestimmungen und der Satzung ihre Stimmrechte unmittelbar selbst aus. GESETZLICHE VORSCHRIFTEN UND BESTIMMUNGEN DER SATZUNG ÜBER DIE BESTELLUNG UND ABBERUFUNG VON VORSTANDSMITGLIEDERN SOWIE SATZUNGSÄNDERUNGEN (§ §ꢀ289A SATZ 1 NR. 6,315A SATZ 1 NR. 6 HGB): Im Einklang mit § 7 der Satzung sowie § 84 AktG bestimmt der Aufsichtsrat die Zahl der Mitglieder des Vorstands und ist für ihre Bestellung und Abberufung verantwortlich. Der Aufsichtsrat kann einen Vorstandsvorsitzenden sowie einen stellvertretenden Vorsitzenden ernennen. Die Bestellung erfolgt für höchstens fünf Jahre. Eine wiederholte Bestellung oder Verlängerung der Amtszeit, jeweils für höchstens fünf Jahre, ist zulässig. Eine Abberufung ist gemäß § 84 Abs. 4 des AktG bei Vorliegen eines wichtigen Grundes möglich. Es gelten im Übrigen die gesetzlichen Vorschriften (§§ 84, 85 AktG). Gemäß § 179 Abs. 1 AktG bedarf jede Satzungsänderung eines Beschlusses der Hauptversammlung. Nach § 20 Abs. 2 der Satzung bedarf es – soweit nicht zwingende gesetzliche Vorschriften eine andere Mehrheit vorsehen – für Satzungsänderungen einer Mehrheit von zwei Dritteln der abgegebenen Stimmen 100 WESTWING GROUP SE bzw., sofern mindesten die Hälfte des Grundkapitals vertreten ist, der einfachen Mehrheit der abgege- benen Stimmen. FürÄnderungen nach Ausnutzung des Genehmigten Kapitals 2022/I, des Genehmigten Kapitals 2023/I bzw. nach Ablauf der Ermächtigungsfrist sowie bei Inanspruchnahme des bedingten Kapitals 2023 bzw. nach Ablauf sämtlicher Options- und Wandlungsfristen ist der Aufsichtsrat gemäß §ꢀ179 Abs. 1 S. 2 AktG in Verbindung mit § 4 Abs. 3, 4 und 5 der Satzung ermächtigt, die Fassung der Satzung entsprechend anzupassen. BEFUGNISSE DES VORSTANDS, INSBESONDERE HINSICHTLICH DER MÖGLICHKEIT ZUR AUSGABE ODER ZUM ERWERB EIGENER AKTIEN (§ ꢀ289A SATZ 1 NR. 7, 315 A SATZ 1 NR. 7 HGB): § ERMÄCHTIGUNG ZUM ERWERB EIGENER AKTIEN Die ordentliche Hauptversammlung der Gesellschaft vom 5. August 2021 hat den Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum Ablauf des 4. August 2026 unter Wahrung des Gleich- behandlungsgrundsatzes (§ 53a AktG) eigene Aktien der Gesellschaft bis zur Höhe von insgesamt 10ꢀ% des zum Zeitpunkt der Beschlussfassung oder – falls dieser Wert geringer ist – des zum Zeitpunkt der Ausübung der Ermächtigung bestehenden Grundkapitals der Gesellschaft zu erwerben. Die aufgrund dieser Ermächtigung erworbenen Aktien dürfen zusammen mit anderen eigenen Aktien der Gesell- schaft, welche die Gesellschaft bereits erworben hat und noch besitzt oder ihr nach §§ 71a ff. AktG zuzurechnen sind, zu keinem Zeitpunkt 10ꢀ% des jeweiligen Grundkapitals der Gesellschaft übersteigen. Die Ermächtigung kann einmal oder mehrmals, ganz oder in Teilbeträgen, in Verfolgung eines oder mehrerer Zwecke durch die Gesellschaft, aber auch durch Konzernunternehmen oder von Dritten für Rechnung der Gesellschaft oder der Konzernunternehmen ausgeübt werden. Die Ermächtigung darf nicht zum Zwecke des Handels in eigenen Aktien ausgenutzt werden. Für weitere Einzelheiten wird auf Tagesordnungspunkt 9 der Einladung zur ordentlichen Hauptversammlung der Gesellschaft am 5. August 2021 verwiesen, welche auch auf der Unternehmenswebsite im Bereich Investor Relationsꢀ/ Hauptversammlung abrufbar ist. Von dieser Ermächtigung wurde im Geschäftsjahr 2023 wie folgt Gebrauch gemacht: DerVorstand derWestwing Group SE hatte – basierend auf vorgenannter Ermächtigung – am 24. Novem- ber 2022 mit Zustimmung des Aufsichtsrats beschlossen, ein Aktienrückkaufprogramm in einem Volumen von bis zu maximal 600.000 Aktien der Gesellschaft zu einem Gesamtpreis (ohne Neben- kosten) von bis zu EUR 3,0ꢀMio. („Aktienrückkauf 2022“) durchzuführen. Der Rückkauf über den XETRA-Handel der Frankfurter Wertpapierbörse begann am 28. November 2022. Das Aktienrückkauf- programm 2022 endete am 31. März 2023, weil das Auslaufdatum an diesem Tag erreicht wurde. Bei Start des Aktienrückkaufs 2022 hielt die Gesellschaft 326.475 eigene Aktien (ca. 1,56ꢀ% des Grund- kapitals der Gesellschaft). Im Rahmen des Aktienrückkaufprogramms 2022 wurden insgesamt 232.093 Aktien der Gesellschaft zurückerworben. Dies entspricht einem rechnerischen Anteil von ungefähr 1,11ꢀ% des eingetragenen Grundkapitals der Gesellschaft. Der Vorstand der Westwing Group SE hat weiterhin – basierend auf vorgenannter Ermächtigung – am 24. April 2023 mit Zustimmung des Aufsichtsrats beschlossen, ein Aktienrückkaufprogramm in einem Volumen von bis zu maximal 600.000 Aktien der Gesellschaft zu einem Gesamtpreis (ohne Nebenkos- ten) von bis zu EUR 3,0ꢀMio. („Aktienrückkauf 2023/I“) durchzuführen. Der Rückkauf über den XETRA- Handel der Frankfurter Wertpapierbörse begann am 26. April 2023 und endete mit Ablauf des 31. Okto- ber 2023. Bei Start des Aktienrückkaufs 2023/I hielt die Gesellschaft 556.918 eigene Aktien. Dies entsprach rund 2,66ꢀ% des eingetragenen Grundkapitals. Das Aktienrückkaufprogramm endete am 31. Oktober 2023, weil das Auslaufdatum an diesem Tag erreicht wurde. Im Rahmen des Aktien- rückkaufprogramms 2023/I wurden insgesamt 198.333 Aktien der Gesellschaft zurückerworben. Dies entspricht einem rechnerischen Anteil von ungefähr 0,95ꢀ% des eingetragenen Grundkapitals der Gesellschaft. GESCHÄFTSBERICHT 2023 101 Ferner hat der Vorstand der Westwing Group SE – basierend auf vorgenannter Ermächtigung – am 22. November 2023 mit Zustimmung des Aufsichtsrats beschlossen, ein weiteres Aktienrückkauf- programm in einem Volumen von bis zu maximal 600.000 Aktien der Gesellschaft zu einem Gesamt- preis (ohne Nebenkosten) von bis zu EUR 3,0ꢀMio. („Aktienrückkauf 2023/II“) durchzuführen. Der Rückkauf über den XETRA-Handel der Frankfurter Wertpapierbörse begann am 27. November 2023 und endet mit Ablauf des 30. April 2024. Bei Start des Aktienrückkaufprogramms 2023/II hielt die Gesellschaft 755.251 eigene Aktien. Dies entsprach rund 3,61ꢀ% des eingetragenen Grundkapitals. Im Rahmen des Aktienrückkaufprogramms 2023/II wurden bis einschließlich 31. Dezember 2023 46.070 Aktien zurück- erworben. Weitere Details über die Aktienrückkaufprogramme 2022, 2023/I und 2023/II, einschließlich wöchent- licher Transaktionsmeldungen, sind auf der Unternehmenswebseite im Bereich Investor Relationsꢀ/ Aktie/Aktienrückkauf 2022, 2023/I sowie 2023/II veröffentlicht. Die Gesellschaft hat im Zeitraum vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 1.650 eigene Aktien an eine ehemalige Mitarbeiterin verkauft und übertragen. ERMÄCHTIGUNG ZUM ERWERB EIGENER AKTIEN MITTELS EIGENKAPITALDERIVATEN Darüber hinaus wurde der Vorstand von der Hauptversammlung vom 5. August 2021 ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats eigene Aktien in Höhe von insgesamt 5ꢀ% des zum Zeitpunkt der Beschlussfassung bestehenden Grundkapitals bis zum 4. August 2026 durch den Einsatz von Derivaten (Put- oder Call-Optionen oder eine Kombination aus beidem) zu erwerben. Auf diese Weise erworbene Aktien sind ebenfalls auf die 10ꢀ%-Grenze der Ermächtigung zum Erwerb eigener Aktien anzurechnen. Für weitere Einzelheiten wird auf Tagesordnungspunkt 10 der Einladung zur ordentlichen Hauptver- sammlung der Gesellschaft am 5. August 2021 verwiesen, welche auch auf der Unternehmenswebsite im Bereich Investor Relations/Hauptversammlung abrufbar ist. Von dieser Ermächtigung wurde im Geschäftsjahr 2023 kein Gebrauch gemacht. AUSÜBUNG VON ERWERBSRECHTEN IM ZUSAMMENHANG MIT DEM ERWERB EIGENER AKTIEN Der Vorstand wurde ferner von der außerordentlichen Hauptversammlung der Gesellschaft am 21. Sep- tember 2018 ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum 20. September 2023 die Erwerbs- rechte auf den Erwerb eigener Aktien aus bestehenden Vereinbarungen – insbesondere sogenannten Angel-Agreements –, die von der Gesellschaft oder ihren Tochtergesellschaften mit gegenwärtigen undꢀoder früheren Mitarbeitern, Organmitgliedern und/oder (ehemaligen) Beratern und/oder Förderern (oder deren jeweiligen Investmentvehikeln) der Gesellschaft und/oder ihren Tochtergesellschaften geschlossen wurden, auszuüben und eigene Aktien in Höhe von insgesamt bis zu 10ꢀ% des Grund- kapitals der Gesellschaft zum Zeitpunkt der Beschlussfassung oder – falls dieser Wert geringer ist – des zum Zeitpunkt der Ausübung der Ermächtigung bestehenden Grundkapitals der Gesellschaft zu erwerben. Die von der Gesellschaft erworbenen und gehaltenen eigenen Aktien sind auf diese 10ꢀ%-Grenze anzurechnen. Von dieser Ermächtigung wurde im Geschäftsjahr 2023 kein Gebrauch gemacht. GENEHMIGTES KAPITAL ZUM 31. DEZEMBER 2023 GENEHMIGTES KAPITAL 2022/I Der Vorstand wurde – unter Aufhebung des Genehmigten Kapitals 2018/V – von der ordentlichen Hauptversammlung vom 18. Mai 2022 ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum 17. Mai 2027 (einschließlich) das Grundkapital der Gesellschaft um bis zu EUR 2.090.396,00 durch ein- malige oder mehrmalige Ausgabe von bis zu 2.090.396 neuen, auf den Inhaber lautende Stückaktien gegen Bar- und/oder Sacheinlage zu erhöhen („Genehmigtes Kapital 2022/I“). Das Bezugsrecht der Aktionäre ist ausgeschlossen. Das Genehmigte Kapital 2022/I ist in § 4 Abs. 3 der Satzung der Gesell- schaft geregelt. 102 WESTWING GROUP SE GENEHMIGTES KAPITAL Die Satzung der Westwing Group SE regelte zu Beginn des Geschäftsjahres 2023 in § 4 Abs. 4 das Genehmigte Kapital 2018/VI. Die darin enthaltene Ermächtigung des Vorstands war bis zum 20. Sep- tember 2023 befristet. Das Genehmigte Kapital 2018/VI der Westwing Group SE wurde aufgrund des teilweisen Zweckwegfalls sowie aufgrund des zeitlichen Auslaufens der Ermächtigung in 2023 gemäß Beschluss der ordentlichen Hauptversammlung vom 16. Mai 2023 sowie entsprechender Satzungs- änderung durch ein neues Genehmigtes Kapital 2023/I ersetzt. Der Vorstand ist demnach ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum 15. Mai 2028 (ein- schließlich) das Grundkapital der Gesellschaft um bis zu EUR 4.000.000,00 durch einmalige oder mehrmalige Ausgabe von bis zu 4.000.000 neuen, auf den Inhaber lautende Stückaktien gegen Bareinlage und/oder Sacheinlagen zu erhöhen („Genehmigtes Kapital 2023/1“). Den Aktionären steht grundsätzlich ein Bezugsrecht zu. Mit Zustimmung des Aufsichtsrats kann das Bezugsrecht der Aktionäre unter bestimmten Voraussetzungen und in vorgeschriebenen Grenzen ausgeschlossen werden. Die neuen Aktien können auch an ein oder mehrere Kreditinstitute oder andere in Art. 5 SE-VO i.ꢀV.ꢀm. §ꢀ186 Abs. 5 Satz l des AktG genannte Unternehmen mit der Verpflichtung ausgegeben werden, sie den Aktionären anzubieten (mittelbares Bezugsrecht), oder auch teilweise im Wege eines unmittel- baren Bezugsrechts (etwa an bezugsberechtigte Aktionäre, die vorab eine Festbezugsvereinbarung abgegeben haben), oder im Übrigen im Wege eines mittelbaren Bezugsrechts gemäß Art. 5 SE-VO i.ꢀV.ꢀm. §ꢀ186 Abs. 5 AktG gewährt werden. Das Genehmigte Kapital 2023/I ist in § 4 Abs. 4 der Satzung geregelt. BEDINGTES KAPITAL Die Hauptversammlung vom 21. September 2018 hatte den Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats in der Zeit vom 21. September 2018 bis zum 20. September 2023 im Gesamtnennbetrag von bis zu EUR 100.000.000,00 Wandelschuldverschreibungen, Optionsschuldverschreibungen, Genuss- rechte und/oder Gewinnschuldverschreibungen oder einer Kombination dieser Instrumente (die „Schuld- verschreibungen“) mit Bezugsrechten auf Aktien der Gesellschaft auszugeben. Das Grundkapital der Gesellschaft war dementsprechend zu Beginn des Geschäftsjahres 2023 um bis zu EUR 5.000.000,00 bedingt erhöht („Bedingtes Kapital 2018“). Von der Ermächtigung wurde kein Gebrauch gemacht. Gemäß Beschluss der ordentlichen Hauptversammlung der Gesellschaft vom 16. Mai 2023 sowie ent- sprechender Satzungsänderung wurde eine neue Ermächtigung zur Ausgabe von Options-/Wandel- schuldverschreibungen, Genussrechten und/oder Gewinnschuldverschreibungen oder einer Kombination dieser Instrumente mit der Möglichkeit zum Ausschluss des Bezugsrechts geschaffen. Das Grundkapital der Gesellschaft ist demnach um bis zu EUR 2.000.000,00 durch Ausgabe von bis zu 2.000.000 neuen, auf den Inhaber lautende Stückaktien bedingt erhöht (Bedingtes Kapital 2023). Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum 15. Mai 2028 (einschließlich) einmalig oder mehrmals auf den Inhaber oder auf den Namen lautende Options-/ꢀWandelschuld- verschreibungen, Genussrechte und/oder Gewinnschuldverschreibungen (bzw. Kombinationen dieser Instrumente) (nachfolgend zusammen auch „Schuldverschreibungen“) im Gesamtnennbetrag von bis zu EUR 50.000.000,00 auszugeben und den Gläubigern (nachfolgend die „Inhaber“) der jeweiligen, unter sich gleichberechtigten Teilschuldverschreibungen, Options- bzw. Wandlungsrechte auf neue, auf den Inhaber lautende Aktien der Gesellschaft mit einem anteiligen Betrag am Grundkapital von insgesamt bis zu EUR 2.000.000,00 nach näherer Maßgabe der Bedingungen der Schuldverschreibungen zu gewähren. Von der Ermächtigung zurAusgabe von Schuldverschreibungen wurde bisher kein Gebrauch gemacht. Dieses bedingte Kapital ist in § 4 Abs. 5 der Satzung der Gesellschaft geregelt. GESCHÄFTSBERICHT 2023 103 WESENTLICHE VEREINBARUNGEN DER GESELLSCHAFT, DIE IM FALLE EINES KONTROLLWECHSELS INFOLGE EINES ÜBERNAHMEANGEBOTS WIRKSAM WERDEN, SOWIE DIE SICH DARAUS ERGEBENDEN AUSWIRKUNGEN (§§ꢀ289A SATZ 1 NR. 8,ꢀ315A SATZ 1 NR. 8 HGB): Ein zwischen der Westwing Group SE und der Norddeutschen Landesbank im September 2022 geschlossenen Rahmenkreditvertrag über EUR 10ꢀMio. räumt der Norddeutschen Landesbank ein Kündigungsrecht ein, sollte ein Aktionär die Mehrheit der Stimmrechte und/oder Kapitalanteile von mindestens 50ꢀ% erwerben. Ferner enthalten die Vorstandsdienstverträge Change-of-Control-Klauseln (s. hierzu nachfolgend). ENTSCHÄDIGUNGSVEREINBARUNGEN, DIE DIE GESELLSCHAFT MIT DEN MITGLIEDERN DES VORSTANDS ODER DEN ARBEITNEHMERN IM FALLE EINES ÜBERNAHMEANGEBOTS VEREINBART HAT (§§ 289A SATZ 1 NR. 9, 315A SATZ 1 NR. 9 HGB): Der zwischen der Westwing Group SE einerseits und dem Vorstandsvorsitzenden Dr. Andreas Hoerning bzw. dem Finanzvorstand Sebastian Westrich andererseits bestehende Vorstandsdienstvertrag räumt den Vorstandsmitgliedern jeweils das Recht ein, innerhalb von zwei Monaten nach Eintritt eines Kontrollwechsels mit einer Kündigungsfrist von drei Monaten zum Ende eines Kalendermonats den jeweiligen Vorstandsdienstvertrag schriftlich zu kündigen („Sonderkündigungsrecht“) und ihr Amt entsprechend niederzulegen. Sollte das Sonderkündigungsrecht ausgeübt werden, ist die Höhe einer etwaigen Abfindungszahlung auf maximal zwei feste Jahresgehälter, höchstens jedoch auf die Ver- gütung der Restlaufzeit der Amtszeit begrenzt (Abfindungs-Cap). München, den 27. März 2024 Dr. Andreas Hoerning Sebastian Westrich Chief Executive Officer Chief Financial Officer Westwing Group SE Westwing Group SE 104 WESTWING GROUP SE KONZERN-GEWINN-UND-VERLUST-RECHNUNG Für den Zeitraum vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023 und 2022 EUR Mio. Anhang 2023 2022 Umsatzerlöse 5 428,6 430,8 Umsatzkosten –215,7 –228,1 Bruttoergebnis 212,9 202,7 Fulfillmentkosten 6 –90,3 –94,2 Marketingkosten 6 –45,6 –40,6 Allgemeine Verwaltungskosten 6 –85,2 –92,9 Sonstige betriebliche Aufwendungen 8 –6,2 –5,2 Sonstige betriebliche Erträge 8 5,9 2,6 Betriebliches Ergebnis –8,4 –27,4 Finanzaufwendungen 10 –1,9 –2,0 Finanzerträge 10 1,1 0,0 Sonstiges Finanzergebnis 10 0,1 –0,9 Finanzergebnis –0,7 –2,9 Ergebnis vor Ertragsteuern –9,1 –30,3 Ertragsteueraufwand 24 –3,3 –2,1 Jahresergebnis –12,4 –32,4 Durchschnittliche Anzahl der Aktien im Umlauf; unverwässert (= verwässert) 11 20.269.477 20.574.373 Ergebnis je Aktie (in EUR); unverwässert (= verwässert) 11 –0,61 –1,58 108 WESTWING GROUP SE KONZERN-GESAMTERGEBNISRECHNUNG Für den Zeitraum vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023 und 2022 EUR Mio. 2023 2022 Jahresergebnis –12,4 –32,4 Sonstiges Ergebnis: In Folgeperioden in die Gewinn-und-Verlust-Rechnung umzugliederndes sonstiges Ergebnis: Umrechnungsdifferenzen ausländischer Geschäftsbetriebe 0,2 0,0 Sonstiges Ergebnis 0,2 0,0 Jahresgesamtergebnis –12,2 –32,4 GESCHÄFTSBERICHT 2023 109 KONZERN-BILANZ EUR Mio. Anhang 31.12.2023 31.12.2022 Aktiva Langfristige Vermögenswerte Sachanlagen 12 44,6 53,2 Immaterielle Vermögenswerte 13 19,3 23,3 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige finanzielle Vermögenswerte 14 1,6 2,3 Aktive latente Steuern 24 1,5 3,6 Summe langfristige Vermögenswerte 67,0 82,3 Kurzfristige Vermögenswerte Vorräte 15 28,1 45,2 Anzahlungen auf Vorräte 15 7,1 3,6 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige finanzielle Vermögenswerte 14 12,1 12,6 Sonstige Vermögenswerte 16 7,6 8,6 Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 17 81,5 76,0 Summe kurzfristige Vermögenswerte 136,4 146,0 Bilanzsumme 203,4 228,3 110 WESTWING GROUP SE EUR Mio. Anhang 31.12.2023 31.12.2022 Passiva Eigenkapital Grundkapital 20,9 20,9 Kapitalrücklagen 18 364,6 364,5 Eigene Aktien –5,3 –1,6 Sonstige Rücklagen 18 42,4 41,7 Gewinnrücklagen 18 –348,3 –335,9 Rücklagen sonstiges Ergebnis 0,6 0,4 Summe Eigenkapital 75,0 90,1 Langfristige Verbindlichkeiten Leasingverbindlichkeiten 25,5 35,0 Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 20 6,0 6,1 Rückstellungen 21 2,1 2,1 Passive latente Steuern 3,1 2,3 Summe langfristige Verbindlichkeiten 36,7 45,6 Kurzfristige Verbindlichkeiten Leasingverbindlichkeiten 11,2 9,7 Verbindlichkeiten und abgegrenzte Schulden aus Lieferungen und Leistungen 20 35,9 34,1 Vertragsverbindlichkeiten 20 19,3 17,0 Rückerstattungsverbindlichkeiten 20 6,6 6,8 Handelsfinanzierungen 20 - 7,8 Sonstige nicht-finanzielle Verbindlichkeiten 20 16,3 15,1 Steuerverbindlichkeiten 24 0,9 1,7 Rückstellungen 21 1,5 0,6 Summe kurzfristige Verbindlichkeiten 91,7 92,7 Summe Verbindlichkeiten 128,4 138,3 Bilanzsumme 203,4 228,3 GESCHÄFTSBERICHT 2023 111 KONZERN-EIGENKAPITALVERÄNDERUNGSRECHNUNG EUR Mio. Anhang Grundkapital Kapitalrücklage Zum 1. Januar 2022 20,9 364,5 Jahresergebnis - - Sonstiges Ergebnis - - Gesamtergebnis - - Erwerb eigener Aktien 18 - - Anteilsbasierte Vergütung - - Zum 31. Dezember 2022/1. Januar 2023 20,9 364,5 Jahresergebnis - - Sonstiges Ergebnis - - Gesamtergebnis - - Erwerb eigener Aktien 18 - - Anteilsbasierte Vergütung 19 - 0,1 Zum 31. Dezember 2023 20,9 364,6 112 WESTWING GROUP SE Rücklagen Eigene Aktien Sonstige Rücklagen Gewinnrücklagen sonstiges Ergebnis Gesamt –1,2 38,1 –303,4 0,4 119,3 - - –32,4 - –32,4 - - - 0,0 0,0 - - –32,4 0,0 –32,4 –0,5 - - - –0,5 - 3,6 - - 3,6 –1,6 41,7 –335,9 0,4 90,1 - - –12,4 - –12,4 - - - 0,2 0,2 - - –12,4 0,2 –12,2 –3,7 - - - –3,7 0,0 0,7 - - 0,8 –5,3 42,4 –348,3 0,6 75,0 GESCHÄFTSBERICHT 2023 113 KONZERN-KAPITALFLUSSRECHNUNG EUR Mio. Anhang 2023 2022 Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit: Ergebnis vor Ertragsteuern –9,1 –30,3 Anpassungen um: Abschreibungen/Wertminderungen von Sachanlagen 12 13,2 12,2 Abschreibungen/Wertminderungen von immat. Vermögenswerten 13 6,6 5,8 Verlust aus Anlagenabgang 1,3 0,2 Aufwendungen/(Erträge) anteilsbasierte Vergütung 19 2,3 –0,6 Finanzerträge 10 –1,1 –0,0 Finanzaufwendungen 10 1,9 2,0 Veränderung sonstige Vermögenswerte –0,7 3,3 Veränderung sonstige Verbindlichkeiten -0,3 3,7 Veränderungen der Rückstellungen 21 0,5 –0,8 Zahlungswirksames Betriebsergebnis vor Veränderungen des Nettoumlaufvermögens 14,6 –4,5 Anpassungen um Veränderungen des Nettoumlaufvermögens: Änderungen der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstiger finanzieller Vermögenswerten 14 0,5 –0,8 Veränderungen der Vorräte 15 13,7 18,2 Änderungen der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstiger Verbindlichkeiten 4,1 –23,0 Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit 32,9 –10,2 Erhaltene Steuern 0,5 2,7 Netto-Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit 33,3 –7,5 Investitionstätigkeit: Erlöse aus Abgängen von Sachanlagen 0,0 0,0 Erwerb von Sachanlagen 12 –1,5 –3,7 Erwerb von und Investitionen in immaterielle(n) Vermögenswerte(n) 13 –3,9 –10,2 Mietkautionen 0,5 2,5 Zinserträge 1,1 0,0 Netto-Cashflow aus Investitionstätigkeit –3,8 –11,4 Finanzierungstätigkeit: Erlöse aus der Kapitalerhöhung/dem Verkauf von Eigenkapitalinstrumenten 0,0 - Zinsen und sonstige gezahlte Finanzaufwendungen –1,7 –2,0 Handelsfinanzierungen –7,8 7,8 Zahlungen von Leasingverbindlichkeiten –10,6 –9,5 Erwerb eigener Aktien 18 –3,7 –0,5 Kauf von eigenen Eigenkapitalinstrumenten –0,0 - Zahlung Leasinganreiz - 1,5 Netto-Cashflow aus Finanzierungstätigkeit –23,9 –2,7 Nettoveränderung der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 5,7 –21,5 Wechselkursbedingte Änderungen des Zahlungsmittelbestands –0,1 0,1 Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente zum 1. Januar 17 76,0 97,4 Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente zum 31. Dezember 81,5 76,0 114 WESTWING GROUP SE KONZERNANHANG 2023 1. ALLGEMEINE INFORMATIONEN Die Westwing Group SE und ihre Tochtergesellschaften (zusammen als „Westwing“ oder „Konzern“ bezeichnet) gehören zu den führenden E-Commerce-Unternehmen im europäischen Home & Living Bereich. Westwing ist eine europäische Premium-E-Commerce Marke für Home & Living, die ihren Kunden ein breites und vielfältiges Angebot an attraktiven Home & Living Produkten bietet. Der Konzernabschluss der Westwing Group SE für das Geschäftsjahr zum 31. Dezember 2023 wurde am 27. März 2024 durch den Aufsichtsrat zur Veröffentlichung freigegeben. Die Gesellschaft wurde im Jahr 2011 gegründet und hat ihren Sitz in der Moosacher Straße 88, 80809 München . Die Gesellschaft ist beim Amtsgericht Berlin, Deutschland , unter der Nummer HRB 239114 B eingetragen und ist an der Deutschen Börse in Frankfurt gelistet (Prime Standard). Zum 31. Dezember 2023 war der Konzern in elf Ländern tätig ( Deutschland , Österreich, Schweiz, Italien, Spanien, Niederlande, Frankreich, Polen, Belgien, Tschechische Republik und Slowakische Republik) und bestand aus 21 rechtlichen Gesellschaften, von denen elf nicht-operative Unternehmen sind. 2. WESENTLICHE BILANZIERUNGS- UND BEWERTUNGSMETHODEN 2.1 Grundlagen der Rechnungslegung Der Konzernabschluss wurde in Übereinstimmung mit den am Bilanzstichtag geltenden International Financial Reporting Standards (IFRS) und Interpretationen (IFRIC), wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind, und den nach § 315 e HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften erstellt. Die wesentlichen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden, die bei der Erstellung des vorliegenden Konzernabschlusses angewendet wurden, sind im Folgenden dargestellt. Der Konzernabschluss wurde in Euro aufgestellt und in Millionen Euro (EUR Mio.) dargestellt. Die Werte im Konzernabschluss wurden nach kaufmännischen Grundsätzen gerundet. Es könnte daher sein, dass die Summe einer Tabelle nicht exakt mit der Addition einzelner Zahlen übereinstimmt und es zu Differenzen kommt, wenn einzelne Beträge oder Prozentzahlen addiert werden. Bei den in diesem Bericht aufgeführten Finanzinformationen bedeutet ein Strich („–“), dass die betreffende Zahl nicht verfügbar ist, während eine Null („0,0“) bedeutet, dass die betreffende Zahl verfügbar ist, aber auf null gerundet wurde. Der Konzernabschluss wurde nach dem Prinzip der historischen Anschaffungskosten erstellt, mit Ausnahme bestimmter finanzieller Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, die erfolgswirksam zum bei- zulegenden Zeitwert bewertet werden. Die Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung des Unternehmens wurde nach dem Umsatzkostenver- fahren aufgestellt. GESCHÄFTSBERICHT 2023 115 Die Konzernbilanz ist nach der Fristigkeit der Vermögenswerte und Verbindlichkeiten klassifiziert. Ver- mögenswerte, die im Rahmen der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit realisiert oder ausgeglichen oder voraussichtlich innerhalb von zwölf Monaten nach dem Bilanzstichtag realisiert werden, werden als kurzfristig klassifiziert. Vermögenswerte, auf die diese Kriterien nicht zutreffen, werden als langfristig klassifiziert. Verbindlichkeiten werden als kurzfristig klassifiziert, wenn diese voraussichtlich im Rahmen der gewöhn- lichen Geschäftstätigkeit oder innerhalb von zwölf Monaten realisiert oder ausgeglichen werden oder bei denen kein uneingeschränktes Recht besteht, die Erfüllung der Verpflichtung um mindestens zwölf Monate zu verschieben. Alle anderen Verbindlichkeiten werden als langfristig klassifiziert. Latente Steuern als Aktiv- oder Passivposten werden als langfristig klassifiziert. Das Geschäftsjahr umfasst ein Kalenderjahr. Die Konzern-Kapitalflussrechnung basiert auf den tat- sächlichen Cashflows im Berichtszeitraum. Die Erstellung von Abschlüssen in Übereinstimmung mit IFRS erfordert die Verwendung von bestimm- ten wesentlichen bilanziellen Schätzungen. Sie erfordert zudem Ermessensentscheidungen seitens des Managements bei der Anwendung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden. Bereiche mit einem größeren Bedarf an Ermessensentscheidungen oder höherer Komplexität oder Bereiche, bei denen Annahmen und Schätzungen von entscheidender Bedeutung für den Konzernabschluss sind, werden in Anhangangabe 3 aufgezeigt. Für die Bereiche Umwelt, Soziales und Unternehmensführung liegen keine wesentlichen Schätzungen vor. 2.2 Neue Standards, Änderungen und Interpretationen Das IASB (International Standards Accounting Board) hat die folgenden neuen Standards bzw. Ände- rungen an Standards herausgegeben, die für den Konzern relevant waren und im Konzernabschluss zum 31. Dezember 2023 erstmals angewendet wurden.
| IASB | Übernahme | ||
| Verpflichtende | durch die EU bis | ||
| Anwendung | zum 31.12.2023 | ||
| IFRS 17 | Versicherungsverträge | 01.01.2023 | Ja |
| Erstmalige Anwendung von IFRS 17 und IFRS 9 – | |||
| Änderungen an IFRS 17 | Vergleichsinformationen | 01.01.2023 | Ja |
| Änderungen an IAS 1 | Erfordernis der Angabe wesentlicher Bilanzierungs- und | ||
| und IFRS Practice | Bewertungsmethoden anstelle der wesentlichen Bilanzie- | ||
| Statement 2 | rungs- und Bewertungsmethoden | 01.01.2023 | Ja |
| Änderungen an IAS 8 | Definition von Schätzungen in der Rechnungslegung | 01.01.2023 | Ja |
| Latente Steuern in Bezug auf Vermögenswerte und | |||
| Änderungen an IAS 12 | Schulden, die aus einer einzigen Transaktion resultieren | 01.01.2023 | Ja |
| Änderungen an IAS 12 | Internationale Steuerreform – Säule-2-Modellregeln | 01.01.2023 | Ja |
Aus der Anwendung der neuen oder geänderten Standards im Geschäftsjahr 2023 ergaben sich keine wesentlichen Auswirkungen auf die Konzernrechnungslegung, die Darstellung des Konzernabschlus- ses sowie auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns. Der Konzern hat Standards, Interpretationen oder Änderungen, die veröffentlicht, aber noch nicht in Kraft getreten sind, nicht vorzeitig angewendet. 116 WESTWING GROUP SE VERÖFFENTLICHTE, ABER NOCH NICHT IN KRAFT GETRETENE STANDARDS Die folgenden neuen Standards oder Änderungen wurden veröffentlicht, sind aber noch nicht in Kraft getreten:
| IASB | Übernahme | ||
| Verpflichtende | durch die EU bis | ||
| Anwendung | zum 31.12.2023 | ||
| Klassifizierung von Verbindlichkeiten | |||
| Änderungen an IAS 1 | als kurz- oder langfristig | 01.01.2024 | Nein |
| Vorgaben für die Neubewertung von Leasingverhältnissen | |||
| Änderungen an IFRS 16 | im Rahmen von Sale-and-lease-back-Vereinbarungen | 01.01.2024 | Ja |
| Änderungen an IAS 7 | Änderung und Erweiterung der Regelungen im | ||
| und IFRS 7 | Zusammenhang mit der Lieferantenfinanzierung | 01.01.2024 | Nein |
| Änderungen an IAS 21 | Leitlinien für den Fall der fehlenden Austauschbarkeit | 01.01.2025 | Nein |
Es werden aus den neuen, noch nicht in Kraft getretenen Standards keine Änderungen erwartet, die einen wesentlichen Einfluss auf den Konzern haben werden. Westwing plant, die neuen Standards anzuwenden, sobald sie verpflichtend in Kraft treten. 2.3 Konsolidierung 2.3.1 KONSOLIDIERUNGSKREIS Der Konzernabschluss umfasst die Abschlüsse der Westwing Group SE und der von Westwing beherrschten Gesellschaften („Tochtergesellschaften“). Folglich werden alle Gesellschaften, an denen Westwing einen beherrschenden Anteil hält, im Rahmen der Vollkonsolidierung in den Konzern- abschluss einbezogen. Zum 31. Dezember 2023 kontrollierte das Unternehmen 13 inländische Tochtergesellschaften (31. Dezem- ber 2022: 15) und behielt die indirekte Kontrolle über sieben ausländische Tochtergesellschaften (31. Dezember 2022: 7). Die Zusammensetzung und die Veränderungen des Konzerns sind in Anhang- angabe 28 aufgeführt. Die Jahresabschlüsse der Gesellschaft und ihrer Tochtergesellschaften werden nach einheitlichen Rechnungslegungsstandards erstellt. Soweit erforderlich, wurden die Bilanzierungs- und Bewertungs- methoden der Tochtergesellschaften geändert, um sie an die vom Konzern angewandten Methoden anzupassen. Die Abschlüsse der Gesellschaft und ihrerTochtergesellschaften umfassen das Geschäfts- jahr 2023, vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023, und werden auf den Stichtag des vorliegen- den Konzernabschlusses aufgestellt. Konzerninterne Forderungen und Verbindlichkeiten sowie Gewinne oder Verluste, Umsatzerlöse, Erträge und Aufwendungen zwischen den Konzerngesellschaf- ten werden im Rahmen der Konsolidierung eliminiert. 2.3.2 TOCHTERGESELLSCHAFTEN Tochtergesellschaften sind jene Gesellschaften, die der Konzern beherrscht. Eine Beherrschung besteht, wenn der Konzern durch seine Beteiligung an der Gesellschaft Anspruch auf variable Erträge hat und diese Erträge durch die Möglichkeit zur Beherrschung der entsprechenden Aktivitäten dieser Gesellschaft beeinflussen kann. Tochtergesellschaften werden ab dem Zeitpunkt, an dem die Beherr- schung beginnt, bis zu dem Zeitpunkt, an dem sie endet, voll konsolidiert. GESCHÄFTSBERICHT 2023 117 2.4 Fremdwährungsumrechnung Funktionale und Darstellungswährung Posten in den Einzelabschlüssen der einbezogenen Konzerngesellschaften werden mit der Währung desjenigen Landes erfasst, in dem die jeweilige Gesellschaft primär tätig ist („funktionale Währung“). Der Konzernabschluss wird in Euro, der Darstellungswährung des Konzerns, aufgestellt. Transaktionen und Salden Fremdwährungstransaktionen werden mit den Umrechnungskursen, die am Tag der jeweiligen Trans- aktion oder im Falle einer Neubewertung von Posten am Tag der Bewertung gelten, in die funktionale Währung umgerechnet. Währungsgewinne und -verluste aus der Begleichung solcher Transaktionen sowie aus der Neubewertung von monetären Vermögenswerten und Verbindlichkeiten in fremder Währung zu Schlusskursen werden im sonstigen Ergebnis in der Konzern-Gewinn-und-Verlust- Rechnung ausgewiesen. Konzerngesellschaften Die Ergebnisse und Finanzlagen aller Konzerngesellschaften (von denen keines in der Währung eines Hochinflationslandes ausgewiesen wird) mit einer anderen funktionalen Währung als der Darstellungs- währung des Konzerns werden wie folgt in die Darstellungswährung umgerechnet: • Vermögenswerte und Verbindlichkeiten des ausländischen Geschäftsbetriebs werden zum Schluss- kurs am Bilanzstichtag umgerechnet; • Erträge und Aufwendungen werden zum kumulierten Durchschnittskurs umgerechnet (es sei denn, dieser Durchschnitt führt nicht zu einer angemessenen Annäherung an die kumulierten Effekte der zum Transaktionszeitpunkt geltenden Kurse; in diesem Fall sind Erträge und Aufwendungen zu ihren Transaktionskursen umzurechnen). Alle sich daraus ergebenden Umrechnungsdifferenzen werden im sonstigen Ergebnis im Eigenkapital verbucht. Bei Verkauf eines ausländischen Geschäftsbetriebs wird die zugehörige Komponente der Neubewertungsrücklage in der Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung erfasst. Die wichtigsten Währungen des Konzerns wurden zu den folgenden Kursen umgerechnet:
| Vermögenswerte | Erträge und Aufwendungen: | |||
| und Verbindlichkeiten: Kassakurs | Kumulierte Durchschnittskurse | |||
| Wechselkurs für EUR 1 | 31.12.2023 | 31.12.2022 | 2023 | 2022 |
| Polnischer Zloty | 4,3395 | 4,6808 | 4,5421 | 4,6845 |
| US-Dollar | 1,1050 | 1,0666 | 1,0816 | 1,0539 |
| Hongkong-Dollar | 8,6314 | 8,3163 | 8,4676 | 8,2512 |
| Chinesischer Renminbi | 7,8509 | 7,3582 | 7,6591 | 7,0801 |
Nur die Gesellschaften in Polen, Hongkong und China verfügten zum 31. Dezember 2023 und 2022 über eine andere funktionale Währung als den Euro. 2.5 Umsatzrealisierung und Salden aus Verträgen mit Kunden Westwing generiert Umsatzerlöse vornehmlich durch den Verkauf von Waren über seine Websites und einige Produkte auch offline über seinen Store oder sein Shop-in-Shop-Geschäft. Ein weitaus geringe- rer Teil der Einnahmen entfällt auf Dienstleistungen, d. h. Interior-Design-Leistungen, die Westwing für Kunden erbringt, die ihre Wohnungen neu gestalten wollen, sowie Montageleistungen. In den meisten Fällen zahlen die Kunden direkt, wenn sie bestellen, also bevor der Konzern die Waren an den Kunden übergibt. Vertragsverbindlichkeiten werden erfasst, wenn die Zahlung erfolgt oder fällig ist (je nach- dem, was früher eintritt), bevor eine damit verbundene Leistungsverpflichtung erfüllt ist. Vertragsver- bindlichkeiten werden als Erlöse aus Verträgen mit Kunden erfasst, sobald die Verfügungsgewalt über die Güter auf den Kunden übergeht (im Allgemeinen bei Lieferung) oder die Dienstleistung zu einem 118 WESTWING GROUP SE Betrag erbracht wird, der die Gegenleistung widerspiegelt, auf die der Konzern im Austausch für diese Güter und Dienstleistungen voraussichtlich Anspruch hat. Den ausstehenden Leistungsverpflichtun- gen liegen Verträge mit einer ursprünglichen Laufzeit von weniger als einem Jahr zugrunde, sodass Westwing auf die Angabe des Transaktionspreises, der diesen ausstehenden Leistungsverpflichtungen zugeordnet wurde, verzichtet. Vertragsverbindlichkeiten werden in der Bilanz separat ausgewiesen. Der Zeitraum zwischen einer Bestellung und einer Lieferung bzw. Leistungserbringung beträgt üblicher- weise zwei Tage bis sechs Wochen, abhängig von der Art des bestellten Produkts bzw. der Leistung. In anderen Fällen, in denen Kunden bei Lieferung oder auf der Grundlage einer Rechnung zahlen, entstehen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, wenn die Kontrolle über die Waren auf den Kunden übergeht, und bleiben ausstehend, bis die entsprechenden Beträge eingezogen werden. Der Konzern ist zu dem Schluss gekommen, dass Westwing bei allen Umsatzverträgen der Auftraggeber ist (Prinzipal). Der Konzern prüft, ob es im Vertrag noch andere Zusagen gibt, die separate Leistungsverpflichtungen darstellen, denen ein Teil des Transaktionspreises zugeteilt werden muss (z. B. Garantien). Der Versand ist eine Aktivität zur Erfüllung des Versprechens, das Produkt zu übertragen, und wird durchgeführt, bevor der Kunde die Kontrolle über das zugehörige Produkt erhält. Daher werden der Versand und die damit verbundene Übertragung des Eigentums an dem Produkt als eine Leistungspflicht betrachtet. Die Gegenleistung stellt eine Forderung für gelieferte Waren dar, die abzüglich Werberabatten, Marketinggutscheinen, Nachlässen und Rückerstattungsverbindlichkeiten angegeben wird. RÜCKGABERECHT Das Unternehmen gewährt den Kunden grundsätzlich ein 30-tägiges Rückgaberecht. Bei den Rück- laufquoten und zeitlichen Abständen verwendet der Konzern die Erwartungswertmethode, die sich auf bisherige Erfahrungen stützt, um zu schätzen, welche Menge an Waren retourniert wird. Für Waren, bei denen mit einer Rückgabe zu rechnen ist, erfasst der Konzern eine Rückerstattungsverbindlichkeit, indem er die Umsatzerlöse reduziert. Darüber hinaus wird für die erwarteten Retouren auch ein Vermögens- wert für das Recht auf Rückgabe (und eine entsprechende Anpassung der Umsatzkosten) erfasst. GUTSCHEINE Westwing bietet seinen Kunden drei Arten von Gutscheinen an. Kundenservice-Gutscheine Bei Lieferverzögerungen oder Qualitätsproblemen bietet Westwings Kundenservice seinen Kunden Geldgutscheine für künftige Käufe an, die innerhalb von einem Jahr eingelöst werden können. Die angebotenen Geldgutscheine stellen eine separate Leistungsverpflichtung für den Konzern dar. Ein separater Verkaufspreis wird berechnet und den Leistungsverpflichtungen zugeordnet. Für die im Berichtszeitraum ausgestellten, aber nicht eingelösten Gutscheine wird eine geschätzte Nutzung auf Basis historischer Kenntnisse berechnet, was die Umsatzerlöse des Zeitraums entsprechend verringert und die Vertragsverbindlichkeiten zum Bilanzstichtag entsprechend erhöht. Marketinggutscheine Das sind Gutscheine, die etwa auf Instagram gepostet (z. B. von Influencern) oder einem Newsletter beigefügt werden. Diese Gutscheine sind nur für einen bestimmten Zeitraum, üblicherweise bis zum Ende der Marketingkampagne, und nur als prozentualer Rabatt gültig. Die reine Erstellung dieser Marketinggutscheine stellt noch keinen verbindlichen Vertrag mit einem Kunden dar. Dieser besteht erst dann, wenn der Kunde etwas bestellt. Es werden keine Verbindlichkeiten vom Konzern bilanziert. Geschenkgutscheine Das sind Gutscheine, die das Unternehmen Kunden gegen Bezahlung verkauft. Diese Gutscheine könnten zum Beispiel an Freunde verschenkt und später im Zuge eines realen Einkaufs bei Westwing vollständig eingelöst werden. Grundsätzlich werden die Erlöse im Konzern nicht erfasst, wenn die Gut- scheine verkauft werden, sondern wenn die Verpflichtung erfüllt ist oder abläuft. Die einzige Ausnahme ist die Erfassung der Umsatzerlöse für den Anteil der Gutscheine älter als ein Jahr, die nie eingelöst GESCHÄFTSBERICHT 2023 119 werden. DieserAnteil wird auf der Grundlage historischer Daten geschätzt. BeimVerkaufvon Geschenk- karten wird eine Vertragsverbindlichkeit erfasst. SALDEN AUS VERTRÄGEN MIT KUNDEN
| EUR Mio. | 31.12.2023 | 31.12.2022 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 5,2 | 6,1 |
| Forderungen gegen Zahlungsdienstleister | 5,5 | 3,8 |
| Vertragsverbindlichkeiten | 19,3 | 17,0 |
Die Forderungen gegen Zahlungsdienstleister beinhalten die durch „Kauf auf Rechnung“ und „Last- schriftverfahren“ überwiesenen Kundenzahlungen. Nutzt ein Kunde diese Zahlungsalternativen, weist die Gesellschaft eine entsprechende Forderung gegen Zahlungsdienstleister aus, bis das Geld auf die Bankkonten von Westwing überwiesen ist. Dies ist in der Regel innerhalb von zehn Tagen der Fall. Nahezu alle Vertragsverbindlichkeiten zum Jahresanfang wurden sowohl in 2023 als auch 2022 im Umsatz des jeweiligen Geschäftsjahres erfasst. Ausnahmen bilden lediglich Geschenkgutscheine, deren nicht in Umsatzerlöse umgewandelter Restbetrag unwesentlich ist. 2.6 Aufwand Umsatzkosten setzen sich vor allem aus den Anschaffungskosten der Konsumgüter und den eingehen- den Frachtkosten zusammen. Umsatzkosten werden mit Verkauf der Ware erfasst. Im Falle unserer Interior-Design-Leistungen umfassen die Umsatzkosten den Wert der von den Innenarchitekten für die verkauften Dienstleistungen aufgewendeten Arbeitszeit. Fulfillmentkosten enthalten Porto, Fracht-, Verpackungs- und Abwicklungskosten sowie Gebühren im Rahmen von Zahlungsdiensten. In den Fulfillmentkosten sind zudem Personalaufwendungen, die Abschreibungen der Nutzungsrechte in Bezug auf Warenläger sowie Abschreibungen und sonstige Aufwendungen im Zusammenhang mit der Logistik und der Kundenbetreuung enthalten. Marketingkosten bestehen vor allem aus Personalaufwendungen und bezahltem Marketing. Das bedeutet, dass darin auch Kosten für Online- und Offline-Marketing oder Werbeaktivitäten sowie ferner sonstige betriebliche Aufwendungen und Abschreibungen in Bezug auf die Marketingfunktion des Konzerns enthalten sind. Allgemeine Verwaltungskosten setzen sich aus Personalaufwendungen, Nebenkosten und Abschrei- bungen auf Nutzungsrechte und Technologie sowie Aufwendungen der Verwaltungsfunktionen des Konzerns zusammen. Ferner umfassen die allgemeinen Verwaltungskosten Beratungsaufwendungen und sonstige Honorare sowie Anwaltskosten, darunter auch externes Rechnungswesen, Personal- beschaffung, Steuerberatung und Prüfungshonorare. Außerdem sind die Kosten der Einkaufsabteilung sowie Personalkosten in Bezug auf allgemeine Managementfunktionen im Bereich Logistik hier enthalten. Die sonstigen betrieblichen Erträge und Aufwendungen enthalten im Wesentlichen Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen, Versicherungserstattungen sowie Kosten für die Bildung von Wertbe- richtigungen für erwartete Kreditausfälle bei Forderungen. Das Finanzergebnis umfasst Zinseinnahmen, Zins- und sonstige Finanzaufwendungen, einschließlich Zinsaufwendungen für Leasingverpflichtungen gemäß IFRS 16, sowie Währungsgewinne und -verluste innerhalb des sonstigen Finanzergebnisses. Wenn Personalaufwendungen separat als Teil der Aufwendungen beschrieben werden, muss berück- sichtigt werden, dass diese einen wesentlichen Betrag an Aufwendungen oder Erträgen für anteils- basierte Vergütung enthalten. 120 WESTWING GROUP SE 2.7 Sachanlagen Die Sachanlagen setzen sich im Wesentlichen aus Nutzungsrechten, Betriebs- und Geschäftsausstat- tung sowie Mietereinbauten zusammen. Sachanlagen werden zu Anschaffungskosten abzüglich kumulierter Abschreibung und, soweit erforder- lich, Wertminderungsaufwand bilanziert. Die historischen Kosten beinhalten Aufwendungen, die direkt dem Erwerb zugerechnet werden können. Kosten für kleinere Reparaturen und Instandhaltung werden zum Zeitpunkt der Entstehung als Aufwand erfasst. Kosten für den Ersatz größerer Teile oder Komponenten von Sachanlagen werden aktiviert, wenn sie zu einer wesentlichen Verbesserung oder einer längeren Nutzungsdauer des Vermögenswerts führen. Veräußerungsgewinne oder -verluste werden durch einen Vergleich der Erlöse aus dem Verkauf von Sachanlagen mit dem Buchwert des veräußerten Vermögenswerts ermittelt. Die Gewinne und Verluste werden in der Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung des Jahres erfasst, in dem die Veräußerung realisiert wurde. Die Abschreibung der Sachanlagen erfolgt linear, um die Anschaffungskosten der Vermögenswerte über ihre geschätzte Nutzungsdauer auf den Restwert zu verteilen. Gewinne und Verluste werden in der konsolidierten Gewinn-und-Verlust-Rechnung des Jahres ausgewiesen, in dem die Veräußerung erfolgt.
| Vermögenswert | Nutzungsdauer in Jahren |
| Betriebs- und Geschäftsausstattung | |
| Computer und Drucker | 2 bis 5 |
| Telekommunikation (Mobiltelefone, Kopierer, Faxgeräte) | 2 bis 5 |
| Hardware (Server) | 5 bis 7 |
| Büromöbel | 10 bis 13 |
| Lagerausstattung | 10 bis 15 |
| Pkws und sonstige Fahrzeuge | 3 bis 8 |
| Nutzungsdauer oder kürzere zugrunde | |
| Mietereinbauten | liegende Vertragslaufzeit 2 bis 10 |
| Nutzungsdauer oder kürzere zugrunde | |
| Nutzungsrechte | liegende Vertragslaufzeit 2 bis 10 |
Der Restwert eines Vermögenswerts ist der geschätzte Betrag, den das Unternehmen gegenwärtig durch den Verkauf des Vermögenswerts nach Abzug der geschätzten Veräußerungskosten erhalten würde, wenn der Vermögenswert alters- und zustandsgemäß schon am Ende seiner Nutzungsdauer angelangt wäre. Die Restwerte und jeweiligen Nutzungsdauern der Vermögenswerte werden zum Ende eines jeden Geschäftsjahres überprüft. In die Sachanlagen wurden auch Beträge für Vorauszahlungen für Sachanlagen einbezogen. Diese Beträge werden nicht abgeschrieben. GESCHÄFTSBERICHT 2023 121 2.8 Immaterielle Vermögenswerte 2.8.1 ERWORBENE HANDELSMARKEN, MARKEN, LIZENZEN UND SOFTWARE Separat erworbene Handelsmarken, Marken, Software und Lizenzen haben eine begrenzte Nutzungs- dauer und werden zu Anschaffungskosten, abzüglich kumulierter Abschreibungen und Wertminderun- gen, ausgewiesen. Erworbene Computersoftwarelizenzen, Domains, Marken und Warenzeichen werden auf der Grundlage der Kosten aktiviert, die für den Erwerb und die Nutzung dieser Lizenzen anfallen, einschließlich der Kosten für die Weiterentwicklung der Software, für die Lizenzen erworben wurden. Darüber hinaus enthalten die immateriellen Vermögenswerte auch Anzahlungen für Posten, die als immaterielle Vermögenswerte klassifiziert sind. Diese Beträge werden nicht abgeschrieben. 2.8.2 SELBST ENTWICKELTE SOFTWARE Forschungs- und Entwicklungskosten werden zum Zeitpunkt des Entstehens als Aufwand erfasst, mit Aus- nahme von Entwicklungskosten, die aktiviert werden müssen, wenn bestimmte Bedingungen erfüllt sind. Entwicklungskosten, die im direkten Zusammenhang mit der Erstellung separat identifizierbarer einzelner Softwareprodukte entstehen, die vom Konzern kontrolliert werden (wie zum Beispiel Lager- und Logistik- anwendungen, mobile Anwendungsprojekte sowie die Entwicklung eigener Software im Bereich der Kundenanwendungen, Zahlungsmethoden), sind als immaterielle Vermögenswerte zu erfassen, wenn die folgenden Kriterien gleichzeitig erfüllt sind: • Die Fertigstellung der Software ist technisch realisierbar, sodass sie genutzt werden kann. • Das Management beabsichtigt, die Software fertigzustellen und sie zu nutzen oder zu verkaufen. • Die Software kann genutzt oder verkauft werden. • Es kann nachgewiesen werden, wie die Software möglichen künftigen wirtschaftlichen Nutzen erzie- len wird. • Es sind angemessene technische, finanzielle und andere Ressourcen verfügbar, um die Entwicklung abzuschließen und um die Software zu nutzen oder zu verkaufen. • Die der Software während ihrer Entwicklung zurechenbaren Ausgaben können zuverlässig bewertet werden. Zu den direkt zurechenbaren Kosten, die im Zusammenhang mit den Softwareprodukten aktiviert werden, zählen Personalaufwand und angefallene Kosten für externe Dienstleistungen zur Entwicklung der Software. Sonstige Entwicklungsaufwendungen, die diese Kriterien nicht erfüllen, werden zum Zeitpunkt des Entstehens als Aufwand gebucht. Die zuvor als Aufwand gebuchten Entwicklungskosten werden in einer Folgeperiode nicht nachträglich als Vermögenswert aktiviert. 2.8.3 ABSCHREIBUNGEN Die Abschreibungen erfolgen linear, damit die Kosten der Handelsmarken, Marken, Software und Lizen- zen über ihre voraussichtliche Nutzungsdauer verteilt werden können:
| Vermögenswert | Nutzungsdauer in Jahren |
| Selbst erstellte Software | 3 bis 8 |
| Erworbene Software und Lizenzen | 2 bis 5 |
| Handelsmarken (Lizenzen) | 15 oder die Vertragslaufzeit (wenn kürzer) |
122 WESTWING GROUP SE 2.8.4 WERTMINDERUNG VON SACHANLAGEN UND IMMATERIELLEN VERMÖGENSWERTEN Wenn Ereignisse oder Änderungen der Marktbedingungen darauf hindeuten, dass der Buchwert von Sachanlagen oder immateriellen Vermögenswerten nicht vollständig erzielbar ist, werden die Vermö- genswerte auf Werthaltigkeit geprüft. Ein Wertminderungsaufwand wird für den Betrag erfasst, um den der Buchwert des Vermögenswerts den erzielbaren Betrag übersteigt. Der erzielbare Betrag ist der höhere Betrag aus beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten und Nutzungswert. Für die Bemessung der Wertminderung werden die Vermögenswerte in die kleinstmöglichen Einheiten gruppiert, für die separate identifizier- bare Mittelflüsse bestimmt werden können (zahlungsmittelgenerierende Einheiten). Vorangegangene Wertminderungen werden zu jedem Bilanzstichtag auf mögliche Wertaufholung untersucht. 2.9 Leasingverhältnisse Westwing erfasst zu Beginn eines Leasingverhältnisses ein Nutzungsrecht und eine Leasingverbind- lichkeit für Leasingvereinbarungen, bei denen der Konzern der Leasingnehmer ist. Die Leasingaktivitäten von Westwing umfassen in erster Linie die Anmietung von Büroräumen und Lagerhallen. Das Nutzungs- recht wird beim erstmaligen Ansatz in Höhe der Leasingverbindlichkeit zuzüglich etwaiger anfänglicher direkter Kosten des Leasingnehmers bewertet. Anpassungen können auch aufgrund von Leasing- anreizen erforderlich sein, für Zahlungen zu oder vor Beginn sowie für Rückbau- und vergleichbare Verpflichtungen. Der Barwert der erwarteten Kosten für die Entsorgung eines Vermögenswerts nach dessen Nutzung ist in den Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten des entsprechenden Vermögens- werts enthalten, wenn die Ansatzkriterien für eine Rückstellung erfüllt sind. Nach Beginn des Leasingverhältnisses wird das Nutzungsrecht nach dem Anschaffungskostenmodell bemessen, was bedeutet, dass es zu den Anschaffungskosten abzüglich der kumulierten Abschreibun- gen und kumulierten Wertminderungen bewertet wird. Die Nutzungsdauer wird regelmäßig überprüft. Zu Beginn wird die Leasingverbindlichkeit als Barwert der Leasingzahlungen bewertet, die während der Laufzeit des Leasingverhältnisses gezahlt werden, abgezinst mit dem Zinssatz, der dem Leasingverhält- nis zugrunde liegt, falls dieser verlässlich bestimmt werden kann. Falls dieser Satz nicht verlässlich bestimmt werden kann, verwendet der Leasingnehmer seinen Grenzfremdkapitalzinssatz. In der Folge wird die Leasingverbindlichkeit neu bewertet, um folgende Änderungen abzubilden: Leasing- laufzeit (unter Anwendung eines geänderten Abzinsungssatzes), die Beurteilung einer Kaufoption (unter Anwendung eines geänderten Abzinsungssatzes), die zu erwartenden Zahlungen im Zusammen- hang mit Restwertgarantien (unter Anwendung eines unveränderten Abzinsungssatzes) oder zukünf- tige Leasingzahlungen, die sich aus einer Index- oder Kursänderung, mit der diese Zahlungen ermittelt wurden, ergeben haben (unter Anwendung eines unveränderten Abzinsungssatzes). Kurzfristige Mietverträge, die innerhalb von zwölf Monaten auslaufen, und Mietverträge, denen ein Vermögenswert von geringem Wert zugrunde liegt (Anschaffungswerte von weniger als EUR 5.000) werden als Aufwand verbucht, wenn die Miete anfällt. Erträge aus Untervermietung werden unter den sonstigen betrieblichen Erträgen erfasst. 2.10 Vorräte Vorräte werden mit dem niedrigeren Wert aus Anschaffungskosten und Nettoveräußerungswert ange- setzt. Der Nettoveräußerungswert ist der geschätzte Verkaufspreis im normalen Geschäftsverlauf. Die Anschaffungskosten der Vorräte umfassen die Anschaffungskosten und die Kosten, die angefallen sind, um die Vorräte an ihren derzeitigen Ort und in ihren derzeitigen Zustand zu bringen (Waren- eingangskosten). Die Vorräte des Unternehmens werden nach der Methode des gewichteten Durch- schnitts bewertet. Produkte mit geringer Umschlagshäufigkeit werden entsprechend ihrem Alter und ihrer Reichweite abgeschrieben, um sich dem Nettoveräußerungswert anzunähern; beschädigte Waren werden vollständig abgeschrieben. GESCHÄFTSBERICHT 2023 123 Die in der Bilanz ausgewiesenen Vorräte bestehen aus den von den Lieferanten gekauften Fertig- erzeugnissen und den geleisteten Anzahlungen für künftige Vorratslieferungen. 2.11 Finanzinstrumente Ein Finanzinstrument ist ein Vertrag, der bei einem Unternehmen zu einem finanziellen Vermögenswert und bei einem anderen Unternehmen zu einer finanziellen Verbindlichkeit oder einem Eigenkapital- instrument führt. Übliche Käufe oder Verkäufe von finanziellen Vermögenswerten werden zum Handels- tag erfasst. Beim erstmaligen Ansatz werden Finanzinstrumente zum beizulegenden Zeitwert und nach Abzug der Transaktionskosten erfasst, sofern sie nicht als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet eingestuft werden. In der Folge werden die finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkei- ten entsprechend der Kategorie, der sie zugeordnet sind, bewertet. Finanzielle Forderungen und Ver- bindlichkeiten werden saldiert, wenn sie gegen dieselben Geschäftspartner gerichtet sind. Dies geschieht nur dann, wenn das Unternehmen ein rechtlich durchsetzbares Recht hat, die erfassten Beträge zu verrechnen, oder wenn es beabsichtigt, den Ausgleich auf Nettobasis herbeizuführen oder gleichzeitig mit der Verwertung des Vermögenswerts die dazugehörige Verbindlichkeit abzulösen. Finanzielle Vermögenswerte zu fortgeführten Anschaffungskosten Darlehen, Forderungen und sonstige Schuldinstrumente, die im Rahmen eines Hold-to-Collect- Geschäftsmodells gehalten werden und deren vertragliche Zahlungsströme ausschließlich Tilgungs- und Zinszahlungen darstellen, werden zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode abzüglich Wertberichtigungen für erwartete Kreditausfälle bewertet. Der Konzern hält nur Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente sowie Forderungen aus Lieferungen und Leistungen als finanzielle Vermögenswerte mit dem Ziel, vertragliche Zahlungsströme zu verein- nahmen; die vertraglichen Bedingungen des finanziellen Vermögenswerts führen zu Zahlungsströmen zu bestimmten Zeitpunkten, die ausschließlich Zahlungen von Kapital und Zinsen auf den ausstehen- den Kapitalbetrag darstellen. Daher werden diese finanziellen Vermögenswerte in Übereinstimmung mit IFRS 9 zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Sie sind in den kurzfristigen Vermögens- werten enthalten, mit Ausnahme von Vermögenswerten mit einer Fälligkeit von mehr als zwölf Monaten nach dem Ende des Berichtszeitraums. Diese werden als langfristige Vermögenswerte eingestuft. Finanzielle Vermögenswerte zu fortgeführten Anschaffungskosten werden zunächst zu ihrem beizu- legenden Zeitwert einschließlich direkt zurechenbarer Transaktionskosten oder zum Transaktionspreis angesetzt, da sie keine wesentliche Finanzierungskomponente enthalten. In der Folge werden sie zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode bewertet, wobei Zins- erträge und -aufwendungen im Finanzergebnis ausgewiesen werden. Finanzielle Vermögenswerte werden ausgebucht, wenn die Rechte auf den Erhalt von Cashflows aus- gelaufen sind oder übertragen wurden und der Konzern im Wesentlichen alle mit dem Eigentum ver- bundenen Risiken und Chancen übertragen hat. Gewinne und Verluste werden in der Gewinn-und-Verlust-Rechnung erfasst, wenn der Vermögenswert ausgebucht, geändert oder wertgemindert wird. Wertänderungen von betrieblichen Forderungen und Verbindlichkeiten aufgrund von Wechselkurseffekten werden in den sonstigen betrieblichen Erträgen und Wertänderungen von Darlehen im sonstigen Finanzergebnis erfasst. Wertminderung von finanziellen Vermögenswerten Der Konzern bildet für alle Schuldtitel eine Wertberichtigung für erwartete Kreditverluste. Die Wert- berichtigungen für Kreditausfälle basieren auf der Differenz zwischen den vertraglich festgelegten, fälligen Zahlungsströmen, und allen Zahlungsströmen, die der Konzern voraussichtlich erhalten wird, abgezinst mit dem Effektivzinssatz. Die Wertberichtigungen für Kreditverluste stellen eine vorausschauende Schätzung künftiger Kreditverluste dar und sind mit erheblichen Ermessensentscheidungen verbun- den. Der erwartete Kreditverlust ist der Bruttobuchwert abzüglich der Sicherheiten, multipliziert mit der Ausfallwahrscheinlichkeit und einem Faktor, der den Verlust im Falle eines Ausfalls widerspiegelt. Wertberichtigungen werden nicht gebildet, wenn der Bruttobuchwert ausreichend besichert ist. Die Ausfallwahrscheinlichkeiten werden hauptsächlich von internen Ratingstufen abgeleitet. Zur Bewer- 124 WESTWING GROUP SE tung der erwarteten Kreditverluste aus Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wird ein verein- fachter Ansatz verwendet, bei dem die über die gesamte Laufzeit erwarteten Kreditverluste zugrunde gelegt werden. Die erwarteten Zahlungsströme umfassen Zahlungsströme aus dem Verkauf von gehal- tenen Sicherheiten oder anderen Kreditverbesserungen, die integraler Bestandteil der Vertragsbedin- gungen sind. Wertberichtigungen für Kreditverluste werden in drei Stufen erfasst. Für Kreditengage- ments, bei denen sich das Kreditrisiko seit dem erstmaligen Ansatz nicht wesentlich erhöht hat, werden Wertberichtigungen für Kreditverluste gebildet, die aus Ausfallereignissen resultieren, die innerhalb der nächsten zwölf Monate möglich sind (Zwölf-Monats-Kreditverlust). Bei Kreditengagements, deren Kreditrisiko sich seit dem erstmaligen Ansatz signifikant erhöht hat, ist eine Wertberichtigung für Kredit- verluste erforderlich, die über die Restlaufzeit des Engagements erwartet wird, unabhängig vom Zeit- punkt des Ausfalls über die Laufzeit erwarteter Kreditverluste. Tritt ein Verlustereignis (z. B. Insolvenz oder Konkurs) ein, wird der Vermögenswert der Stufe 3 des Wertminderungsmodells zugeordnet und abzüglich einer erwarteten Erlösquote vollständig als kreditgefährdet eingestuft. Im Falle von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Vertragsvermögenswerten wendet der Konzern einen vereinfachten Ansatz zur Berechnung der erwarteten Kreditverluste an. Dementspre- chend verfolgt der Konzern keine Änderungen des Kreditrisikos, sondern setzt stattdessen zu jedem Berichtszeitpunkt eine Risikovorsorge auf Grundlage der über die Laufzeit erwarteten Kreditverluste an. Der Konzern hat eine Wertberichtigungsmatrix erstellt, die auf seinen historischen Kreditausfall- erfahrungen basiert und um zukunftsorientierte, schuldnerspezifische Faktoren und das wirtschaftliche Umfeld bereinigt ist. Der Konzern betrachtet einen finanziellen Vermögenswert als in Verzug, wenn die vertraglichen Zahlun- gen 90 Tage überfällig sind. In bestimmten Fällen kann die Gruppe einen finanziellen Vermögenswert jedoch auch dann als ausgefallen betrachten, wenn interne oder externe Informationen darauf hin- deuten, dass es unwahrscheinlich ist, dass der Konzern die ausstehenden vertraglichen Beträge in voller Höhe erhalten wird, und zwar vor Berücksichtigung der vom Konzern gehaltenen Kreditverbesse- rungen. Ein finanziellerVermögenswert wird abgeschrieben, wenn keine vernünftige Erwartung besteht, die damit verbundenen vertraglichen Zahlungsströme zu erhalten. Finanzielle Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten Finanzielle Verbindlichkeiten werden im Allgemeinen zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet, insbesondere Darlehensverbindlichkeiten, Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie Lieferantenfinanzierungen. Ausgenommen hiervon sind finanzielle Verbindlichkeiten, die beim erst- maligen Ansatz als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet eingestuft werden, oder als Derivate und zum beizulegenden Zeitwert bewertete Verbindlichkeiten, deren Änderung des beizule- genden Zeitwerts erfolgswirksam erfasst wird. Westwing verfügt derzeit nicht über derivative Finanz- instrumente. Finanzielle Verbindlichkeiten werden ausgebucht, wenn die zugrunde liegende Verpflich- tung erfüllt, aufgehoben oder ausgelaufen ist. Die sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten des Konzerns werden als finanzielle Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten klassifiziert. Sämtliche sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten werden zunächst zum beizulegenden Zeitwert abzüglich der direkt zurechenbaren Transaktionskosten erfasst. Der beizulegende Zeitwert beim erst- maligen Ansatz entspricht im Konzern in der Regel dem Transaktionspreis der finanziellen Verbindlich- keiten. Nach der erstmaligen Erfassung werden verzinsliche Darlehen und Anleihen in der Folge zu fortgeführ- ten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode bewertet. Die unter Anwendung der Effektivzinsmethode angefallenen Zinsen werden in der Gewinn-und-Verlust-Rechnung erfasst. Handelsfinanzierungen Bei den Handelsfinanzierungen handelt es sich um die Abtretung von Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen an Finanzierungspartner, die von einem Dienstleister vermittelt werden. Diese über- nehmen die Zahlung an den Lieferanten, welche mit einem Zeitverzug von zwei Monaten von Westwing GESCHÄFTSBERICHT 2023 125 erstattet wird. Ab dem Zeitpunkt der Übertragung wird die Verbindlichkeit aus Lieferungen und Leistun- gen in die Verbindlichkeiten aus Handelsfinanzierungen umgegliedert, weil eine substanzielle Modifika- tion der Vertragsbedingungen vorliegt; der Ausweis dieser Verbindlichkeiten erfolgt separat in der Bilanz. Die Geldbewegungen werden im Cashflow aus Finanzierungstätigkeit ausgewiesen. 2.12 Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente umfassen den Kassenbestand, Bankguthaben und andere kurzfristige hochliquide Finanzinvestitionen mit einer ursprünglichen Laufzeit von höchstens drei Monaten, die jederzeit in festgelegte Zahlungsmittelbeträge umgewandelt werden können und bei denen das Wertschwankungsrisiko unwesentlich ist. Zahlungsmittel, die für einen bestimmten Zweck bestimmt sind und daher nicht zur allgemeinen Verwendung durch den Konzern zur Verfügung stehen, werden als Zahlungsmittel mit Verfügungs- beschränkung klassifiziert und gegebenenfalls in die kurzfristigen oder langfristigen Vermögenswerte umgegliedert. 2.13 Grundkapital Das Grundkapital ist voll einbezahlt. Kosten, die in direktem Zusammenhang mit einer Kapitalerhöhung stehen, werden im Eigenkapital als Abzug von den Erlösen ohne Steuer ausgewiesen. Ein Überschuss des beizulegenden Zeitwerts der erhaltenen Gegenleistung über dem Nennwert der ausgegebenen Aktien wird als Kapitalrücklage im Eigenkapital erfasst. 2.14 Eigene Aktien Eigene Aktien sind Aktien, die von Westwing zurückgekauft wurden, wodurch sich die Anzahl der aus- stehenden Aktien auf dem freien Markt verringert. Eigene Aktien haben keine Stimmrechte. Durch den Besitz dieser Aktien hat das Unternehmen keinen Anspruch auf den Erhalt von Vermögenswerten bei einer Liquidation des Unternehmens oder auf Ausübung von Bezugsrechten als Anteilseigner. Diese Aktien verringern das Grundkapital. Sie werden in der Bilanz als negativer Wert im Eigenkapital aus- gewiesen. Westwing kann die eigenen Aktien dazu verwenden, Teilnehmern der anteilsbasierten Vergütungsprogramme Aktien bereitzustellen, wenn ihre Optionen unverfallbar werden und sie diese ausüben. Der Kauf, Verkauf, die Ausgabe oder Einziehung der eigenen Eigenkapitalinstrumente des Konzerns werden als nicht erfolgswirksam erfasst. Eine Differenz zwischen dem Buchwert und der Gegenleistung wird bei einer Ausgabe in der Kapitalrücklage erfasst. 2.15 Rückstellungen Rückstellungen sind nicht-finanzielle Verbindlichkeiten, die bezüglich ihrer Höhe oder Fälligkeit unge- wiss sind. Sie werden gebildet, wenn das Unternehmen eine gegenwärtige rechtliche oder faktische Verpflichtung aufgrund eines vergangenen Ereignisses hat, der Abfluss von Ressourcen mit wirtschaft- lichem Nutzen zur Erfüllung der Verpflichtung erforderlich ist und sich die Höhe der Verpflichtung verlässlich schätzen lässt. Es werden keine Rückstellungen für künftige operative Verluste gebildet. Der als Rückstellung erfasste Betrag ist der Barwert und entspricht der besten Schätzung der benötig- ten Mittel, um die gegenwärtige Verpflichtung unter Berücksichtigung der mit der Verpflichtung ver- bundenen Risiken und Ungewissheiten zu tilgen. Kurzfristige Rückstellungen werden nicht abgezinst. 2.16 Anteilsbasierte Vergütung Bestimmte Mitarbeiter des Konzerns sind berechtigt, eine Vergütung in Form einer anteilsbasierten Vergütung zu erhalten, bei denen die Mitarbeiter als Gegenleistung für ihre Dienste Eigenkapital- instrumente erhalten (Transaktionen mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente). Darüber hinaus wurden bestimmten berechtigten Mitarbeitern auch Wertsteigerungsrechte gewährt, die in bar ausge- glichen werden (Transaktionen mit Barausgleich). Im Jahr 2022 wurde ein neues Kapitalbeteiligungs- programm (ECP 2022) aufgelegt. Die Laufzeit des ECP 2022 ist auf drei Jahre begrenzt; es begann am 1. Juli 2022, der letzte Dienstzeitraum endet am 30. Juni 2025. Kürzere Dienstzeiträume können 126 WESTWING GROUP SE vorkommen. Die Bilanzierung des Programms wurde auf Barausgleich umgestellt, als die ersten Aus- übungen im Jahr 2023, wie ursprünglich vorgesehen, in bar abgewickelt wurden. Transaktionen mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente Die Aufwendungen für anteilsbasierte Vergütung mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente werden durch den beizulegenden Zeitwert zum Zeitpunkt der Gewährung unter Anwendung eines geeigneten Bewertungsmodells ermittelt. Der Preis der neu ausgegebenen Optionen spiegelt den Aktienkurs zum Zeitpunkt der Gewährung unter Anwendung eines Optionspreismodells zur Abbildung der künftigen Volatilität wider. Der zum Gewährungszeitpunkt ermittelte beizulegende Zeitwert wird sofort oder linear über den jeweiligen Ausübungszeitraum als Aufwand mit einer entsprechenden Buchung im Eigen- kapital erfasst. Grundlage ist die Schätzung des Unternehmens über die Anzahl der Eigenkapitalinstru- mente, die in Abhängigkeit nicht marktbasierter Ausübungsbedingungen letztendlich ausübbar werden. Westwing wendet dabei grundsätzlich einen „Graded-Vesting“-Ansatz (abgestufte Unverfallbarkeit) an. Für Optionen mit abgestufter Unverfallbarkeit wird jede Tranche wie eine unabhängige Option behan- delt. Die an jedem Bilanzstichtag bis zum Zeitpunkt der ersten Ausübungsmöglichkeit ausgewiesenen kumulierten Aufwendungen für anteilsbasierte Vergütungen mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstru- mente reflektieren den bereits abgelaufenen Teil des Ausübungszeitraums sowie die bestmögliche Schätzung des Konzerns hinsichtlich der Anzahl der Eigenkapitalinstrumente, die ausübbar werden. Aufgrund der festgestellten veränderten Fluktuation der Mitarbeiter berücksichtigt Westwing bei der Berechnung der anteilsbasierten Vergütungsaufwendungen auch eine geschätzte Verfallsquote wäh- rend des Erdienungszeitraums. Der in der Gewinn-und-Verlust-Rechnung für den Zeitraum erfasste Ertrag oder Aufwand entspricht der Veränderung der kumulierten Aufwendungen, die zum Anfang und zum Ende des Berichtszeitraums erfasst wurden. Werden die Optionen ausgeübt, gibt es drei Möglichkeiten, diese zu bedienen: Entweder gibt das Unternehmen neue Aktien aus (Fall 1) oder es werden eigene Aktien verwendet, um den Optionshaltern Aktien zukommen zu lassen (Fall 2). Darüber hinaus bieten die Verträge Westwing die Möglichkeit, auch in bar zu begleichen (Fall 3). In allen Fällen wird der zuvor in der Rücklage für anteilsbasierte Vergütung erfasste Betrag in andere Bestandteile des Eigenkapitals umgegliedert. In Fall 1 erhöht sich das Grund- kapital um den Nennbetrag der ausgeübten Aktien, und die Differenz zwischen der Rücklage für anteils- basierte Vergütung und dem Nennbetrag wird in den Kapitalrücklagen erfasst. Auch die zum Aus- übungspreis eingegangenen liquiden Mittel erhöhen die Kapitalrücklage. In Fall 2 verringert sich der Betrag der eigenen Aktien um den ausgeübten Wert der Aktien und die verbleibende Differenz wird in den Kapitalrücklagen erfasst. In Fall 3 wird die Rücklage für anteilsbasierte Vergütungen reduziert und die Differenz zwischen dem abgerechneten Betrag und der Rücklage für anteilsbasierte Vergütungen wird in den Kapitalrücklagen erfasst. Transaktionen mit Barausgleich Die Kosten von Transaktionen mit Barausgleich werden unter Anwendung eines geeigneten Bewer- tungsmodells mit dem beizulegenden Zeitwert bewertet. Der beizulegende Zeitwert wird erstmals zum Zeitpunkt der Gewährung und in der Folge an jedem Bilanzstichtag berechnet, bis die Vergütungs- vereinbarung erfüllt ist. Während des Ausübungszeitraums wird eine Verbindlichkeit erfasst, die dem beizulegenden Zeitwert der Vergütungsvereinbarung und dem zum Bilanzstichtag abgelaufenen Aus- übungszeitraum entspricht. Änderungen im Buchwert der Verpflichtung werden über den Zeitraum als Aufwand oder Ertrag in der Gewinn-und-Verlust-Rechnung erfasst. Bei Ausübung der Optionen mit Barausgleich wird die erfasste Verbindlichkeit ausgebucht und die Differenz im Gewinn oder Verlust ausgewiesen. Westwing berücksichtigt bei der Berechnung der anteilsbasierten Vergütungsaufwen- dungen auch eine geschätzte Verfallsquote während des Erdienungszeitraums. GESCHÄFTSBERICHT 2023 127 2.17 Tatsächliche und latente Ertragsteuern Ertragsteuern umfassen tatsächliche und latente Steuern. Der Ertragsteueraufwand ist in der Gewinn- und-Verlust-Rechnung zu erfassen, ausgenommen in dem Umfang, in dem er sich auf Posten bezieht, die direkt im Eigenkapital erfasst wurden; in diesem Fall wird er im Eigenkapital erfasst. Der tatsächliche Steueraufwand ist anhand der zum Bilanzstichtag in den Ländern geltenden Steuer- vorschriften zu berechnen, in denen die Tochtergesellschaften tätig sind und ein zu versteuerndes Einkommen erzielen. Latente Steuern sind für alle temporären Differenzen zu erfassen, die zwischen der Steuerbasis der Vermögenswerte und Verbindlichkeiten und ihren Buchwerten im Konzernabschluss entstehen. Gemäß der Ausnahmeregelung werden beim erstmaligen Ansatz eines Vermögenswerts oder einer Verbindlich- keit in einem Geschäftsvorfall, der kein Unternehmenszusammenschluss ist, jedoch keine temporären Differenzen für latente Steuern gebildet, wenn der Geschäftsvorfall beim erstmaligen Ansatz weder das Periodenergebnis noch das steuerliche Ergebnis beeinflusst. Auch beim erstmaligen Ansatz eines Geschäftswerts, und in der Folge bei einem nicht steuerlich abzugsfähigen Geschäftswert, werden keine temporären Differenzen für latente Steuerverpflichtungen gebildet. Die Bewertung der latenten Steuern erfolgt zu den am Ende des Berichtszeitraums gültigen oder mit hoher Wahrscheinlichkeit gültigen Steuersätzen, die für den Zeitraum zur Anwendung kommen sollten, in dem es zur Umkehrung der temporären Differenzen kommt oder die steuerlichen Verlustvorträge ver- wertet werden. Latente Steueransprüche für abzugsfähige temporäre Differenzen und steuerliche Verlustvorträge werden nur ausgewiesen, soweit wahrscheinlich ist, dass in Zukunft ausreichend steuerliche Gewinne zur Verfügung stehen werden, die eine Verwertung dieser temporären Differenzen ermöglichen. Latente Ertragsteueransprüche werden für steuerpflichtige temporäre Differenzen in Verbindung mit Anteilen an Tochtergesellschaften gebildet, außer wenn der Zeitpunkt der Umkehrung der temporären Differenz vom Konzern gesteuert wird und es wahrscheinlich ist, dass sich die Differenz nicht in abseh- barer Zeit umkehren wird. 128 WESTWING GROUP SE 3. KRITISCHE BILANZIELLE SCHÄTZUNGEN UND ERMESSENSENTSCHEIDUNGEN 3.1 Überblick Die Erstellung des Konzernabschlusses verlangt vom Vorstand Ermessensentscheidungen und Schät- zungen, die sich auf die berichteten Umsatzerlöse, Aufwendungen, Vermögenswerte und Verbindlich- keiten und die dazugehörigen Angaben sowie die Angabe von Eventualverbindlichkeiten auswirken. Unsicherheiten hinsichtlich dieser Ermessensentscheidungen und Schätzungen könnten dazu führen, dass eine deutliche Anpassung des Buchwerts der entsprechenden Vermögenswerte oder Verbindlich- keiten in zukünftigen Zeiträumen notwendig wird. Schätzungen und Ermessensentscheidungen werden laufend überprüft und basieren auf historischen Erfahrungen des Managements und weiteren Faktoren, einschließlich Erwartungen hinsichtlich zukünf- tiger Ereignisse, die unter den gegebenen Umständen vernünftig erscheinen. Neben den Schätzungen im Rahmen der Anwendung von Bewertungs- und Bilanzierungsmethoden nimmt das Management noch weitere Ermessensentscheidungen vor. Änderungen von rechnungs- legungsbezogenen Schätzungen werden in dem Zeitraum erfasst, in dem die Änderung erfolgt, sofern sich diese Änderung ausschließlich auf diesen Zeitraum auswirkt. Ermessensentscheidungen, die sich am deutlichsten auf die im Abschluss erfassten Beträge auswirken, sowie Schätzungen, die möglicherweise zu einer erheblichen Bereinigung des Buchwerts von Vermö- genswerten und Verbindlichkeiten innerhalb des nächsten Geschäftsjahres führen könnten, werden nachfolgend aufgeführt. 3.2 Bilanzielle Schätzungen Die Schätzungen von Westwing sind nicht besonders von den Auswirkungen der russischen Invasion in der Ukraine oder der Situation im Nahen Osten betroffen. Grundsätzlich führt die weltweite politische Instabilität jedoch zu einer erheblichen Planungsunsicherheit. 3.2.1 UMSATZERLÖSE (ANHANGANGABE 5) Da die endgültige Auslieferung an den Kunden nicht immer korrekt nachverfolgt werden kann, wird zu jedem Bilanzstichtag eine bestimmte Abgrenzungsperiode angesetzt. Dafür wird in der Regel ein Zeit- raum zwischen zwei und fünf Tagen (je nach Land) berücksichtigt, um die geschätzten Produktverkäufe zwischen Versandzeitpunkt und erwartetem Lieferdatum, das nach dem Stichtag liegt, abzuziehen. 3.2.2 WERTBERICHTIGUNG FÜR VERALTETE VORRÄTE (ANHANGANGABE 15) Vorräte sind zum niedrigeren Wert aus Anschaffungskosten und Nettoveräußerungswert zu bewerten. Zur Ermittlung des Nettoveräußerungswerts bestimmter Bestände wird eine Wertberichtigung der Vorräte erfasst. Diese basiert auf einer Schätzung des Managements, ob sich aus dem Verkauf dieser Produkte abzüglich der Verkaufskosten Verluste ergeben oder ob bestimmte Lagerartikel überhaupt nicht mehr verkauft werden können. Der Betrag wird auf der Grundlage historischer Erfahrungswerte sowie der vergangenen und künftigen Marktentwicklung berechnet. 3.2.3 WERTBERICHTIGUNG FÜR ERWARTETE KREDITVERLUSTE (ANHANGANGABE 14) Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden abzüglich einer Wertberichtigung für erwartete Kreditverluste ausgewiesen. Jede Alterskategorie wird separat analysiert und Westwing wendet indivi- duelle Wertberichtigungsquoten an. 3.2.4 ANTEILSBASIERTE VERGÜTUNG (ANHANGANGABE 19) Der Konzern bewertet die Kosten von Transaktionen mit Mitarbeitern mit Ausgleich durch Eigen- kapitalinstrumente und Barausgleich unterBezugnahme aufden beizulegenden Zeitwert derEigenkapital- instrumente zum Zeitpunkt ihrer Gewährung. Seit Westwing an der Börse gelistet ist, wird der bei- zulegende Zeitwert durch ein Optionspreismodell bestimmt, wobei der Aktienkurs am Tag der Gewährung als Inputfaktor dient. Weitere Inputparameter sind die erwartete Laufzeit der Aktien- option, die Volatilität und Rendite sowie die Festlegung von Annahmen zu jedem dieser Faktoren. GESCHÄFTSBERICHT 2023 129 Am Ende jeder Berichtsperiode überprüft der Konzern seine Schätzungen der Anzahl der voraussicht- lich ausübbaren Optionen und erfasst die Auswirkungen einer Änderung der ursprünglichen Schätzun- gen in der Gewinn-und-Verlust-Rechnung mit einer entsprechenden Anpassung im Eigenkapital bzw. in den Verbindlichkeiten. Die Verfallsrate basiert auf historischen Erfahrungswerten und berücksichtigt die Laufzeit der Optionen. 3.2.5 RÜCKERSTATTUNGSVERBINDLICHKEITEN (ANHANGANGABE 20) Kunden, die Produkte online bestellen, haben das Recht, diese Produkte innerhalb von 30 Tagen nach dem Kauf zurückzugeben. Westwing weist daher in seiner Bilanz eine Rückerstattungsverbindlichkeit für solche Rücksendungen aus, indem das Unternehmen die Umsatzerlöse entsprechend reduziert. Der als Rückerstattungsverbindlichkeit ausgewiesene Betrag wird auf der Grundlage von Erfahrungswerten und aktuellen Informationen zum Bruttoumsatz berechnet. Die Verbindlichkeit wird pro Land berechnet und reduziert die Umsatzerlöse entsprechend. Für das Recht, Produkte von einem Kunden zurückzu- erhalten, wird ein Vermögenswert für das Rückgaberecht (und eine entsprechende Anpassung der Umsatzkosten) erfasst. 3.3 Bilanzielle Ermessensentscheidungen 3.3.1 AKTIVIERUNG UND WERTBERICHTIGUNG VON ENTWICKLUNGSKOSTEN Westwing aktiviert die Entwicklungskosten für selbst erstellte Software. Die Erstaktivierung basiert auf der Einschätzung des Managements, dass die technologische und wirtschaftliche Umsetzbarkeit ge- geben ist. Die Beurteilung gilt auch, wenn Anforderungen für eine Wertminderung identifiziert werden. Aufgrund des innovativen Charakters der Entwicklungsprojekte von Westwing sind diese mit einer gewissen Unsicherheit hinsichtlich des zukünftigen Nutzens behaftet. 3.3.2 ERTRAGSTEUERN (ANHANGANGABE 24) Der Konzern erfasst latente Steuerforderungen für alle abzugsfähigen temporären Differenzen und noch nicht genutzte steuerliche Verlustvorträge in dem Maße, in dem es wahrscheinlich ist, dass ein künftiges zu versteuerndes Ergebnis verfügbar sein wird, gegen das die abzugsfähigen temporären Differenzen oder noch nicht genutzten steuerlichen Verluste verwendet werden können. Westwing berücksichtigt zahlreiche Faktoren, die die Wahrscheinlichkeit der künftigen Realisierung latenter Steueransprüche beeinflussen. Dazu zählen die aktuelle Ertragssituation in den einzelnen Ländern, Erwartungen über künftige zu versteuernde Erträge, die dem Konzern für Steuerzwecke zur Verfügung stehenden Vortragszeiträume sowie andere relevante Faktoren. Aufgrund der durch die Art der Geschäftstätigkeit bedingten Komplexität sowie künftiger Änderungen der Ertragsteuergesetze oder Abweichungen zwischen den tatsächlichen und den prognostizierten operativen Ergebnissen beurteilt die Geschäftsführung die Wahrscheinlichkeit der künftigen Realisierung von latenten Steuer- ansprüchen auf der Grundlage von Ermessensentscheidungen und Schätzungen. Daher können die tat- sächlichen Ertragsteuern erheblich von diesen Ermessensentscheidungen und Schätzungen abweichen. 3.3.3 BESTIMMUNG DER LAUFZEIT VON LEASINGVERHÄLTNISSEN MIT VERLÄNGERUNGS- UND KÜNDIGUNGSOPTIONEN Westwing bestimmt die Laufzeit eines Leasingverhältnisses unter Zugrundelegung der unkündbaren Grundlaufzeit des Leasingverhältnisses sowie unter Einbeziehung der Zeiträume, die sich aus einer Option zur Verlängerung des Leasingverhältnisses ergeben, sofern hinreichend sicher ist, dass das Unternehmen diese Option ausüben wird, oder der Zeiträume, die sich aus einer Option zur Kündigung des Leasingverhältnisses ergeben, sofern hinreichend sicher ist, dass es diese Option nicht ausüben wird. Der Westwing-Konzern trifft bei der Beurteilung, ob hinreichende Sicherheit besteht, dass die Option zur Verlängerung beziehungsweise zur Kündigung des Leasingverhältnisses ausgeübt oder nicht ausgeübt wird, Ermessensentscheidungen. Das heißt, Westwing zieht alle relevanten Faktoren in Betracht, die für das Unternehmen einen wirtschaftlichen Anreiz darstellen, die Verlängerungs- oder die Kündigungs- option auszuüben. Nach dem Bereitstellungsdatum bestimmt der Konzern die Laufzeit des Leasing- verhältnisses erneut, wenn ein signifikantes Ereignis oder eine Änderung der Umstände eintritt, die inner- halb seinerKontrolle liegen und sich darauf auswirken, ob erdie Option zurVerlängerung beziehungsweise zur Kündigung des Leasingverhältnisses ausüben wird oder nicht (z. B. Durchführung von wesentlichen Mietereinbauten oder wesentliche Anpassung des zugrunde liegenden Vermögenswerts). 130 WESTWING GROUP SE 4. GESCHÄFTSSEGMENTE Geschäftssegmente sind Unternehmensbestandteile, die Geschäftstätigkeiten betreiben, mit denen Umsatzerlöse erwirtschaftet werden und bei denen Aufwendungen anfallen können, deren Betriebs- ergebnisse regelmäßig von der verantwortlichen Unternehmensinstanz geprüft werden und für die separate Finanzinformationen vorliegen. Die verantwortliche Unternehmensinstanz ist die Person oder Gruppe von Personen, die Ressourcen zuteilt und die Leistung der Segmente beurteilt. Die Funktion der verantwortlichen Unternehmensinstanz wird durch den Vorstand der Westwing Group SE ausgeübt. Danach unterteilt Westwing seine Geschäftssegmente in DACH und International. Diese Segmente werden wie folgt definiert: • Das DACH Segment umfasst Deutschland, die Schweiz und Österreich. • Das Internationale Segment setzt sich aus Spanien, Italien, Frankreich, Polen, der Tschechischen Republik, der Slowakischen Republik, Belgien und den Niederlanden zusammen. • Die am Firmensitz anfallenden Aufwendungen und Erträge werden grundsätzlich den Geschäfts- segmenten zugeordnet. Daher umfasst die Spalte „Headquarter/Überleitung“ lediglich Konsolidie- rungsdifferenzen sowie die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente der Muttergesellschaft. Die Westwing Group SE erbringt für ihre Tochtergesellschaften eine Reihe von IT-, Marketing- und sonstigen Dienstleistungen (insbesondere kaufmännische und technische Beratung) und hält die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente für neue Investitionen und zur Finanzierung. Der Konzern bewertet die Leistung seiner Geschäftssegmente anhand des Umsatzwachstums und des bereinigten EBITDA in Verbindung mit der bereinigten EBITDA-Marge. Eine tiefergehende Bericht- erstattung über die Ergebnisse der Segmente findet nicht statt. Die zahlungsmittelgenerierenden Einheiten sind als Land definiert. Das bedeutet, dass der Umsatz und das EBITDA von der rechtlichen Einheit verwendet und um den Umsatz und die Kosten, die mit unserem Shop (permanentes Sortiment) generiert werden, korrigiert werden. Für die Segmentberichterstattung wird analog vorgegangen. Das bereinigte EBITDA zeigt das operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Erträ- gen bzw. Aufwendungen für anteilsbasierte Vergütung sowie wesentlichen Restrukturierungsauf- wendungen. Im Jahr 2023 beschloss Westwing, seine Technologiestrategie zu ändern und einen größeren Anteil der Front-End- und Back-End-Softwarelösungen (die früher von der Technologieabteilung von Westwing selbst entwickelt wurden) an externe Software-as-a-Service-Anbieter (SaaS) auszulagern. Dies führte zur Auflösung von 2023 und 2022 aktivierten Eigenleistungen für noch nicht aktivierte Software- projekte, die von den SaaS-Anbietern abgedeckt werden, sowie zu Abfindungszahlungen, die direkt auf den Strategiewechsel zurückzuführen sind. Diese Effekte wurden aufgrund ihres einmaligen Charak- ters bereinigt. Im Jahr 2022 bereinigte Westwing sein EBITDA auch um Abfindungszahlungen für die Restrukturierung. In beiden Jahren hat das Unternehmen den Ausweis der aktivierten Wareneingangskosten von den Umsatzkosten zu den Fulfillmentkosten umgekehrt. Erträge, die aus Transaktionen zwischen den operativen Segmenten resultieren, werden für Konsolidie- rungszwecke eliminiert und sind in der Übersicht über die operativen Segmente nicht enthalten, da die verantwortliche Unternehmensinstanz die operativen Segmente anhand der Erträge aus Transaktionen mit Dritten steuert. Die vom Konzern angewandten Bewertungs- und Bilanzierungsstandards sind für alle Geschäfts- segmente einheitlich. Die nachstehenden Ertragsinformationen basieren auf den Standorten der Kunden. GESCHÄFTSBERICHT 2023 131 Informationen zu den operativen Segmenten für das Geschäftsjahr zum 31. Dezember 2023 (sofern nicht anders angegeben, sind alle Beträge in EUR Mio.):
| 2023 | DACH | International | HQ/Überleitung | Konzern |
| Ergebnis vor Steuern | 9,0 | – 2,0 | – 16,1 | – 9,1 |
| Finanzaufwendungen* | 1,5 | 0,4 | – | 1,9 |
| Finanzerträge* | – 1,1 | – 0,0 | – | – 1,1 |
| Sonstiges Finanzergebnis | 0,2 | – 0,3 | – | – 0,1 |
| Betriebsergebnis | 9,6 | – 1,9 | – 16,1 | – 8,4 |
| Abschreibungen | 4,4 | 3,8 | 11,5 | 19,8 |
| Erträge anteilsbasierte Vergütung* | 2,1 | 0,1 | – | 2,3 |
| Aufwendungen aus Strategiewechsel | – | – | 4,1 | 4,1 |
| Bereinigtes EBITDA | 16,1 | 2,1 | – 0,4 | 17,8 |
| Bereinigte EBITDA-Marge | 6,8 % | 1,1 % | – | 4,1 % |
| Umsatz | 236,5 | 192,1 | – | 428,6 |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 14,5 | 9,5 | 57,5 | 81,5 |
* Beinhaltet Headquarter-Aufwendungen, die nicht auf die Segmente allokiert und daher im DACH Segment ausgewiesen sind. Informationen zu den operativen Segmenten für das Geschäftsjahr zum 31. Dezember 2022 (sofern nicht anders angegeben, sind alle Beträge in EUR Mio.):
| 2022 | DACH | International | HQ/Überleitung | Konzern |
| Ergebnis vor Steuern | – 2,0 | – 16,5 | – 11,8 | – 30,3 |
| Finanzaufwendungen* | 1,6 | 0,4 | – | 2,0 |
| Finanzerträge* | – 0,0 | – 0,0 | – | – 0,0 |
| Sonstiges Finanzergebnis | 0,6 | 0,4 | – | 0,9 |
| Betriebsergebnis | 0,2 | – 15,8 | – 11,8 | – 27,4 |
| Abschreibungen | 4,0 | 3,2 | 10,8 | 18,1 |
| Erträge anteilsbasierte Vergütung* | – 0,6 | – | – | – 0,6 |
| Restrukturierungsabfindungen | 4,3 | 1,4 | – | 5,7 |
| Bereinigtes EBITDA | 7,9 | – 11,2 | – 1,0 | – 4,2 |
| Bereinigte EBITDA-Marge | 3,3 % | – 5,9 % | – | – 1,0 % |
| Umsatz | 242,4 | 188,4 | – | 430,8 |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 24,7 | 12,0 | 39,3 | 76,0 |
* Beinhaltet Headquarter-Aufwendungen, die nicht auf die Segmente allokiert und daher im DACH Segment ausgewiesen sind. Innerhalb des DACH Segments belief sich der Umsatz in Deutschland auf EUR 186,3 Mio. (2022: EUR 204,9 Mio.). Der Konzernumsatz außerhalb Deutschlands belief sich auf EUR 242,3 Mio. (2022: EUR 226,0 Mio.). In Deutschland wurden langfristigeVermögenswerte (ohne Finanzinstrumente) in Höhe von EUR 53,4 Mio. (31. Dezember 2022: EUR 64,3 Mio.) bilanziert, während die Gesellschaften außerhalb Deutschlands langfristige Vermögenswerte in Höhe von EUR 10,5 Mio. (31. Dezember 2022: EUR 12,2 Mio.) auswiesen. Die Zuordnung von langfristigen Vermögenswerten sowie Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquiva- lenten erfolgt auf der Ebene der rechtlichen Gesellschaften. 132 WESTWING GROUP SE 5. UMSATZANALYSE Die Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden setzten sich im Geschäftsjahr wie folgt zusammen:
| EUR Mio. | 2023 | 2022 |
| Umsatzerlöse aus dem Verkauf von Produkten | 419,7 | 423,0 |
| Umsatzerlöse aus Dienstleistungen | 1,1 | 1,0 |
| Sonstige Umsatzerlöse | 7,8 | 6,9 |
| Gesamt | 428,6 | 430,8 |
Die Umsatzerlöse aus dem Verkauf von Produkten werden nach Abzug von Preisnachlässen aus- gewiesen. Die Umsatzerlöse aus Dienstleistungen umfassen den Verkauf von Interior-Design- und Montageleistungen. Die sonstigen Umsatzerlöse resultieren aus dem Verkauf von Retouren und veralteten Beständen an Handelspartner sowie aus Marketingleistungen. 6. ZUSÄTZLICHE INFORMATIONEN ZU ERTRÄGEN UND AUFWENDUNGEN FULFILLMENTKOSTEN
| EUR Mio. | 2023 | 2022 |
| Logistikkosten | – 56,5 | – 57,8 |
| Personalaufwand | – 17,2 | – 20,1 |
| Abschreibungen | – 8,2 | – 7,4 |
| Sonstige Aufwendungen | – 8,3 | – 8,9 |
| Gesamt | – 90,3 | – 94,2 |
Die Fulfillmentkosten reduzierten sich um EUR 3,9 Mio. auf EUR 90,3 Mio. im Jahr 2023. Die Logistik- kosten umfassen Versandkosten in Höhe von EUR 41,7 Mio. (2022: EUR 42,4 Mio.) sowie Lager- und Umschlagkosten in Höhe von EUR 10,2 Mio. (2022: EUR 10,0 Mio.). MARKETINGAUFWENDUNGEN
| EUR Mio. | 2023 | 2022 |
| Bezogene Marketingdienstleistungen | – 24,1 | – 17,2 |
| Personalaufwand | – 16,0 | – 18,0 |
| Abschreibungen | – 0,9 | – 0,6 |
| Sonstige Aufwendungen | – 4,7 | – 4,8 |
| Gesamt | – 45,6 | – 40,6 |
GESCHÄFTSBERICHT 2023 133 Der Anstieg der Marketingaufwendungen resultiert in erster Linie aus unseren Investitionen in unsere kürzlich vorgestellte neue Corporate Identity und in Kampagnen zur Steigerung der Markenbekanntheit. Die sonstigen Aufwendungen umfassen Beratungskosten und Reisekosten. ALLGEMEINE VERWALTUNGSKOSTEN
| EUR Mio. | 2023 | 2022 |
| Personalaufwand | – 53,9 | – 57,6 |
| Abschreibungen | – 10,7 | – 10,1 |
| Sonstige Aufwendungen | – 20,6 | – 25,1 |
| Gesamt | – 85,2 | – 92,9 |
Die sonstigen Aufwendungen enthalten hauptsächlich Rechts-, Beratungs-, Wartungs-, IT- und Reisekosten. Die folgenden Aufwendungen sind in den allgemeinen Verwaltungskosten enthalten:
| EUR Mio. | 2023 | 2022 |
| Honorar der Abschlussprüfer | ||
| Prüfungskosten nach § 314 Abs. 1 Nr. 9 a HGB | – 0,4 | – 0,4 |
| davon für vorangegangene Perioden TEUR 5 (2022:TEUR 0) | – 0,0 | – |
| Andere Bestätigungsleistungen nach § 314 Abs. 1 Nr. 9 b HGB | – 0,1 | – 0,1 |
| Sonstige Leistungen nach § 314 Abs. 1 Nr. 9 d HGB | – | – |
Für die Tochtergesellschaften im Ausland wurden die folgenden Aufwendungen für PWC-Netzwerkge- sellschaften erfasst:
| EUR Mio. | 2023 | 2022 |
| Honorar der Abschlussprüfung | – 0,1 | – 0,1 |
Die Prüfungskosten beinhalten die Prüfungsgebühren für die gesetzliche Konzernabschlussprüfung sowie die Prüfung von Einzelabschlüssen. Die sonstigen Bestätigungsleistungen beziehen sich im Berichtsjahr auf Prüfungstätigkeiten im Zusammenhang mit der nicht-finanziellen Erklärung (limited assurance) und auf Prüfungstätigkeiten im Zusammenhang mit dem Vergütungsbericht. 134 WESTWING GROUP SE 7. PERSONALAUFWAND Leistungen und Aufwendungen an Arbeitnehmer umfassen im Geschäftsjahr Folgendes:
| EUR Mio. | 2023 | 2022 |
| Löhne, Gehälter und sonstige kurzfristige Leistungen an Arbeitnehmer | – 71,0 | – 79,8 |
| Aufwendungen/(Erträge) anteilsbasierte Vergütung | – 2,3 | 0,6 |
| Sozialversicherung und ähnliche Aufwendungen | – 13,8 | – 16,6 |
| Gesamt | – 87,1 | – 95,8 |
Der Aufwand aus anteilsbasierter Vergütung in Höhe von EUR 2,3 Mio. (2022: Ertrag EUR 0,6 Mio.) bezieht sich auf Programme mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente aus den Vorjahren, die Beteiligungsprogramme mit Barausgleich 2019, das Kapitalbeteiligungsprogramm (ECP 2022) und das langfristige Incentivierungsprogramm für den Vorstand (LTI). DerAnstieg derAufwendungen für anteils- basierte Vergütungen resultiert hauptsächlich aus der Unverfallbarkeit von Programmen mit Barausgleich und mit Ausgleich durch Aktien und wurde teilweise durch den niedrigeren Aktienkurs kompensiert. Die Personalaufwendungen enthalten zudem Restrukturierungsabfindungen in Höhe von EUR 0,2 Mio. (2022: EUR 5,7 Mio.). Zusätzlich zu den regulären Personalaufwendungen wurden den Mitarbeitern des Konzerns in Italien und Frankreich Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses gewährt. Diese umfassen im Wesentlichen die gesetzliche italienische Abfindungsverpflichtung („trattamento di fine rapporto“ oder „TFR“), die sich Ende 2023 auf EUR 0,7 Mio. belief (31. Dezember 2022: EUR 0,6 Mio.). Darüber hinaus zahlten die deutschen Westwing-Gesellschaften EUR 3,8 Mio. an Beiträgen zur gesetzlichen Renten- versicherung in Deutschland (2022: EUR 4,8 Mio.). Im Jahr 2023 beschäftigte Westwing durchschnittlich 1.753 Mitarbeiter (2022: 2.258 Mitarbeiter) in den folgenden Funktionsbereichen:
| 2023 | 2022 | |
| Fulfillment | 700 | 944 |
| Marketing | 217 | 291 |
| Verwaltung | 837 | 1.023 |
| Gesamt | 1.753 | 2.258 |
- SONSTIGE BETRIEBLICHE AUFWENDUNGEN UND ERTRÄGE Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen im Geschäftsjahr umfassen Folgendes:
| EUR Mio. | 2023 | 2022 |
| Aufwendungen für erwartete Kreditverluste | – 1,0 | – 2,2 |
| Übrige betriebliche Aufwendungen | – 5,2 | – 3,0 |
| Gesamt | – 6,2 | – 5,2 |
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen beinhalten im Wesentlichen periodenfremde Aufwendun- gen in Höhe von EUR 2,5 Mio. (2022: EUR 2,3 Mio.) und Währungsverluste in Höhe von EUR 1,7 Mio. (2022: EUR 0,0 Mio.). GESCHÄFTSBERICHT 2023 135 Die sonstigen betrieblichen Erträge im Geschäftsjahr umfassen Folgendes:
| EUR Mio. | 2023 | 2022 |
| Erträge aus Untervermietung | 0,5 | – |
| Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen | 0,3 | 0,2 |
| Versicherungserstattungen | 0,3 | 0,2 |
| Übrige betriebliche Erträge | 4,8 | 2,2 |
| Gesamt | 5,9 | 2,6 |
In den sonstigen betrieblichen Erträgen sind periodenfremde Erträge in Höhe von EUR 1,4 Mio. (2022: EUR 0,8 Mio.) und Fremdwährungsgewinne in Höhe von EUR 1,8 Mio. (2022: EUR 1,0 Mio.) enthalten. Zudem wurde hier der vereinbarte Investitionszuschuss in Höhe von EUR 0,8 Mio. für das nicht mehr benötigte Warenlager erfasst, für den ein neuer Mieter gefunden wurde. 9. AUFWENDUNGEN FÜR LEASINGVERHÄLTNISSE LEASINGVERHÄLTNISSE IN DER KONZERN-GEWINN-UND-VERLUST-RECHNUNG
| EUR Mio. | 2023 | 2022 |
| Fulfillmentkosten | ||
| Aufwendungen aus variablen, kurzfristigen und geringwertigen Leasingverhältnissen | – 0,2 | – 0,8 |
| Sonstige Leasingaufwendungen (Nebenkosten) | – 1,0 | – 1,1 |
| Marketingaufwendungen | ||
| Aufwendungen aus variablen, kurzfristigen und geringwertigen Leasingverhältnissen | – 0,0 | – 0,0 |
| Sonstige Leasingaufwendungen (Nebenkosten) | – 0,3 | – 0,2 |
| Allgemeine Verwaltungskosten | ||
| Aufwendungen aus variablen, kurzfristigen und geringwertigen Leasingverhältnissen | – 0,0 | – 0,0 |
| Sonstige Leasingaufwendungen (Nebenkosten) | – 1,4 | – 1,4 |
| Sonstiges betriebliches Ergebnis | ||
| Einnahmen aus Untervermietung | 0,5 | – |
| Abschreibungen | ||
| Abschreibungen/Wertminderungen auf Nutzungsrechte | – 9,9 | – 9,2 |
| Finanzergebnis | ||
| Zinsaufwendungen aus Leasingverbindlichkeiten | – 1,5 | – 1,6 |
| Leasingkosten gesamt | – 13,8 | – 14,4 |
Die gesamten Mittelabflüsse des Konzerns für Leasingverträge beliefen sich im Jahr 2023 auf EUR – 12,3 Mio. (2022: EUR – 12,0 Mio.). Es gab keine Sale-and-lease-back-Transaktionen. Die Auf- wendungen aus variablen und kurzfristigen Leasingverträgen beliefen sich auf EUR 0,2 Mio. (2022: EUR 0,9 Mio.). Die Einnahmen aus der Untervermietung beliefen sich im Jahr 2023 auf EUR 0,5 Mio. Der Betrag der geringwertigen Leasingverträge war unwesentlich. 136 WESTWING GROUP SE 10. FINANZERGEBNIS Das Finanzergebnis im Geschäftsjahr umfasst Folgendes:
| EUR Mio. | 2023 | 2022 |
| Finanzerträge: | ||
| Zinserträge | 1,1 | 0,0 |
| Summe Finanzerträge | 1,1 | 0,0 |
| Finanzaufwendungen: | ||
| Zinsaufwendungen | – 0,2 | – 0,2 |
| Zinsen aus Leasing | – 1,5 | – 1,6 |
| Sonstige Finanzaufwendungen | – 0,2 | – 0,2 |
| Summe Finanzaufwendungen | – 1,9 | – 2,0 |
| Nettofinanzergebnis | – 0,8 | – 1,9 |
| Sonstiges Finanzergebnis: | ||
| Fremdwährungsgewinne | 1,9 | 5,9 |
| Fremdwährungsverluste | – 1,8 | – 6,8 |
| Sonstiges Finanzergebnis | 0,1 | – 0,9 |
| Finanzergebnis | – 0,7 | – 2,9 |
- ERGEBNIS JE AKTIE Das Ergebnis je Aktie wird wie folgt berechnet:
| EUR Mio. | 2023 | 2022 |
| Jahresergebnis | – 12,4 | – 32,4 |
| Gewichtete durchschnittliche Zahl der ausgegebenen Stammaktien (in Stück) | 20.269.477 | 20.574.373 |
| Ergebnis je Aktie (in EUR); unverwässert (= verwässert) | – 0,61 | – 1,58 |
Das Ergebnis je Aktie wird durch Division des den Aktionären der Westwing Group SE zustehenden Periodenergebnisses durch die gewichtete, durchschnittliche Anzahl der Aktien ermittelt. Für die gewichtete durchschnittliche Zahl der ausgegebenen Stammaktien werden eigene Aktien abgezogen. Gemäß IAS 33 „Ergebnis je Aktie“ wurden die Auswirkungen potenzieller Aktien, die einer Verwässe- rung entgegenwirken, bei der Berechnung des verwässerten Ergebnisses je Aktie für die Geschäfts- jahre zum 31. Dezember 2023 und 2022 nicht berücksichtigt. Aufgrund dessen entspricht das verwässerte Ergebnis je Aktie dem unverwässerten Ergebnis je Aktie. Im Vorjahr wurde ein Unterschied zwischen dem verwässerten und unverwässerten Ergebnis je Aktie dargestellt, da in der Berechnung des verwässerten Ergebnisses je Aktie im Vorjahr potenzielle Stamm- aktien berücksichtigt wurden, die nicht verwässernd wirkten. Der Betrag für das verwässerte Ergebnis je Aktie in Höhe von EUR –1,51 in 2022 hätte daher dem unverwässerten Ergebnis je Aktie in Höhe von EUR –1,58 entsprechen müssen. Die Vorjahresangaben wurden in der oben dargestellten Tabelle und in der Gewinn- und Verlustrechnung korrigiert. GESCHÄFTSBERICHT 2023 137 12. SACHANLAGEN Die vom Unternehmen genutzten Sachanlagen sind nachfolgend dargestellt.
| Betriebs- und | Voraus- | ||||
| Mieter- | Geschäfts- | Nutzungs- | zahlungen auf | ||
| EUR Mio. | einbauten | ausstattung | rechte | Sachanlagen | Gesamt |
| Anschaffungs- oder Herstellungskosten | |||||
| zum 1. Januar 2022 | 2,9 | 16,2 | 61,5 | 2,5 | 83,1 |
| Zugänge | 0,8 | 2,8 | 6,7 | 0,1 | 10,4 |
| Transfers | – | 0,6 | 1,9 | – 2,5 | – |
| Abgänge | – | – 1,3 | – 0,3 | – 0,1 | – 1,8 |
| Effekte aus Wechselkursänderungen | – 0,0 | – 0,1 | – 0,1 | – 0,0 | – 0,2 |
| Anschaffungs- oder Herstellungskosten | |||||
| zum 31. Dezember 2022 | 3,7 | 18,2 | 69,6 | 0,0 | 91,5 |
| Kumulierte Abschreibungen | |||||
| zum 1. Januar 2022 | 1,1 | 9,0 | 17,5 | 0,0 | 27,6 |
| Abschreibungsaufwand | 0,4 | 2,6 | 9,2 | 0,0 | 12,2 |
| Abgänge | – 0,0 | – 1,3 | – 0,2 | – | – 1,4 |
| Effekte aus Wechselkursänderungen | – 0,0 | – 0,0 | – 0,0 | – 0,0 | – 0,0 |
| Kumulierte Abschreibungen | |||||
| zum 31. Dezember 2022 | 1,5 | 10,3 | 26,6 | 0,0 | 38,4 |
| Buchwert zum 31. Dezember 2022 | 2,2 | 7,9 | 43,0 | 0,0 | 53,2 |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Betriebs- und | Voraus- | ||||
| Mieter- | Geschäfts- | Nutzungs- | zahlungen auf | ||
| EUR Mio. | einbauten | ausstattung | rechte | Sachanlagen | Gesamt |
| Anschaffungs- oder Herstellungskosten | |||||
| zum 1. Januar 2023 | 3,7 | 18,2 | 69,6 | 0,0 | 91,5 |
| Zugänge | 0,1 | 0,5 | 3,3 | 0,9 | 4,8 |
| Abgänge | – 0,1 | – 1,1 | – 0,1 | – | – 1,2 |
| Neubewertung | – | – | – 0,7 | – | – 0,7 |
| Effekte aus Wechselkursänderungen | 0,1 | 0,3 | 0,6 | 0,0 | 1,0 |
| Anschaffungs- oder Herstellungskosten | |||||
| zum 31. Dezember 2023 | 3,8 | 18,0 | 72,7 | 1,0 | 95,4 |
| Kumulierte Abschreibungen | |||||
| zum 1. Januar 2023 | 1,5 | 10,3 | 26,6 | 0,0 | 38,4 |
| Abschreibungsaufwand | 0,5 | 2,6 | 9,9 | 0,0 | 13,0 |
| Abgänge | – 0,1 | – 1,0 | – 0,0 | – | – 1,1 |
| Effekte aus Wechselkursänderungen | 0,0 | 0,2 | 0,2 | 0,0 | 0,3 |
| Wertberichtigung | 0,0 | 0,1 | – | – | 0,2 |
| Kumulierte Abschreibungen | |||||
| zum 31. Dezember 2023 | 2,0 | 12,2 | 36,7 | 0,0 | 50,8 |
| Buchwert zum 31. Dezember 2023 | 1,8 | 5,8 | 36,0 | 1,0 | 44,6 |
Der Erwerb von Betriebs- und Geschäftsausstattung erfolgte in allen Gesellschaften und umfasste Server und IT-Hardware sowie Büro- und Lagerausstattung. Die Zugänge zu den Nutzungsrechten beziehen sich in erster Linie auf die Indexierung der Miete für bereits bestehende Nutzungsrechte im Jahr 2023. Die Zugänge zu den Nutzungsrechten im Jahr 2022 beziehen sich hauptsächlich auf Westwings größtes Lager in Polen. Zum 31. Dezember 2023 entfielen EUR 32,3 Mio. des Nutzungsrechts auf Büros und Lager (31. Dezem- ber 2022: EUR 37,9 Mio.), während EUR 3,7 Mio. auf Betriebs- und Geschäftsausstattung entfielen 138 WESTWING GROUP SE (31.Dezember2022: EUR 5,1 Mio.). Von den Abschreibungen auf Nutzungsrechte entfielen EUR 8,8 Mio. auf Büro- und Lagergebäude (2022: EUR 8,2 Mio.) und EUR 1,0 Mio. auf Betriebs- und Geschäfts- ausstattung (2022: EUR 0,9 Mio.). Die Neubewertung von Nutzungsrechten in Höhe von EUR 0,7 Mio. betrifft Büro- und Lagerräume in Italien, deren Leasingverträge aufgrund der Zentralisierung modifi- ziert wurden. In den Jahren 2023 und 2022 wurden keine Wertminderungen von Nutzungsrechten an Vermögenswerten erfasst. Westwing hatte beabsichtigt, im Januar 2023 einen neuen Leasingvertrag abzuschließen. Es wurde jedoch beschlossen, dass dieses neue Warenlager nicht mehr benötigt wird. Daher wurde mit dem Vermieter vereinbart, nach einem alternativen Mieter zu suchen, was erfolgreich war. Infolgedessen erhielt Westwing im Juni 2023 den vereinbarten Investitionszuschuss in Höhe von EUR 0,8 Mio. 13. IMMATERIELLE VERMÖGENSWERTE
| Immaterielle | |||||
| Selbst | Vermögens- | ||||
| Software und | Handels- | erstellte | werte in der | ||
| EUR Mio. | Lizenzen | marken | Software | Entwicklung | Gesamt |
| Anschaffungs- oder Herstellungskosten | |||||
| zum 1. Januar 2022 | 0,8 | 0,2 | 24,5 | 3,1 | 28,5 |
| Zugänge | 0,0 | – | 0,0 | 10,2 | 10,2 |
| Umgliederungen | – | – | 10,3 | – 10,3 | – |
| Abgänge | – | – | – | – | – |
| Anschaffungs- oder Herstellungskosten | |||||
| zum 31. Dezember 2022 | 0,8 | 0,2 | 34,7 | 3,0 | 38,8 |
| Kumulierte Abschreibungen | |||||
| zum 1. Januar 2022 | 0,6 | 0,2 | 8,9 | 0,0 | 9,7 |
| Abschreibungsaufwand | 0,1 | 0,0 | 5,0 | – | 5,1 |
| Wertberichtigung | – | – | 0,7 | – | 0,7 |
| Abgänge | – | – | – | – | – |
| Kumulierte Abschreibungen | |||||
| zum 31. Dezember 2022 | 0,7 | 0,2 | 14,7 | 0,0 | 15,5 |
| Buchwert zum 31. Dezember 2022 | 0,1 | 0,0 | 20,1 | 3,0 | 23,3 |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Immaterielle | |||||
| Selbst | Vermögens- | ||||
| Software und | Handels- | erstellte | werte in der | ||
| EUR Mio. | Lizenzen | marken | Software | Entwicklung | Gesamt |
| Anschaffungs- oder Herstellungskosten | |||||
| zum 1. Januar 2023 | 0,8 | 0,2 | 34,7 | 3,0 | 38,8 |
| Zugänge | 0,1 | – | 0,0 | 3,8 | 3,9 |
| Umgliederungen | – | – | 4,5 | – 4,5 | – |
| Abgänge | – | – | – | – 1,3 | – 1,3 |
| Anschaffungs- oder Herstellungskosten | |||||
| zum 31. Dezember 2023 | 0,8 | 0,2 | 39,3 | 1,1 | 41,4 |
| Kumulierte Abschreibungen | |||||
| zum 1. Januar 2023 | 0,7 | 0,2 | 14,7 | 0,0 | 15,5 |
| Abschreibungsaufwand | 0,0 | 0,0 | 6,5 | – | 6,6 |
| Wertberichtigung | – | 0,0 | – | – | 0,0 |
| Abgänge | – | – | – | – | – |
| Kumulierte Abschreibungen | |||||
| zum 31. Dezember 2023 | 0,7 | 0,2 | 21,2 | – | 22,1 |
| Buchwert zum 31. Dezember 2023 | 0,1 | 0,0 | 18,1 | 1,1 | 19,3 |
GESCHÄFTSBERICHT 2023 139 Die Zugänge zu den selbst erstellten immateriellen Vermögenswerten und immateriellen Vermögens- werten in Entwicklung in Höhe von EUR 3,8 Mio. (2022: EUR 10,2 Mio.) beinhalten im Wesentlichen Entwicklungskosten für Lager- und Logistikanwendungen, mobile App-Projekte und die Entwicklung eigener Software im Bereich Consumer Apps und Zahlungsmethoden sowie neue Features im Bereich Stabilität, Geschwindigkeit und Sicherheit. Die Entwicklungsprojekte sind in identifizierbare Projekt- phasen unterteilt, die durch die Entwicklung neuer Funktionalitäten gekennzeichnet sind. Nach Abschluss der einzelnen Phasen und der Einführung einer Funktionalität werden die damit verbunde- nen Kosten von den immateriellen Vermögenswerten in Entwicklung in die selbst geschaffenen imma- teriellen Vermögenswerte übertragen, wo dann die Abschreibung über die Nutzungsdauer von drei bis acht Jahren beginnt. Der Gesamtbetrag der Forschungs- und Entwicklungskosten belief sich im Berichtsjahr auf EUR 18,4 Mio. (2022: EUR 25,0 Mio.). Die Abschreibungen immaterieller Vermögenswerte werden der Funktion zugewiesen, die den Vermögenswert nutzt. Im Jahr 2023 wurde im Rahmen der jährlichen Wertminderungstests kein Wert- minderungsbedarf festgestellt (2022: EUR 0,7 Mio.). Jedoch führte die geplante Auslagerung der Softwareentwicklung für Front-End- und Back-End-Lösungen zu einer Ausbuchung von aktivierten Entwicklungskosten in Höhe von EUR 1,3 Mio. sowie zu einer Stornierung von unterjährig erfassten Entwicklungskosten in Höhe von EUR 2,6 Mio. Es wurde zudem ein Werthaltigkeitstest für die übrigen in Entwicklung befindlichen immateriellen Vermögenswerte durchgeführt, der keinen weiteren Wert- minderungsbedarf ergeben hat. 14. FORDERUNGEN AUS LIEFERUNGEN UND LEISTUNGEN UND SONSTIGE FINANZIELLE VERMÖGENSWERTE Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige finanzielle Vermögenswerte umfassen Folgendes:
| EUR Mio. | 31.12.2023 | 31.12.2022 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 5,2 | 6,1 |
| Forderungen gegen Zahlungsdienstleister | 5,5 | 3,8 |
| Mietkautionen | 1,4 | 2,1 |
| Sonstige finanzielle Vermögenswerte | 1,5 | 2,9 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Vermögenswerte, netto | 13,7 | 14,9 |
| davon: | ||
| langfristig | 1,6 | 2,3 |
| kurzfristig | 12,1 | 12,6 |
Fo rderungen aus Lieferungen und Leistungen werden nach Abzug der Wertberichtigung für erwartete Kreditverluste ausgewiesen. Forderungen gegen Zahlungsdienstleister in Höhe von EUR 5,5 Mio. beinhalten nur ein begrenztes Kreditrisiko. Die Wertberichtigung für erwartete Kreditverluste auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen belief sich auf EUR 4,0 Mio. (31. Dezember 2022: EUR 3,0 Mio.). Die Wertberichtigung für erwartete Kreditverluste bei Lieferantenforderungen belief sich auf EUR 0,4 Mio. (31. Dezember 2022: EUR 0,7 Mio.). Sie bezieht sich hauptsächlich auf über- fällige Forderungen mit einem höheren Kreditrisiko. Die anderen Kategorien von Forderungen aus Lie- ferungen und Leistungen und sonstigen Forderungen enthalten keine wertgeminderten Vermögenswerte. Wie im Vorjahr hält das Unternehmen keine Sicherheiten. Angaben zu den finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten finden sich in den Anhang- angaben 22 und 23. Die Altersstruktur der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, basierend auf dem Ausstellungs- datum der Rechnung und ohne Berücksichtigung von Wertberichtigungen, stellt sich wie folgt dar: 140 WESTWING GROUP SE
| EUR Mio. | 31.12.2023 | 31.12.2022 |
| Bis zu 3 Monate | 4,5 | 6,3 |
| 3 Monate bis 6 Monate | 0,8 | 0,4 |
| 6 Monate bis 9 Monate | 0,4 | 0,3 |
| 9 Monate bis 1 Jahr | 0,3 | 0,4 |
| 1 Jahr bis 5 Jahre | 2,5 | 1,4 |
| Über 5 Jahre | 0,5 | 0,2 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (brutto) | 9,2 | 9,1 |
| Wertminderungen für zweifelhafte Forderungen | – 4,0 | – 3,0 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (netto) | 5,2 | 6,1 |
Die Wertberichtigungen für zweifelhafte Forderungen verteilen sich wie folgt:
| Bis | 3 Monate bis | 6 Monate bis | 9 Monate bis | 1 Jahr bis | Über | |
| 31.12.2023 in EUR Mio. | 3 Monate | 6 Monate | 9 Monate | 1 Jahr | 5 Jahre | 5 Jahre |
| Forderungen aus Lieferungen | ||||||
| und Leistungen (brutto) | 4,5 | 0,8 | 0,4 | 0,3 | 2,5 | 0,5 |
| Wertminderungen | ||||||
| für zweifelhafte Forderungen | – 0,1 | – 0,2 | – 0,3 | – 0,3 | – 2,5 | – 0,5 |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Bis | 3 Monate bis | 6 Monate bis | 9 Monate bis | 1 Jahr bis | Über | |
| 31.12.2022 in EUR Mio. | 3 Monate | 6 Monate | 9 Monate | 1 Jahr | 5 Jahre | 5 Jahre |
| Forderungen aus Lieferungen | ||||||
| und Leistungen (brutto) | 6,3 | 0,4 | 0,3 | 0,4 | 1,4 | 0,2 |
| Wertminderungen | ||||||
| für zweifelhafte Forderungen | – 0,2 | – 0,4 | – 0,3 | – 0,4 | – 1,4 | – 0,2 |
Nach Wertberichtigungen waren Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige Vermögenswerte in Höhe von EUR 13,7 Mio. (2022: EUR 14,9 Mio.) zwar teilweise überfällig, deren Begleichung wird allerdings dennoch nicht für zweifelhaft gehalten. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die überfällig sind, wurden in Teilen wertberichtigt. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die bereits zwischen einem bis fünf Jahre ausstehen, sind überfällig und werden vollständig abgeschrieben, wenn die Einbringlichkeit nicht mehr gegeben ist. GESCHÄFTSBERICHT 2023 141 Die Entwicklung der Wertberichtigungen für erwartete Kreditverluste bei den Forderungen aus Liefe- rungen und Leistungen stellt sich im Berichtsjahr wie folgt dar:
| EUR Mio. | 2023 | 2022 |
| Zum 1. Januar | 3,0 | 4,6 |
| Im Geschäftsjahr zugeführt | 1,3 | 2,2 |
| Im Geschäftsjahr in Anspruch genommen | – 0,1 | – 3,7 |
| Im Laufe des Jahres aufgelöst | – 0,3 | – 0,0 |
| Zum 31. Dezember | 4,0 | 3,0 |
- VORRÄTE UND GELEISTETE ANZAHLUNGEN AUF VORRÄTE Vorräte und geleistete Anzahlungen auf Vorräte haben sich wie folgt entwickelt:
| EUR Mio. | 31.12.2023 | 31.12.2022 |
| Vorräte | 28,1 | 45,2 |
| Geleistete Anzahlungen auf Vorräte | 7,1 | 3,6 |
| Gesamt | 35,2 | 48,8 |
Bei den zum Verkauf gehaltenen Vorräten handelt es sich um Produkte und Waren, die abzüglich einer Wertberichtigung für Abschreibungen auf Vorräte in Höhe von EUR 11,2 Mio. (31. Dezember 2022: EUR 17,0 Mio.) ausgewiesen werden. Die in der Gewinn-und-Verlust-Rechnung erfassten Wertberich- tigungen auf Vorräte beliefen sich auf EUR 0,4 Mio. (2022: EUR 10,1 Mio.). Der deutliche Rückgang der Abschreibungen im Jahr 2023 ist in erster Linie auf eine wesentliche Verringerung der Lagerbestände im Vergleich zum Vorjahr zurückzuführen. Es gab keine Änderungen in der Abschreibungspolitik für Vorräte im Jahr 2023. Die Umsatzkosten betrugen EUR 215,7 Mio. im Jahr 2023 (2022: EUR 228,1 Mio.). 16. SONSTIGE VERMÖGENSWERTE Die sonstigen Vermögenswerte beinhalten folgende Positionen:
| EUR Mio. | 31.12.2023 | 31.12.2022 |
| Sonstige Anzahlungen | 2,4 | 2,9 |
| Umsatzsteuerforderungen | 2,6 | 1,7 |
| Sonstige Steuerforderungen | 0,2 | 1,9 |
| Vermögenswert für das Recht auf Rückgabe | 2,4 | 2,3 |
| Sonstige nicht-finanzielle Forderungen | 0,1 | – |
| Gesamt | 7,6 | 8,6 |
142 WESTWING GROUP SE 17. ZAHLUNGSMITTEL UND ZAHLUNGSMITTELÄQUIVALENTE Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente umfassen Folgendes:
| EUR Mio. | 31.12.2023 | 31.12.2022 |
| Guthaben bei Kreditinstituten und Kassenbestand | 71,5 | 51,0 |
| Zahlungsmitteläquivalente | 10,0 | 25,0 |
| Gesamt | 81,5 | 76,0 |
Zum 31. Dezember 2023 waren keine Bankkonten von Westwing als Sicherheit verpfändet (31. Dezem- ber 2022: EUR 0,0 Mio.). Zahlungsmitteläquivalente in Höhe von EUR 10,0 Mio. (31. Dezember 2022: EUR 25,0 Mio.) stellen kurzfristige Einlagen mit einer Laufzeit von bis zu drei Monaten dar. 18. GRUNDKAPITAL UND RÜCKLAGEN GRUNDKAPITAL UND RÜCKLAGEN Das Grundkapital entwickelte sich wie folgt:
| Anzahl der Aktien | Anzahl der eigenen | Grundkapital | Eigene Aktien | |
| in Tausend | Aktien in Tausend | (in TEUR) | (in TEUR) | |
| 1. Januar 2022 | 20.904 | 326 | 20.904 | – 1.153 |
| Erwerb eigener Aktien | – | 56 | – | – 493 |
| Zum 31. Dezember 2022/ | ||||
| 1. Januar 2023 | 20.904 | 382 | 20.904 | – 1.646 |
| Erwerb eigener Aktien | – | 421 | – | – 3.688 |
| Abgeltung von Aktienoptionen | – | – 2 | – | 6 |
| Zum 31. Dezember 2023 | 20.904 | 801 | 20.904 | – 5.329 |
Jede Aktie (ohne eigene Aktien) berechtigt zur Abgabe einer Stimme in der Hauptversammlung der Westwing Group SE. Der Nennwert aller Stammaktien ist voll eingezahlt. Die Kapitalrücklage in Höhe von EUR 364,6 Mio. (31. Dezember 2022: EUR 364,5 Mio.) besteht aus den über den Nennwert hinaus- gehenden Kapitalerhöhungen der vergangenen Jahre. Der Vorstand der Westwing Group SE hat am 25. April 2023 mit Zustimmung des Aufsichtsrats beschlossen, ein Aktienrückkaufprogramm mit einem maximalen Volumen von bis zu 600.000 Aktien zu einem maximalen Gesamtkaufpreis von bis zu EUR 3,0 Mio. durchzuführen. Der Rückkauf über den Xetra-Handel der Frankfurter Wertpapierbörse begann am 26. April 2023 und wurde am 31. Okto- ber 2023 beendet. In diesem Zeitraum wurden insgesamt 198 Tausend Aktien im Austausch gegen EUR 1,7 Mio. in bar erworben. Der Vorstand der Westwing Group SE hat am 24. November 2023 mit Zustimmung des Aufsichtsrats beschlossen, ein Aktienrückkaufprogramm mit einem maximalen Volumen von bis zu 600.000 Aktien zu einem maximalen Gesamtkaufpreis von bis zu EUR 3,0 Mio. durchzuführen. Der Rückkauf über den Xetra-HandelderFrankfurterWertpapierbörsebegannam27.November2023undsollam30.April2024 beendet werden. Bis zum 31. Dezember 2023 wurden insgesamt 46 Tausend Aktien gegen EUR 0,4 Mio. in bar erworben. Der Vorstand der Westwing Group SE hat am 24. November 2022 mit Zustimmung des Aufsichtsrats beschlossen, ein Aktienrückkaufprogramm mit einem maximalen Volumen von bis zu 600.000 Aktien zu GESCHÄFTSBERICHT 2023 143 einem maximalen Gesamtkaufpreis von bis zu EUR 3,0 Mio. durchzuführen. Der Rückkauf über den Xetra-Handel der Frankfurter Wertpapierbörse begann am 28. November 2022 und wurde am 31. März 2023 beendet. Bis zum 31. Dezember 2022 wurden insgesamt 56.000 Aktien gegen EUR 0,5 Mio. in bar erworben. Weitere 176 Tausend Aktien wurden bis zum 31. März 2023 für EUR 1,6 Mio. in bar erworben. Im Jahr 2023 wurden 1.650 aktienbasierte Vergütungsoptionen mit eigenen Aktien und 3.900 Aktien- optionen gegen Barzahlung ausgeübt. Beides führte zu einer Verringerung der Rücklage für anteils- basierte Vergütung (die Teil der sonstigen Rücklagen ist) um TEUR 139 und zu einer entsprechenden Erhöhung der Kapitalrücklagen um TEUR 108. Darüber hinaus wurde das Aktienvergütungsprogramm (ECP 2022), das zuvor als mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente klassifiziert war, in Barausgleich umgewandelt, da die ersten Ausübungen in bar beglichen wurden. Dies führte zu einer Erhöhung der Rücklage für anteilsbasierte Vergütungen um EUR 0,9 Mio. Im Jahr 2022 wurden keine anteilsbasierten Vergütungsoptionen ausgeübt. In den Jahren 2023 und 2022 fand keine Kapitalerhöhung statt. Zum 31. Dezember 2023 belief sich der Gesamtbetrag der eigenen Aktien, die als Abzug vom Eigen- kapital ausgewiesen wurden, auf EUR 5,3 Mio. (31. Dezember 2022: EUR 1,6 Mio.); der darin enthaltene relevante Nennbetrag lag bei 801.321 (31. Dezember 2022: 382.230). GENEHMIGTES KAPITAL ZUM 31. DEZEMBER 2023 Genehmigtes Kapital 2022/I Der Vorstand wurde – unter Aufhebung des Genehmigten Kapitals 2018/V – von der ordentlichen Haupt- versammlung vom 18. Mai 2022 ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum 17. Mai 2027 (einschließlich) das Grundkapital der Gesellschaft um bis zu EUR 2.090.396,00 durch einmalige oder mehrmalige Ausgabe von bis zu 2.090.396 neuen, auf den Inhaber lautende Stückaktien gegen Bar- und/ oder Sacheinlage zu erhöhen („genehmigtes Kapital 2022/I“). Das Bezugsrecht der Aktionäre ist ausge- schlossen. Das Genehmigte Kapital 2022/I ist in § 4 Abs. 3 der Satzung der Gesellschaft geregelt. Bedingtes Kapital Die Hauptversammlung vom 21. September 2018 hatte den Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats in der Zeit vom 21. September 2018 bis zum 20. September 2023 im Gesamtnennbetrag von bis zu EUR 100.000.000,00 Wandelschuldverschreibungen, Optionsschuldverschreibungen, Genussrechte und/oder Gewinnschuldverschreibungen oder einer Kombination dieser Instrumente (die „Schuldverschreibungen“) mit Bezugsrechten auf Aktien der Gesellschaft auszugeben. Das Grund- kapital der Gesellschaft war dementsprechend zu Beginn des Geschäftsjahres 2023 um bis zu EUR 5.000.000,00 bedingt erhöht („Bedingtes Kapital 2018“). Von der Ermächtigung wurde kein Gebrauch gemacht. Gemäß Beschluss der ordentlichen Hauptversammlung der Gesellschaft vom 16. Mai 2023 sowie ent- sprechender Satzungsänderung wurde eine neue Ermächtigung zur Ausgabe von Options- / Wandel- schuldverschreibungen, Genussrechten und/oder Gewinnschuldverschreibungen oder eine Kombina- tion dieser Instrumente mit der Möglichkeit zum Ausschluss des Bezugsrechts geschaffen. Das Grundkapital der Gesellschaft ist demnach um bis zu EUR 2. 000.000,00 durch Ausgabe von bis zu 2.000.000 neuen, auf den Inhaber lautende Stückaktien bedingt erhöht („Bedingtes Kapital 2023“). Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum 15. Mai 2028 (einschließlich) einmalig oder mehrmals auf den Inhaber oder auf den Namen lautende Options- / Wandelschuld- verschreibungen, Genussrechte und/oder Gewinnschuldverschreibungen (bzw. Kombinationen dieser Instrumente) (nachfolgend zusammen auch „Schuldverschreibungen“) im Gesamtnennbetrag von bis zu EUR 50.000.000,00 auszugeben und den Gläubigern (nachfolgend die „Inhaber“) der jeweiligen, unter sich gleichberechtigten Teilschuldverschreibungen, Options- bzw. Wandlungsrechte auf neue, auf den Inhaber lautende Aktien der Gesellschaft mit einem anteiligen Betrag am Grundkapital von insgesamt 144 WESTWING GROUP SE bis zu EUR 2.000.000,00 nach näherer Maßgabe der Bedingungen der Schuldverschreibungen zu gewähren. Von der Ermächtigung zurAusgabe von Schuldverschreibungen wurde bisher kein Gebrauch gemacht. Dieses bedingte Kapital ist in § 4 Abs. 5 der Satzung der Gesellschaft geregelt. 19. ANTEILSBASIERTE VERGÜTUNGSVEREINBARUNGEN Seit 2011 sind bestimmte Mitarbeiter des Konzerns zur Teilnahme an anteilsbasierten Vergütungs- programmen berechtigt, bei denen Mitarbeiter für geleistete Arbeit Eigenkapitalinstrumente des Konzerns als Gegenleistung erhalten (Transaktionen mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente). Darüber hinaus werden bestimmten berechtigten Mitarbeitern auch Aktienwertsteigerungsrechte gewährt, die in bar ausgeglichen werden (Transaktionen mit Barausgleich). Vergütungszusagen Im Westwing-Konzern bestehen verschiedene Optionspläne für anteilsbasierte Vergütung. Die wesent- lichen Programme sind im Folgenden beschrieben: • Kleinere Programme mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente 2014 – 2018 im Rahmen des normalen Geschäftsverlaufs In den Jahren 2014 bis 2018 wurden ausgewählten Mitarbeitern mehrere Programme mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente im normalen Geschäftsverlauf gewährt. Sie hatten eine Sperrfrist von sechs oder zwölf Monaten, und 100 % der Anteile wurden nach vier Jahren unverfallbar. Teilweise waren Exit-Optionen enthalten, die zum späteren Zeitpunkt eines Börsengangs oder vier Jahre nach Gewährung unverfallbar wurden. Der Ausübungspreis beträgt EUR 1,00/150 oder liegt zwischen EUR 12,20 und EUR 34,86. • Beteiligungsprogramm 2016 Ein Beteiligungsprogramm wurde im Juni 2016 gewährt. Es hatte eine Sperrfrist von 36 Monaten. 60 % der Anteile wurden nach vier Jahren unverfallbar und 40 % der Anteile zum späteren Zeitpunkt eines Börsengangs oder vier Jahre nach Gewährung. Der Ausübungspreis beträgt EUR 1,00/150. • Ausgabe von Optionen zum Verwässerungsschutz 2018 Es wurden neue Anteile ausgegeben, um die Verwässerung von bestehenden Programmen infolge der Umwandlung der Optionsverbindlichkeit aus der Finanzierungsrunde aus dem Mai 2016 in Eigen- kapital, die im September 2018 stattfand, zu vermeiden. Die neuen Optionen folgten dem Ausübungs- plan der ursprünglichen Optionen. Da das Gewährungsdatum jedoch im August 2018 lag, wurde ein anderer beizulegender Zeitwert zugrunde gelegt. • Beteiligungsprogramm 2019 Ein neues Beteiligungsprogramm wurde im August 2018 gewährt. Es hatte eine Sperrfrist zwischen zwölf und 48 Monaten, abhängig vom Hierarchiegrad der entsprechenden Mitarbeiter. 50 % der Anteile wurden nach vier Jahren unverfallbar und 50 % der Anteile zum späteren Zeitpunkt eines Börsengangs oder vier Jahre nach Gewährung. Bei in Anspruch genommener Elternzeit oder sonstigen Auszeiten verschiebt sich der Zeitpunkt der Unverfallbarkeit entsprechend. Der Ausübungspreis beträgt EUR 19,30. • Virtuelles Programm 2019 Im August 2019 wurde ein neues Programm mit Barausgleich eingerichtet. Davon wurden virtuelle Aktien an Führungspositionen und andere Topmanager inkl. des Vorstands gewährt. Die Aktien wurden am 31. Dezember 2022 vollständig unverfallbar und konnten erst ab August 2023 ausgeübt werden. Bei in Anspruch genommener Elternzeit oder sonstigen Auszeiten verschob sich der Zeitpunkt der Unverfallbarkeit entsprechend. Die Optionen haben eine durchschnittliche Obergrenze für den Aktienkurs von EUR 24,30 und einen durchschnittlichen Ausübungspreis von EUR 2,89. GESCHÄFTSBERICHT 2023 145 • 2022 Kapitalbeteiligungsprogramm (ECP 2022) Im Jahr 2022 wurde ein neues Kapitalbeteiligungsprogramm aufgelegt. Die Begünstigten erhalten kein Recht oder keine Option auf den Erwerb von Aktien der Gesellschaft („Aktien“) oder von Tochter- gesellschaften, sondern eine Option auf den Erhalt einer Barzahlung, deren Höhe von der Entwick- lung des Aktienkurses der Gesellschaft abhängt. Es liegt im alleinigen Ermessen der Gesellschaft, die Barzahlung durch die Lieferung von Aktien zu ersetzen. Die Laufzeit des ECP 2022 ist auf drei Jahre begrenzt; sie hat am 1. Juli 2022 begonnen, der letzte Leistungszeitraum endet am 30. Juni 2025. Kürzere Dienstzeiträume können vorkommen. Allerdings musste dieses Programm zunächst als Pro- gramm mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente klassifiziert werden, bis der Barausgleich erfolgt ist, da Westwing die Wahl des Ausgleichs hat. Die ersten Barausgleiche fanden Ende 2023 statt, sodass das gesamte Programm in ein anteilsbasiertes Vergütungsprogramm mit Barausgleich umge- wandelt wurde. • Langfristiges Incentivierungsprogramm für den Vorstand (LTI) Im Jahr 2022 hat der Aufsichtsrat ein neues Vergütungssystem für den Vorstand beschlossen. Es beinhaltet eine aktienbasierte Vergütungskomponente, deren Entwicklung von Umsatz, bereinigtem EBITDA und ESG-Zielen abhängt. Die Idee des Programms ist, dem Vorstandsmitglied Performance- Aktien und Performance-Optionen zur Verfügung zu stellen, wobei das Verhältnis beider Bestandteile vom Vorstandsmitglied gewählt werden kann. Der Unterschied besteht in der Berechnung der Anzahl der Aktien und des Ausübungspreises. Beide Pläne sehen vor, dass das Vorstandsmitglied Aktien erhält, sobald diese ausgeübt werden. Daher werden sie als Programm mit Ausgleich durch Eigen- kapitalinstrumente bilanziert. In den Jahren 2023 und 2022 gewährte Westwing im Rahmen des ECP 2022 und im Rahmen der oben beschriebenen Vorstandsvergütungsverträge Dr. Andreas Hoerning und Sebastian Westrich Optionen mit Ausgleich durch Aktien. Da die ersten Ausübungen des ECP 2022 im Jahr 2023 in bar abgewickelt wurden, wurde das gesamte Programm im Dezember 2023 in ein Programm mit Barausgleich umgewandelt. Dies führte zu einer Verringerung der Rücklage für anteilsbasierte Vergütungen um EUR 0,9 Mio. und zur Erfassung von Verbindlichkeiten in Höhe von EUR 0,9 Mio. zum Zeitpunkt der Umwandlung. Im Jahr 2019 wurde ein Programm mit Barausgleich aufgelegt, in dessen Rahmen zum 31. Dezember 2023 insgesamt 683.125 virtuelle Optionen ausstanden, die Führungskräften und anderen Topmanagern des Unternehmens, einschließlich des Vorstands, gewährt wurden (31. Dezember 2022: 883.625). Die Optionen waren am 31. Dezember 2022 voll erdient und können seit August 2023 ausgeübt werden, je nach Datum der Gewährung. Der durchschnittliche Ausübungspreis beträgt EUR 2,89, unterliegt aber einer durchschnittlichen Kursobergrenze von EUR 24,30. Für dieses Programm wurden im Jahr 2023 Aufwendungen in Höhe von EUR 0,5 Mio. erfasst (2022: EUR 0,1 Mio.). Anteilsbasierte Vergütungsaufwendungen und -verbindlichkeiten Im Jahr 2023 belief sich der Gesamtaufwand aus anteilsbasierter Vergütung auf EUR 2,3 Mio. (2022: Ertrag von EUR 0,6 Mio.). Davon wurden EUR 0,0 Mio. in den Fulfillmentkosten (2022: EUR 0,0 Mio.), EUR 2,0 Mio. im allgemeinen Verwaltungsaufwand (2022: Ertrag von EUR 0,6 Mio.) und EUR 0,2 Mio. im Marketingaufwand (2022: EUR 0,0 Mio.) erfasst. Der Gesamtertrag für anteilsbasierte Vergütung enthält Aufwendungen in Höhe von EUR 0,9 Mio. (2022: EUR 3,6 Mio.) aufgrund von anteilsbasierten Vergütungen mit Ausgleich durch Eigenkapital- instrumente. Der Großteil dieses Betrags bezieht sich auf das Beteiligungsprogramm 2019, das im August 2018 ausgegeben wurde,während EUR 0,3 Mio. für die LTI-Vergütung von Dr.Andreas Hoerning und Sebastian Westrich erfasst wurden. Das ECP 2022, im Vorjahr noch als Ausgleich durch Eigen- kapitalinstrumente bilanziert, wurde, wie ursprünglich beabsichtigt, auf Barausgleich umgestellt, nach- dem die ersten Optionen gegen Bargeld ausgeübt worden sind. Für anteilsbasierte Vergütungen mit Barausgleich wurden Aufwendungen in Höhe von EUR 1,4 Mio. verbucht, wovon EUR 0,5 Mio. auf das VSOP-Programm 2019 entfallen, während EUR 0,5 Mio. an Erträgen auf Anteile mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente entfallen, die 2021 in Anteile mit Barausgleich umgewandelt wurden, und 146 WESTWING GROUP SE EUR 1,3 Mio., die für das ECP 2022 erfasst wurden. Ein Ertrag in Höhe von EUR 0,3 Mio. bezieht sich auf die Rückerstattung der Steuerdifferenz im Zusammenhang mit Verwässerungsschutzaktien für bestimmte Topmanager. Im Jahr 2022 betrugen die Gesamtaufwendungen für Zahlungen mit Bar- ausgleich EUR 4,2 Mio. Die nachstehenden Tabellen geben einen Überblick über die Entwicklung der anteilsbasierten Ver- gütungen mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente und Barausgleich, die sich auf Aktien des Unternehmens beziehen. Entwicklung der Aktienoptionen mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente:
| In Tausend | 2023 | 2022 |
| Zahl der ausstehenden, noch nicht ausübbaren Vergütungsvereinbarungen | ||
| zu Beginn der Berichtsperiode | 271 | 1.316 |
| In der Berichtsperiode gewährt | 478 | 31 |
| In der Berichtsperiode verfallen | – | – 35 |
| In der Berichtsperiode ausübbar | – 242 | – 1.041 |
| Umgliederung in Optionen mit Barausgleich | – 29 | – |
| Zahl der ausstehenden, noch nicht ausübbaren Vergütungsvereinbarungen | ||
| zum Ende der Berichtsperiode | 478 | 271 |
| Zahl der ausstehenden, ausübbaren Vergütungsvereinbarungen | ||
| zu Beginn der Berichtsperiode | 1.962 | 921 |
| In der Berichtsperiode ausübbar | 242 | 1.041 |
| In der Berichtsperiode ausgeübt | – 6 | – |
| Zahl der ausstehenden, noch nicht ausübbaren Vergütungsvereinbarungen | ||
| zum Ende der Berichtsperiode | 2.199 | 1.962 |
Entwicklung der Aktienoptionen mit Barausgleich:
| In Tausend | 2023 | 2022 |
| Zahl der ausstehenden, noch nicht ausübbaren Vergütungsvereinbarungen | ||
| zu Beginn der Berichtsperiode | 75 | 1.310 |
| In der Berichtsperiode gewährt | 275 | 7 |
| In der Berichtsperiode verfallen | – 35 | – 16 |
| In der Berichtsperiode ausübbar | – 143 | – 1.225 |
| Umgliederung von Optionen mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente | 29 | – |
| Zahl der ausstehenden, noch nicht ausübbaren Vergütungsvereinbarungen | ||
| zum Ende der Berichtsperiode | 201 | 75 |
| Zahl der ausstehenden, ausübbaren Vergütungsvereinbarungen | ||
| zu Beginn der Berichtsperiode | 1.290 | 64 |
| In der Berichtsperiode ausübbar | 143 | 1.225 |
| Zahl der ausstehenden, noch nicht ausübbaren Vergütungsvereinbarungen | ||
| zum Ende der Berichtsperiode | 1.230 | 1.290 |
GESCHÄFTSBERICHT 2023 147 Aktienoptionen und Optionen mit Barausgleich Bewegungen bei der Anzahl der ausstehenden Aktienoptionen und Optionen mit Barausgleich und ihrer entsprechenden gewichteten durchschnittlichen Ausübungspreise sind wie folgt:
| Gewichteter durchschnittlicher | Anzahl der Optionen | |||
| Ausübungspreis in EUR | in Tausend | |||
| Aktienoptionen | 2023 | 2022 | 2023 | 2022 |
| Zum 1. Januar ausstehend | 15,84 | 16,08 | 2.233 | 2.237 |
| In der Berichtsperiode gewährt | 11,07 | 1,00 | 478 | 31 |
| In der Berichtsperiode verfallen | – | 17,92 | – | – 35 |
| In der Berichtsperiode ausgeübt | 1,21 | – | – 6 | – |
| Umgliederung in Optionen mit Barausgleich | 1,00 | – | – 29 | – |
| Zum 31. Dezember ausstehende Optionen | 15,18 | 15,84 | 2.677 | 2.233 |
| davon ausübbar | 16,07 | 15,63 | 2.199 | 1.962 |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Gewichteter durchschnittlicher | Anzahl der Optionen | |||
| Ausübungspreis in EUR | in Tausend | |||
| Optionen mit Barausgleich | 2023 | 2022 | 2023 | 2022 |
| Zum 1. Januar ausstehend | 7,78 | 7,74 | 1.365 | 1.374 |
| In der Berichtsperiode gewährt | 1,00 | 1,00 | 275 | 7 |
| In der Berichtsperiode verfallen | 1,00 | 1,00 | – 35 | – 16 |
| In der Berichtsperiode verwirkt | – | – | – 202 | – |
| Umgliederung von Optionen mit Ausgleich | ||||
| durch Eigenkapitalinstrumente | 1,00 | – | 29 | – |
| Zum 31. Dezember ausstehende Optionen | 7,47 | 7,78 | 1.431 | 1.365 |
| davon ausübbar | 8,52 | 8,18 | 1.230 | 1.290 |
Zum Ende des Jahres ausstehende Aktienoptionen und Optionen mit Barausgleich haben die folgen- den Ausübungszeitpunkte und -preise:
| Gewichteter durchschnittlicher | |||||
| Ausübungspreis je | Aktienoptionen | ||||
| Aktienoptionen | Aktienoption in EUR | in Tausend | |||
| Zeitpunkt der | Ausübungszeit- | ||||
| Gewährung | punkt | 2023 | 2022 | 2023 | 2022 |
| 2011 | 2015 | 0,01 | 0,01 | 3 | 3 |
| 2013 | 2017 | 0,01 | 0,01 | 25 | 25 |
| 2014 | 2018 | 21,84 | 21,84 | 356 | 356 |
| 2015 | 2019 | 36,06 | 36,06 | 4 | 4 |
| 2016 | 2020 | 0,25 | 0,25 | 99 | 99 |
| 2017 | 2021 | 0,01 | 0,01 | 5 | 7 |
| 2018 | 2022 | 16,06 | 16,02 | 1.707 | 1.710 |
| 2022 | 2023 | – | 1,00 | – | 29 |
| 2023 | 2027 | 11,07 | – | 478 | – |
| 15,18 | 15,84 | 2.677 | 2.233 |
148 WESTWING GROUP SE
| Gewichteter durchschnittlicher | |||||
| Ausübungspreis je Option mit | Optionen mit Barausgleich | ||||
| Optionen mit Barausgleich | Barausgleich in EUR | in Tausend | |||
| Zeitpunkt der | Ausübungszeit- | ||||
| Gewährung | punkt | 2023 | 2022 | 2023 | 2022 |
| 2014 | 2018 | 29,66 | 29,66 | 3 | 3 |
| 2015 | 2019 | 30,66 | 30,66 | 6 | 6 |
| 2017 | 2021 | 0,01 | 0,01 | 10 | 10 |
| 2018 | 2022 | 17,88 | 17,88 | 458 | 458 |
| 2019 | 2022 | 1,00 | 1,00 | 230 | 430 |
| 2020 | 2022 | 1,00 | 1,00 | 354 | 354 |
| 2021 | 2022 | 13,89 | 13,89 | 100 | 100 |
| 2022 | 2023 | 1,00 | 1,00 | 27 | 5 |
| 2023 | 2024 | 1,00 | – | 245 | – |
| 7,47 | 7,78 | 1.431 | 1.365 |
Beizulegender Zeitwert der Aktienoptionen mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente und Optionen mit Barausgleich Der beizulegende Zeitwert der den Mitarbeitern gewährten Aktien- und Barausgleichsoptionen wird anhand eines Black-Scholes-Optionspreismodells ermittelt. Die erwartete Volatilität wird anhand der durchschnittlichen historischen Aktienkursvolatilität vergleichbarer Unternehmen geschätzt und berücksichtigt auch die Volatilität des eigenen Aktienkurses von Westwing. Der beizulegende Zeitwert der Optionen wurde anhand eines Black-Scholes-Optionspreismodells ermittelt, bei dem der Aktien- kurs am Tag der Gewährung und die erwartete Volatilität als Inputs verwendet wurden. In den Jahren 2023 und 2022 wurden im Rahmen der Vorstandsvergütung Aufwendungen für anteils- basierte Vergütung mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente für Dr. Andreas Hoerning und seit 2023 auch für Sebastian Westrich erfasst. In beiden Jahren wurden zudem im Rahmen des ECP 2022 Programms anteilsbasierte Optionen mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente ausgegeben, die jedoch im Jahr 2023 in solche mit Baraus- gleich umgewidmet wurden. Für Optionen mit Barausgleich müssen der beizulegende Zeitwert der zugrunde liegenden Aktien und der beizulegende Zeitwert der Optionen mit Barausgleich zu jedem Berichtszeitpunkt ermittelt werden. Der gewichtete durchschnittliche beizulegende Zeitwert für die zum 31. Dezember 2023 ausstehenden Optionen mit Barausgleich betrug EUR 5,45 (31. Dezember 2022: EUR 5,22). Die in der Bewertung der beizulegenden Zeitwerte der Optionen mit Barausgleich an den Berichtszeit- punkten verwendeten Inputfaktoren sind im Folgenden zusammengefasst:
| Bilanzstichtag | 2023 | 2022 |
| Aktienkurs (EUR) | 8,84 | 9,60 |
| Gewichteter durchschnittlicher Optionsausübungspreis (EUR) | 7,47 | 7,78 |
| Volatilität auf Grundlage der erwarteten Laufzeit | 0,0 % – 42,9 % | 69,4 % |
| Erwartete Laufzeit | 0,00 – 1,00 | 0,75 |
| Risikofreier Zinssatz | 0 % | 0 % |
| Obergrenze des Aktienkurses | 20,00 – n/a | 20,00 – n/a |
| Beizulegender Zeitwert je Option (EUR) | 5,45 | 5,22 |
GESCHÄFTSBERICHT 2023 149 20. KURZFRISTIGE UND LANGFRISTIGE VERBINDLICHKEITEN Finanzielle Verbindlichkeiten Zum 31. Dezember umfassten die finanziellen Verbindlichkeiten Folgendes:
| EUR Mio. | 31.12.2023 | 31.12.2022 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 16,6 | 16,7 |
| Abgegrenzte Schulden | 19,4 | 17,4 |
| Verbindlichkeiten für anteilsbasierte Vergütung | 6,0 | 6,1 |
| Verbindlichkeiten aus Handelsfinanzierung | – | 7,8 |
| Leasingverbindlichkeiten | 36,7 | 44,7 |
| Rückerstattungsverbindlichkeiten | 6,6 | 6,8 |
| Gesamt | 85,2 | 99,4 |
| davon kurzfristig | 53,7 | 58,3 |
| davon langfristig | 31,5 | 41,1 |
Die Rückerstattungsverbindlichkeiten in Höhe von EUR 6,6 Mio. (31. Dezember 2022: EUR 6,8 Mio.) dienen dazu, das Risiko von Produktrückgaben innerhalb von 30 Tagen zu erfassen. Die Verbindlichkeit wird pro Land mit einer auf Basis historischer Daten geschätzten Rückgabequote berechnet. Handelsfinanzierungsvereinbarungen beziehen sich auf die Abtretung von Verbindlichkeiten aus Liefe- rungen und Leistungen an Finanzierungspartner, die von einem Dienstleister vermittelt werden. Diese übernehmen die Zahlung an den Lieferanten, welche mit einem Zeitverzug von zwei Monaten von Westwing erstattet wird. Zum 31. Dezember 2023 bestanden keine Handelsfinanzierungsvereinbarungen (31. Dezember 2022: EUR 7,8 Mio.). Weitere Angaben zu den finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten können Anhangangabe 23 entnommen werden. Nicht-finanzielle Verbindlichkeiten Zum 31. Dezember setzten sich die nicht-finanziellen Verbindlichkeiten wie folgt zusammen:
| EUR Mio. | 31.12.2023 | 31.12.2022 |
| Vertragsverbindlichkeiten | 19,3 | 17,0 |
| Verbindlichkeiten in Bezug auf Mitarbeiter | 9,8 | 10,4 |
| Umsatzsteuerverbindlichkeiten | 5,9 | 4,3 |
| Steuerverbindlichkeiten | 0,9 | 1,7 |
| Sonstige nicht-finanzielle Verbindlichkeiten | 0,5 | 0,4 |
| Gesamt | 36,5 | 33,8 |
| davon kurzfristig | 36,5 | 33,8 |
| davon langfristig | – | – |
Die Verbindlichkeiten in Bezug auf Mitarbeiter in Höhe von EUR 9,8 Mio. (31. Dezember 2022: EUR 10,4 Mio.) beinhalten abgegrenzte Schulden für Urlaub, Boni und Abfindungen. Die Vertrags- verbindlichkeiten beinhalten Verbindlichkeiten für nicht eingelöste Geschenkgutscheine in Höhe von EUR 1,7 Mio. (31. Dezember 2022: EUR 1,5 Mio.). 150 WESTWING GROUP SE 21. RÜCKSTELLUNGEN Die Veränderungen bei Rückstellungen für Verbindlichkeiten und Aufwendungen sind wie folgt:
| Rechts- | Rückbau- | |||
| EUR Mio. | ansprüche | verpflichtungen | Sonstige | Gesamt |
| Zum 1. Januar 2022 | 0,1 | 1,1 | 0,6 | 1,8 |
| Zuführung | 0,2 | 1,0 | 0,1 | 1,3 |
| Auflösung | –0,1 | –0,0 | –0,0 | –0,1 |
| In Anspruch genommen | –0,0 | – | –0,3 | –0,4 |
| Zum 31. Dezember 2022/1. Januar 2023 | 0,2 | 2,1 | 0,3 | 2,7 |
| Zuführung | 0,8 | – | 0,4 | 1,1 |
| Auflösung | –0,0 | – | –0,1 | –0,1 |
| In Anspruch genommen | –0,1 | – | –0,1 | –0,1 |
| Zum 31. Dezember 2023 | 0,9 | 2,1 | 0,6 | 3,6 |
| Enthalten in: | ||||
| kurzfristige Rückstellungen | 0,9 | – | 0,6 | 1,5 |
| langfristige Rückstellungen | – | 2,1 | – | 2,1 |
| Zum 31. Dezember 2023 | 0,9 | 2,1 | 0,6 | 3,6 |
Die Rückstellung für Rückbauverpflichtungen betrifft die Verpflichtung, eine Mietfläche zum Ende der Mietlaufzeit wieder in den ursprünglichen Zustand zu versetzen. Der Zeitpunkt des Mittelabflusses hängt davon ab, wann der Leasingvertrag für das Mietobjekt, für das die Rückstellung gebildet wurde, endet. Der Anfangsbestand der Rückstellung für Rückbauverpflichtungen bezieht sich hauptsächlich auf das Büro in der Moosacher Straße 88 in München sowie auf die Läger in Posen, Polen. Im Jahr 2023 gab es keine Zuführungen zu Rückbauverpflichtungen. Die Rückstellung für Rechtsansprüche stellt die bestmögliche Schätzung der Verpflichtung im Zusam- menhang mit Ansprüchen gegen den Konzern in Bezug auf geistige Eigentumsrechte dar. Die sonstigen Rückstellungen beinhalten hauptsächlich eine geschätzte Risikovorsorge im Zusammen- hang mit externen Prüfungen. 22. FINANZIELLES RISIKOMANAGEMENT 22.1 Finanzielle Risikofaktoren 22.1.1 ÜBERBLICK Im Konzern erfolgt ein aktives Management der finanziellen, operativen und rechtlichen Risiken. Dabei ist der Konzern im Rahmen seiner Tätigkeit einer Vielzahl von finanziellen Risiken ausgesetzt: Markt- risiken (einschließlich Währungsrisiken), Kreditrisiken und Liquiditätsrisiken. Die Funktion finanzielles Risikomanagement hat dabei vorrangig zum Ziel, Risikogrenzen festzulegen und sicherzustellen, dass die Risikoexposition innerhalb dieser Grenzen bleibt. Mit den Funktionen operatives und rechtliches Risikomanagement soll sichergestellt werden, dass die internen Vorgaben und Verfahren einwandfrei funktionieren, um operative und rechtliche Risiken zu reduzieren. Das Risikomanagement des Konzerns wird zentral durchgeführt und deckt alle konsolidierten Gesellschaften ab. GESCHÄFTSBERICHT 2023 151 22.1.2 MARKTRISIKO Der Konzern ist Marktrisiken ausgesetzt. Marktrisiken entstehen durch offene Positionen in Fremd- währung (Währungsrisiko) und durch zinstragende Vermögenswerte und Verbindlichkeiten (Zinsrisiko), die sensibel auf allgemeine und spezielle Marktbewegungen reagieren. Diese Risiken werden laufend durch das Management überwacht, um sicherzustellen, dass die Exposition innerhalb bestimmter Grenzen bleibt. Durch diesen Ansatz werden jedoch keine Verluste im Falle von deutlicheren Markt- bewegungen vermieden. Die nachfolgend aufgeführten Sensitivitäten gegenüber Marktrisiken beruhen auf einer Änderung eines Faktors, während alle anderen Faktoren konstant bleiben. In der Praxis ist dies unwahrscheinlich, da die Änderungen bestimmter Faktoren miteinander zusammenhängen können. Währungsrisiko Der Konzern ist international tätig und einem Wechselkursrisiko ausgesetzt, das sich aus verschiede- nen Währungsrisiken ergibt, vor allem in Bezug auf den polnischen Zloty. Ein Wechselkursrisiko entsteht, wenn zukünftige Geschäftstransaktionen oder bilanzierte Vermögenswerte und Verbindlich- keiten auf eine Währung lauten, die nicht die funktionale Währung des Unternehmens ist. Seit 2021 unterhält der Konzern auch ein Bankkonto in US-Dollar, das Schwankungen unterworfen ist. Die nach- stehende Tabelle zeigt daher die Jahresdurchschnittswerte und die Stichtagswerte für den polnischen Zloty und den US-Dollar:
| Stichtagswerte | Jahresdurchschnittswerte | |||
| Wechselkurs für EUR 1 | 31.12.2023 | 31.12.2022 | 2023 | 2022 |
| Polnischer Zloty | 4,3395 | 4,6808 | 4,5421 | 4,6845 |
| US-Dollar | 1,1050 | 1,0666 | 1,0816 | 1,0539 |
Das Fremdwährungsrisiko wird durch das Geschäftsmodell des Konzerns reduziert. Ein wesentlicher Teil der lokalen Umsatzerlöse und lokalen Kosten wird in den entsprechenden lokalen Währungen generiert. In der Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung ausgewiesene Währungsgewinne und -verluste ergeben sich vor allem aus Verbindlichkeiten gegenüber Lieferanten sowie aus konzern- internen Finanzierungsaktivitäten mit der polnischen Gesellschaft und dem Bankkonto in US-Dollar. Die folgende Tabelle zeigt die Sensitivität von Gewinn und Verlust gegenüber einer angemessenen mög- lichen Änderung der Fremdwährungskurse zum Bilanzstichtag bei gleichbleibenden anderen Variablen.
| EUR Mio. | 31.12.2023 | 31.12.2022 |
| Polnischer Złoty Aufwertung / (Abwertung) um 10 % | –0,5/+0,5 | +0,7/–0,7 |
| US-Dollar Aufwertung / (Abwertung) um 10 % | + 0,0/– 0,0 | + 0,0/– 0,0 |
| Gesamt | – 0,5/+ 0,5 | + 0,7/– 0,7 |
Das Risiko wurde nur für monetäre Salden berechnet, die in einer anderen Währung als der funktio- nalen Währung lauten. Es ergeben sich keine Effekte im sonstigen Ergebnis, da keine Sicherungs- geschäfte durchgeführt werden. 22.1.3 KREDITRISIKO Kreditrisiko ist das Risiko, dass eine Partei eines Finanzinstruments der anderen Partei einen finanziel- len Verlust zufügt, indem sie nicht in der Lage oder nicht willens ist, ihren Verpflichtungen nachzukom- men. Kreditrisiken ergeben sich aus Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten und Einlagen bei Banken und Finanzinstituten sowie aus Forderungen gegenüber Privat- und Geschäftskunden. Sie ergeben sich aus dem Verkauf von Produkten zu Kreditbedingungen und anderen Transaktionen mit Vertragspartnern, die zu finanziellen Vermögenswerten führen. Kreditengagements gegenüber Kunden 152 WESTWING GROUP SE werden systematisch erfasst, analysiert und in den jeweiligen Tochtergesellschaften verwaltet, wobei sowohl interne als auch externe Informationsquellen genutzt werden. Das maximale Ausfallrisiko des Konzerns wird durch den Buchwert jeder Kategorie der finanziellen Vermögenswerte in der Bilanz wie folgt dargestellt:
| EUR Mio. | Anhang | 31.12.2023 | 31.12.2022 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | |||
| und sonstige finanzielle Vermögenswerte | 14 | ||
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | |||
| und gegenüber Zahlungsdienstleistern (netto) | 10,7 | 9,9 | |
| Sonstige finanzielle Forderungen | 2,9 | 5,0 | |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 17 | ||
| Kassenbestand | 0,0 | 0,0 | |
| Guthaben bei Kreditinstituten | 71,5 | 51,0 | |
| Kurzfristige Einlagen | 10,0 | 25,0 | |
| Summe Bilanzrisiko | 95,2 | 90,8 |
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige finanzielle Vermögenswerte Bedingt durch die Art der Aktivitäten ist das Kreditrisiko des Konzerns gegenüber Geschäftspartnern begrenzt, da bei der Mehrzahl der Transaktionen mit dem Verkauf oder bei Lieferung des Produkts gegen Nachnahme ein Zahlungseingang erfolgt. Für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Forderungen gegenüber Lieferanten werden Wertberichtigungen für Kreditverluste gebildet (Details siehe Anhangangabe 14). Zum 31. Dezember 2023 betrafen EUR 5,5 Mio. der Forderungen aus Liefe- rungen und Leistungen und sonstigen finanziellenVermögenswerten Forderungen gegenüberZahlungs- dienstleistern und Kreditkartenunternehmen (31. Dezember 2022: EUR 3,8 Mio.). Der Konzern steuert sein Kreditrisiko, indem er eine Obergrenze für die Höhe des akzeptierten Risikos in Bezug auf Gegenparteien oder Gruppen von Gegenparteien setzt. Diese Risiken werden regelmäßig überwacht und mindestens einmal jährlich überprüft. Der Konzern überprüft regelmäßig die Altersstruktur der ausstehenden Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und geht überfälligen Beträgen nach. Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente Die Kreditqualität der Finanzinstitute, bei denen die Konten gehalten werden, wurde nachfolgend mit- hilfe der Ratings von Standard & Poor’s bzw. Moody‘s analysiert:
| EUR Mio. | 31.12.2023 | 31.12.2022 |
| AAA | – | – |
| AA– bis AA+ | 0,1 | 0,5 |
| A– bis A+ | 79,1 | 37,0 |
| BBB– bis BBB+ | 0,2 | 35,5 |
| Niedriger als BBB-Rating | – | – |
| Kein Rating | 2,1 | 3,0 |
| Gesamt | 81,5 | 76,0 |
GESCHÄFTSBERICHT 2023 153 Konzentration von Kreditrisiken In Anbetracht der Struktur des Konzerns und des Markts, in dem er tätig ist, besteht das Kreditrisiko des Konzerns gegenüber zahlreichen unterschiedlichen Geschäftspartnern, sodass im operativen Geschäft keine relevante Konzentration des Kreditrisikos vorliegt. Da jedoch ein hoher Anteil der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente bei der Deutschen Bank platziert ist, kann dies als Risiko- konzentration angesehen werden. Westwing arbeitet jedoch mit weiteren großen Banken zusammen, um das Risiko zu streuen. Aufgrund der Vertragsbedingungen erachtet der Konzern die erwarteten Kreditverluste als nicht wesentlich. 22.1.4 LIQUIDITÄTSRISIKO Mit Liquiditätsrisiko wird das Risiko bezeichnet, dass eine Gesellschaft ihre finanziellen Verpflichtun- gen nicht im ausreichenden Maß erfüllen kann, ohne dadurch ihr Tagesgeschäft oder die Finanzlage des Konzerns zu beeinträchtigen. Liquidität erleichtert die Fähigkeit, den erwarteten und unerwarteten Geldbedarf zu decken. Westwing steuert die Liquidität zur Verbesserung des Shareholder Value und um zu gewährleisten, dass der Konzern Kapital effektiv einsetzt. Darüber hinaus hat Westwing in Zahlungsmitteläquivalente investiert, um die hohe Flexibilität bei liquiden Mitteln ohne den Nachteil von Bankguthaben sicher- stellen zu können. Die folgende Tabelle zeigt die nicht-derivativen finanziellen Verbindlichkeiten des Konzerns zum 31. Dezember 2023 nach ihrer verbleibenden vertraglichen Laufzeit. Die in der Fälligkeitstabelle genann- ten Beträge sind die vertraglich vereinbarten, undiskontierten Cashflows. Kreditorische Debitoren wurden nicht einbezogen. Die undiskontierten Cashflows unterscheiden sich von dem Betrag in der Darstellung der Bilanz, da der in der Bilanz ausgewiesene Buchwert auf diskontierten Cashflows beruht. Die Fälligkeitsanalyse der finanziellen Verbindlichkeiten zum 31. Dezember 2023, auf Basis der vertrag- lich vereinbarten undiskontierten Cashflows, ist wie folgt:
| Zwischen | Zwischen | ||||
| Weniger als | 3 Monaten | 1 Jahr und | Mehr als | ||
| EUR Mio. | 3 Monate | und 1 Jahr | 5 Jahren | 5 Jahre | Gesamt |
| Verbindlichkeiten | |||||
| Leasingverbindlichkeiten | 5,1 | 7,1 | 20,6 | 6,9 | 39,7 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 16,6 | – | – | – | 16,6 |
| Abgegrenzte Schulden | 19,4 | – | – | – | 19,4 |
| Verbindlichkeiten aus Handelsfinanzierung | – | – | – | – | – |
| Rückerstattungsverbindlichkeiten | 6,6 | 6,6 | |||
| Gesamte zukünftige Zahlungen einschließlich | |||||
| künftiger Kapital- und Zinsrückzahlungen | 47,6 | 7,1 | 20,6 | 6,9 | 82,2 |
154 WESTWING GROUP SE Die Fälligkeitsanalyse der finanziellen Verbindlichkeiten zum 31. Dezember 2022, auf Basis der vertrag- lich vereinbarten undiskontierten Cashflows, ist wie folgt:
| Zwischen | Zwischen | ||||
| Weniger als | 3 Monaten | 1 Jahr und | Mehr als | ||
| EUR Mio. | 3 Monate | und 1 Jahr | 5 Jahren | 5 Jahre | Gesamt |
| Verbindlichkeiten | |||||
| Leasingverbindlichkeiten | 2,1 | 8,7 | 29,3 | 8,7 | 48,8 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 16,7 | – | – | – | 16,7 |
| Abgegrenzte Schulden | 17,4 | – | – | – | 17,4 |
| Verbindlichkeiten aus Handelsfinanzierung | 7,8 | – | – | – | 7,8 |
| Rückerstattungsverbindlichkeiten | 6,8 | – | – | – | 6,8 |
| Gesamte zukünftige Zahlungen einschließlich | |||||
| künftiger Kapital- und Zinsrückzahlungen | 50,7 | 8,7 | 29,3 | 8,7 | 97,4 |
Kapitalmanagement Der Konzern steuert seine Kapitalstruktur zur Finanzierung der Aktivitäten und des kontinuierlichen Wachstums des Konzerns. Beim Kapitalmanagement verfolgt der Konzern das Ziel, die Fähigkeit der Unternehmensfortführung zu sichern, um Renditen für die Aktionäre und Vorteile für andere Stake- holder zu erzielen und eine optimale Kapitalstruktur zu wahren, damit die Kapitalkosten reduziert werden. Die Eigenkapitalquote betrug zum 31. Dezember 2023 36,9% (31. Dezember 2022: 39,4%). Externe Anforderungen wie Financial Covenants bestanden nicht. 22.3 Bemessung des beizulegenden Zeitwerts Nach IFRS 13 müssen die beizulegenden Zeitwerte der finanziellen Vermögenswerte und Verbindlich- keiten einer von drei Stufen in der Fair-Value-Hierarchie zugeordnet werden. Die einzelnen Stufen der Fair-Value-Hierarchie werden wie folgt definiert: • Stufe 1: (Unbereinigte) Preisnotierungen in einem aktiven Markt für identische Vermögenswerte und Verbind- lichkeiten, zu denen das Unternehmen am Bemessungsstichtag Zugang hat • Stufe 2: Andere als die auf Stufe 1 genannten Marktpreisnotierungen, die für den Vermögenswert oder die Verbindlichkeit entweder direkt oder indirekt zu beobachten sind • Stufe 3: Inputfaktoren für Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, die nicht auf beobachtbaren Marktdaten basieren Der Konzern bewertet seine finanziellen Vermögenswerte und finanziellen Verbindlichkeiten beim erst- maligen Ansatz zum beizulegenden Zeitwert. Der beizulegende Zeitwert ist der Preis, der in einem geordneten Geschäftsvorfall zwischen Markt- teilnehmern am Bewertungsstichtag unter aktuellen Marktbedingungen für den Verkauf eines Vermö- genswerts eingenommen bzw. für die Übertragung einer Verbindlichkeit gezahlt werden würde. Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige finanzielle Vermögenswerte, Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige finanzielle Verbindlichkeiten haben kurzfristige Fälligkeiten. Daher entspricht ihr Buchwert zum Ende des Berichtszeitraums annähernd ihrem beizulegenden Zeitwert. GESCHÄFTSBERICHT 2023 155 23. FINANZINSTRUMENTE NACH KATEGORIE Die folgenden Tabellen stellen die Analyse der Bilanzposten und ihre Klassifizierung in die Folgebewer- tung zu fortgeführten Anschaffungskosten und erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert dar. Die ausgewiesenen Beträge bilden Buchwerte ab, die angesichts der Kurzfristigkeit aller eingebun- denen Salden den beizulegenden Zeitwert ihrer Posten abbilden. Finanzielle Vermögenswerte – zu fortgeführten Anschaffungskosten
| EUR Mio. | Anhang | 31.12.2023 | 31.12.2022 |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 17 | 81,5 | 76,0 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | |||
| und sonstige finanzielle Vermögenswerte | 14 | 13,7 | 14,9 |
| Gesamt | 95,2 | 90,8 |
Finanzielle Verbindlichkeiten
| 31.12.2023 | |||||
| Erfolgswirksam | |||||
| Zu fortgeführten | zum beizulegen- | ||||
| Anschaffungs- | den Zeitwert | Nicht im | |||
| kosten bewertete | bewertete | Anwendungs- | |||
| finanzielle | finanzielle | bereich | |||
| EUR Mio. | Anhang | Verbindlichkeiten | Verbindlichkeiten | von IFRS 9 | Gesamt |
| Verbindlichkeiten | |||||
| aus Lieferungen und Leistungen | 20 | 16,6 | – | – | 16,6 |
| Abgegrenzte Schulden | 20 | 19,4 | – | 19,4 | |
| Sonstige finanzielle | |||||
| Verbindlichkeiten | 19 | – | – | 6,0 | 6,0 |
| Leasingverbindlichkeiten | – | – | 36,7 | 36,7 | |
| Gesamt | 35,9 | – | 42,7 | 78,6 | |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| 31.12.2022 | |||||
| Erfolgswirksam | |||||
| Zu fortgeführten | zum beizulegen- | ||||
| Anschaffungs- | den Zeitwert | Nicht im | |||
| kosten bewertete | bewertete | Anwendungs- | |||
| finanzielle | finanzielle | bereich | |||
| EUR Mio. | Anhang | Verbindlichkeiten | Verbindlichkeiten | von IFRS 9 | Gesamt |
| Verbindlichkeiten | |||||
| aus Lieferungen und Leistungen | 20 | 16,7 | – | – | 16,7 |
| Abgegrenzte Schulden | 20 | 17,4 | – | – | 17,4 |
| Verbindlichkeiten | |||||
| aus Handelsfinanzierung | 7,8 | – | – | 7,8 | |
| Sonstige finanzielle | |||||
| Verbindlichkeiten | 19 | – | – | 6,1 | 6,1 |
| Leasingverbindlichkeiten | – | – | 44,7 | 44,7 | |
| Gesamt | 41,8 | – | 50,8 | 92,6 |
156 WESTWING GROUP SE Veränderungen der Verbindlichkeiten aus Finanzierungsaktivitäten
| Neue und | Sonstige | |||||
| beendete | einschließ- | |||||
| Zeitwert- | Leasingver- | lich Umglie- | ||||
| EUR Mio. | 31.12.2022 | Cashflows | änderungen | einbarungen | derungen | 31.12.2023 |
| Leasingverbindlichkeiten (langfristig) | 35,0 | – | – | 1,6 | – 11,2 | 25,5 |
| Leasingverbindlichkeiten (kurzfristig) | 9,7 | – 10,6 | – | 0,3 | 11,9 | 11,2 |
| Verbindlichkeiten aus | ||||||
| Handelsfinanzierung | 7,8 | – 7,8 | – | – | – | – |
| Verbindlichkeiten aus | ||||||
| Finanzierungsaktivitäten gesamt | 52,4 | – 18,4 | – | 1,9 | 0,7 | 36,7 |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Neue und | Sonstige | |||||
| beendete | einschließ- | |||||
| Zeitwert- | Leasingver- | lich Umglie- | ||||
| EUR Mio. | 31.12.2021 | Cashflows | änderungen | einbarungen | derungen | 31.12.2022 |
| Leasingverbindlichkeiten (langfristig) | 37,4 | – | – | 5,4 | – 7,8 | 35,0 |
| Leasingverbindlichkeiten (kurzfristig) | 8,4 | – 7,6 | – | 0,7 | 8,2 | 9,7 |
| Verbindlichkeiten aus | ||||||
| Handelsfinanzierung | – | 7,8 | – | – | – | 7,8 |
| Verbindlichkeiten aus | ||||||
| Finanzierungsaktivitäten gesamt | 45,9 | 0,1 | – | 6,1 | 0,4 | 52,4 |
Die Spalte „Sonstige“ enthält die Auswirkungen der Umgliederung der langfristigen Darlehen, ein- schließlich der Leasingverbindlichkeiten, in den kurzfristigen Teil und die Abgrenzung von Zinsen. Die Leasingverträge enthalten keine Kreditbedingungen, und es wurden keine Garantien in Bezug auf sie gegeben. Erträge und Aufwendungen von Finanzinstrumenten Der Gesamteffekt auf die Gewinn-und-Verlust-Rechnung aufgrund von Finanzinstrumenten für das am 31. Dezember 2023 endende Jahr betrug EUR – 0,1 Mio. (2022: EUR – 3,2 Mio.). Erträge und Aufwendungen von Finanzinstrumenten lassen sich wie folgt unterteilen:
| Kategorie | EUR Mio. | 2023 | 2022 |
| Zu fortgeführten Anschaffungskosten | Zinserträge | 1,1 | – |
| bewertete finanzielle Vermögenswerte | |||
| Wertminderung von | |||
| finanziellen Vermögenswerten | – 1,0 | – 2,2 | |
| Zu fortgeführten Anschaffungskosten | Zinsaufwendungen | – 0,2 | – |
| bewertete Verbindlichkeiten | Wechselkurseffekte | 0,1 | – 0,9 |
| Gesamt | – 0,1 | – 3,2 |
GESCHÄFTSBERICHT 2023 157 24. ERTRAGSTEUERN Ertragsteuern Der Ertragsteueraufwand für die Geschäftsjahre zum 31. Dezember 2023 und 2022 setzt sich wie folgt zusammen:
| EUR Mio. | 2023 | 2022 |
| Ertragsteuern | ||
| Tatsächlicher Steueraufwand | – 0,3 | – 0,3 |
| Tatsächlicher Steueraufwand Vorjahre | – 0,1 | 0,0 |
| Latenter Steueraufwand | – 2,9 | – 1,8 |
| In der Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung ausgewiesener Steueraufwand | – 3,3 | – 2,1 |
Die Überleitungsrechnung zwischen dem erwarteten Steueraufwand als dem Produkt aus Perioden- ergebnis und dem in Deutschland anzuwendenden Körperschaft- und Gewerbesteuersatz für das Geschäftsjahr 2023 von 33% (2022: 33%) zu dem in der Gewinn-und-Verlustrechnung ausgewiesenen Ertragsteueraufwand stellt sich folgendermaßen dar:
| EUR Mio. | 2023 | 2022 |
| Periodenergebnis vor Ertragsteuern | – 9,1 | – 30,3 |
| Anzuwendender Steuersatz | 33 % | 33 % |
| Erwarteter Steuerertrag | 3,0 | 10,0 |
| Nicht angesetzte aktive latente Steuern auf neu gebildete Verlustvorträge | – 2,0 | – 11,7 |
| Wertberichtigung auf aktive latente Steuern auf Verlustvorträge | – 2,1 | – 0,4 |
| Effekt aus der Nutzung von bisher nicht angesetzten aktiven | ||
| latenten Steuern auf Verlustvorträge | 0,0 | 0,2 |
| Nicht angesetzte aktive latente Steuern auf temporäre Differenzen | – 2,2 | 0,0 |
| Nicht abzugsfähige Aufwendungen/ steuerfreie Erträge | 0,2 | – 0,6 |
| Steuereffekt aus unterschiedlichen Steuersätzen zwischen 19 % und 28 % | ||
| bei den ausländischen Konzerngesellschaften | – 0,3 | – 0,4 |
| Steueraufwand Vorjahre (2022: Steuerertrag) | – 0,1 | 0,8 |
| Andere Effekte | 0,2 | 0,0 |
| Steueraufwand ausgewiesen in Gewinn-und-Verlustrechnung | – 3,3 | – 2,1 |
Der effektive Steuersatz von – 36,3 % (2022: – 6,9 %) ergibt sich aus der Verlustsituation auf Konzern- ebene und der Bilanzierung latenter Steueransprüche und Steueraufwendungen insoweit, als es wahrscheinlich ist, dass künftige Gewinne mit den abzugsfähigen temporären Differenzen und den steuerlichen Verlustvorträgen verrechnet werden können. Hervorzuheben ist hier die nicht gegebene Werthaltigkeit betreffend aktive latente Steuern auf Verlustvorträge (‚history of loss‘-Situation) auf Ebene der Westwing GmbH - für die Westwing Group SE resultieren weiterhin aktive latente Steuern aufgrund von Verlustvorträgen in Höhe von EUR 3,2 Mio. (vor Saldierung mit passiven latenten Steuern); dies führt im Ergebnis zu einer Wertberichtigung auf aktive latente Steuern in Höhe von insgesamt EUR 2,1 Mio. 158 WESTWING GROUP SE Latente Steuern Die latenten Steuern setzen sich im Konzern wie folgt zusammen: Negative Werte beziehen sich auf latente Steuerverbindlichkeiten, während sich positive Werte auf latente Steuerforderungen beziehen.
| 31.12.2023 | 31.12.2022 | |||
| Aktive latente | Passive latente | Aktive latente | Passive latente | |
| EUR Mio. | Steuern | Steuern | Steuern | Steuern |
| Langfristige Vermögenswerte | 0,0 | – 10,2 | 1,7 | – 20,6 |
| Immaterielle Vermögenswerte | 0,0 | – 5,8 | 1,7 | – 7,0 |
| Sachanlagen | 0,0 | – 4,4 | 0,0 | – 13,6 |
| Kurzfristige Vermögenswerte | 0,0 | 0,0 | 0,4 | – 1,0 |
| Vorräte | 0,0 | 0,0 | 0,1 | 0,0 |
| Forderungen auf Lieferungen und Leistungen | 0,0 | 0,0 | 0,3 | – 0,4 |
| Sonstige Vermögenswerte | 0,0 | 0,0 | 0,0 | – 0,6 |
| Langfristige Verbindlichkeiten | 4,2 | – 0,1 | 11,4 | – 0,1 |
| Leasingverbindlichkeiten | 4,0 | 0,0 | 10,6 | 0,0 |
| Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten | 0,2 | 0,0 | 0,4 | 0,0 |
| Rückstellungen | 0,0 | – 0,1 | 0,4 | – 0,1 |
| Kurzfristige Verbindlichkeiten | 1,2 | 0,0 | 4,2 | 0,0 |
| Leasingverbindlichkeiten | 1,1 | 0,0 | 2,6 | 0,0 |
| Verbindlichkeiten auf Lieferungen | ||||
| und Leistungen | 0,1 | 0,0 | 0,1 | 0,0 |
| Sonstige nicht-finanzielle Verbindlichkeiten | 0,0 | 0,0 | 0,4 | 0,0 |
| Rückstellungen | 0,1 | 0,0 | 1,1 | 0,0 |
| Verlustvorträge | 3,2 | 0,0 | 5,4 | 0,0 |
| Gesamt | 8,6 | – 10,3 | 23,0 | – 21,7 |
| Saldierung | – 7,2 | 7,2 | – 19,4 | 19,4 |
| Bilanzansatz | 1,4 | – 3,1 | 3,6 | – 2,3 |
Die latenten Steuern entwickelten sich wie folgt:
| 2023 | 2022 | |||
| Aktive latente | Passive latente | Aktive latente | Passive latente | |
| EUR Mio. | Steuer | Steuer | Steuern | Steuer |
| Stand der aktiven/passiven latenten | ||||
| Steuern zu Beginn des Geschäftsjahres | 3,6 | – 2,3 | 8,2 | – 5,1 |
| In der Konzern Gewinn- und Verlustrechnung | ||||
| erfasste Ertragsteuern | – 2,2 | – 0,8 | – 4,6 | 2,8 |
| Stand der aktiven/passiven latenten | ||||
| Steuern am Ende des Geschäftsjahres | 1,4 | – 3,1 | 3,6 | – 2,3 |
Latente Steueransprüche und latente Steuerverbindlichkeiten werden miteinander verrechnet, wenn diese sich auf Ertragsteuern des gleichen Steuersubjekts beziehen, die von der gleichen Steuer- behörde erhoben werden, und wenn die Gesellschaft ein durchsetzbares Recht zur Verrechnung hat. GESCHÄFTSBERICHT 2023 159 Auf Ebene der deutschen Gesellschaften wurden passive latente Steuern aus temporären Differenzen in Höhe von EUR 2,0 Mio. bilanziert. Aktive latente Steuern wurden auf Ebene der Westwing GmbH in 2023 nicht bilanziert (Bilanzierung eines Überhangs aktiver latenter Steuern nach Saldierung mit pas- siven latenten Steuern), da die hierfür vorausgesetzte Werthaltigkeit nicht gegeben ist. Aufgrund der ‚history of loss‘-Situation der Gesellschaft wird eine Nutzung von Steuerminderungspotenzialen durch ausreichend zu versteuerndes Einkommen in der Zukunft für als nicht wahrscheinlich erachtet. Dies betrifft aktive latente Steuern aufgrund von temporären Differenzen in Höhe von EUR 1,9 Mio. (Westwing GmbH). Im Konzern wurden steuerliche Verlustvorträge in Höhe von EUR 173 Mio. für KSt. und EUR 115 Mio. für GewSt. (2022: EUR 175 Mio. für KSt. und EUR 173 Mio. für GewSt.) im Rahmen der Aktivierung von latenten Steuern nicht genutzt, da diese nicht mit ausreichender Wahrscheinlichkeit zum Ausgleich steuerlicher Gewinne genutzt werden können. Für die Westwing Group SE wurde für Zwecke der Körperschaft- und Gewerbesteuer jeweils EUR 10 Mio. Verlustvortragsvolumen genutzt – unter Berücksichtigung der Mindestbesteuerung – um eine aktive latente Steuer in Folge der zukünfti- gen Verlustnutzung zu bilden. Die aktive latente Steuer wurde im Rahmen der Bilanzierung zum 31.12.2023 mit passiven latenten Steuern vollständig saldiert. Zudem wurden auf Ebene der ausländischen Konzerngesellschaften latente Steueransprüche auf- grund temporärer Unterschiede in Höhe von EUR 0,3 Mio. (2022: EUR 0,7 Mio.) ebenfalls nicht aktiviert. Grundsätzlich wird die Bewertung der latenten Steuern zu den Steuersätzen vorgenommen, die voraus- sichtlich für den Zeitraum gelten, in dem der Anspruch realisiert oder die Verbindlichkeit erfüllt wird. Der Konzern verfügt über steuerliche Verlustvorträge, die auch in verschiedenen Ländern angefallen sind und sich zum Bilanzstichtag auf EUR 183 Mio. für KSt. und auf EUR 125 Mio. für GewSt. (2022: EUR 175 Mio. für KSt. und EUR 118 Mio. für GewSt.) belaufen. Diese steuerlichen Verluste können wie folgt mit den künftigen zu versteuernden Ergebnissen der Unternehmen, in denen diese Verluste entstanden sind, verrechnet werden:
| 2023 | 2022 | ||||
| Zeitliche Begrenzung | |||||
| EUR Mio. | KSt. | GewSt. | KSt. | GewSt. | bei steuerlichen Verlustvorträgen |
| Deutschland | 138 | 125 | 133 | 118 | Nein |
| Frankreich* | – | – | – | – | Nein |
| Italien | 23 | – | 22 | – | Nein |
| Niederlande | – | – | – | – | Ja |
| Polen | – | – | – | – | Ja |
| Spanien | 22 | – | 20 | – | Nein |
| Gesamt | 183 | 125 | 175 | 118 |
* Im Jahr 2019 hat eine Zentralisierung des französischen Geschäfts in München stattgefunden, die im Jahr 2022 abgebildet wurde. 160 WESTWING GROUP SE 25. SALDEN UND GESCHÄFTE MIT NAHESTEHENDEN UNTERNEHMEN UND PERSONEN Zerena GmbH (Rocket Internet SE), Berlin, Deutschland, ist der größte Aktionär von Westwing. Mit einem Anteil von knapp 29% zum 31. Dezember 2023 (31. Dezember 2022: 29 %) hat die Rocket Internet SE maßgeblichen Einfluss, beherrscht Westwing aber nicht und Westwing wird in ihrem Konzernabschluss nicht voll konsolidiert. Die Rocket Internet SE hat keinen Sitz im Aufsichtsrat der Westwing Group SE. Alle Unternehmen, die von der Rocket Internet SE beherrscht oder gemeinschaft- lich geführt werden und auf die die Rocket Internet SE beherrschenden oder maßgeblichen Einfluss ausübt, werden als nahestehende Unternehmen des Konzerns eingestuft. Darüber hinaus zählen zu den nahestehenden Personen die Mitglieder des Vorstands und des Auf- sichtsrats sowie deren Beteiligungen, ihre Kinder und deren Lebenspartner sowie ihre Angehörigen, wenn sie im selben Haushalt leben. Es mussten keine Transaktionen mit nahestehenden Personen von Rocket-Internet-Tochtergesellschaften offengelegt werden. Allerdings haben Mitglieder des Vorstands in ihrer Eigenschaft als Westwing-Kunden Waren auf Westwing- Websites und -Apps gekauft. Der Vorstand von Westwing bestand zum 31. Dezember 2023 aus dem Chief Executive Officer Dr. Andreas Hoerning und dem Chief Financial Officer Sebastian Westrich. Er folgte am 1. August 2023 auf Sebastian Säuberlich, der zum 31. März 2023 zurücktrat. Stefan Smalla war bis zum 30. Juni 2022 als CEO tätig, Dr. Andreas Hoerning folgte am 1. Juli 2022. Die ausstehenden Salden mit diesen nahestehenden Unternehmen und Personen waren zum 31. Dezem- ber 2023 und 31. Dezember 2022 wie folgt:
| TEUR | 31.12.2023 | 31.12.2022 |
| Bruttowert der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | – | – |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten | – | – |
Die Ertrags- und Aufwandspositionen mit nahestehenden Unternehmen und Personen waren wie folgt:
| TEUR | 2023 | 2022 |
| Verkauf von Waren und Dienstleistungen an nahestehende Personen | 8 | 24 |
| Kauf von Waren und Dienstleistungen von nahestehenden Personen | – | – |
| Kauf von Waren und Dienstleistungen von nahestehenden Unternehmen | – | – |
GESCHÄFTSBERICHT 2023 161 Bei den Verkäufen von Waren und Dienstleistungen an nahestehende Personen in den Jahren 2023 und 2022 handelte es sich im Wesentlichen um Einkäufe auf den Westwing-Websites, die vom Vorstand getä- tigt wurden. Es gab keine Transaktionen, die nicht zu marktüblichen Konditionen erfolgten. Vorstandsvergütung Der Vorstand umfasst den Chief Executive Officer und den Chief Financial Officer. Die Vergütung des Konzernvorstands für seine Tätigkeit besteht aus einem vertraglichen Gehalt (kurz- fristige Leistungen an Arbeitnehmer), leistungsabhängiger Vergütung (Short-Term-Incentive) und einer erfolgsabhängigen Vergütung (Short-Term-Incentive) sowie einer Eigenkapitalbeteiligung in Form von Aktien oder Optionen (anteilsbasierte Vergütung, Long-Term-Incentive). Die Mitglieder des Vorstands von Westwing erhalten ein festes Jahresgehalt, das in zwölf gleichen Monatsraten in bar ausgezahlt wird. Beginnt oder endet derAnstellungsvertrag im laufenden Geschäfts- jahr, wird das feste Jahresgehalt für dieses Geschäftsjahr zeitanteilig gewährt. Jedes Mitglied des Vorstands erhält zudem Sach- und sonstige Bezüge (Nebenleistungen). So haben die Mitglieder des Vorstands Anspruch auf einen Zuschuss zur Krankenversicherung und zur Alters- vorsorge: Westwing zahlt den Mitgliedern des Vorstands monatlich die Hälfte des jeweiligen höchsten Beitragssatzes zur gesetzlichen Rentenversicherung sowie die Hälfte ihrer privaten Kranken- und Pflegeversicherungsprämien, jedoch nicht mehr als den Arbeitgeber-Höchstsatz bei Bestehen gesetz- licher Kranken- und Pflegeversicherungspflicht. Über die vergütungsbezogenen Nebenleistungen hinaus werden für alle Mitglieder des Vorstands eine Vermögensschaden-Haftpflichtversicherung für Organmitglieder (D&O-Versicherung) mit markt- üblicher Deckungssumme und Selbstbehalt gemäß den entsprechenden Regelungen des Aktiengesetzes sowie eine Topmanager-Rechtsschutzversicherung abgeschlossen. Die variable Vergütung setzt sich aus der kurzfristigen variablen Vergütung (Short-Term-Incentive, sogenannter „STI“) und der langfristigen variablen Vergütung in Form von anteilsbasierten Options- programmen (Long-Term-Incentive, sogenannter „LTI“) zusammen. Die Höhe der variablen Vergütung wird in Abhängigkeit der Leistung der Mitglieder des Vorstands ermittelt und bezieht sich insbesondere auf die Kennzahlen Konzernumsatz und bereinigtes EBITDA.
| TEUR | 2023 | 2022 |
| Gehälter | 507 | 575 |
| Bonus | 328 | 105 |
| Sozialabgaben | 9 | 21 |
| Kurzfristige Leistungen an Arbeitnehmer insgesamt | 844 | 701 |
| Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses insgesamt | 2 | – |
| Aufwendungen für anteilsbasierte Vergütung | 87 | 2.003 |
| Leistungen aufgrund der Beendigung des Arbeitsverhältnisses | 63 | 240 |
| Gesamt | 996 | 2.944 |
In der obigen Tabelle sind Rückstellungen für Bonuszahlungen in Höhe von TEUR 328 (31. Dezem- ber 2022: TEUR 105) und Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen in Höhe von TEUR 299 (31. Dezember 2022: TEUR 784) enthalten. 162 WESTWING GROUP SE Die dem Vorstand im Geschäftsjahr 2023 nach Handelsrecht (Angabe nach § 315e HGB) gewährten Gesamtbezüge betragen TEUR 835 (2022: TEUR 680). Für ehemalige Vorstandsmitglieder wurden 2023 Aufwendungen in Höhe von TEUR 63 erfasst (2022: TEUR 240). Die Anzahl der an den Vorstand ausgegebenen Aktienoptionen und deren beizulegender Zeitwert zum Zeitpunkt der Gewährung sowie die Veränderungen zum Bilanzstichtag (nur für Optionen mit Bar- ausgleich) sind in den folgenden Tabellen dargestellt:
| Gewichteter durch- | ||||
| Ausstehende | schnittlicher beizu- | |||
| Optionen zum | legender Zeitwert | Veränderung des | Beizulegender | |
| 31.12.2023 | am Ausgabetag | beizulegenden | Zeitwert zum | |
| 2023 | (in Tausend) | (in EUR) | Zeitwerts (in EUR) | 31.12.2023 (in EUR) |
| Aktienoptionen mit Ausgleich | ||||
| durch Eigenkapitalinstrumente | 478 | 8,69 | – | – |
| Aktienoptionen mit Barausgleich | 447 | 10,81 | – 7,67 | 3,14 |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Gewichteter durch- | ||||
| Ausstehende | schnittlicher beizu- | |||
| Optionen zum | legender Zeitwert | Veränderung des | Beizulegender | |
| 31.12.2022 | am Ausgabetag | beizulegenden | Zeitwert zum | |
| 2022 | (in Tausend) | (in EUR) | Zeitwerts (in EUR) | 31.12.2022 (in EUR) |
| Aktienoptionen mit Ausgleich | ||||
| durch Eigenkapitalinstrumente | – | – | – | – |
| Aktienoptionen mit Barausgleich | 648 | 7,89 | – 3,15 | 4,73 |
Im Jahr 2023 wurden 12.500 Optionen von Sebastian Säuberlich gegen eine Barzahlung von TEUR 91 ausgeübt. Im Jahr 2022 wurden keine Optionen ausgeübt. Für weitere Einzelheiten verweisen wir auf Anhangangabe 19. Aufsichtsratsvergütung Die Gesamtvergütung (Grundvergütung und Vergütung für Ausschusstätigkeit) und erstatteten Aus- lagen des Aufsichtsrats lagen 2023 bei EUR 0,2 Mio. (2022: EUR 0,2 Mio.). 26. ENTSPRECHENSERKLÄRUNG ZUM DEUTSCHEN CORPORATE GOVERNANCE KODEX Im Dezember 2023 veröffentlichten Aufsichtsrat und Vorstand die Entsprechenserklärung für die Westwing Group SE gemäß § 161 AktG (Aktiengesetz) für das Geschäftsjahr 2023. Diese wurde im Bereich Investor Relations auf der Website der Westwing Group SE (https://ir.westwing.com/down- load/companies/westwing/CorporateGovernance/Entsprechenserklaerung_Westwing_Group_ SE_2023_DE.pdf) veröffentlicht. GESCHÄFTSBERICHT 2023 163 27. WAHL DER BEFREIUNG VON § 264 ABSATZ 3 DES HANDELSGESETZBUCHS (HGB) Gemäß der Zustimmung der Gesellschafter werden nachfolgende inländische Tochtergesellschaften die Befreiungsregelung nach § 264 Absatz 3 des HGB für die Aufstellung ihres handelsrechtlichen Jah- resabschlusses für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023 in Anspruch nehmen. • Westwing GmbH • Westwing Commercial GmbH • Westwing Delivery Service GmbH • Westwing Bitterfeld Logistics GmbH • Bambino 68. V V UG (haftungsbeschränkt) • Bambino 66. V V UG (haftungsbeschränkt) • Westwing France Holding UG (haftungsbeschränkt) • Westwing Italy Holding UG (haftungsbeschränkt) • Westwing Spain Holding UG (haftungsbeschränkt) • Brillant 1256. GmbH Für die Westwing Delivery Service GmbH und die Westwing Bitterfeld Logistics GmbH bestehen zu- dem Ergebnisabführungsverträge. 28. TOCHTERGESELLSCHAFTEN Die Westwing Group SE ist die oberste Muttergesellschaft des Konzerns, ohne eine reine Holding- gesellschaft zu sein. Die folgenden direkten Tochtergesellschaften wurden zum 31. Dezember 2023 konsolidiert:
| Land der | Höhe der | Höhe der | ||
| Gründung und | Beteiligung | Beteiligung | ||
| Sitz des | Eingetragener | 31.12.2023 | 31.12.2022 | |
| Name | Unternehmens | Firmensitz | in % | in % |
| Westwing GmbH | DE | München | 100,00 | 100,00 |
| Westwing Commercial GmbH | DE | Berlin | 100,00 | 100,00 |
| Westwing Delivery Service GmbH | DE | München | 100,00 | 100,00 |
| Westwing Bitterfeld Logistics GmbH | DE | München | 100,00 | 100,00 |
| Westwing Spain Holding UG | DE | Berlin | 100,00 | 100,00 |
| Westwing France Holding UG | DE | Berlin | 100,00 | 100,00 |
| Westwing Italy Holding UG | DE | Berlin | 100,00 | 100,00 |
| Westwing Netherlands Holding UG* | DE | München | 100,00 | 100,00 |
| Tekcor 1. V V UG** | DE | Bonn | 100,00 | 100,00 |
| Brillant 1256. GmbH & Co. Dritte VerwaltungsKG | DE | Berlin | 88,80 | 88,80 |
| Brillant 1256. GmbH | DE | Berlin | 100,00 | 100,00 |
| Bambino 68. V V UG | DE | Berlin | 87,24 | 87,24 |
| Bambino 66. V V UG | DE | Berlin | 94,20 | 94,20 |
| VRB GmbH & Co. B-157 KG | DE | Berlin | 77,30 | 77,30 |
| VRB GmbH & Co. B-160 KG | DE | Berlin | 97,50 | 97,50 |
* Verschmelzung auf die Westwing GmbH am 28. August 2023. ** Verschmelzung auf die Westwing Group SE am 10. November 2023. Darüber hinaus hielt der Konzern zum 31. Dezember 2023 100,0 % der folgenden indirekten Tochter- gesellschaften: 164 WESTWING GROUP SE
| Land der | ||||
| Gründung und | Höhe der | Höhe der | ||
| Sitz des | Eingetragener | Beteiligung | Beteiligung | |
| Name | Unternehmens | Firmensitz | 31.12.2023 | 31.12.2022 |
| WW E-Services Iberia S.L. | ES | Barcelona | 100,00 | 100,00 |
| Westwing S.r.I. | IT | Mailand | 100,00 | 100,00 |
| WW E-Services France SAS | FR | Paris | 100,00 | 100,00 |
| Westwing Home & Living Poland Sp. z o.o. | PL | Warschau | 100,00 | 100,00 |
| Westwing B.V. | NL | Amsterdam | 100,00 | 100,00 |
| wLabels Hong Kong Ltd. | HKG | Hongkong | 100,00 | 100,00 |
| wLabels China Co., Ltd. | CHN | Dongguan | 100,00 | 100,00 |
Der Anteil der direkt von der Muttergesellschaft gehaltenen Stimmrechte unterschied sich nicht vom Anteil der gehaltenen Stammaktien. Die Muttergesellschaft hielt keine Anteile an Vorzugsaktien der in das Unternehmen einbezogenen Tochtergesellschaften. Es gab mehrere konzerninterne Darlehen, die meisten davon von der Westwing Group SE an verbundene Unternehmen. Für die Westwing GmbH hat die Westwing Group SE eine Patronatserklärung mit einer Laufzeit bis Ende 2025 unterzeichnet. 29. EREIGNISSE NACH DEM BILANZSTICHTAG Nach dem Ende des Geschäftsjahres 2023 sind folgende Ereignisse eingetreten, die Auswirkungen auf die künftige Vermögens-, Finanz- und Ertragslage von Westwing haben könnten oder die Zusammen- setzung des Vorstands betreffen. Am 16. Januar 2024 gab das Unternehmen im Rahmen einer allgemeinen Umstrukturierung zur Opti- mierung des Geschäfts bekannt, dass es große Teile der derzeit in Italien und Spanien angesiedelten Geschäftsfunktionen zentralisieren wird. Die Kunden in Italien und Spanien werden künftig hauptsäch- lich von den Gesellschaften in München und Warschau sowie von der Logistikzentrale in Polen aus betreut. Infolgedessen wird Westwing seine lokale Mitarbeiterzahl erheblich reduzieren und sein loka- les Büro und Lager in Italien sowie das Lager in Spanien schließen. Die Umstrukturierung wird in den nächsten Monaten erfolgen. München, 27. März 2024 Dr. Andreas Hoerning Sebastian Westrich Chief Executive Officer Chief Financial Officer Westwing Group SE Westwing Group SE GESCHÄFTSBERICHT 2023 165