aktiv Rechtsform GmbH

ALTANA Management Services GmbH

Wesel ·HRB 19705 Duisburg

Stammdaten

Rechtsform
GmbH
Anschrift
Abelstraße 45
46483 Wesel
Handelsregister
HRB 19705, Duisburg
Eintragungsdatum
17. September 2007
Branche
Managementtätigkeiten von sonstigen Holdinggesellschaften
Beteiligungsgesellschaften
Großhandel mit chemischen Erzeugnissen
Eingetragenes Kapital
4.100.000,00 EUR
Vertretungsregelung

Die Gesellschaft hat einen oder mehrere Geschäftsführer. Ist nur ein Geschäftsführer berufen, so vertritt dieser die Gesellschaft allein. Sind mehrere Geschäftsführer bestellt, so wird die Gesellschaft durch zwei Geschäftsführer gemeinsam oder durch einen Geschäftsführer zusammen mit einem Prokuristen vertreten. Durch Gesellschafterbeschluß kann Geschäftsführern die Befugnis erteilt werden, die Gesellschaft einzeln zu vertreten. Die Geschäftsführer sind befugt, im Namen der Gesellschaft mit sich als Vertreter eines Dritten Rechtsgeschäfte vorzunehmen.

Unternehmenszweck
die Beteiligung an Wirtschaftsunternehmen aller Art sowie der Erwerb, die Verwaltung und Veräußerung von solchen Beteiligungen und Unternehmen, insbesondere auf dem Gebiet der Herstellung und des Vertriebs von chemischen Produkten und von Test- und Messgeräten sowie die Erbringung von Management- und sonstigen Dienstleistungen für Unternehmen des ALTANA Konzerns und Dritte.

Finanzen

Umsatz 2022
3,02 Mio. €
Mitarbeiter 2022
6.931
Bilanzsumme 2022
3,96 Mio. €
Jahresergebnis 2022
232.404 €
6 Vorjahre · Werte mit API-Key einsehbar API-Key holen →

Bilanz

2022
Aktivseite 3,96 Mio
  • Sachanlagen 25,6 % 1,01 Mio
  • Immaterielle Vermögensgegenstände 24,9 % 986,2 k
  • Vorräte 15,6 % 616,5 k
  • Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 12,3 % 487,6 k
  • Kassenbestand, Bundesbankguthaben, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks 11,6 % 458,1 k
  • Sonstige Vermögensgegenstände 3,3 % 131,8 k
  • Anteile an at equity bilanzierten Unternehmen 2,1 % 83,6 k
  • Finanzanlagen 1,5 % 60,6 k
  • Sonstige Wertpapiere 1,0 % 40,4 k
  • Ertragsteuererstattungsansprüche 0,8 % 33,5 k
  • Aktive latente Steuern 0,8 % 31,2 k
  • Sonstige langfristige Vermögenswerte 0,3 % 12,6 k
  • Kurzfristige Finanzanlagen 0,2 % 7,2 k
Passivseite 3,96 Mio
  • Auf Anteilseigner der ALTANA AG entfallendes Eigenkapital 74,1 % 2,93 Mio
  • Gewinnrücklagen 62,7 % 2,48 Mio
  • Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 5,9 % 232,2 k
  • Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 4,6 % 183,9 k
  • Rückstellungen für Pensionen 4,4 % 172,4 k
  • Sonstige Eigenkapitalpositionen 4,1 % 164,1 k
  • Kapitalrücklage 3,8 % 151,3 k
  • Gezeichnetes Kapital 3,4 % 136,1 k
  • Sonstige Rückstellungen 2,8 % 111,2 k
  • Passive latente Steuern 2,1 % 84,6 k
  • Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten 2,0 % 81,1 k
  • Steuerrückstellungen 1,5 % 57,5 k
  • Sonstige langfristige Verbindlichkeiten 0,9 % 36,1 k
  • Sonstige Rückstellungen 0,7 % 29,0 k
  • Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 0,5 % 21,7 k
  • Anteile anderer Gesellschafter 0,5 % 17,9 k
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Bilanzdaten für 6 weitere Geschäftsjahre verfügbar.

Gewinn- und Verlustrechnung

2022
Erträge 4,04 Mio
  • Umsatzerlöse 74,8 % 3,02 Mio
  • Bruttoergebnis vom Umsatz 24,0 % 968,9 k
  • Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 0,5 % 21,0 k
  • Sonstige betriebliche Erträge 0,4 % 16,3 k
  • Ergebnis aus at equity bilanzierten Unternehmen 0,3 % 10,9 k
Aufwendungen 2,84 Mio
  • Herstellungskosten der zur Erzielung der Umsatzerlöse erbrachten Leistungen 72,3 % −2,05 Mio
  • Vertriebskosten 12,9 % −365,2 k
  • Forschungs- und Entwicklungskosten 6,8 % −192,9 k
  • Allgemeine Verwaltungskosten 4,6 % −131,7 k
  • Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 2,6 % −73,1 k
  • Zinsen und ähnliche Aufwendungen 0,5 % −14,0 k
  • Sonstige betriebliche Aufwendungen 0,3 % −7,8 k
  • Betriebsergebnis 287,5 k
  • Finanzergebnis 7,0 k
  • Ergebnis vor Steuern 305,5 k
  • Jahresüberschuss/Jahresfehlbetrag 232,4 k
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GuV-Daten für 6 weitere Geschäftsjahre verfügbar.

Vertretungsberechtigte

  • Sabine Albrecht seit 2024 Geschäftsführer
  • Stefan Genten seit 2015 Geschäftsführer
  • Adriaan Jacobus Vries seit 2022 Prokura
  • Axel Vogelbruch seit 2023 Prokura
  • Carina Meier-Hedde seit 2022 Prokura
  • Frederic Folwaczny seit 2024 Prokura
  • Jan Bir seit 2022 Prokura
  • Jan-Peter Zwankhuizen seit 2023 Prokura
  • Markus Wirtgen seit 2025 Prokura
  • Michael Berkei seit 2022 Prokura
  • Nicole Bongards seit 2023 Prokura
  • Peter Mathias seit 2022 Prokura
  • Stephan Heinelt seit 2022 Prokura
  • Thomas Stanke seit 2022 Prokura
  • Vera Schieferecke seit 2022 Prokura
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Eigentum & Beteiligungen

Gesellschafter

Wirtschaftlich Berechtigte (UBOs)

Die wirtschaftlich Berechtigten hinter diesen Beteiligungen konnten nicht eindeutig zugeordnet werden.

Beteiligungen an

5 weitere Beteiligungen · mit API-Key einsehbar API-Key holen →

Historie

  1. 2025
  2. 15.08.
    Berichtigung von Unternehmensdaten
    ALTANA Management Services GmbH
  3. 15.08.
    Berichtigung personenbezogener Daten
    Frederic Folwaczny · Gesamtprokura
  4. 10.07.
    Eintritt eines Mitglieds
    Markus Wirtgen · Gesamtprokura
  5. 2024
  6. 24.06.
    Austritt einer Position
    A***** H**** · Geschäftsführer
  7. 24.06.
    Eintritt eines Mitglieds
    Frederic Folwaczny · Gesamtprokura
  8. 24.06.
    Austritt einer Position
    J*** M*** · Gesamtprokura
  9. 12.04.
    Eintritt eines Mitglieds
    Sabine Albrecht · Geschäftsführer
  10. 12.04.
    Austritt einer Position
    Sabine Albrecht · Gesamtprokura
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Jahresabschlüsse

Veröffentlichte Abschlüsse im Original, nach Geschäftsjahr sortiert.

5 Dokumente
Geschäftsjahr Dokument Veröffentlicht Zugriff
2022 Konzernabschluss Veröffentlicht Über die API
2022 Konzernabschluss Veröffentlicht Über die API
2021 Konzernabschluss Veröffentlicht Volltext lesen
2021 Konzernabschluss Veröffentlicht Über die API
2020 Konzernabschluss Veröffentlicht Über die API
2021 Konzernabschluss Volltext

ALTANA Aktiengesellschaft

Wesel

Konzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2021 bis zum 31.12.2021

Grundlagen des Konzerns

Organisation und rechtliche Struktur

Die ALTANA Gruppe ist ein weltweit tätiger Anbieter von spezialisierten Chemieprodukten und zugehörigen Dienstleistungen für unterschiedliche Branchen und Anwendungsfelder. Im zurückliegenden Geschäftsjahr 2021 erzielten die 66 konsolidierten Gesellschaften der ALTANA Gruppe einen Konzernumsatz von rund 2,7 Mrd. €. ALTANA beschäftigt konzernweit über 6.700 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Die Konzernaktivitäten werden in vier Geschäftsbereichen zusammengefasst, die jeweils über eigene Führungs- und Organisationsstrukturen verfügen. Die Geschäftsbereiche und die diesen zugeordneten Konzerngesellschaften handeln dezentral mit hohem Entscheidungsspielraum, das heißt, markt-, Standort- und produktbezogene Entscheidungen werden weitgehend eigenverantwortlich getroffen. Die Geschäftsbereiche agieren weltweit und verfügen jeweils über eigene Produktions- und Vertriebsstandorte sowie Forschungs- und Entwicklungslabore in den für sie wesentlichen Märkten. Zusätzlich zu den vier operativen Geschäftsbereichen existieren Holdinggesellschaften, in denen zum einen Aktivitäten zur Konzernsteuerung und zum anderen konzerninterne Serviceleistungen gebündelt werden. Darüber hinaus werden auf dieser Ebene auch Aktivitäten zur geschäftsbereichsübergreifenden Entwicklung von neuen Geschäftsfeldern betrieben.

Die ALTANA AG mit Sitz in Wesel ist eine Aktiengesellschaft nach deutschem Recht und übernimmt als Führungsgesellschaft der ALTANA Gruppe die strategische Steuerung des Konzerns und der Geschäftsbereiche. Geleitet wird die ALTANA AG durch den Vorstand, dessen Mitglieder eigenverantwortlich handeln und nur dem Interesse der Gesellschaft verpflichtet sind. Die Tätigkeit des Vorstands wird durch den Aufsichtsrat überwacht, dessen Mitglieder dem Vorstand auch beratend zur Seite stehen. Details zum Leitungs- und Kontrollsystem der ALTANA AG sind im nachfolgenden Abschnitt "Erklärung zur Unternehmensführung, Corporate Governance-Bericht" im Konzernlagebericht zusammengefasst.

Sämtliche Anteile an der ALTANA AG werden von der SKion GmbH, Bad Homburg v. d. H., einer Beteiligungsgesellschaft von Frau Susanne Klatten, gehalten.

Die dezentrale Organisationsstruktur kombiniert die schnelle markt- und kundennahe Handlungsfähigkeit der einzelnen operativen Einheiten mit den Vorteilen eines finanzstarken und international agierenden Konzerns. Die Organisation ist darauf ausgelegt, sich flexibel an veränderte Marktbedingungen und ein volatiles Konjunkturumfeld anzupassen. Zudem können neue Aktivitäten organisatorisch kurzfristig integriert werden.

Geschäftstätigkeit und Geschäftsbereiche

Als weltweit tätiger Spezialchemiekonzern fokussiert ALTANA seine Kernaktivitäten auf anspruchsvolle Märkte und Kunden, die individuelle Lösungen benötigen.

Ein wesentlicher Anteil des Produkt- und Leistungsportfolios der ALTANA Gruppe umfasst Einsatzstoffe für die Produktion von Lacken, Druckfarben und Kunststoffen. Daneben werden aber auch Druckfarben und Lacke für Spezialanwendungen, Produkte für den 3D-Druck, Isolierharze für die Elektro- und Elektronikindustrie, Dichtungsmassen für Verpackungen sowie Mess- und Prüfinstrumente hergestellt.

Aktivitäten der Geschäftsbereiche

BYK

Der Geschäftsbereich BYK gehört international zu den führenden Anbietern von speziellen Zusatzstoffen, sogenannten Additiven, die in Lacken und Farben, Kunststoffen sowie anderen industriellen Anwendungen eingesetzt werden. Die Produkte des Geschäftsbereichs, die meist nur in sehr geringen Mengen verwendet werden, beeinflussen maßgeblich die Eigenschaften der Endprodukte oder ermöglichen eine Optimierung von Herstellungsverfahren und industriellen Prozessen.

Netz- und Dispergieradditive, eine der Hauptproduktgruppen des Geschäftsbereichs, unterstützen die gleichmäßige Verteilung und verbessern die Funktion von Pigmenten und Füllstoffen, zum Beispiel in Lacken oder Kunststoffen. Mithilfe von Entschäumern und Entlüftern wird die Schaumbildung sowohl im Herstellungsprozess von Lacken und Farben als auch in der Anwendung beim Endkunden vermieden. Oberflächenadditive werden zur Erzeugung besonderer Eigenschaften, wie zum Beispiel glänzender, matter oder besonders glatter Oberflächen, eingesetzt. Rheologie-Additive optimieren das Fließverhalten von Lacken oder Kunststoffen. Zudem fertigt der Geschäftsbereich Mess- und Prüfinstrumente, die zur Bestimmung von Oberflächeneigenschaften, Farbtönen und optischen Effekten eingesetzt werden.

Die BYK-Chemie GmbH, Wesel, ist die Führungsgesellschaft des Geschäftsbereichs. Sie ist zudem der größte Produktions- und Entwicklungsstandort für Additive und die umsatzstärkste Gesellschaft im ALTANA Konzern. BYK produziert auch an anderen Standorten in Deutschland, den Niederlanden, Großbritannien sowie in China und den USA. Sämtliche Mess- und Prüfinstrumente werden in einem Werk in Süddeutschland (Geretsried) gefertigt.

Der Geschäftsbereich vertreibt die Produkte vornehmlich unter den Marken BYK (Additive) und BYK-Gardner (Instrumente). Aufgrund des zusätzlichen Leistungsportfolios ist BYK ein Systemanbieter und Partner insbesondere von Lackherstellern und Kunststoffverarbeitern. Auf Basis der hohen Problemlösungskompetenz hat BYK in den letzten Jahren auch in vielen anderen industriellen Anwendungsfeldern eine bedeutende Marktstellung erreicht.

In den wesentlichen Regionen vertreibt der Geschäftsbereich seine Produkte über eigene Gesellschaften und Niederlassungen. Darüber hinaus besteht für die weltweite Vermarktung ein dichtes Netz an Händlern und Agenten. Den höchsten Anteil des Umsatzes generiert BYK in der Region Europa, gefolgt von Asien und Amerika. Den wichtigsten Umsatzbeitrag als Einzelland liefern die USA. Es folgen China und Deutschland.

Kontinuierlich wird das bestehende Produktportfolio weiterentwickelt und ergänzt. Um die Innovationstätigkeit zielgerichtet und nahe an den Bedürfnissen der Märkte durchführen zu können, unterhält BYK ein eigenes Netzwerk an Entwicklungslaboren, die in den jeweiligen Regionen eng mit den Kunden zusammenarbeiten. Gleichzeitig werden immer wieder neue Anwendungsfelder für bestehende oder neue Produkte erschlossen.

ECKART

Im Geschäftsbereich ECKART bündelt ALTANA die Entwicklung, Produktion und den Vertrieb von Effektpigmenten. Diese werden von Kunden zur Erzielung optischer und funktionaler Effekte im Wesentlichen in Lacken, Kunststoffen, Druckfarben, Kosmetika und Baustoffen eingesetzt. Ausgangsrohstoffe sind vor allem Aluminium, Kupfer und Zink. Neben Metalleffektpigmenten werden weitere Pigmente auf Basis synthetischer Mineralien angeboten. Ergänzt wird das Leistungsspektrum durch Effektdruckfarben, Metallpulver und -legierungen für den 3D-Druck sowie entsprechende Dienstleistungen.

Aluminiumbasierte Effektpigmente machen den größten Anteil des Geschäfts von ECKART aus. Diese werden von Kunden insbesondere zur Erzielung von silberfarbenen Metallic-Effekten eingesetzt, z. B. für Autolacke oder auf grafischen Erzeugnissen. Aluminiumpigmente werden aber auch für funktionale Zwecke, z. B. bei der Herstellung von Porenbeton, verwendet. Kupferbasierte Bronzeeffektpigmente erzeugen in Lacken, Druckfarben und Kunststoffprodukten goldfarbene Effekte. Zinkpigmente hingegen werden von Kunden in Speziallacken verwendet, um funktionale Eigenschaften zu erzielen, insbesondere für Zwecke des Korrosionsschutzes.

Die ECKART GmbH ist die operative Führungsgesellschaft des Geschäftsbereichs. Sie produziert in Süddeutschland (Hartenstein und Wackersdorf) einen Großteil der weltweit vertriebenen Effektpigmente. Weitere Produktionsstandorte befinden sich in der Schweiz, in Finnland sowie in China und den USA.

Der Herstellungsprozess zeichnet sich durch eine sehr hohe Wertschöpfungstiefe aus. In einer Reihe von aufeinanderfolgenden Prozessschritten werden die unterschiedlichsten Pigmente gefertigt, chemisch veredelt bzw. teilweise zu fertigen Druckfarben verarbeitet.

Die Vermarktung der Effektpigmente erfolgt zum größten Teil über eigene Vertriebsstrukturen, aber auch über Vertriebspartner. Die internationalen Hersteller von Lacken, Druckfarben und Kunststoffen zählen zu den bedeutendsten Kunden von ECKART. Hinzu kommen Produzenten in der Bauindustrie sowie der Kosmetikbranche. Über die Hälfte des Umsatzes erwirtschaftet ECKART auf dem europäischen Kontinent. Es folgen die Absatzmärkte in Asien und Amerika.

Als ein bedeutender Anbieter von Metalleffektpigmenten treibt ECKART auf der Grundlage einer ausgeprägten Technologiekompetenz und eines langjährigen Know-hows die Entwicklung neuer Produktqualitäten und die Erschließung neuer Anwendungsfelder stetig voran. Durch den Erwerb des britischen Spezialisten Aluminium Materials Technologies Ltd. im Mai 2020 und der Geschäftsaktivitäten der TLS Technik GmbH & Co. Spezialpulver KG im Februar 2021 wurde das Portfolio im industriellen, metallbasierten 3D-Druck erweitert und den Kunden können hierdurch noch mehr Hochleistungsmaterialien angeboten werden.

ELANTA5

Die Gesellschaften im Geschäftsbereich ELANTAS bieten ihren Kunden eine hohe Kompetenz im Bereich der Elektroisoliermaterialien. Als einer der weltweit führenden Anbieter konzentriert der Geschäftsbereich sein Leistungsportfolio vor allem auf Lacke zur Isolierung von Metalldrähten sowie auf Spezialharze und Lacke zur Imprägnierung oder zum Schutz von elektrischen und elektronischen Bauteilen.

ELANTAS verfügt über eine eigene Holdingstruktur unter Führung der ELANTAS GmbH mit Sitz in Wesel. Diese steuert die Aktivitäten des Geschäftsbereichs und unterstützt die operativ tätigen Tochtergesellschaften, die in Deutschland, Italien, China, Indien, Malaysia, den USA sowie Brasilien Isoliermaterialien entwickeln und produzieren.

Vertrieben werden die Produkte weltweit. Zu den wesentlichen Kundengruppen gehören zum einen Lackdrahthersteller, die Materialien zur Isolierung der aus Kupfer oder Aluminium gefertigten Drähte benötigen. Zum anderen liefert der Geschäftsbereich auch Isolierharze und Lacke direkt an die Hersteller elektrischer oder elektronischer Bauteile.

Asien - und hier vor allem China - ist die mit Abstand wichtigste Absatzregion für ELANTAS. Ein hoher Anteil der globalen Fertigung von elektrischen und elektronischen Bauteilen und Konsumgütern konzentriert sich auf diese Region. Der Geschäftsbereich ist bereits seit Jahren mit eigenen Produktionsstandorten in China, Indien und Malaysia sowie in Deutschland, Italien und den USA vertreten. Nach China sind Indien, die USA und Italien die wichtigsten Absatzmärkte.

Auf Basis der umfassenden Kompetenz in der Herstellung und Anwendung von flüssigen Isoliersystemen baut der Geschäftsbereich seine Aktivitäten kontinuierlich aus. Sowohl die Entwicklung neuer Isoliermaterialien als auch die Anwendung der spezifischen Kenntnisse in der Polymerisation sollen neue Anwendungsfelder und damit auch Wachstumspotenziale erschließen. Der globale Trend in Richtung Elektromobilität soll hierbei für zusätzliches Wachstum sorgen.

ACTEGA

Das Leistungsportfolio des Geschäftsbereichs ACTEGA ist auf die Bedürfnisse der Verpackungsbranche und der grafischen Industrie zugeschnitten. Produziert werden Speziallacke, Druckfarben, Klebstoffe und Dichtungsmassen, die von Kunden zur Erzielung funktionaler und optischer Effekte eingesetzt werden.

ACTEGA wird durch die Holdinggesellschaft ACTEGA GmbH mit Sitz in Wesel geführt. Die Geschäftsaktivitäten gliedern sich in die drei Business Lines "Flexible Packaging", "Metal Packaging Solutions" und "Paper & Board". Im Bereich der Forschung und Entwicklung werden die Aktivitäten in vier Technologiegruppen gebündelt. Der Vertrieb und die Herstellung der Produkte erfolgt über Tochtergesellschaften in Deutschland, Frankreich, der Schweiz, Spanien, China, Brasilien, Chile, Kanada und den USA.

Wesentliche Produktgruppen des Geschäftsbereichs umfassen Lacke und Druckfarben sowie Dichtungsmassen und Klebstoffe, die für die Produktion von Verpackungen genutzt werden. Ein Schwerpunkt des Produktportfolios ist speziell auf die Bedürfnisse der Lebensmittelindustrie mit ihren hohen Qualitätsanforderungen ausgerichtet. Daneben werden ACTEGA Druckfarben und Überdrucklacke von Kunden aus der grafischen Industrie nachgefragt. Die wichtigste Absatzregion ist Europa, gefolgt von Amerika. Die USA und Deutschland sind die bedeutendsten Einzelmärkte für ACTEGA.

Zusammen mit der Verpackungsindustrie und auch im direkten Kontakt mit Markenartiklern werden neue, verbesserte optische und haptische Funktionalitäten entwickelt. Die Innovationstätigkeit zielt dabei vornehmlich auf die Optimierung der Sicherheit und Haltbarkeit von verpackten Lebensmitteln ab. Zudem tragen Produktlösungen von ACTEGA zu einer besseren Nachhaltigkeit von Verpackungsmaterialien bei.

In den letzten Jahren hat der Geschäftsbereich gezielt in den Erwerb und die Weiterentwicklung bestehender und neuer Technologien investiert, um mittel- bis langfristig neue Wachstumspotenziale für das Geschäft zu erschließen, den Eintritt in neue Märkte vorzubereiten und so die Marktposition weiter auszubauen. So konnte im Mai 2021 das Geschäft mit Verschlussmaterialien von der Firma Henkel erworben werden. Die Akquisition beinhaltet im Wesentlichen die Übernahme von Technologien und Kundenbeziehungen.

Durch diese Akquisition konnte ACTEGA das Geschäft mit Dichtungsmassen für die Verpackungsindustrie weiter ausbauen. Langjährige und neue Kunden sollen damit in Zukunft noch besser und flexibler mit innovativen Lösungen versorgt werden.

Wesentliche Einflussfaktoren für die Geschäftsentwicklung

Die unterschiedlichen Absatzmärkte von ALTANA werden durch verschiedene kurz-, mittel- und langfristige Trends beeinflusst.

Kurz- und mittelfristige Nachfrageschwankungen resultieren vor allem aus Konjunkturbewegungen. Dabei spielt nicht nur die aktuelle Entwicklung des Konsumverhaltens eine Rolle. Einen wesentlichen Einfluss auf das Kaufverhalten unserer Kunden haben deren Erwartungen bezüglich der kurzfristigen Entwicklung der in der Wertschöpfungskette nachgelagerten Endmärkte. Diese Einschätzung steuert in hohem Maße, welche Lagerniveaus vorgehalten werden.

Auch die tatsächlichen und die erwarteten Veränderungen der Preise für wesentliche Rohstoffe bestimmen die Absatzsituation. Bei nachhaltig steigenden Rohstoffpreisen suchen Kunden nach alternativen Einsatzstoffen und beeinflussen somit den Gesamtabsatz oder den Produktmix. Gleiches gilt für deutliche Veränderungen anderer Kostenbestandteile, die den Preis der Produkte wesentlich beeinflussen. Diese Preissensitivität der Märkte spiegelt sich auch in kurzfristigen Nachfrageveränderungen wider, wenn z.B. für wesentliche Rohstoffmärkte stärkere Preisschwankungen erwartet werden.

Ähnliche Auswirkungen auf das Kundenverhalten kann die Wettbewerbssituation in den einzelnen produktspezifischen Marktsegmenten haben. Der Eintritt neuer oder der Wegfall bestehender Anbieter sowie die Preisgestaltung von Wettbewerbern können zu einem Nachfrageeffekt führen.

Langfristige Veränderungen der Nachfrage nach den Produkten und Dienstleistungen des Konzerns werden zum einen durch globale Megatrends und das volkswirtschaftliche Wachstum einzelner Regionen bestimmt. Zum anderen führen Produkt- und Technologieentwicklungen dazu, dass sich kontinuierlich neue Absatzpotenziale ergeben oder auch Produktsegmente eingestellt werden.

Unterjährig resultieren saisonale Nachfrageschwankungen aus einer geringeren Kundenaktivität, zum Beispiel während des chinesischen Neujahrsfestes, der Sommerferien und zum Jahresende.

Strategie und Steuerungssystem

Strategie

Die aktuellen und die für die Zukunft erwarteten Anforderungen der Märkte bestimmen das unternehmerische Handeln innerhalb der ALTANA Gruppe. Der Erfolg der Kunden steht dabei im Mittelpunkt der Geschäftstätigkeit. Wir können nur dann langfristig erfolgreich im Wettbewerb agieren, wenn wir unseren Kunden einen Mehrwert bieten.

Finanzwirtschaftliches Hauptziel ist die nachhaltige Steigerung des Unternehmenswerts. Um dieses Ziel zu erreichen, richten wir ALTANA konsequent auf nachhaltig profitables Wachstum in zukunftsorientierten Märkten der Spezialchemie aus.

Profitables Wachstum basiert bei ALTANA auf mehreren Säulen. Dazu gehören in erster Linie der operative Ausbau der Aktivitäten in den bestehenden Märkten und die Erschließung neuer, benachbarter Absatzsegmente. In ihren jeweiligen Absatzmärkten nehmen die vier Geschäftsbereiche von ALTANA bedeutende Wettbewerbspositionen ein. Diese Positionierung ist eine wichtige Voraussetzung, um von Marktteilnehmern als kompetenter Anbieter von maßgeschneiderten Lösungen identifiziert und anerkannt zu werden. Neben dem bestehenden, umfassenden Produktportfolio ist es die Innovationstätigkeit, auf der die hohe Lösungskompetenz von ALTANA basiert.

Um Kunden neue Anwendungen und die Weiterentwicklung des eigenen Leistungsportfolios zu ermöglichen, treibt ALTANA die eigenen Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten kontinuierlich voran. Das Know-how und die Erfahrung der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen sind dabei ebenso wichtig wie Investitionen in neue Technologien.

Um das spezialisierte Leistungsportfolio beständig auszubauen, ergänzen wir das operative Wachstum regelmäßig durch die Akquisition neuer Gesellschaften oder Geschäftsaktivitäten. Dadurch werden z.B. neue Wertschöpfungsstufen in den Konzern integriert oder der Zugang zu neuen Märkten und Technologien ermöglicht.

Steuerungssystem und Ziele

Das Steuerungssystem bei ALTANA orientiert sich grundsätzlich an dem Ziel des nachhaltigen profitablen Wachstums. Daraus abgeleitet gibt es eine Reihe von - insbesondere finanzwirtschaftlichen - Kennzahlen, deren Entwicklungen analysiert und für die Zielgrößen bestimmt werden. Hierzu zählen insbesondere die Kennzahlen ALTANA Value Added (AVA), Umsatzwachstum, Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) sowie die EBITDA-Marge und das Investitionsniveau im Verhältnis zum Umsatz.

Die Veränderung des Unternehmenswerts in einer Periode wird über die finanzwirtschaftliche Kennzahl ALTANA Value Added hergeleitet. Der absolute AVA berechnet sich aus der Differenz zwischen dem operativen Ertrag und den Kosten für das im Konzern gebundene Kapital. Der relative AVA setzt diese Differenz ins Verhältnis zum gebundenen Kapital. Er errechnet sich aus dem Return on Capital Employed (ROCE) abzüglich der Kapitalkosten.

Ausgangslage für die Herleitung dieses operativen Ertrags bildet das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT), das um akquisitionsbedingte und einmalige Sondereffekte bereinigt und um eine kalkulatorische Steuerlast gemindert wird.

Das gebundene Kapital wiederum umfasst die Bestandteile des Vermögens und der Verbindlichkeiten, die zur Erzielung des operativen Ertrags benötigt werden. Die Kapitalkosten bestimmen sich aus dem gewichteten Mittel der Fremd- und der Eigenkapitalkosten. Den Kapitalkostensatz überprüfen wir regelmäßig, passen diesen aber für die Berechnung des AVA nur an, wenn er bestimmte Korridorwerte über- oder unterschreitet. Für das Jahr 2021 wurde der Kapitalkostensatz unverändert mit 7,5 % fortgeführt. Eine Anpassung für das Jahr 2022 ist nicht vorgesehen.

Kennzahlen zur Wertentwicklung werden sowohl für die Erfolgsmessung eingesetzt als auch als Kriterium für strategische und-operative Entscheidungen auf unterschiedlichen Ebenen des Konzerns genutzt. Die Kennzahl AVA dient darüber hinaus auch zur Bestimmung variabler Vergütungsbestandteile.

Unser Ziel ist es, auf nachhaltiger Basis einen operativen Ertrag zu erzielen, der die Kapitalkosten überschreitet. Dieses Ziel der Generierung eines positiven AVA haben wir in den letzten Jahren erreicht.

Ein nachhaltig profitables Umsatzwachstum bildet die Basis für eine langfristige Steigerung des operativen Ertrags und damit des Unternehmenswerts, Dabei ist es das Ziel von ALTANA, das allgemeine Marktwachstum in den wichtigsten Absatzsegmenten zu übertreffen und damit Marktanteile zu gewinnen.

Im langfristigen Durchschnitt soll das jährliche operative Umsatzwachstum 5 % betragen. Zusätzliches Wachstum soll durch Akquisitionen erzielt werden - sei es durch den Erwerb von ergänzenden Aktivitäten auf Ebene der bestehenden Geschäftsbereiche oder die mögliche Integration neuer Geschäftsaktivitäten.

Das Wachstum darf allerdings nicht zulasten der Profitabilität erfolgen. Innerhalb des ALTANA Konzerns kommt daher der Steuerung der EBITDA-Marge eine hohe Bedeutung zu. Der langfristige Zielkorridor für die EBITDA-Marge des Konzerns liegt bei 18 % bis 20 %. Daraus abgeleitet existieren langfristige Zielmargen für die vier Geschäftsbereiche, die aufgrund der unterschiedlichen Geschäftsaktivitäten und der Marktcharakteristika vom durchschnittlichen Zielwert für den Konzern abweichen können. In den letzten Jahren lagen die erwirtschafteten Konzernmargen innerhalb oder in einzelnen Jahren sogar oberhalb des Zielkorridors.

Neben dem Verfolgen eines langfristigen und nachhaltigen Umsatz- und Ergebniswachstums liegt ein weiterer Fokus zur erfolgreichen Steigerung des Unternehmenswerts auf der Steuerung des operativen Kapitals. Wesentliche Einflussgrößen sind in diesem Zusammenhang die Entwicklung des Anlagevermögens und des Net Working Capital.

Die Investitionen in Sachanlagen und Immaterielle Vermögenswerte liegen im mehrjährigen Mittel bei rund 5 % bis 6% des Umsatzes. Über diese Kontinuität können sprunghafte Anstiege des operativen Kapitals und damit einhergehende kurzfristige Schwankungen des AVA minimiert werden. Jede wesentliche Investition wird zudem auf ihre kurz- und langfristigen Auswirkungen auf den Unternehmenswert hin geprüft.

Für die Steuerung des Net Working Capital, welches eine hohe Bedeutung für die Entwicklung des operativen Kapitals hat, existieren eigene Kennzahlen, die fortlaufend erhoben und analysiert werden. Diese betreffen die Reichweiten für die Vorräte sowie die Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen.

Über die genannten bedeutsamen steuerungsrelevanten Finanzkennzahlen hinaus existieren noch weitere finanzielle Kennzahlen, die der Analyse und der Steuerung des profitablen Wachstums und des Unternehmenswerts dienen. Zu nennen sind dabei vor allem Kostengrößen (Materialkosten, Personalkosten etc.).

Um die einheitliche Ausrichtung aller Aktivitäten an der Strategie des Konzerns zu gewährleisten, existieren auch nicht-finanzielle Kennzahlen. Bedeutsame steuerungsrelevante nicht-finanzielle Kennzahlen und somit wesentliche Leistungsindikatoren für die Konzernsteuerung betreffen die Bereiche Arbeitssicherheit und Klimaneutralität. Zur Nachverfolgung der Erreichung des Ziels, die Arbeitssicherheit kontinuierlich zu verbessern, wird der Work Accident Indicator (WAI) mit den Ausprägungen WAI 1, WAI 2 und WAI 3 als Kennzahl verwendet. Der WAI zeigt die Zahl der gemeldeten Arbeitsunfälle mit Ausfalltagen in Beziehung zu einer Million geleisteter Arbeitsstunden in der jeweils pro Kennzahl definierten Ausprägung an (Details siehe Seite 70 f.). Des Weiteren verfolgt die ALTANA Gruppe das Ziel, bis 2025 im eigenen Einflussbereich Klimaneutralität zu erreichen. Zur quantitativen Messung dieses strategischen Ziels existiert ein Berichtswesen für Treibhausgasemissionen in Form von CO 2 -Äquivalenten. Diese werden als direkte Emissionen aus unternehmenseigenen bzw. durch das Unternehmen kontrollierten Quellen (Scope 1) und als indirekte Emissionen aus dem leistungsgebundenen Bezug von Elektrizität (Scope 2) erfasst.

Neben diesen beiden Kennzahlengruppen existieren weitere nicht-finanzielle Kennzahlen, die jedoch als nicht steuerungsrelevant zu betrachten sind. Hierzu gehören beispielsweise Daten zur Bewertung der Innovationsaktivitäten sowie weitere Kennzahlen im Bereich der Nachhaltigkeit, zur Analyse der Absatzmärkte und der Kundenzufriedenheit.

Integrierte Planungsprozesse

Alle steuerungsrelevanten Kennzahlen werden im Rahmen von standardisierten Reportingprozessen erhoben und analysiert. Um diese Kennzahlen auch effektiv zur Steuerung der Strategie sowie kurz- und mittelfristiger Maßnahmen nutzen zu können, existiert ein integrierter Planungsprozess, der verschiedene Planungsebenen und Dimensionen umfasst.

Der Planungszyklus beinhaltet eine strategische Planungskomponente. Diese kombiniert die Analyse der für die zukünftige Geschäftsentwicklung wesentlichen Leistungsindikatoren auf Ebene der Produktgruppen mit einer detaillierten Darstellung der erwarteten Veränderungen im Marktumfeld.

Hieraus werden strategische Maßnahmen abgeleitet, um frühzeitig auf die erwarteten Entwicklungen reagieren zu können. Diese im Strategieplanungsprozess erarbeiteten Maßnahmen umfassen dabei nicht nur Handlungsfelder auf den aktuellen Absatzmärkten, sondern auch konkrete Ziele und Planungsschritte für den Eintritt in neue Geschäftsfelder oder Anwendungsbereiche und Veränderungen im Portfolio der Geschäftsaktivitäten.

Die im Rahmen der strategischen Planung getroffenen Entscheidungen fließen in die anschließende mittelfristige Finanzplanung ein. Diese zeigt die Wachstums- und Profitabilitätsziele für die kommenden drei Jahre sowie die Auswirkungen der erwarteten Geschäftsentwicklung auf die Vermögens- und Finanzierungsstruktur von ALTANA auf. Hieraus können mögliche Maßnahmen für die Finanzierungsstrategie abgeleitet werden. Ergänzt wird die mittelfristige Finanzplanung durch Szenarioanalysen, die Sensitivitäten der wesentlichen Steuerungsgrößen auf relevante, insbesondere konjunkturbedingte Veränderungen des Marktumfelds transparent darstellen. Hieraus werden Reaktionsniveaus für mögliche Gegenmaßnahmen abgeleitet.

Wirtschaftsbericht

Wirtschaftliche Rahmenbedingungen

Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen

Nach den Coronaviruspandemie-bedingten Rückgängen der Wirtschaftsleistung 2020 war das Jahr 2021 durch eine außerordentlich starke nachfragegetriebene Konjunkturentwicklung geprägt. Der Internationale Währungsfonds (IWF) schätzt aktuell den Anstieg der globalen Wirtschaftsleistung für das Jahr 2021 auf 5,9 %. Die sich Ende 2020 schon abzeichnende Erholung der Weltwirtschaft setzte sich im Verlauf des Jahres in etwa auf dem für 2021 prognostizierten Niveau fort. Trotz wiederkehrender Infektionswellen konnten erneute umfassende Lockdownmaßnahmen mit massiven Auswirkungen auf die Industrie durch den Einsatz der neu entwickelten Impfstoffe und erweiterter Testkapazitäten weitgehend abgewendet werden. Als Folge der stark angezogenen Nachfrage stiegen im Jahresverlauf jedoch die Energie- und Rohstoffpreise signifikant an. Eine Verknappung von Serviceleistungen und Transportkapazitäten im Logistikbereich wirkte sich zusätzlich beeinträchtigend auf die globalen Lieferketten und die Entwicklung der Wirtschaftsleistung der einzelnen Volkswirtschaften aus. Alle Länder erzielten im Jahr 2021 solide bis hohe Wachstumsraten. Dadurch erreichten oder übertrafen viele Regionen das Vorkrisenniveau ihrer Wirtschaftsleistung. Zum Jahresende entwickelte sich die Konjunktur jedoch, bedingt durch den fortlaufenden Preisanstieg und das Auftreten neuer Coronavirus-Varianten, wieder etwas schwächer.

Der Euroraum erzielte im Jahr 2021 nach Schätzungen des IWF ein Wachstum von 5,2 %. Hier wurde der Rückgang der Wirtschaftsleistung des Vorjahres (- 6,4 %) nur teilweise ausgeglichen. Kein Land konnte den Kriseneinbruch vollständig kompensieren. Trotz guter Nachfrage wurde im Euroraum das Wachstum gebremst. Ausschlaggebend dafür waren, speziell in der zweiten Jahreshälfte, der starke Anstieg der Energiepreise und die nachhaltige Störung der Lieferketten. Zusätzlich führte das Auftreten neuer Infektionswellen zu erneuten Einschränkungen des öffentlichen Lebens und somit zu einer Belastung des Wirtschaftslebens. In Deutschland betrug der Zuwachs der Wirtschaftsleistung nach Einschätzung des IWF 2,7 %, nach einem Rückgang von -4,6% im Vorjahr.

Die Konjunktur in den Ländern Amerikas entwickelte sich nach aktuellen Schätzungen des IWF 2021 insgesamt positiv, allerdings mit leichten Abstufungen. Während die USA mit einem Zuwachs der Bruttowertschöpfung von 5,6 % das Vorkrisenniveau überschritten, erreichte Kanada dies mit einem Wachstum von 4,7% nicht. In den lateinamerikanischen Ländern lag das Wachstum insgesamt bei 6,8%, womit der Rückgang des Vorjahres in etwa ausgeglichen wurde. Laut IWF erreichte Brasilien ein Wachstum von 4,7% und überkompensierte damit die Pandemie-bedingten Einbußen.

Auch in Asien konnte für das Jahr 2021 laut IWF insgesamt eine Steigerung des Bruttoinlandsprodukts erreicht werden, jedoch auch hier mit unterschiedlicher Intensität. China, das im Vorjahr ein Wachstum von 2,3 % erreicht hatte, konnte das Jahr 2021 mit einer Wachstumsrate von 8,1 % abschließen. Indien, das im Jahr 2020 schwere Einbußen hinnehmen musste (-7,3 %), wuchs um 9,0%. Geringer fiel das Wachstum nach Schätzung des IWF in den größten Volkswirtschaften Südostasiens aus. Die Länder der ASEAN-5-Gruppe erreichten demnach insgesamt einen Zuwachs von 3,1%. Japan lag bei nur 1,6%.

Branchenspezifische Rahmenbedingungen

Die Branchenvereinigung American Chemistry Council (ACC) schätzt den Zuwachs der globalen Chemieproduktion im abgeschlossenen Geschäftsjahr auf 5,8 % (Vorjahr: -0,2 %). Diese Entwicklung entspricht dem gesamtwirtschaftlichen Wachstum des Jahres 2021, spiegelte sich jedoch nicht in allen Regionen gleich wider.

Der in Europa größte Chemieproduzent Deutschland verzeichnete nach Einschätzung des Verbands der Chemischen Industrie (VCI) für die gesamte Branche einen Zuwachs von 5,2 %. Ohne den Anteil der Pharmabranche wird für das abgelaufene Geschäftsjahr mit einem leicht geringeren Wachstum gerechnet (VCI: 4,9 %). In anderen Ländern des Euro-Raums, wie Italien (VCI: 7,6 %) und Frankreich (VCI: 6,0 %), wurden ebenfalls hohe Wachstumsraten erzielt.

Im Vereinigten Königreich konnte die Branche dagegen nur leichte Zuwächse erreichen (VCI: 2,0%). Insgesamt lag das Wachstum der Branche laut ACC in Westeuropa mit 5,3 % leicht unter und in Osteuropa (inkl. Russland) mit 5,9 % leicht über dem globalen Durchschnitt.

In den USA stieg die Chemieproduktion laut ACC insgesamt nur um 1,4%. Ein unerwartet starker Wintereinbruch im Februar und weitere witterungsbedingte Einflüsse führten zu Produktionsausfällen, die die chemische Industrie besonders stark trafen. In Lateinamerika dagegen entwickelte sich die Branche mit einem Zuwachs von insgesamt 4,9% besser.

Die Chemiebranche im Raum Asien-Pazifik verzeichnete laut ACC mit 8,2 % den weltweit höchsten Zuwachs im Geschäftsjahr 2021. Analog zur gesamtwirtschaftlichen Entwicklung war auch hier China als größter Produzent mit einem Wachstum von 8,4% (VCI) maßgeblich für die Entwicklung verantwortlich. Auch Indien erzielte mit 7,7 % (VCI) ein starkes Wachstum und konnte den hohen Pandemie-bedingten Einbruch der Produktionsleistung im Jahr 2020 kompensieren. In Japan war das Branchenwachstum laut VCI hingegen weitaus geringer ausgeprägt (3,7 %).

Die schon im vierten Quartal 2020 weltweit anziehende Nachfrage und der hierauf folgende Anstieg der industriellen Produktion verstärkten sich im Verlauf des Jahres 2021 zunehmend. Infolgedessen stieg der Preis für ein Barrel Öl der Sorte Brent in den Monaten Januar bis Juli 2021 kontinuierlich an. Von anfangs 55 US-Dollar erhöhte sich der Preis bis Juli 2021 auf bis zu 75 US-Dollar. Nach einer leichten Preiskorrektur in August und September erreichte der Preis pro Barrel im Oktober 2021 sogar 84 US-Dollar, um zum Jahresende auf ein Niveau von 74 US-Dollar zurückzufallen. Im Jahresdurchschnitt lag der Preis mit 71 US-Dollar somit deutlich über dem Niveau des Vorjahres (42 US-Dollar).

Darstellung für die Geschäftsentwicklung wesentlicher Ereignisse

Nicht-operative Effekte beeinflussten 2021 bei ALTANA sowohl die Ertrags- und Finanzlage als auch die Vermögenslage.

Der Geschäftsbereich ECKART erwarb zum 1. Februar 2021 die Geschäftsaktivitäten der TLS Technik GmbH & Co. Spezialpulver KG in Bitterfeld und erweiterte hierdurch sein Portfolio im industriellen, metallbasierten 3D-Druck. Die Umsatzentwicklung wurde durch den Erwerb positiv beeinflusst, die Ergebnissituation leicht belastet. Der Geschäftsbereich ACTEGA erwarb zum 7. Mai 2021 das Verschlussmaterialiengeschäft der Firma Henkel und konnte damit das Geschäft mit Dichtungsmassen für die Verpackungsindustrie weiter ausbauen. Die Akquisition wirkte sich sowohl auf den Umsatz als auch auf die Ertragslage positiv aus.

Die Entwicklung der für ALTANA wesentlichen Wechselkursrelationen zur Konzern Währung Euro hatte 2021 im Wesentlichen auf die Umsatzentwicklung und in geringerem Maße auch auf die Ergebnisentwicklung einen negativen Einfluss. Den größten Effekt hatte im Jahr 2021 der Wechselkurs des Euro zum US-Dollar. Dieser lag mit durchschnittlich 1,18 US-Dollar/Euro über dem Vorjahreswert (1,14 US-Dollar/Euro). Weitere wesentliche negative Effekte aus veränderten Wechselkursrelationen resultierten aus der Relation des japanischen Yen zum Euro, die ebenfalls mit 129,88 Yen/Euro über der des Vorjahres lag (121,85 Yen/Euro). Der durchschnittliche Wechselkurs des Euro zum chinesischen Renminbi sank hingegen im Jahr 2021 von 7,87 Renminbi/ Euro auf 7,63 Renminbi/Euro und beeinflusste Umsatz und Ergebnis daher positiv. Zudem wirkten sich Differenzen bei den Kursen zum Bilanzstichtag im Vergleich zum Vorjahr positiv auf Bilanzpositionen aus.

Geschäftsverlauf

Umsatzentwicklung Konzern

Der Konzernumsatz erreichte 2021 insgesamt 2.666,5 Mio. € und stieg damit um 22,4 % bzw. 488,4 Mio. € gegenüber dem Vorjahr (2.178,2 Mio. €) an. Nicht-operative Effekte haben die Umsatzentwicklung insgesamt leicht positiv beeinflusst. Aus den vorgenannten negativen Wechselkursveränderungen resultierte ein geringfügiger Umsatzrückgang von unter einem Prozent. Durch Akquisitionen erhöhte sich dagegen der Umsatz um insgesamt 28,9 Mio. €. Die Effekte wurden jeweils auf Basis der Monate der Konzernzugehörigkeit berechnet. Davon entfielen insbesondere 13,0 Mio. € auf den zum 7. Mai 2021 getätigten Erwerb des Geschäfts mit Verschlussmaterialien der Firma Henkel sowie 7,5 Mio. € auf den bereits 2020 getätigten Erwerb der Schmid Rhyner AG in der Schweiz für den Geschäftsbereich ACTEGA und 8,3 Mio. € auf die zum 1. Februar 2021 für den Geschäftsbereich ECKART erworbenen Geschäftsaktivitäten der TLS Technik GmbH & Co. Spezialpulver KG in Bitterfeld. Bereinigt um Wechselkurs- und Akquisitionseffekte lag der Umsatz 21,9% über dem Vorjahreswert.

Wesentliche Kennzahlen

in Mio.€ 2020 2021 Δ % Δ % op. 1
Umsatz 2.178,2 2.666,5 22 22
Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) 426,0 481,7 13 14
EBITDA-Marge 19,6% 18,1%
Betriebsergebnis (EBIT) 185,7 322,8 74 77
EBIT-Marge 8,5% 12,1%
Ergebnis vor Ertragsteuern (EBT) 142,7 275,0 93 96
EBT-Marge 6,6% 10,3%
Ergebnis nach Steuern (EAT) 75,1 195,2 >100
EAT-Marge 3,5% 7,3%

1 Operative Abweichung, d. h. bereinigt um Akquisitions-/Desinvestitionseffekte sowie Wechselkurseinflüsse; diese Bereinigung wird auch an anderen Stellen dieses Konzernlageberichts vorgenommen.

Damit wurde nicht nur das zum Jahresbeginn für 2021 prognostizierte operative Umsatzwachstum im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich weit überschritten, sondern auch das kräftigste Umsatzwachstum der vergangenen zehn Jahre erzielt. Der bereits im vierten Quartal 2020 begonnene Aufschwung nahm im Laufe des ersten Quartals des Jahres 2021 erheblich Fahrt auf. Insgesamt konnten im Jahr 2021 in fast allen Bereichen historisch hohe Kapazitätsauslastungen und Rekordumsätze verzeichnet werden, sodass Ende 2021 bereits alle Geschäftsbereiche das Umsatzniveau von 2018 wieder erreicht beziehungsweise teilweise sogar deutlich überschritten hatten. Dies gelang im Wesentlichen durch eine Steigerung des Absatzvolumens, aber auch durch eine Verbesserung des Produktmix und eine Anpassung der Verkaufspreise in Folge der gestiegenen Rohstoff- und Logistikkosten.

Die regionale Absatz- und Umsatzstruktur hat sich im Vergleich zum Vorjahr nur leicht verändert. Mit einem Anteil von unverändert 39 % am gesamten Konzernumsatz stellt die Region Europa weiterhin den bedeutendsten Absatzraum für ALTANA dar. Das nominale Wachstum in Höhe von 22 %, bereinigt um Akquisitionen und Wechselkurseffekte von operativ 20 %, spiegelt die globale Entwicklung wider. Im gesamten Euroraum, im Vereinigten Königreich sowie auch in den Märkten in Osteuropa und in der Türkei wurden zweistellige Zuwachsraten erreicht.

Der Umsatz in der Region Amerika lag 2021 um 16 % über dem Vorjahreswert. Bereinigt um negative Wechselkurseffekte betrug das operative Wachstum 19 %. Der Umsatz in den USA stieg operativ um 16 %. Der Anteil am Gesamtumsatz des Konzerns lag im Jahr 2021 bei 17 % (2020: 18 %). Auch in allen anderen Ländern der Region Amerika lagen die Wachstumsraten im zweistelligen Bereich. Den stärksten operativen Zuwachs erzielte Mexiko mit 27 %, gefolgt von Kanada und Brasilien. Der Anteil Amerikas am Konzernumsatz insgesamt ist im Jahr 2021 mit 26 % leicht gesunken (Vorjahr: 27 %).

Die Region Asien verzeichnete im zurückliegenden Geschäftsjahr einen Anstieg des Anteils am Gesamtkonzernumsatz von 33 % auf 34 %. Auch nominal und operativ wies Asien im vergangenen Jahr die höchsten Zuwächse innerhalb der Unternehmensgruppe aus (nominal 27 %, operativ 26 %). Diese Entwicklung wurde im Wesentlichen durch China getragen. Das Land entspricht mit einem Anteil von 19% am Gesamtumsatz nunmehr dem größten einzelnen Absatzmarkt für ALTANA. Das operative Wachstum in China betrug 29 %, wurde jedoch noch durch den zweitgrößten asiatischen Absatzmarkt Indien übertroffen. Hier erzielte das Unternehmen mit einem operativen Wachstum von 41 % die prozentual höchsten Zuwächse. Nur in den Ländern des Mittleren Ostens musste ein Umsatzrückgang von operativ -6 % gegenüber dem Vorjahr verzeichnet werden.

Umsatzentwicklung BYK

Die Umsatzerlöse des Geschäftsbereichs BYK stiegen im Geschäftsjahr 2021 um 22 % bzw. 218,5 Mio. € auf 1.227,2 Mio. € (Vorjahr: 1.008,7 Mio. €). Darin enthalten waren negative Wechselkursveränderungen in Höhe von -10,3 Mio. €.

Bereinigt um diesen Effekt lag der Umsatz operativ 23 % über dem Vorjahr.

Das zweistellige Umsatzwachstum des Geschäftsbereichs zeigte sich im Jahr 2021 einheitlich über alle Märkte und Regionen. Nach einem unerwartet guten vierten Quartal 2020 bewegte sich auch die Nachfrage in den Folgequartalen auf einem bisher nicht erreichten Niveau. Trotz eines schwierigen wirtschaftlichen Umfelds - Lieferprobleme bei Fertigungsmaterialien, Engpässe in der Verfügbarkeit von Logistikdienstleistungen und unerwartet harte Witterungsbedingungen im Februar in Deutschland und den USA - konnte bei allen Produktlinien ein beeindruckendes Wachstum gegenüber dem Vorjahr erzielt werden. Dies spiegelte sich vorrangig im Absatz von Additiven für die Produktlinien Paints und Plastics wider, aber auch die anderen Produktlinien entwickelten sich besser als prognostiziert.

Auch die regionale Umsatzentwicklung zeigte im Jahr 2021 über alle Märkte hinweg ein operatives Wachstum in bisher nicht erreichtem Umfang. Die stärkste Umsatzsteigerung wurde in der Region Asien erzielt, wobei hier Indien, das im Pandemie-Jahr 2020 besonders starke Einbußen zu verzeichnen hatte, mit über 50 % Wachstum prozentual an der Spitze lag. Bis auf Japan, mit einem operativen Zuwachs im hohen einstelligen Bereich, trugen alle anderen Länder der Region, inklusive China als zweitgrößtem Absatzmarkt des Geschäftsbereichs, mit zweistelligen Wachstumsraten zum hohen Umsatzanstieg des Geschäftsbereichs bei. Auch der operative Umsatz in der Region Amerika - im Wesentlichen durch den für byk größten Einzelmarkt USA geprägt - entwickelte sich im Vergleich zum Vorjahr sehr positiv. Führend waren hier Mexiko und Kanada, gefolgt von anderen Ländern Lateinamerikas, den USA und Brasilien. Auch die Region Europa zeigte insgesamt ein deutliches operatives Wachstum. Im Euroraum holte speziell Italien mit einem operativen Wachstum von über 30 % die Pandemie-bedingten Umsatzrückgänge des Jahres 2020 auf, gefolgt von Deutschland als umsatzstärkstem Land der Region mit 23 %.

Umsatzentwicklung ECKART

Der Geschäftsbereich ECKART erwirtschaftete 2021 Umsätze von 382,8 Mio. € (Vorjahr: 315,2 Mio. €). Der Anstieg von 21 % gegenüber dem Vorjahr war leicht negativ durch Wechselkurseffekte und positiv durch die im Februar des Jahres erfolgte Akquisition der Geschäftsaktivitäten der TLS Technik GmbH & Co. Spezialpulver KG in Bitterfeld beeinflusst. Bereinigt um diese Effekte stieg der Umsatz operativ um 20 %. Auch im Geschäftsbereich ECKART konnte der Pandemiebedingte Nachfrageeinbruch des Jahres 2020 aufgeholt und insgesamt das Vorkrisenniveau leicht überschritten werden. Die Erholung zog sich über alle belieferten Industriezweige, wobei die Nachfrage aus der Automobilindustrie, auch bedingt durch Lieferengpässe im Bereich der Halbleitertechnik, das Vorkrisenniveau noch nicht wieder erreichen konnte. Gleiches gilt für den Bereich der kosmetischen Anwendungen.

Die positive Umsatzentwicklung spiegelte sich im Jahr 2021 in allen Regionen wider, jedoch in unterschiedlicher Intensität. Die Region Asien, mit China als stärkstem Absatzmarkt, zeigte bis auf den Mittleren Osten starke Zuwächse. Die Region Amerika, die im Vorjahr die höchsten Einbußen verzeichnen musste, holte deutlich auf, konnte aber das Vorkrisenniveau noch nicht wieder erreichen. In Europa, sowohl im Euroraum als auch in den anderen Märkten, wurde der höchste operative Zuwachs erzielt und nominal das Vorkrisenniveau sogar überschritten.

Umsatzentwicklung ELANTAS

Im Geschäftsbereich ELANTAS erhöhte sich der Umsatz im Jahr 2021 um 28 % bzw. 130,3 Mio. € auf 593,6 Mio. € (Vorjahr: 463,3 Mio. €). Das operative Umsatzwachstum, bereinigt um geringfügige positive Währungseinflüsse, lag auf dem gleichen Niveau. ELANTAS erreichte damit innerhalb der Unternehmensgruppe das höchste operative Wachstum im Vergleich zum Vorjahr. Die sehr positive Entwicklung des Geschäftsbereichs war im Wesentlichen durch Volumensteigerungen weit über das Vorkrisenniveau hinaus begründet. Preisanpassungen zum Ausgleich der in diesem Geschäftsbereich am stärksten zu Buche schlagenden Materialkostensteigerungen trugen zusätzlich zum Umsatzwachstum bei.

Der Blick auf die Regionen zeigt eine Fortsetzung der schon im Vorjahr deutlich gewordenen Entwicklung. Speziell die Region Asien, und hier insbesondere China als größter Absatzmarkt, verzeichnete das stärkste Umsatzwachstum mit Volumensteigerungen weit über dem Vorkrisenniveau. Die Region Amerika mit den USA als wichtigstem Einzelmarkt wies ebenfalls hohe Zuwachsraten mit zweistelligen operativen Umsatzzugewinnen in allen Ländern auf. Hervorzuheben ist in dieser Region - wie im Vorjahr - Brasilien mit einer weiterhin konstant positiven Entwicklung. Auch in Europa konnte über alle Märkte der Pandemie-bedingte Rückgang des vergangenen Jahres überkompensiert werden. Insbesondere in Italien als größtem Einzelmarkt der Region wurde das Vorkrisenniveau weit übertroffen.

Umsatzentwicklung ACTEGA

Mit einem Umsatz von 462,9 Mio. € (Vorjahr: 391,0 Mio. €) erzielte der Geschäftsbereich ACTEGA einen Zuwachs von 18 % gegenüber dem Jahr 2020. Der Geschäftsbereich profitierte unter anderem von der Akquisition der Schweizer Schmid Rhyner AG im Februar 2020 und dem Erwerb des Geschäfts mit Verschlussmaterialien der Firma Henkel im Mai 2021. Bereinigt um Akquisitions- und Währungseffekte erzielte ACTEGA im Jahr 2021 ein operatives Wachstum von 15 %. Dazu trugen sowohl der Anstieg der Absatzmenge als auch Preisanpassungen und positive Produktmixeffekte bei.

Alle drei Business Lines des Geschäftsbereichs ACTEGA verzeichneten 2021 Zuwächse im Vergleich zum Vorjahr. Ein starkes Umsatzwachstum konnte ähnlich wie im Jahr 2020 vor allem im Bereich der Lebensmittelverpackungen, in dem alle drei Business Lines aktiv sind, erzielt werden. Einzeln betrachtet konnte die Business Line Paper & Board operativ den Umsatz gegenüber dem Vorjahr um 14% steigern. Auch der Umsatz der Business Line Flexible Packaging stieg im Vergleich zum Vorjahr im niedrigen zweistelligen Bereich weiter an. Das deutlichste Umsatzplus konnte die Business Line Metal Packaging Solutions vor allem infolge des Erwerbs des Geschäfts mit Verschlussmaterialien der Firma Henkel verzeichnen. Aber auch ohne den Neuerwerb lag der operative Umsatz mit einem deutlichen zweistelligen Wachstum klar über dem Vorjahresniveau.

Die Entwicklung war 2021 über alle Regionen hinweg positiv. In der größten Region Europa lag das operative Wachstum zwar hinter dem der anderen Regionen, aber im deutlich zweistelligen Bereich. Deutschland, als größter Einzelmarkt der Region Europa, verzeichnete ein solides einstelliges operatives Wachstum. In den meisten anderen Ländern der Region wurden sogar zweistellige operative Wachstumsraten erzielt. In der Region Amerika lagen die Umsatzerlöse nominal und operativ weit über dem Niveau des Vorjahres. In den USA, dem größten Einzelmarkt, wurde ein moderates operatives Wachstum im einstelligen Bereich erzielt. In Brasilien konnte der Umsatz operativ um 28 % gesteigert werden. Auch die nach wie vor kleinste Region Asien verzeichnete im vergangenen Jahr zweistellige Umsatzzuwächse - sowohl nominal als auch operativ. Der Treiber der positiven Entwicklung war China mit einer operativen Umsatzsteigerung von über 40 % und Indien mit einem Umsatzplus von 30 %.

Ertragslage

In einem von außergewöhnlich hoher Nachfragedynamik bei zugleich enormen Preissteigerungen, Verknappungen und gestörten globalen Lieferketten geprägten Umfeld ist es ALTANA gelungen, seine Strategie des nachhaltig profitablen Wachstums erfolgreich fortzusetzen und das bislang höchste Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) zu erzielen. Dieses stieg gegenüber dem Vorjahr um 13 % bzw. 55,8 Mio. € auf 481,7 Mio. € (Vorjahr: 426,0 Mio. €) an. Bereinigt um Akquisitions- und Wechselkurseffekte betrug der operative Zuwachs 14%. Die EBITDA-Marge lag aufgrund der erheblichen Steigerung der Einstandskosten mit 18,1 % unter dem Vorjahreswert von 19,6 %, aber in unserem strategischen Zielkorridor von 18 % bis 20 %. Die vorgenommenen Preisanpassungen zum Ausgleich insbesondere der Materialkostensteigerungen trugen dabei wesentlich zur Sicherung der Ergebnismarge bei.

Die historisch hohen Volumenzuwächse führten zu einem weit über unseren Erwartungen für 2021 liegenden absoluten Wert des EBITDA und einer EBITDA-Marge, die unserer Prognose entsprach.

Die für ALTANA wichtigste Kostengröße, der Block der variablen Rohstoff- und Verpackungskosten, entwickelte sich im Vergleich zum Vorjahr durch insgesamt stark angestiegene Rohstoffpreise negativ. Die Materialeinsatzquote, das Verhältnis dieser Kosten zum Umsatz, erhöhte sich im Laufe des Jahres 2021 kontinuierlich von 41,9 % im vierten Quartal 2020 auf 48,2 % im vierten Quartal 2021. Im Gesamtjahr 2021 lag die Materialeinsatzquote bei 45,4 % und damit deutlich über dem Vorjahreswert von 41,3 % und auch höher als von uns zu Jahresbeginn prognostiziert. Der Anstieg der Materialkosten betraf alle vier Geschäftsbereiche.

Die sonstigen Kostengrößen entwickelten sich im Jahr 2021 im Wesentlichen entsprechend der positiven Geschäftsentwicklung, der hohen Kapazitätsauslastung und - der gesamtwirtschaftlich hohen Nachfrage geschuldet - dem Anstieg insbesondere der Energie- und Logistikkosten. Die Abschreibungen sind hier gesondert zu betrachten; durch den Wegfall von Einmaleffekten aus der Wertminderung von Geschäftswerten lag der Gesamtwert weit unter dem des Vorjahres. Bereinigt um diesen Effekt, erhöhten sich die Abschreibungen um 3 % gegenüber dem Vorjahr. Bei den Personalkosten wirkten sich die Kapazitätssteigerung der Produktion und der unter anderem damit verbundene Aufbau von Stellen zusätzlich zu den jährlichen Tarifsteigerungen aus. Die Personalaufwendungen stiegen dementsprechend über die durch Pandemie-bedingte Effekte beeinflussten Vorjahreswerte. Die Quote der gesamten Personalkosten im Verhältnis zum Umsatz verminderte sich aufgrund des stark gestiegenen Umsatzes auf 20,9 % (Vorjahr: 23,4 %). Das ungewöhnliche Volumenwachstum, die hohe Kapazitätsauslastung und das gestiegene Preisniveau führten zu einem Anstieg in allen operativen Funktionskostenbereichen, hier vor allem im Bereich der semi-variablen Produktions- und Vertriebskosten. Hinzu kamen deutlich angestiegene Kosten für IT-Sicherheit, die im Zuge der sich kontinuierlich erhöhenden Bedrohungslage für Schutz- und Abwehrmaßnahmen gegen Cyberkriminalität aufgewendet wurden und die alle Funktionsbereiche betrafen.

Innerhalb der Produktionskosten lagen insbesondere die Personalkosten aufgrund der hohen Kapazitätsauslastung über dem Vorjahresniveau. Aber auch die gestiegenen Energiekosten, höhere Wartungskosten und höhere Ausgaben für befristet Beschäftigte führten zu einem Anstieg gegenüber dem Vorjahr.

Bei den Vertriebskosten sind als wesentliche Treiber die Frachtkosten zu benennen, die mehr als die Hälfte des Kostenanstiegs verursachten. An zweiter Stelle ist auch hier der Anstieg der Personalkosten, im Wesentlichen bedingt durch das Wachstum der Geschäftstätigkeit, für den Anstieg verantwortlich.

Auch die Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen stiegen an. Grund für den Anstieg waren auch hier die Personalkosten sowie eine Zunahme der Beratungskosten. Das Verhältnis der Forschungs- und Entwicklungskosten zum Gesamtumsatz hat sich aufgrund des hohen Umsatzwachstums im Jahr 2021 von 7,5 % auf 6,7 % verringert, entspricht aber weiterhin unserer Zielgröße von rund 7 Prozent.

Die Verwaltungskosten erhöhten sich im Vergleich zum Vorjahr. Hauptgrund waren auch hier Personalkostensteigerungen und Steigerungen im Bereich der Beratungskosten. Die Verwaltungskostenquote im Verhältnis zum Umsatz sank hingegen von 4,8 % auf 4,4 %.

Der Saldo der Sonstigen betrieblichen Erträge und Aufwendungen verbesserte sich gegenüber dem Vorjahr bedingt durch den Wegfall der Abschreibung auf den Geschäftswert von ECKART, die im Vorjahr einen wesentlichen Bestandteil der Position ausmachte. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) erreichte 322,8 Mio. € und lag damit operativ 77% über dem Vorjahreswert (185,7 Mio. €).

Das Finanzergebnis lag mit -2,0 Mio. € über dem Ergebnis des Vorjahres von -4,2 Mio. €. Das Ergebnis aus at equity bilanzierten Unternehmen veränderte sich von -38,9 Mio. € im Vorjahr auf -45,8 Mio. € im Geschäftsjahr 2021. Der größte Anteil an diesem Wert entfällt auf unsere Beteiligung an der Landa Corporation Ltd.

Das Ergebnis vor Steuern (EBT) stieg auf 275,0 Mio. € an (Vorjahr: 142,7 Mio. €), das Ergebnis nach Steuern (EAT) auf 195,2 Mio. € (Vorjahr: 75,1 Mio. €). Der bereinigte Ertragsteuersatz lag leicht unter dem Wert des Vorjahres.

Vermögens- und Finanzlage

Investitionen

ALTANA investierte im zurückliegenden Geschäftsjahr insgesamt 149,3 Mio. € in Immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen. Davon entfielen 46,3 Mio. € auf den Erwerb von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen im Zusammenhang mit dem Erwerb von Geschäftsaktivitäten im Geschäftsbereich ACTEGA. Mit 103,0 Mio. € lagen die um diesen Sondereinfluss bereinigten Investitionen leicht unter dem Wert des Vorjahres (105,2 Mio. €). Auch die bereinigte Investitionsquote, also das Verhältnis der Investitionen zum Umsatz, lag aufgrund des hohen Umsatzwachstums mit 3,9 % unterhalb unseres langfristigen Zielkorridors von 5 % bis 6 %.

Von den 103,0 Mio. € Investitionen entfielen 93,5 Mio. € (Vorjahr: 96,3 Mio. €) auf Sachanlagen. Seit mehreren Jahren werden Großprojekte zum strategischen Ausbau von globalen Produktions- und Laborkapazitäten durchgeführt. Die Investitionen in Immaterielle Vermögenswerte erreichten im abgeschlossenen Geschäftsjahr 9,5 Mio. €, nach 8,9 Mio. € im Jahr 2020.

In der regionalen Verteilung der Investitionen gab es im Vergleich zum Vorjahr projektbedingt eine Verschiebung zugunsten Europas. Während der Anteil Amerikas von 31 % im Jahr 2020 auf 27 % im Berichtsjahr zurückging, wuchs der Anteil Europas auf 61 % (2020: 57 %). Der Schwerpunkt der Investitionstätigkeit lag hierbei mit 48 % in Deutschland und mit 25 % in den USA. Der Anteil Asiens blieb mit 12 % am Gesamtvolumen unverändert zu 2020.

Der Geschäftsbereich BYK investierte 2021 insgesamt 42,6 Mio. € und lag damit auf Vorjahresniveau. Schwerpunkte der Investitionstätigkeit lagen auf dem weiteren Ausbau von Produktionskapazitäten in Deutschland sowie auf Standorten in China. Weitere Investitionen betrafen neben Forschungs- und Entwicklungskapazitäten auch strategische Digitalisierungsprojekte.

Das Investitionsvolumen im Geschäftsbereich ECKART lag mit 24,9 Mio. € unter dem Vorjahreswert (26,3 Mio. €). Die mit Abstand wesentlichsten Anteile entfielen wie im Vorjahr auf den Standort des Geschäftsbereichs in den USA und den Standort in Hartenstein.

Der Geschäftsbereich ELANTAS investierte mit 11,5 Mio. € einen geringeren Betrag in Sachanlagen und Immaterielle Vermögenswerte als im Vorjahr (14,4 Mio. €). Im abgeschlossenen Geschäftsjahr investierte der Geschäftsbereich im Wesentlichen in die Produktionsanlagen der europäischen Gesellschaften.

Mit 18,9 Mio. € steigerte der Geschäftsbereich ACTEGA das Investitionsvolumen im Vergleich zu 2020 (16,1 Mio. €). Die Investitionen im abgeschlossenen Geschäftsjahr betrafen überwiegend den Ausbau von Produktionskapazitäten an den deutschen Standorten.

Bilanzstruktur

Wesentliche Kennzahlen

in Mio.€ 2020 2021 Δ %
Bilanzsumme 3.263,1 3.636,0 11
Eigenkapital 2.398,9 2.675,4 12
Nettoverschuldung 1 34,2 67,7 98

1 Dies entspricht dem Saldo aus den Liquiden Mitteln, Kurzfristigen Finanzanlagen, kurzfristig gehaltenen Wertpapieren, ausgegebenen Darlehen, Finanzverbindlichkeiten und Pensionsrückstellungen.

Im Verlauf des Geschäftsjahres 2021 stieg die Bilanzsumme des ALTANA Konzerns von 3.263,1 Mio. € auf 3.636,0 Mio. €. Die Erhöhung um 372,9 Mio. € bzw. 11 % resultiert vornehmlich aus einer Erhöhung des Umlaufvermögens bedingt durch das starke Anwachsen der operativen Geschäftstätigkeit im Vergleich zum Vorjahr.

Die Immateriellen Vermögenswerte stiegen auf 995,3 Mio. € (Vorjahr: 933,1 Mio. €) und sind im Wesentlichen auf die Akquisitionen in den Geschäftsbereichen ECKART und ACTEGA zurückzuführen. Auch die Sachanlagen stiegen im Wert leicht an. Sie entwickelten sich von 959,5 Mio. € im Vorjahr auf 997,9 Mio. €. Mit Zugängen von 93,5 Mio. € lag das Investitionsniveau der Sachanlagen unter dem Niveau der Abschreibungen. Positive Wechselkurseffekte trugen in beiden Bereichen zu einem Anstieg der Buchwerte in der Konzernwährung Euro bei.

Die gesamten Langfristigen Vermögenswerte erreichten zum Bilanzstichtag 2.143,3 Mio. € (Vorjahr: 2.070,5 Mio. €) und lagen damit 72,8 Mio. € über dem Vorjahreswert. Ihr Anteil an der Bilanzsumme sank auf 59 % (2020: 63 %).

Die Veränderung der Kurzfristigen Vermögenswerte resultiert im Wesentlichen aus dem Anstieg des Vorratsvermögens und der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Das Vorratsvermögen stieg zum einen in Folge von Preiserhöhungen wertmäßig an, zum anderen wurde zum Ausgleich von Lieferengpässen und zur Absicherung der benötigten Mengen speziell in den Geschäftsbereichen BYK und ECKART im zweiten Halbjahr 2021 auch die Bestandsmenge bewusst erhöht. Bedingt durch das erhöhte Umsatzvolumen stieg auch der Bestand an Forderungen aus Lieferungen und Leistungen an. Das Net Working Capital lag, begründet durch diese Effekte, in absoluten Zahlen deutlich über dem Vorjahreswert. Das Vorratsvermögen stieg auf 511,5 Mio. € (Vorjahr: 336,4 Mio. €). Auch der Bestand an Forderungen aus Lieferungen und Leistungen lag mit 473,4 Mio. € über dem Vorjahresbestand (2020: 400,5 Mio. €). Im Saldo mit den kurzfristigen Verbindlichkeiten entwickelte sich das Net Working Capital mit 737,1 Mio. € weit über dem Niveau von 2020 (550,3 Mio. €). Die Reichweite des Net Working Capital, bezogen auf das Verhältnis zur Geschäftsentwicklung der jeweils vorangegangenen drei Monate, stieg auf 118 Tage, nach 101 Tagen zum Ende 2020. Der absolute Wert des Net Working Capital und auch die Reichweite lagen somit über den für 2021 erwarteten Zahlen, da weder die Umsatzsteigerung noch die sich im Laufe des Jahres ergebenden Lieferengpässe so zu Anfang des Jahres prognostiziert werden konnten. Die Liquiden Mittel verminderten sich im Jahresverlauf auf 259,9 Mio. € (Vorjahr: 313,7 Mio. €). Der Rückgang ist im Wesentlichen auf im Jahr 2021 getätigte Geldmarktanlagen mit einer Vertragslaufzeit von mehr als drei Monaten und weniger als einem Jahr in Höhe von 63,8 Mio. € zurückzuführen. Die gesamten kurzfristigen Vermögenswerte erhöhten sich auf 1.492,7 Mio. € (Vorjahr: 1.192,6 Mio. €).

Struktur der Konzernbilanz

Aktiva 31.12.2020 31.12.2021
Mio.€ % Mio.€ %
Langfristige Vermögenswerte 2.070,5 63 2.143,3 59
Vorräte, Forderungen und sonstige kurzfristige Vermögenswerte 849,0 26 1.134,2 31
Liquide Mittel, Kurzfristige Finanzanlagen und Wertpapiere 343,6 11 358,5 10
Aktiva 3.263,1 100 3.636,0 100
Passiva 31.12.2020 31.12.2021
Mio.€ % Mio.€ %
Eigenkapital 2.398,9 73 2.675,4 74
Langfristige Verbindlichkeiten 445,7 14 432,5 12
Kurzfristige Verbindlichkeiten 418,5 13 528,2 14
Passiva 3.263,1 100 3.636,0 100

Auf der Passivseite ergaben sich Veränderungen vornehmlich durch ertragsbedingte Erhöhungen des Eigenkapitals, Erhöhungen der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen zuzüglich kursbedingter Anpassungen. Das Eigenkapital des Konzerns verbesserte sich insgesamt um 276,5 Mio. € bzw. um 12 % auf 2.675,4 Mio. € (Vorjahr: 2.398,9 Mio. €). Maßgeblich trug hierzu das positive Jahresergebnis bei. Die Eigenkapitalquote zum 31. Dezember 2021 lag mit 74 % leicht über dem Niveau des Vorjahres (73 %).

Die Summe der langfristigen Verbindlichkeiten veränderte sich zum Jahresende 2021 nicht signifikant. Insgesamt sanken die langfristigen Verbindlichkeiten um 13,2 Mio. € auf 432,5 Mio. € (Vorjahr: 445,7 Mio. €).

Die Summe der in der Bilanz zum 31. Dezember 2021 ausgewiesenen kurzfristigen Verbindlichkeiten ist hingegen von 418,5 Mio. € auf 528,2 Mio. € gestiegen. In Folge der deutlich erhöhten Geschäftstätigkeit und der Preissteigerungen für Energie, Frachten und Rohstoffe wuchs auch der Bestand an Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und stieg im Vergleich zum Vorjahr um 61,3 Mio. € auf 247,8 Mio. € an.

Der Saldo aus Liquiden Mitteln, Kurzfristigen Finanzanlagen, kurzfristig gehaltenen Wertpapieren, ausgegebenen Darlehen, Finanzverbindlichkeiten sowie Pensionsrückstellungen ergab zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2021 ein Nettofinanzvermögen von 67,7 Mio. €; dies entspricht einem Anstieg um 33,6 Mio. € im Vergleich zum Vorjahr.

Grundsätze und Ziele der Finanzierungsstrategie

Die Finanzierung der operativen Geschäftstätigkeit soll grundsätzlich durch den im Rahmen der betrieblichen Tätigkeit erwirtschafteten Cash Flow abgedeckt werden. Gleiches gilt für den Bedarf an Investitionen, die dem kontinuierlichen Ausbau der Geschäftsaktivitäten dienen.

Daraus abgeleitet orientieren sich die Ziele unserer Finanzierungsstrategie daran, zum einen die im Konzern erwirtschafteten liquiden Mittel zentral zur Verfügung zu halten.

Zum anderen wird ein Finanzrahmen angestrebt, der es ALTANA ermöglicht, Akquisitionen und auch große, über das gewöhnliche Maß hinausgehende Investitionsprojekte flexibel und schnell abzuwickeln.

Um diese Ziele erfolgreich umzusetzen, steuern wir nahezu die komplette Konzerninnenfinanzierung zentral über die ALTANA AG. Hierzu sind für die bedeutenden Währungsräume Cash Pools eingerichtet.

Im Juni 2021 hat ALTANA die langfristige Konzernfinanzierung neu aufgestellt: Seit Juni 2021 stehen ALTANA von einem internationalen Bankenkonsortium für die nächsten fünf bis sieben Jahre 250,0 Mio. € in Form einer revolvierenden Kreditlinie zur Verfügung. Außerdem hat ALTANA seit Ende Juni 2021 Zugang zu Krediten der Europäischen Investitionsbank (EIB) in Höhe von bis zu 200,0 Mio. € für die Entwicklung klimafreundlicher, digitaler und nachhaltiger Produkte. Beide wurden im Geschäftsjahr 2021 nicht genutzt.

Diese Finanzierungsstruktur bietet ALTANA die notwendige Flexibilität, um kurzfristige und auch investitionsintensive Wachstumsopportunitäten angemessen nutzen zu können. Die Verteilung der Fristigkeiten der vorhandenen Finanzierungsinstrumente ermöglicht es uns, die Tilgung der Verbindlichkeiten über die Zuflüsse aus dem operativen Cash Flow optimal zu steuern.

Außerbilanzielle Finanzierungsverpflichtungen resultieren aus Bankgarantien, Einkaufsverpflichtungen sowie Garantien für Pensionsverpflichtungen. Details zu den bestehenden Finanzierungsinstrumenten sind im vollständigen Konzernabschluss dargestellt.

Liquiditätsanalyse

Liquiditätskennzahlen

in Mio. € 2020 2021 Δ%
Cash Flow aus der betrieblichen Tätigkeit 373,6 244,4 -35
Cash Flow aus der Investitionstätigkeit -220,0 -246,8 -12
Cash Flow aus der Finanzierungstätigkeit -99,9 -61,3 39

Im Laufe des Jahres 2021 sank der Bestand an Liquiden Mitteln um 53,7 Mio. € auf 259,9 Mio. € (Vorjahr: 313,7 Mio. €). Der Mittelzufluss aus der betrieblichen Tätigkeit lag mit 244,4 Mio. € trotz eines höheren Konzernjahresüberschusses unter dem Niveau des Vorjahres (373,6 Mio. €). Hier spiegelt sich die hohe Kapitalbindung im Bereich des Net Working Capital wider, insbesondere im stark angestiegenen Vorratsvermögen.

Der Mittelabfluss aus der Investitionstätigkeit stieg im Vergleich zum Vorjahr auf 246,8 Mio. € (Vorjahr: 220,0 Mio. €). Die wesentliche Ursache war hier die Erhöhung des Bestands von kurzfristigen Finanzanlagen. Die Ausgaben für Akquisitionen lagen 2021 auf einem niedrigeren Niveau als 2020 und die um Akquisitionen bereinigten Investitionen in Immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen in etwa auf dem gleichen Niveau wie 2020.

Aus der Finanzierungstätigkeit flossen im Geschäftsjahr 2021 Mittel in Höhe von 61,3 Mio. €- und damit weniger als im Vorjahr (99,9 Mio. €) - ab. Die Abflüsse bei den Kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten betrafen fast ausschließlich Leasingzahlungen. Im Geschäftsjahr 2021 zahlte die ALTANA AG eine Dividende in Höhe von 50,0 Mio. € aus (Vorjahr: 30,0 Mio. €).

Wertmanagement

Kennzahlen Wertmanagement

in Mio.€ 2020 2021
Operatives Kapital (Jahresdurchschnitt) 2.928,7 3.082,5
Operativer Ertrag 246,1 297,4
Return on Capital Employed (ROCE) 8,4 % 9,6 %
Kapitalkostensatz 7,5 % 7,5 %
ALTANA value Added (AVA relativ) 0,9% 2,1 %
ALTANA Value Added (AVA absolut) 26,5 66,2

Die Veränderung des Unternehmenswerts wird bei ALTANA über die Kennziffer ALTANA Value Added (AVA) bestimmt, deren Berechnung wir im Abschnitt "Grundlagen des Konzerns" erläutert haben. Im Geschäftsjahr 2021 konnte durch das hohe Wachstum in Verbindung mit profitabilitätssichernden Maßnahmen und trotz herausfordernder Rahmenbedingungen ein deutlich positiver Beitrag zur Entwicklung des Unternehmenswerts erwirtschaftet werden, der signifikant über dem Vorjahr und unseren Erwartungen lag.

Die positive Ergebnisentwicklung spiegelt sich in einem hierfür maßgeblichen operativen Ertrag von 297,4 Mio. € wider (Vorjahr: 246,1 Mio. €). Das durchschnittlich im Konzern gebundene Kapital stieg 2021 auf 3.082,5 Mio. € an (Vorjahr: 2.928,7 Mio. €). Die Anwendung des Kapitalkostensatzes von unverändert 7,5% führte zu Kapitalkosten von 231,2 Mio. € (Vorjahr: 219,6 Mio. €).

Der Return on Capital Employed (ROCE) übertraf 2021 mit 9,6 % signifikant den Vorjahreswert (8,4 %). Der absolute Wertbeitrag betrug im abgeschlossenen Geschäftsjahr 66,2 Mio. €, nach 26,5 Mio. € im Vorjahr, und der relative AVA stieg von 0,9% auf 2,1 % im Jahr 2021. Der ursprünglich für 2021 prognostizierte Rückgang der Kennzahlen des Wertmanagements trat aufgrund der sehr guten Entwicklung der Ertragssituation nicht ein.

Innovation, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Umwelt und Sicherheit

Innovation

Als Unternehmen der Spezialchemie sind Innovationen für ALTANA ein wesentlicher Faktor, um unseren Kunden neue, wettbewerbsfähige Lösungen zu bieten und dabei aktuelle Anforderungen hinsichtlich Leistungsprofil, Kosten, Umweltschutz und Nachhaltigkeit zu erfüllen. Dank der engen Kooperation mit unseren Kunden gelingt es uns, globale Technologietrends frühzeitig zu erkennen und umgehend in neue Entwicklungsfelder eingebunden zu werden. So können maßgeschneiderte Lösungen schnell und zuverlässig entwickelt werden. Deshalb bauen wir einerseits auf bestehenden Kompetenzen auf und eignen uns andererseits neue Fähigkeiten an, um so unser Produktportfolio kontinuierlich den Markt- und Kundenbedürfnissen anzupassen. Ein großes Potenzial besteht darüber hinaus in der geschäftsbereichsübergreifenden Kombination unserer Kompetenzen, um so schneller und effizienter innovative Lösungen im Markt zu etablieren. Unseren Forschern und Entwicklern stehen dafür in den chemischen Laboren neueste Analytikmethoden sowie anwendungstechnische Prüflabore zur Verfügung. Zahlreiche Auszeichnungen durch unsere Kunden unterstreichen unseren Erfolg als innovativer Lösungsanbieter.

Zusätzlich zu den Aktivitäten in den Geschäftsbereichen werden auf ALTANA Ebene ausgewählte Innovationen initiiert und koordiniert, die neue Geschäftsfelder erschließen sollen und dabei Technologie- und Markttrends aufnehmen. Die Basis für diese Innovationen sind die starken Kompetenzen der Geschäftsbereiche entlang der gesamten Wertschöpfungskette sowie die Synergien, die sich zwischen den Bereichen ergeben. Für die Gestaltung neuer Innovationsbereiche nutzen wir drei unterschiedliche, sich aber thematisch ergänzende Herangehensweisen: das ALTANA Institute, unsere Technologieplattformen und Corporate Venturing.

Mithilfe des ALTANA Institute werden externe Netzwerke und enge Kooperationen mit Universitäten und Forschungsinstituten weltweit genutzt, um Impulse von außen für unsere Entwicklung zu erhalten. Hier kooperieren wir im Bereich der Grundlagenforschung auf Themengebieten, die für die weiteren stärker anwendungsorientierten internen Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten das Fundament bilden. Neben den Technologietransfers erster abgeschlossener Projekte in die Geschäftsbereiche konnte in diesem Jahr zusätzlich eine neue internationale Forschungskooperation mit der Universität Haute-Alsace in Frankreich und eine Kooperation mit der Friedrich-Schiller-Universität Jena aufgebaut werden.

Die Investitionen von ALTANA im Bereich der Technologieplattformen haben - wie auch schon im Jahr 2020 - im Geschäftsjahr 2021 die Werte des Vorjahres übertroffen. Dies demonstriert einmal mehr deren fortschreitenden Ausbau basierend auf zielgerichteten Kundenkooperationen.

Trotz der Pandemie-bedingten Einschränkungen sowohl im Bereich der Kundenbetreuung als auch im Ausbau des Kundenstamms gelang es der inzwischen in die ELANTAS integrierten Innovationsplattform "Printed Electronics", erste Umsätze zu generieren, eine darauf basierende solide Umsatzpipeline aufzubauen und Neugeschäft zu akquirieren.

Im Rahmen der Technologieplattform "Cubic Ink" wurde ein vielseitiges Produktportfolio für den 3D-Druck entwickelt. In enger Kooperation mit der dp polar GmbH, an der ALTANA beteiligt ist, wird dieses Tintenportfolio in Entwicklungspartnerschaften mit Kunden genutzt, um effiziente und nachhaltige Lösungen durch die innovative polare Drucktechnologie bereitzustellen. Zusätzlich zu der polaren Drucktechnologie wurde das Tintenportfolio um Tinten für den SLA-Druck (Stereolithografie-Druck) erweitert, ein Standardverfahren im Bereich der 3D-Druckindustrie. Auf der internationalen Leitmesse für additive Fertigungstechnologien "Formnext" wurden diese Produkte 2021 erstmalig dem Markt vorgestellt.

Die Lasertransfer-Technologieplattform "Heliosonic" konnte ebenfalls Fortschritte erzielen. Sie erweiterte ihr Pigmentportfolio und konnte dadurch verstärkt strategische Entwicklungspartnerschaften über die grafische Industrie hinaus schließen. So sind in diesem Jahr weitere Machbarkeitsstudien in den Bereichen Sicherheitsdruck und Elektronik erfolgt. Außerdem wurden die Konstruktion und der Bau einer "Rolle-zu-Rolle"-Druckmaschine abgeschlossen und die Maschine in dem neu bezogenen Standort in Rüsselsheim in Betrieb genommen.

Durch die enge Kooperation zwischen den Zentralbereichen Corporate Innovation und Corporate Venturing kann ALTANA kontinuierlich Technologie- und Marktpotenziale prüfen und mittels gezielter Beteiligungen an innovativen Technologieunternehmen in neue attraktive Märkte einsteigen. In diesem Zusammenhang hat ALTANA im Geschäftsjahr 2021 seine Beteiligung an dem Unternehmen TAU ACT GmbH, Berlin, nochmals erhöht.

Grundlage für unsere Innovationskraft ist eine offene und dynamische Unternehmenskultur, die weltweit 1.221 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in unseren Forschungs- und Entwicklungszentren Freiraum für kreatives und unternehmerisches Handeln gibt. Die Ausstattung in unseren Entwicklungszentren ermöglicht unseren Beschäftigten, ihre Ideen in marktreife Lösungen umzusetzen. Unsere Aufwendungen für Forschung und Entwicklung haben sich im Vergleich zum Vorjahr (163,4 Mio. €) auf den Wert von 179,7 Mio. € erhöht. Den Planwert für 2021 haben wir aufgrund der weiterhin bestehenden Pandemie-bedingten Unsicherheiten leicht unterschritten. Der reduzierte Umsatzanteil der Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen von 6,7 % (Vorjahr: 7,5 %) ist insbesondere auf den außerordentlichen Anstieg des Umsatzes zurückzuführen. Generell stehen unsere Aufwendungen in Verbindung mit der Erreichung wichtiger Meilensteine, der Umsetzung individueller Kundenwünsche in künftige, innovative Produkte und der langfristigen Ausrichtung unserer Innovationsaktivitäten.

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

Zum Jahresende 2021 beschäftigten die Gesellschaften der ALTANA Gruppe weltweit 6.731 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (Vorjahr: 6.529). Der Anstieg um 202 Personen bzw. 3 % gegenüber dem Vorjahr ist zum einen auf Akquisitionen in den Geschäftsbereichen ECKART (+36 Beschäftigte) und ACTEGA (+12 Beschäftigte) und zum anderen auf den erhöhten Personalbedarf zur Abdeckung der gestiegenen Nachfrage (insbesondere im Geschäftsbereich BYK) zurückzuführen.

Im Geschäftsbereich BYK erhöhte sich die Beschäftigtenzahl um 113 auf 2.420 Personen (Vorjahr: 2.307). Die Erhöhung erfolgte aufgrund der stark gestiegenen Produktionsmengen hauptsächlich in den Produktionsbereichen der BYK Gesellschaften in Deutschland und den USA.

Im Geschäftsbereich ECKART stieg die Anzahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Jahresverlauf 2021 um 41 auf 1.735 Personen (Vorjahr: 1.694). Die Veränderungen betrafen vor allem den Bereich der Produktion und sind nahezu ausschließlich auf die Akquisition der Geschäftsaktivitäten der TLS Technik GmbH & Co. Spezialpulver KG in Bitterfeld zurückzuführen.

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Forschung und Entwicklung

BYK 497
ECKART 274
ELANTAS 158
ACTEGA 262
Holding 30
Gesamt 1.221

ELANTAS verzeichnete einen leichten Rückgang um 10 Personen auf 1.061 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (Vorjahr: 1.071). Im Wesentlichen reduzierte sich die Anzahl der Beschäftigten in den Verwaltungsbereichen.

Im Geschäftsbereich ACTEGA stieg die Beschäftigtenzahl im Jahresverlauf um 46 Personen auf 1.284 an (Vorjahr: 1.238). Ein Treiber war hier der Erwerb des Geschäfts mit Verschlussmaterialien der Firma Henkel, welcher zu einem Anstieg um 12 Beschäftigte führte. Zusätzlich wurde Personal in den Bereichen Vertrieb und Verwaltung aufgebaut, hier im Wesentlichen im Bereich Informationstechnik.

Bei den Konzernholdinggesellschaften stieg die Anzahl der Beschäftigten im abgeschlossenen Geschäftsjahr um 12 auf 231 Personen (Vorjahr: 219). Der größte Zuwachs war mit 8 zusätzlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in der ALTANA Management Services GmbH zu verzeichnen.

Die funktionale Struktur der Belegschaft hat sich im Geschäftsjahr 2021 nicht wesentlich verändert. Mit 51 % bzw. 3.463 Personen (Vorjahr: 3.305) arbeiteten weiterhin die meisten Beschäftigten in der Produktion. Die Anzahl der im Bereich Forschung und Entwicklung beschäftigten Personen erhöhte sich 2021 nur geringfügig um 3 auf 1.221 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (Vorjahr: 1.218). Im Bereich Marketing und Vertrieb stieg die Anzahl der Beschäftigten im Jahresverlauf 2021 um insgesamt 21 Personen auf 1.112 Personen (Vorjahr: 1.091). Die Verwaltung umfasste im Berichtsjahr 935 Beschäftigte (Vorjahr: 915).

Auch in der regionalen Struktur ergaben sich 2021 gegenüber dem Vorjahr nur geringe Verschiebungen. Mit 4.338 Personen (Vorjahr: 4.203) entfiel auf die europäischen Konzerngesellschaften unverändert der weitaus größte Personalanteil. 3.505 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (Vorjahr: 3.376) waren zum Jahresende in Deutschland beschäftigt, mehrheitlich an den größten Produktions- und Entwicklungsstandorten der Geschäftsbereiche ECKART und BYK in Hartenstein bzw. Wesel. Die Anzahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Amerika stieg zum Jahresende 2021 um 46 auf 1.507 Personen (Vorjahr: 1.461), wobei der Zuwachs vorrangig in den nordamerikanischen Gesellschaften zu verzeichnen war. Die Beschäftigtenzahl der asiatischen Konzerngesellschaften wuchs von 865 Personen im Vorjahr auf 886 Personen im Jahr 2021, wobei sich die Beschäftigtenzahl in China am stärksten erhöhte.

Zum Ende des Geschäftsjahres 2021 waren 1.757 Frauen und 4.974 Männer bei ALTANA beschäftigt. 89 % aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter standen zum Bilanzstichtag in einem unbefristeten und 11 % in einem befristeten Arbeitsverhältnis, wobei diese Verteilung bei beiden Geschlechtern nahezu gleich war. Von den weiblichen Beschäftigten waren zum Ende 2021 76 % in Vollzeit und 24 % in Teilzeit beschäftigt. Bei den Beschäftigten männlichen Geschlechts lag die Quote der Vollzeitbeschäftigten bei 98 %. Neben den eigenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern waren zum 31. Dezember 2021 136 Leiharbeitskräfte im ALTANA Konzern beschäftigt.

Die Menschen bei ALTANA sind und bleiben der wichtigste Schlüssel für unseren Erfolg. Dabei steht ALTANA weiterhin im internationalen Wettbewerb um Fach- und Führungskräfte. Dadurch wird, auch im Zusammenhang mit der demografischen Entwicklung, die Bedeutung von dezidierter Personalentwicklung und Nachfolgeplanung in den kommenden Jahren noch einmal zunehmen.

ALTANA ist im Jahr 2021 den im Rahmen der "HR Transformation" gesetzten Zielen ein großes Stück näher gekommen. Das Projekt ist darauf ausgerichtet, die Digitalisierung der HR-Landschaft voranzutreiben, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bereichsübergreifend und über Ländergrenzen hinweg umfassender zu fördern sowie eine internationale Führungs- und HR-Kultur zu schaffen.

Ein sehr wichtiger Schritt in Richtung Digitalisierung im Personalbereich wurde 2021 mit dem globalen Rollout des Moduls Employee Central von SAP SuccessFactors gemacht, dem neuen, global verfügbaren System für die Administration von Organisations- und Personalstammdaten in der ALTANA Gruppe. Damit ist es erstmals möglich, im Bereich Personal flächendeckend erweiterte sogenannte Self-Service-Funktionalitäten anzubieten. Die in den meisten Ländern jetzt gegebene Möglichkeit, dass Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ihre Daten direkt im System selbst eingeben und pflegen können, ist hierbei nur ein Beispiel; in Zukunft werden digitale Lernangebote, Weiterbildungsmaßnahmen, Jahresgespräche, Talentkonferenzen und vieles mehr eine immer größere Bedeutung und damit mehr Raum einnehmen. Aufbauend auf den Strukturinformationen von Employee Central werden weitere Module von SuccessFactors den sogenannten Employee Lifecycle damit nach und nach zu einer systemgestützten Interaktion zwischen Beschäftigten, Führungskräften und HR vervollständigen.

Alle in SuccessFactors erfassten neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der ALTANA Gruppe erhalten nunmehr automatisch einen IT-Account, der Voraussetzung für den Zugang zum ALTANA Netzwerk ist. Es ist somit möglich, allen Beschäftigten, zum Beispiel auch im Bereich Produktion, digitale Services im Unternehmen zur Verfügung zu stellen.

Auch mit dieser Investition unterstreicht das Management von ALTANA seinen Anspruch, die Digitalisierung von ALTANA voranzutreiben. Employee Central ist ein Meilenstein in der globalen Digitalisierung unserer HR-Landschaft und der Ausgangspunkt für die Schaffung einer einheitlichen Mitarbeitererfahrung.

Um auch im Hinblick auf Talentmanagement und Personalentwicklung in Zukunft für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die bestmöglichen Voraussetzungen zu schaffen.

haben wir im Jahr 2021 den neuen sogenannten ALTANA Talent Cycle eingeführt. Der Talent Cycle kombiniert eine überarbeitete Version des bisherigen Compass Dialogs (jährliches Mitarbeitergespräch) sowie die neuen People- und Talentkonferenzen mit einer komplett digitalen Plattform - ebenfalls bereitgestellt von SAP SuccessFactors. Es handelt sich hierbei um einen globalen, digitalen und standardisierten Prozess, der es allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ermöglicht, ein klares Feedback zu den für ALTANA wichtigen Kompetenzen zu erhalten und sich strukturiert und kontinuierlich mit ihrer Führungskraft auszutauschen. Persönliche Stärken und Entwicklungsfelder werden nachvollziehbar aufgezeigt. Mithilfe dieser Einschätzung von Kompetenzen und Potenzialen kann die persönliche Entwicklung gesteuert und die Zusammenarbeit zwischen Mitarbeiter bzw. Mitarbeiterin und Führungskraft verbessert werden. Talentkonferenzen auf lokaler, divisionaler und globaler Ebene dienen der Kalibrierung von Performance- und Potenzialeinschätzungen durch die Führungskräfte und bilden die Grundlage für die zukünftige Karriere- und Nachfolgeplanung.

Im Bereich Compensation & Benefits wurde die Attraktivität des Mitarbeiterbeteiligungsprogramms ALTANA Gewinn-Beteiligungs-Rechte im Jahr 2021 durch die Anhebung des Arbeitgeberzuschusses sowie der Investmentmöglichkeiten in Deutschland noch einmal erhöht. Erstmals hatte ALTANA die Gewinn-Beteiligungs-Rechte im Jahr 2010 ausgegeben und damit eine Möglichkeit geschaffen, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am zukünftigen Erfolg der Unternehmensgruppe zu beteiligen, indem sie einen Anspruch auf eine vom Erfolg der ALTANA abhängige Zinszahlung erwerben. Aufgrund der attraktiven Konditionen haben in den letzten Jahren durchschnittlich rund 40 Prozent der berechtigten Personen teilgenommen.

Umwelt und Sicherheit

Arbeitssicherheit und umweltverträgliches Wirtschaften sind zentrale Bestandteile der unternehmerischen Strategie von ALTANA und gewinnen zunehmend an Bedeutung. Die ALTANA Gruppe misst den Fortschritt im Bereich Umweltschutz mithilfe spezifischer Kennzahlen, wie den Verbräuchen beispielsweise aus den Energiequellen Erdgas sowie elektrischer Strom mit den dadurch verursachten Treibhausgasemissionen, und im Bereich Sicherheit mithilfe von Unfallkennzahlen.

Im Bereich Umweltschutz ist es unser Ziel, den Energieverbrauch an allen Standorten sowie in allen Bereichen kontinuierlich zu senken und den Einsatz von Energien aus regenerativen Quellen zu forcieren, um bis zum Jahr 2025 Klimaneutralität für die ALTANA Gruppe zu erreichen. Die bis 2025 nicht vermeidbaren Treibhausgasemissionen plant ALTANA durch die Finanzierung von Klimaschutzprojekten zu kompensieren. Im Bereich Sicherheit ist das vorrangige Ziel, die Anzahl von Unfällen zu senken.

Das Thema Sicherheit hat bei ALTANA höchste Priorität. Durch verschiedene technische und organisatorische Maßnahmen, die jeweils auf die Produktionsbedingungen der Standorte sowie auf die dort geltenden Gesetze und Vorschriften abgestimmt sind, sorgt die ALTANA Gruppe für eine kontinuierliche Verbesserung der Sicherheit ihrer Beschäftigten. Um eine einheitliche Sicherheitskultur zu erreichen, setzt ALTANA außerdem auf gezielte Trainingsprogramme für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Alle Standorte weltweit haben eine eigene Sicherheitsorganisation etabliert, die unter anderem für die Einhaltung aller lokalen Arbeitsschutzvorschriften, Schulungs- und Trainingsmaßnahmen sowie für die Erfassung und Auswertung von Unfällen zuständig ist. Gruppenweit dient der Work Accident Indicator (WAI) als zentrale Kennzahl, um die Entwicklung der Arbeitssicherheit an allen Standorten anhand der gemeldeten Unfälle mit Ausfalltagen zu erfassen und auszuwerten. Zur besseren Vergleichbarkeit werden drei Kennzahlen definiert: WAI 1 beschreibt die Anzahl der gemeldeten Arbeitsunfälle mit Ausfallzeiten von einem Tag oder mehr pro eine Million Arbeitsstunden, WAI 2 umfasst die Anzahl von gemeldeten Arbeitsunfällen mit Ausfallzeiten von mehr als drei Tagen pro eine Million Arbeitsstunden und WAI 3 stellt die Zahl der Ausfalltage aufgrund von gemeldeten Arbeitsunfällen pro eine Million Arbeitsstunden dar.

ALTANA ermittelt die Arbeitsstunden auf Basis der geleisteten Ist-Stunden. Sollte eine derartige Erfassung nicht möglich sein, erfolgt eine qualifizierte Schätzung der durchschnittlichen Leistungsstunden. Die Unfälle werden direkt vor Ort aufgenommen und innerhalb von 48 Stunden an einen definierten Personenkreis gemeldet. Quartalsweise werden die gemeldeten Unfälle mit Ausfalltagen in einem globalen IT-System ausgewertet. Im Anschluss stehen die Auswertungen allen Verantwortlichen (wie beispielsweise Vorstand, Geschäftsbereichsleitungen, Geschäftsführungen sowie EH&S-Fachkräften) zur Verfügung. Auf Basis dieser Daten legt der ALTANA Vorstand zusammen mit dem Fachbereich EH&S für jedes Jahr Zielwerte für die drei WAI fest, die gleichermaßen für alle Gesellschaften der ALTANA Gruppe gelten.

Für 2021 setzte ALTANA die Zielwerte für alle drei Unfallkennzahlen (WAI 1: 2,5; WAI 2: 1,7 und WAI 3: 30,0) erneut herab und machte damit noch einmal deutlich, wie wichtig Arbeitssicherheit für das Unternehmen ist. Im Berichtsjahr gelang es, trotz der hohen Auslastung in unseren Gesellschaften, auch diese Zielwerte zu erreichen. Global wurden bei ALTANA 24 Unfälle mit Ausfalltagen gemeldet. Dies sind im Vergleich zum Vorjahr 5 Unfälle mehr. Auf Basis der geleisteten Arbeitsstunden ergeben sich folgende WAI-Werte: WAI 1: 2,1 (Vorjahr: 1,8); WAI 2: 1,5 (Vorjahr: 1,0) und WAI 3: 25,2 (Vorjahr: 19,5).

ALTANA gelang es, mit verschiedenen Maßnahmen zur Verbesserung des Sicherheitsbewusstseins der Beschäftigten und der Sicherheitskultur insgesamt die Unfallzahlen weiterhin auf einem niedrigen Niveau zu halten. Die Weiterentwicklung und Umsetzung technischer und organisatorischer Maßnahmen sowie verhaltensbasierte Sicherheitstrainings sollen zu einem sicheren Handeln in jeder Situation führen.

Auch mit dem Thema Energieeffizienz und den damit verbundenen Emissionen von Treibhausgasen beschäftigt sich ALTANA bereits seit mehreren Jahren. Neben den absoluten Werten werden die Energieverbräuche in Bezug zur Menge der hergestellten Fertigwaren gesetzt. Für den Energieverbrauch - bezogen auf die produzierte Menge an Fertigwaren - legt ALTANA jährlich Reduktionsziele fest. Die Erfassung und Berechnung der Emissionen betrifft als Scope 1 die direkten Treibhausgasemissionen aus unternehmenseigenen beziehungsweise durch das Unternehmen kontrollierten Emissionsquellen. Dazu gehören beispielsweise die Verbrennung von Primärenergieträgern im Zuge der Wärmeerzeugung sowie der Kraftstoffverbrauch in der unternehmenseigenen Fahrzeugflotte an einigen Standorten. Zu Scope 2 zählen die indirekten Treibhausgasemissionen aus dem leistungsgebundenen Bezug von Elektrizität. Die Erfassung und Berechnung erfolgt nach dem Standard "A Corporate Accounting and Reporting Standard - Revised Edition" der Initiative "Greenhouse Gas Protocol". Die Daten werden im Dokument "Zahlen und Fakten zur Nachhaltigkeit 2021" berichtet. Die Energieverbräuche aller zum Konsolidierungskreis gehörenden Produktionsstandorte werden in einem globalen Reporting-System erfasst und ausgewertet. Die Berechnung der CO 2 -Äquivalente für Scope 2 erfolgt nach festgelegten Umrechnungsfaktoren (g CO 2 / KWh) der IEA (International Energy Agency) entsprechend den aktuell publizierten Werten (2019) für die "location- based" Methode sowie mithilfe von Emissionsfaktoren des Stromlieferanten oder eines individuellen Stromprodukts für die "market-based" Methode. Für Scope 1 werden die Umrechnungsfaktoren aus dem IPCC (International Panel on Climate Change) verwendet.

Die Verbräuche werden von den Gesellschaften grundsätzlich mittels Rechnungen ermittelt. Sofern dies für die letzten beiden Monate des Berichtsjahres zeitlich nicht möglich ist, erfolgt zunächst eine qualifizierte Schätzung der Werte durch die Gesellschaften. Dadurch kann es im Folgejahr - sobald alle Rechnungen vorliegen - noch zu einer nachträglichen Anpassung des Vorjahreswerts kommen. Im Jahr 2021 hatte ALTANA aufgrund der stark gestiegenen Menge an produzierten Fertigwaren insgesamt einen Energieverbrauch von 743.304 MWh (Vorjahr: 668.493 MWh). Die Hauptenergieträger waren Erdgas (418.428 MWh) und Strom (276.843 MWh). Für den spezifischen Energie-Kennwert - bezogen auf eine Tonne Fertigwaren - hat ALTANA für 2021 einen Zielwert von 1,24 MWh/t festgelegt und diesen im Berichtszeitraum mit 1,21 MWh/t deutlich unterschritten: ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Energietransformation. Daraus ergaben sich insgesamt 102.851 Tonnen CO 2 -Äquivalente. Davon zählen 101.495 Tonnen CO 2 -Äquivalente zu Scope 1. ALTANA gleicht 33.351 Tonnen CO 2 -Äquivalente der Scope 1-Emissionen durch Investitionen in zertifizierte Kompensationsprojekte aus. Hierbei handelt es sich um das Projekt "Kinnaur Wasserkraftwerk" am Satluj Fluss in der Region Himachal Pradesh, Indien.

Für den zugekauften Strom in Höhe von 276.843 MWh wurde die gleiche Menge an Herkunftszertifikaten gemäß den anerkannten Qualitätsstandards (zum Beispiel CoO für Europa, GREEN-E für die USA und IREC für China) und durch ein deutsches PPA (Power Purchase Agreement) erworben. Hierbei handelt es sich um Strom, der aus erneuerbaren Energien gewonnen und dessen Herkunft per Herkunftsnachweis transparent gemacht wird. ALTANA plant die Stilllegung dieser Herkunftsnachweise für 2021, wie im Vorjahr, im April zu finalisieren. Damit verursacht der Strombezug von ALTANA nach der "market-based" Methode eine CO 2 -Emission von null. Somit werden 69.500 Tonnen CO 2 -Äquivalente (davon 68.144 Tonnen für Scope 1 und 1.356 Tonnen für Scope 2 aus dem Bezug von Strom, Dampf, Fernwärme und Druckluft nach der "market-based" Methode) an unvermeidbaren Treibhausgasemissionen verursacht, die nicht durch Kompensation ausgeglichen wurden.

Erklärung zur Unternehmensführung, Corporate Governance-Bericht

Corporate Governance

Eine gute Corporate Governance ist eine wesentliche Grundlage für den nachhaltigen Erfolg von ALTANA. Auch als nicht börsennotiertes Unternehmen orientiert sich die Gesellschaft daher an den Empfehlungen und Anregungen des Deutschen Corporate Governance Kodex.

Mindestens einmal im Jahr beschäftigen sich Vorstand und Aufsichtsrat mit dem Deutschen Corporate Governance Kodex und überprüfen, welche Empfehlungen und Anregungen ALTANA auch als nicht börsennotierte Aktiengesellschaft befolgen kann und welche unter Berücksichtigung der Aktionärsstruktur der Gesellschaft sinnvollerweise angewendet werden sollen.

ALTANA entsprach im Geschäftsjahr 2021 der überwiegenden Mehrheit der anwendbaren Empfehlungen und Anregungen des Deutschen Corporate Governance Kodex in der Fassung vom 16. Dezember 2019. Dies gilt insbesondere für die Empfehlungen im Hinblick auf die Zusammensetzung des Aufsichtsrats, die Zusammenarbeit zwischen Vorstand und Aufsichtsrat, die Zusammenarbeit des Aufsichtsratsvorsitzenden mit dem Gesamtgremium, den Umgang mit Interessenkonflikten der Aufsichtsratsmitglieder, die Errichtung und Zusammensetzung von Ausschüssen sowie in Bezug auf die Abschlussprüfung.

Vorstand und Aufsichtsrat beabsichtigen, sich auch im Geschäftsjahr 2022 wieder weitgehend an den Empfehlungen und Anregungen des Deutschen Corporate Governance Kodex zu orientieren.

Leitung und Kontrolle

Der Vorstand der ALTANA AG besteht aus drei Mitgliedern, die jeweils vom Aufsichtsrat für die Dauer von fünf Jahren bestellt wurden. Zu den Auswahlkriterien gehören Erfahrung, wirtschaftliche und fachliche Expertise, aber auch Sachverstand in Bezug auf Fragen der Ökologie und gesellschaftlichen Verantwortung. Auch Überlegungen hinsichtlich der Vielfalt (Diversity) fließen in die Auswahlüberlegungen mit ein. Der Aufsichtsrat verfolgt gemeinsam mit dem Vorstand im Rahmen regelmäßiger Gespräche zwischen Aufsichtsrats- und Vorstandsvorsitzendem eine langfristige Planung zur Nachfolge für Vorstandsmitglieder und der Struktur des Vorstands. Für Vorstandsmitglieder gilt eine Altersgrenze von 65 Jahren. Der Vorstand leitet das Unternehmen eigenverantwortlich und ist allein dem Unternehmensinteresse verpflichtet. Der Vorstand bildet gemeinsam mit den Geschäftsbereichsleitern sowie ausgewählten Leiterinnen und Leitern zentraler Funktionsbereiche die Unternehmensleitung. In diesem Gremium werden in regelmäßigen Sitzungen die Geschäftsentwicklung, wesentliche Geschäftsvorfälle, aber auch Pläne für die zukünftige Entwicklung der Gruppe sowie Fragen der Nachhaltigkeit diskutiert und beraten.

Der Aufsichtsrat der Gesellschaft besteht aus zwölf Mitgliedern. Die Hälfte von ihnen sind gemäß dem Mitbestimmungsgesetz gewählte Arbeitnehmervertreter, die übrigen sechs sind Anteilseignervertreter. Auch hier spielen Erfahrung und Expertise ebenso wie die Unabhängigkeit eine wichtige Rolle. Alle sechs Anteilseignervertreter - Frau Dr. Engel-Bader, Frau Klatten, Professor Dr. Richter, Herr Dr. Schulte, Herr Dr. Trius und Herr Dr. Wolfgruber - sind unabhängig von Gesellschaft und Vorstand. Frau Klatten wird hierbei trotz ihrer mehr als zwölfjährigen Zugehörigkeit zum Aufsichtsrat als unabhängig von Gesellschaft und Vorstand angesehen, weil sie mittelbar Alleinaktionärin der Gesellschaft ist. Vier der sechs Anteilseignervertreter - Frau Dr. Engel-Bader, Herr Dr. Schulte, Herr Dr. Trius und Herr Dr. Wolfgruber - sind darüber hinaus unabhängig von der kontrollierenden Aktionärin der Gesellschaft. Die Amtsperiode der Aufsichtsratsmitglieder beträgt in der Regel fünf Jahre. Für Aufsichtsratsmitglieder gilt eine Altersgrenze von 70 Jahren. Der Vorstand berichtet dem Aufsichtsrat regelmäßig zeitnah und umfassend über alle für das Unternehmen relevanten Fragen in Bezug auf die Geschäftsentwicklung, Risiken und die Planung und stimmt mit dem Aufsichtsrat die Strategien von ALTANA ab. Auch Fragen der Nachhaltigkeit werden regelmäßig im Rahmen von Aufsichtsratssitzungen diskutiert. Der Aufsichtsrat überwacht und berät den Vorstand in der Führung der Geschäfte. Zu den weiteren Aufgaben des Gremiums gehört die Billigung des Jahresabschlusses und des Konzernabschlusses. Speziell definierte Geschäfte der Gesellschaft wie beispielsweise wesentliche Akquisitionen und Desinvestitionen bedürfen entsprechend einem Katalog zustimmungsbedürftiger Geschäfte der Zustimmung des Aufsichtsrats.

Der Aufsichtsrat hat einen Prüfungsausschuss, einen Personalausschuss sowie den gemäß §27 Absatz 3 des Mitbestimmungsgesetzes vorgeschriebenen Vermittlungsausschuss eingerichtet. Jeder der Ausschüsse besteht aus zwei Anteilseigner- und zwei Arbeitnehmervertretern. Vorsitzender des Personalausschusses und des Vermittlungsausschusses ist der Vorsitzende des Aufsichtsrats, Herr Dr. Matthias L. Wolfgruber. Dem Personalausschuss gehören darüber hinaus Herr Jürgen Bembenek, Herr Ulrich Gajewiak und Frau Susanne Klatten an. Mitglieder des Vermittlungsausschusses sind neben dem Vorsitzenden Herr Gajewiak, Frau Klatten und Herr Klaus Koch. Den Vorsitz des Prüfungsausschusses hat Herr Dr. Jens Schulte inne. Er verfügt über den nach dem Aktiengesetz erforderlichen Sachverstand auf dem Gebiet der Rechnungslegung und der Abschlussprüfung. Weitere Mitglieder des Prüfungsausschusses sind Herr Armin Glashauser, Herr Stefan Soltmann und Herr Dr. Antonio Trius.

Für die Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats besteht eine Vermögensschaden-Haftpflicht-Gruppenversicherung ("D&O"). Die Versicherung deckt das persönliche Haftungsrisiko für den Fall ab, dass die Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder bei der Ausübung ihrer Tätigkeit für Vermögensschäden in Anspruch genommen werden. Der Versicherungsvertrag sieht für Vorstandsmitglieder einen Selbstbehalt von zehn Prozent des Schadens, maximal das Eineinhalbfache der festen jährlichen Vergütung des Vorstandsmitglieds pro Versicherungsjahr vor. Einzelheiten zur Vergütung von Vorstand und Aufsichtsrat finden Sie im vollständigen Konzernabschluss auf den Seiten 76 ff.

Compliance

Die Einhaltung von Gesetzen ist bei ALTANA Grundlage allen Handelns. Darüber hinaus haben wir uns in Wahrnehmung unserer gesellschaftlichen Verantwortung bestimmte Regeln gegeben, die wir wie Gesetze einhalten.

Compliance ist für ALTANA integraler Teil unserer gesellschaftlichen Verantwortung. Das Vertrauen unserer Kunden, Geschäftspartner, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und der Öffentlichkeit ist Basis und Bedingung für unseren geschäftlichen Erfolg.

Hierzu hat ALTANA im Jahr 2008 ein Compliance Management-System eingerichtet. Sein Ziel ist es, sicherzustellen, dass Gesetze und die Regeln, die wir uns selbst gegeben haben, konzernweit eingehalten werden. Dazu werden durch das Compliance Management-System wesentliche Risiken identifiziert, die durch Gesetzes- oder Regelverstöße von ALTANA Beschäftigten entstehen können. Das Compliance Management-System trägt außerdem dafür Sorge, dass die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen Inhalt und Bedeutung der für sie relevanten Gesetze und Regelungen kennen und wissen, wie sie sich angesichts dessen am besten verhalten. Darüber hinaus soll durch das Compliance Management-System sichergestellt werden, dass die erforderlichen Kontrollmechanismen implementiert werden, damit Gesetzes- und Regelverstöße aufgedeckt und abgestellt werden können. Das Compliance Management-System umfasst insgesamt acht Compliance-Bereiche: Korruption, Kartellrecht, Umwelt und Sicherheit, Personal, Zoll und Außenhandel, Datenschutz, Finanzberichterstattung und Steuern.

Das Compliance Management-System von ALTANA folgt der ALTANA Struktur und ist dementsprechend dezentral aufgebaut. Die primäre Verantwortung für das regelkonforme Verhalten der einzelnen Tochtergesellschaften und ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter trägt das lokale Management. Die ALTANA AG nimmt ihre Compliance-Verantwortung wahr, indem sie einen Rahmen setzt, Kompetenzen und Instrumente zur Verfügung stellt, Plattformen und Foren für lokal Verantwortliche schafft, aber auch, indem sie konkrete Maßnahmen zur Sicherstellung der Compliance vom Management der Tochtergesellschaften einfordert oder hierfür Mindestanforderungen stellt, insbesondere durch konzernweit verbindliche Richtlinien.

Der ALTANA Verhaltenskodex, der unternehmensweit gilt, enthält für alle Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen verbindliche Regelungen zum verantwortungsvollen, ethischen und gesetzmäßigen Verhalten. Das gilt insbesondere in Bezug auf Korruption, Interessenkonflikte, Kartellrecht, Umweltschutz und Diskriminierung. Zusammen mit dem Unternehmensleitbild stellt der Verhaltenskodex eine Leitlinie für verantwortliches unternehmerisches Handeln dar. Der Verhaltenskodex und das Unternehmensleitbild sind auf der Internetseite von ALTANA unter www.altana.de veröffentlicht. Die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen von ALTANA werden bereits seit 2010 mithilfe eines E-Learning-Programms über die Inhalte des Verhaltenskodex und weitere Compliance- relevante Fragestellungen wie beispielsweise Korruption und Kartellrecht geschult.

Darüber hinaus wurden für jeden Compliance-Bereich weitere spezifische Maßnahmen entwickelt und implementiert, um die Einhaltung von Gesetzen und internen Regelungen sicherzustellen. Hierzu gehört beispielweise ein System, durch das Geschäftspartner, die die ALTANA Holding und ihre Tochtergesellschaften vertriebsseitig oder bei der Zusammenarbeit mit Behörden unterstützen, IT-gestützt auf bestimmte Compliance-Risiken hin untersucht werden.

Ein weiteres wichtiges Element zur Sicherstellung der Wirksamkeit des Compliance Management-Systems ist die Arbeit der Internen Revision. Seit einigen Jahren werden regelmäßig spezifisch entwickelte Compliance-Prüfungen bei ALTANA und den Tochtergesellschaften durchgeführt.

Mit dem ALTANA Whistleblowing System stellt ALTANA ein weiteres zentrales Mittel zur Sicherstellung der Compliance zur Verfügung. Es gibt den Beschäftigten, aber auch externen Dritten die Möglichkeit, geschützt Hinweise über Compliance-Verstöße zu geben. Die schon in den vergangenen Jahren hierfür zur Verfügung gestellte ALTANA Compliance Hotline ist 2021 vor dem Hintergrund der Whistleblower-Richtlinie der Europäischen Union durch das umfangreichere ALTANA Whistleblowing System ersetzt worden, das insbesondere diejenigen besser schützt, die den Hinweis geben. Damit wird gleichzeitig der Nutzen solcher Hinweise für das Unternehmen erhöht.

Einmal jährlich erhält der Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats einen schriftlichen Bericht über die Compliance, der in einer Sitzung des Gremiums ergänzend vorgestellt und diskutiert wird. Der Bericht gibt einen Überblick über die für jeden Compliance-Bereich identifizierten Risiken und die durchgeführten sowie die geplanten Maßnahmen zur Weiterentwicklung des Systems. Auch über aufgetretene Compliance-Verstöße wird dem Prüfungsausschuss in diesem Rahmen berichtet.

ALTANA ist der UN-Initiative Global Compact beigetreten, deren Mitglieder sich freiwillig zur Beachtung von Sozial- und Umweltstandards sowie zum Schutz der Menschenrechte verpflichtet haben. Mit dem Beitritt zu Global Compact im Jahr 2010 hat sich ALTANA nicht nur zu den Prinzipien dieser Initiative bekannt, sondern generell zur Unterstützung und Förderung übergreifender UN-Ziele.

Zielgrößen für Frauenanteil (§ 289f Abs. 4 S. 1 Hs. 1, Abs. 2 Nr. 4 HGB)

Vorstand beziehungsweise Aufsichtsrat der ALTANA AG legen gemäß §§ 76 Abs. 4, 111 Abs. 5 AktG Zielgrößen für den Anteil von Frauen in den beiden Führungsebenen unterhalb des Vorstands beziehungsweise in Aufsichtsrat und Vorstand fest. Zuletzt haben Aufsichtsrat beziehungsweise Vorstand die folgenden Zielgrößen für den Anteil von Frauen bis zum Ablauf des 30. Juni 2023 beschlossen: 33 % der Mitglieder des Aufsichtsrats, 0 % der Mitglieder des Vorstands, 30 % der ersten und 30 % der zweiten Führungsebene unterhalb des Vorstands.

Gesamteinschätzung zum Geschäftsverlauf und zur wirtschaftlichen Lage

Nach den Pandemie-bedingten Rückgängen der Wirtschaftsleistung 2020 war das Jahr 2021 durch eine außerordentlich starke nachfragegetriebene Konjunkturentwicklung geprägt. Dies spiegelte sich bei ALTANA in einem zweistelligen Umsatzwachstum und einer hohen Kapazitätsauslastung wider, welche über den gesamten Jahresverlauf anhielt. Die sich ab dem zweiten Quartal 2021 zuspitzenden Engpässe im Bereich der Rohstoff- Verfügbarkeiten und der Logistikdienstleistungen und die in deren Folge teilweise sprunghaft ansteigenden Preise führten jedoch zu einer erheblichen Margenbelastung, die teilweise durch Verkaufspreisanpassungen kompensiert werden konnte. Insgesamt erzielte ALTANA das bislang höchste Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA). Die Ergebnismarge lag innerhalb unseres strategischen Zielkorridors. Auch unsere Ziele im Bereich Arbeitssicherheit und Klimaschutz haben wir im Jahr 2021 erreicht. Zugleich haben wir die strategischen Aktivitäten zur Erschließung mittel- bis langfristiger Wachstumsfelder und die digitale Transformation weiter vorangetrieben.

Die Bilanz weist Ende 2021 weiterhin eine sehr solide Struktur auf und bietet ausreichend Finanzierungsspielraum für Investitionen in nachhaltig profitables Wachstum.

Nachtragsbericht

Es sind keine berichtspflichtigen Ereignisse nach dem Bilanzstichtag eingetreten.

Voraussichtliche Entwicklung

Künftige Ausrichtung des Konzerns

Für die kommenden zwei Jahre ist keine grundlegende Veränderung der Konzernstrategie oder der Organisationsstruktur vorgesehen. Der Fokus auf wachsende Spezialitätenmärkte und das Angebot innovativer Chemielösungen basierend auf den Anforderungen unserer Kunden werden weiterhin die Treiber für die Geschäftsentwicklung sein.

Der Eintritt in neue Marktsegmente oder Anwendungsbereiche sollte mittelfristig zu keiner wesentlichen Veränderung der Absatzstruktur führen. Auch die ausgewogene regionale Umsatzaufteilung sollte grundsätzlich stabil bleiben.

Es kann allerdings aufgrund von Akquisitionen zu einer Veränderung der Absatz- und Marktstrukturen kommen. Arrondierende Akquisitionen können dabei ebenso zu einer Verschiebung führen wie insbesondere die mögliche Integration eines neuen Geschäftsbereichs.

Der Bereich der Arbeitssicherheit und der Fokus auf umweltverträgliches Wirtschaften werden auch weiterhin Bestandteile der ambitionierten Zielsetzungen sein, die die strategische Ausrichtung der ALTANA Gruppe beeinflussen.

Konjunktur- und Branchenausblick

Für das Jahr 2022 rechnet ALTANA mit einem weiteren, wenn auch im Vergleich zum Vorjahr abgeschwächten globalen Wirtschaftswachstum. Auf die weltweite Erholung der Volkswirtschaften seit Ende des Jahres 2020 und die damit zusammenhängende stark zunehmende Nachfrage folgten ein signifikanter Anstieg der Rohstoff- und Energiekosten, Engpässe in der Bereitstellung von Logistikdienstleistungen und, infolgedessen, Störungen der globalen Lieferketten. Auf Basis dieser Einflussfaktoren prognostiziert der Internationale Währungsfonds (IWF) einen Zuwachs der weltweiten Wirtschaftsleistung um 4,4 %, nach einem Anstieg von 5,9% im Jahr 2021. Grundsätzlich gedämpft wird die Erwartung in die gesamtwirtschaftliche Entwicklung durch das Risiko von weiteren Coronavirus-Varianten, die zu erneuten Pandemiebedingten Einschränkungen des öffentlichen Lebens führen könnten.

Das Wirtschaftswachstum wird sich in den Industrienationen etwas schwächer zeigen als in den Schwellen- und Entwicklungsländern. Der IWF erwartet für die Gesamtheit der Industrienationen im Jahr 2022 eine Wachstumsrate von 3,9 % (Vorjahr: 5,0 %), wobei die einzelnen Volkswirtschaften unterschiedlich profitieren. In den USA wird für das Jahr 2022 ein Wachstum von 4,0 % prognostiziert. Hier wurde im Jahr 2021 mit einem Wachstum von 5,6 % der prozentuale Rückgang des Jahres 2020 bereits überkompensiert. Im Wirtschaftsraum der Eurozone rechnet der IWF mit einem Wachstum von 3,9 %, nachdem in 2021 trotz eines Zuwachses in Höhe von 5,2 % der starke Pandemie-bedingte Rückgang noch nicht ganz wieder aufgeholt werden konnte. Für Deutschland geht der IWF jedoch davon aus, dass der Einbruch des Bruttoinlandsprodukts im Jahr 2020 mit einem Zuwachs von 2,7% in 2021 und einem prognostizierten Wachstum von 3,8% in 2022 vollständig ausgeglichen werden kann. In allen Ländern hängt die erwartete wirtschaftliche Erholung davon ab, dass sich die Pandemie zunehmend beherrschbar zeigt und keine weiteren Störungen der Lieferketten und darauffolgende Preissteigerungen sowie Produktionsengpässe auftreten.

Das Wachstum in den Schwellenländern wird 2022 laut Prognose des IWF insgesamt 4,8 % betragen (Vorjahr: 6,5 %) und somit über dem globalen Durchschnitt liegen. Das Bild ist bezogen auf einzelne Volkswirtschaften weiterhin unterschiedlich. China wird auf Basis dieser Prognose nicht mehr die höchste Wachstumsrate aufweisen. Nach einem fulminanten Wachstum von 8,1 % im Jahr 2021 gehen die Erwartungen hier mit einem prognostizierten Wachstum von 4,8 % auf einen Wert leicht über dem globalen Niveau zurück. Ursächlich hierfür sind laut IWF im Wesentlichen die Störungen im Wohnungsbau. Angesichts der strikten Null-Covid-Strategie in China, die zu wiederkehrenden Einschränkungen des öffentlichen Lebens und schlechteren Beschäftigungsaussichten im Bausektor führt, wird der private Konsum wahrscheinlich geringer ausfallen. Für Indien wird hingegen weiterhin mit einem überdurchschnittlichen Wachstum gerechnet. Die prognostizierte Zuwachsrate von 9,0 % für 2022 liegt gleichauf mit dem Wachstum im Jahr 2021, womit Indien den Rückgang durch die Pandemie weit überkompensiert hat. Die lateinamerikanischen Volkswirtschaften zeigen mit 2,4 % insgesamt eine unterdurchschnittliche Wachstumsprognose. Brasilien, das mit einem Vorjahreswachstum von 4,7 % die Einbußen der Pandemie ausgleichen konnte, liegt mit einer Prognose von nur noch 0,3 % unter den Erwartungen der anderen Länder dieser Region. Es wird angenommen, dass Maßnahmen zur Inflationsbekämpfung sich hier stark auf die Nachfrage auswirken werden.

Neben der Pandemie selbst und den in ihrer Folge aufgetretenen Risiken sieht der IWF für das Jahr 2022 zahlreiche weitere makroökonomische Risiken, die zu einer Verlangsamung des weltweiten Wachstums führen könnten. Diese sind im Wesentlichen eine steigende Unsicherheit in Bezug auf geopolitische Risiken, die zu einer Einschränkung von internationalen Handelsbeziehungen führen könnten, sowie ein Anwachsen von Risiken infolge der klimatischen Veränderungen. Größere Naturkatastrophen werden wahrscheinlicher und können - wie das Spektrum der extremen Wetterereignisse auf allen Kontinenten im Jahr 2021 zeigte - alle Volkswirtschaften bedrohen.

Für den allgemeinen Chemiesektor wird vor dem Hintergrund der globalen Konjunkturaussichten für 2022 in allen Regionen ein weiteres, wenn auch abgeschwächtes Wachstum erwartet. Die Branchenvereinigung American Chemistry Council (ACC) prognostiziert für 2022 einen Anstieg der weltweiten Chemieproduktion um 3,8 %, nach einem Zuwachs in Höhe von 5,8 % im zurückliegenden Geschäftsjahr. Eine weitere Steigerung der Wachstumsrate zum Vorjahr wird nur für die Region Nord-Amerika mit 4,5% erwartet. Hier war das Wachstum im Jahr 2021 durch wetterbedingte Produktionseinbußen mit 1,8% unterdurchschnittlich. Für alle anderen Regionen wird ein Abflachen der Kurve auf moderate, im unteren bis mittleren einstelligen Bereich angesiedelte Wachstumsraten erwartet. Die prognostizierten Wachstumsraten basieren auf der Annahme, dass sich die im Jahr 2021 infolge der Pandemie aufgetretenen Engpässe in der Beschaffung und im Transportwesen wieder abschwächen beziehungsweise nicht weiter verstärken und es dadurch zu einer Stabilisierung des Preisniveaus kommt.

Wir gehen auf Basis der konjunkturellen und branchenspezifischen Rahmenbedingungen davon aus, dass sich die allgemeine Nachfrage auf den für ALTANA relevanten Märkten grundsätzlich positiv, wenn auch regional und marktspezifisch unterschiedlich entwickeln wird. Inwieweit Veränderungen im Lagerverhalten entlang der Wertschöpfungskette die tatsächliche Nachfrage nach Produkten unserer Geschäftsbereiche beeinflussen, hängt in hohem Maße von der erwarteten kurz- bis mittelfristigen Entwicklung ab. Bewegungen der Lagerniveaus können zu wesentlichen Auswirkungen führen.

Die Preisentwicklung für Rohöl kann kaum verlässlich prognostiziert werden. Nach dem nachfragebedingt enormen Preisanstieg im Jahr 2021 gehen wir davon aus, dass sich der Preis im Jahr 2022 auf hohem Niveau stabilisieren und es somit nicht zu wesentlichen Preisreduzierungen kommen wird. Die Verfügbarkeit, die Preisgestaltung und die Verbrauchsmenge von Chemieprodukten unterliegen - in unterschiedlichem Ausmaß - dem Einfluss des Rohölmarkts. Zudem kann die Erwartung von Marktteilnehmern in Bezug auf die zukünftige Entwicklung des Ölpreises deutliche Veränderungen in der Lagerhaltung entlang der gesamten Wertschöpfungskette der Chemiewirtschaft bewirken.

Wie in den Vorjahren können auch 2022 die für ALTANA wesentlichen Wechselkursrelationen ausgeprägte Volatilitäten aufweisen. Ausschlaggebend für Wechselkursbewegungen kann neben der Entwicklung der regionalen Zinsniveaus und Wirtschaftsleistungen auch politische Einflussnahme sein. Konkrete Risiken, aber auch Chancen können sich aus einer Abweichung der tatsächlichen Wechselkursentwicklung zu unseren Planannahmen ergeben.

Erwartete Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage

Erwartete Umsatz- und Ergebnisentwicklung

Aufgrund des erwarteten Wachstums der globalen Wirtschaft gehen wir auch für unsere Produkte und Dienstleistungen von einer weiteren positiven Entwicklung der Nachfrage im Geschäftsjahr 2022 aus. Das operative Umsatzwachstum, also bereinigt um Wechselkurs- und Akquisitionseffekte, wird sich voraussichtlich im mittleren einstelligen Prozentbereich bewegen. Maßgeblich für das Wachstum sollten ein weiterer Anstieg der Absatzmenge sowie positive Preis-/Mixeffekte zur Margensicherung sein.

Da wir für 2022 keine wesentlichen Wechselkurseffekte gegenüber dem Vorjahr erwarten, wird sich der nominale Umsatzanstieg voraussichtlich auf dem Niveau des operativen Anstiegs bewegen. Die bereits 2021 erfolgten Akquisitionen und potenzielle weitere Erwerbe können ebenfalls einen erheblichen Effekt auf die Wachstumsrate haben. Im Februar 2021 wurden die Aktivitäten der TLS Technik GmbH & Co. Spezialpulver KG innerhalb des Geschäftsbereichs ECKART in den Konzern integriert. Zusätzlich umfasst der Geschäftsbereich ACTEGA seit Mai 2021 das von Henkel erworbene Geschäft mit Verschlussmaterialien. Die Umsätze der Geschäftsbereiche sollten sich operativ grundsätzlich in dem gleichen Wachstumskorridor entwickeln wie der Konzernumsatz.

Wir gehen davon aus, dass sich bei den wesentlichen Funktionskostengrößen keine signifikanten Verschiebungen von Kostenquoten im Verhältnis zum Umsatz ergeben. Für die Materialkostenquote prognostizieren wir nur einen leichten Rückgang auf weiterhin hohem Niveau im Vergleich zum abgelaufenen Geschäftsjahr.

Bei den Persona/kosten und einzelnen anderen Kostengrößen planen wir für 2022 einen relativen Zuwachs, der insgesamt über dem Niveau des Umsatzwachstums liegen wird. Gründe hierfür sind im Wesentlichen der geplante Personalaufbau sowie die Erwartung, dass sich die Messe- und Reiseaktivitäten im Jahr 2022 wieder beleben werden.

Die EBITDA-Marge wird 2022 voraussichtlich etwa auf dem Niveau des Vorjahres liegen. Sie sollte sich am unteren Rand unseres strategischen Zielkorridors von 18% bis 20% bewegen. Für das absolute EBITDA wird eine geringe Steigerung erwartet.

Nach 2022 erwarten wir eine weiterhin hohe Wachstumsdynamik bei grundsätzlich steigender Profitabilität.

Erwartete Vermögens- und Finanzlage

In der Bilanzstruktur dürften sich 2022 insgesamt keine wesentlichen Verschiebungen ergeben. Das Niveau unserer Investitionen in Sachanlagen und Immaterielle Vermögenswerte sollte sich in den kommenden zwei Jahren in unserem langfristigen Zielkorridor von 5 % bis 6 % vom Umsatz bewegen. Die absoluten Werte des Net Working Capital werden sich voraussichtlich analog zum allgemeinen Geschäftsverlauf entwickeln, wobei sich das relative Niveau im Vergleich zum Jahresende 2021 reduzieren sollte.

Auf Basis der erwarteten Geschäftsentwicklung werden wir aus der betrieblichen Tätigkeit auch in den kommenden Jahren einen deutlich positiven Cash Flow erwirtschaften, der über dem Vorjahreswert liegen sollte. Den Mittelzufluss werden wir vornehmlich zur Finanzierung von Investitionen und weiteren, der Entwicklung der ALTANA Gruppe zuträglichen Akquisitionen nutzen.

Für die Kennzahlen des Wertmanagements erwarten wir nur einen leichten Rückgang im Vergleich zum abgeschlossenen Geschäftsjahr. Dieser resultiert im Wesentlichen aus einem Anstieg des operativen Kapitals aufgrund der erwarteten Investitionen und der bereits 2021 abgeschlossenen Akquisitionen. Für den relativen und den absoluten ALTANA Value Added erwarten wir einen Betrag deutlich oberhalb des Schwellenwerts zur Wertschaffung, da der Return on Capital Employed für 2022 die Kapitalkosten in Höhe von 7,5 % überschreiten sollte.

Erwartete Entwicklung im Bereich Arbeitssicherheit und Umwelt

Auf Basis der langfristigen positiven Entwicklung der vergangenen Geschäftsjahre im Bereich der Arbeitssicherheit setzen wir uns für 2022 folgende Ziele für die drei Unfallkennzahlen: WAI 1: 2,3; WAI 2: 1,5 und WAI 3: 28,0.

Das Ziel für den spezifischen Energiekennwert 2022 liegt bei 1,21 MWh/t, nach einem Ist-Wert in gleicher Höhe im vergangenen Geschäftsjahr. In den Folgejahren werden weitere Reduktionen des spezifischen Energieverbrauchs in der Größenordnung von 2 % pro Jahr angestrebt.

Risiken

Die Steuerung des ALTANA Konzerns richtet sich an der definierten Strategie und den daraus abgeleiteten Zielgrößen aus. Durch Veränderungen des wirtschaftlichen Umfelds oder durch interne und externe Einflussfaktoren kann es dazu kommen, dass die Strategie nicht erfolgreich umgesetzt oder Ziele nicht in der geplanten Zeit oder im geplanten Umfang realisiert werden können. Damit ALTANA auf solche Situationen bestmöglich vorbereitet ist, werden Risiken systematisch identifiziert, bewertet und im Rahmen von Entscheidungsprozessen berücksichtigt.

Um diese Risikopolitik auf allen Entscheidungsebenen zu verankern, haben wir ein konzernweites Risikomanagement etabliert, das vielfältige Informations-, Kommunikations-und Überwachungssysteme vereint. Kernelemente des Risikomanagements sind die strategische Unternehmensplanung, das interne Berichtswesen, das interne Kontrollsystem, die Compliance-Organisation sowie das Risikomanagement im engeren Sinne.

Die strategische Unternehmensplanung ist eng verbunden mit der mittel- bis langfristigen Finanzplanung. Die daraus abgeleiteten Ziele werden in der monatlichen Berichterstattung über die Geschäftsentwicklung und der kurzfristigen Finanzplanung auf den Erfüllungsgrad hin überprüft. Zusätzlich zur Analyse der aktuellen Geschäftslage werden dort die Erwartungen für das laufende Geschäftsjahr regelmäßig auf Ebene der Geschäftsbereiche umfassend erörtert. So können Abweichungen von geplanten Entwicklungen erkannt und bei Bedarf mögliche Gegenmaßnahmen eingeleitet werden.

Das interne Kontrollsystem definiert organisatorische und prozessuale Anforderungen, die der Abwehr von Schäden für das Unternehmen dienen. In Verbindung mit der etablierten Compliance-Organisation sollen mögliche Verstöße von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gegen Richtlinien und Gesetze verhindert werden.

Unter Risikomanagement im engeren Sinne versteht ALTANA die systematische Erhebung, Bewertung, Dokumentation, Kommunikation und, sofern nicht bereits vorhanden, Ableitung von Maßnahmen bezüglich der relevanten Risiken sowie die Ermittlung und Beurteilung der Risikotragfähigkeit. Es stellt damit auch einen wesentlichen Bestandteil des Risikofrüherkennungssystems nach §91 Abs. 2 AktG dar, das vom Wirtschaftsprüfer einer freiwilligen Prüfung unterzogen wurde. Die Prüfung ergab, dass es geeignet ist, bestandsgefährdende Risiken frühzeitig zu erkennen.

Identifizierte Risiken werden in einheitlicher Weise bewertet. Auf Basis von Eintrittswahrscheinlichkeiten und erwarteten Schadenshöhen werden die sogenannten bewerteten Risiken ermittelt. Die Einzelrisiken werden bestimmten Risikogruppen zugeordnet. Sehr hohe Risiken bzw. Risikogruppen sind solche mit einem für die kommenden zwölf Monate bewerteten Risiko von über 25 Mio. €. Risiken mit einem bewerteten Risiko zwischen größer 12 bis zu 25 Mio. € werden als hoch klassifiziert, solche mit einem bewerteten Risiko zwischen größer 5 und 12 Mio. € als mittel eingeordnet und solche mit einem bewerteten Risiko von bis zu 5 Mio. € als gering klassifiziert. Die aus der Bewertung resultierende Priorisierung bestimmt Schwerpunkte für die Erarbeitung und Einleitung von Gegenmaßnahmen, um potenzielle Risikoauswirkungen zu verhindern oder zu reduzieren.

Die nachfolgend beschriebenen Einzelrisiken und Risikogruppen sind grundsätzlich in der Lage, die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage des Konzerns teilweise erheblich nachteilig zu beeinflussen und somit eine negative Abweichung von der prognostizierten voraussichtlichen Entwicklung herbeizuführen. Bei Risiken der Kategorien "mittel", "hoch" und "sehr hoch" gehen wir nachfolgend auf Veränderungen in der Einschätzung im Vergleich zum Vorjahr ein.

Konjunkturelle und Branchenrisiken

Die Entwicklung der weltweiten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen spielt eine entscheidende Rolle für die Geschäftsentwicklung. Insbesondere die Konjunkturentwicklungen in den für ALTANA besonders bedeutenden Volkswirtschaften China, USA und Deutschland bestimmen die Richtung und die Intensität der Nachfrage nach unseren Produkten.

Eine globale Wirtschaftskrise mit einem Einbruch der volkswirtschaftlichen Entwicklung würde zu deutlichen Umsatzrückgängen mit entsprechenden Ergebnisauswirkungen führen. Aber auch regional begrenzte Rezessionen in für uns wesentlichen Absatzmärkten können die Geschäftsentwicklung erheblich beeinflussen. Wir versuchen, mit der globalen Ausrichtung unserer Vertriebsaktivitäten die Abhängigkeit von regionalen oder nationalen Einzelmärkten so zu gestalten, dass die Auswirkungen geografisch begrenzter Wirtschaftskrisen auf den Konzern beschränkt sind.

So vereinen die aktuell bedeutendsten Länder China und USA jeweils weniger als 20 % des Konzernumsatzes auf sich. Auch die Aufteilung unserer Geschäftsaktivitäten auf die Kernregionen Europa, Asien und Amerika weist eine ausgeglichene Struktur auf.

Weiterhin aktualisieren wir im Rahmen des internen Berichtswesens kontinuierlich unsere Einschätzung zur regionalen Konjunkturentwicklung, um auf absehbare Auswirkungen mit der Steuerung unserer Beschaffungs-, Produktions- und Vertriebsaktivitäten reagieren zu können. Auf langfristige Verschiebungen in der regionalen Bedeutung der Absatzmärkte reagieren wir mit der Anpassung unserer Vertriebs-, Produktions- und Organisationsstrukturen.

Neben den allgemeinen Konjunkturrisiken existieren marktbezogene Absatzrisiken, die einzelne Produktgruppen oder Anwendungsbereiche betreffen. Vor allem mittel- bis langfristige Trends, die strukturell eine rückläufige Nachfrage in unseren Zielmärkten auslösen, können dazu führen, dass wir unsere Wachstums- und Profitabilitätsziele nicht erreichen. Auch branchenbezogenen Absatzrisiken versuchen wir mit einer breiten Streuung unseres Angebots entgegenzuwirken. Wir beliefern viele unterschiedliche Industrien, die ihre Endprodukte wiederum in diversen Märkten absetzen. Daher ist die Abhängigkeit von den zugrunde liegenden Märkten begrenzt. Wir schätzen, dass nicht mehr als 20% unseres Umsatzes einem einzelnen Konsumsegment wie zum Beispiel dem Absatzmarkt Automotive, der grafischen Industrie oder dem Bausektor zuzurechnen sind.

Die Analyse unserer branchen- und anwendungsbezogenen Umsätze ist Bestandteil unseres jährlichen Strategieprozesses. Dabei prüfen wir auch die Veränderung der zukünftigen Wachstumspotenziale durch Nachfragetrends und Technologieentwicklungen und passen gegebenenfalls die strategische Ausrichtung in den einzelnen Geschäftsbereichen an.

Das Eintreten einer weltweiten Wirtschaftskrise sowie das Aufkommen regionaler Wirtschaftskrisen stellen weiterhin bedeutende Risiken dar. Die Eintrittswahrscheinlichkeit einer globalen Konjunkturkrise wird dabei geringer als im Vorjahr eingeschätzt, was auf den Trend der Regionalisierung zurückzuführen ist. Dem gegenüber stehen gestiegene prognostizierte Schadenswerte, sodass sich im Ergebnis eine leichte Verminderung des bewerteten Risikos ergibt. Das Risiko wird als hohes Risiko eingestuft. Die Eintrittswahrscheinlichkeit regionaler Konjunkturkrisen wird zum Vorjahr unverändert eingeschätzt. Unter Berücksichtigung einer positiven Marktdynamik in der mittelfristigen Planung wurde jedoch von einer steigenden Schadenshöhe ausgegangen. Das bewertete Risiko der regionalen Konjunkturkrisen steigt gegenüber dem Vorjahr und ist unverändert als mittleres Risiko klassifiziert.

Absatzrisiken

Absatzrisiken resultieren vor allem aus Veränderungen der Markt- und Kundenstruktur und einer damit einhergehenden steigenden Wettbewerbsintensität sowie aus Vermarktungsrisiken für Produkte oder Produktgruppen aufgrund spezifischer Nachfragetrends oder technologischer Veränderungen.

In der Folge kann es zu sinkenden Umsatzerlösen kommen, die sowohl durch rückläufige Absatzmengen als auch durch nachgebende Preise herbeigeführt werden können. Da es uns in vielen Fällen nicht möglich ist, die Kostenstruktur kurzfristig anzupassen, kann dies zu einem Rückgang der Profitabilität führen.

Wir begegnen Absatzrisiken mit einer kontinuierlichen Optimierung unseres Produkt- und Leistungsportfolios, vor allem auf Basis unserer Innovationskraft. Dabei ist entscheidend, dass wir frühzeitig in der Entwicklungsarbeit die enge Abstimmung mit unseren Kunden suchen, um uns an Marktbedürfnissen auszurichten. Mit unserer Innovationsstrategie können wir einer Verschärfung der Wettbewerbssituation in unseren Märkten entgegenwirken.

Zu wesentlichen Veränderungen in der Kundenstruktur kann es durch den Wegfall, Zusammenschlüsse oder auch die Rückwärtsintegration von Kunden kommen. Aufgrund unserer sehr diversifizierten Kundenstruktur sind diese Risiken allerdings begrenzt. Zudem pflegen wir eine partnerschaftliche Zusammenarbeit mit unseren Kernkunden im Rahmen unseres Key Account Managements.

Bei der Gruppe der Absatzrisiken im Bereich Markt und Technologie hat sich im Vergleich zum Vorjahr die Einschätzung der Schadenshöhe - vornehmlich als Basiseffekt aufgrund des gestiegenen Umsatzes - leicht erhöht, die der Eintrittswahrscheinlichkeit im Vergleich jedoch vermindert. Insgesamt wird die Größenordnung des bewerteten Risikos weiterhin als hoch eingestuft.

Risiken aus Unternehmenszukäufen, Beteiligungen und sonstigen Investitionen

Neben dem operativen Wachstum spielen die Übernahmen von Unternehmen, Geschäftsaktivitäten oder Technologien für ALTANA eine wichtige Rolle bei der Umsetzung der Strategie des nachhaltig profitablen Wachstums. Je nach Größenordnung der übernommenen Aktivitäten kann eine mangelhafte Integration dazu führen, dass die Ertragslage des Konzerns belastet und der finanzielle Spielraum eingeschränkt wird. Auch kann es bei einer Verschlechterung der Geschäftsentwicklung gegenüber den zum Zeitpunkt des Kaufs erwarteten Annahmen zu ergebnisbelastenden Wertminderungen von Vermögenswerten kommen.

Um die Auswirkungen dieser Risiken aus Zukäufen zu minimieren, prüfen wir die Akquisitionsziele systematisch und umfassend und analysieren sie im Rahmen eines mehrstufigen Genehmigungsprozesses sehr genau.

Im vorangegangenen Geschäftsjahr durchgeführte Wertminderungen haben das als Einzelrisiko ausgewiesene Impairmentrisiko sowohl der Höhe als auch der Eintrittswahrscheinlichkeit nach weiter reduziert. Daher wird im Vergleich zum Vorjahr das bewertete Risiko für Wertminderungen von Vermögenswerten aus Akquisitionen nur noch als geringes Risiko klassifiziert (Vorjahr: mittel).

Zur Umsetzung der strategischen Ziele erweitert und erneuert ALTANA stetig die eigenen Entwicklungs-, Produktions- oder sonstigen Anlagen. Die zum Teil sehr komplexen Projekte unterliegen dabei stets gewissen Risiken hinsichtlich der Einhaltung der budgetierten Zeitpläne, Kosten sowie hinsichtlich der Realisierung der erwarteten Ziele. Die Projekte durchlaufen regelmäßig umfangreiche Genehmigungs- und Überwachungsroutinen. Aufgrund des hohen Volumens dieser Projekte sind auch die potenziellen Schäden gegenüber dem Vorjahr, bei leicht gesunkener Eintrittswahrscheinlichkeit, erhöht, sodass wir die Risiken aus Investitionen nunmehr den mittleren Risiken zuordnen.

Beschaffungsrisiken

Zu den wesentlichen Beschaffungsrisiken zählen eine Einschränkung der Verfügbarkeit von einzelnen Rohstoffen und Transportdienstleistungen sowie erhebliche Preiserhöhungen für Rohstoffe und Logistik, die wir nicht kurzfristig oder nur anteilig an die Märkte weitergeben können und die so zu Belastungen für die Ertragslage des Konzerns werden können.

Wir analysieren ständig die Marktsituation auf den für ALTANA relevanten Rohstoff- und Logistikmärkten. Dadurch können wir sowohl Preistrends als auch strukturelle Verschiebungen auf der Anbieterseite frühzeitig identifizieren und Maßnahmen vorbereiten. Diese Erkenntnisse fließen in die Gestaltung unserer Lieferkontrakte ein. Gleichzeitig berücksichtigen wir Preisvolatilitäten auch im Rahmen unserer Kundenbeziehungen. Um Preiserhöhungen kurzfristig an die Märkte weitergeben zu können, nutzen wir die Flexibilität von Preismechanismen und Preisbindungsfristen.

Eine erhöhte Eintrittswahrscheinlichkeit von Beschaffungsrisiken und weiter gestiegene Schadenshöhen im Bereich der Rohstoffbeschaffung durch Pandemie-bedingte Störungen der Lieferketten führten in dieser Risikogruppe zu einer Anhebung der Risikobewertung von mittel auf hoch.

Finanzmarktrisiken

Finanzmarktrisiken betreffen im Wesentlichen kurzfristige und deutliche Veränderungen von Wechselkursrelationen und Zinssätzen, Kreditausfallrisiken sowie die Deckung von Finanzmittelbedarfen.

Aus Wechselkursschwankungen können durch die Umrechnung von Fremdwährungspositionen in die Konzernwährung Euro ebenso Belastungen auf Konzernumsatz und Ergebnisentwicklung (Translationsrisiken) resultieren wie auch im Rahmen von Geschäften in Fremdwährung (Transaktionsrisiken). Zinssatzveränderungen beeinflussen die Finanzierungskosten. Der Ausfall von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen oder von Finanzforderungen kann die Ertragslage und auch die Finanzmittelausstattung des Konzerns nachteilig beeinflussen. Eine mangelnde Verfügbarkeit von Finanzmitteln für die Umsetzung von Akquisitionen oder wesentlichen Investitionsprojekten kann dazu führen, dass wir unsere strategischen Ziele verfehlen.

Materielle Transaktionsrisiken sichern wir in den Fällen über Devisengeschäfte ab, in denen wir mit hinreichender Sicherheit von einer Realisierung des zugrunde liegenden Geschäfts ausgehen. Bei Risiken aus der laufenden Geschäftstätigkeit wird der erwartete Gesamtbetrag anteilig in verschiedenen Tranchen abgesichert, um kurzfristige Wechselkursschwankungen auszugleichen. Weiterführende Informationen zur Bewertung und Bilanzierung von Sicherungsgeschäften finden sich im vollständigen Konzernabschluss auf Seite 59 ff. (Punkt 27).

Zur Minimierung von Kreditausfallrisiken sind systematische Prüfungen der Bonität und des Zahlungsverhaltens unserer Kontrahenten vorgesehen. Dies betrifft sowohl die Kunden als auch unsere Geschäftsbanken und andere Geschäftspartner, bei denen Zahlungsausfälle einen Einfluss auf unsere Finanzsituation haben können.

Die Verfügbarkeit von Finanzmitteln sichern wir über die zentrale Steuerung und Überwachung der konzernweiten Finanzmittelbestände. Zudem wird durch die Nutzung verschiedener Finanzierungsinstrumente ebenfalls zentral ein Finanzmittelrahmen zur Verfügung gestellt. Dieser kann genutzt werden, um kurz- bis mittelfristig auftretende ungeplante Finanzbedarfe zu decken, die beispielsweise aufgrund von Akquisitionen oder einer krisenbedingt rückläufigen operativen Geschäftstätigkeit entstehen.

Die Gruppe der Finanzmarktrisiken wird wie im Vorjahr als mittleres Risiko eingeschätzt. Die Bewertung für das wesentliche Einzelrisiko in dieser Risikogruppe - negative Ergebniseffekte aus Wechselkursveränderungen - verzeichnete bei leicht gesunkener Eintrittswahrscheinlichkeit ein gegenüber dem Vorjahr leichtes Ansteigen der potenziellen Schadenshöhe, ohne zu einer geänderten Einstufung hinsichtlich der Risikogruppe zu führen. Die anhaltend hohen Zuflüsse aus der operativen Geschäftstätigkeit und der bestehende allgemeine Finanzmittelrahmen reichen weiter aus, um die erwarteten Abflüsse für Investitionen, Tilgungen und Dividenden zu decken.

Innovationsrisiken

Für ALTANA stellt die Innovations- und Technologieführerschaft einen wesentlichen Erfolgsfaktor dar. Als Anbieter von teilweise hochspezialisierten Chemieprodukten ist es wichtig, kontinuierlich mit neuen Produkten am Markt präsent zu sein und von unseren Kunden als kompetenter und innovativer Partner wahrgenommen zu werden. Gelänge dies zukünftig nicht mehr, könnten sich Risiken für das nachhaltige Wachstum, das Erreichen unserer Rentabilitätsziele sowie die Positionierung von ALTANA in den relevanten Märkten ergeben.

Mit unserer auf allen Organisationsebenen gelebten Innovationskultur stellen wir die Bedeutung der Innovation heraus und sichern somit deren Stellenwert. Sowohl dezentral als auch auf Konzernebene werden die Aktivitäten in Forschung und Entwicklung kontinuierlich anhand von finanziellen und nicht-finanziellen Kriterien bewertet und gesteuert. Indem wir überdurchschnittlich in Forschung und Entwicklung investieren, können wir stetig individuell auf aktuelle Kundenbedürfnisse zugeschnittene Produkte am Markt einführen und so unsere Wettbewerbsposition positiv beeinflussen.

Der Schutz des erarbeiteten Know-hows über Patente ist wichtig, um einen Wissensvorsprung auch in wirtschaftlichen Erfolg umzuwandeln. Dazu gehört auch, aktuell genutzte Technologien oder Verfahrens- und Produkteigenschaften so abzusichern, dass diese nicht von anderen Unternehmen genutzt werden können.

Sowohl die potenzielle Schadenshöhe als auch die Eintrittswahrscheinlichkeit dieser Risikogruppe bewegen sich leicht unter Vorjahresniveau. Die Gruppe der Innovationsrisiken ordnen wir insgesamt der mittleren Risikogruppe zu.

Sonstige Risiken

Produktionsrisiken betreffen technische Störungen oder menschliches Versagen im Produktionsbereich, die zu Personen- oder Umweltschäden führen können. Unser Ziel ist es, durch den Betrieb von voneinander unabhängigen Produktionslinien die Folgen eines Maschinenausfalls auf die Wertschöpfungskette möglichst zu minimieren. Die Schulung in unseren klar definierten Prozess- und Qualitätsstandards ist für unsere Belegschaft in den jeweiligen Bereichen verpflichtend. Zudem schließen wir entsprechende Sachschaden- und Ausfallversicherungen ab. Bedingt durch eine bis an die Grenzen gehende Kapazitätsauslastung ist in der Gruppe der Produktionsrisiken sowohl die Eintrittswahrscheinlichkeit als auch die Höhe der Schadenssumme im Vergleich zum Vorjahr gestiegen, was auch in dieser Risikoklasse eine Hochstufung von gering auf mittel zur Folge hat.

Informationstechnologien bilden die Basis nahezu aller Geschäfts- und Kommunikationsprozesse bei ALTANA. Auf Ausfälle oder Störungen von IT-Systemen können weitreichende Beeinträchtigungen in allen Wertschöpfungsstufen des Konzerns folgen, die wesentliche Auswirkungen auf die Geschäftsentwicklung haben können (IT-Risiken).

Hinzu kommen mögliche Risiken aus dem Verlust von Daten oder der Entwendung von Geschäftsgeheimnissen. Der reibungslosen Verfügbarkeit von IT-Anwendungen und IT-Services misst ALTANA eine hohe Bedeutung bei. Um dies zu gewährleisten, sind entsprechende Prozesse und Organisationsstrukturen etabliert. Für den Fall von wesentlichen Störungen oder Datenverlusten existieren Notfallpläne. Durch die gestiegene Gefahr von Cyber-An griffen und daraus resultierenden möglichen Schäden in den internen Prozessen und der Lieferfähigkeit wurde die Gruppe der IT-Risiken sowohl in Bezug auf die Eintrittswahrscheinlichkeit als auch auf die Schadenshöhe höher bewertet, sodass sie nun als mittleres Risiko ausgewiesen werden. Im abgelaufenen Geschäftsjahr haben wir im Hinblick auf das erhöhte Risikoprofil die Ausgaben zur Ausweitung der Sicherheits- und Schutzmaßnahmen gegen Cyber-Angriffe deutlich erhöht. Dieses Niveau der Sicherheits- und Schutzmaßnahmen werden wir auch in den kommenden Jahren fortführen und regelmäßig dem Bedrohungsprofil anpassen.

Die Lieferung fehlerhafter Produkte kann Personen-, Sach- oder Umweltschäden hervorrufen und damit Haftungsrisiken auslösen. Dies kann wesentliche Auswirkungen auf die Vermögenslage des Konzerns haben. Wir minimieren dieses Risiko durch eine hohe Prozessstandardisierung in der Produktion und umfassende Maßnahmen der Qualitätskontrolle. Zusätzlich führen wir laufend Analysen zur Einschätzung des Gefährdungspotenzials unserer Einsatzstoffe und unserer Produkte durch und schließen Versicherungen ab.

Die Veränderung von politischen Rahmenbedingungen kann zu Beschränkungen für den Waren- oder Devisenverkehr führen. Auch kann infolge politischer Unruhen der Zugriff auf Vermögenswerte des Konzerns in betroffenen Ländern erschwert oder sogar verhindert werden. Regulatorische Veränderungen können dazu führen, dass bestimmte Produkte oder Inhaltsstoffe nicht mehr oder nur mit starken Einschränkungen verarbeitet oder vertrieben werden dürfen. Wir analysieren stetig das politische Umfeld in den für uns wesentlichen Ländern und berücksichtigen aktuelle Entwicklungen in der Bewertung von Geschäftsbeziehungen. Direktinvestitionen nehmen wir nur in solchen Ländern vor, in denen wir von einer hohen Stabilität des politischen Umfelds ausgehen. An für uns wesentlichen Gesetzgebungsverfahren und Diskussionen zu Änderungen im regulatorischen Umfeld beteiligen wir uns aktiv und können durch diese Beteiligung frühzeitig mögliche neue Anforderungen antizipieren.

Im zurückliegenden Geschäftsjahr haben sich sowohl die Eintrittswahrscheinlichkeiten als auch die Schadenswerte in der Gruppe der politischen beziehungsweise regulatorischen Risiken leicht vermindert, sodass die Einstufung dieser Gruppe von mittel auf gering erfolgte.

Die zwar regional und zeitlich mit unterschiedlicher Intensität verlaufende, aber weiterhin anhaltende Pandemie - und in deren Folge auftretende mögliche Beeinträchtigungen von Lieferketten und Logistikprozessen - kann den Absatz von Produkten erschweren und die Herstellkosten negativ beeinflussen. Damit besteht weiterhin das Risiko eines wirtschaftlichen Schadens durch die Coronavirus-Pandemie. Der weitere Verlauf der Pandemie kann Auswirkungen auf die wirtschaftliche Entwicklung aller Absatzmärkte von ALTANA haben. Die möglichen finanziellen Auswirkungen wurden in den Planzahlen und darauf basierenden Szenarioanalysen für das Jahr 2022 berücksichtigt.

Das Vereinigte Königreich hat am 31. Januar 2020 die Europäische Union mit einem Austrittsabkommen verlassen. Im Verlauf des Jahres 2021 wurden die notwendigen Regularien zwischen den Verhandlungspartnern vereinbart. Ein erhöhtes Risiko für eine wesentliche Ergebnisbelastung wird nicht mehr erwartet.

Aus Verstößen gegen Gesetze (Compliance-Risiken) können Haftungsrisiken und Reputationsschäden entstehen, die eine wesentliche Auswirkung auf die Ertrags- und Vermögenslage des Konzerns haben können. Diesen Risiken wirken wir im Rahmen unseres Compliance Management- Systems entgegen, auch indem wir unsere Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen regelmäßig über relevante gesetzliche Anforderungen informieren und schulen. Die Schadenshöhe innerhalb der Gruppe der Compliance-Risken wurde geringfügig reduziert, die Risikogruppe wird unverändert als mittleres Risiko klassifiziert.

Eine wichtige Basis für den langfristigen Erfolg sind kompetente und engagierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Sollten wir zukünftig nicht in der Lage sein, geeignete Fach- und Führungskräfte zu rekrutieren und zu halten, bestehen Risiken für die erfolgreiche Umsetzung unserer Strategie (Personalrisiken). Um diesen Risiken zu begegnen, bietet ALTANA ein anspruchsvolles Arbeitsumfeld und ein attraktives Vergütungssystem, ergänzt um vielfältige Programme zur Altersvorsorge und Vermögensbildung. Zudem bilden wir sowohl Nachwuchskräfte als auch Fach- und Führungskräfte regelmäßig weiter.

Ordnungsmäßigkeit der Konzernrechnungslegung

Wesentliche rechnungslegungsbezogene Risiken entstehen insbesondere durch die Verarbeitung außerordentlicher und nicht routinemäßiger Sachverhalte. Hierzu gehören unter anderem die erstmalige Einbeziehung von zugekauften Unternehmen oder Unternehmensteilen sowie die Abbildung des Verkaufs von Konzernvermögen. Auch die Bilanzierung von Finanzinstrumenten birgt aufgrund der komplexen Bewertungsstruktur Risiken. Hinzu kommen Risiken aus dolosen Handlungen.

Bei ALTANA wird die Konzernrechnungslegung durch eine eigene Fachabteilung innerhalb der Konzernholding koordiniert und überwacht. Ein Kernbestandteil des Kontrollsystems beinhaltet die zentral durch diesen Bereich für alle Gesellschaften vorgegebenen Richtlinien, Prozessbeschreibungen und Terminvorgaben, die ein standardisiertes Vorgehen bei der Abschlusserstellung gewährleisten. Hinzu kommt, dass für komplexe Sachverhalte die erforderlichen Instrumente zur einheitlichen Bilanzierung zentral für alle Konzerngesellschaften vorgehalten werden. Im Rahmen der Erfassung außerordentlicher Vorgänge und komplexer Spezialthemen werden regelmäßig externe Gutachten, Beratungen und Stellungnahmen eingeholt.

Die Erstellung der Einzelabschlüsse der Konzerngesellschaften erfolgt dezentral durch die Buchhaltungen vor Ort. Die Abschlusserstellung unter Berücksichtigung der Konzernvorgaben sowie länderspezifischer Rechnungslegungsvorschriften liegt damit in der Verantwortung der einzelnen Gesellschaften.

Die zur Abschlusserstellung notwendigen Arbeitsschritte werden dabei so definiert, dass wichtige Prozesskontrollen integriert sind. Hierzu gehören Vorgaben zur Funktionstrennung und Aufteilung von Verantwortlichkeiten, zu Kontrollmechanismen und zu Zugriffsregelungen im IT-System. Die Richtigkeit und Vollständigkeit der Jahresabschlüsse wird durch die jeweilige Geschäftsführung explizit gegenüber der Konzernführung bestätigt. Wesentliche Abschlüsse werden zudem durch den jeweils zuständigen Abschlussprüfer oder Konzernabschlussprüfer einer Prüfung unterzogen.

Die lokalen Rechnungslegungsabschlüsse werden über standardisierte Formate und Prozesse in einem zentralen IT-System erfasst und konsolidiert. Auf der Ebene der Geschäftsbereiche und der Holding werden zahlreiche, sowohl manuelle als auch IT-gestützte, Kontrollmechanismen angewandt. Diese umfassen die Analyse und Plausibilitätsprüfung der gemeldeten Daten und der Konsolidierungsergebnisse, sowohl durch das Konzernrechnungswesen als auch durch den Bereich Controlling und andere Fachabteilungen. Notwendige Korrekturen von Abschlussdaten werden grundsätzlich auf Ebene der Einzelgesellschaft vorgenommen, um die Einheitlichkeit und Überleitung der Daten sicherzustellen.

Für die Abschlusserstellung relevante Sachverhalte, Prozesse und Kontrollsysteme werden durch die Abschluss- und Konzernabschlussprüfer geprüft. Der Wirtschaftsprüfer berichtet über die Prüfung direkt an den Aufsichtsrat und den Prüfungsausschuss. Hinzu kommen Prüfungen durch den zentralen Fachbereich Interne Revision.

Nach jedem Abschlussprozess werden die in den unterschiedlichen Bereichen erkannten Optimierungspotenziale analysiert und Anpassungen zur Verbesserung der Prozesse vorgenommen.

Chancen

Die Identifizierung und Bewertung von Chancen für die zukünftige Geschäftsentwicklung ist in die unterschiedlichen Planungs-, Analyse- und Steuerungsprozesse integriert.

Im Rahmen der strategischen Planung analysieren wir Nachfragetrends sowie Markt- und Technologieentwicklungen im Hinblick auf wertschaffende Handlungsoptionen für ALTANA. Zusätzlich befassen sich die Geschäftsbereiche laufend mit den Möglichkeiten zur Entwicklung neuer Absatzmärkte. Während der Finanzplanungsprozesse werden die Auswirkungen von Handlungsoptionen bewertet und diskutiert, um zukünftige Chancen optimal nutzen zu können. Schließlich werden mögliche Chancen für die kurzfristige Geschäftsentwicklung zusammen mit den bestehenden Risiken ausführlich auf allen Managementebenen behandelt.

Im Folgenden sind die wesentlichen Chancen beschrieben, die dazu führen können, dass ALTANA die kurz-, mittel- oder langfristigen Ziele übertrifft. Die Reihenfolge entspricht dabei der Einschätzung zu den Auswirkungen auf die Geschäftsentwicklung.

Konjunktur- und Branchenentwicklung

Sollte sich das wirtschaftliche Umfeld in den für ALTANA wichtigen etablierten und aufstrebenden Industrieregionen, insbesondere in Asien, Amerika und Europa, besser entwickeln als von uns prognostiziert, so kann dies zu unerwarteten Wachstumsimpulsen führen. In deren Folge kann sich auch die Nachfrage nach unseren Produkten und Dienstleistungen positiver entwickeln und die Prognosen übertreffen. Gleiches gilt für das Wachstum in den wichtigen Schwellenländern Asiens und Südamerikas. Sollte sich das Wachstum hier über die erwarteten Größen hinaus beschleunigen, sollten wir aufgrund unserer Marktpositionen davon profitieren können.

Neben der regionalen Ausprägung können Wachstumsimpulse auch aus einzelnen Branchen resultieren. Insbesondere eine positive Entwicklung des Automobilsektors, des Bausektors und ein Anstieg bei der Verwendung silberner und grauer Farbtöne im Konsumsektor kann zusätzliche Potenziale eröffnen.

Innovation

Die stetige Weiterentwicklung des Produkt- und Leistungsportfolios ist eine wichtige Voraussetzung, um langfristig unsere Strategie des profitablen und nachhaltigen Wachstums fortzusetzen. Sollte es ALTANA gelingen, die Innovationskraft schneller auszubauen und den Anteil an neuen Produkten mit einem hohen Nachfragepotenzial über das Zielniveau hinaus zu steigern, ergäben sich noch stärkere Wachstumsperspektiven. Weiterhin könnten Kunden schneller und in größerem Umfang als von uns erwartet innovative von uns hergestellte und vertriebene Produkte nachfragen. Das Gleiche gilt für den Eintritt in neue Märkte und das Eröffnen neuer Anwendungsfelder für unsere Produkte.

Unternehmenszukäufe und Portfoliomaßnahmen

Akquisitionen spielen für ALTANA eine zentrale Rolle für die langfristige Wertschaffung. In den letzten Jahren haben wir den Konzern über Zukäufe kontinuierlich strategisch weiterentwickeln können. Gleichzeitig haben wir das Portfolio auch um diejenigen Aktivitäten bereinigt, die sich nicht im Rahmen der strategischen Zielsetzungen entwickelten und auch langfristig keine Wertschaffung für den Konzern versprachen.

Auch in Zukunft wollen wir durch den Zukauf von Unternehmen und Aktivitäten wachsen. Dies ist eine elementare Voraussetzung, um unsere strategischen Wachstumsziele zu erreichen. Sollten sich hierbei zukünftig über den Erwartungen liegende Möglichkeiten ergeben, kann uns dies dabei unterstützen, Marktpositionen zu stärken und neue Marktsegmente zu erschließen. Dies kann sich zusätzlich positiv auf das Erreichen unserer strategischen Ziele auswirken.

Synergien

ALTANA ist ein in hohem Maße dezentral geführter Konzern, in dem in einigen Bereichen der Wertschöpfungskette und in einzelnen Managementfunktionen zentrale Einheiten die Geschäftsbereiche koordinierend unterstützen oder gemeinsam genutzte Plattformen bereitstellen. In dem Maße, wie es uns gelingt, die Vernetzung innerhalb des Konzerns stärker als geplant voranzutreiben, können sich auch weitere Potenziale zur Effizienzsteigerung ergeben.

Gesamtaussage des Vorstands zur voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns inklusive Gesamtbild zur Risiko- und Chancenlage

Für das Jahr 2022 rechnet ALTANA mit. einem weiteren, wenn auch im Vergleich zum Vorjahr abgeschwächten globalen Wirtschaftswachstum. in diesem Umfeld prognostizieren wir für ALTANA ein operatives Umsatzwachstum im mittleren einstelligen Prozentbereich. Bei einer weiterhin angespannten Preissituation im Bereich der Material-, Logistik- und Energiekosten und ansonsten stabilen Kostenstrukturen erwarten wir für 2022 eine Ergebnisprofitabilität auf dem Niveau des Vorjahres. Die absoluten unternehmenswertbezogenen Kennzahlen werden voraussichtlich wieder deutlich oberhalb des Schwellenwerts zur Wertschaffung liegen.

Die Risiken von Belastungen aus geopolitischen Spannungen sowie einer gegenüber unseren Erwartungen verschlechterten oder sogar rezessiven Entwicklung der Weltwirtschaft oder wichtiger Kernregionen schätzen wir als existent ein. Darüber hinaus resultieren wesentliche Risiken für die kurzfristige Umsatz- und Ergebnisentwicklung aus einer höheren Preisvolatilität auf den Rohstoff- und Energiemärkten, aus kurzfristigen Schwankungen der Wechselkursrelationen und aus Wertminderungen für im Rahmen von Akquisitionen übernommene immaterielle Vermögenswerte.

Insgesamt haben wir keine Risiken festgestellt, die den Fortbestand des ALTANA Konzerns gefährden können. Den Risiken stehen Chancen gegenüber, die zu einer über den skizzierten Prognosen liegenden Umsatz- und Ergebnisentwicklung führen können.

Bericht des Aufsichtsrats

Der Aufsichtsrat der ALTANA AG begleitete im Geschäftsjahr 2021 in Wahrnehmung der ihm nach Gesetz und Satzung übertragenen Aufgaben die Arbeit des Vorstands intensiv und überwachte dessen Geschäftsführung. Dabei befasste sich der Aufsichtsrat eingehend mit der Lage und der Entwicklung des Unternehmens sowie mit verschiedenen aktuellen Themen. Der Aufsichtsrat wurde durch den Vorstand im Rahmen der Sitzungen durch Präsentationen und mündliche Berichterstattung zu den einzelnen Tagesordnungspunkten informiert. Darüber hinaus erhielt der Aufsichtsrat regelmäßig weitere schriftliche Berichte. Der Vorstandsvorsitzende informierte den Vorsitzenden des Aufsichtsrats zwischen den Sitzungen des Gremiums über wesentliche Entwicklungen und Ereignisse und beriet sich mit ihm über dazu anstehende und geplante Entscheidungen. Der Aufsichtsrat war in alle Entscheidungen des Vorstands von wesentlicher Bedeutung eingebunden.

Sitzungen des Aufsichtsrats

Im Geschäftsjahr 2021 fanden vier turnusgemäße und eine konstituierende Aufsichtsratssitzung statt. In den turnusgemäßen Aufsichtsratssitzungen wurden die wirtschaftliche Lage und die Entwicklungsperspektiven des Konzerns sowie wichtige Geschäftsereignisse wie zum Beispiel auch Akquisitionen eingehend erörtert. Neben der regelmäßigen Berichterstattung über Umsatz-, Ergebnis- und Finanzdaten befasste sich der Aufsichtsrat intensiv mit der Strategie von ALTANA und der einzelnen Geschäftsbereiche. In jeder der vier turnusgemäßen Aufsichtsratssitzungen berichtete der Vorstand dem Aufsichtsrat eingehend über die Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie auf das Unternehmen und die Maßnahmen, die das Management mithilfe von eigens hierfür eingerichteten Krisenstäben zum Schutz der Gesundheit seiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und zur Minimierung negativer Auswirkungen der Pandemie auf das Geschäft getroffen hat. Darüber hinaus erörterte der Aufsichtsrat im Geschäftsjahr 2021 vertieft die Lage, Entwicklung und Pläne der Geschäftsbereiche BYK, ECKART und ACTEGA. Vor dem Hintergrund der "Keep Changing"-Agenda des Unternehmens diskutierte das Gremium mit einem externen Experten über Circular Economy und ihre Bedeutung für ALTANA. Das Gremium informierte sich über Talentmanagement, "New Normal" und Transformationsprojekte im Personalbereich sowie über die langfristige Neuaufstellung der Konzernfremdfinanzierung. Der Aufsichtsrat erhielt regelmäßige Updates zur Beteiligung der Gesellschaft an der israelischen Landa Corporation Ltd. ("Landa Digital Printing") und widmete sich in einer seiner Sitzungen 2021 eingehend diesem Investment. Außerdem befasste sich der Aufsichtsrat 2021 intensiv mit dem Innovationsmanagement bei ELANTAS und ACTEGA. In seiner Dezember-Sitzung beschäftigte sich der Aufsichtsrat ausführlich mit der Unternehmensplanung für die nächsten drei Jahre sowie dem Budget für das Jahr 2022 und genehmigte diese. In der konstituierenden Aufsichtsratssitzung im Anschluss an die ordentliche Hauptversammlung im März des Jahres erfolgte die Wiederwahl des Aufsichtsratsvorsitzenden, Dr. Matthias L. Wolfgruber, den die Hauptversammlung zuvor erneut zum Mitglied des Aufsichtsrats gewählt hatte. In derselben Sitzung wählte der Aufsichtsrat Herrn Jürgen Bembenek zum Mitglied seines Personalausschusses.

Sitzungen der Ausschüsse

Der Personalausschuss tagte im Berichtsjahr drei Mal. Dabei beriet er über Empfehlungen an den Aufsichtsrat zur Auszahlung variabler Vergütungsbestandteile für das Jahr 2020 und die Auszahlung des ALTANA Equity Performance-Programms 2017 an die Vorstandsmitglieder sowie über die Ziele für den Short Term Bonus der Vorstandsmitglieder für 2022 und die Zuteilungswerte im ALTANA Equity Performance-Programm der Vorstandsmitglieder für 2022. In seiner Sitzung im Juni befasste sich der Personalausschuss mit der Überprüfung der Vorstandsvergütung auf Basis einer in Auftrag gegebenen aktuellen Marktstudie. Der Prüfungsausschuss beriet sich im Berichtsjahr zwei Mal und berichtete dem Aufsichtsrat darüber regelmäßig. In Anwesenheit der Abschlussprüfer sowie von Mitgliedern des Vorstands wurden der Jahresabschluss der ALTANA AG und der Konzernabschluss behandelt. Weiterhin befasste sich der Prüfungsausschuss mit der Erteilung des Prüfungsauftrags an den Abschlussprüfer, der Festlegung des Prüfungshonorars des Abschlussprüfers, der Überwachung seiner Unabhängigkeit und der Genehmigung nicht prüfungsbezogener Leistungen des Abschlussprüfers. Des Weiteren beschäftigte sich der Prüfungsausschuss mit Fragen der Risikoerfassung und Risikoüberwachung im Konzern, der Arbeit der Internen Revision, dem Compliance Management System von ALTANA und der guten Corporate Governance. In seiner Märzsitzung ließ sich der Prüfungsausschuss über das Versicherungsmanagement des Unternehmens im aktuellen Versicherungsmarktumfeld berichten. Im Dezember des Berichtsjahres setzte sich der Prüfungsausschuss zudem erneut intensiv mit den dem Konzern drohenden Cyberrisiken und deren Abwehr auseinander. Der Vermittlungsausschuss gemäß §27 Abs. 3 des Mitbestimmungsgesetzes trat im Geschäftsjahr 2021 nicht zusammen.

Jahresabschluss

Der Jahresabschluss der ALTANA AG und der Konzernabschluss zum 31. Dezember 2021 sowie der Lagebericht der ALTANA AG und der Konzernlagebericht sind von dem durch die Hauptversammlung gewählten und vom Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats beauftragten Abschlussprüfer, der PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, geprüft und jeweils mit dem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen worden. Das Risikofrüherkennungssystem des Konzerns gemäß §91 des Aktiengesetzes ist geprüft worden, und die Prüfung hat ergeben, dass das Überwachungssystem in allen wesentlichen Belangen geeignet ist, Entwicklungen, die den Fortbestand der Gesellschaft gefährden, mit hinreichender Sicherheit frühzeitig zu erkennen.

Die Abschlussunterlagen, der Unternehmensbericht und die Berichte der PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft über die Prüfung des Jahresabschlusses und des Konzernabschlusses sowie der Vorschlag des Vorstands für die Verwendung des Bilanzgewinns haben allen Mitgliedern des Aufsichtsrats vorgelegen. Der Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats hat sich intensiv mit den Unterlagen beschäftigt. Der Aufsichtsrat hat die Unterlagen geprüft und diese in der Bilanzsitzung in Anwesenheit des Abschlussprüfers, der über die wesentlichen Ergebnisse seiner Prüfung berichtet hat, umfassend behandelt. Der Aufsichtsrat stimmt den Ergebnissen der Abschlussprüfung ohne Einwendungen zu und hat in seiner Sitzung am 16. März 2022 den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss und den Konzernabschluss gebilligt. Der Jahresabschluss ist damit festgestellt. Der Aufsichtsrat hat den Vorschlag des Vorstands zur Verwendung des Bilanzgewinns geprüft und schließt sich diesem Vorschlag an.

Bericht gemäß §312 des Aktiengesetzes

Der Vorstand hat für das Geschäftsjahr 2021 einen Bericht gemäß § 312 des Aktiengesetzes über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen aufgestellt. Der Aufsichtsrat hat den Bericht geprüft und für richtig befunden. Der Abschlussprüfer hat hierzu folgenden Bestätigungsvermerk erteilt:

"Nach unserer pflichtgemäßen Prüfung und Beurteilung bestätigen wir, dass die tatsächlichen Angaben des Berichts richtig sind und bei den im Bericht aufgeführten Rechtsgeschäften die Leistung der Gesellschaft nicht unangemessen hoch war."

Das Prüfungsergebnis des Abschlussprüfers hat der Aufsichtsrat zustimmend zur Kenntnis genommen. Nach dem abschließenden Ergebnis seiner Prüfungen erhebt der Aufsichtsrat keine Einwendungen gegen die Erklärung des Vorstands am Schluss des Berichts.

Personelle Veränderungen

Die ordentliche Hauptversammlung der ALTANA AG am 17. März 2021 wählte Herrn Dr. Matthias L. Wolfgruber erneut zum Mitglied des Aufsichtsrats bis zum Ablauf der ordentlichen Hauptversammlung im Jahr 2024, und der Aufsichtsrat wählte Herrn Dr. Wolfgruber im Anschluss erneut zu seinem Vorsitzenden. Als Vorsitzender des Aufsichtsrats ist Herr Dr. Wolfgruber qua Amt auch erneut Mitglied und Vorsitzender des Personal- sowie des Vermittlungsausschusses.

Am 16. Februar 2021 ist Frau Beate Schlaven verstorben, die seit 2018 Mitglied des Aufsichtsrats und seines Personalausschusses gewesen ist. Das für Frau Schlaven gewählte Ersatzmitglied, Herr Jürgen Bembenek, ist damit Mitglied des Aufsichtsrats geworden. Der Aufsichtsrat hat Herrn Bembenek am 17. März 2021 auch zum Mitglied seines Personalausschusses gewählt.

Der Aufsichtsrat dankt den Mitgliedern des Vorstands und der Geschäftsführungen sowie den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Konzerns für die Leistungen und ihren Einsatz im abgelaufenen Geschäftsjahr.

 

Wesel, 16. März 2022

Der Aufsichtsrat

Dr. Matthias L. Wolfgruber, Vorsitzender des Aufsichtsrats

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