Interzero Circular Solutions GmbH (vormals: ALBA Services Holding GmbH)BerlinKonzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2022 bis zum 31.12.2022Konzernbilanz zum 31. Dezember 2022Aktiva
Passiva
Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung für 2022
Konzern-Kapitalflussrechnung
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| EUR | |
| Periodenergebnis (Konzernjahresüberschuss/-fehlbetrag einschließlich Ergebnisanteile anderer Gesellschafter) | 4.995.453,44 |
| +/- Abschreibungen/Zuschreibungen auf Gegenstände des Anlagevermögens | 32.478.502,96 |
| +/- Zunahme/Abnahme der Rückstellungen | 29.499.076,92 |
| +/- Sonstige zahlungsunwirksame Aufwendungen/Erträge | 205.905,22 |
| -/+ Zunahme/Abnahme der Vorräte, der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Aktiva, die nicht der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind | -2.267.610,03 |
| +/- Zunahme/Abnahme der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Passiva, die nicht der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind | 3.592.753,49 |
| -/+ Gewinn/Verlust aus dem Abgang von Gegenständen des Anlagevermögens | 2.301.542,61 |
| +/- Zinsaufwendungen/Zinserträge | 3.439.171,49 |
| +/- Ertragsteueraufwand/-ertrag | 7.430.273,41 |
| -/+ Ertragsteuerzahlungen | -1.704.907,63 |
| = Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit | 79.970.161,88 |
| + Einzahlungen aus Abgängen von Gegenständen des immateriellen Anlagevermögens | 387,75 |
| - Auszahlungen für Investitionen in das immaterielle Anlagevermögen | -1.558.097,51 |
| + Einzahlungen aus Abgängen von Gegenständen des Sachanlagevermögens | 416.365,09 |
| - Auszahlungen für Investitionen in das Sachanlagevermögen | -20.752.634,41 |
| - Auszahlungen für Investitionen in das Finanzanlagevermögen | -2.096.877,30 |
| + Einzahlungen aus Abgängen aus dem Konsolidierungskreis | 5.671.000,00 |
| - Auszahlungen für Zugänge zum Konsolidierungskreis | -3.110.000,00 |
| - Auszahlungen für Abgänge aus dem Konsolidierungskreis | -826.527,00 |
| + Erhaltene Zinsen | 185.272,93 |
| = Cashflow aus der Investitionstätigkeit | -22.071.110,45 |
| - Auszahlungen für Eigenkapitalherabsetzungen | -28.724.027,47 |
| +/- Veränderung der Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | -5.395.893,88 |
| + Einzahlungen aus erhaltenen Zuschüssen | 6.498,03 |
| +/- Veränderung der Verbindlichkeiten aus Mietkaufverträgen | 336.139,20 |
| - Gezahlte Zinsen | -3.564.705,93 |
| - Gezahlte Dividenden an andere Gesellschafter | -204.587,26 |
| - Auszahlungen aus sonstigen Darlehen | -24.763.690,90 |
| = Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit | -62.310.268,21 |
| +/- Zahlungswirksame Veränderungen des Finanzmittelfonds | -4.411.216,78 |
| + Finanzmittelfonds am Anfang der Periode | 75.786.823,14 |
| = Finanzmittelfonds am Ende der Periode | 71.375.606,36 |
Entwicklung des Konzerneigenkapitals für 2022
| Eigenkapital des Mutterunternehmens | |||
| Gezeichnetes Kapital | Kapitalrücklage | ||
| Stammkapital | nach § 272 Abs. 2 Nr. 4 HGB |
Eigenkapital-
differenz aus Währungs- umrechnung |
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| Stand am 31. Dezember 2020 | 25.000,00 | 307.400.000,00 | -271.091,54 |
| Umbuchung Konzernjahresfehlbetrag 2020 | 0,00 | 0,00 | 0,00 |
| Einziehung von Anteilen | 0,00 | -27.370.553,59 | 0,00 |
| Kapitalerhöhung | 0,00 | 0,00 | 0,00 |
| Ausschüttung | 0,00 | 0,00 | 0,00 |
| Änderungen des Konsolidierungskreises | 0,00 | 0,00 | 0,00 |
| Währungsumrechnung | 0,00 | 0,00 | -35.351,10 |
| Konzernergebnis | 0,00 | 0,00 | 0,00 |
| Stand am 31. Dezember 2021 | 25.000,00 | 280.029.446,41 | -306.442,64 |
| Umbuchung Konzernjahresüberschuss 2021 | 0,00 | 0,00 | 0,00 |
| Einziehung von Anteilen | 0,00 | -1.353.473,88 | 0,00 |
| Ausschüttung | 0,00 | 0,00 | 0,00 |
| Währungsumrechnung | 0,00 | 0,00 | -90.096,28 |
| Konzernergebnis | 0,00 | 0,00 | 0,00 |
| Stand am 31. Dezember 2022 | 25.000,00 | 278.675.972,53 | -396.538,92 |
| Eigenkapital des Mutterunternehmens | |||
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Konzernjahresüberschuss /
Konzernjahresfehlbetrag, der dem Mutterunter- nehmen zuzurechnen ist |
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Verlustvortrag
/ Gewinnvortrag |
Summe | ||
| Stand am 31. Dezember 2020 | -51.480.450,86 | -44.520.302,72 | 211.153.154,88 |
| Umbuchung Konzernjahresfehlbetrag 2020 | -44.520.302,72 | 44.520.302,72 | 0,00 |
| Einziehung von Anteilen | 0,00 | 0,00 | -27.370.553,59 |
| Kapitalerhöhung | 0,00 | 0,00 | 0,00 |
| Ausschüttung | 0,00 | 0,00 | 0,00 |
| Änderungen des Konsolidierungskreises | 0,00 | 0,00 | 0,00 |
| Währungsumrechnung | 0,00 | 0,00 | -35.351,10 |
| Konzernergebnis | 0,00 | 10.774.312,80 | 10.774.312,80 |
| Stand am 31. Dezember 2021 | -96.000.753,58 | 10.774.312,80 | 194.521.562,99 |
| Umbuchung Konzernjahresüberschuss 2021 | 10.774.312,80 | -10.774.312,80 | 0,00 |
| Einziehung von Anteilen | 0,00 | 0,00 | -1.353.473,88 |
| Ausschüttung | 0,00 | 0,00 | 0,00 |
| Währungsumrechnung | 0,00 | 0,00 | -90.096,28 |
| Konzernergebnis | 0,00 | 4.916.105,93 | 4.916.105,93 |
| Stand am 31. Dezember 2022 | -85.226.440,78 | 4.916.105,93 | 197.994.098,76 |
| Nicht beherrschende Anteile | Konzerneigenkapital | ||||
|
Nicht beherrschende
Anteile vor Eigenkapitaldifferenz aus Währungsumrechnung und Jahresergebnis |
Auf nicht
beherrschende Anteile entfallende Eigenkapitaldifferenz aus Währungs- umrechnung |
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Auf nicht
beherrschende Anteile entfallende Gewinne |
Summe | Summe | |||
| Stand am 31. Dezember 2020 | 870.448,94 | -988,10 | 169.571,47 | 1.039.032,31 | 212.192.187,19 |
| Umbuchung Konzernjahresfehlbetrag 2020 | 169.571,47 | 0,00 | -169.571,47 | 0,00 | 0,00 |
| Einziehung von Anteilen | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 | -27.370.553,59 |
| Kapitalerhöhung | 150.000,00 | 0,00 | 0,00 | 150.000,00 | 150.000,00 |
| Ausschüttung | -95.402,42 | 0,00 | 0,00 | -95.402,42 | -95.402,42 |
| Änderungen des Konsolidierungskreises | 416.738,27 | 0,00 | 0,00 | 416.738,27 | 416.738,27 |
| Währungsumrechnung | 0,00 | -3,90 | 0,00 | -3,90 | -35.355,00 |
| Konzernergebnis | 0,00 | 0,00 | 173.468,00 | 173.468,00 | 10.947.780,80 |
| Stand am 31. Dezember 2021 | 1.511.356,26 | -992,00 | 173.468,00 | 1.683.832,26 | 196.205.395,25 |
| Umbuchung Konzernjahresüberschuss 2021 | 173.468,00 | 0,00 | -173.468,00 | 0,00 | 0,00 |
| Einziehung von Anteilen | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 | -1.353.473,88 |
| Ausschüttung | -204.587,26 | 0,00 | 0,00 | -204.587,26 | -204.587,26 |
| Währungsumrechnung | 0,00 | -49,75 | 0,00 | -49,75 | -90.146,03 |
| Konzernergebnis | 0,00 | 0,00 | 79.347,51 | 79.347,51 | 4.995.453,44 |
| Stand am 31. Dezember 2022 | 1.480.237,00 | -1.041,75 | 79.347,51 | 1.558.542,76 | 199.552.641,52 |
Konzernanhang für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2022 bis 31. Dezember 2022
Allgemeine Hinweise
Die Interzero Circular Solutions GmbH (vormals ALBA Services Holding GmbH) hat ihren Sitz in Berlin und ist eingetragen in das Handelsregister beim Amtsgericht Charlottenburg unter HRB 180086.
Aufgabenfelder der ICS-Gruppe sind die Konzeption und die Realisation von Erfassungs-, Rückhol- und Kreislaufsystemen für gebrauchte Verpackungen und Produkte. Darüber hinaus betreibt sie Anlagen zur Sortierung von Leichtverpackungen (LVP) und zur Aufbereitung von Kunststoffen. Zusätzlich erbringt sie im geringen Umfang Facility-Management-Dienstleistungen.
Der Konzernabschluss wurde gemäß §§ 290 ff. Handelsgesetzbuches (HGB) aufgestellt. Die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren gegliedert.
In den Tabellen dieses Konzernanhangs können bei Zahlenadditionen in Einzelfällen leichte Differenzen auftreten. Diese sind rundungsbedingt.
Aus Gründen der Übersichtlichkeit werden davon-Angaben und Mitzugehörigkeitsvermerke zu Posten der Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung teilweise in den Anhang aufgenommen.
Konsolidierungskreis und Stichtag
In den Konzernabschluss sind neben dem Mutterunternehmen alle direkt und indirekt gehaltenen in- und ausländischen Tochterunternehmen einbezogen, sofern nicht wegen untergeordneter Bedeutung von einer Einbeziehung abgesehen wird. Bilanzstichtag sämtlicher in den Konzernabschluss einbezogener Unternehmen ist der 31. Dezember 2022.
Tochterunternehmen, bei denen die Interzero Circular Solutions GmbH, Berlin, einen beherrschenden Einfluss im Sinne von § 290 Abs. 2 HGB ausübt, werden nach den Grundsätzen der Vollkonsolidierung einbezogen.
Übt ein in den Konzernabschluss einbezogenes Unternehmen einen maßgeblichen Einfluss auf die Geschäfts- und Finanzpolitik eines nicht einbezogenen Unternehmens aus, an dem das Konzernunternehmen zu mindestens 20 % am Stammkapital beteiligt ist, wird zur Ermittlung des Beteiligungsbuchwerts des assoziierten Unternehmens die Equity-Methode angewendet. Zum Bilanzstichtag wurden keine Unternehmen nach der Equity-Methode einbezogen.
Gesellschaften unter Berücksichtigung von unwesentlichen quantitativen und qualitativen Kriterien aus Sicht der Interzero Circular Solutions GmbH, Berlin, wurden gemäß § 296 Abs. 2 und § 311 Abs. 2 HGB nicht in den Konzernabschluss einbezogen, da sie auch in der Gesamtheit für die Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage von untergeordneter Bedeutung sind.
Der Kreis der in den Konzernabschluss der Interzero Circular Solutions GmbH, Berlin, einbezogenen Unternehmen ist der Konzernanteilsbesitzliste (Anlage 1 zum Anhang) zu entnehmen, welche einen integralen Bestandteil dieses Konzernanhangs darstellt. In dieser Aufstellung sind auch die aufgrund untergeordneter Bedeutung nicht einbezogenen Tochtergesellschaften angegeben. Zudem sind diejenigen Gesellschaften gekennzeichnet, die die Inanspruchnahme der Befreiung gemäß § 264 Abs. 3 HGB nutzen.
Im Geschäftsjahr 2022 wurden sowohl die ATOZ Facility Solutions GmbH (vormals ALBA Facility Solutions GmbH), Berlin, als auch die ATOZ Property Management GmbH (vormals ALBA Property Management GmbH), Berlin, zum 30.06.2022 entkonsolidiert.
Durch die Veränderungen des Konsolidierungskreises ergeben sich keine wesentlichen Änderungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns.
Konsolidierungsgrundsätze
Die Kapitalkonsolidierung erfolgt gemäß § 301 Abs. Satz 2 HGB nach der Neubewertungsmethode. Hierbei wird der Wertansatz, der dem Mutterunternehmen zugehörenden Anteile mit dem auf diese Anteile entfallenden Betrag des Eigenkapitals der Tochtergesellschaften verrechnet. Das Eigenkapital ist dabei entsprechend der Neubewertungsmethode mit dem Betrag anzusetzen, der dem Zeitwert der in den Konzernabschluss aufzunehmenden Vermögensgegenstände, Schulden, Rechnungsabgrenzungsposten und Sonderposten entspricht, der diesem zum Erstkonsolidierungszeitpunkt beizulegen ist. Rückstellungen sind nach § 298 Abs. 1 HGB i.V.m. § 253 Abs. 1 Satz 2 und 3, Abs. 2 HGB und latente Steuern nach § 298 Abs. 1 HGB i.V.m. § 274 Abs. 2 HGB zu bewerten. Die Verrechnung erfolgt gemäß § 301 Abs. 2 HGB zu dem Zeitpunkt, zu dem das Unternehmen Tochterunternehmen geworden ist.
Für die Ermittlung des neubewerteten Eigenkapitals im Rahmen von Erstkonsolidierungen wurden insbesondere die nachfolgenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden verwendet. Es wurden dabei alle Vermögensgegenstände, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten angesetzt, unabhängig davon, ob diese zuvor im Jahresabschluss eines der Tochterunternehmen bilanziert wurden.
Grundstücke und Gebäude wurden dabei im Wesentlichen anhand von externen Gutachten auf Basis eines Ertragswertes bewertet.
Die technischen Anlagen und Maschinen wurden hauptsächlich kostenorientiert auf Basis deren Wiederbeschaffungskosten nach Abschreibungen unter Berücksichtigung ihrer wirtschaftlichen Nutzungsdauer bewertet.
Das Markenrecht wurde kapitalwertorientiert anhand der Methode der Lizenzpreisanalogie mit einer Lizenzrate von 1,0 % bewertet. Das Markenrecht besitzt eine unbestimmte Nutzungsdauer.
Der Auftragsbestand wurde kapitalwertorientiert auf Basis der Residualwertmethode anhand der kontrahierten Umsatzerlöse und der geplanten EBITDA-Marge bewertet.
Ein verbleibender Unterschiedsbetrag wurde gemäß § 301 Abs. 3 HGB, wenn er auf der Aktivseite entsteht, als Geschäfts- oder Firmenwert ausgewiesen.
Forderungen, Rückstellungen, Verbindlichkeiten und Rechnungsabgrenzungsposten zwischen den in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen wurden gegeneinander aufgerechnet.
Beteiligungserträge aus einbezogenen Unternehmen wurden eliminiert. Gewinne und Verluste aus konzerninternen Lieferungs- und Leistungsbeziehungen wurden herausgerechnet, sofern diese nach § 304 Abs. 2 HGB nicht von untergeordneter Bedeutung für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns waren.
Konzerninterne Umsatzerlöse und Erträge wurden mit den auf sie entfallenden Aufwendungen verrechnet, soweit sie nicht in andere aktivierte Eigenleistungen oder Bestandsveränderungen umzugliedern waren.
Auf Grund der Aufdeckung von stillen Reserven aus Erstkonsolidierungen kommt es zu dem Ansatz von latenten Steuern.
Währungsumrechnung
Die Umrechnung der in ausländischer Währung aufgestellten Einzelabschlüsse erfolgt nach der modifizierten Stichtagskursmethode. Dabei wurden alle Bilanzposten der einbezogenen ausländischen Konzernunternehmen mit Ausnahme des Eigenkapitals (gezeichnetes Kapital, Rücklagen, Ergebnisvortrag), das zu historischen Kursen umgerechnet wurde, mit dem jeweiligen Devisenkassamittelkurs des Bilanzstichtags nach dem Prinzip der funktionalen Währung in Euro umgerechnet. Die aus der Veränderung der Devisenkurse entstehenden Differenzen aus der Umrechnung wurden erfolgsneutral in die Eigenkapitaldifferenz aus Währungsumrechnung im Eigenkapital eingestellt.
Die Umrechnung der Aufwendungen und Erträge erfolgte mit dem Jahresdurchschnittskurs. Das Jahresergebnis der umgerechneten Gewinn- und Verlustrechnung wurde in die Bilanz übernommen und die Differenz erfolgsneutral in den Ausgleichsposten aus der Währungsumrechnung eingestellt.
Für die Währungsumrechnung im Rahmen der Konzernabschlusserstellung wurden folgende Wechselkurse für einen Euro zugrunde gelegt:
| ISO-Code | Durchschnittskurs 2022 | Stichtagskurs 31.12.2022 | Durchschnittskurs 2021 | Stichtagskurs 31.12.2021 | |
| Polnischer Zloty | PLN | 4,686 | 4,681 | 4,565 | 4,597 |
| Kroatische Kuna | HRK | 7,535 | 7,537 | 7,528 | 7,516 |
Nicht wesentliche Währungseffekte aus der Schuldenkonsolidierung werden vereinfachend in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.
Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden
Die Erstellung des Konzernabschlusses erfolgt nach dem Bilanzierungsstandard des HGB. Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden bleiben gegenüber dem Vorjahr unverändert.
Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens werden zu Anschaffungskosten angesetzt und sofern sie der Abnutzung unterliegen entsprechend ihrer voraussichtlichen Nutzungsdauer planmäßig linear abgeschrieben. Sofern die Nutzungsdauer eines immateriellen Vermögensgegenstands nicht bestimmbar ist, wird eine unbestimmte Nutzungsdauer unterstellt und dieser immaterielle Vermögensgegenstand nicht planmäßig abgeschrieben. Gemäß § 298 Abs. 1 HGB i.V.m. § 253 Abs. 3 Satz 3 HGB werden außerplanmäßige Abschreibungen vorgenommen, wenn eine voraussichtlich dauernde Wertminderung vorliegt. Selbst geschaffene immaterielle Vermögensgegenstände werden nicht aktiviert.
Infolge der Kapitalkonsolidierung werden Geschäfts- oder Firmenwerte ausgewiesen, die zwischen 10 und 19 Jahren linear abgeschrieben werden. Hinsichtlich der Entwicklung der Geschäfts- oder Firmenwerte wird auf die Anlage 2 zum Anhang (Anlagespiegel) verwiesen.
Eine Abschreibungsperiode von mehr als zehn Jahren für die Geschäfts- oder Firmenwerte wurde ausschließlich dann gewählt, wenn diese aufgrund der Geschäftstätigkeit bzw. der betriebsindividuellen Umstände der einbezogenen Einheit angemessen ist.
Bei voraussichtlich dauernder Wertminderung ist der Wertansatz des Geschäfts- oder Firmenwerts um außerplanmäßige Abschreibungen zu mindern. Dies ist der Fall, wenn der Buchwert über dem beizulegenden Wert des Geschäfts- oder Firmenwerts liegt (§ 309 Absatz 1 HGB i. V. m. § 253 Absatz 3 Satz 5 HGB). Die Werthaltigkeit des Geschäfts- oder Firmenwerts wird nach den Regelungen des DRS 23.129 geprüft.
Das Sachanlagevermögen ist zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten angesetzt und wird, soweit abnutzbar, um planmäßige Abschreibungen vermindert (§ 298 Abs. 1 HGB i.V.m. § 253 Abs. 3 HGB). Diese erfolgen nach der linearen Methode. Voraussichtlich dauernden Wertminderungen, die über den nutzungsbedingten Werteverzehr hinausgehen, wird durch außerplanmäßige Abschreibungen Rechnung getragen. Die planmäßigen Abschreibungen auf Zugänge erfolgen zeitanteilig. Zinsen für Fremdkapital werden nicht in die Herstellungskosten einbezogen.
Bei den deutschen Gesellschaften sind geringwertige Anlagegüter bis zu einem Netto-Einzelwert von EUR 800,00 im Jahr des Zugangs voll abgeschrieben bzw. als Aufwand erfasst worden; ihr sofortiger Abgang wurde unterstellt.
Erhaltene Investitionszuschüsse und -zulagen werden auf der Passivseite als Sonderposten ausgewiesen und über die entsprechende Nutzungsdauer der Vermögensgegenstände ertragswirksam vereinnahmt.
Anteile an nicht konsolidierten verbundenen Unternehmen und sonstige Beteiligungen werden zu Anschaffungskosten oder bei voraussichtlich dauerhafter Wertminderung mit den niedrigeren beizulegenden Werten angesetzt.
Wurden in Vorjahren Wertberichtigungen auf Vermögensgegenstände des Anlagevermögens vorgenommen und sind die Gründe für diese Wertminderung in der Zwischenzeit ganz oder teilweise entfallen, erfolgt eine Wertaufholung bis höchstens zu den Anschaffungskosten bzw. zu den um zwischenzeitlich vorzunehmende planmäßige Abschreibungen verminderten fortgeführten Anschaffungskosten.
Vorräte werden zu Anschaffungs- und Herstellungskosten bzw. zu den niedrigeren Tageswerten unter Beachtung des Niederstwertprinzips angesetzt.
Die Bestände an Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen sind zu durchschnittlichen Anschaffungskosten oder zu niedrigeren Tagespreisen am Bilanzstichtag aktiviert.
Die unfertigen und fertigen Erzeugnisse sowie unfertigen Leistungen sind auf der Basis von Einzelkalkulationen zu Herstellungskosten bewertet, wobei neben den direkt zurechenbaren Materialeinzelkosten, Fertigungslöhnen und Sondereinzelkosten auch Fertigungs- und Materialgemeinkosten sowie Abschreibungen entsprechend dem handelsrechtlichen Mindestumfang berücksichtigt werden. Fremdkapitalkosten werden nicht angesetzt. Kosten der allgemeinen Verwaltung werden nicht aktiviert. In allen Fällen wird gemäß § 298 Abs. 1 HGB i.V.m. § 253 Abs. 4 HGB verlustfrei bewertet.
Alle erkennbaren Risiken im Vorratsvermögen, die sich aus überdurchschnittlicher Lagerdauer, geminderter Verwertbarkeit und niedrigeren Wiederbeschaffungskosten ergeben, sind durch angemessene Abwertungen berücksichtigt.
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sind zum Nennwert angesetzt. Allen risikobehafteten Posten ist durch die Bildung angemessener Einzelwertberichtigungen Rechnung getragen; Forderungen mit einer Fälligkeit von mehr als einem Jahr sind - soweit sie un- oder niedrigverzinslich sind - mit dem abgezinsten Wert angesetzt.
Flüssige Mittel werden zum Nennwert ausgewiesen.
Als aktive Rechnungsabgrenzungsposten sind Ausgaben vor dem Abschlussstichtag auszuweisen, soweit sie Aufwand für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen.
Für die Ermittlung latenter Steuern gem. § 298 Abs. 1 HGB i.V.m. § 274 HGB und § 306 HGB aufgrund von temporären oder quasi-permanenten Differenzen zwischen den handelsrechtlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten und ihren steuerlichen Wertansätzen, oder aufgrund steuerlicher Verlustvorträge werden die Beträge der sich ergebenden Steuerbe- und -entlastung mit den unternehmensindividuellen Steuersätzen im Zeitpunkt des Abbaus der Differenzen bewertet und nicht abgezinst.
Eine insgesamt nach Verrechnung der aktiven und passiven latenten Steuern verbleibende Steuerbelastung (passiver Überhang) auf Ebene des Organträgers beziehungsweise einer nicht zum Organkreis gehörenden Gesellschaft wird als passive latente Steuer angesetzt. Insofern sich für die nach § 274 HGB ermittelten latenten Steuern insgesamt eine Steuerentlastung (aktiver Überhang) ergibt, wird vom Wahlrecht gemäß § 274 HGB Gebrauch gemacht und auf die Aktivierung verzichtet.
Aufwand oder Ertrag aus der Veränderung bilanzierter latenter Steuern werden in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung gesondert unter dem Posten "Steuern vom Einkommen und vom Ertrag" ausgewiesen.
Das Stammkapital wird zum Nennwert angesetzt und ist in voller Höhe eingezahlt. Die Kapitalrücklage wird zum Nennwert bilanziert.
Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen werden unverändert zum Vorjahr versicherungsmathematisch unter Zugrundelegung biometrischer Wahrscheinlichkeiten (Richttafeln Heubeck 2018 G) nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren (Projected-Unit-Credit-Methode) ermittelt. Für die Abzinsung wird pauschal gemäß § 298 Abs. 1 HGB i.V.m. § 253 Abs. 2 Satz 2 HGB der durchschnittliche Marktzinssatz bei einer restlichen Laufzeit von 15 Jahren von 1,78 % (im Vorjahr: 1,87 %) verwendet. Erwartete Rentensteigerungen werden mit 2,20 % (im Vorjahr: 1,80 %) berücksichtigt.
Das Deckungsvermögen i.S.d. § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB wird mit dem beizulegenden Zeitwert der Versicherungen mit den Rückstellungen verrechnet.
Die Aufwendungen aus der Aufzinsung der Pensionsrückstellungen, die Effekte aus der Änderung des Diskontierungszinssatzes sowie die Erträge und Aufwendungen aus der Bewertung der verrechneten Vermögensgegenstände, werden im Finanzergebnis ausgewiesen. Alle übrigen Komponenten der Pensionsaufwendungen werden im Personalaufwand erfasst.
Die sonstigen Rückstellungen sowie die Steuerrückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen. Die Bewertung erfolgt jeweils in Höhe des Erfüllungsbetrags, der nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung erforderlich ist, um zukünftige Zahlungsverpflichtungen abzudecken. Zukünftige Preis- und Kostensteigerungen werden berücksichtigt, sofern ausreichende objektive Hinweise für deren Eintritt vorliegen. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden gemäß § 298 Abs. 1 HGB i.V.m. § 253 Abs. 2 Satz 1 HGB mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Geschäftsjahre abgezinst. Die Aufwendungen aus der Aufzinsung bzw. Erträge aus der Abzinsung bei der Folgebewertung von langfristigen Rückstellungen werden im Finanzergebnis ausgewiesen.
Die Verbindlichkeiten werden mit ihrem Erfüllungsbetrag bilanziert.
Die passiven Rechnungsabgrenzungsposten nach § 298 Abs. 1 HGB i.V.m. § 250 Abs. 2 HGB umfassen Einnahmen vor dem Abschlussstichtag soweit sie einen Ertrag für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen.
Auf Fremdwährung lautende Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten werden gemäß § 256a HGB am Bilanzstichtag zum Devisenkassamittelkurs umgerechnet. Soweit die Restlaufzeit mehr als ein Jahr beträgt, erfolgt die Währungsumrechnung unter Berücksichtigung des Realisations- und Imparitätsprinzips sowie des Anschaffungskostenprinzips. Kassenbestände und Bankguthaben in Fremdwährung werden mit dem Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag umgerechnet.
Erläuterungen zur Konzernbilanz
Anlagevermögen
Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens ist unter Angabe der Abschreibungen des Geschäftsjahres im Anlagenspiegel (Anlage 2 zum Anhang) dargestellt. Der Geschäfts- oder Firmenwert enthält mit TEUR 294 (im Vorjahr TEUR 402) originäre Bestandteile.
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen in Höhe von TEUR 120 (im Vorjahr TEUR 119) umfassen wie im Vorjahr im Wesentlichen Forderungen aus dem Cash-Pooling.
Die sonstigen Vermögensgegenstände enthalten u. a. Steuererstattungsansprüche (TEUR 6.275, im Vorjahr TEUR 2.654), geleistete Anzahlungen (TEUR 5.000, im Vorjahr TEUR 2.100) sowie Pfandgeldforderungen (TEUR 655, im Vorjahr TEUR 709). Im Vorjahr waren unter dieser Position noch Kaufpreisforderungen in Höhe von TEUR 5.671 enthalten.
Die sonstigen Vermögensgegenstände enthalten Beträge in Höhe von TEUR 461 (im Vorjahr TEUR 810) mit einer Restlaufzeit von über einem Jahr.
Kassenbestand, Schecks und Guthaben bei Kreditinstituten
Die Entwicklung der liquiden Mittel ist in der Konzern-Kapitalflussrechnung dargestellt.
Aktiver Rechnungsabgrenzungsposten
Der aktive Rechnungsabgrenzungsposten in Höhe von TEUR 1.978 (im Vorjahr TEUR 1.711) enthält u.a. Mietvorauszahlungen und Lizenzgebühren.
Konzerneigenkapital
Die Entwicklung des Konzerneigenkapitals einschließlich der nicht beherrschenden Anteile ist im Konzerneigenkapitalspiegel dargestellt.
Sonderposten
Der Sonderposten beinhaltet Investitionszulagen und Investitionszuschüsse zum Anlagevermögen.
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen
Die Pensionsrückstellungen decken die Versorgungsverpflichtungen gegenüber ehemaligen und noch tätigen Mitarbeitern ab.
Die Verpflichtungen betragen zum Bilanzstichtag TEUR 1.130 (im Vorjahr TEUR 3.196). Diese wurden in voller Höhe mit den Anschaffungskosten der Rückdeckungsversicherungen verrechnet. Diese entsprechen den beizulegenden Zeitwerten in Höhe von TEUR 86 (im Vorjahr TEUR 96). Der Unterschiedsbetrag nach § 253 Abs. 6 Satz 1 HGB beträgt TEUR 23 (im Vorjahr TEUR 198).
Steuerrückstellungen
Die Steuerrückstellungen in Höhe von TEUR 13.969 (im Vorjahr TEUR 6.916) betreffen insbesondere Körperschaftsteuer und Solidaritätszuschlag sowie Gewerbesteuer.
Sonstige Rückstellungen
Die sonstigen Rückstellungen wurden insbesondere für ausstehende Rechnungen (TEUR 99.144, im Vorjahr TEUR 74.073), Rückzahlungsverpflichtungen (TEUR 21.835, im Vorjahr TEUR 12.942), sonstige Verpflichtungen im Personalbereich (TEUR 7.940, im Vorjahr TEUR 8.814), Rückstellungen für Rückbauverpflichtungen (TEUR 2.712, im Vorjahr TEUR 1.912), Rückstellungen für Erfüllungsrückstände (TEUR 2.243, im Vorjahr TEUR 2.722), Prozess- und Schadenersatzrisiken (TEUR 1.502, im Vorjahr TEUR 2.164) sowie Rückstellungen für drohende Verluste aus schwebenden Geschäften (TEUR 580, im Vorjahr TEUR 1.757) gebildet. Im Vorjahr war unter diesem Posten noch eine Rückstellung für ein Abfindungsgeld in Höhe von TEUR 27.371 enthalten.
Verbindlichkeiten
Die Fristigkeiten der Verbindlichkeiten ergeben sich wie folgt:
| 31.12.2022 (TEUR) | insgesamt | < 1 Jahr | >1 Jahr bis 5 Jahre | >5 Jahre |
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 22.784 | 3.820 | 15.280 | 3.684 |
| Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen | 229 | 229 | 0 | 0 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 91.840 | 91.840 | 0 | 0 |
| Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen | 2 | 2 | 0 | 0 |
| Sonstige Verbindlichkeiten | 23.514 | 23.262 | 252 | 0 |
| Summe | 138.369 | 119.153 | 15.532 | 3.684 |
| 31.12.2021 (TEUR) | insgesamt | < 1 Jahr | >1 Jahr bis 5 Jahre | >5 Jahre |
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 28.180 | 5.396 | 15.280 | 7.504 |
| Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen | 6 | 6 | 0 | 0 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 103.497 | 103.497 | 0 | 0 |
| Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen | 7 | 7 | 0 | 0 |
| Sonstige Verbindlichkeiten | 42.693 | 17.907 | 24.776 | 0 |
| Summe | 174.373 | 126.813 | 40.056 | 7.504 |
Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten (TEUR 22.784) sind, wie im Vorjahr (TEUR 28.180) in voller Höhe besichert durch Sicherungsübereignungen von Anlagevermögen, Forderungsabtretungen sowie Verpfändungen von Gesellschaftsanteilen.
Die sonstigen Verbindlichkeiten beinhalten u.a. kreditorische Debitoren (TEUR 12.979, im Vorjahr TEUR 1.338), Verbindlichkeiten aus Steuern (TEUR 4.132, im Vorjahr TEUR 4.418) sowie Pfandgeldverbindlichkeiten (TEUR 2.260, im Vorjahr TEUR 1.710). Im Vorjahr war unter diesem Posten noch eine Kaufpreisverbindlichkeit in Höhe von TEUR 3.110 enthalten.
Latente Steuern
Insgesamt ergibt sich im Konzernabschluss der Interzero Circular Solutions GmbH, Berlin, ein Passivüberhang an latenten Steuern, der aus passiven latenten Steuern aus Konsolidierungsvorgängen nach § 306 HGB resultiert. Gegenüber dem Vorjahr haben sich die passiven latenten Steuern aus § 306 HGB um TEUR 1.329 gemindert. Die passiven latenten Steuern resultieren vor allem aus Unterschieden in der Bewertung von immateriellen Vermögensgegenständen und Sachanlagen.
Der Passivüberhang an latenten Steuern wurde teilweise durch aktive latente Steuern gemindert. Ein Teil der aktiven latenten Steuern wird jedoch aufgrund eines sich ergebenden Aktivüberhangs und der Nutzung des Wahlrechts nach § 274 HGB in den Einzelabschlüssen in Einklang mit den konzerneinheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden nicht bilanziert. Die aktiven latenten Steuern resultieren aus Unterschieden in der Bewertung von Pensions- und sonstigen Rückstellungen.
Für die Steuerberechnung wurden, die in den jeweiligen Ländern relevanten Ertragsteuersätze, verwendet. Für die Ermittlung der latenten Steuern auf Konsolidierungsmaßnahmen wurde in Bezug auf die in einen ertragsteuerlichen Organkreis eingebundenen Unternehmen ein Steuersatz von 30,0 % in Bezug auf die nicht in einen ertragsteuerlichen Organkreis eingebundenen Unternehmen ein kombinierter Ertragsteuersatz von 24,0 % bis 25,0 % zu Grunde gelegt.
Haftungsverhältnisse
Haftungsverhältnisse bestehen zum Bilanzstichtag aus einer selbstständigen, unbedingten und unwiderruflichen Garantie in Höhe von TEUR 15.280 gegenüber einem Vermieter eines verbundenen Unternehmens. Im Vorjahr bestanden keine wesentlichen Haftungsverhältnisse. Das Risiko einer Inanspruchnahme wird als gering eingeschätzt, da das verbundene Unternehmen über ausreichende finanzielle Mittel verfügt.
Sonstige finanzielle Verpflichtungen/Außerbilanzielle Geschäfte
Zum Bilanzstichtag betragen die sonstigen finanziellen Verpflichtungen und außerbilanziellen Geschäfte TEUR 105.022 (im Vorjahr TEUR 101.064). Diese wurden zur Verbesserung des Working Capitals abgeschlossen. Im Einzelnen betreffen diese Verpflichtungen unter Berücksichtigung von Fristigkeiten u. a. folgende Sachverhalte:
| 31.12.2022 (TEUR) | insgesamt | < 1 Jahr | >1 Jahr bis 5 Jahre | >5 Jahre |
| Zahlungsverpflichtungen aus Miet-, Pacht- und Leasingverträgen | 97.183 | 10.452 | 23.697 | 63.034 |
| Zinsverpflichtungen aus langfristigen Darlehen | 145 | 145 | 0 | 0 |
| Bestellobligo aus erteilten Investitionsaufträgen | 2.113 | 2.113 | 0 | 0 |
| Sonstige | 5.580 | 5.381 | 199 | 0 |
| Summe | 105.022 | 18.091 | 23.896 | 63.034 |
| 31.12.2021 (TEUR) | insgesamt | < 1 Jahr | >1 Jahr bis 5 Jahre | >5 Jahre |
| Zahlungsverpflichtungen aus Miet-, Pacht- und Leasingverträgen | 87.394 | 12.202 | 23.822 | 51.370 |
| Zinsverpflichtungen aus langfristigen Darlehen | 4.793 | 2.973 | 1.676 | 144 |
| Bestellobligo aus erteilten Investitionsaufträgen | 2.251 | 2.251 | 0 | 0 |
| Sonstige | 6.626 | 4.842 | 1.784 | 0 |
| Summe | 101.064 | 22.268 | 27.282 | 51.514 |
Erläuterungen zur Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung
Umsatzerlöse
Die Außenumsatzerlöse entfallen wie folgt auf das In- und Ausland:
| Geschäftsjahr 2022 (TEUR) | Inland | Ausland | Insgesamt |
| Erlöse aus Dienstleistungen | 436.996 | 285.934 | 722.930 |
| Erlöse aus dem Verkauf von Produkten | 104.539 | 55.918 | 160.456 |
| Erlöse aus dem Verkauf von fertigen Erzeugnissen | 28.428 | 9.257 | 37.684 |
| Sonstige Erlöse | 2.565 | 718 | 3.284 |
| Erlösschmälerungen | -12.374 | -1.020 | -13.394 |
| Summe | 560.154 | 350.807 | 910.961 |
| Geschäftsjahr 2021 (TEUR) | Inland | Ausland | Insgesamt |
| Erlöse aus Dienstleistungen | 372.558 | 299.858 | 672.416 |
| Erlöse aus dem Verkauf von Produkten | 93.360 | 25.144 | 118.504 |
| Erlöse aus dem Verkauf von fertigen Erzeugnissen | 26.339 | 3.168 | 29.507 |
| Sonstige Erlöse | 3.275 | 2.542 | 5.817 |
| Erlösschmälerungen | -8.009 | -541 | -8.550 |
| Summe | 487.523 | 330.171 | 817.694 |
Sonstige betriebliche Erträge
Dieser Posten beinhaltet hauptsächlich periodenfremde Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen in Höhe von TEUR 19.243 (im Vorjahr TEUR 26.659) sowie Erträge aus der Neubewertung von Forderungen. Im Vorjahr waren noch Entkonsolidierungsgewinne enthalten.
Sonstige betriebliche Aufwendungen
Dieser Posten enthält im Wesentlichen Aufwendungen für Verkaufsprovisionen (TEUR 25.569, im Vorjahr TEUR 28.306), Aufwendungen für Ausgangsfrachten (TEUR 16.209, im Vorjahr TEUR 14.919), Raumkosten (TEUR 13.547, im Vorjahr TEUR 13.493), Kosten der Datenverarbeitung (TEUR 13.206, im Vorjahr TEUR 8.240), Instandhaltungsaufwendungen (TEUR 10.390, im Vorjahr TEUR 9.191), Rechts- und Beratungskosten (TEUR 8.365, im Vorjahr TEUR 10.629), Fuhrparkkosten (TEUR 6.547, im Vorjahr TEUR 6.193), Versicherungskosten (TEUR 4.645, im Vorjahr TEUR 3.727), Aufwendungen aus der Wertberichtigung und Abschreibung von Forderungen (TEUR 2.545, im Vorjahr TEUR 4.406) sowie weitere Betriebs-, Vertriebs- und Verwaltungsaufwendungen. Es sind wie im Vorjahr keine wesentlichen periodenfremden Aufwendungen enthalten.
Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge
In diesem Posten sind, wie im Vorjahr, keine nennenswerten Erträge aus der Abzinsung von langfristigen Rückstellungen enthalten.
Zinsen und ähnliche Aufwendungen
In diesem Posten sind u.a. Zinsaufwendungen für Darlehen (TEUR 3.363, im Vorjahr TEUR 2.887), Aufwendungen aus der Aufzinsung von langfristigen Rückstellungen in Höhe von TEUR 67 (im Vorjahr TEUR 236) sowie Avalgebühren und Provisionen (TEUR 52, im Vorjahr TEUR 220) enthalten.
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag
Die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag beinhalten Erträge aus latenten Steuern in Höhe von TEUR 1.334 (im Vorjahr TEUR 2.828).
Sonstige Angaben
Kapitalflussrechnung
Die Kapitalflussrechnung wurde gemäß DRS 21 "Kapitalflussrechnung" aufgestellt. Der Finanzmittelbestand umfasst grundsätzlich die Posten Kassenbestand, Schecks und Guthaben bei Kreditinstituten und die Wertpapiere des Umlaufvermögens. Im Berichtsjahr enthält der Finanzmittelbestand ausschließlich den Kassenbestand, Schecks und Guthaben bei Kreditinstituten. Das Guthaben bei Kreditinstituten unterliegt zum Bilanzstichtag keinen Verfügungsbeschränkungen. Im Vorjahr waren verfügungsbeschränkte liquide Mittel in Höhe von TEUR 15.003 enthalten.
Konzerneigenkapitalspiegel
Zum 31. Dezember 2022 stehen TEUR 219.615 zur Ausschüttung an die Gesellschafter zur Verfügung.
Geschäftsführung und Aufsichtsrat
Gemäß § 286 Abs. 4 HGB unterbleibt die Angabe der Gesamtbezüge der Geschäftsführung. Die Geschäftsführung führen ihre Tätigkeit hauptberuflich aus.
Der Aufsichtsrat erhielt für seine Tätigkeit keine Vergütung.
Mitarbeiter
Die durchschnittliche Zahl der während des Geschäftsjahres beschäftigten Mitarbeiter ergibt sich wie folgt:
| Gewerbliche Arbeitnehmer | 872 |
| Angestellte | 1.108 |
| 1.980 |
Konzernverhältnisse
Die Interzero Circular Solutions GmbH, Berlin (Amtsgericht Charlottenburg, HRB 180086 B), stellt den Konzernabschluss für den kleinsten Kreis von Unternehmen auf. Dieser Konzernabschluss wird im elektronischen Bundesanzeiger veröffentlicht.
Die Interzero Circular Solutions GmbH, Berlin, und ihre Tochterunternehmen und Beteiligungen werden in den Konzernabschluss der Interzero Holding GmbH & Co. KG, Berlin (Amtsgericht Charlottenburg, HRA 61033 B) einbezogen. Die Interzero Holding GmbH & Co. KG, Berlin, stellt den Konzernabschluss für den größten Kreis von Unternehmen auf. Dieser Konzernabschluss wird im elektronischen Bundesanzeiger bekannt gemacht.
Honorar des Konzernabschlussprüfers
Das berechnete Gesamthonorar für die Prüfung des Konzernabschlusses für das Geschäftsjahr 2022 im Sinne des § 314 Abs. 1 Nr. 9 HGB beträgt TEUR 249 (im Vorjahr TEUR 285). Davon entfallen auf Abschlussprüfungsleistungen TEUR 213 (im Vorjahr TEUR 209), andere Bestätigungsleistungen TEUR 35 (im Vorjahr TEUR 76), Steuerberatungsleistungen TEUR 0, (im Vorjahr TEUR 0) und sonstige Leistungen TEUR 0 (im Vorjahr TEUR 0).
Befreiung nach § 264 Abs. 3 HGB
Die Gesellschaften, die die Befreiungsvorschriften nach § 264 Abs. 3 HGB in Anspruch nehmen, sind aus der Konzernanteilsbesitzliste (Anlage 1 zum Anhang) ersichtlich.
Ergebnisverwendungsvorschlag
Die Geschäftsführung des Mutterunternehmens schlägt vor, den Bilanzverlust des Mutterunternehmens in Höhe von TEUR 59.061 auf neue Rechnung vorzutragen.
Nachtragsbericht
Infolge der weiteren Fokussierung auf ein innovatives, nachhaltiges und kundenindividuelles sowie zunehmend digitales Kreislaufmanagement, wurden zum Jahreswechsel 2022/2023 sämtliche Kapitalanteile an der anlagenintensiven ALBA Recycling GmbH, Berlin, veräußert. Neben dem Verkauf der Kapitalanteile wurde auch die Kreditnehmerposition für das Konsortialdarlehen übertragen. Darüber hinaus sind zum Bilanzstichtag der veräußerten Gesellschaft sonstige finanzielle Verpflichtungen, im Wesentlichen aus Miet-, Leasing- und Pachtverträgen, in einem erheblichen Umfang zuzurechnen.
Berlin, 19. April 2023
Sebastiaan Krol, Geschäftsführer
Melanie Freytag, Geschäftsführerin
Anteilsbesitzliste zum 31.12.2022
| Nr. | Konzern-Nr. | Muttergesellschaft | Name und Sitz der Gesellschaft | Kapitalanteil % | Fußnote |
| 1. Vollkonsolidierte Unternehmen | |||||
| 1 | 1110 |
Interzero Circular Solutions GmbH, Berlin/Deutschland
(vormals ALBA Services Holding GmbH) |
|||
| 2 | 1120 | 1110 |
Interzero Circular Solutions Subholding GmbH,
Berlin/Deutschland
(vormals ALBA Services Subholding GmbH) |
100,00 % | 1.) |
| 3 | 8280 | 1120 | Brandenburgische Boden Gesellschaft für Grundstücksverwaltung GmbH, Zossen/Deutschland | 100,00 % | 1.) |
| 4 | 8295 | 8280 | Projektgesellschaft Nauen GmbH, Zossen/Deutschland | 100,00 % | |
| 5 | 3605 | 1120 |
Interzero Business Solutions GmbH,
Köln/Deutschland
(vormals INTERSEROH ProServ GmbH) |
100,00 % | 1.) |
| 6 | A-0015 | 1120 | ALBA Recycling GmbH, Berlin/Deutschland | 100,00 % | 1.) |
| 7 | 8016 | A-0015 | Abfallverwertung Leipzig GmbH, Leipzig/Deutschland | 70,00 % | |
| 8 | 2000 | 1120 |
Interzero Circular Solutions Germany GmbH,
Köln/Deutschland
(vormals INTERSEROH Dienstleistungs GmbH) |
100,00 % | 1.) |
| 9 | 2085 | 2000 |
Interzero Deposit Solutions GmbH,
Köln/Deutschland
(vormals INTERSEROH Pfand-System GmbH) |
100,00 % | 1.) |
| 10 | 2095 | 2000 |
Interzero Pooling Cycle GmbH, Köln/Deutschland
(vormals INTERSEROH Pool-System GmbH) |
100,00 % | 1.) |
| 11 | 2096 | 2000 |
Interzero Product Cycle GmbH, Melle/Deutschland
(vormals INTERSEROH Product Cycle GmbH) |
100,00 % | 1.) |
| 12 | 4978 | 2000 |
Interzero Repasack GmbH, Wiesbaden/Deutschland
(vormals Repasack Gesellschaft zur Verwertung gebrauchter Papiersäcke mbH) |
100,00 % | 1.) |
| 13 | 2020 | 2000 | CARElean GmbH, Köln/Deutschland | 100,00 % | 1.) |
| 14 | 2030 | 2000 | Relenda GmbH, Magdeburg/Deutschland | 100,00 % | 1.) |
| 15 | 2040 | 2000 | Interseroh+ GmbH, Köln/Deutschland | 100,00 % | 1.) |
| 16 | A-2046 | 2040 |
Interzero Plastics Innovations, inovacije in
raziskave d.o.o., Maribor/Slowenien
(vormals Interseroh Plastics Research & Development, raziskave in razvoj, d.o.o.) |
100,00 % | |
| 17 | 2100 | 2000 |
Interzero Circular Solutions Europe GmbH,
Wien/Österreich
(vormals INTERSEROH Austria GmbH) |
100,00 % | |
| 18 | 2170 | 2100 | profitara austria GmbH, Wien/Österreich | 100,00 % | |
| 19 | 2150 | 2100 |
Interzero Organizacja Odzysku Opakowań S.A.,
Warschau/Polen
(vormals Interseroh Organizacja Odzysku S.A.) |
99,00 % | |
| 2000 | 1,00 % | ||||
| 20 | 2280 | 2150 |
Interzero Advisory Sp. z.o.o., Warschau/Polen
(vormals Interseroh Advisory sp. z.o.o) |
100,00 % | |
| 21 | 2255 | 2100 |
Interzero Polska Sp. z.o.o., Warschau/Polen
(vormals INTERSEROH Polska Spolka z.o.o.) |
96,00 % | |
| 2170 | 4,00 % | ||||
| 22 | 2130 | 2255 |
Interzero Organizacja Odzysku Sprzetu Elektronicznego
i Elektrycznego S.A., Warschau/Polen
(vormals Interseroh Organizacja Odzysku Sprzetu Elektronicznego i Elektrycznego S.A.) |
100,00 % | |
| 23 | 2110 | 2100 |
Interzero d.o.o., za gospodarenje otpadom d.o.o.,
Zagreb/Kroatien
(vormals Interseroh d.o.o. za posredovanje u zbrinjavanju otpadom d.o.o.) |
100,00 % | |
| 24 | 2230 | 2110 | Profesio agencija za privremeno zaposljavanje d.o.o., Zagreb/Kroatien | 60,00 % | |
| 25 | 2090 | 2100 |
Interzero Trajnostne rešitve za svet brez
odpadkov d.o.o., Ljubjana/Slowenien
(vormals INTERSEROH zbiranje in predelava odpadnih surovin d.o.o.) |
100,00 % | |
| 26 | 2210 | 2100 |
Interzero Italy S.r.l., Mailand/Italien
(vormals INTERSEROH TSR Italia S.r.l.) |
80,00 % | |
| 2. Nicht in den Konzernabschluss einbezogene Unternehmen | |||||
| 27 | 2140 | 2100 |
Interzero s.r.o., Bratislava/Slowakei
(vormals Interseroh s.r.o.) |
88,70 % | |
| 2170 | 11,30 % | ||||
| 28 | 2190 | 2090 | PROFITARA svetovanje na podrocju ekologije d.o.o., Ljubjana/Slowenien | 100,00 % | |
| 29 | 2265 | 2170 | Interseroh Czech a.s., Prag/Tschechien (i.L.) | 92,50 % | |
| 30 | 2270 | 2100 | Interseroh Solutions s.r.o, Prag/Tschechien | 90,00 % | |
| 2255 | 10,00 % | ||||
| 31 | 2700 | 2000 | SIMPLi RETURN GmbH Köln/Deutschland (i.L.) | 51,00 % | |
| 32 | 2125 | 2100 | Interzero Pak d.o.o. Beograd/Serbien | 100,00 % | |
| 33 | 2135 | 2100 | Interzero Solutions d.o.o. Beograd/Serbien | 100,00 % | |
| 34 | 8017 | A-0015 | Walldürn Grundstücks GmbH, Berlin/Deuschland | 100,00 % | |
| 35 | 2060 | 2000 |
Interzero EPR Services GmbH, Berlin/Deuschland
(vormals Kronen 2781 GmbH) |
100,00 % | |
| 3. Sonstige Beteiligungen | |||||
| 36 | 9910 | 2085 | Clearing Solution GmbH, Filderstadt/Deutschland | 25,00 % | |
| 37 | 2010 | 2040 | Gemeinsame Stelle dualer Systeme Deutschland GmbH, Köln/Deutschland | 7,69 % | |
| 38 | 5101 | 2000 | ECOBULPACK AD, Sofia/Bulgarien | 1,82 % | |
| 39 | 2220 | 2210 | ERION Packaging, Mailand/Italien Non Profit Producer Responsibility Organisation for the management of packaging Wast | 20,00 % |
Entwicklung des Konzernanlagevermögens 2022
| Anschaffungs- und Herstellungskosten | ||||
| EUR | 01.01.2022 | Zugang | Abgang |
Währungs-
differenz |
| Immaterielle Vermögensgegenstände | ||||
| 1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten | 148.957.449,49 | 1.391.270,25 | -4.320,03 | -5.038,67 |
| 2. Geschäfts- oder Firmenwert | 244.219.744,78 | 0,00 | 0,00 | -415,19 |
| 3. Geleistete Anzahlungen | 8.706,25 | 166.827,26 | 0,00 | 0,00 |
| Summe | 393.185.900,52 | 1.558.097,51 | -4.320,03 | -5.453,86 |
| Sachanlagen | ||||
| 1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken | 28.994.254,35 | 242.164,48 | 0,00 | 0,00 |
| 2. Technische Anlagen und Maschinen | 133.078.328,56 | 559.447,70 | -1.405.790,97 | -4.762,69 |
| 3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung | 24.427.514,93 | 1.786.279,64 | -1.725.411,00 | -3.045,40 |
| 4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau | 2.667.224,91 | 18.164.742,59 | -127.712,10 | 0,00 |
| Summe | 189.167.322,75 | 20.752.634,41 | -3.258.914,07 | -7.808,09 |
| Finanzanlagen | ||||
| 1. Anteile an verbundenen Unternehmen | 204.444,27 | 1.712.877,30 | 0,00 | 0,00 |
| 2. Sonstige Beteiligungen | 481.435,70 | 50.000,00 | 0,00 | 0,00 |
| 3. Ausleihungen an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht | 0,00 | 334.000,00 | 0,00 | 0,00 |
| 4. Sonstige Ausleihungen | 4.100,00 | 0,00 | -4.100,00 | 0,00 |
| Summe | 689.979,97 | 2.096.877,30 | -4.100,00 | 0,00 |
| Gesamt | 583.043.203,24 | 24.407.609,22 | -3.267.334,10 | -13.261,95 |
| Anschaffungs- und Herstellungskosten | |||
| EUR | Umbuchung im Spiegel | Konskreis Abgang | 31.12.2022 |
| Immaterielle Vermögensgegenstände | |||
| 1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten | 42.296,82 | -12.205.683,27 | 138.175.974,59 |
| 2. Geschäfts- oder Firmenwert | 0,00 | -4.103.154,65 | 240.116.174,94 |
| 3. Geleistete Anzahlungen | 120.000,00 | -6.141,25 | 289.392,26 |
| Summe | 162.296,82 | -16.314.979,17 | 378.581.541,79 |
| Sachanlagen | |||
| 1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken | 51.378,19 | -65.271,29 | 29.222.525,73 |
| 2. Technische Anlagen und Maschinen | 6.306.603,81 | -48.616,43 | 138.485.209,98 |
| 3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung | 256.946,79 | -2.360.052,39 | 22.382.232,57 |
| 4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau | -6.777.225,61 | 0,00 | 13.927.029,79 |
| Summe | -162.296,82 | -2.473.940,11 | 204.016.998,07 |
| Finanzanlagen | |||
| 1. Anteile an verbundenen Unternehmen | 0,00 | 0,00 | 1.917.321,57 |
| 2. Sonstige Beteiligungen | 0,00 | 0,00 | 531.435,70 |
| 3. Ausleihungen an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht | 0,00 | 0,00 | 334.000,00 |
| 4. Sonstige Ausleihungen | 0,00 | 0,00 | 0,00 |
| Summe | 0,00 | 0,00 | 2.782.757,27 |
| Gesamt | 0,00 | -18.788.919,28 | 585.381.297,13 |
| Abschreibungen | |||
| EUR | 01.01.2022 | Zugang | Abgang |
| Immaterielle Vermögensgegenstände | |||
| 1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten | 78.429.121,85 | 7.864.295,56 | -3.932,28 |
| 2. Geschäfts- oder Firmenwert | 86.265.995,37 | 11.328.209,92 | 0,00 |
| 3. Geleistete Anzahlungen | 0,00 | 0,00 | 0,00 |
| Summe | 164.695.117,22 | 19.192.505,48 | -3.932,28 |
| Sachanlagen | |||
| 1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken | 15.687.739,30 | 1.039.196,81 | 0,00 |
| 2. Technische Anlagen und Maschinen | 80.698.506,12 | 10.469.593,10 | -988.060,00 |
| 3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung | 18.330.361,62 | 1.777.207,57 | -1.609.768,72 |
| 4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau | 0,00 | 0,00 | 0,00 |
| Summe | 114.716.607,04 | 13.285.997,48 | -2.597.828,72 |
| Finanzanlagen | |||
| 1. Anteile an verbundenen Unternehmen | 102.444,27 | 0,00 | 0,00 |
| 2. Sonstige Beteiligungen | 313.793,11 | 0,00 | 0,00 |
| 3. Ausleihungen an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht | 0,00 | 0,00 | 0,00 |
| 4. Sonstige Ausleihungen | 0,00 | 0,00 | 0,00 |
| Summe | 416.237,38 | 0,00 | 0,00 |
| Gesamt | 279.827.961,64 | 32.478.502,96 | -2.601.761,00 |
| Abschreibungen | |||
| EUR |
Währungs-
differenz |
Konskreis Abgang | 31.12.2022 |
| Immaterielle Vermögensgegenstände | |||
| 1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten | -4.348,63 | -12.149.913,17 | 74.135.223,33 |
| 2. Geschäfts- oder Firmenwert | -415,19 | -6.424.400,65 | 91.169.389,45 |
| 3. Geleistete Anzahlungen | 0,00 | 0,00 | 0,00 |
| Summe | -4.763,82 | -18.574.313,82 | 165.304.612,78 |
| Sachanlagen | |||
| 1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken | 0,00 | -48.299,29 | 16.678.636,82 |
| 2. Technische Anlagen und Maschinen | -3.147,91 | -48.616,43 | 90.128.274,88 |
| 3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung | -1.798,08 | -2.116.784,39 | 16.379.218,00 |
| 4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau | 0,00 | 0,00 | 0,00 |
| Summe | -4.945,99 | -2.213.700,11 | 123.186.129,70 |
| Finanzanlagen | |||
| 1. Anteile an verbundenen Unternehmen | 0,00 | 0,00 | 102.444,27 |
| 2. Sonstige Beteiligungen | 0,00 | 0,00 | 313.793,11 |
| 3. Ausleihungen an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht | 0,00 | 0,00 | 0,00 |
| 4. Sonstige Ausleihungen | 0,00 | 0,00 | 0,00 |
| Summe | 0,00 | 0,00 | 416.237,38 |
| Gesamt | -9.709,81 | -20.788.013,93 | 288.906.979,86 |
| Buchwert | Buchwert | |
| EUR | 31.12.2022 | 31.12.2021 |
| Immaterielle Vermögensgegenstände | ||
| 1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten | 64.040.751,26 | 70.528.327,64 |
| 2. Geschäfts- oder Firmenwert | 148.946.785,49 | 157.953.749,41 |
| 3. Geleistete Anzahlungen | 289.392,26 | 8.706,25 |
| Summe | 213.276.929,01 | 228.490.783,30 |
| Sachanlagen | ||
| 1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken | 12.543.888,91 | 13.306.515,05 |
| 2. Technische Anlagen und Maschinen | 48.356.935,10 | 52.379.822,44 |
| 3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung | 6.003.014,57 | 6.097.153,31 |
| 4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau | 13.927.029,79 | 2.667.224,91 |
| Summe | 80.830.868,37 | 74.450.715,71 |
| Finanzanlagen | ||
| 1. Anteile an verbundenen Unternehmen | 1.814.877,30 | 102.000,00 |
| 2. Sonstige Beteiligungen | 217.642,59 | 167.642,59 |
| 3. Ausleihungen an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht | 334.000,00 | 0,00 |
| 4. Sonstige Ausleihungen | 0,00 | 4.100,00 |
| Summe | 2.366.519,89 | 273.742,59 |
| Gesamt | 296.474.317,27 | 303.215.241,60 |
Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2022 bis 31. Dezember 2022
Inhalt
A. Grundlagen des Konzerns
A.1. Produkte und Dienstleistungen
A.2. Steuerungssystem
B. Wirtschaftsbericht
B.1. Branchenbezogene Rahmenbedingungen
B.2. Änderungen rechtlicher Rahmenbedingungen
B.3. Geschäftsverlauf
B.4. Lage
B.4.1. Ertragslage
B.4.2. Vermögenslage
B.4.3. Finanzlage
B.5. Gesamtaussage zur wirtschaftlichen Lage der ICS-Gruppe
C.1. Chancenbericht
C.2. Risikobericht
C.2.1. Grundsätze
C.2.2. Das interne Kontrollsystem in Bezug auf die Konzernrechnungslegung
C.2.3. Risikobewertung
C.2.4. Risiken
C.3. Gesamtchancen- und -risikoprofil
D. Weitere Angaben
E. Prognosebericht
A. Grundlagen des Konzerns
Die Interzero Circular Solutions GmbH, Berlin, und die mit ihr verbundenen Tochterunternehmen (ICS-Gruppe) sind mit insgesamt 39 Tochter- und Beteiligungsunternehmen in zehn europäischen Ländern vertreten. Sie gehört zu den führenden Anbietern von Dienstleistungen rund um die Schließung von Produkt-, Material- und Logistikkreisläufen. Aufgabenfelder der ICS-Gruppe sind die Konzeption und die Realisation von Erfassungs-, Rückhol- und Kreislaufsystemen für gebrauchte Verpackungen und Produkte. Darüber hinaus betreibt sie Anlagen zur Sortierung von Leichtverpackungen (LVP) und zur Aufbereitung von Kunststoffen. Zusätzlich erbringt sie im geringen Umfang Facility-Management-Dienstleistungen.
A.1. Produkte und Dienstleistungen
Das Dienstleistungsangebot ist in sechs Geschäftsfelder unterteilt. Hierzu zählen Waste Management Solutions, Interseroh+, Circular Solutions, Recycling Solutions, Facility Solutions und International Solutions.
Wesentlicher Akteur des Geschäftsfelds Waste Management Solutions (WMS) ist die Interzero Circular Solutions Germany GmbH, Köln, (ICSG). Zudem sind diesem Geschäftsfeld die Interzero Deposit Solutions GmbH, Köln, (IDS) und die Interzero Repasack GmbH, Wiesbaden, (Repasack) zugeordnet.
Die ICSG organisiert gemäß Verpackungsgesetz (VerpackG) die Rücknahme von Transportverpackungen in Handel und Gewerbe. Hierzu führt sie über Dritte die Sammlung, den Transport, die Sortierung und die Aufbereitung der Verpackungen durch. Insgesamt betreibt die ICSG in mehreren Branchen Rücknahmelösungen für Transportverpackungen.
Ein weiterer Bestandteil des Dienstleistungsangebotes der ICSG umfasst die gesamte Bandbreite des Managements der Filial-, Lager- und Produktionsstättenentsorgung sowie die Verwertung beziehungsweise Vermarktung der gewonnenen Rohstoffe. Hier wird ein nach Kundenwünschen individualisiertes Konzept erarbeitet. Mit EcoService24 wird ferner ein webbasiertes Entsorgungsportal im Privat- und Kleingewerbekunden-Bereich betrieben.
Darüber hinaus organisiert die ICSG für externe Hersteller die Rücknahme und Verwertung von Elektro- und Elektronik-Altgeräten gemäß Elektro- und Elektronikgerätegesetz (ElektroG). Der Dienstleister erstellt die gesetzlich geforderten Nachweise und unterstützt seine Kunden darüber hinaus bei den Themen Registrierung, Meldung, Garantie sowie Treuhänderschaft. Zudem betreibt die ICSG ein Sammelsystem für Leuchtmittel in Industrie, Handel und Gewerbe. Alle an den Sammelstellen anfallenden LED-Module, Leuchtstoffröhren und Energiesparlampen werden der Verwertung zugeführt.
Zudem sind dem Geschäftsfeld WMS die Aktivitäten rund um Einwegpfand-Lösungen zugeordnet. Im Rahmen der Rücknahme bepfandeter Einwegverpackungen erbringt die IDS für ihre Kunden die notwendigen Zählleistungen von Flaschen und Dosen, realisiert die notwendige Abholung der gesammelten Einwegverpackungen von den jeweiligen Anfallstellen sowie das zur Rückforderung der verauslagten Pfandgelder relevante Pfand-Clearing. Unter Pfand-Clearing wird hierbei die Verrechnung zwischen der Pfand einnehmenden Stelle und der Rücknahme- und damit der Pfand auszahlenden Stelle verstanden. Darüber hinaus vermarktet die Gesellschaft die dabei gewonnenen Rohstoffe (PET, Glas, Aluminium und Weißblech).
Die Repasack garantiert die ordnungsgemäße Rücknahme und Verwertung gebrauchter Kraftpapiersäcke aus Gewerbe und Industrie im Sinne des VerpackG. Dies beinhaltet die Reinigung und Aufbereitung des Materials in einer eigenen Anlage in Oberhausen.
Das Geschäftsfeld Interseroh+ umfasst die Rücknahme von Verkaufsverpackungen. Das VerpackG verlangt von Inverkehrbringern, dass sie ihre Verkaufsverpackungen, die bei privaten Endverbrauchern anfallen, über ein duales System zurücknehmen und verwerten lassen. Mit dieser Dienstleistung bietet die Interseroh+ GmbH, Köln, (IS+) Sammlung, Transport, Sortierung und Aufbereitung jener Verkaufsverpackungen an. Über die Verpackungslizenzierung hinaus bietet das duale System Interseroh+ den kompletten Wertstoffkreislauf aus einer Hand - vom recyclinggerechten Verpackungsdesign bis zu hochwertigen Rezyklaten für eine nachhaltige Produktion. Unternehmen, die sich für einen Vertrag mit der Interseroh+ entscheiden, erfüllen damit nicht nur ihre Pflichten aus dem Verpackungsgesetz, sondern können als Partner der "Recycling-Allianz" selbst Verantwortung für das Schließen von Rohstoffkreisläufen übernehmen.
Dem Geschäftsfeld Circular Solutions sind die Interzero Pooling Cycle GmbH, Köln, (IZ Pool) sowie die Interzero Product Cycle GmbH, Melle, (IPC) zugeordnet.
Beim Mehrweg-Pooling-System steht die Vermeidung von Abfällen im Vordergrund. In einem innovativen Kreislaufsystem werden Mehrweg-Transportverpackungen entlang der Lieferkette vom Erzeuger bis zur Filiale durch die IZ Pool gemanagt. Die in einem Logistikkreislauf geführten Boxen werden beispielsweise zum Verkauf von Obst und Gemüse eines großen Lebensmitteldiscounters eingesetzt. Nach dem Verkauf der Waren werden zur Erhaltung der Hygienestandards alle Boxen in firmeneigenen Waschdepots gereinigt und instandgesetzt, wenn sie dem Lieferkettenstandard nicht entsprechen. Nicht reparable Mehrweg-Transportverpackungen werden in einem geschlossenen Recyclingkreislauf für die Herstellung neuer Kisten eingesetzt. Die IZ Pool optimiert die Pool-Bestände durch die Synchronisation nationaler Abholungen im Handel, internationale Zustellungen in das Netzwerk des Obst-/Gemüse-Handels und der zentralen Waschkapazitäten. Sie erhielt als erster Pooling-Dienstleister die Zertifizierung gemäß DIN EN ISO 22000:2005 (Lebensmittelsicherheit).
Die IPC sammelt und sortiert leere Tintenpatronen und Tonerkartuschen aus Druckern, Kopierern und Faxgeräten und vermarktet diese zur Wiederbefüllung an sogenannte Refiller. Zudem betreibt die IPC IT-Refurbishment. Hierunter wird die Wiederaufbereitung von Hardware zur Wiederverwendung und -vermarktung verstanden. Der Geschäftsbereich bietet alle Schritte aus einer Hand: von der Abholung über die Datenlöschung und Aufbereitung bis hin zur Vermarktung. Alle Daten werden gemäß einer Empfehlung des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik mit einer zertifizierten Software gelöscht. Zudem werden die Geräte geprüft, aufgerüstet und anschließend über Vertriebspartner weiter vermarktet.
Zum Geschäftsfeld Recycling Solutions zählen der Betrieb von Anlagen zur Sortierung von Leichtverpackungen und die Aufbereitung von Kunststoffen. Mit Recycled-Resource hat der Bereich ein innovatives Verfahren entwickelt, mit dem aus Altkunststoffen nach individuellen Kundenvorgaben die Recyclat-Compounds Recythen und Procyclen hergestellt werden. Aus diesen können anschließend neue Verpackungen und Produkte entstehen. Die so gewonnenen Compounds besitzen dank hochmoderner Sortiertechnik, kombiniert mit neuester Verfahrenstechnologie und der anwendungsspezifischen Additivierung im Extrussionsprozess, eine konstante Qualität, weshalb es möglich ist, diese als 100 %iges Neuwarensubstitut einzusetzen.
Als Full-Service-Provider mit Fokus auf die Wohnungswirtschaft wurden im ersten Halbjahr des Berichtsjahres im Geschäftsfeld Facility Solutions infrastrukturelle und technische Facility Management Dienstleistungen erbracht. Mitte des Geschäftsjahres 2022 wurden große Teile dieser Geschäftsaktivitäten veräußert. Das Geschäftsfeld fokussiert sich somit auf die Immobilienverwaltung und -verwertung von Liegenschaften im Eigentum Dritter.
Das zudem bestehende Geschäftsfeld International Solutions ist ein wichtiger Treiber bei der Internationalisierung der Dienstleistungen aus den einzelnen Geschäftsfeldern, aber auch für länderspezifische Innovationen und Produktentwicklungen. Die ICS-Gruppe ist mit eigenen Gesellschaften in mittel-, süd- und osteuropäischen Recyclingmärkten tätig. Hierzu gehören unter anderem Österreich, Slowenien, Polen, Italien und Kroatien. In diesen Ländern bietet die Unternehmensgruppe Filial- und Zentrallagerentsorgung sowie diverse Sammelsysteme an, beispielsweise für Transportverpackungen, Verkaufsverpackungen oder E-Schrott.
Bezogen auf den Ergebnisbeitrag sind die Bereiche WMS, Interseroh+ und Recycling Solutions von wesentlicher Bedeutung. Darüber hinaus gewinnt das Geschäftsfeld International Solutions zunehmend an Relevanz.
A.2. Steuerungssystem
In der ICS-Gruppe werden zur Steuerung der gesamten Gruppe, der Geschäftsfelder sowie deren Geschäftsaktivitäten verschiedene Kennzahlen genutzt. Diese Kennzahlen werden der Geschäftsführung der ICS-Gruppe grundsätzlich monatlich vorgelegt.
Steuerungsgrößen
Umsatzerlöse
Die Umsatzerlöse der Unternehmensgruppe setzen sich aus Erlösen aus der Erbringung von Dienstleistungen und aus Erlösen aus dem Verkauf von Waren und fertigen Erzeugnissen abzüglich Erlösschmälerungen zusammen.
EBITDA (Earnings Before Interest, Taxes, Depreciation and Amortization)
Anhand dieser Kennzahl ermittelt die Unternehmensgruppe Effizienz und Ertragskraft des operativen Geschäfts. Die Kennzahl wird wie folgt berechnet: Umsatzerlöse plus bzw. minus Bestandsveränderungen, plus aktivierte Eigenleistungen und sonstige betriebliche Erträge, abzüglich sonstiger betrieblicher Aufwendungen und sonstiger Steuern sowie Material- und Personalaufwand.
EBIT (Earnings Before Interest and Taxes)
Das EBIT gibt Auskunft über die gesamte Ertragskraft der Unternehmensgruppe. Die Berechnung erfolgt dabei über den Abzug der Abschreibungen vom EBITDA.
Investitionen
Die absolute Größe der Investitionen zeigt die langfristige Bindung finanzieller Mittel im Anlagevermögen ohne Finanzierungsleasing. Bei Investitionsentscheidungen steht die zielgerichtete Verwendung der Finanzmittel im Mittelpunkt.
Marktanteil Interseroh+
Der Marktanteil des Betreibers eines dualen Systems bemisst sich anhand der durch die dualen Systeme an die Zentrale Stelle gemeldeten Mengen dividiert durch die Gesamtmenge. Hierdurch wird der zu tragende, individuelle Anteil des Aufwands, der im Gesamtmarkt dualer Systeme entsteht, bestimmt. Die für die Unternehmensgruppe maßgebliche Fraktion sind dabei die LVP.
B. Wirtschaftsbericht
B.1. Branchenbezogene Rahmenbedingungen
Ein bedeutender volkswirtschaftlicher Indikator für das Geschäftspotential der ICS-Gruppe ist die Entwicklung des realen Bruttoinlandsprodukts in Deutschland. Das ifo-Institut prognostizierte einen Anstieg des Bruttoinlandproduktes im Jahr 2022 von 1,8 % im Vergleich zum Vorjahr. Für das Winterhalbjahr 2022/2023 wird davon ausgegangen, dass die deutsche Wirtschaft eine sogenannte technische Rezession erleben wird. Nach Einschätzung des ifo-Instituts wird der Rückgang des BIP vor allem durch einen Angebotsschock hervorgerufen. Die starke Nachfrage, auch als Folge der Aufhebung der Coronamaßnahmen und des Konsumrückstaus, konnte die Wirtschaft allerdings in weiten Teilen stützen und eine negative Entwicklung verhindern.
Prägende Faktoren des Geschäftsjahres 2022 waren geopolitische Spannungen als Folge des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine, Liefer-, Energie- und Personalengpässe sowie die zunächst weiterhin andauernden Einschränkungen durch die Corona-Pandemie. Die einzelnen Faktoren verstärkten sich auch gegenseitig und schufen herausfordernde Rahmenbedingungen für die gesamte internationale Wirtschaftsgemeinschaft.
Mit Kriegsbeginn in der Ukraine waren vor allem die Energiepreise für Rohöl und Gas massiven Steigerungen ausgesetzt und sorgten für eine selten gesehene Unsicherheit auf dem europäischen Energiemarkt. Die hohen Energiepreise waren für eine deutliche Abkühlung des Welthandels verantwortlich und dämpften das Wirtschaftswachstum deutlich ein. Ferner trieben die höheren Energiepreise die Produktionskosten in die Höhe und befeuerten die Inflation.
Neben den höheren Energiepreisen (insbesondere Diesel) wurden die Lieferketten durch diverse weitere Faktoren getroffen. Zum Beispiel nimmt der Mangel an LKW-Fahrern weiter zu und wird durch den generellen Fachkräftemangel weiter verstärkt. Die zunächst weiterhin restriktive Null-Covid-Politik der Regierung in China und die daraus resultierenden Einschränkungen im Welthandel sorgten für einen teils deutlichen Rückstau in der globalen Logistik.
Die Kombination aus Engpässen bei der Versorgung mit Energie(-trägern) und die Schwierigkeiten bei Lieferung von Handelswaren, Vorprodukten und Rohstoffen waren die Hauptgründe für den Angebotsschock innerhalb der deutschen Wirtschaft. Die weitere Verschärfung des Arbeitskräftemangels schränkte die Herstellung von Waren und Dienstleistungen zusätzlich ein. Daraus resultierende Einschränkungen bei Produktionsmöglichkeiten und die generelle Steigerung der Produktionskosten trieben die angebotsseitige Knappheit weiter in die Höhe.
Die Entsorgungs- und Recyclingbranche war im Geschäftsjahr 2022 von nahezu allen genannten Punkten betroffen. Probleme und Preissteigerungen innerhalb der Logistik hatten eine direkte Auswirkung auf Entsorgungsdienstleistungen und belasteten so die gesamte Branche. Anschließende Tätigkeiten wie Sortierung, Verwertung und Recycling waren den hohen Energiepreisen ausgesetzt. Insbesondere energieintensive Recyclingverfahren wie z.B. im Bereich von PPK sorgten im dritten Quartal für einen zwischenzeitlichen Annahme- und Produktionsstopp in Recyclinganlagen. Auf die teils dramatischen Entwicklungen folgte im vierten Quartal eine Adaption der neuen Rahmenbedingungen und somit eine Entspannung der marktwirtschaftlichen Situation.
Die deutliche Verknappung und Verteuerung von Primärrohstoffen hatten allerdings auch eine Stärkung der gesamten Recycling- und Umweltdienstleistungsbranche zur Folge. Durch die starke Nachfrage und weiterhin hohe Konsumbereitschaft der Bevölkerung war die Branche als konsumnachgelagerter und produktionsvorgelagerter Wirtschaftsbereich nicht nur stabil, sondern verzeichnete Wachstum.
Insbesondere Handelsunternehmen mit hohem Bedarf an Verpackungsmaterialien wie Kunststoff und Papier setzen ihre Investitionen in die Branche fort. So hat z.B. die Schwarz-Gruppe seine in den Vorjahren begonnene Expansion in die Recyclingbranche weiter forciert und beispielsweise im dritten Quartal eine Papierfabrik mit einer Jahreskapazität von 530.000 Tonnen erworben.
Ein weiterer Trend der Branche ist die Gründung von Joint Ventures. Hierbei bündeln zwei Branchenunternehmen ihre Aktivitäten in einem Bereich. Der Grüne Punkt und Knettenbrech + Gurdulic gaben z.B. im Oktober 2022 bekannt, ein gemeinsames Joint Venture zum Ausbau der Kreislaufwirtschaft für Kunststoffe zu gründen.
Das ab Januar 2023 gültige Mehrweggesetz für den To-Go-Verkauf von Lebensmitteln zeigte bereits im Geschäftsjahr 2022 erste Wirkung. Ein internationaler Systemgastronomie-Franchiseanbieter startete ein erstes Pilotprojekt, in welchem in zwölf Filialen bis zu 60.000 Mehrwegbecher in Umlauf gebracht werden sollten.
Ebenfalls wurden im Geschäftsjahr 2022 erste Schritte unternommen, um die Verwertungsquoten von Kunststoffen deutlich zu verbessern. Aktuell werden nur knapp zwei Drittel der lizensierten Kunststoffverpackungen werkstofflich und der Rest thermisch verwertet. Die Rohstoffe gehen verloren und müssen weiterhin durch den Einsatz von Erdöl ausgeglichen werden. Als Alternative sieht die Branche die verstärkte Investition in chemisches Recycling, um die Recyclingquoten und die Schonung der natürlichen Ressourcen deutlich steigen zu lassen.
Durch die Verwerfungen des Geschäftsjahres hat die ohnehin starke Dynamik der Branche einen weiteren Schub erhalten. Die Wettbewerbssituation hat sich für die ICS-Gruppe zwar weiter intensiviert, allerdings wurde auch die Position innerhalb der Gesamtwirtschaft gestärkt und das noch unausgeschöpfte Potential verdeutlicht. Insbesondere die geopolitischen Spannungen und die Möglichkeit von Lieferembargos bei wichtigen Rohstoffen unterstreichen die Notwendigkeit einer starken Kreislaufwirtschaft.
B.2. Änderungen rechtlicher Rahmenbedingungen
Die aktuelle Legislaturperiode steht unter der Überschrift "Mehr Fortschritt wagen". Entsprechend hat sich der nationale Gesetzgeber zum Ziel gesetzt, durch ambitionierte Regelsetzung den Verbrauch von Primärrohstoffen zu senken und geschlossene Stoffkreisläufe zu schaffen. Zusätzliche Aktualität und Bedeutung hat das Thema Ressourcenschutz aufgrund der aktuellen geopolitischen Lage erhalten: Versorgungsengpässe, gestörte Lieferketten und drastisch gestiegene Energie- und Rohstoffpreise verdeutlichen die Wichtigkeit von Ressourceneffizienz und Kreislaufwirtschaft. Das Bundesumweltministerium (BMUV) wurde im Zuge der klaren Zielstellung 2022 neu organisiert: Der Abfallwirtschaftsbereich, der bisher als Unterabteilung WRII geführt wurde, wurde in eine neu geschaffene Abteilung T - "Transformation - Digitalisierung, Circular Economy, Klimaanpassung" eingegliedert, wodurch auch organisatorisch die Grundlagen für eine nationale Gesetzgebung hin zu einer Transformation zu einer konsequenten Kreislaufwirtschaft geschaffen wurden. Derzeit arbeitet das Bundesumweltministerium an Eckpunkten für eine nationale Kreislaufwirtschaftsstrategie. Beabsichtig ist, im Frühjahr 2023 einen Dialogprozess mit der Wissenschaft und den gesellschaftlichen Akteuren zu beginnen, deren Erkenntnisse in eine zu beschließende nationale Kreislaufwirtschaftsstrategie einfließen sollen.
Mit der Verordnung zur Änderung abfallrechtlicher Verordnungen hat der Gesetzgeber sechs Verordnungen geändert: die Bioabfallverordnung (Artikel 1), die Anzeige- und Erlaubnisverordnung (Artikel 2), die Gewerbeabfallverordnung (Artikel 3), die Abfallbeauftragtenverordnung (Artikel 4), die Nachweisverordnung (Artikel 5) und die POP-Abfall-Überwachungs-Verordnung (Artikel 6).
Ab 1. Januar 2023 gelten neue Vorgaben aus dem Verpackungsgesetz. Aufgrund der bereits im Mai 2021 beschlossenen Novelle des Verpackungsgesetzes tritt am 1. Januar 2023 die neue Mehrwegangebotspflicht in Kraft. Restaurants, Bistros und Cafés, die Essen und Getränke zum Mitnehmen verkaufen, sind verpflichtet, ihre Produkte auch in Mehrwegverpackungen anzubieten.
Im Weiteren wird der Fortgang der nationalen Kreislaufwirtschaftsgesetzgebung aktuell stark durch europäische Gesetzgebungsinitiativen überlagert. Dabei setzt sich beim europäischen Gesetzgeber allmählich der Trend durch, auch im Umweltbereich stärker auf das unmittelbar wirkende Rechtssetzungsinstrument der europäischen Verordnung zurückzugreifen. Anders als im Rahmen einer Richtliniengesetzgebung haben die nationalen Gesetzgeber hierbei einen stark eingeschränkten nationalen Handlungsspielraum, wodurch der nationale Gesetzgeber regelmäßig die Erwartung verbindlicher Vorgaben aus Brüssel in seine Planung einbezieht.
Den europäischen Initiativen ist jedoch gemein, dass sie der Bedeutung der Kreislaufwirtschaft im Rahmen von Ressourcenknappheit und Klimawandel Rechnung tragen und das Ziel hin zu einer kohlenstoffneutralen, ökologisch nachhaltigen und schadstofffreien Kreislaufwirtschaft in den Blick nehmen. Die Europäische Kommission hat in ihrem im März 2022 vorgestellten Aktionsplan für eine Kreislaufwirtschaft sieben Schlüsselbereiche identifiziert, die für die Verwirklichung der genannten Ziele von wesentlicher Bedeutung sind: Kunststoffe, Textilien, Elektronik, Lebensmittel, Wasser und Nährstoffe, Verpackungen, Batterien und Fahrzeuge, Bauwirtschaft und Gebäude.
• Ab dem 10. Oktober 2022 gelten europaweit neue Regeln für den Einsatz von recycelten Kunststoffen im Kontakt mit Lebensmitteln, z.B. Lebensmittelverpackungen. Nach den Vorschriften der neuen Verordnung sind Kunststoff-Rezyklate grundsätzlich nur dann in Lebensmittelkontaktmaterialien zulässig, wenn sie mittels einer "geeigneten Recycling-Technologie" oder einer "neuartigen Technologie" hergestellt wurden. Im Anhang I der neuen Verordnung sind derzeit zwei "geeignete" Recycling-Technologien zugelassen. Sogenannte "neuartige" Recycling-Technologien müssen, um als "geeignete" Recycling-Technologie zugelassen zu werden, ein umfangreiches Zulassungsverfahren durchlaufen.
• Bereits in 2020 hat die Kommission einen Vorschlag für eine Batterieverordnung vorgelegt, welche die bisherige Batterie-Richtlinie der EU von 2006 ersetzen soll. Die Batterieverordnung soll erstmals den gesamten Lebenszyklus von Batterien betrachten und die negativen Auswirkungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette reduzieren. Zu den geplanten Maßnahmen zählen bspw. die Ausweisung von CO 2 -Fußabdrücken, die Einführung von Performanceklassen und detaillierten Grenzwerten sowie eines digitalen Produktpasses auf europäischer Ebene. Die Sammel- und Recyclingquoten sollen sukzessive bis zum Jahr 2030 deutlich erhöht werden. Ab 2031 soll zudem eine Rezyklateinsatzquote für große Traktions- und Industriebatterien eingeführt werden (Blei, Kobalt, Lithium und Nickel). Mit dem Abschluss des Gesetzgebungsverfahren wird noch im 1. Quartal 2023 gerechnet.
• Die Europäische Kommission hat am 30. November 2022 einen ersten Entwurf einer Verpackungsverordnung vorgelegt, welcher die bisherige Verpackungsrichtlinie ablösen soll. Im Kern möchte die Kommission europaweit verpflichtende Vorgaben zum Design von Verpackungen und der Verpackungsabfallbewirtschaftung statuieren. Insoweit dies tatsächlich umgesetzt werden sollte, werden die kommenden Vorgaben zentrale Bedeutung für unser Geschäftsfelder entfalten. Bislang plant die Kommission Vorgaben zu folgenden Bereichen: Ab 2030 sollen nur noch recycelbare Verpackungen am Markt existieren und finanzielle Anreize geschaffen werden, durch welche die Wiederverwertbarkeit von Verpackungen gesteigert werden soll. Ab 2030 sollen die Verpflichteten verbindliche Mindestrecyclatanteile in ihren Verpackungen einsetzen (differenziert nach Verpackungsarten). Europaweit soll ab 2029 eine Pfandpflicht für bestimmte Einweg-Getränkeflaschen aus Kunststoff bzw. Einweg-Getränkebehälter aus Metall eingeführt werden (entsprechende Vorgaben sind bereits im VerpackG enthalten). Zudem sollen konkrete Vorgaben zur Verpackungsminimierung und Verpackungsverboten sowie Wiederverwendungs- und Wiederbefüllungsziele in Europa eingeführt werden. Aufgrund der umfangreichen Regelungen, die seitens der Kommission vorgeschlagen wurden, wird ein eher langwieriges Gesetzgebungsverfahren erwartet, so dass mit einer Verabschiedung mutmaßlich nicht vor Ende 2023 zu rechnen sein wird.
• Im Jahr 2021 hat die Kommission den Vorschlag einer neuen EU- Abfallverbringungsverordnung veröffentlicht. Ziel dieser Revision ist es, die Verbringung von Abfällen innerhalb der EU zu erleichtern und so die Kreislaufwirtschaft insgesamt zu fördern und der illegalen Ausfuhr von Abfällen sowie der Verlagerung der Abfallproblematik in Drittländer zu begegnen. Mit einer Verabschiedung wird 2023 gerechnet.
• Abschließend ist zu erwähnen, dass die Kommission eine schlanke Revision der Abfallrahmenrichtlinie angekündigt hat. Wesentliche Themenkomplexe sollen die Bereiche der Vermeidung von Lebensmittelabfällen, eine erweiterte Herstellerverantwortung für Textilien sowie Vorgaben zu einer verpflichtenden Getrenntsammlung kritischer Rohstoffe umfassen. Mit einem ersten Kommissionsvorschlag wird voraussichtlich Mitte 2023 gerechnet.
Folglich nimmt die Kommission sich auf regulatorischer Ebene sukzessive der wesentlichen Bereiche unsere operativen Geschäftsfelder an. Hierbei steht zu erwarten, dass aufgrund stetiger europaweiter Vereinheitlichung der rechtlichen Vorgaben und zunehmender Komplexität der Anforderungen, welche sich regelmäßig an unsere Zielkunden richten, sich erhebliche Chancen für unser Unternehmen als einem der führenden europaweit agierendem Unternehmen der Kreislaufwirtschaft eröffnen.
B.3. Geschäftsverlauf
Die im Vorjahr von der Geschäftsführung der ICS-Gruppe prognostizierte bedeutsame Umsatzsteigerung ist eingetreten. Der im Vorjahr bereits erwartete signifikante Anstieg des Marktanteils im Dualen System führte zu einer deutlichen Erhöhung der Umsatzerlöse. Darüber hinaus partizipierte die ICS-Gruppe insbesondere in der ersten Jahreshälfte an dem anhaltenden hohen Preisniveau auf den Rohstoffmärkten, was zu einer Erhöhung der Vermarktungserlöse führte. Infolgedessen wurde auch ein deutlich höheres EBITDA in Höhe von 48,3 Mio. Euro erzielt als im Vorjahr antizipiert.
Im Geschäftsfeld WMS konnte zum Ablauf des ersten Quartals ein neuer Großkundenvertrag geschlossen und ein weiterer verlängert werden. Zudem wurde das bestehende Vertragsportfolio um unrentable Verträge bereinigt. Der Bereich WMS insgesamt partizipierte an den Vermarktungspreisen für PPK und Folien, einem wichtigen Faktor für die Ergebniserzielung. Bei den Massensorten (Kaufhausaltpapier 1.04 und den gemischten Ballen 1.02) war in der zweiten Jahreshälfte eine zurückgehende Nachfrage und teilweise sogar ein Annahmestopp der Papierindustrie aufgrund der Unsicherheiten auf dem europäischen Energiemarkt zu verzeichnen. Zudem wurde im Bereich WMS ein Projekt gestartet, um den Ausbau der Ertragsfähigkeit unter anderem im Zusammenhang mit der Automatisierung der Auftragsabwicklung zu erhöhen.
Nachdem im Vorjahr im Geschäftsfeld Verkaufsverpackungen ein neues, innovatives Marktaufstellungskonzept erarbeitet wurde und die Voraussetzungen für den Betrieb sowie die Genehmigungen zum Betrieb eines neuen Dualen Systems geschaffen und eingeholt wurden, hat der operative Geschäftsbetrieb erfolgreich zum Anfang des Berichtsjahres gestartet. Der Marktanteil im Dualen System Interseroh+ konnte zum einen durch die erfolgreiche Verlängerung der Bestandskundenverträge und zum anderen und insbesondere durch den neu gewonnenen strategischen Kunden, ein großes Handelsunternehmen, gegenüber dem Vorjahr signifikant von ca. 2 % auf ca. 11 % gesteigert werden. Zudem konnte der Kundenbestand des Online-Portals Lizenzero nahezu verdoppelt werden.
Im Geschäftsfeld Recycling Solutions führten verschiedene Faktoren, wie beispielsweise die allgemeine Konjunkturlage, der gesellschaftliche Trend zur Abfallvermeidung sowie die Ausweitung des Einwegpfands zu einer rückläufigen Anlieferung von haushaltsnahen Verpackungsabfällen. Zudem belasteten deutlich gestiegene Energie- und Logistikkosten das Ergebnis. Gegenläufig kompensierte die weiterhin günstige Vermarktungssituation die Ertragslage. Hier konnten sowohl für Rezyklate als auch für unterschiedlichste Sortierfraktionen erfreuliche Vermarktungspreise realisiert werden. Insbesondere die Nachfrage nach qualitativ hochwertigen Rezyklaten war in der ersten Jahreshälfte sehr hoch, sodass diese teilweise nicht vollständig bedient werden konnte. In der zweiten Jahreshälfte war die Nachfrage hingegen rückläufig, sodass auch unsere Verkaufspreise unter Druck gerieten.
Die Geschäftsaktivitäten rund um die Schließung von Logistik- und Produktkreisläufen haben sich im Berichtsjahr rückläufig entwickelt. Die erzielten geringeren Ergebnisse im Geschäftsfeld Circular Solutions stehen teilweise in unmittelbarem Zusammenhang mit dem Ende April 2023 auslaufenden Vertrags mit einem Großkunden, für den ein Mehrweg-Pooling-System gemanagt wird. Da der Kunde nicht weiter in den bestehenden Pool der Mehrwegtransportverpackungen (MTV) investiert, stehen verschleißbedingt immer weniger MTV zur Verfügung. Defekte MTV können teilweise aufgrund fehlender Ersatzteile nicht mehr repariert werden. Dies führt zu hohen Reparaturbeständen und geringerer Verfügbarkeit. Höhere Energiekosten in den von uns betriebenen Waschanlagen und höhere Spritkosten im Transport wirken sich zudem negativ auf das Ergebnis aus.
Die im Vorjahr begonnene Fokussierung des Gesamtportfolios auf das Kerngeschäft als Umweltdienstleister wurde im Geschäftsjahr 2022 fortgesetzt. Ende des zweiten Quartals wurden in diesem Zusammenhang sämtliche Kapitalanteile an der ATOZ Facility Solutions GmbH, Berlin, (vormals ALBA Facility Solutions GmbH) und ATOZ Property Management GmbH, Berlin, (vormals ALBA Property Management GmbH) veräußert. Nach Abschluss dieser Transaktionen nimmt der Geschäftsbereich Facility Solutions keine wesentliche Größe innerhalb der ICS-Gruppe mehr ein.
Das Geschäftsfeld International Solutions konnte seine erfreuliche Entwicklung des vergangenen Jahres fortsetzen. In Serbien sind zwei neue Gesellschaften gegründet worden, welche ihre Tätigkeit zum 1. Januar 2023 aufnehmen sollen. Mittelfristiges Ziel ist es, hier die gleichen Dienstleistungen anzubieten, die auch in den anderen Ländergesellschaften geleistet werden. Aktuell wird an einer Systemgenehmigung für Verpackungslizenzierung in Serbien gearbeitet. Zusätzlich wird in einem weiteren Land ein Rücknahmesystem für Verkaufsverpackungen aufgebaut.
Im Geschäftsjahr 2022 wurden vermehrt Ressourcen im Business Development aufgebaut, um insbesondere digitale und skalierbare Geschäftsmodelle aufzubauen. Infolgedessen sind bereits zahlreiche erfolgsversprechende Projekte begonnen worden. Diese stehen teilweise im Zusammenhang mit neuen gesetzlichen Regularien.
Beispielsweise gilt ab Januar 2023 für alle Gastronomen und Supermärkte, die to-go-Getränke und Lebensmittel anbieten, die Mehrwegpflicht, die im neuen Verpackungsgesetz verankert ist. Zusätzlich zu jeder Einwegverpackung muss dann eine wiederverwendbare Mehrwegoption als gleichwertige Alternative angeboten werden. Hiervon betroffen sind auch Verpackungen für Speisen und Getränke, die im Supermarkt frisch zubereitet und verkauft werden, etwa frisch geschnittenes Obst oder der Salat von der Salatbar. Daher haben wir eine Pooling-Lösung für Mehrweggeschirr entwickelt. Von der individuellen Beratung und Entwicklung der Mehrwegverpackungen über die Abholung, die hygienekonforme Spülung, die Auslieferung bis hin zum Pfandclearing deckt unser System alle relevanten Schritte für unsere Partner ab. Ziel ist der langfristige Aufbau eines flächendeckenden Mehrweggeschirr-Netzwerks in Deutschland. Bereits Anfang 2022 ist ein Pilotprojekt mit einem großen Partner in Köln gestartet worden, bei dem knapp 60.000 Mehrwegbecher in Umlauf gebracht wurden.
Desweitern gehen wir aufgrund der Novelle des ElektroG für das Jahr 2023 von einem signifikanten Anstieg der Anzahl der Kunden im Bereich WEEE aus. Um dieses Wachstum aufzugreifen, wurde im Berichtsjahr ein hoch automatisiertes Online-Portal entwickelt. Es ermöglicht Herstellern von Elektro(nik)geräten, ihre Geräte einfach zu lizensieren und ihren Herstellerpflichten aus dem ElektroG nachzukommen.
Die Kosten für das Business Development belasten im Berichtsjahr das Ergebnis. Die Aktivitäten sollen aber mittelfristig zu einem deutlichen Ergebniswachstum beitragen.
Im EBIT der Berichtsperiode in Höhe von 15,9 Mio. Euro ist ein Sondereffekt enthalten. Die im Sommer 2022 etablierte neue Markenarchitektur führte dazu, dass langfristige Vermögenswerte neu bewertet werden mussten. Hieraus resultierte eine außerplanmäßige Abschreibung auf ein aktiviertes Markenrecht in Höhe von 3,2 Mio. Euro.
Das Investitionsvolumen hat sich im Berichtsjahr, wie im Vorjahr prognostiziert, deutlich erhöht. Insbesondere wurden geplante Ertüchtigungsinvestitionen in unsere LVP-Sortieranlagen getätigt.
B.4. Lage
B.4.1. Ertragslage
Die Umsatzerlöse der ICS-Gruppe haben sich gegenüber dem Vorjahr um 93,3 Mio. Euro (11,4 %) auf 911,0 Mio. Euro (i. Vj.: 817,7 Mio. Euro) deutlich erhöht. Der Materialaufwand in Höhe von 682,7 Mio. Euro stieg mit 91,3 Mio. Euro (15,4 %) gegenüber dem Vorjahr (591,4 Mio. Euro) überproportional zu den Umsatzerlösen. Trotz dessen konnte der Rohertrag als absolute Größe gesteigert werden.
Die sonstigen betrieblichen Erträge sind um 6,9 Mio. Euro auf 30,0 Mio. Euro (i. Vj.: 36,9 Mio. Euro) stark gesunken. Im Vergleich zum Vorjahr waren niedrige periodenfremde Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen zu verzeichnen. Zudem waren im Vorjahr Erträge aus Konsolidierungskreisveränderungen enthalten.
Der Personalaufwand ist gegenüber dem Vorjahr leicht um 2,2 Mio. Euro gesunken. Der Rückgang ist im Wesentlichen auf die Verringerung des durchschnittlichen Personalbestands von 2.183 auf 1.980 Mitarbeiter zurückzuführen. Aufgrund der deutlich gestiegenen Umsatzerlöse hat sich die Personalaufwandsquote um 1,4 Prozentpunkte verbessert.
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind u.a. aufgrund gestiegener Logistik-, Werbungs- und Datenverarbeitungskosten um 5,5 Mio. Euro (4,7 %) auf 123,0 Mio. Euro angestiegen, gleichwohl von der Intensitätsquote um 0,9 Prozentpunkte zurückgegangen. Im abgelaufenen Geschäftsjahr sind, mit Ausnahme von Entkonsolidierungsaufwendungen, keine wesentlichen Aufwendungen von ungewöhnlicher Größenordnung oder außergewöhnlicher Bedeutung enthalten.
Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurde ein EBITDA in Höhe von 48,3 Mio. (i. Vj.: 51,6 Mio. Euro) erzielt.
Die Abschreibungen belaufen sich auf insgesamt 32,5 Mio. Euro (i. Vj. 32,9 Mio. Euro). Im Berichtsjahr ist eine außerplanmäßige Abschreibung in Höhe von 3,2 Mio. Euro enthalten. Daneben sind, wie im Vorjahr, wesentliche planmäßige Abschreibungen auf aktivierte stille Reserven enthalten. Aufgrund der teilweisen kurzlaufenden Nutzungsdauern sind die Abschreibungen hierauf im Vergleich zum Vorjahr deutlich gesunken.
Das EBIT beläuft sich im Berichtsjahr auf 15,9 Mio. Euro (i. Vj.: 18,7 Mio. Euro).
Die ICS-Gruppe weist insgesamt ein negatives Finanzergebnis von 3,4 Mio. Euro (i. Vj.: 3,4 Mio. Euro) aus. Insbesondere der entstandene Zinsaufwand auf Darlehen belastete das Finanzergebnis.
Die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag in Höhe von 7,4 Mio. Euro (i. Vj.: 4,4 Mio. Euro) beinhalten, wie im Vorjahr, Erträge aus der Veränderung bilanzierter latenter Steuern in Höhe von 1,3 Mio. Euro.
Insgesamt wird ein Konzernjahresüberschuss von 5,0 Mio. Euro (i. Vj.: 10,8 Mio. Euro) ausgewiesen.
B.4.2. Vermögenslage
Im Vergleich zum 31. Dezember 2021 ist die Bilanzsumme von 552,2 Mio. Euro um 24,0 Mio. Euro (4,4 %) auf 528,2 Mio. Euro gesunken.
Das Anlagevermögen hat sich per Saldo um 6,7 Mio. Euro (2,2 %) reduziert. Die immateriellen Vermögensgegenstände haben sich im Berichtsjahr durch planmäßige und außerplanmäßige Abschreibungen um 15,2 Mio. Euro (6,7 %) verringert. Das Sachanlagevermögen erhöhte sich per Saldo um 6,4 Mio. Euro (8,6 %). Planmäßige Abschreibungen auf das Sachanlagevermögen in Höhe von 13,3 Mio. Euro standen im abgelaufenen Geschäftsjahr Investitionen in das Sachanlagevermögen in Höhe von 20,8 Mio. Euro gegenüber. Diese Investitionen wurden hauptsächlich im Geschäftsbereich Recycling Solutions getätigt.
Das Umlaufvermögen ist im Berichtsjahr per Saldo um 17,6 Mio. Euro (7,1 %) gesunken. Trotz deutlichem Umsatzanstieg konnten im Stichtagsvergleich die Außenstände reduziert werden. Obwohl im Berichtsjahr hohe Investitionen getätigt sowie wesentliche Außenverpflichtungen zurückgeführt wurden, hat sich das Guthaben bei Kreditinstituten nur leicht von 75,8 Mio. Euro um 4,4 Mio. Euro (5,8 %) auf 71,4 Mio. Euro verringert.
Auf der Passivseite stieg das Eigenkapital insbesondere durch das positive Jahresergebnis um 3,3 Mio. Euro (1,7 %) gegenüber dem Vorjahr an. Dies führte, ebenso wie die reduzierte Bilanzsumme, zu einer Erhöhung der Eigenkapitalquote von 35,5 % auf 37,8 %.
Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten haben sich hauptsächlich durch planmäßige Tilgungen verringert. Es bestehen, wie im Vorjahr, positive Nettobankverbindlichkeiten.
Das übrige Fremdkapital besteht, wie im Vorjahr, überwiegend aus kurzfristigen Bestandteilen und umfasst in einem maßgeblichen Umfang sonstige Rückstellungen. Die sonstigen Rückstellungen sind u.a. durch die Auszahlung des Abfindungsbetrags, welcher im Zusammenhang mit den eingezogenen Anteilen des ehemaligen Mehrheitsgesellschafters in der Vorperiode passiviert wurde, gesunken. Die sonstigen Rückstellungen sowie die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sind insgesamt um 6,8 Mio. Euro (2,8 %) zurückgegangen.
Der Rückgang der sonstigen Verbindlichkeiten in Höhe von 19,2 Mio. Euro (44,9 %) ist insbesondere auf die vollständige Tilgung von Darlehensverpflichtungen zurückzuführen.
Die passivischen latenten Steuern resultieren weiterhin hauptsächlich aus der Neubewertung bzw. Aufdeckung von Vermögensgegenständen im Rahmen von Erstkonsolidierungen. Diese wurden im Berichtsjahr im Rahmen der Fortschreibungen ergebniswirksam aufgelöst.
B.4.3. Finanzlage
Finanzmanagement
Wichtigstes Ziel des Finanzmanagements ist es, die Liquidität der ICS-Gruppe sicherzustellen, um jederzeit die Zahlungsfähigkeit zu gewährleisten. Hierzu nehmen die Interzero Circular Solutions GmbH, Berlin, und die mit ihr verbundenen Tochtergesellschaften an einem Cash-Pooling-Verfahren teil. Die liquiden Mittel werden gruppenweit zusammengefasst, überwacht und nach einheitlichen Grundsätzen investiert.
Aufgrund der überwiegenden Tätigkeit im EURO-Raum bestehen derzeit nur unwesentliche Währungsrisiken.
Cashflows
Nachfolgend werden die in der Konzern-Kapitalflussrechnung dargestellten Cashflows aus der laufenden Geschäftstätigkeit, aus Investitionstätigkeit sowie aus Finanzierungstätigkeit analysiert.
Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit
Der Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit hat mit 80,0 Mio. Euro zur Verbesserung des Finanzmittelbestandes beigetragen.
Im Konzernjahresüberschuss einschließlich Ergebnisanteile anderer Gesellschafter nehmen zahlungsunwirksame Aufwendungen und Erträge einen hohen Umfang ein. Die zahlungsunwirksamen Aufwendungen und Erträge beinhalten insbesondere planmäßige und außerplanmäßige Abschreibungen in Höhe von 32,5 Mio. Euro sowie zahlungsunwirksame Aufwendungen und Erträge aus der Neubewertung von Rückstellungen in Höhe von saldiert 29,5 Mio. Euro. Zudem sind weitere, wesentliche zahlungsunwirksame Aufwendungen und Erträge aus der Neubewertung von Forderungen, aus der Veränderung bilanzierter latenter Steuern sowie Entkonsolidierungsverluste im Konzernergebnis enthalten.
Die Veränderungen des Nettoumlaufvermögens führten insgesamt zu einem Mittelzufluss von 1,3 Mio. Euro.
Cashflow aus der Investitionstätigkeit
Der Cashflow aus der Investitionstätigkeit hat mit einem Wert von minus 22,1 Mio. Euro zur Verschlechterung des Finanzmittelbestandes beigetragen. Die in der Berichtsperiode erfolgten Auszahlungen im Rahmen der Investitionstätigkeit in das Anlagevermögen in Höhe von 20,8 Mio. Euro sind zum überwiegenden Teil im Geschäftsbereich Recycling Solutions getätigt worden. Gleichwohl erfolgten im Berichtsjahr Auszahlungen und Einzahlungen i. Z. m. Konsolidierungskreisveränderungen in Höhe von saldiert 1,7 Mio. Euro.
Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit
Der Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit hat mit 62,3 Mio. Euro zur Verschlechterung des Finanzmittelbestandes beigetragen. Sowohl die vollständige Rückführung eines nachrangigen, unbesicherten Darlehens in Höhe von 24,8 Mio. Euro als auch die im Berichtsjahr erfolgten Regeltilgungen für einen Konsortialkredit führten zu Mittelabflüssen. Zudem wurde im Berichtsjahr das Abfindungsgeld in Höhe von 28,7 Mio. Euro, welches im Zusammenhang mit den eingezogenen Anteilen der ehemaligen Mehrheitsgesellschafterin im Vorjahr passiviert wurde, ausgezahlt. Ferner führten Zinszahlungen zu Mittelabflüssen.
Finanzmittelbestand
Der Finanzmittelbestand hat sich demzufolge in der Berichtsperiode gegenüber der Vergleichsperiode um 4,4 Mio. Euro von 75,8 Mio. Euro auf 71,4 Mio. Euro verringert.
Der zum Bilanzstichtag ausgewiesene Finanzmittelbestand in Höhe von 71,4 Mio. Euro unterliegt keinerlei Verfügungsbeschränkungen. Im Vorjahr waren hier noch 15,0 Mio. Euro verfügungsbeschränkte liquide Mittel enthalten.
Über den Finanzmittelbestand hinaus bestehen zum Bilanzstichtag keine zugesagten, jedoch nicht in Anspruch genommenen Kreditlinien. Eine nicht in Anspruch genommene Betriebsmittellinie in Höhe von 36,0 Mio. Euro wurde im Berichtsjahr zurückgegeben.
B.5. Gesamtaussage zur wirtschaftlichen Lage der ICS-Gruppe
Die ICS-Gruppe partizipierte im Berichtsjahr von dem anhaltend hohen Preisniveau auf den Rohstoffmärkten und den damit korrespondierenden hohen Vermarktungserlösen. Insgesamt war die hieraus resultierende operative wirtschaftliche Entwicklung der ICS-Gruppe im Berichtsjahr sehr zufriedenstellend.
Hervorzuheben ist weiterhin, dass die Kreislaufwirtschaft und ihre Bedeutung für einen effektiven Klima- und Ressourcenschutz auf allen Ebenen politisch wie auch gesellschaftlich stärker in den Fokus rückten. Wir sehen hier die Rolle der privaten Kreislauf- und Recyclingwirtschaft für die Zukunft immens gestärkt.
Zusätzliche Aktualität und Bedeutung hat das Thema Ressourcenschutz aufgrund der aktuellen geopolitischen Lage erhalten: Versorgungsengpässe, gestörte Lieferketten und drastisch gestiegene Energie- und Rohstoffpreise verdeutlichen die Wichtigkeit von Ressourceneffizienz und Kreislaufwirtschaft.
C. Chancen- und Risikobericht
C.1. Chancenbericht
Die ICS-Gruppe agiert in einem dynamischen Marktumfeld, in dem sich ständig neue Chancen eröffnen. Diese systematisch zu erkennen und zu nutzen - und dabei unnötige Risiken zu vermeiden - ist ein wesentlicher Faktor für das nachhaltige Wachstum der ICS-Gruppe.
Im Rahmen des Chancenmanagements werden Markt- und Wettbewerbsanalysen sowie Umfeldszenarien ausgewertet. Des Weiteren befasst sich die Unternehmensgruppe mit der Ausrichtung des Produktportfolios, den Strukturkosten sowie den potenziellen Erfolgsfaktoren der Branche.
Die ICS-Gruppe verfügt über solide Steuerungsstrukturen. Diese stellen sicher, dass Chancen auf der Basis ihrer Potenziale, der notwendigen Investitionen und ihres Risikoprofils bewertet und verfolgt werden. Sofern es wahrscheinlich ist, dass Chancen eintreten, hat die ICS-Gruppe dies bereits in ihre Geschäftspläne mit aufgenommen.
Der nachfolgende Abschnitt konzentriert sich daher hauptsächlich auf zukünftige Trends oder Ereignisse, die zu einer für die Unternehmensgruppe positiven Abweichung zum Ausblick für das Jahr 2023 führen können.
Wachstumschancen sieht das Management in der Entwicklung von Systemdienstleistungen rund um die Schließung von Produkt-, Material- und Logistikkreisläufen. Dabei wird das aktuelle Vertriebsangebot im Rahmen des Innovationsmanagements durch neue (digitale) Geschäftsmodelle und ganzheitliche, zum Teil kundenindividuelle Dienstleistungen, erweitert. Ferner sieht das Management Wachstumschancen sowohl durch die Internationalisierung der bestehenden Dienstleistungen als auch durch länderspezifische Innovationen und Produktentwicklungen.
Das Neugeschäft bietet aus Sicht der ICS-Gruppe Chancen in Bezug auf ein nachhaltiges, profitables Wachstum. Voraussetzung hierfür ist eine effiziente Ausgestaltung der einschlägigen Prozesse und der Steuerung. Die Geschäftsführung der ICS-Gruppe ist demzufolge ständig bestrebt, interne Synergiepotentiale zu heben sowie Kostenstrukturen und IT-Systeme im Sinne eines einheitlichen und vernetzten Prozessmanagements zu optimieren.
Im Handel mit Sekundärrohstoffen bestehen nach wie vor Risiken, aber auch Chancen durch volatile Preise. Aufgrund dessen sind Preiserhöhungen für PPK sowie für Kunststoffe als Chance zu betrachten.
C.2. Risikobericht
C.2.1. Grundsätze
Allgemeines
Die Unternehmensgruppe ist neben diversen Chancen auch einer Vielzahl von Risiken ausgesetzt. Unter dem Begriff "Risiko" werden alle Ereignisse und Entwicklungen innerhalb und außerhalb des Unternehmens verstanden, welche im Rahmen eines vorgegebenen Betrachtungszeitraums nachteilige Auswirkungen auf die prognostizierte Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben könnten.
Hierbei wird jedoch nicht zwangsläufig die Vermeidung aller Risiken angestrebt, sondern vielmehr die Schaffung von Handlungsspielräumen, welche ein bewusstes Eingehen auf Risiken aufgrund umfassender Kenntnisse der Risiken und Risikozusammenhänge ermöglichen. Die Steuerung dieser Risiken stellt, unter Beachtung von Grenzen für die Risikobereitschaft, eine Grundvoraussetzung für den Unternehmenserfolg dar. Unternehmerische Risiken werden nur dann eingegangen, wenn diese kalkulierbar sind und die ihnen gegenüberstehenden Chancen eine angemessene Wertsteigerung erwarten lassen.
Das Chancen- und Risikomanagement ist in der ICS-Gruppe darauf ausgerichtet, den Bestand des Unternehmens zu sichern und eine nachhaltige Steigerung des Unternehmenswertes zu gewährleisten. Zur frühzeitigen Erkennung, Bewertung und Steuerung relevanter Chancen und Risiken hat die Unternehmensgruppe ein Steuerungs- und Kontrollsystem festgelegt.
Die Kernbereiche des Risikomanagements sind die strategische und operative Unternehmensplanung, das interne Berichtswesen, das interne Kontrollsystem, das Treasury-Management sowie das Risikofrüherkennungssystem. Die strategische Unternehmensplanung soll unter anderem gewährleisten, langfristige Chancen und Risiken frühzeitig zu identifizieren, um geeignete strukturelle Maßnahmen ergreifen zu können. Das interne Berichtswesen ist auf allen Unternehmensebenen darauf ausgelegt, aktuelle und relevante Informationen über die Entwicklung der wesentlichen Risiken und die Wirksamkeit der Maßnahmen zur Risikobegrenzung zu liefern. Die gezielte Überwachung und Steuerung der Risiken stehen im Fokus des internen Kontrollsystems.
Risikofrüherkennung
Das Risikofrüherkennungssystem der ICS-Gruppe stellt ein nachvollziehbares, alle Unternehmensaktivitäten umfassendes System dar, welches ein systematisches und permanentes Vorgehen mit folgenden Prozesselementen umfasst: Identifikation, Bewertung, Dokumentation und Kommunikation von Risiken sowie die Überwachung dieser Prozesselemente. Es erstreckt sich integrativ auf alle Geschäftsbereiche der vollkonsolidierten Unternehmen sowie über alle zentralen Verwaltungs- und Konzernsteuerungsfunktionen.
Die direkte Verantwortung für die Früherkennung, Steuerung und Kommunikation der Risiken liegt bei den jeweiligen Geschäftsführern der Tochtergesellschaften. Das Management der ICS-Gruppe trägt die Gesamtverantwortung für den konzernweiten Risikofrüherkennungsprozess und legt die Grundsätze für die Risikopolitik fest. Die Risikoverantwortlichen in den zentralen und dezentralen Unternehmenseinheiten sichern die standardisierte Berichterstattung entsprechend der festgelegten Meldewege unter Berücksichtigung der an die Unternehmensgröße angepassten Berichtsgrenzen zu. Durch die konzernweit standardisierte Vorgehensweise sind die Effizienz und Effektivität des Früherkennungssystems sichergestellt. Die Koordination des Risikofrüherkennungssystems ist im Functional Center Controlling verankert. Von dort werden sowohl die Rahmenbedingungen, Richtlinien und Prozesse vorgegeben als auch die gemeldeten Einzelrisiken aggregiert, kommuniziert und überwacht.
Die identifizierten Risiken in den einzelnen Gesellschaften und den jeweiligen Zentralbereichen werden hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf Ergebnis, Liquidität und Eintrittswahrscheinlichkeit beurteilt. Im Rahmen des Risikofrüherkennungssystems werden diejenigen Risiken betrachtet, bei denen die Eintrittswahrscheinlichkeit und die Schadenhöhe festgelegte Berichtsgrenzen übersteigen. Die Risikobetrachtung erfolgt nach der Nettomethode, was bedeutet, dass ergriffene Maßnahmen bereits berücksichtigt werden.
Unter Berücksichtigung der angewandten Rechnungslegungsvorschriften werden entsprechende Rückstellungen und Wertminderungen im Jahresabschluss erfasst. Die Risikoanalyse erstreckt sich auf einen Zeitraum von einem Jahr.
Das Risikoreporting erfolgt jährlich, wodurch eine regelmäßige Überwachung sichergestellt ist. Für plötzlich auftretende, schwerwiegende und insbesondere existenzgefährdende Risiken besteht eine interne Ad-hoc-Meldepflicht.
Ein angemessenes und funktionsfähiges Risikofrüherkennungssystem sowie Risikomanagement kann jedoch auch keine absolute Sicherheit bezüglich der Vollständigkeit der identifizierten Risiken und der Wirksamkeit der eingesetzten Steuerungsinstrumente garantieren.
C.2.2. Das interne Kontrollsystem in Bezug auf die Konzernrechnungslegung
Die Geschäftsführung versteht unter dem internen Kontrollsystem, bezogen auf den Konzernrechnungslegungsprozess, alle Strukturen, Maßnahmen und Kontrollprozesse, die darauf ausgerichtet sind, eine zuverlässige Finanzberichterstattung in Übereinstimmung mit den gesetzlichen Vorschriften und den anzuwendenden Rechnungslegungsvorschriften zu gewährleisten.
Die wesentlichen Merkmale des internen Kontrollsystems der Gesellschaft im Hinblick auf die Rechnungslegung sind einheitliche Bilanzierungsvorgaben und -prozesse, IT-Sicherheitsrichtlinien und -vorschriften, Organisationsprinzipien und -abläufe. Durch zentrale wie auch dezentrale Schulungen wird sichergestellt, dass die am Rechnungslegungsprozess Beteiligten über die für sie relevanten Kenntnisse verfügen.
Die Kontrollmechanismen unterliegen einem ständigen Optimierungsprozess. Darüber hinaus sind hinsichtlich bestimmter Risiken im Rechnungslegungsprozess verschiedene Kontrollprinzipien, beispielsweise die Funktionstrennung oder die konsequente Einhaltung des Vier-Augen-Prinzips, verankert. Unabhängig von Umfang und Ausrichtung der eingerichteten Kontrollstrukturen und -prozesse sind dem internen Kontrollsystem Grenzen gesetzt, da es fortlaufend an geänderte Anforderungen und Rahmenbedingungen angepasst werden muss. Hierzu findet zum Beispiel regelmäßig eine Überarbeitung der Organisationsrichtlinien statt.
Die Erstellung des Konzernabschlusses erfolgt über eine standardisierte Konsolidierungssoftware. Der Großteil der Sachkonteninformationen der einbezogenen Gesellschaften wird nach dem Stichtag aus den jeweiligen Buchhaltungssystemen über eine Schnittstelle in die Konsolidierungssoftware importiert. Die Richtigkeit und Vollständigkeit der Daten sowie die Abstimmung konzerninterner Salden obliegen der jeweiligen Geschäftsführung. Die Einzelabschlussdaten durchlaufen automatisierte und manuelle Plausibilisierungsprozesse.
Im Rahmen der Konsolidierungstätigkeiten zeigt die Konsolidierungssoftware über ein Ampelsystem den aktuellen Status für jede Art von Konsolidierung (Kapital, Aufwand und Ertrag, Schulden etc.) überwiegend separat für jede Gesellschaft an. Grundsätzlich ist eine Fortführung des Konsolidierungsprozesses nur dann möglich, wenn das System im vorherigen Schritt keine elementaren Fehler festgestellt hat. Nach Beendigung der Konsolidierungstätigkeiten werden verschiedene Plausibilitätsverprobungen mit den generierten Konzernabschlusszahlen vorgenommen. Abschließend erfolgt eine Analyse des Zahlenwerks. Zur Erstellung des Konzernlageberichts werden die dafür benötigten Informationen von den Tochtergesellschaften und Zentralbereichen eingeholt und zusammengefasst. Anschließend wird der Konzernlagebericht der Geschäftsführung vorgelegt. Zusätzliche Informationen zur Erstellung des Konzernanhangs liefern die Gesellschaften und Zentralbereiche in elektronischer Form zu. Diese werden zentral ausgewertet, aggregiert und vor Übernahme in den Konzernanhang mehreren Plausibilitätsprüfungen unterzogen. Der gesamte Konzernabschluss wird der Geschäftsführung vorgestellt und von dieser nach Prüfung freigegeben.
C.2.3. Risikobewertung
Um zu ermitteln, welche Risiken am ehesten bestandsgefährdenden Charakter für die ICS-Gruppe aufweisen, werden die Risiken gemäß ihrer geschätzten Eintrittswahrscheinlichkeit und ihren Auswirkungen bezogen auf die zentralen Geschäftsziele klassifiziert.
C.2.4. Risiken
Im Folgenden werden die Risikofaktoren der ICS-Gruppe aufgeführt. Sie werden in den nachfolgenden Beschreibungen stärker aggregiert als sie zur internen Steuerung verwendet werden.
Risiken der betrieblichen Tätigkeit
Es besteht das Risiko, dass der preisintensive Wettbewerb in allen wesentlichen Bereichen der Unternehmensgruppe sowie die volatilen Preise im Handel mit Sekundärrohstoffen zu einer Einschränkung der geplanten Ergebnisse führen.
Die derzeitige Ungewissheit hinsichtlich der weiteren Folgen des russischen Angriffskriegs und den daraus resultierenden Sanktionen stellen ein zusätzliches Marktrisiko dar, dessen Auswirkungen auf die zukünftige Geschäftsentwicklung und die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der ICS-Gruppe aktuell nicht abschätzbar sind.
Bewertungsrisiko
Veränderungen der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen könnten dazu führen, dass Vermögenswerte wie Geschäfts- oder Firmenwerte oder andere langfristige Vermögenswerte neu bewertet werden müssen. Entsprechend der Veränderung der Faktoren kann ein jährlich durchgeführter Werthaltigkeits-Test zu Abschreibungen führen und das Konzernergebnis belasten.
Liquiditätsrisiko
Ein Liquiditätsrisiko ergibt sich durch Schwankungen der Zahlungsströme. Im Rahmen der täglichen Finanzdisposition werden die liquiden Mittel bedarfsgerecht gesteuert.
Steuerrisiken
Steuerliche Risiken ergeben sich insbesondere aus laufenden und noch ausstehenden Betriebsprüfungen. Kommt es zu Prüfungsfeststellungen, könnten Steuernachzahlungen, Sanktionen und Zinsen entstehen. In einem systematischen Prozess werden diese Risiken deshalb durch eine defensive Bewertung von Steuererstattungsansprüchen sowie durch die Bildung von Rückstellungen frühzeitig evaluiert und angemessen berücksichtigt.
Personalrisiken
Es besteht das Risiko, qualifizierte Fach- und Führungskräfte zu verlieren. Hierfür gibt es unterschiedliche Gründe wie altersbedingtes Ausscheiden, persönliche Neuorientierung oder Fluktuation. Um diesem in Zukunft weiter an Einfluss gewinnenden Risiko zu begegnen, wirkt die ICS-Gruppe aktiv mit einer Reihe von Maßnahmen entgegen.
Trotz eingerichteter Kontrollsysteme sind dolose Handlungen, die der Unternehmensgruppe schaden können, möglich.
Informationstechnische Risiken
Sowohl die komplexe Abwicklung der Geschäftsprozesse als auch der Verwaltungsprozesse werden durch moderne Informationstechnologie gestützt. Dabei spielt die Verfügbarkeit von Daten und Informationen eine zentrale Rolle.
Zum Schutz der Informationen müssen entsprechend gesicherte IT-Systeme und eine zuverlässige IT-Infrastruktur betrieben werden. Risiken, die im Schadensfall eine Unterbrechung der Geschäftsprozesse aufgrund von IT-System-Ausfällen zur Folge haben oder den Verlust und die Verfälschung von Daten verursachen können, werden deshalb über den gesamten Lebenszyklus der Applikationen und IT-Systeme hinweg identifiziert und bewertet. Den wachsenden Anforderungen an Vertraulichkeit, Integrität und Verfügbarkeit der Daten wird mit vielfältigen präventiven und korrektiven Maßnahmen begegnet. Dementsprechend wurden geeignete Maßnahmen definiert, um Risiken zu vermeiden oder mögliche Schäden zu begrenzen. Diese Maßnahmen werden fortlaufend an die sich verändernden Umstände angepasst. Dazu gehört unter anderem, dass die bestehenden IT-Sicherheitssysteme und das vorhandene Business-Continuity-Management sowie Richtlinien und Organisationsstrukturen regelmäßig optimiert und überprüft werden, um mögliche informationstechnologische Risiken wie den Ausfall des Rechenzentrums oder sonstiger IT-Systeme bereits im Vorfeld zu erkennen und bestmöglich zu minimieren.
Dem stetig wachsenden Gefährdungspotenzial durch Cyberkriminalität und Hackerangriffe wird durch einen konsequenten Ausbau der IT-Sicherheit begegnet. Trotz aller Vorkehrungen können Störungen in der Informationstechnologie und dadurch negative Auswirkungen auf die einzelnen Geschäftsprozesse nicht vollständig ausgeschlossen werden.
C.3. Gesamtchancen- und -risikoprofil
Die ICS-Gruppe aggregiert sämtliche gemeldeten Chancen und Risiken. Unsicherheiten bestehen im Hinblick auf die wirtschaftlichen Folgen der in Kapitel B.1 und B.2 beschriebenen exogenen Faktoren.
Einerseits sind die zuvor beschriebenen Risiken weder einzeln noch in ihrer Gesamtheit für die Unternehmensgruppe bestandsgefährdend. Andererseits können die zuvor dargelegten Chancen zu einer Steigerung des operativen Ergebnisses beitragen.
D. Weitere Angaben
In der ICS-Gruppe haben Innovationen und die Weiterentwicklung nachhaltiger Geschäftsmodelle angesichts der Tätigkeitsfelder einen sehr hohen Stellenwert. Forschung und Entwicklung im üblichen Sinne betreibt die Gruppe jedoch regelmäßig nicht.
Gemeinsam mit Unternehmen der Kunststoffindustrie wurde jedoch eine neue Generation von Kunststoffprodukten entwickelt, die zu 100 % aus Post-Consumer-Material aus dem Dualen System besteht. Mit Recythen und Procyclen bietet die ICS-Gruppe Kunden aus der Industrie hochwertige Recyclingkunststoffe zur Herstellung neuer Produkte und Verpackungen an. Auch in der Berichtsperiode wurden nach individuellen Kundenvorgaben maßgeschneiderte Recyclat-Compounds entwickelt. Im slowenischen Maribor betreibt die ICS-Gruppe ein Kompetenzzentrum für Kunststoffrecycling. Dieser Standort ermöglicht der Gruppe als Komplettanbieter, alle Anforderungen der Kunden an die Herstellung moderner Recycling-Kunststoffe aus einer Hand zu bedienen. Neben deutlich reduzierten Entwicklungszeiten bietet die geografische Lage den Vorteil, sowohl den deutschen als auch den gesamten osteuropäischen Markt logistisch optimal abzudecken.
E. Prognosebericht
Die Einschätzung der Entwicklung basiert auf derzeitigen Erwartungen und Annahmen bezüglich der Auswirkungen zukünftiger Ereignisse und wirtschaftlicher Bedingungen auf die operativ tätigen Gesellschaften. Gemäß der ifo-Konjunkturprognose Winter 2022 leidet die deutsche Wirtschaft unter einem gewaltigen Angebotsschock. Engpässe bei Energie, Vorprodukten und Arbeitskräften belasten die Produktion und treiben die Inflation auf Rekordhöhen, sodass erst im Jahr 2024 der Preisdruck langsam nachgeben dürfte. Das Bruttoinlandsprodukt wird nach Einschätzung des Instituts im Winterhalbjahr 2022/23 schrumpfen und die deutsche Wirtschaft damit in eine Rezession geraten. Ab dem Frühjahr 2023 dürfte sich die Konjunktur dann erholen und die Wirtschaft in der zweiten Jahreshälfte mit kräftigeren Raten zulegen, wenn die Einkommen wieder stärker steigen als die Preise. Alles in allem rechnet das ifo-Institut damit, dass das Bruttoinlandsprodukt im kommenden Jahr geringfügig um 0,1 % schrumpfen wird. Sowohl die in diesem Zusammenhang stehende Unsicherheit als auch die Unsicherheit hinsichtlich der Volatilität der Marktpreise von Sekundärrohstoffen erschweren derzeit eine genaue Prognose der Geschäftsentwicklung. Die Geschäftsführung geht aktuell für 2022 von unterschiedlichen Entwicklungen in den einzelnen Geschäftsfeldern aus.
In der Filial-, Lager- und Produktionsstättenentsorgung werden regelmäßig ein- oder Mehrjahresverträge geschlossen. Die Herausforderungen des Geschäftsmodells bestehen vor allem in volatilen Rohstoffpreisen und der Abhängigkeit von der wirtschaftlichen Situation der Kunden und dem damit verbundenen Bedarf an den von der WMS angebotenen Dienstleistungen.
Im Bereich Transportverpackungen werden üblicherweise Einjahresverträge geschlossen, welche regelmäßig zu den dann vorherrschenden Marktbedingungen verlängert werden. Insgesamt ist die Kundenvertragsbasis in diesem Geschäftszweig für das Jahr 2023 stabil. Die Preisentwicklung an den Sekundärrohstoffmärkten könnte das Ergebnis jedoch positiv oder negativ beeinflussen. Ebenfalls wird entscheidend sein, wie sich das Baugewerbe als wesentliche Kundengruppe im kommenden Jahr entwickeln wird.
Der Bereich WMS ist im Großen und Ganzen in einem Marktumfeld aktiv, welches durch Wachstumschancen geprägt sowie gesellschaftlich und politisch von Bedeutung ist. Zudem ist das Management bestrebt, durch die Automatisierung der Auftragsabwicklung die Ertragsfähigkeit des Bereiches zu erhöhen.
Im Geschäftsfeld Interseroh+ wird die im Vorjahr geschlossene Partnerschaft mit einem großen Handelsunternehmen zu den langfristig strategischen Rahmenbedingungen fortgesetzt. Der Marktanteil im Bereich LVP wird nahezu identisch bleiben. Schwerpunkt des kommenden Geschäftsjahres wird sein, unser neues, innovatives Angebot der "Recycling-Allianz" weiter zu forcieren.
Auf dem Markt der Dualen Systeme wird die Anzahl der Anbieter voraussichtlich von 11 auf 10 zurückgehen. Nach Übernahme von Suez Deutschland durch Veolia wird nur noch das Duale System Belland Vision GmbH fortgesetzt. Alle Kunden von Veolia Umweltservice Dual GmbH wurden bereits Ende 2022 auf das Duale System Belland Vision GmbH übertragen. Mit einem Einstieg von neuen Systemen ist aktuell nicht zu rechnen.
Seit Anfang 2023 bietet das Geschäftsfeld Circular Solutions, gemeinsam mit einem Partner, eine ganzheitliche Systemlösung "Einfach Mehrweg" für Einwegverpackungen für To-Go-Speisen und -Getränke an. Das System ist auf unterschiedliche Teilnehmende aus dem Lebensmitteleinzelhandel, dem Bäckereigewerbe, der (System-)Gastronomie, den Tankstellen und vielen mehr ausgerichtet. Durch ein Komplettpaket an Logistik, Reinigung und Pfandverrechnung bietet "Einfach Mehrweg" auch großen Systempartnern mit vielen Verkaufsstellen eine einfache All-in-One-Lösung. Diese neue Systemlösung verzahnt und ergänzt unsere etablierten Dienstleistungen im kommenden Geschäftsjahr.
Darüber hinaus plant die Geschäftsführung das Systemgeschäft, gemeinsam mit einem Partner, weiter auszubauen. Wir gehen in diesem Zusammenhang derzeit davon aus, dass im kommenden Jahr Ingangsetzungsaufwendungen die Ertragslage beeinflussen werden.
Im Geschäftsfeld International Solution gehen wir von einem weiteren Wachstum und einer organischen Ausweitung unserer Aktivitäten aus. Beispielsweise soll die Marktpräsenz in Richtung Serbien ausgedehnt sowie das Dienstleistungsangebot in den bestehenden Märkten erweitert werden.
Infolge der weiteren Fokussierung auf ein innovatives, nachhaltiges und kundenindividuelles sowie zunehmend digitales Kreislaufmanagement, wurden zum Jahreswechsel 2022/2023 sämtliche Kapitalanteile an der ALBA Recycling GmbH, Berlin, veräußert. Infolgedessen wird sich die ICS-Gruppe zukünftig primär auf ihr Kerngeschäft konzentrieren. Dies spiegelt sich ebenfalls in der neuen Firmierung "Circular Solutions" wider. Neben dem Verkauf der Kapitalanteile wurde auch die Kreditnehmerposition für das Konsortialdarlehen übertragen.
Die Prognose der Entwicklung der Unternehmensgruppe basiert auf derzeitigen Erwartungen und Annahmen bezüglich der Auswirkungen zukünftiger Ereignisse sowie wirtschaftlicher Bedingungen auf die einzelnen operativ tätigen Gesellschaften. Die unter B.2. dargestellten (geplanten) Änderungen der rechtlichen Rahmenbedingungen stützen dabei unsere Unternehmensstrategie als führender Full-Service-Umweltdienstleister und Anbieter von Dienstleistungen rund um die Schließung von Produkt-, Material- und Logistikkreisläufen. Gleichwohl erwarten wir eine schwierigere Wettbewerbsentwicklung.
Zudem ist darauf hinzuweisen, dass aufgrund der zuvor beschriebenen wesentlichen Neustrukturierung der ICS-Gruppe die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage im Jahr 2023 nicht mit dem Vorjahr vergleichbar sein wird.
Insgesamt geht die Geschäftsführung der ICS-Gruppe von einem signifikanten Umsatzrückgang im Jahr 2023 aus, v.a. aufgrund der oben erwähnten Veräußerung der ALBA Recycling GmbH, Berlin. Die Auswirkungen dieses Rückgangs auf das EBITDA und EBIT werden teilweise durch Entkonsolidierungserträge kompensiert, sodass wir zwar einen deutlichen, aber nicht signifikanten Rückgang dieser Leistungsindikatoren erwarten. Zudem wird zur Gewährleistung eines nachhaltigen Wachstums ein moderat unter Vorjahresniveau liegendes Investitionsvolumen prognostiziert.
Berlin, 19. April 2023
Sebastiaan Krol, Geschäftsführer
Melanie Freytag, Geschäftsführerin
Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers
An die Interzero Circular Solutions GmbH, Berlin
Prüfungsurteile
Wir haben den Konzernabschluss der Interzero Circular Solutions GmbH, Berlin, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2022, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, dem Konzerneigenkapitalspiegel und der Konzernkapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2022 bis zum 31. Dezember 2022 sowie dem Konzernanhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der Interzero Circular Solutions GmbH, Berlin, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2022 bis zum 31. Dezember 2022 geprüft.
Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
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entspricht der beigefügte Konzernabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 31. Dezember 2022 sowie seiner Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2022 bis zum 31. Dezember 2022 und |
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vermittelt der beigefügte Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Konzernlagebericht in Einklang mit dem Konzernabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. |
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat.
Grundlage für die Prüfungsurteile
Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen.
Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.
Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.
Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können.
Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns zur Aufstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts.
Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts
Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet.
Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.
Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
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identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können. |
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gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Konzernabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Konzernlageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme abzugeben. |
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beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben. |
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ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass der Konzern seine Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann. |
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beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Konzernabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. |
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holen wir ausreichende geeignete Prüfungsnachweise für die Rechnungslegungsinformationen der Unternehmen oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns ein, um Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht abzugeben. Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Beaufsichtigung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die alleinige Verantwortung für unsere Prüfungsurteile. |
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beurteilen wir den Einklang des Konzernlageberichts mit dem Konzernabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Konzerns. |
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führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Konzernlagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen. |
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
Düsseldorf, den 19. April 2023
Grant
Thornton AG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
Hermann Schulze Osthoff, Wirtschaftsprüfer
Robert Schreiner, Wirtschaftsprüfer