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Autodoc SE SE

Berlin ·HRB 247677 Charlottenburg (Berlin)
Part 1 / 2

Structured data

Parsed, typed and queryable directly through the API.

Overview

Legal form
SE
Address
Josef-Orlopp-Straße 55
10365 Berlin
Commercial register
HRB 247677, Charlottenburg (Berlin)
Registration date
November 16, 2022
Industry
Tätigkeiten der Großhandelsvermittlung von Kraftwagen
Tätigkeiten der Großhandelsvermittlung von Kraftwagenteilen und -zubehör
Tätigkeiten der Großhandelsvermittlung von Krafträdern, Kraftradteilen und -zubehör
Purpose
Die Entwicklung, Vermarktung und Erbringung von lnternetdienstleistungen (E-commerce für unterschiedliche Güter, insbesondere Fahrzeugteile), die Entwicklung, Herstellung und Vermarktung solcher Güter und der Handel damit, die Erbringung von sonstigen digitalen Dienstleistungen und Logistikdienstleistungen sowie die Verwaltung eigenen Vermögens.

Financials

Revenue 2024
1,56 Mrd. €
Employees 2024
5.009
Total assets 2024
292,35 Mio. €
Net income 2024
65,74 Mio. €
2 previous years · values unlocked with an API key Get API key →

Balance sheet

2024
Assets 292,35 Mio
  • Current Assets 94,5 % 276,36 Mio
  • Fixed Assets 3,8 % 11,04 Mio
  • Prepaid Expenses 1,7 % 4,95 Mio
Liabilities and Equity 292,35 Mio
  • Liabilities 49,8 % 145,53 Mio
  • Provisions 25,5 % 74,67 Mio
  • Equity 24,5 % 71,76 Mio
  • Accrued Expenses 0,1 % 395,0 k
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Balance sheet data available for 2 earlier fiscal years.

Profit & loss

2024
Income 3,38 Mrd
  • Revenue 46,1 % 1,56 Mrd
  • Material expenses 26,8 % −903,40 Mio
  • Other operating expenses 15,9 % −537,11 Mio
  • Balance sheet profit/loss 1,9 % 65,75 Mio
  • Result after taxes 1,9 % 65,75 Mio
  • Annual net profit/loss 1,9 % 65,74 Mio
  • Gewinnvortrag 1,6 % 53,37 Mio
  • Ausschüttung 1,6 % −53,37 Mio
  • Personnel expenses 0,9 % −31,33 Mio
  • Income and profit taxes 0,9 % −29,58 Mio
  • Other operating income 0,2 % 6,37 Mio
  • Income from investments 0,1 % 2,67 Mio
  • Other interest and similar income 0,1 % 2,19 Mio
  • On intangible assets and property, plant, and equipment 0,0 % −1,35 Mio
  • Other capitalized own work 0,0 % 424,0 k
  • Interest and similar expenses 0,0 % −294,0 k
  • Erträge aus Gewinnabführungsverträgen 0,0 % 19,0 k
  • Other taxes 0,0 % −1,0 k
Expenses 15,0 k
  • Aufwendungen aus Verlustübernahmen 100,0 % −15,0 k
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P&L data available for 2 earlier fiscal years.

Authorized representatives

  • Dmitri Zadorojnîi since 2022 Board Member
  • Abdullah Uyar since 2025 Procura
  • Christian Stefan Klein since 2023 Procura
  • Sebastian Bleser since 2024 Procura
  • Svetlana Schiel since 2022 Procura
6 former representatives · viewable with an API key Get API key →

Ownership & holdings

Holds shares in

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History

  1. 2025
  2. 12.12.
    Member entry
    Abdullah Uyar · Procura
  3. 22.10.
    Exit of position
    Kai Bremer · Procura
  4. 16.06.
    Change of capital
    Autodoc SE
  5. 12.03.
    Exit of position
    Wemax Group GmbH & Co. KG · Limited Partner
  6. 2024
  7. 27.12.
    Member entry
    Partio GmbH & Co. KG · Limited Partner
  8. 02.07.
    Correction of personal data
    D***** Z****** · Board Member
  9. 02.07.
    Member entry
    Sebastian Bleser · Procura
  10. 2023
  11. 17.11.
    Member entry
    Christian Stefan Klein · Procura
23 more entries Get API key →
Part 2 / 2

Raw data & documents

Original filings, full-text markdown and PDFs — full content via the API.

Annual statements (full text)

Published reports as markdown — including management report, balance sheet, P&L and appendix.

  • 2024 Jahresabschluss
  • 2023 Jahresabschluss
  • 2022 Jahresabschluss
Previous year — readable in full

Jahresabschluss 2023

Published April 2, 2025 · Source: Bundesanzeiger

Autodoc SE

Berlin

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023

Inhalt

1. Zusammengefasster Lagebericht für das Geschäftsjahr 2023

1.1. Grundlagen der Unternehmensgruppe

1.2. Wirtschaftsbericht

1.3. Lage

1.4. Prognose-, Risiko- und Chancenbericht

1.5. Ergänzende Lageberichterstattung zum Einzelabschluss der Autodoc SE.

2. Jahresabschluss für das Geschäftsjahr 2023

2.1. Bilanz

2.2. Gewinn- und Verlustrechnung

2.3. Anhang für das Geschäftsjahr 2023

1. Zusammengefasster Lagebericht für das Geschäftsjahr 2023

Der AUTODOC Konzernlagebericht wurde gemäß § 315 Abs. 5 HGB in Verbindung mit § 298 Abs. 2 HGB mit dem Lagebericht der Autodoc SE zusammengefasst. Aus diesem Grund wird der Lagebericht auch als zusammengefasster Lagebericht bezeichnet. Der Jahresabschluss der Autodoc SE, der nach den Vorschriften des HGB aufgestellt wird, und der zusammengefasste Lagebericht werden zeitgleich beim Unternehmensregister veröffentlicht. Die bereitgestellten Informationen gelten, soweit nicht anders vermerkt, für den AUTODOC Konzern sowie für die Autodoc SE gemeinsam. Sind in bestimmten Abschnitten Informationen zur Autodoc SE enthalten, sind diese als solche gekennzeichnet.

1.1. Grundlagen der Unternehmensgruppe

1.1.1. Geschäftsmodell

Der AUTODOC Konzern (im Weiteren auch kurz "AUTODOC" genannt) mit Sitz in Berlin ist im Automotive Aftermarket auf den Onlinehandel mit Autoersatzteilen spezialisiert. Die Autodoc SE (bis 15. November 2022 "Autodoc AG") ist unverändert sowohl die Muttergesellschaft des AUTODOC Konzerns als auch die bedeutendste operative Einheit. Am 16. November 2022 wurde der Umwandlungsbeschluss vom 7. November 2022 ins Handelsregister eingetragen und damit die formwechselnde Umwandlung der Autodoc AG in die Autodoc SE vollzogen. Folglich wird im vorliegenden Dokument bei nicht rein historischen Darstellungen die Autodoc SE als Konzernobergesellschaft genannt.

AUTODOC bot auch im Jahr 2023 in 27 europäischen Ländern ein umfassendes Produktsortiment an Kfz-Ersatzteilen, -Verbrauchsmaterial und -Zubehör in seinen Online-Shops an. Seit der Gründung im Jahr 2008 hat sich AUTODOC zu einer international tätigen Unternehmensgruppe mit Tochterunternehmen in mehreren Ländern entwickelt. Die wesentlichen operativen Aktivitäten werden durch die Autodoc SE in Berlin gesteuert.

AUTODOC ist in der gesamten Wertschöpfungskette von Wareneinkauf über Vertrieb bis hin zur Vermarktung und Kundenberatung tätig. Zur Abwicklung des Autoteilehandels hat AUTODOC drei Logistikstandorte mit mehreren Warenlagern und Verteilungszentren in Berlin (Deutschland), Stettin (Polen) und Cheb (Tschechische Republik). Kundenservice und -support werden mehrsprachig in 23 Landessprachen angeboten. Darüber hinaus unterstützt AUTODOC seine Kunden durch umfangreiche Reparaturanleitungen sowie durch ausgiebige Erklärvideos im Internet. Die AUTODOC Gruppe hat keine eigenen Produktionsstätten, es werden jedoch langjährige sowie enge Beziehungen zu Herstellern und Lieferanten gepflegt. Darüber hinaus werden Produkte der Eigenmarken Ridex und Stark vertrieben, die im Auftrag für AUTODOC produziert werden. Auf die Online-Shops der AUTODOC Gruppe wird durch Online-Werbung und Suchmaschinenoptimierung aufmerksam gemacht.

AUTODOC gilt auch im Jahr 2023 als Europas größte und wachstumsstärkste Unternehmensgruppe der Automotive-Aftermarket-Branche im Onlinehandel mit Autoersatzteilen. 1 Der Konzern verfolgt unverändert das Ziel, diese Führungsposition weiter auszubauen.

1 https://www.speed4trade.com/documents/Speed4Trade_AA-STARS-6_Studienpapier_Jan-2024.pdf

1.1.2. Konzernstruktur und Beteiligungen

In der Autodoc SE sind sowohl die operativen Tätigkeiten als auch übergreifende Konzernfunktionen bspw. in den Bereichen Legal, Einkauf, Vertrieb, Marketing und Finanzen gebündelt. Die Tochtergesellschaften, an denen die Autodoc SE direkt oder indirekt mit einem Stimmrechtsanteil von 100 % beteiligt ist, erbringen größtenteils Servicedienstleistungen für die Bereiche Logistik, Lagerhaltung, Kundensupport und Eigenmarkeneinkauf.

Der Konsolidierungskreis hat sich durch Gründung von vier weiteren Dienstleistungsgesellschaften in Luxemburg (Autodoc Luxembourg S.a r.l.), Kasachstan (Autodoc Kazakhstan LLP), Niederlande (Autodoc Nederland B.V.) und Deutschland (Core Automotive GmbH) im Geschäftsjahr 2023 vergrößert.

Die Gesellschaft 000 Foresight LLC mit Sitz in Nowosibirsk, Russische Föderation, befindet sich in der Liquidation.

Die Konzernstruktur ist im Folgenden dargestellt:

Die Geschäfte der Autodoc SE werden durch den Vorstand geführt, welchem nach einem Personalwechsel nunmehr Dmitry Zadorojnii (CEO seit 28. September 2022) und Lennart Schmidt (CFO ab 1. Oktober 2023) angehören. Sandra Dax gehörte als Co-CEO vom 1. Oktober 2022 bis 30. September 2023 dem Vorstand an.

1.1.3. Absatzmärkte und Branchenzugehörigkeit

Der Absatzmarkt für AUTODOC hat sich in den vergangenen Jahren mit dem Trend zum Onlinehandel im Aftermarket bzw. Sekundärmarkt vergrößert. Während der globale Automotive Aftermarket nach Aussagen von Branchenreports 2 in diesem Jahrzehnt nur noch mäßig (3 % p. a.) wachsen dürfte, ist davon auszugehen, dass der Trend zur Digitalisierung auch in den kommenden Jahren anhält.

Als Onlinehändler zählt AUTODOC zu den so genannten "Digital Entrants", also zu Marktteilnehmern, die ihre Kundenansprache und den Verkauf online fokussieren und nicht an die Erstausrüster (OEMs) gebunden sind.

2 McKinsey Center for Future Mobility: Ready for Inspection - The Automotive Aftermarket in 2030

Das Potenzial des europäischen Marktes für Automobilteile, -zubehör und -ausrüstung sowie für Reparaturen ("Automotive Aftermarket") wird bis 2030 nach Einschätzung der Unternehmensberatung Mckinsey auf insgesamt ca. 280 Mrd. Euro, mit einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate (CAGR) von 4 % anwachsen. Dabei wird dem digitalen Markt das bei Weitem größte Wachstum zugetraut. Im Jahr 2030 könnte ein Anteil von bis zu 25 % am automobilen Sekundärmarkt auf die "Digital Entrants" entfallen. Derzeit macht ihr Anteil rund 10 % aus. 3

Der Versand der bestellten Produkte an Kunden erfolgt im Wesentlichen durch die Logistikstandorte in Berlin (Deutschland), Stettin (Polen) und Cheb (Tschechische Republik).

1.1.4. Kunden

AUTODOC verfügte zum Ende des Geschäftsjahres 2023 über eine Kundenbasis von rund 7,4 Mio. aktiven Kunden im Vergleich zum Vorjahr mit 6,6 Mio. 4 Die im Vergleich zum Vorjahr leicht gestiegene Retourenquote von rund 7,9% (Vorjahr 7,0%) deutet weiterhin auf eine hohe Kundenzufriedenheit hin.

Die Kunden von AUTODOC sind überwiegend Endverbraucher ("B2C"), also private Fahrzeugbesitzer. Zunehmend wächst auch der Anteil an Geschäftskunden ("B2B"). Zu letzteren zählen unabhängige Werkstätten und andere kleine und mittelgroße Akteure im unabhängigen Automotive Aftermarket (z. B. unabhängige Mechaniker, Autohändler, Karosseriewerkstätten, Reifenmontagestationen oder Firmenflottenbetreiber).

AUTODOC arbeitet ständig daran, das Kundenerlebnis zu verbessern. Neben dem Ausbau des Produktangebots und der Optimierung der Shop-Websites sowie der AUTODOC APP wurden mehrere innovative Projekte ins Leben gerufen, um speziell auf Kundenwünsche und Kundenbedürfnisse einzugehen, die Preisgestaltung zu optimieren und die internen Prozesse zu verbessern und sicherer zu machen.

Die Onlineplattform AUTODOC CLUB ist eine digitale Werkstatt, die Kunden und Interessenten dabei unterstützt, die Wartung und die Reparatur der eigenen vier Räder selbst zu organisieren. Es stehen den registrierten Nutzern mehr als 18.000 PDF-Reparatur-Anleitungen und mehr als 4.100 Video-Tutorials von professionellen Technikern zur Verfügung. Ein weiterer wichtiger Bestandteil von AUTODOC CLUB ist das digitale Serviceheft. Hier können Mitglieder die Daten zu ihren Fahrzeugen hinterlegen und erhalten Empfehlungen zu Wartungen und Inspektionen sowie eine Übersicht ihrer Fahrzeugkosten. Dabei wird es den Mitgliedern von AUTODOC CLUB Forum ermöglicht, sich untereinander auszutauschen.

AUTODOC produziert darüber hinaus eigene Videos zur Ansprache und Unterstützung der Kunden. So sind auf YouTube mehr als 4.100 Videos in vielen verschiedenen Sprachen verfügbar, die vor allem Autoreparaturen, Werterhalt, Autopflege und -wartung sowie Lifehacks und Tipps zum Inhalt haben.

AUTODOC PLUS ist ein Mitgliedsprogramm speziell für Kunden, die einen erweiterten Service suchen. Kunden können zwischen vier unterschiedlichen Kategorien wählen, die jeweils abgestufte Vorteile mit sich bringen. Im Basistarif werden die Bestellungen der AUTODOC PLUS Mitglieder bereits priorisiert und es gibt einen Rabatt auf die Option "Sicher bestellen". Mit dieser Option wird für AUTODOC PLUS Mitglieder ermöglicht, die gekaufte Ware innerhalb der ersten 200 Tage ohne Angabe eines Grundes kostenfrei zurückzusenden. Die nächst höheren AUTODOC PLUS Kategorien sind Optimum, Professionell und Expert. Diese bieten weitere Vorteile für die Mitglieder, zum Beispiel zusätzliche Bonuspunkte, Rabatt auf den Versand oder eine Expertenprüfung von Ersatzteilen auf Kompatibilität mit dem Fahrzeug des Kunden.

3 McKinsey & Company, Inc., Die Online-Revolution im Kfz-Aftermarket, Juli 2021
4 Aktive Kunden sind definiert als registrierte Konten, über die Kunden im Geschäftsjahr mindestens eine Bestellung aufgegeben haben.

AUTODOC PRO ist ein Vertriebskonzept, das sich ausschließlich an professionelle Werkstätten richtet. Es handelt sich um ein digitales Konzept, das eine spezielle digitale Plattform mit einer Reihe von Dienstleistungen kombiniert, die von einem Außendienstteam erbracht werden.

So werden zum Beispiel die Retouren in Frankreich, dem ersten Land in dem AUTODOC PRO startete, vollständig von einem Team von Serviceagenten verwaltet, die die Retouren bei den Werkstätten abholen und mehrere Retouren konsolidieren, bevor sie sie an das Zentrallager zurücksenden. Die Servicemitarbeiter stehen den Kunden auch mit Rat und Tat zur Seite. Dieses innovative Modell ermöglicht es AUTODOC, das Beste aus beiden Welten zu kombinieren: digitale Preise und den Service eines lokalen Netzwerks.

Der Slogan von AUTODOC PRO "Wirtschaftlichkeit, Einfachheit und Nähe" ist ein Versprechen an die Kunden von AUTODOC.

1.1.5. Wettbewerbssituation

Der AUTODOC Konzern generiert seine Umsatzerlöse (im Folgenden auch vereinfacht "Umsatz") durch den Verkauf von Autoersatzteilen, -ausrüstungen und -verbrauchsmaterialien über Online- Shops in den jeweiligen Landessprachen sowie über (zwei) mobile Applikationen ("App") für die Betriebssysteme Android, iOS und HarmonyOS (AUTODOC APP) mit integrierter Land- und Sprachauswahl.

Nach der Gründung in Deutschland im Jahr 2008 expandierte AUTODOC früh in verschiedene europäische Märkte. Beginnend im Jahr 2011 mit ersten Online-Shops in Österreich und der Schweiz folgten im Jahr 2012 weitere Shops in Spanien, Italien, Großbritannien und Frankreich. und ab 2014 auch in osteuropäischen Ländern.

Als reiner Onlinehändler verzichtet AUTODOC komplett auf physische Verkaufsstandorte. Wie auch in anderen Konsumgüterbranchen ist im Onlinehandel auch für unsere Kunden eine größere Produktvielfalt als im ortsgebundenen Handel verfügbar. AUTODOC bietet seinen Kunden ein Portfolio mit rund 5,8 Mio. Produkten für rund 72.400 Modellkonfigurationen von 172 Auto-, 23 Lkw- und 154 Motorrad-Marken. Besonderen Wert legt AUTODOC dabei auf eine starke Onlinepräsenz und die Nutzerfreundlichkeit der Online-Shops und Apps. Grundlagen für den Erfolg des Konzerns sind zudem die eigene IT-, Logistik- und Service-Infrastruktur.

In Europa steht AUTODOC im unabhängigen Aftermarket mit verschiedenen mehrheitlich nationalen und wenigen internationalen Akteuren im Wettbewerb. Dieser Sekundärmarkt ist vom ständigen Preiskampf unter den Onlinehändlern geprägt. Der abhängige Aftermarket wird derzeit noch weitgehend von den Automobilherstellern ("OEMs") dominiert. Vermehrt ist zu beobachten, dass sich unabhängige Werkstätten im unabhängigen Aftermarket mit Markenware versorgen. Die Zahl der Markenhersteller, deren Produkte im Sortiment von AUTODOC enthalten sind, ist im Jahr 2023 im Vergleich zum Vorjahr von rund 1.800 auf rund 2.300 gestiegen.

1.1.6. Technologische Infrastruktur und Innovation

Die Geschäftstätigkeit im AUTODOC Konzern hängt in hohem Maße von der steten stabilen Verfügbarkeit komplexer IT-Systeme ab. Die IT-Systeme, besonders solche für die Kunden, sind daher standortunabhängig in einer Cloudlösung, an die die höchsten Sicherheitserfordernisse gestellt werden. Es existiert ein umfangreicher Notfallplan, um im Störfall schnell und strukturiert zu reagieren. Die noch vorhandenen physischen Rechenzentren sind gegen unbefugten Zugang gesichert und verfügen über die notwendigen Vorkehrungen für den Notfall. Der Zugriff auf IT- Systeme über das Internet wird durch Firewalls und weitere technische Maßnahmen abgesichert. Dabei orientiert sich AUTODOC stets an aktuellen Sicherheitsstandards und Best Practice. AUTODOC verfügt über sensible Daten von Kunden, Partnern und Lieferanten aus zahlreichen IT-gestützten Geschäftsvorgängen. Alle Datenbanken sind in deutschen Rechenzentren gelagert, die alle notwendigen Zertifizierungen besitzen.

Als dynamisch wachsende Unternehmensgruppe entwickelt sich AUTODOC stets weiter, um seinen Kunden das bestmögliche Kundenerlebnis (Customer Experience) - vom Onlinekauf bis hin zum Support - zu bieten. Innovation und die Weiterentwicklung der digitalen Produkte wie z. B. Websites und Apps, die Optimierung des Online-Kundenerlebnisses sowie die Verbesserung des Kundensupports sind ein wichtiger Bestandteil der Unternehmensstrategie.

AUTODOC entwirft, entwickelt und programmiert seine Websites und Apps selbst, um sicherzustellen, dass die Online-Kanäle so benutzerfreundlich und intuitiv wie möglich sind. Alle Funktionen sind auf die Bedürfnisse und Wünsche der Kunden abgestimmt und so konzipiert, dass sie dem Kunden vor, während und nach dem Kauf einen Mehrwert bieten.

Die Kompetenz von AUTODOC in den Bereichen Online-Marketing und Suchmaschinenoptimierung trägt zum Erfolg des Unternehmens bei. An mehreren Standorten, darunter in Portugal, der Ukraine und in Moldawien, entwickelt AUTODOC sowohl seine Online- Kanäle (Websites und Apps) als auch die IT-Anwendungen für seine Mitarbeiter.

Die AUTODOC eigenen IT-Systeme wie z.B. das Enterprise-Resource-Planning-System (ERP) sind ein wichtiger Wettbewerbsfaktor, da Innovationen so proprietär und damit vertraulich, inhouse, kontinuierlich und zeitnah weiterentwickelt werden können.

AUTODOC PRO wurde zum Ende des Geschäftsjahres 2022 in Frankreich eingeführt und ist ein Partnerangebot für Fachleute und Gewerbetreibende, die von einem besonders breiten Online- Sortiment, welche den gesamten Bedarf einer Kfz-Werkstatt abdecken, profitieren können. Gegenüber dem traditionellen Großhandel profitieren unsere AUTODOC PRO Mitglieder zusätzlich von deutlichen Preisvorteilen. Es soll ihnen ermöglichen, ihren Kunden die richtigen Artikel rentabel und preisgünstig anzubieten. Zudem gibt es für diese professionelle Kundengruppe einen persönlichen Kundenservice und weitere serviceorientierte Annehmlichkeiten. Gewerbetreibende können AUTODOC PRO ohne weiterführende Verpflichtungen oder Verträge nutzen. Dieses Angebot wurde zunächst in Frankreich eingeführt und soll sukzessive im übrigen Europa ausgerollt werden.

AUTODOC entwickelt unverändert Produkte unter den etablierten Eigenmarken "Ridex" und "Stark" auf Basis von Erkenntnissen aus dem Handel mit Endkunden. Diese Eigenmarken- Produkte werden gezielt weiterentwickelt und spielen für AUTODOC aufgrund der positiven Ergebnisbeiträge und der höheren Verfügbarkeit für die Endkunden eine wachsende strategische Rolle.

Durch eine umfassende Umstrukturierung des Sicherheitsteams verfügt AUTODOC nun über interne Kapazitäten, die alle Fachbereiche abdecken und AUTODOC in die Lage versetzt, effektiv auf Vorfälle zu reagieren und diese einzudämmen. Dieser strategische Schritt hat dazu geführt, dass AUTODOC das erste Jahr seit drei Jahren ohne Sicherheitsverletzung verzeichnen konnte. Dies ist auf die verstärkten Sicherheitsmaßnahmen und die optimierte Überwachung zurückzuführen.

Die Fortschritte gehen jedoch noch weiter. AUTODOC hat erfolgreich fortschrittliche E-Mail- Sicherheitsprotokolle implementiert, um die Benutzer vor ausgeklügelten Bedrohungen zu schützen und das Risiko von Phishing und anderen E-Mail-Angriffen erheblich zu verringern. Darüber hinaus hat AUTODOC sein Engagement für die Produktsicherheit durch die Einführung eines ausgereiften Softwareentwicklungszyklus (SDLC) verstärkt, der sowohl dynamische Anwendungssicherheitstests (DAST) als auch statische Anwendungssicherheitstests (SAST) umfasst, um zu gewährleisten, dass die Produkte von Anfang an sicher sind.

Ein wichtiger Meilenstein in die Cybersicherheitsstrategie von AUTODOC waren die Fortschritte bei der Einführung einer Zero-Trust-Architektur, einem transformativen Schritt, der die Sicherheitslage so verbessert, dass sie den Reifegradmodellen des National Institute of Standards and Technology (NIST) entspricht.

Bei der Entwicklung und Verwaltung von Bestandskunden geht es darum, mit ihnen über den richtigen Kanal und zur richtigen Zeit zu kommunizieren. AUTODOC hat insbesondere Analysen unternommen, um die Conversion derjenigen Kunden zu erhöhen, die ihre Bestellung fast abgeschlossen haben. Ein weiterer wichtiger Teil ist die Arbeit mit potenziellen Kunden auf der Grundlage des Customer-Lifetime-Values ("CLV"), wobei wir die Abwanderung mithilfe von Machine Learning-Technologien vorhersagen. Diese Art der Kommunikation wird auf automatischer Basis aufgebaut.

Die Umsetzung einer erfolgreichen Suchmaschinenoptimierungs-Strategie, die auf einem analytischen Arbeitsansatz, Kern-SEO-Verbesserungen und der Erstellung von Inhalten zur Optimierung von Online-Shops basiert, führte zu einem deutlichen Anstieg des organischen Traffics. Die Implementierung von OpenAl in die tägliche Arbeit führte zu einer der Mitarbeiterproduktivität und vereinfachte den Prozess der Inhaltserstellung.

Nach dem Start im Jahr 2022 konzentriert sich AUTODOC im Jahr 2023 verstärkt auf das B2B- Business-Segments und entwickelt die AUTODOC PRO Plattform weiter, um sich stärker an den Bedürfnissen der Zielgruppe zu orientieren. Dies beinhaltet die Erweiterung des Produktportfolios um Angebote in angrenzenden Kategorien wie Werkzeuge und Elektroauto-Segmente, während es gleichzeitig auf die sich ständig weiterentwickelnden Kundenpräferenzen abgestimmt bleibt. Ein weiterer Roll-out von AUTODOC PRO wird in Frankreich vorangetrieben. Zusätzlich ist geplant weitere Märkte wie beispielsweise in Belgien, Niederlanden, Luxemburg, Deutschland und Österreich zu erschließen.

(c) Neue Digital-Angebote für das Do-It-For-Me ("DIFM")-Segment

Mit dem Fokus auf Innovation wird AUTODOC seine Präsenz im DIFM-Segment durch maßgeschneiderte Prozessmanagement-Lösungen für Werkstattpartner ausbauen und den Weg für die digitale Transformation im DIFM-Segment ebnen. Diese Lösungen, einschließlich CRM- Automatisierung, Lead-Processing-Tools und spezialisierte DIFM-Services, sind strategisch darauf ausgerichtet, neue Kunden zu gewinnen und die Markenbekanntheit zu fördern, während sie gleichzeitig das Umsatzwachstum vorantreiben.

(d) Ausbau der Eigenmarken und des Sortiments für profitables Wachstum

Die Eigenmarken von AUTODOC spielen eine zentrale Rolle, um den Kunden wettbewerbsfähige Preise zu bieten und gleichzeitig angemessene Margen für die AUTODOC-Gruppe zu sichern. Aufbauend auf dem etablierten Kundenvertrauen und der Glaubwürdigkeit im Markt plant AUTODOC sein Markenportfolio um neue Produktkategorien erweitern.

Im Einklang mit dieser Strategie hat AUTODOC mit Ridex Plus eine neue Produktlinie im mittleren Preissegment eingeführt, die unterschiedliche Kundenpräferenzen bedient und die Marktreichweite erweitert. Diese Initiative spiegelt das Engagement von AUTODOC wider, eine umfassende Produktpalette anzubieten, die unterschiedliche Kundenbedürfnisse erfüllt und gleichzeitig die Rentabilität maximiert.

AUTODOC möchte seine Position als vertrauenswürdiger Partner in der Aftermarket-Industrie festigen. Deshalb treibt AUTODOC innovative Produktkonzepte voran, die speziell auf den B2B- Markt zugeschnitten werden.

Ein wichtiger Schwerpunkt für AUTODOC ist die kontinuierliche Optimierung des Produktkatalogs, um sicherzustellen, dass die Kunden Zugang zu den relevantesten und genau passenden Produkten haben. Um europaweit das breiteste Sortiment im Automobilbereich anbieten zu können, wurde im Juni 2023 eine eigene Abteilung für Category Management gegründet. Die Struktur folgt einer Kategorienspezialisierung in die Bereiche Teile, Zubehör und Lifestyle, was eine stärkere Konzentration auf bestehende und die Einführung neuer Produktlinien ermöglicht.

(e) Transformation der Produkttechnologie

Um die Art und Weise zu verändern, wie AUTODOC Technologien entwickelt und nutzt um hierdurch Werte zu schaffen, wurde in 2023 ein Product Tech Hub in Portugal gegründet, das eine wesentliche Rolle bei der Entwicklung von Produkten und Dienstleistungen spielt, um das Kerngeschäft B2C und B2B voranzutreiben.

Darüber hinaus hat AUTODOC mit dem Start einer produkttechnischen Initiative, die die Architektur seiner IT-Produkte revolutionieren soll, eine Transformation eingeleitet. Das Hauptziel dieser Initiative besteht darin, eine agile Domänenarchitektur zu entwickeln, die autonome, selbstorganisierte Teams in verschiedenen Bereichen des Unternehmens befähigt. Durch die Förderung einer Kultur der Agilität und Flexibilität plant AUTODOC die Implementierung neuer Funktionen beschleunigen und die Wertschöpfung für seine Kunden zu verbessern. Diese strategische Umstellung auf eine agile Domain-Architektur spiegelt AUTODOCs Engagement für Innovation und Kundenorientierung wider und versetzt das Unternehmen in die Lage, sich schnell an die sich verändernden Marktanforderungen anzupassen und gleichzeitig einen Wettbewerbsvorteil in der Automotive Aftermarket-Industrie zu wahren.

Darüber hinaus wurde im Jahr 2023 eine umfassende Strategie zur Neuausrichtung der Unternehmens-IT initiiert, die AUTODOCs Engagement für die Nutzung von Technologie als Katalysator für geschäftliche Veränderungen unterstreicht. Durch diese strategischen Bestrebungen ist AUTODOC in der Lage, nicht nur seine internen Abläufe zu verbessern, sondern auch seine Fähigkeit zu stärken, die sich ständig ändernden Bedürfnisse seiner Kunden in einer zunehmend dynamischen Marktlandschaft zu erfüllen.

(f) Operative Exzellenz zur Steigerung der Profitabilität

AUTODOC ist für ein profitables Wachstum in den kommenden Jahren gerüstet und profitiert dabei von seiner etablierten Marke AUTODOC, seinen hochprofitablen Eigenmarken, seiner umfangreichen Produktpalette, seinen robusten Beschaffungskanälen, seiner modernen Technologieplattform und seiner Erfolgsbilanz bei der Umsetzung von strategischen Initiativen. Diese grundlegenden Stärken positionieren AUTODOC für nachhaltige Profitabilität und Marktexpansion.

Darüber hinaus ist AUTODOC bestrebt, seine logistische Infrastruktur auszubauen und die Effizienz und Automatisierung der Lieferkettenprozesse zu verbessern. Dies beinhaltet das Angebot von qualitativ hochwertigen Versanddienstleistungen und die Reduzierung der Gesamtdurchlaufzeit, ein Ziel, das im Jahr 2023 erfolgreich erreicht wurde, nachdem sich das erhöhte Kostenniveau aus dem Vorjahr stabilisiert hatte.

Neben der Produkterweiterung steigert AUTODOC die betriebliche Effizienz durch datengesteuertes Bestandsmanagement und präzise Prognosen, die schlanke Geschäftsprozesse und eine optimierte Ressourcenallokation ermöglichen.

Um die eigenen Lieferkapazitäten zu optimieren, wurde im November 2023 ein weiteres Distributionszentrum in Cheb, Tschechische Republik, eröffnet. Dieses neue Logistikzentrum ermöglicht einen besseren und schnelleren Service nach Österreich, Deutschland und Südeuropa und sichert die logistische Infrastruktur für das zukünftige Wachstum der AUTODOC Gruppe.

(g) Zukünftige Entwicklung

Durch diese strategischen Initiativen ist AUTODOC in der Lage, seine Position als einer der führenden Unternehmen auf dem automobilen Ersatzteilmarkt zu behaupten und seinen Kunden einen Mehrwert zu bieten, während es gleichzeitig nachhaltiges Wachstum und operative Exzellenz fördert.

AUTODOC hat seine EBITDA-Prognosen im Jahr 2023 übertroffen und damit seine Fähigkeit unter Beweis gestellt, Kosten effektiv zu managen und die Rentabilität zu steigern. Mit Blick auf die Zukunft strebt AUTODOC weitere Optimierungen an, indem die Drop-Shipping-Rate erhöht, die interne Infrastruktur entlastet und weitere Effizienzsteigerungen verfolgt werden.

Im Jahr 2024 will AUTODOC seine Strategie verfeinern, indem es spezifische Veränderungsinitiativen vorantreibt, die von einer Reihe strategischer Initiativen unterstützt werden, die regelmäßig von der Führungsebene überprüft werden und letztlich zu einer konsistenten und abgestimmten Roadmap führen, die das Unternehmen zu nachhaltigem Erfolg führen soll. Diese strategischen Initiativen sind von zentraler Bedeutung für die Verfolgung der großen Geschäftsmöglichkeiten des Unternehmens, die sich in Wachstum und Rentabilitätsverbesserungen niederschlagen werden.

1.1.8. Weitere nichtfinanzielle Indikatoren und Einflüsse 6

(a) Environmental-Social-Governance-Strategie

Für AUTODOC nehmen Umweltfragen und die zielgerichtete Umsetzung von ESG-Kriterien einen hohen Stellenwert in der Geschäftsstrategie ein. Im Geschäftsjahr 2023 hat AUTODOC ein funktionsübergreifendes ESG-Projektteam eingesetzt, welches unter Mitwirkung des Executive Leadership Teams zunächst eine ESG Statusanalyse und im Anschluss daran die ESG Wesentlichkeitsanalyse durchgeführt hat. In diesem Projektteam sind Manager aus allen relevanten Fachfunktionen, u.a. Communications, Marketing, Supply Chain, Legal, People, IT, Finance etc., präsent, wodurch gewährleistet wird, dass die ESG-Themen in alle Geschäftsbereiche getragen werden und Beachtung findet. Die Ergebnisse der ESG Status- und Wesentlichkeitsanalyse wurden dem Vorstand präsentiert und ein Reporting in den wesentlichen Feldern soll im kommenden Jahr aufgebaut werden.

Gesellschaftliches Engagement ist für AUTODOC sehr wichtig und wird von Jahr zu Jahr meistens in Form von Natural- und Geldspenden fortgeführt. Um Transparenz und Wirksamkeit zu gewährleisten, hat AUTODOC in Abstimmung mit dem ESG Projektteam ein Framework und einen gruppenweiten Prozess für Spenden und Sponsorships erarbeitet.

Der nächste Schritt ist die Entwicklung der ESG-Strategie für AUTODOC sowie der damit verbundenen ESG-Ziele für alle Geschäftsbereiche.

Im Bereich Facility-Management werden bereits ESG-Vorgaben in die Entscheidungsprozesse einbezogen. Hierbei handelt es sich insbesondere um umwelt- und arbeitssicherheitsbezogene, ESG Vorgaben. Besonders die neuen Lagergebäude der Logistikstandorte in Polen und der Tschechische Republik erfüllen sehr hohe Standards. Beide Gebäude wurden nach modernsten BREEAM-Standards vom Gebäudeeigentümer entwickelt und realisiert. Dies beinhaltet beispielsweise für den Standort in der Tschechische Republik die konsequente Nutzung von Regen- bzw. Grauwasser für WC-Spülungen, was zu einem signifikant niedrigeren Wasserverbrauch führt. Darüber hinaus findet eine Luftqualitätsmessung statt.

(b) Compliance und Governance

In AUTODOC's Verhaltenskodex "Code of Conduct" ist definiert, wie sich das Unternehmen charakterisiert, was es von Mitarbeitern und Management erwartet und wie es innerhalb der Unternehmensgruppe sowie mit den Kunden und Partnern zusammenarbeitet. Der Code of Conduct ist in die sieben wesentlichen AUTODOC Sprachen übersetzt, auf internen Plattformen auf der Corporate-Website sowie den Webshops einsehbar. Der Kodex gilt für die gesamte Unternehmensgruppe und ausnahmslos für alle, die mit der AUTODOC heute und in Zukunft gemeinsam wachsen und erfolgreich sein wollen und sich zu den festgelegten Regeln und Werten bekennen.

6 lageberichtsfremde ungeprüfte Angaben

Der AUTODOC Code of Conduct definiert Rücksicht & Respekt, Fairness & Fehlerkultur, Verantwortung & Vertrauen, Teamgeist & Toleranz als Unternehmenswerte. Ferner gibt er klare Regeln und Vorgaben zur Einhaltung von Gesetzen und Regeln, insbesondere fairen Wettbewerb, Korruptionsbekämpfung, IT- und Data-Security, Finanzberichterstattung, den Umgang mit Interessenkonflikten, Produktsicherheit wie auch Arbeitnehmerbelange (Diversität, Mitarbeiterzufriedenheit, Arbeitssicherheit), die Wahrung der Menschenrechte und der Sozialstandards sowie den schonenden Umgang mit Ressourcen (Umwelt und Nachhaltigkeit) betreffend.

Für das kommende Geschäftsjahr 2024 sind inhaltliche Erweiterungen und Anpassungen des Code of Conduct geplant, u.a. Informationen zum Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz, rund um die "TELL-ME-Plattform" für anonyme Whistleblower und ESG. Dies soll das Verständnis und die Akzeptanz bei allen Stakeholdern weiter vertiefen und dabei helfen, die Risiken aus möglichem Fehlverhalten für die Gesellschaften zu reduzieren.

Neben dem Verhaltenskodex gibt es sechs Unternehmensleitlinien, die im Compliance Policy Center veröffentlicht sind. Die Policies geben Anweisungen zum richtigen Verhalten gegenüber Wettbewerbern und Geschäftspartnern, zur Exportkontrolle und zu Sanktionsvorschriften, zur Korruptionsbekämpfung, zur Geldwäschebekämpfung und zum Datenschutz. Alle bestehenden Policies wurden in 2023 überprüft und bei Bedarf angepasst. Überdies wurde eine neue Policy zur Nutzung des anonymen Whistleblowing Portals, welches zu Beginn des Geschäftsjahres 2023 eingeführt wurde, veröffentlicht.

Zur Vertiefung wurden im Geschäftsjahr 2023 online Schulungen und Webinare angeboten und zahlreiche Live-Trainings durchgeführt. Um das Thema Compliance noch stärker in den Fokus zu rücken, wurde eigens eine kurze Compliance-Roadshow entwickelt und durchgeführt.

Die interne funktionsübergreifende Austauschplattform Privacy Think Tank, besetzt mit Kontaktpersonen aus Customer Experience, Marketing, IT-Sicherheit, Datenmanagement, Personal, Customer Operations und Compliance, hat sich etabliert und bewährt und wurde im Jahr 2023 mit zweiwöchentlichen Meetings fortgeführt.

Gemeinsam mit der People Funktion wurde Mitte des Jahres ein Conflict of Interest Disclosure ad-on im Personalverwaltungsprogramm implementiert. Dieses ad-on ermöglicht jedem Mitarbeiter online Interessenkonflikte offenzulegen, welche durch die Personalabteilung, ggf. mit Unterstützung der Compliance-Abteilung, bearbeitet werden.

Im Jahr 2023 wurde in Kasachstan eine Niederlassung eröffnet. Überdies nahm das Lager in der Tschechische Republik die Arbeit auf. Für das Compliance Ambassadoren Netzwerk bedeutete dies, dass künftig zwei weitere Länder abzudecken sind. So gibt es für die Niederlassungen in der Ukraine und Kasachstan, für Polen und der Tschechische Republik sowie für Moldawien jeweils einen Compliance Ambassador.

(c) Mitarbeiterbelange

Gemeinsam stärker - Unterstützung für ukrainische Mitarbeiter

Seit dem Ausbruch des Krieges in der Ukraine hat unser Engagement für soziale Verantwortung eine ganz neue Bedeutung erlangt. Durch gründliche Planung und proaktive Maßnahmen unseres Krisenteams haben wir seit dem letzten Geschäftsjahr Evakuierungspläne umgesetzt und die Sicherheit unserer Mitarbeiter und ihrer Angehörigen in den umkämpften Städten Charkiw, Kiew und Odesa gewährleistet - insgesamt für 150 Personen aus Charkiw, 100 aus Kiew und rund 300 aus Odesa. Sie wurden in sichere Gebiete umgesiedelt, entweder in weniger betroffene Regionen innerhalb der Ukraine oder in Drittländer.

Um die Kontinuität der Arbeit zu gewährleisten, wurden an mehreren Standorten in der Westukraine Co-Working-Spaces angemietet. Bislang haben wir ständige Co-Working-Spaces in Kiew und Lwiw. Diese bieten Platz für mehr als 100 Personen und verfügen über Strom, lebenswichtige Produkte und einen Internetanschluss.

Viele der ukrainischen Mitarbeiter, die sich für einen Umzug entschieden haben, arbeiten derzeit in der Tschechei, Deutschland, Portugal, Polen und Moldawien, wo sie nahtlos in unsere Niederlassungen integriert wurden. Eine beträchtliche Anzahl hat sich dafür entschieden, in den verschiedenen Regionen der Ukraine zu bleiben und entweder aus dem Homeoffice zu arbeiten oder zu unseren Büros in Kiew, Lwiw und Odesa zu pendeln.

Deshalb wurde der Hauptsitz in Odesa mit einer autonomen Stromversorgung und einem Starlink-Internetanschluss ausgestattet, so dass bis zu 300 Mitarbeiter Zugang zu Strom und Internet haben. Darüber hinaus haben wir unsere Einrichtungen mit den wichtigsten Vorräten und Schutzausrüstungen, ausgestattet, um die Sicherheit und das Wohlergehen unseres Teams zu gewährleisten.

Unsere ukrainischen Kollegen wurden im Rahmen einer medizinischen Erstschulung in die Lage versetzt, lebensbedrohliche Situationen zu meistern und anderen Menschen in Not zu helfen.

Als proaktive Maßnahme halten wir reservierte Transport- und Unterkunftsmöglichkeiten in sicheren Gebieten der Ukraine bereit, um bei Bedarf schnell auf eine Eskalation des Konflikts reagieren zu können.

Zur mentalen und psychologischen Unterstützung unserer Mitarbeitenden und auch ihrer nahen Angehörigen arbeitet AUTODOC seit dem Jahr 2022 mit einem führenden systemischen Beratungsunternehmen zusammen und bietet eine kostenfreie vertrauliche "24/7-Hotline" sowie Online-Sitzungen mit hochqualifizierten Beratern und Psychologen auf Deutsch, Ukrainisch und vier weiteren Sprachen an.

Die Autodoc SE hat im Geschäftsjahr 2023 ein Betriebsrat konstituiert, in welchem neben den Mitarbeitenden der deutschen Konzerngesellschaften auch die der Tochtergesellschaften in Polen, Tschechische Republik und Frankreich vertreten sind. Dieser Betriebsrat ist durch die Muttergesellschaft zur Entwicklung der Geschäftslage und den Perspektiven der AUTODOC Gruppe zu unterrichten und anzuhören, ferner kümmert sich das sog. Staff-Welfare-Committee um die Belange der Mitarbeiter in den EU Staaten.

(d) Umgang mit dem Russland-Ukraine-Krieg

Das Management hat entschieden sich in geordneter Weise und unter Einhaltung aller geltenden Gesetze und Vorschriften vollständig aus der Russische Föderation zurückzuziehen. Die Fortführung der Tätigkeiten in Russland ist nicht mehr tragbar, da der Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine mit den Werten der Gesellschaft nicht vereinbar ist. Hinzu kommt, dass durch die Verhängung der europäischen Wirtschafts- und Finanzsanktionen gegen Russland ein geregelter Betrieb in Russland nur mit unverhältnismäßig hohem Aufwand möglich ist. Im Geschäftsjahr 2023 wurde die Liquidation der OOO Foresight mit Sitz in Novosibirsk, Russische Föderation, beschlossen und der Liquidationsantrag gestellt. Es handelt sich hierbei um eine reine Einkaufsgesellschaft ohne Kundengeschäft in Russland. Die Geschäftstätigkeit der OOO Foresight wird zukünftig von der in 2023 neu gegründeten Autodoc Kazakhstan LLP übernommen werden.

1.2. Wirtschaftsbericht

1.2.1. Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen

(a) Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen

Im Jahr 2023 wurde das globale makroökonomische Umfeld weiterhin von einer Vielzahl von Faktoren beeinflusst, die von der Handelsdynamik über die Geldpolitik bis hin zu Investitionstrends reichten. Während die Nachwirkungen der Covid 19-Pandemie nachließen, blieb die hohe Inflation eines der vorherrschenden Herausforderungen, und geopolitische Spannungen trugen zur Unsicherheit der Weltwirtschaftslage bei.

Laut Internationalem Währungsfonds (kurz "IWF") hat sich das globale Wachstum von 3,4 %7 im Jahr 2022 auf 3,1 %8 im Jahr 2023 verlangsamt. Das Bruttoinlandsprodukt (kurz "BIP") in den Industrieländern wuchs aufgrund der durch den Krieg ausgelösten Energiekrise, steigender Lebenshaltungskosten, hoher Produktionskosten, Lieferengpässe und verschärfter Finanzierungsbedingungen nur um 1,6 %. 9 Die globale Inflation ist laut IWF von 8,8 % im Vorjahr auf 6,6 % 10 im Jahr 2023 gesunken. Preisstabilität, Wiederherstellung der Lieferketten sowie Steigerung der Produktivität sollen vor allem durch finanzpolitische Maßnahmen und Strukturreformen herbeigeführt werden.

Laut der "Winterprognose 2024" der Europäischen Kommission (kurz "EU-Kommission") ist im Jahr 2023 ein BIP-Anstieg um 0,5 % in der Europäischen Union (kurz "EU") und in der Eurozone zu erwarten. 11 Nach einem starken Wachstum nach der Pandemie in den Jahren 2021 und 2022 hat die EU-Wirtschaft an Schwung verloren. Das reale BIP ist im vierten Quartal 2022 leicht geschrumpft und in den ersten drei Quartalen dieses Jahres kaum gewachsen. Die hohen Lebenshaltungskosten belasteten stärker als erwartet. Außenwirtschaftlich kam vom Welthandel wenig Unterstützung. Inzwischen fordert die geldpolitische Reaktion auf die hohe Inflation ihren Tribut von der Wirtschaft, und die fiskalische Unterstützung wird teilweise zurückgenommen. 12 Die Inflationsrate ist 2023 laut Winterprognose auf 6,3 % in der EU und 5,4 % im Euroraum gesunken. 13

In Deutschland ging das Bruttoinlandsprodukt kalenderbereinigt leicht um 0,1 % zurück. 14 Der private Konsum ging aufgrund der hohen Inflationsrate und des damit verbundenen Kaufkraftverlustes der privaten Haushalte zurück. Im Gegensatz zu den anderen großen EU- Ländern gingen auch die staatlichen Konsumausgaben deutlich zurück, da pandemiebedingte Sonderausgaben entfielen. Die schwache Weltkonjunktur schlug sich schließlich in einem Rückgang der Exporte nieder, der jedoch durch einen stärkeren Rückgang der Importe kompensiert wurde. Insgesamt leistete der Außenhandel damit einen positiven Wachstumsbeitrag für die deutsche Wirtschaft.

7 https://www.imf.org/en/Publications/WEO/Issues/2023/01/31/world-economic-outlook-update-january-2023
8 https://www.imf.org/en/Publications/WEO/Issues/2024/01/30/world-economic-outlook-update-january-2024
9 https://www.imf.org/en/Publications/WEO/Issues/2024/01/30/world-economic-outlook-update-january-2024
10 https://www.imf.org/en/Publications/WEO/Issues/2023/01/31/world-economic-outlook-update-january-2023
11 https://economy-finance.ec.europa.eu/economic-forecast-and-surveys/economic-forecasts/winter-2024-economic-forecast-delayed-rebound-growth-amid-faster-easing-inflation_en
12 https://economy-finance.ec.europa.eu/economic-forecast-and-surveys/economic-forecasts/winter-2024-economicforecast-delayed-rebound-growth-amid-faster-easing-inflation_en
13 https://ec.europa.eu/economy_finance/forecasts/2023/autumn/labour_market_tightness_en.pdf
14 https://www.bundesbank.de/en/tasks/topics/federal-statistical-office-german-gdp-falls-by-0-3-in-2023-921828#:~: text=According%20to%20preliminary%20calculations%20by,in%20economic%20output%20was%200.1%25.

Aufgrund von Produktionsrückgängen in den energieintensiven Industrien und im Baugewerbe sank die deutsche Industrieproduktion insgesamt um rund 1 %. 15 Die Inflationsrate in Deutschland sank auf 5,9 % gegenüber 6,9 % in 2022. 16

Das BIP anderer europäischer Länder stieg laut Winterprognose der EU-Kommission: Frankreich +0,9 %, Italien +0,6 % und Spanien +2,5 %. Das Wirtschaftswachstum fiel damit in diesen drei für AUTODOC wichtigen Absatzmärkten besser als in Deutschland aus. Im historischen Vergleich waren die Wachstumsraten aber auch in diesen Ländern gering. 17

(b) Branchenbezogene Rahmenbedingungen

Laut des neuesten Wirtschafts- und Marktberichtes, der vom Herstellerverband ACEA im März 2024 veröffentlicht wurde, hat sich der Weltautomobilmarkt nach einem schwachen Jahr 2022 wieder erholt, mit zweistelligen Wachstumsraten in Europa und den USA und einer weltweiten Neuwagenzulassungen von rund 72,4 Mio. Einheiten. Damit hat die weltweite Nachfrage nun fast wieder das Niveau vor der Pandemie erreicht. Der EU-Automobilmarkt ist im Jahr 2023 um 13,9 % im Vergleich zu 2022 stark gewachsen. In der EU liegt die Zahl der Pkw-Neuzulassungen im Jahr 2023 jedoch immer noch 19 % unter der von 2019. Die überwiegenden europäischen Volkswirtschaften verzeichneten ein deutliches Wachstum, z.B. Italien (+18,9%), Spanien (+16,7%), Frankreich (+16,1%) und Deutschland (+7,3%). 18

AUTODOC ist bestrebt, in diesem Markt seine Marktposition weiterhin auszubauen. Durch verschiedene Online-Vertriebskanäle, kundenorientiertes Content Management, guten Service und Angebotsvielfalt hat die Gesellschaft eine aktuell führende Marktpositionierung erzielt. 19

(c) E-Commerce 20 in Europa und in der EU

In den Jahren nach der Pandemie wurde die Digitalisierung des Einzelhandels maßgeblich vorangetrieben, so dass der Onlinehandel eine noch größere Bedeutung für Gesellschaft und Wirtschaft gewann. Laut dem europäischen Verband für digitalen Handel "Ecommerce Europe" wird der Umsatz im B2C - E-Commerce im Jahr 2023 voraussichtlich um 8% auf 975 Mrd. Euro ansteigen (2022: 899 Mrd. Euro). Inflationsbereinigt liegt das Wachstum allerdings nur bei 2%. 21

Laut dem "European E-Commerce Report 2023" nimmt das Online-Shopping nach Anzahl und der Anteil der Online-Shopper jährlich in ganz Europa zu. Es wird davon ausgegangen, dass im Jahr 2023 rund 92 % der Bevölkerung in den EU-Ländern einen Internetzugang haben und 78 % der Bevölkerung online eingekauft haben (2022: 76 %) davon jedoch nur 9 % in der Produktkategorie "Fahrräder, Fahrzeuge und Ersatzteile". Für Westeuropa wird davon ausgegangen, dass im Jahr 2023 rund 95 % der Bevölkerung einen Internetzugang haben und 87 % der Bevölkerung online eingekauft haben. In Deutschland kauften voraussichtlich 82 % der Internetnutzer online ein. 22

15 https://www.bundesbank.de/en/tasks/topics/federal-statistical-office-german-gdp-falls-by-0-3- in-2023-921828#:~: text=According%20to%20preliminary%20calculations%20by,in%20economic%20output%20was %200.1%25
16 https://www.destatis.de/EN/Press/2024/01/PE24_020_611.html
17 https://economy-finance.ec.europa.eu/economic-forecast-and-surveys/economic-forecasts/winter-2024-economicforecast-delayed-rebound-growth-amid-faster-easing-inflation_en#forecast-for-countries
18 https://www.acea.auto/files/Economic_and_Market_Report-Full_year_2023.pdf
19 Studie "At the Crossroads: The European Aftermarket in 2030" der Boston Consulting Group, März 2021 https://web-assets.bcg.com/36/39/e80d073a4067bfe89c7482d6db69/the-european-aftermarket-in-2030.pdf
20 E-Commerce ist die verkürzte Form für den englischen Begriff Electronic Commerce und wird mit "elektronischer Handel" übersetzt. Es handelt sich dabei nur um einen Handel, der im World Wide Web stattfindet. So meint E- Commerce hauptsächlich den Onlinehandel. https://www.businessinsider.de/gruenderszene/lexikon/begriffe/e-commerce/
21 https://ecommerce-europe.eu/wp-content/uploads/2023/09/2023-European-E-commerce-Report-_LIGHT-Version-Final_19-sep.pdf
22 https://ecommerce-europe.eu/wp-content/uploads/2023/09/2023-European-E-commerce-Report-_ LIGHT-Version- Final_19-sep.pdf

Neben der angespannten wirtschaftlichen Lage und unsicheren Zukunftserwartungen vieler Haushalte bleiben insbesondere die politischen Rahmenbedingungen für den Onlinehandel herausfordernd. Für das Jahr 2024 wird jedoch ein Ende des Abwärtstrends und ein nominales Umsatzwachstum von 2,0 % für den Gesamtmarkt erwartet. 23

1.2.2. Geschäftsverlauf

Insgesamt verlief das Geschäftsjahr 2023 für AUTODOC erneut positiv, sodass das ein Umsatz- und Ergebniswachstum im Vergleich zum Vorjahr erzielt werden konnte. Der Wachstumstrend konnte im Wesentlichen durch zwei Entwicklungen erzielt werden. Die durch den Russland- Ukraine-Krieg verzögerten Projekte in 2022 konnten nach Abschluss der Evakuierungs- und Verlagerungsmaßnahmen in 2023 erfolgreich fortgeführt werden und zeigten erste positive Ergebnisse (z. B. Projekte zur Search-Engine Optimierung & Preisbildung). Gesamtwirtschaftlich konnte ein Nachholeffekt verzeichnet werden. Nach den Unsicherheiten des Verbrauchermarkts im Jahr 2022, welche durch Kaufzurückhaltung geprägt waren, profitierte AUTODOC von der gestiegenen Nachfrage nach Ersatzteilen sowie deren kostengünstigen Erwerb, welcher gerade durch die gestiegene Inflation und eine alternde Fahrzeugflotte im Europäischen Raum vermehrt an Bedeutung gewonnen hat.

Neben den Initiativen zur Umsatz- und Margensteigerung wurden weiterhin Transformationen der Organisationsstruktur sowie der strategische Ausbau der Infrastruktur vorangetrieben.

Ab Mitte 2023 begann das erst Ende 2022 neu gegründete Logistiktochterunternehmen AUTODOC Logistics Czech s.r.o. mit dem Aufbau des eigenen Distributionszentrums "C27" in Cheb, Tschechische Republik, welches die logistische Infrastruktur für das zukünftige Wachstum der AUTODOC Gruppe sichern soll. Im Laufe des Jahres 2023 lag der Fokus weiterhin auf dem Aufbau und Hochlauf des Distributionszentrums. In 2024 ist die kontinuierliche Steigerung der Mengenströme geplant.

Die im Juli 2022 gegründete Tochtergesellschaft ATD PORTUGAL UNIPESSOAL LDA konnte im Frühjahr 2023 mit der Eröffnung des Standortes im "Lagoas-Park" die operative Tätigkeit aufnehmen. Im Fokus stand neben der Verlagerung von Funktionen aus der Ukraine der Aufbau der "Product Tech" Organisation, welche als Kombination von IT & Projektstrukturen eine wesentliche Rolle bei der Entwicklung von Produkten und Dienstleistungen spielt, um unser Kerngeschäft B2C und B2B voranzutreiben.

Ende 2023 wurde die Tochtergesellschaft Autodoc Kazakhstan gegründet. Das Ziel der Gesellschaft ist eine Verlagerung der Eigenmarken Administration von der OOO Foresight, Novosibirsk, Russland, inklusive der Stammbelegschaft. Für die OOO Foresight wurde ihrerseits der Prozess zur Liquidierung gestartet.

Ende 2022 hat AUTODOC mit "AUTODOC PRO" eine Plattform speziell für Fachleute und Gewerbetreibende zunächst in Frankreich gestartet. Das Programm bietet über eine spezielle Webplattform, besonders für freie Werkstätten, einen umfangreicheren Produktkatalog nebst schneller Suchfunktionalitäten nach Kriterien und Marken von Autoersatzteilen, bis hin zu gängigen Großhandelsangeboten mit attraktiven Preisen. Im Verlauf des Jahres 2023 fand ein kontinuierlicher Aufbau der Vertriebsorganisation sowie die damit verbundene erfolgreiche Kundenakquise statt. Die positive Resonanz führte zu einem Nettoumsatz im zweistelligen Millionenbereich, welcher nun über die weitere Erschließung von Regionen in Frankreich und Anbindung neuer Länder & Kunden in den Folgejahren sukzessive ausgebaut werden soll. Im speziellen ist die Ende 2023 gegründete Autodoc Nederland B.V. zu nennen, welche zusammen mit der bestehenden Autodoc France SAS das Vertriebsgeschäft auf den BENELUX Markt ausweiten soll.

23 https://bevh.org/detail/umsaetze-im-e-commerce-erreichen-talsohle

Neben den zahlreichen positiven Entwicklungen ereignete sich im August 2023 ein Unfall des im Dezember 2022 eröffneten Logistikstandorts "M40" in Stettin, Polen. Durch starke Regenfälle kam es zu einem Einsturz einen Teilbereichs des Daches, wodurch das Lager sowie die gelagerte Ware der Eigenmarken "Ridex" und "Stark" seitdem nur teilweise zugänglich war. Durch die sofortige Einberufung eines Krisenstabs konnten Warenströme umgeleitet sowie Ersatzflächen in Stettin angemietet werden. Nichtsdestotrotz musste ein temporärer Rückgang des Eigenmarkenanteils am Umsatz verzeichnet werden, welcher durch die Substitution von Drittmarken teilweise kompensiert werden konnte. Somit spiegelt die dennoch erfolgreiche Geschäftsentwicklung 2023 nicht das volle Potential wider.

Zusammenfassend konnte AUTODOC im Geschäftsjahr 2023 in allen seinen wesentlichen Vertriebsregionen eine signifikante Umsatzsteigerung realisieren und erreichte insgesamt bei einem Nettoumsatz von 1.307,7 Mio. EUR (Vorjahr: 1.127,1 Mio. EUR) ein Umsatzwachstum von 16,0% im Vergleich zum Vorjahr. Der auf die Eigenmarken Ridex und Stark entfallende Umsatzanteil am Gesamtumsatz des Konzerns ist durch den Vorfall im "M40" von 19,5% im Vorjahr auf rd. 18,2% im Jahr 2023 gesunken. Nichtsdestotrotz konnte das Bruttoergebnis vom Umsatz von 43,4% im Vorjahr in etwa konstant bei 43,3% gehalten werden. Dies begründet sich im Wesentlichen durch kontinuierliche Initiativen der Preisoptimierung, die einen geringen Umsatzanteil der Eigenmarken und den intensiven Wettbewerb kompensieren.

Das bereinigte EBITDA liegt mit 134,0 Mio. EUR um 30,8 % über dem des Vorjahres. Der signifikante Anstieg beruht im Wesentlichen auf Optimierungen der Kostenstruktur sowie deren Steuerung sowie die einsetzende Relativierung des Aufbaus der Verwaltungs-, IT- und Marketingstrukturen der Jahre 2021 und 2022.

1.3. Lage

1.3.1. Ertragslage

Im Geschäftsjahr 2023 konnte AUTODOC in allen wesentlichen Märkten eine signifikante Umsatzsteigerung in Höhe von insgesamt 180,6 Mio. EUR (16,0 %) realisieren, wobei die größten Absatzmärkte Deutschland und Frankreich mit einem Wachstum von insgesamt rund 18,8 % und einer Umsatzsteigerung in Höhe von 101,4 Mio. EUR hervorzuheben sind.

In Folge der gestiegenen Umsätze erhöhten sich auch die Umsatz- sowie die Vertriebskosten. Die Umsatzkosten stiegen wachstumsbedingt auf 742,0 Mio. EUR an (Vorjahr: 637,4 Mio. EUR). Die Wareneinsatzquote (Umsatzkosten in Relation zum Umsatz) blieb jedoch mit 56,7 % (Vorjahr: 56,6 %) nahezu konstant. Vertriebskosten erhöhend wirkte sich die Zunahme der zuzurechnenden Personalkosten um 31,3 % und der Marketingkosten um 0,6 % aus.

Die Werbekosten-Quote (Marketingaufwand in Relation zum Umsatz) hat sich aufgrund einer Zunahme des organischen Traffic und der effektiven Arbeit beim Einkauf von Traffic um 1,1 %punkte auf 7,4 % (2022: 8,5 %) reduziert. Die umsatzbezogenen Auftragserfüllungskosten haben sich durch Optimierungsmaßnahmen nur unterproportional zum Umsatz um 6,7 % erhöht. Insgesamt ist der Anstieg der Vertriebskosten um 10,0 % unterproportional in Relation zum Umsatzwachstum (16,0 %) ausgefallen.

Die Kosten der allgemeinen Verwaltung liegen um 17,7 Mio. EUR (-11,2 %) unter denen des Vorjahres, wofür primär die Sondereffekte aus der anteilsbasierten Vergütungen in Höhe von 22,6 Mio. EUR ursächlich sind. Diese Aufwendungen sind im Vorjahr mit 65,1 Mio. EUR deutlich höher ausgefallen. Bereinigt um diese Sondereffekte liegen die Verwaltungskosten um 26,8 % über denen des Vorjahres. Ursächlich war im Wesentlichen die außerplanmäßige Abschreibung bei der Nutzungsrechte mit 11,7 Mio. EUR. Bereinigt man auch diesen Sondereffekt so sind die allgemeinen Verwaltungskosten um 14,2 % und damit leicht unterproportional zum Umsatzwachstum gestiegen.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind im Jahr 2023 um -37,6 % auf 12,2 Mio. EUR im Vergleich zum Vorjahr gefallen. Diese Veränderung resultiert vor allem aus den gesunkenen Aufwendungen aus der Währungsumrechnung, die durch Schwankungen der Wechselkurse verursacht wurden. Dies führte ebenfalls zu einem kompensierenden Rückgang der Erträge aus der Währungsumrechnung. Dies ist ein Resultat aus der Einführung eines professionellen Treasury, welches Währungskursrisiken zunehmend reduziert und entsprechend die Effekte in jeglicher Ausprägung geringer ausfallen. Auf der Seite der Kundeneinzahlungen werden die erhaltenen Zahlungen in Fremdwährung (z.B. SEK, GBP, CHF) zeitnah mittels FX Spot Geschäften in EUR getauscht. Auf der Einkaufsseite wird der Bedarf an Fremdwährung (z.B. USD) mit FX Spot Geschäften getauscht, um die fälligen Lieferantenrechnungen zu in der jeweiligen Fremdwährung zu begleichen.

Die Personalkosten liegen im Geschäftsjahr 2023 um 14,8 Mio. EUR (170,4 Mio. EUR, Vorjahr: 185,2 Mio. EUR) unter denen des Vorjahres. Die um Sondereffekte aus anteilsbasierten Vergütungen bereinigten Personalkosten belaufen sich im Geschäftsjahr jedoch auf 141,1 Mio. EUR und übersteigen damit um 17,6 % die Vorjahrespersonalaufwendungen. Ein wesentlicher Treiber dafür war der Anstieg der durchschnittlichen Anzahl der Mitarbeiter um 16,8 % auf 4.428 im Geschäftsjahr 2023. Ein wesentlicher Anstieg der Personalkosten ist auf den Anstieg der Kosten im Fulfillment Bereich zurückzuführen, da sowohl die Gehälter als aus die Boni und Überstunden deutlich gestiegen sind. Zusätzlich sind die kurzfristigen und langfristigen Mitarbeiterboni gestiegen, wobei es die langfristen Boni im Vorjahr noch nicht gab.

Das Periodenergebnis des AUTODOC-Konzerns beläuft sich im Geschäftsjahr 2023 auf 39,5 Mio. EUR und hat sich damit gegenüber dem Fehlbetrag des Vorjahres (-14,9 Mio. EUR) deutlich verbessert. Der Anstieg des Periodenergebnisses um 54,4 Mio. EUR ist im Wesentlichen auf den Rückgang der Aufwendungen für aktienbasierte Vergütungen von 65,1 Mio. EUR im Vorjahr auf 22,6 Mio. EUR im aktuellen Geschäftsjahr zurückzuführen. Bereinigt um diese Sondereffekte ergibt sich ein Konzernergebnis von 62,1 Mio. EUR, das um 23,7 % über dem bereinigten Vorjahresergebnis von 50,2 Mio. EUR liegt.

1.3.2. Vermögenslage

Die Bilanzsumme der AUTODOC Gruppe belief sich zum 31. Dezember 2023 auf 340,0 Mio. EUR und hat sich gegenüber dem Vorjahr weiter um 26,3 % (2022: 269,2 Mio. EUR) erhöht.

Das Eigenkapital lag am Bilanzstichtag mit 73,8 Mio. EUR um 14,4 Mio. EUR über dem Vorjahreswert von 59,4 Mio. EUR. Wesentliche Gründe für diese Veränderung sind der realisierte Konzernüberschuss in Höhe von 39,5 Mio. EUR (Vorjahr: Konzernfehlbetrag -14,9 Mio. EUR) sowie die Zuführung zu den Rücklagen aus anteilsbasierten Vergütungen in Höhe von 22,6 Mio. EUR (Vorjahr: 65,1 Mio. EUR). Gegenläufig wirken sich die Ausschüttungen von Dividenden in Höhe von 47,8 Mio. EUR (Vorjahr: 63,9 Mio. EUR) aus.

Die Zunahme der langfristigen Vermögenswerte resultiert im Wesentlichen aus einem investitionsbedingten Anstieg des Sachanlagevermögens auf 16,3 Mio. EUR (Vorjahr: 14,9 Mio. EUR) und der Nutzungsrechte, welche wegen neuer Leasingverträge um 58,2 Mio. EUR auf 82,8 Mio. EUR gestiegen sind. Dies spiegelt sich auf der Passivseite auch im Anstieg der unter den lang- und kurzfristigen Schulden ausgewiesenen korrespondierenden Leasingverbindlichkeiten wider.

Die kurzfristigen Vermögenswerte in Höhe von 229,4 Mio. EUR (Vorjahr: 221,3 Mio. EUR) sind leicht höher als im Vorjahr und werden unverändert durch die Vorräte, die finanziellen Vermögenswerte und die liquiden Mittel geprägt. Das Vorratsvermögen betrug zum Bilanzstichtag 98,0 Mio. EUR und ist damit deutlich über dem Vorjahresniveau (Vorjahr: 78,7 Mio. EUR), welches im Wesentlichen auf die nicht zugänglichen Vorräte im Lager M40 bzw. in den neuen Lagern M26 und M2.5 in Stettin und den Aufbau des Lager C27 in Cheb zurückzuführen ist.

Die kurzfristigen finanziellen Vermögenswerte haben sich hingegen um 1,1 Mio. EUR auf 83,7 Mio. EUR erhöht. Dies ist der Tatsache geschuldet, dass sich die Forderungen gegenüber Lieferanten aus Bonusvereinbarungen um 16,6 Mio. EUR gegenüber dem Vorjahr erhöht haben. Gegenläufig wurde eine Darlehensforderung gegen die Anteilseignerin in Höhe von 10,0 Mio. EUR in 2023 ausgeglichen.

Wegen der vorgenannten ausstehenden Abrechnungen von Lieferantenboni sind die kurzfristigen Schulden aus Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in einem ähnlichen Verhältnis wie die Forderungen aus Lieferantenboni auf 65,8 Mio. EUR angestiegen (Vorjahr: 60,6 Mio. EUR). Zur Abnahme der kurzfristigen Schulden führte die im Geschäftsjahr 2022 ausgewiesene Verbindlichkeit aus der durchgeführten Kapitalherabsetzung die in 2023 getilgt wurde.

1.3.3. Finanzlage

Einen Überblick über die Herkunft und die Verwendung der finanziellen Mittel des Konzerns gibt die nachstehende Kapitalflussrechnung, in der die Zahlungsströme in die drei Bereiche Geschäftstätigkeit, Investitionstätigkeit und Finanzierungstätigkeit aufgeteilt sind.

TEUR 2023 2022
Cashflow aus operativer Geschäftstätigkeit 78.873 58.459
Cashflow aus Investitionstätigkeit 7.704 (12.855)
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit (99.435) (72.878)
Zahlungswirksame Veränderung des Finanzmittelfonds (12.858) (27.274)
Wechselkursbedingte Veränderung des Finanzmittelfonds (818) (1.813)
Veränderung der flüssigen Mittel / Free-Cash-Flow (13.676) (29.087)
Flüssige Mittel am Anfang der Periode 46.857 75.944
Flüssige Mittel am Ende der Periode 33.181 46.857

Der Cashflow aus der operativen Geschäftstätigkeit ist gegenüber dem Vorjahr um 20,4 Mio. EUR gestiegen. Neben der Zunahme des Ergebnisses vor Steuern (+59,7 Mio. EUR) waren für diese Zunahme um 34,9 % folgende unterschiedliche und z. T. gegenläufige Effekte ursächlich: Veränderung des Working Capitals um -37,7 Mio. EUR), Abnahme der Ertragsteuerzahlungen (+16,3 Mio. EUR) und der Einfluss der zahlungsunwirksamen anteilsbasierten Vergütungen (+42,5 Mio. EUR).

Die signifikante Veränderung des Working Capitals im Vergleich zum Vorjahr resultiert vor allem aus dem Aufbau von Vorräten im Geschäftsjahr 2023, der im Wesentlichen auf den Aufbau der Lager von zusätzlichen Lägern in der Tschechische Republik und in Polen und die nicht zugänglichen Vorräte im Lager M40 zurückzuführen ist. Des Weiteren sind die Bonusforderungen an Lieferanten aufgrund der im Geschäftsjahr gestiegenen Boni höher und die nicht finanziellen Verbindlichkeiten niedriger als im Vorjahr.

Der Anstieg des Cashflows aus Investitionstätigkeiten um 20,6 Mio. EUR gegenüber dem Vorjahr ist im Wesentlichen auf die im Geschäftsjahr erhaltene Rückzahlung für die im Vorjahr bestehenden Ausleihungen zurückzuführen. Die Zahlungen für Investitionen ins Sachanlagevermögen sind im Berichtsjahr um 1,7 Mio. EUR auf 4,9 Mio. EUR gegenüber dem Vorjahr gesunken.

Der Anstieg des Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit auf 99,4 Mio. EUR ist im Wesentlichen durch die gezahlte Dividende in Höhe von 47,8 Mio. EUR (63,9 Mio. EUR im Vorjahr) und die im Geschäftsjahr geleistete Rückzahlung von 40,0 Mio. EUR aus der im Vorjahr durchgeführten Kapitalherabsetzung zurückzuführen (zusammen 87,8 Mio. EUR.). Des Weiteren wurden im Geschäftsjahr Tilgungen von Leasingverbindlichkeiten in Höhe von 10,0 Mio. EUR vorgenommen.

Die flüssigen Mittel am Ende der Periode in Höhe von 33,2 Mio. EUR (Vorjahr: 46,9 Mio. EUR) setzen sich aus Bank- und Kassenbeständen sowie Tagesgeldanlagen bei Kreditinstituten zusammen.

1.3.4. Wesentliche Leistungsindikatoren

(a) Finanzielle Leistungsindikatoren

Folgende finanziellen Leistungsindikatoren waren im Geschäftsjahr 2023 Teil der kontinuierlichen internen Berichterstattung. Hiervon stellen die Umsatzerlöse und das bereinigte EBITDA wesentliche Leistungsindikatoren dar, die in der Budgetierung und Performance-Messung eine Schlüsselrolle einnehmen. Die übrigen Indikatoren sind keine Steuerungsrelevanten Kennzahlen:

TEUR 2023 2022
Umsatzerlöse 1.307.689 1.127.070
Bruttoergebnis vom Umsatz (Umsatzerlöse abzüglich Umsatzkosten) 565.663 489.644
Bruttorendite bzw. Brutto-Marge (Bruttoergebnis vom Umsatz in Relation zu Umsatzerlösen) in % * 43,3 % 43,4 %
Bereinigtes EBITDA * 134.032 102.490
Operative Umsatzrendite (bereinigtes EBITDA in Relation zum Umsatz) * 10,2 % 9,1 %

* non-GAAP Kennzahl

Das Management von AUTODOC verwendet das bereinigte EBITDA als Schlüsselindikator, um die operative Leistung auf einer vergleichbaren Basis und für interne sowie externe Berichtszwecke zu messen. Das bereinigte EBITDA enthält Korrekturen in Bezug auf einmalige und unregelmäßige ergebniswirksame Vorgänge. Aufgrund der bereits abgeschlossenen und anstehenden Maßnahmen im Zusammenhang mit den Expansionsmaßnahmen wurden im Berichtszeitraum wesentliche Einmaleffekte erfasst.

Das bereinigte EBITDA für den Berichtszeitraum setzt sich wie folgt zusammen:

TEUR 2023 2022
Konzernergebnis 39.482 (14.913)
Ertragsteuern 27.311 22.026
Abschreibungen und Wertminderungen 28.551 9.849
Finanzergebnis 4.101 666
Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) 99.445 17.628
Langfristige Vergütungen 29.285 65.148
Sonstige außerordentliche und/oder nicht operative Aufwendungen 5.301 19.714
Bereinigtes EBITDA 134.031 102.490

Die sonstigen außerordentlichen und/ oder nicht operative Aufwendungen beinhalten im Wesentlichen Aufwendungen für Unternehmens- und Managementberatung im Rahmen der Weiterentwicklung von Prozessen und Strukturen im Konzern in Höhe von 2,8 Mio. EUR, die künftig die Erfüllung von Anforderungen an kapitalmarktorientierte Unternehmen sicherstellen sollen. Darüber hinaus wurden für den Logistikstandort "M40" in Stettin, Polen, 1,1 Mio. EUR als außerordentliche Aufwendungen in 2023 erfasst. Aufgrund starker Regenfälle stürzte ein Teil des Daches ein, wodurch das Lager und die Waren der Eigenmarken "Ridex" und "Stark" nur noch teilweise zugänglich waren. Ende Januar 2024 war das Lager wieder zugänglich.

Der deutliche Rückgang der sonstigen außerordentlichen und/oder nicht operativen Aufwendungen in Höhe von -14,4 Mio. EUR ist im Wesentlichen auf im Vorjahr angefallene Aufwendungen zurückzuführen, die in diesem Geschäftsjahr nicht angefallen sind: Rückstellungen für erwartete Abfindungszahlungen in Höhe von 5,6 Mio. EUR, die Aufwendungen für Sonderprojekte im Bereich Pricing 1,9 Mio. EUR, im Bereich B2B 0,4 Mio. EUR und im Bereich Customer Operations 0,5 Mio. EUR. Darüber hinaus wurden im Vorjahr als Einmaleffekt Aufwendungen für die Evakuierung der ukrainischen Belegschaft in Höhe von 0,8 Mio. EUR und eine Rückstellung für eine Lohnsteuerprüfung in Höhe von 2,2 Mio. EUR erfasst. Darüber hinaus wurden im Geschäftsjahr Rückstellungen für erwartete Abfindungszahlungen in Höhe von 2,4 Mio. EUR aufgelöst.

(b) Nicht-finanzielle Leistungsindikatoren

AUTODOC wird darüber hinaus anhand folgender nicht-finanzieller bzw. hybrider Leistungsindikatoren gesteuert:

Anzahl der aktiven Kunden

Die AUTODOC Gruppe misst ihren wirtschaftlichen Erfolg auch an der Entwicklung der Anzahl der aktiven Kunden. Jeder Kunde mit mindestens einer Bestellung innerhalb des vergangenen Jahres (bezogen auf den Stichtag) wird als aktiv betrachtet. Im Jahr 2023 hat sich die Anzahl der aktiven Kunden im Vergleich zum Vorjahr um 800 Tausend auf 7,4 Mio. erhöht. Diese Kennzahl spiegelt den Erfolg von Maßnahmen zur Kundenbindung bzw. -gewinnung wider und ermöglicht eine unmittelbare Beurteilung dieser Maßnahmen. Dadurch können zielgerichtete Investitionen in das Produktangebot sowie für Onlinemarketing-Aktivitäten vorgenommen werden.

Anzahl der Bestellungen

Die Anzahl der Bestellungen wird in Verbindung mit der Anzahl der Kunden und unabhängig vom Warenwert überwacht. Im Jahr 2023 hat sich die Anzahl der Bestellungen von 12,7 Mio. im Vorjahr auf 14,3 Mio. erhöht. Aus der Anzahl der Bestellungen und der Anzahl der Kunden lässt sich durch Division außerdem die Frequenz berechnen, die ebenfalls stetig überprüft wird. Im Jahr 2023 betrug sie 1,94 und liegt damit in etwa auf dem Niveau des Vorjahres von 1,93.

Durchschnittlicher Umsatz pro Bestellung (Average Order Value - AOV)

Der durchschnittliche Umsatz pro Bestellung ergibt sich rechnerisch aus den Umsatzerlösen geteilt durch die Anzahl an Bestellungen. Der durchschnittliche Umsatz pro Bestellung ist im Jahr 2023 auf 91,45 Euro gestiegen (Vorjahr: 88,75 Euro).

1.3.5. Gesamtaussage

Das Geschäftsjahr 2023 ist für den AUTODOC Konzern insgesamt positiv verlaufen. Die Anzahl der aktiven Kunden stieg weiter auf 7,4 Mio. im Jahr 2023 und damit um 12,1 % gegenüber dem Vorjahr. Die Anzahl der Bestellungen nahm gegenüber dem Vorjahr um 12,2 % zu und beläuft sich nunmehr im Berichtsjahr auf 14,3 Mio. Der positiven Kundenentwicklung folgend, sind die Umsatzerlöse des Konzerns im Geschäftsjahr 2022 um 16,0 % gegenüber dem Vorjahr auf 1.307,7 Mio. EUR gestiegen.

Das Bruttoergebnis vom Umsatz 24 ist im Geschäftsjahr 2023 aufgrund des proportionalen Anstiegs der Warenbeschaffungskosten in Relation zur Umsatzentwicklung ebenfalls um 15,5 % im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Das bereinigte EBITDA liegt im Jahr 2023 mit 134,0 Mio. EUR deutlich über dem des Vorjahres von 102,5 Mio. EUR

Insgesamt konnten die prognostizierten Ziele bei Umsatz und bereinigtem EBITDA erreicht werden, obwohl das größte Lager "M40" in Stettin, Polen, aufgrund starker Regenfälle sechs Monate lang nur teilweise zugänglich war und infolgedessen ein temporärer Umsatzrückgang bei den Eigenmarken durch Fremdmarken kompensiert werden musste.

24 Saldo aus Umsatzerlösen und Umsatzkosten

1.4. Prognose-, Risiko- und Chancenbericht

1.4.1. Prognosebericht

(a) Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Prognose

Das globale Wachstum hält an, aber das Tempo ist in den einzelnen Ländern und Regionen nach wie vor unterschiedlich, und die Inflation liegt weiterhin über den Zielwerten. Laut OECD dürfte das globale BIP-Wachstum von 3,1 % im Jahr 2023 auf 2,9 % im Jahr 2024 leicht abschwächen, bevor es sich 2025 wieder leicht auf 3,0 % erholt, da sich das Wachstum der Realeinkommen erholt und die Leitzinsen zu sinken beginnen. Für den Euroraum wird ein BIP-Wachstum von 0,6 % im Jahr 2024 und 1,3 % im Jahr 2025 prognostiziert, wobei die Wirtschaftstätigkeit kurzfristig durch die angespannte Kreditvergabe gebremst wird, bevor sie mit steigenden Realeinkommen wieder zunimmt. Treiber der Erholung werden voraussichtlich in erster Linie die Konsumausgaben als Folge der sinkenden Inflation und die angesichts eines angespannten Arbeitsmarkts steigenden Nominallöhne sein. 25

Den Prognosen zufolge wird die Inflation in den meisten G20-Ländern bis Ende 2025 wieder den Zielwert erreichen. Die Gesamtinflation in den G20-Volkswirtschaften dürfte von 6,6% im Jahr 2024 auf 3,8% im Jahr 2025 sinken, wobei die Kerninflation in den fortgeschrittenen G20- Volkswirtschaften auf 2,5% im Jahr 2024 und 2,1% im Jahr 2025 zurückgehen dürfte. 26

Die hohen geopolitischen Spannungen stellen auf kurze Sicht ein erhebliches Risiko für die Wirtschaftstätigkeit und die Inflation dar, insbesondere wenn der Nahostkonflikt die Energiemärkte beeinträchtigen sollte. Anhaltender Druck auf die Dienstleistungspreise könnte ebenfalls zu positiven Inflationsüberraschungen führen und eine Neubewertung der Finanzmärkte auslösen, da die Erwartungen hinsichtlich einer Lockerung der Geldpolitik neu bewertet werden. Das Wachstum könnte auch schwächer ausfallen als prognostiziert, wenn die Nachwirkungen früherer Leitzinserhöhungen stärker ausfallen als erwartet. 27

Die Europäische Kommission rechnet in ihrer "Winterprognose" für das Jahr 2024 mit einem schwachen Wachstum von 0,9% für die EU-Wirtschaft und von 0,8% für den Euro- Währungsraum. Im Jahr 2025 dürfte die Wirtschaftstätigkeit in der EU noch um 1,7% und im Euro-Währungsgebiet um 1,5% wachsen. Die Inflation wird voraussichtlich von 6,3% im Jahr 2023 auf 3,0% im Jahr 2024 und 2,5% im Jahr 2025 sinken. Im Euro-Währungsgebiet dürfte sie sich von 5,4% im Jahr 2023 auf 2,7% im Jahr 2024 und auf 2,2% im Jahr 2025 verlangsamen. 28

Für Deutschland rechnet die Europäische Kommission mit einem Anstieg des realen BIP um 0,3% im Jahr 2024 im Vergleich zum Vorjahr. Für 2024 wird eine Inflationsrate von 2,8 % und für 2025 von 2,4 % prognostiziert. In beiden Jahren dürfte die Inflation vor allem vom Dienstleistungssektor getrieben werden, wo das Lohnwachstum die Inflation vorübergehend auf einem hohen Niveau halten wird. Der Anstieg der Energiepreise dürfte hingegen nur wenig zur künftigen Inflation beitragen. 29

25 https://www.oecd-ilibrary.org/sites/0fd73462-en/index.html?itemld=/content/publication/0fd73462-en
26 https://www.oecd-ilibrary.org/sites/0fd73462-en/index.html?itemId=/content/publication/0fd73462-en
27 https://www.oecd-ilibrary.org/sites/0fd73462-en/index.html?itemId=/content/publication/0fd73462-en
28 https://economy-finance.ec.europa.eu/economic-forecast-and-surveys/economic-forecasts/winter-2024-economicforecast-delayed-rebound-growth-amid-faster-easing-inflation_en?prefLang=de&etrans=de
29 https://economy-finance.ec.europa.eu/economic-surveillance-eu-economies/germany/economic-forecastgermany_en

Für das Jahr 2024 rechnet der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) aufgrund einer leicht rückläufigen Auftragslage im Neuwagengeschäft mit rund 2,65 Mio. Pkw-Neuzulassungen. Die wirtschaftliche Lage mit gestiegenen Rohstoffkosten führe zu weiterhin hohen Fahrzeugpreisen, die eine anhaltende Kaufzurückhaltung vieler privater Interessenten vermuten lässt. Zudem gebe es kein ausreichendes Angebot an bezahlbaren Kleinwagen. Hinzu kommt die zunehmende Unsicherheit über den Kurs der Regierung bei der Verkehrs- und Klimapolitik. 30

Der Gebrauchtwagenmarkt wird laut ZDK im kommenden Jahr mit geschätzten rd. 6,2 Millionen Besitzumschreibungen (2023: 6,0 Mio.) wieder leicht wachsen. Das Wachstum liegt vor allem daran, dass Gebrauchtwagen vielen Menschen bezahlbare Mobilität ermöglichen. 31

Die aktuellen Zahlen des Branchenindex (BIX) zeigen, dass die Werkstattauslastung der freien Betriebe über den Jahreswechsel zwar gesunken ist, mit 86 Prozent aber immer noch vergleichsweise hoch liegt. Erstmals seit September 2021 liegt die Stimmungskurve der Vertragswerkstätten über der der freien Werkstätten. Während der Indexwert der Markenbetriebe im ersten Monat des Jahres um drei Punkte auf 99 steigt, sinkt er bei den Freien um drei Punkte auf 97. 32

Die Nutzungsdauer von Pkws beträgt mittlerweile im Durchschnitt 10 Jahre, damit wird auch voraussichtlich der Service- und Reparaturbedarf auf einem hohen Niveau bleiben. 33

Neben der angespannten wirtschaftlichen Lage und unsicheren Zukunftserwartungen vieler Haushalte bleiben insbesondere die politischen Rahmenbedingungen für den Onlinehandel herausfordernd. Der Bundesverband "E-Commerce und Versandhandel Deutschland e.V. und das EHI Retail Institute gehen in ihrer gemeinsamen Einschätzung davon aus, dass diese Effekte nahezu im Ausgabenverhalten der Kunden eingepreist sind. Im Verlauf des Jahres 2024 werden daher ein Ende des Abwärtstrends und für das Gesamtjahr ein nominales Umsatzwachstum im Gesamtmarkt von 2,0 Prozent erwartet. 34

Der Vorstand bewertet die vorstehenden Entwicklungen als positiv für den Automotive Aftermarket und die AUTODOC Gruppe, da sich durch die gesteigerte Nachfrage nach Fahrzeugersatzteilen und die Zunahme des Online-Handels neue Umsatzpotenziale erschließen lassen können.

(b) Prognose Autodoc Konzern

Der Wachstumstrend der Vorjahre konnte auch im Geschäftsjahr 2023 fortgesetzt werden. Die für das Jahr 2023 erwartete Umsatzsteigerung im niedrigen zweistelligen Prozentbereich wurde mit einem tatsächlichen Wachstum von 16,0 % im Vergleich zum Vorjahr erreicht. Die für das Geschäftsjahr 2023 erwartete Steigerung des bereinigten EBITDA im niedrigen bis mittleren zweistelligen Prozentbereich wurde mit einem um 30,8 % über dem Vorjahr liegenden bereinigten EBITDA im Jahr 2023 ebenfalls erreicht. Dies resultiert im Wesentlichen wie auch in vorstehenden Absätzen bereits erläutert aus der Umsetzung wesentlicher Projekte sowie der im Jahr 2023 relativierten Kostenentwicklung.

30 https://www.kfzgewerbe.de/zdk-prognose-2024-rueckgang-der-pkw-neuzulassungen-erwartet
31 https://www.kfzgewerbe.de/zdk-prognose-2024-rueckgang-der-pkw-neuzulassungen-erwartet
32 https://www.kfz-betrieb.vogel.de/freie-werkstaetten-starten-holprig-ins-neue-jahra-79a239f046065daa13d2865e3664bd47/?cmp=nl-125&uuid=0472826709ba1d9d6eee23df9fba4c16
33 https://www.dbresearch.de/PROD/RPS_DE-PROD/PROD0000000000529091/Immer_mehr_und_immer %C3%A4ltere_Autos_in_Deutschland.xhtml?rwnode=RPS_DE-PROD$PROD0000000000435633
34 https://bevh.org/detail/umsaetze-im-e-commerce-erreichen-talsohle

Ausgehend von der positiven Umsatzentwicklung im Jahr 2023 rechnet der Vorstand auch im Geschäftsjahr 2024 mit einem deutlichen Umsatzwachstum im niedrigen zweistelligen Prozentbereich, basierend auf dem vorstehend beschriebenen anhaltenden Trend einer Zunahme der Nachfrage nach Pkw-Ersatzteilen und dem wachsenden Anteil des Onlinehandels am gesamten Automotive Aftermarket und flankiert von den nachstehend erläuterten Maßnahmen. Die Erwartungen des Vorstandes beschränken sich trotz einer unverändert schwierigen gesamtwirtschaftlichen Lage u.a. durch den unverändert andauernden Russland- Ukraine-Krieg, durch den Kaufkraftverlust aufgrund einer anhaltend hohen Inflation sowie durch hohe Energiekosten im Wesentlichen auf folgende Kernthemen:

Auch im Jahr 2024 wird der Fokus auf der weiteren Implementierung und Umsetzung von strategischen Maßnahmen liegen, welche Umstrukturierungen, Kompetenzbündelungen sowie die Priorisierung und Umsetzung von mittel- bis langfristigen werttreibenden Initiativen beinhalten.

Die erwartete positive Umsatzentwicklung soll auf der konsequenten Umsetzung der bereits im Jahr 2023 begonnenen Maßnahmen zur Optimierung der Kundengewinnung und des Preisbildungsverfahrens getragen werden. Das Ziel ist der kontinuierliche Ausbau des Kundenstamms bei gleichzeitiger Margenoptimierung.

Die erwartete Umsatzentwicklung soll durch den fortgesetzten Ausbau der logistischen Infrastruktur unterstützt werden, wie Beispielsweise der Hochlauf des Lagers C27.

Zusätzlich sollen durch die Erweiterung des Produktangebots in den jeweiligen Kategorien und Ländern neue Kundengruppen erschlossen werden. Mit länder- und fahrzeugoptimierten Angeboten sollen mehr Kunden erreicht und der Absatz gesteigert werden. Mit neuen Kategorien im Lifestyle-Bereich sollen zusätzliche neue Kundengruppen erschlossen werden.

Neben dem Ausbau der Kerngeschäftsfelder wurde bereits Ende 2021 mit der Gründung der Autodoc France SAS der Grundstein für die Erschließung des sog. B2B-Geschäfts gelegt. Nach dem erfolgreichen Jahr 2023 in Frankreich erwartet der Vorstand für das Jahr 2024 nun "B2B- Umsätze" im mittleren zweistelligen Millionenbereich, wobei der Fokus auf der kontinuierlichen Erschließung des Marktes sowie der weiteren Optimierung des definierten Geschäftsmodells liegt.

Aufgrund der oben beschriebenen Maßnahmen rechnet der Vorstand für das Geschäftsjahr 2024 mit einer Steigerung des Umsatzes sowie des bereinigten EBITDA im niedrigen zweistelligen Prozentbereich.

1.4.2. Risikobericht

(a) Grundsätze

AUTODOC ist als schnell wachsender, international tätiger Konzern, unterschiedlichen vorhersehbaren und unvorhersehbaren, internen und extern determinierten Risiken ausgesetzt. Ungeachtet dessen, dass AUTODOC über langjährige Markterfahrung verfügt, wird das Chancen- und Risikomanagement laufend verbessert bzw. bestehende Prozesse angepasst, um Chancen und Risiken noch besser frühzeitig zu erkennen, zu bewerten und nutzen zu können bzw. Gegenmaßnahmen ergreifen zu können. So muss angemessen auf eine ständig sich ändernde Markt- und damit einhergehend auch Risikolandschaft reagiert werden können.

Im Jahr 2023 wurde die Risikomanagementfunktion von AUTODOC weiter verbessert und es wurde ein Risikomanagementteam gebildet, das sowohl bei der Risikoidentifikation und - beurteilung als auch bei der Implementierung von risikomitigierenden Maßnahmen gruppenweit unterstützt. Im Jahr 2023 hat das Risikomanagementteam von AUTODOC den Aufsichtsrat und den Vorstand durch die Durchführung regelmäßiger Sitzungen des Risikoausschusses von AUTODOC kontinuierlich und zeitnah über Risiken und Risikomanagementmaßnahmen informiert.

Als Risiken werden dabei Ereignisse und Entwicklungen verstanden, die einen Einfluss auf die Ziele von AUTODOC innerhalb eines Betrachtungszeitraums von 12 Monaten haben und zu einem Mittelabfluss oder andere negative Auswirkungen führen können. Die aktuelle Berichterstattung konzentriert sich auf wesentliche Schlüsselrisiken, die gemäß dem Risikobewertungsansatz von AUTODOC als "hohe" Risiken eingestuft werden. "Hohe" Risiken sind solche, die mit hoher Wahrscheinlichkeit erhebliche oder schwerwiegende Auswirkungen auf das Geschäft, die Finanzen, den Betrieb und die strategische Entwicklung von AUTODOC haben könnten. Im Folgenden werden Risiken aufgeführt, die einen erheblichen Einfluss auf AUTODOC und deren Ziele haben, aber insgesamt nicht zu einer Existenzgefährdung führen.

(b) Geschäftsrisiken

Wirtschaftliche und geopolitische Entwicklung

AUTODOC ist aufgrund seiner Geschäftstätigkeit und seiner Tätigkeitsbereiche wirtschaftlichen und geopolitischen Risiken ausgesetzt, wobei diese Risiken durch die Konzentration auf die Geschäftsentwicklung in Europa prinzipiell eingeschränkt sind, jedoch auch globalen wirtschaftlichen Entwicklungen unterliegen.

Prognosen zur wirtschaftlichen Entwicklung werden durch geopolitische Krisen und Konflikte, insbesondere durch den Krieg in der Ukraine, die angespannte Beziehung zwischen China und den USA sowie den rasanten Konflikt zwischen Israel und der Hamas erschwert. Auch die Angriffe auf den wichtigen Schiffsverkehr im Roten Meer zeigten Ende 2023 negative Auswirkungen auf die Weltwirtschaft, und diese können sich im Zeitablauf ändern.

Der Vorstand von AUTODOC beobachtet kontinuierlich die wirtschaftspolitischen Entwicklungen und stellt sicher, dass auf absehbare Veränderungen im wirtschaftspolitischen Umfeld angemessen und zeitnah reagiert werden kann. So hat AUTODOC im Gegenzug zum Personalabbau in Russland und der Ukraine den Personalaufbau in Portugal, Deutschland und Polen aktiv vorangetrieben.

Im Berichtsjahr hat AUTODOC außerdem den neuen EU Category Management Hub in Luxemburg eingerichtet, um den Kundenservice in allen 27 Ländern zu verbessern. Gemeinsam mit den Marketing- und Supply-Chain-Teams von AUTODOC wird diese Initiative neue Kategorien einführen, Produktangebote erweitern, Lieferantenbeziehungen verbessern und dynamische Preisstrategien entwickeln.

Krieg in der Ukraine

Die Regionen Russland und Ukraine sind keine Absatzmärkte von AUTODOC, jedoch ist AUTODOC auch vom Krieg und dessen Folgen betroffen. Bereits frühzeitig wurde sich auf die wachsende Bedrohungslage in der Ukraine vorbereitet und ein unternehmensübergreifender Krisenstab eingerichtet, der seither unverändert im wöchentlichen Rhythmus zusammenkommt.

Das Hauptanliegen des Krisenstabes ist es, die Sicherheit der Mitarbeitenden und deren Angehörigen, die Sicherung von Unternehmensvermögen sowie die Aufrechterhaltung des Geschäftsbetriebes zu gewährleisten. Dies stützt sich auf eine zeitnahe Bewertung der aktuellen Situation, insbesondere von Vertretern des lokalen Managements, und die Festlegung entsprechender Maßnahmen.

AUTODOC sorgt weiterhin so weit wie möglich für die Sicherheit seiner Mitarbeiter in der Ukraine. Seit Kriegsausbruch besteht unverändert das Risiko, dass Mitarbeitende in der Ukraine nicht oder nicht mit gewohnter Produktivität arbeiten können, da es in Folge der Kriegshandlungen in der Ukraine vermehrt zu Strom- und Internetausfällen durch die Zerstörung der Infrastruktur oder durch gezielte Abschaltung durch die Regierung kommt. Als Gegenmaßnahmen wurden die Geschäftsräumlichkeiten in Odesa und auch zusätzlich angemietete Büroräume in Kiew und Lwiw mit Notstromaggregaten ausgestattet. Im Fall von Evakuierungen verfügen alle Mitarbeitenden über mobile elektronische Endgeräte, um auch von anderen Orten zu arbeiten. Der überwiegende Teil der Mitarbeitenden ist somit weiterhin arbeitsfähig.

Zudem besteht das Risiko, dass noch in der Ukraine befindliche Mitarbeitende freiwillig oder auch verpflichtend dem Wehrdienst beitreten oder auf eigenen Wunsch AUTODOC verlassen. Insofern ist in einzelnen Bereichen das Risiko vorhanden, dass anfallende Aufgaben nicht vollumfänglich im avisierten zeitlichen Rahmen erledigt werden können. So werden Mitarbeiter kritischer Funktionen soweit wie möglich unterstützt, von anderen Standorten zu arbeiten. Zudem werden kritische Funktionen an anderen Standorten aufgebaut.

Es sollte auch erwähnt werden, dass alle sämtliche wesentliche Daten der Gruppe ohnehin in einer Cloud außerhalb der Ukraine gespeichert und verwaltet werden. Kapital oder sonstige finanzielle Mittel werden in der ukrainischen Gesellschaft nur in dem zur Sicherstellung der Zahlungsfähigkeit bzw. des Geschäftsbetriebs erforderlichem Ausmaß vorgehalten. Die Sicherheitsmaßnahmen für unsere gemieteten Bürogebäude insbesondere in Odesa wurden verstärkt.

(c) Strategische Risiken

Der Trend zur Elektromobilität, technologische Verbesserungen bei Neufahrzeugen oder bestimmten Fahrzeugteilen oder ein allgemeiner Rückgang des individuellen Autobesitzes könnten sich in mittel- bis langfristiger Zukunft negativ auf das Wachstum, die Rentabilität und den Marktanteil des AUTODOC Konzerns auswirken. Aufgrund der gesellschaftlichen und politischen Entwicklungen besteht das Risiko, dass sich dieser Trend beschleunigt. Um diesen Trends und den sich wandelnden Kundenbedürfnissen zu begegnen, erschließt AUTODOC angrenzende Produktkategorien. Weiterhin werden auch andere Trends vom Management beobachtet und bei der Strategie berücksichtigt.

(d) Finanzielle Risiken

Aufgrund des Geschäftsmodells von AUTODOC ist der Working-Capital-Bedarf grundsätzlich gering, so dass die operativ erforderliche Liquidität selbst generiert wird. Zur Finanzierung sonstiger Liquiditätsabflüsse, also der Ausschüttung des Nettogewinns (Dividende), hat AUTODOC eine Kreditlinie mit einem seiner Kernbankpartner eingerichtet.

Durch internationale Ausrichtung werden Einnahmen auch in Fremdwährungen generiert bzw. Aufwendungen in Fremdwährung getätigt. Die sich hieraus ergebenden Währungsrisiken werden mittels entsprechender Währungsgeschäfte adressiert. Der AUTODOC Konzern arbeitet hierfür mit einem Kreis von internationalen Bankpartnern zusammen.

Die Konzentration der Umsätze in Ländern der Eurozone begrenzt dabei jedoch deutlich die potenziellen Auswirkungen von Währungsrisiken auf den Konzern. Das verbleibende Währungsrisiko wird vom Vorstand als akzeptabel erachtet. Für die kommenden Perioden ist eine weitere Professionalisierung sowie weitgehende Automatisierung des Währungsmanagements auch auf der Einkaufsseite im Wesentlichen für den Einkauf in Polen und China geplant.

Darüber hinaus sieht AUTODOC die Gefahr, ins Visier von Betrügern zu geraten und dadurch Verluste für das Unternehmen zu verursachen. Um diesem Risiko entgegenzuwirken, verbessert AUTODOC die internen Verfahren zur Betrugserkennung und -verwaltung sowie zur Untersuchung der aufgetretenen Fälle.

(e) Operative Risiken

Risiken für Cybersicherheit und Informationstechnologie

Durch die stetig wachsende Bekanntheit in verschiedenen Regionen und Ländern und das umfangreiche weiter ansteigende Geschäfts- und Transaktionsvolumen rückt AUTODOC immer mehr in den Fokus von Cyberkriminellen (siehe auch die Ausführungen unter 1.1.6. Technologische Infrastruktur und Innovation).

Die IT-Abteilung und insbesondere die Cybersicherheitsfunktion arbeiten auch mit externen Beratern stetig daran, Sicherheitskonzepte und Prozesse zu implementieren, die die IT- Infrastruktur sowie die Daten bestmöglich schützen. Darüber hinaus werden in den Online-Shops die Kunden ausführlich über Datenschutzregularien und -maßnahmen aufgeklärt und die Mitarbeitenden werden regelmäßig durch Schulungen belehrt, den Schutz der Daten zu gewährleisten.

Ein weiteres Risiko besteht darin, dass die IT-Systeme in Folge des technologischen Fortschritts den Ansprüchen der Kunden oder auch neuen Gesetzen, Vorschriften und Regularien nicht mehr genügen. AUTODOC investiert nicht nur in den Schutz und die Stabilität der IT-Systeme, sondern auch in deren Weiterentwicklung, um so mögliche Risiken aus Datenverlust, Umsatzeinbußen, Reputationsschäden abzuwenden. Somit können die Kundenbedürfnisse bestmöglich sichergestellt und geschützt werden, da dies eine der Hauptprioritäten von AUTODOC ist.

Personalrisiken

Es bestehen grundsätzlich Risiken in der Verfügbarkeit von Mitarbeitenden. Es kann im Konkreten bspw. einen Know-How-Verlust bedeuten, wenn Mitarbeitende, besonders solche in Schlüsselfunktionen, AUTODOC verlassen. Dies kann zumindest kurzfristig auch den wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens beeinträchtigen. AUTODOC ist auf hochqualifizierte und erfahrene Mitarbeiter angewiesen, um den wirtschaftlichen Erfolg weiterhin garantieren zu können und die geplanten Initiativen voranzutreiben. Aufgrund des anhaltenden Fachkräftemangels wird der Rekrutierungsprozess insgesamt schwieriger. Zudem besteht das Risiko, dass Personal nicht zu angemessenen Kosten in ausreichendem Maße zur Verfügung steht.

AUTODOC ist weiterhin bestrebt, attraktive Beschäftigungsbedingungen zu bieten, um diesen Risiken entgegenzuwirken und u.a. Mitarbeitende zu halten bzw. wenn notwendig bestmöglich zu ersetzen. AUTODOC bietet eine wettbewerbsfähige Vergütungsstruktur sowie Schulungsmöglichkeiten für Mitarbeiter. Besonderes Augenmerk wurde auf die Entwicklung des Mitarbeiter-Brandings von AUTODOC und anderer Initiativen gelegt (bspw. die Einbindung von Drittanbietern zur Unterstützung der psychischen Gesundheit der Arbeitnehmer). Zudem gibt es mit dem "Code of Conduct" einen verbindlichen Kodex, der einheitliche Werte und Leitlinien vermittelt und somit zu einer positiven Unternehmenskultur beiträgt. Im Personalbereich werden angemessene Strukturen und Systeme zusätzlich eingesetzt, um eine Erhöhung der Fluktuation frühzeitig zu erkennen und gegensteuern zu können (siehe auch die Ausführungen unter 1.1.8. c) Mitarbeiterbelange).

Beschaffungs-, Lieferketten- und Produktrisiken

AUTODOC sieht auch ein Risiko in der möglichen Behinderung auf Beschaffungsmärkten sowie einer unzureichenden Kontrolle über den Exportprozess und mögliche Partnerschaften. Lieferengpässe könnten sich auf der Absatzseite nachteilig bemerkbar machen und den wirtschaftlichen Erfolg beeinträchtigen, bspw. hinsichtlich Lieferungen aus China für die Eigenmarken. Zur Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit wirkt AUTODOC durch eine intensive Lagerwirtschaft und Supply-Chain-Management, sowie die Verbesserung interner Prozesse zur Exportkontrolle, verbunden mit dem Ausbau der Lagerkapazitäten und einen umfassenden Zugriff auf Ersatzteile der Originalhersteller (alternativ auch auf Eigenmarken) entgegen. So hat AUTODOC im vergangenen Jahr das neue Logistikzentrum in Tschechischen eröffnet, wodurch das Sortiment erweitert, der Lagerbestand schneller aufgefüllt und die Produktion insgesamt gesteigert werden kann.

Weitere wichtige Risiken für AUTODOC ergeben sich aus den stetig steigenden regulatorischen Anforderungen an die Qualität bzw. die Spezifikationen, wie z. B. spezifische Anforderungen an die Kennzeichnung und Verpackung. Dies betrifft insbesondere die Produkte aus dem Sortiment der Eigenmarken, da hier ein größeres Risiko hinsichtlich der Produkthaftung oder potenziellen Reputationsschäden besteht. In diesem Zusammenhang sieht AUTODOC auch das Risiko, das mit Beziehungen zu Lieferanten oder Geschäftspartnern verbunden ist, die auf Sanktionslisten stehen oder aus sanktionierten Ländern stammen.

Um den oben genannten Risiken entgegenzuwirken, ist AUTODOC bestrebt, mit Lieferanten zusammenzuarbeiten, deren Produkte den Regularien und Anforderungen der jeweiligen Absatzmärkte gerecht werden. Zudem wird weiterhin daran gearbeitet, potenzielle Qualitätsmängel vorzubeugen und diese früh zu erkennen. Mit externer Hilfe wird evaluiert, ob die angebotenen Produkte den aktuellen rechtlichen Anforderungen genügen.

Projektmanagementrisiken

Im Berichtszeitraum hat AUTODOC in vielen Bereichen unterschiedliche Projekte aufgesetzt um z. B. Verbesserungen in der Weiterentwicklung von Produkten und Dienstleistungen sowie in der Kundengewinnung und -betreuung zu erzielen oder technologische Entwicklungen voranzubringen. Die Herausforderung besteht darin, die Projekte unter Mitwirkung unterschiedlicher Abteilungen mit den vorhandenen Ressourcen koordiniert im gesetzten Zeitrahmen durchzuführen und die gesteckten Ziele zu erreichen. Gesamtrisiken bestehen darin, dass die Ziele auf Grund von unzureichender Kommunikation und Koordination zwischen den einzelnen Abteilungen und Unternehmensbereichen, nicht oder verspätet erreicht werden. AUTODOC hat im vergangenen Jahr im Rahmen des jährlichen Planungsprozesses mithilfe effektiver Projektmanagement-Tools die wesentlichen Projekte der einzelnen Abteilungen miteinander abgestimmt. Diese werden unterjährig überwacht, damit die gesetzten Ziele erreicht werden können.

ESG-bezogene Risiken

Im Berichtszeitraum wirkt AUTODOC ESG-bezogene Risiken durch eine Reihe von Projekten und Initiativen entgegen, die auf die Einhaltung der ESG-bezogenen Gesetze (z. B. das Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz) sowie die Verbesserung interner Verfahren und Praktiken abzielen. Deshalb hat AUTODOC im internen Tool "Tell Me" umweltbezogene Abschnitte zur Erstellung von Beschwerden implementiert. Darüber hat AUTODOC ein Projekt zur regelmäßigen Erstellung der nichtfinanziellen Berichterstattung initiiert, um die Transparenz zu ESG-Themen sicherzustellen.

In Bezug auf das Risiko, dass Naturkatastrophen die Lager beschädigen und damit den Geschäftsverlauf wesentlich beeinflussen, haben wir einen sogenannten Business Continuity Plan eingeführt, um die Beeinträchtigungen eines solchen Ereignisses zu mildern und den Schaden für das Unternehmen zu minimieren.

(f) Rechtliche und Compliance-Risiken

Gesetze, Regeln und Vorschriften beeinflussen die Art und Weise, wie AUTODOC die Geschäfte führt. Wesentlich für die Geschäftstätigkeit sind besonders Gesetze und Vorschriften zum elektronischen Handel, zum Verbraucherschutz und Wettbewerbsrecht, zum Datenschutz, zur Nutzungsbedingungen für Cookies, zur Produktbeschriftung und -haftung, zum Steuerrecht sowie Sanktionen oder Handelsembargos. Das Risiko der Nichteinhaltung dieser Gesetze und Vorschriften könnte zu evtl. erheblichen Bußgeldern, Reputationsverlusten und Schadenersatzansprüchen mit weitreichenden negativen Folgen führen. Besonders bestehende und künftige Vorschriften und Gesetze zum Internet- oder Onlinerecht könnten auch das Wachstum des AUTODOC Konzerns durch ansteigende Kosten und einen erhöhten Verwaltungsaufwand negativ beeinflussen.

Um rechtlichen Risiken entgegenzuwirken, hat AUTODOC eigene Rechts- und Compliance-Abteilungen mit hochqualifizierten und spezialisierten Volljuristen und Spezialisten aufgebaut und arbeitet mit renommierten Rechtsberatern im In- und Ausland zusammen. Damit sollen bereits im Vorfeld insbesondere marken-, urheber-, vertrags- oder haftungsrechtliche Risiken und Fragen erkannt und gelöst werden.

Durch die Mitarbeiter der Compliance-Abteilung und den Aufbau eines Compliance-Management-Systems werden alle anderen Konzernbereiche und das Management bei der Einhaltung von Vorschriften und Gesetzen unterstützt, u.a. durch für alle Mitarbeitenden verpflichtende Online-Webinare bspw. zu IT-Sicherheit, Geldwäsche, Korruptionsbekämpfung und Wettbewerbsrecht, Datenschutz und den Exportbestimmungen. Dies soll die Risiken aus den Rechts- und Richtlinienverstößen mindern. Hinweisen auf mögliche Complianceverstöße wird konsequent nachgegangen. Die Einhaltung von Sanktionslisten wird durch den Einsatz der jeweiligen Software kontinuierlich überwacht.

(g) Sonstige Risiken

Derzeit trägt AUTODOC das Risiko überhöhter Zahlungen aufgrund eines Mietvertrags für einen Bürostandort in Berlin, der zum Bilanzstichtag noch nicht genutzt wird. Um diesem Risiko zu begegnen, ergreift AUTODOC Schritte zur Reduzierung dieser Zahlungen, einschließlich möglicher Untermietverträge.

(h) Gesamtaussage zur Risikosituation

Potenzielle Risiken wurden vom Risikomanagementteam von AUTODOC identifiziert und dem Vorstand im Rahmen des regelmäßigen Prozesses der Risikokartierung und der Sitzungen des Risikoausschusses präsentiert. Im Rahmen des Risikomanagementprozesses wurden im abgelaufenen Geschäftsjahr auch entsprechende Risikomanagement-Gegenmaßnahmen entwickelt, um den identifizierten Risiken wirksam begegnen zu können. Im Jahr 2023 wurde das automatisierte Risikomanagement-Tool auf Basis des NICE Framework entwickelt und implementiert, um den Risikomanagementprozess weiter zu verbessern. Darüber hinaus wurden für die wichtigsten Mitarbeiter der Gruppe Schulungen zu den wichtigsten Themen und Instrumenten des Risikomanagements sowie zur Sensibilisierung für den Risikomanagementansatz durchgeführt.

Für die kommende Zeit müssen die Risikomanagementrichtlinie von AUTODOC und die Richtlinie zum Geschäftskontinuitätsmanagement aktualisiert und umgesetzt werden. Darüber hinaus sollen die digitalen Tools zur Risikokartierung und -bewertung implementiert werden, um den genauen Überblick über die im Konzern bestehenden Risiken zu unterstützen.

Insgesamt haben die Systeme und Prozesse im Risikomanagement sich bewährt. Diese werden kontinuierlich weiterentwickelt. Gegenwärtig sieht der Vorstand auch unter Berücksichtigung der kriegerischen Auseinandersetzungen in der Ukraine keine wesentlichen Risiken, welche den Bestand des Konzerns gefährden könnten.

1.4.3. Chancenbericht

Im Folgenden sind die Chancen in der Einzelbetrachtung aufgeführt, die für den Erfolg von AUTODOC sprechen.

(a) Chancen aus der Digitalisierung

Die fortschreitende Digitalisierung als globaler Megatrend hat sich mit dem Eintreten der Corona- Pandemie und danach noch deutlich verstärkt. Der Onlinehandel erobert weiterhin einen immer höheren Anteil an Einzelhandelsmärkten. Hinzu kommt mittelfristig die zunehmende demografische und wirtschaftliche Bedeutung eher online-affiner Jahrgänge. Darüber hinaus wünschen sich Kunden zunehmend personalisierte Einkaufserlebnisse, und E-Commerce- Händler reagieren darauf, indem sie Datenanalysen und künstliche Intelligenz (KI) nutzen, um maßgeschneiderte Produktempfehlungen bereitzustellen. Es wird erwartet, dass dieser Trend in Zukunft noch zunehmen wird. Daher nutzen E-Commerce-Händler eine Kombination aus Kundendaten und prädiktiven Analysen immer häufiger, um maßgeschneiderte Online- Einkaufserlebnisse zu schaffen. AUTODOC ist als Online-Autoteilehändler besonders gut aufgestellt, um diese Chancen zu nutzen.

(b) Chancen aus der geografischen Expansion

AUTODOC ist in 27 europäischen Märkten aktiv und verfügt aus der Vergangenheit über technisches und unternehmerisches Know-how, um bei entsprechenden Gelegenheiten in weitere Märkte zu expandieren. AUTODOC verfolgt geografische Expansionen prinzipiell opportunistisch, beobachtet mögliche Zielmärkte jedoch kontinuierlich.

(c) Chancen durch Erweiterung des Produktsortiments

AUTODOC bietet seinen Kunden bereits heute ein breites Sortiment an Autoersatzteilen und Zubehör für eine Vielzahl von Marken, Modellen und Konfigurationen an. Gleichwohl bleiben Möglichkeiten für eine Erweiterung des Angebots auf Basis der unternehmensinternen Daten zu Nachfrage und Preisniveau im Markt. Eine Erweiterung des Angebots birgt prinzipiell das Potenzial, weitere Kunden zu erreichen bzw. bestehende Kunden durch ein umfassenderes Angebot zu binden. Dies schließt auch weitere Produktkategorien oder Märkte ein.

(d) Chancen durch Werbung und Marketing

AUTODOC hat bereits in den vergangenen Jahren Werbung geschaltet, ist allerdings im Vergleich zu einigen direkten Wettbewerbern weniger bekannt bei möglichen Kunden. Für die kommenden Jahre plant AUTODOC sukzessive seine Marketingaktivitäten vor allem in den sozialen Medien auszubauen, wobei die breite Kundenansprache im Vordergrund stehen soll. Es besteht ein großes Potenzial darin, die Bekanntheit von AUTODOC weiter zu steigern und somit neue Kunden zu gewinnen.

(e) Chancen durch Skaleneffekte

Bedingt durch das bisherige und das prognostizierte Unternehmenswachstum wird erwartet, dass sich auch in Zukunft weitere Chancen aus zusätzlichen Skaleneffekte bieten werden.

Skaleneffekte erlauben es, die Umsatzrendite zu steigern bzw. durch günstigere Angebote zusätzliche Bestellungen zu generieren. Durch die Eröffnung von neuen Lagerstandorten ergeben sich gerade für die Eigenmarken durch verbesserte Verfügbarkeit weitere Skaleneffekte. Dies könnte sich positiv auf den Konzernumsatz und das Ergebnis auswirken.

(f) Chancen aus dem Aufbau des B2B und B2C Geschäfts

Im Berichtszeitraum wurde das B2B-Geschäft von AUTODOC in Frankreich mit dem Service AUTODOC PRO aktiv ausgebaut (Details dazu unter 1.1.6. Technologische Infrastruktur und Innovation). Derzeit hat AUTODOC die Vision, das B2B-Geschäftsmodell in anderen Ländern einzuführen und sein Geschäft entsprechend auszubauen. Im Jahr 2023 hat AUTODOC auch das Produktangebot im B2C-Segment erweitert. Konkret stärkte AUTODOC weiterhin zwei AUTODOC-Eigenmarken: STARK und RIDEX.

1.4.4. Risikoberichterstattung in Bezug auf die Verwendung von Finanzinstrumenten

Die Absatzpreise von AUTODOC sind Marktpreise. Durch den hohen Lagerumschlag ist die Kapitalbindung im Vorratsvermögen nicht außergewöhnlich hoch. Der Bestand an Forderungen aus Lieferungen und Leistungen fällt durch die vorherrschende Zahlungsweise "Vorauskasse" relativ gering aus. Die Währungsrisiken werden sowohl auf der Beschaffungsseite wie auch auf der Absatzseite mittels Spot Währungssicherungstausch adressiert. Hohe Schwankungen in den Verbindlichkeiten und Forderungen entstehen aus den Abrechnungen der Umsatz- und Vorsteuer, bedingt zum Teil durch die länderspezifischen Besonderheiten, und aus einer Erhöhung der kurzfristigen Forderungen aus Lieferantenboni und der kurzfristigen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen.

AUTODOC generiert die für den operativen Betrieb erforderlichen Mittel auf Grund des Geschäftsmodells selbst. Die liquiden Mittel werden durch entsprechende Kreditlinien ergänzt, sofern sich der Bedarf hierfür ergibt (z. B. Mietgarantien).

Die zukünftige Wachstumsstrategie und die damit verbundenen Investitionen sollen unverändert aus den kontinuierlich generierten Liquiditätsüberschüssen aus dem operativen Geschäft von AUTODOC finanziert werden.

1.5. Ergänzende Lageberichterstattung zum Einzelabschluss der Autodoc SE

Der Lagebericht und der Konzernlagebericht der Autodoc SE wurden zusammengefasst. Die folgenden Erläuterungen basieren auf dem Jahresabschluss der Autodoc SE, der nach den Vorschriften des deutschen Handelsgesetzbuchs (HGB) und des Aktiengesetzes in Verbindung mit Art. 61 EU-VO 2157/2001 aufgestellt wurde.

1.5.1. Geschäftstätigkeit

Die Autodoc SE ist die Muttergesellschaft des AUTODOC-Konzerns und gleichzeitig seine wichtigste operative Einheit. Ihr Sitz ist in Berlin. Die Autodoc SE ist im Automotive-Aftermarket auf den Onlinehandel mit Kfz-Ersatzteilen spezialisiert.

Die Autodoc SE wird, auch als Konzernobergesellschaft, durch ihren Vorstand vertreten, der für die Ausrichtung des Konzerns zuständig ist und die Strategie des Unternehmens und der Gruppe bestimmt.

Der Jahresabschluss der Autodoc SE wird nach deutschem Handelsrecht (HGB) aufgestellt. Der Konzernabschluss wird nach den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der EU anzuwenden sind, aufgestellt. Daraus ergeben sich Unterschiede in den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden. Die Unterschiede betreffen vor allem das Anlagevermögen, die Finanzverbindlichkeiten und die daraus resultierenden latenten Steuern. Es werden zudem im Gegensatz zum HGB signifikante Aufwendungen für anteilsbasierte Vergütungen bilanziert.

Die Autodoc SE hat umfangreiche Leistungsbeziehungen mit ihren Tochtergesellschaften. Die erbrachten Leistungen umfassen im Wesentlichen Logistik- und Vertriebsdienstleistungen, Produktpflege, Kundenservice sowie Einkaufs-, Verwaltungs- und IT-Dienstleistungen.

1.5.2. Wirtschaftslage der Autodoc SE

(a) Ertragslage der Autodoc SE

Die Ertragslage der Autodoc SE wird in folgender (verkürzten) Gewinn- und Verlustrechnung nach dem Gesamtkostenverfahren dargestellt. Sie zeigt ein gesundes Wachstum und eine solide Rentabilität.

TEUR 2023 2022
Umsatzerlöse 1.307.816 1.125.889
Sonstige Betriebserträge 12.013 17.202
Materialaufwand (746.902) (644.494)
Personalaufwand (34.529) (29.109)
Abschreibungen (1.442) (1.352)
Sonstiger Betriebsaufwand (455.816) (400.013)
Betriebliches Ergebnis 81.140 68.123
Finanzergebnis 3.178 4.087
Steuern vom Einkommen und Ertrag (30.611) (22.396)
Ergebnis nach Steuern 53.707 49.814
Sonstige Steuern (358) (2.356)
Jahresüberschuss 53.349 47.458

Im Berichtszeitraum konnte die Autodoc SE die Umsatzerlöse um 181,9 Mio. EUR auf 1.307,8 Mio. EUR steigern. Diese positive Entwicklung basiert maßgeblich auf dem organischen Wachstum in allen Märkten infolge eines kontinuierlichen Anstiegs der Online-Kunden im Automotive-Aftermarket. Im Jahr 2023 konnte die Autodoc SE in allen wesentlichen Märkten eine signifikante Umsatzsteigerung realisieren, wobei die größten Absatzmärkte Deutschland und Frankreich mit einer Steigerung von gemeinsam 19,2% und einer kombinierten Umsatzsteigerung von 103,2 Mio. EUR hervorzuheben sind.

Der Jahresüberschuss des Geschäftsjahres 2023 in Höhe von 53,3 Mio. EUR liegt um 5,9 Mio. EUR (12,4 %) über dem des Vorjahres. Der Anstieg beruht im Wesentlichen auf der Ausweitung des Geschäftsvolumens.

Der Materialaufwand hat sich entsprechend der Ausweitung des Geschäftsvolumens leicht proportional zum Anstieg der Umsatzerlöse um 102,4 Mio. EUR auf 746,9 Mio. EUR erhöht. Dies ist im Wesentlichen auf Skaleneffekte im Einkauf sowie eine optimierte Preisbildung zurückzuführen, die den leichten Rückgang des Anteils der Eigenmarken am Absatz kompensiert hat. Die Wareneinsatzquote ist leicht von 57,2 % auf 57,1 % gesunken. Insgesamt erzielte die Gesellschaft im Geschäftsjahr 2023 daher ein deutlich positives Bruttoergebnis (Umsatzerlöse abzgl. Materialaufwand zzgl. sonstige betriebliche Erträge) in Höhe von 572,9 Mio. EUR (2022: 498,6 Mio. EUR).

Der Personalaufwand ist um 5,4 Mio. EUR auf 34,5 Mio. EUR gestiegen. Die durchschnittliche Mitarbeiteranzahl stieg im Jahr 2023 gegenüber dem Vorjahr um 20 von 280 auf 300 Mitarbeiter. Der Anstieg der Personalaufwendungen ist im Wesentlichen geprägt durch das kurzfristige Boni Programm und ein langfristiges Boni Programm welches im Geschäftsjahr 2023 eingeführt wurde.

Im Wesentlichen beinhaltet der sonstige Betriebsaufwand Kosten für von Tochtergesellschaften erbrachten Fremddienstleistungen und Kosten der Warenabgabe sowie Werbe- und Transaktionskosten. Die Entwicklung des Postens steht somit auch weitgehend in direkter Relation zur Geschäftsentwicklung. Im Geschäftsjahr 2023 nahmen diese Aufwendungen im Vergleich zum Vorjahr um 55,8 Mio. EUR (14,0 %) zu.

Wesentliche Kostentreiber waren die gestiegenen Aufwendungen der Autodoc Logistics Sp. z o.o. sowie der Tochtergesellschaften, die im Geschäftsjahr 2023 neu gegründet oder erstmalig vollständig operativ tätig geworden sind. Gegenläufig dazu sind die Aufwendungen der LLC Autodoc Ukraine um 19,0 % gesunken.

Darüber hinaus sind im Geschäftsjahr höhere Aufwendungen für Internet-Werbung angefallen (Anstieg um 1,8 Mio. EUR bzw. 2,0 %). Diese sind jedoch deutlich unterproportional zum Umsatzwachstum gestiegen.

Das Finanzergebnis in Höhe von 3,2 Mio. EUR ist gegenüber dem Vorjahr insgesamt um 0,9 Mio. EUR gesunken. Die gestiegenen Zinserträge und die erstmalig erhaltenen Ausschüttungen der Autodoc Logistics Sp.zo.o. konnten den Rückgang der Erträge aus dem Gewinnabführungsvertrag mit der Ridex GmbH nicht vollständig ausgleichen.

Steuern vom Einkommen und Ertrag setzen sich aus den gezahlten oder geschuldeten Gewerbesteuer, Körperschaftsteuer und dem Solidaritätszuschlag zusammen. Der Körperschaftsteuersatz für den Veranlagungszeitraum 2023 betrug unter Berücksichtigung des Solidaritätszuschlags wie im Vorjahr 15,8 %. Der maßgebliche Gewerbesteuersatz lag wie im Vorjahr bei 14,4 %. Von diesen Ertragsteuern entfallen Erträge in Höhe von 0,1 Mio. EUR auf die Vorjahre. Die um diese Beträge bereinigte Steuerquote (Steuern für das laufende Jahr im Verhältnis zum Ergebnis vor Steuern) hat sich von 32,4 % auf 36,6 % erhöht. Der wesentliche Grund für die Steuersatzerhöhung im Vergleich zum Vorjahr liegt in der steuerlichen Nichtabziehbarkeit der Drohverlustrückstellung für eine Büroimmobilie in Berlin. Ohne diese Effekte beträgt die bereinigte Steuerquote 31,3%.

(b) Umsatz der Autodoc SE nach geografischen Regionen

Die Umsatzentwicklung nach geografischen Regionen ist im Folgenden abgebildet.

TEUR 2023 2022
Deutschland 320.888 253.246
Frankreich 319.242 283.650
Skandinavien 139.805 139.425
Spanien/Portugal 94.695 84.322
Italien 81.585 78.829
Übriges Europa 351.601 286.417
- 1.307.816 1.125.889

(c) Vermögenslage der Autodoc SE

Die Vermögenslage der Autodoc SE wird in folgender zusammengefasster Bilanz darstellt:

TEUR 31.12.2023 31.12.2022
Aktiva
Anlagevermögen 5.054 5.642
Umlaufvermögen 219.563 222.717
Vorräte 104.061 91.339
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 93.854 95.886
Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten 21.648 35.492
Rechnungsabgrenzungsposten 4.130 2.917
228.747 231.276
Passiva
Eigenkapital 59.377 53.829
Rückstellungen 66.749 45.346
Verbindlichkeiten 102.294 131.794
Rechnungsabgrenzungsposten 327 307
228.747 231.276

Das Gesamtvermögen der Autodoc SE hat sich im Vergleich zum Vorjahr um 2,5 Mio. EUR (1,1 %) leicht vermindert. Strukturell unverändert ist die Aktivseite weiterhin vor allem durch das Umlaufvermögen geprägt. Die Passivseite wird zum Stichtag durch Verbindlichkeiten dominiert.

Der Rückgang des Anlagevermögens resultiert im Wesentlichen aus Abschreibungen, die im Geschäftsjahr höher als die Investitionen, vor allem in Betriebs- und Geschäftsausstattungen, ausgefallen sind.

Das Umlaufvermögen liegt leicht unter dem Niveau des Vorjahresstichtags. Es wird unverändert vom Vorratsvermögen geprägt, welches deutlich auf 104,1 Mio. EUR (2022: 91,3 Mio. EUR) gestiegen ist und im Wesentlichen Waren enthält. Dieser Anstieg ist hauptsächlich auf den Bestandsaufbau im Lager M40 aufgrund des aufgetretenen Gebäudeschadens und der temporären Unzugänglichkeit der Waren im Lager M40 und den Aufbau weiterer Lager mit M26 und C27 zurückzuführen. Unverändert sind zum Abschlussstichtag viele Lieferantenboni noch nicht abgerechnet. Die zugehörigen Forderungen haben sich gegenüber dem Vorjahr um 16,4 Mio. EUR auf 79,7 Mio. EUR weiter erhöht. Die Forderungen gegen die Gesellschafterin haben sich hingegen im Wesentlichen durch die Rückzahlung eines Darlehens um 11,1 Mio. EUR verringert.

Die Abnahme der liquiden Mittel um 13,8 Mio. EUR resultiert hauptsächlich aus Dividendenzahlungen in Höhe von 47,8 Mio. EUR sowie aus der Rückzahlung der Erträge aus der Eigenkapitalherabsetzung in Höhe von 40,0 Mio. EUR, die nicht vollständig durch laufende Einzahlungen aus dem operativen Geschäft ausgeglichen werden konnten.

Die Zunahme des Eigenkapitals um 5,5 Mio. EUR auf 59,4 Mio. EUR beruht auf dem die Gewinnausschüttungen an die Aktionärin übersteigenden Jahresüberschuss. Die Eigenkapitalquote beträgt zum Bilanzstichtag 26,0 % (2022: 23,3 %).

Ursächlich für die Zunahme der Rückstellungen auf 66,7 Mio. EUR. sind im Wesentlichen die Bildung von Drohverlustrückstellungen für langfristig abgeschlossene Mietverträge für Büroräume in Höhe von 11,4 Mio. EUR sowie die um 7,8 Mio. EUR gestiegenen Rückstellungen für kurz- und langfristige Bonuszahlungen an Mitarbeiter. Auf Grund des höheren Jahresüberschusses sind auch die Ertragsteuerrückstellungen um 4,3 Mio. EUR gestiegen.

Insgesamt haben sich die Verbindlichkeiten um 29,5 Mio. EUR auf 102,3 Mio. EUR verringert. Dies resultiert auch daraus, dass im Vorjahr eine Verbindlichkeit gegenüber der Anteilseignerin aus der Eigenkapitalherabsetzung in Höhe von 40,0 Mio. EUR enthalten war. Der gegenläufige weitere Anstieg der Liefer- und Leistungsverbindlichkeiten um 9,0 Mio. EUR auf zum Bilanzstichtag 56,4 Mio. EUR ist in etwa proportional zum Anstieg der sonstigen Vermögensgegenstände und beruht auch auf den ausstehenden Lieferantenboniabrechnungen.

(d) Finanzlage der Autodoc SE

Die Finanzlage der Autodoc SE wird in folgender zusammengefasster Cash-Flow-Rechnung veranschaulicht:

TEUR 2023 2022
Cashflow aus operativer Geschäftstätigkeit 60.554 49.826
Cashflow aus Investitionstätigkeit 13.969 (9.105)
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit (88.367) (64.230)
Zahlungswirksame Veränderung des Finanzmittelfonds (13.844) (23.509)
Flüssige Mittel am Anfang der Periode 35.492 59.001
Flüssige Mittel am Ende der Periode 21.648 35.492

Die Autodoc SE hat im Geschäftsjahr 2023 einen positiven Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit von 60,6 Mio. EUR (2022: 49,8 Mio. EUR) erwirtschaftet, welcher vor allem die deutliche Steigerung des Jahresüberschusses von 47,5 Mio. EUR im Vorjahr auf 53,3 Mio. EUR im Geschäftsjahr sowie durch einen starken Bestandsaufbau der Vorräte beeinflusst wird.

Der Anstieg des Cashflows aus Investitionstätigkeit um 23,1 Mio. EUR gegenüber dem Vorjahr ist im Wesentlichen auf die Rückzahlung eines Darlehens an die Autodoc SE in Höhe von 10,0 Mio. EUR und erhaltene Ausschüttungen von Tochtergesellschaften in Höhe von 6,6 Mio. EUR zurückzuführen. Gegenläufig wirkt sich die Anschubfinanzierung eines Tochterunternehmens um 3,0 Mio. EUR aus.

Der Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit ergibt sich zum größten Teil aus den gezahlten Dividenden an die Aktionärin in Höhe von 47,8 Mio. EUR sowie aus der Rückzahlung der im Vorjahr beschlossenen ordentlichen Kapitalherabsetzung in Höhe von 40,0 Mio. EUR

Die flüssigen Mittel am Ende der Periode in Höhe von 21,6 Mio. EUR (2022: 35,5 Mio. EUR) setzten sich aus Bankbeständen sowie Tagesgeldanlagen bei Kreditinstituten zusammen.

Im Hinblick auf die Liquiditätssituation und die finanzielle Entwicklung der Autodoc SE verweisen wir auf die Erläuterungen zur Finanzlage des AUTODOC-Konzerns, die im Wesentlichen auch die finanzielle Entwicklung der Autodoc SE widerspiegelt. Die Autodoc SE verantwortet das Cashmanagement des AUTODOC-Konzerns.

(e) Wesentliche Leistungsindikatoren

Die Steuerung der AUTODOC erfolgt seit dem Jahr 2021 durch den Vorstand der Autodoc SE ausschließlich auf Konzernebene und auf Basis der nach IFRS (International Financial Reporting Standards) ermittelten Konzernkennzahlen. Für die Autodoc SE wurden keine separaten finanziellen Leistungsindikatoren definiert.

1.5.3. Risiken und Chancen der Autodoc SE

Die Geschäftsentwicklung der Autodoc SE unterliegt im Wesentlichen den gleichen operativen Risiken und Chancen wie der Konzern. An den operativen Risiken der Tochtergesellschaften partizipiert die Autodoc SE in vollem Umfang. Die Aussagen zur Gesamtbewertung der Risikosituation des Konzerns durch den Vorstand gelten daher auch als Zusammenfassung der Risikosituation der Autodoc SE. Es wird auf die im Risiko- und Chancenbericht des Konzerns gegebene Beschreibung des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems und des Risikomanagementsystems verwiesen.

1.5.4. Ausblick

Aufgrund der Verflechtungen der Autodoc SE mit den Konzerngesellschaften und ihres Gewichts im Konzern wird auf die für den Konzern getroffenen Aussagen zur Intensität und Richtung der Markt-, Umsatz- und Ergebnisentwicklung verwiesen. Die Aussagen spiegeln im Hinblick auf Trends und Intensität der erwarteten Entwicklung der wichtigsten Leistungsindikatoren auch die Erwartungen für die Muttergesellschaft wider.

1.5.5. Abhängigkeitsbericht

Über die rechtlichen und geschäftlichen Beziehungen zu verbundenen Unternehmen ist gemäß § 312 AktG ein Bericht erstellt worden, der mit folgender Erklärung endet:

Der Vorstand erklärt, dass die Gesellschaft bei den aufgeführten Rechtsgeschäften nach den Umständen, die dem Vorstand zum Zeitpunkt der Vornahme der Rechtsgeschäfte bekannt waren, eine angemessene Gegenleistung erhielt. Berichtspflichtige Maßnahmen wurden weder getroffen noch unterlassen.

 

Berlin, 15. April 2024

Dmitry Zadorojnii, CEO

Lennart Schmidt, CFO

2. Jahresabschluss für das Geschäftsjahr 2023

2.1 Bilanz

Aktiva

TEUR Angabe 31.12.2023 31.12.2022
Aktiva
A. Anlagevermögen (1.) 5.054 5.642
I. Immaterielle Vermögensgegenstände 1.085 1.329
II. Sachanlagen 1.649 2.036
III. Finanzanlagen 2.320 2.277
B. Umlaufvermögen 219.563 222.717
I. Vorräte (2.) 104.061 91.339
1. Waren 90.430 71.780
2. Geleistete Anzahlungen 13.631 19.559
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände (3.) 93.854 95.886
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 641 412
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 4.605 19.322
3. Sonstige Vermögensgegenstände 88.608 76.152
III. Guthaben bei Kreditinstituten (4.) 21.648 35.492
C. Rechnungsabgrenzungsposten 4.130 2.917
Bilanzsumme 228.747 231.276

Passiva

A. Eigenkapital (5.) 59.377 53.829
I. Grundkapital 2.625 2.625
II. Gewinnrücklagen 3.381 3.381
Gesetzliche Rücklage 3.381 3.381
III. Bilanzgewinn 53.371 47.823
B. Rückstellungen (6.) 66.749 45.346
1. Steuerrückstellungen 19.513 18.101
2. Sonstige Rückstellungen 47.236 27.245
C. Verbindlichkeiten (7.) 102.294 131.794
1. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 15.844 14.898
2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 56.425 47.442
3. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 16.584 58.614
4. Sonstige Verbindlichkeiten 13.441 10.840
davon aus Steuern 7.572 5.130
davon im Rahmen der sozialen Sicherheit 262 50
D. Rechnungsabgrenzungsposten 327 307
Bilanzsumme 228.747 231.276

2.2 Gewinn- und Verlustrechnung

TEUR Angabe 2023 2022
1. Umsatzerlöse (8.) 1.307.816 1.125.889
2. Sonstige betriebliche Erträge (9.) 12.013 17.202
davon Erträge aus Währungsumrechnung 4.742 10.645
3. Materialaufwand
Aufwendungen für bezogene Waren (746.902) (644.494)
4. Personalaufwand (34.529) (29.109)
a) Löhne und Gehälter (30.947) (25.378)
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung (3.582) (3.731)
davon für Altersversorgung (3) (10)
5. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen (1.442) (1.352)
6. Sonstige betriebliche Aufwendungen (10.) (455.816) (400.013)
davon Aufwendungen aus Währungsumrechnung (4.460) (12.520)
7. Erträge aus Beteiligungen (11.) 2.645 3.980
8. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 1.177 322
davon aus verbundenen Unternehmen 251 179
9. Zinsen und ähnliche Aufwendungen (643) (215)
10. Aufwendungen aus Verlustübernahmen (12.) (1) -
11. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag (13.) (30.611) (22.396)
12. Ergebnis nach Steuern 53.707 49.814
13. Sonstige Steuern (14.) (358) (2.356)
14. Jahresüberschuss 53.349 47.458
15. Gewinnvortrag 47.823 64.303
16. Ausschüttung (47.801) (63.938)
17. Ertrag aus einer ordentlichen Kapitalherabsetzung (5.) - (40.000)
18. Aufwand aus einer ordentlichen Kapitalrückzahlung (5.) - 40.000
19. Bilanzgewinn 53.371 47.823

2.3 Anhang für das Geschäftsjahr 2023

Allgemeine Angaben

Die Autodoc SE hat ihren Sitz in der Josef-Orlopp-Straße 55, 10365 Berlin. Sie ist im Handelsregister des Amtsgerichts Charlottenburg/Berlin unter HRB 247677 B eingetragen.

Der Jahresabschluss wurde nach den Vorschriften des deutschen Handelsgesetzbuches (HGB) sowie den ergänzenden Vorschriften des Aktiengesetzes (AktG) i.V.m. Art. 61 EU-VO 2157/2001 aufgestellt. Es gelten die Vorschriften für große Kapitalgesellschaften gemäß § 267 Abs. 3 Satz 1 HGB.

Für die Gewinn- und Verlustrechnung wurde das Gesamtkostenverfahren nach § 275 Abs. 2 HGB angewendet.

Soweit zwischen den erforderlichen Angaben in Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung und Anhang ein Wahlrecht besteht, wurde grundsätzlich der Ausweis im Anhang vorgezogen. Aus dem gleichen Grund wurden die Angaben zur Mitzugehörigkeit zu anderen Posten und davon- Vermerke ebenfalls im Anhang gemacht.

Unverändert zum Vorjahr besteht ein Gewinnabführungsvertrag mit der Ridex GmbH, Berlin.

Das Geschäftsjahr der Gesellschaft ist das Kalenderjahr.

Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Für die Aufstellung des Jahresabschlusses sind unverändert die nachfolgenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden maßgebend.

Die Bewertung der entgeltlich erworbenen immateriellen Vermögensgegenstände des Anlagevermögens erfolgt, sofern sie der Abnutzung unterliegen, zu Anschaffungskosten unter Berücksichtigung planmäßiger Abschreibungen. Abschreibungen erfolgen unter Zugrundelegung der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauern linear pro rata temporis über 3 bis 10 Jahre.

Das Sachanlagevermögen ist zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten unter Berücksichtigung planmäßiger Abschreibungen bewertet. Abschreibungen erfolgen nach Maßgabe der voraussichtlichen Nutzungsdauer linear pro rata temporis. Die Nutzungsdauern der Bauten auf fremden Grundstücken und der Betriebs- und Geschäftsausstattungen belaufen sich auf 2 bis 20 Jahre.

Die Finanzanlagen sind zu Anschaffungskosten angesetzt. Der Wertansatz der Anteile an verbundenen Unternehmen ist durch die erwarteten Ergebnisse der Beteiligungsgesellschaften gedeckt.

Vorräte werden zu Anschaffungskosten unter Beachtung des strengen Niederstwertprinzips bewertet. Die Waren sind zum beizulegenden Wert, das heißt zum niedrigeren Wert aus Anschaffungskosten oder niedrigeren Marktpreisen, bilanziert. Bestandsrisiken aufgrund von Lagerdauer und verminderter Verwertbarkeit wurden durch angemessene Abschreibungen Rechnung getragen. Der Bilanzposten enthält unverändert auch die geleisteten Anzahlungen auf von verbundenen Unternehmen erworbene Waren.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sind zum Nennwert angesetzt, soweit nicht in Einzelfällen ein niedrigerer Wertansatz geboten war. Erkennbaren Einzelrisiken wurde durch Einzelwertberichtigungen Rechnung getragen. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, welche seit mehr als zwölf Monaten überfällig sind, werden vollständig wertberichtigt. Auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, welche mindestens drei, jedoch nicht mehr als zwölf Monate überfällig sind, werden Wertberichtigungen in Höhe von 50 % vorgenommen. Fremdwährungsforderungen wurden mit dem Devisenkassamittelkurs zum Abschlussstichtag umgerechnet.

Der Ansatz der Guthaben bei den Kreditinstituten erfolgte zum Nominalwert.

Der aktive Rechnungsabgrenzungsposten beinhaltet Ausgaben vor dem Abschlussstichtag, die Aufwendungen für eine bestimmte Zeit nach dem Abschlussstichtag darstellen.

Die Steuerrückstellungen und die sonstigen Rückstellungen tragen allen erkennbaren Risiken und allen ungewissen Verpflichtungen Rechnung. Sie sind in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrags (d.h. einschließlich zukünftiger Kosten- und Preissteigerungen) angesetzt.

Rückstellungen für Aufbewahrungs- und Archivierungsverpflichtungen für Geschäftsunterlagen wurden in Höhe des jeweiligen Erfüllungsbetrags, d.h. unter Berücksichtigung der voraussichtlichen im Erfüllungszeitpunkt geltenden Kostenverhältnisse, gebildet. Der Teil der Rückstellungen, welcher auf Ausgaben entfällt, die nach Ablauf des zum Abschlussstichtag folgenden Geschäftsjahres anfallen, wird pauschal mit dem einer Restlaufzeit von rund fünf Jahren entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Geschäftsjahre abgezinst.

Die Rückstellungen für Rückbauverpflichtungen wurden durch eine lineare Verteilung des nominalen Gesamtaufwandes der Verpflichtungen auf die entsprechende Restlaufzeit ermittelt. Der Teil der Rückstellungen, welcher auf Ausgaben entfällt, die nach Ablauf des zum Abschlussstichtag folgenden Geschäftsjahres anfallen, wird entsprechend der Restlaufzeit abgezinst.

Die Rückstellungen für drohende Verluste und für Erfüllungsrückstände aus Mietverträgen wurden in Höhe des jeweiligen Erfüllungsbetrags, d. h. unter Berücksichtigung der voraussichtlich im Erfüllungszeitpunkt geltenden Kostenverhältnisse, gebildet. Da die Mietverträge am Verbraucherpreisindex angelehnte Mietsteigerungsklauseln enthalten, wurden voraussichtliche Preis- bzw. Kostensteigerungen von bis zu 2,0 % p. a. berücksichtigt. Der Teil der Rückstellungen, welcher auf Ausgaben entfällt, die nach Ablauf des folgenden Geschäftsjahres anfallen, wird mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Geschäftsjahre abgezinst.

Verbindlichkeiten sind mit ihrem jeweiligen Erfüllungsbetrag angesetzt. Fremdwährungsverbindlichkeiten wurden grundsätzlich mit dem Devisenkassamittelkurs zum Abschlussstichtag umgerechnet.

Der passive Rechnungsabgrenzungsposten wurde in Höhe der tatsächlich angefallenen Einnahmen vor dem Abschlussstichtag für Erträge nach dem Abschlussstichtag gebildet.

Forderungen und Verbindlichkeiten gegenüber den einzelnen verbundenen Unternehmen sind unsaldiert ausgewiesen.

Für die Ermittlung latenter Steuern aufgrund von temporären oder quasi-permanenten Differenzen zwischen den handelsrechtlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten und ihren steuerlichen Wertansätzen oder aufgrund steuerlicher Verlustvorträge werden diese mit den unternehmensindividuellen Steuersätzen im Zeitpunkt des Abbaus der Differenzen bewertet und die Beträge der sich ergebenden Steuerbe- und -entlastung nicht abgezinst.

Aktive und passive Steuerlatenzen werden verrechnet. Die Aktivierung eines Überhangs latenter Steuern unterbleibt in Ausübung des dafür bestehenden Ansatzwahlrechts.

Die aktiven latenten Steuern resultieren im Wesentlichen aus Bilanzdifferenzen bei Rückstellungen. Diese wurden im Wesentlichen mit passiven latenten Steuern aus Bilanzdifferenzen bei der steuerbilanziellen Darstellung des Treuhandverhältnisses mit der Autodoc Operations SE & Co. KG saldiert. Der Berechnung liegt ein durchschnittlicher Ertragsteuersatz von 30,175 % zugrunde.

Erläuterungen zur Bilanz

(1.) Anlagevermögen

Die Zusammensetzung und Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens ist in der Anlage zum Anhang (Anlagenspiegel) dargestellt.

Die Finanzanlagen enthalten die Anteile an 15 verbundenen Unternehmen, die auch in der Anteilsbesitzliste unter den Sonstigen Angaben genannt sind. Die Zunahme des Postens ergibt sich aus der Investition in die Anteile an neuen Tochtergesellschaften.

(2.) Vorräte

Abgesehen von handelsüblichen Eigentumsvorbehalten sind die Vorräte frei von Rechten Dritter. Die geleisteten Anzahlungen betreffen ausschließlich solche gegen das verbundene Unternehmen Ridex GmbH.

(3.) Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

In den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind Einzelwertberichtigungen in Höhe von 93 TEUR (Vorjahr 160 TEUR) enthalten.

Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen setzen sich folgendermaßen zusammen:

TEUR 2023 2022
Darlehen AutoTech GmbH & Co. KG (vormals Autodoc Holding GmbH & Co. KG) - 10.121
Weiterberechnete Aufwendungen - 975
Forderungen gegen die Alleinaktionärin - 11.096
Darlehen 4.093 1.002
Gewinnabführung der Ridex GmbH - 3.978
Vorauszahlungen für Dienstleistungen 59 2.609
Übrige Forderungen gegen verbundene Unternehmen 453 637
Forderungen gegen andere verbundene Unternehmen 4.605 8.226
4.605 19.322

Die übrigen sonstigen Vermögensgegenstände setzen sich folgendermaßen zusammen:

TEUR 2023 2022
Forderungen gegen Lieferanten 79.654 63.269
Forderungen gegen Zahlungsdienstleister 4.167 4.211
Steuerforderungen 3.664 3.703
Übrige Forderungen 1.123 4.969
88.608 76.152

Die Forderungen gegen Lieferanten ergeben sich in erster Linie aus vertraglich geregelten Boni für bezogene Waren. Einzelwertberichtigungen sind in Höhe von 406 TEUR (Vorjahr 296 TEUR) gebildet worden.

Mit Ausnahme von Mietkautionen in Höhe von 617 TEUR (Vorjahr 543 TEUR) haben alle Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände wie im Vorjahr eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr.

(4.) Guthaben bei Kreditinstituten

Die liquiden Mittel beinhalten unverändert zum Vorjahr Guthaben auf Bankkonten.

(5.) Eigenkapital

Das Grundkapital beträgt am 31. Dezember 2023 unverändert 2.625 TEUR und ist zum Nennwert bilanziert. Es ist eingeteilt in 2.625.000 auf den Namen lautende Stückaktien. Der rechnerische Wert je Stückaktie beträgt somit 1,00 EUR.

In der außerordentlichen Hauptversammlung am 28. September 2022 wurde die Neueinteilung und Herabsetzung des Grundkapitals beschlossen. Die Satzungsänderung über die Einteilung des Grundkapitals in 2.625.000 Stückaktien wurde mit Handelsregistereintrag vom 14. Oktober 2022 wirksam. Die Kapitalherabsetzung auf ein Grundkapital von 2.625 TEUR wurde mit Handelsregistereintrag vom 19. Oktober 2022 durchgeführt. Für die Auszahlung des aus der Kapitalherabsetzung gewonnenen Betrags in Höhe von 40.000 TEUR galt die Sperrfrist des § 225 Abs. 2 AktG. Tatsächlich erfolgte die Auszahlung am 28. April 2023. Zum 31. Dezember 2022 war die Verbindlichkeit unter dem Posten "Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen" ausgewiesen.

Der Jahresabschluss wird unter Berücksichtigung der vollständigen Verwendung des Jahresergebnisses aufgestellt.

Die Autodoc SE weist für das Geschäftsjahr 2023 einen Jahresüberschuss in Höhe von 53.349 TEUR (Vorjahr 47.458 TEUR) aus. Der in den Bilanzgewinn einbezogene Gewinnvortrag aus dem Vorjahr beträgt 47.823 TEUR.

Die Hauptversammlung hat am 15. Mai 2023 die Ausschüttung einer Dividende aus dem zum 31. Dezember 2022 ausgewiesenen Bilanzgewinn in Höhe von 18,21 EUR je Stückaktie und im Gesamtbetrag von 47.801 TEUR beschlossen. Bereits am 20. Februar 2023 war eine Abschlagszahlung auf den für das Geschäftsjahr 2022 zu erwartenden Bilanzgewinn in Höhe von 23.000 TEUR beschlossen worden. Nach Aufrechnung mit fälligen Forderungen gegen die Aktionärin erfolgte am 24. Februar 2023 eine Auszahlung in Höhe von 22.037 TEUR. Am 22. Mai 2023 kamen 24.801 TEUR zur Auszahlung. Der nach der Ausschüttung verbleibende Bilanzgewinn in Höhe von 22 TEUR wurde auf neue Rechnung vorgetragen.

Der Vorstand schlägt vor, den ausschüttungsfähigen Anteil des Jahresergebnisses der Autodoc SE per 31. Dezember 2023 in Höhe von 53.366 TEUR in Form einer Dividende auszuschütten. Der verbleibende Bilanzgewinn des Jahres 2023 in Höhe von 5 TEUR wird auf neue Rechnung vorgetragen. In Übereinstimmung mit der Satzung und mit Zustimmung des Aufsichtsrats hat der Vorstand am 27. Februar 2024 eine Abschlagszahlung auf den für das Geschäftsjahr 2023 zu erwartenden Bilanzgewinn in Höhe von 10.000 TEUR beschlossen, deren Auszahlung am 1. März 2024 erfolgte.

(6.) Rückstellungen

Die Rückstellungen setzen sich folgendermaßen zusammen:

TEUR 2023 2022
Körperschaft- und Gewerbesteuer 12.405 9.271
Verbrauchsteuern 5.223 6.220
Übrige Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 1.865 719
Übrige Steuern 20 1.891
Steuerrückstellungen 19.513 18.101
Drohverluste Mieten 11.447 -
Retouren und Erlösschmälerungen 9.907 6.798
Kurz- und langfristige Bonuszahlungen 9.327 1.502
Ausstehende Rechnungen 3.069 8.164
Abgrenzung mietfreie Zeiten 2.681 -
Entsorgungsgebühren 2.650 -
Abfindungen 2.452 5.528
Übrige sonstige Rückstellungen 5.703 5.253
Sonstige Rückstellungen 47.236 27.245
66.749 45.346

Die Rückstellungen für drohende Verluste und für die Abgrenzung für mietfreie Zeiten basieren auf langfristig abgeschlossenen Mietverträgen für Büroräume. Die Rückstellung für Entsorgungsgebühren spiegelt die potentiellen Verpflichtungen aus Recyclinggebühren im Versandgeschäft wider.

(7.) Verbindlichkeiten

Sämtliche Verbindlichkeiten sind nicht besichert und haben, wenn nicht nachstehend anders angegeben, wie im Vorjahr eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr. Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von mehr als fünf Jahren bestehen wie im Vorjahr nicht.

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen setzen sich folgendermaßen zusammen:

TEUR 2023 2022
Fremdleistung 10.020 5.797
Umsatzsteuerliche Organschaft 4.163 4.002
Bezogene Waren 2.400 8.815
Verlustübernahme 1 -
Kapitalherabsetzung - 40.000
16.584 58.614

Die Sonstigen Verbindlichkeiten enthalten im Wesentlichen Steuerverbindlichkeiten und Verbindlichkeiten gegenüber Kunden aus kreditorischen Debitoren.

In den Sonstigen Verbindlichkeiten ausgewiesene Mietkaufverbindlichkeiten haben in Höhe von 30 TEUR (Vorjahr 48 TEUR) eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr und bis zu fünf Jahren.

Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

(8.) Umsatzerlöse

Die Umsatzerlöse verteilen sich wie folgt auf geografische Regionen:

TEUR 2023 2022
Deutschland 320.888 253.246
Frankreich 319.242 283.650
Skandinavien 139.805 139.425
Spanien/Portugal 94.695 84.322
Italien 81.585 78.829
Übriges Europa 351.601 286.417
1.307.816 1.125.889

(9.) Sonstige betriebliche Erträge

Die sonstigen betrieblichen Erträge setzen sich folgendermaßen zusammen:

TEUR 2023 2022
Periodenfremde Erträge 5.286 5.657
Währungsumrechnung 4.742 10.645
Versicherungsentschädigungen 933 550
Weiterberechnungen 911 -
Übrige Erträge 141 350
12.013 17.202

Die periodenfremden Erträge enthalten vor allem Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen für Abfindungen (2.388 TEUR), für Bonuszahlungen (986 TEUR) sowie für weitere Rückstellungen (1.310 TEUR) und Erträge aus der Auflösung von Forderungswertberichtigungen (193 TEUR). Im Vorjahr waren vor allem Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen für Erlösschmälerungen in Höhe von 4.457 TEUR enthalten.

(10.) Sonstige betriebliche Aufwendungen

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen setzen sich folgendermaßen zusammen:

TEUR 2023 2022
Bezogene Dienstleistungen 177.442 152.772
Verpackungsmaterial und Frachten 112.839 96.232
Werbekosten 89.385 87.621
Nebenkosten des Geldverkehrs 18.222 16.558
Übrige Aufwendungen 57.928 46.830
455.816 400.013

(11.) Erträge aus Beteiligungen

Die Erträge aus Beteiligungen wurden aus folgenden Ausschüttungen realisiert:

TEUR 2023 2022
Autodoc Logistics Sp. z o.o., Stettin/Polen 2.042 -
Wemax Group GmbH & Co. KG, Berlin 382 2
Partio GmbH & Co. KG, Berlin 138 1
Autodoc Operations SE & Co. KG, Berlin 83 -
Ridex GmbH, Berlin - 3.977
2.645 3.980

Die Vorjahreserträge aus der Ridex GmbH resultierten aus dem am 16. Dezember 2021 geschlossenen Gewinnabführungsvertrag.

(12.) Aufwendungen aus Verlustübernahmen

Die Aufwendungen aus Verlustübernahmen resultieren ausschließlich aus dem am 16. Dezember 2021 geschlossenen Gewinnabführungsvertrag mit der Ridex GmbH.

(13.) Steuern vom Einkommen und vom Ertrag

Die Gesellschaft ist in Ländern tätig, in welchen Gesetze zu Pillar 2/Globale Mindestbesteuerung erlassen wurden. Die Gesetze werden für das Geschäftsjahr, das am 1. Januar 2024 beginnt, in Kraft treten. Es wurde eine Bewertung des potenziellen Risikos in Bezug auf Pillar-2- Ertragsteuern vorgenommen. Diese Bewertung basiert auf dem Country-by-Country-Reporting (CbCR) für 2022. Nach einer ersten Berechnung erfüllt jedes Land mindestens einen der drei CbCR-Safe-Harbour-Tests. Daher wird nicht mit einer potenziellen Belastung durch zusätzliche Steuern im Rahmen von Pillar 2 gerechnet.

(14.) Sonstige Steuern

In den Sonstigen Steuern sind Erträge aus der Auflösung von Steuerrückstellungen für Verbrauchsteuern in Höhe von 2.245 TEUR enthalten. Im Vorjahr waren Erträge aus der Auflösung von Steuerrückstellungen im Zusammenhang mit nicht deklarierten innergemeinschaftlichen Erwerben in Höhe von 2.419 TEUR enthalten.

Sonstige Angaben

Arbeitnehmer

Die durchschnittliche Zahl der während des Geschäftsjahres beschäftigten Arbeitnehmer beträgt 300 , davon 292 Angestellte und 8 Arbeiter (Vorjahr: insgesamt 280 Arbeitnehmer, davon 272 Angestellte und 8 Arbeiter).

Vorstand

Der Vorstand der Autodoc SE setzte sich im Geschäftsjahr 2023 wie folgt zusammen:

Name Sitz Position Zeitraum
Dmitry Zadorojnii Lissabon Co-CEO bis 30. September 2023
CEO ab 1. Oktober 2023
Sandra Dax Berlin Co-CEO bis 30. September 2023
Lennart Schmidt Berlin CFO ab 1. Oktober 2023

Die Gesellschaft wird durch zwei Vorstandsmitglieder oder durch ein Vorstandsmitglied in Gemeinschaft mit einem Prokuristen oder durch zwei Prokuristen vertreten. Alle Vorstandsmitglieder haben die Befugnis Rechtsgeschäfts als Vertreter Dritter abzuschließen.

Die Abberufung von Sandra Dax wurde am 4. Oktober 2023 im Handelsregister eingetragen.

Für das Geschäftsjahr 2023 wurden für den Vorstand Bezüge in Höhe von 1.048 TEUR (Vorjahr: 1.558 TEUR) und Tantiemen in Höhe von 3.283 TEUR (Vorjahr: 452 TEUR) erfasst. Im Vorjahr wurden zusätzlich Aufwendungen für zukünftige Abfindungszahlungen in Höhe von 5.270 TEUR erfasst.

Aufsichtsrat

Name Funktion Tätigkeit Zeitraum
Alexei Kletenkov Vorsitzender des Aufsichtsrates Selbständiger Unternehmensberater ganzjährig
Alexej Erdle Mitglied des Aufsichtsrates Gründer und Geschäftsführer der AutoTech Verwaltungs GmbH, Berlin (vormals: Autodoc Holding Verwaltungs GmbH) ganzjährig
Max Wegner Mitglied des Aufsichtsrates Gründer und Geschäftsführer der AutoTech Verwaltungs GmbH, Berlin (vormals: Autodoc Holding Verwaltungs GmbH) ganzjährig
Vitalij Kungel Mitglied des Aufsichtsrates Gründer und Geschäftsführer der AutoTech Verwaltungs GmbH, Berlin (vormals: Autodoc Holding Verwaltungs GmbH) ganzjährig
Sandra Dax Mitglied des Aufsichtsrates Selbständige Unternehmensberaterin, AnAttitude, München ab 1. Oktober 2023

Die Gesamtbezüge des Aufsichtsrats im Geschäftsjahr betrugen 474 TEUR. Zusätzlich wurde ein Aufsichtsratsmitglied für Nebenleistungen in Höhe von 420 TEUR vergütet.

Aktienoptionen

Im Geschäftsjahr 2023 sind keine neu zugesagten Aktienoptionsinstrumente ausgegeben worden. Die Anzahl der bisher ausgegeben Aktienoptionen beträgt insgesamt 145.806. Der Zeitwert zum Zeitpunkt ihrer Gewährung betrug 330.810 TEUR.

Haftungsverhältnisse

Haftungsverhältnisse bestehen in Form von Übernahmeverpflichtungen von Leasingverträgen von verbundenen Unternehmen in Höhe von insgesamt 63.802 TEUR (Vorjahr 67.161 TEUR). Aufgrund der wirtschaftlichen Situation der verbundenen Unternehmen wird mit einer Inanspruchnahme nicht gerechnet.

Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Sonstige finanzielle Verpflichtungen aus Miet-, Leasing- und Lizenzverträgen bestehen in Höhe von 82.057 TEUR (Vorjahr: 73.348 TEUR). Die Miet-, Leasing- und Lizenzverträge haben Restlaufzeiten bis zum Jahr 2033.

Außerbilanzielle Geschäfte

Die Autodoc SE hat die unter den sonstigen finanziellen Verpflichtungen genannten Leasing- und Mietverträge für Lager- und Büroräume, wodurch keine liquiden Mittel durch die Anschaffung von Anlagegütern gebunden sind. Es bestehen keine wesentlichen Risiken aus diesen Geschäften.

Honorar des Abschlussprüfers

Auf die Angaben zu den Abschlussprüferhonoraren der Gesellschaft wurde verzichtet, da diese im Konzernabschluss der Autodoc SE enthalten sind.

Angaben zum Anteilsbesitz

Die Gesellschaft besitzt zum 31. Dezember 2023 folgende Beteiligungen; Eigenkapital und Ergebnis beziehen sich grundsätzlich auf die noch nicht festgestellten Jahresabschlüsse zum 31. Dezember 2023:

Verbundene Unternehmen Anteil am Kapital Eigenkapital Ergebnis in
in % in TEUR TEUR
unmittelbar mittelbar Pos.
1. ATD PORTUGAL, UNIPESSOAL LDA, Lissabon/Portugal 100,0 399 328
2. ATD Technologies SRL, Chisinau/Moldawien 100,0 1.549 471
3. Autodoc France SAS, Paris/Frankreich 100,0 97 -3
4. Autodoc Kazakhstan LLP, Almaty/Kasachstan 100,0 13 15
5. Autodoc Logistics Czech s.r.o., Prag/ Tschechien 100,0 792 234
6. Autodoc Logistics Sp. z o.o., Stettin/Polen 100,0 6.999 2.116
7. Autodoc Luxembourg S.a r.l., Luxemburg/ Luxemburg 100,0 160 148
8. Autodoc Nederland B.V., Amsterdam/ Niederlande 100,0 0 0
9. Autodoc Operations Beteiligung GmbH, Berlin 100,0 27 4
10. Autodoc Operations SE & Co. KG, Berlin 1) 100,0 10 34
11. Core Automotive GmbH, Berlin/Deutschland 100,0 19 -6
12. AUTODOC UKRAINE LLC, Odessa/Ukraine 100,0 4.276 1.720
13. OOO Foresight LLC, Nowosibirsk/Russland 2) 100,0 16. 102 44
14. Partex Global GmbH, Berlin 100,0 4 -2
15. Partio GmbH & Co. KG, Berlin 3) - 100,0 14. 54 57
16. Ridex GmbH, Berlin 4) 99,9 0,1 14. 230 -1
17. Wemax Group GmbH & Co. KG, Berlin 3) 100,0 14. 156 156

1) Die Autodoc SE ist Komplementärin der Autodoc Operations SE & Co. KG. Es besteht ein Treuhandvertrag zwischen der Autodoc SE (Treugeberin) und der Autodoc Operations Beteiligung GmbH (Treuhänderin) über einen Kommanditanteil an der Autodoc Operations SE & Co. KG.
2) Die OOO Foresight LLC befindet sich in Liquidation.
3) Die Autodoc SE ist Kommanditistin der Partio GmbH & Co. KG, Berlin, und der Wemax Group GmbH & Co. KG, Berlin, deren Komplementärin jeweils die Partex Global GmbH, Berlin, ist.
4) Das Ergebnis der Ridex GmbH, Berlin, ist als Ergebnis vor Ergebnisabführung dargestellt.

Konzernangaben

Die Gesellschaft ist unverändert ein Tochterunternehmen der AutoTech GmbH & Co. KG (bis 10. November 2023 firmierend unter Autodoc Holding GmbH & Co. KG), Berlin, und wird als unmittelbare 100 %ige Beteiligung in deren Konzernabschluss einbezogen.

Die AutoTech GmbH & Co. KG, Berlin, erstellt den Konzernabschluss für den größten Kreis von Unternehmen. Die Autodoc SE erstellt einen Konzernabschluss für den kleinsten Kreis der Unternehmen.

Diese Konzernabschlüsse werden zur Bekanntmachung an das Unternehmensregister übermittelt.

Vorgänge von besonderer Bedeutung nach Schluss des Geschäftsjahres

In Übereinstimmung mit der Satzung und mit Zustimmung des Aufsichtsrats hat der Vorstand am 27. Februar 2024 eine Abschlagszahlung auf den für das Geschäftsjahr 2023 zu erwartenden Bilanzgewinn in Höhe von 10.000 TEUR beschlossen, deren Auszahlung am 1. März 2024 erfolgte.

Zum 19.03.2024 wurde eine wesentliche Minderheitsbeteiligung an der Autodoc SE, von der AutoTech GmbH & Co. KG an Apollo Global Management verkauft.

In der Hauptversammlung am 19.03.2024 wurde Herr Jeremy Honeth und Herr Dr. Manfred Puffer als zusätzliche Aufsichtsratsmitglieder ernannt.

Darüber hinaus sind nach dem Bilanzstichtag bis zur Aufstellung des Jahresabschlusses keine Ereignisse besonderer Bedeutung mit wesentlichem Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft eingetreten.

 

Berlin, 15. April 2024

Dmitry Zadorojnii, CEO

Lennart Schmidt, CFO

Entwicklung des Anlagevermögens 2023

TEUR Anschaffungs- und Herstellungskosten
01.01.2023 Zugänge Abgänge 31.12.2023
I. Immaterielle Vermögensgegenstände 2.374 219 - 2.593
Entgeltlich erworbene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 2.374 219 - 2.593
II. Sachanlagen 6.094 593 (10) 6.677
1. Bauten auf fremden Grundstücken 244 - - 244
2. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 5.850 586 (10) 6.426
3. Geleistete Anzahlungen - 7 7
III. Finanzanlagen 2.277 43 - 2.320
Anteile an verbundenen Unternehmen 2.277 43 - 2.320
10.745 855 (10) 11.590
TEUR Kumulierte Abschreibungen
01.01.2023 Zugänge Abgänge 31.12.2023
I. Immaterielle Vermögensgegenstände 1.045 463 - 1.508
Entgeltlich erworbene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 1.045 463 - 1.508
II. Sachanlagen 4.058 979 (9) 5.028
1. Bauten auf fremden Grundstücken 205 25 - 230
2. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 3.853 954 (9) 4.798
3. Geleistete Anzahlungen -
III. Finanzanlagen - - -
Anteile an verbundenen Unternehmen - - - -
5.103 1.442 (9) 6.536
TEUR Buchwerte
31.12.2023 31.12.2022
I. Immaterielle Vermögensgegenstände 1.085 1.329
Entgeltlich erworbene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 1.085 1.329
II. Sachanlagen 1.649 2.036
1. Bauten auf fremden Grundstücken 14 39
2. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 1.628 1.997
3. Geleistete Anzahlungen 7
III. Finanzanlagen 2.320 2.277
Anteile an verbundenen Unternehmen 2.320 2.277
5.054 5.642

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die Autodoc SE

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der Autodoc SE, Berlin, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Autodoc SE, der mit dem Konzernlagebericht zusammengefasst wurde (im Folgenden: "Lagebericht") für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 geprüft. Abschnitt "1.1.8. Weitere nichtfinanzielle Indikatoren und Einflüsse" des Lageberichts, bei dem es sich um lageberichtsfremde Angaben handelt, haben wir nicht inhaltlich geprüft. Lageberichtsfremde Angaben im Lagebericht sind Angaben, die nicht nach §§ 289, 289a bzw. nach §§ 289b bis 289f HGB vorgeschrieben sind.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. Wir geben kein Prüfungsurteil zu dem oben genannten Abschnitt "1.1.8. Weitere nichtfinanzielle Indikatoren und Einflüsse" des Lageberichts ab.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Sonstige Informationen

Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen den oben genannten Abschnitt "1.1.8. Weitere nichtfinanzielle Indikatoren und Einflüsse" des Lageberichts.

Unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und Lagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab.

Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen

wesentliche Unstimmigkeiten zum Jahresabschluss, Lagebericht oder unseren bei der Prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder

anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d. h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können;

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben;

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben;

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann;

beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt;

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft;

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Berlin, 19. April 2024

EY GmbH & Co. KG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Patzelt, Wirtschaftsprüfer

Abidi, Wirtschaftsprüferin

BERICHT DES AUFSICHTSRATS 2023

Sehr geehrte Aktionäre,

auch im Geschäftsjahr 2023 nahm der Aufsichtsrat der Autodoc SE die ihm nach dem Gesetz, der Satzung und der Geschäftsordnung obliegenden Aufgaben, ordnungsgemäß und mit großer Sorgfalt wahr. Er hat die Arbeit des Vorstands gewissenhaft und kontinuierlich überwacht und im Hinblick auf die Leitung und strategische Weiterentwicklung des Unternehmens diesen beratend auf Grundlage, der in schriftlicher und mündlicher Form erstatteten, regelmäßigen Berichte des Vorstands über alle für die Gesellschaft und den Konzern relevanten Fragen der Planung, der Geschäftsentwicklung, der Risikolage und des Risikomanagements unterstützt und begleitet. Der Aufsichtsrat ist jederzeit eng in die Vorgehensweise und Maßnahmen des Vorstands eingebunden und wurde von diesem sachgerecht informiert.

Zusammensetzung des Aufsichtsrats

Der Aufsichtsrat setzte sich zu Beginn des Geschäftsjahres 2023 aus den Mitgliedern Alexei Kletenkov (Vorsitzender), Alexej Erdle (stellvertretender Vorsitzender), Max Wegner und Vitalij Kungel zusammen. Die im Jahr 2022 für die Dauer von einem Jahr in den Vorstand entsandte Sandra Dax wurde mit Wirkung zum 1. Oktober 2023 zum weiteren Mitglied des Aufsichtsrats bestellt. Alle Mitglieder des Aufsichtsrats wurden bis zur Beendigung der Hauptversammlung, die über die Entlastung des Aufsichtsrats für das Geschäftsjahr 2025 beschließt, bestellt.

Der Aufsichtsrat verfügt in seiner Zusammensetzung über langjährige Gremienerfahrung sowie umfassende Marktkenntnisse. Darüber hinaus wurden die Aufsichtsratsmitglieder über ausgewählte Anforderungen des Aktien-, Konzern- sowie Kapitalmarkt- und Arbeitsrecht von externen Rechtsexperten der Kanzlei Allen & Overy LLP informiert.

Zusammenarbeit von Vorstand und Aufsichtsrat

Im Berichtsjahr hat der Aufsichtsrat die ihm nach Satzung der Gesellschaft und nach Gesetz obliegenden Aufgaben wahrgenommen. Der Vorstand hat den Aufsichtsrat über alle wesentlichen Angelegenheiten der Gesellschaft stets unverzüglich und umfassend unterrichtet sowie in alle für das Unternehmen grundlegenden Entscheidungen eingebunden. Schwerpunkte waren dabei der Gang der Geschäfte und die Lage des Unternehmens sowie die strategische Weiterentwicklung der Autodoc SE.

Bezugspunkte für die Überwachung des Vorstands durch den Aufsichtsrat waren insbesondere die Rechtmäßigkeit, Ordnungsmäßigkeit, Zweckmäßigkeit und Wirtschaftlichkeit der konzernweiten Geschäftsführung durch den Vorstand. Gegenstände und Umfang der Berichterstattung des Vorstands wurden den vom Gesetz, von den Grundsätzen guter Corporate Governance und vom Aufsichtsrat gestellten Anforderungen gerecht.

Ziffer 7 der Geschäftsordnung für den Vorstand der Autodoc SE enthält bestimmte Geschäfte und Maßnahmen von grundlegender Bedeutung, zu deren Vornahme der Vorstand der Zustimmung des Aufsichtsrats bedarf. Der Aufsichtsrat hat über vom Vorstand vorgelegte, zustimmungspflichtige Geschäfte und Maßnahmen im abgelaufenen Geschäftsjahr entschieden, nachdem er diese geprüft und mit dem Vorstand erörtert hatte.

Sitzungen und Arbeitsweise des Aufsichtsrats

Es fanden insgesamt sieben Aufsichtsratssitzungen statt, die, auch zum Teil als Videokonferenzen durchgeführt wurden. In diesen Sitzungen hat sich der Aufsichtsrat mit den für das Unternehmen zentralen Fragen auseinandergesetzt. Gemäß Ziffer 5.6 der Geschäftsordnung für den Aufsichtsrat können Beschlüsse auch außerhalb von Sitzungen gefasst werden. Von dieser Möglichkeit wurde im Berichtszeitraum neun Mal Gebrauch gemacht.

Sämtliche Aufsichtsratsmitglieder nahmen an den Sitzungen und Beschlussfassungen teil. In der nachfolgenden Tabelle wird die Sitzungsteilnahme im Aufsichtsrat und seinen Ausschüssen für den Zeitpunkt ihrer Tätigkeit in individualisierter Form offengelegt (vgl. D.8 DCGK):

Aufsichtsratsmitglieder Anwesenheit In %
Alexei Kletenkov (Vorsitzender) 7 100
Alexej Erdle 6 86
Max Wegner 7 100
Vitalij Kungel 7 100
Sandra Dax (ab 1.10.2023) 1 100

In der ersten Sitzung am 20. März 2023 beschäftigte sich der Aufsichtsrat schwerpunktmäßig mit den operativen Entwicklungsmöglichkeiten des Bereiches Private Brands. Nach Erörterung der Alternativen und Risiken in Bezug auf die Wahl eines geeigneten Standortes der unternehmerischen Tätigkeit dieses Geschäftsbereiches, beschloss der Aufsichtsrat am 24. März 2023 im Umlaufverfahren über die Gründung einer Einkaufsgesellschaft in Kasachstan ohne Kundengeschäft. Des Weiteren befasste sich der Aufsichtsrat mit einer perspektivischen Ausrichtung des Geschäftsbereiches Category Management in den luxemburgischen Raum. Nach eingehender Erörterung beschloss der Aufsichtsrat im selbigen Umlaufverfahren in Luxemburg eine neue Gesellschaft zu gründen und über damit im Zusammenhang stehende Personalangelegenheiten.

In der Sitzung am 28. März 2023 befasste sich der Aufsichtsrat mit der Darstellung des Prüfungsumfangs des Konzernabschlusses auf den 31. Dezember 2022. Für die Beratungen waren Vertreter des Abschlussprüfers (Ernst & Young GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft) anwesend. Weitere Schwerpunkte der Berichterstattung des Vorstandes und der leitenden Führungskräfte waren strategische Themen unter anderem im Hinblick auf die Bereiche Supply Chain Management, Vergütungs- sowie Personalthemen. Auf der Grundlage der ausführlichen Erörterung der Bereiche Logistik und Facility Management in der vorbezeichneten Sitzung, fasste der Aufsichtsrat am 29. März 2023 im Umlaufverfahren einen Beschluss über die operative Inbetriebnahme des Logistikstandortes in Cheb, Tschechische Republik und am 3. April 2023 einen Umlaufbeschluss über Aufwendungen im Bereich Gebäudemanagement.

In der Sitzung am 10. Mai 2023 befasste sich der Aufsichtsrat eingehend mit dem Jahres- und Konzernabschluss auf den 31. Dezember 2022. Die beauftragten Abschlussprüfer Ernst & Young GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft berichteten detailliert über die Ergebnisse der Prüfungstätigkeit. Im Laufe dieser Sitzung billigte der Aufsichtsrat im Wege der Beschlussfassung den Jahresabschluss und Konzernabschluss nebst Lagebericht sowie Konzernlagebericht auf den 31. Dezember 2022. Ebenso genehmigte der Aufsichtsrat nach eigehender Erörterung der Gewinnverwendungsvorschlag des Vorstandes, die Vorlage des Berichts an die Hauptversammlung sowie die Bestellung des Abschlussprüfers für das Geschäftsjahr 2023.

In der Sitzung am 24. Juli 2023 berichtete der Finanzchef über aktuelle Finanzkennzahlen des ersten Halbjahres 2023. Des Weiteren befasste sich der Aufsichtsrat eingehend mit den aktuellen Entwicklungen im Bereich Warenlagerauslastungen. Einen weiteren Schwerpunkt der Sitzung bildete der Bericht über abgeschlossene, laufende und geplante Projekte im Compliance-Bereich.

Aufgrund eines sich in einem Lager in Stettin ereigneten Vorfalls, wobei ein Teil des Warenlagerdaches in einem begrenzten Bereich teilweise einstürzte, befasste sich der Aufsichtsrat in der Sitzung vom 22. August 2023 umfassend mit den operativen, rechtlichen sowie finanziellen Konsequenzen der Ereignisse.

Neben einem Bericht der Abschlussprüfer Ernst & Young GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft zum Prüfungsablauf des Jahres- sowie Konzernabschlusses jeweils zum 31. Dezember 2023 befasste sich der Aufsichtsrat in der Sitzung vom 19. September 2023 mit den vom Finanzchef berichteten laufenden Finanzkennzahlen. Des Weiteren erörterten die leitenden Führungskräfte des Konzerns aktuelle Entwicklungen in den Bereichen Category Management und Supply Chain Management. Daneben wurden das Vergütungssystem und einzelne Vergütungsthemen des Vorstandes besprochen. Ferner befasste sich der Aufsichtsrat in der vorbezeichneten Sitzung mit Vorstandspersonalien. Nach Entgegennahme des Niederlegungsschreibens von Sandra Dax über die Niederlegung ihres Vorstandsamtes mit Wirkung zum 30. September 2023 beschloss der Aufsichtsrat den Finanzchef Lennart Schmidt mit Wirkung zum 1. Oktober 2023 für die Dauer von drei Jahren in den Vorstand zu bestellen. Im Zuge dessen befasste sich der Aufsichtsrat mit den notwendigen Anpassungen der Geschäftsordnungen der Organe des Konzerns.

Über die im September erörterten Vorstandsvergütungssysteme wurde am 28. November 2023 im Umlaufverfahren beschlossen.

In der letzten Sitzung des Jahres befasste sich der Aufsichtsrat am 12. Dezember 2023 schwerpunktmäßig mit dem Budget des nachfolgenden Geschäftsjahres und erhielt ausführliche Berichte der leitenden Führungskräfte über die Bereiche Supply Chain, Corporate IT sowie aktuelle Projekte. Des Weiteren berichtete der Vorstand über die wesentlichen Parameter eines Vergütungssystems für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Der Aufsichtsrat genehmigte des Weiteren im Umlaufverfahren am 20. Februar 2023 eine mit der Satzung im Einklang stehende Abschlagszahlung auf den zu erwartenden Bilanzgewinn des Geschäftsjahres 2022, stimmte am 19. April 2023 dem Abschluss eines Laufzeitdarlehens und am 13. Juli 2023 der Nebenvereinbarung zum Vorstandsdienstvertrag aufgrund einer Ausweitung der Tätigkeiten im Konzern zu, beschloss am 27. September 2023 über strategische Schritte in einem Rechtstreit und am 8. November 2023 über Personalangelegenheiten, Anschaffungen sowie die Neugründung einer Tochtergesellschaft in den Niederlanden.

Vertrauensvolle Zusammenarbeit mit dem Vorstand

Der Vorsitzende des Aufsichtsrats arbeitet offen und vertrauensvoll mit dem Vorstand zusammen.

Auch zwischen den Sitzungsterminen stand der Aufsichtsratsvorsitzende mit dem Vorstand regelmäßig in Kontakt und wurde über alle wesentlichen Entwicklungen und anstehenden Entscheidungen unterrichtet, die für die Gesellschaft von besonderer Bedeutung waren. Die Vorstandmitglieder informierte den Vorsitzenden des Aufsichtsrats unverzüglich über alle wichtigen Ereignisse, die für die Beurteilung der Lage und Entwicklung sowie für die Leitung des Unternehmens von wesentlicher Bedeutung waren. Alle Aufsichtsratsmitglieder wurden vom Aufsichtsratsvorsitzenden spätestens bei der folgenden Sitzung über diese Inhalte umfassend informiert.

Corporate Governance

Von wesentlicher Bedeutung für die Steuerung und Führung ist eine offene und vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Vorstand und Aufsichtsrat. Dies setzt voraus, dass der Aufsichtsrat mit den Geschäften und der Branche der Gesellschaft vertraut ist. Nur unter diesen Voraussetzungen ist eine Kontroll- und Beratungsfunktion mit höchster Qualität möglich. Dies ist bei der Autodoc SE aufgrund der Bestellung der Gründer der Gesellschaft als Aufsichtsratsmitglieder gegeben. Ferner verfügen weitere Aufsichtsratsmitglieder über relevante Industrieerfahrung aus ihren bisherigen Tätigkeiten.

Der Aufsichtsrat hat sich gemäß Ziffer 5.3(b) der Satzung eine Geschäftsordnung gegeben. Diese wurde mit Beschluss vom 19. September 2023 angepasst.

Der Aufsichtsrat der Autodoc SE hat von der Möglichkeit Ausschüsse zu bilden keinen Gebrauch gemacht.

Der Vorsitzende des Aufsichtsrats hat bereits mit der Autodoc GmbH am 2. Januar 2021 einen Beratungsvertrag über Beratungsdienstleistungen geschlossen. Dieser Beratungsvertrag ist dem Aufsichtsrat offengelegt worden und der Aufsichtsrat hat dem Vertrag in seiner Sitzung vom 25. August 2021 zugestimmt. Der Inhalt wurde im weiteren Verlauf angepasst und verlängert. Der Aufsichtsrat hat der dem Abschluss des Beratervertrags vom 14. Dezember 2022 in seiner Sitzung vom 13. Dezember 2022 zugestimmt. Dieser Vertrag wurde am 19. Dezember 2023 verlängert.

Prüfung und Feststellung des Jahresabschlusses und Konzernabschlusses für das Geschäftsjahr 2023

Der Abschlussprüfer, die Ernst & Young GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Stuttgart, hat den Jahresabschluss und den Konzernabschluss sowie den zusammengefassten Lagebericht für die Autodoc SE und den Konzern für das Geschäftsjahr 2023 geprüft und jeweils mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen. Der Jahresabschluss der Autodoc SE wurde nach den deutschen gesetzlichen Vorschriften aufgestellt. Der Konzernabschluss wurde nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) erstellt, wie sie in der Europäischen Union (EU) anzuwenden sind, und gemäß den ergänzend nach § 315e Abs. 1 Handelsgesetzbuch (HGB) anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften. Der Konzernabschluss entspricht auch den IFRS, wie sie vom International Accounting Standards Board (IASB) veröffentlicht wurden. Der Abschlussprüfer hat die Prüfung in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU- Abschlussprüferverordnung durchgeführt unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung und unter ergänzender Beachtung der International Standards of Auditing (ISA). Die genannten Unterlagen und der Vorschlag des Vorstandes für die Verwendung des Bilanzgewinns sind vorab dem Aufsichtsrat zugegangen. Der Dividendenvorschlag, der Jahresabschluss, der Konzernabschluss sowie der zusammengefasste Lagebericht wurden sowohl in der vorbereitenden Sitzung des Aufsichtsrates am 12. April 2024 als auch in der Sitzung am 16. April 2024 ausführlich behandelt. An beiden Sitzungen hat auch der Abschlussprüfer teilgenommen. Dabei hat sich der Aufsichtsrat insbesondere mit den im jeweiligen Prüfungsbericht beschriebenen Feststellungen zur Ordnungsmäßigkeit der Rechnungslegung einschließlich der vorgenommenen Prüfungshandlungen beschäftigt. Die Prüfung durch den Aufsichtsrat umfasste auch die im zusammengefassten Lagebericht integrierten nichtfinanziellen Angaben für die Autodoc SE und den Konzern. Die Prüfungsberichte lagen allen Aufsichtsrats Mitgliedern vor und wurden in der Bilanzsitzung des Aufsichtsrates am 12. April 2024 in Gegenwart des Abschlussprüfers abschließend umfassend behandelt. Der Abschlussprüfer berichtete über den Umfang, die Schwerpunkte sowie die wesentlichen Ergebnisse seiner Prüfung und ging dabei auf die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte und die vorgenommenen Prüfungshandlungen ein und berichtete über festgestellte und im Prüfungsbericht beschriebene Schwächen des internen Kontrollsystems. Wesentliche Schwächen des Risikomanagementsystems wurden nicht berichtet. In beiden vorgenannten Sitzungen hat der Vorstand die Abschlüsse der Autodoc SE und des Konzerns sowie das Risikomanagementsystem erläutert.

Der Aufsichtsrat konnte sich davon überzeugen, dass die Prüfung durch den Abschlussprüfer ordnungsgemäß durchgeführt worden ist und dass die Prüfung wie auch die Prüfungsberichte den gesetzlichen Anforderungen entsprechen. Der Aufsichtsrat stimmt den Ergebnissen des Abschlussprüfers zu. Nach eingehender Prüfung der Abschlüsse der Autodoc SE und des Konzerns erklärt der Aufsichtsrat, dass er nach dem abschließenden Ergebnis seiner Prüfung keine Einwände erhebt. Der Vorstand hat den Jahresabschluss und den Konzernabschluss aufgestellt. Der Aufsichtsrat hat den Jahresabschluss und den Konzernabschluss in seiner Sitzung am 24. April 2024 gebilligt. Damit ist der Jahresabschluss 2023 gemäß § 172 Satz 1 AktG festgestellt. Der Aufsichtsrat stimmt in seiner Einschätzung zur Lage von Gesellschaft und Konzern mit der vom Vorstand im zusammengefassten Lagebericht zum Ausdruck gebrachten Einschätzung überein. Den Vorschlag des Vorstands zur Verwendung des Bilanzgewinns hat der Aufsichtsrat gewürdigt; dies schloss eine Erläuterung durch den Vorstand und eine Erörterung mit dem Abschlussprüfer ein. Anschließend stimmte der Aufsichtsrat dem Vorschlag des Vorstands über die Verwendung des Bilanzgewinns zu und schloss sich diesem an.

Prüfung des Berichts des Vorstands über Beziehungen zu verbundenen Unternehmen

Der Vorstand hat einen Bericht zu verbundenen Unternehmen im Geschäftsjahr 2023 aufgestellt, den der Abschlussprüfer geprüft und dem er folgenden uneingeschränkten Bestätigungsvermerk nach § 313 AktG erteilt hat:

"Nach unserer pflichtgemäßen Prüfung und Beurteilung bestätigen wir, dass

1. die tatsächlichen Angaben im Bericht richtig sind,

2. bei den im Bericht aufgeführten Rechtsgeschäften die Leistung der Gesellschaft nicht unangemessen hoch war." Der Vorstand hat den Bericht über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen und den Prüfungsbericht des Abschlussprüfers hierzu allen Aufsichtsratsmitgliedern zur Vorbereitung auf die Beratung in der Aufsichtsratssitzung vom 24. April 2024 zugeleitet.

Schlussbemerkung

Abschließend möchte der Aufsichtsrat dem Vorstand sowie allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von Autodoc seinen Dank für die gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit im vergangenen Jahr aussprechen.

 

Berlin, 24. April 2024

Für den Aufsichtsrat

Alexei Kletenkov, Vorsitzender des Aufsichtsrats

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