Atevia AGKarlsruheEinzelabschluss 2014Jahresabschluss und Lagebericht für das Geschäftsjahr 2014Bilanz der Atevia AG, Karlsruhe, zum 31. Dezember 2014Aktiva
Passiva
Gewinn- und Verlustrechnung der Atevia AG, Karlsruhe, für die Zeit vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2014
Anhang der Atevia AG, Karlsruhe, für das Geschäftsjahr 2014ALLGEMEINE ANGABENDer Jahresabschluss der Atevia AG, Karlsruhe, wird in
TEUR nach den Vorschriften des 3. Buches des
Handelsgesetzbuches und des Aktiengesetzes aufgestellt. Es
gelten die Vorschriften für kleine
Kapitalgesellschaften. Für die Gewinn- und
Verlustrechnung wurde das Gesamtkostenverfahren
gewählt.
Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden wurden
gegenüber dem Vorjahr beibehalten.
Das Gliederungsschema für die Bilanz nach §
266 Abs. 2 HGB sowie das Gliederungsschema für die
Gewinn- und Verlustrechnung nach § 275 Abs. 2 HGB
wurden gemäß § 265 Abs. 5 Satz 2 HGB wie
folgt ergänzt, da diese Inhalte nicht von einem
vorgeschriebenen Posten gedeckt sind:
BILANZIERUNGS- UND BEWERTUNGSMETHODENEntgeltlich erworbene immaterielle
Vermögensgegenstände werden zu Anschaffungskosten
angesetzt und über eine Nutzungsdauer von 3 bis 5
Jahren abgeschrieben.
Sachanlagen werden zu Anschaffungskosten abzüglich
planmäßiger Abschreibung oder dem niedrigeren
beizulegenden Wert ausgewiesen. Die Anschaffungskosten
umfassen auch die einzelnen Anschaffungsnebenkosten und
nachträgliche Anschaffungskosten.
Anschaffungspreisminderungen werden abgesetzt. Bei der
Ermittlung der planmäßigen Abschreibungen wird
die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer zugrunde gelegt.
Geringwertige Wirtschaftsgüter zwischen EUR 150,00 und
EUR 1.000,00 wurden in den Jahren 2008 und 2009 im Rahmen
des steuerlichen Sammelpostens aktiviert und linear
über eine Nutzungsdauer von 5 Jahren abgeschrieben.
Seit dem Jahr 2010 werden neu angeschaffte geringwertige
Wirtschaftsgüter zwischen EUR 150,00 und EUR 410,00 im
Jahr des Zugangs voll abgeschrieben.
Die Gesellschaft schreibt das Sachanlagevermögen
wie folgt ab:
Die Finanzanlagen sind zu ihren Anschaffungskosten oder
dem niedrigeren beizulegenden Wert ausgewiesen.
Die Bilanzierung der Edelmetalle erfolgt zu ihren
Anschaffungskosten oder dem niedrigeren beizulegenden Wert.
Soweit der nach vorstehenden Grundsätzen ermittelte
Wert von Gegenständen des Anlagevermögens
über dem Wert liegt, der ihm am Bilanzstichtag
beizulegen ist, wird dem durch
außerplanmäßige Abschreibungen Rechnung
getragen. Stellt sich in einem späteren
Geschäftsjahr heraus, dass die Gründe
hierfür nicht mehr bestehen, so wird der Betrag dieser
Abschreibungen im Umfang der Werterhöhung unter
Berücksichtigung der Abschreibungen, die inzwischen
vorzunehmen gewesen wären, zugeschrieben.
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
werden mit ihrem Nennwert oder dem niedrigeren
beizulegenden Wert bewertet, wobei Risiken im
Forderungsbestand angemessen berücksichtigt werden.
Die sonstigen Wertpapiere des Umlaufvermögens sind
zu Anschaffungskosten oder dem niedrigeren beizulegenden
Wert ausgewiesen.
Die flüssigen Mittel sind mit ihrem Nominalwert
angesetzt.
Als Rechnungsabgrenzungsposten sind auf der Aktivseite
Ausgaben vor dem Abschlussstichtag ausgewiesen, soweit
diese Aufwand für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag
darstellen.
Die Rückstellungen beinhalten alle zum
Bilanzstichtag erkennbaren Risiken und ungewissen
Verbindlichkeiten. Sie werden mit dem Erfüllungsbetrag
nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung
gebildet. Bei Rückstellungen mit einer Restlaufzeit
von mehr als einem Jahr wird eine Abzinsung auf den
Bilanzstichtag vorgenommen. Als Abzinsungssätze werden
die den Restlaufzeiten der Rückstellungen
entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssätze der
vergangenen sieben Geschäftsjahre verwendet, wie sie
von der Deutschen Bundesbank gemäß
Rückstellungsabzinsungsverordnung monatlich ermittelt
und bekannt gegeben werden.
Die Verbindlichkeiten sind zum Erfüllungsbetrag
angesetzt.
Forderungen und Verbindlichkeiten in Fremdwährung
mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr werden zum
Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag umgerechnet. Bei
einer Restlaufzeit über einem Jahr erfolgt die
Umrechnung mit dem Wechselkurs zum Zeitpunkt des
Entstehens. Bei Wechselkursänderungen bis zum
Bilanzstichtag erfolgt die Bewertung grundsätzlich zum
Wechselkurs des Bilanzstichtags unter Beachtung des
Niederstwertprinzips auf der Aktiv- und des
Höchstwertprinzips auf der Passivseite.
ERLÄUTERUNGEN ZUM JAHRESABSCHLUSS1. AnlagevermögenDie Entwicklung des Anlagevermögens ist im
Anlagenspiegel als Anlage zum Anhang dargestellt.
Immaterielle VermögensgegenständeIm Geschäftsjahr 2014 waren keine wesentlichen
Zugänge oder Abgänge zu verzeichnen.
SachanlagenDie Zugänge 2014 resultieren im Wesentlichen aus
Zugängen zur Betriebs und Geschäftsausstattung.
FinanzanlagenDer direkte Anteilsbesitz der Atevia AG stellt sich wie
folgt dar:
Die Wertpapiere des Anlagevermögens bestehen aus
Aktien, Investmentfonds, Anleihen und Zertifikate. Im
Geschäftsjahr erfolgten auf diese Wertpapiere, wie im
Vorjahr, keine Zuschreibungen.
Für einen Teil der Aktien, Investmentfonds und
Anleihen mit einem Buchwert von TEUR 27.137 (Vorjahr: TEUR
57.810) ergibt sich zum Bilanzstichtag ein beizulegender
Wert von TEUR 25.700 (Vorjahr: TEUR 56.021) und damit ein
nicht realisierter Verlust aus nur vorübergehender
Wertminderung in Höhe von TEUR 1.437 (Vorjahr: TEUR
1.789). Es handelt sich um temporäre
Marktschwankungen, die sich voraussichtlich im
Jahresverlauf oder aber durch Endfälligkeit der
unterliegenden Papiere zum Nennwert ausgleichen werden.
Unter der Position Edelmetalle werden die
Goldbestände ausgewiesen. Im Vorjahr wurden auf
Edelmetalle außerplanmäßige Abschreibungen
auf den beizulegenden Wert in Höhe von TEUR 5.186
vorgenommen. Im Geschäftsjahr erfolgten weder
Zuschreibungen noch weitere
außerplanmäßige Abschreibungen.
2. Forderungen und sonstige VermögensgegenständeDie in der Bilanz ausgewiesenen Forderungen aus
Lieferungen und Leistungen in Höhe von TEUR 142
(Vorjahr: TEUR 165) haben eine Restlaufzeit von weniger als
einem Jahr.
Die in der Bilanz ausgewiesenen Forderungen
gegenüber verbundenen Unternehmen in Höhe von
TEUR 20.358 (Vorjahr: TEUR 11.796) haben in Höhe von
TEUR 11.012 eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr. Die
Forderungen gegen verbundene Unternehmen beinhalten
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von
TEUR 5.
Die in der Bilanz ausgewiesenen sonstigen
Vermögensgegenstände in Höhe von TEUR 1.396
(Vorjahr: TEUR 1.802) haben eine Restlaufzeit von weniger
als einem Jahr. Die sonstigen
Vermögensgegenstände beinhalten im Wesentlichen
Steuererstattungsansprüche (Ertragsteuern) in
Höhe von TEUR 772 (Vorjahr: TEUR 944) sowie
abgegrenzte Zinsansprüche, die rechtlich erst nach dem
Bilanzstichtag entstehen, in Höhe von TEUR 556
(Vorjahr: TEUR 712).
3. Sonstige WertpapiereBei den sonstigen Wertpapieren in Höhe von TEUR
4.996 (Vorjahr: TEUR 5.618) handelt es sich im
Geschäftsjahr um eine Unternehmensanleihe mit einer
Laufzeit von vier Monaten.
4. Flüssige MittelDer Bestand an flüssigen Mitteln in Höhe von
TEUR 30.712 (Vorjahr: TEUR 30.420) beinhaltet im
Wesentlichen Tages- und Termingeldanlagen in Höhe von
TEUR 19.328 (Vorjahr: TEUR 23.295).
5. EigenkapitalDas voll eingezahlte Grundkapital der Gesellschaft
beträgt zum 31. Dezember 2014 TEUR 23.736 (Vorjahr:
TEUR 23.736) und ist eingeteilt in 23.735.569 (Vorjahr:
23.735.569) auf den Namen lautende Stückaktien ohne
Nennbetrag.
Am 11. Januar 2000 wurde beschlossen, das Grundkapital
um bis zu EUR 3.000.000 durch Ausgabe von bis zu 3.000.000
neuen Stammaktien bedingt zu erhöhen. Die bedingte
Kapitalerhöhung dient der Gewährung von
Optionsrechten und wird nur insoweit durchgeführt, wie
die Inhaber von Optionsrechten von ihrem Recht Gebrauch
machen (Bedingtes Kapital I). Das bedingte Kapital I
beträgt zum 31. Dezember 2014 unverändert nominal
EUR 2.636.381.
Aufgrund der im Geschäftsjahr 2007
durchgeführten Einbeziehung eigener Anteile und der
damit verbundenen Reduzierung des Grundkapitals wurde das
bedingte Kapital durch Anpassungsbeschluss des
Aufsichtsrats und Eintragung ins Handelsregister am 4.
Oktober 2007 auf nominal EUR 2.769.978 reduziert. Aus dem
bedingten Kapital I wurden im Geschäftsjahr 2008
insgesamt 133.597 Bezugsaktien ausgegeben. Das Grundkapital
hat sich damit um EUR 133.597 erhöht. Dementsprechend
hat sich das bedingte Kapital I zum 31. Dezember 2008 auf
nominal EUR 2.636.381,00 vermindert. In den
Geschäftsjahren 2009 bis 2014 erfolgte keine
Inanspruchnahme des bedingten Kapitals. Das bedingte
Kapital I beträgt somit zum 31. Dezember 2014
unverändert nominal EUR 2.636.381.
In den Geschäftsjahren 2008 bis 2014 wurden keine
Optionsrechte zum Bezug von Aktien ausgegeben.
Das Grundkapital beträgt zum dem Bilanzstichtag 31.
Dezember 2014 EUR 23.735.569.
Der Bilanzgewinn hat sich wie folgt entwickelt:
6. RückstellungenDie sonstigen Rückstellungen in Höhe von
insgesamt TEUR 417 (Vorjahr: TEUR 370) beinhalten im
Wesentlichen Rückstellungen für die
Durchführung der Hauptversammlung und Erstellung des
Geschäftsberichts (TEUR 100), Rückstellungen
für ausstehende Rechnungen für Gebühren der
Vermögensverwaltungen (TEUR 90), Rückstellungen
für Abschluss-, Prüfungs- und Beratungskosten
(TEUR 78), Rückstellungen für Boni (TEUR 55),
Personalrückstellungen (TEUR 34) sowie eine
Rückstellung in Höhe der zu erwartenden Kosten
für die Aufbewahrung der Geschäftsunterlagen
(TEUR 28).
7. VerbindlichkeitenDie sonstigen Verbindlichkeiten beinhalten die aufgrund
der am 25. Juni 2014 abgeschlossenen
Gewinnabführungsverträge zu leistenden
Ausgleichszahlungen an Minderheitsgesellschafter in
Höhe von insgesamt TEUR 39. Im Übrigen sind in
den sonstigen Verbindlichkeiten im Wesentlichen
Verbindlichkeiten aus Steuern in Höhe von TEUR 83
(Vorjahr: TEUR 62) enthalten.
Sämtliche Verbindlichkeiten haben, wie bereits im
Vorjahr, eine Restlaufzeit von weniger als einem Jahr.
8. UmsatzerlöseIm Geschäftsjahr 2014 wurden Umsatzerlöse von
TEUR 574 (Vorjahr: TEUR 611) aus der Erbringung von
Dienstleistungen realisiert, davon TEUR 52 (Vorjahr: TEUR
52) mit Tochtergesellschaften.
9. Sonstige betriebliche Erträge und sonstige betriebliche AufwendungenDer Posten sonstige betriebliche Erträge
enthält im Wesentlichen Erträge aus dem Verkauf
von Wertpapieren des Anlagevermögens (TEUR 3.028).
Unter den sonstigen betrieblichen Erträgen sind des
Weiteren periodenfremde Erträge aus der Auflösung
von Rückstellungen in Höhe von TEUR 16 sowie
nicht realisierte Kursgewinne in Höhe von TEUR 19
ausgewiesen.
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen beinhalten
nicht realisierte Kursverluste in Höhe von TEUR 1.
Der Posten sonstige betriebliche Aufwendungen
enthält im Wesentlichen Verluste aus dem Verkauf von
Wertpapieren des Anlagevermögens (TEUR 1.583).
10. Erträge aus BeteiligungenDie Erträge aus Beteiligungen betreffen in voller
Höhe Erträge von verbundenen Unternehmen.
11. Sonstige Zinsen und ähnliche ErträgeAus der Anlage der vorhandenen Liquidität in
Renten- und Geldmarktpapieren sowie Festgeldern und
gewährten Darlehen wurden im Geschäftsjahr
Zinserträge in Höhe von TEUR 484 (Vorjahr: TEUR
298) realisiert, davon TEUR 385 (Vorjahr: TEUR 182) aus
verbundenen Unternehmen.
12. Steuern vom Einkommen und ErtragDie ausgewiesenen Steuern vom Einkommen und Ertrag
betreffen in Höhe von TEUR 359 Steuernachzahlungen
für Vorjahre und in Höhe von TEUR 336 das
Ergebnis der gewöhnlichen
Geschäftstätigkeit.
SONSTIGE ANGABEN1. Sonstige finanzielle Verpflichtungen und HaftungsverhältnisseDie jährlichen Zahlungsverpflichtungen (TEUR 183)
aus Miet- und Leasingverträgen sowie sonstigen
betrieblichen Dienstleistungsverträgen bestehen in
folgender Höhe und Fälligkeit:
2. KonzernabschlussDie Gesellschaft stellt freiwillig einen
Konzernabschluss nach handelsrechtlichen Vorschriften
analog § 290 ff. HGB auf. Der Konzernabschluss wird im
elektronischen Bundesanzeiger veröffentlicht.
3. MuttergesellschaftAls Muttergesellschaft i.S.v. § 285 Nr. 14 HGB gilt
die CINETIC Gesellschaft zur Entwicklung und Vertrieb von
Medientechnik mbH, Karlsruhe, (kurz: CINETIC) eingetragen
im Handelsregister Mannheim unter Nummer HRB 104667.
4. BeschäftigteIm Jahresdurchschnitt beschäftigte die Atevia AG
fünf (Vorjahr: fünf) Mitarbeiter.
5. OrganmitgliederDem Vorstand gehörten im Geschäftsjahr an:
Dem Aufsichtsrat gehörten im Geschäftsjahr an:
6. ErgebnisverwendungDie Substanz des Unternehmens ist unverändert stark
und die Aktionäre haben ein Anrecht, an dieser
Substanz angemessen zu partizipieren, soweit diese für
die zukünftige Entwicklung nicht benötigt wird.
Die Ausschüttung einer Dividende obliegt der
Beschlussfassung durch den Aufsichtsrat.
Karlsruhe, den 30. März 2015
Atevia AG
Entwicklung des Anlagevermögens der Atevia AG, Karlsruhe, im Geschäftsjahr 2014
Lagebericht der Atevia AG, Karlsruhe, für das Geschäftsjahr 20141. Grundlagen der AGGeschäftsmodell, Strategie und Ziele der AGUnternehmensgegenstand der Atevia AG ist das Erbringen
von Management-, Dienstleistungs- und Beratungsservices
für Technologieunternehmen und Unternehmen, die
ihrerseits an Technologieunternehmen beteiligt sind sowie
mittelbar und unmittelbar die Verwaltung und Verwertung des
eigenen Vermögens. Einen besonderen Schwerpunkt bilden
dabei die von Tochtergesellschaften abgewickelte Erwerbe
sowie die Vermietung von Immobilien. Der jetzige
Satzungszweck wurde durch Beschluss der Hauptversammlung am
3. Mai 2012 festgelegt und wird seitdem konsequent
umgesetzt. Das Geschäft wird aus dem Hauptsitz
Karlsruhe und im Wesentlichen aus der Atevia AG als
Obergesellschaft der Gruppe heraus betrieben.
Die seit 2012 betriebene strategische Neuausrichtung
wurde in 2014 weiter konsequent umgesetzt. Zu Beginn des
Jahres 2014 hielten Tochtergesellschaften der AG bereits
drei dem Zielprofil exakt entsprechende Immobilien in
Ingolstadt, München und Ludwigsburg. Im Jahr 2014
wurden am Markt weiter geeignete Objekte für
Immobilieninvestments gesucht und mit Hilfe professioneller
Berater bewertet. Das Immobilienportfolio wurde 2014 um ein
weiteres Objekt in Augsburg ergänzt. Strategisch liegt
der Fokus unverändert auf dem Erwerb und der
langfristigen Bewirtschaftung von Immobilien mit maximaler
Wertbeständigkeit hinsichtlich Region, Lage und Objekt
selbst.
Bereits seit 2009 betreibt die Atevia AG im Segment
"Services" Dienstleistungs- und Managementgeschäfte
für Dritte. Dies umfasst sowohl Full-Service-Angebote
für Büronutzung und diesbezügliche
Dienstleistungen als auch die Zurverfügungstellung von
Personal für Management und Entwicklungsleistungen.
Neben langfristig angelegten Kundenverträgen mit
ortsansässigen Produktunternehmen wird hier über
einen Management- und Dienstleistungsvertrag für ein
Venture-Capital-Unternehmen auch ein Portfolio an jungen,
wachstumsorientierten Unternehmen betreut. Durch das
Servicegeschäft werden das Wissen und die Erfahrungen
im Venture Capital-Geschäft, in der Forschung und
Entwicklung sowie im Produktmanagement kontinuierlich
monetarisiert. Das Ziel im Bereich der Services ist die
optimierte Ausnutzung der vorhandenen Ressourcen sowie die
Ausweitung von Erfahrung und Know-how in
zukunftsträchtigen Arbeitsgebieten.
Komplementär zu den Tätigkeiten in den
operativen Bereichen hat die AG für die
verfügbaren, freien Mittel eine aktive, mit Hilfe von
externen Beratern professionalisierte
Vermögensverwaltung implementiert. Hierzu zählt
die kurzfristige Anlage der Mittel genauso wie die Anlage
in beständige Werte wie Gold aber auch
festverzinsliche Wertpapiere längerer Laufzeiten. Ein
substantieller Anteil der verfügbaren Mittel, etwas
mehr als die Hälfte des verfügbaren
Vermögens, wird über mehrere Verwaltungsmandate
gestreut von Dritten im Wege der Direktanlage investiert.
Ziel der AG in der Vermögensverwaltung ist die
Sicherung der Substanz bei moderater Verzinsung des
eingesetzten Kapitals.
2. WirtschaftsberichtA) Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene RahmenbedingungenDas Jahr 2014 war neben Ausbruch diverser
übergreifender und lokaler Krisen von geldpolitischen
Entscheidungen und einem massiven Auseinanderdriften der
großen Volkswirtschaften in der Welt geprägt.
Auf der politischen Seite prägten die Eskalation des
Ukraine-Konflikts, der Krieg im Irak und Syrien, das
Schottland-Referendum und die Midterm Elections in den USA
die Schlagzeilen. Der Titelgewinn Deutschlands bei der
Fußball-WM spielte für die Finanzmärkte
eine untergeordnete Rolle. Viel wichtiger für deren
Entwicklung waren die Entscheidungen der Zentralbanken,
insbesondere der EZB (negative Einlagezinsen, TLTRO,
Ankündigung Rückkaufprogramm ABS/Covered Bonds)
und der US Federal Reserve Bank. Während sich die EZB
mit allen Mitteln gegen das schwache Wachstum in Europa und
deflationäre Tendenzen stemmt, bereitet sich die
starke US-Wirtschaft mit dem Ende der expansiven
Geldpolitik auf steigende Zinsen vor. Auch in Japan
(Ausweitung der Geldbasis) und China (Leitzinssenkung)
wirkt man geldpolitisch dem schwachen Wirtschaftswachstum
entgegen.
Das weltweite Wirtschaftswachstum hat sich mit Ausnahme
der USA unterjährig abgeschwächt, die
Wachstumsdynamik in Europa blieb hinter den Erwartungen
zurück. US-Notenbankpolitik und wachsende
konjunkturelle Dynamik in den USA haben den US Dollar
begünstigt und für eine klare Outperformance
gegenüber allen anderen Hauptwährungen (EUR/USD -
12,2%) gesorgt. Gleichlaufend gestaltete sich die
Entwicklung an den Aktienmärkten (S&P 500 +11,4%
ggü. DAX +2,7%). Die Euro-Rentenmärkte
profitierten kursseitig von geldpolitischen
Lockerungsmaßnahmen der EZB, schwacher
wirtschaftlicher Entwicklung und rekordniedrigen
Inflationsraten. Auch die festverzinslichen Werte aus den
USA und dort insbesondere die Unternehmens- und
Hochzinsanleihen zeigten stark positive Kursentwicklungen.
Bemerkenswert war auch der beschleunigte und unerwartete
Verfall des Ölpreises, der sich binnen Jahresfrist auf
56,9 USD/Barrel fast halbierte. Der Goldpreis in USD war
nahezu stabil. In EUR wirkte sich die Aufwertung des USD
positiv aus, so dass auf Jahressicht eine Preissteigerung
von 8,4% zu verzeichnen war.
Zusammengefasst entwickelten sich die für die
Atevia AG besonders relevanten europäischen und
amerikanischen Aktien- und Rentenmärkte bei
unterjähriger Volatilität sehr positiv, was sich
wertsteigernd auf die in Finanzanlagen investierten Mittel
auswirkte. Trotz stark auseinanderdriftender Entwicklungen
in den starken Wirtschaftszonen der Welt, sollten die
gesamtwirtschaftlichen Rahmendaten auch für 2015
positive Effekte haben. Auswirkungen neu oder wieder
ausbrechender weltpolitischer Krisenherde bleiben schwer
abzuschätzen, haben aber in jüngster
Vergangenheit die mit Geld gefluteten Finanzmärkte
nicht von ständig neuen Kursrekorden abgehalten.
Für kapitalstarke und anlagesuchende Unternehmen wie
Atevia, die nicht das gesamte Kapital in Aktienmärkte
investieren wollen, bleibt allerdings das
außerordentlich niedrige allgemeine Zinsniveau eine
Herausforderung. Aktuell ist es aufgrund der Geldpolitik
der Zentralbanken praktisch unmöglich, mit risikoarmen
Finanzanlagen Rendite zu erzielen. Dank der aktuell
überaus kleinen, monatsweise sogar negativen
Inflationsrate, kann dessen ungeachtet auch für die
liquide gehaltenen Mittel der reale Kapitalerhalt gesichert
werden.
Für die Geschäftstätigkeit der Atevia AG
sind neben der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung in
Deutschland die Entwicklung des nationalen
Immobilienmarktes, insbesondere des Teilmarktes für
Büroimmobilien im süddeutschen Raum relevant.
Konjunkturelle oder wettbewerbsbezogene Entwicklungen in
den Stammmärkten der Dienstleistungskunden sind
aufgrund der langlaufenden und streng aufwandsbezogen
abgerechneten Geschäftsbeziehungen von sehr
untergeordneter Bedeutung.
Direkte Auswirkungen von Marktbewegungen zeigen sich im
Immobilienbereich. Die Atevia AG erwirbt über
Tochtergesellschaften bevorzugt renovierte und vermietete
Altbauimmobilien in Innenstadtlagen und ist insofern
unmittelbar von der anhaltend hohen Nachfrage im Segment
für überwiegend als Büro- und
Geschäftshäuser genutzte Objekte betroffen. Die
nun seit Jahren extrem niedrigen Zinsen, gepaart mit
soliden wirtschaftlichen Rahmendaten wirken für den
deutschen Gewerbeimmobilienmarkt wie ein Katalysator. Das
Investoreninteresse an deutschen Gewerbeimmobilien in 2014
zeigt sich im überproportional ausgeweiteten
Investitionsvolumen auf EUR 39,8 Mrd. Das entspricht einer
Steigerung von rund 27% gegenüber dem bereits sehr
starken Vorjahr.
Vor dem Hintergrund des sich nochmals verschärften
Nachfrageüberhangs im Core-Segment wichen Käufer
von Gewerbeimmobilien zunehmend in B-Märkte bzw.
B-Lagen aus. Bürorenditen für B-Objekte in
B-Lagen gingen dabei noch stärker als im
Spitzensegment um 40 Basispunkte auf 6,2% zurück, was
den steigenden Wettbewerb auch im Non-Core Bereich beim
Ankauf wiederspiegelt.
Ausländische Investoren sorgten für mehr als
die Hälfte des Transaktionsvolumens, wobei vor allem
Asiaten ihren Marktanteil steigerten. Dieser Trend
dürfte sich fortsetzen und in diesem Jahr zu einem
Umsatz von mehr als 40 Mrd. Euro führen. Zugleich
bedeutet dies, dass der Nachfrageüberhang nicht nur
bestehen bleibt, sondern noch höher ausfällt.
Dadurch erhöht sich der Druck auf die Renditen weiter,
aufgrund der höheren Risikobereitschaft der Investoren
vor allem in Non-Core Segment.
Aus Käufersicht bleibt es somit bei einem
herausfordernden Umfeld für Atevia für den Erwerb
passender Objekte zu akzeptablen Renditen. Aus
Eigentümersicht verlief das Jahr 2014 an den
großen Bürovermietungsmärkten sehr positiv
und war gekennzeichnet durch solide Nachfrage, knappes
Flächenangebot und daher leicht steigende Mieten.
Eine Herausforderung in allen Anlageklassen bleibt das
historisch niedrige Niveau der Zinsen, gerade in den
gesuchten kurzfristigen und risikoarmen Finanzanlagen.
Renditen oberhalb der Inflationsrate sind nur unter
Inkaufnahme von Markt, Wert- und Kursrisiken zu erzielen.
Diese Strategie, bewusst breit gestreute, adäquat
honorierte Risiken einzugehen, hat die AG auch in 2014
erfolgreich umgesetzt.
B) GeschäftsverlaufDie Atevia AG kann für das vergangene
Geschäftsjahr ein durchweg positives Fazit ziehen.
Mit der in der Umsetzung befindlichen
Immobilienstrategie streut die Atevia AG die Anlagerisiken
auf vollkommen unterschiedliche Assetklassen. Ziel ist die
breite Risikodiversifikation und damit stärkere
Unabhängigkeit von gesamtwirtschaftlichen Bewegungen
und unvorhergesehener Volatilität an den
Finanzmärkten. Die Auswahl der Immobilien ist nicht
auf kurzfristigen Wertgewinn, sondern auf langfristigen
Substanzerhalt und regelmäßige Einkünfte
aus Mieten ausgelegt. Die gewerblich geprägten
Mieterstrukturen und die hohe Objektqualität an allen
Standorten erlauben ganz überwiegend langlaufende,
indexierte Mietverträge mit
bonitätsmäßig guten Partnern. Es werden
geringstmögliche Projektentwicklungsrisiken
eingegangen. Die AG verzeichnete im Immobilienbereich
direkte Umsätze aus der Bereitstellung von
Dienstleistungen für die
Immobilientochtergesellschaften (2014: 52 TEUR, Vorjahr:
52). Bei den Services waren Rückgänge bei den
sonstigen Dienstleistungen zu verzeichnen, die nur zum Teil
durch einen neuen, langfristigen Kunden kompensiert werden
konnten. Insgesamt blieb das Dienstleistungsgeschäft
wie im Vorjahr leicht unter den geplanten Umsatz- und
Ergebnisbeiträgen.
Die Verwaltung des sonstigen Vermögens verlief dank
sehr gut laufender Finanzmärkte und der effizienten
Unterstützung der externen Vermögensverwalter
außerordentlich gut. Die ursprünglich über
mehrere Vermögensverwaltungsverträge breit
diversifiziert angelegten EUR 90 Mio. haben einen guten
Ergebnisbeitrag für die AG geliefert und sind
zwischenzeitlich auf bilanzierte Werte von rund EUR 94 Mio.
in den Finanzanlagen und EUR 4 Mio. in den liquiden Mitteln
angewachsen.
Die AG hatte im Zuge der Finanzkrise und der damit
verbundenen Erschütterung des Anlegervertrauens die
Grundsatzentscheidung getroffen, etwa 10% des damals
liquiden Vermögens in physisches Gold zu investieren,
nicht als Spekulationsobjekt, sondern als Sicherheitsgold.
Damit sollte langfristig ein Puffer und eine Versicherung
gegen elementare Erschütterungen in den Märkten
aufgebaut werden, entsprechend dem
Vermögensverwaltungsfokus auf mittel- und
langfristiger Wertsicherung und Vermögensmehrung,
nicht auf Erzielung kurzfristiger Einnahmen.
Der Preis für Gold setzte seine volatile
Entwicklung in 2014 fort, verlor aber nur zum Jahresende
-in Dollar gerechnet -ganz leicht an Wert. Das Kursniveau
in EUR lag, getrieben durch die erhebliche Aufwertung des
Dollars gegenüber der europäischen Währung,
zum Jahresultimo geringfügig unter dem Buchwert der
gehalten Goldposition. Anfang 2015 stieg der Wert des
Edelmetalls aufgrund der beschleunigten Abwertung des EUR
deutlich sowohl über den Jahresendkurs als auch
über den Buchwert. Eine Wertanpassung der
Finanzanlageposition war insgesamt in keine Richtung
geboten. Die Gesellschaft wird die Strategie des
Sicherheitsgoldes dessen ungeachtet beibehalten, da sich an
der grundsätzlichen Einschätzung der
Notwendigkeit einer solchen Absicherung nichts
verändert hat.
C) Lage
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31.12.14 | 31.12.13 |
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EUR Mio. | EUR Mio. |
| Anlagevermögen | 126,4 | 130,9 |
| Umlaufvermögen | 57,6 | 49,8 |
| Summe Aktiva | 184,0 | 180,7 |
| Eigenkapital | 183,0 | 180,1 |
| Rückstellungen | 0,6 | 0,4 |
| Verbindlichkeiten | 0,4 | 0,2 |
| Summe Passiva | 184,0 | 180,7 |
Die Bilanzsumme hat sich im Vergleich zum 31. Dezember
2013 um EUR 3,3 Mio. erhöht. Dies resultiert im
Wesentlichen aus dem erzielten Jahresüberschuss sowie
leicht erhöhten Rückstellungen.
Der Bestand an flüssigen Mitteln, Festgeldanlagen
und Wertpapieren der Atevia AG betrug insgesamt zum
Bilanzstichtag EUR 131,0 Mio. (Vorjahr: EUR 135,6 Mio.).
Das entspricht ca. 71 % der Bilanzsumme (Vorjahr: 75 %).
Unter Einrechnung der langfristig gehaltenen Edelmetalle
und Anteile an verbundenen Unternehmen sind es ca. 88 %
(Vorjahr: 82%). Aus den verfügbaren Mitteln sind EUR
30,7 Mio. kurzfristig frei disponierbar. Damit können
alle Verpflichtungen der AG vollständig und ohne
weiteres abgedeckt werden.
Im Rahme der Diversifikation der Asset-Klassen hat die
AG bereits in 2011 mit dem Kauf von physischem Gold
begonnen. Per 31. Dezember 2013 hatte dieses einen Buchwert
von insgesamt EUR 19,3 Mio. Zum Bilanzstichtag 31. Dezember
2014 lag der Marktkurs geringfügig unter den
Buchwerten. Bis zur Erstellung der Bilanz erholte sich der
Marktwert in EUR/kg deutlich. Wir gehen davon aus, dass der
aktuelle Buchwert nachhaltig ist und haben die
Goldbestände auf dem Bewertungsstand vom 31. Dezember
2013 belassen.
Die Investitionen in das Sachanlagevermögen
betrugen im Geschäftsjahr 2014 TEUR 24 (Vorjahr: TEUR
233). Bei planmäßigen Abschreibungen von TEUR
169 (Vorjahr: TEUR 175) reduzierte sich das
Sachanlagevermögen (einschl. immaterieller
Vermögenswerte) entsprechend. Im laufenden
Geschäftsjahr 2015 stehen derzeit keine die
planmäßigen Abschreibungen deutlich
übersteigenden Investitionen an.
Das Eigenkapital der Atevia AG betrug zum Bilanzstichtag
2014 insgesamt EUR 183,0 Mio. (Vorjahr: EUR 180,1 Mio.)
oder 99 % der Bilanzsumme. Die Veränderung des
bilanziellen Eigenkapitals resultiert aus dem ausgewiesenen
Periodenergebnis von EUR 3,0 Mio.
Die finanzielle Situation der Atevia AG ist als
äußerst solide und zukunftssicher zu bezeichnen.
cc) Finanzielle und nichtfinanzielle Leistungsindikatoren
Ökonomische Leistungskriterien sind Maßstab
unseres unternehmerischen Handelns und Erfolgs. Dabei
priorisieren wir Nachhaltigkeit und langfristigen
Unternehmenserfolg gegenüber kurzfristigem Profit. Wir
sind unverändert darauf ausgerichtet, im Sinne eines
unternehmerischen Handelns, heute Investitionen zur
Erreichung der strategischen Ziele von morgen zu
tätigen, aber auch langfristige Wertsicherung
gegenüber kurzfristigen Renditen vorzuziehen.
Unseren nachhaltigen unternehmerischen Erfolg messen wir
anhand klassischer finanzwirtschaftlicher Kennzahlen,
insbesondere dem Ergebnis der gewöhnlichen
Geschäftstätigkeit und dem operativen Cash Flow,
sowohl auf AG als auch auf Geschäftsbereichsebene. In
der aktuellen Aufbauphase neuer Geschäftsfelder sind
diese Messzahlen absolut und im Vorjahresvergleich von
limitiertem Aussagewert. Einzelmetriken wie
Auslastungsquote im Dienstleistungsbereich,
Volatilität der Vermögensverwaltung oder
Leerstandsquote der Immobilien sind gute Leitindikatoren
für die einzelnen Bereiche. Neben den operativen
Kennzahlen sind Substanzkennziffern wie Eigenkapitalquote
und die Liquidität ersten Grades für die
Steuerung des Unternehmens ausschlaggebend.
Auf den Bereich Immobilien bezogen sind für die
Akquisition realistische Bruttoanfangsrenditen,
ausgedrückt als Multiplikator auf die Jahresnettomiete
des Objektes und für die laufende Bewirtschaftung der
Return on Equity (RoE = Rendite auf das eingesetzte
Kapital) ausschlaggebende Kenngrößen. Bei den
Multiplikatoren streben wir eine Bandbreite von 15- bis
20-fach an. Beim RoE sind 4 bis 6 % p.a. realistisch, zu
deren Erreichung wir auch Leverage durch Fremdkapital
dosiert einsetzen. Dabei versuchen wir bankübliche
Risikoaufschläge bei den Fremdkapitalzinsen durch
ausreichend hohe Eigenkapitalquoten zu minimieren. Im
Rahmen des Immobilienportfoliomanagements sind wir dabei,
ein Kennzahlensystem für Vermietung und
Bewirtschaftung (z.B. Vermietungsquote,
Durchschnittsmiete), Investition/Finanzierung (Rendite,
Fremdkapitalquote u.ä.) sowie Bewertung
(Liegenschaftszins, Kapitalverzinsung) zu implementieren.
Daneben spielt die absolute und relative Wertentwicklung
unserer Investments, gemessen an den objektiven
Marktwerten, eine wichtige Rolle. Auch hier streben wir
Renditen im mittleren einstelligen Prozentbereich an. Im
Bereich der Finanzinvestments wird die Wertentwicklung auf
monatlicher oder quartalsmäßiger Basis gemessen,
auch unter Berücksichtigung von Aktienquoten,
Investmentstilen und den adressierten Märkten.
Risikokennzahlen wie Volatilität, Value at Risk und
Maximaler Draw Down je Periode kommen bei den
Vermögensverwaltungsmandaten als zusätzliche
Steuerungsgrößen ebenfalls zum Einsatz. Wir
bewerten grundsätzlich nach dem Gesamterfolg des
Investments. Das Erreichen von hohen Anteilen laufender
Erträge durch Zinsen und Dividenden sind für uns
von untergeordneter Bedeutung.
Im Rahmen der Fokussierung und Neuordnung unseres
Geschäfts haben wir unsere betrieblichen Abläufe
und Prozesse auf den Prüfstand gestellt und auf
Effizienz und Qualität ausgerichtet. Die Fach- und
Methodenkompetenz unserer langjährigen Mitarbeiter
steht außer Frage und manifestiert sich in schlanken
verlässlichen Strukturen. Die Mitarbeiter müssen
im Rahmen der veränderten Anforderungen sehr flexibel
auf unterschiedliche Herausforderungen reagieren und
beweisen dies auch unter hohen Belastungen. Im Gegenzug
fördern und fordern wir ein hohes Maß an
Eigenverantwortung und Entscheidungskompetenz bei unseren
Mitarbeitern. Im abgelaufenen Geschäftsjahr stand der
Aufbau von Immobilien-Know-how und zusätzlicher,
übergreifend nutzbarer Ressourcen im Vordergrund.
Insgesamt beschäftigte die Atevia AG zum Ende des
abgelaufenen Geschäftsjahres fünf Mitarbeiter
(Vorjahr: fünf Mitarbeiter).
Das Vergütungssystem der Atevia AG sieht neben der
Zahlung von Fixgehältern in sehr eingeschränktem
Umfang auch variable Gehaltsbestandteile vor, die von der
Erreichung individuell vereinbarter Erfolgsziele
abhängig sind. Darüber hinaus sind die
Mitarbeiter der Atevia AG und ihrer mehrheitlichen
Tochterunternehmen in ein Mitarbeiterbeteiligungsprogramm
in Form eines Aktienoptionsplans eingebunden. Seit 2007
wurden keine neuen Aktienoptionen mehr ausgegeben.
cd) Gesamtaussage
Die AG konnte in 2014 seine strategisch gesetzten
Meilensteine weitgehend erreichen. Die strategische
Neuausrichtung hin zu einem diversifizierten
Geschäftsmodell, bestehend aus Dienstleistungen sowie
Vermögensverwaltung mittels Finanzanlagen und
Immobilien, konnte planmäßig weitergeführt,
insbesondere im Bereich der Immobilien aber noch nicht
abgeschlossen werden. Durch das konsequent auf
Wertstabilität gerichtete restriktive Erwerbsprofil
wird eine langsame Allokation von Mitteln im
Immobiliensektor bewusst in Kauf genommen, zu dem der
Erwerb der ausgesuchten Objekte zu angemessenen Konditionen
erfolgen soll. Die sich verschärfenden
Marktbedingungen insbesondere im Immobiliensektor haben die
Investition von Mitteln zu angemessenen Konditionen
erschwert und insgesamt deutlich verlangsamt. Dies
führte zum Jahresende zu hohen Beständen an
kurzfristig angelegten gering verzinsten Finanzmitteln,
für die auch im laufenden Jahr angemessene Anlagen
gesucht werden sollen.
Die in mehreren Schritten durchgeführte Verlagerung
von liquiden Mitteln in die professionell verwaltete, breit
diversifizierte Vermögensanlage hat sich bewährt.
Nicht nur wurden die laufenden Erträge aus
Finanzanlagevermögen deutlich gestärkt, auch der
Finanzsaldo aus dem Abgang von Finanzanlagevermögen
gestaltete sich außerordentlich positiv.
Zusätzlich konnten stille Reserven gelegt werden. Die
Marktpreise des langfristig gehaltenen Sicherheitsgoldes
haben sich deutlich stabilisiert und haben sich im
laufenden Jahr sogar erfreulich positiv entwickelt.
Insgesamt fühlen wir uns auch in diesem Teil unserer
Diversifikationsstrategie bestätigt. Mit dem
Gesamtjahr sind wir sehr zufrieden, da die Assetklassen die
erwartete Rendite generierten und die intendierte
Risikodiversifikation gegriffen hat. Die ausgegebenen
Kosten- und Umsatzziele für das Gesamtjahr 2014 wurden
erreicht. Insgesamt bewegte sich die AG in 2014
ergebnisseitig im geplanten Zielkorridor und befindet sich
auf einem guten Pfad, die gesetzten Meilensteine auch
zukünftig zu erreichen.
Die wirtschaftliche Lage der AG kann insgesamt als gut
bezeichnet werden.
3. Nachtragsbericht
Am 1. Februar 2015 hat die Atevia AG über die
gleiche vorgeschaltete Objektgesellschaft, die auch beim
Kauf der Immobilien in Ludwigsburg und Augsburg aktiv war,
eine weitere Immobilie in zentraler Lage in Stuttgart
dinglich und wirtschaftlich übernommen, die alle
maßgeblichen Portfoliokriterien erfüllt. Der
Kaufvertrag war noch im Dezember 2014 geschlossen worden.
Das Geschäft hat ein Gesamtvolumen von EUR 8,9 Mio.
Wiederum kam hierbei zur Renditeverbesserung und
Risikodiversifikation eine 50%ige Fremdfinanzierung zum
Tragen. Sonstige Geschäftsvorfälle von
wesentlicher Bedeutung haben sich nach dem Bilanzstichtag
nicht ergeben.
4. Prognosebericht
Die Umstellung der Geschäftsausrichtung ist weit
fortgeschritten. In Zukunft wird der Ausbau der
Geschäftsbereiche Immobilien und Services sowie die
Verwaltung des eigenen Vermögens im Detail
vorangetrieben, ohne die grundsätzliche Richtung zu
verändern. Die erfolgreich umgesetzte diversifizierte,
risikogestreute und trotzdem renditetragende Anlage an den
Finanzmärkten soll kontinuierlich fortgesetzt und nur
in Nuancen den weiteren Erfahrungen und veränderten
Marktgegebenheiten angepasst werden. Die marktbedingte,
auch länger anhaltende Volatilität der
Erträge nimmt die AG dabei bewusst in Kauf, solange
die Substanz langfristig gesichert ist. Das zu den
Finanzanlagen komplementäre Immobiliengeschäft
hat aufgrund des kompetitiven Umfelds sein Zielvolumen noch
nicht erreicht. Die Investitionen in diesem Bereich werden
planmäßig fortgeführt.
Damit sollen die Substanz gestärkt, von
Finanzmärkten möglichst unabhängige
wirtschaftliche Erträge erzielt und so insgesamt die
Profitabilität der AG gesichert werden. Der Bestand an
liquiden Mittel gibt genügend Freiraum, strategisch zu
entscheiden und gegebenenfalls schnell zu handeln. Der
Vorstand wird seine Strategie fortlaufend weiterentwickeln
und Schwerpunkte der Investitionstätigkeit bestimmen.
Die gesellschaftsrechtliche Situation ist geordnet. Die
Entscheidung, Aktivitäten wie das Investment in
Immobilien in Tochtergesellschaften auszulagern, führt
zu zusätzlicher, aber überschaubarer
Komplexität. Zur Optimierung der Strukturen wurden mit
zwei profitablen Immobilien-GmbHs
Ergebnisabführungsverträge abgeschlossen und
implementiert. Aus Effizienzgründen wurden in
jüngster Vergangenheit mehrere Immobilien in eine
einzige Tochtergesellschaft erworben. Diese teilweise
Zusammenfassung soll auch in Zukunft fortgeführt
werden. In keinem Fall sollen mehr als drei Immobilien in
einer Tochtergesellschaft verwaltet werden. Gegebenenfalls
werden weitere Personengesellschaften gegründet.
Weitere strukturelle Maßnahmen sind nicht geplant.
Die Sollstärke auf der Personalseite ist gegeben. Die
zusätzlichen Aktivitäten im Bereich der
Immobilien werden bei Unterstützung durch
qualifizierte Teilzeitkräfte mit bestehenden
Ressourcen abgebildet. Etwaiger zusätzlicher Bedarf
wird durch professionelle externe Berater abgedeckt. Die
Kostenbasis der AG wird sich in Abhängigkeit von der
Entstehung externer Einmalkosten weitgehend stabil
entwickeln. Hinzu kommen die angemessenen Kosten auf Ebene
der Immobiliengesellschaften in Abhängigkeit von den
gehaltenen und erworbenen Objekten.
Ausbau des Geschäftsbereichs "Immobilien"
Den begonnenen Aufbau des Portfolios im Bereich
Immobilien wird die AG im Rahmen der Marktgegebenheiten
fortsetzen. Die Selektionskriterien sind klar definiert:
Bestandsimmobilien in Kernlagen süddeutscher Mittel-
und Oberzentren, Altbau, wenn möglich mit gemischter
oder reiner Wohnnutzung, voll oder ganz weitgehend saniert.
Die aktuelle Markterfahrung zeigt allerdings, dass die
rein gewerbliche Nutzung bei den für uns attraktiven
Objekten deutlich überwiegt basierend auf einer
besseren Wirtschaftlichkeit gewerblicher Mieter mit
indexierten Verträgen und höherem Mietzins. Die
Mieterstruktur sollte dennoch diversifiziert sein und die
durchschnittliche Restlaufzeit der Mietverträge hoch.
Die Größenordnung der Einzelinvestments wird
typischerweise zwischen EUR 4 bis 15 Mio. liegen,
abgeleitet aus den Objekt- und Lagekriterien. Die Atevia AG
ist bereit, markt- und risikoadäquate Kaufpreise zu
zahlen. Liebhaberpreise oder auf Verkaufsgewinne
abgestellte Aufschläge werden nicht akzeptiert.
Entsprechend sollte der Multiplikator auf die
Nettojahresmiete den Faktor 20 keinesfalls
übersteigen. Die Strategie ist auf langfristigen
Besitz und profitable Bewirtschaftung ausgerichtet. Das
Gesamtvolumen der Investments ist vorerst nicht begrenzt.
Die Gesellschaft geht allerdings davon aus, dass das
Gesamteigenkapitalinvestment der AG und der
Tochtergesellschaften (ohne Bankverbindlichkeiten) bis Ende
des Jahres 2015 nicht mehr als EUR 40 Mio. betragen wird,
vor allem, weil aus Rendite- und
Risikodiversifikationsgründen die teilweise
Fremdfinanzierung neuer Objekte grundsätzlich
angestrebt wurde. Umsätze und Kosten werden in dem
Maße in größeren Schritten ansteigen, wie
neue Objekte erworben werden.
Parallel wird die Atevia AG das
Dienstleistungsgeschäft fortsetzen, verbunden mit dem
Ziel, bestehende Ressourcen optimal zu nutzen und
Erfahrungen in neuen Arbeitsgebieten zu sammeln. Die
Managementdienstleistungen für Dritte werden
langfristig leicht sinken. Wegfallende Umsätze durch
geringere Leistungsabrufe einzelner Kunden bei den
Büro- und sonstigen Services werden voraussichtlich
nicht durch andere Kundenbeziehungen aufgefangen werden
können. Die Kosten sollten sich 2015 bei leicht
fallenden Umsätzen weitgehend stabil entwickeln. Das
Dienstleistungsgeschäft wird profitabel bleiben und
einen Deckungsbeitrag für die Strukturkosten der
Atevia AG leisten.
Finanzinvestitionen
Der verbliebene Bestand an frei verfügbaren
liquiden Mittel wird bis zur Entscheidung über deren
langfristige Verwendung unverändert geldmarktnah und
risikoarm angelegt werden. Die
Vermögensverwaltungsmandate haben ein
plangemäßes Volumen erreicht und sollen vorerst
nicht weiter aufgestockt werden. Jedoch werden die
erwirtschafteten Erträge ebendort wieder angelegt.
Ziel bleibt insgesamt das risikodiversifizierte Investment
in verschiedenen Asset-Klassen mit Renditen über der
Inflationsrate. Zusammen mit unseren Beratern gehen wir
guten Mutes ins Jahr 2015. Die Aussichten für die
Aktienmärkte sind aufgrund der geldpolitischen
Weichenstellungen hervorragend. Die wirtschaftlichen und
politischen Bedrohungsszenarien sind jedoch weiter gegeben.
Aufgrund unseres großen Finanzvermögens
bleiben wir gegenüber Finanzmarktkrisen exponiert. Mit
hoher Volatilität und temporären
Rückschlägen mit Auswirkungen auf die Ertragslage
ist immer zu rechnen. Die risikolose Anlage des gesamten
Vermögens zu Nullzinsen nahe der Inflationsrate ist
jedoch keine tragfähige Alternative. Separat zu
betrachten ist die Anlage in physischem Gold, unsere
Sicherheitsposition für extreme Marktsituationen. Zwar
war das vergangene Jahr stabil, jedoch kann es jederzeit zu
signifikanten Marktbewegungen kommen, die zu Buchverlusten
führen können. Das langfristige Konzept des
Sicherheitsgoldes, diese Position unabhängig von
sonstigen Anlageüberlegungen zu halten, bleibt davon
unangetastet.
Geschäftsplanung
Die operative Kostenbasis für den Betrieb der
Atevia AG, den Servicebereich und die Steuerung des
Immobilienbereichs (Akquisition und Controlling) wird sich
2015 annualisiert auf dem erreichten Niveau 2014 weitgehend
stabil entwickeln. Die Umsätze aus den
Dienstleistungen werden leicht sinken. Aus heutiger Sicht
werden sich die Kosten auf Ebene der AG für das
Gesamtjahr bei maximal EUR 2,5 Mio. bewegen. Die aktuell
sehr komfortable Liquidität 1. Grades wird sich in
Abhängigkeit weiterer Immobilieninvestitionen
abschwächen.
Der Vorstand geht davon aus, dass das Jahresergebnis
2015 auf der Grundlage der aktuellen Vermögens- und
Finanzstruktur wieder im niedrigen einstelligen
Millionenbereich liegen wird. Dies berücksichtigt
nicht möglicherweise notwendige Bewertungsanpassungen
in den Finanzanlagen.
Unsere Fähigkeit, auch zukünftig unseren
Zahlungsverpflichtungen fristgerecht nachzukommen, steht
außer Frage.
5. Chancen- und Risikobericht
Risikomanagementziele, -grundsätze und -methoden
Das systematische Management von Risiken gehört zu
den Grundpfeilern unserer Geschäftspolitik und sichert
Bestand und Wachstum unseres Unternehmens. Einzelrisiken
wie Kurs- und Zinsrisiken werden separat betrachtet.
Ansonsten verfolgen wir einen Portfolioansatz. Das
Risikomanagement gewährleistet eine Identifikation und
Kontrolle von Risiken. Der bewusste Umgang mit Risiken ist
eine Grundvoraussetzung für nachhaltigen
geschäftlichen Erfolg, denn ohne Eingehen von Risiken
ist unternehmerisches Handeln nicht denkbar.
Durch das hohe Gewicht des freien Vermögens im
Vergleich zu operativ gebundenen Mitteln hat sich der
Risikofokus in den letzten Jahren zuletzt deutlich auf
Finanzmarkt- und Anlagerisiken verlagert. Durch die
strategische Entscheidung für Immobilieninvestitionen
treten wir diesem Trend entgegen, haben nun aber zunehmend
Markt- und Objektrisiken aus Immobilieninvestitionen zu
adressieren. Risiken aus Kapitalmarktorientierung haben
durch den Wegfall der Börsennotierung am regulierten
Markt deutlich abgenommen, wobei die AG eine Vielzahl der
bewährten Prozesse, z.B. bei der Durchführung der
Hauptversammlung oder in den Investor Relations beibehalten
hat.
Aktuell werden im Rahmen des Risikomanagements
insbesondere die folgenden Einzelrisiken intensiv verfolgt:
Chancen und Risiken im Bereich der Anlage von finanziellen Mitteln
Die Atevia AG verfügt trotz der teilweisen
Auskehrung von Kapitalmitteln im Wege der Dividendenzahlung
und Aktienrückkäufe über erhebliche liquide
Mittel. Aus diesen Eigenmitteln wurden in den letzten vier
Jahren insgesamt rund EUR 145 Mio. mit längerfristiger
Perspektive angelegt. Bereits in 2011 hat sie AG mit dem
Kauf von physischem Gold begonnen, welches etwa 10% des
Vermögens der AG ausmacht. Die Atevia AG erachtet das
Investment in physisches Gold als langfristige,
komplementäre Anlage ohne jeden spekulativen
Hintergrund. Wie in 2013 durch die Marktentwicklung
bewiesen, ist das Verlustrisiko auf kurze Frist betrachtet
hoch, insbesondere aufgrund spekulativer Kräfte im
Markt. Diese kurzfristigen Marktbewegungen sind im Lichte
des Gesamtvermögens und der unterliegenden Strategie
zu würdigen. Etwaige zwischenzeitliche Wertverluste
des Goldes implizieren auf der anderen Seite höhere
Stabilität der Finanzmärkte und entsprechend
höhere Wertbeständigkeit bei den Finanzanlagen.
Das durchaus substantielle Risiko für die
Goldposition hieraus nimmt die AG in Kauf. In EUR gerechnet
lag der Marktpreis für Gold Ende 2014 deutlich unter
den gezahlten Einstandskursen, aber etwa auf dem Niveau der
Buchwert. Die Tendenz war seit Ende 2014 aufwärts
gerichtet, die alten Niveaus sind jedoch noch nicht wieder
erreicht und die Aussichten unsicher. Weitere
außerplanmäßige Abschreibungen waren nicht
notwendig. Die Markteilnehmer sind unverändert uneins
über die weitere Marktpreisentwicklung. Sie ist
abhängig von den weltweiten wirtschaftlichen und
politischen Entwicklungen, der möglichen
EUR/Dollar-Parität, den Zinsen für langlaufende
Staatsanleihen und zu einem großen Teil auch von
spekulativen Aktivitäten großer Marktteilnehmer.
Wieder eintretende Kursverluste und daraus resultierende
außerplanmäßige Abschreibungen können
entsprechend nicht ausgeschlossen werden.
Bei der Vergabe der drei
Vermögensverwaltungsmandate im Nachgang zur
Entspannung der Eurokrise im Spätsommer 2012 wurden
ebenfalls verschiedene Risikobegrenzungsmechanismen
implementiert. Die Vermögensverwalter wurden in einem
strukturierten Auswahlprozess ausgesucht und insbesondere
deren Fähigkeit zur diversifizierten,
parametergesteuerten Finanzanlage überprüft. Die
Mandate basieren auf klaren Absprachen bezüglich
Risikofaktoren und zugelassenen Anlageklassen.
Regelmäßiges Reporting und
Anlageausschusssitzungen ergänzen die Risikosteuerung.
Die zusammengefassten Kennzahlen werden monatlich in den
Gremien zirkuliert. Die bisherigen Erfahrungen sind positiv
und Änderungen vorerst nicht vorgesehen.
Die diversifizierte Anlage der Mittel bietet neben den
Risiken die Chance, mit überschaubaren und breit
gestreuten Risiken an einer positiven Entwicklung der
Finanzmärkte teilzunehmen.
Die verbliebenen freien, kurzfristig angelegten
Finanzmittel von ca. EUR 31 Mio. sind geldmarktnah, d. h.
mit Laufzeiten bis zu sechs Monaten, angelegt.
Zinsänderungsrisiken wurden damit weitgehend
ausgeschlossen. Dem institutsbezogenen Counterparty-Risiko
wurde durch Limitierung des Anlagebetrages je Bank auf
maximal EUR 10 Mio. Rechnung getragen. Diese Mittel stehen
für weitere Investitionsentscheidungen im
Immobilienbereich, Ausweitungen der aktiven
Vermögensverwaltungen oder Ausschüttungen an
Aktionäre zu Verfügung.
Chancen und Risiken im Bereich der Immobilien
Die mit den Immobilen verbundenen Risiken lassen sich in
die drei Kategorien Rendite-, Preis- und operative Risiken
einteilen:
Renditerisiken entstehen, wenn für das Objekt
realisierbare Einnahmen und Ausgaben nicht in einem
angemessenen Verhältnis stehen.
Dies wird durch die zwingenden Auswahlkriterien und die
Due Diligence adressiert. Im Investitionsfokus der Atevia
AG liegen keine Entwicklungsobjekte, die einhergehend mit
hohen Projektrisiken erst noch in eine
vermietungsfähige Situation entwickelt werden
müssen, sondern weitgehend durch sanierte Gebäude
mit einem hohen Vermietungsstand und geringen
Leerständen. Im Laufe der Zeit ist natürlich
immer wieder mit Kündigungen und Leerständen zu
rechnen. Die Neuvermietung gehört zu den operativen
Aufgaben und wird mit Hilfe von Maklern durchgeführt.
Der Schwerpunkt auf den Erwerb von Altbauten in guten und
sehr guten Lagen ist bewusst gewählt unter dem Aspekt
der Wertstabilität. Das unterliegt der Annahme, dass
Altbauten weniger einer Mode unterworfen sind wie moderne
Bauten, die naturgemäß den Zeitgeist der
kommenden Jahre nicht vorwegnehmen können.
Bei der Objektauswahl spielt zudem die Struktur und
Bonität der Mieter, die Wiedervermietbarkeit bei
zurückgegebenen Flächen, die Restlaufzeiten
insbesondere bei gewerblichen Mietverträgen und die
Indexierung in den Mietverträgen eine Rolle, um einen
stabilen Mietertragsstrom zu erhalten.
Hinsichtlich der Zielstädte sind für uns
Städte mit hoher wirtschaftlicher Stärke und
Dynamik interessant, die auf eine langfristige Nachfrage
von wirtschaftlich gesunden Mietern schließen lassen.
Beim Neuerwerb werden Objekte in einer ausführlichen
Due Diligence auf Herz und Nieren geprüft, auf deren
Ergebnissen dann die Anlageentscheidungen getroffen werden.
Dabei bedienen wir uns externer Experten, wie
Immobilienberatern, Architekten und Gutachtern bei der
technischen Due Diligence oder spezialisierten
Steuerberatern und Anwälten für die steuerliche
und rechtliche Due Diligence. Bei der Bestimmung des
Kaufpreises werden zudem Marktdaten durch Analysten von
Immobilienmärkten zu Rate gezogen.
Preisrisiken entstehen, wenn kalkulatorisch hohe
Wiederverkaufspreise die Rentabilität einer
Investition gewährleisten müssen. Trotz eines
engen Angebotsmarkts der gesuchten Zielobjekte investiert
die Atevia AG im Zweifel eher nicht, wenn die
Mindest-Renditeziele mit einem Objekt mit den laufenden
Zahlungsströmen und über einen Zeitraum von
mindestens zehn Jahren nicht erreicht werden können.
Höhere Wiederverkaufspreise spielen bei der
Betrachtung keine Rolle. Die Immobilien werden nicht als
Spekulationsobjekte oder Objekte, mit dem Ziel einen
kurzfristigen Verkaufserlös zu generieren, erworben,
sondern als wertbeständige Garanten einer soliden
nachhaltigen Mietrendite.
Operative Risiken bestehen bei jeder Vermietung und
Verpachtung und werden mit regionaler Distanz und
Komplexität der Organisation größer. Durch
den Einsatz von professionellen Hausverwaltungen mit
lokaler Kompetenz wird sichergestellt, dass einerseits
Umweltschutz- und Energiesparauflagen fristgerecht
umgesetzt werden, aber auch rechtzeitig Reparatur-,
Instandhaltungs- und Modernisierungsarbeiten
durchgeführt werden, um Schäden am Gebäude
vorzubeugen. Die Überwachung von
Zahlungseingängen und die korrekte Verwaltung der
Nebenkosten erfolgt ebenfalls durch die professionellen
Dienstleister. Die Buchhaltung wird getrennt gehalten.
Controlling, Steuerung und Freigabe größerer
Zahlungen und wichtiger Verträge erfolgen aus der
Obergesellschaft. Alle erforderlichen Versicherungen
für die Immobilien wurden abgeschlossen.
Durch den Abschluss der
Ergebnisabführungsverträge mit der AIT und der
AIT, Genehmigung durch die Hauptversammlung der AG vom 4.
August 2014 und anschließender Eintragung der
Verträge ins Handelsregister wurden die beiden
Gesellschaften in den Organkreis der Atevia AG aufgenommen.
Die AG und das dort gehaltene Vermögen haften damit
für etwaige Verluste in den GmbHs. Da beide GmbHs
derzeit profitabel sind und neben Gesellschafterdarlehen
keine Fremdfinanzierung haben, ist das entstehende Risiko
sehr überschaubar. Zu beachten ist allerdings, dass
der jeweils 5,2 % Minderheitsgesellschafter künftig
unabhängig von der Gewinnsituation der GmbHs
gesetzlich verpflichtend und vertraglich vereinbart
Ausgleichszahlungen in Höhe von insgesamt TEUR 29,4
erhält. Diesem Risiko stehen deutlich höhere
steuerliche Vorteile aus den
Ergebnisabführungsverträgen gegenüber.
Neben den beschriebenen Risiken bietet die Anlage in
Immobilien die Chance, an der prognostizierten guten
Entwicklung des Immobilienmarktes in Deutschland zu
partizipieren und mit den Objekten kontinuierliche,
langfristig prognostizierbare Ergebnisse zu generieren.
Rechtsstreitigkeiten und steuerliche Risiken
Die ordentliche Betriebsprüfung ist für die
Jahre 2003 bis 2007 der AG abgeschlossen und rechtswirksam.
Durch Fristablauf wurden per 31. Dezember 2013 auch die
Abschlüsse für das Jahr 2008 abgeschlossen und
rechtswirksam. Für künftige
Betriebsprüfungen kann naturgemäß nicht
ausgeschlossen werden, dass Feststellungen im Rahmen der
Betriebsprüfungen zu Steuernachzahlungen für
vergangene Veranlagungszeiträume führen. Derzeit
liegen keine konkreten Anhaltspunkte für solche
Nachzahlungen vor, die einen wesentlichen Einfluss auf die
Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der AG haben
könnten. Gleichwohl kann dies grundsätzlich nicht
vollständig ausgeschlossen werden. Risiken aus
Rechtsstreitigkeiten bestehen derzeit nicht.
Gesamtaussage
Wirtschaftliche Tätigkeit ist untrennbar mit dem
Eingehen von Risiken verbunden. Die Atevia AG ist
insbesondere der volatilen Entwicklung der
Finanzmärkte sowie -in weit geringerem Maße -der
Entwicklung des Gewerbeimmobilienmarktes ausgesetzt. Durch
die substantiellen, diversifizierten
Vermögensallokationen der letzten Jahre haben wir die
Risiken deutlich breiter gestreut. Neben dieser klassischen
Risikoverteilung, bemühen wir uns im Immobilienbereich
bewusst um komplementäre Risiken bei
auskömmlichen Renditeaussichten. Vor dem Hintergrund
unserer finanziellen Stabilität sehen wir uns für
die Bewältigung der künftigen Risiken gut
gerüstet. Risiken, die den Fortbestand der
Gesellschaft gefährden könnten, sind derzeit
nicht erkennbar.
6. Risikoberichterstattung über die Verwendung von Finanzinstrumenten
Die Atevia AG legt ihre Mittel fast vollständig in
originären Finanzinstrumenten an und nutzt direkt
keine derivativen Finanzinstrumente zur Absicherung von
Marktpreis-, Ausfall- oder Liquiditätsrisiken. Auch im
Rahmen der vereinbarten Vermögensverwaltungsmandate
wurde grundsätzlich das Direktinvestment als Einzel-
oder Fondsanlage als Regelanlage festgelegt. Es sind keine
Investmentvehikel zwischengeschaltet. Spekulation mit
Derivativen ist nicht zulässig. Die beauftragten
Institute haben in den Grenzen der Anlagerichtlinien die
Möglichkeit, Finanztermingeschäfte zur Abdeckung
von Marktrisiken (Hedge) und Renditeoptimierung
einzusetzen. Zum Jahresende 2014 bestanden bei zwei der
drei Vermögensverwalter keine Verpflichtungen aus
Finanzderivaten. Beim dritten Verwalter belief sich das
Volumen auf unter TEUR 165. Es handelt sich um die
Absicherung von Währungsrisiken innerhalb eines
gekauften Investmentfonds. Der Umfang der eingegangen
Risiken wird monatlich anhand der eingegangenen Reports
überprüft, mit dem Verwalter diskutiert und
gesteuert.
Zu den in der AG bestehenden originären
Finanzinstrumenten zählen im Wesentlichen Wertpapiere,
Edelmetalle, Forderungen, Verbindlichkeiten sowie Guthaben
bei Kreditinstituten.
Die AG verfügt über einen solventen
Kundenstamm sowie über solvente Mieter.
Forderungsausfälle sind die absolute Ausnahme. Zudem
besteht eine langjährige Zusammenarbeit mit einem
Großteil der Kunden, soweit sie nicht aus den
Mietverhältnissen der in 2012 bis 2014 erworbenen
Objekte stammen.
Verbindlichkeiten werden innerhalb der vereinbarten
Zahlungsfristen gezahlt. Die in 2013 und 2014
hinzugekommenen und üblich besicherten
Bankverbindlichkeiten werden planmäßig bedient.
Ziel des Finanz- und Risikomanagements der AG ist die
Sicherung des Unternehmenserfolgs gegen finanzielle Risiken
jeglicher Art. Beim Management der Finanzpositionen
verfolgt die AG eine konservative Risikopolitik. Zur
Absicherung gegen das Liquiditätsrisiko wird für
jede Transaktion ein Liquiditätsplan erstellt, der
einen Überblick über die Zahlungsflüsse
vermittelt. Soweit bei finanziellen Vermögenswerten
Ausfall- und Bonitätsrisiken erkennbar sind, werden
entsprechende Wertberichtigungen vorgenommen. Zur Minderung
von Ausfallsrisiken verfügt das Unternehmen über
ein adäquates Debitoren-Management. Darüber
hinaus informieren wir uns vor Eingehung einer neuen
Geschäftsbeziehung stets über die Bonität
unserer Kunden bzw. Mieter.
7. Schlusserklärung zum Abhängigkeitsbericht gemäß § 312 AktG
Unsere Gesellschaft hat bei den im Bericht über die
Beziehungen zu verbundenen Unternehmen aufgeführten
Rechtsgeschäften nach den Umständen, die uns im
Zeitpunkt, in dem die Rechtsgeschäfte vorgenommen
wurden, bekannt waren, bei jedem Rechtsgeschäft eine
angemessene Gegenleistung erhalten. Benachteiligende
Maßnahmen auf Veranlassung oder im Interesse des
beherrschenden Unternehmens oder eines mit ihm verbundenen
Unternehmens wurden nicht getroffen oder unterlassen.
Dieser Beurteilung liegen die Umstände zugrunde, die
uns im Zeitpunkt der berichtspflichtigen Vorgänge
bekannt waren.
Karlsruhe, den 30. März 2015
Atevia AG
| Michael Greve | Matthias Hornberger | Frank Schüler |
| Vorstandsvorsitzender | Mitglied des Vorstands | Mitglied des Vorstands |
Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers
An die Atevia AG, Karlsruhe:
Wir haben den Jahresabschluss -bestehend aus Bilanz,
Gewinn- und Verlustrechnung sowie Anhang -unter
Einbeziehung der Buchführung und den Lagebericht der
Atevia AG, Karlsruhe, für das Geschäftsjahr vom
1. Januar bis zum 31. Dezember 2014 geprüft. Die
Buchführung und die Aufstellung von Jahresabschluss
und Lagebericht nach den deutschen aktienrechtlichen
Vorschriften und den ergänzenden Bestimmungen der
Satzung liegen in der Verantwortung der gesetzlichen
Vertreter der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der
Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine
Beurteilung über den Jahresabschluss unter
Einbeziehung der Buchführung und über den
Lagebericht abzugeben.
Wir haben unsere Jahresabschlussprüfung nach §
317 HGB unter Beachtung der vom Institut der
Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen
Grundsätze ordnungsmäßiger
Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die
Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass
Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die
Darstellung des durch den Jahresabschluss unter Beachtung
der Grundsätze ordnungsmäßiger
Buchführung und durch den Lagebericht vermittelten
Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage
wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt
werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen
werden die Kenntnisse über die
Geschäftstätigkeit und über das
wirtschaftliche und rechtliche Umfeld der Gesellschaft
sowie die Erwartungen über mögliche Fehler
berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die
Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen
Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben in
Buchführung, Jahresabschluss und Lagebericht
überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt.
Die Prüfung umfasst die Beurteilung der angewandten
Bilanzierungsgrundsätze und der wesentlichen
Einschätzungen der gesetzlichen Vertreter sowie die
Würdigung der Gesamtdarstellung des Jahresabschlusses
und des Lageberichts. Wir sind der Auffassung, dass unsere
Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für
unsere Beurteilung bildet.
Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen
geführt.
Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der
Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der
Jahresabschluss den gesetzlichen Vorschriften und den
ergänzenden Bestimmungen der Satzung und vermittelt
unter Beachtung der Grundsätze
ordnungsmäßiger Buchführung ein den
tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild
der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der
Gesellschaft. Der Lagebericht steht in Einklang mit dem
Jahresabschluss, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild
von der Lage der Gesellschaft und stellt die Chancen und
Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.
Stuttgart, 2. April 2015
Ebner Stolz GmbH & Co. KG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
Steuerberatungsgesellschaft
| Christian Fuchs | Dr. Christoph Eppinger |
| Wirtschaftsprüfer | Wirtschaftsprüfer |