aktiv Rechtsform GmbH

Advance Holding GmbH

Straelen ·HRB 3733 Kleve ·polyplast.com

Stammdaten

Rechtsform
GmbH
Anschrift
An der Bleiche 51
47638 Straelen
Handelsregister
HRB 3733, Kleve
Eintragungsdatum
24. Juni 1983
Branche
Managementtätigkeiten von sonstigen Holdinggesellschaften
Beteiligungsgesellschaften
Managementtätigkeiten von Holdinggesellschaften mit überwiegend finanziellem Anteilsbesitz
Eingetragenes Kapital
5.000.000,00 EUR
Vertretungsregelung

Die Gesellschaft hat einen oder mehrere Geschäftsführer. Sind mehrere Geschäftsführer bestellt, so wird die Gesellschaft durch zwei Geschäftsführer gemeinsam oder durch einen Geschäftsführer gemeinsam mit einem Prokuristen vertreten. Ist nur ein Geschäftsführer bestellt, so vertritt er die Gesellschaft allein. Einem oder mehreren Geschäftsführern kann Einzelvertretungsbefugnis erteilt werden. Ein oder mehrere Geschäftsführer können auch ganz oder teilweise von den Beschränkungen des § 181 BGB befreit werden.

Unternehmenszweck
Leitung sowie Halten und Verwalten von Unternehmensbeteiligungen, einschließlich Beteiligung als persönlich haftende Gesellschafterin an Kommanditgesellschaften sowie Erbringung von Dienstleistungen für verbundene Unternehmen im Sinne des § 15 AktG

Finanzen

Umsatz 2024
448,00 Mio. €
Mitarbeiter 2024
731
Bilanzsumme 2024
198,51 Mio. €
Jahresergebnis 2024
23,53 Mio. €
6 Vorjahre · Werte mit API-Key einsehbar API-Key holen →

Bilanz

2024
Aktivseite 77,98 Mio
  • Anlagevermögen 52,6 % 41,00 Mio
  • Umlaufvermögen 46,9 % 36,59 Mio
  • Aktive latente Steuern 0,5 % 354,2 k
  • Aktive Rechnungsabgrenzungsposten 0,0 % 34,6 k
Passivseite 77,98 Mio
  • Eigenkapital 91,9 % 71,63 Mio
  • Verbindlichkeiten 7,0 % 5,43 Mio
  • Rückstellungen 1,2 % 927,9 k
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Bilanzdaten für 18 weitere Geschäftsjahre verfügbar.

Gewinn- und Verlustrechnung

2024
Erträge 13,42 Mio
  • Erträge aus Beteiligungen 37,3 % 5,00 Mio
  • Umsatzerlöse 20,7 % 2,78 Mio
  • Erträge aus Beteiligungen 20,7 % 2,77 Mio
  • Sonstige betriebliche Erträge 15,6 % 2,09 Mio
  • Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 5,2 % 702,2 k
  • Auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen 0,6 % −81,1 k
Aufwendungen 6,49 Mio
  • Personalaufwand 42,6 % −2,76 Mio
  • Sonstige betriebliche Aufwendungen 28,7 % −1,86 Mio
  • Aufwendungen aus Verlustübernahme 17,2 % −1,12 Mio
  • Zinsen und ähnliche Aufwendungen 6,6 % −430,7 k
  • Materialaufwand 3,3 % −214,7 k
  • Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 1,6 % −101,5 k
  • Sonstige Steuern 0,0 % −1,5 k
  • Ergebnis nach Steuern 6,77 Mio
  • Jahresüberschuss/Jahresfehlbetrag 6,77 Mio
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GuV-Daten für 18 weitere Geschäftsjahre verfügbar.

Vertretungsberechtigte

  • Andreas Hausmann seit 2023 Geschäftsführer
  • Daniel Tobias Müller seit 2024 Geschäftsführer
  • Hans-Joachim Müller seit 2004 Geschäftsführer
  • Markus Kehren seit 2024 Geschäftsführer
  • Sandra Speer seit 2024 Prokura
2 ehemalige Vertretungsberechtigte · mit API-Key einsehbar API-Key holen →

Eigentum & Beteiligungen

Gesellschafter

Wirtschaftlich Berechtigte (UBOs)

Die wirtschaftlich Berechtigten hinter diesen Beteiligungen konnten nicht eindeutig zugeordnet werden.

Beteiligungen an

Historie

  1. 2026
  2. 02.09.
    Eintritt eines Mitglieds
    PCW Asset GmbH & Co. KG · Persönlich haftender Gesellschafter
  3. 2024
  4. 26.11.
    Eintritt eines Mitglieds
    Sandra Speer · Gesamtprokura
  5. 15.07.
    Änderung der Vertretungsbefugnis
    Andreas Hausmann · Geschäftsführer
  6. 04.06.
    Eintritt eines Mitglieds
    Markus Kehren · Geschäftsführer
  7. 30.01.
    Eintritt eines Mitglieds
    Daniel Tobias Müller · Geschäftsführer
  8. 2023
  9. 06.10.
    Austritt einer Position
    PPM Sales GmbH & Co. KG · Persönlich haftender Gesellschafter
  10. 19.09.
    Austritt einer Position
    PPM Asset GmbH & Co. KG · Persönlich haftender Gesellschafter
  11. 05.09.
    Änderung des Unternehmensgegenstands
    Leitung sowie Halten und Verwalten von Unternehmensbeteiligungen, einschließlich Beteiligung als persönlich haftende Gesellschafterin an Kommanditgesellschaften sowie Erbringung von Dienstleistungen für verbundene Unternehmen im Sinne des § 15 AktG
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Jahresabschlüsse

Veröffentlichte Abschlüsse im Original, nach Geschäftsjahr sortiert.

5 Dokumente
Geschäftsjahr Dokument Veröffentlicht Zugriff
2024 Jahresabschluss Veröffentlicht Über die API
2023 Jahresabschluss Veröffentlicht Volltext lesen
2022 Jahresabschluss Veröffentlicht Über die API
2021 Jahresabschluss Veröffentlicht Über die API
2020 Jahresabschluss Veröffentlicht Über die API
2023 Jahresabschluss Volltext

Advance Holding GmbH (vormals: POLYPLAST MÜLLER GmbH)

Straelen

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023

Bilanz zum 31. Dezember 2023

AKTIVA

31.12.2023 31.12.2022
EUR EUR
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 1.920,72 252.203,30
2. Geleistete Anzahlungen 64.110,00 0,00
66.030,72 252.203,30
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 0,00 5.033.422,92
2. Technische Anlagen und Maschinen 0,00 1.695.592,77
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 73.588,22 1.629.571,77
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0,00 276.351,73
73.588,22 8.634.939,19
III. Finanzanlagen
- Anteile an verbundenen Unternehmen 40.731.434,66 11.278.475,18
40.871.053,60 20.165.617,67
B. Umlaufvermögen
I. Vorräte
1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 0,00 8.465.291,89
2. Unfertige Erzeugnisse, unfertige Leistungen 0,00 2.731.283,20
3. Fertige Erzeugnisse und Waren 0,00 8.896.808,67
4. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 0,00 -7.116.794,20
0,00 12.976.589,56
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 0,00 3.707.386,66
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 19.724.937,30 24.279.063,50
3. Sonstige Vermögensgegenstände 1.918.551,26 2.769.663,06
21.643.488,56 30.756.113,22
III. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten 6.228.524,66 13.731.588,94
27.872.013,22 57.464.291,72
C. Rechnungsabgrenzungsposten 26.957,12 91.812,12
D. Aktive latente Steuern 520.096,13 384.458,01
69.290.120,07 78.106.179,52

PASSIVA

31.12.2023 31.12.2022
EUR EUR
A. Eigenkapital
I. Gezeichnetes Kapital 5.000.000,00 5.000.000,00
II. Gewinnvortrag 52.587.129,25 41.189.084,93
III. Jahresüberschuss 9.090.100,24 14.247.555,40
66.677.229,49 60.436.640,33
B. Rückstellungen
1. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 252.209,00 2.857.583,00
2. Steuerrückstellungen 612.013,00 2.767.048,00
3. Sonstige Rückstellungen 1.134.097,50 2.472.288,55
1.998.319,50 8.096.919,55
C. Verbindlichkeiten
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 0,00 321.005,39
2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 410.388,24 8.236.991,85
3. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 159.608,09 374.592,63
4. Sonstige Verbindlichkeiten 44.574,75 640.029,77
614.571,08 9.572.619,64
69.290.120,07 78.106.179,52

Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr 2023

2023 2022
EUR EUR EUR
1. Umsatzerlöse 9.548.312,96 170.691.451,02
2. Verminderung (Vj.: Erhöhung) des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen 0,00 -2.802.169,02
3. Sonstige betriebliche Erträge 1.211.004,34 594.392,44
4. Materialaufwand
a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe -6.407.352,01 -113.935.638,76
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen 0,00 -3.966.018,22
-6.407.352,01 -117.901.656,98
5. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter -2.325.066,19 -13.584.010,16
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung -302.395,64 -2.725.701,39
-2.627.461,83 -16.309.711,55
6. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen -48.545,68 -1.073.817,51
7. Sonstige betriebliche Aufwendungen -1.099.712,08 -28.987.413,26
8. Erträge aus inländischen Beteiligungen 8.000.000,00 10.109.903,04
9. Erträge aus ausländischen Beteiligungen 4.377.278,08 2.871.055,30
10. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 629.879,97 308.471,45
11. Zinsen und ähnliche Aufwendungen -460.825,60 -515.344,41
12. Erträge auf Grund eines Gewinnabführungsvertrages 0,00 2.113.720,11
13. Aufwendungen aus Verlustübernahme -1.259.673,28 0,00
14. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -2.770.869,63 -4.824.462,31
15. Ergebnis nach Steuern 9.092.035,24 14.274.418,32
16. Sonstige Steuern -1.935,00 -26.862,92
17. Jahresüberschuss 9.090.100,24 14.247.555,40

Entwicklung des Anlagevermögens im Geschäftsjahr 2023

Anschaffungs- oder Herstellungskosten
01.01.2023 Zugänge Ausgliederung 31.12.2023
EUR EUR EUR EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 5.314.618,73 0,00 -5.288.088,59 26.530,14
2. Geleistete Anzahlungen 0,00 64.110,00 0,00 64.110,00
5.314.618,73 64.110,00 -5.288.088,59 90.640,14
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 11.042.754,88 0,00 -11.042.754,88 0,00
2. Technische Anlagen und Maschinen 6.730.367,19 0,00 -6.730.367,19 0,00
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 6.311.194,02 50.001,00 -6.239.600,02 121.595,00
4. Geleistete Anzahlungen 276.351,73 0,00 -276.351,73 0,00
24.360.667,82 50.001,00 -24.289.073,82 121.595,00
III. Finanzanlagen
- Anteile an verbundenen Unternehmen 16.042.497,84 5.000.000,00 24.452.959,48 45.495.457,32
45.717.784,39 5.114.111,00 -5.124.202,93 45.707.692,46
Abschreibungen
01.01.2023 Zugänge Ausgliederung 31.12.2023
EUR EUR EUR EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 5.062.415,43 11.278,00 -5.049.084,01 24.609,42
2. Geleistete Anzahlungen 0,00 0,00 0,00 0,00
5.062.415,43 11.278,00 -5.049.084,01 24.609,42
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 6.009.331,96 0,00 -6.009.331,96 0,00
2. Technische Anlagen und Maschinen 5.034.774,42 0,00 -5.034.774,42 0,00
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 4.681.622,25 37.267,68 -4.670.883,15 48.006,78
4. Geleistete Anzahlungen 0,00 0,00 0,00 0,00
15.725.728,63 37.267,68 -15.714.989,53 48.006,78
III. Finanzanlagen
- Anteile an verbundenen Unternehmen 4.764.022,66 0,00 0,00 4.764.022,66
25.552.166,72 48.545,68 -20.764.073,54 4.836.638,86
Buchwerte
31.12.2023 31.12.2022
EUR EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 1.920,72 252.203,30
2. Geleistete Anzahlungen 64.110,00 0,00
66.030,72 252.203,30
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 0,00 5.033.422,92
2. Technische Anlagen und Maschinen 0,00 1.695.592,77
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 73.588,22 1.629.571,77
4. Geleistete Anzahlungen 0,00 276.351,73
73.588,22 8.634.939,19
III. Finanzanlagen
- Anteile an verbundenen Unternehmen 40.731.434,66 11.278.475,18
40.871.053,60 20.165.617,67

Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2023 und Lagebericht für

die Advance Holding GmbH (vormals Polyplast Müller GmbH)

1. Grundlagen der Advance Holding Gruppe

Die Advance Holding Gruppe ist ein mittelständischer Konzern der Kunststoffindustrie mit Produktionsstandorten in Deutschland, den USA und Kanada. Sie ist damit der chemischen Industrie, die als volkswirtschaftliche Leitbranche gilt, zugeordnet. Das Kerngeschäftsfeld der Advance Holding Gruppe ist die Entwicklung, die Herstellung und der Vertrieb von Masterbatch und Compounds in Europa und Nordamerika.

Advance Holding Konzernabschluss

Mit Vertrag vom 8. August 2023 hat die Advance Holding GmbH ihren operativen Geschäftsbetrieb rückwirkend zum 1. Januar 2023 auf die neu gegründete Polyplast Müller GmbH & Co. KG, Straelen, ausgegliedert. Die Ausgliederung wurde mit Eintragung in das Handelsregister beim Amtsgericht Kleve am 5. September 2023 auf den Tag der Anmeldung zur Eintragung in das Handelsregister (8. August 2023) handelsrechtlich wirksam. Die Ausgliederung erfolgte zu Buchwerten. Die Polyplast Müller GmbH & Co. KG wurde im Wege der Vollkonsolidierung zu 100 % in den Konsolidierungskreis aufgenommen, so dass die Vergleichbarkeit der Konzernbilanz und Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung zum 31. Dezember 2023 zum Vorjahr uneingeschränkt möglich ist.

Advance Holding Einzelabschluss

Im Zuge der Ausgliederung erfolgte auch die Umfirmierung der Gesellschaft von Polyplast Müller GmbH in Advance Holding GmbH. Durch die Ausgliederung von Teilen ihres Vermögens weist die Advance Holding GmbH zum 31. Dezember 2023 die Merkmale einer kleinen Kapitalgesellschaft i.S.d. § 267 Abs. 1 HGB auf, ist jedoch weiterhin als große Kapitalgesellschaft i.S.d. § 267 Abs. 3 HGB zu klassifizieren, da nicht mindestens zwei der Merkmale i.S.v. § 267 Abs. 1 HGB an zwei aufeinanderfolgenden Bilanzstichtagen unterschritten werden und die Ausgliederung weder eine Umwandlung noch eine Neugründung der Gesellschaft selbst i.S.v. § 267 Abs. 4 HGB darstellt.

Durch die Ausgliederung ist die Vergleichbarkeit der Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung zum 31. Dezember 2023 i.S.d. § 265 Abs. 2 HGB zum Vorjahr stark eingeschränkt.

Die Advance Holding GmbH (ADH) mit Sitz in Straelen fungiert als Holding - Gesellschaft der Gruppe und übernimmt neben der Finanzierungs- und Versicherungsfunktion für die operativen Gesellschaften die Steuerung gruppenweiter Projekte. Für den europäischen Teil des Masterbatch Geschäftes der Advance Holding Gruppe steht nunmehr die Polyplast Müller GmbH & Co. KG (PPM KG), die Masterbatch, Kabel und Subcontracting für den europäischen Markt vertreibt, produziert und entwickelt. Die Gesellschaften Colortech, Inc. (Tennessee, USA) (CTU) und Colortech Inc. (Kanada) (CTC) repräsentieren die Masterbatch-Aktivitäten in Nordamerika. Diese beiden Gesellschaften entwickeln, produzieren und vertreiben Masterbatch nahezu ausschließlich für Kunden in den USA und Kanada. Die PCW GmbH (PCW) mit Sitz in Eilenburg repräsentiert die Compoundaktivitäten der Advance Holding Gruppe in Europa. Das Unternehmen entwickelt, produziert und vertreibt Polyvinylchlorid (PVC Hart und Weich Compounds), Polypropylen (PP), sowie Thermoplastische Elastomere (TPE). Darüber hinaus werden durch die PCW Produktionsleistungen innerhalb des Konzernverbundes erbracht.

Die europäischen Standorte der Advance Holding Gruppe nehmen für die Herstellung von Masterbatch unverändert eine starke Marktposition im europäischen Wettbewerb ein. Die nordamerikanischen Standorte konnten ebenfalls durch die Herstellung von Masterbatch eine bedeutende Marktposition im nordamerikanischen Wettbewerb festigen. Die nur in Europa vorhandenen Aktivitäten im Bereich Compound sollen es der Advance Holding Gruppe mittelfristig ermöglichen, in diesem Produktsegment in Europa eine vergleichbare Wettbewerbsposition wie im Bereich Masterbatch einzunehmen.

Strategisch verfolgt die Advance Holding Gruppe unverändert das Ziel, mittels Fokussierung auf die Geschäftsfelder Masterbatch und Compound eine stabile Marktposition innerhalb der Top 5 der europäischen Unternehmen einzunehmen und sich als vollintegrierter Veredler im Wettbewerb zu differenzieren. Für den nordamerikanischen Markt wird ein analoges Ziel verfolgt, jedoch fokussiert auf das Geschäftsfeld Masterbatch. Zur strategischen Ausrichtung gehört auch das Überprüfen von anorganischen Wachstumsmöglichkeiten.

2. Wirtschaftsbericht

2.1. Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen

Im Jahr 2023 war die Bekämpfung der hohen Inflation durch die Erhöhung der Zinsen durch die Notenbanken ein zentrales Thema der wirtschaftlichen Entwicklung. Nach dem russischen Überfall auf die Ukraine hatten sich insbesondere die Energiepreise deutlich verteuert und in der Folge auch die Produkte der erzeugenden Industrie. Während sich der Preisauftrieb durch die Maßnahmen der Notenbanken abschwächte, führten die hohen Finanzierungszinsen insbesondere für hochverschuldete Unternehmen zunehmend zu Liquiditätsproblemen.

Dennoch urteilt das Kiel Institut für Weltwirtschaft: "Die Weltkonjunktur hielt sich angesichts des Inflationsschocks und der massiven Straffung der Geldpolitik im Jahr 2023 besser als erwartet, auch wenn die wirtschaftliche Expansion moderat war". 1

1 Entnommen aus: Kiel Institut für Weltwirtschaft, Kieler Konjunkturberichte Nr. 109 (2023 | Q4), S. 2.

Im Berichtsjahr hielt der Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine unvermindert an und verursachte u.a. infolge des strikten Sanktionsregimes gegen Russland unverändert starke Belastungen für die Volkswirtschaften Europas. Die Krise im Nahen Osten infolge des Überfalls der Terrororganisation Hamas auf Israel im Oktober 2023 und der nachfolgenden und andauernden Militäroperation Israels gegen die Hamas haben die Belastungen für die Weltkonjunktur zusätzlich erhöht.

Die chemische Industrie blickt für Deutschland erneut auf ein wirtschaftlich unbefriedigendes Jahr zurück. Aufgrund zunehmendem Auftragsmangel sei die Produktion (ohne Pharma) um rund 11,0 % gesunken, berichtet der Verband der Chemischen Industrie (VCI). Die Produktion lag nach Angaben des Verbandes um 5 % unter der notwendigen Grundauslastung von 82 %. 2 Für die Kunststoff-Industrie der USA war ein Produktionsrückgang von 4,4 % für das Jahr 2023 zu verzeichnen. 3

2 Entnommen aus: Verband der Chemischen Industrie e.V., Jahresbilanz 2023, Stürmische Zeiten für die Branche, Pressemitteilung vom 15. Dezember 2023.

3 Entnommen aus: PLASTICS Industry Association, Plastics Quarterly, January 2024, page 2.

Der Internationalen Währungsfonds (IMF) kommunizierte für das Jahr 2023 in seinem April Report vom Jahr 2024 einen weltweiten Wirtschaftsaufschwung in Höhe von 3,2 %. Für die USA wurde ein Wachstum in Höhe von 2,5 % (2022: 2,1 %) für das Jahr 2023 veröffentlicht. Für Kanada belaufen sich die entsprechenden Werte auf 1,1 % für das Jahr 2023 als auch 3,4 % für das Jahr 2022.

Für Deutschland wurde vom IMF im April 2024 für das Jahr 2023 eine wirtschaftliche Entwicklung in Höhe von - 0,3 % (2022: 3,5 %) kommuniziert, für Europa eine Veränderung in Höhe von 0,4 % für das Jahr 2022 (2022: 3,5 %). 4

4 Entnommen aus: International Monetary Fund, World Economic Outlook, Steady but Slow Resilience amid Divergence | April 2024, S. 10.

Diese volkswirtschaftlichen Einflüsse und Branchenbegebenheiten stellten die wesentlichen Randparameter dar, vor deren Hintergrund sich die gewählte Wachstumsstrategie und die Aufstellung der Advance Holding Gruppe zu beweisen hatte.

2.2. Geschäftsverlauf Konzern

Das Jahr 2023 war gekennzeichnet durch eine Beruhigung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Der Inflationsdruck hat merklich nachgelassen und die Rohstoffkosten waren dementsprechend wieder rückläufig. Die Advance Holding Gruppe konnte sich in diesem Umfeld erneut gut behaupten und alle Kundenaufträge erfolgreich erfüllen. Dabei ist es gelungen, Einsparungen auf der Kostenseite zu erzielen, so dass sich die Rohertragsmarge gegenüber dem Vorjahr um 2,9 %-Punkte erhöht hat.

Nachfrageschwankungen in einzelnen Bereichen wurden durch gezielte Vertriebsaktivitäten kompensiert. Absolut hat sich der Rohertrag, definiert als Umsatzerlöse zuzüglich Bestandsveränderung abzüglich Materialaufwand, dennoch gegenüber Vorjahr um 9.094 T€ (- 6,2 %) verringert.

Insgesamt lässt sich feststellen, dass die durch Corona und Nachfrageüberhang gekennzeichneten positiven Ausnahmezeiten mit den Geschäftsjahren 2021 und 2022 vorüber sind und sich das Jahr 2023 nun als ein eher normales Jahr darstellt und sich dadurch auch der Rückgang des absoluten Rohertrags erklärt.

Das Investitionsprogramm zur Schaffung neuer und der Erweiterung bestehender Fertigungskapazitäten sowie den dazugehörigen Flächen und Gebäuden wurde fortgesetzt. Hierzu wurden Investitionen in Höhe von 15.486 T€ in Sachanlagen getätigt. Die Investitionen stehen sowohl im Zusammenhang mit der Ausweitung der Flexibilisierung der Produktionskapazitäten als auch der Optimierung von Prozessabläufen und wurden aus den operativen Cashflows finanziert.

Insgesamt konnte der Konzern aufgrund der verfügbaren Produktionskapazität eine flexible Reaktion auf im Jahresverlauf stark schwankende Kundenaufträge zeigen. Der in der Vergangenheit und im Geschäftsjahr betriebene Ausbau bestehender Kundenbeziehungen, Produktinnovationen und die Erweiterung der Produktpalette stellen die Basis für weiteres Wachstum dar.

Geschäftsverlauf der Advance Holding GmbH

Die Advance Holding GmbH (ADH) hat nach Ausgliederung des operativen Geschäftsbetriebes auf die PPM KG ihren Geschäftsbetrieb als Finanz- und Serviceholding aufgenommen. Neben der Sicherstellung der Finanzierung und des Versicherungsschutzes wurden im Wesentlichen Projekte zur Entwicklung der zukünftigen Nachhaltigkeitsberichterstattung des Konzerns sowie zur Einführung eines gruppenweit einheitlichen ERP-Systems übernommen. Ein wesentlicher Bereich der Geschäftstätigkeit der ADH ist zudem die Projektierung und Steuerung von Investitionen in die Produktionsgebäude und den Maschinenpark der operativen Einheiten. Die ADH erbringt diesen Service als Dienstleistung und beschafft zudem zentral die wesentlichen Maschinenbestandteile.

2.3. Ertragslage Konzern

Die Umsätze beliefen sich im Geschäftsjahr auf 449.147 T€ (2022: 522.955 T€) und lagen damit um 14,1 % unter Vorjahr und auch unter der Planung. Diese Verminderung war im Wesentlichen mengenbedingt. Im Berichtsjahr wurden 14,8 Kilotonnen (- 8 %) weniger Menge abgesetzt als noch im Jahr 2022. Diese Minderung betraf sowohl die Standorte in Deutschland als auch die Werke in Nordamerika. Der Materialaufwand war nach den inflations- und mengenbedingten Steigerungen der Vorjahre wieder stark rückläufig und lag 18,3 % unter Vorjahr und auch unter Plan. Der Kostendruck in der Produktion war im Geschäftsjahr allerdings unvermindert hoch. Die absolute und relative Reduzierung des Rohertrages resultiert daher überwiegend aus der geringeren Absatzmenge.

Der Rohertrag ist mit einem Wert in Höhe von 138.531 T€ im Vergleich zum Vorjahr um 9.094 T€ (- 6,2 %) daher deutlich gesunken.

Auf Grund der guten Beschäftigungslage in Deutschland und Nordamerika einhergehend mit einem sich verstärkenden Fachkräftemangel war die Nachfrage nach Arbeitskräften unverändert hoch. Vor dem Hintergrund inflationsbedingter Steigerungen der Lebenshaltungskosten konnten die Gewerkschaften kräftige Lohnsteigerungen durchsetzen, die auch die Unternehmen der Advance Holding Gruppe betroffen haben. Der Personalaufwand stieg daher um 2,5 % auf 54.498 T€ an.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind um 3,3 % gegenüber dem Vorjahr gesunken. Dabei standen den deutlich gesunkenen Transportkosten infolge der geringeren Verkaufsmengen insbesondere die gestiegenen Energiekosten der deutschen Standorte gegenüber. Nachdem die Strom-Preisspitzen im Jahr 2022 durch die vorausschauende und langfristige Eindeckung weitgehend vermieden werden konnten, haben sich die deutschen Gesellschaften sukzessive zu dem gestiegenen Preisniveau eindecken müssen. Die Stromkosten haben sich folglich deutlich erhöht und lagen um 40 % (PCW) bzw. 21 % (PPM KG) über dem Vorjahr. Durch das strikte Debitoren-Risikomanagement ist es gelungen, Forderungsausfälle unverändert auf niedrigem Niveau zu halten.

Vor diesem Hintergrund verringerte sich das operative Ergebnis, definiert als EBITDA, im Berichtsjahr um - 16,8 % auf 40.526 T€ (2022: 48.705 T€).

Aufgrund der starken Investitionstätigkeit erhöhten sich die Abschreibungen um 8,8 % auf 11.325 T€.

Im Ergebnis konnte ein Konzernjahresüberschuss von 20.401 T€ (2022: 26.853 T€) erzielt werden.

Ertragslage der Advance Holding GmbH

Die ADH erzielt Umsatzerlöse aus der Weiterberechnung von für die operativen Einheiten zentral beschafften Maschinenteile. Weiterhin erbringt die ADH Serviceleistungen für die Unternehmen des Konzernverbundes und verrechnet die dafür aufgewendeten Kosten an die Empfänger dieser Leistungen. Das EBITDA zum 31. Dezember 2023 war mit 625 T€ leicht positiv und resultiert aus dem Gewinnaufschlag auf die verrechneten Sachanlagen und Dienstleistungen.

Als weitere, wesentliche Einnahmequelle erhält die ADH Dividenden aus den gehaltenen Beteiligungen. Aufgrund der hohen Beteiligungserträge erzielte die ADH im Berichtsjahr ein Ergebnis vor Steuern von 11.863 T€.

Aufgrund der gewählten steuerlichen Gesellschaftsstruktur trägt die ADH neben den eigenen auch die Ertragssteuern ihrer deutschen Tochtergesellschaften.

Insgesamt erzielte die ADH im Geschäftsjahr 2023 einen Jahresüberschuss von 9.090 T€.

2.4. Vermögenslage Konzern

Die Bilanzsumme der Advance Holding Gruppe liegt mit 177.650 T€ leicht unter dem Niveau des Vorjahres.

Die Investitionen in das Sachanlagevermögen in Höhe von 15.486 T€ (2022: 24.236 T€) betrafen im Wesentlichen Kapazitätserweiterungen. Das um 6,3 % auf 68.881 T€ gestiegene Sachanlagevermögen stellt nun 38,8 % (2022: 36,3 %) der Bilanzsumme dar.

Das Working Capital, definiert als Vorräte zuzüglich Forderungen aus Lieferungen und Leistungen abzüglich Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, verminderte sich aufgrund der mengen- und preisbedingt geringeren Vorratsbestände gegenüber dem Vorjahr deutlich um 6.608 T€ auf 51.228 T€.

Der Bilanzposten "Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks" stellt sich gegenüber dem Vorjahr mit 23.635 T€ (2022: 21.983 T€) erhöht dar. Das Geschäftsjahr 2023 war erneut ein ertragsstarkes Jahr für die Unternehmensgruppe, so dass sich die Guthaben-Position trotz Rückführung von Darlehenspositionen und starker Investitionstätigkeit aufgebaut wurde.

Das Konzerneigenkapital erhöhte sich von 108.627 T€ wiederum deutlich um 15.226 T€ auf 123.853 T€ und stellt mit einer Quote von 69,7 % (2022: 60,9 %) sowohl relativ als auch absolut eine solide Basis für weiteres Wachstum in der Zukunft dar. Die Erhöhung wurde maßgeblich geprägt durch den Konzernjahresüberschuss in Höhe von 20.401 T€. Ausschüttungen an die Gesellschafter der Advance Holding GmbH erfolgten in Höhe von 2.850 T€. Ebenso wirkte im Eigenkapital die Veränderung aus Währungsumrechnung mit 2.326 T€ eigenkapitalvermindernd.

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten wurden gegenüber dem Vorjahr um 13.618 T€ (44,6 %) auf 16.917 T€ zurückgeführt.

Vermögenslage der Advance Holding GmbH

Die Bilanzsumme der Advance Holding GmbH beträgt 69.290 T€ und betrifft auf der Aktivseite im Wesentlichen die Positionen Finanzanlagen (40.731 T€), Forderungen gegen verbundene Unternehmen (19.725 T€) und den Bestand an liquiden Mitteln (6.229 T€).

Das Eigenkapital der Gesellschaft beträgt 66.677 T€, die Eigenkapitalquote beläuft sich auf 96,2 %.

Die sonstigen Rückstellungen von 1.134 T€ betreffen insbesondere personalbezogene Rückstellungen.

2.5. Finanzlage

Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit beläuft sich auf 35.097 T€ (2022: 35.424 T€) und liegt damit trotz des rückläufigen EBITDA auf Vorjahresniveau. Im Vorjahr war der operative Cashflow dabei durch eine hohe Mittelbindung im working capital beeinflusst.

Infolgedessen konnte die Investitionstätigkeit der Advance Holding Gruppe im Geschäftsjahr vollständig durch den Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit gedeckt werden. Der Cashflow aus Investitionstätigkeit beläuft sich auf 16.000 T€ (2022: 24.424 T€).

Die weiterhin verbleibenden Mittel deckten ebenso den Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit in Höhe von 8.629 T€ (2022: 10.416 T€) ab und ermöglichten unter anderen die reguläre Tilgung des mittelfristigen Fremdkapitals.

Insgesamt konnte trotz der unverändert hohen Investitionsauszahlungen durch die starke Ertragskraft ein operativer Cashflow erwirtschaftet werden, der die Nettofinanzposition (gemessen als "Verbindlichkeit gegenüber Kreditinstituten" abzüglich "Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks") der Advance Holding Gruppe um 15.270 T€ verbessert hat. Insgesamt hatte die Gruppe zum 31. Dezember 2023 eine positive Nettofinanzposition von 6.719 T€.

Finanzlage der Advance Holding GmbH

Die ADH weist zum 31. Dezember 2023 einen positiven Finanzmittelbestand von 6.229 T€ aus. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten bestehen nicht.

Im Berichtsjahr stand dem Mittelabfluss aus der Mittelbindung im working capital, aus Ertragsteuerzahlungen von 6.511 T€ und der Auszahlung für die Gründung der PPM KG von 5.000 T€ ein Mittelzufluss aus Dividendenzahlungen von 12.377 T€ gegenüber.

2.6. Finanzielle und nicht-finanzielle Leistungsindikatoren sowie Gesamtaussage

Die Advance Holding Gruppe verwendet zur Steuerung des Einkaufs, der Produktion, des Vertriebs sowie der Zentralfunktionen diverse Kennzahlen bzw. Kennzahlensysteme, deren Komplexität der jeweiligen Steuerungs- und Führungsaufgabe nach Auffassung der Geschäftsführung angemessen ist.

Die bedeutsamsten finanziellen Leistungsindikatoren sind das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT), sowie das Ergebnis vor Abschreibungen, Zinsen und Steuern (EBITDA). Dabei werden auch die sonstigen Steuern, die unter den sonstigen betrieblichen Aufwendungen ausgewiesen werden, den Steuern zugerechnet.

Um den Unternehmenswert zu steigern, strebt die Advance Holding Gruppe eine langfristige und nachhaltige Steigerung der beiden Leistungsindikatoren an. Das operative Ergebnis, definiert als EBITDA, ist gegenüber dem außergewöhnlich starken Vorjahr um 16,8 % auf 40.526 T€ gesunken. Das EBIT verminderte sich um 23,8 % auf 29.201 T€. Diese Reduzierung resultiert insbesondere aus dem Rückgang der Vertriebsmengen, während die Vorjahre noch von Nachholeffekten nach Abklingen der Lieferengpässe aus dem von der Coronapandemie betroffenen Zeitraum profitiert haben. So ist die EBITDA-Marge mit 9,1 % gegenüber dem Vorjahr (9,3 %) nahezu unverändert, was für das vorausschauende Kostenmanagement in der Gruppe spricht. Gegenüber den Erwartungen der Planung, in der das Nachlassen der Sondernachfrage, die die Jahre nach der SARS-CoV-2 Pandemie geprägt hatte, bereits antizipiert wurde, haben sich die Kennzahlen besser entwickelt.

Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren sind für das Verständnis des Geschäftsverlaufs oder die Lage der Polyplast Müller Gruppe nicht von Bedeutung.

Trotz der nach wie vor vorhandenen strategischen, in die Zukunft gerichteten Aufwendungen lagen das EBIT und EBITDA des Geschäftsjahres leicht über der im Vorjahr für 2023 getroffenen Prognose, sodass die Geschäftsführung der Advance Holding Gruppe vor diesem Hintergrund die Prognose des Vorjahres als übererfüllt ansieht.

3. Prognose, Chancen- und Risikobericht

3.1. Prognosebericht

Die wirtschaftlichen Aussichten in Europa haben sich zuletzt wieder eingetrübt. Angesichts der stark gesunkenen Energiepreise, der rückläufigen Inflation und der weltweiten Konjunkturbelebung wird trotz Belastungen durch die restriktive Geldpolitik mit einer Belebung der wirtschaftlichen Entwicklung gerechnet. Die US-Amerikanische Wirtschaft zeigte sich zudem im Verlauf des Jahres 2023 trotz hohen Zinsniveaus robust. Die Produktion erhöhte sich gestützt durch eine expansive Finanzpolitik. 5

5 Entnommen aus: Kieler Konjunkturberichte Weltwirtschaft und Euroraum im Herbst 2023.

Der IMF (International Monetary Fund) Bericht vom Januar 2024 sieht folglich eine erstaunlich widerstandsfähige Entwicklung der Weltwirtschaft und erhöht seine Wachstumsprognose für 2024 um 0,2%-Punkte auf 3,1 %.

Für die Hauptabsatzmärkte der Advance Holding Gruppe stellt sich das Bild gemäß IMF wie folgt dar: 6

6 Entnommen aus: International Monetary Fund, World Economic Outlook Update, January 2024 | January 2024, S. 6.

Jahr: 2024 (IMF 1/2024) 2025 (IMF 1/2024)
Volkswirtschaften:
Deutschland +0,5 % +1,6 %
Europa +0,9 % +1,7 %
USA +2,1 % +1,7 %
Kanada +1,4 % +2,3 %

Der VCI ist für Deutschland dagegen für das Segment der chemisch-pharmazeutische Industrie deutlich pessimistischer. Für 2024 wird weiterhin davon ausgegangen, dass Aufträge im Chemiegeschäft fehlen. Es wird daher kein Anstieg der Chemieproduktion erwartet, nachdem bereits im Vorjahr die Produktion um 11 % (ohne Pharmageschäft) gesunken war. Für den Branchenumsatz sei ein Rückgang von 3 % zu erwarten. 7 Für die Kunststoffindustrie Nordamerikas wird eine Stabilisierung auf aktuellem Niveau vorhergesagt. 8

7 Entnommen aus: Verband der Chemischen Industrie e.V., Jahresbilanz 2023, Stürmische Zeiten für die Branche, Pressemitteilung vom 15. Dezember 2023, S. 3.

8 Entnommen aus: PLASTICS Industry Association, Plastics Quarterly, January 2024, page 2.

Trotz dieses kritischen Ausblicks ist und bleibt der Werkstoff ,,Kunststoff" auch zukünftig ein wachsendes Produktfeld. Auch wenn 2024 erneut mit herausfordernden Rahmenbedingungen gerechnet wird, ist dieser Sektor der Wirtschaft strukturell ein weiter wachsender Markt.

In den letzten Jahren ist es der Advance Holding Gruppe gelungen in einem schwierigen Umfeld die Chancen am Markt zu nutzen und die jeweiligen Planungen deutlich zu übertreffen. Vor dem Hintergrund der sich aufhellenden volkswirtschaftlichen Prognosen weist die Planung für das Wirtschaftsjahr 2024 ein moderates Wachstum im Vergleich zum Jahr 2023 aus.

Nachdem die Rohstoffkosten im dritten Quartal 2022 die Spitze des Preisniveaus erreicht hatten, sind die Preise im Jahr 2023 kontinuierlich gesunken, lagen aber im gesamten Jahr noch über dem Niveau von vor der Coronakrise, vgl. ICIS Petrochemical Index (IPEX). Die weltweit rückläufigen Inflationsraten, in Deutschland insbesondere aufgrund deutlich gesunkener Energiepreise, beeinflussen das direkte Marktumfeld der Advance - Gruppe positiv. Dagegen weist der IMF auf das Risiko geopolitischer Schocks, beispielsweise durch die fortgesetzten Attacken auf Handelsschiffe im Roten Meer hin, die zu Versorgungsunterbrechungen in den Lieferketten führen könnten. Auch sind die Notenbanken zuletzt allzu optimistischen Annahmen über baldige Zinssenkungen entgegengetreten, so dass die straffe Geldpolitik bis weit in das Jahr 2024 andauern könnte. 9

9 Entnommen aus: International Monetary Fund, World Economic Outlook Update, January 2024 | January 2024.

Die Energiekosten sind für die einzelnen Gesellschaften der Unternehmensgruppe aufgrund der energieintensiven Produktion ein bedeutender Faktor. Für die insbesondere in Deutschland hohen Strompreise wurde in der Betrachtung zukünftiger Perioden keine spürbare Entlastung angenommen.

Die Finanzlage wird sich infolge der geplanten Ergebnissteigerung voraussichtlich positiv entwickeln. Weiterhin verfügt die Advance Holding Gruppe über Kreditlinien mit Banken in Deutschland und Nordamerika, die ausreichend Spielraum für das geplante organische und anorganische Wachstum der Gruppe zur Verfügung stellen.

Es sind wiederum erhebliche Investitionen in den Maschinenpark der Advance Holding Gruppe vorgesehen.

Vor diesem Hintergrund wird die Advance Holding Gruppe ihre Produktions- und Vertriebsstrategie anpassen und weiterentwickeln. Beim Einkauf von Rohstoffen wird das Lieferantenportfolio in Bezug auf Liefertreue und Qualität weiter optimiert. Im Stromeinkauf wird insbesondere für die deutschen Standorte die vorausschauende Einkaufsstrategie fortgesetzt.

Die konjunkturelle Erholung wird sich nach unserer Einschätzung zwar langsamer und schwankender entwickeln, bildet jedoch langfristig eine Ausgangsbasis für das Wirtschaften in den nächsten Jahren.

Auch im kommenden Jahr wird die Wachstumsstrategie der Advance Holding Gruppe mit dem Ziel verfolgt, die jeweilige Marktposition und das erzeugte Produktspektrum weiter auszubauen. Diese Aktivitäten ordnen sich in das volkswirtschaftliche Umfeld ein. Der Fokus der vertrieblichen Aktivitäten ist neben dem Halten der bestehenden Kunden auch das Reaktivieren verlorener Kunden, indem die Advance Holding Gruppe beweisen kann, auch in unsicheren Zeiten ein verlässlicher, lieferfähiger Partner zu sein. Dabei wird die Positionierung als einer der vollintegrierten Veredler beibehalten.

Volatile Rohstoffpreise der Produkte beeinflussen ebenso die Geschäftsentwicklung, wie die Möglichkeit diese Schwankungen an die Kunden in kompetitiven Märkten weitergeben zu können. Sofern sich an den Rohstoffmärkten eine rationale Preisfindung ergibt, ist die Möglichkeit der Preisweitergabe bei Rohstoffen weiterhin gegeben. Die Bekämpfung der Inflation durch die Notenbanken hat zunehmend Erfolge verzeichnet, so dass sich der Preisauftrieb in den reifen Volkswirtschaften wieder auf das Vorkrisenniveau zubewegt. Dennoch stellt die Inflationsentwicklung weiterhin eine Unsicherheitskomponente dar und setzt geänderte Anforderungen an Preiseanpassungen des abzusetzenden Produktportfolios.

Es wird für das Geschäftsjahr 2024 damit gerechnet, dass sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen weiter stabilisieren und die Volatilitäten auf den Absatz- und Beschaffungsmärkten weiter abnehmen. Die Advance Gruppe rechnet damit, auf einen moderaten Wachstumspfad mit einer stabilen Ertragsentwicklung einzuschwenken. Insofern werden für 2024 ein EBIT sowie ein EBITDA auf dem Niveau des Berichtsjahres 2023 erwartet.

Es werden abermals Investitionen im Wesentlichen in Infrastruktur und Kapazitätserweiterungen geplant, deren Höhe sich aber unterhalb des Niveaus des abgelaufenen Geschäftsjahres bewegen wird. Weiterhin ist die Anschaffung einer neuen ERP-Software, zunächst für die deutschen Standorte, geplant.

Der Liquiditätsbedarf kann im Rahmen der bestehenden Kreditlinien und -vereinbarungen finanziert werden, wobei der Konzern laufend die vorhandene Finanzierungsstruktur überprüft und ergänzt. Grundsätzlich kann ein zusätzlicher Liquiditätsbedarf auch aus dem weiteren Umsatzwachstum entstehen, gerade auch dann, wenn dieser bedingt durch die Rohstoffentwicklung über das geplante Niveau hinausgehen sollte. Hierfür hat das Unternehmen ebenfalls Vorsorge getroffen und verfügt u.a. über ausreichend dimensionierte mittel- und langfristige zugesagte Kreditlinien bei verschiedenen Banken.

Trotz der aktuell schwierigen Umfeldsituation in Europa und Nordamerika geht die Geschäftsführung der Advance Holding GmbH davon aus, dass die erwartete Entwicklung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Advance Holding Gruppe stimmig zur Gesamtstrategie und insgesamt vor diesem Hintergrund als umsetzbar einzuschätzen ist.

Prognosebericht für die Advance Holding GmbH

Die Advance Holding GmbH wird im laufenden Geschäftsjahr die aufgenommenen, gruppenweiten Projekte fortführen. In ihrer Rolle als Finanzierungsholding werden zudem laufend die Finanzierung sowie die Versicherungssituation der Gruppe überprüft und bei Bedarf angepasst.

Die ADH wird ausschließlich für Konzerngesellschaften tätig. Durch die Weiterberechnung der für den Konzernverbund erbrachten Lieferungen und Leistungen sowie aus dem Erhalt der Dividendenzahlungen von Tochtergesellschaften sind ein leicht positives operatives Ergebnis (EBITDA) sowie die Finanzierung der ADH über den Planungszeitraum sichergestellt.

3.2. Chancen- und Risikobericht

Die Advance Holding Gruppe verfügt über ein detailliertes Berichtswesen, das führungsrelevante Informationen zeitnah zur Verfügung stellt. Diese Daten werden auf Managementebene analysiert und mit Aktionsplänen versehen.

3.2.1. Gesamtwirtschaftliche und branchenspezifische Chancen und Risiken

Die Advance Holding Gruppe unterliegt den konjunkturellen Trends des europäischen und des nordamerikanischen Marktes, mit deren jeweiligen, zum Teil unterschiedlichen, Rahmenbedingungen wie Lohn- und Steuerentwicklungen, Kaufanreizen etc., da eine Vielzahl der Kunden konsumnahen Bereichen zuzuordnen ist. Die Branche ist in allen relevanten Märkten durch Preisdruck gekennzeichnet, der zu einem permanenten Bedarf führt, die Produktion unter dem Gesichtspunkt der economies of scale zu verbessern, um Margenrückgänge durch Stückkostensenkungen zu kompensieren und im Preiswettbewerb bestehen zu können. Dem trägt die Advance Holding Gruppe an allen Standorten Rechnung.

Obwohl die hohen Teuerungszuwächse und in Europa insbesondere die Energiekosten wieder deutlich reduziert und weniger schwankend sind, sind die Rahmenbedingungen insbesondere in Europa unverändert sehr herausfordernd. Es drohen unverändert wirtschaftliche Belastungen durch den russischen Angriffskrieg auf die Ukraine, den Nahostkonflikt sowie zunehmende politische Spannungen zwischen den Großmächten USA und China. Die sich beschleunigende De-Globalisierung wird insbesondere den Industriestandort Deutschland mit seiner hohen Exportquote treffen. Zudem wird sich zunehmend der Fachkräftemangel auf die Produktionsfähigkeiten der Industrieunternehmen auswirken, der auch durch eine verstärkte Zuwanderung von ausländischen Fachkräften nicht kompensiert werden kann. Europa und damit auch Deutschland stehen in den kommenden Jahren deutliche wirtschaftliche und politische Herausforderungen bevor.

Die Schwere der Wirkung ist je nach Branche unterschiedlich und kann insofern auch weiterhin eine Auswirkung auf die Unternehmensgruppe entfalten.

Das Thema Nachhaltigkeit rückt generell stärker in den Fokus der Geschäftstätigkeit. Derzeit wird gemeinsam mit einem Team des Fraunhofer Instituts die Nachhaltigkeitsstrategie und die Informationsbasis für die Nachhaltigkeitsberichterstattung erarbeitet. Ziel ist es, hier jederzeit und rechtzeitig den erwartbaren Anforderungen an das Berichtswesen (nicht-finanzielle Berichterstattung) gerecht zu werden. Bereits heute werden in vielfältiger Weise Maßnahmen zur Schonung von Ressourcen ergriffen. Grundsätzlich erfolgt in allen Gesellschaften des Konzerns - auch vor dem Hintergrund von Kostendruck - eine intensive Betrachtung der Bereiche Energie, Entsorgung und des Umgangs mit Wasser. Die nachhaltige Ausrichtung des Unternehmens wird zudem durch die Zertifizierungen des Umweltmanagementsystems nach DIN ISO 14001, der Zertifizierung des Umweltmanagementsystems mit ECOVADIS, als auch des Energiemanagementsystems nach DIN ISO 50001 in einzelnen Gesellschaften genutzt, um sich ergebende Chancen im Markt auf Grund des verbesserten Carbon Footprints zu nutzen.

3.2.2. Chancen und Risiken aus dem operativen Geschäftsbetrieb

Ein dauerhafter Produktionsausfall an einem Standort wäre ein signifikanter Risikofaktor, der teilweise durch eine Ausweitung der Produktion an anderen Standorten kompensiert werden könnte. Um dieses Risiko zu minimieren, werden regelmäßig vorbeugende Instandhaltungsmaßnahmen durchgeführt. Die kapazitätserweiternden Investitionen der Vergangenheit haben darüber hinaus freie Kapazitäten geschaffen, die dies zusätzlich stützen. Potenzielle Risiken aus dem laufenden Geschäftsbetrieb werden neben den kontinuierlichen prozessimmanenten Kontrollen durch geeignete betriebliche Versicherungen abgedeckt. Zudem werden prozesskritische Anlagenbauteile gelagert.

Auf Grund der Produktstruktur können Veränderungen der Rohstoffpreise als auch die Verfügbarkeit von Rohstoffen große Auswirkungen auf das Ergebnis haben, soweit diese nicht durch Maßnahmen wie eine Mehr-Lieferanten-Strategie (Multisourcing), eine vorausschauende, zunehmend gruppenweite Einkaufspolitik sowie Produktvariationen ausgeglichen werden können. Durch den Vertrieb werden am Markt vorhandene Chancen genutzt, z.B. durch permanente Produktvariationen und Rezepturanpassungen an Kundenbedürfnisse.

Den bedeutenden Stromkosten des energieintensiven Fertigungsbetriebs begegnet der Konzern durch eine vorausschauende Einkaufspolitik und zusätzlich durch die Implementierung von Technologien zur Senkung des Stromverbrauchs. Den Belastungen durch die knappheitsorientierte Bepreisung für Energie der kanadischen Produktionseinheit wird neben den Maßnahmen zur Energieeinsparung, durch Anpassung der Produktionszeiten an die preisgünstige Energieverfügbarkeit begegnet.

3.2.3. Finanzierungs-, Zins- und Wechselkursrisiken

Die Finanzierung der Geschäftstätigkeit und des Wachstums erfolgt aus dem erwirtschafteten operativen Cashflow, den durch ein Portfolio von Banken in Deutschland und Nordamerika zur Verfügung gestellten Krediten bzw. Kreditlinien, sowie der genutzten alternativen Finanzierung im Rahmen des in Europa betriebenen Factorings. Durch die vertraglichen Vereinbarungen steht diese Finanzierung der Advance Holding Gruppe in bedeutenden Teilen mittel- und langfristig zur Verfügung. Ergänzt wird die Fremdfinanzierung durch die hohe Eigenkapitalbasis und die Thesaurierung von Gewinnen.

Gegen Währungs- und Zinsänderungsrisiken erfolgt eine Absicherung überwiegend dergestalt, dass die Finanzierung in den jeweiligen Ländern der zu finanzierenden Standorte erfolgt. Darüber hinaus werden selektiv derivative Finanzinstrumente zur Währungs- und Zinssicherung eingesetzt. Ferner werden mittelfristige Finanzierungen, mit entsprechender Zinsbindung bzw. -sicherung genutzt, um das Zinsänderungsrisiko zu begrenzen.

Aufgrund des derzeitigen Zinsniveaus, des von der Advance Holding Gruppe angenommenen Zins-Trends, als auch der Fristigkeit der gewählten Finanzierungsformen, erfolgt eine Absicherung gegen mögliche Risiken aus Zinsänderungen im kurzfristigen Finanzierungsbereich in Teilen. Die hierzu bestehenden derivativen Finanzinstrumente stellen jedoch nur betriebswirtschaftlich eine Absicherung dar, da eine Designation dieser Instrumente im Rahmen eines Hedge Accounting nicht erfolgt.

Aus dem laufenden Geschäftsbetrieb bestehen keine signifikanten Währungsrisiken, da die Standorte ihre Ein- und Ausgaben überwiegend in ihren jeweiligen lokalen Währungen tätigen bzw. Verkäufen in Fremdwährung entsprechende Beschaffungstransaktionen gegenüberstehen (sogenannter "natural hedge").

3.2.4. Beurteilung des Gesamtrisikos

Die Gesamtrisikolage der Advance Holding Gruppe ist in einem normalen Umfeld als niedrig anzusehen. Aufgrund tendenziell steigender Beschaffungskosten und Absatzmengen werden gegenüber 2023 moderat steigende Umsatzerlöse erwartet. Das Unternehmen geht unverändert von einer hohen Preissensibilität bei den Kunden, verursacht durch Inflations- und Kostendruck aus.

Der Geschäftsführung sind keine Risiken ersichtlich aus denen eine unmittelbare Gefährdung, auch vor dem Hintergrund der sehr ertragsstarken Jahre ab 2021, für den Fortbestand der Advance Holding GmbH als operative Konzernobergesellschaft oder der Advance Holding Gruppe insgesamt abgeleitet werden könnte.

 

Straelen, den 19. Juli 2024

Geschäftsführung

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die Advance Holding GmbH, Straelen

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der Advance Holding GmbH - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den zusammengefassten Lagebericht der Advance Holding GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

•

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 und

•

vermittelt der beigefügte zusammengefasste Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum zusammengefassten Lagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den zusammengefassten Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des zusammengefassten Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines zusammengefassten Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im zusammengefassten Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der zusammengefassten Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum zusammengefassten Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

•

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern im Jahresabschluss und im zusammengefassten Lagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

•

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des zusammengefassten Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

•

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

•

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im zusammengefassten Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

•

beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

•

beurteilen wir den Einklang des zusammengefassten Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Unternehmens.

•

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Düsseldorf, den 19. Juli 2024

Baker Tilly GmbH & Co. KG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
(Düsseldorf)

gez.Thomas Gloth, Wirtschaftsprüfer

gez. Jonas Hagen, Wirtschaftsprüfer

Anhang für das Geschäftsjahr 2023

I. Allgemeine Angaben

II. Angaben zu den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

III. Erläuterungen der Bilanz

IV. Erläuterungen der Gewinn- und Verlustrechnung

V. Sonstige Angaben

I. Allgemeine Angaben

Die Advance Holding GmbH (vormals Polyplast Müller GmbH) hat ihren Sitz in Straelen und ist im Handelsregister beim Amtsgericht Kleve unter HRB 3733 eingetragen.

Der vorliegende Jahresabschluss wurde gem. §§ 242 ff. und §§ 264 ff. HGB in der Fassung des Bilanzrichtlinie-Umsetzungsgesetzes (BilRUG) sowie nach den einschlägigen Vorschriften des GmbHG aufgestellt. Es gelten die Vorschriften für große Kapitalgesellschaften.

Für die Gewinn- und Verlustrechnung wurde das Gesamtkostenverfahren gewählt. Um die Klarheit der Darstellung zu verbessern, werden die Angaben zur Mitzugehörigkeit zu anderen Posten sowie Davon-Vermerke im Anhang gemacht.

Die Advance Holding GmbH gliederte Ihren operativen Geschäftsbetrieb nach den Bestimmungen des Umwandlungsgesetzes auf die neu gegründete Polyplast Müller GmbH & Co. KG mit gleicher Geschäftsanschrift, eingetragen im Handelsregister des Amtsgerichts Kleve unter HRA 5571 aus. Folge der Ausgliederung ist es, dass sämtliche dem operativen Geschäftsbetrieb der Advance Holding GmbH zuzuordnenden Arbeitsverhältnisse, Vermögensgegenstände, Verträge, sonstige Rechte und Pflichten im Wege der Gesamtrechtsnachfolge auf die Polyplast Müller GmbH & Co. KG übergehen, soweit im Ausgliederungsvertrag keine Ausnahmen enthalten sind.

Mit Ausgliederungsvertrag vom 8. August 2023 erfolgte die Ausgliederung rückwirkend auf den 1. Januar 2023. Die Ausgliederung wurde mit Eintragung in das Handelsregister beim Amtsgericht Kleve am 5. September 2023 auf den Tag der Anmeldung zur Eintragung in das Handelsregister (5. Juli 2023) handelsrechtlich wirksam. Die Ausgliederung erfolgte zu Buchwerten.

Die Polyplast Müller GmbH & Co. KG ist eine 100%-ige Tochtergesellschaft der Advance Holding GmbH und ist ihrerseits eine große Kapitalgesellschaft i.S.v. § 267 Abs. 3 i.V.m. § 264a HGB.

Durch die Ausgliederung von Teilen ihres Vermögens weist die Advance Holding GmbH zum 31. Dezember 2023 die Merkmale einer kleinen Kapitalgesellschaft i.S.d. § 267 Abs. 1 HGB auf, ist jedoch weiterhin als große Kapitalgesellschaft i.S.d. § 267 Abs. 3 HGB zu klassifizieren, da nicht mindestens zwei der Merkmale i.S.v. § 267 Abs. 1 HGB an zwei aufeinanderfolgenden Bilanzstichtagen unterschritten werden und die Ausgliederung weder eine Umwandlung noch eine Neugründung der Gesellschaft selbst i.S.v. § 267 Abs. 4 HGB darstellt.

Durch die Ausgliederung ist die Vergleichbarkeit der Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung zum 31. Dezember 2023 i.S.d. § 265 Abs. 2 HGB zum Vorjahr stark eingeschränkt.

Die Polyplast Müller GmbH & Co. KG verzichtet unter Inanspruchnahme von § 264b HGB auf die Erstellung eines Anhangs sowie eines Lageberichtes und ist ebenfalls von der Pflicht zur Prüfung und Offenlegung des Jahresabschlusses befreit. Die Herstellung der Vergleichbarkeit der o.g. Posten würde somit zu einer mittelbaren Offenlegung von Teilen des Jahresabschlusses der Polyplast Müller GmbH & Co. KG führen, sodass für Zwecke einer vergleichbaren Darstellung auf die Angaben im Konzernabschluss zum 31. Dezember 2023 sowie im Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2023 der Advance Holding GmbH verwiesen wird.

II. Angaben zu den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Die Bewertung der erworbenen immateriellen Vermögensgegenstände und Sachanlagen erfolgt zu Anschaffungskosten, vermindert um planmäßige und außerplanmäßige Abschreibung in Vorjahren. Die Abschreibungen werden linear, bei Gebäuden auch stufendegressiv vorgenommen.

Im Einklang mit § 6 Abs. 2 Satz 1 EStG wird von dem Wahlrecht Gebrauch gemacht, geringwertige Wirtschaftsgüter mit Anschaffungskosten bis EUR 800 im Anschaffungsjahr voll abzuschreiben. Aus Wesentlichkeitsgründen wird diese Vorgehensweise auch für den handelsrechtlichen Jahresabschluss übernommen.

In den Finanzanlagen sind die Anteile und Ausleihungen an Unternehmen zu Anschaffungskosten bzw. niedrigeren beizulegenden Werten bilanziert.

Lfd. Firma Sitz Anteile Eigenkapital Jahresergebnis
Nr. % T€ T€
1 Colortech Inc. Brampton, Kanada 100 12.318 2) 1.967 2)
2 Colortech, Inc. Morristown, Tennessee, USA 100 62.811 2) 13.808 2)
3 PCW GmbH Eilenburg, Deutschland 100 26 0 1)
4 PPM Management GmbH Straelen, Deutschland 100 30 1
5 Polyplast Müller GmbH & Co. KG Straelen, Deutschland 99,9 30.335 8.342

1) Mit der PCW GmbH besteht ein Ergebnisabführungsvertrag.

2) Die Werte entsprechen den lokalen Abschlusswerten nach Umrechnung in Euro.

Bei den Vorräten erfolgt der Ansatz der Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe mit den Anschaffungskosten unter Berücksichtigung des Niederstwertprinzips. Fertige Erzeugnisse werden mit den Herstellungskosten angesetzt, diese umfassen die Material- sowie die Fertigungseinzelkosten. Des Weiteren wurden angemessene Teile der notwendigen Materialgemeinkosten, der notwendigen Fertigungsgemeinkosten und des Werteverzehrs des Anlagevermögens, soweit er durch die Fertigung veranlasst ist, eingerechnet. Kosten der Verwaltung sowie Zinsen für Fremdkapital werden nicht berücksichtigt. Waren werden mit ihren Anschaffungskosten bewertet.

Die Bewertung der unfertigen Leistungen/unfertigen Erzeugnisse erfolgt auf Basis der angefallenen Herstellungskosten; die Gewinnrealisierung erfolgt nach Projektabnahme. Von dem Wahlrecht erhaltene sowie geleistete Anzahlungen auf Bestellungen offen von den Vorräten abzusetzen, wurde Gebrauch gemacht. Alle erkennbaren Risiken im Vorratsvermögen, die sich aus überdurchschnittlicher Lagerdauer, geminderter Verwertbarkeit und niedrigeren Wiederbeschaffungskosten ergeben, sind durch angemessene Abwertungen berücksichtigt.

Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände sind mit ihrem Nennwert angesetzt, soweit nicht Einzelabwertungen wegen Ausfallrisiken erforderlich waren. Die zur Absicherung eingegangen Zinssicherungsgeschäfte werden zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet.

Die Rückstellung für Pensionsverpflichtungen wurde auf Grundlage eines versicherungsmathematischen Gutachtens unter Zugrundelegung biometrischer Wahrscheinlichkeiten (Richttafeln Heubeck 2018 G) ermittelt. Die Berechnung erfolgte auf Grundlage der projizierten Einmalbeitragsmethode (Projected Unit Credit Method-PUC). Dabei wurde ein Rententrend von 2,00 % (Vj. 2,00 %), ein Gehalts- und Anwartschaftstrend von 2,00 % (Vj. 2,00 %) sowie detaillierte Fluktuationstabellen der Berechnung zugrunde gelegt. Abweichend von diesen Sätzen ist für eine weitere Pensionsverpflichtung ein Gehaltstrend von 1 % zu Grunde gelegt worden. Bei der Ermittlung des anzuwendenden Rechnungszinses wurde von der Bewertungsvereinfachung nach § 253 Abs. 2 S. 2 HGB Gebrauch gemacht. Es ergab sich entsprechend der Vorgabe der Deutschen Bundesbank ein Rechnungszins von 1,82 % (Vj. 1,78 %) bei Zugrundelegung des durchschnittlichen Marktzinses der vergangenen zehn Jahre. Es bestehen passivierte Pensionsverpflichtungen in Höhe von 252 T€ (Vj. 2.858 T€). Bei Zugrundelegung des durchschnittlichen Marktzinses der vergangenen sieben Jahre, der zum Stichtag bei 1,74 % (Vj. 1,44 %) lag, hätte sich eine Pensionsverpflichtung in Höhe von 257 T€ (Vj. 3.044 T€) ergeben. Gemäß § 253 Abs. 6 HGB ergibt sich hieraus eine Ausschüttungssperre in Höhe der Differenz von 5 T€ (Vj. 187 T€).

Die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen. Die Bewertung erfolgt jeweils in der Höhe des Erfüllungsbetrages, der nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung erforderlich ist, um die zukünftigen Zahlungsverpflichtungen abzudecken. Zukünftige Preis- und Kostensteigerungen werden berücksichtigt, sofern ausreichende objektive Hinweise für deren Eintritt vorliegen.

Die Verbindlichkeiten werden ebenfalls mit ihrem Erfüllungsbetrag bilanziert.

Latente Steuern werden für zeitliche Unterschiede zwischen den handelsrechtlichen und steuerlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten ermittelt. Die Ermittlung der latenten Steuern erfolgt auf Basis des kombinierten Ertragssteuersatzes von 29,2 % (Vj. 29,2 %). Der kombinierte Ertragssteuersatz umfasst Körperschaftsteuer, Gewerbesteuer und Solidaritätszuschlag. Eine sich insgesamt ergebende Steuerbelastung würde in der Bilanz als passive latente Steuer angesetzt werden. Von dem entsprechenden Aktivierungswahlrecht wird in der Form Gebrauch gemacht, dass die aktiven latente Steuern angesetzt werden. Dies geschieht vor dem Hintergrund einer verbesserten Transparenz und einem einheitlichen Vorgehen im Konzernverbund.

Die Umrechnung von Forderungen und Verbindlichkeiten in Fremdwährung mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr erfolgt gemäß § 256a HGB zum Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag bzw. zum Sicherungskurs. Ansonsten erfolgt die Umrechnung von Forderungen in Fremdwährung zum Anschaffungskurs oder zum niedrigeren Umrechnungskurs am Bilanzstichtag bzw. von Verbindlichkeiten in Fremdwährung zum Rückzahlungskurs beim Eingehen der Verbindlichkeiten oder zum höheren Umrechnungskurs am Bilanzstichtag.

III. Erläuterungen der Bilanz

Die Bruttowertentwicklung des Anlagevermögens für das Geschäftsjahr 2023 kann dem beigefügtem Anlagenspiegel entnommen werden.

Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen resultieren in Höhe von 1.886 T€ (Vj. 2.158 T€) aus Lieferungen und Leistungen sowie betreffen in Höhe von 17.839 T€ (Vj. 22.121 T€) sonstige Vermögensgegenstände mit jeweils einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr.

Von den sonstigen Vermögensgegenständen in Höhe von 1.919 T€ haben 155 T€ (Vj. 230 T€) eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr. Sie beinhalten im Wesentlichen Forderungen gegenüber dem Finanzamt in Höhe von 1.737 T€, resultierend aus Vorsteuererstattungen und Steuererstattungsansprüchen.

Die sonstigen Rückstellungen betreffen ferner im Wesentlichen Aufwendungen für Rückstellungen im Personalbereich in Höhe von 1.101 T€, davon 7 T€ mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr.

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen betreffen wie im Vorjahr ausschließlich Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen.

Sämtliche Verbindlichkeiten haben wie im Vorjahr eine Laufzeit von bis zu einem Jahr.

Bei den latenten Steuern entfallen Wertdifferenzen zwischen Ansätzen in der Handels- und Steuerbilanz auf die Bilanzposten "Fertigerzeugnisse", "Rückstellungen" sowie einen organschaftlichen steuerlichen Ausgleichsposten; die unterschiedlichen Bilanzansätze führen zu aktiven latenten Steuern in Höhe von 520 T€.

IV. Erläuterungen der Gewinn- und Verlustrechnung

Die Umsatzerlöse in Höhe von insgesamt 9.548 T€ betreffen in voller Höhe Umsätze aus Intercompany-Transaktionen.

Die sonstigen betrieblichen Erträge enthalten periodenfremde Erträge in Höhe von 8 T€ (Vj. 232 T€), die in voller Höhe (Vj. 43T€) die Auflösung von Rückstellungen betreffen, sowie Erträge aus Währungsumrechnungen in Höhe von 54 T€ (Vj. 207 T€).

Im Personalaufwand sind Aufwendungen für Altersvorsorge und für Unterstützung in Höhe von 28 T€ (Vj. 216 T€) enthalten.

In den sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind Aufwendungen aus Währungsumrechnungen in Höhe von 87 T€ (Vj. 170 T€) enthalten.

Die Erträge aus Beteiligungen resultieren ausschließlich aus verbundenen Unternehmen.

In den Zinserträgen in Höhe von insgesamt 630 T€ sind 195 T€ (Vj. 178 T€) Zinserträge aus verbundenen Unternehmen sowie 0 T€ (Vj. 37 T€) Zinserträge aus Abzinsungen von Personalrückstellungen enthalten.

In den Zinsaufwendungen in Höhe von insgesamt 461 T€ sind 4 T€ (Vj. 98 T€) Zinsaufwendungen aus Abzinsungen von Pensionsrückstellungen enthalten.

Der Aufwand aus der Verlustübernahme (Vj. Ertrag aus Gewinnübernahme) resultiert aus dem Ergebnisabführungsvertrag mit der PCW GmbH, Eilenburg.

Die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag enthalten Erträge aus der Anpassung der aktivierten latenten Steuern in Höhe von 136 T€ (Vj. Aufwendungen in Höhe von 6 T€).

V. Sonstige Angaben

Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Die sonstigen finanziellen Verpflichtungen sind von untergeordneter Bedeutung.

Derivative Finanzinstrumente

Mit der Commerzbank AG ist am 1. Oktober 2008 ein Rahmenvertrag für Finanztermingeschäfte abgeschlossen worden. Folgende Zinscaps sind zum Bilanzstichtag unter den sonstigen Vermögensgegenständen ausgewiesen: Zinscaps mit einem Nominalbetrag in Höhe von 542 T€ mit einer Laufzeit bis 30. September 2024, einem Nominalbetrag in Höhe von 7.000 T€ mit einer Laufzeit bis 31. August 2026, einem Nominalbetrag in Höhe von 1.581 T€ mit einer Laufzeit bis 30. September 2026, einem Nominalbetrag in Höhe von 2.713 T€ mit einer Laufzeit bis 2. Oktober 2027, sowie drei weitere Zinscaps mit einem Nominalbetrag von insgesamt 6.213 T€ mit einer Laufzeit bis jeweils 2. Oktober 2024. Unter den sonstigen Vermögensgegenständen sind die fortgeführten Buchwerte der erworbenen Zinsderivate in Höhe von 155 T€ ausgewiesen.

Haftungsverhältnisse

Die Gesellschaft ist Mithafter für die von den deutschen Tochtergesellschaften beanspruchten Kreditlinien. Zum Bilanzstichtag wurden diese nicht durch die anderen Gesellschaften in Anspruch genommen.

Konzernzugehörigkeit

Die Polyplast Vermögensverwaltung GmbH, Straelen, stellt den Konzernabschluss für den größten Kreis von Unternehmen auf, in den die Gesellschaft einbezogen wird. Der Konzernabschluss für den kleinsten Kreis von Unternehmen, in den die Gesellschaft einbezogen wird, stellt die Advance Holding selbst auf. Beide Konzernabschlüsse werden im elektronischen Bundesanzeiger veröffentlichet.

Mitarbeiter

Im Jahresdurchschnitt 2023 waren 13 Angestellte beschäftigt.

Honorar des Abschlussprüfers

Auf die Angabe zum Honorar des Jahresabschlussprüfers nach § 285 Nr. 17 HGB für das Geschäftsjahr 2023 wird verzichtet, da diese Angabe im Konzernabschluss der Gesellschaft enthalten ist.

Ereignisse von besonderer Bedeutung nach dem Abschlussstichtag

Ereignisse von besonderer Bedeutung nach dem Stichtag liegen nicht vor.

Ergebnisverwendungsvorschlag

Die Geschäftsführung wird der Gesellschafterversammlung satzungsgemäß vorschlagen, aus dem Jahresüberschuss von 9.090 T€ eine Ausschüttung in Höhe von 20 % vorzunehmen und den verbleibenden Betrag auf neue Rechnung vorzutragen.

Geschäftsführung

Während des Geschäftsjahres 2023 waren Geschäftsführer:

 

Herr Hans-Joachim Müller, Kaufmann, Straelen

 

Herr Andreas Hausmann, Kaufmann, Titz (ab dem 1. April 2023)

 

Herr Daniel Müller, Ingenieur, Leipzig (ab dem 29. September 2023)

 

Herr Markus Kehren, Kaufmann, Monheim (ab dem 1. Februar 2024)

In Anwendung des § 286 Abs. 4 HGB erfolgt keine Angabe der Geschäftsführungsbezüge.

 

Straelen, 19. Juli 2024

gez. Hans-Joachim Müller

gez. Andreas Hausmann

gez. Daniel Müller

gez. Markus Kehren

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