Axel Springer SE
Berlin
Jahresabschluss zum Geschäftsjahr
vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023
Bilanz
AKTIVA
| Mio. € |
Anhang |
31.12.2023 |
01.01.2023 |
31.12.2022 |
| Immaterielle
Vermögensgegenstände |
(1) |
2,1 |
3,4 |
6,9 |
| Sachanlagen |
(2) |
27,7 |
32,7 |
35,9 |
| Finanzanlagen |
(3) |
8.846,5 |
7.547,8 |
7.575,3 |
| Anlagevermögen |
|
8.876,3 |
7.583,9 |
7.618,0 |
| Vorräte |
|
0,0 |
0,0 |
7,1 |
| Forderungen und sonstige
Vermögensgegenstände |
(4) |
135,1 |
255,1 |
257,7 |
| Finanzmittel |
|
77,2 |
55,4 |
55,4 |
| Umlaufvermögen |
|
212,3 |
310,6 |
320,2 |
|
Rechnungsabgrenzungsposten |
|
6,0 |
5,4 |
7,6 |
| AKTIVA |
|
9.094,5 |
7.899,9 |
7.945,8 |
PASSIVA
| Mio. € |
Anhang |
31.12.2023 |
01.01.2023 |
31.12.2022 |
| Gezeichnetes
Kapital |
|
107,9 |
107,9 |
107,9 |
|
Kapitalrücklage |
|
547,9 |
547,9 |
547,9 |
|
Gewinnrücklagen |
|
23,5 |
72,8 |
72,8 |
| Bilanzgewinn |
|
3.157,3 |
1.257,4 |
1.257,4 |
| Eigenkapital |
(5) |
3.836,6 |
1.986,0 |
1.986,0 |
| Rückstellungen |
(6) |
178,7 |
137,4 |
157,3 |
| Verbindlichkeiten |
(7) |
5.075,4 |
5.769,7 |
5.775,2 |
|
Rechnungsabgrenzungsposten |
|
3,8 |
6,9 |
27,3 |
| PASSIVA |
|
9.094,5 |
7.899,9 |
7.945,8 |
Gewinn- und Verlustrechnung
| Mio. € |
Anhang |
2023 |
2022P |
2022 |
| Umsatzerlöse |
(8) |
117,2 |
114,7 |
759,8 |
| Andere aktivierte
Eigenleistungen |
|
0,0 |
0,1 |
0,2 |
| Sonstige betriebliche
Erträge |
(9) |
59,0 |
62,0 |
66,4 |
| Materialaufwand |
(10) |
- 15,3 |
- 15,4 |
-245,3 |
| Personalaufwand |
(11) |
- 111,2 |
- 137,0 |
-206,6 |
| Abschreibungen auf
immaterielle Vermögensgegenstände des
Anlagevermögens und Sachanlagen |
(1), (2) |
- 5,8 |
- 7,6 |
- 10,4 |
| Sonstige betriebliche
Aufwendungen |
(9) |
- 136,8 |
- 172,1 |
-497,5 |
| Ergebnis aus
Finanzanlagen |
(12) |
2.257,6 |
- 149,8 |
- 172,2 |
| Zinsergebnis |
(13) |
- 187,3 |
- 64,1 |
- 63,9 |
| Steuern vom Einkommen
und vom Ertrag |
(14) |
- 1,7 |
3,1 |
3,1 |
| Jahresergebnis |
|
1.975,8 |
- 366,2 |
- 366,2 |
| Entnahme aus anderen
Gewinnrücklagen |
(5) |
1.181,5 |
1.623,6 |
1.623,6 |
| Bilanzgewinn |
|
3.157,3 |
1.257,4 |
1.257,4 |
Anhang
Grundlagen
Die Axel Springer SE ist eine Europäische
Gesellschaft (Societas Europaea) mit Sitz in Berlin,
Deutschland. Die Gesellschaft wird beim Handelsregister des
Amtsgerichts Berlin-Charlottenburg unter der
Handelsregisternummer HRB 154517 B geführt.
Der Jahresabschluss wurde nach den Vorschriften des
Handelsgesetzbuchs (HGB) und des Aktiengesetzes (AktG) in
Verbindung mit Art. 61 der Verordnung (EG) Nr. 2157/2001
(SE-VO) aufgestellt. Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung
entsprechen den Gliederungsvorschriften des HGB; die
Gewinn- und Verlustrechnung wurde nach dem
Gesamtkostenverfahren gegliedert. Der Jahresabschluss wurde
in Euro aufgestellt; sofern nicht anderweitig angegeben,
wurden alle Beträge in Millionen Euro (Mio. €)
berichtet. Summen und Prozentangaben wurden auf Basis der
nicht gerundeten Euro-Beträge berechnet und
können von einer Berechnung auf Basis der berichteten
Millionen-Euro-Beträge abweichen. Zur Verbesserung der
Klarheit und Übersichtlichkeit wurden in Bilanz und
Gewinn- und Verlustrechnung einzelne Posten zusammengefasst
und im Anhang getrennt ausgewiesen.
Die Axel Springer SE hat im Geschäftsjahr 2023
den Geschäftsbereich BILD- und WELT-Gruppe sowie die
Axel Springer Academy of Journalism and Technology als
Gesamtheit mit allen Rechten und Pflichten im Wege der
Ausgliederung auf ihre Tochtergesellschaft Axel Springer
Deutschland GmbH (vormals BILD GmbH), Berlin,
übertragen. Die Ausgliederung erfolgte mit
wirtschaftlicher Wirkung zum 1. Januar 2023 und wurde Ende
September 2023 rechtlich wirksam. Zur besseren
Vergleichbarkeit sind in der Bilanz zusätzlich die
Vorjahreswerte nach erfolgter Ausgliederung (Spalte
"01.01.2023") angegeben. Die Gewinn- und Verlustrechnung
enthält zusätzliche pro-forma-Angaben, als ob die
Ausgliederung bereits im Vorjahr wirksam gewesen wäre
(Spalte "2022P").
Bilanzierungs- und
Bewertungsmethoden
Anlagevermögen
Erworbene immaterielle Vermögensgegenstände
und Sachanlagen werden zu Anschaffungs- oder
Herstellungskosten bilanziert. Abnutzbare
Vermögensgegenstände werden planmäßig
linear über die voraussichtliche Nutzungsdauer
abgeschrieben. Bei voraussichtlich dauernden
Wertminderungen erfolgen außerplanmäßige
Abschreibungen auf die niedrigeren beizulegenden Werte am
Bilanzstichtag.
Den planmäßigen Abschreibungen lagen
folgende betriebsgewöhnliche Nutzungsdauern zugrunde:
| in Jahren |
Nutzungsdauer |
| Immaterielle
Vermögensgegenstände |
|
| Software |
3 bis 5 |
| Titel- und
Verlagsrechte |
15 |
| Sonstige Lizenzen und
Rechte |
1 bis 5 |
| Sachanlagen |
|
| Mietereinbauten |
3 bis 15 |
| Technische Anlagen und
Maschinen |
3 bis 16 |
| Sonstige Betriebs- und
Geschäftsausstattung |
3 bis 13 |
Investitionszuschüsse der öffentlichen Hand
werden als passive Rechnungsabgrenzungsposten bilanziert
und über die Nutzungsdauer der jeweils
geförderten Vermögensgegenstände
ergebniswirksam aufgelöst. Der Ausweis erfolgt in den
sonstigen betrieblichen Erträgen.
Finanzanlagen werden zu Anschaffungskosten oder bei
einer voraussichtlich dauernden Wertminderung zu dem
niedrigeren beizulegenden Wert am Bilanzstichtag
bilanziert. Zuschreibungen auf Finanzanlagen werden im
Ergebnis aus Finanzanlagen ausgewiesen.
Umlaufvermögen
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sowie Waren werden zu
Anschaffungskosten oder niedrigeren beizulegenden Werten am
Bilanzstichtag bewertet. Bestandsrisiken, die sich aus der
Lagerdauer oder einer geminderten Verwertbarkeit ergeben,
werden durch angemessene Abwertungen berücksichtigt.
Forderungen und sonstige
Vermögensgegenstände werden zum Nennwert bzw. zu
Anschaffungskosten oder zum niedrigeren beizulegenden Wert
am Bilanzstichtag bilanziert. Einzelrisiken werden durch
angemessene Wertberichtigungen berücksichtigt.
Finanzmittel umfassen Kassenbestände, Guthaben
bei Kreditinstituten sowie Schecks und werden zum
Nominalwert oder zum niedrigeren beizulegenden Wert am
Bilanzstichtag bilanziert.
Rückstellungen und
Verbindlichkeiten
Rückstellungen für Pensionen und
ähnliche Verpflichtungen
("Pensionsrückstellungen") werden auf der Grundlage
versicherungsmathematischer Berechnungen nach dem
Anwartschaftsbarwertverfahren unter Berücksichtigung
von zukünftigen Entgelt- und Rentenanpassungen
bewertet. Die Abzinsung erfolgt mit dem durchschnittlichen
Marktzinssatz der vergangenen zehn Geschäftsjahre auf
Basis einer pauschal angenommenen Restlaufzeit von 15
Jahren.
Zur Sicherung und Erfüllung von
Pensionsverpflichtungen der Axel Springer SE besteht ein
sogenanntes Contractual Trust Arrangement. Die
treuhänderische Verwaltung ausschließlich der
Erfüllung von Pensionsverpflichtungen dienender und
dem Zugriff aller übrigen Gläubiger entzogener
Vermögensgegenstände ("Deckungsvermögen")
erfolgt durch den rechtlich selbstständigen Axel
Springer Pensionstreuhand e. V., Berlin. Das
Deckungsvermögen wird zum beizulegenden Zeitwert
bewertet und mit den Pensionsverpflichtungen verrechnet.
Soweit das Deckungsvermögen die hierdurch gesicherten
Pensionsverpflichtungen übersteigt, wird ein separater
Aktivposten in der Bilanz ausgewiesen ("Aktiver
Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung").
Erträge aus Deckungsvermögen werden mit
Aufwendungen aus der Aufzinsung von
Pensionsrückstellungen innerhalb des Postens "Zinsen
und ähnliche Aufwendungen" verrechnet, darüber
hinaus im Posten "Sonstige Zinsen und ähnliche
Erträge" ausgewiesen. Der Ausweis von Aufwendungen aus
Deckungsvermögen erfolgt im Posten "Zinsen und
ähnliche Aufwendungen".
Steuerrückstellungen und sonstige
Rückstellungen werden nach den Grundsätzen
vernünftiger kaufmännischer Beurteilung für
ungewisse Verbindlichkeiten und drohende Verluste aus
schwebenden Geschäften in Höhe des notwendigen
Erfüllungsbetrags gebildet; erwartete Preis- und
Kostensteigerungen werden hierbei berücksichtigt.
Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als
einem Jahr werden mit dem laufzeitadäquaten
durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben
Geschäftsjahre abgezinst.
Verpflichtungen aus anteilsbasierten
Vergütungsprogrammen mit Barausgleich werden in den
sonstigen Rückstellungen ausgewiesen. Die über
den Erdienungszeitraum aufwandswirksam im Personalaufwand
zu erfassenden Vergütungskomponenten entsprechen dem
Zeitwert der gewährten Optionen zum Bilanzstichtag.
Die Bestimmung der Zeitwerte erfolgt auf der Grundlage
anerkannter Bewertungsmodelle.
Im Zinsergebnis werden ausschließlich die auf
das Geschäftsjahr entfallenden Zinsanteile aus der
Aufzinsung von Rückstellungen ausgewiesen.
Erträge und Aufwendungen aus Deckungsvermögen
werden mit den Aufwendungen aus der Aufzinsung der
Pensionsrückstellungen zusammengefasst ("Zinsergebnis
aus der Pensionsbilanzierung"). Erträge und
Aufwendungen aufgrund von Änderungen des
Rechnungszinses werden in den sonstigen betrieblichen
Erträgen bzw. im Personalaufwand erfasst.
Verbindlichkeiten werden zum Erfüllungsbetrag
angesetzt.
Steuern
Auf temporäre Differenzen zwischen den
steuerrechtlichen Wertansätzen und den Ansätzen
in der Handelsbilanz sowie auf Zins- und
Verlustvorträge, soweit eine hinreichend hohe
Wahrscheinlichkeit ihrer Realisierung innerhalb der
nächsten fünf Geschäftsjahre besteht, werden
latente Steuern vom Einkommen und vom Ertrag ermittelt. In
die Berechnung werden auch die ertragsteuerlichen
Organgesellschaften sowie die Personengesellschaften, an
denen die Axel Springer SE beteiligt ist, einbezogen.
Aktive und passive latente Steuern werden in Summe
verrechnet. Sofern sich ein Überhang aktiver latenter
Steuern ergibt, wird dieser nicht angesetzt.
Aufwendungen für sonstige Steuern werden in den
sonstigen betrieblichen Aufwendungen ausgewiesen.
Währungsumrechnung
Forderungen und sonstige
Vermögensgegenstände, Finanzmittel und
Verbindlichkeiten in fremder Währung werden
grundsätzlich zum Devisenkassamittelkurs am
Bilanzstichtag umgerechnet.
Finanzderivate
Finanzderivate können entsprechend den
Richtlinien der Gesellschaft insbesondere zur Absicherung
von Zins- und Währungsrisiken eingesetzt werden. Sie
werden grundsätzlich mit den abgesicherten
Grundgeschäften zu Bewertungseinheiten
zusammengefasst, sofern die Voraussetzungen hierfür
erfüllt sind. Anderenfalls werden Finanzderivate
einzeln zum beizulegenden Zeitwert bewertet und
unrealisierte Verluste ergebniswirksam erfasst.
Erläuterungen zur Bilanz
(1) Immaterielle
Vermögensgegenstände
| Mio. € |
Rechte und
Lizenzen |
Geleistete
Anzahlungen |
Immaterielle
Vermögensgegenstände |
| Anschaffungs- oder
Herstellungskosten |
|
|
|
| 31.12.2022 |
125,9 |
0,9 |
126,8 |
| Ausgliederung |
- 32,5 |
- 0,8 |
- 33,3 |
| 01.01.2023 |
93,4 |
0,1 |
93,5 |
| Zugänge |
0,1 |
0,6 |
0,7 |
| Umbuchungen |
0,1 |
- 0,1 |
0,0 |
| Abgänge |
-57,1 |
- 0,4 |
- 57,5 |
| 31.12.2023 |
36,5 |
0,2 |
36,7 |
| Kumulierte
Abschreibungen |
|
|
|
| 31.12.2022 |
119,9 |
0,0 |
119,9 |
| Ausgliederung |
- 29,8 |
0,0 |
- 29,8 |
| 01.01.2023 |
90,1 |
0,0 |
90,1 |
| Abschreibungen des
Geschäftsjahres |
1,5 |
0,0 |
1,5 |
| Abgänge |
-57,1 |
0,0 |
- 57,1 |
| 31.12.2023 |
34,5 |
0,0 |
34,5 |
| Buchwerte |
|
|
|
| 31.12.2023 |
1,9 |
0,2 |
2,1 |
| 01.01.2023 |
3,3 |
0,1 |
3,4 |
| 31.12.2022 |
6,0 |
0,9 |
6,9 |
Im Berichtsjahr wurden
außerplanmäßigen Abschreibungen auf
immaterielle Vermögensgegenstände in Höhe
von € 0,1 Mio. (2022P/2022: € 0,0 Mio.) erfasst.
(2) Sachanlagen
| Mio. € |
Grundstücke und
Gebäude |
Technische Anlagen und
Maschinen |
Andere Anlagen,
Betriebs- und Geschäfts-ausstattung |
Geleistete Anzahlungen
und Anlagen im Bau |
Sachanlagen |
| Anschaffungs- oder
Herstellungskosten |
|
|
|
|
|
| 31.12.2022 |
4,0 |
11,7 |
68,5 |
1,8 |
86,0 |
| Ausgliederung |
0,0 |
0,0 |
- 7,0 |
- 0,8 |
-7,9 |
| 01.01.2023 |
4,0 |
11,7 |
61,5 |
1,0 |
78,1 |
| Zugänge |
0,0 |
0,0 |
2,4 |
0,3 |
2,7 |
| Umbuchungen |
0,0 |
0,0 |
0,4 |
- 0,4 |
0,0 |
| Abgänge |
- 4,0 |
- 1,2 |
-20,7 |
- 0,1 |
- 26,0 |
| 31.12.2023 |
0,0 |
10,5 |
43,6 |
0,8 |
54,8 |
| Kumulierte
Abschreibungen |
|
|
|
|
|
| 31.12.2022 |
1,6 |
3,4 |
45,1 |
0,0 |
50,1 |
| Ausgliederung |
0,0 |
0,0 |
- 4,7 |
0,0 |
-4,7 |
| 01.01.2023 |
1,6 |
3,4 |
40,4 |
0,0 |
45,4 |
| Abschreibungen des
Geschäftsjahres |
0,1 |
0,8 |
3,3 |
0,0 |
4,2 |
| Abgänge |
- 1,7 |
- 1,2 |
- 19,7 |
0,0 |
- 22,6 |
| 31.12.2023 |
0,0 |
3,0 |
24,0 |
0,0 |
27,0 |
| Buchwerte |
|
|
|
|
|
| 31.12.2023 |
0,0 |
7,5 |
19,5 |
0,8 |
27,7 |
| 01.01.2023 |
2,4 |
8,3 |
21,1 |
1,0 |
32,7 |
| 31.12.2022 |
2,4 |
8,3 |
23,3 |
1,8 |
35,9 |
Im Berichtsjahr wurden
außerplanmäßige Abschreibungen auf
Sachanlagen in Höhe von € 0,1 Mio. (2022P/2022:
€ 1,3 Mio.) erfasst.
(3) Finanzanlagen
| Mio. € |
Anteile an verbundenen
Unternehmen |
Ausleihungen an
verbundene Unternehmen |
Beteiligungen |
Ausleihungen an
Beteiligungen |
Sonstige
Ausleihungen |
Finanzanlagen |
| Anschaffungs- oder
Herstellungskosten |
|
|
|
|
|
|
| 31.12.2022 |
7.175,7 |
697,2 |
28,0 |
5,4 |
1,1 |
7.907,4 |
| Ausgliederung |
- 163,4 |
0,0 |
- 4,8 |
0,0 |
0,0 |
- 168,1 |
| 01.01.2023 |
7.012,3 |
697,2 |
23,2 |
5,4 |
1,1 |
7.739,3 |
| Zugänge |
454,1 |
3.494,3 |
0,0 |
4,8 |
0,0 |
3.953,2 |
| Umbuchungen |
-0,5 |
0,0 |
0,5 |
0,0 |
0,0 |
0,0 |
| Abgänge |
-2.369,7 |
- 281,5 |
0,0 |
- 1,8 |
0,0 |
-2.653,0 |
| 31.12.2023 |
5.096,2 |
3.910,0 |
23,7 |
8,4 |
1,1 |
9.039,5 |
| Kumulierte
Abschreibungen |
|
|
|
|
|
|
| 31.12.2022 |
318,2 |
0,0 |
13,8 |
0,0 |
0,0 |
332,1 |
| Ausgliederung |
- 139,8 |
0,0 |
- 0,9 |
0,0 |
0,0 |
- 140,7 |
| 01.01.2023 |
178,4 |
0,0 |
12,9 |
0,0 |
0,0 |
191,4 |
| Abschreibungen des
Geschäftsjahres |
51,2 |
0,0 |
0,2 |
0,0 |
0,0 |
51,3 |
| Umbuchungen |
-0,5 |
0,0 |
0,5 |
0,0 |
0,0 |
0,0 |
| Abgänge |
- 48,6 |
0,0 |
0,0 |
0,0 |
0,0 |
- 48,6 |
| Zuschreibungen des
Geschäftsjahres |
- 1,1 |
0,0 |
0,0 |
0,0 |
0,0 |
- 1,1 |
| 31.12.2023 |
179,4 |
0,0 |
13,6 |
0,0 |
0,0 |
193,0 |
| Buchwerte |
|
|
|
|
|
|
| 31.12.2023 |
4.916,8 |
3.910,0 |
10,1 |
8,4 |
1,1 |
8.846,5 |
| 01.01.2023 |
6.833,8 |
697,2 |
10,3 |
5,4 |
1,1 |
7.547,8 |
| 31.12.2022 |
6.857,5 |
697,2 |
14,2 |
5,4 |
1,1 |
7.575,3 |
Im Berichtsjahr wurden
außerplanmäßige Abschreibungen auf
Finanzanlagen in Höhe von € 51,3 Mio. (2022P:
€ 28,7 Mio.; 2022: € 77,3 Mio.) vorgenommen.
Die Zugänge bei den Finanzanlagen resultierten
hauptsächlich aus der Vergabe von Darlehen an
Tochterunternehmen, die der Finanzierung von
Beteiligungstransaktionen innerhalb des Konzerns und der
Refinanzierung von konzerninternen Darlehen dienten. Die
Abgänge waren vor allem durch die Verschmelzung von
Tochtergesellschaften bedingt.
(4) Forderungen und sonstige
Vermögensgegenstände
| Mio. € |
31.12.2023 |
01.01.2023 |
31.12.2022 |
| Forderungen aus
Lieferungen und Leistungen |
5,9 |
19,6 |
21,8 |
| Forderungen gegen
verbundene Unternehmen |
100,5 |
217,0 |
217,0 |
| Forderungen gegen
Unternehmen, mit denen ein
Beteiligungsverhältnis besteht |
0,1 |
0,4 |
0,4 |
| Sonstige
Vermögensgegenstände |
28,6 |
18,2 |
18,6 |
| Forderungen und sonstige
Vermögensgegenstände |
135,1 |
255,1 |
257,7 |
Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen
enthielten im Wesentlichen Finanzforderungen aus dem
konzernweiten Liquiditätsmanagement.
(5) Eigenkapital
Gezeichnetes Kapital
Das voll eingezahlte Grundkapital in Höhe von
€ 107,9 Mio. ist in 107.895.311 auf den Namen lautende
Stückaktien mit einem rechnerischen Anteil von €
1,00 je Aktie eingeteilt. Die Aktien können nur mit
Zustimmung der Gesellschaft übertragen werden.
Genehmigtes Kapital
Der Vorstand ist satzungsgemäß
ermächtigt, das Grundkapital bis zum März 2028
mit Zustimmung des Aufsichtsrats durch Ausgabe neuer auf
den Namen lautender Stückaktien gegen Bar- und/oder
Sacheinlagen (einschließlich gemischter Sacheinlagen)
einmalig oder mehrmals um bis zu insgesamt € 10,5 Mio.
zu erhöhen (genehmigtes Kapital). Den Aktionären
ist dabei grundsätzlich ein Bezugsrecht
einzuräumen. Der Vorstand ist jedoch ermächtigt,
mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht der
Aktionäre in bestimmten Fällen
auszuschließen.
Gewinnrücklagen
Die Gewinnrücklagen entwickelten sich wie folgt:
| Mio. € |
Gesetzliche
Rücklage |
Andere
Gewinnrücklagen |
Gewinnrücklagen |
| Stand zum
01.01.2023/31.12.2022 |
10,2 |
62,6 |
72,8 |
| Einstellung
gemäß Hauptversammlungsbeschluss 2023 |
0,0 |
1.132,3 |
1.132,3 |
| Auflösung |
0,0 |
- 1.181,5 |
- 1.181,5 |
| Stand zum
31.12.2023 |
10,2 |
13,3 |
23,5 |
Zum 31. Dezember 2023 unterlagen Gewinnrücklagen
in Höhe von € 13,3 Mio. einer
Ausschüttungssperre. Diese resultierte in Höhe
von € 6,2 Mio. aus der Zeitwertbilanzierung des
Deckungsvermögens und in Höhe von € 3,0 Mio.
aus der Bewertung des Erfüllungsbetrags der
Pensionsverpflichtungen (vgl. Ziffer (6)). Daneben
führten diesbezüglich berücksichtigte
latente Steuern zu einem rechnerischen Überhang
aktiver latenter Steuern, der in Höhe von € 4,1
Mio. in die Ausschüttungssperre einging.
(6) Rückstellungen
| Mio. € |
31.12.2023 |
01.01.2023 |
31.12.2022 |
|
Pensionsrückstellungen |
77,0 |
36,2 |
43,0 |
|
Steuerrückstellungen |
17,9 |
18,1 |
18,1 |
| Sonstige
Rückstellungen |
83,8 |
83,1 |
96,2 |
| Rückstellungen |
178,7 |
137,4 |
157,3 |
Pensionsrückstellungen
Die Pensionsrückstellungen ermittelten sich wie
folgt:
| Mio. € |
31.12.2023 |
| Erfüllungsbetrag
der Pensionsverpflichtungen |
340,8 |
|
Deckungsvermögen |
-263,8 |
|
Pensionsrückstellungen |
77,0 |
Pensionsrückstellungen wurden für
Verpflichtungen aus Anwartschaften und laufenden Leistungen
an ehemalige und aktive Mitarbeiter der Axel Springer SE
sowie für deren Hinterbliebene gebildet und basierten
auf einzelvertraglichen Zusagen, Betriebsvereinbarungen und
im Rahmen von Gehaltsumwandlungen geleisteten
Beiträgen in betriebliche Altersversorgungen.
Der Ermittlung des Erfüllungsbetrags der
Pensionsverpflichtungen wurde ein Rechnungszins von 1,8 %
p.a. sowie ein Renten- und Anwartschaftstrend von 2,0 %
p.a. zugrunde gelegt. Die Lebenserwartung wurde
entsprechend den Richttafeln 2018 G von Dr. Klaus Heubeck
berücksichtigt.
Der Erfüllungsbetrag der Pensionsverpflichtungen
unter Anwendung eines Rechnungszinses auf Basis des
durchschnittlichen Marktzinssatzes der vergangenen sieben
Geschäftsjahre (1,7 %) belief sich auf € 345,2
Mio. Zum angesetzten Wert (€ 340,8 Mio.) ergab sich
somit ein Unterschiedsbetrag in Höhe von € 4,4
Mio., der unter Berücksichtigung von latenten Steuern
einer Ausschüttungssperre unterlag (vgl. Ziffer (5)).
Das Deckungsvermögen setzte sich wie folgt
zusammen:
| Mio. € |
31.12.2023 |
| Grundstücke und
Gebäude |
150,0 |
| Wertpapiere des
Anlagevermögens |
112,9 |
| Finanzmittel |
0,5 |
|
Versicherungsansprüche |
0,4 |
| Zeitwert des
Deckungsvermögens |
263,8 |
Die Grundstücke und Gebäude beinhalteten
das Axel-Springer-Hochhaus am Standort Berlin. Der zum
Bilanzstichtag angesetzte Zeitwert in Höhe von €
150,0 Mio. wurde gutachterlich auf Basis eines
Discounted-Cash-flow-Verfahrens unter Verwendung eines
Diskontierungszinssatzes von 5,9 % und eines
Kapitalisierungszinssatzes von 4,9 % ermittelt.
Bei den Wertpapieren des Anlagevermögens
handelte es sich ausschließlich um Anteile an einem
Spezial-AIF (Alternativer Investmentfonds) im Sinne des
Kapitalanlagegesetzbuchs (Investmentvermögen), der
insbesondere in Wertpapiere, Geldmarktinstrumente und
Derivate investiert. Der bilanzierte Zeitwert des
Investmentvermögens entsprach dem Anteilswert.
Die Finanzmittel wurden zum Nominalbetrag angesetzt.
Die Versicherungsansprüche ergaben sich aus
verpfändeten Rückdeckungsversicherungen, die zum
Aktivwert angesetzt wurden.
Für das Deckungsvermögen ergaben sich
folgende Anschaffungskosten:
| Mio. € |
31.12.2023 |
| Grundstücke und
Gebäude |
156,0 |
| Wertpapiere des
Anlagevermögens |
104,0 |
| Finanzmittel |
0,5 |
|
Versicherungsansprüche |
0,4 |
| Anschaffungskosten des
Deckungsvermögens |
260,9 |
Sonstige Rückstellungen
Die sonstigen Rückstellungen beinhalteten
insbesondere Vorsorgen für leistungsabhängige
Vergütungen und anteilsbasierte
Vergütungsprogramme (€ 57,7 Mio.),
Verpflichtungen aus Altersteilzeitvereinbarungen (€
8,5 Mio.), Restrukturierungsmaßnahmen (€ 4,7
Mio.) und ausstehende Lieferantenrechnungen (€ 4,4
Mio.).
(7) Verbindlichkeiten
|
|
Restlaufzeit |
|
Restlaufzeit |
| Mio. € |
31.12.2023 |
bis 1 Jahr |
über 1 Jahr bis 5
Jahre |
01.01.2023 |
bis 1 Jahr |
über 1 Jahr bis 5
Jahre |
| Verbindlichkeiten
gegenüber Kreditinstituten |
1.695,3 |
32,8 |
1.662,5 |
1.598,8 |
7,3 |
1.591,5 |
|
Schuldscheindarlehen |
795,0 |
384,5 |
410,5 |
456,5 |
72,0 |
384,5 |
| Erhaltene Anzahlungen
auf Bestellungen |
0,0 |
0,0 |
0,0 |
0,0 |
0,0 |
0,0 |
| Verbindlichkeiten aus
Lieferungen und Leistungen |
5,8 |
5,8 |
0,0 |
18,6 |
18,6 |
0,0 |
| Verbindlichkeiten
gegenüber verbundenen Unternehmen |
2.547,4 |
2.547,4 |
0,0 |
3.675,6 |
3.675,6 |
0,0 |
| Verbindlichkeiten
gegenüber Unternehmen, mit denen ein
Beteiligungsverhältnis besteht |
0,0 |
0,0 |
0,0 |
0,5 |
0,5 |
0,0 |
| Sonstige
Verbindlichkeiten |
31,9 |
31,9 |
0,0 |
19,6 |
19,6 |
0,0 |
| Verbindlichkeiten |
5.075,4 |
3.002,4 |
2.073,0 |
5.769,7 |
3.793,6 |
1.976,0 |
|
|
Restlaufzeit |
| Mio. € |
31.12.2022 |
bis 1 Jahr |
über 1 Jahr bis 5
Jahre |
| Verbindlichkeiten
gegenüber Kreditinstituten |
1.598,8 |
7,3 |
1.591,5 |
|
Schuldscheindarlehen |
456,5 |
72,0 |
384,5 |
| Erhaltene Anzahlungen
auf Bestellungen |
1,0 |
1,0 |
0,0 |
| Verbindlichkeiten aus
Lieferungen und Leistungen |
23,1 |
23,1 |
0,0 |
| Verbindlichkeiten
gegenüber verbundenen Unternehmen |
3.675,6 |
3.675,6 |
0,0 |
| Verbindlichkeiten
gegenüber Unternehmen, mit denen ein
Beteiligungsverhältnis besteht |
0,5 |
0,5 |
0,0 |
| Sonstige
Verbindlichkeiten |
19,6 |
19,6 |
0,0 |
| Verbindlichkeiten |
5.775,2 |
3.799,1 |
1.976,0 |
Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen
Unternehmen enthielten im Wesentlichen
Finanzverbindlichkeiten aus dem konzernweiten
Liquiditätsmanagement. Die sonstigen Verbindlichkeiten
enthielten Steuerverbindlichkeiten in Höhe von €
6,1 Mio. (1. Januar 2023/31. Dezember 2022: € 5,7
Mio.).
Erläuterungen zur Gewinn- und
Verlustrechnung
(8) Umsatzerlöse
| Mio. € |
2023 |
| IT-Dienstleistungen |
58,8 |
| Vermietung und
Verpachtung |
30,7 |
| Übrige
Erlöse |
27,6 |
| Umsatzerlöse |
117,2 |
Die Umsatzerlöse wurden nahezu
ausschließlich im Inland realisiert.
(9) Sonstige betriebliche Erträge
und Aufwendungen
In den sonstigen betrieblichen Erträgen wurden
periodenfremde Erträge aus der Auflösung von
Rückstellungen (€ 2,9 Mio.) erfasst. Des Weiteren
waren Erträge aus Verschmelzungen von
Tochterunternehmen in Höhe von € 39,3 Mio.
enthalten.
Aus der Währungsumrechnung resultierten im
Berichtsjahr Erträge von € 9,0 Mio. (2022P/2022:
€ 10,1 Mio.) und Aufwendungen von € 7,1 Mio.
(2022P/2022: € 12,4 Mio.).
In den sonstigen betrieblichen Aufwendungen waren
Aufwendungen aus sonstigen Steuern in Höhe von €
0,3 Mio. (2022P/2022: € 0,3 Mio.) enthalten.
(10) Materialaufwand
| Mio. € |
2023 |
2022P |
2022 |
| Roh-, Hilfs- und
Betriebsstoffe und bezogene Waren |
0,9 |
1,1 |
52,8 |
| Bezogene Leistungen |
14,3 |
14,3 |
192,4 |
| Materialaufwand |
15,3 |
15,4 |
245,3 |
(11) Personalaufwand
| Mio. € |
2023 |
2022P |
2022 |
| Löhne und
Gehälter |
101,7 |
87,4 |
145,6 |
| Soziale Abgaben und
Aufwendungen für Altersversorgung und für
Unterstützung |
9,5 |
49,6 |
61,0 |
| davon für
Altersversorgung |
3,2 |
43,3 |
47,0 |
| Personalaufwand |
111,2 |
137,0 |
206,6 |
Die Zahl der durchschnittlich Beschäftigten
betrug im Berichtsjahr 864, davon 275 Redakteure und
Redakteurinnen. Aufgrund der im Berichtsjahr erfolgten
Ausgliederung sind 540 Beschäftigte (davon 360
Redakteure und Redakteurinnen) Ende September 2023 von der
Axel Springer SE in die Axel Springer Deutschland GmbH
übergegangen.
(12) Ergebnis aus Finanzanlagen
| Mio. € |
2023 |
2022P |
2022 |
| Erträge aus
Gewinnabführungen |
2.300,4 |
14,8 |
60,7 |
| Aufwendungen aus
Verlustübernahmen |
- 56,4 |
- 146,9 |
- 174,1 |
|
Ergebnisübernahmen |
2.244,0 |
- 132,1 |
- 113,5 |
| Erträge aus
Beteiligungen |
42,8 |
2,7 |
10,2 |
| Abschreibungen auf
Finanzanlagen |
- 51,3 |
- 28,7 |
- 77,3 |
| Zuschreibungen auf
Finanzanlagen |
1,1 |
0,0 |
0,0 |
| Erträge aus
Ausleihungen |
21,0 |
8,4 |
8,4 |
| davon aus verbundenen
Unternehmen |
20,6 |
7,9 |
7,9 |
| Ergebnis aus
Finanzanlagen |
2.257,6 |
- 149,8 |
- 172,2 |
Die Erträge aus Gewinnabführungen sind im
Berichtsjahr durch Einmaleffekte aus konzerninternen
Beteiligungstransaktionen geprägt.
(13) Zinsergebnis
| Mio. € |
2023 |
2022P |
2022 |
| Sonstige Zinsen und
ähnliche Erträge |
12,4 |
5,9 |
5,9 |
| davon aus verbundenen
Unternehmen |
11,3 |
4,0 |
4,0 |
| Zinsen und ähnliche
Aufwendungen |
- 199,7 |
- 70,0 |
- 69,7 |
| davon an verbundene
Unternehmen |
- 71,9 |
-16,2 |
- 16,2 |
| davon aus der
Aufzinsung |
- 6,2 |
- 5,9 |
- 6,4 |
| Zinsergebnis |
- 187,3 |
- 64,1 |
- 63,9 |
(14) Steuern vom Einkommen und vom
Ertrag
Der Berechnung latenter Steuern wurde ein
kombinierter Ertragsteuersatz von 31,0 % zugrunde gelegt.
Die Steuerermittlung zum 31. Dezember 2023 ergab einen
Überhang aktiver latenter Steuern. Dieser resultierte
im Wesentlichen aus der niedrigeren steuerrechtlichen
Bewertung der Pensionsverpflichtungen.
Zum 1. Januar 2024 trat das Mindeststeuergesetz in
Deutschland in Kraft. Die Axel Springer SE als
Mutterunternehmen des Axel Springer Konzerns fällt in
den Geltungsbereich dieser Rechtsvorschrift. Die
potentiellen Auswirkungen auf die Ertragsteuern in
Deutschland werden derzeit analysiert. Aufgrund der
Abhängigkeit von ausländischen nationalen
Primärergänzungssteuervorschriften liegt das
Ergebnis der Analyse aktuell noch nicht vor.
Sonstige Angaben
(15) Finanzderivate
Zur Absicherung von
Zahlungsstromänderungsrisiken aufgrund variabel
verzinster Verbindlichkeiten gegenüber
Kreditinstituten und Schuldscheindarlehen wurden im
Berichtsjahr Zinsderivate in Form von Zinsswaps eingesetzt.
Die Zinsderivate (Sicherungsgeschäfte) wurden
insbesondere hinsichtlich Laufzeit, Nominalbetrag und
variabler Verzinsung jeweils analog zu entsprechenden
Tranchen der in Anspruch genommenen Kreditlinien und
Darlehen (Grundgeschäfte) abgeschlossen. Die
Zahlungsströme der jeweiligen Grund- und
Sicherungsgeschäfte gleichen sich in Bezug auf das
abgesicherte Risiko variabler Zinszahlungen
vollständig aus. Die Grundgeschäfte und
entsprechenden Sicherungsgeschäfte wurden jeweils als
Mikro-Bewertungseinheit bilanziert. Zum 31. Dezember 2023
waren Grundgeschäfte mit einem Gesamtvolumen von
€ 766,0 Mio. und Laufzeiten bis 2024 (€ 200,0
Mio.), 2026 (€ 414,5 Mio.), 2027 (€ 113,5 Mio.)
und 2028 (€ 38,0 Mio.) durch entsprechende
Sicherungsgeschäfte gesichert. Zum Bilanzstichtag
wurden auf Basis von Marktpreisen für einen Teil der
Zinsderivate negative Zeitwerte in Höhe von € 7,6
Mio. ermittelt, die aufgrund der bestehenden
Bewertungseinheiten nicht bilanziert wurden.
(16) Haftungsverhältnisse
Zum Bilanzstichtag bestanden folgende
Haftungsverhältnisse:
Eine Inanspruchnahme aus den genannten
Haftungsverhältnissen wird aufgrund des bisherigen
Zahlungsverhaltens der Begünstigten und unter
Berücksichtigung der bis zum Aufstellungszeitpunkt
gewonnenen Erkenntnisse als nicht wahrscheinlich
eingeschätzt.
(17) Nicht in der Bilanz enthaltene
Geschäfte
Im März 2020 wurde der Axel-Springer-Neubau am
Standort Berlin veräußert und ein Ertrag vor
Steuern in Höhe von € 114,2 Mio. realisiert. Der
Kaufpreis betrug € 427,1 Mio., die Herstellungskosten
beliefen sich auf € 312,9 Mio. Mit dem Erwerber der
Immobilie wurde ein Vertrag über die Rückmietung
der Gesamtfläche ab April 2020 für einen Zeitraum
von 15 Jahren geschlossen (Grundmietzeit). Des Weiteren
wurden Axel Springer Mietverlängerungsoptionen von
insgesamt 15 Jahren eingeräumt. Die jährliche
Miete, die alle zwei Jahre entsprechend dem
Verbraucherpreisindex angepasst wird, betrug im
Berichtsjahr € 16,4 Mio. Auf Basis der
Verhältnisse zum Bilanzstichtag werden sich über
die verbleibende Grundmietzeit Mietaufwendungen in
Höhe von € 184,4 Mio. ergeben.
Anfang 2018 wurde das Axel-Springer-Hochhaus am
Standort Berlin zur Bildung von Deckungsvermögen
treuhänderisch an den Axel Springer Pensionstreuhand
e. V., Berlin ("Verein"), übertragen und ein Ertrag
vor Steuern in Höhe von € 148,3 Mio. realisiert.
Zur weiteren Nutzung des Gebäudes seitens der Axel
Springer SE wurde mit dem Verein ein Mietvertrag mit einer
Laufzeit von 30 Jahren geschlossen. Die Miete, die alle
zwei Jahre entsprechend dem Verbraucherpreisindex angepasst
wird, betrug im Berichtsjahr € 6,4 Mio. Auf Basis der
Verhältnisse zum Bilanzstichtag werden sich
zukünftige Mietaufwendungen in Höhe von €
172,6 Mio. ergeben.
Ende 2017 wurde die Axel-Springer-Passage am Standort
Berlin veräußert und ein Ertrag vor Steuern in
Höhe von € 281,8 Mio. realisiert. Mit dem
Erwerber der Immobilie wurde ein Vertrag über die
Rückmietung der Gesamtfläche ab Januar 2018
für einen Zeitraum von drei Jahren und von
Teilflächen für weitere fünf bzw. sieben
Jahre geschlossen. Auf Basis dieses Mietvertrages sowie
weiterer Vertragsanpassungen wurde die Anmietung eines
Großteils der ursprünglichen Mietfläche
sukzessive bis Mitte 2021 beendet. Die Miete für die
verbliebene Fläche, die grundsätzlich alle zwei
Jahre entsprechend dem Verbraucherpreisindex angepasst
wird, betrug im Berichtsjahr € 1,9 Mio. Auf Basis der
Verhältnisse zum Bilanzstichtag werden sich
zukünftige Mietaufwendungen in Höhe von €
8,7 Mio. ergeben.
| Mio. € |
31.12.2023 |
| Bürgschaften |
2,8 |
|
Gewährleistungsverträge |
143,9 |
| davon gegenüber
verbundenen Unternehmen |
128,4 |
|
Haftungsverhältnisse |
146,7 |
(18) Sonstige finanzielle
Verpflichtungen
Sonstige finanzielle Verpflichtungen beliefen sich
zum Bilanzstichtag auf € 55,6 Mio.
(19) Aufsichtsrat
| ― |
Ralph Büchi, Vorsitzender
des Aufsichtsrats der Axel Springer SE
|
| ― |
Dr. h. c. Friede Springer,
Stellvertretende Vorsitzende des Aufsichtsrats der
Axel Springer SE
|
| ― |
Andrej Babache, Managing
Director CPPI
|
| ― |
Philipp Freise, Partner und
Co-Leiter des europäischen
Private-Equity-Geschäfts KKR
|
| ― |
Oliver Heine, Rechtsanwalt
|
| ― |
Johannes P. Huth, Partner und
Head of KKR EMEA
|
| ― |
Franziska Kayser, Partner
KKR
|
| ― |
Prof. Dr.-Ing. Wolfgang Reitzle,
Unternehmer
|
| ― |
Martin Varsavsky,
Unternehmer
|
(20) Vorstand
| ― |
Dr. Mathias Döpfner,
Vorstandsvorsitzender
|
| ― |
Jan Bayer, stellvertretender
Vorstandsvorsitzender, Vorstand News Media USA
|
| ― |
Dr. Julian Deutz, Vorstand
Finanzen und Classifieds Media
|
| ― |
Niddal Salah-Eldin,
Vorständin Talent & Culture
|
(21) Bezüge des Aufsichtsrats und
des Vorstands
Im Berichtsjahr beliefen sich die Bezüge der
Mitglieder des Aufsichtsrats auf € 3,0 Mio. Die
Bezüge der Mitglieder des Vorstands der Axel Springer
SE betrugen € 19,0 Mio. Für ehemalige Mitglieder
des Vorstands sowie deren Hinterbliebenen wurden
Bezüge in Höhe von € 2,6 Mio. geleistet und
in Höhe von € 33,3 Mio. Vorsorge für
Pensionszusagen getroffen.
(22) Anteilsbesitz
Nachfolgend sind die wesentlichen Beteiligungen zum
31. Dezember 2023 aufgeführt.
| Nr. |
Gesellschaft |
Anteil am Kapital |
über Nr. |
Eigenkapital Mio.
€
1) |
Jahresergebnis Mio.
€
1) |
| 1 |
4Press GmbH & Co.
KG, Machern OT Gerichshain |
12,8 % |
14 |
0,4 |
4,5 |
| 2 |
ANTENNE BAYERN GmbH
& Co. KG, Ismaning |
16,0 % |
|
- |
-
2) |
| 3 |
Appcast, Inc., Lebanon,
USA |
95,4 % |
127 |
56,6 |
28,2 |
| 4 |
AS TV-Produktions- und
Vertriebsges. mbH, Hamburg |
100,0 % |
|
3,7 |
0,0 |
| 5 |
AVIV Group GmbH,
Berlin |
100,0 % |
16 |
1.453,8 |
7,6 |
| 6 |
AWIN AG, Berlin |
80,0 % |
17 |
91,9 |
- 0,6 |
| 7 |
AWIN Inc., Wilmington,
USA |
100,0 % |
8 |
50,4 |
- 3,9 |
| 8 |
AWIN Ltd., London,
Großbritannien |
100,0 % |
6 |
125,8 |
16,0 |
| 9 |
AWIN
VEICULAÇÂO DE PUBLICIDADE NA INTERNET
LTDA., Sao Paulo, Brasilien |
100,0 % |
6 |
2,4 |
0,4 |
| 10 |
Axel Springer All Media
GmbH, Berlin |
100,0 % |
14 |
43,0 |
0,0 |
| 11 |
Axel Springer Audio
GmbH, Berlin |
100,0 % |
14 |
7,8 |
0,0 |
| 12 |
Axel Springer
Auto-Verlag GmbH, Hamburg |
100,0 % |
14 |
3,0 |
0,0 |
| 13 |
Axel Springer Corporate
Solutions GmbH & Co. KG, Berlin |
100,0 % |
|
2,8 |
0,2 |
| 14 |
Axel Springer
Deutschland GmbH, Berlin |
100,0 % |
|
62,9 |
0,0 |
| 15 |
Axel Springer Digital
Classifieds GmbH, Berlin |
100,0 % |
17 |
1.492,7 |
0,0 |
| 16 |
Axel Springer Digital
Classifieds Holding GmbH, Berlin |
100,0 % |
15 |
1.536,8 |
0,0 |
| 17 |
Axel Springer Digital
GmbH, Berlin |
100,0 % |
|
4.525,6 |
0,0 |
| 18 |
Axel Springer Digital
Ventures GmbH, Berlin |
100,0 % |
17 |
1.622,9 |
0,0 |
| 19 |
Axel Springer Digital
Ventures US GmbH, Berlin |
100,0 % |
18 |
4,5 |
0,0 |
| 20 |
Axel Springer Digital
Ventures US II GmbH, Berlin |
100,0 % |
18 |
4,8 |
- 7,9 |
| 21 |
Axel Springer Druckhaus
Spandau GmbH & Co. KG, Berlin |
100,0 % |
|
-2,8 |
- 1,1 |
| 22 |
Axel Springer
España S.A., Madrid, Spanien |
100,0 % |
|
0,6 |
- 1,6 |
| 23 |
Axel Springer France
S.A.S., Paris, Frankreich |
100,0 % |
|
9,7 |
1,9 |
| 24 |
Axel Springer INSIDER
Ventures GmbH, Berlin |
19,9 % |
81 |
2,7 |
0,0 |
|
|
80,1 % |
18 |
|
|
| 25 |
Axel Springer
International Limited, London,
Großbritannien |
100,0 % |
|
310,4 |
-54,2 |
| 26 |
Axel Springer Media for
Equity GmbH, Berlin |
100,0 % |
18 |
2,4 |
0,0 |
| 27 |
Axel Springer Medien
Accounting Service GmbH, Berlin |
100,0 % |
|
1,2 |
0,0 |
| 28 |
Axel Springer National
Media & Tech GmbH & Co. KG, Berlin |
100,0 % |
14 |
8,0 |
1,0 |
| 29 |
Axel Springer
Offsetdruckerei Ahrensburg GmbH & Co. KG,
Ahrensburg |
100,0 % |
|
22,1 |
- 1,4 |
| 30 |
Axel Springer
Offsetdruckerei Kettwig GmbH & Co. KG, Essen |
100,0 % |
|
1,9 |
- 1,2 |
| 31 |
Axel Springer Plug and
Play Accelerator GmbH, Berlin |
50,0 % |
18 |
3,2 |
0,2 |
| 32 |
Axel Springer Porsche
GmbH & Co. KG, Berlin |
50,0 % |
18 |
24,5 |
- 4,7 |
| 33 |
Axel Springer Schweiz
AG, Zürich, Schweiz |
100,0 % |
|
7,5 |
7,2 |
| 34 |
Axel Springer Services
& Immobilien GmbH, Berlin |
100,0 % |
|
5,2 |
0,0 |
| 35 |
Axel Springer Sport
Verlag GmbH, Hamburg |
100,0 % |
14 |
1,3 |
0,0 |
| 36 |
Axel Springer
Syndication GmbH, Berlin |
100,0 % |
39 |
0,5 |
0,0 |
| 37 |
Axel Springer Teaser Ad
GmbH, Berlin |
100,0 % |
10 |
3,4 |
0,0 |
| 38 |
Axel Springer USA Inc.,
Wilmington, USA |
100,0 % |
18 |
9,4 |
0,0 |
| 39 |
"Axel Springer Verlag"
Beteiligungsgesellschaft mbH, Berlin |
100,0 % |
14 |
174,0 |
0,0 |
| 40 |
B.Z. Ullstein GmbH,
Berlin |
100,0 % |
39 |
15,4 |
0,0 |
| 41 |
Bayard Advertising
Agency, Inc., New York City, USA |
100,0 % |
42 |
10,8 |
6,4 |
| 42 |
Bayard Intermediate
Holdings, Inc., Wilmington, USA |
100,0 % |
3 |
0,7 |
0,0 |
| 43 |
Boerse Stuttgart Digital
Holding GmbH, Stuttgart |
3,3 % |
64 |
6,5 |
-29,4 |
|
|
6,7 % |
|
|
|
| 44 |
Bonial Holding GmbH,
Berlin |
100,0 % |
17 |
- 36,2 |
10,6 |
| 45 |
Bonial International
GmbH, Berlin |
100,0 % |
44 |
18,6 |
0,0 |
| 46 |
Bonial SAS, Paris,
Frankreich |
100,0 % |
45 |
1,7 |
1,0 |
| 47 |
bp fulfillment &
service GmbH & Co. KG, Hamburg |
100,0 % |
|
2,9 |
0,0 |
| 48 |
Business Insider
Deutschland GmbH, Berlin |
100,0 % |
18 |
9,0 |
0,0 |
| 49 |
Business Insider Europe
Limited, London, Großbritannien |
100,0 % |
81 |
3,2 |
0,8 |
| 50 |
CaribbeanJobs Ltd,
George Town, Kaimaninseln |
100,0 % |
129 |
3,8 |
0,8 |
| 51 |
Commission Factory Pty
Ltd, Sydney, Australien |
100,0 % |
6 |
5,4 |
1,7 |
| 52 |
comparado GmbH,
Lüneburg |
100,0 % |
75 |
1,4 |
1,1 |
| 53 |
COMPUTER BILD Digital
GmbH, Hamburg |
100,0 % |
14 |
0,6 |
0,0 |
| 54 |
Coral-Tell Ltd., Tel
Aviv, Israel |
100,0 % |
5 |
41,5 |
8,4 |
| 55 |
Digital Classifieds
France SAS, Paris, Frankreich |
100,0 % |
5 |
1.201,9 |
33,6 |
|
|
1,0 % |
14 |
|
|
| 56 |
dpa Deutsche Presse
Agentur GmbH, Hamburg |
1,4 % |
148 |
45,0 |
1,2 |
|
|
1,0 % |
40 |
|
|
| 57 |
Drive Innovation Insight
SAS, Paris, Frankreich |
100,0 % |
136 |
4,6 |
0,0 |
| 58 |
Dyn Media GmbH,
Köln |
75,2 % |
|
3,6 |
- 4,4 |
| 59 |
Editions Reworld Axel
Springer (ERAS) S.E.N.C., Montrouge Cedex,
Frankreich |
50,0 % |
23 |
11,9 |
3,2 |
| 60 |
Einundneunzigste "Media"
Vermögensverwaltungsges. mbH, Berlin |
100,0 % |
|
0,0 |
0,0 |
| 61 |
eMarketer Inc., New
York, USA |
100,0 % |
18 |
3,8 |
0,8 |
| 62 |
F&J Labs Co-Invest
III, L.P., New York, USA |
4,0 % |
18 |
87,0 |
0,2 |
| 63 |
Falguière Conseil
SAS, Paris, Frankreich |
100,0 % |
55 |
7,0 |
1,0 |
| 64 |
finanzen.net GmbH,
Karlsruhe |
89,99 % |
18 |
15,2 |
14,9 |
| 65 |
finanzen.net zero GmbH,
Karlsruhe |
100,0 % |
64 |
-3,4 |
- 1,4 |
| 66 |
FRAMEN GmbH, Berlin |
66,1 % |
14 |
-6,2 |
- 8,3 |
| 67 |
Funk & Fernsehen
Nordwestdeutschland GmbH & Co. KG, Hannover |
7,6 % |
11 |
3,5 |
6,9 |
| 68 |
GLC Group SAS, Paris,
Frankreich |
22,5 % |
55 |
224,2 |
28,0
4) |
| 69 |
Grupa Morizon-Gratka Sp.
z o.o., Warschau, Polen |
100,0 % |
94 |
5,6 |
1,2 |
| 70 |
Grupa Ringier Axel
Springer Polska AG, Zürich, Schweiz |
50,0 % |
|
192,1 |
- 168,3 |
| 71 |
Homeday GmbH,
Berlin |
100,0 % |
5 |
- 64,0 |
-29,5 |
| 72 |
Housell Inmo Online
Services, S.L., Madrid, Spanien |
99,8 % |
5 |
-0,4 |
- 8,6 |
| 73 |
ICI Formations SAS,
Paris, Frankreich |
100,0 % |
125 |
2,1 |
- 0,4 |
| 74 |
ictjob SPRL,
Brüssel, Belgien |
99,0 % |
126 |
9,3 |
1,6 |
|
|
1,0 % |
123 |
|
|
| 75 |
Idealo Internet GmbH,
Berlin |
74,9 % |
17 |
74,9 |
14,5 |
| 76 |
ImmoSolve GmbH, Bad
Bramstedt |
100,0 % |
79 |
1,1 |
0,5 |
| 77 |
Immoweb Financial
Services SA, Brüssel, Belgien |
100,0 % |
78 |
0,4 |
- 0,5 |
| 78 |
Immoweb SA,
Brüssel, Belgien |
100,0 % |
55 |
109,8 |
18,7 |
| 79 |
Immowelt GmbH (seit
Februar 2024: AVIV Germany GmbH), Nürnberg |
100,0 % |
5 |
27,9 |
0,0 |
| 80 |
infoRoad GmbH,
Heroldsberg |
90,0 % |
12 |
1,2 |
0,8 |
| 81 |
Insider Inc., New York,
USA |
100,0 % |
18 |
15,5 |
- 3,7 |
| 82 |
Jobcity Ltd., Tel Aviv,
Israel |
100,0 % |
54 |
- 1,5 |
- 0,2 |
| 83 |
Jobs LU Ltd, Dublin,
Irland |
100,0 % |
129 |
7,8 |
2,2 |
| 84 |
Ladenzeile GmbH,
Berlin |
96,0 % |
75 |
-2,4 |
- 2,8 |
| 85 |
Lakestar II LP,
Guernsey, Gournsey |
5,7 % |
18 |
687,9 |
- 146,0 |
| 86 |
Lerer Hippeau Ventures
IV, LP, New York, USA |
1,6 % |
18 |
192,2 |
-29,3 |
| 87 |
Lerer Hippeau Ventures
V, LP, New York, USA |
1,8 % |
18 |
407,1 |
-37,9 |
| 88 |
Lerer Hippeau Ventures
VI, LP, New York, USA |
2,5 % |
18 |
349,1 |
-62,1 |
| 89 |
MAZ & More
TV-Produktion GmbH, Berlin |
100,0 % |
148 |
0,0 |
0,0 |
| 90 |
Media Impact GmbH &
Co. KG, Berlin |
100,0 % |
10 |
3,0 |
- 4,0 |
| 91 |
Media Pioneer Publishing
AG, Berlin |
35,9 % |
60 |
- 0,6 |
- 3,5 |
| 92 |
meinestadt.de GmbH,
Köln |
100,0 % |
125 |
10,2 |
0,0 |
| 93 |
Morning Brew, Inc., New
York, USA |
75,4 % |
18 |
4,0 |
- 10,8 |
| 94 |
MZN Property S.A.,
Warschau, Polen |
92,5 % |
70 |
25,1 |
0,1 |
| 95 |
Neuraum Ventures GmbH,
Berlin |
100,0 % |
79 |
0,5 |
0,0 |
| 96 |
NIJobs.com Ltd, Belfast,
Großbritannien |
100,0 % |
129 |
1,2 |
0,2 |
| 97 |
PACE Paparazzi Catering
& Event GmbH, Berlin |
100,0 % |
14 |
0,3 |
0,0 |
| 98 |
PMG Presse-Monitor GmbH
& Co. KG, Berlin |
14,0 % |
14 |
0,1 |
4,2 |
| 99 |
Pnet (Pty) Ltd,
Johannesburg, Südafrika |
100,0 % |
129 |
-0,1 |
0,9 |
| 100 |
Politico LLC, Arlington,
USA |
100,0 % |
102 |
394,2 |
30,4 |
| 101 |
Politico Media Group
Holding Inc., Wilmington, USA |
100,0 % |
18 |
930,6 |
0,0 |
| 102 |
Politico Media Group,
LLC, Arlington, USA |
100,0 % |
101 |
39,7 |
21,0 |
| 103 |
POLITICO SRL,
Brüssel, Belgien |
100,0 % |
136 |
4,5 |
4,2 |
| 104 |
Project A Ventures GmbH
& Co. KG, Berlin |
26,3 % |
17 |
28,5 |
8,3 |
| 105 |
Project A Ventures II
GmbH & Co. KG, Berlin |
2,1 % |
17 |
111,9 |
3,2 |
| 106 |
Project A Ventures III
GmbH & Co. KG, Berlin |
2,7 % |
17 |
144,9 |
- 16,4 |
| 107 |
Project A Ventures IV
GmbH & Co. KG, Berlin |
1,7 % |
18 |
61,7 |
- 8,0 |
| 108 |
Protocol Media LLC,
Arlington, USA |
100,0 % |
102 |
3,0 |
- 9,0 |
| 109 |
pw-Internet Solutions
GmbH, Mönchengladbach |
100,0 % |
95 |
1,3 |
0,4 |
| 110 |
Radio Hamburg GmbH &
Co. KG, Hamburg |
36,8 % |
11 |
5,8 |
4,3 |
| 111 |
RADIO/TELE FFH GmbH
& Co. Betriebs-KG, Bad Vilbel |
15,0 % |
11 |
- |
-
2) |
| 112 |
REMAGINE MEDIA VENTURES,
L.P., Wilmington, USA |
6,1 % |
18 |
30,6 |
- 0,3 |
| 113 |
Ringier Axel Springer
Polska Sp. z o. o., Warschau, Polen |
100,0 % |
70 |
268,8 |
8,4 |
| 114 |
Saknai Net Ltd., Tel
Aviv, Israel |
80,2 % |
54 |
5,4 |
1,8 |
| 115 |
Sales Impact GmbH,
Berlin |
100,0 % |
14 |
0,5 |
0,0 |
| 116 |
SAMAS upday Investment
GmbH, Berlin |
51,0 % |
|
4,8 |
0,0 |
| 117 |
ShareASale.com Inc.,
Chicago, USA |
100,0 % |
7 |
68,9 |
15,8 |
| 118 |
SoD ScreenOnDemand AT
GmbH, Wien, Österreich |
100,0 % |
119 |
2,3 |
1,5 |
| 119 |
SoD ScreenOnDemand GmbH,
München |
50,1 % |
10 |
20,2 |
19,4 |
| 120 |
StepStone UK Holding
Limited, London, Großbritannien |
100,0 % |
125 |
58,8 |
-59,6 |
| 121 |
Studydrive GmbH,
Berlin |
100,0 % |
125 |
-3,9 |
0,0 |
| 122 |
Tecoloco International
Inc, Panama City, Panama |
100,0 % |
129 |
-5,1 |
- 0,2 |
| 123 |
The Stepstone Group
Belgium NV, Brüssel, Belgien |
100,0 % |
126 |
0,6 |
-1,0
3) |
|
|
0,0 % |
130 |
|
|
| 124 |
The Stepstone Group
Deutschland GmbH, Düsseldorf |
100,0 % |
126 |
6,2 |
0,0 |
| 125 |
The Stepstone Group EMEA
GmbH, Düsseldorf |
100,0 % |
127 |
44,9 |
0,0 |
| 126 |
The Stepstone Group
Europe GmbH, Berlin |
100,0 % |
125 |
0,0 |
0,0 |
| 127 |
The Stepstone Group
GmbH, Berlin |
100,0 % |
128 |
313,0 |
90,9 |
| 128 |
The StepStone Group
Holding GmbH, Düsseldorf |
82,8 % |
15 |
0,0 |
0,0 |
|
|
17,2 % |
16 |
|
|
| 129 |
The Stepstone Group
Ireland Recruit Limited, Dublin, Irland |
100,0 % |
125 |
29,6 |
2,0 |
| 130 |
The Stepstone Group
Österreich GmbH, Wien, Österreich |
100,0 % |
124 |
3,3 |
0,2 |
| 131 |
The Stepstone Group
Polska Sp. z o.o., Warschau, Polen |
100,0 % |
125 |
4,5 |
1,2 |
| 132 |
The Stepstone Group UK
Ltd, London, Großbritannien |
100,0 % |
120 |
- 10,4 |
- 9,7 |
| 133 |
TorAlarm GmbH,
Düsseldorf |
60,0 % |
14 |
1,0 |
1,0 |
| 134 |
TraderFox GmbH,
Reutlingen |
50,1 % |
64 |
2,5 |
1,6 |
| 135 |
Transfermarkt GmbH &
Co. KG, Hamburg |
51,0 % |
14 |
1,7 |
1,5 |
| 136 |
TYFP Europe, LLC,
Arlington, USA |
100,0 % |
100 |
62,2 |
25,3 |
| 137 |
Ullstein GmbH,
Berlin |
100,0 % |
39 |
3,7 |
0,0 |
| 138 |
Universum Business
Consulting Shanghai Co. Ltd, Shanghai, China |
100,0 % |
140 |
-2,3 |
- 0,4 |
| 139 |
Universum Communications
Pte Ltd, Singapur, Singapur |
100,0 % |
140 |
- 4,8 |
- 0,7 |
| 140 |
Universum Communications
Sweden AB, Stockholm, Schweden |
100,0 % |
127 |
6,7 |
- 4,0 |
| 141 |
Universum Communications
Switzerland AG, Zürich, Schweiz |
100,0 % |
140 |
0,5 |
- 0,5 |
| 142 |
upday GmbH & Co. KG,
Berlin |
22,4 % |
116 |
16,9 |
- 0,7 |
|
|
77,6 % |
|
|
|
| 143 |
Varsavsky Axel Springer
GmbH & Co. KG, Berlin |
93,3 % |
18 |
9,2 |
20,2 |
| 144 |
Vertical Media GmbH,
Berlin |
100,0 % |
148 |
1,1 |
0,0 |
| 145 |
Wake Word GmbH,
Aschheim |
64,9 % |
11 |
0,6 |
- 0,8 |
| 146 |
WEBIMM SAS, Paris,
Frankreich |
65,0 % |
55 |
10,9 |
2,1 |
| 147 |
WeCheck Ltd., Ramat
Hasharon, Israel |
42,9 % |
54 |
7,8 |
- 8,3 |
| 148 |
WeltN24 GmbH,
Berlin |
100,0 % |
14 |
40,3 |
0,0 |
| 149 |
WORLD.MINDS MANAGEMENT
AG, Baar, Schweiz |
60,0 % |
|
2,4 |
- 0,1 |
| 150 |
YOURCAREERGROUP Schweiz
GmbH, Kloten, Schweiz |
100,0 % |
126 |
2,7 |
0,9 |
1 Eigenkapital und Jahresergebnis
gemäß lokaler Jahresabschlüsse für das
Geschäftsjahr 2022, sofern nicht anders angegeben.
Werte in fremder Währung umgerechnet mit dem
Stichtagskurs zum 31. Dezember 2023.
2 Keine Nennung von Eigenkapital und
Jahresergebnis, da Jahresabschluss nicht
veröffentlicht wird.
3 Kapitalanteil kleiner als 0,1 %.
4 Eigenkapital und Jahresergebnis für das
zum 31. März 2023 endende Geschäftsjahr.
(23) Mitteilungspflichtige
Beteiligungen
Die in den nachfolgenden Mitteilungen genannte Anzahl
stimmberechtigter Aktien und Instrumente sowie der genannte
Stimmrechtsanteil beziehen sich jeweils auf den in der
jeweiligen Mitteilung genannten Zeitpunkt.
KKR Management LLP (New York, NY 10001, USA), KKR
& Co. Inc. (vormals KKR Aubergine Inc.) (New York, NY
10001, USA) und KKR Group Co. Inc. (vormals KKR & Co.
Inc.) (New York, NY 10001, USA) haben uns am 9. Juni 2022
gemäß § 20 Abs. 1 AktG mitgeteilt, dass
sich mit Wirkung zum 31. Mai 2022 in der Gruppenstruktur
der Absender verschiedene Änderungen ergeben haben:
(i) Die bisherige KKR & Co. Inc. wurde umfirmiert in
die KKR Group Co. Inc.; (ii) KKR & Co. Inc. (vormals
KKR Aubergine Inc.) ist neue alleinige Gesellschafterin der
KKR Group Co. Inc. Die vorgenannten Änderungen haben
folgende Auswirkungen: Die bereits zuvor mitgeteilten
Beteiligungen der KKR Group Co. Inc. (vormals KKR & Co.
Inc.) i.S.v. § 20 AktG bleiben infolge der
Umfirmierung unverändert. Der KKR & Co. Inc.
(vormals KKR Aubergine Inc.) gehören infolge der
Eingliederung in die Gruppenstruktur kraft Zurechnung
gemäß § 16 Abs. 4 AktG derjenigen Aktien,
die unmittelbar der Traviata B.V. gehören, mittelbar
mehr als der vierte Teil der Aktien (§ 20 Abs. 1 AktG)
an der Axel Springer SE mit Sitz in Berlin (Mitteilung nach
§ 20 Abs. 1 AktG). Die Zurechnung der Aktien, die
unmittelbar der Traviata B.V. gehören, zur KKR
Management LLP und zu jedem anderen hiermit mitteilenden
Unternehmen erfolgt jeweils bis zu dem jeweiligen
mitteilenden Unternehmen über die nachfolgende
(absteigend dargestellte) Beteiligungskette: (i) KKR &
Co. Inc., Wilmington, Delaware, USA;(ii) KKR Group Co.
Inc., Wilmington, Delaware, USA; (iii) KKR Group Holdings
Corp., Wilmington, Delaware, USA; (iv) KKR Group
Partnership L.P., George Town, Kaimaninseln; (v) KKR Europe
V Holdings Limited, George Town, Kaimaninseln; (vi) KKR
Europe V S.à r.l., Luxemburg, Luxemburg; (vii) KKR
Associates Europe V SCSp, Luxemburg, Luxemburg; (viii) KKR
European Fund V (USD) SCSp, Luxemburg, Luxemburg;(ix) KKR
Traviata Aggregator GP LLC, Wilmington, Delaware, USA; (x)
KKR Traviata Aggregator L.P., Toronto, Kanada; (xi)
Traviata I S.à r.l., Luxemburg, Luxemburg; (xii)
Traviata II S.à r.l., Luxemburg, Luxemburg; (xiii)
Traviata B.V., Amsterdam, Niederlande.
Canada Pension Plan Investment Board, Toronto, Kanada
("CPPIB"), hat uns am 5. März 2021 gemäß
§ 20 Abs. 5 in Verbindung mit Abs. 4 AktG mitgeteilt,
dass CPPIB keine mittelbare Mehrheitsbeteiligung
(Kapitalmehrheit und Stimmmehrheit) mehr an der Axel
Springer SE gehört und CPPIB weiterhin kraft
Zurechnung derjenigen Aktien, die unmittelbar der Traviata
B.V. gehören, eine mittelbare Beteiligung von mehr als
25 % der Aktien an der Axel Springer SE gehört. Die
Zurechnung der Aktien, die unmittelbar der Traviata B.V.
gehören, zu CPPIB erfolgt über die nachfolgende
Beteiligungskette: (i) CPPIB; (ii) CPP Investment Board
Europe S.à r.l., Luxemburg, Luxemburg; (iii)
Traviata I S.à r.l., Luxemburg, Luxemburg; (iv)
Traviata II S.à r.l., Luxemburg, Luxemburg; (v)
Traviata B.V., Amsterdam, Niederlande.
KKR Management LLP, Wilmington, Delaware, USA, KKR
& Co. Inc., Wilmington, Delaware, USA, KKR Group
Holdings Corp., Wilmington, Delaware, USA, KKR Group
Partnership L. P., George Town, Kaimaninseln, KKR Europe V
Holdings Limited, George Town, Kaimaninseln, KKR Europe V
S.à r.l., Luxemburg, Luxemburg, KKR Associates
Europe V SCSp, Luxemburg, Luxemburg, und KKR European Fund
V (USD) SCSp, Luxemburg, Luxemburg, haben uns jeweils am
25. Februar 2021 gemäß § 20 Abs. 5 in
Verbindung mit Abs. 4 AktG mitgeteilt, dass ihnen jeweils
keine mittelbare Mehrheitsbeteiligung (Kapitalmehrheit und
Stimmmehrheit) mehr an der Axel Springer SE gehört und
ihnen weiterhin kraft Zurechnung derjenigen Aktien, die
unmittelbar der Traviata B.V. gehören, jeweils eine
mittelbare Beteiligung von mehr als 25 % der Aktien an der
Axel Springer SE gehört. Die Zurechnung der Aktien,
die unmittelbar der Traviata B.V. gehören, zur KKR
Management LLP und zu jedem anderen hiermit mitteilenden
Unternehmen erfolgt jeweils bis zu dem jeweilig
mitteilenden Unternehmen über die nachfolgende
Beteiligungskette: (i) KKR & Co. Inc., Wilmington,
Delaware, USA; (ii) KKR Group Holdings Corp., Wilmington,
Delaware, USA; (iii) KKR Group Partnership L.P., George
Town, Kaimaninseln; (iv) KKR Europe V Holdings Limited,
George Town, Kaimaninseln; (v) KKR Europe V S.à
r.l., Luxemburg, Luxemburg; (vi) KKR Associates Europe V
SCSp, Luxemburg, Luxemburg; (vii) KKR European Fund V (USD)
SCSp, Luxemburg, Luxemburg; (viii) KKR Traviata Aggregator
GP LLC, Wilmington, Delaware, USA; (ix) KKR Traviata
Aggregator L.P., Toronto, Kanada; (x) Traviata I S.à
r.l., Luxemburg, Luxemburg; (xi) Traviata II S.à
r.l., Luxemburg, Luxemburg; (xii) Traviata B.V., Amsterdam,
Niederlande.
KKR SP Limited, George Town, Kaimaninseln, hat uns am
25. Februar 2021 gemäß § 20 Abs. 5 in
Verbindung mit Abs. 4 AktG mitgeteilt, dass der KKR SP
Limited keine mittelbare Mehrheitsbeteiligung
(Kapitalmehrheit und Stimmmehrheit) mehr an der Axel
Springer SE gehört und der KKR SP Limited weiterhin
kraft Zurechnung derjenigen Aktien, die unmittelbar der
Traviata B.V. gehören, eine mittelbare Beteiligung von
mehr als 25 % der Aktien an der Axel Springer SE
gehört. Die Zurechnung der Aktien, die unmittelbar der
Traviata B.V. gehören, zur KKR SP Limited erfolgt
über die nachfolgende Beteiligungskette: (i) KKR
Associates Europe V SCSp, Luxemburg, Luxemburg; (ii) KKR
European Fund V (USD) SCSp, Luxemburg, Luxemburg; (iii) KKR
Traviata Aggregator GP LLC, Wilmington, Delaware, USA; (iv)
KKR Traviata Aggregator L.P., Toronto, Kanada; (v) Traviata
I S.à r.l., Luxemburg, Luxemburg; (vi) Traviata II
S.à r.l., Luxemburg, Luxemburg; (vii) Traviata B.V.,
Amsterdam, Niederlande.
Frau Dr. h. c. Friede Springer, Berlin, Friede
Springer Verwaltungs GmbH, Berlin, Friede Springer gGmbH,
Berlin, AS Publizistik GmbH, Berlin, und Axel Springer
Gesellschaft für Publizistik GmbH & Co, Berlin,
haben uns am 25. Februar 2021 Folgendes mitgeteilt: Der
Axel Springer Gesellschaft für Publizistik GmbH &
Co gehört gemäß § 20 Abs. 1 AktG eine
unmittelbare Beteiligung von mehr als 25 % der Aktien an
der Axel Springer SE. Frau Dr. h. c. Friede Springer als
herrschende Gesellschafterin der Friede Springer gGmbH, der
Friede Springer gGmbH (vormals Friede Springer GmbH &
Co. KG) als herrschendes Unternehmen der AS Publizistik
GmbH sowie der AS Publizistik GmbH als herrschendes
Unternehmen der Axel Springer Gesellschaft für
Publizistik GmbH & Co gehören gemäß
§ 20 Abs. 1 AktG jeweils kraft Zurechnung eine
mittelbare Beteiligung von mehr als 25 % der Aktien an der
Axel Springer SE. Der Friede Springer gGmbH und der AS
Publizistik GmbH gehören gemäß § 20
Abs. 3 AktG aufgrund der oben genannten
Beteiligungsverhältnisse jeweils eine mittelbare
Beteiligung von mehr als 25 % der Aktien an der Axel
Springer SE. Der Friede Springer Verwaltungs GmbH
gehört nicht mehr gemäß § 20 Abs. 1
und 3 AktG eine mittelbare Beteiligung von mehr als 25 %
der Aktien an der Axel Springer SE.
Dr. Mathias Döpfner, Berlin, hat uns am 22.
Dezember 2020 gemäß § 20 Abs. 1 AktG
mitgeteilt, dass ihm eine mittelbare Beteiligung von mehr
als 25 % der Aktien an der Axel Springer SE kraft
Zurechnung aufgrund einer bestehenden Poolvereinbarung mit
der Axel Springer Gesellschaft für Publizistik GmbH
& Co, die eine unmittelbare Beteiligung von mehr als 25
% der Aktien an der Axel Springer SE hält,
gehört.
(24) Gewinnverwendungsvorschlag
Aufsichtsrat und Vorstand schlagen vor, den im
Jahresabschluss 2023 ausgewiesenen Bilanzgewinn in
Höhe von € 3.157,3 Mio. wie folgt zu verwenden:
|
Mio. € |
| Ausschüttung einer
Dividende von € 1,16 je dividendenberechtigter
Stückaktie an die Aktionäre |
125,2 |
| Einstellung des
verbleibenden Teils des Bilanzgewinns in andere
Gewinnrücklagen |
3.032,1 |
| Bilanzgewinn |
3.157,3 |
Die Axel Springer SE wird vorbehaltlich einer
entsprechenden Beschlussfassung des Vorstands und einer
zustimmenden Beschlussfassung des Aufsichtsrats nach
erfolgter Feststellung des Jahresabschlusses eine
Abschlagszahlung auf den Bilanzgewinn des
Geschäftsjahres 2023 in Höhe von € 125,2
Mio., entsprechend € 1,16 je dividendenberechtigter
Stückaktie der Axel Springer SE, vornehmen.
Berlin, den 4. März
2024
Axel
Springer SE
Dr.
Mathias Döpfner
Jan
Bayer
Dr.
Julian Deutz
Niddal
Salah-Eldin
Zusammengefasster Lagebericht
Vorbemerkungen
Der Lagebericht der Axel Springer SE und der
Konzernlagebericht sind zusammengefasst. Die in diesem
zusammengefassten Lagebericht enthaltenen Informationen
betreffen die wirtschaftliche Lage und die
Geschäftsentwicklung des Axel Springer Konzerns (im
Folgenden auch "Axel Springer" oder "Konzern"). Diese
gelten im Wesentlichen auch für die Axel Springer SE.
Weitere Informationen zur wirtschaftlichen Lage des
Mutterunternehmens Axel Springer SE sind im Kapitel
"Wirtschaftliche Lage der Axel Springer SE" enthalten.
Zu den Erläuterungen der verwendeten
Leistungskennzahlen sowie zu den Bereinigungen unserer
Ergebniskennzahlen verweisen wir auf das Kapitel "Ertrags-,
Finanz- und Vermögenslage".
Grundlagen des Konzerns
Konzernstruktur
Die Axel Springer SE, Mutterunternehmen des Axel
Springer Konzerns, ist eine Europäische Gesellschaft
(Societas Europaea) mit Sitz in Berlin. Daneben sind wir an
weiteren Standorten in Deutschland vertreten. Hinzu kommen
zahlreiche Gesellschaften im In- und Ausland. Die
konsolidierten Tochterunternehmen des Konzerns sind im
Konzernanhang dargestellt.
Geschäftsmodell
Axel Springer ist ein Medien- und
Technologieunternehmen. Mit den Informationsangeboten
vielfältiger Medienmarken (u. a. BILD, WELT, Business
Insider, POLITICO) und Rubrikenportalen (Stepstone Group
und AVIV Group) hilft Axel Springer Menschen, freie
Entscheidungen für ihr Leben zu treffen. Axel Springer
ist in mehr als 40 Ländern aktiv. Die Hauptmärkte
liegen in Europa und in den USA.
Geschäftsbereiche
Das Geschäft von Axel Springer ist seit dem
Berichtsjahr in die operativen Geschäftsbereiche
Stepstone Group, AVIV Group, News Media Germany, News Media
US und Other Business Units gegliedert. Hinzu kommt der
Bereich Holding. Die Stepstone Group und die AVIV Group
waren im Vorjahr dem operativen Geschäftsbereich
Classifieds Media zugeordnet, News Media Germany und News
Media US zählten zum Geschäftsbereich News Media.
Der Geschäftsbereich Other Business Units umfasst
insbesondere die Awin Group, die im Vorjahr dem operativen
Geschäftsbereich Marketing Media zugeordnet war, sowie
die Idealo Group, die Grupa Ringier Axel Springer Polska,
die Finanzen.net Group und die Bonial Group, die im Vorjahr
zum Bereich News Media zählten. Für die
nachstehende Beschreibung der Geschäftsbereiche sowie
die Darstellung der Finanzkennzahlen ist die im
Berichtsjahr verwendete Zuordnung der einzelnen
Gesellschaften zu den jeweiligen Geschäftsbereichen
maßgeblich.
Die Stepstone Group betreibt digitale
Recruiting-Plattformen und bietet berufsbezogene
Dienstleistungen an. Das Angebot umfasst sowohl die
Schaltung von Stellenanzeigen als auch technologiebasiertes
Recruiting. Die Stepstone Group ist mit verschiedenen
Marken in über 20 Ländern weltweit tätig und
unterstützt Unternehmen dabei, die passenden
Mitarbeitenden zu finden und einzustellen. Die Stepstone
Group umfasst insbesondere die Stellenportale von
Stepstone, Totaljobs, Jobsite und Saongroup, die
programmatische Recruiting-Plattform Appcast, das
Regionalportal meinestadt.de, den
Employer-Branding-Spezialisten Universum sowie die Angebote
von Gehalt.de und Studydrive. Die Stepstone Group erzielt
ihre Erlöse überwiegend dadurch, dass Werbekunden
für das Inserieren von Jobangeboten zahlen.
Die AVIV Group betreibt vor allem digitale
Immobilienportale. Diese Plattformen sind Marktplätze,
auf denen Immobilien gesucht, gekauft, verkauft oder
gemietet werden können. Das Angebot wird ergänzt
um Dienstleistungen, die den Prozess des Immobilienhandels
unterstützen. Dazu gehören Programme zur
Immobilienbewertung, Softwarelösungen für
Immobilienverwaltungen und Makler sowie weitere
Dienstleistungen, die den An- und Verkauf oder die
Vermietung von Immobilien erleichtern. Die AVIV Group ist
mit verschiedenen Marken insbesondere in Europa tätig.
Hierzu gehören die Immobilienportale Groupe SeLoger in
Frankreich, Immowelt in Deutschland und Immoweb in Belgien,
der Online-Dienstleister im Bereich der Immobilienbewertung
Meilleurs Agents in Frankreich, den Hybridmakler Homeday in
Deutschland und Yad2, ein Generalisten-Rubrikenportal in
Israel für Immobilien-, Auto- und Kleinanzeigen. Die
AVIV Group erzielt über ihre auf Immobilien
spezialisierten Portale Erlöse in erster Linie aus dem
Verkauf von Anzeigen- und Werbeplätzen an Makler,
Projektentwickler, Wohnungsbaugesellschaften oder
Privatpersonen. Über das israelische Rubrikenportal
Yad2 werden Erlöse mit gewerblichen
Automobilverkäufern, Immobilienmaklern,
Projektentwicklern und Privatpersonen erzielt.
Der Geschäftsbereich News Media Germany umfasst
das journalistische Angebot von Axel Springer in
Deutschland und beinhaltet im Wesentlichen die BILD- und
die WELT-Gruppe mit ihren jeweiligen Digital-, TV- und
Printangeboten. BILD.de ist ein News- und
Entertainmentportal in Deutschland. Mit BILDplus besteht
ein digitales Paid-Content-Angebot. Zudem gehören zu
den digitalen Angeboten von BILD weitere Themenportale wie
fitbook.de, stylebook.de, techbook.de, travelbook.de und
myhomebook.de. Der lineare TV-Sender BILD hat sein Angebot
mit Ablauf des Berichtsjahres eingestellt. Im Printbereich
zählen insbesondere die überregionale
Tageszeitung BILD und ihre Regionalausgaben sowie die
überregionale Sonntagszeitung BILD am SONNTAG zum
Portfolio. Die Auto-, Computer- und Sportmedien der
BILD-Markenfamilie bilden ein Zeitschriften-Portfolio rund
um die Kernmarken AUTO BILD, COMPUTER BILD und SPORT BILD.
WELT bietet neben dem digitalen Newsportal WELT.de mit
WELTplus ein digitales Paid-Content-Angebot an. Im
TV-Bereich ist WELT mit den Nachrichten- und
Informationssendern WELT und N24 Doku vertreten. Im
Printbereich werden insbesondere die
Qualitätstageszeitung DIE WELT und die
überregionale Qualitätssonntagszeitung WELT AM
SONNTAG angeboten. Der Geschäftsbereich News Media
Germany erzielt im Wesentlichen Werbe- und
Vertriebserlöse sowie Erlöse aus der
Inhalteverwertung mit Dritten, beispielsweise Social Media
Plattformen. Die Werbeerlöse resultieren aus der
Vermarktung der Reichweiten der Online- und Printmedien.
Die Vertriebserlöse werden durch zahlende Leserinnen
und Leser aus Abonnements für Print- und
Digitalprodukte und dem Einzelverkauf von Printausgaben und
digitalen Zugängen realisiert.
Der Geschäftsbereich News Media US umfasst das
journalistische Angebot von Axel Springer in den USA.
Hierzu zählen Business Insider, einem digitalen
Angebot für Wirtschafts-, Börsen- und
Finanznachrichten, Insider Intelligence, einem Anbieter von
kostenpflichtigen Analysen, Studien und digitalen
Marktdaten für Unternehmen und Institutionen, Morning
Brew, einem auf Wirtschaftsnachrichten fokussierten
Newsletter-Anbieter, und POLITICO, einem Angebot für
politische Nachrichten. POLITICO beinhaltet neben dem
US-Geschäft auch die europäischen
Aktivitäten von POLITICO EU. Der Geschäftsbereich
News Media US erzielt im Wesentlichen Werbe- und
Vertriebserlöse. Die Werbeerlöse resultieren aus
der Reichweitenvermarktung der Online-Angebote. Die
Vertriebserlöse ergeben sich aus Abonnements für
digitale Inhalte.
Zu dem Geschäftsbereich Other Business Units
zählen insbesondere die Awin Group, die Idealo Group,
die Grupa Ringier Axel Springer Polska, die Finanzen.net
Group und die Bonial Group. Die Awin Group betreibt ein
weltweites Affiliate-Marketing-Netzwerk und agiert als
Vermittler zwischen Werbetreibenden (Advertiser) und
Webseitenbetreibern (Publisher). Erlöse werden
überwiegend durch die Vermittlung von Werbung als
erfolgsabhängige oder feste Provision generiert. Die
Idealo Group betreibt hauptsächlich das
Preisvergleichsportal Idealo sowie das Produktportal
Ladenzeile und erzielt vorrangig click- und
transaktionsbasierte Werbeerlöse durch Generierung von
Reichweite bei Online-Händlern. Zur Grupa Ringier Axel
Springer Polska gehören neben News- und
Entertainmentportalen wie Onet auch das Rubrikenangebot
Gratka.pl, das Immobilienkleinanzeigenangebot Morizon.pl
sowie das IT-Stellenanzeigenportal No Fluff Jobs. Zu den
polnischen Printangeboten zählen unter anderem die
polnische Kaufzeitung FAKT. Es werden im Wesentlichen
Werbeerlöse aus der Vermarktung der Reichweiten der
Online- und Printmedien und Vertriebserlöse aus Print-
und Digitalprodukten erzielt. Die Finanzen.net Group ist
insbesondere Betreiberin des Börsenportals
finanzen.net sowie des Neobrokers finanzen.net zero und
generiert vor allem Provisions- und Werbeerlöse. Die
in Deutschland und Frankreich tätige Bonial Group ist
ein Drive-to-Store Marketingpartner und liefert
insbesondere über die Verbraucherinformationsportale
kaufDA.de und MeinProspekt.de digitalisierte Werbeprospekte
des Einzelhandels regionalisiert und vorwiegend über
mobile Endgeräte aus und erzielt hieraus
Werbeerlöse.
Im Bereich Holding werden übergeordnete
Konzerndienstleistungen sowie Holdingfunktionen
ausgewiesen. Die Dienstleistungen werden von den
konzerninternen Kunden zu marktüblichen Preisen
bezogen.
Leitung und Kontrolle
Der Vorstand der Axel Springer SE besteht derzeit aus
vier Mitgliedern. Er wird von einem aus neun Mitgliedern
bestehenden Aufsichtsrat bei der Unternehmensführung
beraten und überwacht. Die Verantwortlichkeiten im
Vorstand der Axel Springer SE sind zum Berichtszeitpunkt
wie folgt verteilt:
Dr. Mathias Döpfner ist Vorstandsvorsitzender
(CEO). Er ist insbesondere verantwortlich für
Strategie und Editorial, die BILD-Gruppe, die WELT-Gruppe
und Bonial. Zudem berichten an ihn die Bereiche Public
Affairs und Unternehmenskommunikation.
Jan Bayer ist stellvertretender Vorstandsvorsitzender
und verantwortlich für das News Media-Geschäft in
den USA. Das US-Portfolio umfasst POLITICO, Business
Insider, Insider Intelligence und Morning Brew.
Dr. Julian Deutz verantwortet den Vorstandsbereich
Finanzen (CFO) sowie die operativen Geschäftsbereiche
Stepstone Group und AVIV Group. Neben den Bereichen
Bilanzierung und Controlling schließt der
Finanzbereich unter anderem die Bereiche M&A, Recht
& Compliance (einschließlich Datenschutz),
Einkauf, Steuern sowie Revision & Risk Management ein.
Zudem hat er die Verantwortung für hy!, finanzen.net
und APX/Early Stage.
Niddal Salah-Eldin ist Vorständin Talent &
Culture und verantwortet neben Global People & Culture
und Diversity & Inclusion auch die Free Tech Academy.
Sie ist zudem verantwortlich für Idealo und Business
Insider Deutschland.
Ziele und Strategien
Das Ziel von Axel Springer ist es, der weltweite
Marktführer im Bereich des digitalen Journalismus und
der digitalen Rubrikenangebote zu werden. Axel Springer ist
überzeugt, dass die Zukunft des Journalismus in der
Digitalisierung liegt und arbeitet daran, in den
nächsten drei bis fünf Jahren ein rein digitales
Medienunternehmen zu sein. Auch in Zukunft wird Axel
Springer Innovationen vorantreiben, damit unabhängiger
Journalismus ein tragfähiges Geschäftsmodell und
damit ein Kernbestandteil von freien Gesellschaften
weltweit bleibt.
Die Stepstone Group gehört zu den führenden
Online-Jobplattformen weltweit. Durch den Einsatz von neuen
Technologien und verbesserten Produktangeboten schafft die
Stepstone Group kontinuierlich bessere Vermittlungen von
Jobsuchenden und Unternehmen. Der Fokus liegt auf der
Verbesserung der aktuellen Marktposition im Kernmarkt EMEA
im klassischen Anzeigengeschäft und der Stärkung
des programmatischen Geschäftsbereichs in Nordamerika,
der durch die im Berichtsjahr erfolgte Akquisition von
Bayard zusätzlich an strategischer Bedeutung gewonnen
hat.
Die AVIV Group konzentriert sich
markenübergreifend auf die Weiterentwicklung der rein
auf Anzeigen fokussierten Portale hin zu
transaktionsbasierten Marktplätzen, die
zusätzlich vor- und nachgelagerte Leistungen anbieten,
sowie auf die gemeinsame Entwicklung von neuen Produkten
und die Hebung von Effizienzen, beispielsweise durch den
Austausch von bereits bestehenden technischen Komponenten
oder Algorithmen.
Im Geschäftsbereich News Media Germany will Axel
Springer das Potenzial der starken nationalen Marken BILD
und WELT im Digitalen und im Gedruckten ausschöpfen
und die digitale Transformation weiter beschleunigen. Im
Printbereich geht es darum, den Auflagenrückgang zu
begrenzen und unsere Produkte noch konsequenter am Leser
auszurichten, um die starke Stellung unserer Titel zu
festigen. Der Digitalbereich hingegen erfordert es,
weiterhin in technologische Innovationen und
Angebotserweiterungen zu investieren. Mit den digitalen
Marken-Abos BILDplus und WELTplus wird die Basis zahlender
Leser im Internet weiter ausgebaut. Eine weitere Säule
des Geschäftsbereichs sind die Bewegtbild-Formate und
der TV-Sender von WELT. Über die zentralen Vermarkter
Media Impact und ScreenOnDemand bietet der
Geschäftsbereich den Werbetreibenden eine
medienübergreifende und reichweitenstarke Plattform
für Werbekampagnen.
Im Geschäftsbereich News Media US werden die
journalistischen Angebote der Insider Group und POLITICO
Group gebündelt. Die Potentiale internationaler Marken
sollen hier langfristig ausgeschöpft werden, wobei ein
klarer Fokus auf qualitativ hochwertigen Journalismus
liegt. Für beide Gruppen stellt die Weiterentwicklung
der wiederkehrenden Abonnementerlöse eine zentrale
Aufgabe dar. Zusätzlich hat Business Insider das Ziel,
durch eine Fokussierung auf die Kernthemen Business, Tech
und Innovation die Konsumentenzielgruppe zu schärfen
und damit langfristig attraktiver für Werbepartner in
diesen Bereichen zu werden, was positiv auf die
Werbeerlöse einwirken soll. Mit der fortschreitenden
Expansion in Europa möchte die POLITICO Group die
wichtigsten politischen Märkte in der
Europäischen Union weiterentwickeln und stärken.
Im Geschäftsbereich Other Business Units
verfolgen die einzelnen Unternehmen heterogene Ziele und
Strategien. Die AWIN Group zielt darauf ab, ihre
Aktivitäten durch neue, innovative Produkte sowie
durch den Ausbau der Services und des Publisher-Netzwerks
erfolgreich voranzutreiben. Die Idealo Group verfolgt die
Strategie, ihre Marktführerschaft durch
Reichweitenerweiterung und Internationalisierung
auszubauen, sowie durch Preiserhöhungen die
Umsätze zu steigern. Die Grupa Ringier Axel Springer
Polska verfolgt das Ziel, den Auflagenrückgang der
Kaufzeitung FAKT zu limitieren sowie die bestehenden
diversifizierten digitalen Geschäftseinheiten durch
Angebots- und Produkterweiterungen auszubauen. Die
Finanzen.net Group zielt darauf ab, im Kerngeschäft
durch Produkterweiterungen zu wachsen. Der Neobroker
finanzen.net zero soll hierbei für
überproportionales Wachstum durch starke
Marktanteilsgewinne erzielen. Die Bonial Group verfolgt das
Ziel, ihre Plattformen durch Reichweitenzugewinne noch
attraktiver zu machen, um weitere Key Accounts gewinnen und
die bestehenden Key Accounts noch effizienter
monetarisieren zu können.
In allen Geschäftsbereichen nutzt Axel Springer
darüber hinaus die Chance, das Geschäftsmodell
durch Beteiligungen an Unternehmen mit innovativen
Geschäftsideen zu erweitern. Dabei wird vereinzelt
auch in solche Unternehmen investiert, die sich noch in
einer Frühphase der Unternehmensentwicklung befinden.
Vor allem aber werden bei sich bietenden Chancen etablierte
Unternehmen erworben. Geeignete Beteiligungen wählen
wir dabei vor allem nach ihrer passenden strategischen
Ausrichtung, der Qualität des Managements, der
Profitabilität und der Skalierbarkeit des
Geschäftsmodells aus. Die Wirtschaftlichkeit von
Investitionen in neue oder bestehende Geschäftsfelder
beurteilen wir unter anderem anhand von anerkannten
Kapitalwertverfahren, die geschäfts- und
länderspezifische Risiken berücksichtigen.
Wirtschaftsbericht
Gesamtwirtschaftliche
Rahmenbedingungen
Der Internationale Währungsfonds (IWF)
schätzt in seinem im Januar 2024 veröffentlichten
Ausblick das reale Wachstum der Weltwirtschaft im Jahr 2023
auf 3,1 %. Dies vergleicht sich mit einem realen Wachstum
in Höhe von 3,5 % im Jahr 2022.
Die deutsche Wirtschaft ist nach Berechnung des
Statistischen Bundesamtes im Jahr 2023 preisbereinigt um
0,1 % geschrumpft. Dem steht 2022 ein preisbereinigtes
Wachstum von 1,9 % gegenüber. Der private Konsum lag
2023 preisbereinigt um 0,8 % unter dem Vorjahresniveau und
somit wieder stärker unter dem Vorkrisenniveau 2019.
Während die Bauinvestitionen im Jahr 2023
preisbereinigt gegenüber 2022 um 2,1 % niedriger
waren, konnten positive Signale im Ausbaugewerbe und
Investitionen in Maschinen, Geräte und Fahrzeuge
verzeichnet werden. Sowohl die Exporte (- 1,8 %) als auch
die Importe (- 3,0 %) sind preisbereinigt 2023 gesunken.
Die Verbraucherstimmung gemäß dem
GfK-Konsumklima-Index, der die aktuelle Konsumstimmung der
Privathaushalte in Deutschland misst, verharrte im Laufe
des Jahres 2023 auf niedrigem Niveau, verbesserte sich
allerdings leicht zum Jahresende 2023 und im Januar 2024.
Für Februar 2024 wurde jedoch schon wieder ein
Rückgang prognostiziert. Auch die Einkommenserwartung
setzte im Januar 2024 den Abwärtstrend fort. Laut GfK
werden die beschriebenen Effekte durch eine verstärkte
Sparneigung und eine erneute Verstärkung der Inflation
im Dezember 2023 hervorgerufen.
Nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes stieg
der Verbraucherpreisindex im Jahr 2023 im Vergleich zum
Vorjahr um 5,9 % an. Im Jahresdurchschnitt 2023
verzeichnete die Bundesagentur für Arbeit 2,6 Mio.
Arbeitslose. Die Zahl stieg damit im Vergleich zum Vorjahr
um 0,4 Prozentpunkte, die durchschnittliche
Arbeitslosenquote lag 2023 bei 5,7 %.
Das Wachstum der Wirtschaft in den USA wird vom IWF
für das Jahr 2023 auf real 2,5 % geschätzt.
Für das Jahr 2022 ermittelte der IWF ein Wachstum der
Wirtschaftsleistung von real 1,9 %. Die Wirtschaft in
Großbritannien konnte laut IWF nach Erholungseffekten
im Jahr 2022 (4,3 %) im Jahre 2023 voraussichtlich nur um
0,5 % real wachsen. Für Frankreich schätzt der
IWF das reale Wirtschaftswachstum 2023 auf 0,8 % nach einem
Wachstum der Wirtschaftsleistung um 2,5 % im Jahr 2022.
Branchenbezogene Rahmenbedingungen
Die Arbeitsmarktentwicklung zeigte sich speziell in
den OECD-Ländern robust, bedingt durch langfristig
niedrige Arbeitslosenquoten 2023, sinkende
Kündigungsquoten und einer niedrigen Anzahl an
Stellenangeboten. Obwohl in Deutschland, dem Kernmarkt der
Stepstone Group, die konjunkturelle Schwäche 2023 auch
den Arbeitsmarkt erreichte, wurde nur ein moderater Anstieg
der Arbeitslosigkeit und gleichzeitig ein historischer
Höchststand der Erwerbstätigen (45,9 Millionen)
verzeichnet. Die Anzahl offener Stellen Ende des dritten
Quartals 2023 war zwar gegenüber dem
Vorjahresquartalsstichtag rückläufig, blieb
jedoch auf einem hohen Niveau und lag 21,6 % über dem
Stand vor der Covid-19-Pandemie Ende des vierten Quartals
2019. Auch in Großbritannien waren die offenen
Stellen Ende 2023 rückläufig, bewegten sich aber
analog zu Deutschland über dem Niveau vor dem Beginn
der Covid-19-Pandemie. Der Arbeitsmarkt in den USA zeigte
sich im Jahr 2023 robust. Mit über 9,0 Millionen
offenen Stellen und einer stabilen Arbeitslosigkeit von 3,7
% Ende Dezember 2023 standen 1,5 offene Stellen einer
arbeitslosen Person gegenüber. Trotzdem zeigten sich
insgesamt die Entwicklungen auf den Arbeitsmärkten im
Jahr 2023 für die Stepstone Group nicht so vorteilhaft
wie im Vorjahr.
Die Kernmärkte der AVIV Group waren auch im Jahr
2023 von steigenden Zinsen, einer sich damit
abkühlenden Nachfrage nach Kaufobjekten und folglich
einer sinkenden Anzahl an Transaktionen am Immobilienmarkt
geprägt. Als Folge verblieben Anzeigen zum Verkauf
länger auf den Portalen, was zu einer steigenden
Anzahl an Anzeigen auf den Plattformen führte. Hinzu
kam eine Verlagerung der Nachfrage hin zu Mietobjekten.
Bezogen auf News Media Germany waren im
Digitalgeschäft branchenweit die Vertriebserlöse
noch deutlich geringer als im Printgeschäft,
verzeichneten aber ein starkes Wachstum. Das
Printgeschäft stand dagegen weiterhin vor der
Herausforderung strukturell sinkender Auflagen. Für
die Werbekunden war neben der Auflagenentwicklung vor allem
die Reichweite von Bedeutung, von der insbesondere BILD
weiterhin profitiert. Im krisengeprägten Umfeld geriet
die Gesamtwirtschaft in Deutschland unter Druck, das
Bruttoinlandsprodukt ging 2023 nach Angaben des
Statistischen Bundesamtes um 0,3 % gegenüber dem
Vorjahr zurück. Die hohe Inflation dämpfte die
Konjunktur, hinzu kamen hohe Zinsen und eine geringere
Nachfrage. Die Netto-Werbeeinnahmen der deutschen Medien
verzeichneten 2023 insgesamt dennoch ein leichtes Plus von
1,4 % (ZAW-Prognose, Dezember 2023). Ausschlaggebend
für die positive Entwicklung war das
überproportionale Wachstum der digitalen Werbung, die
ihren Anteil auf 48 % steigerte (Vorjahr: 46 %).
Das Geschäft von News Media US wurde im Jahr
2023 besonders durch fehlende Werbeerlöse in einem
schwächelnden Marktumfeld sowohl bei Business Insider
als auch POLITICO beeinflusst. Die legislativen
Entscheidungen in den USA wurden durch das Erreichen der
zulässigen Schuldenobergrenze eingeschränkt und
beeinflussten somit sowohl die politische
Berichtserstattung als auch die Werbeerlöse bei
POLITICO. Für beide Geschäftsbereiche stellten
die wiederkehrenden Abonnementerlöse einen wichtigen
und verlässlichen Umsatztreiber dar.
Die Performance der AWIN Group und der Idealo Group
korreliert eng mit dem E-Commerce-Wachstum und konnte auch
im Jahr 2023 vom weltweiten Anstieg des E-Commerce
profitieren. Idealo hat zudem im Jahr 2023 von der
steigenden Inflation und der damit zusammenhängenden
Preissensitivität in der Bevölkerung profitiert.
Die Grupa Ringier Axel Springer Polska, Finanzen.net Group
und Bonial Group erzielen einen Großteil ihrer
Umsätze durch Werbeerlöse. Somit sind diese
ebenfalls sehr vom Werbemarkt abhängig.
Geschäftsverlauf
Im Februar 2023 hat die BILD-Gruppe des
Geschäftsbereichs News Media Germany 60,0 % an
TorAlarm erworben. TorAlarm betreibt die gleichnamige
Fußball-App und wird die Sportfamilie der BILD-Gruppe
verstärken.
Im Juni 2023 hat der Geschäftsbereich News Media
Germany weitere 25,0 % der Anteile an SoD ScreenOnDemand
erworben und hält nunmehr 50,1 % der Anteile.
ScreenOnDemand ist ein Vermarkter digitaler Werbekampagnen
in Deutschland, Österreich und Frankreich.
Im Juni 2023 hat die AVIV Group weitere Anteile an
Homeday erworben, kontrollierte die Gesellschaft seitdem
und ist nach dem Erwerb der verbleibenden Anteile Ende
August nun alleinige Gesellschafterin. Homeday ist auf dem
deutschen Immobilienmarkt im Bereich der Bewertung und
Vermittlung tätig.
Im Juli 2023 hat die Stepstone Group 100,0 % der
Anteile an Bayard erworben. Bayard ist ein
Technologieanbieter für programmatische Jobanzeigen in
den USA. Der Erwerb erweitert das bestehende
Produktportfolio als auch den Kundenstamm von Appcast.
Im Juli 2023 hat Axel Springer eine strategische
Initiative auf dem Feld der generativen Künstlichen
Intelligenz (KI) gestartet. Ein globales Team aus Experten
und Expertinnen mit multidisziplinären
Hintergründen wird konzernübergreifend
Maßnahmen im Bereich der generativen KI konsolidieren
und Innovationen vorantreiben.
Im November 2023 hat die AVIV Group 100,0 % der
Anteile an Neuraum erworben. Neuraum betreibt mehrere
Online-Plattformen für den Hausbau in Deutschland und
Österreich.
Im Rahmen der Digitalisierungsstrategie hat Axel
Springer im November 2023 seine Beteiligung an der Ringier
Axel Springer Schweiz an seinen Joint-Venture-Partner
Ringier veräußert. Über das Joint Venture
war Axel Springer an einem Portfolio von 20 Magazin- und
Zeitschriftentitel der Schweiz beteiligt.
Im Dezember 2023 hat der Geschäftsbereich News
Media Germany weitere 25,0 % der Anteile an cmmrcl.ly
erworben und hält nun mit 50,1 % die Mehrheit der
Anteile. cmmrcl.ly ist im Bereich der Social
Media-Vermarktung tätig.
Des Weiteren wurde im Dezember eine strategische
Partnerschaft mit dem Softwareunternehmen OpenAI
eingegangen, um unabhängigen Journalismus im Zeitalter
der Künstlichen Intelligenz zu stärken. Die
Nutzung von ChatGPT soll um aktuelle und verlässliche
journalistische Inhalte der Axel Springer-Medienmarken
bereichert werden.
Ende 2023 wurde vorzeitig die Laufzeit der
langfristigen Kreditlinien mit einem Gesamtvolumen von
unverändert € 1.500,0 Mio. bis Juli 2028
verlängert. Des Weiteren wurden im Laufe des
Berichtsjahrs Laufzeitdarlehen in Höhe von insgesamt
€ 385,0 Mio. refinanziert oder neu abgeschlossen.
Deren Laufzeit endet im Juli 2027. Darüber hinaus
wurden im Berichtsjahr Schuldscheindarlehen in Höhe
von insgesamt € 410,0 Mio. neu abgeschlossen.
Gesamtaussage des Vorstands zu
Geschäftsverlauf und wirtschaftlichem Umfeld
Die Digitalisierung ist weiterhin der bestimmende
Trend für das wirtschaftliche Umfeld von
Medienunternehmen. Dies reflektiert auch die Entwicklung
der Geschäftsbereiche des Axel Springer Konzerns. Das
makroökonomische Umfeld war im Berichtsjahr
insbesondere geprägt durch steigende Zinsen, weiterhin
relativ hohe Inflation, den Krieg in Nahost und die damit
verbundene allgemeine wirtschaftliche und politische
Unsicherheit. Besonders unser Geschäft in den USA war
durch die gesamtwirtschaftliche Lage im Jahr 2023 stark
gefordert. Die Strategie der konsequenten Digitalisierung
unserer Aktivitäten hat es uns ermöglicht, die
Auswirkungen dieses Umfelds zu beschränken. Mit
langfristig orientierten Investoren als strategische
Partner, die unsere Wachstumsstrategie unterstützen,
sind wir gut aufgestellt, um die Potenziale, die wir in
unseren Geschäftsfeldern sehen, zu heben und damit
weiteres organisches Wachstum zu erzielen.
Ertrags-, Finanz- und
Vermögenslage
Finanzielle Leistungsindikatoren
Im Fokus steht für uns die nachhaltige
Steigerung sowohl unserer Profitabilität als auch
unseres Unternehmenswertes. Bei der Ertragskraft sind
Pro-forma-Umsatzerlöse, adjusted EBITDA (Ergebnis vor
Steuern, Zinsen und Abschreibungen) und adjusted EBIT
(Ergebnis vor Steuern und Zinsen) die wichtigsten
finanziellen Leistungsindikatoren. Diese sowie die
darüber hinaus verwendeten finanziellen
Leistungsindikatoren adjusted EBITDA-Rendite, adjusted
EBIT-Rendite, frei verfügbarer Cashflow und
Nettoverschuldung/-liquidität sind nach den
internationalen Rechnungslegungsvorschriften (IFRS) nicht
definierte Kennzahlen, die als ergänzende
Informationen anzusehen sind.
Bei der Ermittlung der Pro-forma-Umsatzerlöse
werden für die im Berichts- bzw. Vorjahr erworbenen
Unternehmen die Umsatzerlöse so berücksichtigt,
als wären diese Unternehmen bereits seit Beginn des
Vorjahres im Konzernabschluss enthalten. Bei
Veräußerungen bleiben die Umsatzerlöse der
veräußerten Unternehmen im Berichts- sowie im
Vorjahr vollständig unberücksichtigt.
Adjusted EBITDA, adjusted EBITDA-Rendite, adjusted
EBIT und adjusted EBIT-Rendite beinhalten keine
Sondereffekte und keine Abschreibungen aus
Kaufpreisallokationen. Sondereffekte enthalten Effekte aus
dem Erwerb und der Veräußerung
(einschließlich Einbringung) von
Tochtergesellschaften, Unternehmensteilen und Beteiligungen
(einschließlich Effekten aus der Folgebewertung
bedingter Kaufpreisverbindlichkeiten und sonstiger
Optionsverbindlichkeiten für den Erwerb nicht
beherrschender Anteile), Effekte aus der
Veräußerung von Immobilien, Sonderabschreibungen
und Zuschreibungen auf eigengenutzte Immobilien,
Aufwendungen im Zusammenhang mit langfristigen
unternehmenswertbasierten Vergütungsprogrammen,
Restrukturierungsaufwendungen, das gesamte
Beteiligungsergebnis (inkl. Abschreibungen und
Zuschreibungen auf Beteiligungen) und sonstige wesentliche
Einmaleffekte. Darüber hinaus wird auch eine der
Ermittlung der Pro-forma Umsatzerlöse entsprechende
Anpassung für Unternehmenserwerbe und
-veräußerungen vorgenommen. Abschreibungen aus
Kaufpreisallokationen beinhalten den Aufwand aus
Abschreibungen und Wertminderungen auf immaterielle
Vermögenswerte und Sachanlagen aus Unternehmens- und
Geschäftserwerben. In der Darstellung der Ertragslage
sind die Bereinigungen näher erläutert.
Die adjusted EBITDA-Rendite ermittelt sich als
Verhältnis des adjusted EBITDA zu den
Pro-forma-Umsatzerlösen. Die adjusted EBIT-Rendite
ermittelt sich als Verhältnis des adjusted EBIT zu den
Pro-forma-Umsatzerlösen.
Der frei verfügbare Cashflow ergibt sich aus dem
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit abzgl.
Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und
Sachanlagen (CAPEX - Capital Expenditures) zzgl.
Einzahlungen aus Abgängen von immateriellen
Vermögenswerten und Sachanlagen. Die genannten
Teilbeträge sind in der Konzern-Kapitalflussrechnung
separat ausgewiesen. Die
Nettoverschuldung/Nettoliquidität ermittelt sich als
Saldo aus den Finanzmitteln und Finanzverbindlichkeiten.
Wir erachten die Pro-forma Umsatzerlöse, das
adjusted EBITDA, die adjusted EBITDA-Rendite, das adjusted
EBIT und die adjusted EBIT-Rendite als geeignete Kennzahlen
zur Messung der operativen Ertragskraft von Axel Springer,
da diese Kennzahlen Effekte außer Acht lassen, die
die fundamentale Geschäftsentwicklung von Axel
Springer nicht reflektieren. Zur Beurteilung unserer
aktuellen Finanzierungs- und Kapitalstruktur sowie des
zukünftigen Finanzierungsvolumens halten wir den frei
verfügbaren Cashflow sowie die
Nettoverschul-dung/Nettoliquidität für geeignete
Leistungskennzahlen.
Ertragslage
Die im Jahr 2023 weiterhin unsichere politische und
wirtschaftliche Lage sowie der schwache Werbemarkt, vor
allem in den USA, haben einen negativen Effekt auf unsere
Aktivitäten im abgelaufenen Geschäftsjahr gehabt.
Das Geschäft mit Job-Portalen und mit Werbeanzeigen in
unseren journalistischen Marken, insbesondere bei News
Media US, ging nach einem Zuwachs im Vorjahr im
Geschäftsjahr 2023 wieder zurück. Die AVIV Group
konnte 2023 leicht wachsen. Geschäftsmodelle, wie die
der Idealo Group und Bonial Group konnten auch im Jahr 2023
von der inflationsbedingten Preissensitivität der
Konsumenten profitieren. Der Geschäftsbereich News
Media Germany konnte die Anzahl an digitalen Abonnenten
2023 weiter ausbauen. Insgesamt lagen die Umsatzerlöse
im Berichtsjahr bei € 3.855,3 Mio. und damit 0,6 %
über dem Vorjahr (Vj.: € 3.833,9 Mio.).
Die um Akquisitionseffekte angepassten
Pro-forma-Umsatzerlöse lagen mit € 3.920,2 Mio.
um 1,9 % unter dem Vorjahreswert (€ 3.996,8 Mio.). Die
Pro-forma-Umsatzerlöse des Geschäftsbereichs
Stepstone Group reduzierten sich um 9,7 %; der
Geschäftsbereich AVIV Group legte um 2,1 % zu. Auch
der Geschäftsbereich News Media Germany konnte die
Pro-forma-Umsatzerlöse um 1,7 % steigern, während
die Pro-forma-Umsatz-erlöse des Geschäftsbereichs
News Media US 9,4 % gegenüber dem Vorjahr verloren.
Der Geschäftsbereich Other Business Units steigerte
die Pro-forma-Umsatzerlöse um 8,0 %.
Die Werbeerlöse sanken um 2,9 % auf €
2.735,8 Mio. (Vj.: € 2.818,8 Mio.). Die
Pro-forma-Werbeerlöse sanken um 4,0 % auf €
2.764,0 Mio. (Vj.: € 2.879,2 Mio.). Zu diesem
Rückgang trugen vor allem die Geschäftsbereiche
Stepstone Group und News Media US bei. Der Anteil der
Pro-forma-Werbeerlöse an den
Pro-forma-Umsatzerlösen bewegte sich mit 70,5 % leicht
unter dem Vorjahresniveau (Vj.: 72,0 %).
Die Vertriebserlöse erhöhten sich um 0,6 %
auf € 596,0 Mio. (Vj.: € 592,2 Mio.). Der nur
leichte Rückgang der Pro-forma-Vertriebserlöse um
0,5 % von € 597,5 Mio. auf € 594,3 Mio. konnte
trotz des strukturellen Rückgangs von Auflagen bei
gedruckten Zeitungen und Zeitschriften durch einen
signifikanten Anstieg von digitalen Abonnements erreicht
werden. Der Anteil der Pro-forma-Vertriebserlöse an
den Pro-forma-Gesamtumsätzen stieg leicht auf 15,2 %
(Vj.: 14,9 %).
Die übrigen Erlöse beliefen sich auf €
523,5 Mio. Dies entsprach einem Anstieg von 23,8 % (Vj.:
€ 422,9 Mio.), der im Wesentlichen aus der AVIV Group
und dem Geschäftsbereich News Media Germany
resultierte. Die Pro-forma-übrigen-Erlöse lagen
mit € 561,9 Mio. 8,0 % über dem Vorjahreswert von
€ 520,1 Mio. Insgesamt hatten die
Pro-forma-übrigen-Erlöse einen Anteil von 14,3 %
(Vj.: 13,0 %) an den Pro-forma-Umsatzerlösen.
Die sonstigen betrieblichen Erträge lagen bei
€ 181,3 Mio. (Vj.: € 105,4 Mio.). Der Anstieg im
Berichtsjahr resultierte im Wesentlichen aus Erträgen
im Zusammenhang mit der Neubewertung bedingter
Kaufpreisverbindlichkeiten sowie aus Erträgen aus der
Auflösung von Rückstellungen für
langfristige unternehmenswertbasierte
Vergütungsprogramme.
Die Bestandsveränderung und andere aktivierte
Eigenleistungen beliefen sich auf € 150,9 Mio. (Vj.:
€ 122,9 Mio.) und standen wie im Vorjahr im
Wesentlichen im Zusammenhang mit IT-Entwicklungsprojekten
zum Ausbau und zur Erweiterung unserer digitalen
Geschäftsmodelle.
Die Gesamtaufwendungen erhöhten sich
gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 3,9 % auf €
4.034,3 Mio. (Vj.: € 3.884,0 Mio.).
Der Materialaufwand verminderte sich um 6,2 % auf
€ 521,8 Mio. (Vj.: € 556,5 Mio.). Ursächlich
für den Rückgang waren insbesondere niedrigere
Aufwendungen für Papier und geringere bezogene
Leistungen vor allem der Stepstone Group. Die
Materialaufwandsquote reduzierte sich auf 13,5 % (Vj.: 14,5
%).
Der Personalaufwand lag mit € 1.872,8 Mio. (Vj.:
€ 1.726,7 Mio.) um 8,5 % über dem
Vorjahresniveau. Ursächlich für diese Entwicklung
waren im Wesentlichen gestiegene Aufwendungen für
Restrukturierungsmaßnahmen insbesondere im
Geschäftsbereich News Media Germany sowie höhere
Aufwendungen aus langfristigen unternehmenswertbasierten
Vergütungsprogrammen. Die durchschnittliche Zahl der
Beschäftigten des Konzerns stieg 2023 um 0,2 % auf
18.242.
Der Anstieg der Abschreibungen auf € 492,4 Mio.
(Vj.: € 459,5 Mio.) resultierte im Wesentlichen aus
höheren planmäßigen Abschreibungen auf
immaterielle Vermögenswerte.
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen lagen mit
€ 1.147,3 Mio. (Vj.: € 1.141,3 Mio.) auf dem
Niveau des Vorjahres. Hierbei standen höheren
Aufwendungen für Fremdpersonal geringeren Aufwendungen
für Werbemaßnahmen gegenüber.
Das Beteiligungsergebnis betrug € - 19,6 Mio.
(Vj.: € - 47,2 Mio.) und enthielt Verluste aus der
Neubewertung von Finanzanlagen in Höhe von € 69,3
Mio. (Vj.: € - 30,4 Mio). Darüber hinaus waren
Erträge aus der Übergangskonsolidierung von
bislang nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen
von € 60,3 Mio. (Vj.: € 15,4 Mio.) enthalten, die
insbesondere ScreenOnDemand (im Vorjahr: No Fluff Jobs)
betrafen. Im Vorjahr waren zudem
außerplanmäßige Abschreibungen auf unsere
nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen an
Ringier Axel Springer Schweiz AG in Höhe von €
11,1 Mio. berücksichtigt.
Das Finanzergebnis belief sich auf € - 158,7
Mio. (Vj.: € - 48,6 Mio.). Der Rückgang des
Finanzergebnisses resultierte im Wesentlichen aus
erhöhten Zinsaufwendungen aus Verbindlichkeiten
gegenüber Kreditinstituten und Schuldscheindarlehen
sowie Abschreibungen auf Wandeldarlehensforderungen, die
fast ausschließlich im Zusammenhang mit der
Übergangskonsolidierung der bislang nach der
Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen an homeday
standen.
Das Ergebnis aus Ertragsteuern betrug im Berichtsjahr
€ - 143,3 Mio. (Vj.: € - 107,2 Mio.). Die
Verminderung war insbesondere auf Wertberichtigungen von
aktiven latenten Steuern zurückzuführen.
Das adjusted EBITDA stieg gegenüber dem Vorjahr
um 1,8 % auf € 790,0 Mio. (Vj.: € 775,8 Mio.).
Die adjusted EBITDA-Rendite des Konzerns betrug 20,2 %
(Vj.: 19,4 %). Das adjusted EBITDA der Stepstone Group
reduzierte sich um 2,1 % von € 367,4 Mio. auf €
359,6 Mio. vor allem infolge geringerer Umsatzerlöse.
Das adjusted EBITDA der AVIV Group erhöhte sich
insbesondere aufgrund gestiegener Umsatzerlöse um 10,1
% von € 139,9 Mio. auf € 154,1 Mio. Im
Geschäftsbereich News Media Germany stieg das adjusted
EBITDA um 31,7 % von € 109,9 Mio. auf € 144,7
Mio., was im Wesentlichen aus höheren
Umsatzerlösen und gesunkenen Papierkosten resultierte.
Der Geschäftsbereich News Media US verzeichnete beim
adjusted EBITDA einen Rückgang um 36,0 % von €
77,0 Mio. auf € 49,3 Mio., was vor allem auf geringere
Werbeerlöse zurückzuführen war. Im
Geschäftsbereich Other Business Units kam es vor allem
infolge des Aufbaus der neuen Second-Tier Sport Streaming
Plattform DYN zu einem Rückgang des adjusted EBITDA um
3,4 % von € 166,2 Mio. auf € 160,6 Mio. Im
Bereich Holding verbesserte sich das adjusted EBITDA von
€ - 84,7 Mio. auf € - 78,2 Mio.
Das adjusted EBIT reduzierte sich bei gestiegenen
Abschreibungen gegenüber dem Vorjahr um 3,1 % auf
€ 524,3 Mio. (Vj.: € 540,9 Mio.). Die adjusted
EBIT-Rendite lag mit 13,4 % leicht unter dem Niveau des
Vorjahres (13,5 %). Das adjusted EBIT der Stepstone Group
reduzierte sich um 4,2 % von € 306,3 Mio. auf €
293,3 Mio. Die AVIV Group verzeichnete im adjusted EBIT
einen leichten Rückgang um 0,7 % von € 95,0 Mio.
auf € 94,3 Mio., das adjusted EBIT des
Geschäftsbereichs News Media Germany erhöhte sich
um 44,2 % von € 56,6 Mio. auf € 81,7 Mio. Im
Geschäftsbereich News Media US reduzierte sich das
adjusted EBIT um 53,2 % von € 51,9 Mio. auf €
24,2 Mio., das adjusted EBIT des Geschäftsbereichs
Other Business Units sank um 5,6 % von € 118,7 Mio.
auf € 112,1 Mio. Das adjusted EBIT des Bereichs
Holding verbesserte sich dem adjusted EBITDA folgend von
€ - 87,6 Mio. auf € - 81,3 Mio.
Im adjusted EBITDA und adjusted EBIT ergaben sich
folgende Bereinigungseffekte:
| Mio. € |
2023 |
2022 |
| Effekte aus
Unternehmenserwerben |
- 2,3 |
- 10,0 |
| Effekte aus
Unternehmens-/Immobilienveräußerungen |
- 2,6 |
1,0 |
| Folgebewertung bedingter
Kaufpreisverbindlichkeiten |
55,9 |
0,1 |
| Unternehmenswertbasierte
Vergütungen |
- 2,6 |
- 32,5 |
|
Restrukturierungsaufwand |
- 160,5 |
- 46,1 |
| Pro-forma-Effekte* |
- 21,0 |
- 33,4 |
|
Beteiligungsergebnis |
- 19,6 |
- 47,2 |
| Sonstige
Bereinigungen |
- 11,2 |
- 17,1 |
| Bereinigungseffekte
EBITDA |
- 164,1 |
- 185,2 |
| Abschreibungen aus
Kaufpreisallokationen |
-228,7 |
-228,1 |
| Pro-forma-Effekte* |
1,9 |
3,5 |
| Bereinigungseffekte
EBIT |
- 390,8 |
-409,7 |
* Die Pro-forma-Effekte des Vorjahres
unterliegen aufgrund von Erwerben und
Veräußerungen des Berichtsjahres einer
Veränderung.
Bereinigungen im Zusammenhang mit der Folgebewertung
bedingter Kaufpreisverbindlichkeiten betrafen im
Berichtsjahr insbesondere Morning Brew. Darüber hinaus
wurden wie im Vorjahr Aufwendungen und Erträge aus der
Neubewertung unternehmenswertbasierter
Vergütungsprogramme bereinigt, insbesondere für
den langfristigen Management Incentive Plan sowie die
Vergütungsprogramme bei Appcast, Insider und Morning
Brew. Die Restrukturierungsaufwendungen betrafen im
Berichtsjahr insbesondere den Geschäftsbereich News
Media Germany. Die Pro-forma-Effekte des Berichtsjahres und
des Vorjahres entfielen im Wesentlichen auf die Erwerbe von
ScreenOnDemand, Bayard und homeday. Die vollständige
Bereinigung des Beteiligungsergebnisses umfasste im
Wesentlichen die laufenden Ergebnisse aus der
At-Equity-Konsolidierung, Effekte aus der
Übergangskonsolidierung von bislang nach der
Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen sowie
Neubewertungseffekte auf Finanzanlagen. Im Vorjahr waren
zudem außerplanmäßige Abschreibungen auf
nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen
enthalten.
Nachfolgend ist die Überleitung des adjusted
EBITDA zum Konzernergebnis dargestellt:
Überleitung des adjusted EBITDA
zum Konzernergebnis
| Mio. € |
2023 |
2022 |
| Adjusted EBITDA |
790,0 |
775,8 |
| Ab-/Zuschreibungen (ohne
Bereinigungen und Kaufpreisallokationen) |
-265,7 |
-235,0 |
| Adjusted EBIT |
524,3 |
540,9 |
| Bereinigungseffekte |
-390,8 |
-409,7 |
| Finanzergebnis |
- 158,7 |
- 48,6 |
| Ertragsteuern |
- 143,3 |
- 107,2 |
| Konzernergebnis |
- 168,5 |
- 24,7 |
Das Konzernergebnis sank um € 143,8 Mio. auf
€ - 168,5 Mio. (Vj.: € - 24,7 Mio.). Das Ergebnis
je Aktie sank aufgrund der Verminderung des positiven
Ergebnisanteils der Anteile anderer Gesellschafter von
€ - 0,42 je Aktie auf € - 1,66 je Aktie.
Finanzlage
Finanzmanagement
Die Finanzmittel im Axel Springer Konzern werden
grundsätzlich über die Axel Springer SE
bereitgestellt. So wird gewährleistet, dass die
Konzerngesellschaften stets über ausreichende
Liquidität verfügen. Maßgebliches Ziel des
Finanzmanagements ist die kostengünstige
Sicherstellung der Liquidität unter
Berücksichtigung einer fristengerechten Finanzierung.
Nettoliquidität/-verschuldung
| Mio. € |
2023 |
2022 |
| Finanzmittelfonds |
233,9 |
204,1 |
|
Finanzverbindlichkeiten |
2.989,4 |
2.606,9 |
|
Nettoliquidität/-verschuldung* |
- 2.755,6 |
-2.402,8 |
* Inkl. Leasingverbindlichkeiten in Höhe
von € 507,0 Mio. (Vj.: € 562,3 Mio.).
Zum 31. Dezember 2023 bestanden langfristige
Kreditlinien in Höhe von € 1.500,0 Mio. Die
Laufzeit wurde im Berichtsjahr um ein Jahr verlängert
und endet im Juli 2028. Zum Bilanzstichtag waren die
Kreditlinien in Höhe von € 777,5 Mio. (Vj.:
€ 791,5 Mio.) ausgeschöpft. Darüber hinaus
bestanden verschiedene Laufzeitdarlehen in Höhe von
insgesamt € 910,0 Mio. Laufzeitdarlehen in Höhe
von € 275,0 Mio. mit einer ursprünglichen
Laufzeit bis Juli 2024 wurden im Berichtsjahr vorzeitig
refinanziert und um € 110,0 Mio. erhöht. Die
entsprechende Laufzeit der Darlehen in Höhe von €
385,0 Mio. wurde bis Juli 2027 verlängert. Die
übrigen Laufzeitdarlehen sind im Juli 2024 (€
25,0 Mio.) und Juli 2026 (€ 500,0 Mio.) fällig.
Ferner bestanden Schuldscheindarlehen in Höhe von
€ 794,5 Mio. (Vj.: € 456,5 Mio.) mit Laufzeiten
bis Mai 2024 (€ 384,5 Mio.), Februar 2026 (€
118,5 Mio.), Dezember 2026 (€ 150,0 Mio.), Februar
2027 (€ 28,5 Mio.) und Februar 2028 (€ 113,0
Mio.). Schuldscheindarlehen in Höhe von € 410,0
Mio. wurden im Berichtsjahr neu abgeschlossen.
Zur zinsoptimierten Deckung kurzfristigen
Kapitalbedarfs kann Axel Springer bestimmte Formen
kurzfristiger Inhaberschuldverschreibungen (Commercial
Paper) mit einem maximalen Volumen von € 750,0 Mio.
und einer Laufzeit bis zu einem Jahr emittieren. Zum
Bilanzstichtag waren keine Commercial Paper ausgegeben.
Die Kreditlinie, Laufzeitdarlehen über €
410,0 Mio., die Schuldscheindarlehen sowie das kurzfristige
Commercial Paper Programm können sowohl für
allgemeine Gesellschaftszwecke als auch zur Finanzierung
von Akquisitionen eingesetzt werden. Laufzeitdarlehen in
Höhe von € 500,0 Mio. dienen ausschließlich
der Akquisitionsfinanzierung.
Cashflow-Entwicklung
Konzernkapitalflussrechnung
(Kurzfassung)
| Mio. € |
2023 |
2022 |
| Cashflow aus laufender
Geschäftstätigkeit |
308,5 |
464,4 |
| Cashflow aus
Investitionstätigkeit |
-499,0 |
- 214,6 |
| Cashflow aus
Finanzierungstätigkeit |
220,9 |
-249,1 |
| Zahlungswirksame
Veränderung des Finanzmittelfonds |
30,4 |
0,8 |
| Finanzmittelfonds zum
31.12. |
233,9 |
204,1 |
Der Cashflow aus laufender
Geschäftstätigkeit lag bei € 308,5 Mio. und
damit wesentlich unter dem Wert des Vorjahreszeitraums
(€ 464,4 Mio.). Der Rückgang resultierte
insbesondere aus höheren Auszahlungen für
langfristige unternehmenswertbasierte
Vergütungsprogramme, höheren Netto-Zinszahlungen,
höheren Auszahlungen für
Restrukturierungsmaßnahmen sowie der Entwicklung der
Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und
Leistungen. Entgegengesetzt wirkten geringere
Netto-Steuerzahlungen.
Der Cashflow aus Investitionstätigkeit belief
sich auf € - 499,0 Mio. (Vj.: € - 214,6 Mio.).
Die Verminderung war vor allem geprägt durch
Auszahlungen (abzgl. übernommener Zahlungsmittel)
für vollzogene Unternehmenserwerbe und betraf im
Wesentlichen die Erwerbe von ScreenOnDemand (€ 24,8
Mio.), Bayard (€ 246,1 Mio.) sowie Neuraum (€
19,7 Mio.). Darüber hinaus waren insbesondere
Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und
Sachanlagen enthalten.
Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit von
€ 220,9 Mio. (Vj.: € - 249,1 Mio.) war im
Berichtsjahr insbesondere durch die Nettoaufnahme (Vj.:
Nettotilgung) von Finanzverbindlichkeiten geprägt. Dem
entgegen wirkten der Tilgungsanteil von Miet- und
Leasingzahlungen sowie die Dividende an die Aktionäre
der Axel Springer SE.
Vermögenslage
Konzern-Bilanz (Kurzfassung)
| Mio. € |
31.12.2023 |
31.12.2022 |
| Langfristige
Vermögenswerte |
5.920,2 |
5.885,6 |
| Kurzfristige
Vermögenswerte |
1.497,8 |
1.340,1 |
| Aktiva |
7.417,9 |
7.225,7 |
| Eigenkapital |
2.096,9 |
2.500,9 |
| Langfristiges
Fremdkapital |
3.304,5 |
3.101,9 |
| Kurzfristiges
Fremdkapital |
2.016,5 |
1.622,8 |
| Passiva |
7.417,9 |
7.225,7 |
Die Entwicklung der langfristigen Vermögenswerte
war vor allem geprägt durch die Erfassung
immaterieller Vermögenswerte im Rahmen der erstmaligen
Konsolidierung der im Berichtsjahr vollzogenen
Unternehmenserwerbe. Dementgegen wirkten im Wesentlichen
planmäßige und außerplanmäßige
Abschreibungen sowie der Wegfall der
Vermögensüberdeckung aus leistungsorientierten
Pensionsplänen. Der Anstieg der kurzfristigen
Vermögenswerte stand im Wesentlichen im Zusammenhang
mit der Entwicklung der Forderungen aus Lieferungen und
Leistungen.
Das Eigenkapital reduzierte sich insbesondere durch
das Konzernergebnis des Berichtsjahres sowie die Dividende
an die Aktionäre der Axel Springer SE.
Eigenkapitalmindernd wirkten darüber hinaus
Währungsumrechnungseffekte konsolidierter
Abschlüsse sowie die Erfassung
versicherungsmathematischer Gewinne und Verluste durch den
Rückgang des Rechnungszinses im Rahmen der
Pensionsbilanzierung (unter Berücksichtigung
entsprechender Steuereffekte).
Der Anstieg des langfristigen Fremdkapitals stand im
Wesentlichen im Zusammenhang mit neu abgeschlossenen
Schuldscheindarlehen, trotz Reklassifizierung der im
Geschäftsjahr 2024 fälligen Schuldscheindarlehen,
und der Netto-Pensionsverpflichtungen aufgrund eines
verminderten Rechnungszinses. Darüber hinaus
erhöhten sich die sonstigen Verbindlichkeiten aus
vereinbarten Optionsrechten aufgrund der im Berichtsjahr
vollzogenen Unternehmenserwerbe. Die Veränderung des
kurzfristigen Fremdkapitals war vor allem geprägt
durch die Reklassifizierung der im Geschäftsjahr 2024
fälligen Schuldscheindarlehen. Darüber hinaus
erhöhten sich die Verbindlichkeiten aus Lieferungen
und Leistungen.
Vergleich des tatsächlichen mit
dem prognostizierten Geschäftsverlauf
In der im Lagebericht des Geschäftsjahres 2022
veröffentlichten Prognose rechneten wir für das
Geschäftsjahr 2023 im Axel Springer Konzern mit einem
Wachstum der Pro-forma-Umsatzerlöse im niedrigen bis
mittleren einstelligen Prozentbereich. Dabei gingen wir bei
den Classifieds-Portalen und unseren US-Medien von einem
überproportionalen Beitrag zum konzernweiten
Umsatzwachstum aus, wobei das Wachstum vor allem
konjunktur- und wechselkursbedingt deutlich geringer
ausfallen sollte als noch im Vorjahr. Für die
deutschen Medien rechneten wir insbesondere aufgrund des
strukturell weiterhin rückläufigen
Printgeschäfts mit einem leichten Rückgang.
Tatsächlich wurde die Konzern-Umsatzprognose für
das Geschäftsjahr 2023 nicht erreicht. Die
Proforma-Umsatzerlöse des Konzerns verzeichneten einen
Rückgang im niedrigen einstelligen Prozentbereich
gegenüber dem Vorjahreswert. Die Classifieds-Portale
verloren im mittleren und die US-Medien im hohen
einstelligen Prozentbereich, unter anderem aufgrund der
deutlich rückläufigen Werbemarktentwicklung in
den USA. Die deutschen Medien entwickelten sich dagegen
stabiler als erwartet und verzeichneten ein leichtes
Wachstum der Pro-forma-Umsatzerlöse im niedrigen
einstelligen Prozentbereich.
Für das adjusted EBITDA rechneten wir aufgrund
von inflationsbedingt steigenden Kosten und
fortgeführter Wachstumsinitiativen mit einem
Rückgang im mittleren einstelligen Prozentbereich.
Beim adjusted EBIT erwarteten wir ein Minus im niedrigen
zweistelligen Prozentbereich. Tatsächlich wurden die
Erwartungen für das adjusted EBITDA und EBIT trotz der
verfehlten Umsatzprognose übertroffen. Das adjusted
EBITDA wies ein Wachstum im niedrigen einstelligen
Prozentbereich auf, während der Rückgang des
adjusted EBIT lediglich im niedrigen einstelligen
Prozentbereich lag. Dies ist vor allem auf Minderkosten im
Zusammenhang mit den Umsatzrückgängen sowie auf
ein konsequentes Kostenmanagement und verstärkte
Restrukturierungsmaßnahmen zurückzuführen.
Sofern auf den zweistelligen Prozentbereich Bezug
genommen wird, bezieht sich dies in Anlehnung an den
englischen Begriff "Teens" auf den Bereich von mindestens
10 % und höchstens 20 %. Demgegenüber sind mit
"deutlich unter Vorjahr" bzw. "deutlich über Vorjahr"
Abweichungen gegenüber dem Vorjahr von mehr als 20 %
gemeint.
Gesamtaussage des Vorstands zur
Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage
Das Geschäftsjahr 2023 war von einer
gesamtwirtschaftlichen Unsicherheit geprägt,
verursacht durch hohe Zinsen, eine weiterhin relativ hohe
Inflation und den Krieg in Nahost. Dabei waren unsere
Aktivitäten in den USA im Jahr 2023 besonders
gefordert. Vor diesem Hintergrund verlief das
Geschäftsjahr 2023 für uns erfolgreich. Unsere
Pro-forma-Umsatzerlöse sanken zwar, besonders durch
die Herausforderungen in den USA, um 1,9 %, dagegen konnte
das adjusted EBITDA allerdings um 1,8 % gesteigert werden.
Das Geschäft mit unseren Jobportalen war dabei
besonders beeinflusst durch die Herausforderungen im
amerikanischen Markt und die konjunkturbedingte steigende
Zurückhaltung der Unternehmen am Arbeitsmarkt. Die
Immobilienportale konnten 2023 umsatzseitig wieder zulegen
und signifikant in die Transformation investieren. Im
Geschäftsbereich News Media Germany wurden strukturell
bedingte Umsatzrückgänge im Printbereich durch
höhere Umsätze bei den digitalen Medienangeboten
und starke Werbeerlöse überkompensiert.
Gleichzeitig konnte nach dem Umbau und der Implementierung
der neuen Strategie mit stärkerem Fokus auf die
Marken, die Profitabilität wieder deutlich gesteigert
werden. Im Geschäftsbereich News Media US gingen die
Umsätze durch die gesamtwirtschaftliche Lage und die
damit verbundenen Herausforderungen im US-Werbemarkt
zurück. Hinzu kamen Investitionen in zukünftiges
Wachstum des Geschäfts von POLITICO. Im
Geschäftsbereich Other Business Units konnten die
Umsätze besonders durch eine gute Perfomance von
Idealo, Finanzen.net, Bonial, RAS Polen und AWIN deutlich
gesteigert werden. Gleichzeitig wurde in den Aufbau der
neuen Second-Tier Sport Streaming Plattform DYN investiert.
Wir sind überzeugt, dass es noch deutliches
Wachstumspotenzial insbesondere im Bereich der digitalen
Rubrikenangebote und des digitalen Journalismus gibt. Wir
haben unsere Wachstumsinitiativen weiter vorangetrieben.
Akquisitionen und ein aktives Portfoliomanagement werden
auch in Zukunft ein Baustein zur Weiterentwicklung des
Konzerns bleiben. Durch die strategische Partnerschaft mit
langfristig orientierten Investoren, die unsere
Wachstumsstrategie unterstützen, sind wir gut
aufgestellt, um die Potenziale, die wir in unseren
Geschäftsfeldern sehen, zu heben, um auch in Zukunft
organisches Wachstum zu erzielen.
Ausgewählte Kennzahlen auf
Konzernebene
| Mio. € |
2023 |
2022 |
| Umsatzerlöse,
pro-forma |
3.920,2 |
3.996,8 |
| EBITDA, adjusted |
790,0 |
775,8 |
| EBITDA-Rendite,
adjusted |
20,2 % |
19,4 % |
| EBIT, adjusted |
524,3 |
540,9 |
| EBIT-Rendite,
adjusted |
13,4 % |
13,5 % |
| Konzernergebnis |
- 168,5 |
- 24,7 |
| Ergebnis je Aktie (in
€) |
- 1,66 |
- 0,42 |
| Dividende je Aktie (in
€)* |
1,16 |
1,16 |
| Dividendensumme* |
125,2 |
125,2 |
|
Nettoverschuldung/-liquidität zum 31.12. |
-2.755,6 |
-2.402,8 |
| Frei verfügbarer
Cashflow (FCF) |
132,1 |
298,2 |
| FCF ohne Effekte aus
Immobilientransaktionen und des MIP/LTIP** |
162,0 |
311,3 |
* Die Dividende für das Geschäftsjahr
2023 steht unter dem Vorbehalt der Zustimmung der
Hauptversammlung.
** FCF bereinigt um Effekte aus der
Veräußerung des Neubaus, der
Axel-Springer-Passage in Berlin und der Gebäude in
Hamburg sowie dem MIP- und LTIP-Programm für den
Vorstand und ausgewählte Führungskräfte.
Nichtfinanzielle
Leistungsindikatoren
Mitarbeitende
Was Axel Springer im Kern ausmacht, sind die
Mitarbeitenden, ihre Vielfalt, ihre individuellen
Fähigkeiten, ihr Wissen und ihr Engagement. Axel
Springer beschäftigte im Berichtsjahr durchschnittlich
18.242 (Vj.: 18.205) Mitarbeitende (ohne Auszubildende,
Journalistenschüler und -schülerinnen,
Mitarbeitende im Volontariat). Durchschnittlich 9.375 der
Mitarbeitenden waren im Ausland (Vj.: 9.334)
beschäftigt; das entspricht einem Anteil von 51,4 %
(Vj.: 51,3 %). Im Konzern waren durchschnittlich 8.493
Frauen, 9.725 Männer und 24 Mitarbeitende, die sich
als divers definieren, tätig. Der Anteil der Frauen
liegt mit 46,6 % (Vj.: 44,1 %) über dem
Vorjahresniveau. Die Anzahl der Redakteurinnen und
Redakteure sank im Berichtszeitraum um 7,5 % auf 3.148. Die
Anzahl der Angestellten erhöhte sich leicht um 2,1 %
auf 14.852 Mitarbeiter.
Beschäftigte nach Geschäftsbereichen
| Anzahl im
Jahresdurchschnitt |
2023 |
2022 |
Veränderung |
| Stepstone Group |
3.913 |
3.640 |
7,5 % |
| AVIV Group |
2.414 |
2.251 |
7,2 % |
| News Media Germany |
4.314 |
4.559 |
- 5,4 % |
| News Media US |
2.395 |
2.542 |
- 5,8 % |
| Other Business
Units |
4.862 |
4.870 |
- 0,2 % |
| Holding |
345 |
343 |
0,8 % |
| Axel Springer
Konzern |
18.242 |
18.205 |
0,2 % |
Im Jahr 2023 wurden hauptsächlich in der
Stepstone Group und AVIV Group Mitarbeitende aufgebaut.
Demgegenüber stand bedingt durch
Restrukturierungsmaßnahmen ein Rückgang im
Geschäftsbereich News Media Germany sowie ein
Personalabbau im Geschäftsbereich News Media US.
Das Ziel von Axel Springer ist es, ein
vielfältiges und inklusives Arbeitsumfeld zu schaffen,
in dem sich alle Mitarbeitenden respektiert,
wertgeschätzt und zugehörig fühlen. Um die
Themen Vielfalt und Inklusion tiefer im Bewusstsein der
Mitarbeitenden und in der Geschäftsstrategie zu
verankern, hat Axel Springer bereits im Jahr 2022 eine
konzernweite Strategie formuliert, die bis Ende 2026
umgesetzt werden soll. Diese umfasst Bestrebungen in
fünf Bereichen mit insgesamt 15 Verpflichtungen:
Aktivierung von Führungskräften,
glaubwürdige Bemühungen, inklusive Karrieren,
Talent-Erfahrung, Nutzung von Daten.
Die Förderung von Frauen in
Führungspositionen bleibt im Fokus des ganzheitlichen
Diversity & Inclusion-Ansatzes von Axel Springer: Bis
2026 soll konzernweit ein Geschlechterverhältnis von
mindestens 40 % Frauen in den Top-Führungspositionen
erreicht werden. In den Geschäftsbereichen gibt es auf
den weiteren Managementebenen dezentrale Zielvorgaben
für größere Geschlechtervielfalt. Der
jeweilige Korridor liegt dabei zwischen 40 % bis 50 %. Es
wird angestrebt, auch Menschen mit dem Geschlechtseintrag
"divers" sowie nichtbinäre Menschen in dieses Ziel mit
einzubeziehen. Der Vorstand war zum 31. Dezember 2023 mit
einer Frau und drei Männern besetzt. Der Aufsichtsrat
hatte zu diesem Zeitpunkt neun Mitglieder, wovon zwei
Frauen und sieben Männer waren. Die Zusammensetzung
der Führungskräfte von Axel Springer nach
Geschlecht ist nachfolgend dargestellt:
Führungskräfte nach
Geschlecht
| Anzahl im
Jahresdurchschnitt |
2023 |
Anteil 2023 |
2022 |
Veränderung |
| Weiblich |
811 |
39,3 % |
906 |
39,8 % |
| Männlich |
1.250 |
60,6 % |
1.373 |
60,2 % |
| Divers |
1 |
0,0 % |
0 |
0,0 % |
| Axel Springer
Konzern |
2.062 |
100,0 % |
2.279 |
100,0 % |
Forschung und Entwicklung
Axel Springer betreibt keine Forschungs- und
Entwicklungsabteilung im Sinne eines Industrieunternehmens.
Alle Bereiche des Unternehmens optimieren die bestehenden
Angebote und arbeiten daran, innovative Produkte im Markt
zu etablieren. Vor allem bedeutet dies, dass wir unser
Angebotsspektrum kontinuierlich durch Innovationen im
digitalen Geschäft erweitern, redaktionelle Inhalte
weiterentwickeln und unsere journalistische Exzellenz
ausbauen. Dabei legen wir großen Wert auf die
frühzeitige Berücksichtigung der sich
verändernden Mediennutzung.
Neben unseren Investitionen in Beteiligungen im
Frühphasenbereich haben wir im Berichtsjahr
Eigenleistungen in Höhe von € 151,1 Mio. (Vj.:
€ 122,9 Mio.) im Zusammenhang mit
IT-Entwicklungsprojekten zum Ausbau und zur Erweiterung
unserer digitalen Geschäftsmodelle aktiviert. Ein
großer Anteil an den Eigenleistungen sowie der
wesentliche Anstieg im Vergleich zum Vorjahr entfällt
auf die AVIV Group im Zusammenhang mit dem Aufbau einer
einheitlichen technologischen Plattform für ihre
digitalen Immobilienportale.
Absatzmarktbezogene
Leistungsindikatoren
Für die Beurteilung unserer kunden-, markt- und
angebotsbezogenen Leistungen sind die folgenden
nichtfinanziellen Leistungsindikatoren relevant, auch wenn
das Unternehmen als Ganzes nicht danach gesteuert wird:
Unique Users/Visitors sowie geschäftsmodellbezogene
Kennzahlen unserer Online-Medien und die daraus
resultierende Marktposition, Reichweite unserer Medien im
Werbemarkt sowie Kennzahlen zu Marken- und
Werbebekanntheit, durchschnittlich verkaufte Auflage aller
wesentlichen Zeitungen und Zeitschriften und digitale
Abonnements.
Wirtschaftliche Lage der Axel Springer
SE
Vorbemerkungen
Die Axel Springer SE ist das Mutterunternehmen des
Axel Springer Konzerns. Ihre Geschäftsentwicklung
unterliegt aufgrund der von ihr direkt und indirekt
gehaltenen Tochtergesellschaften grundsätzlich den
gleichen Risiken und Chancen wie der Konzern. Diese werden
ausführlich im Kapitel "Risiko- und Chancenbericht"
dargestellt. Ebenso entsprechen die Erwartungen im Hinblick
auf die Entwicklung der Axel Springer SE im Wesentlichen
den im Prognosebericht beschriebenen Konzernerwartungen
(siehe Kapitel "Prognosebericht").
Die folgenden Ausführungen basieren auf dem
Jahresabschluss der Axel Springer SE, der nach den
Vorschriften des Handelsgesetzbuchs und des Aktiengesetzes
aufgestellt wurde.
Geschäftstätigkeit
Die Axel Springer SE hat im Geschäftsjahr 2023
den Geschäftsbereich BILD- und WELT-Gruppe sowie die
Axel Springer Academy of Journalism and Technology als
Gesamtheit mit allen Rechten und Pflichten im Wege der
Ausgliederung auf ihre Tochtergesellschaft Axel Springer
Deutschland GmbH (vormals BILD GmbH), Berlin,
übertragen. Die Ausgliederung erfolgte mit
wirtschaftlicher Wirkung zum 1. Januar 2023 und wurde Ende
September 2023 rechtlich wirksam. Seit der Ausgliederung,
die nahezu die gesamte bisherige operative
Geschäftstätigkeit der Axel Springer SE umfasste,
übt die Axel Springer SE nahezu ausschließlich
Holdingfunktionen des Axel Springer Konzerns aus, steuert
das konzernweite Finanz- und Liquiditätsmanagement und
erbringt weitere Dienstleistungen an Konzerngesellschaften.
Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der Axel Springer SE
entsprechen im Wesentlichen denen des Konzerns und werden
im Kapitel "Wirtschaftsbericht" beschrieben.
Um eine verbesserte Vergleichbarkeit zu
gewährleisten, wurden in der Darstellung der
Ertragslage Pro-forma-Zahlen als Referenzwerte des
Vorjahres herangezogen, als wäre die Ausgliederung
bereits im Vorjahr wirksam gewesen. Die Vorjahreswerte in
den Erläuterungen der Vermögenslage sind um die
erfolgte Ausgliederung angepasst.
Ertrags-, Finanz- und
Vermögenslage
Ertragslage
Gewinn- und Verlustrechnung
(Kurzfassung)
| Mio. € |
2023 |
2022* |
| Umsatzerlöse |
117,2 |
114,7 |
| Übrige betriebliche
Erträge |
59,1 |
62,1 |
| Personalaufwand |
- 111,2 |
- 137,0 |
| Übrige betriebliche
Aufwendungen |
- 157,9 |
- 195,2 |
| Ergebnis aus
Finanzanlagen |
2.257,6 |
- 149,8 |
| Zinsergebnis |
- 187,3 |
- 64,1 |
| Steuern vom Einkommen
und vom Ertrag |
- 1,7 |
3,1 |
| Jahresergebnis |
1.975,8 |
- 366,2 |
* Vorjahreszahlen als Pro-forma-Werte, als ob
die im Berichtsjahr erfolgte Ausgliederung (siehe Abschnitt
"Geschäftstätigkeit") bereits im Vorjahr wirksam
gewesen wäre.
Die Umsatzerlöse des Berichtsjahres lagen mit
€ 117,2 Mio. (Vj.: € 114,7 Mio.) leicht über
dem Vorjahresniveau. Sie resultierten überwiegend aus
konzerninternen IT-Dienstleistungen und der Vermietung von
Büroflächen.
Die übrigen betrieblichen Erträge beliefen
sich im Berichtsjahr auf € 59,1 Mio. (Vj.: € 62,1
Mio.) und resultierten vor allem aus der Verschmelzung von
Tochterunternehmen. Im Vorjahr ergaben sich insbesondere
Erträge aus der Veräußerung von
Beteiligungen.
Der Personalaufwand sank um € 25,8 Mio. bzw.
18,8 % auf € 111,2 Mio. Im Vorjahr führte
insbesondere die Bewertung von Pensionsverpflichtungen
aufgrund gestiegener Inflationserwartungen zu erhöhten
Aufwendungen. Die Zahl der durchschnittlich
Beschäftigten betrug im Berichtsjahr 864 (Vj.: 1.026).
Aufgrund der im Berichtsjahr erfolgten Ausgliederung (siehe
oben) sind 540 Beschäftigte Ende September 2023 von
der Axel Springer SE in die Axel Springer Deutschland GmbH
übergegangen.
Die übrigen betrieblichen Aufwendungen lagen mit
€ 157,9 Mio. um € 37,3 Mio. bzw. 19,1 % unter dem
Vorjahreswert, der im Vergleich zum Berichtsjahr durch
höhere Aufwendungen aus der Veräußerung von
Beteiligungen belastet war.
Das Ergebnis aus Finanzanlagen belief sich auf €
2.257,6 Mio. (Vj.: € - 149,8 Mio.) und umfasste
insbesondere Ergebnisübernahmen von
Tochtergesellschaften (€ 2.244,0 Mio.; Vj.: € -
132,1 Mio.), die im Wesentlichen Einmaleffekte aus
konzerninternen Beteiligungstransaktionen beinhalteten.
Sonstige Erträge aus direkten Beteiligungen der Axel
Springer SE und Ausleihungen beliefen sich auf € 63,8
Mio. (Vj.: € 11,1 Mio.). Darüber hinaus
resultierte aus der Bewertung von Beteiligungen und
Ausleihungen insgesamt ein negatives Ergebnis von €
50,3 Mio. (Vj.: € 28,7 Mio.).
Das Zinsergebnis des Berichtsjahres betrug € -
187,3 Mio. (Vj.: € - 64,1 Mio.) und umfasste im
Wesentlichen Zinsaufwendungen aus in Anspruch genommenen
Kreditlinien, aus Schuldscheindarlehen und aus
kurzfristigen Commercial-Paper-Emissionen sowie aus der
Bewertung von Pensionsverpflichtungen. Der Anstieg der
Zinsaufwendungen resultierte vor allem aus dem im Vergleich
zum Vorjahr deutlich höheren Zinsniveau.
Das Geschäftsjahr 2023 endete mit einem
Jahresüberschuss in Höhe von € 1.975,8 Mio.
(Vj.: Jahresfehlbetrag in Höhe von € 366,2 Mio.).
Finanz- und Vermögenslage
Bilanz (Kurzfassung)
| Mio. € |
31.12.2023 |
01.01.2023* |
| Finanzanlagen |
8.846,5 |
7.547,8 |
| Forderungen gegen
verbundene Unternehmen |
100,5 |
217,0 |
| Finanzmittel |
77,2 |
55,4 |
| Übrige Aktiva |
70,4 |
79,7 |
| Aktiva |
9.094,5 |
7.899,9 |
| Eigenkapital |
3.836,6 |
1.986,0 |
| Rückstellungen |
178,7 |
137,4 |
| Verbindlichkeiten
gegenüber Kreditinstituten und
Schuldscheindarlehen |
2.490,3 |
2.055,3 |
| Verbindlichkeiten
gegenüber verbundenen Unternehmen |
2.547,4 |
3.675,6 |
| Übrige Passiva |
41,5 |
45,6 |
| Passiva |
9.094,5 |
7.899,9 |
* Vorjahresvergleichszahlen unter
Berücksichtigung der wirtschaftlich zum 1. Januar 2023
erfolgten Ausgliederung (siehe Abschnitt
"Geschäftstätigkeit").
Die Bilanzsumme erhöhte sich im Vergleich zum 1.
Januar 2023 um € 1.194,6 Mio. auf € 9.094,5 Mio.
Die Finanzanlagen beliefen sich zum 31. Dezember 2023 auf
€ 8.846,5 Mio. (Vj.: 7.547,8 Mio.) und stellten 97,3 %
(Vj.: 95,5 %) des Gesamtvermögens dar. Sie waren zum
Bilanzstichtag zu 43,4 % (Vj.: 26,3 %) durch Eigenkapital
gedeckt. Der Anstieg der Finanzanlagen im Berichtsjahr um
€ 1.298,7 Mio. ergab sich vor allem aus Zugängen
in Höhe von € 3.953,2 Mio. und Abgängen von
€ 2.604,4 Mio. Die Zugänge resultierten
hauptsächlich aus der Vergabe von Darlehen an
Tochterunternehmen, die der Finanzierung von
Beteiligungstransaktionen innerhalb des Konzerns und der
Refinanzierung von konzerninternen Darlehen dienten. Die
Abgänge waren vor allem durch die Verschmelzung von
Tochtergesellschaften bedingt.
Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen (€
100,5 Mio.; Vj.: € 217,0 Mio.) sowie die
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen
(€ 2.547,4 Mio.; Vj.: € 3.675,6 Mio.)
resultierten im Wesentlichen aus dem konzernweiten
Liquiditätsmanagement.
Das Eigenkapital erhöhte sich im Berichtsjahr um
€ 1.850,6 Mio. und betrug zum 31. Dezember 2023 €
3.836,6 Mio. (Vj.: € 1.986,0 Mio.). Für den
Anstieg war der Jahresüberschuss des Berichtsjahres in
Höhe von € 1.975,8 Mio. ursächlich.
Gegenläufig wirkte die Dividendenzahlung für das
vergangene Geschäftsjahr (€ 125,2 Mio.).
Die Rückstellungen erhöhten sich im
Vergleich zum Vorjahresstichtag um € 41,3 Mio. auf
€ 178,7 Mio. (Vj.: € 137,4 Mio.). Ursächlich
für den Anstieg waren insbesondere höhere
Vorsorgen für Pensionsverpflichtungen infolge eines
geringeren Deckungsvermögens. Die
Pensionsrückstellungen beliefen sich nach Abzug des
Deckungsvermögens auf € 77,0 Mio. (Vj.: €
36,2 Mio.).
Die Nettoverschuldung (Verbindlichkeiten
gegenüber Kreditinstituten und Schuldscheindarlehen
abzüglich Finanzmittel) der Axel Springer SE belief
sich zum 31. Dezember 2023 auf € 2.413,2 Mio. (Vj.:
€ 1.999,9 Mio.). Im Laufe des Berichtsjahres
erhöhten sich die Verbindlichkeiten gegenüber
Kreditinstituten und die aufgenommenen Schuldscheindarlehen
durch die Finanzierung von Unternehmenserwerben sowie durch
das konzernweite Finanz- und Liquiditätsmanagement um
€ 435,0 Mio. auf insgesamt € 2.490,3 Mio.
Für weitere Erläuterungen zum Finanzmanagement im
Axel Springer Konzern, dass zentral über die Axel
Springer SE gesteuert wird, siehe Abschnitt "Finanzlage"
des Axel Springer Konzerns.
Abhängigkeitsbericht
Der Vorstand der Axel Springer SE hat den nach §
312 AktG vorgeschriebenen Abhängigkeitsbericht an den
Aufsichtsrat erstattet und folgende Schlusserklärung
abgegeben:
"Die Axel Springer SE hat nach den Umständen,
die ihr in dem Zeitpunkt bekannt waren, in dem
Rechtsgeschäfte mit einem verbundenen Unternehmen
vorgenommen wurden, bei jedem Rechtsgeschäft eine
angemessene Gegenleistung erhalten und hat im
Berichtszeitraum weder auf Veranlassung noch im Interesse
der herrschenden oder eines mit ihnen verbundenen
Unternehmens Maßnahmen getroffen oder
unterlassen."
Risiko- und Chancenbericht
Axel Springer ist als international agierender
Konzern einer Vielzahl von internen und externen
Einflüssen ausgesetzt, die das Erreichen unserer Ziele
in wesentlichem Maße beeinflussen können. Dabei
definieren wir Risiken als Möglichkeit einer negativen
Abweichung der Unternehmensentwicklung von unseren Zielen,
während Chancen die Möglichkeit einer Abweichung
im positiven Sinn darstellen. Vor diesem Hintergrund sollen
sich bietende Chancen zur Steigerung des Ertrags- und
Unternehmenswertes genutzt und Risiken nur insoweit
eingegangen werden, wenn sich diese in einem für den
Konzern annehmbaren und angemessenen Rahmen bewegen.
Risiken sollen durch geeignete Maßnahmen auf ein
akzeptables Maß begrenzt werden, teilweise oder
vollständig auf Dritte übertragen, vermieden bzw.
beobachtet werden, sofern eine Risikobegrenzung nicht
sinnvoll erscheint.
Risikomanagementsystem
Der Risikomanagementprozess ist darauf ausgerichtet,
alle wesentlichen und potenziell bestandsgefährdenden
Risiken möglichst frühzeitig zu identifizieren
und zu bewerten, um entsprechend gegensteuern zu
können. Die grundsätzliche Ausgestaltung der
Strukturen und Prozesse des Risikomanagementsystems bei
Axel Springer orientiert sich neben nationalen Standards
auch an dem international anerkannten "Enterprise Risk
Management Framework", dem vom Committee of Sponsoring
Organizations of the Treadway Commission (COSO)
entwickelten Rahmenwerk. Die Gesamtverantwortung für
ein effektives Risikomanagement obliegt dem Vorstand der
Axel Springer SE, das operative Management der
Einzelrisiken liegt in erster Linie im
Verantwortungsbereich der jeweiligen Geschäftsbereiche
bzw. Beteiligungen von Axel Springer. Dies umfasst die
Früherkennung, Identifikation und Bewertung bereichs-
bzw. unternehmensspezifischer Risiken, die Festlegung
geeigneter Maßnahmen, deren Steuerung und Kontrolle
sowie eine angemessene Dokumentation und Berichterstattung.
Darüber hinaus sind die jeweiligen
Bereichsleitungen und Geschäftsführungen
innerhalb des Axel Springer Konzerns verpflichtet, an den
turnusmäßigen, systematisierten und
standardisierten Risikoerhebungen teilzunehmen. Wesentliche
Ad-hoc-Änderungen der Risikosituation sind dem
zentralen Corporate Risk Management umgehend zu melden.
Das zentrale Corporate Risk Management stellt
übergreifende Standards, Methoden und Tools zur
Verfügung, steuert sowohl die halbjährliche als
auch die jährliche Risikoerhebung und
gewährleistet die Berichterstattung an den Vorstand
und das Audit Committee des Aufsichtsrats. Es koordiniert
die konzernweiten Risikomanagementaktivitäten und
plausibilisiert die gemeldeten Risiken auf
Vollständigkeit. Darüber hinaus entwickelt das
zentrale Corporate Risk Management das
Risikomanagementsystem von Axel Springer kontinuierlich
weiter. Die Bewertung der Risiken erfolgt - soweit
zweckmäßig und bezifferbar - quantitativ anhand
der Parameter "Ausmaß des Schadens" (Wirkung) und
"Eintrittswahrscheinlichkeit" oder auf Basis qualitativer
Kriterien. Eine qualitative Einschätzung des
potenziellen Schadens erfolgt mittels Kriterien wie
operative Auswirkungen, Einfluss auf unsere Reputation oder
rechtliche Konsequenzen. Die Risikobewertung erfolgt unter
Berücksichtigung der Maßnahmen zur
Gegensteuerung bzw. Risikoreduzierung (Nettobetrachtung).
Das auf diese Weise ermittelte Nettorisiko wird in seiner
Eintrittswahrscheinlichkeit beurteilt. Die
anschließende Einordnung der Risiken erfolgt in einer
ordinalskalierten Risikomatrix.
Zur Beurteilung der Wesentlichkeit im
Gesamtrisikoportfolio werden die Risiken als
"bestandsgefährdend", "wesentlich", "zu
überwachend", "übrige" oder "nicht
konzernrelevant" kategorisiert.
Risikomatrix Axel Springer SE
Regelmäßig wird auf Konzernebene die
Risikotragfähigkeit ermittelt, die das maximale
Risikoausmaß angibt, das getragen werden kann, ohne
den Fortbestand des Unternehmens zu gefährden.
Chancenmanagementsystem
Axel Springer verfolgt das Ziel, den
unternehmerischen Erfolg nachhaltig zu sichern.
Mögliche Chancen, die sich im Rahmen der
Geschäftstätigkeit durch positive Entwicklungen
ergeben, sollen frühzeitig erkannt und genutzt werden.
Im Rahmen der Führungs-, Strategie- und
Planungsprozesse werden für die Geschäftsbereiche
und Beteiligungen von Axel Springer mögliche intern
sowie extern induzierte Chancen identifiziert und
analysiert. Externe Chancen bieten sich beispielsweise
durch sich verändernde Marktstrukturen oder
Kundenwünsche, interne Chancen ergeben sich aus
Produktinnovationen oder Qualitätsverbesserungen.
Grundlage für die Chancenidentifikation sind dabei z.
B. Markt- und Wettbewerbsbeobachtungen, Analysen sowie der
regelmäßige Austausch mit Fachexperten.
Identifizierte Chancen dienen bei Abwägung mit den
einhergehenden Risiken als Grundlage unternehmerischer
Entscheidungen und der Einleitung entsprechender
Maßnahmen, z. B. über Investitionen in neue
Märkte oder Technologien. Die Steuerung der Chancen
liegt konzernweit in der Verantwortung des Vorstands und
erfolgt dezentral durch die operativen Bereiche und deren
Geschäftsführer oder Bereichsleiter.
Das interne Revisionssystem
Die Konzernrevision (Corporate Audit) ist
organisatorisch dem Bereich Corporate Audit, Risk
Management und Corporate Information Security zugeordnet,
der funktional dem Vorstand der Axel Springer SE und
disziplinarisch dem CFO unterstellt ist. Sie untergliedert
sich in die Teams Operational Audit und IT Audit, die
organisatorisch und personell vom Team Corporate Risk
Management und Corporate Information Security getrennt
sind.
Corporate Audit erbringt risikoorientiert
Prüfungs- und Beratungsleistungen in sämtlichen
Konzerngesellschaften und -bereichen und richtet die
Tätigkeit dabei an den maßgeblichen nationalen
und internationalen Berufsstandards aus. Dem Bereich kommt
insbesondere die Aufgabe zu, die Angemessenheit und
Funktionsfähigkeit des internen Kontroll- und
Überwachungssystems risikoorientiert und systematisch
zu überprüfen sowie gegebenenfalls
Maßnahmen zur Schwachstellenbehebung abzuleiten. Zur
Wahrung der Unabhängigkeit erstreckt sich der
Prüfungsauftrag von Corporate Audit im Hinblick auf
das Risikomanagement nur auf die dezentralen Bestandteile.
Das zentrale Risikomanagement wird regelmäßig
einer Wirksamkeitsprüfung durch qualifizierte, externe
Revisionsdienstleister unterzogen.
Corporate Audit überwacht die
ordnungsgemäße und fristgerechte Umsetzung der
vereinbarten Maßnahmen zur Beseitigung der
identifizierten Schwachstellen auf Grundlage eines
systematischen Verfahrens (Follow-up).
Die Ergebnisse einzelner Prüfungs- bzw.
Beratungsaufträge werden an den Vorstand berichtet und
periodisch im Audit Committee des Aufsichtsrats
zusammenfassend vorgestellt.
Zur Sicherstellung der Wirksamkeit des internen
Revisionssystems sind Qualitätssicherungs- und
-verbesserungsverfahren eingerichtet, die unter anderem
externe Quality Assessments entsprechend den
berufsständischen Vorgaben umfassen.
Bericht über das
rechnungslegungsbezogene Risikomanagementsystem und interne
Kontrollsystem
Einen wesentlichen Bestandteil des internen
Überwachungssystems bilden das
rechnungslegungsbezogene Risikomanagementsystem sowie das
angeschlossene interne Kontrollsystem, das gleichfalls auf
dem COSO-Rahmenwerk basiert. Durch das effektive
Zusammenspiel dieser Systeme sollen die
Ordnungsmäßigkeit, Vollständigkeit und
Verlässlichkeit der Rechnungslegung und
Finanzberichterstattung sichergestellt werden. Die
Finanzberichterstattung soll somit unter Beachtung
einschlägiger Gesetze und Normen ein den
tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild
der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Axel
Springer SE und des Axel Springer Konzerns vermitteln. Das
rechnungslegungsbezogene Risikomanagementsystem und das
interne Kontrollsystem umfassen alle organisatorischen
Regelungen und Maßnahmen zur Erkennung von und zum
Umgang mit den Risiken der Rechnungslegung und
Finanzberichterstattung. Allerdings bietet selbst ein
wirksames und somit angemessenes und funktionsfähiges
Risikomanagementsystem und internes Kontrollsystem keine
absolute Sicherheit, alle Unregelmäßigkeiten
oder unzutreffenden Angaben zu verhindern oder aufzudecken.
Wesentliche Elemente des rechnungslegungsbezogenen
Risikomanagementsystems und des internen Kontrollsystems
sind:
| ― |
Verfahren zur Identifikation,
Beurteilung und Dokumentation aller wesentlichen
rechnungslegungsrelevanten Unternehmensprozesse und
Risikofelder sowie dazugehöriger
Schlüsselkontrollen.
|
| ― |
Prozessintegrierte Kontrollen
(EDV-gestützte Kontrollen, Validierung von
Meldedaten, Vier-Augen-Prinzip, Funktionstrennung,
analytische Kontrollen).
|
| ― |
Standardisierte
Finanzbuchhaltungsprozesse durch Einsatz eines
konzerninternen Shared-Service-Centers, in das ein
Großteil der konsolidierten deutschen
Konzernunternehmen eingebunden ist.
|
| ― |
Konzernweite Vorgaben zu
Bilanzierungsrichtlinien, Kontenplänen und
Meldeprozessen.
|
| ― |
Quartalsweise Informationen an
alle konsolidierten Konzerngesellschaften über
Entwicklungen der Rechnungslegung und des
Abschlusserstellungsprozesses.
|
| ― |
Sicherstellung der fachlichen
Eignung von im Rechnungslegungs- und
Finanzberichterstattungsprozess einbezogenen
Beschäftigten durch entsprechende
Auswahlprozesse und Schulungen. Einsatz externer
Fachleute unter anderem bei der Pensionsbilanzierung
sowie ausgewählten Bewertungsaufgaben.
|
| ― |
Zentrale Erstellung des
Konzernabschlusses und des Lageberichts unter Einsatz
von manuellen und systemtechnischen Kontrollen in
Bezug auf rechnungslegungsspezifische
Zusammenhänge.
|
| ― |
Schutz von
rechnungslegungsbezogenen IT-Systemen vor nicht
genehmigtem Zugriff durch
Berechtigungsbeschränkungen.
|
| ― |
Monatliche interne
Konzernberichterstattung inklusive Analyse und
Berichterstattung wesentlicher Entwicklungen sowie
Soll-Ist-Abweichungen. Regelmäßige,
konzernweite Berichterstattung an die
Berichtsverantwortlichen, Vorstand und
Aufsichtsrat.
|
Die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen
Risikomanagementsystems sowie des internen Kontrollsystems
wird durch prozessintegrierte Kontrollen überwacht.
Als prozessunabhängige Instanz prüft Corporate
Audit in regelmäßigen Abständen in
Stichproben ausgewählte Elemente des auf zentraler
Ebene und in den Konzerngesellschaften eingerichteten
rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems, um
Schwachstellen aufzudecken und somit zur Verbesserung der
gesetzlichen Regelkonformität beizutragen.
Darüber hinaus überwacht das Audit Committee des
Aufsichtsrats die Finanzberichterstattungsprozesse sowie
die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen
Kontrollsystems und Risikomanagementsystems.
Risiken und Chancen
Sofern nicht anders angegeben, werden im Folgenden
jene Risiken und Chancen erläutert, die eine
wesentliche Auswirkung auf das Erreichen unserer
Unternehmensziele haben könnten. Innerhalb der
dargestellten Risikoarten sind die Risiken und Chancen in
der Regel nach ihrer Wesentlichkeit für den Konzern
geordnet.
Die zum Bilanzstichtag identifizierten und im
Folgenden dargestellten Risiken und Chancen beziehen sich
grundsätzlich auf den Prognosezeitraum 2024, sofern
sie nicht langfristige Ziele betreffen.
Markt- und Wettbewerbsrisiken
Geopolitische Krisen werden wahrscheinlich auch 2024
die globale Konjunktur schwächen. Die Weltkonjunktur
wird weiterhin von geopolitischen Verunsicherungen u.a.
durch den Krieg in der Ukraine, die weltpolitische Haltung
großer Schwellenländer sowie den akuten
Nahostkonflikt beeinflusst werden. Das Wachstum in den USA,
in der Eurozone und in Großbritannien wird sich
wahrscheinlich ebenso wie die Inflation weiter
verlangsamen. Zudem können die hohen
Kostensteigerungen der vergangenen Jahre zusammen mit den
gestiegenen Zinsen den finanziellen Spielraum von Axel
Springer einengen.
Ausführungen zum Konjunkturverlauf und den
Wachstumsannahmen im Jahr 2024, vor allem für unsere
relevanten Absatzmärkte, sind im Kapitel
"Prognosebericht" ausführlich beschrieben.
Markt- und Wettbewerbsrisiken beziehen sich
grundsätzlich auf Änderungen der Absatz- und
Beschaffungsbedingungen sowie die Entwicklung
konkurrierender Anbieter. Da Axel Springer global agiert
und akquiriert, ist eine Vielzahl aktueller geopolitscher
und wirtschaftlicher Einflussfaktoren zur Bestimmung der
Marktrisiken zu berücksichtigen. Konjunkturprognosen
vor allem für die bedeutenden Absatzmärkte
Deutschland, Europa und die USA dienen als
übergreifende Indikatoren zur Einschätzung der
Markt- und Wettbewerbsrisiken.
Die Unternehmensaktivitäten in unseren
operativen Geschäftsbereichen (siehe Kapitel
"Grundlagen des Konzerns") sind nach wie vor einer hohen
Markt- und Wettbewerbsdynamik ausgesetzt, die zu
Marktanteilsverlusten und somit zu Umsatz- und
Ergebnisrückgängen führen könnte. Der
Wettbewerb insbesondere durch große internationale
Technologiekonzerne, z. B. Alphabet (Google), Meta
(Facebook) und Microsoft (LinkedIn), nimmt weiterhin stetig
zu und ist fortlaufend zu beobachten. Diese
marktbeherrschenden Unternehmen konzentrieren nicht nur
spezialisiertes Wissen innerhalb ihrer Konzerne, sondern
sind auch weltweit führend in der Digitalisierung
sowie der Entwicklung von Anwendungen und Diensten, die auf
Künstlicher Intelligenz (KI) basieren.
Grundsätzlich steigt die technologische
Abhängigkeit von den großen internationalen
Technologieanbietern, was u.a. zu weiteren
Marktkonzentrationen und Wettbewerbsverzerrungen
führen könnte. Sie dringen nicht nur in neue
Marktsegmente ein, sondern konkurrieren teilweise auch mit
unseren Unternehmensaktivitäten. Neue innovative oder
disruptive Geschäftsmodelle, das Verpassen von
(Markt-)Trends und neuen Technologien, insbesondere der
Einsatz von KI sowie allgemein eine nicht den
Kundenbedürfnissen entsprechende Weiter- und
Neuentwicklung unserer Produkte, können ebenso zu
einer potenziellen Gefährdung unserer bestehenden
Markt- und Wettbewerbsposition beitragen und Umsatz- und
Ergebnisrückgänge zur Folge haben.
Zur Begrenzung der genannten Markt- und
Wettbewerbsrisiken erfolgt eine systematische und
kontinuierliche Beobachtung des relevanten Markt- und
Wettbewerbsumfelds, sich abzeichnender Trends und neuer
Technologien. Auf Grundlage dieser Informationen werden
Steuerungsmaßnahmen für die operative
Unternehmensführung abgeleitet. Die Attraktivität
unserer Geschäftsmodelle verbessern wir unter anderem
durch Investitionen in innovative, zunehmend auch in
KI-basierte Produktentwicklungen und -anpassungen, neue
hochwertige Dienstleistungen, den Einsatz neuer
Technologien, insbesondere KI, zielgruppenorientiertes
Marketing und die Erhöhung der Markenbekanntheit. Auch
die Einstellung und Weiterentwicklung von hoch
qualifiziertem Fachpersonal, der kontinuierliche Aufbau von
KI-Expertise sowie der Aus- und Aufbau langfristiger
Kundenbeziehungen als auch strategischer Partnerschaften,
z. B. unsere Ende 2023 eingegangene Partnerschaft mit dem
Softwareunternehmen OpenAI, können risikoreduzierend
wirken. Mit diesen Maßnahmen wollen wir den sich
verändernden Kundenbedürfnissen gerecht werden
und zugleich den Abstand zum Wettbewerb halten bzw.
ausbauen.
Eine große Anzahl unserer digitalen Angebote
sehen sich weiterhin permanent dem Risiko eines
plötzlichen Verlusts an Sichtbarkeit ausgesetzt, dass
sich vorrangig aus der Dominanz der Internetsuchmaschine
Google ergibt. Die sich stetig verändernden und
teilweise intransparenten Kriterien der Suchalgorithmen
führen zu unerwarteten Sichtbarkeitsverlusten und
können somit wesentliche Auswirkungen auf die aktuelle
und künftige Erlössituation haben. Bereits kleine
Auf- und Abwertungen in der Sichtbarkeit bzw. Platzierung
auf den Ergebnisseiten können bei bestimmten
Geschäftsmodellen zu signifikantem Traffic-Verlust und
einem damit einhergehenden Rückgang Traffic-gebundener
Erlöse führen. Auch der Einsatz von KI
könnte einen signifikanten Einfluss auf die
Suchmaschinenoptimierung und das Suchmaschinenmarketing
haben. KI-gesteuerte Tools können zu einer
Überoptimierung von Inhalten führen, was von
Suchmaschinen als Manipulationsversuch angesehen werden
könnte und Ranking-Strafen zur Folge hätte. Wir
begegnen diesen Risiken durch ein professionelles
Suchmaschinenmarketing, eine zielführende
Suchmaschinenoptimierung, die Verbesserung der
Online-Seitenstruktur, die Optimierung unseres Contents
sowie Investitionen in alternative Traffic-Quellen und den
Aufbau von spezifischem KI-Know-how.
Die wirtschaftliche Entwicklung einiger unserer
Geschäftsmodelle kann von wichtigen Kunden
abhängig sein. So könnte der Verlust von
Schlüsselkunden erhebliche Umsatzeinbußen
verursachen und unsere Markt- und Wettbewerbsposition
schwächen. Um dieses Risiko zu minimieren, setzen wir
uns gezielt für die Kundenbindung und -zufriedenheit
ein, arbeiten professionell mit unseren Kunden zusammen und
suchen nach alternativen Vertragspartnern.
Bei unseren gedruckten Publikationen im nationalen
Mediengeschäft führt die anhaltende
Veränderung des Leseverhaltens hin zu den digitalen
Angeboten weiterhin zu erheblichen
Erlösrückgängen, die bisher nicht durch die
Erlöse aus den digitalen Angeboten kompensiert werden
können. Ein sich veränderndes Marktumfeld, das
durch Produktinnovationen geprägt ist, sowie
unvorhersehbare Marktentwicklungen können die bereits
einkalkulierten Rückgänge weiter verstärken.
Auch der Verlust großer Anzeigen- und Werbekunden
aufgrund rechtlicher Werbebeschränkungen oder das
Ausweichen bedeutender Handelskunden auf andere
Werbeformate wie beispielsweise Fernsehen, Radio oder
andere Online-Medien stellen weiterhin ein zu beobachtendes
Risiko dar.
Die Entwicklungen im Bereich der KI könnten
vielfältige Herausforderungen für unsere
journalistischen Angebote darstellen. Beispielsweise
könnten neue oder bestehende Wettbewerber mit
kostengünstigen KI-generierten Inhalten bestimmte
Kundengruppen erfolgreicher bedienen als wir. KI
verändert auch die Anforderung an die Fähigkeiten
unserer Mitarbeitenden. So ist es unerlässlich, dass
wir uns aktiv mit den technologischen Veränderungen
auseinandersetzen und laufend weitere digitale Kompetenzen
erwerben. Sollten wir unsere KI-Expertise nicht angemessen
weiterentwickeln können, könnte sich dies
möglicherweise nachteilig auf unsere Markt- und
Wettbewerbsposition in den für uns relevanten
Medienmärkten auswirken.
Die Abhängigkeit von strategisch bedeutsamen
Kooperationspartnern, insbesondere wichtiger
Traffic-Partner, kann für unsere
Recruiting-Plattformen ein erhöhtes Risiko darstellen.
Der Verlust eines strategischen Kooperationspartners
könnte zu sinkendem Traffic und möglicherweise zu
einem Verlust von Marktanteilen führen. Zugleich
könnte aufgrund der geringeren Produktleistung die
Kundenzufriedenheit abnehmen. Der Abschluss langfristiger
Verträge, eine rechtliche Begleitung bei der
Verhandlung von Verträgen sowie eine kontinuierliche
Beobachtung der Geschäftsaktivitäten unserer
Kooperationspartner können zu einer Reduzierung des
Risikos beitragen. Auch das kontinuierliche Eingehen
zusätzlicher Traffic-Partnerschaften streut das Risiko
und reduziert die Abhängigkeit von einzelnen Partnern.
Auf diese Weise kann ein möglicher Ausfall eines
strategischen Partners kompensiert werden.
Unsere Immobilienportale sehen sich weiterhin mit
anhaltend schwierigen Marktbedingungen konfrontiert. In den
Kernmärkten der AVIV Group ist das Zinsniveau in den
letzten Jahren deutlich gestiegen, jedoch fällt die
damit einhergehende Anpassung des Preisniveaus bislang
schwächer aus als erwartet. Dies kann zu einem
weiteren Rückgang von Angebot und Nachfrage nach
Bestandsimmobilien sowie Neubauprojekten führen,
wodurch sich das Transaktionsvolumen insgesamt weiter
verringern könnte. Stagnierende oder
rückläufige Vermittlungsprovisionen sowie eine
weiterhin hohe Kundenfluktuation wären die Folge.
Markt- und Wettbewerbschancen
Die Unsicherheiten aufgrund der geopolitischen Lage
und bezüglich der Inflationsentwicklung bestehen
weiterhin und voraussichtlich wird die Dynamik eines
möglichen Aufschwungs im Jahr 2024 deutlich zwischen
den Ländern und einzelnen Wirtschaftssektoren
variieren. Sollte sich die globale Konjunktur schneller und
besser als prognostiziert erholen, könnte dies
positive Auswirkungen auf unsere wirtschaftliche
Entwicklung haben.
Mit unseren Investitionen in digitale
Wachstumsmärkte sieht sich Axel Springer weiterhin in
einer guten Position, die bestehende wirtschaftliche Lage
gut zu meistern und unsere Marktanteile bei den digitalen
Geschäftsmodellen auszubauen. Selbst eine negative
gesamtwirtschaftliche Entwicklung kann Chancen
eröffnen: So könnten Wettbewerber aus dem Markt
ausscheiden, während dadurch unsere eigene Position
gestärkt wird. Zusätzlich bestünde die
Möglichkeit, Unternehmen zu vorteilhaften Preisen zu
erwerben, somit in bestehenden Märkten unsere Position
weiter auszubauen und in neue Märkte mit
Wachstumspotenzial zu investieren.
KI kann sich ebenfalls auf die wirtschaftliche
Entwicklung unserer Geschäftsfelder positiv auswirken.
Axel Springer hat 2023 u.a. ein multidisziplinäres
Team gebildet, das konzernübergreifend unsere
Geschäftsbereiche und Marken bei der Entwicklung von
innovativen Strategien und Anwendungsbereichen für den
Einsatz von generativer KI unterstützt. Hierdurch soll
die Markt- und Wettbewerbsposition von Axel Springer
gestärkt und die Grundlage für den
zukünftigen Erfolg von Axel Springer in einem
zunehmend von KI geprägtem Umfeld geschaffen werden.
Die Medienbranche steht vor einer Revolution durch
generative KI, deren Auswirkungen nahezu jeden Aspekt der
Erstellung, Verbreitung und des Konsums von Medieninhalten
betreffen. Uns können sich dadurch vielfältige
Chancen eröffnen. So kann KI beispielsweise dabei
helfen, Inhalte maßgeschneidert auf die individuellen
Präferenzen und das Nutzungsverhalten einzelner User
anzupassen. Ebenso ist KI in der Lage, automatisiert
Inhalte zu erstellen, Analytik und Entscheidungsfindung zu
verbessern, zielgerichtete, interessensspezifische Werbung
zu generieren, so dass Ressourcen gezielter und effizienter
eingesetzt werden könnten.
Unsere Ende 2023 eingegangene globale Partnerschaft
mit OpenAI ist ein bedeutender Schritt, KI zur Verbesserung
von Content-Angeboten zu nutzen und unabhängigen
Journalismus im Zeitalter der KI zu stärken. Durch die
Partnerschaft werden ChatGPT-Nutzern weltweit
Zusammenfassungen ausgewählter Nachrichteninhalte von
Axel Springers Medienmarken erhalten, darunter POLITICO,
Business Insider, BILD und WELT. Die Partnerschaft mit
OpenAI unterstützt darüber hinaus bestehende
KI-Projekte von Axel Springer, die auf der Technologie von
OpenAI aufbauen.
Im Sektor der nationalen Nachrichtenmedien
können sich durch die dynamische Weiterentwicklung
unserer etablierten Medienmarken BILD und WELT
zusätzliche Geschäftschancen ergeben. Durch den
ambitionierten Ausbau der digitalen Plattformen und der
verstärkten Konzentration auf das Bewegtbildsegment
intensivieren beide Marken ihre Präsenz und festigen
ihre Position als führende Medienmarken Europas. Die
Kombination unterschiedlicher Medienkanäle - Print,
Digital, TV und Audio - sowie die Einrichtung eines
zentralen Sportkompetenzzentrums ermöglichen es uns,
konsequent neue Geschäfts- und Wachstumsbereiche zu
erschließen. Diese strategische Ausrichtung
eröffnet neue Geschäftschancen und trägt zur
Erschließung neuer Zielgruppen bei. Die signifikante
Anzahl an Paid Content-Nutzern - über 700.000 bei
BILDplus und rund 220.000 bei WELTplus (jeweils im Dezember
2023) - spiegelt unsere Position als innovative Kraft bei
den digitalen Medienangeboten wider.
In den USA befindet sich der Medienmarkt weiterhin im
Umbruch. Dies bietet unseren journalistischen Angeboten die
Chance auf den Ausbau ihrer Marktposition. Unser
US-Portfolio hat vier Säulen: Business Insider,
Insider Intelligence, Morning Brew und POLITICO. Business
Insider bietet Digitalangebote für
Wirtschaftsnachrichten und -analysen an mit dem Ziel, eine
attraktive Zielgruppe, die sogenannten "disruptive
go-getters" ("disruptive Macher") anzuziehen und weiter zu
binden. Die Inhalte umfassen die Themen Wirtschaft,
Technologie und Innovation. Zudem soll das Premium-Werbe-
und B2C-Abonnementgeschäft von Business Insider weiter
ausgebaut werden.
Insider Intelligence, ein
B2B-Marktforschungsunternehmen, das früher unter dem
Namen eMarketer bekannt war, soll eine führende Quelle
für Prognosen, Forschung und Analysen für Werbe-
und Marketingstrategen bleiben. Da sich die Werbe- und
Marketingbranche aufgrund der sich ändernden
Verbraucher-, Technologie- und Marktanforderungen
ständig weiterentwickelt, könnte Insider
Intelligence seine Marktposition mit aktuellen sowie
zusätzlichen Informationsangeboten stärken.
Morning Brew als eine weitere US-Tochter von Axel
Springer liefert informative und unterhaltsame
Wirtschaftsnachrichten in einem täglichen
E-Mail-Newsletter und spricht aufgrund der einzigartigen
redaktionellen Tonalität besonders junge
Berufstätige und digital versierte
Führungskräfte aus der Wirtschaft an.
Zusätzlich zu seinem Flaggschiff-Newsletter bietet
Morning Brew sektorspezifische Wirtschaftspublikationen und
die beliebte Podcast-Reihe "Business Casual" an.
Durch die 2021 getätigte Akquisition von
POLITICO, einem Nachrichtenanbieter für US und
EU-Politik und Gesetzgebung, hat Axel Springer seine
Position im US-Medienmarkt weiter ausbauen können.
POLITICO hat ein diversifiziertes Erlösmodell durch
Public Affairs Marketing und B2B-Abbonnements. In den USA
soll POLITICO weiter regionalisiert werden, um den dort
steigenden Nachrichtenbedarf an regionaler
Politikberichterstattung zu decken. In Europa plant
POLITICO, seine Nachrichtenberichterstattung in
Großbritannien, Frankreich und Deutschland zu
verstärken. Zusätzlich sollen im
B2B-Abonnementgeschäft auch neue Formate angeboten
werden, wie z. B. Recherchen und Analysen im Bereich der
EU-Politik, so dass unsere Marktposition auch dadurch
weiter ausgebaut werden könnte.
Intelligente Matching- und Recruitingtechnologien
sind für Stepstone weiterhin von entscheidender
Bedeutung, um ihr Wachstum zu unterstützen. Mit dem
zur Stepstone Group gehörenden US-Unternehmen Appcast,
dem weltweit führenden Anbieter von Technologie und
Services im Geschäftsfeld Programmatic Job
Advertising, konnte die Stepstone Group ihre Präsenz
in Nordamerika weiter ausbauen. 2023 erfolgte die
strategische Übernahme von Bayard, einem Pionier im
Recruitment Marketing. Durch diese Akquisition konnte
Appcast sein Angebot zur Optimierung des gesamten
Personalmarketingprozesses von Unternehmen deutlich
ausbauen, seine Reichweite steigern und noch umfangreicher
an den Entwicklungen und Marktchancen in diesem für
Stepstone wichtigsten Markt partizipieren.
Stepstone investiert bereits seit längerer Zeit
in KI und nutzt diese sowohl für die laufende
Verbesserung bestehender sowie die Entwicklung neuer
Produkte. So wurde bereits 2021 die Conversational
AI-Technologie Mya, welche die Art und Weise der
Kommunikation mit Jobsuchenden deutlich verändert,
durch Stepstone übernommen. Mit Hilfe von Mya kann
Stepstone über neue Kanäle noch stärker mit
den Nutzern interagieren, um deren Präferenzen und
Fähigkeiten zu erfahren und sie zu mehr Bewerbungen zu
motivieren. Die Anzahl der erreichbaren Jobsuchenden kann
hierdurch erhöht und die Kundenzufriedenheit
gesteigert werden. Sowohl B2B als auch B2C Anwendungen
profitieren hiervon und positionieren Stepstone als
Tech-orientierten Partner der Unternehmen und Kandidaten.
Der My-Job-Search Companion, der AI Cover Letter Generator
und der AI Interviewer sind Anwendungsbeispiele für
den B2C-Bereich ebenso wir die in unsere neue B2B Plattform
Recruit integrierten Anwendungen Job Ad Creator, Interview
Co-Pilot und der Talent Recommender.
Im Geschäftsbereich unserer Immobilienportale
verfolgen wir einen "One Company"-Ansatz. Die Portale
wurden unter dem Dach der AVIV Group im Sinne einer
Matrix-Organisation zusammengeführt und befinden sich
unter einer einheitlichen Leitung. Zugleich investieren wir
signifikant in neue Technologien, die schrittweise die
bestehenden Plattformen ersetzen und über alle
Immobilienportale ausgerollt werden sollen. Hierdurch
können Wettbewerbs- und Größenvorteile
entstehen. Darüber hinaus internationalisieren wir das
Produkt von MeilleursAgents, das Makler unterstützt,
verkaufswillige Eigentürmer zu identifizieren und so
zusätzliches Geschäft zu generieren und
führen es in Deutschland und Belgien ein. Ebenfalls
prüfen wir die Entwicklung und Einführung
immobiliennaher weiterer Dienstleistungen, teilweise mit
transaktionsbasierter Vergütung.
Die Nutzung von KI kann auch unseren
Immobilienportalen erhebliche Vorteile bringen. So
können Suchalgorithmen verbessert, Immobilienangebote
personalisiert oder Marktdaten effizient analysiert werden.
In der Folge könnten Kundenbindungen gesteigert und
Vermittlungsprozesse effizienter gestaltet werden.
Unsere Geschäftsmodelle könnten durch den
Einsatz von KI auch im Bereich ihrer jeweiligen
Vermarktungsaktivitäten profitieren. Da KI-Systeme
riesige Datenmengen verarbeiten und Muster erkennen
können, ist es infolgedessen möglich,
personalisierte Erfahrungen für Kunden zu erstellen,
indem sie Empfehlungen und Angebote auf deren bisheriges
Verhalten abstimmen. Ebenso könnte KI
unterstützen, das zukünftige Verhalten von Kunden
vorherzusagen. Somit könnten Werbekampagnen wirksamer
ausgestaltet und unsere Vermarktungserlöse positiv
beeinflusst werden.
Strategische Risiken
Wesentliche strategische Risiken resultieren bei Axel
Springer vorrangig aus Entscheidungen zu Investitionen in
neue Geschäftsfelder und -modelle sowie Unternehmen,
die sich langfristig anders als geplant entwickeln oder
sich nicht nachhaltig am Markt behaupten können bzw.
durch neue Geschäftsmodelle verdrängt werden. KI
könnte die grundsätzliche Bedeutung sowie das
Ausmaß strategischer Risiken erhöhen. Bilanziell
außerplanmäßige Abschreibungen im Rahmen
der durchzuführenden Werthaltigkeitstests und eine
geringere Profitabilität wären die Folge. Von
diesem Risiko sind die Aktivitäten in allen operativen
Geschäftsbereichen betroffen. Ebenfalls birgt eine
mögliche unzureichende Diversifikation ein hohes
Risikopotenzial.
Insgesamt sind die Geschäftsfelder und -modelle
unserer Beteiligungen jedoch vielfältig, sodass durch
die Diversifikation sogenannte Klumpenrisiken vermieden
werden. Hinzu kommen zur weiteren Risikominimierung
präventive Steuerungsmaßnahmen wie klare
Investmentkriterien, nach denen wir im Rahmen unserer
M&A-Aktivitäten neue Investitionen prüfen,
sowie ein aktives Portfolio- und Beteiligungsmanagement,
der Aufbau und Erhalt einer qualifizierten
Führungsebene und eine aktive und systematische
Überwachung der Geschäfts- und Marktentwicklung.
Neben den vorgenannten Risiken ist auch die
Abhängigkeit von strategisch bedeutsamen
Kooperationspartnern risikobehaftet. Ein aktives Key
Account Management, eine rechtliche Begleitung bei der
Aushandlung und Neuverhandlung der Verträge sowie eine
kontinuierliche Beobachtung der
Geschäftsaktivitäten unserer Kooperationspartner
tragen zu einer Reduzierung dieses Risikos bei.
Strategische Chancen
In einem sich stetig wandelnden Umfeld entwickeln wir
unsere Geschäftstätigkeit kontinuierlich weiter,
um den globalen und branchenspezifischen Herausforderungen
auch zukünftig mit innovativen und bedarfsgerechten
Lösungen begegnen zu können und unsere Position
als echten transatlantischen Medienkonzern zu stärken.
Die Strategie von Axel Springer, die auf einen
weiteren Ausbau des Geschäfts entlang der bestehenden
Kernkompetenzen abzielt, bietet aufgrund einer sehr
positiven Entwicklung der digitalen Märkte weiterhin
gute Chancen, ein wachstums- und renditestarkes
Digitalportfolio aufzubauen und Journalismus auch in der
digitalen Welt als erfolgreiches Geschäftsmodell zu
etablieren. Neben der kontinuierlichen digitalen
Transformation und Monetarisierung der etablierten starken
Medienmarken sowie eigener Neu-/Online-Entwicklungen nutzt
Axel Springer die Marktentwicklung durch strategisch
ausgerichtete Akquisitionen von und Investitionen in neue
bzw. zukunftsweisende Unternehmen und Technologien
(einschließlich KI). Auch die Vernetzung mit der
Gründergeneration digitaler Start-ups, das Eingehen
neuer und der Ausbau bestehender Kooperationen ist
Bestandteil unserer internationalen
Digitalisierungsstrategie.
Ebenfalls könnte uns der Eintritt in neue bzw.
der Ausbau bestehender Märkte (z. B. USA) sowie eine
weitere mögliche Verselbstständigung von
Geschäftsbereichen Wachstumsoptionen eröffnen.
Der Erwerb von Beteiligungen an Unternehmen mit
aussichtsreichen digitalen Geschäftsmodellen in den
Wachstumsphasen ihres Lebenszyklus bietet uns die
Möglichkeit, Kontakte innerhalb der Branche und zu
anderen Gründern und Investoren zu knüpfen sowie
Zugang zu neuen Ideen und Geschäftsmodellen zu
bekommen und zu nutzen. Bei erfolgreicher Entwicklung der
Beteiligungsunternehmen können wir damit von
potenziell signifikanten Wertsteigerungen profitieren.
Informationssicherheitsrisiken
Aufgrund der hohen Integration von
Informationstechnologien in Geschäftsprozesse und
Geschäftsmodelle ist Axel Springer auf eine hohe
Verfügbarkeit von IT-Komponenten angewiesen, um
Unterbrechungen der Geschäftstätigkeit mit
weitreichenden Konsequenzen für Erlöse und
Reputation zu vermeiden. Externe Faktoren in Form von
Cybercrime stellen ein zunehmendes Risiko für den
Konzern dar. Beispiele hierfür sind eingeschleuste
Schadsoftware, die den Zugriff auf Unternehmensdaten durch
eine Verschlüsselung unterbindet bzw. über die
eine Veröffentlichung von Unternehmensdaten angedroht
wird (Ransomware), gezielte Überlastattacken
(DDoS-Angriffe) sowie CEO-Fraud (Betrugsversuche).
Als weitere IT-Risiken werden Ereignisse eingestuft,
die eine Verletzung der Vertraulichkeit von Informationen
oder der Datenintegrität zur Folge haben können.
Vor dem Hintergrund der wachsenden Bedeutung von digitalen
Bezahlinhalten, programmatischer Online-Werbung sowie der
mit der Europäischen Datenschutz-Grundverordnung
(DS-GVO) konformen Verarbeitung personenbezogener Daten
kommt dem Schutz zur Vermeidung von Diebstahl oder Verlust
der Daten eine hohe Bedeutung zu. Aus diesem Grund wurden
und werden spezifische Maßnahmen ergriffen, um
Auswirkungen von kriminellen Handlungen und Ausfall von
IT-Komponenten weitestgehend zu vermeiden bzw. zu
begrenzen. Der Risikoreduzierung dienen hier
Maßnahmen, wie bspw. DDoS-Schutz,
Ausweichrechenzentren, Analysen von Schwachstellen, Einsatz
von Verschlüsselung, Netzwerkzugangskontrollen,
Konsolidierung und Standardisierung, Suche nach Datenlecks
sowie Härtung von Systemen. Die genannten
Maßnahmen werden kontinuierlich analysiert und,
sofern notwendig, ausgebaut und verbessert.
Rechtliche Risiken
Die Relevanz des Datenschutzes sowie die
gesellschaftliche und politische Sensibilität für
Privatsphäre, Transparenz und Datensicherheit,
besonders im digitalen Bereich, nehmen seit Jahren stetig
zu und betreffen in besonderem Maße die digitalen
Geschäftsfelder von Axel Springer. Der Einsatz von
KI-Systemen könnte das bestehende Risiko der
Verletzung personenbezogener Daten und des Verlusts
sensibler Unternehmensinformationen noch erhöhen.
Grundsätzlich gibt es eine unternehmensseitige
Rechenschaftspflicht, nach der das für die
betreffenden personenbezogenen Daten verantwortliche
Unternehmen die DS-GVO-Konformität sowie das Ergreifen
und kontinuierliche Anpassungen von
datenschutzorganisatorischen Maßnahmen nachweisen
muss. Bei Verstößen können nach DS-GVO
Bußgelder in Höhe von bis zu € 20 Mio. oder
im Fall eines Unternehmens von bis zu 4 % des gesamten
weltweit erzielten Jahresumsatzes des vorangegangenen
Geschäftsjahres verhängt werden. Daneben
können Verstöße gegen die DS-GVO
Schadenersatzforderungen und Reputationsschäden zur
Folge haben. Zur Begrenzung der vorgenannten
Datenschutzrisiken haben wir u.a. entsprechende Richtlinien
eingeführt sowie technische und organisatorische
Maßnahmen eingerichtet. Wir schulen unsere
Mitarbeiter regelmäßig im verantwortungsvollen
und sorgfältigen Umgang mit personenbezogenen Daten
sowie hinsichtlich der datenschutzkonformen Anwendung neuer
Technologien.
Nach dem 2021 in Deutschland in Kraft getretenen
Gesetz über den Datenschutz und den Schutz der
Privatsphäre in der Telekommunikation und bei
Telemedien (TTDSG) ist die Speicherung von Informationen
wie Cookies und anderen Tracking-Technologien in der
Endeinrichtung oder der Zugriff auf diese Informationen nur
mit ausreichend informierter Einwilligung der Endnutzer
zulässig. Dies hat insbesondere Auswirkungen auf die
auch über individualisierte Werbung finanzierten
Medienangebote von Axel Springer. Die Konferenz der
unabhängigen Datenschutzaufsichtsbehörden (DSK)
hebt hervor, dass der Einsatz von Cookies oder das
anschließende Tracking in den meisten Fällen
einer Einwilligung der Nutzer bedarf. In diesem
Zusammenhang ist die Sicherung der
Datenschutzkonformität von Einwilligungsbannern,
insbesondere die rechtmäßige Abfrage von
Einwilligungen und die ausreichende Bereitstellung der
notwendigen Informationen, nach wie vor eine zentrale
datenschutzrechtliche Herausforderung für unsere
digitalen Online-Angebote. Die
Datenschutzaufsichtsbehörden fordern
grundsätzlich eine Möglichkeit der Ablehnung von
Cookies und sonstigen Technologien auf der ersten Ebene des
Einwilligungsbanners. Viele Axel Springer-Webseiten sind
aus diesem Grund auf ein so genanntes PUR-Modell
umgestiegen, wonach Nutzer entweder ihre Einwilligung in
Werbung und zustimmungspflichtige Datenverarbeitungen (z.
B. Tracking) geben oder eine Gebühr zahlen
können, um die Website werbe- und trackingfrei zu
nutzen. "PUR" ist dabei kein Akronym, sondern steht
für "frei von einwilligungsbedürftigem Tracking
und Werbung". Nach Ansicht der
Datenschutzaufsichtsbehörden sollen einige PUR-Modelle
keine ausreichenden Auswahlmöglichkeiten für
bestimmte Datenverarbeitungskategorien bieten und daher
nicht datenschutzkonform sein. Axel Springer teilt diese
Auffassung nicht und erwägt eine Überprüfung
durch die Verwaltungsgerichte.
Der Europäische Datenschutzausschuss (EDSA) hat
im Februar 2023 "Guidelines on Technical Scope of Art. 5
(3) of ePrivacy Directive" veröffentlicht, nach denen
auch neue Tracking-Technologien, wie z. B. URL- und
Pixel-Tracking, Local Processing, Tracking anhand der
IP-Adresse und so genannte Unique Identifier, einer
vorherigen Einwilligung durch die Nutzer bedürfen. Es
ist noch nicht abzusehen, inwiefern dies bisherige
Geschäftsmodelle, z. B. von Idealo,
beeinträchtigen könnte, etwa hinsichtlich des so
genannten Link-Trackings.
Rechtliche Chancen
Auf europäischer Ebene sind im Jahr 2022 mit dem
Digital Services Act (DSA) und dem Digital Markets Act
(DMA) zwei wichtige Gesetze für Anbieter digitaler
Dienste in Kraft getreten. Die wesentlichen Pflichten
gelten bei beiden Gesetzen ab dem ersten Quartal 2024. Der
DMA soll für faire Marktbedingungen in Bezug auf die
großen Digital-Plattformen sorgen, von denen auch
Axel Springer profitieren würde. Zum Beispiel werden
den großen AdTech-Anbietern wie Google erweiterte
Transparenzpflichten auferlegt, die unseren
Vermarktungsaktivitäten zusätzliche
Möglichkeiten zur optimalen programmatischen
Werbevermarktung eröffnen. Weiterhin untersagt der DMA
den großen Digitalplattformen, auf ihren Plattformen
eigene Dienste gegenüber den Diensten von
Wettbewerbern zu bevorzugen. Dies eröffnet Chancen zum
Beispiel für Idealo als ein im Wettbewerb mit
Google-Shopping stehender Preisvergleichsdienst. Der DSA
wird auch als "neues Grundgesetz des Internets" bezeichnet
und enthält für digitale Dienstleister, vor allem
Online-Plattformen, erhöhte Transparenz- und
Verfahrenspflichten. Schon seit Ende August 2023
müssen sehr große Plattformen und Suchmaschinen
mit mehr als 45 Millionen Nutzern pro Monat in der EU erste
Vorgaben umsetzen, etwa neue Transparenzregeln und
Beschwerdemöglichkeiten, auch zugunsten von digitalen
Presseanbietern.
Im November 2023 ist die 11. Novelle des Gesetzes
gegen Wettbewerbsbeschränkungen (11. GWB-Novelle) in
Kraft getreten. Sie enthält wichtige Regelungen zur
effektiven öffentlichen und privaten Durchsetzung des
Digital Markets Act und führt erstmalig eine Kompetenz
des Bundeskartellamts ein, im Anschluss an
Sektoruntersuchungen Maßnahmen zu ergreifen, um die
untersuchten Märkte für mehr Wettbewerb zu
öffnen ("New Competition Tool"). Die Möglichkeit
der gerichtlichen Durchsetzung der Verpflichtungen aus dem
Digital Markets Act ist neben den Untersuchungs- und
Durchsetzungsbefugnissen der Europäischen Kommission
ein wichtiges Werkzeug, um die Compliance großer
Digital-Plattformen mit den Verpflichtungen aus dem Digital
Markets Act sicherzustellen.
Im Dezember 2023 haben das Europäische Parlament
und der Europäische Rat die Endfassung des KI-Gesetzes
(Artificial Intelligence Act, kurz AI Act) als erstes
umfassendes KI-Gesetz der Welt beschlossen. Das
Europäische Parlament und die Mitgliedstaaten
müssen der Einigung über das KI-Gesetz noch
zustimmen, was eher formale Bedeutung hat. Zwischen
Verabschiedung und Inkrafttreten des Gesetzes wird es eine
Übergangsphase geben. Das KI-Gesetz teilt KI-Systeme
in Risikoklassen ein. Alle KI-Systeme, die in die
höchste Kategorie fallen, z. B. Systeme zur Erkennung
von Emotionen am Arbeitsplatz, sind ausdrücklich
verboten. KI-Systeme mit "erheblichem Schadenspotential",
z. B. für die Demokratie, fallen in die zweite
Kategorie und unterliegen zahlreichen Verpflichtungen, wie
der Schaffung von Beschwerdemöglichkeiten. Andere
Systeme, etwa Chatbots, werden nur unwesentlich reguliert.
Für die sehr bedeutsamen Sprachmodelle, wie z. B.
Chat-GPT, und andere sogenannte Basismodelle sieht der
Entwurf des KI-Gesetzes Transparenz- und
Dokumentationspflichten vor. Für Content-Anbieter wie
Presseunternehmen ist von Bedeutung, dass KI-Anbieter nach
dem Entwurf des KI-Gesetzes in einer detaillierten
Übersicht transparent machen müssen, welche
Werke, z. B. Pressepublikationen, sie zu Trainingszwecken
verwendet haben.
Im Dezember 2023 haben sich der Europäische Rat
und das Europäische Parlament auf einen
vorläufigen Entwurf des "European Media Freedom Act"
(EMFA) geeinigt. Ziel des EMFA ist der Schutz der Freiheit
und der Vielfalt der Medien. Die Verleger,
einschließlich des BDZV Bundesverband
Digitalpublisher und Zeitungsverleger, haben erhebliche
Bedenken gegen den EMFA, da die unabhängige Presse
damit der Aufsicht einer EU-Behörde unterstellt werde,
dem "European Board for Media Services". Damit werde die
Pressefreiheit bedroht, zumal die Presse in den jeweiligen
EU-Staaten nationalem Recht und einer Selbstregulierung
unterliegt. Chancen könnten in Art. 17 EMFA liegen,
nach dem Medienanbieter durch Verfahrensauflagen
gegenüber den sehr großen Plattformen vor zu
schneller und umfangreicher Löschung ihrer Inhalte
aufgrund der Nutzungsbedingungen der Plattformen
geschützt werden sollen.
Reputationsrisiken
Neben den bisher genannten Reputationsrisiken im
Zusammenhang mit Datenschutz und Informationssicherheit
können sich weitere als Sekundärrisiko bzw.
Sekundärwirkung im Zusammenhang mit einem
primären Risiko ergeben. Beispielsweise kann ein
Verstoß gegen Recht und Gesetz aufgrund der
exponierten Stellung von Axel Springer und seinem Beitrag
zur gesellschaftlichen Meinungsbildung eine hohe
Aufmerksamkeit verursachen und unsere Reputation
schädigen. Insbesondere eine fehlerhafte, nicht
sorgfältig recherchierte oder widersprüchliche
Berichterstattung einer unserer journalistischen Marken,
sei es durch internes Verschulden oder durch manipulative
Cyber-Angriffe, könnte rufschädigend wirken. Dies
hätte nicht nur negative Auswirkungen auf die
Integrität und Glaubwürdigkeit der jeweiligen
Marken, sondern könnte zusätzlich den Zugang zu
benötigten Informationen erheblich
beeinträchtigen.
Weitere Reputationsrisiken könnten
beispielsweise aus der Verletzung der journalistischen
Unabhängigkeit erwachsen, sollte die journalistische
Arbeit aufgrund persönlicher Vorteilsnahme,
mangelhafter Recherche, unvollständigen Informationen
oder fehlender Sorgfalt im Umgang mit Quellen
gefährdet werden. Auch ein etwaiger Verstoß
gegen länderspezifische Gesetze und Verordnungen, die
Missachtung von Programmen zur Gleichbehandlung und
Chancengleichheit oder soziale und ökologische
Konflikte im Rahmen des Beschaffungsprozesses von
Ressourcen oder in der Produktion könnten
Reputationsschäden zur Folge haben.
Verstöße gegen Vertraulichkeitsvereinbarungen
und nicht korrekt veröffentlichte Informationen im
Rahmen der externen Berichterstattung können
wirtschaftliche oder juristische Konsequenzen für Axel
Springer nach sich ziehen. Zudem besteht das Risiko eines
Imageschadens für den Konzern bzw. seiner Marken durch
eine negative Berichterstattung oder Kampagnen in
Social-Media-Kanälen schon dann, wenn rechtlich
betrachtet noch kein Gesetzesverstoß vorliegt.
Den genannten Reputationsrisiken wird unter anderem
mit regelmäßigen Sensibilisierungen der
Beschäftigten, z. B. durch eLearning, Richtlinien und
Corporate Principles, einer transparenten internen und
externen Kommunikation sowie unserem Code of Conduct, der
konzernweit gültige Verhaltensstandards definiert,
entgegengewirkt. In unserem neuen Supplier Code of Conduct
legen wir unsere Mindestanforderungen bezüglich
Sozial- und Umweltstandards an unsere Geschäftspartner
offen. Das seit Januar 2023 geltende
Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz (LkSG) verpflichtet
Axel Springer dazu, Menschenrechtsverletzungen und
Umweltschäden im eigenen Geschäftsbereich und in
der Lieferkette zu vermeiden. Um diese Sorgfaltspflichten
einzuhalten, hat Axel Springer entsprechende Verfahren und
Maßnahmen aufgesetzt und in einer
Grundsatzerklärung zur Menschenrechtsstrategie
offengelegt. Wir definieren darin unsere menschenrechts-
und umweltbezogen Erwartungen an unsere Mitarbeitenden und
Geschäftspartner und wirken damit auch potenziellen
Reputationsrisiken entgegen.
Personalrisiken
Die individuellen Fähigkeiten, fachlichen
Kompetenzen und das Engagement unserer Beschäftigten
tragen wesentlich zum Erfolg von Axel Springer bei. Ein
wesentliches Risiko stellt deshalb der Verlust von Fach-
und Führungskräften und der damit einhergehende
unternehmensspezifische Wissens- und Kompetenzverlust dar.
Diesem wirken wir professionell und aktiv entgegen. Ein
Schwerpunkt unseres Personalmanagements liegt in der
gezielten und zukunftsweisenden Entwicklung der
Beschäftigten mithilfe individueller Aus- und
Weiterbildungsmaßnahmen, regelmäßigen
Feedbackgesprächen sowie attraktiven Bonusprogrammen.
Fachbereichsspezifische Maßnahmen wie Coachings,
Bildungsbedarfsanalysen und unser konzernweites
Talentmanagement unterstützen dabei, zunächst die
individuellen Bedürfnisse zu identifizieren und im
nächsten Schritt Positionen mit den passenden Talenten
zu besetzen und diese gezielt weiterzuentwickeln.
Besonderer Fokus liegt dabei auf der Besetzung von
Top-Führungspositionen durch Frauen (Gender Balance
Leadership). Eine systematische Nachfolgeplanung und
-entwicklung, insbesondere bei altersbedingter Fluktuation,
unterstützt die Besetzung von Schlüsselpositionen
und ist unabdingbar. Auf diese Weise soll der Transfer von
wertvollem Erfahrungsschatz und Unternehmensexpertise
gewährleistet und der Personalbedarf nachhaltig
gedeckt werden. Auch flexible Arbeitsbedingungen (z. B.
Hybridarbeit, Workation-Programm) und umfassende Angebote
zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf haben an
Bedeutung gewonnen und tragen ebenfalls zur
Risikominimierung bei.
Die Rekrutierung von Nachwuchs- als auch von Fach-
und Führungskräften stellt ein kontinuierlich
wachsendes Risiko dar. Infolge des demografischen Wandels
und des steigenden Wettbewerbs auf dem Arbeitsmarkt ist es
zunehmend schwieriger, qualifiziertes Personal zu gewinnen
und zu halten. Mit Blick auf die weiter steigende
Digitalisierung des Konzerns werden insbesondere
IT-Fachkräfte - einschließlich Kl-Spezialisten -
sowie technologieaffine Mitarbeiter nach wie vor
verstärkt nachgefragt. Deshalb haben wir
personalstrategische Initiativen gestartet, wie
beispielsweise ein Talentmanagement und konzernweite
Karrieremöglichkeiten, um den langfristigen Aufbau
eines gemeinsamen Talente-Pools mit Fokus auf Engpass- und
Schlüsselfunktionen zu sichern. Auch unser proaktiver
Rekrutierungsansatz, zusätzliche
Rekrutierungsressourcen und wettbewerbsfähige
Gehälter, die den aktuellen Marktpreisen entsprechen,
leisten einen wichtigen Beitrag, Axel Springer als
attraktiven und innovativen Arbeitgeber in der relevanten
Zielgruppe zu positionieren.
Personalchancen
Axel Springer bietet ein modernes, internationales
und zunehmend digitales Arbeitsumfeld, welches unsere
Arbeitgeberattraktivität erhöhen und sowohl
Nachwuchs- als auch Fach- und Führungskräfte
ansprechen könnte. Wir schaffen eine vielfältige
und inklusive Arbeitsumgebung, in der alle Mitarbeitende
respektiert und wertgeschätzt werden und sich
zugehörig fühlen. Unterschiede sind bei Axel
Springer gewünscht, und Innovation wird durch Vielfalt
von Fähigkeiten, Perspektiven, persönlichen und
sozialen Hintergründen, Alter und Bildung sowie
anderer Dimensionen der Vielfalt gefördert. Ein
vielfältiges und inklusives Arbeitsumfeld kann nicht
nur die Arbeitsatmosphäre, sondern auch die
Leistungsfähigkeit verbessern und könnte somit
auch für den weiteren Erfolg und das Wachstum unseres
Unternehmens beitragen.
Darüber hinaus sollen Initiativen wie die
Vernetzung mit der Gründergeneration digitaler
Start-ups und die Transformation unserer Journalistenschule
zur "Academy of Journalism and Technology" Axel Springer
für junge Fach- und Führungskräfte
attraktiver machen. So verfolgen wir mit der "Academy of
Journalism and Technology" das Ziel, Journalismus und
Technologie durch interdisziplinäre Projekte
miteinander zu verbinden, um die Entwicklung disruptiver
Innovationen im Journalismus zu fördern. Zugleich
reagieren wir damit auch auf neue Anforderungen,
insbesondere auf die technologischen Veränderungen in
der Medienbranche.
Finanzwirtschaftliche Risiken und
Risiken aus der Verwendung von Finanzinstrumenten
Aufgrund des Internationalisierungsgrads von Axel
Springer ist der Konzern einer Reihe von Marktpreisrisiken
ausgesetzt. Hierzu zählen insbesondere
Zinsänderungs- und Währungsrisiken. Diese Risiken
werden im Wesentlichen durch den Bereich Konzernfinanzen
auf Basis der durch den Vorstand der Axel Springer SE
festgelegten Richtlinien gesteuert. Derivative
Finanzinstrumente werden dabei ausschließlich zu
Sicherungszwecken eingesetzt. Währungsrisiken werden
überwiegend dadurch vermieden, dass operative Kosten
in den Ländern entstehen, in denen wir unsere Produkte
und Dienstleistungen verkaufen. Darüber hinaus
verbleibende Währungsrisiken aus
Fremdwährungs-Cashflows (Transaktionsrisiken) werden
nicht gesichert. Währungsrisiken aus offenen
Nettopositionen ab € 5 Mio. je Fremdwährung
werden auf Einzelbasis mit den entsprechenden Fachbereichen
diskutiert und weitestgehend gesichert.
Währungseffekte aus der Umrechnung von
Fremdwährungsabschlüssen (Translationsrisiko)
werden direkt im kumulierten Eigenkapital erfasst. Daher
sichert sich Axel Springer nicht gegen solche
Währungsrisiken ab. Das bestehende
Zinsänderungsrisiko resultiert in erster Linie aus
finanziellen Forderungen oder Verbindlichkeiten mit
variabler Verzinsung. Aufgrund von fest definierten
Finanzierungsgrundsätzen und eines
regelmäßigen Monitorings des variablen
Zinsanteils ist dieses Risiko allerdings begrenzt oder
wird, soweit erforderlich, durch den Einsatz von
Zinsderivaten minimiert.
Das Liquiditätsrisiko wird regelmäßig
auf Basis der Mittelfristplanung überwacht. Die
eingesetzten Finanzierungsinstrumente, insbesondere die
langfristigen Kreditlinien, Schuldschein- und
Laufzeitdarlehen (Details siehe Abschnitt "Finanzlage" des
Axel Springer Konzerns), bilden einen ausreichenden
Liquiditätsrahmen -auch für ungeplante
Auszahlungen.
Die Anlage liquider Mittel generiert im Konzern nur
geringe Ausfallrisiken. Um diesen Risiken entgegenzuwirken,
erfolgt die Anlage nach vorgegebenen Kriterien, die in
einer Konzernrichtlinie festgelegt sind.
Die Risiken aus Finanzinstrumenten und
Sicherungsmaßnahmen sind im Konzernanhang unter
Ziffer (30) ausführlich erläutert. Insgesamt
werden die finanzwirtschaftlichen Risiken als gering
eingeschätzt.
Sonstige Risiken
Im Rahmen unseres Nachhaltigkeitsmanagements haben
wir eine Klimastrategie erarbeitet
(https://sustainabi-lity.axelspringer.com/strategy/), die
die kontinuierliche Emissionsreduktion vorsieht. So
betreiben unsere Druckereien bereits ein optimiertes
Energiemanagement und nehmen regelmäßig
erfolgreich an Energie-Audits teil. Mögliche Risiken,
die sich aus dem globalen Klimawandel ergeben, wurden
ebenfalls untersucht. Jedoch gibt es derzeit keine
Anzeichen dafür, dass der Klimawandel einen
unmittelbaren Einfluss auf die Geschäftsmodelle von
Axel Springer hätte.
Die vergangenen Jahre haben gezeigt, dass auch zu
Beginn vermeintlich unscheinbare Ereignisse erhebliche
Risiken für die Geschäftstätigkeit von Axel
Springer und für unsere Gesellschaft im Allgemeinen
darstellen (z. B. Covid-19-Pandemie, Angriffskrieg in der
Ukraine, terroristische Attacke auf Israel). Axel Springer
folgt daher dem All-Gefahren-Ansatz, bei dem alle Risiken
aus Extremereignissen, z. B. Naturgefahren, Unfälle,
terroristische Anschläge oder kriminelle Handlungen,
gleichermaßen berücksichtigt werden. Diesen
Risiken begegnen wir unter anderem mit erhöhten
Sicherheitsstandards, einer Krisenprävention und
-bewältigung sowie einer ausführlichen
Aufklärung und Schulung des sicherheitsrelevanten
Personenkreises. Sicherheitspersonal wird auf vielen Ebenen
ausgebildet, um innerhalb der Sicherheitsorganisation
flexibel eingesetzt werden zu können, so dass Phasen
mit erhöhtem Sicherheitsbewusstsein oder
Personalengpässen angemessen begegnet werden kann. Das
finanzielle Risiko durch mögliche Sachschäden und
Betriebsunterbrechungen ist über entsprechende
Versicherungen abgedeckt.
Im Rahmen unserer internationalen und
journalistischen Tätigkeit sehen wir uns bei
Dienstreisen, insbesondere mit journalistischem Hintergrund
in Kriegs- und Krisengebiete, besonderen Risiken
ausgesetzt. Neben möglichen körperlichen oder
seelischen Beeinträchtigungen könnte insbesondere
in Hochrisikogebieten auch eine Berichterstattung vor Ort
unmöglich für uns werden. Bedingt durch
gestiegene geopolitische Risiken sind mittlerweile jedoch
nicht nur Kriegsgebiete als Risikogebiete einzustufen und
somit nicht ausschließlich unsere Journalistinnen und
Journalisten potenziellen Gefahren ausgesetzt, sondern
jeder unserer Beschäftigten, der eine zwingend
notwendige Reise antritt, kann durch Krankheiten,
Vorfälle im Reiseland etc. beeinträchtigt werden.
Mit sogenannten automatisierten pre-trip advisories, die
jeder Reisende zur sicherheitsspezifischen Vorbereitung bei
Buchung in unserem Reisebuchungstool erhält,
speziellen Trainings zur Vorbereitung der Reisenden auf den
Ernstfall, entsprechenden Versicherungen sowie einer
24/7-Hotline, um eine medizinische und sicherheitsrelevante
Betreuung vor Ort zu gewährleisten, minimieren wir die
Eintrittswahrscheinlichkeiten und Auswirkungen der Risiken
deutlich. Neben diesen Maßnahmen werden u.a. Risk
Assessments und Open Source Intelligence-Analysen zur
Gefahrenlage im Zielland durchgeführt.
Gesamtbetrachtung der Risiko- und
Chancensituation
Das Gesamtbild der Risiko- und Chancensituation des
Axel Springer Konzerns setzt sich aus den Einzelrisiken und
-chancen aller Risiko- und Chancenkategorien der Axel
Springer SE und der vollkonsolidierten Tochterunternehmen
zusammen. Gegenwärtig sind keine Risiken ersichtlich,
die einzeln oder aggregiert den Fortbestand des Axel
Springer Konzerns gefährden oder die Ertrags-, Finanz-
und Vermögenslage maßgeblich beeinflussen
könnten. Dies gilt unter der Voraussetzung, dass es
nicht zu einer signifikanten Verschlechterung der
Konjunktur in unseren Märkten sowie der Medienbranche
und damit verbunden zu einer wesentlichen Verschlechterung
der Ertragslage des Konzerns kommt. Zudem werden
Risikokonzentrationen durch kontinuierliche
Diversifizierung, Internationalisierung, und Optimierung
des Marken- und Produktportfolios sowie durch
Digitalisierung reduziert.
Prognosebericht
Gesamtwirtschaftliche Erwartungen
Der Internationale Währungsfonds (IWF) erwartet
in seinem Ausblick vom Januar 2024 ein gegenüber 2023
gleichbleibendes Wachstum der Weltwirtschaft und
prognostiziert für das Jahr 2024 ein globales
Wirtschaftswachstum von real 3,1 %. Die aktuelle Erwartung
zeigt bereits eine leichte Verbesserung gegenüber
Oktober 2023, was durch kleinere Anpassungen in China, den
USA und weiteren Wachstumsmärkten begründet ist.
Die Weltwirtschaft liegt damit unterhalb der historischen
Wachstumsraten (2000 bis 2019) in Höhe von 3,8 %. Dies
lässt sich mit der anhaltenden restriktiven
Geldpolitik und rückläufigen staatlichen
Unterstützungen begründen. Dennoch wird von einer
nachhaltig widerstandsfähigen Weltwirtschaft
ausgegangen. Der IWF erwartet ein geringeres
Wirtschaftswachstum gegenüber 2023 in Höhe von
1,5 % in den Industrieländern für 2024, was
hauptsächlich durch die Eurozone begrenzt wird,
während die Schwellen- und Entwicklungsländer ihr
Wachstum in Höhe von 4,1 % im Jahr 2024 beibehalten
können. In Großbritannien hemmen die Effekte der
hohen Energiepreise das Wirtschaftswachstum, sodass
für 2024 ein Wachstum in Höhe von 0,6 % erwartet
wird (+ 0,1 %-Punkte ggü. 2023). Im Hinblick auf die
Schwellen- und Entwicklungsländer leisten speziell
China und Indien einen außerordentlichen Beitrag.
Für China wird ein Wachstum im Jahr 2024 in Höhe
von 4,6 % erwartet, während Indien um 6,5 % wachsen
soll.
Das ifo Institut geht im Dezember 2023 von einem
leicht wachsenden Wirtschaftswachstum in Deutschland in
Höhe von 0,9 % (IWF: 0,5 %) für 2024 aus. Trotz
der gegenwärtigen Stagnation der deutschen Wirtschaft
deuten verschiedene Indikatoren auf eine Erholung im Jahr
2024 hin: Die sinkende Inflation, potenzielle Zinssenkungen
der Europäischen Zentralbank und sinkende Kredit- und
Kapitalmarktzinsen dürften positive Effekte auf den
Absatzmarkt und die Kaufkraft haben. Die Zahl der
Erwerbstätigen wird laut ifo Institut voraussichtlich
um rund 83.000 auf 46,0 Mio. Personen im Jahresdurchschnitt
steigen. Die Arbeitslosenquote dürfte sich durch einen
Anstieg der Arbeitslosigkeit um 82.000 Personen auf 5,9 %
erhöhen. Das ifo Institut erwartet einer
Gesamtinflationsrate in Höhe von 2,2 %.
Branchenbezogene Erwartungen
Trotz leicht gestiegener Arbeitslosenquoten in den
fortgeschrittenen Wirtschaften im Jahr 2023 aufgrund der
schwächeren Konjunktur wird die Arbeitslosenquote den
Erwartungen zufolge weiterhin auf einem niedrigen Niveau
bleiben. Durch den Mangel an Arbeitskräften sind
Unternehmen zu höheren Ausgaben für
Neueinstellungen bereit. Der Arbeitskräftemangel in
Verbindung mit dem erhöhten Bedarf an Personal sowie
der zunehmenden Digitalisierung und Automatisierung
dürfte die unternehmerische Bereitschaft fördern,
höhere Gehälter aber auch Rekrutierungskosten zu
zahlen.
Durch ein anhaltend hohes Zinsniveau und somit
steigende Finanzierungskosten wird für den
europäischen Immobilienmarkt in den Kernmärkten
der AVIV Group Deutschland, Frankreich und Belgien auch im
Jahr 2024 eine geringere Zahl an Transaktionen am Markt
(Immobilienkäufe und -verkäufe) erwartet. Um das
Transaktionsvolumen zu steigern, müssten sich die
Preise wieder an das reale wirtschaftliche und
monetäre Umfeld anpassen. Das Interesse an
Kaufimmobilien ist jedoch nach wie vor groß und die
Nachfrage nach Mietobjekten aufgrund der hohen Zinsen und
der in der Vergangenheit gestiegenen Immobilienpreise
deutlich gestiegen. Darüber hinaus herrscht in
Großstädten eine erhebliche Wohnungsknappheit.
In der Prognose vom Januar 2024 geht der IWF für
die Gesamtwirtschaft in Deutschland, dem Kernmarkt des
Geschäftsbereichs News Media Germany, nach der
Rezession im Vorjahr von einem leichten Plus in Höhe
von 0,5 % für das Jahr 2024 aus. Der Zentralverband
der deutschen Werbewirtschaft e. V. schätzt die
wirtschaftliche Gesamtlage als weiterhin angespannt an.
Zwar eröffneten positive Konjunkturprognosen und
Verbesserungen beim Verbrauchervertrauen aufgrund
merklicher Lohnsteigerungen Potenziale für den
Werbemarkt, Belastungen durch drastische Werbeverbote und
Behinderungen des Wettbewerbs im Digitalbereich
könnten Chancen aber zunichtemachen und ganze Sektoren
hart treffen. Positiv auf die Werbeerlöse könnten
Großereignisse wie die
Fußball-Europameisterschaft 2024 in Deutschland oder
die Präsidentschaftswahlen in den USA sowie eine
steigende Konsumnachfrage infolge der zuletzt gesunkenen
Inflationsrate wirken. Im Vertriebsbereich wird auch
für 2024 mit einer Fortsetzung des strukturellen
Rückgangs der Print-Auflagen gerechnet, während
die Zahl der Digital-Abonnenten weiter signifikant wachsen
soll.
In den USA wird für das Jahr 2024 mit einem
Anstieg der Werbeausgaben um 6,4 % gerechnet (Statista
Market Insights, November 2023). Sowohl für die
Insider Group als auch die POLITICO Group wird entsprechend
von steigenden Werbeerlösen ausgegangen. Analog zum
Geschäftsbereich News Media Germany werden positive
Effekte in der Nachfrage nach redaktionellen Inhalten durch
die Präsidentschaftswahlen in den USA, die Europawahl
2024 und zahlreiche Sportevents erwartet. Zusätzlich
wird für die POLITICO Group mit steigenden
Abonnementeinnahmen gerechnet, die besonders durch die
Expansion in neue Märkte im Geschäftsjahr 2023
und den nächsten Jahren erreicht werden sollen.
Es wird davon ausgegangen, dass die global agierende
AWIN Group durch Steigerungen der Werbeausgaben in den
Kernmärkten (USA, Großbritannien, DACH und
Frankreich) im Jahr 2024 profitieren wird. Nach leicht
rückläufigen eCommerce-Umsätzen in
Deutschland im Jahr 2023 wird für 2024 ein Wachstum
von 3 % angenommen (HDE). Da der Umsatz der Idealo Group
stark mit dem eCommerce-Wachstum korreliert, wird eine
positive Entwicklung angenommen. Durch die
rückläufige Inflation könnte jedoch die
Preissensitivität sinken, von der die Idealo Group
profitiert hat. Gegenläufig kann die
rückläufige Inflation die Konsumbereitschaft
steigern, was sich positiv auf die Idealo Group auswirken
kann. Für die Grupa Ringier Axel Springer Polska in
Polen wird erwartet, dass sich der Printmarkt und damit die
Umsatzerlöse aus dem Printgeschäft weiterhin
rückläufig entwickeln. Allerdings wird von einem
sich langsam erholenden Werbemarkt ausgegangen, der zu
einem Umsatzwachstum in eben diesem Bereich führt. Die
Finanzen.net Group profitiert weiterhin von dem stark
wachsenden Neobroker finanzen.net zero, der auch im Jahr
2024 das Umsatzvolumen anheben soll.
Konzernprognose
Axel Springer hat das Ziel, der weltweite
Marktführer für digitalen Journalismus und
Rubrikenangebote zu werden. Hierfür entwickeln wir
unsere Angebote permanent weiter und bauen unser
Geschäft organisch und, wo möglich und sinnvoll,
durch zielgerichtete Akquisitionen weiter aus. Zusammen mit
unseren Investoren wollen wir den eingeschlagenen
Wachstumspfad konsequent weiter beschreiten und dadurch
einen langfristigen Unternehmenswertzuwachs erzielen.
Für das Geschäftsjahr 2024 rechnen wir
aufgrund der aktuell schwierigen konjunkturellen Lage mit
einem Wachstum der Pro-forma-Umsatzerlöse im niedrigen
einstelligen Prozentbereich. Wir gehen davon aus, dass auch
unsere Classifieds-Portale insgesamt im niedrigen
einstelligen Prozentbereich wachsen. Während wir
für die deutschen Medien mit einem strukturell
bedingten Rückgang im mittleren einstelligen
Prozentbereich rechnen, erwarten wir, dass sich unsere
US-Medien überproportional zum Umsatzwachstum des
Konzerns entwickeln und nach Rückgängen im
Geschäftsjahr 2023 wieder im hohen einstelligen
Prozentbereich wachsen. Trotz der Herausforderungen auf der
Umsatzseite erwarten wir für das adjusted EBITDA
aufgrund von konsequentem Kostenmanagement und der
Fortführung ausgewählter Wachstumsinitiativen
einen Anstieg im mittleren einstelligen Prozentbereich.
Beim adjusted EBIT rechnen wir mit einem Plus im hohen
einstelligen Prozentbereich.
Bei den künftigen Dividendenvorschlägen an
die Hauptversammlung sollen der jeweilige Stand der
Umsetzung der Wachstumsstrategie und dazu notwendige
Finanzmittel berücksichtigt werden.
Die künftige Entwicklung der Ertrags-, Finanz-
und Vermögenslage planen wir auf Basis von Annahmen,
die aus heutiger Sicht plausibel und hinreichend
wahrscheinlich sind. Die tatsächliche Entwicklung kann
jedoch deutlich von den getroffenen Annahmen und den daraus
resultierenden Planungen und Trendaussagen abweichen.
Insbesondere liegt der Prognose die Annahme zugrunde, dass
es im ersten Halbjahr 2024 noch keine oder nur eine
moderate Erholung in Europa und den USA geben wird, der
Krieg in der Ukraine anhält und sich nicht ausweitet,
die Inflation im Laufe des Jahres weiter zurückgeht
und ab dem zweiten Halbjahr 2024 eine stärkere
Erholung einsetzt. Ferner liegt der Prognose die Annahme
zugrunde, dass die tatsächlichen Wechselkurse nicht
signifikant von den zugrunde gelegten Plan-Wechselkursen
abweichen.
Bestätigungsvermerk
des unabhängigen Abschlussprüfers
An die Axel Springer SE
Prüfungsurteile
Wir haben den Jahresabschluss der Axel Springer SE,
Berlin, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023
und der Gewinn- und Verlustrechnung für das
Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023
sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der
Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden -geprüft.
Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Axel
Springer SE, der mit dem Konzernlagebericht zusammengefasst
wurde, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis
zum 31. Dezember 2023 geprüft.
Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der
Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
| ― |
entspricht der beigefügte
Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den
deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden
handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter
Beachtung der deutschen Grundsätze
ordnungsmäßiger Buchführung ein den
tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes
Bild der Vermögens- und Finanzlage der
Gesellschaft zum 31. Dezember 2023 sowie ihrer
Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1.
Januar bis zum 31. Dezember 2023 und
|
| ― |
vermittelt der beigefügte
Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der
Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen
steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem
Jahresabschluss, entspricht den deutschen
gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und
Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend
dar.
|
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB
erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen
Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des
Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.
Grundlage für die
Prüfungsurteile
Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses
und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317
HGB unter Beachtung der vom Institut der
Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen
Grundsätze ordnungsmäßiger
Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere
Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen
ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers
für die Prüfung des Jahresabschlusses und des
Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks
weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen
unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen
handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und
haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in
Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt.
Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten
Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um
als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum
Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.
Verantwortung der gesetzlichen
Vertreter und des Aufsichtsrats für den
Jahresabschluss und den Lagebericht
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich
für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den
deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden
handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen
Belangen entspricht, und dafür, dass der
Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen
Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung
ein den tatsächlichen Verhältnissen
entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und
Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die
gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen
Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den
deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger
Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die
Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen,
der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund
von dolosen Handlungen (d. h. Manipulationen der
Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder
Irrtümern ist.
Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die
gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die
Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der
Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren
haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang
mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit,
sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus
sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des
Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der
Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht
tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten
entgegenstehen.
Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter
verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts,
der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der
Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen
Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den
deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die
Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung
zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen
Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und
Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet
haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in
Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen
gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um
ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im
Lagebericht erbringen zu können.
Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die
Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der
Gesellschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des
Lageberichts.
Verantwortung des Abschlussprüfers
für die Prüfung des Jahresabschlusses und des
Lageberichts
Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit
darüber zu erlangen, ob der Jahresabschlusses als
Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen
aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist,
und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von
der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen
wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den
bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang
steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht
und die Chancen und Risiken der zukünftigen
Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen
Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere
Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum
Lagebericht beinhaltet.
Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an
Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in
Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der
vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW)
festgestellten deutschen Grundsätze
ordnungsmäßiger Abschlussprüfung
durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche
Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen
können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern
resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn
vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass
sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses
Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen
wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten
beeinflussen.
Während der Prüfung üben wir
pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine
kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
| ― |
identifizieren und beurteilen
wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen
im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von
dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und
führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf
diese Risiken durch sowie erlangen
Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet
sind, um als Grundlage für unsere
Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus
dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche
Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher
als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende
wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt
werden, da dolose Handlungen kollusives
Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte
Unvollständigkeiten, irreführende
Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen
interner Kontrollen beinhalten können;
|
| ― |
gewinnen wir ein
Verständnis von dem für die Prüfung
des Jahresabschlusses relevanten internen
Kontrollsystem und den für die Prüfung des
Lageberichts relevanten Vorkehrungen und
Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu
planen, die unter den gegebenen Umständen
angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein
Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme
der Gesellschaft abzugeben;
|
| ― |
beurteilen wir die
Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern
angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die
Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern
dargestellten geschätzten Werte und damit
zusammenhängenden Angaben;
|
| ― |
ziehen wir Schlussfolgerungen
über die Angemessenheit des von den gesetzlichen
Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes
der Fortführung der Unternehmenstätigkeit
sowie, auf der Grundlage der erlangten
Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche
Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder
Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der
Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung
der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können.
Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine
wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir
verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die
dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im
Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese
Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges
Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen
unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis
zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten
Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse
oder Gegebenheiten können jedoch dazu
führen, dass die Gesellschaft ihre
Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen
kann;
|
| ― |
beurteilen wir die
Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des
Jahresabschlusses einschließlich der Angaben
sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden
Geschäftsvorfälle und Ereignisse so
darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung
der deutschen Grundsätze
ordnungsmäßiger Buchführung ein den
tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes
Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der
Gesellschaft vermittelt;
|
| ― |
beurteilen wir den Einklang des
Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine
Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild
von der Lage der Gesellschaft;
|
| ― |
führen wir
Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen
Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben
im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender
geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir
dabei insbesondere die den zukunftsorientierten
Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde
gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die
sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten
Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges
Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten
Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen
geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches
unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse
wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben
abweichen.
|
Wir erörtern mit den für die
Überwachung Verantwortlichen unter anderem den
geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie
bedeutsame Prüfungsfeststellungen,
einschließlich etwaiger Mängel im internen
Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung
feststellen.
Berlin, den 5. März
2024
EY
GmbH & Co. KG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
Mielke
Wirtschaftsprüferin
von
Michaelis
Wirtschaftsprüferin
Bericht des Aufsichtsrats
Der Aufsichtsrat hat im Berichtsjahr die ihm nach
Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung obliegenden
Aufgaben wahrgenommen. Er hat in enger und vertrauensvoller
Zusammenarbeit mit dem Vorstand diesen beraten und dessen
Geschäftsführung überwacht.
Der Vorstand unterrichtete den Aufsichtsrat anhand
schriftlicher und mündlicher Berichte eingehend,
regelmäßig und zeitnah über alle für
das Unternehmen wesentlichen Fragen der Strategie, der
Planung, der Geschäftsentwicklung, der Risikolage, des
Risikomanagements und der Compliance. Über
Vorkommnisse von besonderer Bedeutung wurde der
Aufsichtsrat auch zwischen den Sitzungen durch den Vorstand
informiert; darüber hinaus führten der
Aufsichtsratsvorsitzende und der Vorstandsvorsitzende
regelmäßige Informations- und
Beratungsgespräche.
Der Aufsichtsrat hat in die ihm vorgelegten
wesentlichen Planungs- und Abschlussunterlagen Einsicht
genommen und sich von deren Richtigkeit und Angemessenheit
überzeugt. Er prüfte und erörterte alle ihm
unterbreiteten Berichte und Unterlagen im gebotenen
Maß. Darüber hinaus war eine Einsicht in die
Bücher und Schriften der Gesellschaft durch den
Aufsichtsrat im Berichtsjahr nicht erforderlich.
Vorgänge von entscheidender Bedeutung für
die Gesellschaft wie insbesondere die Unternehmensplanung,
größere Investitions- und
Desinvestitionsvorhaben und Personalfragen wurden mit dem
Vorstand beraten; die strategische Ausrichtung des
Unternehmens wurde zwischen Vorstand und Aufsichtsrat
abgestimmt und der Stand der Strategieumsetzung
erörtert. Der Aufsichtsrat entschied über alle
Rechtsgeschäfte und Maßnahmen, an denen der
Aufsichtsrat aufgrund Gesetzes, Satzung oder
Geschäftsordnung des Vorstands mitzuwirken hat.
Zusammensetzung des Aufsichtsrats
Im Laufe des Berichtsjahres ergaben sich keine
Veränderung in der Zusammensetzung des Aufsichtsrats.
Der Aufsichtsrat besteht aus neun Mitgliedern, die durch
die Hauptversammlung gewählt wurden. Die Amtsperiode
des Aufsichtsrats beträgt fünf Jahre und endet
für alle derzeitigen Mitglieder des Aufsichtsrats mit
Ablauf der ordentlichen Hauptversammlung, die über die
Entlastung für das Geschäftsjahr 2023
entscheidet, längstens jedoch zum Ablauf des 17. April
2025.
Wesentliche vom Aufsichtsrat behandelte
Themen
Im Berichtsjahr beschäftigte sich der
Aufsichtsrat intensiv mit den Auswirkungen des
fortdauernden Krieges in der Ukraine und dem Angriff auf
Israel und der damit verbundenen Sicherheitslage bei Axel
Springer. Das Thema "Künstliche Intelligenz" und die
Auswirkungen auf den Journalismus im Allgemeinen und Axel
Springer im Besonderen wurde in mehreren Sitzungen
behandelt und aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchtet.
Einen weiteren Schwerpunkt der Beratungen des Aufsichtsrats
bildete die Prüfung des Jahres- und Konzernabschlusses
zum 31. Dezember 2022 (mit zusammengefasstem Bericht
über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns) und
des Berichts über Beziehungen der Gesellschaft zu
verbundenen Unternehmen (Abhängigkeitsbericht). Der
Aufsichtsrat ließ sich im Laufe des
Geschäftsjahrs eingehend über die Entwicklung bei
diversen Konzerngesellschaften informieren und erhielt
hierzu in den Sitzungen Berichte der jeweiligen
Geschäftsleitungen.
Des Weiteren hat sich der Aufsichtsrat im
Berichtsjahr ausführlich beschäftigt mit
Personalangelegenheiten des Vorstands, der Entwicklung des
Geschäftsbereichs News Media US in einem schwierigen
Werbemarktumfeld und der Entwicklung von WELT und BILD und
dem Fortgang der in diesem Geschäftsbereich
durchgeführten Strategieprojekte. Der Aufsichtsrat hat
ferner beraten und beschlossen über den Erwerb der
Bayard Advertising in den USA durch die Stepstone Group,
die Ausgliederung des bislang in der Axel Springer SE
verbliebenen News Media Germany-Bereichs in die Axel
Springer Deutschland GmbH, die Aktualisierung der
Geschäftsverteilung des Vorstands und
Finanzierungsprojekte. Der Aufsichtsrat wurde eingehend
über die Informationssicherheit bei Axel Springer,
Compliance-Fragen sowie die ESG-Strategie der Gesellschaft
informiert und erörterte diese Themen im Plenum. Zudem
befasste sich der Aufsichtsrat mit den der ordentlichen
Hauptversammlung am 23. März 2023 zu unterbreitenden
Beschlussvorschlägen des Aufsichtsrats.
Zur effizienten Wahrnehmung seiner Aufgaben hat der
Aufsichtsrat als ständige Ausschüsse die Gremien
Präsidium, Audit Committee, Personalausschuss und
Nominierungsausschuss gebildet.
Jahres- und Konzernabschluss sowie
Lage- und Konzernlagebericht
Die EY GmbH & Co. KG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Stuttgart, hat den
vom Vorstand aufgestellten Jahres- und Konzernabschluss
sowie den zusammengefassten Lage- und Konzernlagebericht
für das Geschäftsjahr 2023 geprüft und mit
einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk
versehen.
Die vorstehenden Unterlagen sowie der Vorschlag des
Vorstands für die Verwendung des Bilanzgewinns und die
Prüfungsberichte der EY GmbH & Co. KG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft wurden allen
Aufsichtsratsmitgliedern rechtzeitig zur Verfügung
gestellt. Die Unterlagen wurden in Anwesenheit des
Abschlussprüfers in der Sitzung des Audit Committee am
19. März 2024 umfassend geprüft und
erörtert. Der Abschlussprüfer berichtete dabei
über die wesentlichen Ergebnisse seiner Prüfung
und stand für ergänzende Auskünfte zur
Verfügung. Schwächen des internen Kontroll- und
Risikomanagements bezogen auf den Rechnungslegungsprozess
wurden dabei nicht festgestellt. Der Abschlussprüfer
ging ferner auf Umfang, Schwerpunkte sowie Kosten der
Abschlussprüfung ein. Umstände, die die
Befangenheit des Abschlussprüfers besorgen lassen,
lagen nicht vor. Der Prüfungsausschuss beschloss, dem
Aufsichtsrat zu empfehlen, den Jahres- und Konzernabschluss
nebst zusammengefasstem Lage- und Konzernlagebericht zu
billigen.
Der Vorsitzende des Audit Committee hat in der
Bilanzsitzung am 20. März 2024 dem Aufsichtsrat
über die vom Audit Committee angestellten
Untersuchungen und deren Ergebnisse berichtet und die
Empfehlungen des Audit Committees zur Billigung des Jahres-
und Konzernabschlusses sowie des zusammengefassten Lage-
und Konzernlageberichts ausgesprochen. Der Aufsichtsrat hat
sodann unter Berücksichtigung dieses Berichts und
dieser Empfehlungen, der Prüfungsberichte der EY GmbH
& Co. KG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft sowie der
Diskussion mit dem auch in der Bilanzsitzung anwesenden
Abschlussprüfer die vorstehend genannten Unterlagen
seinerseits geprüft; die Anwesenheit des Vorstands
hatte der Aufsichtsrat für erforderlich erachtet.
Der Aufsichtsrat hat das Ergebnis der Prüfung
durch den Abschlussprüfer zustimmend zur Kenntnis
genommen. Nach dem abschließenden Ergebnis seiner
eigenen Prüfung hat der Aufsichtsrat festgestellt,
dass Einwendungen nicht zu erheben sind. Der Aufsichtsrat
hat den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss und
Konzernabschluss sowie den zusammengefassten Lage- und
Konzernlagebericht entsprechend den Empfehlungen des Audit
Committee gebilligt. Damit ist der Jahresabschluss der Axel
Springer SE festgestellt.
Der Aufsichtsrat hat auch den Vorschlag des Vorstands
über die Verwendung des Bilanzgewinns geprüft und
sich diesem unter Berücksichtigung insbesondere des
Jahresergebnisses, der Liquidität und der
Finanzplanung der Gesellschaft angeschlossen.
Abhängigkeitsbericht
Außerdem hat der Vorstand dem Aufsichtsrat den
Bericht über die Beziehungen zu verbundenen
Unternehmen gemäß § 312 AktG vorgelegt.
Ebenfalls lag dem Aufsichtsrat der hierzu von der EY GmbH
& Co. KG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft erstellte
Prüfungsbericht vor. Beide Berichte wurden vorab jedem
Aufsichtsratsmitglied übermittelt.
Der Bestätigungsvermerk des
Abschlussprüfers zum Bericht über die Beziehungen
zu verbundenen Unternehmen lautet wie folgt:
"Nach unserer pflichtmäßigen Prüfung
und Beurteilung bestätigen wir, dass
1. die tatsächlichen Angaben des Berichts
richtig sind,
2. bei den im Bericht aufgeführten
Rechtsgeschäften die Leistung der Gesellschaft nicht
unangemessen hoch war."
Auch den Bericht des Vorstands über die
Beziehungen zu verbundenen Unternehmen gemäß
§ 312 AktG sowie den hierzu erstellten
Prüfungsbericht des Abschlussprüfers hat der
Aufsichtsrat geprüft. Der Abschlussprüfer hat in
der Bilanzsitzung des Aufsichtsrats vom 20. März 2024
außerdem mündlich über die wesentlichen
Ergebnisse seiner Prüfung berichtet und stand für
ergänzende Auskünfte zur Verfügung. Der
Aufsichtsrat hat den Bericht des Abschlussprüfers
zustimmend zur Kenntnis genommen.
Gegen die Ergebnisse des Prüfungsberichts des
Abschlussprüfers und die Erklärung des Vorstands
zum Bericht gemäß § 312 Abs. 3 AktG sind
vom Aufsichtsrat nach dem abschließenden Ergebnis
seiner eigenen Prüfung keine Einwendungen zu erheben.
Dank an die Mitglieder des Vorstands
sowie an die Mitarbeitenden des Unternehmens
Der Aufsichtsrat dankt den Mitgliedern des Vorstands
und allen Mitarbeitenden für die hervorragenden
Leistungen im zurückliegenden Geschäftsjahr.
Berlin, den 20. März
2024
Der
Aufsichtsrat
Ralph
Büchi
Vorsitzender
|