WEIDMÜLLER Holding AG & Co. KGDetmoldKonzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2022 bis zum 31.12.2022Konzernbilanz zum 31. Dezember 2022Aktiva
Passiva
Konzern-Gewinn-
und Verlustrechnung
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| 2022 | 2021 | ||
| Anhang | TEUR | TEUR | |
| 1. Umsatzerlöse | [9] | 1.175.315 | 960.358 |
| 2. Herstellungskosten der zur Erzielung der Umsatzerlöse erbrachten Leistungen | [10] | -681.659 | -550.323 |
| 3. Bruttoergebnis vom Umsatz | 493.656 | 410.035 | |
| 4. Vertriebskosten | -286.610 | -244.332 | |
| 5. Allgemeine Verwaltungskosten | -61.032 | -55.970 | |
| 6. Sonstige betriebliche Erträge | [11] | 30.386 | 16.762 |
| 7. Sonstige betriebliche Aufwendungen | [12] | -102.188 | -78.989 |
| 8. Sonstige Steuern | -2.548 | -2.485 | |
| 9. Betriebsaufwand | -421.992 | -365.014 | |
| 10. Betriebsergebnis | 71.664 | 45.021 | |
| 11. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge | [14] | 2.129 | 1.657 |
| 12. Zu- und Abschreibungen auf Finanzanlagen | [15] | -4.115 | -435 |
| 13. Zinsen und ähnliche Aufwendungen | [16] | -6.996 | -10.286 |
| 14. Erträge aus Beteiligungen | [17] | 16 | 4.240 |
| 15. Erträge aus Beteiligungen an assoziierten Unternehmen | [17] | 284 | 400 |
| 16. Aufwendungen aus Beteiligungen an assoziierten Unternehmen | [18] | -45 | -237 |
| 17. Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit | 62.937 | 40.360 | |
| 18. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag | [19] | -16.229 | -4.920 |
| 19. Konzern-Jahresüberschuss | [20] | 46.708 | 35.440 |
| 20. Gewinn-/Verlustanteile fremder Gesellschafter | 249 | 137 | |
| 21. Gutschrift auf Gesellschafterkonten | -33.343 | -34.157 | |
| 22. Konzernergebnis nach Verwendungsrechnung | 13.614 | 1.420 |
Konzernanhang für das Geschäftsjahr 2022
A. Allgemeine Angaben
Die Konzernobergesellschaft WEIDMÜLLER Holding AG & Co. KG hat Ihren Sitz in der Ohmstr. 9 32758 Detmold und ist eingetragen in das Handelsregister beim Amtsgericht Lemgo (HRA 4611).
Das Geschäftsjahr des Konzerns beginnt am 01.01.2022 und endet am 31.12.2022.
Der Konzernabschluss ist in Euro aufgestellt und wird zur Verbesserung der Übersichtlichkeit auf Euro 1.000 (TEUR) gerundet dargestellt.
Die Unternehmensgruppe Weidmüller verfügt über Produktionsstätten, Vertriebsgesellschaften und Vertretungen in mehr als 80 Ländern. Gemeinsam mit Kunden gestaltet Weidmüller den digitalen Wandel - mit Produkten, Lösungen und Dienstleistungen für die Smart Industrial Connectivity und das Industrial Internet of Things.
B. Anwendung der Vorschriften
Der Konzernabschluss der WEIDMÜLLER Holding AG & Co. KG, Detmold, wird nach den Rechnungslegungsvorschriften des Handelsgesetzbuches für große Kapitalgesellschaften und bestimmte Personengesellschaften aufgestellt. Die nach nationalen Vorschriften aufgestellten Jahresabschlüsse (HB I) der einbezogenen ausländischen Tochterunternehmen sind in jeweils einer Überleitungsrechnung mit dem Ziel einer einheitlichen Bilanzierung und Bewertung im Konzernabschluss an die handelsrechtlichen Vorschriften angepasst worden, um einen den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften entsprechenden Konzernabschluss zu gewährleisten. In den Jahresabschlüssen (Handelsbilanzen II) der einbezogenen Gesellschaften wurde einheitlich nach den in der Weidmüller Konsolidierungsrichtlinie unter Berücksichtigung der deutschen Rechnungslegungsgrundsätze festgelegten Bewertungsmethoden bewertet, die im Wesentlichen denen der Muttergesellschaft entsprechen. Abweichungen zwischen den Bewertungsmethoden im Jahresabschluss der WEIDMÜLLER Holding AG & Co. KG, Detmold, und der Konsolidierungsrichtlinie ergeben sich insbesondere durch die unterschiedliche Bewertung der Pensionsrückstellungen.
C. Erläuterungen zur Konzernrechnungslegung
1. Konsolidierungskreis
Die WEIDMÜLLER Holding AG & Co. KG, Detmold, ist Mutterunternehmen für die im Konzernanhang unter H (22) in der Aufstellung des Anteilsbesitzes aufgeführten Unternehmen. In dem Konzernabschluss sind neben der WEIDMÜLLER Holding AG & Co. KG, Detmold, alle wesentlichen Tochterunternehmen einbezogen, bei denen das Mutterunternehmen unmittelbar oder mittelbar einen beherrschenden Einfluss ausüben kann.
Der Konsolidierungskreis umfasst zum Bilanzstichtag einschließlich der WEIDMÜLLER Holding AG & Co. KG, Detmold, 41 (Vorjahr: 43) vollkonsolidierte Unternehmen.
Mit Verschmelzungsvertrag vom 12.01.2022 wurde die Weidmüller Mobility Concepts GmbH & Co. KG als übertragende Gesellschaft auf die Weidmüller Interface GmbH & Co KG als übernehmende Gesellschaft mit Wirkung zum 01.01.2022 verschmolzen.
Weidmüller hat sich im Berichtsjahr infolge des Krieges in der Ukraine aus dem russischen Markt zurückgezogen. Die Produktion in Russland sowie alle weiteren Geschäftskativitäten wurden im Laufe des Berichtsjahres eingestellt. Aufgrund dieser Entwicklung ist die russische Gesellschaft per 31.12.2022 aus dem Konsolidierungskreis ausgeschieden.
Bei den nicht in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen handelt es sich um fünf inländische und elf ausländische Unternehmen. Der Einfluss dieser Unternehmen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns ist sowohl einzeln als auch insgesamt von untergeordneter Bedeutung. Auf eine Einbeziehung in den Konzernabschluss wurde daher nach § 296 Abs. 2 HGB verzichtet.
2. Konsolidierungsgrundsätze
Die angewandten Konsolidierungsgrundsätze entsprechen denen des Vorjahres.
Der Konzernabschluss der WEIDMÜLLER Holding AG & Co. KG, Detmold, wurde zum 31.12.2022, dem Abschlussstichtag des Mutterunternehmens sowie sämtlicher einbezogener Tochterunternehmen, erstellt.
Die Kapitalkonsolidierung wurde für alle Erwerbsfälle vor Inkrafttreten des Bilanzrechtsmodernisierungsgesetzes gemäß § 301 Abs. 1 Nr. 1 a. F. HGB i. V. m. Art. 66 Abs. 3 EGHGB nach der Buchwertmethode vorgenommen. Dabei wurde das konsolidierungspflichtige Eigenkapital mit dem Betrag angesetzt, der dem Buchwert der in den Konzernabschluss aufzunehmenden Vermögensgegenstände entspricht.
Als Zeitpunkt für die Verrechnung des konsolidierungspflichtigen Kapitals i. S. d. § 301 Abs. 2 HGB wurde grundsätzlich der Zeitpunkt der erstmaligen Einbeziehung der Tochterunternehmen in den Konzernabschluss gewählt, das ist der 01.01.1999. Für die nach dem 01.01.1999 erworbenen Anteile an verbundenen Unternehmen wurde die Erstkonsolidierung grundsätzlich auf den Erwerbszeitpunkt, in einzelnen Fällen auf den Zeitpunkt der erstmaligen Einbeziehung, durchgeführt.
Die sich aus den Kapitalkonsolidierungen bis zum Inkrafttreten des Bilanzrechtsmodernisierungsgesetzes ergebenden passiven Unterschiedsbeträge entsprechen realisierten Gewinnen i. S. d. § 309 Abs. 2 Nr. 2 HGB und wurden daher dem erwirtschafteten Kapital zugeordnet.
Die Kapitalkonsolidierung für alle Erwerbsfälle nach dem Inkrafttreten des Bilanzrechtsmodernisierungsgesetzes gemäß § 301 Abs. 1 Nr. 1 HGB wurde nach der Neubewertungsmethode vorgenommen. Dabei wurde das konsolidierungspflichtige Eigenkapital mit dem Wert angesetzt, der dem Zeitwert der in den Konzernabschluss aufzunehmenden Vermögensgegenstände, Schulden, Rechnungsabgrenzungsposten und Sonderposten entspricht, der diesen an dem für die Verrechnung maßgeblichen Zeitpunkt beizulegen ist. Rückstellungen wurden nach § 253 Abs. 1 Sätze 2 und 3 HGB und latente Steuern nach § 274 Abs. 2 HGB bewertet.
Die Verrechnung erfolgte grundsätzlich auf Grundlage der Wertansätze zum Erwerbszeitpunkt bzw. in einzelnen Fällen zum Zeitpunkt der Erstkonsolidierung. Ein nach der Verrechnung verbleibender Unterschiedsbetrag wird in der Konzernbilanz gem. § 301 Abs. 3 Satz 1 HGB, wenn er auf der Aktivseite entsteht, als Geschäfts- oder Firmenwert ausgewiesen.
Aus den Erstkonsolidierungen, der zum 01.10.2017 erworbenen nordamerikanischen Gesellschaften ergab sich unter Anwendung der Neubewertungsmethode ein Geschäfts- und Firmenwert von insgesamt 68,5 Mio. EUR. Der Geschäfts- und Firmenwert wird ratierlich über zehn Jahre abgeschrieben. Bedingt durch nachträgliche Kaufpreisanpassungen sowie durch abschließende Kaufpreisallokationen wurde der Geschäfts- und Firmenwert im Berichtsjahr rückwirkend auf den 01.10.2017 angepasst.
Insgesamt werden per 31.12.2022 Geschäfts- und Firmenwerte in Höhe von 39.189 TEUR ausgewiesen.
Ausleihungen und andere Forderungen sowie Verbindlichkeiten zwischen den in den Konzernabschluss einbezogenen Gesellschaften werden gemäß § 303 Abs. 1 HGB eliminiert. Wechselseitige Forderungen und Verbindlichkeiten zwischen den in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen werden gegeneinander aufgerechnet. Die sich dabei aus der Umrechnung in die Konzernwährung ergebenden Währungsdifferenzen (echte Differenzen aus der Schuldenkonsolidierung) werden ergebnisneutral verrechnet.
In den Konzernabschluss übernommene Vorräte, die auf Lieferungen zwischen in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen beruhen, werden mit den Konzernanschaffungs- oder -herstellungskosten angesetzt. Zwischenergebnisse aus konzerninternen Lieferungen werden erfolgswirksam eliminiert.
Umsatzerlöse und andere Erträge aus Lieferungen und Leistungen zwischen den in den Konzernabschluss einbezogenen Gesellschaften werden gemäß § 305 Abs. 1 HGB mit den entsprechenden Aufwendungen verrechnet.
Latente Steuern werden gemäß § 274 i. V. m. § 298 HGB und § 306 HGB nach konzerneinheitlichen Grundsätzen für Differenzen zwischen den handelsrechtlichen Wertansätzen der Vermögensgegenstände, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten (Handelsbilanz II) und deren steuerlichen Wertansätzen bei den in den Konzernabschluss einbezogenen Einzelabschlüssen sowie für Konsolidierungsmaßnahmen in der Höhe angesetzt, in der eine entsprechende Steuerbe- und -entlastung nachfolgender Geschäftsjahre absehbar ist. Auf die gleiche Weise werden Differenzen, die durch Aufdeckung von stillen Reserven und Lasten aus der Neubewertung im Rahmen der Erstkonsolidierung nach § 301 HGB zwischen den Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten und den steuerlichen Wertansätzen entstehen, behandelt. Gemäß § 274 Abs. 1 i. V. m. § 298 HGB werden aktive latente Steuern auf Verlustvorträge gebildet, sofern diese innerhalb der nächsten fünf Jahre mit dem für diese Jahre erwarteten steuerpflichtigen Einkommen verrechnet werden können. In der Konzern-Bilanz werden die aus den Einzelabschlüssen übernommenen aktiven und passiven latenten Steuern mit den auf Konzernebene ermittelten aktiven und passiven latenten Steuern zusammengefasst und saldiert als aktive latente Steuern in einem separaten Posten ausgewiesen.
3. Währungsumrechnung
Die Währungsumrechnung wird nach Maßgabe des § 308 a HGB wie folgt vorgenommen:
Im Konzernabschluss werden sämtliche Bilanzposten der wirtschaftlich selbständigen ausländischen Gesellschaften zum Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag umgerechnet, die Aufwendungen und Erträge zum monatlichen Durchschnittskurs. Die Posten des Eigenkapitals werden zu historischen Kursen umgerechnet.
Die sich aus der Währungsumrechnung der Bilanzen ergebenden Differenzen sowie die Währungsunterschiede, die sich aus der Anwendung abweichender Kurse in der Gewinn- und Verlustrechnung ergeben, werden als Ausgleichposten aus der Fremdwährungsumrechnung erfolgsneutral im Eigenkapital ausgewiesen.
D. Bilanzierungsgrundsätze
Zur Verbesserung der Klarheit und Übersichtlichkeit der Darstellung sind alle wahlweise in der Konzern-Bilanz oder in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung zu gebenden Vermerke insgesamt im Konzernanhang dargestellt.
Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden sind stetig und gegenüber dem Vorjahr grundsätzlich unverändert.
Die Jahresabschlüsse der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen sind bei konzerngleichen Sachverhalten grundsätzlich nach den folgenden einheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden aufgestellt worden.
1. Anlagevermögen
Immaterielle Vermögensgegenstände werden, soweit entgeltlich erworben, zu Anschaffungskosten unter Berücksichtigung von Anschaffungsnebenkosten und Anschaffungskostenminderungen aktiviert und planmäßig über die jeweilige Nutzungsdauer nach der linearen Methode abgeschrieben. Die Abschreibungsdauer für Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen beträgt längstens zehn Jahre. Die Abschreibung der in den Einzelabschlüssen ausgewiesenen erworbenen Geschäfts- oder Firmenwerte erfolgt über den Zeitraum, über den sich sein Wert planmäßig verbraucht; Richtwert ist ein Zeitraum von fünf Jahren.
Sachanlagen werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten bewertet und planmäßig über die jeweilige Nutzungsdauer nach der linearen Methode abgeschrieben. Bauten werden über 25 Jahre, technische Anlagen und Maschinen zumeist über zehn Jahre, andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung zwischen vier und zehn Jahren abgeschrieben. Selbsterstellte Werkzeuge werden mit der handelsrechtlich zulässigen Untergrenze bewertet.
Geringwertige Wirtschaftsgüter mit einem Anschaffungswert von maximal EUR 1.000,00 werden im Zugangsjahr in voller Höhe abgeschrieben.
Soweit außerplanmäßige Abschreibungen wegen dauernder Wertminderungen erforderlich sind, werden diese vorgenommen.
Finanzanlagen werden zu Anschaffungskosten bzw. bei dauernder Wertminderung mit dem niedrigeren Wert angesetzt, der ihnen am Abschlussstichtag beizulegen ist. Bei Wegfall der Gründe für die außerplanmäßige Abschreibung erfolgt eine entsprechende Zuschreibung.
2. Umlaufvermögen und sonstige Aktiva
Die Bewertung der Vorräte erfolgt zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten oder zu niedrigeren Marktwerten bzw. einem niedrigeren beizulegenden Wert.
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sowie Handelswaren werden mit den Anschaffungskosten nach dem gleitenden Durchschnittsverfahren aktiviert. Anschaffungsnebenkosten, Rabatte und Skonti wurden berücksichtigt. Fertige und unfertige Erzeugnisse werden mit den Herstellungskosten angesetzt. Bestandteile der Herstellungskosten sind neben den Material- und Fertigungseinzelkosten sowie den Sondereinzelkosten der Fertigung auch angemessene Teile der notwendigen Material- und Fertigungsgemeinkosten. Angemessene Teile des produktionsbezogenen Werteverzehrs des Anlagevermögens werden insoweit berücksichtigt, als dieser Werteverzehr direkt auf die Herstellung des Vermögensgegenstands entfällt. Nicht in den Herstellungskosten enthalten sind Fremdkapitalzinsen.
Der niedrigere beizulegende Wert ermittelt sich für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe aus dem Beschaffungsmarkt, für unfertige und fertige Erzeugnisse aus dem Absatzmarkt und für Handelswaren aus dem Beschaffungs- oder Absatzmarkt.
Bei den unfertigen und fertigen Erzeugnissen werden Abwertungen für Bestandsrisiken, die sich aus der Lagerdauer und geminderter Verwertbarkeit ergeben, in angemessenem und ausreichendem Umfang (mittels eines Lagerreichweitenverfahrens) vorgenommen. Die Grundsätze der verlustfreien Bewertung wurden beachtet.
Forderungen werden zum Nennbetrag bzw. zu Anschaffungskosten oder zu niedrigeren Tageswerten angesetzt. Die sonstigen Vermögensgegenstände werden mit den Anschaffungskosten oder mit dem am Bilanzstichtag beizulegenden niedrigeren Wert bewertet. Die in den Forderungen und sonstigen Vermögensgegenständen enthaltenen Risiken werden durch Einzelwertberichtigungen entsprechend der Wahrscheinlichkeit des Ausfalls berücksichtigt; dem allgemeinen Ausfallrisiko wird durch Pauschalwertberichtigungen Rechnung getragen. Forderungen und Vermögensgegenstände in Fremdwährung werden grundsätzlich mit dem Devisenkassamittelkurs umgerechnet. Bei Forderungen und sonstigen Vermögensgegenständen in Fremdwährung mit einer Restlaufzeit von weniger als einem Jahr erfolgt die Umrechnung gemäß § 256 a HGB ohne Beschränkung auf die Anschaffungskostenobergrenze.
Vermögensgegenstände, welche ausschließlich der Erfüllung von Schulden aus Altersvorsorgeverpflichtungen dienen (Deckungsvermögen i. S. d. § 246 Abs. 2 S. 2 HGB), werden mit dem Zeitwert bewertet und mit den entsprechenden Schulden verrechnet.
Kassenbestände, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks sind zu Nennwerten angesetzt. Fremdwährungsguthaben werden analog der Forderungen in ausländischer Währung bewertet.
Als Rechnungsabgrenzungsposten werden auf der Aktivseite Ausgaben vor dem Abschlussstichtag angesetzt, sofern sie Aufwand für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen.
Zu der Aktivierung von aktiven latenten Steuern verweisen wir auf die Ausführungen zu den Konsolidierungsgrundsätzen.
3. Pensionsrückstellungen
Mitarbeitern der in die Konsolidierung einbezogenen Gesellschaften stehen Ansprüche aus beitrags- oder leistungsorientierten Versorgungsplänen im Rahmen der betrieblichen Altersversorgung zu. Diese sind je nach den rechtlichen, wirtschaftlichen und steuerlichen Gegebenheiten in den einzelnen Ländern unterschiedlich ausgestaltet, wobei sich die Höhe der Versorgungsleistungen grundsätzlich nach der Beschäftigungsdauer und den Bezügen der begünstigten Mitarbeiter richtet.
Die für unmittelbare Pensionszusagen und ähnliche Verpflichtungen in Form von Einzel- oder Gruppenzusagen zu bildenden Pensionsrückstellungen werden bei der Weidmüller-Gruppe im Konzern unter Anwendung der Projected-Unit-Credit-Methode unter Verwendung der "Richttafeln 2018 G" von Dr. Klaus Heubeck mit dem Barwert der zukünftigen Verpflichtungen berechnet. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen werden für die deutschen Gesellschaften unter Berücksichtigung eines Rententrends von 2,0 % (Vorjahr: 2,0 %) und einer Fluktuation von 5,0 % (Vorjahr: 5,0 %) gerechnet. Die Pensionsrückstellungen werden pauschal mit dem durchschnittlichen Marktzins der vergangenen zehn Geschäftsjahre bei einer angenommenen restlichen Laufzeit von 15 Jahren berechnet. Im Berichtsjahr wurde ein Zinssatz von 1,79 %, im Vorjahr von 1,87 % verwendet.
Bei der englischen Tochtergesellschaft Weidmüller Ltd., Leicester/Großbritannien, werden die Pensionsverpflichtungen seit 1972 im Rahmen eines leistungsorientierten Versorgungsplans (Defined Benefit Plan) auf einen externen Pensionsfond übertragen. Dieser weist zum Konzern-Bilanzstichtag eine Überdeckung in Höhe von TEUR 9.301 (TGBP 8.248) (Vorjahr: Unterdeckung TEUR 2.731 (TGBP 2.294)) aus, die entsprechend in der Handelsbilanz I berichtet wird. Dabei unterschreitet der Anwartschaftsbarwert in Höhe von TEUR 72.869 (TGBP 64.620) (Vorjahr: TEUR 118.282 (TGBP 99.357)) den beizulegenden Zeitwert der Vermögenswerte TEUR 82.170 (TGBP 72.868) (Vorjahr: TEUR 115.551 (TGBP 97.063)). Bei der Berechnung des Anwartschaftsbarwertes der Vorsorgezusagen wurde von folgenden versicherungsmathematischen Annahmen ausgegangen: Lohn- und Gehaltstrend 2,8 % (Vorjahr: 3,0 %), Inflationsannahme 3,3 % (Vorjahr: 3,5 %), Abzinsungszinssatz 4,8 % (Vorjahr 1,9 %). Das englische Tochterunternehmen hat sich im Rahmen eines Recovery Plans verpflichtet, zum Ausgleich der Unterdeckung bestimmte, genau der Höhe und dem Zahlungszeitpunkt nach bestimmte Zahlungen zu leisten. Der Recovery Plan wird in regelmäßigen Abständen (i. d. R. 3 Jahre) überprüft und ggfs. modifiziert. Eine erneute Überprüfung fand im Vorjahr statt. Die daraus resultierende Verpflichtung, diskontiert mit dem durchschnittlichen Marktzins der vergangenen zehn Jahre bei einer angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren in Höhe von 1,87%, wurde in der Handelsbilanz II im Vorjahr in Höhe von TEUR 2.177 (TGBP 1.829) ausgewiesen und verminderte sich im Berichtsjahr durch Zahlung um 1.390 TGBP. Die pensionsähnliche Verpflichtung wird per 31.12.2022 in Höhe von TEUR 522 (TGBP 463) ausgewiesen. Im Berichtsjahr war aufgrund der Restlaufzeit < 1 Jahr keine Diskontierung erforderlich. Der in Vorjahren eingestellte Betrag zur Abdeckung künftiger Risiken in Höhe von TEUR 1.100 wurde im abgelaufenen Geschäftsjahr aufgelöst.
Die Auswirkungen der Änderungen des Rechnungszinssatzes sind unter den Zinsen und ähnlichen Aufwendungen ausgewiesen.
Im übrigen Ausland richten sich die versicherungsmathematischen Annahmen nach den landesspezifischen Bedingungen, wobei die jeweiligen Beträge - mit Ausnahme der zuvor erläuterten Posten - von untergeordneter Bedeutung sind.
4. Rückstellungen, Verbindlichkeiten und übrige Passiva
Rückstellungen für Verpflichtungen aus Altersteilzeitarbeitsverhältnissen beinhalten Fälle, in denen Mitarbeiter zum Stichtag vertraglich die Altersteilzeit vereinbart haben. Die Rückstellungen wurden unter der Verwendung der Richttafeln von Dr. Klaus Heubeck "Richttafeln 2018 G" mit einem Restlaufzeit abhängigen durchschnittlichen Marktzins der vergangenen sieben Geschäftsjahre, der von der deutschen Bundesbank nach Maßgabe der Rechtsverordnung ermittelt wurde, abgezinst. Entsprechend dieser Vorgehensweise wurde ein durchschnittlicher Zinssatz im Mittel von 0,52 % (Vorjahr: 0,34 %) berücksichtigt; darüber hinaus sind erwartete Lohn- und Gehaltstrends von 3,0 % (Vorjahr: 3,0 %) in die Berechnung einbezogen.
Bei den Jubiläumsrückstellungen wurde ein durchschnittlicher Marktzins in Höhe von 1,45 % (Vorjahr: 1,35 %) sowie eine Fluktuation von 5,0 % (Vorjahr: 5,0 %) berücksichtigt.
Die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle ungewissen Verbindlichkeiten und drohenden Verluste aus schwebenden Geschäften. Drohende Verluste aus Absatzgeschäften werden im Berichtsjahr kundenbezogen für das angebotene Warensortiment ermittelt. Sie sind in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrages unter Berücksichtigung von zukünftiger Kosten- und Preissteigerung angesetzt. Sonstige Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden mit dem laufzeitadäquaten durchschnittlichen Marktzins der vergangenen sieben Geschäftsjahre abgezinst.
Verbindlichkeiten werden mit ihrem Erfüllungsbetrag am Bilanzstichtag angesetzt. Fremdwährungsverbindlichkeiten werden analog der Forderungen in ausländischer Währung bewertet.
Als Rechnungsabgrenzungsposten werden auf der Passivseite Einnahmen vor dem Abschlussstichtag angesetzt, soweit sie einen Ertrag für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen.
Derivate Finanzinstrumente werden als schwebende Geschäfte in der Regel nicht bilanziert. Zusammengehörende Grundgeschäfte und Derivate werden zu Bewertungseinheiten zusammengefasst. Bei Derivaten, die mit bilanziellen Grundgeschäften eine Bewertungseinheit bilden, werden, soweit sich die Ergebnisauswirkungen von Grund- und Sicherungsgeschäft kompensieren, keine Rückstellungen passiviert. Die Bilanzierung von derivativen Finanzinstrumenten, für die keine Bewertungseinheiten gebildet wurden, erfolgt dagegen imparitätisch, das heißt, für negative Marktwerte werden Rückstellungen gebildet, positive Marktwerte werden nicht angesetzt.
E. Erläuterungen zur Konzern-Bilanz
(1) Anlagevermögen
Die Veränderungen der einzelnen Posten des Anlagevermögens im Geschäftsjahr 2022 sind im Anlagenspiegel dargestellt, der dem Konzernanhang als Anlage 3/A beigefügt ist.
(2) Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und die sonstigen Vermögensgegenstände haben zum Abschlussstichtag folgende Fälligkeiten:
| 31.12.2022 | 31.12.2021 | |||
|
davon mit einer
Restlaufzeit von mehr als einem Jahr |
davon mit einer
Restlaufzeit von mehr als einem Jahr |
|||
| TEUR | TEUR | TEUR | TEUR | |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 184.721 | 0 | 148.922 | 0 |
| Forderungen gegen verbundene Unternehmen | 530 | 0 | 451 | 0 |
| Forderungen gegen Unternehmen mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht | 526 | 0 | 1.013 | 0 |
| Sonstige Vermögensgegenstände | 20.521 | 11 | 15.667 | 11 |
| 206.298 | 11 | 166.053 | 11 | |
Die sonstigen Vermögensgegenstände beinhalten Gewerbesteuer- und Umsatzsteuerforderungen in Höhe von EUR 13,4 Mio. (Vorjahr: EUR 11,1 Mio.)
(3) Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks
Wesentlicher Bestandteil sind die Guthaben bei Kreditinstituten, daneben sind Schecks und Kassen- sowie Francotypbestände enthalten.
(4) Aktiver Rechnungsabgrenzungsposten
Die aktiven Rechnungsabgrenzungsposten setzen sich wie folgt zusammen:
| 31.12.2022 | 31.12.2021 | |
| TEUR | TEUR | |
| Übrige Rechnungsabgrenzungsposten | 4.378 | 4.429 |
| 4.378 | 4.429 |
Bei den übrigen Rechnungsabgrenzungsposten handelt es sich im Wesentlichen um Nutzungslizenzen, Mieten, Versicherungs- und Wartungsgebühren.
(5) Aktive latente Steuern
Die aktiven latenten Steuern in Höhe von TEUR 17.092 (Vorjahr: TEUR 16.112) resultieren aus einer Gesamtbetrachtung der Differenzen zwischen Handelsbilanz II- und Steuerbilanz-Werten der einbezogenen Abschlüsse zum Bilanzstichtag, der Konsolidierungsmaßnahmen sowie den berücksichtigungsfähigen Verlustvorträgen. Aktive latente Steuern in Höhe von TEUR 18.238 (Vorjahr: TEUR 17.110) wurden mit passiven latenten Steuern in Höhe von TEUR 1.146 (Vorjahr: TEUR 997) verrechnet. Die in der Handelsbilanz II ausgewiesenen aktiven latenten Steuern beruhen auf zeitlichen Differenzen zwischen den handels- und steuerrechtlichen Bilanzansätzen von immateriellen Vermögensgegenständen, Sachanlagen, Vorräten, Forderungen und sonstigen Vermögensgegenständen, Rückstellungen für Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen, sonstigen Rückstellungen, Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie auf steuerlichen Verlustvorträgen. Die künftig zu erwartenden Steuerbelastungen (passive latente Steuern) resultieren im Wesentlichen aus im Konzern abweichend vom Steuerrecht angewendeten Abschreibungsmethoden im Anlagevermögen sowie im Vorratsvermögen. Die sich aus den Konsolidierungsmaßnahmen ergebenden aktiven latenten Steuern sind im Wesentlichen auf Konsolidierungsmaßnahmen mit Einfluss auf das Vorratsvermögen zurückzuführen.
Für die auf Konzernebene ermittelten latenten Steuern werden vorgangsbezogen die entsprechenden lokalen Ertragssteuersätze zur Berechnung herangezogen. Die Steuersätze der ausländischen Tochterunternehmen bewegen sich in einer Bandbreite von 9 % bis 34 %. Für deutsche Tochterunternehmen in der Rechtsform einer GmbH & Co. KG wurden die latenten Steuern mit einem Steuersatz zwischen 14,0 % und 15,6 % berechnet. Aufgrund des bestehenden Ergebnisabführungsvertrages zwischen der Thüringischen Weidmüller GmbH und der WEIDMÜLLER Holding AG & Co. KG basiert die Ermittlung der latenten Steuern der Konzernmutter auf einem Durchschnittssteuersatz in Höhe von 14,88 %.
(6) Eigenkapital
Die Veränderungen der einzelnen Posten des Eigenkapitals im Geschäftsjahr 2022 sind im Eigenkapitalspiegel (Anlage 5) dargestellt.
Das erwirtschaftete Kapital setzt sich wie folgt zusammen:
| 31.12.2022 | 31.12.2021 | |
| TEUR | TEUR | |
| Konzernergebnis nach Verwendungsrechnung | 13.614 | 1.420 |
| Änderung des Konsolidierungskreises | 2.763 | 0 |
| Ergebnisvortrag | 87.000 | 85.580 |
| Erwirtschaftetes Kapital | 103.377 | 87.000 |
(7) Rückstellungen
Bei den Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen verweisen wir auf unsere Ausführungen zu den Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätzen.
Die Verrechnung von Aktivvermögen im Rahmen der Insolvenzsicherung der Altersversorgungsverpflichtungen (bestehend aus Pensionsverpflichtungen sowie Altersteilzeitverpflichtungen) stellt sich wie folgt dar:
| 31.12.2022 | 31.12.2021 | |
| TEUR | TEUR | |
| Erfüllungsbetrag der verrechenbaren Schulden | 6.190 | 6.049 |
| Anschaffungskosten der verrechneten Vermögensgegenstände | 3.273 | 3.297 |
| Beizulegender Zeitwert der verrechneten Vermögensgegenstände | 3.475 | 3.565 |
Der beizulegende Zeitwert der verrechneten Vermögensgegenstände wurde auf Basis der Bankbestätigung über das abgetretene Guthaben ermittelt. Im Geschäftsjahr 2022 sind im Zusammenhang mit der Verrechnung dieser Vermögensgegenstände und Schulden keine Aufwendungen und Erträge angefallen.
Folgende wesentliche Sachverhalte sind in den sonstigen Rückstellungen berücksichtigt:
| 31.12.2022 | 31.12.2021 | |
| TEUR | TEUR | |
| Sonstige Personalkosten | 46.758 | 51.811 |
| Restrukturierungsaufwendungen | 741 | 1.938 |
| Absatz- und beschaffungsmarktbezogene Risiken | 5.443 | 4.769 |
| Übrige Verpflichtungen | 46.448 | 40.404 |
| 99.390 | 98.922 |
Die Rückstellungen für sonstige Personalkosten werden im Wesentlichen für Urlaubsrückstände, Gleitzeitrückstände, Jubiläen, Altersteilzeit, variable Vergütungen sowie betriebliche Zusatzversorgungen gebildet.
Die Rückstellung für Restrukturierungsaufwendungen umfasst Aufwendungen für Restrukturierungsvorhaben, Abfindungen und Beratungskosten.
Mit den Rückstellungen für absatz- und beschaffungsmarktbezogene Risiken werden vor allem Drohverluste für beschaffungsmarktbezogene Risiken, Gewährleistungen, Verzugs- und Vertragsstrafen sowie drohende Verluste aus schwebenden Geschäften berücksichtigt.
Bei den übrigen Verpflichtungen handelt es sich im Wesentlichen um ausstehende Lieferantenrechnungen, Gutschriften und Boni sowie Beratungskosten. Darüber hinaus werden in dem Posten Rückstellungen für Instandhaltungen erfasst.
(8) Verbindlichkeiten
|
Restlaufzeit bis
zu 1 Jahr |
Restlaufzeit zwischen
1 und 5 Jahren |
Restlaufzeit mehr
als 5 Jahre |
Gesamtbetrag | |
| TEUR | TEUR | TEUR | TEUR | |
| Einlagen stiller Gesellschafter | 5.212 | (-) | - | 5.212 |
| Vorjahr | (-) | (5.632) | (-) | (5.632) |
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 104.168 | 84.539 | 29.225 | 217.932 |
| Vorjahr | (15.307) | (81.550) | (18.735) | (115.592) |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 127.296 | - | - | 127.296 |
| Vorjahr | (93.943) | (-) | (-) | (93.943) |
| Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen | 430 | 518 | - | 948 |
| Vorjahr | (646) | (351) | (-) | (997) |
| Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht | 1.167 | - | - | 1.167 |
| Vorjahr | (1.032) | (-) | (-) | (1.032) |
| Sonstige Verbindlichkeiten | 31.871 | - | - | 31.871 |
| Vorjahr | (31.906) | (-) | (-) | (31.906) |
| 270.144 | 85.057 | 29.225 | 384.426 | |
| Vorjahr | (142.834) | (87.533) | (18.735) | (249.102) |
Bei den Einlagen stiller Gesellschafter handelt es sich um die von der WEIDMÜLLER Kapital-Beteiligungs GmbH, Detmold, gehaltenen stillen Beteiligungen an den wesentlichen inländischen Gesellschaften.
Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen betreffen in Höhe von TEUR 769 (Vorjahr: TEUR 742) sonstige Verbindlichkeiten und in Höhe von TEUR 179 (Vorjahr: TEUR 255) Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen.
Die sonstigen Verbindlichkeiten enthalten im Wesentlichen mit TEUR 3.494 (Vorjahr: TEUR 2.999) Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern, mit TEUR 14.774 (Vorjahr: TEUR 13.316) Verbindlichkeiten aus Steuern und mit TEUR 2.339 (Vorjahr: TEUR 2.198) Verbindlichkeiten im Rahmen der sozialen Sicherheit.
Die in der Konzern-Bilanz ausgewiesenen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind in Höhe von TEUR 30.873 (Vorjahr: TEUR 34.282) durch Grundpfandrechte gesichert.
F. Erläuterungen zur Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung
Gliederung
Die Gliederung der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung erfolgt nach dem Umsatzkostenverfahren.
(9) Umsatzerlöse
Die Umsatzerlöse sind nach Regionen wie folgt verteilt:
| 2022 | 2021 | |
| TEUR | TEUR | |
| Europäisches Ausland | 391.775 | 332.689 |
| Inland | 272.032 | 226.533 |
| Asien | 332.629 | 273.532 |
| Amerika | 178.879 | 127.604 |
| 1.175.315 | 960.358 |
Der Umsatz stellt sich gegliedert nach Produktgruppen wie folgt dar:
| 2022 | 2021 | |
| TEUR | TEUR | |
| Cabinet Products | 599.222 | 519.010 |
| Device and Field Connectivity | 296.197 | 250.203 |
| Automation Products and Solutions | 268.377 | 180.700 |
| Sonstige | 11.519 | 10.445 |
| 1.175.315 | 960.358 |
(10) Herstellungskosten der zur Erzielung der Umsatzerlöse erbrachten Leistungen
Die Bestandteile der Herstellungskosten in der Gewinn- und Verlustrechnung entsprechen im Konzern dem Herstellungskostenbegriff gemäß § 255 Abs. 2 HGB. Nicht mit in die Herstellungskosten einbezogen werden Aufwendungen für Gewährleistungen und Garantien sowie Aufwendungen für Forschung und Entwicklungen.
(11) Sonstige betriebliche Erträge
Unter den sonstigen betrieblichen Erträgen werden Wechselkursgewinne in Höhe von TEUR 13.979 (Vorjahr: TEUR 8.130) und Erträge aus der Auflösung von sonstigen Rückstellungen in Höhe von TEUR 1.961 (Vorjahr: TEUR 1.109) ausgewiesen.
(12) Sonstige betriebliche Aufwendungen
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthalten mit TEUR 62.181 (Vorjahr: TEUR 56.312) Aufwendungen für Forschung und Entwicklung sowie Wechselkursverluste in Höhe von TEUR 17.320 (Vorjahr: TEUR 6.623).
(13) Periodenfremde Aufwendungen und Erträge
Unter den sonstigen betrieblichen Erträgen werden periodenfremde Erträge von TEUR 1.962 (Vorjahr: TEUR 1.070), die im Wesentlichen auf Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen entfallen (TEUR 1.961), ausgewiesen.
(14) Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge
Die Zinsen und ähnliche Erträge enthalten Zinserträge aus der Diskontierung von Rückstellungen in Höhe von TEUR 1.116 (Vorjahr TEUR 50). Desweiteren enthalten sie Zinserträge von nicht in den Konzernabschluss einbezogenen verbunden Unternehmen in Höhe von TEUR 2 (Vorjahr: TEUR 30) sowie Währungsgewinne aus der Bewertung von Intercompany-Darlehen in Höhe von TEUR 113 (Vorjahr: TEUR 161).
(15) Zu- und Abschreibungen auf Finanzanlagen
Die Zu- und Abschreibungen auf Finanzanlagen enthalten die vollständige Wertberichtung auf den Beteiligungsbuchwert der Weidmüller Russland und das an die Gesellschaft gewährte Darlehen im Geschäftsjahr 2022 in Höhe von TEUR 1.793. Weiterhin wird unter dieser Position eine Wertberichtigung in Höhe von TEUR 1.166 der Beteiligung an der Jinyu Control Automation Technology Co. Ltd. gezeigt sowie eine Wertberichtigung in Höhe von TEUR 926 auf Wertpapiere des Anlagevermögens aufgrund des zum Stichtag gesunkenen Börsenkurs .
(16) Zinsen und ähnliche Aufwendungen
Die Zinsen und ähnlichen Aufwendungen enthalten Zinsaufwendungen aus der Diskontierung von Rückstellungen in Höhe von TEUR 2.481 (Vorjahr: TEUR 6.417) sowie mit TEUR 38 (Vorjahr: TEUR 30) den Zinsaufwand von nicht in den Konzernabschluss einbezogenen verbundenen Unternehmen. Aus der Bewertung von Intercompany-Darlehen werden Währungsverluste in Höhe von TEUR 165 (Vorjahr: TEUR 112) ausgewiesen. Der Unterschiedsbetrag gemäß § 253 Abs. 6 HGB zwischen dem Ansatz der Rückstellungen nach Maßgabe des siebenjährigen und des zehnjährigen Durchschnittszinssatzes beträgt TEUR 2.484.
(17) Erträge aus Beteiligungen
Die Erträge aus Beteiligungen enthalten den anteiligen Gewinn aus den Beteiligungen an assoziierten Unternehmen in Höhe von TEUR 284 (Vorjahr: TEUR 4.639). Im Vorjahr wurde unter dieser Position der Gewinn aus dem Verkauf der wallbe GmbH TEUR 4.239 ausgewiesen.
(18) Aufwendungen aus Beteiligungen
Unter den Aufwendungen aus Beteiligungen werden die anteiligen Verluste aus den Beteiligungen an assoziierten Unternehmen in Höhe von TEUR 45 (Vorjahr: TEUR 238) ausgewiesen.
(19) Steuern vom Einkommen und vom Ertrag
Im Steueraufwand sind als Saldo aus der Auflösung und Zuführung von aktiven und passiven latenten Steuern Erträge in Höhe von TEUR 1.195 (Vorjahr: TEUR 4.555) enthalten.
(20) Konzernergebnis
Das Konzernergebnis vor Verteilung auf die Gesellschafterkonten beträgt TEUR 46.708. TEUR 33.343 wurden den Gesellschaftern auf ihren Gesellschafterkonten gutgeschrieben. Verlustanteile in Höhe von TEUR 249 entfallen auf nicht beherrschende Gesellschafter.
G. Erläuterungen zur Kapitalflussrechnung
(21) Finanzmittelfonds/Sonstige Angaben
Der Finanzmittelfonds setzt sich wie folgt zusammen:
| 2022 | 2021 | |
| TEUR | TEUR | |
| Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks | 69.998 | 60.565 |
| Jederzeit fällige Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | -82.648 | -3.471 |
| -12.650 | 57.094 |
Der Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit ist mit Ertragsteuern in Höhe von TEUR 12.758 (Vorjahr: TEUR 6.104) belastet. Zum Bilanzstichtag bestanden keine Restriktionen hinsichtlich der Verfügbarkeit der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente (z.B. durch Verpfändungen).
H. Sonstige Angaben
(22) Personalaufwand
Der Personalaufwand des abgelaufenen Geschäftsjahres beträgt TEUR 369.244 (Vorjahr: TEUR 336.423) und gliedert sich in:
| 2022 | 2021 | |
| TEUR | TEUR | |
| Löhne und Gehälter | 297.591 | 273.226 |
| Soziale Abgaben und Aufwendungen für Unterstützung | 63.646 | 57.206 |
| Aufwendungen für Altersversorgung | 8.007 | 5.991 |
| 369.244 | 336.423 |
Die durchschnittliche Anzahl der Mitarbeiter betrug im Berichtsjahr 5.732 (Vorjahr: 5.226).
Die Mitarbeiter waren in folgenden Funktionsbereichen tätig:
| 2022 | 2021 | |
| Produktion | 3.358 | 3.041 |
| Vertrieb | 1.802 | 1.654 |
| Allgemeine Verwaltung | 572 | 531 |
| 5.732 | 5.226 |
(23) Anteilsbesitz zum 31. Dezember 2022
Die Weidmüller ooo mit Sitz in Moskau/Russland ist zum 31.12.2022 entkonsoldiert worden, da sie gemäß § 296 Abs. 2 HGB nunmehr für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns insgesamt von untergeordneter Bedeutung ist. Die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung ist unter dem Posten Zu- und Abschreibungen auf Finanzanlagen durch die vollständige Wertberichtung auf den Beteiligungsbuchwert und das an die Gesellschaft gewährte Darlehen im Geschäftsjahr 2022 mit TEUR 1.793 belastet.
Vollkonsolidierung
Die folgenden Tochterunternehmen wurden in den Konzernabschluss einbezogen:
| Gesellschaft | Sitz | Kapitalanteil |
| % | ||
| Weidmüller GmbH & Co. KG | Detmold/Deutschland | 100,0 1) |
| Weidmüller Investment GmbH | Detmold/Deutschland | 100,0 3) |
| mit den Tochterunternehmen | ||
| Weidmüller Investment USA Inc. | Richmond/USA | 100,0 |
| mit dem Tochterunternehmen | ||
| Weidmüller Inc. | Richmond/USA | 100,0 |
| Weidmüller Conexel do Brasil Ltda. | Sao Paulo/Brasilien | 100,0 4) |
| W Interconnections S.A. DE C.V. | Puebla/Mexiko | 100,0 |
| Weidmüller Ltd. | Toronto/Kanada | 100,0 |
| Thüringische Weidmüller GmbH | Wutha-Farnroda/Deutschland | 100,0 2) |
| Weidmüller Interface GmbH & Co. KG | Detmold/Deutschland | 100,0 1) |
| mit den Tochterunternehmen | ||
| Weidmüller Interface Romania SRL | Tautii-Magheraus/Rumänien | 100,0 |
| Weidmüller Interface (Suzhou) Co., Ltd. | Suzhou/China | 100,0 |
| Weidmüller (Malaysia) Sdn. Bhd. | Johur Bahru/Malaysia | 100,0 |
| Weidmüller Lugoj S.R.L | Lugoj/Rumänien | 100,0 5) |
| Weidmüller Monitoring Systems GmbH | Dresden/Deutschland | 100,0 2) |
| Weidmüller Benelux B.V. | Hilversum/Niederlande | 100,0 |
| Weidmüller S.A. | Barcelona/Spanien | 100,0 |
| mit dem Tochterunternehmen | ||
| Weidmüller Sistemas de Interface S.A. | Lissabon/Portugal | 100,0 |
| Weidmüller Lanskroun s.r.o. | Lanskroun/Tschechische Republik | 100,0 |
| Weidmüller Elektronik Ticaret Ltd. Sirketi | Istanbul/Türkei | 100,0 |
| Nihon Weidmüller Co. Ltd. | Tokio/Japan | 100,0 |
| Weidmüller Schweiz AG | Neuhausen am Rheinfall/Schweiz | 100,0 |
| Weidmüller AB | Malmö/Schweden | 100,0 |
| Weidmüller Interface International Trading (Shanghai) Co., Ltd. | Shanghai/China | 100,0 |
| Weidmüller S.r.L. | Mailand/ltalien | 100,0 |
| Weidmüller E.U.R.L. | Cergy-Pontoise Cedex/Frankreich | 100,0 |
| Weidmüller Sp.zo.o. | Warschau/Polen | 100,0 |
| Weidmüller s.r.o. | Prag/Tschechische Republik | 100,0 |
| Weidmüller Kereskedelmi Kft. | Budapest/Ungarn | 100,0 |
| Weidmüller Middle East FZE | Dubai/Vereinigte Arabische Emirate | 100,0 |
| Weidmüller GmbH | Wien/Österreich | 100,0 |
| Weidmüller Pty. Ltd. | Huntingwood/Australien | 100,0 |
| Weidmüller Pte. Ltd. | Singapur/Singapur | 100,0 |
| mit dem Tochterunternehmen | ||
| Weidmüller (Korea) Co., Ltd. | Pusan/Korea | 100,0 |
| Weidmüller Logistische Dienstleistungen GmbH | Detmold/Deutschland | 100,0 |
| Weidmüller GTI Software GmbH | Marktheidenfeld/Deutschland | 70,0 |
| Weidmüller Verwaltungs GmbH | Detmold/Deutschland | 100,0 |
| mit dem Tochterunternehmen | ||
| Weidmüller Ltd. | Leicester/Großbritannien | 100,0 |
| Weidmüller Hongkong Ltd. | Hongkong/China | 100,0 |
| Weidmüller Electronics India Private Ltd. | Mumbai/Indien | 100,0 |
| Weidmüller S.R.L. | Brasov/Rumänien | 100,0 |
1) Neben der Muttergesellschaft, der
Weidmüller Holding AG & Co. KG, sind die
Personenhandelsgesellschaften in der Rechtsform der GmbH
& Co. KG ggf. gemäß § 264 b HGB von
ihrer Verpflichtung befreit, einen Jahresabschluss und
einen Lagebericht nach den für Kapitalgesellschaften
geltenden Vorschriften aufzustellen, prüfen zu lassen
und offen zu legen.
2) Die Kapitalgesellschaft in der Rechtsform der
GmbH ist ggf. gemäß § 264 Abs. 3 HGB von
ihrer Verpflichtung befreit, einen Jahresabschluss und
einen Lagebericht nach den für Kapitalgesellschaften
geltenden Vorschriften aufzustellen, prüfen zu lassen
und offen zu legen.
3) 1 % der Kapitalanteile werden von der
Weidmüller GmbH & Co. KG, Detmold, gehalten.
4) Die Weidmüller Interface GmbH & Co.
KG hält einen Anteil im Wert von BRL 1,00.
5) 0,6 % der Kapitalanteile werden von der
Thüringische Weidmüller GmbH, Wutha-Farnroda,
gehalten.
Nicht in den Konzernabschluss einbezogene Tochterunternehmen
Die nachfolgend aufgeführten unmittelbaren und mittelbaren Tochtergesellschaften wurden gemäß § 296 Abs. 2 HGB nicht konsolidiert, da sie für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns insgesamt von untergeordneter Bedeutung sind.
| Gesellschaft | Sitz | Kapitalanteil |
| % | ||
| Klippon Products Pty. Ltd. | Huntingwood/Australien | 100,0 |
| Mann Industries Pty. Ltd. | Huntingwood/Australien | 100,0 |
| Mann Industries International Pty. Ltd. | Huntingwood/Australien | 100,0 |
| Weidmüller Führungs GmbH | Detmold/Deutschland | 100,0 |
| Weidmüller Interface Führungs GmbH | Detmold/Deutschland | 100,0 |
| Weidmüller Service GmbH | Detmold/Deutschland | 100,0 |
| Weidmüller Mobility Concepts Führungs GmbH | Detmold/Deutschland | 100,0 |
| Weidmüller Beteiligungsgesellschaft mbH | München/Deutschland | 100,0 |
| Weidmüller H Ltd. | Leicester/Großbritannien | 100,0 |
| Cableman Ltd. | Leicester/Großbritannien | 100,0 |
| Klippon Engineering UK Ltd. | Leicester/Großbritannien | 100,0 |
| Weidmüller Pension Trustees Ltd. | Tunbrige Wells/Großbritannien | 100,0 |
| Connect Plus Technology Sdn. Bhd. | Kuala Lumpur/Malaysia | 100,0 |
| Weidmüller SpA | Santiago/Chile | 100,0 |
| Weidmüller S.A.S. | Bogota/Kolumbien | 100,0 |
| Weidmüller ooo | Moskau/Russland | 100,0 |
| At Equity einbezogene Beteiligungen Gesellschaft | Sitz | Kapitalanteil |
| % | ||
| Weidmüller & IZ Surge Protection Products Ltd. | Ljubljana/Slowenien | 50,0 |
| Cuthbert Stewart Ltd. | Wellington/Neuseeland | 25,0 |
| AW Connectivity Platform GmbH | Nürtingen/Deutschland | 50,0 |
| Weidmueller Saudi Arabia Factory LLC | Dammam/Saudi Arabien | 51,0 |
Die übrigen Angaben sind unterblieben, da sie für die Vermittlung eines den tatsächlichen Verhältnissen entsprechenden Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Weidmüller-Konzerns von untergeordneter Bedeutung sind.
(24) Abschlussprüferhonorare
Das von dem Abschlussprüfer des Konzernabschlusses für das Geschäftsjahr berechnete Gesamthonorar beträgt TEUR 72 (Vorjahr: TEUR 63) und betrifft ausschließlich die Konzernabschlussprüfung. Im Geschäftsjahr wurden darüber hinaus TEUR 4 (Vorjahr: TEUR 2) an sonstigen Beratungsleistungen berechnet.
(25) Geschäfte mit nahe stehenden Unternehmen und Personen
Geschäftsbeziehungen zu nahe stehenden Unternehmen und Personen werden zu fremdüblichen Bedingungen abgewickelt.
(26) Haftungsverhältnisse
Zum Abschlussstichtag bestanden gegenüber Konzernfremden folgende Haftungsverhältnisse:
| 2022 | 2021 | |
| TEUR | TEUR | |
| Sonstige Bürgschaften | 377 | 276 |
| 377 | 276 |
Die Inanspruchnahmewahrscheinlichkeit der im Anhang ausgewiesenen Verbindlichkeiten aus Haftungsverhältnissen schätzen wir aufgrund der gegenwärtigen Bonität und des bisherigen Zahlungsverhaltens der Begünstigten als gering ein. Erkennbare Anhaltspunkte, die eine andere Beurteilung erforderlich machen würden, liegen uns nicht vor.
(27) Nicht in der Konzern-Bilanz enthaltene Geschäfte und sonstige finanzielle Verpflichtungen
Am Bilanzstichtag beträgt die Summe der künftigen Zahlungsverpflichtungen aus Leasing, langfristigen Lizenz-, Miet- und Serviceverträgen TEUR 68.641 (Vorjahr: TEUR 67.216).
Weitere, nicht in der Bilanz enthaltene Geschäfte, die für die Beurteilung der Finanzlage wesentlich sind, bestanden nicht.
(28) Finanzinstrumente
Derivate Finanzinstrumente werden im Weidmüller-Konzern eingesetzt, um durch Wechselkurs- und Zinsschwankungen bedingte Währungs- und Zinsänderungsrisiken und Finanzierungskosten zu minimieren.
Als weltweit tätiger Konzern schließen die Unternehmen des Weidmüller-Konzerns, insbesondere ihre Vertriebsgesellschaften, Geschäfte in verschiedenen Währungen ab, aus denen sich Wechselkursrisiken ergeben. Die Währungsabsicherung der Gruppenunternehmen erfolgt zentral. Sofern sich nicht auf Konzernebene auf Grund von gegenläufigen Zahlungsströmen natürlich geschlossene Positionen ergeben ("Netting" oder "Natural Hedging"), kommen die verbleibenden Positionen für eine Devisenabsicherung in Betracht.
Die Finanzierung des Konzerns erfolgt nahezu ausschließlich zentral. Bei der Absicherung konzerninterner Finanzbeziehungen kommen Devisentermingeschäfte sowie Zins- und Währungsswaps zum Einsatz.
Die Vertragspartner der Unternehmen bei derivaten Finanzinstrumenten sind Kreditinstitute, deren Bonität einer ständigen Überwachung unterliegt.
Die im Bestand befindlichen derivativen Finanzinstrumente dienen ausschließlich Sicherungszwecken. Zur Absicherung von Wechselkursrisiken bestehen zum 31.12.2022 Devisentermingeschäfte sowie Zins- und Währungsswaps mit den folgenden Marktwerten und Nominalvolumen:
| Nominalvolumen | Marktwerte | |||
| Summe | Summe | Summe | Summe | |
| 31.12.22 | 31.12.21 | 31.12.22 | 31.12.21 | |
| TEUR | TEUR | TEUR | TEUR | |
| Zins- und Währungsswaps | 80.992 | 81.441 | -5.408 | -3.075 |
| Devisentermingeschäfte | 45.851 | 49.729 | 1.224 | -457 |
Die Nominalwerte sind die Summe aller den Geschäften zugrunde liegenden Kauf- oder Verkaufsbeträge. Die Marktwerte berücksichtigen keine gegenläufige Wertentwicklung aus Grundgeschäften. Der Marktwert der derivativen Finanzinstrumente wird unter Anwendung anerkannter mathematischer Verfahren auf der Grundlage der zum Berechnungszeitpunkt vorliegenden Marktdaten ermittelt. Die Marktwerte werden von unabhängigen Finanzdienstleistungsunternehmen zur Verfügung gestellt.
Derivative Finanzinstrumente werden, sofern die Voraussetzungen erfüllt sind, mit den abgesicherten Grundgeschäften zu Bewertungseinheiten zusammengefasst. Die Wirksamkeit der Bewertungseinheit wird sowohl prospektiv als auch retrospektiv auf Basis von Sensivitätsanalysen zur Effektivitätsmessung nachgewiesen. Bei der Bildung von Bewertungseinheiten werden die Wertveränderungen aus dem Grund- und Sicherungsgeschäft gegenüber gestellt. Die unrealisierten Gewinne und Verluste aus dem effektiven Teil der Marktveränderungen gleichen sich vollständig aus. Die gesamte Laufzeit der Bewertungseinheiten beträgt maximal ein Jahr.
Zum Bilanzstichtag wurden keine Rückstellungen für derivate Finanzinstrumente gebildet, da die bestehenden Zins- und Währungsswaps sowie Devisentermingeschäfte zum 31.12.2022 keinen unrealisierten Verlust aufzeigten bzw. Bewertungseinheiten zwischen Grundgeschäften und Devisentermingeschäften bestanden.
(29) Bezüge der Organmitglieder
Der Aufsichtsrat hat für das Geschäftsjahr 2022 eine Vergütung in Höhe von TEUR 178 (Vorjahr: TEUR 165) erhalten.
Die Geschäftsführungsvergütung der persönlich haftenden Gesellschafterin beträgt TEUR 2.270 (Vorjahr: TEUR 2.971) und entspricht der Vergütung der Vorstände der Weidmüller Aktiengesellschaft.
In analoger Anwendung von § 286 Abs. 4 HGB wird auf die nach § 314 Nr. 6b HGB verlangten Angaben zu den Gesamtbezügen von früheren Mitgliedern der Geschäftsführung und deren Hinterbliebenen sowie der für diese Personengruppe gebildeten Pensionsrückstellungen verzichtet, da aus diesen Angaben auf die Bezüge einer natürlichen Person geschlossen werden könnte.
(30) Geschäftsführung und Aufsichtsrat
Aufsichtsrat
| ― |
Christian Gläsel (Vorsitzender), Kaufmann, Tübingen, Geschäftsführer Peter Gläsel Beteiligungs GmbH |
| ― |
Johannes-Jürgen Albus (stellvertretender Vorsitzender), Geschäftsführer Albus Beteiligungsgesellschaft mbH, Köln |
| ― |
Thomas Borst, Jurist, Niederstetten |
Geschäftsführende Komplementärin
Die Geschäftsführung der Gesellschaft obliegt der persönlich haftenden Gesellschafterin WEIDMÜLLER Aktiengesellschaft, Detmold, vertreten durch ihre Vorstandsmitglieder:
| ― |
Volker Bibelhausen (Vorstandssprecher), Dipl. Ing. Elektrotechnik, Detmold |
| ― |
Dr. Timo Berger, Wirtschaftsingenieur, Oerlinghausen |
| ― |
André Sombecki, Betriebswirt, Bielefeld |
Das gezeichnete Kapital der Weidmüller Aktiengesellschaft beträgt TEUR 52.
(31) Nachtragsbericht
Nach dem Bilanzstichtag wurde für einen ersten Teil der Kosten infolge der auf Weidmüller im Juli des Berichtsjahres verübten Cyber-Attacke von der Versicherung eine Deckungszusage "dem Grunde nach" erteilt. Die Forderung wird unter den sonstigen Forderungen ausgewiesen und um noch nicht von der Versicherung geprüfte Rechnungen wertberichtigt. Die Ergebnisse der Prüfung eines weiteren zweistelligen Millionen-Betrags wird zeitnah erwartet.
Weitere Vorgänge von besonderer Bedeutung sind nach Schluss des Geschäftsjahres nicht eingetreten.
Detmold, den 15. März 2023
WEIDMÜLLER Aktiengesellschaft, Detmold
Volker Bibelhausen, Vorstand
Dr. Timo Berger, Vorstand
André Sombecki, Vorstand
Entwicklung des Konzernanlagevermögens für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2022
| Anschaffungskosten | |||
| 01.01.2022 | Zugänge |
Umbu-
chungen |
|
| TEUR | TEUR | TEUR | |
| I. Immaterielle Vermögensgegenstände | |||
| 1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten | 66.789 | 6.235 | 1.249 |
| 2. Geschäfts- oder Firmenwert | 87.615 | -9 | 0 |
| 3. Geleistete Anzahlungen | 2.869 | 4.129 | -1.219 |
| 157.273 | 10.355 | 30 | |
| II. Sachanlagen | |||
| 1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken | 151.178 | 1.652 | 0 |
| 2. Technische Anlagen und Maschinen | 434.355 | 20.687 | 9.037 |
| 3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsaustattung | 141.279 | 13.627 | 1.294 |
| 4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau | 27.629 | 36.392 | -10.361 |
| 754.441 | 72.358 | -30 | |
| III. Finanzanlagen | |||
| 1. Anteile an verbundenen Unternehmen | 3.172 | -595 | 0 |
| 2. Beteiligungen | 5.337 | 0 | 0 |
| 3. Anteile an assoziierten Unternehmen | 2.309 | 653 | 0 |
| 4. Wertpapiere des Anlagevermögens | 1.406 | 0 | 0 |
| 5. Sonstige Ausleihungen | 259 | 2.388 | 0 |
| 12.483 | 2.446 | 0 | |
| 924.197 | 85.159 | 0 | |
| Anschaffungskosten | |||
|
Sonstige
Veränderungen |
Abgänge | 31.12.2022 | |
| TEUR | TEUR | TEUR | |
| I. Immaterielle Vermögensgegenstände | |||
| 1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten | 81 | 236 | 74.118 |
| 2. Geschäfts- oder Firmenwert | 393 | 308 | 87.691 |
| 3. Geleistete Anzahlungen | 0 | 0 | 5.779 |
| 474 | 544 | 167.588 | |
| II. Sachanlagen | |||
| 1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken | -62 | 672 | 152.096 |
| 2. Technische Anlagen und Maschinen | -636 | 8.162 | 455.281 |
| 3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsaustattung | 188 | 4.389 | 151.999 |
| 4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau | -74 | -40 | 53.626 |
| -584 | 13.183 | 813.002 | |
| III. Finanzanlagen | |||
| 1. Anteile an verbundenen Unternehmen | 0 | 0 | 2.577 |
| 2. Beteiligungen | -49 | 0 | 5.288 |
| 3. Anteile an assoziierten Unternehmen | -4 | 400 | 2.558 |
| 4. Wertpapiere des Anlagevermögens | 0 | 0 | 1.406 |
| 5. Sonstige Ausleihungen | 4 | 159 | 2.492 |
| -49 | 559 | 14.321 | |
| -159 | 14.286 | 994.911 | |
| Abschreibungen | |||
| 01.01.2022 | Zugänge |
Umbu-
chungen |
|
| TEUR | TEUR | TEUR | |
| I. Immaterielle Vermögensgegenstände | |||
| 1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten | 50.053 | 6.948 | -4 |
| 2. Geschäfts- oder Firmenwert | 40.150 | 8.267 | 0 |
| 3. Geleistete Anzahlungen | 0 | 0 | 0 |
| 90.203 | 15.215 | -4 | |
| II. Sachanlagen | |||
| 1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken | 71.503 | 3.831 | 0 |
| 2. Technische Anlagen und Maschinen | 318.459 | 24.116 | 0 |
| 3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsaustattung | 112.861 | 10.139 | 0 |
| 4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau | 0 | 0 | 4. |
| 502.823 | 38.086 | 4 | |
| III. Finanzanlagen | |||
| 1. Anteile an verbundenen Unternehmen | 1.128 | -365 | 0 |
| 2. Beteiligungen | 0 | 1.166 | 0 |
| 3. Anteile an assoziierten Unternehmen | 144 | 45 | 0 |
| 4. Wertpapiere des Anlagevermögens | 432 | 926 | 0 |
| 5. Sonstige Ausleihungen | 160 | 2.388 | 0 |
| 1.864 | 4.160 | 0 | |
| 594.890 | 57.461 | 0 | |
| Abschreibungen | ||||
|
Zuschrei-
bungen |
Sonstige
Veränderungen |
Abgänge | 31.12.2022 | |
| TEUR | TEUR | TEUR | TEUR | |
| I. Immaterielle Vermögensgegenstände | ||||
| 1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten | 0 | 81 | 236 | 56.842 |
| 2. Geschäfts- oder Firmenwert | 0 | 392 | 307 | 48.502 |
| 3. Geleistete Anzahlungen | 0 | -1 | 0 | -1 |
| 0 | 472 | 543 | 105.343 | |
| II. Sachanlagen | ||||
| 1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken | 0 | -83 | 665 | 74.586 |
| 2. Technische Anlagen und Maschinen | 0 | -547 | 8.162 | 333.866 |
| 3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsaustattung | 0 | 150 | 4.333 | 118.817 |
| 4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau | 0 | 0 | 0 | 4 |
| 0 | -480 | 13.160 | 527.273 | |
| III. Finanzanlagen | ||||
| 1. Anteile an verbundenen Unternehmen | 0 | 0 | 0 | 763 |
| 2. Beteiligungen | 0 | -8 | 0 | 1.158 |
| 3. Anteile an assoziierten Unternehmen | -284 | 0 | -134 | 39 |
| 4. Wertpapiere des Anlagevermögens | 0 | 0 | 0 | 1.358 |
| 5. Sonstige Ausleihungen | 0 | 12 | 172 | 2.388 |
| -284 | 4 | 38 | 5.706 | |
| -284 | -4 | 13.741 | 638.322 | |
| Restbuchwerte | ||
| 31.12.2022 | 31.12.2021 | |
| TEUR | TEUR | |
| I. Immaterielle Vermögensgegenstände | ||
| 1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten | 17.276 | 16.736 |
| 2. Geschäfts- oder Firmenwert | 39.189 | 47.465 |
| 3. Geleistete Anzahlungen | 5.780 | 2.869 |
| 62.245 | 67.070 | |
| II. Sachanlagen | ||
| 1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken | 77.510 | 79.675 |
| 2. Technische Anlagen und Maschinen | 121.415 | 115.896 |
| 3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsaustattung | 33.182 | 28.418 |
| 4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau | 53.622 | 27.629 |
| 285.729 | 251.618 | |
| III. Finanzanlagen | ||
| 1. Anteile an verbundenen Unternehmen | 1.814 | 2.044 |
| 2. Beteiligungen | 4.130 | 5.337 |
| 3. Anteile an assoziierten Unternehmen | 2.519 | 2.165 |
| 4. Wertpapiere des Anlagevermögens | 48 | 974 |
| 5. Sonstige Ausleihungen | 104 | 99 |
| 8.615 | 10.619 | |
| 356.589 | 329.307 | |
Kapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2022
| 2022 | 2021 | ||
| Anhang | TEUR | TEUR | |
| Konzern-Jahresüberschuss | [20] | 46.708 | 35.440 |
| + Abschreibungen auf Gegenstände des Anlagevermögens | 55.623 | 51.440 | |
| -/+ Abnahme/Zunahme der Rückstellungen | 5.063 | 32.004 | |
| +/- Zahlungsunwirksame Veränderung der latenten Steuern | -1.195 | -4.859 | |
| +/- Sonstige zahlungsunwirksame Aufwendungen/Erträge | -4.617 | -2.681 | |
| +/- Verluste/Gewinne aus Anlagenabgängen | -221 | 778 | |
| +/- Verluste/Gewinne aus Abgängen von Finanzanlagen | 2.388 | -4.240 | |
| +/- Zinsaufwendungen/Zinserträge | 4.584 | 8.622 | |
| -/+ Beteiligungserträge/-aufwendungen | 0 | 0 | |
| -/+ Zunahme/Abnahme der Vorräte, der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Aktiva, die nicht der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind | -142.253 | -82.011 | |
| +/- Zunahme/Abnahme der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Passiva, die nicht der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind | 35.265 | 30.667 | |
| = Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit | 1.345 | 65.160 | |
| + Einzahlungen aus Abgängen von Gegenständen des immateriellen Anlagevermögens und des Sachanlagevermögens | 673 | 619 | |
| - Auszahlungen für Investitionen in das immaterielle Anlagevermögen und das Sachanlagevermögen | -82.713 | -52.262 | |
| - Auszahlungen für Investitionen in das Finanzanlagevermögen | -654 | -1.657 | |
| + Einzahlungen aus Abgängen von Gegenständen des Finanzanlagevermögens | 0 | 7.641 | |
| + Erhaltene Zinsen | 899 | 1.446 | |
| + Erhaltene Dividenden | 0 | 0 | |
| = Cashflow aus Investitionstätigkeit | -81.795 | -44.213 | |
| + Einzahlungen aus der Aufnahme von (Finanz-) Krediten | 36.623 | 171 | |
| - Auszahlungen aus der Tilgung von (Finanz-) Krediten und aus Netto-Entnahmen/Einlagen der Gesellschafter | -19.187 | -24.514 | |
| + Einzahlungen aus erhaltenen Zuschüssen/Zuwendungen | 1.510 | 1.550 | |
| - Gezahlte Zinsen | -4.119 | -3.731 | |
| = Cashflow aus Finanzierungstätigkeit | 14.827 | -26.524 | |
| Zahlungswirksame Veränderung des Finanzmittelfonds | -65.623 | -5.577 | |
| +/- Wechselkurs- und konsoldierungskreisbedingte Änderungen des Finanzmittelfonds | -4.120 | 9.001 | |
| + Finanzmittelfonds am Anfang der Periode | [21] | 57.093 | 53.669 |
| = Finanzmittelfonds am Ende der Periode | [21] | -12.650 | 57.093 |
Eigenkapitalspiegel für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2022
| Eigenkapital des Mutterunternehmens | |||||
| Kommanditeinlagen | Gesamthänderisch gebundene Rücklagen | Erwirtschaftetes Kapital | Eigenkapitaldifferenz aus Währungsumrechnung | Summe | |
| TEUR | TEUR | TEUR | TEUR | TEUR | |
| Stand am 31.12.2020 | 44.000 | 203.500 | 85.580 | -11.042 | 322.038 |
| Zuführung Rücklagen | 0 | 28.500 | 0 | 0 | 28.500 |
| Änderung des Konsolidierungskreises | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Ausschüttung an Minderheiten | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Änderung der Währungsdifferenzen | 0 | 0 | 0 | 8.943 | 8.943 |
| Konzern-Jahresüberschuss 2021 | 0 | 0 | 35.577 | 0 | 35.577 |
| Gutschrift auf Gesellschafterkonten | 0 | 0 | -34.157 | 0 | -34.157 |
| Stand am 31.12.2021 | 44.000 | 232.000 | 87.000 | -2.099 | 360.901 |
| Zuführung Rücklagen | 0 | 30.000 | 0 | 0 | 30.000 |
| Änderung des Konsolidierungskreises | 0 | 0 | 2.763 | 0 | 2.763 |
| Ausschüttung an Minderheiten | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Änderung der Währungsdifferenzen | 0 | 0 | 0 | -4.353 | -4.353 |
| Konzern-Jahresüberschuss 2022 | 0 | 0 | 46.957 | 0 | 46.957 |
| Gutschrift auf Gesellschafterkonten | 0 | 0 | -33.343 | 0 | -33.343 |
| Stand am 31.12.2022 | 44.000 | 262.000 | 103.377 | -6.452 | 402.925 |
| Nicht beherrschende Anteile | ||||
| Nicht beherrschende Anteile vor Jahresergebnis | Auf nicht beherrschende Anteile entfallende Gewinne | Summe | Konzerneigenkapital | |
| TEUR | TEUR | TEUR | TEUR | |
| Stand am 31.12.2020 | 156 | -182 | -26 | 322.012 |
| Zuführung Rücklagen | 0 | 0 | 0 | 28.500 |
| Änderung des Konsolidierungskreises | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Ausschüttung an Minderheiten | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Änderung der Währungsdifferenzen | 0 | 0 | 0 | 8.943 |
| Konzern-Jahresüberschuss 2021 | 0 | -137 | -137 | 35.440 |
| Gutschrift auf Gesellschafterkonten | 0 | 0 | 0 | -34.157 |
| Stand am 31.12.2021 | 156 | -319 | -163 | 360.738 |
| Zuführung Rücklagen | 0 | 0 | 0 | 30.000 |
| Änderung des Konsolidierungskreises | 0 | 0 | 0 | 2.763 |
| Ausschüttung an Minderheiten | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Änderung der Währungsdifferenzen | 0 | 0 | 0 | -4.353 |
| Konzern-Jahresüberschuss 2022 | 0 | -249 | -249 | 46.708 |
| Gutschrift auf Gesellschafterkonten | 0 | 0 | 0 | -33.343 |
| Stand am 31.12.2022 | 156 | -568 | -412 | 402.513 |
Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2022
Die Unternehmensgruppe Weidmüller verfügt über Produktionsstätten, Vertriebsgesellschaften und Vertretungen in mehr als 80 Ländern. Gemeinsam mit seinen Kunden gestaltet Weidmüller den digitalen Wandel - mit Produkten, Lösungen und Dienstleistungen für die Smart Industrial Connectivity und das Industrial Internet of Things. Im Geschäftsjahr 2022 wurde ein Umsatz von 1.175 Mrd. Euro erzielt; der Konzern beschäftigt am Bilanzstichtag weltweit 5.833 Mitarbeiter.
Wirtschaftsbericht
Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen
Die Prognosen der Experten für das BIP 2022 in Deutschland reichten von +3,5% bis +4,9% Wachstum.
Die wirtschaftliche Entwicklung im Jahr 2022 wurde beeinflusst durch die Folgen des Kriegs in der Ukraine, starke Energiepreiserhöhungen, Material- und Lieferengpässe, steigende Preise, Fachkräftemangel und die noch andauernde, aber abflachende Corona-Pandemie. Trotz dieser Beeinträchtigungen schloss das Jahr 2022 mit einem BIP von +1,9 % ab.
Asien verfehlte mit einem BIP von +4,3% die Erwartungen von +5,9% u.a. durch den Lockdown in Shanghai. Für den Euroraum betrug die Entwicklung des BIP +3,5% und für die USA +2,0%, womit beide Regionen unter den Erwartungen lagen. Das weltweite Wachstum lag mit +3,4% ebenfalls unter den Prognosen von +4,4%.
Der private Konsum stieg um +4,6% und bildete damit die wichtigste Wachstumsstütze der deutschen Wirtschaft. Hierzu trugen Nachholeffekte im Rahmen der Aufhebung fast aller Corona-Schutzmaßnahmen im Frühjahr 2022 bei. Im Vergleich erhöhte sich der staatliche Konsum nur moderat um +1,1%.
Im Vergleich zum Vorjahr sanken die Investitionen in Bauten im Jahr 2022 um -1,6%. Gründe hierfür waren u. a. fehlende Baumaterialien und der Fachkräftemangel, aber auch Auftragsstornierungen im gewerblichen und privaten Bereich. Die Investitionen in Ausrüstungen stiegen dagegen um +2,5%, verglichen mit dem Vorjahr. Die Exporte nahmen um +3,2% zu, während die Importe eine erhebliche Steigerung von +6,7% verzeichneten.
Viele der für Weidmüller relevanten Branchen konnten sich 2022 wie schon im Vorjahr weiter erholen und - trotz der weiter spürbaren Auswirkungen der Corona-Pandemie, der Lieferengpässe und der Auswirkungen des Krieges in der Ukraine - wachsen.
Stand Dezember 2022 zeigt sich der Verband des deutschen Maschinen- und Anlagenbaus (VDMA) zuversichtlich, das Ziel eines realen Produktionswachstums von 1 Prozent zu erreichen. Nach vorläufigen Berechnungen wird es 2023 aufgrund der Auswirkungen von Weltlage und Inflation zu einem Rückgang der Produktion von 2 Prozent kommen.
Der Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI) bilanziert, dass das Jahr 2022 für die Elektro- und Digitalindustrie insgesamt sehr erfolgreich verlaufen ist. Die Produktion stieg zwischen Januar und November 2022 um 3,7 Prozent. Die nominalen Erlöse stiegen im vergangenen Jahr um knapp 12 Prozent auf 224 Milliarden Euro.
Geschäftsverlauf
Der Vorstand prognostizierte für 2022 ein Umsatzwachstum im zweistelligen Prozentbereich auf über eine Milliarde Euro Umsatz. Erzielt wurde eine über den Erwartungen liegende Umsatzsteigerung von +22% gegenüber dem Vorjahr - einhergehend mit einer erwarteten positiven EBIT-Entwicklung.
Das Jahr 2022 war u. a. von einer extremen Knappheit an Elektronikbauteilen gezeichnet. Um die hohe Nachfrage unserer Kunden abzusichern und der knappen Bauteilverfügbarkeit zu begegnen, wurde ein Teil der Entwicklungsressourcen mit hoher Priorität in Re-Design- und Bauteilsubstitutions-Projekten gebunden. Zugleich wurde die Fertigungskapazität für die Automatisierungsprodukte deutlich gesteigert. Damit konnte Weidmüller die steigenden Marktbedarfe absichern und entscheidende neue Kunden gewinnen.
Durch die erfolgreiche Einführung der PRObas-Familie wurde das Power Management Portfolio um eine weitere Produktvariante, die sich speziell für Basisanforderungen eignet, ergänzt.
Mit der Marktführung des ersten smarten Sensors "u-sense Vibration" bietet Weidmüller Lösungen für die kontinuierliche Überwachung von Motoren, Lüftern und andere rotierenden Anlagenkomponenten an.
Im Umfeld Software wurden alle Produkte erfolgreich weiterentwickelt. Mit innovativen Erweiterungen für ResMa im Bereich Energie- und Ressourcenmanagement und PROCON-WEB konnte das Geschäft mit diversen Kunden sehr gut ausgebaut werden. Das Produkt AutoML wurde für zyklische Produktionsprozesse erweitert.
Unsere Photovoltaiklösungen für Aufdachanlagen haben wir weiter ausgebaut und komplett neue Lösungen in den Markt eingeführt - wie z. B. den Feuerwehrschalter.
Die Cloud-basierte Industrial-Service-Plattform easyConnect wurde konsequent weiterentwickelt. Mit dem Support Center und dem OMNIMATE-4.0-Konfigurator stellt Weidmüller seinen Kunden erstmals plattformbasierte Dienste im Kontext der technischen Planung und Unterstützung zur Verfügung.
In der Division DFC wurde die zweite Generation AC-Ladeboxen "AC Smart" entwickelt. Basierend auf einem Plattformkonzept stehen standardmäßig drei verschiedene Basisvarianten zur Verfügung, die sich hinsichtlich ihrer Funktionalität an "Laden zu Hause", "Laden im Unternehmen" und "PV-Überschussladen" ausrichten. Für die Inbetriebnahme, Steuerung und Monitoring wird eine App angeboten, die über die App Stores bereitgestellt wird.
Mit neuen Batteriesteckverbindern zum Anschluss von Batteriepacks schließt Weidmüller eine Lücke und bietet durchgehende Anschlusslösungen vom PV-Panel auf dem Dach über Anschlusstechnik am PV-Wechselrichter bis zum Batteriespeicher an.
Zusätzlich wurde das SPE-Steckverbinder-Portfolio weiter ausgebaut. Damit liefert Weidmüller jetzt das gesamte Basisportfolio in IP 20 und IP 67, angefangen von der Anschlusstechnik an der Leiterplatte, über Cordsets bis zum IP67-Sensoranschluss im Feld.
Im Bereich des Kerngeschäfts mit Reihenklemmen wurde die Strategie, Kunden mit applikationsoptimierten Lösungen Mehrwert zu bieten, konsequent fortgesetzt. So kamen in 2022 ergänzende Varianten für die Applikationen Messwandler-Verdrahtung und Gebäudeinstallations-Verdrahtung hinzu.
Zusätzlich konnten neue PUSH IN-Reihenklemmen mit seitlicher Leitereinführung vorgestellt werden. Für den preissensitiven chinesischen Markt steht jetzt die Basic Line PUSH IN zur Verfügung.
Als weitere Neuentwicklungen sind noch die neue PZ 6 ROTO ADJ, eine überarbeitete Version unseres populären Crimp-Werkzeugs, zu nennen sowie ein neues Label Processing Center und die neue, nur 40 mm schmale Ausführung der erfolgreichen Überspannungsschutzlösung für Gebäudeinstallationen VPU ZPAS.
Die zahlreichen innovativen Neuprodukte konnten auf den im abgelaufenen Jahr wieder in Präsenz stattfindenden Leit- und Fachmessen - u. a. der Hannover Messe und der SPS in Nürnberg - vorgestellt werden.
Neben den Herausforderungen der andauernden Corona-Pandemie und den Engpässen von Rohstoffen erschwerte insbesondere Russlands Angriffskrieg auf die Ukraine die weltpolitische Lage. Als Folge dieses Ereignisses hat Weidmüller sich aus dem russischen Markt zurückgezogen. Die Produktion in Russland sowie alle weiteren Geschäftsaktivitäten wurden im Berichtsjahr eingestellt. Aufgrund dieser Entwicklung ist die russische Gesellschaft per 31.12.2022 aus dem Konsolidierungskreis ausgeschieden.
Die Weidmüller-Gruppe wurde Mitte Juli 2022 Ziel einer Cyber-Attacke. Es wurden die vorhandenen technischen Möglichkeiten genutzt und vorsorglich alle Systeme heruntergefahren und isoliert. Auf diese Weise konnte eine präzise Analyse durchgeführt und auch die Kunden, Partner sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter geschützt werden. Dank der kurzen Reaktionszeit war es möglich, den entstandenen Schaden gering zu halten. Die wichtigsten internen und externen Kommunikationskanäle sowie die SAP-Systeme waren nicht betroffen.
Der Bau des neuen Logistik-Zentrums in Thüringen schritt im vergangenen Jahr planmäßig weiter voran. Die offizielle Inbetriebnahme und Eröffnung fand im Februar 2023 statt.
Forschung und Entwicklung
Im Jahr 2022 erhöhten sich die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung absolut auf EUR 62,2 Mio. (Vorjahr: EUR 56,3 Mio.). Bezogen auf den Umsatz entspricht das einer F&E-Quote von 5,3% (Vorjahr: 5,9%). Die Anzahl der im Bereich Forschung und Entwicklung beschäftigten Mitarbeiter stieg entsprechend um +38 auf 491.
Mitarbeiterzahl gestiegen
Die Anzahl der Mitarbeiter insgesamt stieg um +513 (+9,6%) auf 5.833 zum Bilanzstichtag. Gleichzeitig erhöhte sich die Zahl der Zeitarbeitnehmer um +32 auf 245.
In Deutschland stieg die Anzahl der Mitarbeiter um +343 auf 2.730. In Europa erhöhte sich die Mitarbeiterzahl um +118 auf 2008. In der Region Asien waren zum Bilanzstichtag 723 Mitarbeiter (Vorjahr: 699 Mitarbeiter) beschäftigt. Die Region Americas verzeichnete ebenfalls einen Anstieg; dort waren am Jahresende 372 Mitarbeiter beschäftigt. Gegenüber dem Vorjahr ist dies ein Plus von 28.
Die Zahl des Nachwuchses (Auszubildende und Duale Studenten) in Deutschland stieg im Jahr 2022 mit 177 an. Die Nachwuchsquote beträgt damit in Deutschland 6,4 %. Weidmüller erweiterte sein Studien- und Ausbildungsangebot und bildet in elf gewerblichen und vier kaufmännischen Berufen aus und bietet neun verschiedene duale Studiengänge an.
Im abgelaufenen Geschäftsjahr lag ein besonderer Schwerpunkt der Personalarbeit auf dem Management des überproportionalen Wachstums. Durchführung des Recruitings und Begleitung organisatorischer Veränderungen bei gleichzeitigem Blick auf die Headcount- und Kostenentwicklung waren die wesentlichen Herausforderungen.
Die Digitalisierung war auch im Jahr 2022 ein wichtiger Baustein der Personalarbeit. Im Berichtsjahr wurde die weltweite Einführung des cloudbasierten Personalmanagement-Systems Employee Central erfolgreich abgeschlossen. Damit sind weltweit alle Mitarbeiter-Stammdaten in einer cloudbasierten Softwarelösung integriert und somit datenschutzkonform. Diese Stammdaten sind die Basis für die Steuerung weltweiter digitaler Prozesse. Unter dem Stichwort People Analytics wird zukünftig die Headcount- und Personalplanung deutlich vereinfacht.
Durch einen umfassenden Talent-Management-Ansatz steuert Weidmüller dem Fachkräftemangel aktiv entgegen. Beginnend mit dem Employer Branding sowie über gezielte Job-Kampagnen kann sich das Unternehmen im regionalen Arbeitsmarkt gut positionieren und Fachkräfte binden. Durch die Steigerung der Neueinstellung von Auszubildenden und Dualstudenten um 60 % im Berichtsjahr bildete Weidmüller gezielt und bedarfsgerecht die Talente von morgen aus. Durch umfassende Trainings im Produkt-, Technologie- und Persönlichkeitsbereich werden die Kompetenzen der Mitarbeiter erweitert. Darüber hinaus werden durch ein globales Konzept die Talente in der Gruppe identifiziert und entwickelt. Dafür bedient sich Weidmüller eines breit angelegten internationalen Nachwuchs- und Führungskräftetrainings ergänzt um Coaching- und Mentoring-Programme.
Nachhaltigkeit und Environment, Health, Safety (Umweltschutz, Mitarbeitergesundheit, Arbeitsschutz)
Nachhaltiges Denken und Handeln sind bei Weidmüller schon seit Jahrzehnten gelebte Praxis und somit tief im Unternehmen verankert. Dass dies auch so bleibt und die hochaktuellen Entwicklungen (wie z. B. Dekarbonisierung, zirkuläre Wertschöpfung, soziale Standards) frühzeitig erkannt und Lösungen angestoßen werden, stellen unsere Nachhaltigkeitskoordinatoren global sicher. Unser neuer Nachhaltigkeitskompass gibt hierzu Orientierung und fokussiert die wichtigen Themen.
Dabei orientieren wir uns am weltweit anerkannten ESG-Standard (Environment, Social, Governance) Im Nachhaltigkeitsbericht berichten wir ESG-Daten hinsichtlich Umwelt- und Klimaschutz, Arbeitnehmerbelange, soziale Aspekte und Corporate Governance auf Grundlage des GRI Standards. Gleichzeitig bereiten wir uns auf die kommende Berichtspflicht (CRSD) inkl. dem neuen Berichtstandard (ESRS) der EU vor. Ein besonderer Fokus liegt jedoch bewusst auf unseren Produkten und unserer Industrie. Hier sehen wir aktuell die größten Nachhaltigkeitspotentiale für Weidmüller. Darüber hinaus fordern Kunden und Partner aktiv Lösungen von Weidmüller ein wie z. B. die Bereitstellung eines Carbon Footprints unserer Produkte und die entsprechende Dekarbonisierung.
Seit 2011 bekennen wir uns zu den zehn Prinzipien des UN Global Compact (Achtung der Menschenrechte, faire und sichere Arbeitsbedingungen, Umweltschutz sowie Korruptionsbekämpfung) und berichten unsere Nachhaltigkeitsentwicklung. Zusätzlich lassen wir unsere Nachhaltigkeitsleistung regelmäßig und unabhängig von EcoVadis bewerten und zertifizieren. Im Dezember 2022 sind wir erneut mit der Silbermedaille ausgezeichnet worden.
Eine sichere Basis für die Umsetzung dieser Themen bildet unser globales EHS-Netzwerk (Environment, Health, Safety) mit seinen verschiedenen Spezialisten in den Bereichen nachhaltige Produkte, betrieblicher Umweltschutz, Arbeitsschutz und Mitarbeitergesundheit. Eindeutige Verantwortlichkeiten und transparente Prozesse unterstützen hier unsere Mitarbeiter und Partner in ihrer täglichen Praxis und treiben die wichtigen Themen im Sinne unseres Nachhaltigkeitskompasses voran.
Seit 1997 ist Weidmüller nach DIN EN ISO 14001 (Umweltschutz) und seit 2008 nach OHSAS 1801 / ISO 45001 (Arbeitsschutz) zertifiziert. Außerdem ist Weidmüller nach der DIN EN ISO 50001 mit einem zertifizierten Energiemanagement ausgezeichnet.
Ertragslage
Auch das Berichtsjahr 2022 hielt für die Weidmüller-Gruppe zahlreiche Herausforderungen bereit. Zwar rückte die Corona-Pandemie mit ihren vielfältigen Ausprägungen im Laufe des Jahres schrittweise in den Hintergrund, aber die Belastungen für Weidmüller erhöhten sich dennoch bedingt durch die Auswirkungen des Krieges Russlands gegen die Ukraine, was sich insbesondere in stark gestiegenen Energie- und Rohstoffpreisen bemerkbar machte. Obwohl im Berichtsjahr 2022 größere Störungen der Lieferketten vermieden werden konnten, waren Materialknappheit, Lieferengpässe und damit verbunden überproportional steigende Preise am Rohstoffmarkt die Herausforderungen. Dennoch blickt die Weidmüller-Gruppe auf ein erfolgreiches Berichtsjahr 2022 mit Umsatzerlösen von EUR 1.175,3 Mio. (Vorjahr: EUR 960,4 Mio.) zurück. Dies entspricht einer Umsatzerhöhung von +22,4% gegenüber dem Vorjahr. In allen drei Produktdivisionen, Cabinet Products, Device and Field Connectivity sowie Automation Products and Solutions, konnten signifikante Umsatzsteigerungen erzielt werden. Der Weidmüller Strategie folgend macht der Anteil an innovativen Produkten und Lösungen für die Automatisierung und die Digitalisierung einen immer größeren Anteil am Umsatz aus. Treiber ist hier insbesondere die Division Automation Products & Solutions.
Der Anteil des Auslandsumsatzes liegt mit 76,9% weiterhin auf einem hohen Niveau. Die Umsatzerlöse erhöhten sich im Vorjahresvergleich in allen Regionen, wobei die Region Americas mit +40,2% den stärksten prozentualen Anstieg aufwies. Die Umsatzerlöse erhöhten sich um EUR +51,3 Mio. auf EUR 178,9 Mio. Der Umsatz in Asien betrug EUR 332,6 Mio. Das entspricht einem Umsatzzuwachs von +21,6%. In Europa erhöhten ich die Umsatzerlöse um +17,8% auf EUR 391,8 Mio. und in Deutschland um +20,1%.
Vor dem Hintergrund der positiven Umsatzentwicklung stieg das Bruttoergebnis vom Umsatz im abgelaufenen Geschäftsjahr mit EUR 493,7 Mio. um EUR +83,7 Mio. über den Vorjahreswert. Steigende Auftragseingänge und Umsatzerlöse führten im Berichtsjahr zu einer Aufstockung der Belegschaft in der Produktion sowie zu einer hohen Auslastung der Produktionskapazitäten. Materialknappheit, Lieferengpässe und damit verbunden überproportional steigende Preise ließen die Herstellungskosten gegenüber dem Vorjahr steigen. Diese Entwicklung wurde flankiert von Produkt- und Ländermixeffekten. Um die negativen Auswirkungen der gestiegenen Rohstoffpreise zu kompensieren, konnten im Berichtsjahr ein Großteil der Preiserhöhungen an den Markt weitergegeben werden. Teile der Herstellungskosten fallen in fremder Währung an. Die daraus resultierenden negativen Währungseffekte wurden durch die positiven Währungseffekte aus den Umsatzerlösen kompensiert. Aufgrund der geschilderten Einflussfaktoren vermindert sich die Bruttomarge von 42,7% im Vorjahr auf 42,0%.
Investitionen und Instandhaltungen, die die Basis für langfristiges Wachstum sind, wurden auch im Berichtsjahr vorangetrieben. Der Produktionsstandort Thüringen wurde im Vorjahr mit Inbetriebnahme einer neuen Produktionshalle und im Berichtsjahr mit weiteren Anlagen und Produktionswerkzeugen weiter ausgebaut. Der Kauf eines weiteren Grundstücks mit Gebäuden am Standort Thüringen wird zukünftiges Wachstum sichern. Im Berichtsjahr wurde die Kabelfertigung sukzessive in das rumänische Produktionswerk Lugoj verlagert, zum einen um die Produktionskapazitäten zu erhöhen, zum anderen um eine stärkere Fokussierung der Produktionsstandorte zu erzielen. Ein weiterer Schwerpunkt der Investitionen lag auf der Modernisierung und Erweiterung der Gebäude und Anlagen am Standort Detmold.
Die Vertriebs- und Logistikkosten erhöhten sich gegenüber dem Vorjahr um EUR +42,3 Mio. (+17,3%) auf EUR 286,6 Mio. Die Vertriebskostenquote (Vertriebskosten im Verhältnis zum Umsatz) beträgt 24,4% (Vorjahr: 25,4%). Wesentlich für die absolute Erhöhung der Vertriebskosten sind u.a. der Anstieg der Frachtkosten, der sowohl aus Volumen- als auch aus Preiseffekten resultierte.
Die Inbetriebnahme des neuen Weidmüller Distributions Centers unweit von Eisenach verläuft gemäß der vom Steuerkreis des Projekts Next Generation Logistics freigegebenen zeitlichen Planung. Der operative Betrieb wurde mit ersten Ein- und Auslagerungen von Produkten Ende Februar 2023 begonnen. Der Hochlauf soll innerhalb dieses Jahres abgeschlossen werden. Damit wird das neue Logistikzentrum sukzessive im Laufe des Jahres 2023 der globale Umschlagsplatz für alle Produkte aus Europa. Weidmüller wird mit einer neuen Logistikkonzeption, die Lieferketten weiter optimieren, um der steigenden Dynamik der Märkte gerecht zu werden und unsere Kunden erfolgreich beliefern. Dabei spielen die Digitalisierung und die Vernetzung weiterhin eine wichtige Rolle.
Die allgemeinen Verwaltungskosten stiegen um EUR+5,1 Mio. auf EUR 61,0 Mio. Die Verwaltungskostenquote (allgemeine Verwaltungskosten im Verhältnis zum Umsatz) sinkt auf 5,2% (Vorjahr: 5,8%).
In den sonstigen betrieblichen Erträgen in Höhe von EUR 30,4 Mio. (Vorjahr: EUR 16,8 Mio.) sind Wechselkursgewinne in Höhe von EUR 14,0 Mio. (Vorjahr EUR 8,1 Mio.) sowie Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen in Höhe von EUR 2,0 Mio. (Vorjahr EUR 1,1 Mio.) enthalten.
Unter den sonstigen betrieblichen Aufwendungen in Höhe von EUR 102,2 Mio. (Vorjahr EUR 79,0 Mio.) werden Entwicklungskosten in Höhe von EUR 62,2 Mio. (Vorjahr EUR 56,3 Mio.) und Wechselkursverluste in Höhe von EUR 17,3 Mio. (Vorjahr EUR 6,6 Mio.) ausgewiesen. Darüber hinaus beinhaltet diese Position die Amortisation von Geschäfts- und Firmenwerten in Höhe von EUR 8,4 Mio. (Vorjahr EUR 8,5 Mio).
Unter den Zu- und Abschreibungen auf Finanzanlagen wird die vollständige Wertberichtung auf den Beteiligungsbuchwert an der Weidmüller Russland sowie auf das an die Gesellschaft gewährte Darlehen in Höhe von EUR 1,8 Mio. ausgewiesen. Darüber hinaus sind Wertberichtigungen in Höhe von EUR 1,2 Mio. an der Beteiligung an der Jinyu Control Automation Technology Co. Ltd. sowie in Höhe von EUR 0,9 Mio. auf Wertpapiere des Anlagevermögens enthalten.
Die Zinsen und ähnlichen Aufwendungen betragen im Berichtsjahr EUR 7,0 Mio. (Vorjahr: EUR 10,3 Mio.) und entfallen im Wesentlichen auf Zinsaufwendungen für Kreditverbindlichkeiten und auf die Aufzinsung der Pensionsrückstellungen.
Der Aufwand für Steuern vom Einkommen und vom Ertrag erhöhte sich von EUR 4,9 Mio. auf EUR 16,2 Mio. Diese Entwicklung resultiert insbesondere aus der positiven Ergebnisentwicklung.
Der Konzernjahresergebnis beträgt EUR +46,7 Mio. (Vorjahr: EUR 35,4 Mio.)
Vermögenslage
Per 31.12.2022 beträgt die Bilanzsumme EUR 972,9 Mio. (Vorjahr: EUR 793,8 Mio.).
Das Anlagevermögen (ohne Finanzanlagevermögen) beträgt EUR 348,0 Mio. (Vorjahr: EUR 318,7 Mio.). Investitionen in die Erweiterung des Produktionsstandorts Thüringen, in die technische Ausstattung der rumänischen Produktionswerke sowie die Modernisierung und Erweiterung der Produktionsanlagen im Werk Detmold sowie die Ausstattung des neuen Weidmüller Distributionszentrums führten zu einem Anstieg des Anlagevermögens. Den Investitionen (ohne Finanzanlagevermögen) des Berichtsjahres in Höhe von EUR 82,7 Mio. stehen Abschreibungen in Höhe von EUR 53,3 Mio. gegenüber.
Der Anstieg des Vorratsvermögens um EUR +101,2 Mio. auf EUR 318,6 Mio. ist bedingt durch die Umsatzsteigerung, Währungseffekte, Preiserhöhungen und durch zusätzliche Bevorratung, um die Lieferfähigkeit sicherzustellen. Insbesondere trägt auch die Gasausfallreserve zu einer Erhöhung des Vorratsvermögens, aber auch zur Risikoreduzierung bei.
Per 31.12.2022 werden die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände in Höhe von EUR 206,3 Mio. (Vorjahr: EUR 166,1 Mio.) ausgewiesen. Der Anstieg ist sowohl Umsatz- als auch translationsbedingt. Auch in 2022 konnten relevante Ausfallrisiken vermieden werden.
Am Ende des Geschäftsjahres 2022 werden die Netto-Finanzverbindlichkeiten (Barliquidität abzüglich der Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten) in Höhe von EUR -147,9 Mio. (Vorjahr: EUR -55,0 Mio.) ausgewiesen, davon entfallen EUR 135,3 Mio. auf langfristige Bankdarlehen.
Die aktiven latenten Steuern, die sich im Berichtsjahr um EUR +1,0 Mio. auf EUR 17,1 Mio. erhöhten, beruhen insbesondere auf temporären Unterschieden zwischen Handelsbilanz II und Steuerbilanz.
Das Eigenkapital erhöht sich um EUR +41,8 Mio. auf EUR 402,5 Mio. Die Eigenkapitalquote beträgt per Ende des Berichtsjahres 41,4% (Vorjahr: 45,4 %). Die Eigenmittelquote (Eigenkapital zuzüglich Gesellschafterdarlehen) wird in Höhe von 41,7 % (Vorjahr: 45,8 %) ausgewiesen. Nach Gutschrift auf den Gesellschafterkonten in Höhe von EUR 33,3 Mio. und nach Verlustanteilen fremder Gesellschafter wird ein Konzernergebnis nach Verwendungsrechnung in Höhe von EUR +13,6 Mio. gezeigt. Von den Gesellschafterkonten wurden EUR 30,0 Mio. in die Kapitalrücklage der Weidmüller Holding AG & Co. eingestellt. Aus Währungs- und Konsolidierungseffekten resultierte ein Rückgang des Eigenkapitals um EUR -1,6 Mio.
Das Anlagevermögen ist zu 135,3 % durch langfristiges Kapital (Eigenkapital zzgl. Pensionsrückstellungen) gedeckt (Vorjahr: 134,7 %).
Die Rückstellungen erhöhten sich um EUR +2,1 Mio. auf EUR 185,7 Mio., wobei insbesondere die Steuerrückstellungen gestiegen sind.
Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten erhöhten sich von EUR 115,6 Mio. auf EUR 217,9 Mio. Ein Teil der im Berichtsjahr zusätzlich in Anspruch genommenen Kreditlinien wird im Jahr 2023 in langfristige Bankverbindlichkeiten überführt.
Im Vergleich zum Vorjahr erhöhten sich die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen gesamtvolumenabhängig von EUR 93,9 Mio. auf EUR 127,3 Mio.
Finanzlage
Die Konzern-Kapitalflussrechnung zeigt, wie sich die Zahlungsmittel des Weidmüller-Konzerns im Laufe des Berichtsjahres durch Mittelzu- und Mittelabflüsse verändert haben. Bei der Herkunft und Verwendung der Zahlungsströme wird zwischen Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit, Cashflow aus der Investitionstätigkeit und Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit unterschieden. Die Konzern-Kapitalflussrechnung wurde wie im Vorjahr in Übereinstimmung mit dem DRS 21 zur Kapitalflussrechnung erstellt.
Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit beträgt EUR 1,3 Mio. (Vorjahr: EUR 65,2 Mio.). Zu dieser Entwicklung trug insbesondere die Erhöhung des operativen Nettovermögens bei. Die Verbesserung des operativen Ergebnisses und die Erhöhung der Abschreibungen konnten den Anstieg des Vorratsvermögen zur Sicherstellung einer bestmöglichen Lieferfähigkeit bei den Anspannungen in den Lieferketten und der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen nur teilkompensieren. Die zur Risikominimierung vor Beginn des Winters 2022/2023 angelegte Gasausfallreserve führte gleichfalls zu einer Erhöhung der Bestände.
Der Mittelabfluss aus der Investitionstätigkeit beträgt EUR 81,8 Mio. (Vorjahr: EUR 44,2 Mio.) Die Auszahlungen für Investitionen in das immaterielle Anlagevermögen und das Sachanlagevermögen stiegen gegenüber dem Vorjahr um EUR +30,4 Mio. auf EUR 82,7 Mio. Im Vorjahr führte der Verkauf der Anteile der Weidmüller Mobility Concepts an der wallbe GmbH zu einem Mittelzufluss und damit zu einem Rückgang des Finanzanlagevermögens. Im Berichtsjahr wurden deutlich erhöhte Investitionen in Kapazitätserweiterung, Automatisierung und Digitalisierung für das aktuelle und das zukünftige Wachstum vorgenommen. Die Investitionen in das Sachanlagevermögen umfassen im Wesentlichen die Ausstattung des neuen Weidmüller Distributionszentrums in Thüringen sowie die Modernisierung und den Ausbau des weltweiten Produktionsnetzwerkes.
Der Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit war mit EUR 14,8 Mio. (Vorjahr: EUR -26,5 Mio.) positiv. Die Aufnahme von zusätzlichen Darlehen führte zu Einzahlungen in Höhe von EUR 36,6 Mio. Der Mittelabfluss betrug EUR 19,2 Mio. (Vorjahr: EUR 24,5 Mio.) und resultierte aus der Tilgung von Darlehen sowie aus Nettoentnahmen der Gesellschafter.
Nach Bereinigung um wechselkurs- und konsolidierungskreisbedingte Änderungen von EUR -4,1 Mio. (Vorjahr: EUR +9,0 Mio.) ergibt sich unter Berücksichtigung der einzelnen Cashflows eine Verminderung des Finanzmittelfonds im Konzern um EUR -69,7 Mio. (Vorjahr: EUR +3,4 Mio.). Am Ende des Jahres ist der Finanzmittelbestand mit EUR -12,7 Mio. (Vorjahr: EUR 57,1 Mio.) negativ. Per 31.12.2022 enthielt der Finanzmittelfonds jederzeit fällige Bankverbindlichkeiten in Höhe von EUR 82,6 Mio. (Vorjahr: EUR 3,4 Mio.).
Außerbilanzielle Finanzierungsinstrumente, die für die Beurteilung der Finanzlage wesentlich sind, bestanden nicht. Weidmüller nutzt lediglich operatives Leasing, insbesondere für Firmenfahrzeuge. Der Umfang hat keinen wesentlichen Einfluss auf die Finanzlage.
Finanzielle und nicht finanzielle Leistungsindikatoren
Zur Planung, Steuerung und Kontrolle der Geschäftstätigkeiten setzt die Weidmüller-Gruppe wertorientierte Kennzahlen ein. Im Mittelpunkt der operativen Steuerung stehen die entsprechenden Treiber, die unmittelbar Einfluss auf die Wertschaffung haben. Unser Fokus richtet sich dabei auf profitables Wachstum (Umsatz), operative Effizienz (EBIT) und Cashflow Steuerung.
Als weltweit tätiger Anbieter von elektrischer Verbindungstechnik und Elektronik stellt das profitable Umsatzwachstum eine elementare Steuerungsgröße des operativen Geschäfts dar. Um die operative Entwicklung besser beurteilen zu können, informiert sich der Vorstand regelmäßig mit den Regionen & Divisionen über die aktuelle Umsatzentwicklung.
Der Erfolg der Weidmüller-Gruppe spiegelt sich im Wesentlichen in der Ertragskraft wider. Entsprechend ist unser Steuerungssystem konsequent auf die Steuerung der Ertragskraft ausgerichtet. Die bedeutsamste Steuerungskennzahl dazu ist das EBIT und der Cashflow.
Darüber hinaus wird die Effektivität der Nutzung des eingesetzten Kapitals über den ROCE gemessen. Dabei wird das EBIT zur Summe aus Working Capital und Anlagevermögen ins Verhältnis gesetzt.
Darüber hinaus stellt die Personalentwicklung einen weiteren bedeutsamen Erfolgsfaktor für die Weidmüller-Gruppe dar. Im Rahmen gezielter Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen wurde die Entwicklung von fachlichen sowie persönlichkeitsbildenden Qualifikationen gefördert. Schwerpunkte in der Personalentwicklung waren die Erweiterung von spezifischem fachlichem Know-how, intensives Sprachentraining, Sales Trainings sowie die Weiterentwicklung von Sozial- und Führungskompetenzen.
Neben dem Fokus auf Investitionen stellen regelmäßige Analysen des Netto-Betriebsvermögens die Konzentration auf das operative Geschäft und einen optimierten Kapitaleinsatz sicher.
Chancen- und Risikobericht
Das Weidmüller-Risikomanagementsystem beinhaltet die notwendigen Überwachungsorgane und -prozesse sowie eine Reihe von unterstützenden Maßnahmen. Die Anforderung an den Vorstand, für ein Risikofrüherkennungssystem, Risikocontrolling und somit angemessenes Risikomanagement im Unternehmen zu sorgen, wird, wie in den Vorjahren, voll erfüllt. Das Controlling nimmt hierbei eine wichtige Rolle im Sinne der Risikoüberwachung wahr.
Dazu stehen Regelberichte an den Aufsichtsrat, der Planungsprozess inkl. Budgets, Mittelfristplanung, Forecasts und Abweichungsanalysen, die Business Reviews und Monatsberichte sämtlicher Gruppenunternehmen sowie der Risikobericht zur Verfügung.
Im Berichtsjahr 2022 wurden keine den Fortbestand der Gesellschaft gefährdenden Entwicklungen berichtet. Die im Juli 2022 erfolgte Cyber-Attacke wurde ihrem Umfang nach, gemeinsam mit ermittelnden Behörden und IT & Cyberexperten, nicht als unternehmensgefährdend eingestuft.
Nach einem bereits im Jahr 2021 mit +21% deutlichem Umsatzwachstum folgte im Kalenderjahr 2022 ein ebenfalls zweistelliges Wachstum von +22%. Die bereits im Risikobericht 2021 genannten Herausforderungen wie Materialknappheit, eine hohe Auslastung der Produktionskapazitäten und zusätzliche Investitionsbedarfe blieben erhalten. Das bestehende Netzwerk aus Kunden, Partnern sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern konnte auch im Berichtsjahr wieder Lösungen für die vorgenannten Herausforderungen finden.
Stetige Investitionen in den Bereich Forschung & Entwicklung, Kooperationen wie z. B. AquaVentus e.V. oder ESTANIUM e.V. sowie die Mitarbeit in diversen Branchenverbänden und Interessensgemeinschaften tragen dazu bei die Weidmüller Gruppe weiterhin gut im Zukunftsmarkt der Elektrotechnik und in wichtigen Industrien zu positionieren.
Ein weltweit zunehmendes Bewusstsein für Nachhaltigkeit, ordnungspolitischer Druck zu mehr CO 2 -Reduktion, steigende Energiekosten und neue Chancen durch Effizienzkonzepte wie z. B. DC-Infrastruktur, Speichertechnologien und Power-to-X sind die wegweisenden Faktoren für die produkttechnischen Entwicklungen im Jahr 2023 und für die Folgejahre.
Die auch im Kalenderjahr 2022 weiter anhaltende hohe Nachfrage hat Weidmüller im abgelaufenen Geschäftsjahr immer wieder vor Herausforderungen gestellt. Auch im Jahr 2022 waren die bereits seit Jahren etablierten wirtschaftlichen Szenario-Pläne hilfreich. Wie bereits im Jahr 2021 wurden im abgeschlossenen Berichtsjahr eher die Upside-Szenarien betrachtet und die ursprüngliche Planung in mehreren Schritten nach oben aktualisiert.
Digitale Messen, Videokonferenzen und digitaler Vertrieb haben sich zu einem festen Bestandteil der Vertriebsarbeit etabliert, jedoch hat das Kalenderjahr 2022 aufgezeigt, wie wichtig auch der persönliche Kontakt ist und die dadurch erzielte Kundennähe.
Die zentrale Bearbeitung von wirtschaftskriminellen und geschäftsschädigenden Handlungen, die von Weidmüller Gesellschaften aufgedeckt oder vermutet werden, ist sichergestellt. Das weltweite Compliance-Netzwerk und der Bereich IT-Sicherheit haben dazu beigetragen, dass potenzielle Bedrohungen sofort erkannt und verhindert werden konnten. Regelmäßiger digitaler Informationsaustausch, digitale Schulungen und Sensibilisierung via E-Mails und Updates haben dazu geführt, dass Weidmüller alle externen Bedrohungen (mit Ausnahme der Cyber-Attacke) abwehren konnte. Im Berichtsjahr 2022 sind keine nennenswerten dolosen Handlungen bekannt geworden.
Als weltweit tätiger Konzern schließen die Unternehmen der Weidmüller-Gruppe, insbesondere ihre Vertriebsgesellschaften, Geschäfte in verschiedenen Währungen ab, aus denen sich Wechselkursrisiken ergeben. Sofern sich nicht auf Konzernebene auf Grund von gegenläufigen Zahlungsströmen natürlich geschlossene Positionen ergeben ("Netting" oder "Natural Hedging"), erfolgt für die verbleibenden Positionen eine zentral gesteuerte Devisenabsicherung.
Bei der Absicherung der Währungsrisiken kamen dabei im Jahr teils flexible Devisentermingeschäfte sowie Zins- und Währungsswaps zum Einsatz, deren Handhabung durch eine konzernweite Richtlinie geregelt ist und die laufend überwacht werden. Weitere derivative Finanzinstrumente wurden nicht eingesetzt.
Bezüglich des Einsatzes von Finanzinstrumenten im Unternehmen sind keine wesentlichen Risiken oder den Fortbestand der Gesellschaft gefährdenden Entwicklungen bekannt.
Die Liquidität der Gruppe wird durch das zentrale Treasury Management sichergestellt. Die im Jahr 2022 begonnenen Maßnahmen zum Aufbau des Umlaufvermögens zur Sicherung des Wachstums, basierend auf den globalen Lieferketten-Problemen, dem geopolitischen Einflussfaktor "Krieg in der Ukraine" und einer möglichen Energie- / Gas-Krise zum Jahresende haben zu einer negativen Entwicklung des Cashflows geführt. Eine entsprechende Risikobetrachtung erfolgt im Rahmen monatlicher Management-Reviews in Abstimmungen mit dem Vorstand und auch regelmäßig mit dem Aufsichtsrat.
Das operative Management von Rohstoffpreisrisiken - hier im Besonderen für den Rohstoff Kupfer - liegt im Einkaufsbereich und erfolgt im Rahmen einer konzernweiten Richtlinie. Die durch die Flutkatastrophe 2021 in Deutschland ausgelöste Engpasssituation in der Kupferbelieferung konnte durch Verschiebung von Volumina zu weiteren internationalen Lieferanten reduziert werden und hat so das Engpassrisiko gemindert.
Dem Risiko stark schwankender Energiekosten wird mit dem etablierten Energiemanagement und teilweise längerfristigen Energieverträgen begegnet. Potenzielle Energieengpässe bei Strom und Gas werden durch fortlaufendes Monitoring der Situation auf die wechselnde Risikolage hin betrachtet und wurden bereits in 2021 durch einen Energienotfallplan untermauert.
Aufgrund einer heterogenen, risikoarmen Kundenstruktur wird das Risiko von Forderungsausfällen als gering eingestuft.
Prognosebericht
Die Wirtschaftsverbände und Wirtschaftsforschungsinstitute rechnen für das Jahr 2023 mit einer Veränderung des BIP in Deutschland zwischen -0,75% und +2,9%. Die Wachstumsraten für die Weltwirtschaft insgesamt (+2,9%) liegen für 2023 unterhalb des Niveaus von 2022. Dabei erwartet die Eurozone ein Wachstum von +0,7% gegenüber 2022; China rechnet mit einem Wachstum von +5,2% und die USA gehen von einer Steigerung von +1,4% aus. Für Zentral- und Osteuropa wird ein Anstieg von +1,5% gegenüber dem Vorjahr erwartet.
Stand Januar 2023 geht der Branchenverband Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI) für 2023 von einer Konsolidierung des Produktionsplus von 4 Prozent aus dem Vorjahr aus.
Mit Blick auf die weiterhin unberechenbaren Entwicklungen in der Ukraine und in Russland sowie der aktuell hohen Unsicherheit bezüglich der Weltlage ist eine umfassende Einschätzung der weiteren Folgen für globale Lieferketten und die Logistikbranche nur schwer möglich. Die anhaltenden Auswirkungen des Russland-Krieges, die dynamische Entwicklung des Ölpreises und auch die Folgen des Erdbebens in der Türkei und Syrien sorgen für schwer vorhersehbare Rahmen-Bedingungen. Die vergangenen Monate haben aber bereits gezeigt, dass wir auf die aktuell schwierige Situation mit einer hohen Flexibilität reagieren müssen, aber auch können. Unsere Logistik ist anpassungsfähiger und resilienter geworden, was uns auch bei den kommenden Herausforderungen helfen wird.
Nach dem starken Wachstum des Umsatzes auf über eine Milliarde Euro im Jahr 2022 ist der Vorstand der Weidmüller-Gruppe auch für 2023 zuversichtlich. Es wird ein Umsatz- und EBIT-Wachstum im oberen einstelligen Bereich angestrebt. In den Ausbau der Produktionsstätten in Detmold und Wutha-Farnroda hat Weidmüller 2022 investiert und so die Weichen für weiteres Wachstum gestellt. Auch 2023 wird Weidmüller weitere Investitionen tätigen, um den Kunden die bestmögliche Performance zu bieten. Unter anderem wird in 2023 der Spatenstich für eine neue Elektronikproduktion in Detmold erfolgen. Zudem plant Weidmüller einen weiteren Personalaufbau.
International steht die Erweiterung in Asien und in den USA im Fokus. In den USA werden Investitionsprogramme für mehr "Made in USA" angestrebt. China hat erneut seine ehrgeizigen Ziele erreicht; das erfordert angepasste Strukturen und Kapazitätserweiterungen.
Bei der Entwicklung von neuen Produkten und Lösungen dominieren die Themen Industrial IoT und erneuerbare Energien. Mit Blick auf die rasant verlaufenden Entwicklungen in den Bereichen Mobilität, Klimaschutz und Energie wird kaum eine Branche ohne Automatisierungstechnik und Elektronik - und damit elektrische Verbindungstechnik - auskommen. Mit unserem Betriebssystem u-OS und der SNAP IN-Anschlusstechnologie stehen im Jahr 2023 zwei wichtige Komponenten aus diesem Bereich im Fokus.
Detmold, den 15. März 2023
WEIDMÜLLER Aktiengesellschaft, Detmold
Volker Bibelhausen Vorstand
Dr. Timo Berger Vorstand
André Sombecki Vorstand
F. WIEDERGABE DES BESTÄTIGUNGSVERMERKS
Den uneingeschränkten Bestätigungsvermerk haben wir wie folgt erteilt:
Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers
An die WEIDMÜLLER Holding AG & Co. KG, Detmold
Prüfungsurteile
"Wir haben den Konzernabschluss der WEIDMÜLLER Holding AG & Co. KG und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2022, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, dem Eigenkapitalspiegel und der Kapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2022 bis zum 31. Dezember 2022 sowie dem Konzernanhang einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der WEIDMÜLLER Holding AG & Co. KG für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2022 bis zum 31. Dezember 2022 geprüft.
Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
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entspricht der beigefügte Konzernabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für alle Kaufleute geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 31. Dezember 2022 sowie seiner Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2022 bis zum 31. Dezember 2022 und |
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vermittelt der beigefügte Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Konzernlagebericht in Einklang mit dem Konzernabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. |
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat.
Grundlage für die Prüfungsurteile
Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen.
Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.
Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.
Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können.
Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft zur Aufstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts.
Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts
Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet.
Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.
Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
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identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können. |
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gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Konzernabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Konzernlageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieses Systems der Gesellschaft abzugeben. |
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beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben. |
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ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass der Konzern ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann. |
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beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Konzernabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrundeliegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. |
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holen wir ausreichende geeignete Prüfungsnachweise für die Rechnungslegungsinformationen der Unternehmen oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns ein, um Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht abzugeben. Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Überwachung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die alleinige Verantwortung für unsere Prüfungsurteile. |
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beurteilen wir den Einklang des Konzernlageberichts mit dem Konzernabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Konzerns. |
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führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Konzernlagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrundeliegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen. |
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen."
G. SCHLUSSBEMERKUNG
Bei Veröffentlichung oder Weitergabe des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts der Weidmüller Holding AG & Co. KG, Detmold, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2022 bis zum 31. Dezember 2022 in einer von der als Anlage zu diesem Bericht beigefügten, bestätigten Fassung abweichenden Form bedarf es unserer erneuten Stellungnahme, sofern hierbei unser Bestätigungsvermerk zitiert oder auf unsere Prüfung hingewiesen wird; auf § 328 HGB wird hingewiesen.
Düsseldorf, 15. März 2023
Mazars
GmbH & Co. KG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
Steuerberatungsgesellschaft
Dr. Christian Back, Wirtschaftsprüfer
Heiko Wittig, Wirtschaftsprüfer