34 | PVA TePla | Geschäftsbericht 2024 Zusammengefasster Lagebericht Grundlagen des Konzerns Über diesen Bericht Dieser Bericht der PVA TePla-Gruppe enthält sowohl finanzielle als auch nichtfinanzielle Informationen und bietet einen umfassenden Überblick über die wirtschaftlichen, operativen und strategischen Entwicklungen des Unternehmens. Er wurde in Übereinstimmung mit den geltenden gesetzlichen Anforderungen erstellt. Im Vergleich zum Vorjahr wurden die Nachhaltigkeitsaspekte in einem gesonderten Kapitel behandelt. Dieses enthält die nichtfinanzielle Konzernerklärung der PVA TePla-Gruppe. Alle relevanten Informationen zu Umwelt-, Sozial- und Gover- nance-Aspekten (ESG) sind dort gebündelt dargestellt. Der vorliegende Bericht basiert auf konsolidierten Finanzdaten der PVA TePla AG und ihrer Tochtergesellschaften und fasst den Lagebericht der PVA TePla-Gruppe sowie den Lagebericht der PVA TePla AG zusammen. Bilanzstichtag ist der 31. Dezember. Die Informationen beziehen sich auf das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2024. Der Deutsche Rechnungslegungsstandard 20 (DRS 20) „Konzernlagebericht“ wurde angewendet. Die Informationen zur PVA TePla AG sind im Abschnitt „Kurzbericht zum Einzelabschluss der PVA TePla AG“ mit Angaben nach HGB enthalten. Der Konzernabschluss umfasst die Gesellschaft und ihre Tochtergesellschaften. Um zu verdeutlichen, welche Angaben sich auf das Mutterunternehmen und welche sich auf die Gruppe beziehen, wird für das Mutterunternehmen stets die Bezeichnung „PVA TePla AG“ verwendet. Für Angaben, die die Gruppe betreffen, werden die Bezeichnungen „PVA TePla- Gruppe“ oder „PVA TePla-Konzern“ oder „PVA TePla“ verwendet. Wo vorstehende Unterscheidungen nicht zur Anwendung kommen und keine anderen gesonderten Hinweise erfolgen, betreffen die Angaben gleichermaßen die Gruppe wie das Mutterunternehmen. Soweit nicht anders vermerkt, werden alle Beträge in Millionen Euro (EUR Mio.) angegeben. Aus rechentechnischen Gründen können in den in diesem Abschluss dargestellten Informationen Rundungsdifferenzen in Höhe von +/– einer Einheit (TEUR, % usw.) auftreten. Margen und Quoten beziehen sich – sofern im Text nicht anders angegeben – auf den Umsatz. Das Dokument enthält zukunftsgerichtete Aussagen, die auf Schätzungen des Managements oder von Dritten basieren. Zukunftsgerichtete Aussagen können mit Risiken und Unsicherheiten verbunden sein. Viele dieser Risiken und Unsicher- heiten werden durch Faktoren bestimmt, die nicht im Einflussbereich von PVA TePla liegen. PVA TePla | Geschäftsbericht 2024 | 35 Geschäftsmodell PVA TePla ist ein Anbieter von High-Tech-Lösungen in den Bereichen Material- und Messtechnik. Unser breites Portfolio an innovativen Produkten, Prozessen und Dienstleistungen bieten wir Kunden in zahlreichen Industriezweigen an, die von den globalen Megatrends Digitalisierung, Dekarbonisierung und Mobilität getrieben werden. Dazu zählen unter anderem Systeme und Lösungen zur Herstellung von Bauteilen für Energiespeicher, Photovoltaik-Module oder Wind- energieanlagen. Mit Standorten in Deutschland, Frankreich, Italien, der Schweiz, den USA, China, Taiwan, Korea und Singapur verfügt die PVA TePla-Gruppe über ein globales Netzwerk, das eine breite Marktabdeckung und Nähe zu unseren Kunden sicherstellt. Unsere operativen Aktivitäten sind in zwei Berichtssegmente gegliedert: Im Segment Industrial Systems entwickeln und produzieren wir Lösungen für die Materialbearbeitung ,-veredelung und ● -herstellung. Von der Konzeption bis zur Produktion bieten wir hochspezialisierte Systeme für die Fertigung von hoch- wertigen Materialien wie Halbleiterwerkstoffe, Kristalle, optischen Komponenten und anderen High-Tech-Materialien. Im Segment Semiconductor Systems bieten wir hochpräzise Mess- und Analysegeräte für unterschiedlichste Anwen- ● dungen – von der Oberflächeninspektion bis zur 3D-Inspektion im Rahmen der Qualitätskontrolle, Prozessüber- wachung und Fehleranalyse. Diese Lösungen unterstützen unsere Kunden dabei, die Qualität ihrer Produkte zu ver- bessern und Fertigungsprozesse zu optimieren. Die PVA TePla-Gruppe bietet ihren Kunden ein breites Produktportfolio, das sich in zwei zentrale Produktgruppen gliedert, Material Solutions und Metrology. Die Produktgruppe Material Solutions umfasst Technologien zur Herstellung und Veredelung von High-Tech-Materialien und Werkstoffen. Hierzu zählen hochspezialisierte Anlagen zur Erzeugung von Materialien wie zum Beispiel Kristallen, u.ꢀa. Silizium und Siliziumkarbid, zur Schaffung komplexer Verbindungen durch Löt- und Schweisstechnologien und zur Veredelung und der Oberflächenbehandlung. Die innovativen Lösungen finden Anwendung in Schlüsselindustrien wie der Halbleitertechnologie, Mobilität, Luft- und Raumfahrt sowie in der erneuerbaren Energiewirtschaft. Durch kontinuierliche Forschungs- und Entwicklungsarbeit stärkt PVA TePla ihre technologische Führungsposition in diesen dynamischen Märkten. Metrology steht für führende akustische, chemische und optische Messtechnologien, die in einer Vielzahl von Industrien für die Qualitätskontrolle und Prozessüberwachung unerlässlich sind. Neben der Halbleiterindustrie finden diese Tech- nologien auch in der Luft- und Raumfahrt, der Automobilindustrie sowie in der Materialwissenschaft Anwendung. Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz optimiert die Präzision und Effizienz der Messsysteme, minimiert Fehlerquoten und trägt zu einer höheren Prozessstabilität und Produktivität bei. Dies ermöglicht unseren Kunden eine verbesserte Produkt- qualität und eine effizientere Fertigung. Mit der Gründung des PVA Technology Hub im Jahr 2024 treiben wir die Entwicklung von High-Tech-Materialien und -Prozessen voran. Dieses Zentrum dient als Plattform für zukunftsweisende Entwicklungen in strategisch relevanten Technologiefeldern, insbesondere für Siliziumkarbid (SiC) und Leistungselektronik. Hier arbeiten ExpertInnen aus Physik, Chemie, Materialwissenschaften und Datenanalyse interdisziplinär zusammen, um innovative Technologien aus der Forschung in industrielle Anwendungen zu überführen. Ergänzend zu unseren dezentralen F&E-Aktivitäten schafft der PVA Technology Hub gezielte Entwicklungsimpulse für Zukunftstechnologien und Materialien mit nach unserer Einschät- zung hohem Kommerzialisierungspotenzial. 36 | PVA TePla | Geschäftsbericht 2024 Wesentliche Standorte und Konsolidierungskreis Die Führungs- und Dachgesellschaft der Gruppe ist die PVA TePla AG mit Sitz in Wettenberg, Deutschland. Sie hält Beteiligungen an in- und ausländischen Tochtergesellschaften, darunter neun (VJ: acht) inländische und zehn (VJ: zehn) internationale Standorte in den USA, China, Taiwan, Korea, Singapur, Frankreich und Italien. Die Produktion erfolgt schwerpunktmäßig in Wettenberg, Jena, Westhausen, Corona (USA), Manassas (USA), Schio (Italien) und Chapelle d’Aurec (Frankreich). Der Konsolidierungskreis umfasst alle Tochtergesellschaften, an denen die PVA TePla AG direkt oder indirekt die Mehrheit der Stimmrechte hält. Europa USA China Europa Korea Taiwan Deutschland Singapur HQ Frankreich Italien Organisationsstruktur und Steuerungssystem Die PVA TePla AG fungiert als Führungs- und Funktionsholding der PVA TePla-Gruppe und ist für die Steuerung und Füh- rung der Gruppe verantwortlich. Weiterhin organisiert sie die Technologie vor allem in Form von Patenten und das damit verbundene geistige Eigentum der PVA TePla-Gruppe. Die PVA TePla AG übernimmt überdies unter anderem die Aufgaben der strategischen Ausrichtung, beispielsweise der Ausweitung des Produktportfolios, Akquisitionen und Finanzfragen der gesamten Gruppe. Ebenso ist die Holding für Corporate Identity, Investor Relations und Marketing verantwortlich. Darüber hinaus übernimmt die PVA TePla AG die Finanzierung von strategisch bedeutsamen Entwicklungsprojekten der operativen Tochterunternehmen. Die operativen Gesellschaften sind nach Segmenten organisiert und verfügen über eigene Manage- mentstrukturen, die eng mit der Konzernzentrale zusammenarbeiten. Im Rahmen der „Strategie 2028“ wurde mit klaren Verantwortlichkeiten für die beiden Produktbereiche sowie die übergeordneten F&E-Aktivitäten eine weitere Ebene unter dem Vorstand eingeführt, die aus ausgewiesenen ExpertInnen in ihren jeweiligen Fachbereichen besteht. Diese Ebene überwacht die Implementierung strategischer Maßnahmen, berät die jeweiligen Bereiche und setzt Impulse für Innova- tionen und langfristige Entwicklungen. Während die einzelnen Geschäftsbereiche weiterhin eigenständig für ihre operative Umsetzung zuständig sind, unterstützt diese Struktur eine gezielte Steuerung und strategische Ausrichtung. Darüber hinaus stärken sie die funktionsübergreifende Zusammenarbeit, um Synergien innerhalb des Konzerns besser zu nutzen und die Effizienz der Entscheidungsprozesse weiter zu steigern. PVA TePla | Geschäftsbericht 2024 | 37 Der Vorstand der PVA TePla AG führt das Unternehmen in eigener Verantwortung, legt strategische Ziele fest und sorgt für die konsequente Umsetzung der Wachstumsstrategie. Dabei steht die nachhaltige Wertsteigerung unter Berücksich- tigung aller Stakeholder im Mittelpunkt. Neben einem profitablen Wachstum liegt der Fokus auf Effizienzsteigerung und technologischer Weiterentwicklung. Die Steuerung des Konzerns erfolgt auf Basis finanzieller Leistungsindikatoren. Um das Wachstum zu unterstützen und gleichzeitig die Profitabilität zu steigern, steuern wir den Konzern primär auf Basis der bedeutsamsten finanziellen Leistungsindikatoren Umsatzerlöse und EBITDA (Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen). Ergänzend werden Auftragseingang und Auftragsbestand zur Beurteilung der Marktdynamik sowie Umsatzerlöse nach Regionen und Anwendungssegmenten zur Identifikation von Wachstumsfeldern herangezogen. Verschiedene Kostenquoten unter- stützen zudem die Bewertung der operativen Effizienz. Neben den finanziellen Kennzahlen gewinnen nichtfinanzielle Leistungskennzahlen an Bedeutung. Das CO2-Emissions- volumen wird zur Messung und Reduktion des ökologischen Fußabdrucks erfasst, während der Anteil erneuerbarer Energien innerhalb der Unternehmensgruppe kontinuierlich gesteigert werden soll. Mitarbeiterzufriedenheit und Fluk- tuationsraten dienen als Indikatoren für die Attraktivität als Arbeitgeber. Ergänzend wird verstärkt in Weiterbildungs- programme investiert, um langfristig die Kompetenzentwicklung der Belegschaft zu sichern. Bei den relevanten Kennzahlen handelt es um nichtfinanzielle Leistungskennzahlen, jedoch nicht um steuerungsrelevante Leistungsindikatoren im Sinne der Lageberichterstattung. Bedeutsame steuerungsrelevante Leistungsindikatoren in EUR Mio. 2024 2023 Umsatz 270,1 263,4 EBITDA 47,8 41,5 Die kontinuierliche Steigerung der Umsatzerlöse bildet die Grundlage für eine nachhaltige und profitable Unternehmens- entwicklung. Dabei erfolgt eine monatliche Überwachung der Umsatzentwicklung nach Regionen und Anwendungs- bereichen, um frühzeitig auf Veränderungen im Markt reagieren zu können. Auch das monatlich ermittelte EBITDA dient als wesentlicher Indikator für die Profitabilität. Diese Kennzahl wird regelmäßig mit dem Management besprochen, um gegebenenfalls notwendige Maßnahmen zur Ergebnisoptimierung einzuleiten. Leitungsstruktur Die Organe der Gesellschaft sind der Vorstand, der Aufsichtsrat und die Hauptversammlung. Die Gesellschaft hat ein duales Leitungs- und Kontrollsystem, bestehend aus Vorstand und Aufsichtsrat. Der Vorstand der PVA TePla AG umfasst aktuell drei Mitglieder, die gemeinsam die Verantwortung für die Steuerung des Konzerns tragen. Der Aufsichtsrat, der laut Satzung aus vier Mitgliedern bestehen soll, berät und überwacht den Vorstand regelmäßig. Entscheidungen von grundlegender Bedeutung werden gemeinsam getroffen. Zum Bilanzstichtag war der Aufsichtsrat mit drei Mitgliedern besetzt. 38 | PVA TePla | Geschäftsbericht 2024 Ziele, Strategie und Marktchancen Die strategische Ausrichtung der PVA TePla-Gruppe basiert auf der im Berichtszeitraum definierten „Strategie 2028“. Wir verfolgen das Ziel, unseren Konzernumsatz bis zum Jahr 2028 auf rund EUR 500 Mio. zu steigern. Ergänzend dazu setzen wir auf eine Reihe von strategischen Maßnahmen, die unser nachhaltiges Wachstum begünstigen: Innovationsförderung: Wir investieren gezielt in Forschung und Entwicklung, insbesondere in die Siliziumkarbid-Tech- ● nologie und fortschrittliche Messtechnologien, um unsere technologischen Kompetenzen weiter auszubauen. Unser F&E-Aufwand wurde 2024 signifikant erhöht und macht einen wachsenden Anteil am Umsatz aus. Geografische Expansion: Wir konzentrieren uns auf die Erschließung von Wachstumsmärkten, insbesondere in Asien ● und Nordamerika. Hier bauen wir unsere Vertriebs- und Servicepräsenz aus, um den wachsenden Bedürfnissen unserer Kunden gerecht zu werden. Insbesondere in Asien und den USA sehen wir große Wachstumschancen. Nachhaltigkeit: Wir streben an, CO2-Neutralität in unserer Unternehmensgruppe zu erreichen und nachhaltige Lösungen ● für unsere Kunden zu entwickeln. Akquisitionen und Partnerschaften: Wir ergänzen unser organisches Wachstum durch strategische Übernahmen und ● Kooperationen. So haben wir bereits Beteiligungen an innovativen Unternehmen im Bereich der Qualitätskontrolle und Prozessautomatisierung erworben, um unsere Marktposition weiter zu stärken. Wir operieren in einem dynamischen Marktumfeld, das von den Megatrends Digitalisierung, Mobilität und Dekarbonisierung geprägt ist. Der weltweite Halbleitermarkt verzeichnet weiterhin starkes Wachstum1, insbesondere in der Mikroelektronik und Halbleiterfertigung. Ein zusätzlicher Nachfrageimpuls entsteht durch die zunehmende Verbreitung Künstlicher Intelligenz (KI), die leistungsfähigere Halbleiterarchitekturen und neue Fertigungstechnologien erfordert. Im Bereich Leistungselektronik für Elektromobilität und Energielösungen erwarten wir signifikantes Wachstum, da diese Sektoren zunehmend an Bedeutung gewinnen. Darüber hinaus ergeben sich neue Geschäftsmöglichkeiten im Zusammenhang mit der Batterieproduktion und der Infrastruktur für Elektromobilität. Darüber hinaus ergeben sich zusätzliche Wachstumsfelder durch den Ausbau der 5G-Netze, die fortschreitende Digitali- sierung industrieller Prozesse sowie Investitionen in die Wasserstoffwirtschaft. Unsere Messtechnologien und Material- lösungen tragen dazu bei, Qualitätsstandards in diesen Bereichen zu sichern und Fertigungsprozesse zu optimieren – zum Beispiel bei der Herstellung von Halbleitern für 5G-Infrastrukturen. Wir begegnen der natürlichen Zyklizität des Halbleitermarktes durch die gezielte Erschließung neuer Märkte, um unsere Resilienz gegenüber langfristigen Marktschwankungen zu erhöhen. Geopolitischen Risiken begegnen wir durch unsere globale Präsenz und strategische Partnerschaften, die uns eine breite Marktaufstellung ermöglichen. Die Diversifikation unserer Geschäftsaktivitäten über verschiedene Regionen hinweg trägt zur Stabilität bei. Zudem reagieren wir auf ESG- Anforderungen mit einer Nachhaltigkeitsstrategie, die ökologische, soziale und Governance-Aspekte umfasst. 1 https://www.netzwoche.ch/news/2024-10-29/gartner-prognostiziert-globales-umsatzwachstum-der-halbleiterindustrie PVA TePla | Geschäftsbericht 2024 | 39 Forschung und Entwicklung Forschung und Entwicklung (F&E) spielt eine zentrale Rolle in unserer Unternehmensstrategie. Wir entwickeln unsere Technologien kontinuierlich weiter und richten unser Portfolio gezielt an den Megatrends Digitalisierung, Mobilität und Dekarbonisierung aus. Unser Ziel ist es, technologische Innovationen voranzutreiben und neue Geschäftsfelder zu er- schließen. Dafür arbeiten wir eng mit unseren Kunden zusammen, um spezifische Anforderungen zu verstehen und ziel- gerichtet umzusetzen. Der Schwerpunkt unserer F&E-Aktivitäten liegt auf der Weiterentwicklung hochpräziser Mess- technologien und innovativer Fertigungslösungen. Ergänzend dazu haben wir im Berichtszeitraum die PVA Technology Hub GmbH als eigenständige Einheit gegründet. Diese Organisationseinheit dient als Innovationszentrum für die Ent- wicklung neuer Materialien und Prozesse und unterstützt als interner und externer Dienstleister mit maßgeschneiderten Lösungen entlang spezifischer Wertschöpfungsketten und innerhalb des gesamten Entwicklungszyklus. Im PVA Tech- nology Hub spielen neue Materialien wie Siliziumkarbid (SiC) eine wichtige Rolle für zukünftige Anwendungen. Die Verantwortung für konzernübergreifende F&E liegt beim Vorstand. Auch in den jeweiligen Fachbereichen und Tochter- gesellschaften gibt es Verantortlichkeiten für einzelne Forschungs- und Entwicklungsprojekte. Um technologische Trends frühzeitig zu erkennen, führen wir eine kontinuierliche Markt- und Trendanalyse durch. Auf dieser Basis bewerten wir relevante Entwicklungen systematisch, um gezielt Innovationen zu fördern. Im Geschäftsjahr 2024 standen folgende Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten in den beiden Produktgruppen Material Solutions und Metrology im Mittelpunkt: Im Produktbereich Material Solutions haben wir insbesondere Technologien für Hochleistungskeramiken und Batterie- materialien in kundenspezifischen Projekten weiterentwickelt, um neue Anwendungen in der Elektromobilität und Dekarbonisierung zu ermöglichen. Ein Konzept für einen Hochtemperatur-Drucksinterofen für die Verarbeitung von Siliziumnitrid-Substraten wurde entwickelt und 2024 fertiggestellt. Dieser Ofen erreicht Temperaturen von über 2000°C und ermöglicht eine effiziente Verarbeitung von Hartmetallen wie Siliziumnitrid, die in der Hochleistungselektronik ein- gesetzt werden. Zudem haben wir ein neues Anodenkonzept für Batterien erforscht, das die Energieeffizienz von Speichersystemen verbessert und die Leistungsfähigkeit von Batterien und Kondensatoren weiter steigert. Eine weitere Entwicklung betrifft eine Diffusionsschweißanlage mit reduziertem Materialeinsatz. Diese kosteneffiziente Variante soll ab 2025 verfügbar sein und eine breitere industrielle Anwendung fördern. Im Produktbereich Metrology lag der Schwerpunkt auf der weiteren Erhöhung des Durchsatzes und der Detektions- genauigkeit in Prüfprozessen. Die eingesetzten Ultraschallmesstechnologien wurden gezielt weiterentwickelt, um eine effizientere Qualitätskontrolle zu ermöglichen. Dazu wurde die Wertschöpfungstiefe bei Schlüsselkomponenten erhöht, was zur Optimierung zentraler Systemfunktionen beiträgt. Die Linsentechnologien für Ultraschallmikroskope wurden nochmals deutlich verbessert, wodurch ebenfalls ein höherer Durchsatz sowie eine präzisere Fehlerdetektion und eine höhere Zuverlässigkeit in der Materialprüfung erreicht werden. Im Geschäftsjahr 2024 haben wir EUR 11,7 Mio. (VJ: EUR 9,5 Mio.) in F&E investiert. Dies entspricht einer F&E-Quote von 4,3% (VJ: 3,6%) des Gesamtumsatzes. Entwicklungskosten im Rahmen von Kundenprojekten sind nicht enthalten. Im Berichtszeitraum waren im Bereich Forschung und Entwicklung durchschnittlich 40 Mitarbeitende (VJ: 26) beschäftigt. Diese Zahl bezieht sich auf direkt dem Bereich F&E zugeordnete Mitarbeitende, die in verschiedenen Einheiten der PVA TePla-Gruppe tätig sind. 40 | PVA TePla | Geschäftsbericht 2024 Nichtfinanzielle Konzernerklärung Allgemeine Angaben Im Jahr 2024 hat die PVA TePla AG eine nichtfinanzielle Konzernerklärung gemäß §§ 315b und 315c Handelsgesetzbuch (HGB) erstellt und ihre Nachhaltigkeitsberichterstattung umfassend weiterentwickelt. Mit dieser nichtfinanziellen Konzern - erklärung kommen wir zusätzlich den Anforderungen der Verordnung (EU) 2020/852 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 18. Juni über die Einrichtung eines Rahmens zur Erleichterung nachhaltiger Investitionen und zur Änderung der Verordnung (EU) 2019/2088 (im Folgenden EU-Taxonomie Verordnung) nach (S. 59ꢀ–ꢀ70). Bei der Aufstellung dieser Erklärung haben wir kein anerkanntes Rahmenwerk angewandt, da wir uns aktuell auf die vollständige Umsetzung der Anforderungen der ESRS fokussieren. Im aktuellen Berichtsjahr erfolgt bei den folgenden Punkten bereits eine Orientie- rung an den ESRS: Struktur der Berichterstattung ● Durchführung der Wesentlichkeitsanalyse nach dem Prinzip der doppelten Wesentlichkeit ● – unter Beurteilung von tatsächlichen und potenziellen negativen sowie positiven Auswirkungen, Risiken und Chancen – unter Einbeziehung der Wertschöpfungskette bei der Analyse unserer Auswirkungen, Risiken und Chancen – unter indirekter Einbeziehung betroffener Stakeholder in die Analyse unserer wesentlichen Themen Darstellung von Konzepten, Maßnahmen und Zielen je wesentliches Thema ● Darstellung ausgewählter Kennzahlen ● Allgemeine Angaben zu Governance, Strategie sowie Management der Auswirkungen, Risiken und Chancen ● Informationen über Arbeitskräfte der PVA TePla ● Die Erklärung gibt einen detaillierten Überblick über die Fortschritte der PVA TePla in den Bereichen Umwelt, Soziales, Governance sowie Forschung und Entwicklung, den vier zentralen Säulen unserer Nachhaltigkeitsstrategie. Unsere Nachhaltigkeitsberichterstattung umfasst den gesamten PVA TePla Konzern und entspricht dem Konsolidierungs- kreis unseres Konzernabschlusses. Die PVA TePla AG und sämtliche Tochtergesellschaften sind in die Berichterstattung integriert. Bei der Identifikation wesentlicher Nachhaltigkeitsthemen betrachten wir nicht nur unser eigenes Unternehmen, sondern auch unsere vor- und nachgelagerte Wertschöpfungskette. Die in diesem Bericht beschriebenen wesentlichen Auswir- kungen, Risiken und Chancen aus der Wesentlichkeitsanalyse beziehen sich daher sowohl auf uns als Unternehmen als auch auf unsere Wertschöpfungskette. Für die Herstellung unserer Systeme beziehen wir von unseren direkten Lieferanten verschiedene Komponenten aus Materialien wie Metallen und Kunststoffen. Unsere indirekten Lieferanten gewinnen und verarbeiten die notwendigen Rohstoffe für diese Komponenten. PVA TePla betreibt Einzel- und Kleinserienfertigung von hochentwickelten Anlagen für Vakuum-, Hochtemperatur- und Plasmaprozesse sowie für die Qualitätsinspektion. Diese werden von unseren Kunden in verschiedenen Sektoren wie der Halbleiterindustrie oder der Hochleistungselektronik eingesetzt. Unsere Anlagen sind auf Langlebigkeit ausgelegt und können über mehrere Jahre von unseren Kunden genutzt werden, bis sie durch technische Neuentwicklungen ersetzt werden. Am Ende ihres Lebenszyklus können einzelne Komponenten wiederverwertet werden oder müssen entsorgt werden. Weitere Informationen zu unserem Geschäftsmodell sind im Konzernlagebericht im Kapitel „Geschäftsmodell“ enthalten. PVA TePla | Geschäftsbericht 2024 | 41 Auswirkungen, Risiken und Chancen in Bezug auf verschiedene Nachhaltigkeitsthemen werden in unserer Wesentlich- keitsanalyse über einen kurz-, mittel- und langfristigen Zeitraum analysiert. Kurzfristig umfasst einen Zeitraum von bis zu einem Jahr, mittelfristig einen Zeitraum von ein bis fünf Jahren und langfristig eine Zeitspanne von mehr als fünf Jahren. Kennzahlen zu unserer vor- und nachgelagerten Wertschöpfungskette sind in diesem Bericht nicht enthalten. Zusätzlich fließen für die Berechnung unserer Energieverbräuche Schätzungen ein, wo aufgrund der zeitlichen Verfügbar- keit für einzelne Monate noch keine Rechnungen vorhanden sind. Dies betrifft unsere Kennzahlen „Brennstoffverbrauch aus Erdgas“, „Verbrauch aus erworbener oder erhaltener Elektrizität aus fossilen Quellen“ und „Verbrauch aus erworbener oder erhaltener Elektrizität aus erneuerbaren Quellen“. Ebenso sind Energieverbräuche und Treibhausgasemissionen unserer Standorte, die ausschließlich Vertriebs- und Servicefunktionen erfüllen und weniger als 20 Mitarbeitende be- schäftigen, auf Basis der durchschnittlichen Pro-Kopf-Verbräuche innerhalb des Konzerns, hochgerechnet. Dies betrifft alle Kennzahlen unseres Energieverbrauchs und Energiemixes. Die methodischen Grundlagen, die zugrunde liegenden Annahmen, der daraus resultierende Genauigkeitsgrad sowie Maßnahmen zur zukünftigen Verbesserung sind in den Kapiteln „Energieverbrauch und Energiemix“ und „THG Brutto- emissionen der Kategorie Scope 1 und 2“ detailliert beschrieben. Auch bei der Berechnung der Unfallquote pro 1.000.000 Arbeitsstunden wurde die Anzahl der Arbeitsstunden hochge- rechnet. Diese wurden mithilfe der Soll-Arbeitsstunden abzüglich der jeweiligen Urlaubstage berechnet, um die Anzahl der geleisteten Arbeitsstunden auszuweisen. Die genaue Berechnung ist in dem Kapitel „Gesundheitsschutz und Sicher- heit” dargestellt. Für folgende Informationen in dieser Erklärung bestehen in den jeweiligen Kapiteln Verweise auf andere Teile des Ge- schäftsberichts: Information Stelle in der nichtfinanziellen Erklärung Verweis Informationen zum Geschäftsmodell Kapitel „Allgemeine Angaben” Kapitel „Geschäftsmodell“ im Konzernlagebericht Funktionsweise des Risikomanagementsystems Kapitel „Risikomanagement der Kapitel „Risiken und Chancen“ Nachhaltigkeitsberichterstattung“ im Konzernlagebericht Aufschlüsselung der Umsatzerlöse nach ESRS-Sektoren Kapitel: „Strategie, Geschäftsmodell Kapitel „Segmentberichterstattung“ und Wertschöpfungskette“ und im Konzernabschluss Kapitel „Energieverbrauch und Energiemix“ Unsere Leitungs- und Aufsichtsorgane Bei PVA TePla bestehen die Leitungs- und Aufsichtsorgane aus unserem Vorstand und unserem Aufsichtsrat. Vorstand Unser Vorstand bestand im Berichtsjahr aus Jalin Ketter als CEO und Oliver Höfer als COO. Damit war er in 2024 aus 50% weiblichen und 50% männlichen Mitgliedern besetzt. Unsere Vorstandsvorsitzende ist für die strategische Ausrichtung und Umsetzung unserer ESG-Ziele und die Priorisierung von ESG-Maßnahmen zuständig. Dies umfasst die Integration von Nachhaltigkeitsaspekten in unsere strategischen und operativen Entscheidungsprozesse sowie die Überwachung der damit verbundenen Auswirkungen, Risiken und Chancen. Unsere Nachhaltigkeitsstrategie steuern und überwachen wir durch interne Prozesse, die eine regelmäßige Analyse der Fortschritte sowie strategische Anpassungen ermöglichen. So berichtet unser ESG-Management, das die Umsetzung der Nachhaltigkeitsstrategie übergreifend verantwortet, quartalsweise an den Vorstand. Die Berichterstattung schließt die Entwicklung unserer Auswirkungen, Risiken und Chancen in Bezug auf unsere wesentlichen Nachhaltigkeitsthemen ein. 42 | PVA TePla | Geschäftsbericht 2024 Aufsichtsrat Der Aufsichtsrat übernimmt die Rolle der Überwachung und prüft regelmäßig die Zielerreichung der ESG-Strategie. Dabei bewertet er, ob die strategischen Entscheidungen des Vorstands zu unseren Auswirkungen, Risiken und Chancen mit den langfristigen Interessen des Unternehmens und seiner StakeholderInnen im Einklang stehen. Der Aufsichtsrat bewertet außerdem die Effektivität der Nachhaltigkeitsstrategie und gibt Empfehlungen zur Weiterentwicklung. Er wird in Auf- sichtsratssitzungen, die viermal pro Jahr stattfinden, vom Vorstand über allgemeine strategische sowie nachhaltigkeits- bezogene Themen informiert. Der Aufsichtsrat der PVA TePla AG wurde 2024 teilweise neu gewählt. Aktuell ist das Gremium mit drei Personen besetzt: Dr. Myriam Jahn, Prof. Dr. Gernot Hebestreit und Christoph von Seidel. Alle Mitglieder sind unabhängige Gremienmit- glieder; ArbeitnehmerInnenvertreter oder andere Arbeitskräfte sind bisher nicht im Aufsichtsrat vertreten. Fachwissen von Aufsichtsrat und Vorstand Die Mitglieder unseres Aufsichtsrats haben langjährige Erfahrungen in der deutschen Industrie sowie in international tätigen Unternehmen. Dazu zählen unter anderem internationale Unternehmen im Bereich Maschinen- und Anlagenbau, IT und der Automatisierungstechnik, Wirtschaftsprüfungsgesellschaften und strategische Unternehmensberatungen. Ihre Expertise umfasst dabei unter anderem Umweltstandards und -regulierungen, insbesondere im Bereich Dekarboni- sierung und internationaler Maschinenbau, soziale und gesellschaftspolitische Entwicklungen sowie internationale Personalentwicklung. Zudem bringen sie umfassende Governance-Kenntnisse zu gesetzlichen und regulatorischen Rahmenbedingungen für Unternehmensprozesse und -produkte mit. Unsere Aufsichtsratsvorsitzende, Dr. Myriam Jahn, trägt darüber hinaus als Sachverständige die Verantwortung für Nachhaltigkeit und ESG im Aufsichtsrat. Der Aufsichtsrat besteht damit aktuell zu 33% aus weiblichen und 66% aus männlichen Mitgliedern. Frau Ketter ist seit 2015 im Unternehmen tätig, Herr Höfer seit 2007. Beide verfügen über langjährige Erfahrung innerhalb der PVA TePla AG. Der Vorstand kann innerhalb der PVA TePla auf das nachhaltigkeitsbezogene Fachwissen verschiedener Fachabteilungen zurückgreifen. Wie oben erwähnt, ist das ESG-Management, das über interdisziplinäre Expertise zu ESG-Themen verfügt, übergreifend für Konzepte, Maßnahmen und Ziele von Nachhaltigkeitsthemen verantwortlich. Geleitet wird das ESG- Management durch unseren Head of Sustainability. Es sammelt und analysiert die relevanten Daten und Kennzahlen zu unseren Auswirkungen, Risiken und Chancen, die in den folgenden Abschnitten dieses Berichts detailliert dargestellt sind. Die Datenerhebung zu unseren ESG-Kennzahlen und die Überprüfung ihrer Entwicklung erfolgen derzeit jährlich im Rahmen der Nachhaltigkeitsberichterstattung. Einige dieser Kennzahlen haben wir bereits in der Vergangenheit genutzt, um unsere Managementansätze weiterzuentwickeln und gezielte Maßnahmen umzusetzen sowie unsere Zielerreichung zu überwachen. Zudem haben wir erstmals einige weitere Kennzahlen erhoben, die es uns künftig ermöglichen, unsere Managementansätze und Kontrollmechanismen in Bezug auf unsere Auswirkungen, Risiken und Chancen weiter auszu- bauen. Zusätzlich fließt für den Bereich Umwelt spezifisches, technisches Fachwissen aus dem Facility Management einzelner Standorte ein, das dem Vorstand als wertvolle Informationsquelle dient. PVA TePla | Geschäftsbericht 2024 | 43 I m Bereich Arbeitnehmerbelange und Menschenrechte spielen sowohl unser Personalbereich als auch der Betriebsrat und das Qualitätsmanagement eine entscheidende Rolle. Während der Personalbereich und der Betriebsrat eng mit den Belangen unserer Mitarbeitenden vertraut sind, bringt das Qualitätsmanagement Fachwissen zur Arbeitssicherheit ein und überprüft kontinuierlich die entsprechenden Maßnahmen innerhalb der PVA TePla. Für den Bereich Bekämpfung von Korruption und Bestechung liegt die Fachkompetenz insbesondere bei unserem Risi- ko- und Compliance Management, das regelmäßig an den Vorstand und den Aufsichtsrat berichtet. Für unsere Beziehung zu Lieferanten ist unser Einkauf von zentraler Bedeutung, da dieser im direkten Austausch mit unseren Lieferanten steht. Wie im Kapitel „Wesentliche Auswirkungen, Risiken und Chancen“ dargelegt, lassen sich unsere identifizierten Auswirkun- gen, Risiken und Chancen den zuvor genannten Themenfeldern zuordnen. Adressierte Nachhaltigkeitsaspekte Unser Vorstand hat sich im Berichtsjahr mit verschiedenen Nachhaltigkeitsthemen auseinandergesetzt. Ein Schwer- punkt lag dabei auf der Weiterentwicklung unserer Nachhaltigkeitsberichterstattung. Zusätzlich wurden verschiedene Maßnahmen in Bezug auf unsere Auswirkungen, Risiken und Chancen auf die Agenda gesetzt. Dazu gehört die Weiter- entwicklung der Berechnung unserer CO2-Emissionen im Bereich Umweltbelange und die Entwicklung einer Diversitäts- kennzahl, um unsere Strategie zur Förderung von Vielfalt im Unternehmen weiter zu verbessern sowie die Überarbeitung unseres Risiko- und Compliance Managementsystems als Maßnahme zur Vermeidung von Korruption und Bestechung. Unsere wesentlichen Auswirkungen, Risiken und Chancen fließen auch in die strategische Entscheidungsfindung ein – insbesondere jene, die auch im Rahmen des Risikoprozesses unseres Risikomanagements als wesentlich für PVA TePla identifiziert wurden. Ein strategischer Schwerpunkt lag im Berichtsjahr auf der Implementierung von Maßnahmen zur Vermeidung von als wesentlich identifizierten negativen Auswirkungen sowie Risiken und die Nutzung von Chancen im Bereich Arbeitnehmer- belange. In diesem Zusammenhang haben wir im Vorstand ein umfassendes Projekt zur Weiterentwicklung unserer Personalstrategie initiiert. Detaillierte Informationen zu diesem Projekt sind auch im Kapitel „Arbeitnehmerbelange“ zu finden. Auch in den Aufsichtsratssitzungen wurden im Berichtsjahr verschiedene Nachhaltigkeitsthemen adressiert. Dabei ging es insbesondere um die Weiterentwicklung unseres Risiko- und Compliance Management Systems, die Weiterentwicklung des Datenerhebungsprozesses und externe Prüfung unserer CO2-Kennzahlen sowie die Analyse der Ergebnisse einer MitarbeiterInnenbefragung, die im Jahr 2024 durchgeführt wurde. Nachhaltigkeitsbezogene Aspekte des Vergütungssystems Im Berichtsjahr 2024 beinhaltete das Vergütungssystem für den Vorstand verschiedene nachhaltigkeitsbezogene Aspekte. Die variable Vergütung enthielt unter anderem die Entwicklung unserer CO2-Emissionen in Abhängigkeit des Geschäfts- volumens sowie Aspekte zur Entwicklung der Zufriedenheit unserer Mitarbeitenden. Bei den relevanten Kennzahlen handelt es sich um nichtfinanzielle Leistungskennzahlen, jedoch nicht um steuerungs- relevante Leistungsindikatoren im Sinne der Lageberichterstattung. 44 | PVA TePla | Geschäftsbericht 2024 Durch die Integration von Nachhaltigkeitsaspekten in die Vergütungssysteme wollen wir eine organisationsweite Verant- wortung für die Umsetzung unserer Nachhaltigkeitsstrategie stärken. Die Mitglieder unseres Aufsichtsrats erhalten eine feste Vergütung ohne nachhaltigkeitsbezogene Anreizsysteme. Erklärung zur Sorgfaltspflicht Die folgende Übersicht zeigt, wie und an welchen Stellen in der Nachhaltigkeitserklärung die wichtigsten Kernelemente zur Erfüllung der Sorgfaltspflicht berücksichtigt werden. Kernelemente der Sorgfaltspflicht Kapitel in der Nachhaltigkeitserklärung a) Einbindung der Sorgfaltspflicht in – „Unsere Leitungs- und Aufsichtsorgane“ (Seite 41) Governance, Strategie und Geschäftsmodell – „Risikomanagement der Nachhaltigkeitsberichterstattung“ (Seite 44) – „Unternehmenskultur“ (Seite 88) – „Verhinderung und Aufdeckung von Korruption und Bestechung“ (Seite 90) b) Einbindung betroffener Interessensträger – „Interessen und Standpunkte der Interessensträger“ (Seite 47) in alle wichtigen Schritte der Sorgfaltspflicht – Informationen zum Hinweisgebersystem im Kapitel „Verfahren zur Verbesserung negativer Auswirkungen und Kanäle, über die die Arbeitskräfte des Unternehmens Bedenken äußern können“ (Seite 75) – „Arbeitskräfte der PVA TePla“ (Seite 72) c) Ermittlung und Bewertung negativer Auswirkungen – „Wesentliche Auswirkungen, Risiken und Chancen“ (Seite 48) d) Maßnahmen gegen diese negativen Auswirkungen Abschnitt „Maßnahmen“ in den betroffenen Kapiteln: – „Klimawandel und Energieverbrauch“, (Seite 52) – „Wasser“, (Seite 71) – „Arbeitszeit“ (Seite 83) – „Gesundheitsschutz und Sicherheit” (Seite 86) e) Nachverfolgung der Wirksamkeit dieser Abschnitte „Maßnahmen“ und „Ziele“ in den betroffenen Kapiteln: Bemühungen und Kommunikation – „Klimawandel und Energieverbrauch“ (Seite 52) – „Wasser“ (Seite 71) – „Arbeitszeit“ (Seite 83) – „Gesundheitsschutz und Sicherheit” (Seite 86) Chancen- und Risikomanagement der Nachhaltigkeitsberichterstattung Wir evaluieren nachhaltigkeitsbezogene Risiken in zwei Prozessen: Innerhalb unseres Risikomanagementsystems und in der Analyse unserer doppelten Wesentlichkeit. Um potenzielle Risiken frühzeitig zu erkennen und angemessen darauf zu reagieren, führen wir im Kontext des Risiko- managements zweimal jährlich konzernweite Risikoabfragen durch. Dabei werden auch Nachhaltigkeitsrisiken einbezogen. Diese helfen uns, Risiken in verschiedenen Bereichen – darunter unter anderem Produktion, Lieferkette, Umwelt und Arbeitssicherheit – systematisch zu erfassen. Die gewonnenen Erkenntnisse fließen in die kontinuierliche Weiterentwick- lung unserer Prozesse und Systeme ein, um Risiken zu minimieren und gleichzeitig die Sicherheit und Stabilität unserer Geschäftsaktivitäten zu stärken. Bei schwerwiegenden Risiken werden mit dem betroffenen Bereich Maßnahmen fest- gelegt, um die voraussichtlichen Auswirkungen der Risiken auf ein akzeptables Maß zu reduzieren. Des Weiteren wird jährlich auf Ebene des oberen Managements und Fachexperten ein Risikoworkshop abgehalten, in welchem die wesent- lichen Risiken sowie ein bedeutsames Risiko in hoher Intensität diskutiert werden. Im Workshop des Berichtsjahres standen Risiken rund um das Thema Sicherheit im Fokus. Im kommenden Geschäftsjahr werden neben den, im Rahmen der Risikoinventur als wesentlich definierte Risiken, die Auswirkung von Umweltrisiken auf unsere Geschäftstätigkeit mit hoher Intensität thematisiert. Darüber hinaus sind alle MitarbeiterInnen unabhängig von den Inventurzeitpunkten ange- halten, Risiken jederzeit zu melden. PVA TePla | Geschäftsbericht 2024 | 45 Im Berichtsjahr wurde festgestellt, dass ein hohes Risiko in Bezug auf die Verfügbarkeit qualifizierter Fachkräfte besteht, da dies unser Unternehmenswachstum und unsere Innovationsfähigkeit gefährden kann. Daher wurden in diesem Bereich gezielte Maßnahmen implementiert, die genauer im Kapitel „Arbeitnehmerbelange“ beschrieben sind. Weitere Details zur Funktionsweise unseres Risikomanagementsystems sind im Kapitel „Risiken und Chancen“ des Konzernlageberichts erläutert. Im Rahmen unserer doppelten Wesentlichkeitsanalyse betrachten wir Risiken und Chancen entlang unserer gesamten Wertschöpfungskette und beziehen dabei sowohl interne als auch externe Faktoren ein. Wie im Kapitel „Auswirkungen, Risiken und Chancen“ genauer beschrieben, verfolgen wir dabei einen Outside-in-Ansatz, bei dem externe Einflüsse wie regulatorische Entwicklungen, gesellschaftliche Trends oder ökologische Bedingungen analysiert werden, um ihre potenziellen Auswirkungen auf unser Unternehmen zu bewerten. Gleichzeitig verfolgen wir einen Inside-out-Ansatz, bei dem wir unsere internen Prozesse analysieren, um herauszufinden, welche wesentlichen Nachhaltigkeitsaspekte durch unser Unternehmen und unsere Geschäftsbeziehungen beeinflusst werden. Im Rahmen unserer ESG-Strategie legen wir im ESG-Management unter Absprache mit unserem Vorstand fest, wie wir unsere als wesentlich identifizierten Auswirkungen, Risiken und Chancen priorisieren und welche Maßnahmen wir treffen, um diesen zu entgegnen. Zusätzlich zu den implementierten Risikoprozessen finden Audits durch die Interne Revision statt. Dabei legen Vorstand und Aufsichtsrat fest, in welchen Bereichen diese durchgeführt werden. Dies betrifft auch Themen im Bereich des ESG- Managements. Die Entwicklungen unserer Risikoprozesse und die Ergebnisse der Risikoerfassung und der Internen Revision werden regelmäßig vom Risikomanagement, dem ESG-Management und der Internen Revision an unseren Vorstand berichtet. Der Vorstand berichtet die Informationen innerhalb regelmäßig stattfindender Aufsichtsratssitzungen an den Aufsichtsrat. Strategie, Geschäftsmodell und Wertschöpfungskette Unsere Produkte und Märkte PVA TePla ist ein Anbieter von High-Tech-Lösungen in den Bereichen Material- und Messtechnik. Unser breites Portfolio an innovativen Produkten, Prozessen und Dienstleistungen bieten wir Kunden in zahlreichen Industriezweigen an die von den globalen Megatrends Digitalisierung, Dekarbonisierung und Mobilität getrieben werden. Dazu zählen Lösungen für Nachhaltigkeitsbereiche wie die Herstellung von Bauteilen für Energiespeicher, Wasserstofftechnologie, Photovoltaik- Module oder Windenergieanlagen. Zudem ermöglichen unsere Inspektionslösungen eine zerstörungsfreie Material- untersuchung, wodurch der Materialausschuss in Herstellungsprozessen verringert werden kann. Über unsere Stand- orte in Deutschland, Frankreich, Italien, der Schweiz, den USA, China, Taiwan, Korea und Singapur pflegen wir weltweite Geschäftsbeziehungen. Zukünftig legen wir unsere regionalen Wachstumsschwerpunkte insbesondere auf den asiatischen und nordamerikanischen Raum. Als Systemanbieter entwickeln und produzieren wir im Bereich Industrial Systems Lösungen für die Herstellung, Vered- lung und Inspektion von Materialien sowie zur Oberflächenbehandlung und Prozessüberwachung. Von der Konzeption bis zur Produktion bieten wir hochspezialisierte Systeme für die Fertigung von hochwertigen Materialien für die Energie-, Automobil-, Luft- und Raumfahrt- sowie Medizinindustrie. Im Bereich Semiconductor Systems bieten wir Lösungen und Anlagensysteme für die Halbleiterindustrie, darunter Kristall- zuchtanlagen für Silizium und Siliziumkarbid, Metrologiesysteme zur Qualitätskontrolle sowie Plasmasysteme zur Ober- flächenbehandlung. 46 | PVA TePla | Geschäftsbericht 2024 Unsere MitarbeiterInnen Die Anzahl unserer MitarbeiterInnen nach geografischen Gebieten ist im Kapitel „Arbeitnehmerbelange“ (unter „Merkmale der Arbeitnehmer“) angegeben. Unsere Umsatzerlöse Informationen zur Umsatzverteilung sind in der „Segmentberichterstattung“ im Konzernabschluss zu finden. Darüber hinaus werden keine Umsätze in weiteren Sektoren erzielt. Strategische Nachhaltigkeitsziele Spezifische Nachhaltigkeitsziele in Bezug auf Produktgruppen und Dienstleistungen, Kundenkategorien, geografische Gebiete und Beziehungen zu Interessenträgern sind derzeit nicht definiert. Strategisch fokussieren wir uns auf Märkte, deren Wachstum durch Dekarbonisierung, Digitalisierung und Mobilität getrieben sind. Dabei ermöglichen unsere Systeme die Herstellung wichtiger Bauteile für nachhaltige Anwendungen wie Solarmodule, Wärmetauscher oder Wind- energieanlagen. Unsere internen Nachhaltigkeitsansätze beziehen sich auf die Optimierung unserer Personalstrategie, die Reduktion unserer Scope-1 und Scope-2 CO2-Emissionen, unsere Entwicklungen in Forschung und Entwicklung sowie die weitere Verbesserung unserer Systeme zur Vermeidung von Korruption und Bestechung. Unsere Wertschöpfungskette Wir pflegen eine enge Zusammenarbeit mit unseren Lieferanten, die uns mit den erforderlichen Bauteilen für die Her- stellung unserer Anlagen versorgen. Durch langfristige Partnerschaften optimieren wir sowohl die Qualität als auch die Verfügbarkeit der Komponenten. Weitere Details dazu sind im Kapitel „Management der Beziehung zu Lieferanten“ beschrieben. Die Entwicklung unserer Anlagen erfolgt zum Teil nach den individuellen Anforderungen und Wünschen unserer Kunden. Nach der Entwicklung und Fertigung in unseren Tochtergesellschaften werden die Anlagen direkt vor Ort bei den Kunden montiert und installiert, um sie optimal in deren Produktionsprozess zu integrieren. In einigen unserer Tochtergesell- schaften betreiben wir auch Forschung und Entwicklung unabhängig von direkten Kundenwünschen. Dies ermöglicht uns, unsere Expertise bei der Entwicklung von Zukunftsmaterialien kontinuierlich zu vertiefen, um unsere Lösungen weiter zu optimieren. Der Mehrwert unserer Anlagen erstreckt sich auf verschiedene Interessengruppen: Unsere Kunden profitieren von maß- geschneiderten, effizienten und zuverlässigen Lösungen. Für unsere Investoren schaffen wir durch kontinuierliche Inno- vation und langfristige Kundenbeziehungen eine stabile Grundlage für nachhaltiges Wachstum und Rentabilität. Die entscheidenden Merkmale unserer Wertschöpfungskette umfassen in der vorgelagerten Lieferkette die enge Zu- sammenarbeit mit Lieferanten und den Bezug spezieller und qualitativ hochwertiger Komponenten durch strategische Partnerschaften. Im Mittelpunkt unserer Aktivitäten steht die Entwicklung von Systemen und Lösungen, die den spezi- fischen Bedürfnissen unserer Kunden in verschiedenen Industrien gerecht werden. Nachgelagert bedienen wir inter- nationale Kunden mit einem Fokus auf den asiatischen Markt, Europa und Nordamerika. Dabei setzen wir auf eine konti- nuierliche Erweiterung unseres Netzwerks durch Vertriebskanäle und Servicepartner. PVA TePla | Geschäftsbericht 2024 | 47 Interessen und Standpunkte der Interessensträger Der Austausch mit unseren Stakeholdern bildet eine wichtige Grundlage für unseren Unternehmenserfolg und eine nach- haltige Entwicklung. Zu unseren zentralen Stakeholdern zählen unsere MitarbeiterInnen, Kunden, Investoren, Lieferanten, Analysten und der Finanzmarkt sowie die lokalen Gemeinschaften an unseren Standorten. Der Austausch mit diesen Stakeholdern erfolgt über verschiedene Kanäle und Formate, wie etwa MitarbeiterInnenbefragungen und Veranstaltungen, Betriebsratssitzungen, der direkte Kontakt zu Kunden und Lieferanten durch unsere Einkaufs- sowie Sales- und Service- ExpertInnen, Investorengespräche, die jährlich stattfindende Hauptversammlung sowie die Organisation von Informations- veranstaltungen. Zudem können sich relevante Stakeholdergruppen durch unsere regelmäßige Berichterstattung über relevante Themen informieren und haben dadurch die Möglichkeit, Meinungen zu unseren Ansätzen zu bilden und äußern. Für die verschiedenen Stakeholdergruppen sind unterschiedliche Themen und Erwartungen von zentraler Bedeutung. Für unsere MitarbeiterInnen stehen Aspekte wie Arbeitsplatzsicherheit, berufliche Weiterentwicklung und eine ausge- wogene Balance zwischen Berufs- und Privatleben im Fokus. Unsere Kunden erwarten von uns innovative und zuverläs- sige Lösungen. Investoren und Analysten legen großen Wert auf Transparenz, finanzielle Stabilität, nachhaltiges Wachs- tum und unsere Initiativen im Bereich Nachhaltigkeit. Lieferanten suchen nach fairen Partnerschaften und langfristiger Zusammenarbeit, während für die lokalen Gemeinschaften insbesondere unser Beitrag zur regionalen Entwicklung und die Schaffung von Arbeitsplätzen von Bedeutung sind. Die Ergebnisse des Stakeholder Engagements fließen in unsere strategischen und operativen Entscheidungen ein. Wir integrieren das Feedback unserer Kunden kontinuierlich in die Weiterentwicklung unserer Produkte und Dienstleistungen. Anregungen von MitarbeiterInnen, die über den Betriebsrat oder andere interne Kanäle eingehen, fließen in die Gestal- tung der Arbeitsbedingungen ein. Ein Beispiel hierfür ist das Projekt „Gemeinsam in die Zukunft“, das wir im aktuellen Berichtsjahr initiiert haben. In diesem Rahmen arbeiten unterschiedliche Projektgruppen und ein Kernteam an der Neu- gestaltung unserer Konzepte im Personalwesen, mit dem Ziel, einen klareren strategischen Rahmen zu schaffen und die Entwicklung sowie die Interessen der MitarbeiterInnen zu fördern. Ausführliche Informationen zu diesem Projekt sind im Kapitel „Arbeitnehmerbelange“ zu finden. Die Rückmeldung von Investoren und Analysten unterstützen uns dabei, unsere langfristige Geschäftsstrategie präzise auszurichten. Unsere Geschäftsstrategie und Wachstumsziele integrieren die Erwartungen der Stakeholder als wichtigen Bestandteil unserer langfristigen Ausrichtung. Die Management- und Aufsichtsgremien unseres Unternehmens werden regelmäßig über die Ansichten und Interessen der relevanten Stakeholder in Bezug auf nachhaltigkeitsbezogene Auswirkungen informiert. Dieser Informationsaus- tausch erfolgt durch regelmäßige Berichterstattung und Dialoge zwischen den zuständigen Abteilungen wie Investor Relations, Personalwesen, Kommunikationsabteilung und ESG-Management, sowie durch die Geschäftsführungen unserer Tochtergesellschaften und den Vorstand sowie den Aufsichtsrat. 48 | PVA TePla | Geschäftsbericht 2024 Wesentliche Auswirkungen, Risiken und Chancen Im Geschäftsjahr 2024 wurde die doppelte Wesentlichkeitsanalyse (DMA) zur Bestimmung der wesentlichen Nachhaltig- keitsthemen bei PVA TePla in Anlehnung an ESRS 1 neu aufgesetzt. Auswirkungen auf Umwelt und Gesellschaft sowie die finanziellen Risiken und Chancen zu den jeweiligen Themen wurden dabei aus zwei Perspektiven betrachtet: 1. Die Auswirkungen, die PVA TePla auf die Umwelt und die Gesellschaft hat („Impact Materiality“) 2. Die Risiken und Chancen, die sich aus den jeweiligen Themen für das Unternehmen ergeben („Financial Materiality“) Diese Analyse wurde nicht nur auf unsere eigenen Geschäftsaktivitäten angewendet, sondern auch auf die vor- und nachgelagerte Wertschöpfungskette und dabei sowohl kurz-, mittel- als auch langfristige Perspektiven berücksichtigt. Die Erfahrungen, aus dem ersten Jahr der Berichterstattung in Anlehnung an die ESRS bei der Erstellung der Wesentlich- keitsanalyse nutzen wir, um unsere Methodologie kontinuierlich weiterzuentwickeln und zu optimieren. Ein Review der Wesentlichkeitsanalyse ist für den kommenden Berichtszeitraum geplant. Analyse unserer Wertschöpfungskette Um die Relevanz der verschiedenen Nachhaltigkeitsthemen für uns und unsere Wertschöpfungskette zu bewerten, wurde eine Datenanalyse der eingekauften Materialien sowie deren Herkunftsländer und die Zielländer der verkauften Produkte durchgeführt. Auf dieser Grundlage wurden die potenziellen Nachhaltigkeitsthemen und -risiken auch in Bezug auf unsere indirekten Geschäftsbeziehungen identifiziert. Als Hersteller komplexer Anlagen beziehen wir Komponenten aus verschiedenen Metallen und Kunststoffen. Ein Groß- teil unserer eingekauften Materialien stammt dabei aus Deutschland. Unsere Anlagen werden weltweit in Branchen wie beispielsweise der Hochleistungselektronik eingesetzt. Diese Geschäftsbeziehungen führen zu keinem Risiko nachteiliger Auswirkungen. Identifikation wesentlicher Auswirkungen, Risiken und Chancen (IROs) Für unsere Analyse wurde eine umfassende Longlist von Nachhaltigkeitsthemen erstellt, die Themen aus verschiedenen Nachhaltigkeitsstandards berücksichtigt. Diese Liste wurde anschließend auf die für unser Geschäftsmodell relevanten Themen fokussiert und um nicht relevante Punkte bereinigt. Die daraus resultierende Shortlist hat das ESG-Management weiter vertieft und für jedes Thema die positiven und negativen Auswirkungen auf Umwelt oder Gesellschaft sowie die damit verbundenen Risiken und Chancen für die PVA TePla identifiziert. Darüber hinaus wurde festgelegt, ob sich die jeweiligen Themen auf unsere eigene Geschäftstätigkeit oder auf unsere vor- und nachgelagerte Wertschöpfungskette beziehen und ob sie kurz-, mittel- oder langfristigen Zeit- raum betreffen. Unter erstmaliger Berücksichtigung der ESRS wurden die Perspektiven unserer Stakeholder durch eine indirekte Konsul- tation in den Prozess eingebunden. Expertengruppen, bestehend aus AnsprechpartnerInnen aus verschiedenen Unter- nehmensbereichen, haben stellvertretend für unsere Stakeholdergruppen unsere Auswirkungen, Risiken und Chancen validiert und bewertet. Dabei wurden Lieferanten durch unseren Einkauf, Kunden durch unseren Vertrieb und unsere Konstruktion, unsere Investoren durch unsere interne Investor Relations Abteilung und RegulatorInnen durch unsere Risiko- und Compliance Abteilung vertreten. Die Gruppe unserer MitarbeiterInnen wurde durch Vertreter des Betriebsrats, der Personalleitung, der Fachkraft für Arbeitssicherheit und die Risiko- und Compliance Abteilung vertreten. PVA TePla | Geschäftsbericht 2024 | 49 Bewertungsmethode In Anlehnung an die Vorgaben der ESRS müssen verschiedene Parameter bewertet werden, um die für unser Unternehmen wesentlichen Themen zu identifizieren. Hierbei erfolgt eine umfassende Bewertung der tatsächlichen Auswirkungen, die wir auf die Umwelt und Gesellschaft haben, unter Berücksichtigung von Ausmaß, Umfang und Unveränderlichkeit. Positive Auswirkungen wurden nicht in die Bewertung der Unveränderlichkeit einbezogen. Bei potenziellen Auswirkungen wird zusätzlich die Eintrittswahrscheinlichkeit einbezogen. Bei tatsächlichen negativen Auswirkungen richtet sich die Wesentlichkeit nach dem Schweregrad der Auswirkungen, bei potenziellen negativen Auswirkungen nach dem Schwere- grad und der Wahrscheinlichkeit der Auswirkungen. Der Schweregrad setzt sich aus Ausmaß, Umfang und Unabänder- lichkeit zusammen. Risiken und Chancen werden hinsichtlich ihres Ausmaßes auf finanzielle Effekte und ihrer Wahrscheinlichkeit bewertet. Diese Bewertung der Parameter Ausmaß und Wahrscheinlichkeit wurde für alle Auswirkungen, Risiken und Chancen durch Expertengruppen vorgenommen. Die separate Bewertung von Umfang und Unveränderlichkeit wurde durch das ESG-Management durchgeführt, um die umfangreichen Bewertungsdimensionen in den Workshops mit den Experten- gruppen einheitlicher und vergleichbar auszulegen. Die Ergebnisse der Bewertungen wurden vor dem Hintergrund bestehender interner Strukturen und Maßnahmen ermittelt, wobei eine Netto-Betrachtungsweise angewendet wurde. Den Bewertungsskalen und dem Schwellenwert für wesentliche Themen wurde das Bewertungssystem des Risikomanage- ments zugrunde gelegt. Dies dient der Vereinfachung einer potenziellen zukünftigen Integration beider Systeme und fördert ein einheitliches Verständnis. Die Prozesse zur Bewertung wesentlicher Themen und des Risikomanagements laufen bisher parallel. Im Risikomanagement berücksichtigen wir auch Nachhaltigkeitsrisiken, die finanzielle Risiken für das Unternehmen haben könnten. Themen, deren Auswirkungen, Risiken und/oder Chancen den festgelegten Schwellen- wert überschreiten, werden als wesentlich eingestuft und entsprechend berichtet. Das Bewertungssystem wird nachfolgend aufgeführt. Die bewerteten Themen gelten als wesentlich, wenn sie einen Wert von 21 oder mehr erreichen. Auswirkungen ● – Ausmaß: Unbedeutend (0), Gering (2), Spürbar (5), Bedeutend/Kritisch (8), Sehr bedeutend/bedrohlich (10) – Umfang: Nicht weitreichend (0), Wenig weitreichend (2), Mäßig weitreichend (5), Weitreichend (8), Sehr weitreichend (10) – Unveränderlichkeit: Leicht zu beheben (0), Mäßig zu beheben (5), Schwer zu beheben (8), Irreversibel (10) Die Unveränderlichkeit wurde nur für negative Auswirkungen bewertet. – Wahrscheinlichkeit: Sehr unwahrscheinlich (1), Unwahrscheinlich (2), Möglich (3), Wahrscheinlich (4), Sehr wahrscheinlich (5) Für tatsächliche Impacts wurde die Wahrscheinlichkeit mit „Sehr wahrscheinlich (5)“ angegeben Risiko ● – Schadensausmaß: Unbedeutend (0), Gering (2), Spürbar (5), Kritisch (8), Bedrohlich (10) – Wahrscheinlichkeit: Sehr unwahrscheinlich (1), Unwahrscheinlich (2), Möglich (3), Wahrscheinlich (4), Sehr wahrscheinlich (5) Chance ● – Erfolgsausmaß: Unbedeutend (0), Gering (2), Spürbar (5), Bedeutend (8), Sehr bedeutend (10) – Wahrscheinlichkeit: Sehr unwahrscheinlich (1), Unwahrscheinlich (2), Möglich (3), Wahrscheinlich (4), Sehr wahrscheinlich (5) 50 | PVA TePla | Geschäftsbericht 2024 Die Ergebnisse der Wesentlichkeitsanalyse wurden durch den Vorstand, die erste Führungsebene und die Fachexperten validiert. Die nachfolgende Tabelle gibt einen Überblick über alle als wesentlich identifizierten Auswirkungen, Risiken und Chancen (Impacts, Risks, and Opportunities oder kurz: IROs). Die Ergebnisse verdeutlichen, dass insbesondere in den Bereichen Dekarbonisierung, Arbeitnehmerbelange und gute Unternehmensführung sowohl zentrale Chancen als auch Risiken für unser Geschäftsmodell und unsere Unternehmensstrategie bestehen und zugleich selbst erhebliche Auswirkungen auf diese Bereiche haben. Wir sind uns dieser Zusammenhänge bewusst und haben bereits an den relevanten Stellen strategische Anpassungen vorgenommen, um gezielt darauf zu reagieren. Im Bereich Umweltbelange hatten wir uns beispielsweise das Ziel gesetzt, bis Ende 2024 CO2-neutral in Bezug auf unsere Scope-1- und Scope-2-Emissionen zu werden und dieses auch erreicht. Darüber hinaus bleibt Forschung und Entwicklung ein Schlüsselfaktor für den Erfolg unseres Geschäftsmodells. Mit der Gründung des Technology Hubs wurden im Berichtsjahr die Weichen für eine gezielte Stärkung des Bereichs gestellt. Im Bereich Arbeitnehmerbelange haben wir vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels in unserer Branche ein umfang- reiches Projekt initiiert, um unsere Personalstrategie zu überarbeiten. Einzelne Maßnahmen aus diesem Projekt spielen auch im Bereich der guten Unternehmensführung eine zentrale Rolle. Der Aspekt Sozialbelange wurde aufgrund der untergeordneten Bedeutung für das Verständnis des Geschäftsverlaufs der PVA TePla als nicht wesentlich eingestuft. Genauere Informationen zu unseren Ansätzen zu einzelnen IROs sind in den folgenden Kapiteln dieses Berichts zu finden. Die Ergebnisse unserer Wesentlichkeitsanalyse werden wir nutzen, um unsere Nachhaltigkeitsstrategie weiterzuent- wickeln, um Chancen optimal zu nutzen, Risiken aktiv zu managen und unsere positiven Auswirkungen auszubauen, während wir negative Effekte möglichst minimieren. PVA TePla | Geschäftsbericht 2024 | 51 Übersicht wesentlicher Auswirkungen, Risiken und Chancen Thema wesentlicher wesentliches wesentliche vor- oder nachgelagterte Zeithorizont Impact Risiko Chance Lieferkette; (kurz-, mittel-, langfristig) eigene Geschäftstätigkeit Kurzfristig: <ꢀ1 Jahr Mittelfristig: 1ꢀ–ꢀ5 Jahre Langfristig: >ꢀ5 Jahre Klimawandel Ausstoß von eigene Geschäftstätigkeit kurzfristig Treibhausgasemissionen Entwicklung von Systemen im Bereich Dekarbonisierung und E-Mobilität Energie Eigener Energieverbrauch eigene Geschäftstätigkeit; kurzfristig nachgelagerte Lieferkette; vorgelagerte Lieferkette Energie Entwicklung von eigene Geschäftstätigkeit mittelfristig energieeffizienten Anlagen nachgelagerte Lieferkette Wasser Wasserintensive nachgelagerte Lieferkette; kurzfristig Wertschöfungskette vorgelagerte Lieferkette Sichere Sicherer Arbeitsplatz durch eigene Geschäftstätigkeit kurzfristig Beschäftigung zukunftsfähiges Geschäftsmodel Weiterbildung Fluktuation eigene Geschäftstätigkeit kurzfristig und Kompetenz- führt zu entwicklung Wissensverlust Arbeitszeit Überlastung durch eigene Geschäftstätigkeit kurzfristig Wachstumsstrategie Angemessene Gerechtes Lohnsystem Hohe Lohn- Niedrige eigene Geschäftstätigkeit kurzfristig Entlohnung erwartungen Fluktuation Vereinbarkeit Möglichkeiten für die Vereinbar- eigene Geschäftstätigkeit kurzfristig von Berufs und keit von Berufs- und Privatleben Privatleben Gleichstellung der Beitrag zur Gleichstellung eigene Geschäftstätigkeit kurzfristig Geschlechter der Geschlechter Vielfalt Förderung der Vielfalt eigene Geschäftstätigkeit kurzfristig Gesundheitsschutz Erhöhtes Unfallrisiko eigene Geschäftstätigkeit kurzfristig und Sicherheit durch Geschäftsmodell Unternehmens- Stärkung des Unternehmens Positive eigene Geschäftstätigkeit kurzfristig kultur durch verschiedene Ansätze für Reputation eine gute Unternehmenskultur nach außen und innen Management Gefahr von eigene Geschäftstätigkeit; kurzfristig der Beziehungen Lieferanten- nachgelagerte Lieferkette zu Lieferanten, engpass bei einschließlich Beendigung Zahlungspraktiken von Geschäfts- beziehungen Korruption und Reputations- eigene Geschäftstätigkeit; kurzfristig Bestechung gefahr nachgelagerte Lieferkette; (Vermeidung vorgelagerte Lieferkette und Aufdeckung einschließlich Schulung sowie Vorkommnisse) 52 | PVA TePla | Geschäftsbericht 2024 Umweltbelange Klimawandel und Energieverbrauch Als produzierendes Unternehmen sind wir uns der Umweltauswirkungen unserer Geschäftstätigkeit bewusst, insbeson- dere in Bezug auf unseren Energieverbrauch und unsere CO2-Emissionen. Gleichzeitig leisten unsere Technologien einen Betrag zur Dekarbonisierung, indem sie in Anwendungen für erneuerbare Energien und energieeffiziente Produktionsprozesse eingesetzt werden. Daher konzentrieren wir uns bei den Themen Klimawandel und Energieverbrauch gezielt auf Maßnahmen zur Energie- und Emissionsreduktion. Übergangsplan zum Klimaschutz Im Berichtsjahr 2024 lag noch kein formalisierter Übergangsplan für den Klimawandel vor, da der Fokus zunächst auf die umfassende Analyse der Emissionsdaten sowie die Identifikation der wirkungsvollen Hebel zur Emissionsreduktion gelegt wurde. Diese Grundlagenarbeit ist essenziell, um eine fundierte und umsetzbare Planungsbasis zu schaffen. Im kommenden Geschäftsjahr werden die Erkenntnisse aus unserer erstmaligen Berichterstattung in Anlehnung an die ESRS ausgewertet, regulatorische Entwicklungen verfolgt und branchenspezifische Best Practices berücksichtigt. Auf dieser Basis wird unser strategischer Ansatz zur Entwicklung eines Übergangsplans weiter konkretisiert – mit dem Ziel, sowohl regulatorischen Anforderungen gerecht zu werden als auch langfristige wirtschaftliche Tragfähigkeit zu ermög- lichen. Auswirkungen, Risiken und Chancen Die Herstellung unserer hochentwickelten Anlagen und Systeme erfordert Energie – sowohl für interne Produktions- prozesse als auch für die Rohstoffgewinnung und die Fertigung der von uns eingesetzten Komponenten sowie für die Nutzung unserer Lösungen durch unsere Kunden. Damit gehen Umweltauswirkungen einher, insbesondere im Hinblick auf den globalen Energieverbrauch, Treibhausgasemissionen und die ökologische Belastung industrieller Prozesse. Durch unsere Entwicklung von Systemen für die Dekarbonisierung, Mobilität und Digitalisierung leisten wir jedoch auch einen Beitrag zur Reduzierung von Treibhausgasemissionen. Unsere Anlagen werden beispielsweise für die Herstellung von Bauteilen genutzt, die für Technologien zur Erzeugung erneuerbarer Energien sowie zur Optimierung von Ladepro- zessen von E-Fahrzeugen notwendig sind. Zusätzlich entwickeln wir durch Forschung und Entwicklung kontinuierlich energieeffizientere und ressourcenschonendere Anlagen. Auch in diesem Berichtsjahr wurden klimabezogene Risiken im Rahmen des bestehenden Risikomanagements bei den Risk Ownern abgefragt. Dabei ergab sich, dass aktuell kein unmittelbares oder signifikantes finanzielles Risiko für PVA TePla besteht. Unsere Geschäftstätigkeiten und Standorte sind bislang nur in begrenztem Maße von klimatischen Ver- änderungen betroffen. Potenzielle Risiken, die beispielsweise durch physische oder regulatorische Veränderungen ent- stehen könnten, wurden als gering eingestuft. PVA TePla | Geschäftsbericht 2024 | 53 Die Analyse konzentrierte sich dabei auf unsere eigenen Geschäftstätigkeiten, nicht auf die vor- und nachgelagerte Wert- schöpfungskette. Die Zeithorizonte zur Risikodefinition unseres Risikomanagements sind im Risikofrüherkennungs- system auf zwei Jahre und in der Risikoinventur auf drei Jahre festgelegt. Eine explizite Trennung nach Übergangs- und physischen Risiken erfolgt nicht, die Ergebnisse stehen jedoch im Einklang mit der Definition und Bewertung klimabezo- gener Risiken und Chancen im Rahmen der Wesentlichkeitsanalyse. In diesem Kontext wurden Risiken, die sich auf die Themen Klimawandel und Energieverbrauch beziehen, durch das ESG-Management differenziert betrachtet, von Experten- gruppen bewertet und bei Bedarf ergänzt. Genauere Informationen zu diesem Prozess befinden sich im Kapitel „Wesent- liche Auswirkungen, Risiken und Chancen“. Da auch die Berechnung der CO2-Emissionen in der Verantwortung des ESG-Managements liegt, sind die aktuellen Emissionsquellen unserer eigenen Geschäftstätigkeit bekannt. Die CSRD erfordert eine detaillierte Berichterstattung zur Resilienzanalyse des Geschäftsmodells und der Strategie in Bezug auf langfristige Klimarisiken unter verschiedenen Klimaszenarien. Aufgrund der hohen Komplexität dieser Anfor- derungen und der Einschätzung eines geringen Risikos bezüglich Klimarisiken durch unser Risikomanagement wurde diese Analyse im Berichtsjahr noch nicht umgesetzt. Wir verfolgen die regulatorischen Entwicklungen kontinuierlich und werden uns im kommenden Berichtsjahr dementsprechend mit der langfristigen Resilienz unseres Geschäftsmodells gegenüber Übergangs- und physischen Klimarisiken auseinandersetzen. Konzepte Die Treibhausgasemissionen und der Energieverbrauch der PVA TePla-Gruppe werden jährlich erfasst. Die konzernweit gültige Richtlinie zur Erhebung von Treibhausgasen definiert den strukturierten Prozess der Datenerfassung, um unsere Energieverbräuche und Treibhausgasemissionen zu überwachen und geeignete Maßnahmen zur Reduktion unserer Umweltauswirkungen definieren zu können. Die Verantwortung für die Umsetzung der Richtlinie liegt bei unserem Head of Sustainability, während die Bereitstellung der Daten über die GeschäftsführerInnen der einzelnen Konzerngesellschaften sowie weitere relevante Ansprechpartner, wie das Facility Management erfolgt. Die Richtlinie ist konzernweit über das Intranet verfügbar. Das ESG-Management aggregiert die Energieverbräuche der verschiedenen Gesellschaften und wandelt sie gemäß der Methodik des GHG Protocols in CO2-Äquivalente um. Die Richtlinie präzisiert diesen Prozess und gibt klare Vorgaben zu den erforderlichen Dokumentationen. In Bezug auf die Entwicklung energieeffizienterer und ressourcenschonenderer Anlagen und unsere Forschung und Entwicklung in den Bereichen Dekarbonisierung, Mobilität und Digitalisierung bestehen aktuell keine spezifischen Richtlinien. Maßnahmen Wir sind bestrebt, unsere Umweltauswirkungen kontinuierlich zu minimieren. In den vergangenen Jahren haben wir ge- zielt Maßnahmen umgesetzt, um den CO2-Ausstoß zu reduzieren und ressourcenschonender zu arbeiten – auch vor dem Hintergrund unseres Unternehmenswachstums. Im Berichtsjahr stand insbesondere der Einsatz erneuerbarer Energien als Dekarbonisierungshebel im Fokus. Maßnahmen, um die Energieeffizienz zu steigern, konzentrieren sich insbesondere auf unsere Standorte in Wettenberg und Jena, da diese durch ihre Prozesse mehr als zwei Drittel unseres gesamten Energieverbrauchs an Strom, Wärme, Gas und Brennstoff ausmachen. 54 | PVA TePla | Geschäftsbericht 2024 Maßnahmen mit Auswirkungen auf unsere Scope 1-Emissionen Am Standort Jena ist im Berichtsjahr die Umsetzung unseres Wärmerückgewinnungssystems weiter vorangeschritten und die notwendigen Leitungen wurden gelegt. Im kommenden Berichtsjahr werden wir dadurch unseren Energiever- brauch und die Heizkosten senken. Die Abwärme der Produktionsanlagen wird über einen Rückkühlturm erfasst und mittels einer Wärmepumpe in das Heizkreissystem eingespeist. Für die vollständige Umsetzung des Projekts steht lediglich der Anschluss an das bestehende Heizungsnetz aus. Mit der Inbetriebnahme im nächsten Geschäftsjahr soll eine Produktionshalle beheizt und der Gasverbrauch nachhaltig reduziert werden. Maßnahmen mit Auswirkungen auf unsere Scope 2-Emissionen Bereits 2023 haben wir die Standorte Wettenberg und Jena auf zertifizierten Strom aus erneuerbaren Quellen umge- stellt. Damit beziehen wir rund 85% unseres gesamten Energieverbrauchs an Strom aus zertifizierten grünen Energie- quellen. Dies hat im Jahr 2024 zu einer Einsparung von 2.218 Tonnen CO2-Äquivalenten im Vergleich zu dem Betrieb beider Standorte ohne diese Maßnahme geführt. Unser Projekt zur Erweiterung der Photovoltaik-Kapazitäten ist im Berichtsjahr weiter vorangeschritten. Am Standort Wettenberg wurden alle geplanten PV-Module installiert. Der Netzanschluss ist für das kommende Geschäftsjahr vor- gesehen. In Jena ist die Umsetzung für 2026 geplant, da die Module auf dem Dach einer neuen Produktionshalle installiert werden sollen, deren Errichtung im nächsten Geschäftsjahr beginnt. Ende 2024 wurde der neue Produktionsstandort der PVA Italy in Schio eröffnet. Der vollständige Umzug in das neue Ge- bäude wurde zu Beginn des Geschäftsjahres 2025 abgeschlossen. Die integrierte großflächige Photovoltaikanlage wird insbesondere in den Sommermonaten einen Großteil des Eigenbedarfs decken und soll im Frühjahr 2025 in Betrieb genommen werden. Die erwartete jährliche Stromproduktion von rund 371.000 kWh wird zur Vermeidung von etwa 171 Tonnen CO2-Äquivalenten beitragen. Für die Wärmeversorgung des Gebäudes kommt eine Luft-Wärmepumpe zum Einsatz, die im Sommer auch zur Kühlung genutzt wird und größtenteils mit selbst erzeugtem Solarstrom betrieben wird. Maßnahmen bezüglich der Forschung und Entwicklung von Lösungen für die Dekarbonisierung und Mobilität Im Berichtsjahr wurde der „Technology Hub“ als Tochtergesellschaft der PVA TePla gegründet. Dieser Hub fungiert als interner und externer Dienstleister, der maßgeschneiderte Lösungen entwickelt und umfassende Beratungsleistungen entlang des gesamten Entwicklungszyklus anbietet. Zu Beginn liegt der Fokus auf der Prozessoptimierung für die Synthese von monokristallinem Siliziumkarbid, einem Schlüsselmaterial für Dekarbonisierungs- und Elektromobilitätsanwendun- gen. Durch die Gründung des „Technology Hubs“ werden wir unsere Expertise in der Prozessentwicklung vertiefen und dadurch noch gezieltere und umfassendere Lösungen für diese Anwendungen anbieten können. Derzeit gibt es keine konkreten Pläne für die Einführung weiterer neuer Technologien zur Reduzierung unserer Scope-1 und Scope-2-Emissionen. Zur Festlegung unserer Dekarbonisierungshebel haben wir keine unterschiedlichen Klima- szenarien berücksichtigt, um potenzielle umwelt-, gesellschafts-, technologie-, markt- und politikbezogene Entwicklungen zu ermitteln. Die Finanzierung unserer Maßnahmen zur CO2-Reduktion ist ein integraler Bestandteil unserer Finanzplanung. Sowohl die Budgetierung als auch potenzielle Fremdfinanzierungen sichern die planmäßige Umsetzung der vorgesehenen Maß- nahmen. PVA TePla | Geschäftsbericht 2024 | 55 Die Maßnahmen zur Reduzierung unserer Scope-1 und Scope-2-Emissionen finden sich auch in den Investitionsausgaben des Kapitels „EU-Taxonomie“ wieder. Investitionen in das Wärmerückgewinnungssystem am Standort Jena fließen in die taxonomiefähigen Investitionsausgaben der Wirtschaftsaktivität „Installation, Wartung und Reparatur von Technologien für erneuerbare Energien“ ein. Das Projekt der Photovoltaik Anlagen in Jena und Wettenberg ist unter der Wirtschafts- aktivität „Stromerzeugung mittels Photovoltaik Technologie“ enthalten und der Neubau unseres Standorts in Italien unter der Kategorie „Neubau“. In unserem Konzernabschluss sind die Investitionsausgaben in unserem Sachanlagevermögen enthalten. Dieses ist auch die Grundlage der Berechnung der taxonomiefähigen Investitionsausgaben. Ziele Im Berichtsjahr haben wir unser Ziel erreicht, bis Ende 2024 CO2-neutral in Bezug auf unsere Scope-1 und Scope-2-Emis- sionen zu werden. Dieses Ziel wurde 2022 vom Vorstand in Abstimmung mit dem ESG-Management festgelegt und durch den Aufsichtsrat bestätigt. Die Berechnung der Emissionen basiert rückwirkend auf dem Basisjahr 2021 gemäß den Richtlinien des GHG Protocols. In die Zielsetzung sind die CO2-Emissionen sämtlicher PVA-TePla-Gesellschaften einbezogen. Im Berichtsjahr haben wir unsere Scope-1 und Sope-2-Emissionen nach dem marktbezogenen Ansatz auf 909 Tonnen CO2 Äquivalente reduziert. Dies entspricht einer Reduktion um 74%. Die restlichen 909 Tonnen wurden durch Kompensationszertifikate ausgeglichen. Details zu den Kompensationsprojekten sind im Kapitel „Projekte zur Verringe- rung von Treibhausgasen, finanziert über CO2-Zertifikate“ beschrieben. Im kommenden Geschäftsjahr werden wir evaluieren, ob und wann unser nächstes CO2-Reduktionsziel entsprechend den ESRS-Vorgaben erweitert werden kann. Energieverbrauch und Energiemix Energieverbrauch und Energiemix (in MWh) 2024 Brennstoffverbrauch aus Kohle und Kohleerzeugnissen 0 Brennstoffverbrauch aus Rohöl und Erdölerzeugnissen2 19,9 Brennstoffverbrauch aus Erdgas 1874,5 Brennstoffverbrauch aus sonstigen fossilen Quellen3 0 Verbrauch aus erworbener oder erhaltener Elektrizität, Wärme, Dampf und Kühlung aus fossilen Quellen 1301,6 Gesamtverbrauch fossiler Energie 3195,9 Anteil fossiler Quellen am Gesamtenergieverbrauch (in %) 31% Verbrauch aus nuklearen Quellen4 186,4 Anteil des Verbrauchs aus nuklearen Quellen am Gesamtenergieverbrauch (in %) 2% Brennstoffverbrauch für erneuerbare Quellen, einschließlich Biomasse 0 Verbrauch aus erworbener oder erhaltener Elektrizität, Wärme, Dampf und Kühlung und aus erneuerbaren Quellen5 6924,6 Verbrauch selbst erzeugter erneuerbarer Energie, bei der es sich nicht um Brennstoffe handelt 0 Gesamtverbrauch erneuerbarer Energie 6924,6 Anteil erneuerbarer Quellen am Gesamtenergieverbrauch (in %) 67% Gesamtenergieverbrauch 10.306,9 2 Der Kraftstoffverbrauch aus fossil betriebenen Fahrzeugen unseres Fuhrparks ist in dieser Kennzahl nicht einberechnet. 3 Die PVA TePla bezieht von den genannten Kategorien nur fossile Elektrizität und Wärme 4 Hierbei handelt es sich um den jeweiligen Anteil an Nuklearstrom des bezogenen Strommixes 5 Die PVA TePla bezieht von den genannten Kategorien nur erneuerbare Elektrizität 56 | PVA TePla | Geschäftsbericht 2024 Aus unserem Gesamtenergieverbrauch ergibt sich eine Energieintensität von 0,00004 MWh/€. Die von PVA TePla durch- geführten Tätigkeiten fallen gemäß der ESRS unter klimaintensive Sektoren. Daher beschreibt die Energieintensivität den Gesamtenergieverbrauch aus Tätigkeiten in klimaintensiven Sektoren pro Nettoumsatzerlös aus Tätigkeiten in klimaintensi- ven Sektoren. Der Nettoerlös entspricht dabei unseren Umsatzerlösen des Konzernabschlusses und beträgt 270.115 TEUR. Die Daten zum Energieverbrauch und dem Energiemix basieren auf Datenerhebungen der einzelnen PVA-Tochtergesell- schaften. Daten von Standorten, die reine Sales- und Service Standorte sind und weniger als 20 MitarbeiterInnen haben, wurden aufgrund des Gesamtverbrauchs des restlichen Konzerns per Anzahl der MitarbeiterInnen an den betroffenen Standorten hochgerechnet. Dies betrifft unsere Standorte in China, Korea, Taiwan und Singapur, sowie ein Büro in Dresden, das zum Technology Hub gehört. Zum Zeitpunkt der Berichterstellung lagen für einzelne Standorte und Monate noch nicht alle abrechnungsrelevanten Verbrauchsdaten vor. In diesen Fällen wurde der Energieverbrauch anhand der Verbrauchswerte des Vorjahres geschätzt. Dies betrifft insbesondere die Strom- und Gasverbräuche einer unserer deutschen Tochtergesellschaften und den Gas- verbrauch unserer Tochtergesellschaft in Italien. Zusätzlich lag zum Zeitpunkt der Berichtserstellung die Gasrechnung unseres Standorts in Wettenberg für den Monat Dezember noch nicht vor. Hochrechnungen bestehen auch für zwei Lagerhallen einer unserer deutschen Tochtergesellschaften, deren Fläche wir mieten. Für die Energieverbräuche der Lagerhallen liegen keine Abrechnungen vor, sodass die Strom- und Gasverbräuche aufgrund des Verbrauchs pro Fläche angenommen wurden. Insgesamt betreffen die Hochrechnungen 2.155,5 MWh unseres Verbrauchs, was 21% unseres Gesamtenergieverbrauchs entspricht. Unsere beiden Bereichssegmente Semiconductor und Industrial sind gemäß den ESRS klimaintensiven Sektoren zuzu- ordnen. Das Segment Industrial fällt unter den NACE-Code 28.99, (Herstellung von Maschinen für sonstige bestimmte Wirtschaftszweige) während Semiconductor dem NACE-Code 26.51, (Herstellung von Mess-, Kontroll-, Navigations- und ähnlichen Instrumenten und Vorrichtungen) zugeordnet ist. Für die Berechnung der Energieintensität berücksichtigen wir sowohl die Umsätze als auch die Energieverbräuche dieser Segmente. Auf diese Weise fließen sämtliche Konzernumsätze in die Bewertung der Energieintensität ein. Die Umsätze finden sich im Kapitel „Segmentberichterstattung“ des Konzernabschlusses. THG-Bruttoemissionen der Kategorie Scope 1 und 2 Im Berichtsjahr haben wir unsere Scope-1 und Scope-2-CO2-Emissionen nach dem marktbezogenen Ansatz auf 909 Tonnen CO2-Äquivalente senken können. Dies entspricht einer Reduktion von 74% im Vergleich zum Basisjahr 2021. Der marktbezogene Ansatz berücksichtigt unsere spezifischen Stromverträge und reflektiert damit die CO2-Emissions- minderung durch den Bezug von Strom aus erneuerbaren Quellen an den Standorten Jena und Wettenberg. Nach der standortbezogenen Methode haben sich unsere Emissionen im Berichtsjahr auf 3.313 Tonnen CO2-Äquivalente entwickelt. Im Gegensatz zum marktbezogenen Ansatz basiert die standortbezogene Berechnung auf dem durch- schnittlichen Strommix in der jeweiligen Versorgungsregion. Dabei fließen die regionalen Emissionsfaktoren des Strom- netzes ein, unabhängig von unseren spezifischen Strombezugsquellen. Der Vergleich beider Ansätze verdeutlicht, dass wir durch gezielte Investitionen in erneuerbare Energien im Berichtsjahr 2.404 Tonnen CO2-Äquivalente im Vergleich zur Nutzung des durchschnittlichen regionalen Strommixes einsparen konnten. PVA TePla | Geschäftsbericht 2024 | 57 Unsere Scope-1-Emissionen sind direkte Treibhausgasemissionen und entstehen aufgrund der Verbrennung fossiler Brennstoffe und der Nutzung von Prozessgasen und Kühlmitteln durch unser Unternehmen. Der Brennstoffverbrauch umfasst hauptsächlich Gas für Heizzwecke, Diesel und Benzin für unseren Fuhrpark sowie in geringeren Mengen Heizöl zum Betrieb eines Notstromaggregats. Unsere Scope-2-Emissionen sind indirekte Treibhausgasemissionen, die aus dem Bezug von Strom und Fernwärme ent- stehen. THG Bruttoemissionen (t CO2e) 2024 Scope-1 431 Scope-2 (standortbezogen) 2.882 Scope-2 (marktbezogen) 478 Unsere insgesamten CO2-Emissionen sind in folgender Tabelle dargestellt. THG-Emissionen gesamt (t CO2e) 2024 THG-Emissionen insgesamt (standortbezogen) 3.313 THG-Emissionen insgesamt (marktbezogen) 909 Die Treibhausgasemissionen wurden auf Grundlage des Energieverbrauchs und dem Energiemix unserer einzelnen Tochtergesellschaften berechnet. Zur Berechnung wurden die Energieverbräuche auf Basis verschiedener Emissions- faktoren zu Tonnen CO2-Äquivalenten umgerechnet. Für die Berechnung der marktbezogenen Emissionen wurden die Emissionsfaktoren, wo verfügbar, direkt aus unseren Energierechnungen herangezogen. In allen anderen Fällen sowie für die Berechnung der standortbezogenen Emissionen wurden aktuelle Emissionsfaktoren aus öffentlich zugänglichen Quellen verwendet. Eine Ausnahme bilden dabei die Emissionsfaktoren für die Emissionsberechnung unseres Fuhr- parks. Dabei wurde auf die Emissionsfaktoren aus vorherigen Jahren zurückgegriffen. Wir haben folgende Quellen für die verwendeten Emissionsfaktoren herangezogen: Scope-1: EPA, „Emission Factors for Greenhouse Gas Inventories” (2024) ● EPA, “Emission Factors for Greenhouse Gas Inventories” (2018) ● Scope-2 (Standortbezogene Methode): EMBER (2024) ● Southern California Edison Company (2023) ● Umweltbundesamt (2023) ● EPA, „Emission Factors for Greenhouse Gas Inventories” (2024) ● Scope-2 (Marktbezogene Methode): Individuelle Energieverträge (2023) ● Individuelle Energieverträge (2024) ● Für Standorte, die ausschließlich Vertriebs- und Servicefunktionen erfüllen und weniger als 20 Mitarbeitende beschäfti- gen, wurden die Treibhausgasemissionen auf Basis der durchschnittlichen Pro-Kopf-Verbräuche innerhalb des Konzerns hochgerechnet. Dies betrifft unsere Standorte in China, Korea, Taiwan und Singapur sowie ein Büro in Dresden, das vom Technology Hub genutzt wird. Insgesamt betragen die Emissionen dieser Hochrechnungen 47 Tonnen CO2-Äquivalente nach der marktbezogenen Methode und 172 Tonnen CO2-Äquivalente nach der standortbezogenen Methode, was jeweils 5% der Gesamtemissionen beträgt. 58 | PVA TePla | Geschäftsbericht 2024 Die THG-Intensität pro Nettoerlös stellt sich wie folgt dar: THG-Intensität pro Nettoerlös (t CO2e/€) 2024 THG-Gesamtemissionen pro Nettoerlös (standortbezogen) 0,00001 THG-Gesamtemissionen pro Nettoerlös (marktbezogen) 0,000003 Der Nettoerlös entspricht dem Konzernumsatz von 270.115 TEUR. Aktuell verfügt die PVA TePla über kein internes CO2-Bepreisungssystem. Der Fokus liegt derzeit auf der Weiterentwicklung der CO2-Datenanalyse und der Identifikation zentraler Emissionsquellen. Die Einführung eines internen CO2-Bepreisungs- systems wird jedoch geprüft und bleibt eine Option für die Zukunft. Projekte zur Verringerung von Treibhausgasen, finanziert über CO2-Zertifikate Unser Ziel der CO2-Neutralität für Scope-1 und Scope-2-Emissionen haben wir im Berichtsjahr durch verschiedene Maß- nahmen sowie durch den Erwerb von Kompensationszertifikaten erreicht. Dabei haben wir Emissionen, die wir noch nicht durch geeignete Maßnahmen reduzieren oder vermeiden konnten durch Kompensationszertifikate ausgeglichen. Insgesamt wurden die unter der marktbezogenen Methode verbleibenden 909 Tonnen CO2-Äquivalente durch Investitionen in zwei verschiedene Klimaschutzprojekte ausgeglichen. 75% unserer Scope-1 und Scope-2-Emissionen wurden durch ein CO2-Reduktionsprojekt und 25% durch ein CO2-Entnahmeprojekt ausgeglichen. Beide Projekte wurden außerhalb unserer Wertschöpfungskette umgesetzt. Bei dem Reduktionsprojekt unterstützen wir die Verbreitung effizienter Kochöfen in Ruanda. Im Vergleich zu offenen Kochstellen senken diese Öfen den Energieverbrauch von Haushalten, verbessern die Luftqualität in Innenräumen und reduzieren die lokale Abholzung. Die Zertifikate sind unter dem Clean Development Mechanism (CDM) der Klimarahmen- konvention der Vereinten Nationen (UNFCCC) sowie dem Gold Standard for the Global Goals der Schweizer Gold Standard Stiftung registriert und wurden im November 2024 stillgelegt. Durch dieses Projekt haben wir 975 Tonnen CO2 kompen- siert, wovon 682 Tonnen CO2 notwendig waren, um 75% unserer Gesamtemissionen zu kompensieren. Das CO2-Entnahmeprojekt ist ein Aufforstungsvorhaben im südlichen Harz, Deutschland. Ziel des Projekts ist die nach- haltige Wiederaufforstung von Waldflächen, die infolge von Dürreperioden und den Borkenkäferbefall erheblich beschädigt wurden. Dabei wird ein besonderer Fokus auf die Etablierung eines klimaresistenten Mischwaldes gelegt, um die lang- fristige Stabilität und Biodiversität in der Region zu fördern. Das Projekt wurde gemäß den Anforderungen des Wald-Klimastandards von unabhängigen Zertifizierungsstellen ge- prüft und die entsprechenden Emissionszertifikate im Dezember 2024 stillgelegt. Darüber hinaus unterliegt es keinen Qualitätsstandards wie dem CDM oder dem Gold Standards. Durch dieses Projekt haben wir 325 Tonnen CO2 kompen- siert, wovon 227 Tonnen CO2 notwendig waren, um 25% unserer Gesamtemissionen zu kompensieren. Damit entfallen insgesamt 25% unserer ausgewählten Klimaschutzprojekte auf Standorte innerhalb der EU. PVA TePla | Geschäftsbericht 2024 | 59 EU-Taxonomie Wir sind gemäß Artikel 19a bzw. Artikel 29a der Richtlinie 2013/34/EU des Europäischen Parlaments und des Rates (Bilanzrichtlinie) verpflichtet, im Rahmen unserer nichtfinanziellen Berichterstattung offenzulegen, inwiefern unsere Geschäftstätigkeiten mit ökologisch nachhaltigen Wirtschaftstätigkeiten im Sinne der Verordnung (EU) 2020/852 sowie der dazugehörigen delegierten Rechtsakte (nachfolgend: „EU-Taxonomieverordnung“) in Verbindung stehen. Eine Wirtschaftstätigkeit gilt dabei gemäß Art. 3 der EU-Taxonomieverordnung als ökologisch nachhaltig, „wenn diese Wirtschaftstätigkeit: a) gemäß den Artikeln 10 bis 16 einen wesentlichen Beitrag zur Verwirklichung eines oder mehrerer der Umweltziele des Artikels 9 leistet; b) nicht zu einer in Artikel 17 bestimmten erheblichen Beeinträchtigung eines oder mehrerer der Umweltziele des Artikels 9 führt; c) unter Einhaltung des in Artikel 18 festgelegten Mindestschutzes ausgeübt wird; d) technischen Bewertungskriterien, die die Kommission gemäß Artikel 10 Absatz 3, Artikel 11 Absatz 3, Artikel 12 Absatz 2, Artikel 13 Absatz 2, Artikel 14 Absatz 2 und Artikel 15 Absatz 2 festgelegt hat, entspricht.“ Die in Art. 9 genannten Umweltziele sind: 1. Klimaschutz (Art. 10), 2. Anpassung an den Klimawandel (Art. 11), 3. nachhaltige Nutzung und Schutz von Wasser- und Meeresressourcen (Art. 12), 4. Übergang zur Kreislaufwirtschaft (Art. 13), 5. Vermeidung und Verminderung der Umweltverschmutzung (Art. 14) und 6. Schutz und Wiederherstellung der Biodiversität und der Ökosysteme (Art. 15). Wir sind gemäß der geänderten Delegierten Verordnung (EU) 2021/2178 in Verbindung mit der Delegierten Verordnung (EU) 2023/2486 vom 21. November 2023 verpflichtet, sowohl die Taxonomiefähigkeit als auch die Taxonomiekonformität für alle sechs Umweltziele offenzulegen. Im Berichtsjahr 2024 müssen erstmalig auch die Umweltziele 3 bis 6 sowohl auf Taxonomiefähigkeit als auch auf Taxonomiekonformität geprüft werden. Diese Angaben umfassen den jeweiligen Anteil an Umsatzerlösen, Investitionsausgaben (CapEx) und Betriebsausgaben (OpEx). Zur Vermeidung von Doppelzählungen haben wir die Analyse von Umsatzerlösen, des CapEx und OpEx prioritär für das Umweltziel „Klimaschutz“ vorgenommen und diese anschließend um eine Überprüfung weiterer potenzieller wirtschaft- licher Aktivitäten im Zusammenhang mit dem Umweltziel „Anpassung an den Klimawandel“ ergänzt. Im Rahmen dieser Überprüfung konnten wir keine zusätzlichen taxonomiefähigen Wirtschaftsaktivitäten identifizieren. 60 | PVA TePla | Geschäftsbericht 2024 Analyse des Mindestschutzes Zur generellen Bewertung der Taxonomiekonformität haben wir eine Analyse der Anforderungen an den Mindestschutz durchgeführt. Im Berichtsjahr sind keine Verstöße der PVA TePla im Zusammenhang mit dem Arbeitsrecht oder den Menschenrechten, wegen Korruption oder Bestechung, Steuerhinterziehung, Wettbewerbsrecht oder anderen Elementen der für den Mindestschutz relevanten Richtlinien bekannt geworden. Einzelne Prozesse bezüglich der Dokumentation zum Mindestschutz müssen noch implementiert werden, weswegen eine vollständige Erfüllung gemäß der Taxonomie- anforderungen noch nicht ausgewiesen werden kann. Auch wurden im Berichtsjahr keine taxonomiekonformen Tätigkeiten ausgeübt, die der Deckung des Eigenbedarfs im Sinne des Anhang I Abschnitt 1.2.3 der delegierten Verordnung 2021/2178 dienten. „Do No Significant Harm“ (DNSH)-Kriterien Zur Erfüllung der Anforderungen an taxonomiekonforme Umsatzerlöse, Investitionsausgaben und Betriebsausgaben müssen je Wirtschaftsaktivität die „Do-No-Significant-Harm“ Kriterien erfüllt werden. Dies bedeutet, dass eine Wirt- schaftsaktivität nur dann als nachhaltig im Sinne der EU-Taxonomieverordnung gilt, wenn sie keinem der sechs definier- ten Umweltziele erheblichen Schaden zufügt. Neben Kriterien, die individuell je Wirtschaftsaktivität gelten, sind für die uns betreffenden Wirtschaftsaktivitäten unter anderem folgende Anforderungen relevant: Die Durchführung einer Klimarisiko- und Gefährdungsanalyse für das Ziel Klimaschutz ● Die Durchführung einer Umweltverträglichkeitsanalyse für das Ziel Schutz und Wiederherstellung der Biodiversität ● und der Ökosysteme Die Ermittlung und Behebung der Umweltschädigung im Zusammenhang mit der Erhaltung der Wasserqualität und ● der Vermeidung von Wasserknappheit für das Ziel nachhaltige Nutzung und Schutz von Wasser- und Meeresressourcen Da diese Analysen noch nicht umgesetzt wurden, kann keine vollständige Erfüllung der Taxonomiekonformität ausge- wiesen werden. Analyse der Umsatzerlöse Zunächst wurden alle für den externen Umsatz relevanten Wirtschaftstätigkeiten der PVA TePla Unternehmensgruppe mit den Tätigkeitsbeschreibungen der sechs Umweltziele der Delegierten Verordnungen 2021/2139 und 2023/2485 (Klima- schutz und Klimawandel) bzw. den Delegierten Verordnungen (EU) 2023/2486 (weitere vier Umweltziele) verglichen, um festzustellen, welche Wirtschaftstätigkeiten gemäß EU-Taxonomieverordnung in Bezug auf die sechs Umweltziele taxo- nomiefähig sind. Die Analyse bezog sich dabei auf den gesamten Konsolidierungskreis der PVA TePla-Gruppe. Diejenigen Wirtschaftstätigkeiten der PVA TePla-Gruppe, die nicht von den Delegierten Verordnungen (EU) 2021/2139 und 2023/2485 (Klimaschutz und Klimawandel) bzw. den Delegierten Verordnungen (EU) 2023/2486 (weitere vier Umwelt- ziele) abgedeckt werden, gelten als nicht taxonomiefähig. Im Rahmen der Analyse unserer Wirtschaftstätigkeiten und des Abgleichs mit den in der EU-Taxonomieverordnung defi- nierten taxonomiefähigen Aktivitäten hat sich ergeben, dass die Herstellung unserer Produkte nicht als taxonomiefähige Wirtschaftstätigkeit eingestuft werden kann. Der Grund hierfür liegt darin, dass unsere Systeme und Technologien nicht den spezifischen Kriterien der in der Verordnung beschriebenen Wirtschaftsaktivitäten entsprechen. PVA TePla | Geschäftsbericht 2024 | 61 Gleichzeitig leisten wir mit unseren hochentwickelten Systemen und Dienstleistungen einen entscheidenden Beitrag zur Unterstützung von Herstellungsprozessen und technologischen Innovationen in verschiedenen Industriebranchen. Die Systeme bzw. Anlagentypen, die die PVA TePla-Gruppe herstellt und an ihre Kunden liefert, können grundsätzlich für folgende Wirtschaftstätigkeiten verwendet werden: Umweltziel Klimaschutz: 3.1 Herstellung von Technologien für Erneuerbare Energie 3.2 Herstellung von Anlagen für die Erzeugung und Verwendung von Wasserstoff 3.3 Herstellung von CO2-armen Verkehrstechnologien 3.4 Herstellung von Batterien 3.5 Herstellung von energieeffizienten Gebäudeausrüstungen 3.6 Herstellung anderer CO2-armer Technologien 3.18 Herstellung von Automobil- und Mobilitätskomponenten 3.21 Herstellung von Luftfahrtzeugen Umweltziel Übergang zur Kreislaufwirtschaft: 1.2 Herstellung von Elektro- und Elektronikgeräten Diese Wirtschaftstätigkeiten werden nicht direkt von uns ausgeführt und stellen daher auch keine taxonomiefähigen Aktivitäten im Sinne der EU-Taxonomieverordnung für PVA TePla dar. Für das Umweltziel „Übergang zur Kreislaufwirtschaft“ konnten jedoch Umsätze im Zusammenhang mit Reparatur- und Ersatzteilaufträgen identifiziert werden. Diese lassen sich jeweils den Aktivitäten 5.1 Reparatur, Überholung und Wiederaufbereitung und 5.2 Verkauf von Ersatz- teilen zuordnen. Insgesamt wurden somit EUR 13,7 Mio. taxonomiefähiger Umsätze festgestellt, wovon EUR 11,2 Mio. auf Aktivität 5.2 Verkauf von Ersatzteilen und EUR 2,6 Mio. auf die Aktivität 5.1 Reparatur, Überholung und Wiederaufbereitung entfallen. Die Umsatzerlöse wurde gemäß IAS 1.82 (a) der Konzern-GuV entnommen. Im Rahmen der Analyse wurden keine taxonomiekonformen Umsätze festgestellt, da die Einhaltung der DNSH-Kriterien und die Einhaltung des Mindestschutzes nicht vollständig erfüllt werden. Analyse der Investitionsausgaben Die Werte für den Nenner des CapEx-KPIs wurden aus den Konzernabschlussdaten für das Geschäftsjahr 2024 entnom- men und setzen sich aus Sachanlagenvermögenswerten und immateriellen Vermögenswerten zusammen, abzüglich der Geschäfts- oder Firmenwerte. Zur Ermittlung des Zählers des CapEx-KPIs wurde eine Analyse des Konzernanlage- spiegels für das Geschäftsjahr 2024 durchgeführt. Es wurden alle Zugänge an Vermögenswerten, welche auch für die Berechnung des Nenners für CapEx herangezogen wurden, auf Taxonomiefähigkeit untersucht. 62 | PVA TePla | Geschäftsbericht 2024 Die Analyse ergab hierbei taxonomiefähige Investitionsausgaben für das Geschäftsjahr 2024 in den folgenden Kategorien: Umweltziel Klimaschutz: 4.1 Stromerzeugung mittels Photovoltaik Technologie 6.4 Betrieb von Vorrichtungen zur persönlichen Mobilität, Radverkehrslogistik 6.5 Beförderung mit Motorrädern, Personenkraftwagen und leichten Nutzfahrzeugen 7.1 Neubau 7.4 Installation, Wartung und Reparatur von Ladestationen für Elektrofahrzeuge in Gebäuden 7.7 Erwerb von und Eigentum an Gebäuden 8.1 Datenverarbeitung, Hosting und damit verbundene Tätigkeiten Umweltziel Übergang zur Kreislaufwirtschaft: 1.2 Herstellung von Elektro- und Elektronikgeräten Unsere taxonomiefähigen Investitionsausgaben sind von EUR 9,8 Mio. im Jahr 2023 auf EUR 8,8 Mio. im Jahr 2024 ge- sunken. Wie auch im Vorjahr fällt der Großteil unserer taxonomiefähigen Investitionsausgaben auf die Kategorie 7.1 Neubau des Umweltziels Klimaschutz. Dies liegt im Berichtsjahr insbesondere an den Investitionen in unseren Neubau in Schio, Italien. Unter dem Umweltziel Klimaschutz hatten wir in diesem Berichtsjahr weitere Investitionsausgaben in die Installation der Photovoltaik Anlagen in Wettenberg und Jena. Diese fallen unter die Kategorie 4.1. Unter die Kategorie 6.4. zählen unsere Zugänge durch Fahrradleasing, was sich auf das JobRad Angebot an Mitarbeitende bezieht. Der Fuhrpark der PVA TePla-Gruppe fällt unter die Kategorie 6.5 Beförderung mit Motorrädern, Personenkraftwagen und leichten Nutzfahrzeugen. Da laut Bekanntmachung der Kommission zur Auslegung bestimmter Rechtsvorschriften des delegierten Rechtsakts über die Offenlegungspflichten nach Artikel 8 der EU-Taxonomieverordnung für die Meldung von taxonomiefähigen Wirtschaftstätigkeiten und Vermögenswerten (2022/C 385/01) alle Fahrzeuge, auch solche mit Ver- brennungsmotor, als taxonomiefähig einzustufen sind, stellt der Fuhrpark der PVA TePla eine taxonomiefähige Anlagen- klasse im Bereich CapEx dar. Die Investitionsausgaben für die Kategorie 7.4 beziehen sich auf die Installation von Ladesäulen für unseren Standort in Wettenberg. Unter die Kategorie 7.7 zählt hauptsächlich der Erwerb weiterer Gebäude an unserem Standort in Wettenberg. Unsere Investitionen in Server fallen unter Kategorie 8.1. Für das Umweltziel Übergang zur Kreislaufwirtschaft konnten wir taxonomiefähige Investitionsausgaben in der Kategorie 1.2 Herstellung von Elektro- und Elektronikgeräten feststellen. Dies beinhaltet hauptsächlich die Arbeitsausstattung unserer MitarbeiterInnen sowie weitere Elektrogeräte wie Kühlschränke oder Kaffeemaschinen. Im Rahmen der Analyse wurden keine Investitionsausgaben für Teile eines Plans zur Ausweitung von taxonomiekonformen Wirtschaftstätigkeiten oder zur Umwandlung taxonomiefähiger in taxonomiekonforme Wirtschaftsaktivitäten (sog. CapEx- Pläne) berücksichtigt, da die Investitionsplanung der PVA TePla noch keine Bewertung im Hinblick auf DNSH-Kriterien oder die Einhaltung des Mindestschutzes beinhaltet. PVA TePla | Geschäftsbericht 2024 | 63 Analyse der Betriebsausgaben Für den Nenner des Betriebsausgaben gemäß EU-Taxonomieverordnung wurden direkte, nicht kapitalisierte Kosten erfasst, die sich auf Forschung und Entwicklung, Gebäudesanierungsmaßnahmen, kurzfristiges Leasing, Wartung und Reparatur sowie sämtliche anderen direkten Ausgaben im Zusammenhang mit der täglichen Wartung von Vermögens- werten des Sachanlagevermögens durch uns oder Dritte beziehen, an die Tätigkeiten ausgelagert werden, die notwendig sind, um die kontinuierliche und effektive Funktionsfähigkeit dieser Vermögenswerte sicherzustellen. Sie werden in dieser Form nicht im Konzernabschluss ausgewiesen, sondern wurden durch eine Analyse aus GuV-Konten abgeleitet und um die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung (F&E) ergänzt. Für die Ermittlung der taxonomiefähigen Betriebsaus- gaben wurden die direkten, nicht kapitalisierten Kosten einer Untersuchung unterzogen, ob sie sich auf Vermögenswerte oder Prozesse beziehen, die mit taxonomiefähigen Wirtschaftstätigkeiten verbunden sind. Für das Geschäftsjahr 2024 betragen unsere taxonomiefähigen Betriebsausgaben EUR 1,0 Mio. Sie konnten in den folgenden Kategorien des Umweltziels Klimaschutz identifiziert werden: 6.5 Beförderung mit Motorrädern, Personenkraftwagen und leichten Nutzfahrzeugen 7.2 Renovierung bestehender Gebäude 7.7 Erwerb von und Eigentum an Gebäuden 8.1 Datenverarbeitung, Hosting und damit verbundene Tätigkeiten Unter die Kategorie 6.5 fallen Ausgaben in Bezug auf Kfz-Reparaturen und -Wartungen sowie Kfz-Reifen für unseren Fuhrpark. Die Kategorie 7.7 beinhaltet Kosten zur Instandhaltung unserer betrieblichen Räume sowie Reinigungskosten und kurz- fristige Mieten von Gebäuden wie Lagerhallen. Unter Kategorie 8.1 fallen Kosten zur Serverwartung sowie Leasingkosten für Server. Für das Umweltziel Übergang zur Kreislaufwirtschaft konnten zusätzlich Betriebsausgaben für die Wirtschaftsaktivität 1.2 Herstellung von Elektro- und Elektronikgeräten identifiziert werden. Dies beinhaltet Betriebsausgaben für Gegenstände wie Kabel, Monitore oder Lampen. Im Rahmen der Analyse wurden keine taxonomiekonformen Betriebsausgaben festgestellt, da die Einhaltung der DNSH- Kriterien und die Einhaltung des Mindestschutzes nicht vollständig erfüllt werden. 64 | PVA TePla | Geschäftsbericht 2024 Anteil des Umsatzes aus Waren oder Dienstleistungen, die mit taxonomiekonformen Wirtschaftstätigkeiten verbunden sind – Offenlegung für das Jahr 2024 Geschäftsjahr 2024 2024 Kriterien für einen wesentlichen Beitrag DNSH-Kriterien („Keine erhebliche Beeinträchtigung“) Wirtschaftstätigkeiten (1) Mio. % J; N; J; N; J; N; J; N; J; N; J; N; J/N J/N J/N J/N J/N J/N J/N % E T EUR N/EL N/EL N/EL N/EL N/EL N/EL (b)(c) (b)(c) (b) (c) (b)(c) (b)(c) (b)(c) A. Taxonomiefähige Tätigkeiten A.1 Ökologisch nachhaltige Tätigkeiten (taxonomiekonform) Umsatz ökologisch nachhaltiger n/a n/a n/a n/a n/a n/a n/a n/a n/a n/a n/a n/a n/a n/a n/a 0% Tätigkeiten (taxonomiekonform) (A.1) Davon ermöglichende Tätigkeiten n/a n/a n/a n/a n/a n/a n/a n/a n/a n/a n/a n/a n/a n/a n/a 0% E Davon Übergangstätigkeiten n/a n/a n/a n/a n/a n/a n/a n/a n/a n/a 0% T A.2 Taxonomiefähige, aber nicht ökologisch nachhaltige Tätigkeiten (nicht-taxonomiekonforme Tätigkeiten) EL; EL; EL; EL; EL; EL; N/EL N/EL N/EL N/EL N/EL N/EL (f) (f) (f) (f) (f) (f) Reparatur, Überholung und CE 5.1 2,58 1,0% N/EL N/EL N/EL N/EL EL N/EL 0,2% Wiederaufbereitung Verkauf von Ersatzteilen CE 5.2 11,17 4,1% N/EL N/EL N/EL N/EL EL N/EL 2,7% Umsatz taxonomiefähiger, aber nicht 13,75 5,1% 0% 0% 0% 0% 5,10% 0% 2,9% ökologisch nachhaltiger Tätigkeiten (nicht taxonomiekonforme Tätigkeiten) (A.2) A. Umsatz taxonomiefähiger Tätigkeiten 13,75 5,1% 0% 0% 0% 0% 5,10% 0% 2,9% (A.1 + A.2) B. Nicht Taxonomiefähige Tätigkeiten Umsatz nicht taxonomiefähiger 256,37 94,4% Tätigkeiten Gesamt 270,11 100% PVA TePla | Geschäftsbericht 2024 | 65 Anteil des CapEx aus Waren oder Dienstleistungen, die mit taxonomiekonformen Wirtschaftstätigkeiten verbunden sind – Offenlegung für das Jahr 2024 Geschäftsjahr 2024 2024 Kriterien für einen wesentlichen Beitrag DNSH-Kriterien („Keine erhebliche Beeinträchtigung“) Wirtschaftstätigkeiten (1) Mio. % J; N; J; N; J; N; J; N; J; N; J; N; J/N J/N J/N J/N J/N J/N J/N % E T EUR N/EL N/EL N/EL N/EL N/EL N/EL (b)(c) (b)(c) (b) (c) (b)(c) (b)(c) (b)(c) A. Taxonomiefähige Tätigkeiten A.1 Ökologisch nachhaltige Tätigkeiten (taxonomiekonform) CapEx ökologisch nachhaltiger n/a n/a n/a n/a n/a n/a n/a n/a n/a n/a n/a n/a n/a n/a n/a 0% Tätigkeiten (taxonomiekonform) (A.1) Davon ermöglichende Tätigkeiten n/a n/a n/a n/a n/a n/a n/a n/a n/a n/a n/a n/a n/a n/a n/a 0% E Davon Übergangstätigkeiten n/a n/a n/a n/a n/a n/a n/a n/a n/a n/a 0% T A.2 Taxonomiefähige, aber nicht ökologisch nachhaltige Tätigkeiten (nicht-taxonomiekonforme Tätigkeiten) EL; EL; EL; EL; EL; EL; N/EL N/EL N/EL N/EL N/EL N/EL (f) (f) (f) (f) (f) (f) Stromerzeugung mittels CCM 4.1 0,67 2,1% EL N/EL N/EL N/EL N/EL N/EL 1,9% Fotovoltaik-Technologie Betrieb von Vorrichtungen zur persön- CCM 6.4 0,02 0,1% EL N/EL N/EL N/EL N/EL N/EL 0,3% lichen Mobilität, Radverkehrslogistik Beförderung mit Motorrädern, CCM 6.5 0,78 2,5% EL N/EL N/EL N/EL N/EL N/EL 3,4% Personenkraftwagen und leichten Nutzfahrzeuge Neubau CCM 7.1 5,10 16,2% EL N/EL N/EL N/EL N/EL N/EL 48,5% Installation, Wartung und Reparatur CCM 7.4 0,01 0,0% EL N/EL N/EL N/EL N/EL N/EL 0,3% von Ladestationen für Elektrofahrzeuge in Gebäuden Erwerb von Eigentum an Gebäuden CCM 7.7 1,60 5,1% EL N/EL N/EL N/EL N/EL N/EL 8,3% Datenverarbeitung, Hosting und damit CCM 8.1 0,04 0,1% EL N/EL N/EL N/EL N/EL N/EL 1,1% verbundene Tätigkeiten Herstellung von elektrischen und CE 1.2 0,54 1,7% N/EL N/EL N/EL N/EL EL N/EL 2,7% elektronischen Geräten CapEx taxonomiefähiger, aber nicht 8,76 27,8% 26,1% 0% 0% 0% 1,70% 0% 66,8% ökologisch nachhaltiger Tätigkeiten (nicht taxonomiekonforme Tätigkeiten) (A.2) A. CapEx taxonomiefähiger Tätigkeiten 8,76 27,8% 26,1% 0% 0% 0% 1,70% 0% 66,8% (A.1 + A.2) B. Nicht Taxonomiefähige Tätigkeiten CapEx nicht taxonomiefähiger 22,79 72.2% Tätigkeiten Gesamt 31,55 100% 66 | PVA TePla | Geschäftsbericht 2024 Anteil des OpEx aus Waren oder Dienstleistungen, die mit taxonomiekonformen Wirtschaftstätigkeiten verbunden sind – Offenlegung für das Jahr 2024 Geschäftsjahr 2024 2024 Kriterien für einen wesentlichen Beitrag DNSH-Kriterien („Keine erhebliche Beeinträchtigung“) Wirtschaftstätigkeiten (1) Mio. % J; N; J; N; J; N; J; N; J; N; J; N; J/N J/N J/N J/N J/N J/N J/N % E T EUR N/EL N/EL N/EL N/EL N/EL N/EL (b)(c) (b)(c) (b) (c) (b)(c) (b)(c) (b)(c) A. Taxonomiefähige Tätigkeiten A.1 Ökologisch nachhaltige Tätigkeiten (taxonomiekonform) OpEx ökologisch nachhaltiger n/a n/a n/a n/a n/a n/a n/a n/a n/a n/a n/a n/a n/a n/a n/a n/a Tätigkeiten (taxonomiekonform) (A.1) Davon ermöglichende Tätigkeiten n/a n/a n/a n/a n/a n/a n/a n/a n/a n/a n/a n/a n/a n/a n/a n/a E Davon Übergangstätigkeiten n/a n/a n/a n/a n/a n/a n/a n/a n/a n/a n/a T A.2 Taxonomiefähige, aber nicht ökologisch nachhaltige Tätigkeiten (nicht-taxonomiekonforme Tätigkeiten) EL; EL; EL; EL; EL; EL; N/EL N/EL N/EL N/EL N/EL N/EL (f) (f) (f) (f) (f) (f) Beförderung mit Motorrädern, CCM 6.5 0,12 2,7% EL N/EL N/EL N/EL N/EL N/EL n/a Personenkraftwagen und leichten Nutzfahrzeugen Renovierung bestehender Gebäaude CCM 7.2 0,15 3,2% EL N/EL N/EL N/EL N/EL N/EL n/a Erwerb von Eigentum an Gebäuden CCM 7.7 0,47 10,1% EL N/EL N/EL N/EL N/EL N/EL n/a Datenverbarbeitung, Hosting und CCM 8.1 0,10 2,1% EL N/EL N/EL N/EL N/EL N/EL n/a damit verbundene Tätigkeiten Herstellung von elektrischen CE 1.2 0,15 3,2% N/EL N/EL N/EL N/EL EL N/EL n/a und elektronischen Geräten OpEx taxonomiefähiger, aber nicht 0,99 21,3% 18,1% 0% 0% 0% 3,2% 0% n/a ökologisch nachhaltiger Tätigkeiten (nicht taxonomiekonforme Tätigkeiten) (A.2) A. OpEx taxonomiefähiger Tätigkeiten 0,99 21,3% 18,1% 0% 0% 0% 3,2% 0% n/a (A.1 + A.2) B. Nicht Taxonomiefähige Tätigkeiten OpEx nicht taxonomiefähiger 3,65 78,7% Tätigkeiten Gesamt 4,64 100% PVA TePla | Geschäftsbericht 2024 | 67 a) Der Code stellt die Abkürzung des jeweiligen Ziels dar, zu dem die Wirtschaftstätigkeit einen wesentlichen Beitrag leisten kann, sowie die Nummer des Abschnitts der Tätigkeit im entsprechenden Anhang, der das Ziel abdeckt, d.ꢀh. – Klimaschutz: CCM (Climate Change Mitigation) – Anpassung an den Klimawandel: CCA (Climate Change Adaptation) – Wasser- und Meeresressourcen: WTR (Water) – Kreislaufwirtschaft: CE (Circular Economy) – Vermeidung und Verminderung der Umweltverschmutzung: PPC (Pollution Prevention and Control) – Biologische Vielfalt und Ökosysteme: BIO (Biodiversity and ecosystems) b) J – Ja, taxonomiefähige und mit dem relevanten Umweltziel taxonomiekonforme Tätigkeit N – Nein, taxonomiefähige, aber mit dem relevanten Umweltziel nicht taxonomiekonforme Tätigkeit N/EL – ‚not eligible‘, für das jeweilige Umweltziel nicht taxonomiefähige Tätigkeit c) Umsatzanteil/Gesamtumsatz CapEx-Anteil/Gesamt-CapEx OpEx-Anteil/ Gesamt-OpEx Taxonomie- Taxonomiefähig Taxonomie- Taxonomiefähig Taxonomie- Taxonomiefähig konform je Ziel je Ziel konform je Ziel je Ziel konform je Ziel je Ziel CCM 0% 0% CCM 0% 26,10% CCM 0% 18,1% CCA 0% 0% CCA 0% 0% CCA 0% 0% WTR 0% 0% WTR 0% 0% WTR 0% 0% CE 0% 5,10% CE 0% 1,7% CE 0% 3,2% PPC 0% 0% PPC 0% 0% PPC 0% 0% BIO 0% 0% BIO 0% 0% BIO 0% 0% f) EL – Für das jeweilige Ziel taxonomiefähige Tätigkeit N/EL – Für das jeweilige Ziel nicht taxonomiefähige Tätigkeit 68 | PVA TePla | Geschäftsbericht 2024 Meldebogen 1 Tätigkeiten in den Bereichen Kernenergie und fossiles Gas Zeile Tätigkeiten im Bereich Kernenergie 1. Das Unternehmen ist im Bereich Erforschung, Entwicklung, Demonstration und Einsatz innovativer Stromerzeugungsanlagen, Nein die bei minimalem Abfall aus dem Brennstoffkreislauf Energie aus Nuklearprozessen erzeugen, tätig, finanziert solche Tätigkeiten oder hält Risikopositionen im Zusammenhang mit diesen Tätigkeiten. 2. Das Unternehmen ist im Bau und sicheren Betrieb neuer kerntechnischer Anlagen zur Erzeugung von Strom oder Prozesswärme Nein — auch für die Fernwärmeversorgung oder industrielle Prozesse wie die Wasserstofferzeugung — sowie bei deren sicherheitstech- nischer Verbesserung mithilfe der besten verfügbaren Technologien tätig, finanziert solche Tätigkeiten oder hält Risikopositionen im Zusammenhang mit diesen Tätigkeiten. 3. Das Unternehmen ist im sicheren Betrieb bestehender kerntechnischer Anlagen zur Erzeugung von Strom oder Prozesswärme — Nein auch für die Fernwärmeversorgung oder industrielle Prozesse wie die Wasserstofferzeugung — sowie bei deren sicherheitstech- nischer Verbesserung tätig, finanziert solche Tätigkeiten oder hält Risikopositionen im Zusammenhang mit diesen Tätigkeiten. Tätigkeiten im Bereich fossiles Gas 4. Das Unternehmen ist im Bau oder Betrieb von Anlagen zur Erzeugung von Strom aus fossilen gasförmigen Brennstoffen tätig, Nein finanziert solche Tätigkeiten oder hält Risikopositionen im Zusammenhang mit diesen Tätigkeiten. 5. Das Unternehmen ist im Bau, in der Modernisierung und im Betrieb von Anlagen für die Kraft-Wärme/Kälte-Kopplung mit Nein fossilen gasförmigen Brennstoffen tätig, finanziert solche Tätigkeiten oder hält Risikopositionen im Zusammenhang mit diesen Tätigkeiten. 6. Das Unternehmen ist im Bau, in der Modernisierung und im Betrieb von Anlagen für die Wärmegewinnung, die Wärme/Kälte aus Nein fossilen gasförmigen Brennstoffen erzeugen, tätig, finanziert solche Tätigkeiten oder hält Risikopositionen im Zusammenhang mit diesen Tätigkeiten. Meldebogen 2 Taxonomiekonforme Wirtschaftstätigkeiten (Nenner) Zeile Wirtschaftstätigkeiten Betrag und Anteil (Angaben in Geldbeträgen und in Prozent) CCM + CCA Klimaschutz Anpassung an den (CCM) Klimawandel (CCA) Betrag % Betrag % Betrag % 1. Betrag und Anteil der taxonomiekonformen Wirtschaftstätigkeit – – – – – – gemäß Abschnitt 4.26 der Anhänge I und II der Delegierten Verordnung (EU) 2021/2139 im Nenner des anwendbaren KPI 2. Betrag und Anteil der taxonomiekonformen Wirtschaftstätigkeit – – – – – – gemäß Abschnitt 4.27 der Anhänge I und II der Delegierten Verordnung (EU) 2021/2139 im Nenner des anwendbaren KPI 3. Betrag und Anteil der taxonomiekonformen Wirtschaftstätigkeit – – – – – – gemäß Abschnitt 4.28 der Anhänge I und II der Delegierten Verordnung (EU) 2021/2139 im Nenner des anwendbaren KPI 4. Betrag und Anteil der taxonomiekonformen Wirtschaftstätigkeit – – – – – – gemäß Abschnitt 4.29 der Anhänge I und II der Delegierten Verordnung (EU) 2021/2139 im Nenner des anwendbaren KPI 5. Betrag und Anteil der taxonomiekonformen Wirtschaftstätigkeit – – – – – – gemäß Abschnitt 4.30 der Anhänge I und II der Delegierten Verordnung (EU) 2021/2139 im Nenner des anwendbaren KPI 6. Betrag und Anteil der taxonomiekonformen Wirtschaftstätigkeit – – – – – – gemäß Abschnitt 4.31 der Anhänge I und II der Delegierten Verordnung (EU) 2021/2139 im Nenner des anwendbaren KPI 7. Betrag und Anteil anderer, in den Zeilen 1 bis 6 nicht aufgeführter – – – – – – taxonomiekonformer Wirtschaftstätigkeiten im Nenner des anwendbaren KPI 8. Anwendbarer KPI insgesamt – 0% – 0% – 0% PVA TePla | Geschäftsbericht 2024 | 69 Meldebogen 3 Taxonomiekonforme Wirtschaftstätigkeiten (Zähler) Zeile Wirtschaftstätigkeiten Betrag und Anteil (Angaben in Geldbeträgen und in Prozent) CCM + CCA Klimaschutz Anpassung an den Klimawandel Betrag % Betrag % Betrag % 1. Betrag und Anteil der taxonomiekonformen Wirtschaftstätigkeit – – – – – – gemäß Abschnitt 4.26 der Anhänge I und II der Delegierten Verordnung (EU) 2021/2139 im Zähler des anwendbaren KPI 2. Betrag und Anteil der taxonomiekonformen Wirtschaftstätigkeit – – – – – – gemäß Abschnitt 4.27 der Anhänge I und II der Delegierten Verordnung (EU) 2021/2139 im Zähler des anwendbaren KPI 3. Betrag und Anteil der taxonomiekonformen Wirtschaftstätigkeit – – – – – – gemäß Abschnitt 4.28 der Anhänge I und II der Delegierten Verordnung (EU) 2021/2139 im Zähler des anwendbaren KPI 4. Betrag und Anteil der taxonomiekonformen Wirtschaftstätigkeit – – – – – – gemäß Abschnitt 4.29 der Anhänge I und II der Delegierten Verordnung (EU) 2021/2139 im Zähler des anwendbaren KPI 5. Betrag und Anteil der taxonomiekonformen Wirtschaftstätigkeit – – – – – – gemäß Abschnitt 4.30 der Anhänge I und II der Delegierten Verordnung (EU) 2021/2139 im Zähler des anwendbaren KPI 6. Betrag und Anteil der taxonomiekonformen Wirtschaftstätigkeit – – – – – – gemäß Abschnitt 4.31 der Anhänge I und II der Delegierten Verordnung (EU) 2021/2139 im Zähler des anwendbaren KPI 7. Betrag und Anteil anderer, in den Zeilen 1 bis 6 nicht aufgeführter – – – – – – taxonomiekonformer Wirtschaftstätigkeiten im Zähler des anwendbaren KPI 8. Gesamtbetrag und -anteil der taxonomiekonformen – 0% – 0% – 0% Wirtschaftstätigkeiten im Zähler des anwendbaren KPI 70 | PVA TePla | Geschäftsbericht 2024 Meldebogen 4 Taxonomiefähige, aber nicht taxonomiekonforme Wirtschaftstätigkeiten Zeile Wirtschaftstätigkeiten Anteil (Angaben in Geldbeträgen und in Prozent) CCM + CCA Klimaschutz Anpassung an den Klimawandel Betrag % Betrag % Betrag % 1. Betrag und Anteil der taxonomiefähigen, aber nicht taxonomiekonformen – – – – – – Wirtschaftstätigkeit gemäß Abschnitt 4.26 der Anhänge I und II der Delegierten Verordnung (EU) 2021/2139 im Nenner des anwendbaren KPI 2. Betrag und Anteil der taxonomiefähigen, aber nicht taxonomiekonformen – – – – – – Wirtschaftstätigkeit gemäß Abschnitt 4.27 der Anhänge I und II der Delegierten Verordnung (EU) 2021/2139 im Nenner des anwendbaren KPI 3. Betrag und Anteil der taxonomiefähigen, aber nicht taxonomiekonformen – – – – – – Wirtschaftstätigkeit gemäß Abschnitt 4.28 der Anhänge I und II der Delegierten Verordnung (EU) 2021/2139 im Nenner des anwendbaren KPI 4. Betrag und Anteil der taxonomiefähigen, aber nicht taxonomiekonformen – – – – – – Wirtschaftstätigkeit gemäß Abschnitt 4.29 der Anhänge I und II der Delegierten Verordnung (EU) 2021/2139 im Nenner des anwendbaren KPI 5. Betrag und Anteil der taxonomiefähigen, aber nicht taxonomiekonformen – – – – – – Wirtschaftstätigkeit gemäß Abschnitt 4.30 der Anhänge I und II der Delegierten Verordnung (EU) 2021/2139 im Nenner des anwendbaren KPI 6. Betrag und Anteil der taxonomiefähigen, aber nicht taxonomiekonformen – – – – – – Wirtschaftstätigkeit gemäß Abschnitt 4.31 der Anhänge I und II der Delegierten Verordnung (EU) 2021/2139 im Nenner des anwendbaren KPI 7. Betrag und Anteil anderer, in den Zeilen 1 bis 6 nicht aufgeführter – – – – – – taxonomiefähiger, aber nicht taxonomiekonformer Wirtschaftstätigkeiten im Nenner des anwendbaren KPI 8. Gesamtbetrag und -anteil der taxonomiefähigen, aber nicht taxonomie- – 0% – 0% – 0% konformen Wirtschaftstätigkeiten im Nenner des anwendbaren KPI Meldebogen 5 Nicht taxonomiefähige Wirtschaftstätigkeiten Zeile Wirtschaftstätigkeiten Betrag Prozentsatz 1. Betrag und Anteil der in Zeile 1 des Meldebogens 1 genannten, gemäß Abschnitt 4.26 der Anhänge I und II – – der Delegierten Verordnung (EU) 2021/2139 nicht taxonomiefähigen Wirtschaftstätigkeit im Nenner des anwendbaren KPI 2. Betrag und Anteil der in Zeile 2 des Meldebogens 1 genannten, gemäß Abschnitt 4.27 der Anhänge I und II – – der Delegierten Verordnung (EU) 2021/2139 nicht taxonomiefähigen Wirtschaftstätigkeit im Nenner des anwendbaren KPI 3. Betrag und Anteil der in Zeile 3 des Meldebogens 1 genannten, gemäß Abschnitt 4.28 der Anhänge I und II – – der Delegierten Verordnung (EU) 2021/2139 nicht taxonomiefähigen Wirtschaftstätigkeit im Nenner des anwendbaren KPI 4. Betrag und Anteil der in Zeile 4 des Meldebogens 1 genannten, gemäß Abschnitt 4.29 der Anhänge I und II – – der Delegierten Verordnung (EU) 2021/2139 nicht taxonomiefähigen Wirtschaftstätigkeit im Nenner des anwendbaren KPI 5. Betrag und Anteil der in Zeile 5 des Meldebogens 1 genannten, gemäß Abschnitt 4.30 der Anhänge I und II – – der Delegierten Verordnung (EU) 2021/2139 nicht taxonomiefähigen Wirtschaftstätigkeit im Nenner des anwendbaren KPI 6. Betrag und Anteil der in Zeile 6 des Meldebogens 1 genannten, gemäß Abschnitt 4.31 der Anhänge I und II – – der Delegierten Verordnung (EU) 2021/2139 nicht taxonomiefähigen Wirtschaftstätigkeit im Nenner des anwendbaren KPI 7. Betrag und Anteil anderer, in den Zeilen 1 bis 6 nicht aufgeführter nicht taxonomiefähiger Wirtschaftstätigkeiten – – im Nenner des anwendbaren KPI 8. Gesamtbetrag und -anteil der nicht taxonomiefähigen Wirtschaftstätigkeiten im Nenner des anwendbaren KPI – 0% PVA TePla | Geschäftsbericht 2024 | 71 Wasser Auswirkungen, Risiken und Chancen Wasser ist für den Betrieb einiger unserer Produkte eine zentrale Ressource, da es zur kontinuierlichen Kühlung von Systemen eingesetzt wird, die unter sehr hohen Temperaturen arbeiten. In unseren eigenen Produktionsprozessen ver- wenden wir Wasser vorwiegend für Reinigungszwecke sowie für Funktionstests unserer Systeme vor der Auslieferung an Kunden. Dank eines geschlossenen Kreislaufsystems ist der Wasserverbrauch in unseren eigenen Prozessen jedoch insgesamt gering. Die größten Auswirkungen in Bezug auf Wasser sehen wir in der nachgelagerten Wertschöpfungskette, insbesondere in der Halbleiterindustrie. Hier ist der Wasserbedarf erheblich, da extrem reines Wasser für die Reinigung von Wafern, Kühl- prozesse und weitere Produktionsschritte essenziell ist, um höchste Qualitätsstandards sicherzustellen. Konzepte Im Rahmen der Anwendung des Konzepts der doppelten Wesentlichkeit haben wir unser Bewusstsein für nachhaltigkeits- relevante Themen entlang der Wertschöpfungsketten geschärft. Wasser ist dabei als Aspekt identifiziert worden, der durch diesen Prozess erstmals stärker in den Fokus gerückt ist. Im aktuellen Berichtsjahr liegt unser Schwerpunkt dar- auf, Transparenz in Bezug auf den Umgang mit Wasserressourcen zu schaffen. Mittelfristig verfolgen wir das Ziel, unsere Strategien im Bereich zu Wasser- und Meeresressourcen sowohl im eigenen Betrieb als auch in der Lieferkette weiter- zuentwickeln und Aspekte der Wasseraufbereitung gezielt zu adressieren. Derzeit bestehen keine spezifischen konzernweiten Richtlinien zu den Wasser- und Meeresressourcen, da der Wasser- verbrauch bisher noch nicht im Fokus unserer Nachhaltigkeitsansätze stand. Die Verantwortung für das Wassermanage- ment liegt bei den Geschäftsführungen der jeweiligen Tochtergesellschaften sowie dem zentralen Facility Management. Maßnahmen Der Wasserverbrauch unserer Kunden betrifft vor allem bestimmte Systeme im Segment Semiconductor. Die tatsächlich benötigten Wassermengen variieren je nach den individuellen Produktionsprozessen und dem geforderten Reinheitsgrad des Wassers. Um eine wassersparende Lösung anzubieten, sind einige unserer Anlagen mit integrierten Wassertanks und Wasserfilter- systemen ausgestattet, die eine Wiederaufbereitung und den Einsatz in einem geschlossenen Kreislauf ermöglichen. Die Entscheidung zur Implementierung eines solchen „Closed-Loop“-Wassersystems liegt jedoch bei unseren Kunden und richtet sich nach deren spezifischen Anforderungen. Künftig werden wir evaluieren, welche weiteren technischen Optimierungen sowie Sensibilisierungsmaßnahmen wir ent- wickeln können, um den Wasserverbrauch in der Halbleiterindustrie weiter zu reduzieren. Zudem beabsichtigen wir zu prüfen, inwieweit unsere Geschäftstätigkeiten von Wasserrisikos und Wasserstressgebieten betroffen sind, um bei Bedarf geeignete Konzepte und Maßnahmen zur Risikominderung zu entwickeln. Ziele Aktuell bestehen keine messbaren und ergebnisorientierten Ziele zum Thema Wasser und es erfolgt keine Nachver- folgung der Wirksamkeit. 72 | PVA TePla | Geschäftsbericht 2024 Arbeitnehmerbelange und Menschenrechte Arbeitskräfte der PVA TePla Unsere MitarbeiterInnen stellen eine zentrale Interessengruppe für unser Unternehmen dar. Mit unserer Leitthese „Mit Innovation durch Wertschätzung zum Erfolg” unterstreichen wir, dass Wertschätzung gegenüber unseren MitarbeiterInnen ein entscheidender Erfolgsfaktor ist. Unser Geschäftsmodell basiert darauf, Innovationen zu fördern, die von unseren MitarbeiterInnen mit ihrem umfassenden Wissen und Know-how entwickelt werden. Darüber hinaus fließen Anregungen unserer MitarbeiterInnen über den Betriebs- rat oder andere interne Kommunikationskanäle in die Gestaltung der Arbeitsbedingungen sowie in unsere Unternehmens- strategie ein. Wesentliche Auswirkungen, Risiken und Chancen in Bezug auf unsere MitarbeiterInnen sind eng mit unserer Strategie und unserem Geschäftsmodell verknüpft. Wesentliche Themen wie sichere Beschäftigung, Arbeitszeiten, faire Entlohnung und die Vereinbarkeit von Berufs- und Privatleben sind unmittelbar mit unserem Geschäftsmodell verbunden. Nur unter optimalen Arbeitsbedingungen können wir unser Geschäftsmodell erfolgreich umsetzen, da wir auf motivierte und qualifizierte MitarbeiterInnen angewiesen sind. Um die richtigen Talente zu gewinnen und langfristig zu binden, schaffen wir ein Arbeitsumfeld, das faire Arbeitsbedingungen, Entwicklungsmöglichkeiten sowie die Vereinbarkeit von Berufs- und Privatleben ermöglicht. Diese Faktoren tragen wesentlich zur Zufriedenheit und Bindung unserer MitarbeiterInnen bei und fördern langfristig die Wettbewerbsfähigkeit unseres Unternehmens. Da unser Geschäftsmodell auf Wachstumsmärkte wie Dekarbonisierung, Digitalisierung und Mobilität ausgerichtet ist, bietet es unseren MitarbeiterInnen eine zukunftsorientierte Arbeitsumgebung. Bei der Durchführung der doppelten Wesentlichkeitsanalyse wurde unter anderem eine ganzheitliche Sicht der Geschäfts- tätigkeit der PVA TePla und deren Auswirkungen auf die MitarbeiterInnen dargestellt. Verschiedene Beschäftigungsgruppen sind von den wesentlichen Auswirkungen unserer Geschäftstätigkeit betroffen. Dazu zählen in erster Linie unsere MitarbeiterInnen sowie externe Fachkräfte. Alle tragen maßgeblich zur Umsetzung unserer Unternehmensziele bei und sollen unter fairen sowie sicheren Bedingungen arbeiten können. Der Großteil unserer Beschäftigten sind MitarbeiterInnen, die direkt bei der PVA TePla AG oder einer ihrer Tochtergesell- schaften angestellt sind. Zusätzlich setzen wir in Produktionsspitzen vereinzelt externe Fachkräfte ein, die von Dienst- leistungsunternehmen bereitgestellt werden, insbesondere aus der Personalvermittlung und Überlassung. Als wesentliche potenzielle negative Auswirkungen haben wir zwei zentrale Herausforderungen identifiziert: zum einen die Gefahr der Überlastung von MitarbeiterInnen, zum anderen das Risiko von Arbeitsunfällen. Die Überlastung resultiert sowohl aus branchenspezifischen Herausforderungen wie dem Fachkräftemangel, als auch aus unternehmensspezifi- schen Faktoren im Zusammenhang mit unserer ambitionierten Wachstumsstrategie und Auftragslage. Arbeitsunfälle stellen insbesondere in produzierenden Unternehmen ein weitverbreitetes Risiko dar. Detaillierte Informationen zu den ergriffenen Maßnahmen zur Minimierung dieser Auswirkungen finden sich in den Kapiteln „Arbeitszeit“ sowie „Gesund- heitsschutz und Sicherheit“. PVA TePla | Geschäftsbericht 2024 | 73 Grundsätzlich können alle MitarbeiterInnen der PVA TePla von den potenziell negativen wesentlichen Auswirkungen be- troffen sein, da diese Auswirkungen nicht an persönliche Merkmale gebunden sind. MitarbeiterInnen in Produktions- prozessen sind jedoch aufgrund ihrer Arbeitsumgebung einem höheren Risiko für Arbeitsunfälle ausgesetzt. Dieses Risiko resultiert ausschließlich aus den spezifischen Arbeitsbedingungen und nicht aus individuellen Merkmalen der betroffenen Personen. Die als wesentlich identifizierten potenziell positiven Auswirkungen betreffen alle MitarbeiterInnen der PVA TePla. Sie umfassen zentrale Themen wie sichere Beschäftigung, angemessene Entlohnung, Vereinbarkeit von Berufs- und Privat- leben, Vielfalt sowie Gleichstellung der Geschlechter. Detaillierte Informationen zu diesen Aspekten befinden sich jeweils in den spezifischen Kapiteln. Risiken für die PVA TePla ergeben sich insbesondere aus der Verfügbarkeit qualifizierter Fachkräfte, da diese benötigt werden, um unsere Wachstumsstrategie umzusetzen, aber durch den Fachkräftemangel schwer zu finden sind. Ein weiteres Risiko für die PVA TePla ist die MitarbeiterInnenfluktuation, der wir mit Gegenmaßnahmen zur Steigerung der MitarbeiterInnenzufriedenheit begegnen. Außerdem besteht das Risiko steigender Lohnerwartungen aufgrund des Fach- kräftemangels, welcher finanzielle Auswirkungen für die PVA TePla mit sich trägt. Die Risiken und deren Gegenmaßnah- men sind in den Kapiteln „angemessene Entlohnung” und „Weiterbildung und Kompetenzentwicklung” näher beschrieben. Demgegenüber steht die Chance, durch das Angebot von angemessener Entlohnung die MitarbeiterInnenzufriedenheit zu steigern und damit verbunden die Betriebszugehörigkeit zu erhöhen, sodass die Fluktuation geringgehalten und das Wissen im Unternehmen erhalten bleibt. Dies ist im Kapitel „angemessene Entlohnung” weiter ausgeführt. Diese identifizierten Risiken und Chancen betreffen grundsätzlich alle MitarbeiterInnen und lassen sich keiner bestimmten Personengruppe zuordnen. Bei PVA TePla gibt es keine wesentlichen Auswirkungen auf unsere MitarbeiterInnen im Zusammenhang mit Übergangs- plänen zur Reduzierung negativer Umweltauswirkungen oder zur Förderung umweltfreundlicher und klimaneutraler Geschäftstätigkeiten. Unsere Maßnahmen zur Reduktion von CO2-Emissionen haben keine nachteiligen Effekte auf die Arbeitsplatzsicherheit. Vielmehr sehen wir Möglichkeiten: Die von uns adressierten Wachstumsfelder – Dekarboni- sierung, Digitalisierung und Mobilität – bieten ein Entwicklungspotenzial, das voraussichtlich zu einer Schaffung zusätz- licher Arbeitsplätze führen kann. In den Tätigkeitsbereichen von PVA TePla bestehen keine erkennbaren Risiken im Hinblick auf Zwangs- und Kinderarbeit. Daher wurden diese Themen im Rahmen der im Berichtsjahr durchgeführten doppelten Wesentlichkeitsanalyse als nicht wesentlich eingestuft. Nach dem Ergebnis unserer doppelten Wesentlichkeitsanalyse ist das Thema „Menschenrechte“ nicht als wesentliches Thema für PVA TePla identifiziert worden. Es ist allerdings nach den Anforderungen der nichtfinanziellen Erklärung nach HGB zu berichten. Es spiegelt sich in verschiedenen Kapiteln des Themenbereichs Arbeitnehmerbelange wider und ist im Abschnitt „Konzepte im Zusammenhang mit Menschenrechten“ genauer beschrieben. Unser Managementansatz basiert auf unserem Code of Conduct. Dessen Inhalte werden im Kapitel „Konzepte im Zusammenhang mit unseren Arbeits- kräften” näher beschrieben. 74 | PVA TePla | Geschäftsbericht 2024 Konzepte im Zusammenhang mit unseren Arbeitskräften Unsere MitarbeiterInnen sind ein zentraler Erfolgsfaktor und Treiber für Innovationen bei PVA TePla. Wertschätzung ist daher ein fundamentaler Bestandteil unserer Unternehmenskultur. Verantwortungsbewusstes und ethisches Verhalten gegenüber unseren MitarbeiterInnen, Geschäftspartnern, der Gesellschaft und der Umwelt ist in den Grundwerten der PVA TePla Gruppe verankert. Diese Leitlinien sind im Code of Conduct definiert, der für alle MitarbeiterInnen an allen Standorten verbindlich ist. Der Code of Conduct ist im Intranet für alle MitarbeiterInnen zugänglich und Bestandteil des Onboarding-Prozesses für neue MitarbeiterInnen. Die PVA TePla befolgt die geltenden Gesetze und Vorschriften der Länder, in denen sie tätig ist. Dies ist für uns als Unter- nehmensgruppe eine Grundvoraussetzung für integres und verantwortungsvolles Handeln und in unserem Code of Conduct verankert. Ein wesentlicher Bestandteil des Code of Conducts ist der Grundsatz der Gleichbehandlung. PVA TePla duldet keine Form von Diskriminierung oder Belästigung, unabhängig von ethnischer oder nationaler Herkunft, Hautfarbe, Geschlecht, Religion oder Weltanschauung, Behinderung, Alter, sexueller Identität oder anderen diskriminierungsrele- vanten Merkmalen. Für die Umsetzung unserer im Code of Conduct verankerten Konzepte zur Verhinderung von Diskriminierung setzen wir verschiedene Maßnahmen ein. Dazu gehört ein Beschwerdeverfahren (Kapitel „Verfahren zur Verbesserung negativer Auswirkungen und Kanäle, über die die Arbeitskräfte des Unternehmens Bedenken äußern können”) das MitarbeiterInnen die Möglichkeit bietet Fälle von Diskriminierung oder Benachteiligung anonym zu melden. Gemeldete Vorfälle werden sorgfältig geprüft, und bei Bedarf geeignete Maßnahmen ergriffen, um betroffene Personen zu unterstützen und künftige Diskriminierung zu vermeiden. Eine zentrale Rolle übernimmt auch die Schwerbehindertenvertretung (SBV) bei der Förderung von Inklusion, da sie als direkte Anlaufstelle für MitarbeiterInnen mit Beeinträchtigungen an den deutschen Standorten fungiert. Sie trägt dazu bei, dass gesetzliche Inklusionsvorgaben eingehalten werden, identifiziert Barrieren im Arbeitsumfeld und setzt sich für deren Abbau ein. Konzepte im Zusammenhang mit Menschenrechten Wir sind uns der Verantwortung bewusst, die wir als Unternehmen im Hinblick auf den Schutz der Menschenrechte tragen und verpflichten uns, eine Strategie zu entwickeln, in der die Unterstützung international anerkannter Menschenrechte gewährleistet ist. Wir unterstützen die Prinzipien der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte, die OECD-Leitsätze für multinationale Unternehmen sowie die Kernarbeitsnormen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO). Aktuell bestehen noch keine spezifischen Konzepte, die explizit Themen wie Menschenrechte, Menschenhandel, Zwangs- arbeit und Kinderarbeit abdecken. Wir verpflichten uns jedoch nicht nur an alle geltenden gesetzlichen Bestimmungen zum Schutz der Menschen- und ArbeitnehmerInnenrechte, sondern orientieren uns auch an den Leitprinzipien der Ver- einten Nationen für Wirtschaft und Menschenrechte. Ziel der PVA TePla-Gruppe ist die Vermeidung von Menschenrechtsverletzungen innerhalb der Unternehmensgruppe sowie entlang der Lieferkette. Dies wird durch präventive Maßnahmen wie Risikoanalysen und die Implementierung von Sorgfaltspflichtprozessen (Due Diligence) untermauert, um potenzielle Risiken frühzeitig zu erkennen und zu minimieren. In enger Zusammenarbeit mit den ArbeitnehmerInnenvertretungen, insbesondere den Betriebsräten, fördern wir den Dia- log und die Umsetzung menschenrechtlicher Standards. Unsere Wesentlichkeitsanalyse hat bislang keine erkennbaren menschenrechtlichen Auswirkungen identifiziert. Da unsere Produktionsstandorte ausschließlich in Europa und Amerika liegen, bewerten wir das Risiko von Menschenrechtsverletzungen in unseren eigenen Geschäftsprozessen als sehr gering. PVA TePla | Geschäftsbericht 2024 | 75 Verfahren zur Einbeziehung der Arbeitskräfte des Unternehmens und von ArbeitnehmerInnenvertretern in Bezug auf Auswirkungen Ein zentrales Instrument für die Beteiligung der Belegschaft ist der Gesamtbetriebsrat und der Betriebsrat der verschie- denen deutschen Standorte. Er übernimmt eine Schlüsselrolle bei der Vertretung der Interessen der MitarbeiterInnen an den deutschen Standorten und der Sicherstellung ihrer Rechte. Der regelmäßige Austausch zwischen Betriebsrat und Vorstand ist hierbei von wesentlicher Bedeutung, um ein Verständnis für die Bedürfnisse der Belegschaft zu entwickeln und entsprechende Maßnahmen abzuleiten. MitarbeiterInnen können ihre Bedürfnisse auf verschiedenen Wegen dem Betriebsrat mitteilen, beispielsweise innerhalb von Betriebsversammlungen. Ein weiteres Instrument zur Einbindung unserer MitarbeiterInnen ist die MitarbeiterInnenbefragung zur Arbeitsbelastung, die im Berichtsjahr erstmals durchgeführt wurde. Diese ermöglichte den MitarbeiterInnen an den deutschen Standorten, anonym ihre Einschätzungen zu den Arbeitsbedingungen abzugeben. Ziel ist es, potenzielle Gesundheitsgefährdungen frühzeitig zu identifizieren und geeignete Maßnahmen zur Risikominimierung einzuleiten. Für das nächste Berichtsjahr planen wir eine Befragung zur MitarbeiterInnenzufriedenheit aufzusetzen, die regelmäßig an allen Standorten durchge- setzt wird. Darüber hinaus spielt das betriebliche Vorschlagswesen eine wichtige Rolle, um die aktive Mitwirkung der MitarbeiterInnen am kontinuierlichen Verbesserungsprozess zu fördern. Es bietet eine strukturierte Plattform zur Einreichung von Ideen, Verbesserungsvorschlägen und innovativen Ansätzen. Der thematische Fokus reicht von Umweltschutz und Arbeits- sicherheit bis hin zu Optimierungen der Arbeitsprozesse und -bedingungen. Zur transparenten Kommunikation von Nachhaltigkeitsinitiativen und allgemeinen Unternehmensentwicklungen veröf- fentlichen wir regelmäßig für alle unsere Tochtergesellschaften unsere MitarbeiterInnenzeitschrift „connect“. Dieses Medium dient der Information der MitarbeiterInnen über strategische Ziele, laufende Maßnahmen sowie wichtige Unter- nehmensneuigkeiten. Durch diese Form der internen Kommunikation wollen wir das Vertrauen und Engagement unserer MitarbeiterInnen stärken und einen Beitrag zur Förderung einer wertebasierten und nachhaltigkeitsorientierten Unter- nehmenskultur leisten. Verfahren zur Verbesserung negativer Auswirkungen und Kanäle, über die die Arbeitskräfte des Unternehmens Bedenken äußern können Bei der Durchführung der doppelten Wesentlichkeitsanalyse haben wir wesentliche Auswirkungen unseres Unternehmens auf Gesellschaft und Umwelt identifiziert. Eine zentrale Herausforderung beim Arbeitszeitmanagement stellt die Ver- meidung von negativen Auswirkungen in Form von Überlastungen dar, da insbesondere bei hoher Auslastung von den allgemeinen Regelungen zur Arbeitszeit abgewichen werden kann. Eine weiteres zentrales Handlungsfeld ist die Prävention von Arbeitsunfällen. Um das Risiko von Unfällen zu minimieren, setzen wir auf verschiedene Maßnahmen zur systematischen Reduktion von Gefahrenquellen. Als Beschwerdemechanismus haben wir eine interne Meldestelle entsprechend dem Hinweisgeberschutzgesetz einge- richtet. Über diese Meldestelle können MitarbeiterInnen beobachtetes potenzielles oder tatsächliches Fehlverhalten bzw. einen Verstoß gegen gesetzliche Vorschriften melden, unabhängig davon, ob diese von anderen MitarbeiterInnen, der Geschäftsführung, dem Vorstand oder anderen Geschäftspartnern begangen werden. Neben MitarbeiterInnen stellen auch andere Stakeholder, wie Geschäftspartner, Kunden, Lieferanten und Anteilseigner, wertvolle Informationsquellen dar. Sie tragen wesentlich dazu bei, Verstöße gegen rechtliche und ethische Standards zu identifizieren. 76 | PVA TePla | Geschäftsbericht 2024 Zur Förderung der Transparenz steht für diese Stakeholder eine frei zugängliche Online-Plattform zur Verfügung. Ver- dachtsfälle, die unter das Hinweisgeberschutzgesetz fallen, können hier anonym und vertraulich gemeldet werden. Externe RechtsanwältInnen betreuen diese Meldestelle als erste Instanz, um die rechtliche Konformität sicherzustellen. Entsprechende Folgemaßnahmen werden in Abstimmung mit den RechtsanwältInnen von internen geschulten Ansprech- partnerInnen ergriffen. Dieses Verfahren dient dem Schutz von Hinweisgebenden vor möglichen Repressalien. Weitere Informationen finden sich in dem Kapitel „Bekämpfung von Korruption und Bestechung“. Die Wahrung der Vertraulichkeit im Meldeprozesses hat dabei hohe Priorität. Wir ermutigen unsere MitarbeiterInnen Verantwortung zu übernehmen und sich aktiv für ein integres und regelkonformes Arbeitsumfeld einzusetzen. Neben unserem Hinweisgebersystem und der internen Meldestelle stehen unseren MitarbeiterInnen weitere interne Melde- kanäle zur Verfügung. Verdachtsmomente können an die direkte Führungskraft, den Betriebsrat, die Unternehmens- leitung, die Unternehmenssicherheit als auch die Personalabteilung herangetragen werden. Auch die jährlichen Feedback- gespräche bieten eine Gelegenheit, Bedenken offen anzusprechen. Wir legen großen Wert darauf, dass unsere MitarbeiterInnen über diese Kanäle informiert sind und ihnen vertrauen. Deshalb wird das Hinweisgebersystem während des Onboarding-Prozesses den neuen MitarbeiterInnen der deutschen Gesellschaften vorgestellt und wurde in unserer Mitarbeitendenzeitschrift thematisiert, auf die alle MitarbeiterInnen weltweit Zugriff haben. Zusätzlich wurden Richtlinie und Prozessbeschreibung über das das Intranet zugänglich gemacht. Die PVA TePla fördert eine positive Fehlerkultur, die den offenen Umgang mit Mängeln ermöglicht und so die Identifikation von Verbesserungsbedarfen unterstützt. Durch verschiedene Kanäle zur Äußerung von Bedenken fördern wir eine offene Kommunikation, die zugänglich, fair, nachvollziehbar und transparent erfolgt. Die Möglichkeit zur Äußerung von Bedenken verstehen wir zudem als wertvolle Grundlage für kontinuierliches Lernen und die Weiterentwicklung von Verbesserungs- mechanismen. Merkmale der ArbeitnehmerInnen des Unternehmens Nach dem Grundsatz der Wertschätzung, der fest in unserer Unternehmenskultur verankert ist, zählen alle bei der PVA TePla-Gruppe beschäftigten Personen zu unseren MitarbeiterInnen. Dies schließt Auszubildende, GeschäftsführerInnen und Mitglieder des Vorstands ein. Daher sind Auszubildende (inkl. duale Studenten und Praktikanten), Geschäftsfüh- rerInnen und Vorstand mit in unsere Kennzahlen für Arbeitnehmerbelange einbezogen. Im Jahr 2024 beschäftigte die PVA TePla-Gruppe insgesamt 894 MitarbeiterInnen (Personenanzahl zum Stichtag 31.12.2024). Der Anteil an weiblichen Mitarbeiterinnen betrug im Jahr 2024 19,91%6. 6 alle Angaben zu MitarbeiterInnen beziehen sich auf die Personenanzahl pro Kopf zum Stichtag 31.12. des Jahres 2024. PVA TePla | Geschäftsbericht 2024 | 77 Informationen zur Zahl der ArbeitnehmerInnen nach Geschlecht (Personenanzahl) Geschlecht Zahl der MitarbeiterInnen (Personenanzahl) zum Stichtag 31.12.20247 männlich 716 weiblich 178 divers 0 Keine Angabe 0 Gesamtzahl der ArbeitnehmerInnen 894 Aufteilung der MitarbeiterInnen nach geografischen Regionen 57 791 46 Amerika Europa Asien Informationen über ArbeitnehmerInnen nach Art des Vertrags, aufgeschlüsselt nach Geschlecht (Personenanzahl) Stichtag 31.12.2024 männlich weiblich divers keine Angabe Insgesamt Zahl der ArbeitnehmerInnen (Personenanzahl) 716 178 0 0 894 Zahl der ArbeitnehmerInnen mit 669 166 0 0 835 unbefristeten Arbeitsverträgen (Personenanzahl) Zahl der ArbeitnehmerInnen mit 47 12 0 0 59 befristeten Arbeitsverträgen (Personenanzahl) Zahl der Abrufkräfte (Personenanzahl) 10 2 0 0 12 7 Alle MitarbeiterInnenangaben beziehen, soweit nicht anders kenntlich gemacht, Vorstand, GeschäftsführerInnen, Auszubildende, PraktikantInnen und Aushilfen mit ein. Die Zahl ist daher abweichend von der im Finanzbericht genannten, da dort Vorstand, GeschäftsführerInnen und Auszubildende nicht einbezogen werden. 78 | PVA TePla | Geschäftsbericht 2024 Im Berichtszeitraum verließen 73 MitarbeiterInnen die PVA TePla Unternehmensgruppe. Diese Zahl umfasst sowohl frei- willige Fluktuation (freiwillige Kündigungen, Aufhebungsverträge) als auch Beendigungen des Arbeitsverhältnisses auf- grund von betriebsbedingten oder personenbedingten Kündigungen, Renteneintritt sowie Todesfällen. Die Fluktuations- quote im Berichtszeitraum beträgt 8,8%8. Die Datengrundlage zur Berechnung dieser Kennzahl stammt für die deutschen Gesellschaften aus unseren HR-Systemen. Die Daten der internationalen Tochtergesellschaften werden in individuellen Systemen und manuellen Prozessen erhoben. Die Konsolidierung und Berechnung der Kennzahl werden im ESG-Manage- ment vorgenommen. Die berichtete Fluktuationsquote im Vorjahr enthält nur die freiwillige Fluktuation. Eine weitere Kennzahl, die nach unserer Einschätzung indirekte Rückschlüsse auf die MitarbeiterInnenzufriedenheit erlaubt, ist die durchschnittliche Unternehmenszugehörigkeit, die in diesem Berichtsjahr bei 7,4 Jahren liegt. Die Berechnung dieser Kennzahl wird durch das Personalcontrolling durchgeführt. Kennzahlen Arbeitnehmerbelange Kennzahlen 2024 Fluktuationsrate 8,8% Durchschnittliche Unternehmenszugehörigkeit 7,4 Jahre Frauen in Führungspositionen in % 20,0% Arbeitsunfälle pro 1.000.000 Arbeitsstunden 10,5 Übergeordnete Auswirkungen, Risiken und Chancen in Bezug auf unsere MitarbeiterInnen Eine unserer aktuell größten Herausforderung ist die Verfügbarkeit von qualifizierten Fachkräften im hochtechnologischen Bereich. Dieses Thema spiegelt sich in verschiedenen wesentlichen Risiken wider, die in den Kapiteln Arbeitszeit, ange- messene Entlohnung und Weiterbildung und Kompetenzentwicklung beschrieben werden. Durch die Schaffung eines sicheren Beschäftigungsverhältnisses (Kapitel „sichere Beschäftigung“) und die Wertschätzung unserer MitarbeiterInnen über ein überdurchschnittliches Entlohnungssystem (Kapitel „angemessene“ Entlohnung“) wollen wir die Attraktivität unseres Unternehmens für qualifizierte Fachkräfte steigern und diese langfristig zu binden. Aufgrund dieser Herausforderung lag unser Fokus im Berichtsjahr auf der Entwicklung verschiedenster Maßnahmen, um die MitarbeiterInnenzufriedenheit bei PVA TePla zu steigern. Ein zentrales Projekt dabei ist das Personalprojekt „Gemein- sam in die Zukunft”, das im Jahr 2023 initiiert wurde und bis einschließlich 2025 umgesetzt wird. Ziel des Projekts ist die Entwicklung einheitlicher Konzepte für die gesamte Unternehmensgruppe. Zur Durchführung wurde ein Kernteam etabliert, das sich aus Führungskräften unterschiedlicher Bereiche, einem Vertreter des Gesamtbetriebsrats und der Vorstands- vorsitzenden zusammensetzt. Die Verantwortung für die erfolgreiche Umsetzung dieses Konzepts liegt bei unserer Vorstandsvorsitzenden. Das Kernteam wird durch ExpertInnen aus dem Bereich Personalentwicklung unterstützt. Im Rahmen des Projekts wurden zudem mehrere Projektgruppen gebildet, die durch MitarbeiterInnen aus verschiedenen Unternehmensbereichen unterstützt werden. 8 Die Fluktuationsrate wird berechnet, indem die Summe der Personen (pro Kopf), die das Unternehmen verlassen haben durch den durchschnittlichen Personalbestand (pro Kopf) im Jahr 2024 dividiert wird. PVA TePla | Geschäftsbericht 2024 | 79 Eine der Projektgruppen konzentriert sich auf die Entwicklung eines Programms zur Förderung des Engagements unserer MitarbeiterInnen und der Arbeitszufriedenheit durch verschiedene Benefits. Darüber hinaus umfasst das Personalprojekt die Entwicklung klarer Rollenkonzepte, die Etablierung von Führungsgrundsätzen sowie die Optimierung von Feedback- prozessen, die ebenfalls zur Zufriedenheit der MitarbeiterInnen beitragen sollen. Auch neue MitarbeiterInnen profitieren von den Maßnahmen: Ein neu gestalteter Onboarding-Prozess für alle neuen MitarbeiterInnen an den deutschen Stand- orten wurde implementiert, um den Einstieg in unser Unternehmen zu erleichtern. Das Projekt ist grundsätzlich bis ein- schließlich 2025 angesetzt. Alle entwickelten Maßnahmen werden jedoch von den zuständigen Fachabteilungen über- nommen und kontinuierlich weitergeführt, um eine nachhaltige Verbesserung der MitarbeiterInnenzufriedenheit zu er- reichen. Weitere Maßnahmen dieses Projektes sind in den folgenden Kapiteln genannt. Sichere Beschäftigung Auswirkungen, Risiken und Chancen Wir verstehen es als unsere Verantwortung, unseren MitarbeiterInnen einen sicheren Arbeitsplatz zu bieten und wollen dem durch vorausschauende strategische Personalplanung gerecht werden. Durch die Ausrichtung des Geschäftsmodells auf Wachstumsfelder wie Digitalisierung, Dekarbonisierung und Mobilität bietet PVA TePla nach unserer Auffassung langfristig sichere Arbeitsplätze und somit auch finanzielle Sicherheit für unsere MitarbeiterInnen. Dies stellt eine positive Auswirkung auf unsere MitarbeiterInnen dar. Konzepte Unser Konzept zielt auf eine langfristige Beschäftigung ab, da sowohl unsere MitarbeiterInnen als auch das Unternehmen von stabilen Arbeitsverhältnissen profitieren. Dies fördert das Vertrauen zwischen Arbeitgeber und ArbeitnehmerInnen und trägt zur Schaffung sicherer Arbeitsplätze bei, die unsere strategischen Wachstumszielen unterstützen. Eine spezi- fische Richtlinie zu diesem Ansatz besteht aktuell nicht. Unser übergeordnetes Ziel ist die Ausrichtung unseres Geschäftsmodells auf Wachstumsfelder wie Digitalisierung, Dekarbonisierung und Mobilität, um sichere und zukunftsfähige Arbeitsplätze zu schaffen. Diese Branchen bieten lang- fristiges Wachstumspotenzial und ermöglichen es uns, innovative Lösungen zu entwickeln, die nicht nur den aktuellen Anforderungen gerecht werden, sondern auch zukünftige Herausforderungen meistern. Durch die kontinuierliche Weiter- entwicklung dieser Bereiche bleiben stabile Arbeitsplätze bestehen. Maßnahmen Die Anzahl der MitarbeiterInnen mit befristeten Arbeitsverträgen ist gering; darüber hinaus werden flexible Arbeitskräfte bei PVA TePla nur in Ausnahmefällen eingesetzt. Diese Maßnahmen stärken die Sicherheit der Beschäftigung unserer MitarbeiterInnen. Mit einem zukunftsfähigen Geschäftsmodell möchten wir unseren MitarbeiterInnen finanzielle Stabilität bieten. Durch die Diversifizierung in verschiedene Segmente (Semiconductor und Industrial) schaffen wir die Grundlage für langfristige Arbeitsplatzsicherheit. 80 | PVA TePla | Geschäftsbericht 2024 Ziele Unser Ziel ist es, das im Unternehmen vorhandene Wissen langfristig zu bewahren und durch stabile, verlässliche Beschäf- tigungsverhältnisse ein attraktives und motivierendes Arbeitsumfeld zu schaffen. Sichere Arbeitsplätze können nicht nur zur MitarbeiterInnenzufriedenheit beitragen, sondern auch die Identifikation unserer MitarbeiterInnen mit dem Unter- nehmen und deren langfristige Bindung stärken und die Fluktuation senken. Im Hinblick auf sichere Beschäftigung bestehen noch keine konkret messbaren, ergebnisorientierten Ziele. Diversität und Chancengleichheit Vielfalt Auswirkungen, Risiken und Chancen Diversität und Chancengleichheit sind zentrale Werte in unserer Unternehmenskultur. Eine vielfältige Belegschaft fördert den Wissensaustausch, bringt unterschiedliche Perspektiven ein und stärkt die Zusammenarbeit auf allen Ebenen. Unsere Personalpolitik zielt darauf ab, eine Kultur zu schaffen, die Vielfalt und Chancengleichheit unterstützt, Diskriminierung in jeglicher Form vermeidet und allen MitarbeiterInnen gleiche Entwicklungsmöglichkeiten bietet. Konzepte Wir setzen uns dafür ein, dass alle MitarbeiterInnen unabhängig von Geschlecht, Alter, ethnischer Herkunft, Nationalität, Religion, sexueller Orientierung oder Behinderung fair behandelt werden und gleicher Zugang zu Karrieremöglichkeiten besteht. MitarbeiterInnen und BewerberInnen werden nach dem Grundsatz der Gleichbehandlung beurteilt und diskrimi- nierendes Verhalten in jeglicher Form wird nicht toleriert. Dieser Grundsatz ist in unserem Code of Conduct verankert, wobei die Personalabteilung als zentrale Anlaufstelle fungiert. Die Durchsetzung dieses Grundsatzes liegt beim Vorstand. Maßnahmen Für das interne Management der Diversität haben wir im Berichtsjahr einen Plan entwickelt, wie wir uns intensiver mit dem Thema befassen möchten. Dazu haben wir im ersten Schritt eine Kennzahl entwickelt, die es uns ermöglicht, die Vielfalt innerhalb der PVA TePla messbar zu machen. Diese soll im nächsten Berichtsjahr erhoben werden. Die Diversität wird in dieser Kennzahl in verschiedene Dimensionen unterteilt: Demografie, Gender, kulturelle Vielfalt und Inklusion. Ergänzend dazu erheben wir eine Kennzahl auf Teamebene, die sich aus der Alters- und Geschlechtervielfalt zusammensetzt, um die Diversität auch innerhalb der Arbeitsteams zu erfassen. Durch die Gewichtung der verschiede- nen Dimensionen wird eine umfassende Messgröße für Diversität ermittelt, deren Verbesserung kontinuierlich im Zeit- verlauf angestrebt wird. Die Kennzahl stellt den Ausgangspunkt für die Einleitung geeigneter Maßnahmen dar, die dazu beitragen sollen, die Vielfalt bei PVA TePla zu stärken und eine diverse und inklusive Unternehmenskultur zu fördern. Ziele Messbare, ergebnisorientierte Ziele werden nach der ersten Messung der Kennzahl definiert. PVA TePla | Geschäftsbericht 2024 | 81 Kennzahlen Die Altersverteilung innerhalb der PVA TePla wird in drei Altersgruppen (unter 30 Jahren, 30ꢀ–ꢀ50 Jahren und über 50 Jahren) in der untenstehenden Grafik dargestellt. Einbezogen in die Altersverteilung sind alle MitarbeiterInnen, ein- schließlich Auszubildender, GeschäftsführerInnen und Vorstand. Die Datengrundlage zur Berechnung dieser Kennzahl stammt für die deutschen Gesellschaften aus unseren HR-Systemen. Die Daten der internationalen Tochtergesellschaften werden in individuellen Systemen und manuellen Prozessen erhoben. Die Konsolidierung und Berechnung der Kennzahl werden im ESG-Management vorgenommen. Altersverteilung MitarbeiterInnen 23,9% Unter 30 Jahre 28,3% Über 50 Jahre 47,8% 30–50 Jahre Eine weitere Kennzahl ist der Anteil an weiblichen MitarbeiterInnen innerhalb der PVA TePla. Dieser liegt im Berichtsjahr bei 19,9%. Die Datengrundlage zur Berechnung dieser Kennzahl wird für die deutschen Gesellschaften von dem Personal- controlling zur Verfügung gestellt. Für die Standorte in Italien, Frankreich, Asien und Amerika sind die jeweiligen Geschäfts- führerInnen für die Datengrundlage verantwortlich. Die Konsolidierung und Berechnung der Kennzahl werden im ESG- Management vorgenommen. Die Quote der Frauen in Führungspositionen in der ersten und zweiten Ebene unter dem Vorstand betrug im Berichtsjahr 20,0%. Zur ersten Ebene unterhalb des Vorstands zählen sowohl die GeschäftsführerInnen der Tochtergesellschaften als auch die Prokuristen der PVA TePla AG. Zur zweiten Ebene zählen die jeweiligen AbteilungsleiterInnen. Die Daten- grundlage zur Berechnung dieser Kennzahl stammt für die deutschen Gesellschaften aus unseren HR-Systemen. Die Daten der internationalen Tochtergesellschaften werden in individuellen Systemen und manuellen Prozessen erhoben. Die Konsolidierung und Berechnung der Kennzahl werden im ESG-Management vorgenommen. Die Quote der Führungs- positionen nach Geschlecht wird berechnet, indem der Anteil an Frauen beziehungsweise Männern durch die Gesamt- anzahl von Führungskräften dividiert wird. männlich weiblich gesamt Führungspositionen nach Geschlecht 88 22 110 Quote der Führungspositionen nach Geschlecht 80% 20% 100% 82 | PVA TePla | Geschäftsbericht 2024 Gleichstellung der Geschlechter und gleicher Lohn für gleiche Arbeit Auswirkungen, Risiken und Chancen Eine weitere wesentliche Auswirkung auf unsere MitarbeiterInnen ist das Thema Gleichstellung der Geschlechter und gleicher Lohn für gleiche Arbeit. Wir setzen uns aktiv dafür ein, dass alle MitarbeiterInnen, unabhängig von Geschlecht oder anderen persönlichen Merkmalen, die gleichen Entwicklungsmöglichkeiten und Karrierechancen erhalten. Konzepte Der Grundsatz der Gleichbehandlung ist in unserem Code of Conduct verankert. Wir dulden keine Benachteiligungen aufgrund von ethnischer oder nationaler Herkunft, Hautfarbe, Geschlecht, Religion oder Weltanschauung, Behinderung, Alter, sexueller Identität oder anderen Merkmalen. Die Ausschreibung freier Arbeitsplätze, die Einstellung, die Vergütung , der Umgang miteinander sowie die weitere Förderung unserer MitarbeiterInnen erfolgen nicht nur unter Beachtung aller relevanten Gesetze und Vorschriften, sondern auch im Einklang von Chancengleichheit, Fairness und Vielfalt. Bei PVA TePla setzen wir uns aktiv für Gleichbehandlung ein. In unserer Branche, die vor allem durch technische und produktionstechnische Tätigkeiten geprägt ist, stellt es jedoch eine Herausforderung dar, ein ausgewogenes Verhältnis von Männern und Frauen zu erreichen. Dies liegt unter anderem daran, dass viele der technischen und produzierenden Berufe überwiegend von Männern besetzt sind, was den Fachkräftemangel in diesem Bereich zusätzlich erschwert. Unsere Grundsätze, wie der Code of Conduct und unsere Personalpolitik, machen keinerlei Unterschiede zwischen Geschlechtern oder anderen persönlichen Merkmalen. Diese Werte sind integraler Bestandteil unserer Unternehmens- kultur. Wir streben danach, allen MitarbeiterInnen – unabhängig von Geschlecht oder anderen Merkmalen – gleiche Chancen und Entwicklungsmöglichkeiten zu bieten, und ein Arbeitsumfeld zu schaffen, das von Respekt und Wert- schätzung geprägt ist. Maßnahmen Im Berichtsjahr haben wir keine spezifische Maßnahme in Bezug auf die Gleichstellung der Geschlechter umgesetzt. Jedoch planen wir die erstmalige Messung des Gender Pay Gaps, der uns wertvolle Erkenntnisse zur Lohngerechtigkeit liefern wird, an welchen Stellen wir geeignete Maßnahmen einführen können, um bestehende Lohnungleichgewichte zwischen den Geschlechtern zu verringern. Diese Ergebnisse ermöglichen es uns, gezielte Initiativen zur Förderung der Chancengleichheit und einer faireren Entlohnung zu entwickeln. Ziele Messbare, ergebnisorientierte Ziele sind derzeit nicht definiert. Die Wirksamkeit der Maßnahmen lässt sich nach unserer Auffassung indirekt anhand der MitarbeiterInnenzufriedenheit sowie durch die Erfassung von möglichen Beschwerden über Ungleichbehandlung nachvollziehen. Unser Ziel ist außerdem nach der Ersterhebung des Gender Pay Gaps, Maß- nahmen zu ergreifen, die einen potenziellen Gender Pay Gap kontinuierlich reduzieren. Die Erhebung ist für das kommende Berichtsjahr geplant. Um einen differenzierteren Blick auf den Gender Pay Gap zu erhalten, sehen wir es als sinnvoll an in Zukunft auch den bereinigten Gender Pay Gap zu berechnen, der die Unterschiede in Positionen, Qualifikationen und Berufserfahrung berücksichtigt und somit eine genauere Einschätzung der tatsächlichen Lohnungleichheit bei gleich- wertiger Arbeit ermöglicht. PVA TePla | Geschäftsbericht 2024 | 83 Arbeitsbedingungen Arbeitszeit Auswirkungen, Risiken & Chancen Für die Wachstumsstrategie der PVA TePla werden dringend ExpertInnen benötigt, die jedoch aufgrund des zunehmenden Fachkräftemangels nur schwer zu finden sind. Dies kann zu einer Überlastung der bereits vorhandenen MitarbeiterInnen führen. Dem begegnen wir mit klaren und strukturierten Konzepten zur Arbeitszeit sowie weiteren Maßnahmen. Konzepte Die Arbeitszeit ist grundsätzlich im Arbeitsvertrag festgelegt. Wir haben den Anforderungen der jeweiligen Arbeitsbereiche gerechte Arbeitszeitmodelle definiert. Zum Beispiel wurden dabei flexible Arbeitszeitmodelle in den deutschen Gesell- schaften etabliert. Diese setzen auf ein Gleitzeitmodell mit festgelegten Kernarbeitszeiten, das unseren MitarbeiterInnen eine flexible und dennoch strukturierte Arbeitszeitgestaltung ermöglicht. Unsere Betriebsvereinbarung zu Arbeitszeiten definiert, dass alle MitarbeiterInnen im Geltungsbereich der Gleitzeit ihre Arbeitszeit flexibel innerhalb einer Stunden- grenze vor- oder nacharbeiten können. Dieser flexible Arbeitszeitrahmen soll es den MitarbeiterInnen ermöglichen, per- sönlichen Belangen, wie z.ꢀB. Behördengängen, Arztbesuchen oder anderweitigen privaten Terminen und Verpflichtungen nachzugehen. Soweit keine Zeitguthaben vorhanden sind, können auch Zeitdefizite für persönliche Angelegenheiten in Anspruch genommen werden. Maßnahmen Die Arbeitszeiten der MitarbeiterInnen an den deutschen Standorten werden durch ein Arbeitszeiterfassungssystem erfasst, um Transparenz zu schaffen und die Einhaltung der festgelegten gesetzlichen und konzerninternen Regelungen zu gewährleisten. Die regelmäßige Arbeitszeit pro Tag beträgt je nach individuellem Arbeitsvertrag 7 bzw. 8 Stunden, wobei die maximale Arbeitszeit pro Arbeitstag 10 Stunden an den deutschen Standorten nicht überschreiten darf. Die Einhaltung dieser Regelungen wird von der Personalleitung überwacht. Mehrarbeit über den Gleitzeit-Rahmen hinaus muss im Einzelfall durch die Führungskraft unter Angabe der Gründe und des Zeithorizonts genehmigt und der Personalabteilung mitgeteilt werden. Um die negativen Auswirkungen einer Überlastung unserer MitarbeiterInnen zu verringern, wurden die Unternehmens- bereiche im Berichtsjahr mit weiteren neuen MitarbeiterInnen verstärkt. Zusätzlich wurden Maßnahmen zur Erleichterung der Arbeit ergriffen, wie Investitionen in eine digitale Infrastruktur und verschiedene Optimierungsmaßnahmen in der Produktion, die künftig weiter ausgebaut werden sollen. Ein wesentlicher Bestandteil dieser Initiativen ist die Einführung eines Shopfloor-Managements. Dabei sind Führungskräfte regelmäßig an dem Produktionsprozess vor Ort, wodurch die Kommunikation verbessert, Probleme erkannt und Lösungen auf kurzem Weg gefunden werden. Dadurch ergeben sich Prozessverbesserungen, die zu einer Arbeitserleichterung für unsere MitarbeiterInnen führen sollen. Diese Maßnahme wurde bislang in einer der PVA TePla Unternehmensgruppe angehörigen Tochtergesellschaft eingeführt und soll künftig auf weitere Tochtergesellschaften ausgeweitet werden. Ziele Messbare, ergebnisorientierte Ziele zum Thema Arbeitszeit sind derzeit nicht definiert. 84 | PVA TePla | Geschäftsbericht 2024 Angemessene Entlohnung Auswirkungen, Risiken & Chancen Eine wesentliche positive Auswirkung im Bereich der angemessenen Entlohnung ergibt sich aus einem gerechten Lohn- system, das eine positive Arbeitsatmosphäre fördert, die MitarbeiterInnenzufriedenheit steigert und ein Gefühl von Wert- schätzung vermitteln soll. Trotz der positiven Aspekte birgt der derzeitige Fachkräftemangel die Herausforderung, die für unsere Wachstumsstrategie benötigten ExpertInnen zu finden. Dies wird durch hohe Lohnerwartungen noch erschwert . Diese Lohnerwartungen, die sich aus dem Mangel an Fachkräften ergeben, führen zu finanziellen Belastungen für die PVA TePla und spiegeln sich auch in dem Preis unserer Produkte wider, da ausschließlich in Ländern mit hohem Lohnniveau produziert wird. Gleichzeitig eröffnet sich jedoch eine bedeutende Chance: Durch eine wettbewerbsfähige und ange- messene Entlohnung kann die MitarbeiterInnenzufriedenheit gesteigert und damit verbunden die Betriebszugehörigkeit erhöht werden, sodass die Fluktuation geringgehalten und wertvolles Wissen im Unternehmen langfristig erhalten bleibt. Konzepte Bei PVA TePla zahlen wir eine gerechte Vergütung, die sich an nationalen Benchmarks orientiert. Unser Anspruch ist es eine überdurchschnittliche Vergütung zu bieten, um als attraktiver Arbeitgeber für hochqualifizierte Fachkräfte wahr- genommen zu werden. Die MitarbeiterInnen an den deutschen Standorten werden in Entgelt-Rahmen-Abkommen (ERA) nach Gehaltsgruppen eingruppiert. Dies soll zur Verringerung eines Verdienstgefälles beitragen. Die darin definierten Gehaltsgruppen enthalten feste Definitionen von Karrierestufen und Verantwortlichkeiten, denen eine dazugehörige Gehaltsstufe zugeordnet ist. MitarbeiterInnen in Italien (PVA TePla Italy) und Frankreich (M.P.A. Industrie SAS) werden nach einem einheitlichen Tarifvertrag der Metallindustrie entlohnt. Maßnahmen Im Rahmen unserer Maßnahmen zur Gewährleistung einer angemessenen Entlohnung für unsere Mitarbeitenden führen wir in Deutschland regelmäßige Verhandlungen zwischen Betriebsrat und Geschäftsführung, um eine attraktive Entloh- nung sicherzustellen. Im Berichtsjahr 2024 wurde die bereits 2023 beschlossene Lohnanpassung erfolgreich weiter umgesetzt. Zusätzlich wurde diese durch eine freiwillige Sonderzahlung für das Jahr 2023 ergänzt. Für die kommenden Jahre 2025 und 2026 haben wir weitere gezielte Maßnahmen geplant, um unsere Entlohnungspolitik weiter zu stärken: Im Jahr 2025 wird eine festgelegte Gehaltserhöhung für alle MitarbeiterInnen an deutschen Standorten (einschließlich Auszubildender) implementiert. Für 2026 planen wir die Einführung eines einheitlichen Benefit Programms mit monat- lichem Guthaben. Ziele Das übergeordnete Ziel unserer Entlohnungspolitik ist es, durch angemessene Vergütung unsere Wettbewerbsfähigkeit im Hinblick auf qualifizierte Fachkräfte zu sichern und eine langfristige MitarbeiterInnenbindung zu fördern. Eine Ein- führung eines messbaren, ergebnisorientierten Ziels ist derzeit nicht vorgesehen. Die Wirksamkeit dieser Maßnahmen lässt sich jedoch indirekt überprüfen, etwa durch die Beobachtung der freiwilligen MitarbeiterInnenfluktuation und der Wahrnehmung der PVA TePla auf dem Arbeitsmarkt. Kennzahlen 100% unserer MitarbeiterInnen erhalten mindestens den Mindestlohn des jeweiligen Landes, in dem sie arbeiten oder, bei nicht vorhandenem gesetzlichem Mindestlohn, einen angemessenen existenzsichernden Lohn, der den Grundsätzen der Wage Indicator Foundation9 entspricht. 9 Minimum Wages, Living Wages and Labour Law Around the World – WageIndicator.org PVA TePla | Geschäftsbericht 2024 | 85 Vereinbarkeit von Berufs- und Privatleben Auswirkungen, Risiken & Chancen PVA TePla setzt verschiedene Maßnahmen um, um die Vereinbarkeit von Berufs- und Privatleben zu fördern, darunter flexible Arbeitszeiten. So schaffen wir für unsere MitarbeiterInnen die Möglichkeit, ausreichend Zeit für Familie und Privat- leben zu haben, was zu einer höheren Zufriedenheit und einer stärkeren Bindung an unser Unternehmen beitragen kann. Konzepte Es besteht kein übergeordnetes Konzept zur Vereinbarkeit von Berufs- und Privatleben, jedoch hat PVA TePla verschie- dene Betriebsvereinbarungen eingeführt, die die Vereinbarkeit von Berufs- und Privatleben fördern. Dazu gehören die Betriebsvereinbarung zur Arbeitszeitregelung, eine unbefristete Betriebsvereinbarung zum mobilen Arbeiten sowie eine Betriebsvereinbarung zur Altersteilzeit. Diese Vereinbarungen wurden in enger Zusammenarbeit zwischen Betriebsrat und Vorstand erarbeitet und beschlossen und gelten für alle MitarbeiterInnen an den deutschen Standorten. Maßnahmen Durch verschiedene Maßnahmen zur Förderung der Vereinbarkeit zwischen Berufs- und Privatleben möchten wir es unseren MitarbeiterInnen ermöglichen, ihre beruflichen Verpflichtungen mit ausreichend Zeit für Familie und Privatleben in Einklang zu bringen. Zu diesem Zweck bieten wir den Anforderungen der jeweiligen Arbeitsplätze gerechte Modelle wie flexible Arbeitszeiten (Gleitzeit), die Möglichkeit von mobilem Arbeiten, Remote-Arbeiten sowie individuelle Teilzeit- modelle an. Diese Maßnahmen sollen die Zufriedenheit unserer MitarbeiterInnen steigern und zu deren langfristigen Bindung an unser Unternehmen beitragen. Ziele Messbare, ergebnisorientierte Ziele zum Thema Vereinbarkeit von Berufs- und Privatleben sind nicht festgelegt. Weiterbildung und Kompetenzentwicklung Auswirkungen, Risiken und Chancen Hohe Fluktuation bei unzureichenden Weiterbildungs- und Kompetenzentwicklungsmaßnahmen gefährdet unsere Geschäftsaktivitäten, da sie sowohl zu Wissensverlust führt, wenn erfahrene MitarbeiterInnen das Unternehmen verlassen, als auch hohe Kosten verursacht, die durch die Einarbeitungsmaßnahmen neuer MitarbeiterInnen entstehen. Um dem Risiko einer hohen Fluktuation, entgegenzuwirken, legen wir großen Wert auf die kontinuierliche Weiterbildung unserer MitarbeiterInnen. Wir bieten verschiedene Möglichkeiten zur fachlichen und persönlichen Weiterbildung, die die individu- elle Entwicklung unserer MitarbeiterInnen fördern soll. Konzepte Zur systematischen Förderung der Qualifikation unserer MitarbeiterInnen an den deutschen Standorten wurde eine Qualifikations- und Schulungsmatrix entwickelt. Diese Matrix hilft uns bei der Ermittlung ob MitarbeiterInnen, Teams und Abteilungen über die notwendigen Fähigkeiten, Kompetenzen und Qualifikationen für ihren beruflichen Alltag verfügen. Sie deckt Fortbildungs- und Optimierungsbedarfe auf und bildet die Grundlage für die Identifikation von Entwicklungs- bereichen. Auf dieser Basis können gezielt Entwicklungsmaßnahmen geplant und Ressourcen effizient eingesetzt werden, 86 | PVA TePla | Geschäftsbericht 2024 um sowohl die berufliche Weiterentwicklung der MitarbeiterInnen als auch die Erreichung unserer Unternehmensziele zu fördern. Die Qualifikations- und Schulungsmatrix wird vom Qualitätsmanagement über das Intranet zur Verfügung gestellt und von den Führungskräften der deutschen Standorte angewendet. Maßnahmen Zur strategischeren Ausrichtung der Personalentwicklung, wurde im Jahr 2023 das Personalprojekt „Gemeinsam in die Zukunft” initiiert. In diesem Projekt werden, gemeinsam mit verschiedenen MitarbeiterInnen, Maßnahmen entwickelt, die zur Personal- und Organisationsentwicklung beitragen. Ein Beispiel für eine dieser Maßnahmen ist die umfassende Führungskräfteschulung, deren Auftaktveranstaltung im Jahr 2024 stattfand und im kommenden Jahr weiter ausgebaut wird. Darüber hinaus gehören verpflichtende Schulungen zur Arbeitsplatzsicherheit, IT-Sicherheit und zum Datenschutz zum Standard für alle MitarbeiterInnen an deutschen Standorten der PVA TePla. Freiwillige Schulungen, die individuell auf die berufliche Entwicklung der MitarbeiterInnen abgestimmt sind, ergänzen dieses Angebot. Zusätzlich werden unternehmens- interne Schulungen zu den Themen Persönlichkeitsentwicklung, Kommunikation, Feedback und Stressmanagement an- geboten. Da diese online und sowohl auf Deutsch als auch auf Englisch angeboten werden, haben eine große Zahl an MitarbeiterInnen Zugang zu diesen Trainings. Ziele Die beschriebenen Maßnahmen zielen darauf ab, die Leistungsfähigkeit und Effizienz der MitarbeiterInnen durch gezielte Erweiterung ihrer Fähigkeiten und Kompetenzen zu steigern. Gleichzeitig sollen sie dazu beitragen, die kreativen und pro- blemlösenden Fähigkeiten der MitarbeiterInnen zu fördern und die Innovationskraft im Unternehmen zu stärken. Darüber hinaus wird die MitarbeiterInnenmotivation und -bindung durch die Möglichkeit zur kontinuierlichen fachlichen und per- sönlichen Weiterentwicklung gestärkt. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Verbesserung der Führungskompetenzen, um eine nachhaltige und effektive Führungskultur zu etablieren. Ein weiteres Ziel im Bereich Weiterbildung und Kompetenzentwicklung ist, ein systematisches Tracking der Schulungs- maßnahmen und -stunden einzuführen, um den Fortschritt und Erfolg der Weiterbildungsaktivitäten transparent zu über- wachen. Zudem sollen weitere Weiterbildungsmöglichkeiten angeboten werden, um die gezielte Entwicklung der Mitar- beiterInnen zu fördern. Derzeit gibt es noch keine messbaren, ergebnisorientierten Ziele. Die Wirksamkeit der Weiterbildung wird jedoch in den jährlichen MitarbeiterInnengesprächen überprüft, in denen Maßnahmen individuell besprochen werden. Gesundheitsschutz und Sicherheit Auswirkungen, Risiken und Chancen Als produzierendes Unternehmen und Hersteller von Anlagen besteht besonders für MitarbeiterInnen in der Produktion, ein erhöhtes Risiko für Arbeitsunfälle und damit eine negative Auswirkung auf unsere MitarbeiterInnen. Deshalb ist es für uns selbstverständlich, proaktive Maßnahmen zum Schutz der Gesundheit unserer MitarbeiterInnen zu ergreifen und ihre Leistungsfähigkeit zu fördern. Diese Maßnahmen tragen maßgeblich zur Sicherheit unserer MitarbeiterInnen bei. 10 PVA Analytical Systems GmbH, PVA Crystal Growing, PVA Italy S.R.L., PVA Industrial Vacuum Systems GmbH, PVA Löt- und Werkstofftechnik GmbH, PVA Metrology & Plasma Solutions GmbH, PVA SPA Software Entwicklungs GmbH, PVA Vakuum Anlagenbau Jena GmbH PVA TePla | Geschäftsbericht 2024 | 87 Konzepte Die PVA TePla AG und die zertifizierten Tochtergesellschaften10 verfügen über ein Managementsystem (DIN EN ISO 9001:2015), das Qualitätsmanagement, Umweltschutzanforderungen sowie Arbeits- und Gesundheitsschutz vereint. Dieses System regelt die strategische Verantwortung und die betriebliche Praxis über alle Bereiche hinweg und fördert die Einhaltung gesetzlicher Anforderungen. Der Vorstand der PVA TePla und die GeschäftsführerInnen der zertifizierten Tochtergesellschaften tragen die Verantwortung für die Wirksamkeit dieses Systems. Das Qualitätsmanagement ist übergeordnet angesiedelt und sorgt für die Umsetzung der Norm sowie für regelmäßige Audits. Im Bereich Arbeits- und Gesundheitsschutz wird darauf geachtet, dass alle relevanten gesetzlichen Vorgaben zum Schutz der MitarbeiterInnen beachtet werden. Maßnahmen Zur weiteren Förderung der Gesundheit und Sicherheit unserer MitarbeiterInnen haben wir verschiedene Maßnahmen implementiert. Diese umfassen allgemeine Schulungen zur Arbeitssicherheit sowie spezialisierte Schulungen und Unterweisungen die gezielt auf die jeweiligen Arbeitsbereiche abgestimmt sind. Diese Präventionsmaßnahmen dienen der Vermeidung von Unfällen. In den Bereichen Produktion, Service, Verwaltung und Vertrieb gelten spezifische Anforde- rungen an die Arbeitssicherheit. Daher wurden in der PVA TePla-Gruppe Maßnahmen implementiert, die an die lokalen Gegebenheiten angepasst sind, um sicherzustellen, dass MitarbeiterInnen während ihrer Tätigkeit möglichst geringen Gefährdungen ausgesetzt sind. Außerdem wird die Bereitstellung persönlicher Schutzausrüstung, wie Helme, Sicherheitsschuhe und Schutzbrillen, kon- sequent gefördert, um das Arbeitsumfeld weiter zu verbessern. Zudem erhalten alle MitarbeiterInnen an den deutschen Standorten Zugang zu einer Gruppenunfallversicherung. Unser kontinuierlicher Ansatz zur Verbesserung des Managementsystems für Sicherheit und Gesundheit am Arbeits- platz umfasst jährliche Überprüfungen und Bewertungen, um potenzielle Risiken und Schwachstellen frühzeitig zu iden- tifizieren und geeignete Maßnahmen zur Risikominderung oder -beseitigung zu ergreifen. Im Rahmen des betrieblichen Gesundheitsmanagements steht den MitarbeiterInnen zudem die Inanspruchnahme eines Betriebsarztes für allgemeine Untersuchungen, Sehtests, verschiedene Impfungen sowie ähnliche Dienstleistungen zur Verfügung, häufig direkt vor Ort. Ziele Die oben genannten Präventionsmaßnahmen zielen darauf ab Unfälle zu vermeiden und ein sicheres Arbeitsumfeld zu schaffen. Ein zentrales Ziel ist es, die Unfallquote möglichst gering zu halten. Kennzahlen 82,1% unserer Gesellschaften sind durch das Managementsystem (DIN EN ISO 9001:2015 oder DIN EN ISO 45001) ab- gedeckt. Die Unfallhäufigkeit je 1.000.000 Arbeitsstunden lag 2024 bei 10,5 (Arbeitsunfälle mit mindestens einem Tag Ausfallzeit). Die Berechnung der Kennzahl birgt gewisse Unsicherheiten, da die Arbeitsstunden in den einzelnen Tochter- gesellschaften nicht einheitlich erfasst werden. Zur Berechnung wurden daher die Soll-Arbeitsstunden im Jahresverlauf mit Abzug der Urlaubszeiten genutzt. Die Anzahl der Arbeitsunfälle wurde durch die Arbeitsstunden aller MitarbeiterInnen dividiert und mit 1.000.000 multipliziert. Im Geschäftsjahr 2024 kam es bei PVA TePla ebenso wie im Vorjahr zu keinem Arbeitsunfall mit Todesfolge. 88 | PVA TePla | Geschäftsbericht 2024 Bekämpfung von Korruption und Bestechung Unternehmenskultur Auswirkungen, Risiken und Chancen Unethisches Verhalten, wie Korruption und Bestechung, kann gravierende negative Folgen auf unser Unternehmen haben. Es gefährdet nicht nur unsere Reputation und das Vertrauen unserer Kunden, Geschäftspartner und Investoren, sondern kann auch zu schwerwiegenden rechtlichen Konsequenzen führen. Diese Folgen könnten unsere langfristige Wettbewerbs- fähigkeit beeinträchtigen und das Erreichen unserer strategischen Ziele gefährden. Aus diesem Grund setzen wir bei PVA TePla auf eine Unternehmenskultur, die frei von Korruption und Bestechung ist, ethische Werte vertritt und sich in unserer Struktur sowie in unserem täglichen Geschäft widerspiegelt. Diese Grundsätze sind in unserem Verhaltenskodex (Code of Conduct) festgehalten. Neben der Vermeidung von unethischem Verhalten sehen wir eine starke Unternehmenskultur als Chance für uns, die uns in vielerlei Hinsicht stärkt. Klare Strukturen, ein respektvolles Miteinander und der Einbezug vielfältiger Meinungen und Interessen sind entscheidend für die Zufriedenheit unserer MitarbeiterInnen. Diese Faktoren sind zudem eine Vor- aussetzung für eine positive Reputation von PVA TePla als Geschäftspartner und Arbeitgeber. Konzepte Bei PVA TePla sind die Rollen der Leitungs- und Aufsichtsgremien klar definiert, um die Prinzipien guter Unternehmens- führung konsequent einzuhalten. Der Vorstand, unter der Leitung unserer CEO, ist für die Festlegung und Umsetzung der Unternehmensstrategie verantwortlich und bekennt sich aktiv zu den Unternehmenswerten sowie allen, relevanten rechtlichen Bestimmungen, die auch im konzernweit gültigen Code of Conduct verankert sind (Tone-from-the-top). Der Aufsichtsrat übernimmt eine überwachende Rolle und kontrolliert, dass unsere Geschäftspraktiken in Übereinstimmung mit den gesetzlichen Vorgaben und ethischen Standards stehen. Grundpfeiler unserer Unternehmenskultur ist der jeweils aktuell veröffentlichte Verhaltenskodex (Code of Conduct), der für alle MitarbeiterInnen und Führungskräfte der PVA TePla-Gruppe weltweit verbindlich ist. Der Code of Conduct ist über das Intranet für alle MitarbeiterInnen zugänglich. Alle GeschäftsführerInnen und Führungskräfte der PVA TePla-Gruppe sind dazu angehalten, ihre MitarbeiterInnen jährlich sowie bei Eintritt in das Unternehmen auf den Code of Conduct hinzu- weisen. Der Verhaltenskodex regelt unter anderem Themen wie Datenschutz, Umweltschutz, fairen Wettbewerb sowie die Verhin- derung von Korruption und Bestechung. Neben den gesetzlichen Anforderungen und internen Bestimmungen, orientieren wir uns auch am Deutschen Corporate Governance Kodex. Zusätzlich stützt sich unsere Unternehmenskultur und unser Leitmotiv „Mit Innovation durch Wertschätzung zum Erfolg“ auf vier wesentliche Unternehmenswerte: Wertschätzung, Verlässlichkeit, Innovation und Nachhaltigkeit. Dabei liegt ein besonderer Fokus auf den Bereichen Innovation und Wertschätzung, die auch in unseren Personalansätzen, wie im Kapitel „Arbeitnehmerbelange“ beschrieben eine wichtige Rolle spielen. Diese Ansätze sollen ein faires und respektvolles Mit- einander im Unternehmen fördern und unsere ethischen Werte in der tagtäglichen Arbeit widerspiegeln. PVA TePla | Geschäftsbericht 2024 | 89 Maßnahmen Um das Bewusstsein für unsere internen Vorgaben insbesondere den Verhaltenskodex, zu stärken, hat PVA TePla ver- schiedene Schulungsportale implementiert. Diese bieten Online-Schulungsangebote zu wesentlichen Themen wie Arbeits- schutz, IT-Sicherheit, Compliance und Datensicherheit. Im Berichtsjahr 2024 haben wir in Zusammenarbeit mit unserem Compliance Management ein Trainingsprogramm zum Code of Conduct entwickelt. Hierfür wurde ein Konzept erarbeitet, und ein qualifizierter Anbieter für das Online-Training ausgewählt. Dieses wird in deutscher und englischer Sprache über unser Intranet für alle MitarbeiterInnen der PVA TePla-Gruppe zur Verfügung gestellt. Die Trainingsinhalte decken wesentliche Themen wie die Aufgaben des Code of Conduct, Diskriminierung, Informations- schutz, Datenschutz, IT-Sicherheit, Interessenskonflikte, Korruption und Bestechung, Wettbewerbsrecht, Insiderinfor- mationen sowie soziale Verantwortung ab. Unser Ziel ist es, alle MitarbeiterInnen jährlich zu schulen und die Teilnahme nachvollziehbar zu dokumentieren. Die Bereitstellung des Trainings für die MitarbeiterInnen ist für den kommenden Berichtszeitraum geplant und wird dazu beitragen, unsere Unternehmenskultur weiter zu festigen. Um potenzielle Verstöße gegen unsere internen Regelungen zu melden, können unsere MitarbeiterInnen jederzeit ihre Führungskraft, den Betriebsrat, die Unternehmensleitung, die Unternehmenssicherheit oder die Personalabteilung direkt ansprechen. Alle Meldungen werden individuell geprüft und bearbeitet. Zudem bieten wir sowohl internen als auch externen Interessensgruppen die Möglichkeit, Verstöße anonym über unser Hinweisgebersystem zu melden. Weitere Details sind im Kapitel „Verhinderung und Aufdeckung von Korruption und Bestechung“ beschrieben. Ziele Im Berichtszeitraum wurden keine messbaren, ergebnisorientierten Ziele für die Unternehmenskultur definiert. Die Wirksamkeit unserer Konzepte und Maßnahmen zeigt sich unter anderem in den Kennzahlen zu Korruptions- und Bestechungsfällen (siehe Kapitel „Verhinderung und Aufdeckung von Korruption und Bestechung“). Darüber hinaus manifestiert sich unsere Unternehmenskultur in unserem täglichen Miteinander und wird indirekt durch verschiedene Personalkennzahlen reflektiert. Eine starke Unternehmenskultur trägt generell zur Zufriedenheit unserer MitarbeiterInnen bei und hat somit auch einen positiven Einfluss auf Kennzahlen wie unsere Fluktuationsrate und die Betriebszugehörig- keit (siehe Kapitel „Arbeitnehmerbelange“). 90 | PVA TePla | Geschäftsbericht 2024 Verhinderung und Aufdeckung von Korruption und Bestechung Auswirkungen, Risiken und Chancen Korruption und Bestechung stellen, wie im Kapitel „Unternehmenskultur“ bereits erläutert, ernsthafte Risiken für die Reputation von PVA TePla sowie für unsere Geschäftsbeziehungen dar. Daher haben wir Maßnahmen implementiert, um diese Praktiken zu verhindern und eine ethisch einwandfreie Geschäftspraxis zu fördern. Unser Risiko- und Compliance Management System (RCMS) sowie interne Audits und der Code of Conduct bilden die Grundlage unserer Präventions- strategie. Falls trotz dieser Vorkehrungen ein Verdacht auf Korruption oder Bestechung aufkommt, ermöglicht unser Hinweisgebersystem eine sichere und anonyme Meldung solcher Vorfälle. Mit diesen Maßnahmen ermöglichen wir, dass wir nicht nur rechtlich konform handeln, sondern auch die Integrität unserer Geschäftsbeziehungen wahren und unfaire Wettbewerbsvorteile vermeiden. Konzepte Die PVA TePla-Gruppe hat ein effektives Risiko- und Compliance-Management-System (RCMS) implementiert, das kon- tinuierlich potenzielle Risiken im Bereich Compliance, und auch rein wirtschaftliche Aspekte, bewertet. Dieses System dient der Einhaltung aller relevanten gesetzlichen und regulatorischen Anforderungen sowie unternehmensinterner Vor- gaben. Das RCMS wird durch unser umfassendes Risiko- und Compliance-Management-Handbuch ergänzt, das für alle Gesell- schaften innerhalb des PVA TePla-Konzerns verbindlich und über das Intranet zugänglich ist. Es definiert die Vorgehens- weisen und organisatorischen Strukturen zur Sicherstellung der Compliance. Die Gesamtverantwortung für das Risiko- und Compliance Management trägt der Vorstand von der PVA TePla AG. Dieser wird regelmäßig über die relevanten Entwicklungen von unserem Risiko- und Compliance Management informiert. Eine detaillierte Quartalsberichterstattung erfolgt durch unseren Risk- und Compliance-Manager an den Vorstand. Zusätzlich wird der Aufsichtsrat regelmäßig über alle relevanten Aspekte in diesem Bereich informiert. Die Wirksamkeit unseres RCMS wird durch die interne Revision der PVA TePla AG überprüft und die Ergebnisse zusam- men mit Verbesserungsvorschlägen unmittelbar an den Vorstand kommuniziert. Maßnahmen Im Berichtszeitraum haben wir die Überarbeitung unseres RCMS Handbuchs initiiert. Ziel dieser Überarbeitung ist es, das Handbuch in zwei Bereiche zu unterteilen – Risikomanagement und Compliance Management – und klare spezifi- sche Vorgaben für jedes dieser Themen zu schaffen. Wir planen die neuen Handbücher im kommenden Berichtszeit- raum zu verabschieden. Das Compliance Management basiert auf dem Drei-Säulen-Modell des Deutschen Institut für Compliance (DICO), dass die Säulen „Vorbeugen, Entdecken und Reagieren“ umfasst. Die Säule „Vorbeugen“ soll sicherstellen, dass Straftaten von vornherein vermieden werden. Dies umfasst unter anderem Schulungen und Richtlinien. „Entdecken“ bedeutet, dass wir proaktive Maßnahmen wie die jährliche Befragung unserer Compliance Owner zu Compliance Risiken und das Hinweis- gebersystem ergreifen. „Reagieren“ bezieht sich auf die Anpassung von Prozessen, wenn ein Compliance-Risiko oder ein Compliance-Fall festgestellt wird. Dies schließt Sanktionen sowie umgehende Mitteilungen an den Vorstand ein. PVA TePla | Geschäftsbericht 2024 | 91 Über diesen drei Säulen steht eine klar definierte Verantwortlichkeitsstruktur, die sich am Drei-Linien-Modell des Institute of Internal Auditors orientiert. In diesem Modell bildet die erste Linie die Verantwortlichen für das jeweilige Compliance- Thema, die zweite Linie das Compliance Management, das unterstützend, bewachend und beratend tätig ist, und die dritte Linie die unabhängige interne Revision. Die Verantwortung für das Thema Compliance liegt beim Vorstand. Neben den bereits im Kapitel „Unternehmenskultur“ beschriebenen Schulungsangeboten zu Compliance-Themen, fördern wir eine Unternehmenskultur, die das Hinsehen und Melden von Verstößen aktiv unterstützt. Führungskräfte der PVA TePla-Gruppe sind dazu angehalten diese Kultur vorzuleben und die MitarbeiterInnen zu ermutigen, mögliche Verstöße zu melden und sich aktiv an der Umsetzung des Verhaltenskodex zu beteiligen. Die Verantwortungen für diese Aufgaben werden den Führungskräften über die GeschäftsführerInnen der jeweiligen PVA TePla-Gesellschaften übertragen. Wie im Kapitel „Unternehmenskultur“ beschrieben, stehen sowohl unseren MitarbeiterInnen als auch externen Stakeholdern verschiedene Meldewege für Verdachtsfälle zur Verfügung. Diese umfassen zum einen das Hinweisgebersystem, über das anonyme Informationen zu Rechtsverstößen eingereicht werden können. Zum anderen können unsere Mitarbeiter- Innen direkt ihre Führungskraft, den Betriebsrat, die Unternehmensleitung sowie Verantwortliche in den Bereichen Infor- mationssicherheit, Datenschutz, Exportkontrolle, Arbeits- und Gesundheitsschutz oder die Personalabteilung kontaktieren. Das Hinweisgebersystem wurde 2023 überarbeitet und steht allen MitarbeiterInnen sowie externen Stakeholdern über unsere Homepage zur Verfügung. Alle eingegangenen Fälle werden von externen Ombudspersonen behandelt. Inner- halb der PVA TePla sind zudem zwei zuständige Ansprechpartner definiert, die gemeinsam mit den Ombudspersonen die notwendigen Folgemaßnahmen festlegen. Sollte einer dieser Ansprechpartner selbst von dem Fall betroffen sein, übernimmt der zweite Ansprechpartner die Verantwortung. Ziele Unser Ziel ist es, Bestechung in jeglicher Form, einschließlich Interessenkonflikten, Geldwäsche und ähnlichen Praktiken, vollständig zu vermeiden, um ein regelkonformes und ethisches Arbeitsumfeld zu schaffen. Dadurch möchten wir dafür sorgen, dass Risiken frühzeitig erkannt und wirksam verhindert werden. Die Erreichung dieses Ziels überprüfen wir an- hand unserer Kennzahlen zu bestätigten Fällen von Korruptions- und Bestechungsfällen (siehe Kapitel „Korruptions- oder Bestechungsfälle“). Wir streben an, unsere Präventionsmaßnahmen so effektiv zu gestalten, dass es zu keinen Fällen von Korruption oder Bestechung kommt. Im Jahr 2024 haben wir dieses Ziel erfolgreich erfüllt. Korruptions- oder Bestechungsfälle Anzahl von bestätigten Korruptions- oder Bestechungsfällen Die Anzahl bestätigter Korruptions- und Bestechungsfälle werden von den Geschäftsführenden aller Gesellschaften der PVA TePla-Gruppe abgefragt und zentral durch das ESG-Management konsolidiert. Im Berichtsjahr 2024 gab es keine bestätigten Korruptions- oder Bestechungsfälle. Anzahl der Verurteilungen aufgrund von Korruptions- oder Bestechungsfällen, sowie Höhe der Strafen Die Anzahl der Verurteilungen aufgrund von Korruptions- oder Bestechungsfällen wird durch den Leiter Rechtswesen für den gesamten Konzern erfasst, der für die Behandlung solcher Fälle verantwortlich ist, sollte es einen geben. Im Berichts- jahr 2024 gab es keine Verurteilungen aufgrund von Korruption oder Bestechung und damit auch keine Strafen. 92 | PVA TePla | Geschäftsbericht 2024 Management der Beziehungen zu Lieferanten Auswirkungen, Risiken und Chancen Bei PVA TePla arbeiten wir mit einer Vielzahl unterschiedlicher Lieferanten zusammen, deren Produkte und Dienstleistun- gen einen wesentlichen Beitrag zur Qualität unserer Anlagen leisten. Wir legen großen Wert auf die Pflege von vertrauens- vollen und langfristigen Geschäftsbeziehungen, um die Stabilität und Zuverlässigkeit unserer Lieferkette sicherzustellen. Durch unseren hohen Qualitätsanspruch, der einen zentralen Bestandteil unseres Geschäftsmodells darstellt, erkennen wir, dass ein Lieferantenengpass, der durch unethisches Verhalten oder unsachgemäßen Umgang mit unseren Lieferanten entsteht, ein erhebliches Risiko für uns darstellen kann. Konzepte Unser Lieferantenmanagement zeichnet sich durch eine enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit aus. Insbesondere bei hochspezialisierten oder technologieintensiven Komponenten, die für die Leistungsfähigkeit unserer Systeme von Bedeutung sind, kooperieren wir eng mit den Lieferanten und entwickeln diese gemeinsam weiter. Neben dem Einkauf spielt unsere Qualitätssicherung eine zentrale Rolle. Sie ist direkt in den Austausch mit Lieferanten eingebunden, um sicherzustellen, dass die Qualität und die Anforderungen unserer Produkte stets auf höchstem Niveau erfüllt werden. Standardisierte Serienteile, die keine umfangreichen Qualitätsprozesse erfordern, ergänzen die speziell entwickelten Bauteile. Aus Qualitäts- und Transportgründen beziehen wir für unsere deutschen Gesellschaften unsere Bauteile zu einem Groß- teil von Lieferanten aus Deutschland. Aktuell existiert keine spezielle Richtlinie für diesen Ansatz. Unsere Zahlungsprozesse werden für die deutschen Gesellschaften zentral in der Finanzabteilung überwacht, um die festgelegten Zahlungsfristen einzuhalten und Zahlungsverzögerungen zu vermeiden. Dies gilt auch für kleine und mitt- lere Unternehmen (KMU). Der Prozess ist in einer Arbeitsanweisung dokumentiert, die die Verantwortlichkeiten und die Abläufe bei der Bearbeitung von Rechnungseingängen festlegt. Diese Arbeitsanweisung wurde durch unseren Vorstand genehmigt, während die Finanzabteilung für die Umsetzung zuständig ist. Unsere internationalen Tochtergesellschaften haben individuelle Zahlungsprozesse, die teilweise durch externe Dienstleister bearbeitet werden. Auch dort bestehen feste Regelungen zur Rechnungsfreigabe. Maßnahmen Für die deutschen Standorte unterziehen wir neue Lieferanten einem detaillierten und strukturierten Aufnahmeprozess, der sowohl Vor-Ort Besuche als auch umfassende, dokumentierte Prüfungen, insbesondere bei kritischen Komponenten umfasst. Teil dieses Prozesses ist eine Lieferantenselbstauskunft sowie eine Bonitätsprüfung. Mit unseren Schlüssel- lieferanten führen wir jährlich strategische Gespräche, in denen wir die Zusammenarbeit sowie spezifische Themen im Bereich der Qualitätsanforderungen thematisieren. An unserem Standort in Italien finden, ähnlich wie in Deutschland, Gespräche und Analysen von neuen Lieferanten durch den Einkauf und das Qualitätsmanagement statt. Unsere Stand- orte im asiatischen Raum sind reine Vertriebs- und Servicegesellschaften, die ihre eingekauften Produkte im Wesent- lichen intern von anderen PVA TePla-Gesellschaften beziehen. PVA TePla | Geschäftsbericht 2024 | 93 Ziel dieser Maßnahmen ist es, dafür zu sorgen, dass die Qualität der eingekauften Bauteile den hohen Anforderungen entspricht, die Liefersicherheit bestehen bleibt und die langfristige Zusammenarbeit mit unseren Lieferanten gestärkt wird. Der enge Dialog mit unseren Schlüssellieferanten ermöglicht es uns zudem, frühzeitig auf potenzielle Risiken wie Lieferengpässe zu reagieren. Derzeit erfolgt keine systematische Abfrage sozialer und ökologischer Standards bei unseren Lieferanten. Ein Beispiel für das Risikomanagement in diesem Bereich war im Berichtsjahr die Beschädigung von wichtigen Quarz- sandvorkommen und zugehöriger Infrastruktur in den USA, die durch einen Hurrikan stark beschädigt wurden. Dieses Ereignis hätte die Lieferkette für mehrere Monate unterbrechen können. Durch eine proaktive Kommunikation mit unseren Lieferanten konnten wir jedoch rechtzeitig zusätzliche Bestellungen aufgeben, um eine Unterbrechung der Produktion zu vermeiden und sicher zu gehen, dass unsere Projekte weiterhin planmäßig fortgeführt werden konnten. Im Jahr 2024 initiierte unser Einkaufsteam der deutschen Standorte zwei Pilotprojekte, um einen strukturierten Prozess für die Qualitätssicherung und den Austausch mit neuen Lieferanten zu etablieren. Dieser Prozess wird uns in Zukunft eine noch größere Resilienz gegenüber potenziellen Lieferengpässen bieten. Er umfasst unter anderem strukturierte Vorgespräche und Vor-Ort-Termine, bei denen auch unsere Qualitätssicherung eingebunden wird. Dieser Prozess soll im kommenden Berichtszeitraum implementiert werden. In Bezug auf die Zahlungsbedingungen orientieren wir uns an den vertraglichen Vereinbarungen mit unseren Lieferan- ten. Dabei respektieren wir die unterschiedlichen Zahlungsanforderungen und integrieren diese in unsere internen Prozesse. Genauer werden Eingangsrechnungen über unsere Buchhaltungssysteme erfasst und durchlaufen einen definierten Prüfungs- und Freigabeprozess. Ziele Derzeit gibt es keine messbaren, ergebnisorientierten Ziele in Bezug auf die direkte Zusammenarbeit mit Lieferanten, die Qualitätsprüfung und die Vermeidung von Lieferengpässen. Die Effektivität unserer Maßnahmen zeigt sich jedoch anhand von Indikatoren wie der Häufigkeit von Qualitätsmängeln bei eingekauften Bauteilen, der Häufigkeit von Lieferengpässen sowie dem Abbruch von Lieferantenbeziehungen. Diese Faktoren dienen als Orientierungspunkte zur Beurteilung der Wirksamkeit unserer Ansätze. Für unsere Zahlungspraktiken existieren ebenfalls keine messbaren, ergebnisorientierten Ziele. Die Wirksamkeit unserer Ansätze zeigt sich aber an unserer Kennzahl „Prozentsatz der Zahlungen, die den standardisierten Zahlungsprozessen entsprechen“, sowie durch die Auswertung von Beschwerden oder Nachfragen im Zusammengang mit verzögerten Rechnungen, die kontinuierlich überwacht werden. 94 | PVA TePla | Geschäftsbericht 2024 Kennzahlen Durchschnittliche Anzahl an Tagen zur Bezahlung von Rechnungen Die die Kennzahl beschreibt die durchschnittliche Zeit (in Tagen), die benötigt wird, um eine Rechnung ab dem Zeitpunkt des Beginns der vertraglichen oder gesetzlichen Zahlungsfrist zu begleichen. Wir berechnen die „Days Payable Out- standing“ (DPO) anhand der durchschnittlichen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen im Berichtsjahr, dividiert durch den Materialaufwand und multipliziert mit 360 Tagen des Handelsjahrs. Diese Daten beziehen wir aus unseren Finanzsystemen und ermöglichen eine präzise Überwachung unserer Zahlungsprozesse. Bei der Berechnung handelt es sich um eine Annäherung, da es sich um die durchschnittliche Zeit für den Forderungsausgleich handelt und nicht die Anzahl der Tage nach der vertraglichen Zahlungspflicht. Im Berichtsjahr 2024 liegt die DPO (unter IFRS-Konzern- abschluss) bei 47 Tagen. Prozentsatz der Zahlungen, die mit den Standard-Zahlungspraktiken übereinstimmen Unsere Zahlungspraktiken orientieren sich an den zeitlichen Vorgaben unserer Lieferanten. Diese Kennzahl zeigt den Prozentsatz an Zahlungen, bei denen wir die vereinbarten Rechnungsfristen unserer Lieferanten eingehalten haben. Die Messung erfolgt auf Basis unserer Finanzsysteme. Im Berichtsjahr waren dies 64,2211%. Anzahl von Gerichtsverfahren wegen verspäteter Bezahlung Diese Kennzahl misst die Anzahl von Gerichtsverfahren, die aufgrund von verspäteten Zahlungen eingeleitet wurden. Sie bietet Einblick in die Effektivität unserer Zahlungspraktiken und zeigt potenzielle Schwächen in der Einhaltung der Zahlungsfristen auf. Im Berichtsjahr 2024 gab es keine Gerichtsverfahren wegen verspäteter Zahlung. 11 Diese Kennzahl wird nur für die Gesellschaften erfasst, die unser einheitliches Buchungssystem eGecko verwenden. PVA TePla | Geschäftsbericht 2024 | 95 Gesamtwirtschaftliches Umfeld und Branchenentwicklung Die gesamtwirtschaftlichen und branchenspezifischen Rahmenbedingungen beziehen sich in erster Linie auf die Tochter- unternehmen der PVA TePla AG. Da die PVA TePla AG jedoch ihre wesentlichen Erträge aus Gewinnabführungsverträgen mit den Tochterunternehmen erwirtschaftet, sind diese Rahmenbedingungen nicht nur für die PVA TePla-Gruppe insge- samt, sondern auch für die AG als Holding von Bedeutung. Insgesamt stellte das Jahr 2024 die PVA TePla AG vor marktseitige Herausforderungen, denen mit gezielten Maßnahmen aktiv begegnet wurde, unter anderem durch eine verstärkte Fokussierung auf Wachstumsfelder wie Siliziumkarbid-Tech- nologien, fortschrittliche Metrologielösungen und Automatisierung konnte das Unternehmen seine Marktposition weiter- entwickeln. Diese Anpassungsfähigkeit stärkt die langfristige Wettbewerbsfähigkeit der PVA TePla, da sie es ermöglicht, sowohl vom strukturellen Marktwachstum zu profitieren als auch kurzfristige Schwankungen erfolgreich zu managen. Die zunehmende Diversifizierung in verschiedene Endmärkte reduziert zudem die Abhängigkeit von einzelnen Branchen und stärkt die Resilienz des Geschäftsmodells. Weltwirtschaft Die Weltwirtschaft zeigte sich im Jahr 2024 weiterhin von großen Unsicherheiten geprägt, dennoch haben sich die Rahmenbedingungen insgesamt stabilisiert. Während die Inflationsraten in den fortgeschrittenen Volkswirtschaften deutlich zurückgingen, was den Zentralbanken Spielraum für erste Zinssenkungen eröffnete, blieb ein nachhaltiger kon- junktureller Aufschwung in den meisten Industrieländern aus. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in Deutschland sank leicht um 0,1%, was die Schwäche der Industrie und eine anhaltend geringe private Nachfrage widerspiegelte. Auch in China, einem bedeutenden Absatzmarkt für die deutsche Industrie, blieb die wirtschaftliche Dynamik gedämpft, trotz politischer Impulse zur Stabilisierung der Konjunktur. Global wuchs die Weltwirtschaft im Jahr 2024 um 3,2%, ein Zeichen für eine weiterhin moderate Dynamik.12 Die Industrieproduktion und der Welthandel, die für die Geschäftsentwicklung der PVA TePla AG von zentraler Bedeutung sind, blieben schwach. Zwar erholte sich die globale Industrieproduktion im Laufe des Jahres leicht, lag jedoch weiterhin deutlich unter den Höchstwerten der Vorjahre. Der Kieler Handelsindikator, der auf Echtzeitdaten des Containerverkehrs basiert, deutete für 2024 auf eine schwache Dynamik des Welthandels hin. Eine zögerliche Erholung der globalen Industrie- produktion wurde insbesondere durch die schwache internationale Nachfrage aus China gebremst. Die Einkaufsmanager- indizes für das verarbeitende Gewerbe blieben das gesamte Jahr über auf niedrigem Niveau, was auf eine weiterhin gedämpfte Entwicklung hinweist.13 Trotz herausfordernder Rahmenbedingungen boten sich im Geschäftsjahr 2024 in einigen Teilmärkten Geschäfts- und Wachstumschancen für PVA TePla. Allerdings blieben die Rahmenbedingungen für die gesamte Industrie durch hohe Energiepreise in vielen Regionen, gestiegene Produktionskosten und eine gedämpfte Investitionsbereitschaft an- spruchsvoll. 12 https://www.ifo.de/fakten/2024-12-12/ifo-konjunkturprognose-winter-2024-deutsche-wirtschaft-am-scheideweg https://www.ifw-kiel.de/de/publikationen/weltwirtschaft-im-winter-2024-im-zeichen-wirtschaftspolitischer-unsicherheit-33587/ 13 https://www.ifw-kiel.de/de/themendossiers/internationaler-handel/kiel-trade-indicator https://www.ifw-kiel.de/fileadmin/Dateiverwaltung/IfW-Publications/fis-import/b6400436-e48e-4080-8751-9b6736201b75-KKB_119_2024-Q4_ Welt_DE.pdf 96 | PVA TePla | Geschäftsbericht 2024 Erwartete Erholung im Euroraum: Prognosen deuten auf allmähliches Wachstum hin Nach einer kräftigen Erholung von den pandemiebedingten Rückgängen stagnierte das Wirtschaftswachstum im Euro- raum im Jahr 2024. Der Industriesektor, in dem die PVA TePla-Gruppe tätig ist, sah sich weiterhin herausfordernden Rahmenbedingungen gegenüber. Hohe Energiepreise, restriktive Finanzierungsbedingungen infolge der zuvor straffen Geldpolitik sowie eine anhaltend schwache internationale Nachfrage führten zu einer nahezu stagnierenden Entwicklung in zentralen Industriebereichen wie dem Maschinenbau und der Halbleiterindustrie. Besonders die gedämpfte Nachfrage in wichtigen Exportmärkten wie China belastete die außenwirtschaftlichen Impulse.14 Im weiteren Verlauf des Jahres 2024 deuteten sich Anzeichen für eine vorübergehende Stabilisierung der industriellen Nachfrage an, wenngleich sich die Dynamik im Sommerhalbjahr wieder etwas abschwächte. Der Rückgang der Inflation sowie erste geldpolitische Lockerungen verbesserten die Investitionsbedingungen für Unternehmen im Euroraum. Dies begünstigte insbesondere technologiegetriebene Industrien wie die Halbleiterbranche und andere Hightech-Sektoren, die zu den Kernmärkten der PVA TePla-Gruppe zählen. Während energieintensive Industrien weiterhin mit hohen Kosten zu kämpfen hatten, profitierte die Nachfrage nach Hightech-Anlagen und Produktionssystemen von einer stabileren Rohstoffversorgung sowie der fortschreitenden Elektrifizierung und Digitalisierung. Die strukturelle Notwendigkeit von Investitionen in Technologien zur Steigerung von Effizienz und Nachhaltigkeit blieb ein zentraler Wachstumstreiber für die Branchen, in denen die PVA TePla AG tätig ist.15 Dennoch blieb das Wirtschaftswachstum im Euroraum 2024 mit geschätzten 0,7% verhalten und nur leicht über den 0,5% des Vorjahres. Eine deutliche Beschleunigung auf etwa 1,4% wird erst für 2025 erwartet, wenn sich die globalen Konjunkturbedingungen weiter stabilisieren und die Investitionstätigkeit der Unternehmen zunimmt. 16 Die Inflation im Euroraum ging im Jahr 2024 von durchschnittlich 5,4% im Vorjahr auf geschätzte 2,4% zurück. Bis 2025 wird von der Europäischen Zentralbank ein weiterer Rückgang auf 1,9% prognostiziert, womit die Inflation wieder im Ziel- bereich liegen dürfte. Diese Entwicklung wurde durch zwar weiterhin hohe, aber rückläufige Energiepreise, eine Norma- lisierung der globalen Lieferketten sowie eine Abnahme des Preisdrucks in vielen Bereichen der Güterproduktion unter- stützt, wenngleich die Produktionskosten in einigen Bereichen nach wie vor hoch bleiben.17 Chinas Wirtschaft: Solides Wachstum mit Herausforderungen für Schlüsselindustrien Die chinesische Wirtschaft wuchs 2024 um 5,0%, angetrieben durch staatliche Konjunkturmaßnahmen wie Zinssen- kungen und eine gezielte Exportförderung.18 Trotz dieser Wachstumsimpulse bleibt China mit erheblichen strukturellen Herausforderungen konfrontiert. Besonders die anhaltende Immobilienkrise und die hohe Verschuldung von Unternehmen und Kommunen dämpften die Investitionstätigkeit in der Industrie.19 14 https://www.ifw-kiel.de/de/publikationen/deutsche-wirtschaft-im-winter-2024-kein-aufschwung-in-sicht-33589 15 https://www.ifw-kiel.de/de/publikationen/weltwirtschaft-im-winter-2024-im-zeichen-wirtschaftspolitischer-unsicherheit-33587 16 https://www.ecb.europa.eu/stats/ecb_surveys/survey_of_professional_forecasters/html/ecb.spf2024q4~ee6e2cd847.en.html 17 https://www.ecb.europa.eu/press/pr/date/2024/html/ecb.pr241018_1~9b5ce6a9bf.de.html 18 https://apnews.com/article/china-economy-gdp-exports-stimulus-7ae30cf2b48fa82c8e4feeee85483846 19 https://www.iwkoeln.de/studien/gero-kunath-regierung-sieht-risse-im-fundament.html PVA TePla | Geschäftsbericht 2024 | 97 Für die PVA TePla AG, deren Geschäftsfelder Anlagen für die Halbleiterproduktion, wie z.ꢀB. Materialsysnthese und -ver- edelung, sowie Metrologie-Systeme für verschiedene Industrien umfassen, bleibt der chinesische Markt ein bedeutender Faktor. Die Nachfrage in der chinesischen Halbleiterindustrie blieb bestehen, jedoch wirkten sich strukturelle Unsicher- heiten und eine zurückhaltende Investitionstätigkeit hemmend auf das Marktwachstum aus. Der verschärfte Technologiekonflikt zwischen den USA und China prägte auch 2024 und setzt sich 2025 fort. Die USA weiteten ihre Exportkontrollen weiter aus, um Chinas Zugang zu fortschrittlicher Halbleitertechnologie einzuschränken. Besonders betroffen sind chinesische Unternehmen, die auf moderne Chips und Fertigungstechnologien angewiesen sind. Während restriktivere Exportauflagen die Investitionstätigkeit chinesischer Kunden beeinträchtigen könnten, treiben chinesische Unternehmen den Ausbau lokaler Fertigungskapazitäten voran. Dies könnte die Nachfrage nach Halbleiter- fertigungsanlagen und Metrologiesystemen erhöhen. PVA TePla beobachtet die Entwicklungen genau und passt seine Strategie entsprechend an. China reagierte mit einer Ausweitung der staatlichen Förderung der Halbleiterindustrie. Neben dem 2024 aufgelegten 44,3-Milliarden-Euro-Fonds zur technologischen Unabhängigkeit wurden weitere Maßnahmen zur Stärkung der heimi- schen Chip-Produktion angekündigt. Zudem beschränkte China den Export wichtiger Rohstoffe für die Halbleiterfertigung.20 US-Wirtschaft bleibt widerstandsfähig – Investitionen als Wachstumstreiber Die US-Wirtschaft zeigte sich 2024 weiterhin robust. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) wuchs im dritten Quartal um 3,1%, angetrieben durch eine starke Binnennachfrage und Unternehmensinvestitionen.21 Für das Gesamtjahr 2024 wird laut Oktoberprognose des Internationalen Währungsfonds (IWF) ein Wachstum von 2,8% erwartet, während für 2025 eine ähnlich dynamische Entwicklung prognostiziert wird.22 Die restriktive Geldpolitik der US-Notenbank (Fed) wurde seit September 2024 schrittweise gelockert, nachdem zuvor mehrere Zinserhöhungen die Kreditkosten verteuert hatten. Das Investitionsklima blieb, insbesondere in technologie- intensiven Branchen, stabil. Staatliche Förderprogramme und die anhaltende Nachfrage nach Hochtechnologien treiben die Unternehmensausgaben weiter an. Die Inflationsrate lag im Dezember 2024 bei 2,9% und nähert sich damit dem Ziel der Zentralbank von 2% an. Dies könnte den geldpolitischen Lockerungszyklus 2025 weiter vorantreiben und somit positive Impulse für Investitionen setzen.23 Ein Wachstumstreiber war und ist der verstärkte Ausbau inländischer Produktionskapazitäten, insbesondere in strategisch wichtigen Industrien. Angesichts geopolitischer Spannungen und wirtschaftspolitischer Maßnahmen investieren Unter- nehmen verstärkt in neue Fertigungsstandorte innerhalb der USA, um sich unabhängiger von globalen Lieferketten zu machen. Dies betrifft vor allem die Halbleiterindustrie. Die verstärkten Investitionen in neue Produktionskapazitäten erhöhen die Nachfrage nach Prozesstechnologien und Qualitätssicherungssystemen entlang der gesamten Wertschöp- fungskette. Für PVA TePla eröffnet dies Potenziale im Bereich Prozesstechnologien und Qualitätssicherungssysteme, da steigende Investitionen in die Halbleiterproduktion auch eine höhere Nachfrage nach entsprechenden Anlagen und Messtechnologien nach sich ziehen. 20 https://www.reuters.com/technology/china-sets-up-475-bln-state-fund-boost-semiconductor-industry-2024-05-27/ https://www.handelsblatt.com/finanzen/maerkte/devisen-rohstoffe/gallium-germanium-china-stoppt-ausfuhr-von-halbleiter-rohstoffen-in-die-usa/ 100091402.html 21 https://tradingeconomics.com/united-states/gdp-growth 22 https://www.gtai.de/de/trade/usa-wirtschaft/wirtschaftsausblick 23 https://www.reuters.com/markets/us/fed-hold-now-eyes-strong-jobs-easing-inflation-2025-01-24/ 98 | PVA TePla | Geschäftsbericht 2024 Branchenentwicklung: Dynamisches Wachstum in der Halbleiterindustrie Der globale Halbleitermarkt setzte 2024 seinen Erholungskurs fort und wuchs um 19% auf einen Umsatz von 630 Milliarden US-Dollar. Für 2025 prognostizieren Marktanalysten ein weiteres Wachstum von rund 14%, sodass die Branche voraus- sichtlich die 700-Milliarden-Dollar-Marke überschreiten wird. Wachstumstreiber waren insbesondere Hochleistungsrechner für künstliche Intelligenz. Vor allem die steigende Nach- frage nach fortschrittlichen Chips und Speichertechnologien sorgte für hohe Investitionen in neue Produktionskapazi- täten.24 Die Marktentwicklung war weiterhin von regionalen Unterschieden geprägt. Die globale Halbleiterindustrie verzeichnete im dritten Quartal 2024 ein robustes Wachstum, wobei die Umsätze mit integrierten Schaltkreisen (ICs) im Vergleich zum Vorquartal um 12% stiegen. Für das Gesamtjahr 2024 wird ein Wachstum der IC-Verkäufe von über 20% erwartet, getrieben durch eine starke Nachfrage nach Speicherchips für Rechenzentren und allgemeine Preissteigerungen im Speichersegment. Trotz dieses Wachstums bleiben strukturelle Unsicherheiten in einigen Regionen bestehen. Insbeson- dere in China wirkt sich die Investitionszurückhaltung dämpfend auf das Wachstum einzelner Segmente aus.25 Dennoch setzten große Hersteller verstärkt auf den Ausbau und die Modernisierung von Fertigungsanlagen, um lang- fristig wettbewerbsfähig zu bleiben. Die weltweite Halbleiterfertigungskapazität erreichte 2024 ein neues Rekordniveau und dürfte sich 2025 weiter ausweiten.26 Für PVA TePla resultiert aus der beschriebenen Marktsituation eine verstärkte Nachfrage. Während sich dies noch nicht im Auftragseingang widerspiegelt, zeigen sich deutliche Investitionsabsichten bei Bestands- und Neukunden. Die anhaltenden Kapazitätserweiterungen in der Halbleiterindustrie bieten mittel- bis lang- fristig Potenzial für zusätzliche Wachstumsimpulse. 24 https://www.netzwoche.ch/news/2024-10-29/gartner-prognostiziert-globales-umsatzwachstum-der-halbleiterindustrie 25 https://www.all-electronics.de/markt/globale-halbleiterindustrie-waechst-im-3-quartal-2024-2-146.html 26 https://silicon-saxony.de/semi-globale-halbleiterindustrie-verzeichnet-starkes-wachstum-im-3-quartal-2024/ PVA TePla | Geschäftsbericht 2024 | 99 Geschäftsentwicklung Konzern Gesamtaussage des Vorstands Trotz der Herausforderungen eines anspruchsvollen makroökonomischen Umfelds haben wir unsere strategischen Ziele erreicht. Durch gezielte Investitionen in Technologie, Innovation und neue Kundenbeziehungen konnten wir unsere Wett- bewerbsposition im Geschäftsjahr 2024 weiter stärken. Ein bedeutender Schritt war auch die Gründung der PVA Techno- logy Hub GmbH, mit der wir unsere Forschungs- und Entwicklungskapazitäten erheblich erweitern konnten, um Inno- vationen schneller und effizienter voranzutreiben. Zudem haben wir unser Portfolio im Bereich optischer Inspektions- technologien durch gezielte Transaktionen ergänzt und unsere technologische Kompetenz weiterentwickelt. Parallel dazu investierten wir konsequent in zukunftsweisende Technologien und diversifizierten unser Portfolio, um neue Wachstumsfelder zu erschließen. Diese strategischen Maßnahmen trugen maßgeblich dazu bei, unser Marktprofil zu schärfen, unsere Wettbewerbsposition zu stärken und eine dynamische Geschäftsentwicklung zu fördern. Der Erfolg dieser Initiativen spiegelt sich auch in den finanziellen Kennzahlen wider. Der Konzernumsatz wuchs um rund 2,5% auf EUR 270,1 Mio., während die EBITDA-Marge 17,7% erreichte, was unseren operativen Fortschritt und die erfolg- reiche Umsetzung von Effizienzsteigerungsmaßnahmen unterstreicht. Für das Geschäftsjahr 2024 hatten wir einen Umsatz zwischen EUR 270 und 290 Mio. sowie ein EBITDA von EUR 47 bis 51 Mio. prognostiziert. Während der erzielte Umsatz mit EUR 270,1 Mio. leicht zulegte und am unteren Ende dieser Band- breite lag, stieg das EBITDA überproportional und bewegte sich solide innerhalb der prognostizierten Spanne – ein Beleg für unsere Profitabilität und die Widerstandsfähigkeit unseres Geschäftsmodells. Der Vorstand zeigt sich mit dieser Entwicklung insgesamt, insbesondere vor dem Hintergrund der verbesserten Profitabili- tät, zufrieden und sieht die eingeleitete Umsetzung der Innovations- und Wachstumsstrategie als wesentliche Grundlage für die langfristige Entwicklung des Unternehmens. Kennzahlen PVA TePla-Konzern 2023 2024 Veränderung Umsatz 263,4 270,1 +ꢀ2,5% Bruttoergebnis 77,5 88,0 +ꢀ13,5% EBITDA 41,5 47,8 +ꢀ15,2% EBITDA-Marge (in%) 15,8 17,7 +ꢀ1,9 pp EBIT 34,4 39,6 +ꢀ15,1% EBIT-Marge (in%) 13,0 14,7 +ꢀ1,7 pp Ergebnis vor Steuern 34,1 39,0 +ꢀ14,4% Ergebnis nach Steuern 24,4 27,1 +ꢀ11,1% Auftragslage Der Auftragsbestand der PVA TePla-Gruppe hat sich gegenüber dem hohen Niveau zum Vorjahresstichtag (EUR 278,3 Mio.) auf EUR 155,6 Mio. sichtbar reduziert. Wesentliche Gründe für den Rückgang sind neben der Entwicklung im Auftrags- eingang die hohe Anzahl von Auftragsrealisierungen im letzten Kalenderquartal des Geschäftsjahres sowie ein verän- derter Auftragsmix. Trotz des Rückgangs beurteilen wir die Nachfrage als robust. Der aktuelle Auftragsbestand bietet 100 | PVA TePla | Geschäftsbericht 2024 Auftragseingang 1.1.ꢀ–ꢀ31.12. in EUR Mio 66% 98,8 150,6 51,8 34% Semiconductor Systems Industrial Systems eine solide Planungsgrundlage für die weitere Geschäftsentwicklung und die Erreichung der Unternehmensziele. Dies gilt insbesondere vor dem Hintergrund kürzerer Durchlaufzeiten, die eine schnellere Umsetzung und Erfüllung bestehender Aufträge ermöglichen. Vom Auftragsbestand zum Bilanzstichtag entfielen EUR 80,8 Mio. auf den Geschäftsbereich Semiconductor Systems (VJ: EUR 174,3 Mio.) und EUR 74,8 Mio. auf den Geschäftsbereich Industrial Systems (VJ: EUR 103,9 Mio.). Der Auftragseingang lag mit EUR 150,6 Mio. deutlich um 32% unter dem Vorjahreswert von EUR 221,8 Mio. Dies ent- spricht einer Book-to-Bill-Ratio (also das Verhältnis von Auftragseingang zu Umsatzerlösen) von 0,56 (VJ: 0,84). Der Rückgang ist vor allem auf eine zyklische Nachfrageschwäche in der Halbleiterindustrie zurückzuführen. Während der Gesamtmarkt wuchs, wurden viele Bestellungen aus bestehenden Lagerbeständen bedient, was die Investitionstätigkeit in neue Produktionsanlagen vorübergehend bremste. Darüber hinaus haben einige Kunden ihre Investitionsstrategien angepasst, indem sie geplante Projekte verschoben oder schrittweise statt in großen Volumina realisiert haben. Der Geschäftsbereich Semiconductor Systems verzeichnete einen Auftragseingang von EUR 98,8 Mio. (VJ: EUR 142,4 Mio.). Innerhalb des Segments hatten Metrologiesysteme wiederum einen hohen Anteil am Auftragseingang. Der Auftragseingang im Geschäftsbereich Industrial Systems erreichte EUR 51,8 Mio. (VJ: EUR 79,4 Mio.). Hier zeigte sich eine stärkere Nachfrage insbesondere bei Technologien für die Luft- und Raumfahrt, die Medizintechnik und die optische Industrie. Umsatz und Ertragslage Trotz herausfordernder Marktbedingungen konnten wir unseren Umsatz im Berichtszeitraum leicht um 2,5% auf EUR 270,1 Mio. (VJ: EUR 263,4 Mio.) steigern. Diese Entwicklung ist im Wesentlichen auf unsere gezielte Wachstumsstrategie in unseren Kernmärkten und den hohen Auftragsbestand aus dem Vorjahr zurückzuführen. Der weltweite Halbleiter- markt verzeichnete zwar ein Wachstum, dieses war jedoch stark vom Abverkauf bestehender Lagerbestände getrieben, während die Investitionen in neue Produktionskapazitäten zurückhaltender ausfielen. In den für PVA TePla relevanten Segmenten zeigte sich eine differenzierte Entwicklung: Das starke Wachstum im Produktbereich Metrologie hat die geringere Nachfrage in der Kristallzucht ausgeglichen und unterstreicht die Flexibilität unseres Geschäftsmodells. Wir haben uns erfolgreich an veränderte Marktbedingungen angepasst und unsere Marktposition in strategischen Zukunfts- feldern weiter gestärkt, indem wir neue Anwendungsfelder für unsere Produkte erschlossen haben. PVA TePla | Geschäftsbericht 2024 | 101 Umsatzanteile weltweit Vergleich 2023ꢀ–ꢀ2024 in % 31% Europa VJ 47% 1% übrige Regionen VJ 1% 55% Asien 13% Nordamerika VJ 43% VJ 9% Asien bleibt größter Absatzmarkt, solide Entwicklung in Europa In der regionalen Betrachtung war der asiatische Markt mit einem Umsatzanteil von 55% (VJ: 43%) erneut der größte Absatzmarkt. Innerhalb Asiens waren die wichtigsten Märkte China, Singapur, Hongkong und Taiwan. Die Bedeutung Chinas geht aber über den direkten Absatz hinaus. Als zentraler Akteur in der globalen Halbleiter-Wertschöpfungskette beeinflusst die Entwicklung des chinesischen Marktes auch die Investitionstätigkeit in anderen Regionen. Während der Umsatzanteil in Europa auf 31% (VJ: 47%) zurückging, wuchs das Geschäft in Nordamerika spürbar auf 13% (VJ: 9%). Dieses Wachstum resultierte unter anderem aus dem Auf- und Ausbau lokaler Vertriebsstrukturen sowie verstärkten Investitionen in die US-Halbleiterproduktion im Zuge des CHIPS and Science Act. Diese Entwicklung spiegelt wider, dass die starken Investitionsaktivitäten im Halbleitermarkt, die im Vorjahr unter anderem in Deutschland stattfanden, im aktuellen Berichtszeitraum verstärkt in Asien – insbesondere in Singapur – fortgeführt wurden. Gleichzeitig blieben Investitionsentscheidungen in Europa aufgrund der aktuellen Marktsituation zurückhaltender. Bruttomarge erneut verbessert Die Herstellungskosten des Umsatzes sind um 2,1% auf EUR 182,1 Mio. (VJ: EUR 185,9 Mio.) leicht gesunken. Dies ist auf einen veränderten Produktmix mit einem höheren Anteil an margenstärkeren Metrologiesystemen zurückzuführen. Zudem zeigen Effizienzsteigerungen an verschiedenen Produktionsstandorten, welche u.ꢀa. die Umstellung auf modulare Fertigungskonzepte, die Reduzierung von Fertigungszeiten durch die Einführung von Taktschritten inkl. Reduzierung der Umlaufbestände sowie die Implementierung eines smarten Shopfloormanagements umfassen, positive Effekte. Auch Einkaufsprozesse wurden z.B. durch die Vereinbarung von Rahmenverträgen verbessert. Entsprechend verbesserte sich das Bruttoergebnis vom Umsatz deutlich um 13,5% auf EUR 88,0 Mio. (VJ: EUR 77,5 Mio.). Die Bruttomarge stieg ebenfalls signifikant auf 32,6% (VJ: 29,4%). Diese Entwicklung ist eine Bestätigung für die erfolg- reiche Umsetzung unserer strategischen Maßnahmen. 102 | PVA TePla | Geschäftsbericht 2024 Senkung der Vertriebskosten, planmäßige Erhöhung der Verwaltungskosten sowie der Kosten für Forschung und Entwicklung Die Vertriebskosten sanken um 3,1% auf EUR 18,5 Mio. (VJ: EUR 19,1 Mio.). Dies entspricht einer Quote von 6,8% des Um- satzes (VJ: 7,3%). Hierzu trugen der Ausbau eigener Vertriebsstrukturen und eine effizientere Vertriebssteuerung bei. Durch den verstärkten Einsatz eigener Vertriebsressourcen konnte zudem das Provisionsniveau gesenkt werden. Gleichzeitig stiegen die allgemeinen Verwaltungskosten deutlich um 32,9% auf EUR 20,6 Mio. (VJ: EUR 15,5 Mio.). Neben gezielten Investitionen in den Personalaufbau zur Vorbereitung des mittelfristig geplanten Wachstums führten gestiegene regulatorische Anforderungen zu Mehraufwendungen. Diese betrafen insbesondere die Umsetzung neuer Compliance- Anforderungen, darunter erweiterte Berichtspflichten sowie Maßnahmen zur Einhaltung verschärfter ESG- und Nach- haltigkeitsregularien. Darüber hinaus erhöhten gestiegene Beratungs- und Personalbeschaffungskosten die Verwaltungs- aufwendungen, da wir verstärkt auf externe Expertise zurückgreifen, um gezielt Fachkräfte für strategische Schlüssel- positionen rekrutieren. Die Forschungs- und Entwicklungskosten (F&E), die sich im Wesentlichen aus Personal- und Materialaufwand sowie Ab- schreibungen auf Sachanlagen zusammensetzen, stiegen deutlich auf EUR 11,7 Mio. (VJ: EUR 9,5 Mio.) und lagen damit um EUR 2,2 Mio. über dem Vorjahreswert. Die F&E-Quote erhöhte sich dementsprechend spürbar von 3,6% auf 4,3% und spiegelt unsere verstärkten Investitionen in Innovationen wider. Soweit Entwicklungstätigkeiten im Rahmen von Kundenaufträgen erfolgen, werden diese projektbezogen mit den Kunden abgerechnet und sind nicht Bestandteil der F&E-Kosten. Der Anstieg der F&E-Aufwendungen resultiert vor allem aus der konsequenten Umsetzung unserer Strategie, die auf eine breitere Ausrichtung unserer Aktivitäten abzielt. Neben unseren etablierten Geschäftsfeldern entwickeln wir verstärkt zukunftsweisende Anwendungsfelder mit hohem Wachstums- potenzial. Dazu gehören insbesondere neue Fertigungstechnologien und Prozesslösungen, die in den Bereichen Digita- lisierung, Mobilität und Dekarbonisierung Anwendung finden. Informationen zu unseren Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten im Berichtszeitraum finden sich im Kapitel „Grund- lagen des Konzerns – Forschung und Entwicklung“. Die sonstigen betrieblichen Erträge lagen geringfügig unter dem Vorjahresniveau bei EUR 5,0 Mio. (VJ: EUR 5,8 Mio.) und beinhalten i.ꢀW. Erträge aus Fördermitteln sowie Wechselkursgewinne, während die sonstigen betrieblichen Aufwendungen aufgrund von geringeren Wechselkurseffekten deutlich um 45,8% auf EUR 2,6 Mio. (VJ: EUR 4,8 Mio.) sanken. Ergebniskennzahlen steigen überproportional zum Umsatz Das EBITDA wuchs deutlich um 15,2% auf EUR 47,8 Mio. (VJ: EUR 41,5 Mio.), was eine spürbare Verbesserung der Profi- tabilität widerspiegelt. Auch die EBITDA-Marge stieg auf 17,7% und lag damit über dem bereits starken Vorjahreswert von 15,8%. Das Betriebsergebnis (EBIT) verbesserte sich ebenfalls um 15,1% auf EUR 39,6 Mio. (VJ: EUR 34,4 Mio.). Die EBIT-Marge verbesserte sich entsprechend deutlich auf 14,7% (VJ: 13,1%). Diese Entwicklung resultiert sowohl aus dem Umsatzwachstum als auch aus der höheren Bruttomarge und einer verbesserten Vertriebskostenquote. Das Finanzergebnis von EUR –ꢀ0,6 Mio. (VJ: EUR –ꢀ0,3 Mio.) ist auf deutlich gestiegene Finanzaufwendungen in Höhe von EUR 2,3 Mio. (VJ: EUR 1,0 Mio.) zurückzuführen, denen auch signifikant höhere Finanzerträge von EUR 1,7 Mio. (VJ: EUR 0,7 Mio.) gegenüberstehen. Die Zunahme der Finanzaufwendungen resultiert im Wesentlichen aus Zins- und Trans- aktionskosten, die im Rahmen der neu verhandelten Konsortialkreditlinien angefallen sind, während die Finanzerträge vor allem durch höhere Zinserträge anstiegen. PVA TePla | Geschäftsbericht 2024 | 103 Das Ergebnis vor Steuern belief sich auf EUR 39,0 Mio., was einem signifikanten Anstieg von 14,2% gegenüber dem Vor- jahr (EUR 34,1 Mio.) entspricht. Nach Abzug der Ertragsteuern in Höhe von EUR 11,9 Mio. (VJ: EUR 9,7 Mio.) ergibt sich ein Jahresüberschuss von EUR 27,1 Mio. – eine solide Steigerung von 10,8% im Vergleich zum Vorjahr (EUR 24,4 Mio.). Das Ergebnis je Aktie erhöhte sich entsprechend auf EUR 1,25 (VJ: EUR 1,12). Die Effekte aus dem im Geschäftsjahr 2024 gestarteten Aktienrückkaufprogramm werden in Kapitel H. des Konzern- anhangs erläutert. Geschäftsentwicklung in den Segmenten Kennzahlen Segmente in TEUR Semiconductor Systems Industrial Systems 2023 2024 +/– 2023 2024 +/– Umsatz 186.070 187.578 +ꢀ0,8% 77.376 82.537 +ꢀ6,7% EBITDA 33.975 40.171 +ꢀ18,2% 13.117 14.085 +ꢀ7,4% EBIT 30.937 35.689 +ꢀ15,4% 10.278 12.070 +ꢀ17,4% Kosten der Holding 2023 (TEUR) 2024 (TEUR) +/– (%) –ꢀ6.836 –ꢀ8.156 19,3% Wir haben in der Holding gezielt Maßnahmen ergriffen, um die Organisation optimal auf das zukünftige Wachstum aus- zurichten. Die Holdingkosten umfassen insbesondere zentrale Verwaltungs-, Steuerungs- und Managementaufwen- dungen, darunter Personal- und IT-Kosten sowie externe Beratungsleistungen. Dazu gehörten der Ausbau der Personal- strukturen, gezielte Investitionen in die IT-Infrastruktur sowie verstärkte Beratungsleistungen. Diese Maßnahmen führten zu einem deutlichen Anstieg der Holdingkosten um 19,3% auf EUR 8,2 Mio. Im Geschäftsjahr 2024 beliefen sich die in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung erfassten Forschungs- und Entwicklungskosten der PVA TePla Gruppe auf EUR 11,7 Mio. (VJ: EUR 9,5 Mio.). Der Großteil in Höhe von EUR 11,0 Mio. (VJ: EUR 9,2 Mio.) entfiel auf den Geschäftsbereich Semiconductor Systems, dessen Anlagen- und Systementwicklung eine kontinuierliche technologische Weiterentwick- lung erfordert. Hierzu trägt auch die neugegründete PVA Technology Hub GmbH maßgeblich bei. Im Geschäftsbereich Industrial Systems erfolgt Forschung und Entwicklung überwiegend im Rahmen von kundenindivi- duellen Projekten, weshalb nur ein Teil der Aufwendungen in den F&E-Kosten erfasst wird. Diese betrugen EUR 0,6 Mio. (VJ: EUR 0,3 Mio.). Zudem wurden EUR 0,1 Mio. (VJ: EUR 0,02 Mio.) an F&E-Kosten innerhalb der Holding verbucht, die keinem Segment direkt zugeordnet sind. 104 | PVA TePla | Geschäftsbericht 2024 Im Segment Semiconductor Systems setzte sich das Wachstum fort. Der Umsatz stieg im Geschäftsjahr 2024 leicht um 0,8% auf EUR 187,6 Mio. (VJ: EUR 186,1 Mio.). Getragen wurde dieser Anstieg insbesondere von einer anhaltend hohen Nachfrage nach Systemen für die akustische Messtechnik, wie zum Beispiel Ultraschall-Mikroskopie sowie die Abarbei- tung des Auftragsbestand im Bereich der Materialsynthese, darunter Kristallzucht-Anlagen. Diese Technologien werden in zunehmendem Maße für hochpräzise Anwendungen in der Halbleiterfertigung und in der Qualitätssicherung benötigt, was sich positiv auf die Geschäftsentwicklung ausgewirkt hat. Besonders hervorzuheben ist der überproportionale Anstieg des EBITDA um 18,2% auf EUR 40,2 Mio. (VJ: EUR 34,0 Mio.), was sich in einer Erhöhung der EBITDA-Marge auf 21,4% (VJ: 18,3%) widerspiegelt. Auch das Betriebsergebnis (EBIT) entwickelte sich positiv und erreichte EUR 35,7 Mio., ein Anstieg um 15,4% gegenüber dem Vorjahr (EUR 30,9 Mio.). Dieser ist im Wesentlichen auf den geänderten Produkt- mix hin zu margenstärkeren Produkten zurückzuführen. Der Geschäftsbereich Industrial Systems konnte seine positive Entwicklung ebenfalls fortsetzen. Der Umsatz wuchs nicht unerheblich um 6,7% von EUR 77,4 Mio. auf EUR 82,5 Mio. Besonders stark war die Nachfrage nach Fügetechnologien und Oberflächenbearbeitungslösungen, die zunehmend in industriellen Produktionsprozessen eine zentrale Rolle spielen. Hier profitierte das Segment insbesondere von steigenden Investitionen in Automatisierung und Qualitätssicherung in verschiedenen Industriebereichen. Das EBITDA legte aufgrund des höheren Umsatzniveaus um 7,4% auf EUR 14,1 Mio. zu (VJ: EUR 13,1 Mio.), was zu einer EBITDA-Marge von 17,1% führte (VJ: 17,0%). Auch das Betriebsergebnis (EBIT) ver- zeichnete einen signifikanten Zuwachs und lag mit EUR 12,1 Mio. um 17,4% über dem Vorjahresniveau von EUR 10,3 Mio. PVA TePla | Geschäftsbericht 2024 | 105 Finanzlage Im Berichtszeitraum konnten wir unsere Finanzlage deutlich verbessern. Die liquiden Mittel stiegen signifikant, was ins- besondere auf den positiven Cashflow aus der betrieblichen Tätigkeit zurückzuführen ist. Grundsätze und Ziele des Finanzmanagements Im Geschäftsjahr 2024 wurden im Rahmen einer Neuverhandlung des Konsortialkreditvertrags wesentliche Anpassungen vorgenommen. Diese betreffen insbesondere das vereinbarte Kreditvolumen, die Vertragsdauer sowie den spezifischen Finanzierungszweck einer der zur Verfügung gestellten Kreditlinien. Im Vergleich zum Vorjahr umfasst der Kreditrahmen nun zusätzlich eine Komponente zur langfristigen Investitionsfinanzierung. Die geplanten Investitionen konzentrieren sich auf den weiteren Ausbau des Anlagevermögens im Einklang mit der Budgetplanung. Die Anpassungen stehen im Einklang mit der strategischen Finanzplanung und sichern nachhaltig die Liquidität sowie die finanzielle Flexibilität der PVA TePla-Gruppe. Die zinsabhängigen Konditionen, die an die Erreichung definierter Finanz - kennzahlen geknüpft sind, bleiben im Vergleich zum vorherigen Vertrag unverändert. Das Finanzmanagement der PVA TePla Gruppe ist zentral in der Konzernmutter gebündelt. Eine Cashpool-Struktur stellt sicher, dass die wesentlichen Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente auf den Hauptkonten der Muttergesellschaft konzentriert werden. Gleich- zeitig regeln Intercompany-Darlehensverträge konzerninterne Finanzierungsströme effizient. Zur Absicherung von Fremdwährungsrisiken setzt PVA TePla gezielt derivative Finanzinstrumente ein. Die Steuerung erfolgt durch das zentrale Treasury, das für operative Tochtergesellschaften agiert und ausschließlich Zahlungsströme aus bestehenden Kundengeschäften mittels Devisenterminkontrakten absichert. Der Konsortialkreditvertrag der Konzernmutter dient als zentrale Finanzierungsquelle der Gruppe und gewährleistet langfristige Liquiditätssicherheit. Die zinsabhängigen Konditionen, die an die Erreichung definierter Finanzkennzahlen geknüpft sind, bleiben im Vergleich zum vorherigen Vertrag unverändert. 106 | PVA TePla | Geschäftsbericht 2024 Cashflow-Entwicklung Der Cashflow aus der betrieblichen Tätigkeit erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahr erheblich und belief sich auf EUR 46,2 Mio. (VJ: EUR 2,0 Mio.). Diese deutliche Verbesserung resultierte vor allem aus der Entwicklung des Working Capitals und dem positiven Geschäftsverlauf. Gleichzeitig gingen die Ertragsteuerzahlungen gegenüber dem Vorjahr zurück, was ebenfalls einen positiven Einfluss hatte. Der Mittelabfluss aus der Investitionstätigkeit betrug EUR –ꢀ23,3 Mio. (VJ: EUR –ꢀ10,8 Mio.). Der Anstieg unserer Inves- titionsauszahlungen ist insbesondere auf erhöhte Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen zurückzuführen, die sich auf EUR –ꢀ24,2 Mio. (VJ: EUR –ꢀ11,3 Mio.) beliefen. Diese Investitionen betrafen vor allem den Ausbau unserer Kapazitäten an den Standorten Wettenberg und Schio sowie den Aufbau des PVA Technology Hub als neues Entwicklungszentrum. Demgegenüber standen Einzahlungen aus dem Abgang von Finanzanlagen in Höhe von EUR 3,0 Mio. sowie Zinseinzahlungen von EUR 0,7 Mio. Der Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit lag im Geschäftsjahr 2024 bei EUR -6,0 Mio. (VJ: EUR 7,3 Mio.). Während im Vorjahr noch ein positiver Finanzierungscashflow verzeichnet wurde, führten im Berichtsjahr insbesondere Auszahlungen für den Rückkauf eigener Aktien (EUR -4,0 Mio.) sowie Zinszahlungen zu einem negativen Finanzierungsbeitrag. Gleichzeitig haben wir neue Finanzkredite in Höhe von EUR 5,9 Mio. aufgenommen, was den Mittelabfluss teilweise kompensierte. Entwicklung der Zahlungsmittelbestände Die liquiden Mittel der PVA TePla-Gruppe erhöhten sich im Berichtsjahr deutlich um EUR 17,4 Mio. auf EUR 31,4 Mio. (VJ: EUR 14,0 Mio.). Zusätzlich wurden kurzfristige Finanzvermögenswerte in Höhe von EUR 6,0 Mio. ausgewiesen, die im Vorjahr aufgrund ihrer Laufzeit noch als langfristige Vermögenswerte klassifiziert waren. Wechselkursänderungen hat- ten zudem einen positiven Einfluss von EUR 0,5 Mio. auf den Zahlungsmittelbestand. Die Finanzverbindlichkeiten resultieren im Wesentlichen aus der Inanspruchnahme von Krediten im Rahmen des beste- henden Konsortialkreditvertrags, dessen genutzte Kreditlinien eine Restlaufzeit von 1 bis 5 Jahren aufweisen. Die Ver- zinsung ist variabel und orientiert sich am 3-Monats-EURIBOR, ergänzt um eine vertraglich definierte Zinsmarge, die von bestimmten Finanzkennzahlen abhängt. Zum Bilanzstichtag 2024 verfügte die PVA TePla-Gruppe über frei verfügbare liquide Mittel in Höhe von EUR 180,9 Mio., bestehend aus Zahlungsmitteln von EUR 31,4 Mio. sowie noch frei verfügbaren Kreditlinien in Höhe von EUR 149,5 Mio. Die Gesamtsumme der zugesagten, aber nicht genutzten Kreditlinien beläuft sich auf EUR 235,1 Mio., wovon EUR 85,6 Mio. auf Avalkreditlinien und EUR 149,5 Mio. auf revolvierende sowie Investitionskredite entfallen. Die Nettofinanzposition (Saldo aus Zahlungsmitteln und kurz- sowie langfristigen Finanzverbindlichkeiten) verbesserte sich im Vergleich zum Vorjahr deutlich und beträgt zum 31. Dezember 2024 EUR 6,8 Mio. (VJ: EUR –ꢀ5,8 Mio.). PVA TePla | Geschäftsbericht 2024 | 107 Vermögenslage Die Bilanzsumme sank gegenüber dem 31. Dezember 2023 um 0,9% auf EUR 299,5 Mio. (VJ: EUR 302,4 Mio.). Kurzfristige Vermögenswerte reduzierten sich von EUR 223,2 Mio. um EUR 18,1 Mio. auf EUR 205,1 Mio. Mit der Finalisierung von Projekten mit langen Durchlaufzeiten gingen die Vorräte um EUR 10,1 Mio. auf EUR 84,5 Mio. (VJ: EUR 94,6 Mio.) wie auch die Vertragsvermögenswerte um EUR 7,2 Mio. auf EUR 28,8 Mio. (VJ: EUR 36,0 Mio.) zurück. Forderungen und sonstige finanzielle Vermögenswerte sanken ebenfalls spürbar um EUR 11,8 Mio. auf EUR 59,9 Mio. (VJ: EUR 71,7 Mio.), hier im Wesentlichen infolge geringerer geleisteter Anzahlungen und unbedingter Zahlungsansprüche aus Anzahlungen. Gegenläufig wirkt die Umgliederung von Wertpapieren in Höhe von EUR 6 Mio. in den Kurzfristbereich. Die langfristigen Vermögenswerte hingegen stiegen um EUR 15,1 Mio. auf EUR 94,3 Mio. (VJ: EUR 79,2 Mio.). Ursächlich für den Anstieg ist die fortgesetzte Investitionstätigkeit in die Gebäude in Wettenberg und Italien sowie in Demo- und Forschungsanlagen (EUR +16,9 Mio.). Ebenfalls gegenläufig wirkt die Umgliederung von Wertpapieren von lang- in kurz- fristig. Die kurzfristigen Schulden reduzierten sich von EUR 138,1 Mio. auf EUR 104,3 Mio., insbesondere durch einen Rückgang der Vertragsverbindlichkeiten um EUR 33,9 Mio. auf EUR 61,4 Mio. (VJ: EUR 95,3 Mio.). Die Verbindlichkeiten aus Liefe- rungen und Leistungen sanken ebenfalls um EUR 4,3 Mio. auf EUR 14,5 Mio. (VJ: EUR 18,8 Mio.), was unter anderem auf geringere Einkaufsaktivitäten im Vergleich zum Vorjahr zurückzuführen ist. Demgegenüber erhöhten sich die langfristigen Schulden von EUR 36,9 Mio. auf EUR 44,9 Mio., hauptsächlich durch einen Anstieg der Finanzverbindlichkeiten von EUR 14,5 Mio. auf EUR 22,0 Mio. Das Eigenkapital stieg deutlich auf EUR 150,3 Mio. (VJ: EUR 127,4 Mio.), wodurch sich die Eigenkapitalquote auf 50,2% (VJ: 42,1%) erhöhte. Dies zeigt eine stärkere finanzielle Stabilität und eine verbesserte Kapitalstruktur. 108 | PVA TePla | Geschäftsbericht 2024 Kurzbericht zum Einzelabschluss der PVA TePla AG Der Einzelabschluss der PVA TePla AG wurde nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) in der geltenden Fassung erstellt. Der „Kurzbericht zum Einzelabschluss der PVA TePla AG“ ergänzt den Konzernabschluss, indem er spezifische Informationen zur finanziellen Lage und zur Geschäftsentwicklung der Muttergesellschaft liefert. Der Bericht umfasst zentrale Angaben zu Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der PVA TePla AG sowie Informationen zu wesentlichen Ereignissen nach dem Bilanzstichtag. Er dient der Verdeutlichung der finanziellen Beziehungen zwischen der Muttergesellschaft und ihren Tochtergesellschaften und bildet die Grundlage für die Gewinnverwendung. Die Bilanzierung erfolgt nach den Grundsätzen ordnungsgemäßer Buchführung und unter Beachtung der deutschen Rechnungslegungsvorschriften. Steuerung Für die Steuerung der Gesellschaft ist das Betriebsergebnis die zentrale Steuerungsgröße. Wirtschaftslage der PVA TePla AG Die Gesellschaft erbringt Dienstleistungen für andere Konzernunternehmen. Die Umsatzerlöse der PVA TePla AG resul- tieren im Wesentlichen aus Dienstleistungsentgelten von Tochterunternehmen. Zum Bilanzstichtag beschäftigte die Gesellschaft 83 Mitarbeitende (VJ: 68). Im Geschäftsjahr 2024 verzeichnete die PVA TePla AG ein deutliches Umsatzwachstum von rund 22,6% auf EUR 18,7 Mio. (VJ: EUR 15,3 Mio.). Die Umsätze der PVA TePla AG sind nahezu ausschließlich konzerninterner Natur und umfassen interne Dienstleistungen, Schutzrechte und Raummieten. Die Gesamtleistung lag mit EUR 19,1 Mio. ebenfalls spürbar über dem Vorjahresniveau (VJ: EUR 16,2 Mio.). Sonstige betriebliche Erträge betrugen EUR 1,6 Mio., nach EUR 2,9 Mio. im Vorjahr und sind damit spürbar gesunken. Der Materialaufwand belief sich auf EUR 0,4 Mio. (VJ: EUR 0,9 Mio.). Der Personalaufwand stieg auf EUR 9,1 Mio. (VJ: EUR 7,5 Mio.), wobei insbesondere die Aufwendungen für Altersversorgung mit EUR 1,8 Mio. (VJ: EUR 224 Tsd.) deutlich gestiegen sind. Die Abschreibungen lagen mit EUR 1,5 Mio. merklich über dem Niveau des Vorjahres (VJ: EUR 1,1 Mio.). Sonstige betrieb- liche Aufwendungen stiegen deutlich auf EUR 16,6 Mio. (VJ: EUR 13,0 Mio.), wobei insbesondere die Einmaleffekte aus dem Neuabschluss des Konsortialdarlehensvertrags sowie gestiegene Energiekosten einen Einfluss hatten. Das Betriebsergebnis (EBIT) sank deutlich und lag bei EUR –ꢀ7,0 Mio. (VJ: EUR –ꢀ3,5 Mio.). Das Finanzergebnis stieg sehr stark auf EUR 45,6 Mio. (VJ: EUR 24,9 Mio.) und ist weiterhin maßgeblich von Erträgen aus Ergebnisabführungsverträgen mit Tochterunternehmen geprägt. Nach Abzug von Steuern weist die PVA TePla AG für das Geschäftsjahr 2024 einen Jahresüberschuss von EUR 26,8 Mio. aus (VJ: EUR 14,7 Mio.). Nach Verrechnung mit dem bestehenden Gewinnvortrag und unter Berücksichtigung der erwor- benen eigenen Anteile (EUR 3,6 Mio.) ergibt sich ein Bilanzgewinn von EUR 94,2 Mio. (VJ: EUR 71,0 Mio.), der auf neue Rechnung vorgetragen werden soll. PVA TePla | Geschäftsbericht 2024 | 109 Vermögenslage Die Bilanzsumme erhöhte sich im Berichtszeitraum von EUR 144,1 Mio. auf EUR 204,5 Mio. Das Anlagevermögen resultiert überwiegend aus Sachanlagen, darunter vor allem Grundstücke und Gebäude, deren bilanzieller Wert zum Bilanzstichtag EUR 21,4 Mio. betrug (VJ: EUR 18,6 Mio.), sowie Finanzanlagen in Höhe von EUR 34,6 Mio. (VJ: EUR 37,8 Mio.), die vor allem Anteile an verbundenen Unternehmen und Wertpapiere umfassen. Die im Vorjahr ausgewiesenen Wertpapiere in Höhe von EUR 9,0 Mio. wurden im Berichtszeitraum auf EUR 6,0 Mio. reduziert. Das Umlaufvermögen von EUR 143,9 Mio. (VJ: EUR 84,8 Mio.) beinhaltet im Wesentlichen den Forderungsbestand, ins- besondere gegen verbundene Unternehmen (EUR 114,0 Mio., VJ: EUR 68,1 Mio.) sowie den Kassenbestand von EUR 26,1 Mio. (VJ: EUR 11,8 Mio.). Die Passivseite ist im Wesentlichen durch das Eigenkapital in Höhe von EUR 117,8 Mio. (VJ: EUR 94,9 Mio.) sowie Ver- bindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten in Höhe von EUR 16,0 Mio. (VJ: EUR 13,2 Mio.) und gegenüber verbundenen Unternehmen in Höhe von EUR 51,5 Mio. (VJ: EUR 21,3 Mio.) bestimmt. Der Anstieg der Bankverbindlichkeiten steht im Zusammenhang mit einer langfristigen Finanzierung der Investitionen in Gebäude und Infrastruktur. Der deutliche Anstieg der Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen resultiert vor allem aus den Cash-Pooling-Vereinbarungen mit den einzelnen Tochtergesellschaften. Steuerrückstellungen lagen mit EUR 4,3 Mio. ebenfalls deutlich über dem Vorjahreswert von EUR 0,3 Mio. Zum Bilanzstichtag lag die Eigenkapitalquote bei 57,6% (VJ: 66,0%) und ist somit deutlich gesunken. Finanzlage Die Finanzlage der PVA TePla AG hat sich im Geschäftsjahr 2024 insgesamt deutlich verbessert. Die Zahlungsmittel stiegen signifikant von EUR 11,8 Mio. im Vorjahr auf EUR 26,1 Mio. Parallel dazu nahmen die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten moderat von EUR 13,2 Mio. auf EUR 16,0 Mio. zu. Dies resultiert aus der gezielten Inanspruchnahme des Konsortialkredits zur Finanzierung strategischer Investitionen. Durch diese Entwicklung verbesserte sich die Nettofinanzposition erheblich von EUR –ꢀ1,4 Mio. auf EUR +ꢀ10,1 Mio., was die finanzielle Stabilität weiter stärkt. Zudem wurde im Geschäftsjahr 2024 ein neuer Konsortialkreditvertrag abge- schlossen, dessen wesentliche Konditionen im Konzernbericht erläutert sind. Der Saldo aus Forderungen und Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen erhöhte sich deutlich von EUR 46,8 Mio. auf EUR 62,6 Mio. Diese Entwicklung reflektiert intensivere konzerninterne Finanz- und Leistungsbeziehungen im Rahmen der strategischen Geschäftsentwicklung. 110 | PVA TePla | Geschäftsbericht 2024 Risiken und Chancen Da die Gesellschaft als Holding der PVA TePla-Gruppe fungiert, entsprechen die Risiken und Chancen der PVA TePla AG im Wesentlichen denen des Konzerns. Wir verweisen insofern auf den Abschnitt „Risiken und Chancen“ im zusammen- gefassten Lagebericht. Gewinnverwendung Der Einzelabschluss der PVA TePla AG weist zum 31. Dezember 2024 (nach handelsrechtlichen Vorschriften) einen Jahres- überschuss in Höhe von EUR 26,8 Mio. (VJ: EUR 14,7 Mio.) sowie einen Bilanzgewinn in Höhe von EUR 94,1 Mio. (VJ: EUR 71,0 Mio.) aus. Vorstand und Aufsichtsrat schlagen vor, den im Jahresabschluss 2024 ausgewiesenen Bilanzgewinn für einen Vortrag auf neue Rechnung in gleicher Höhe zu verwenden. Für das Geschäftsjahr 2024 soll keine Dividende aus- geschüttet werden. Entnahmen aus der Kapital- sowie der Gewinnrücklage (mit Ausnahme von 22 TEUR im Rahmen des Aktienrückkaufprogramms) wurden nicht getätigt. Prognose Für das Geschäftsjahr 2025 erwarten wir ein Betriebsergebnis in etwa auf Vorjahresniveau. Hinsichtlich der konjunkturellen und marktspezifischen Entwicklungen verweisen wir auf den Prognosebericht des Konzerns. ꢁ PVA TePla | Geschäftsbericht 2024 | 111 Risiko- und Chancenbericht Unsere Risiko- und Chancenpolitik verfolgt das Ziel, nachhaltiges Wachstum zu sichern und den Unternehmenswert zu steigern. Dabei steuern wir Risiken aktiv, um unangemessene Gefährdungen zu vermeiden, während wir gleichzeitig Chancen identifizieren und nutzen, um unsere Wettbewerbsfähigkeit zu stärken. Risikomanagement ist ein integraler Bestandteil unserer Unternehmensstrategie und wird kontinuierlich weiterentwickelt. Wir agieren in einem dynamischen Marktumfeld, das sowohl Risiken als auch Chancen mit sich bringt. Risiken sind poten - zielle Ereignisse, die unsere finanzielle Stabilität oder Ertragsfähigkeit beeinträchtigen können. Chancen hingegen bieten Potenzial zur Verbesserung unserer Marktposition oder zur Steigerung der Profitabilität. Eine Verrechnung erfolgt nicht; vielmehr bewerten und steuern wir beide Aspekte separat. Wir berichten über Risiken, deren Eintreten einen erheblichen negativen Einfluss auf unsere Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben könnte. Dabei ist nicht auszuschließen, dass wir weiteren Risiken ausgesetzt sind, die derzeit noch nicht bekannt sind oder zum aktuellen Zeitpunkt als nicht wesentlich eingestuft werden. Gleichzeitig ergeben sich aufgrund unseres dynamischen Marktumfelds kontinuierlich weitere Chancen, die einzeln be- trachtet nicht wesentlich sind, in der Summe aber deutliche Wachstumsimpulse liefern können. Unsere Einschätzung der Chancen unterliegt laufenden Anpassungen, da sich Märkte, Technologien und geschäftliche Rahmenbedingungen kontinuierlich weiterentwickeln. Durch vorausschauendes Handeln und strategische Entscheidungen nutzen wir gezielt Potenziale zur Stärkung unserer Marktposition. Risiko- und Chancenstrategie In den Kernkompetenzfeldern der PVA TePla-Gruppe gehen wir bewusst überschaubare und beherrschbare Risiken ein, wenn sie entweder unvermeidbar oder mit einer angemessenen Ertragserwartung verbunden sind. Unser internes Berichts- wesen ermöglicht eine engmaschige Überwachung dieser Risiken im Geschäftsverlauf. Risiken in unterstützenden Prozessen übertragen wir, wenn möglich, auf externe Risikoträger. Dazu zählen insbesondere Versicherungen für potenzielle Schadensfälle oder Haftungsrisiken sowie die strategische Auslagerung von Risiken an Zulieferer und die Nutzung einer niedrigen Wertschöpfungstiefe. Diese Maßnahmen helfen uns, unseren Gefährdungs- grad zu senken, unsere Flexibilität in der Produktion und Kostenstruktur zu wahren sowie Verluste zu vermeiden oder zu mindern. Risiken, die keinen direkten Bezug zu Kern- oder Unterstützungsprozessen haben, vermeiden wir nach Möglich- keit vollständig. Die Risikopolitik der PVA TePla-Gruppe wird durch den Vorstand festgelegt. Für alle relevanten Risiken und Chancen definieren wir klare Verantwortlichkeiten. Die hierarchische Zuständigkeit richtet sich nach der Bedeutung des jeweiligen Risikos bzw. der jeweiligen Chance. Unsere Risikostrategien basieren auf einer regelmäßigen Risikoinventur und -bewertung und umfassen die folgenden Kategorien: Erkennen und Überwachen: Kontinuierliches Monitoring potenzieller Risiken. ● Vermeiden: Identifikation und Ausschluss nicht tragbarer Risiken. ● Übertragen: Nutzung externer Risikoträger zur Risikoabsicherung. ● Akzeptieren: Bewusste Inkaufnahme tragbarer Risiken in definierten Rahmenbedingungen. ● Unsere Chancenstrategie wird im Rahmen regelmäßiger Strategieprozesse für unsere Geschäftsfelder kontinuierlich weiterentwickelt. 112 | PVA TePla | Geschäftsbericht 2024 Internes Kontrollsystem bezogen auf den Rechnungslegungsprozess und Risikomanagementsystem Im Rahmen der Rechnungslegung analysieren und bewerten wir identifizierte Risiken für die PVA TePla-Gruppe gezielt hinsichtlich ihrer potenziellen Auswirkungen auf die Finanzberichterstattung. Unser Ziel ist es, frühzeitig relevante Infor- mationen über mögliche Fair-Value-Änderungen von Vermögenswerten und Schulden zu generieren, drohende Wert- minderungen zu erkennen und eine fundierte Einschätzung über die Notwendigkeit der Bildung und Auflösung von Rück- stellungen zu ermöglichen. Außerdem wird durch die Kontrollmaßnahmen die Compliance mit geltender Regulatorik sichergestellt. Unsere Methoden und Maßnahmen sind darauf ausgerichtet, das Unternehmensvermögen zu schützen und die betrieb- liche Effizienz zu steigern. Die Zuverlässigkeit des Rechnungs- und Berichtswesens sowie die Einhaltung interner Vor- gaben und rechtlicher bzw. satzungsgemäßer Vorschriften gewährleisten wir durch ein Internes Kontrollsystem (IKS). Dabei legen wir besonderen Wert auf eine klare Trennung von Funktionen, angemessene Kontrollspannen sowie über- schneidungsfreie Verantwortlichkeiten, die Aufgaben, Kompetenzen und Zuständigkeiten eindeutig regeln. Zusätzlich sind Kontrollmechanismen fest in die operativen Abläufe integriert. Zu den zentralen Elementen unserer Kontrollstrukturen gehören: Einhaltung des Vier-Augen-Prinzips in allen wesentlichen Abläufen des Rechnungswesens, ● Stichprobenkontrollen durch Vorgesetzte auf allen Ebenen, ● Strukturierte Aufbau- und Ablauforganisation unter Einbeziehung relevanter Unternehmensprozesse im Rahmen des ● zertifizierten Qualitätsmanagementsystems. Diese Grundprinzipien unseres internen Kontrollsystems (IKS) gelten für sämtliche Funktionsbereiche und sind darauf ausgerichtet, die Vollständigkeit, Nachvollziehbarkeit und regelkonforme Erstellung der Finanzberichte zu unterstützen. Konzernrechnungslegung und -konsolidierung basieren auf der dezentralen Erstellung der Abschlüsse durch die einzelnen Konzerngesellschaften. Jede Konzerngesellschaft erstellt ihren Abschluss nach IFRS-Standards und übermittelt ihn in einem einheitlich definierten Datenformat. Unser zentrales Buchhaltungssystem ist in Deutschland über Schnittstellen mit dem ERP-System verbunden, um einen effizienten Datenfluss zu gewährleisten. Die Steuerung und Kontrolle dieses Prozesses erfolgt durch das zentrale Konzernrechnungswesen und -controlling. Neben inhaltlichen und formalen Kontrollen der Daten erhalten alle eingebundenen Mitarbeitenden nach Bedarf Schulun- gen in ihren Verantwortungsbereichen. Durch die beschriebenen Maßnahmen wird nach Einschätzung des Vorstands sichergestellt, dass die Aufstellung des Konzernabschlusses in Einklang mit den rechtlichen Vorgaben sowie weiteren rechnungslegungsrelevanten Vorgaben und Gesetzen erfolgt und alle erkannten Risiken adäquat im Abschluss abgebildet sind. Trotz umfassender Kontroll- mechanismen ist zu beachten, dass weder ein IKS noch ein Risikomanagementsystem absolute Sicherheit in Bezug auf die Zielerreichung garantieren kann. Wie bei allen Ermessensentscheidungen besteht grundsätzlich das Risiko von Fehlern oder Irrtümern. Zudem können Veränderungen externer Faktoren trotz Überwachung mit Verzögerung erkannt werden. Unser Risikomanagementsystem (RMS) hat das Ziel, die mit unserem Geschäft verbundenen finanziellen und nichtfinan- ziellen Risiken frühzeitig zu erkennen, zu bewerten und aktiv zu steuern. Das gruppenweite Risikomanagement bezieht alle Unternehmen des Konsolidierungskreises ein und entspricht den einschlägigen rechtlichen Anforderungen sowie relevanten Branchenstandards. PVA TePla | Geschäftsbericht 2024 | 113 Das Risikomanagement erfolgt in der PVA TePla AG, ihren Tochterunternehmen und in den Geschäftsprozessen auf Basis organisatorischer Grundlagen. Vorstände und Geschäftsführer sind für zentrale Aufgaben verantwortlich. Ihnen steht ein „Risikohandbuch“ mit Verfahrensanleitungen für ein strukturiertes und vorausschauendes Risikomanagement zur Verfügung. Dieses Handbuch definiert die Prozesse zur Identifikation, Bewertung, Steuerung, Berichterstattung und Überwachung von Risiken. Dabei werden definierte Risikokategorien berücksichtigt, um Geschäftsbereiche, operative Einheiten und zentrale Funktionen systematisch zu analysieren und zu bewerten. Die frühzeitige Erfassung von Risiken ist ein zentraler Bestandteil des Risikomanagementsystems, um den Vorstand laufend über die aktuelle Risikosituation zu informieren. Die Verantwortlichen entwickeln Maßnahmen zur Vermeidung, Reduzierung und Absicherung von Risiken und initiieren diese gegebenenfalls. Wesentliche Risiken sowie eingeleitete Gegenmaßnahmen werden regelmäßig überwacht. Die Risikoberichte werden zentral zusammengefasst, analysiert und dem Vorstand sowie dem Aufsichtsrat zur Prüfung und Diskussion vorgelegt. Neben der Regelberichterstattung gibt es eine Ad-hoc-Berichterstattung für unerwartet auftretende Risiken, um relevante Themen zeitnah zu adressieren. Das Risikomanagementsystem umfasst zudem eine jährliche Risikoinventur, bei der relevante Risiken für die PVA TePla- Gruppe erfasst und hinsichtlich ihrer Bedeutung sowie potenzieller Auswirkungen bewertet werden. Maßnahmen zur Risikoreduzierung werden definiert und deren Umsetzung überwacht. Das System unterstützt den Vorstand dabei, wesent- liche Risiken frühzeitig zu identifizieren, zu bewerten und gegebenenfalls Gegenmaßnahmen einzuleiten. Ergänzend dazu ist ein Compliance-Management-System (CMS) in das RMS integriert, das speziell auf die rechtlichen und regula- torischen Risiken sowie die damit verbundenen Anforderungen des Unternehmens ausgerichtet ist. Ebenso wie bei den Risiken werden Chancenpotenziale dezentral erfasst und gesteuert. Ein regelmäßiges Reporting er- möglicht es, Markt- und Wettbewerbsentwicklungen frühzeitig zu erkennen und notwendige Anpassungen vorzunehmen. Die Berichterstattung zum Chancenmanagement erfolgt grundsätzlich quartalsweise. Ergänzend dazu besteht eine Ad-hoc-Berichtspflicht, um auf wesentliche Veränderungen oder neu auftretende Chancen zeitnah reagieren zu können. Die Angemessenheit, Effizienz und Wirksamkeit des Risiko- und Chancenmanagementsystems wird regelmäßig auf Vorstandsebene überprüft und bei Bedarf angepasst. Vorstand und Aufsichtsrat legen fest, in welchen Bereichen interne Revisionen durchgeführt werden. Diese Prüfungen werden bedarfsweise durch externe Gesellschaften unterstützt. Zusätzlich zu den implementierten Kontrollen überwachen Vorgesetzte die ihnen zugeordneten Funktionsbereiche. Der Vorstand und der Aufsichtsrat definieren Aktivitäten für die interne Revision, die von externen Dienstleistern begleitet werden kann. Die Ergebnisse der internen Revision werden regelmäßig analysiert und an Vorstand, Aufsichtsrat sowie relevante Fachbereiche kommuniziert, um kontinuierliche Prozessverbesserungen sicherzustellen. Die Gesamtverantwortung für das RMS und IKS liegt beim Vorstand. In den Vorstandssitzungen werden regelmäßig die unternehmensweite Risiko- und Chancensituation bewertet sowie die Ergebnisse des internen Kontrollprozesses erläutert. Jährlich erfolgt eine Gesamtaussage über die Angemessenheit und Wirksamkeit unseres IKS und RMS. Diese Informationen werden auch dem Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats zur systematischen Überwachung zur Verfügung gestellt. 114 | PVA TePla | Geschäftsbericht 2024 Internes Kontroll- und Risikomanagementsystem (IKS & RMS) Dem Vorstand liegt kein Hinweis vor, dass das IKS oder das RMS zum Bilanzstichtag in ihrer jeweiligen Gesamtheit nicht angemessen oder nicht wirksam gewesen wäre.27 Trotz aller Maßnahmen sind inhärente Beschränkungen eines jeden Risikomanagementsystems zu berücksichtigen. Kein System kann absolute Sicherheit garantieren, jedoch stellt unser RMS sicher, dass Risiken frühzeitig erkannt, bewertet und durch geeignete Maßnahmen gesteuert werden. Risikoberichterstattung in Bezug auf die Verwendung von Finanzinstrumenten Die PVA TePla-Gruppe nutzt derivative Finanzinstrumente gezielt zur Absicherung gegen Zins- und Währungsschwankun- gen. Dies dient der Minimierung von Ergebnisvolatilitäten. Zum 31. Dezember 2024 bestanden Absicherungen in Form von Devisentermingeschäften für US-Dollar-Transaktionen, um Wechselkursrisiken zu begrenzen. Zusätzlich erfolgen kontinuierliche Analysen auf monatlicher Basis zur Minimierung von Ausfallrisiken bei Forderungen und sonstigen finanziellen Vermögenswerten. Sofern erforderlich, werden Wertberichtigungen vorgenommen, um diese ange- messen zu berücksichtigen. Aus der Verwendung von weiteren Finanzinstrumenten resultieren keine wesentlichen Risiken in Bezug auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns. Risikobewertung Die Bewertung der Risiken hinsichtlich ihrer Eintrittswahrscheinlichkeit erfolgt in den vier Stufen »sehr gering«, »gering«, »hoch« oder »sehr hoch«. Diese Kategorien sind mit prozentualen Bandbreiten zur Eintrittswahrscheinlichkeit unterlegt und können bei Bedarf durch Zeitintervalle, in denen das Risiko typischerweise auftritt, weiter konkretisiert werden. Bei der Bewertung des möglichen Schadensausmaßes orientieren wir uns an finanziellen Grenzwerten in EUR sowie an der potenziellen Auswirkung auf das EBITDA. Nicht quantifizierbare Risiken, wie z.ꢀB. Reputationsschäden, regulatorische Änderungen oder Cyberangriffe mit unklaren Folgen, werden qualitativ bewertet. Hierbei werden mögliche Auswirkungen anhand von Szenarioanalysen und Experten- einschätzungen ermittelt, um angemessene Maßnahmen zur Risikominderung zu treffen. In diesem Bericht erläutern wir die wesentlichen finanziellen und nichtfinanziellen Risiken und Chancen, die für die Ziel- erreichung des Unternehmens im Jahr 2025 und darüber hinaus von Bedeutung sind. Dabei berücksichtigen wir insbe- sondere, aber nicht ausschließlich: Risiken mit einer potenziellen Netto-Schadenshöhe von mindestens EUR 18 Mio. ● Risiken, die mindestens der Kategorie „hoch“ hinsichtlich Schadenshöhe und Eintrittswahrscheinlichkeit zugeordnet ● sind. Wesentliche Risiken aus dem Vorjahr, sofern sich unsere Einschätzung dazu geändert hat. ● 27 Lageberichtsfremde, ungeprüfte Angabe PVA TePla | Geschäftsbericht 2024 | 115 Eintrittswahrscheinlichkeit Sehr gering Gering Hoch Sehr hoch bis 5ꢀ% 5 % – 20ꢀ% 20 % – 50ꢀ% über 50 % Sehr hoch Handels- Personal über 18 Mio. EUR barrieren Hoch Absatzmarkt 6ꢀ–ꢀ18 Mio. EUR Gering Informations- 2ꢀ–ꢀ6 Mio. EUR technologie Sehr gering bis 2 Mio. EUR Die PVA TePla-Gruppe unterscheidet zwischen Geschäftsrisiken und -chancen sowie operativen Risiken und Chancen. Diese beiden Kategorien umfassen die zentralen Bereiche des Risikomanagements und spiegeln die wesentlichen Ein- flussfaktoren auf unser Unternehmen wider: Geschäftsrisiken und -chancen betreffen strategische Aspekte wie Marktentwicklungen, Wettbewerbsveränderungen ● und technologische Fortschritte. Operative Risiken und Chancen resultieren aus dem Tagesgeschäft, beispielsweise durch Produktionsprozesse, Liefer- ● ketten oder Compliance-Anforderungen. Nicht in allen Unternehmensbereichen sind Risiken und Chancen gleichermaßen präsent. Da die Produkte in beiden Geschäftsbereichen auf ähnlichen technologischen Grundlagen basieren und sich in ihren Anwendungsfeldern teilweise überschneiden, ergibt sich ein weitgehend vergleichbares Risiko- und Chancenprofil. Zentrale Einflussfaktoren wie Lieferkettenstabilität, regulatorische Anforderungen oder technologische Weiterentwick- lungen betreffen die gesamte Unternehmensgruppe und können nicht isoliert für einzelne Segmente betrachtet werden. Zudem erfolgt die Steuerung der wesentlichen Unternehmensrisiken auf Konzernebene, wodurch eine segmentweise Differenzierung in der Berichterstattung nicht erforderlich ist. Zusammenfassende Darstellung der Risikolage Im zurückliegenden Geschäftsjahr 2024 hat sich die Gesamtrisikosituation der PVA TePla-Gruppe im Vergleich zum Vor- jahr nur moderat verändert. Die wesentlichen Risiken konzentrieren sich weiterhin auf die Bereiche Personal, IT, Handels- barrieren und Absatzmärkte. Die Personalsituation bleibt herausfordernd. Der anhaltende Fachkräftemangel, steigende Gehaltskosten und ein ver- stärkter Wettbewerb um hochqualifizierte Mitarbeitende haben die Risiken in diesem Bereich weiter erhöht. 116 | PVA TePla | Geschäftsbericht 2024 Im Bereich Handelsbarrieren haben sich die Unsicherheiten durch die handelspolitischen Maßnahmen der US-Regierung und geopolitische Spannungen weiter verstärkt. Die von den USA verhängten zusätzlichen Handelsbeschränkungen gegenüber China sowie potenzielle transatlantische Handelskonflikte können langfristig Auswirkungen auf globale Liefer- ketten haben. Die IT-Risiken bleiben auf einem hohen Niveau. Die Bedrohung durch gezielte Cyberangriffe auf Unternehmen der Hoch- technologiebranche hat weltweit zugenommen, wodurch der Schutz geschäftskritischer Daten und Systeme eine zentrale Priorität bleibt. Die Absatzrisiken sind im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Die Halbleiterindustrie unterliegt weiterhin konjunkturellen Schwankungen und Investitionsentscheidungen sind zunehmend von globalen wirtschaftlichen Entwicklungen sowie Unsicherheiten in den Lieferketten beeinflusst. Eine verzögerte Nachfrageentwicklung oder Investitionszurückhaltung auf Kundenseite könnte sich auf das Umsatzwachstum auswirken. Die Risiken in den Bereichen Rechtsstreitigkeiten, Finanzen sowie Forschung & Entwicklung bleiben gering und zeigen keine wesentlichen Veränderungen. Beschaffungsmarktrisiken haben weiter an Relevanz verloren, da sich die globalen Lieferketten stabilisiert haben und die Materialverfügbarkeit im Vergleich zu den Vorjahren verbessert wurde. Geschäftsrisiken und -chancen Wirtschaftliche, politische und geopolitische Rahmenbedingungen Die globalen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen haben sich im Jahr 2024 stabilisiert, insbesondere durch Zinssen- kungen der Zentralbanken. Dennoch bleiben geopolitische Spannungen, insbesondere zwischen den USA und China, Unsicherheiten im Nahen Osten und die wirtschaftliche Lage in Europa maßgebliche Einflussfaktoren. Handelsbeschrän- kungen und regulatorische Unsicherheiten erschweren die Planbarkeit in technologiebasierten Industrien. Gleichzeitig eröffnen sich jedoch bedeutende Chancen durch die fortschreitende Digitalisierung und steigende Anforderungen an Nachhaltigkeit, die verstärkte Investitionen in innovative Technologien erfordern. Risiken durch Handelsbarrieren und geopolitische Handelskonflikte Die PVA TePla-Gruppe agiert in einem zunehmend protektionistischen Handelsumfeld. Seit dem Amtsantritt von US- Präsident Donald Trump im Januar 2025 hat die US-Regierung neue Handelsbeschränkungen beschlossen, die insbe- sondere den Handel mit China betreffen. Dazu gehören zusätzliche Importzölle, verschärfte Exportkontrollen für Hoch- technologieprodukte sowie eine Neubewertung bestehender Handelsprivilegien. Diese Maßnahmen könnten sich erheblich auf globale Lieferketten auswirken, insbesondere in der Halbleiter- und Hoch- technologieindustrie. Die PVA TePla-Gruppe könnte von indirekten Auswirkungen betroffen sein, etwa durch steigende Beschaffungskosten oder Handelsrestriktionen, die die Planbarkeit von Investitionen erschweren. Zudem sind weitere protektionistische Maßnahmen oder Gegensanktionen aus China nicht auszuschließen, die zusätzliche Unsicherheiten für international tätige Unternehmen schaffen würden. Auch in den Handelsbeziehungen zwischen den USA und Europa gibt es zunehmende Spannungen. Die EU hat angekündigt als Gegenreaktion erhebliche Zölle auf US-Importe wiedereinzuführen, was die transatlantischen Handelsbeziehungen weiter belasten könnte. Zudem steht die EU in Verhandlungen mit den USA über den Kauf von Energie und Rüstungsgütern, um mögliche neue Zölle abzuwenden. Diese Entwicklungen könnten die Wettbewerbsbedingungen auf wichtigen Absatz- märkten verändern. Trotz der sich abzeichnenden handelspolitischen Konflikte sehen wir hinsichtlich der Beschaffung wichtiger Bauteile und der Nachfrage nach unseren Produkten zum heutigen Stand keine wesentliche Veränderung der Risikolage. PVA TePla | Geschäftsbericht 2024 | 117 Die PVA TePla-Gruppe überprüft kontinuierlich ihre Compliance- und Risikomanagementsysteme, um auf regulatorische Anpassungen vorbereitet zu sein und die Flexibilität im internationalen Geschäft zu wahren. Softwaregestützte Sank- tionsprüfungen, regelmäßige Schulungen und vertragliche Genehmigungsvorbehalte helfen, regulatorische Risiken zu minimieren und die Handlungsfähigkeit in geopolitisch unsicheren Märkten zu erhalten. Chancen durch geopolitische Repositionierung Die geopolitischen Verschiebungen eröffnen PVA TePla neue Wachstumschancen. Viele Unternehmen setzen verstärkt auf die Diversifizierung ihrer Lieferketten und suchen nach stabileren Produktionsstandorten. Als europäisches Unter- nehmen kann sich PVA TePla als verlässlicher Partner für Unternehmen positionieren, die ihre Abhängigkeit von geopolitisch sensiblen Märkten verringern möchten. Parallel dazu steigt die Nachfrage nach Hochtechnologie und spezialisierten Produktionsprozessen, insbesondere in den Bereichen Halbleitertechnologie und industrielle Präzisionsfertigung. Der Ausbau regionaler Tochtergesellschaften und alternativer Lieferketten trägt nicht nur zur Risikominimierung bei, sondern stärkt auch die globale Wettbewerbs- fähigkeit des Unternehmens. Durch diese vorausschauenden Maßnahmen sichert sich PVA TePla langfristig eine starke Marktposition, erschließt neue Geschäftspotenziale und fördert nachhaltiges Wachstum. Wachstumschance durch KI-gestützte Technologien Die zunehmende Verbreitung von Künstlicher Intelligenz (KI) und hochleistungsfähigen Computersystemen führt zu einem steigenden Bedarf an spezialisierten Materialien und Präzisionstechnologien. PVA TePla kann mit seinen Lösungen für die Halbleiter- und Messtechnikindustrie von diesem Trend profitieren, da moderne KI-Anwendungen leistungsfähige und besonders präzise gefertigte Komponenten erfordern. Insbesondere in den Bereichen automatisierte Qualitäts- kontrolle und Materialforschung ergeben sich neue Wachstumschancen für das Unternehmen. Operative Risiken und Chancen Risiken der Informationstechnologie Digitale Technologien sind essenziell für das Produkt- und Geschäftsportfolio der PVA TePla-Gruppe. Mit der fortschrei- tenden Digitalisierung steigen jedoch auch potenzielle Risiken, insbesondere im Bereich der Cyberkriminalität, Wirt- schaftsspionage und Datenschutz. Bedrohungen wie Cyberangriffe, Datenverluste oder Systemausfälle könnten die Vertraulichkeit, Verfügbarkeit und Integrität unternehmenskritischer Daten beeinträchtigen. Ein besonderes Risiko besteht in gezielten Angriffen auf zentrale Unternehmenssysteme, die zu Produktionsausfällen oder finanziellen Schäden führen könnten. Zudem erfordert die zunehmende Regulierung, insbesondere im Bereich IT-Sicherheit, eine kontinuierliche Anpassung interner Prozesse. Um diesen Risiken zu begegnen, investiert die PVA TePla- Gruppe in eine leistungsfähige IT-Infrastruktur, redundante Systeme und einen IT-Sicherheitsleitstand. Zudem werden Mit- arbeitende regelmäßig in IT-Sicherheit geschult, und ein externes Datenschutzteam stellt die Einhaltung regulatorischer Vorgaben sicher. Die Eintrittswahrscheinlichkeit für IT-Risiken wird weiterhin als hoch eingeschätzt, allerdings hat sich deren wirtschaft- liche Relevanz aufgrund von organisatorischen und technischen Maßnahmen reduziert. 118 | PVA TePla | Geschäftsbericht 2024 Absatzmarktrisiken Die Geschäftsentwicklung der PVA TePla-Gruppe ist eng mit der Nachfrage in ihren Kernmärkten verknüpft. Markt- und Konjunkturschwankungen, insbesondere in der Halbleiterindustrie, können die Umsätze beeinflussen. Eine Abschwä- chung der globalen Investitionsbereitschaft oder ein Rückgang der Nachfrage nach High-Tech-Fertigungsprozessen könnte sich negativ auf die Geschäftsentwicklung auswirken. Zur Reduzierung dieser Risiken setzt die PVA TePla-Gruppe auf eine gezielte Diversifizierung des Produktportfolios sowie die Erschließung neuer Marktsegmente. Durch die Entwicklung innovativer Technologien und den Ausbau strategischer Partnerschaften mit Kunden sollen wiederkehrende Umsätze generiert und zyklische Marktschwankungen abgefedert werden. Veränderung zum Vorjahr: Die Risikoeinschätzung hat sich hinsichtlich der Eintrittswahrscheinlichkeit im Vergleich zum Vorjahr erhöht. Personalrisiken Die Verfügbarkeit qualifizierter Mitarbeitender ist ein zentraler Erfolgsfaktor für die PVA TePla-Gruppe. Das Risiko, nicht genügend oder nicht ausreichend qualifizierte Fachkräfte zu gewinnen oder bestehende Talente zu verlieren, könnte das Unternehmenswachstum und die Innovationsfähigkeit einschränken. Um diesen Risiken zu begegnen, wurden gezielte Maßnahmen implementiert, darunter eine eigene Arbeitsgruppe für Recruiting, Mitarbeiterbindung und -entwicklung. Zudem investiert die PVA TePla-Gruppe verstärkt in Weiterbildungs- programme, attraktive Karriereperspektiven und Employer-Branding-Initiativen, um als attraktiver Arbeitgeber im Wett- bewerb um Fachkräfte zu bestehen. Veränderung zum Vorjahr: Der Fachkräftemangel bleibt weiterhin ein relevantes Thema, da der Wettbewerb um qualifi- zierte Mitarbeitende anhält. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich die Risikoeinschätzung jedoch nicht wesentlich verändert. Gesamtaussage zur Risiko- und Chancensituation Die Gesamtrisikoposition des PVA TePla Konzerns hat sich im Vergleich zum Vorjahr nur geringfügig verändert. Während Risiken im Bereich Fachkräftemangel, Handelsrestriktionen, Cyberkriminalität und IT-Sicherheit weiterhin bestehen, sind keine neuen wesentlichen Risiken hinzugekommen. Die Absatzmarktrisiken haben sich durch das herausfordernde Marktumfeld erhöht. Gleichzeitig bestehen weiterhin bedeutende Wachstumschancen, insbesondere durch technologi- sche Innovationen und die zunehmende Marktdurchdringung in strategischen Zukunftsfeldern. Nach aktueller Einschätzung besteht weder durch Einzelrisiken noch durch eine Kumulation verschiedener Risiken eine Bestandsgefährdung. Die Risikotragfähigkeit des Konzerns ist durch eine solide Finanzlage, eine stabile Bilanzstruktur sowie bestehende Steuerungsmechanismen sichergestellt. PVA TePla | Geschäftsbericht 2024 | 119 Prognosebericht Der Internationale Währungsfonds (IWF) prognostiziert für 2025 ein globales Wirtschaftswachstum von 3,3%, was eine leichte Beschleunigung gegenüber den Vorjahren darstellt.28 Während die US-Wirtschaft mit einem Wachstum von 2,7% weiterhin durch robuste Arbeitsmärkte und steigende Investitionen gestützt wird, dürfte das Wachstum im Euroraum mit 1,0% verhaltener ausfallen. In Deutschland wird mit einer Wachstumsrate von lediglich 0,3% gerechnet, während die Schwellenländer mit einem Wachstum von 4,2% weiterhin überdurchschnittlich stark expandieren. Insbesondere Indien mit +ꢀ6,7% wird als Wachstumsmarkt hervorgehoben. In China wird ein BIP-Wachstum von 4,6% erwartet, das durch fiskalische Anreize und eine Stabilisierung des Immobiliensektors unterstützt wird.29 Der globale Halbleitermarkt bleibt auch 2025 auf Wachstumskurs. Nach einem bereits starken Jahr 2024 wird für das kommende Jahr ein erneuter Zuwachs von über 15% erwartet. Wesentliche Treiber sind die steigende Nachfrage nach Künstlicher Intelligenz (KI), High-Performance-Computing und Automobil-Halbleitern.30 Die Halbleiterfertigungskapazi- täten werden voraussichtlich die Marke von 31 Millionen Wafern pro Monat überschreiten. Auch die Umsätze im Bereich d er Halbleiterfertigungsausrüstung entwickeln sich positiv: Analysten von SEMI prognostizieren für 2025 ein Marktvolumen von 121 Milliarden US-Dollar, das insbesondere durch Investitionen in fortschrittliche Logik- und Speichertechnologien getragen wird.31 Für die für PVA TePla relevanten Segmente innerhalb dieses Wachstumsmarktes eröffnen sich weiterhin Chancen, ins- besondere im Bereich Metrologie. Um das Marktpotenzial gezielt zu nutzen, wird PVA TePla ihre technologische Entwick- lung weiter vorantreiben und Produktionsprozesse optimieren. Ein besonderer Fokus liegt auf der Weiterentwicklung von Siliziumkarbid-Technologien, die insbesondere für Hochleistungsanwendungen in der Elektromobilität, den erneuer- baren Energien und der digitalen Infrastruktur von entscheidender Bedeutung sind. Der PVA Technology Hub spielt hier- bei eine zentrale Rolle in der Erprobung neuer Fertigungsprozesse. Gleichzeitig wird PVA TePla das Produktportfolio im Bereich der Metrologie weiter ausbauen, um den steigenden Anforderungen der Halbleiterindustrie gerecht zu werden. Hochpräzise akustische, chemische und optische Messverfahren tragen dazu bei, die Qualitätssicherung in der Fertigung weiter zu verbessern. Im Fokus stehen für PVA TePla auch 2025 der gezielte Ausbau der Vertriebs- und Servicekapazitäten sowie die Intensi- vierung der F&E-Aktivitäten, um technologische Innovationen voranzutreiben und neue Anwendungsfelder zu erschließen. Mit diesen Maßnahmen schafft das Unternehmen die Basis für nachhaltiges Wachstum und eine aussichtsreiche Posi- tionierung in seinen dynamischen Zukunftsmärkten. Für das Geschäftsjahr 2025 erwartet PVA TePla einen Umsatz, der mit EUR 260 Mio. bis EUR 280 Mio. etwa auf Vorjahres- niveau liegen dürfte, sowie ein EBITDA zwischen EUR 34 Mio. und EUR 39 Mio. Der weitere Ausbau der Organisation im Rahmen der strategischen Wachstumsziele wird kurzfristig zu einer höheren Kostenbasis führen und die EBITDA-Marge vorübergehend entsprechend belasten. Gleichzeitig spiegeln sich strukturelle Verbesserungen bereits in einer höheren Bruttomarge wider, die insbesondere durch den steigenden Anteil des margenstarken Metrologie-Segments positiv be- einflusst wird. Mittelfristig wird sich die temporäre EBITDA-Belastung durch Skaleneffekte aufgrund des weiteren Wachstums ausgleichen. Ein wesentlicher Teil des geplanten Umsatzes ist bereits durch den vorhandenen Auftragsbestand gedeckt, der ver- bleibende Teil ist durch neue umsatzwirksame Auftragseingänge zu realisieren. Von besonderer Bedeutung für die Umsatzentwicklung sind Anlagen und Systeme mit vergleichsweise kurzen Durchlaufzeiten, insbesondere Plasma- und Metrologielösungen. Eine weitere Komponente wird der Fertigungsfortschritt der im ersten Halbjahr 2025 akquirierten Aufträge sein, sodass ein Teil dieser Projekte noch im laufenden Geschäftsjahr umsatzwirksam wird. Darüber hinaus wird das Servicegeschäft durch seinen Beitrag zur Stabilisierung der Ertragslage und den weiteren Ausbau dieser margen- starken Dienstleistungen von Bedeutung sein. 28 https://www.imf.org/en/Publications/WEO/Issues/2025/01/17/world-economic-outlook-update-january-2025 29 https://www.reuters.com/markets/us/imf-lifts-us-outlook-warns-countries-against-protectionism-subsidies-2025-01-17/ 30 https://www.netzwoche.ch/news/2024-12-13/globaler-halbleitermarkt-waechst-2025-um-15-prozent 31 https://silicon-saxony.de/semi-weltweiter-gesamtumsatz-mit-halbleiterausruestung-erreicht-im-jahr-2026-voraussichtlich-einen-rekordwert-von-139-milliarden-us-dollar/ 120 | PVA TePla | Geschäftsbericht 2024 Ereignisse nach dem Bilanzstichtag Nach dem Bilanzstichtag hat PVA TePla das Metrologiegeschäft durch die Übernahme der desconpro engineering GmbH strategisch gestärkt. Die vertikale Integration des langjährigen Partners für Automatisierungslösungen erweitert die Fertigungstiefe und unterstützt den Ausbau der Produktionskapazitäten im Bereich der hochpräzisen Ultraschallmess- technik für die Halbleiterindustrie. Wettenberg, 14. März 2025 PVA TePla AG Für den Vorstand Jalin Ketter Oliver Höfer Carl Markus Groß CEO COO CFO PVA TePla | Geschäftsbericht 2024 | 121 Übernahmerelevante Angaben (§§ 289a, 315a HGB) Zusammensetzung des gezeichneten Kapitals Das gezeichnete Kapital der PVA TePla AG beträgt zum 31. Dezember 2024 unverändert 21.749.988 EUR und setzt sich aus ebenso vielen nennwertlosen, auf den Inhaber lautenden Stückaktien mit einem rechnerischen Anteil am Grundkapital von 1,00 EUR je Aktie zusammen. Durch das im Geschäftsjahr 2024 gestartete Aktienrückkaufprogramm befinden sich zum Stichtag 31. Dezember 2024 durchschnittlich 21.732.034 Aktien im Umlauf. Beschränkungen, die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffen Dem Vorstand sind keine Beschränkungen bekannt, die die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffen, ins- besondere keine, die sich aus Vereinbarungen zwischen Gesellschaftern ergeben könnten. Direkte oder indirekte Beteiligungen am Kapital, die 10% der Stimmrechte überschreiten Nach den der Gesellschaft vorliegenden Meldungen hielt zum Redaktionsschluss dieses Berichts im März 2025 kein Aktionär einen Anteil von mehr als 10% des Grundkapitals und der Stimmrechte an der PVA TePla AG. Inhaber von Aktien mit Sonderrechten Aktien an der PVA TePla AG mit Sonderrechten, die Kontrollbefugnisse verleihen, bestanden und bestehen nicht. Art der Stimmrechtskontrolle bei Arbeitnehmerbeteiligung Es sind keine Arbeitnehmer am Grundkapital der PVA TePla AG beteiligt, die ihre Kontrollrechte nicht unmittelbar aus- üben können. Gesetzliche Vorschriften und Bestimmungen der Satzung über die Ernennung und die Abberufung der Mitglieder des Vorstands und über die Änderung der Satzung a) Ernennung von Vorstandsmitgliedern: Die Bestellung der Vorstände der PVA TePla AG erfolgt gemäß § 84 AktG und nach § 6 Abs. 2 der Satzung der PVA TePla AG. Dort ist Folgendes geregelt: „(2) Die Bestellung der Mitglieder des Vor- stands, der Widerruf ihrer Bestellung sowie der Abschluss, die Änderung und die Beendigung von Dienstverträgen mit den Mitgliedern des Vorstands erfolgen durch den Aufsichtsrat. Dasselbe gilt für die Bestimmung eines Vorstandsmit- glieds zum Vorsitzenden oder zum Sprecher des Vorstands.“ b) Abberufung von Vorstandsmitgliedern: Die Bestellung zum Vorstandsmitglied und die Ernennung zum Vorsitzenden des Vorstands kann der Aufsichtsrat gemäß § 84 Abs. 4 Satz 1 Aktiengesetz widerrufen, wenn ein wichtiger Grund vor- liegt. Ein solcher Grund ist nach § 84 Abs. 4 Satz 2 Aktiengesetz insbesondere eine grobe Pflichtverletzung, Unfähigkeit zur ordnungsgemäßen Geschäftsführung oder Vertrauensentzug durch die Hauptversammlung, es sei denn, dass das Vertrauen aus offenbar unsachlichen Gründen entzogen wurde. Der Widerruf der Vorstandsbestellung ist nach § 84 Abs. 3 Satz 4 Aktiengesetz wirksam, bis seine Unwirksamkeit rechtskräftig festgestellt ist. 122 | PVA TePla | Geschäftsbericht 2024 c) Änderung der Satzung der Gesellschaft: Nach § 179 Abs. 1 Satz 1 Aktiengesetz bedarf jede Satzungsänderung eines Beschlusses der Hauptversammlung. Der Aufsichtsrat ist jedoch gemäß § 179 Abs. 1 Satz 2 Aktiengesetz befugt, Ände- rungen der Satzung zu beschließen, die nur deren Fassung betreffen. Nach § 179 Abs. 2 Satz 1 Aktiengesetz bedarf ein Beschluss der Hauptversammlung über die Änderung der Satzung grundsätzlich einer Mehrheit, die mindestens drei Viertel des vertretenen Grundkapitals umfasst. Auf Grundlage dieser gesetzlichen Ermächtigung sieht § 14 Abs. 3 Satz 3 der Satzung vor, dass Satzungsänderungen mit einfacher Mehrheit der abgegebenen Stimmen beschlossen werden können, soweit dies gesetzlich zulässig ist. Befugnisse des Vorstands zur Aktienausgabe oder zum Aktienrückkauf Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Grundkapital der PVA TePla AG bis zum 22. Juni 2027 durch ein- oder mehrmalige Ausgabe von insgesamt bis zu 5.437.497 neuen auf den Inhaber lautenden Stückaktien gegen Bar- und/oder Sacheinlagen um bis zu 5.437.497 EUR zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2022/I). Das Grundkapital der PVA TePla AG ist ferner um bis zu 5.437.497 EUR durch Ausgabe von bis zu 5.437.497 neuen auf den Inhaber lautenden Stückaktien bedingt erhöht (Bedingtes Kapital 2022/I). Dieses Kapital dient ausschließlich der Gewährung neuer Aktien an die Inhaber von Wandlungs- oder Optionsrechten, die gemäß dem Ermächtigungsbeschluss der Hauptversammlung vom 23. Juni 2022 durch die PVA TePla AG oder durch Gesellschaften, an denen die PVA TePla AG unmittelbar oder mittelbar zu 100% beteiligt ist, ausgegeben werden. Mit Beschluss der Hauptversammlung vom 28. Juni 2023 wurde der Vorstand ermächtigt, eigene Aktien im Volumen von bis zu 10% des zum Zeitpunkt der Beschlussfassung oder – falls dieser Wert geringer ist – des zum Zeitpunkt der Aus- übung der Ermächtigung bestehenden Grundkapitals zu erwerben. Die Ermächtigung gilt bis zum 27. Juni 2028. Die Ermächtigung kann ganz oder in Teilbeträgen, einmal oder mehrmals, zu einem oder zu mehreren Zwecken durch die Gesellschaft, durch ihre Konzernunternehmen oder für ihre oder deren Rechnung durch Dritte ausgeübt werden. Von dieser Ermächtigung wurde bereits teilweise Gebrauch gemacht, und der Aktienrückkauf wird aktuell noch fortgesetzt. Weiterführende Erläuterungen sind im Kapitel H des Konzernanhangs zu finden. Wesentliche Vereinbarungen unter der Bedingung eines Kontrollwechsels infolge eines Übernahmeangebots Die aktuellen Rahmenvereinbarungen mit den Banken gehen von einer im Wesentlichen unveränderten Struktur der Gesellschafterverhältnisse aus und sehen für den Fall eines Kontrollwechsels Neuverhandlungen bzw. ein Kündigungs- recht seitens der Bank vor. Ebenfalls sehen die Bestimmungen für ein öffentlich gefördertes Forschungs- und Entwick- lungsprojekt ein Sonderkündigungsrecht des Fördergebers im Fall des Kontrollwechsels vor. Weiterhin führt ein Kontroll- wechsel zu einem Kündigungsrecht bei vereinzelten Kundenaufträgen. Darüber hinaus liegen keine weiteren Vereinba- rungen der Gesellschaft vor, die unter der Bedingung eines Kontrollwechsels infolge eines Übernahmeangebots stehen. Entschädigungsvereinbarungen im Fall eines Übernahmeangebots Für den Fall eines Kontrollwechsels (Change of Control) erhalten die Vorstandsmitglieder Leistungen, die 150% des Abfindungs-Caps (Wert von zwei Jahresvergütungen einschließlich Nebenleistungen) nicht überschreiten sollen. PVA TePla | Geschäftsbericht 2024 | 123 Erklärung zur Unternehmensführung und Corporate-Governance-Bericht 32 Die zusammengefasste Erklärung zur Unternehmensführung der PVA TePla AG und des Konzerns nach § 289f HGB und § 315d HGB beinhaltet die Entsprechenserklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex („DCGK“) gemäß § 161 AktG, relevante Angaben zu Unternehmensführungspraktiken, die Beschreibung der Arbeitsweise von Vorstand und Aufsichtsrat sowie deren Zusammensetzung und der Arbeitsweise von Ausschüssen des Aufsichtsrats, die Zielgrößen- festlegungen nach § 76 Abs. 4 und § 111 Abs. 5 AktG und die Angaben zur Erreichung der Zielgrößen inklusive der Be- schreibung des Diversitätskonzepts. Erklärung des Vorstands und Aufsichtsrats der PVA TePla AG zum Deutschen Corporate Governance Kodex gemäß § 161 AktG Wie in der Entsprechenserklärung vom März 2024 dargelegt und näher begründet, ist die Gesellschaft von den Empfeh- lungen C.5, C.7, D.4, G.6, G.7, G.10, G.11, G.12 der "Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex" in der Fassung vom 28. April 2022, die am 27. Juni 2022 im Bundesanzeiger bekannt gemacht wurde, („DCGK“) (im Wesent- lichen Zusammensetzung des Aufsichtsrats, Nominierungsausschuss und Vergütung) mit der Maßgabe abgewichen, dass die Abweichung von C.5 und D.4, wie in der Aktualisierung der Entsprechenserklärung im September 2024 mitge- teilt, entfallen ist. Die Gesellschaft beabsichtigt, künftig den Empfehlungen des DCGK mit den nachfolgend dargestellten Abweichungen zu entsprechen: Der Kodex sieht unter G.1 bis G.16 bestimmte Empfehlungen für die Vergütung des Vorstands vor. Auf der Hauptver- ● sammlung vom 30. August 2024 wurde mit Wirkung zum 1. Januar 2025 ein neues Vergütungssystem beschlossen. Seit 1. Januar 2025 entspricht die Gesellschaft allen Empfehlungen zur Vorstandsvergütung mit Ausnahme bei der Vergütung von Herrn Höfer, dessen Vorstandsdienstvertrag noch aus der Zeit vor Einführung des ersten Vergütungs- systems stammt. Herr Höfer wird mit Auslaufen seines Vertrags Ende Juni 2025 aus dem Vorstand ausscheiden. Wettenberg, im März 2025 für den Vorstand: für den Aufsichtsrat: Jalin Ketter Dr. Myriam Jahn Vorsitzende des Vorstands Vorsitzende des Aufsichtsrats 32 Nicht geprüfter Bestandteil des Lageberichts 124 | PVA TePla | Geschäftsbericht 2024 Angaben zu Unternehmensführungspraktiken Die PVA TePla-Gruppe ist ein börsennotierter, international tätiger Konzern mit Sitz in Wettenberg (Deutschland) und weist ein duales Führungssystem auf. Daher bilden insbesondere das deutsche Aktiengesetz, unsere Satzung, die Geschäftsordnungen für Vorstand und Aufsichtsrat und die unternehmensspezifisch umgesetzten Vorgaben des Deut- schen Corporate Governance Kodex (DCGK) die Grundlage für die Aufgabenteilung zwischen Vorstand und Aufsichtsrat und die Ausgestaltung der Führungs- und Überwachungsstruktur im Konzern. Unser geschäftliches Handeln richten wir an konzernweiten Standards aus, die über die Anforderungen von Gesetz und DCGK hinausgehen. Hierzu gehören auch Vertrauen, Respekt und Integrität im Umgang miteinander. Risiko- und Chancenmanagement sowie IKS Zu den Grundsätzen einer verantwortungsbewussten Unternehmensführung gehört eine kontinuierliche und voraus- schauende Abwägung von Risiken und Chancen, die darauf ausgerichtet ist, eine ausgewogene Balance zwischen Wachstums- und Renditezielen und den damit verbundenen Risiken herzustellen. Das System ist so konzipiert, dass es den einschlägigen rechtlichen Anforderungen und den relevanten Branchenstandards entspricht. Die Vorstände bzw. die GeschäftsführerInnen sind für zentrale Aufgaben innerhalb des Risikomanagementsystems verantwortlich. Dazu steht den GeschäftsführerInnen und MitarbeiterInnen ein „Risikohandbuch“ mit Verfahrensanleitungen für ein ordnungsgemäßes und in die Zukunft gerichtetes Risikomanagement zur Verfügung. Das Handbuch regelt die konkreten Prozesse im Risiko- management. Es zielt auf die Gesamtheit aller risikobezogenen Aktivitäten und Maßnahmen ab, d.ꢀh. die Identifikation, Bewertung, Steuerung, Berichterstattung und Überwachung von Risiken. Ziel des internen Kontrollsystems (IKS) für den Rechnungslegungsprozess ist es, die Verlässlichkeit der externen Bericht- erstattung durch Erstellung eines regelungskonformen Abschlusses sicherzustellen. Zur Überwachung der Wirksamkeit des IKS erfolgen regelmäßige Überprüfungen rechnungsrelevanter Prozesse durch interne Kontrollen. Zudem über- wacht der Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats die Effektivität des Systems. Compliance & Code of Conduct Verantwortungsbewusstes und gesetzeskonformes Verhalten ist für PVA TePla unabdingbare Voraussetzung für eine nachhaltig erfolgreiche Geschäftstätigkeit. Deshalb ist das oberste Ziel unseres Compliance-Management-Systems (CMS), das rechtmäßige Verhalten von Unternehmen, Leitungsorganen und Mitarbeitenden im Hinblick auf gesetzliche und unternehmensinterne Ge- und Verbote zu gewährleisten und Verstöße zu verhindern. Grundlage des Compliance Managements ist der aktuell veröffentlichte Verhaltenskodex (Code of Conduct). Dieser beschreibt Risiken im geschäft- lichen Handeln und gibt konkrete Verhaltensempfehlungen. Der Verhaltenskodex ist weltweit für alle Mitarbeitenden der PVA TePla-Gruppe verbindlich. Wesentliche Bestandteile unseres CMS sind darüber hinaus präventive Maßnahmen zur Verhinderung von Compliance- Verstößen, Mechanismen zur Früherkennung potenzieller Verstöße sowie klare Prozesse zur Reaktion und Behebung von Compliance-Verstößen. Wir legen großen Wert auf die Sensibilisierung unserer MitarbeiterInnen, um sicherzustellen, dass sie mit den geltenden Regeln vertraut sind und deren Einhaltung aktiv unterstützen. Beispiele für Maßnahmen unseres CMS sind Schulungen zu Compliance-Themen, die Einrichtung eines Hinweisgebersystems zur anonymen Meldung von Verstößen, interne Audits zur Überprüfung der Einhaltung von Richtlinien und Verfahren sowie klare Sank- tionsmechanismen bei Fehlverhalten. Unser CMS wird kontinuierlich von der Abteilung Risk & Compliance Data Protection PVA TePla | Geschäftsbericht 2024 | 125 überprüft und an neue geschäftsspezifische Risiken sowie sich ändernde gesetzliche Anforderungen angepasst. Dabei fließen Erkenntnisse aus dem Compliance-Risikomanagement in die Weiterentwicklung des Systems ein. Wir stellen damit sicher, dass unser CMS stets wirksam und angemessen ist, um die Integrität und die ethischen Standards unseres Unternehmens zu wahren. Darüber hinaus sind das Vorleben durch die Führungskräfte, eine offene und faire Kommunikation auf und zwischen allen Ebenen im Unternehmen sowie eine enge und partnerschaftliche Zusammenarbeit mit Kunden und Lieferanten wichtige Voraussetzungen für unsere Geschäftstätigkeit. Gleichzeitig erwarten wir auch von unseren Lieferanten und Geschäfts- partnerInnen, dass sie unsere Einstellung mit Hinblick auf Integrität und Nachhaltigkeit teilen. Über ein elektronisches Hinweisgebersystem besteht die Möglichkeit, Verdachtsmeldungen im Hinblick auf wirtschafts- kriminelle Handlungen oder Verstöße gegen die Compliance-Regelungen abzugeben. Ziel der PVA TePla-Gruppe ist die vollkommene Vermeidung von Korruption und Bestechung (einschließlich Interessenkonflikte, Geldwäsche etc.), um so ein regelkonformes und ethisches Arbeitsumfeld zu stärken, in dem Risiken schon im Vorfeld erkannt und verhindert werden können. Nachhaltige Unternehmensführung Die PVA TePla-Gruppe hat den Anspruch, in allen Bereichen des Unternehmens nachhaltig und verantwortungsvoll zu wirtschaften. Das bedeutet für uns: Recht und Gesetz achten, Ressourcen schonen, den Klimaschutz fördern und der Verantwortung gegenüber MitarbeiterInnen und Gesellschaft nachkommen. Aus dem Selbstverständnis und der Über- zeugung, dass nachhaltiges und verantwortungsbewusstes Wirtschaften die Innovations- und Zukunftsfähigkeit der Unternehmensgruppe erhöht, berücksichtigen wir Umwelt-, Sozial- und Governanceaspekte nicht nur in der Nachhaltig- keitsstrategie, sondern auch in der Unternehmensausrichtung sowie bei operativen Entscheidungen. Arbeitsweise von Vorstand und Aufsichtsrat sowie Zusammensetzung und Arbeitsweise von deren Ausschüssen Als in Deutschland ansässige Aktiengesellschaft wird die PVA TePla AG entsprechend der gesetzlich vorgeschriebenen Leitungs- und Überwachungsstruktur geführt. Der Vorstand leitet das Unternehmen in eigener Verantwortung und legt die strategische Ausrichtung fest. Der Aufsichtsrat überwacht und berät den Vorstand und ist in Entscheidungen von grundlegender Bedeutung für das Unternehmen unmittelbar eingebunden. Er bestellt und entlässt die Mitglieder des Vor- stands, beschließt das Vergütungssystem für die Vorstandsmitglieder, welches der Hauptversammlung gemäß § 120a AktG zur Billigung vorgelegt wird und setzt deren jeweilige Gesamtvergütung fest. Aufsichtsrat und Vorstand arbeiten zum Wohle der Gesellschaft und zur nachhaltigen Wertschöpfung eng und vertrauensvoll zusammen. Ihr gemeinsames Ziel ist es, die führenden Marktpositionen der PVA TePla-Gruppe langfristig zu sichern und weiter auszubauen, um von wachsenden Endmärkten nachhaltig zu profitieren. Bestimmte Entscheidungen bedürfen gemäß Geschäftsordnung des Vorstands der Zustimmung des Aufsichtsrats. 126 | PVA TePla | Geschäftsbericht 2024 Vorstand und dessen Besetzung Der Vorstand leitet gemeinschaftlich das operative Geschäft. Er bestand zum Bilanzstichtag (31. Dezember 2024) aus zwei Mitgliedern, Jalin Ketter (CEO) und Oliver Höfer (COO). Seit dem 1. Januar 2025 ist zusätzlich Carl Markus Groß (CFO) Mitglied des Vorstands. Der Vorstand wird nach dem Ausscheiden von Oliver Höfer (COO) nach Beendigung der Hauptversammlung 2025 wieder aus zwei Personen bestehen: Jalin Ketter (CEO) und Carl Markus Groß (CFO). Vorstand (gültig 1. Januar 2025) Name Funktion Erstmalige Bestellung Bestellt bis Jalin Ketter CEO 30.06.2020 20.06.2028 Carl Markus Groß CFO 01.01.2025 31.12.2027 Oliver Höfer COO 01.12.2013 24.06.2025 Unabhängig von der gesetzlichen Gesamtverantwortlichkeit des Vorstands und der Pflicht seiner Mitglieder zur engen und vertrauensvollen Zusammenarbeit im Kollegium, sind die Aufgabenbereiche der einzelnen Vorstandsmitglieder ge- mäß dem aktuellen Geschäftsverteilungsplan vom 11. Dezember 2023 wie folgt verteilt: Die Vorstandsvorsitzende Jalin Ketter koordiniert die Arbeit des Vorstands und ist in der PVA TePla - Gruppe zusätzlich für die Bereiche Strategische Planung inkl. M&A, Personal, Marketing, Forschung & Entwicklung (F&E) zuständig. Carl Markus Groß ist verantwortlich für die Bereiche Finanzwesen, Recht und Informationstechnologie. Oliver Höfer koordiniert die Bereiche Beschaffung, Produktion und Vertrieb. Die Mitglieder des Vorstands sind eng in die operativen Aktivitäten eingebunden. Angesichts der geringen Anzahl von Vorstandsmitgliedern sind keine Ausschüsse des Vorstands eingerichtet. Unbeschadet der Gesamtverantwortung des Vorstands leitet jedes Vorstandsmitglied den ihm durch die Geschäftsordnung zugewiesenen Geschäftsbereich selbst- ständig. Eine detaillierte Darstellung der Zuständigkeiten findet sich im Geschäftsverteilungsplan der Geschäftsord- nung des Vorstands, die auf der Internetseite der Gesellschaft im Bereich Investor Relations/Corporate Governance zum Download bereitsteht. Die Altersgrenze für den Vorstand beträgt 65 Jahre und ist in der Geschäftsordnung des Vorstands verankert. Der Vergütungsbericht über das Geschäftsjahr 2024 und der Vermerk des Abschlussprüfers gemäß §162 AktG, und das geltende, von der Hauptversammlung am 30. August 2024 gebilligte Vergütungssystem gemäß §87a Abs. 1 und 2 Satz 1 AktG sind unter PVA TePla AG | Corporate Governance öffentlich zugänglich. Arbeitsweise des Vorstands Der Vorstand der PVA TePla AG legt die unternehmerischen Ziele, die strategische Ausrichtung, die Unternehmenspolitik sowie die Konzernorganisation fest. Hierzu zählt insbesondere die Steuerung des Konzerns einschließlich seiner Finanz- ressourcen, die Koordination und Überwachung der Geschäftsbereiche, die Personalplanung sowie die Präsentation des Unternehmens gegenüber dem Kapitalmarkt und der Öffentlichkeit. Gemäß Geschäftsordnung und Geschäftsverteilungsplan des Vorstands obliegt der Vorstandsvorsitzenden insbesondere die Führung und Koordinierung des Konzernvorstands. Sie repräsentiert Gesellschaft und Konzern gegenüber Dritten und der Belegschaft in Angelegenheiten, die nicht nur Unternehmens- oder Konzernteile betreffen. Darüber hinaus hat sie eine besondere Verantwortlichkeit für bestimmte Aufgabenbereiche gemäß Aufgabenverteilungsplan sowie die stra- tegische Weiterentwicklung des Unternehmens. PVA TePla | Geschäftsbericht 2024 | 127 Beschlüsse des Vorstands werden in Sitzungen getroffen. Die Vorstandssitzungen werden durch die Vorstandsvorsitzende geleitet. Jedes Vorstandsmitglied kann die Einberufung einer Sitzung unter Mitteilung des Beratungsgegenstands ver- langen. Der Gesamtvorstand entscheidet durch Beschluss mit der einfachen Mehrheit der teilnehmenden Mitglieder. Im Falle der Stimmengleichheit ist die Stimme der Vorstandsvorsitzenden entscheidend. Vorgenanntes Stichentscheidungs- recht gilt nur dann, wenn der Vorstand aus mehr als zwei Personen besteht. Besteht der Vorstand lediglich aus zwei Mit- gliedern, so ist bei Stimmengleichheit der Beschlussvorschlag dem Aufsichtsratsvorsitzenden zur Vermittlung vorzulegen. Die Geschäftsordnung des Vorstands sieht zudem einen Katalog von Maßnahmen vor, die einer Behandlung und Ent- scheidung im Gesamtvorstand bedürfen, wie zum Beispiel die Festlegung der unternehmerischen Zielsetzung der Gesell- schaft sowie des Konzerns. Außerdem besteht ein Katalog von Geschäftsvorfällen, die der Zustimmung des Aufsichts- rats bedürfen. Hierzu zählen unter anderem die Verabschiedung der jährlichen Unternehmensplanung, die Aufnahme von Anleihen oder Finanzkrediten sowie Geschäfte und Maßnahmen, die zu einer wesentlichen Änderung der Unterneh- mensentwicklung führen. Regelmäßig finden zudem Vorstandssitzungen statt, an denen auch die GeschäftsführerInnen der Tochtergesellschaften teilnehmen. Der Vorstand berichtet dem Aufsichtsrat regelmäßig, zeitnah und umfassend über alle wesentlichen Fragen der Geschäfts- entwicklung, die Unternehmensstrategie sowie über mögliche Risiken. Langfristige Nachfolgeplanung für den Vorstand und Diversitätskonzept Für die PVA TePla ist von großer Bedeutung, den Vorstand mit geeigneten Kandidaten zu besetzen. Nach dem erfolgten Generationswechsel im Vorstand verfolgt der Aufsichtsrat zudem eine langfristige Nachfolgeplanung. Dabei orientiert sich der Personal- und Nominierungsausschuss an dem erarbeiteten Anforderungs- und Kompetenzprofil, das regelmäßig überprüft und angepasst wird. Im Zuge der Nachfolgeplanung werden Aufsichtsrat und Vorstand auch potentielle interne Kandidatinnen und Kandidaten für den Vorstand berücksichtigen. Bei Abwägungen, welche Persönlichkeiten den Vorstand als Gremium am besten ergänzen würden, berücksichtigt der Aufsichtsrat im Rahmen der langfristigen Nachfolgeplanung auch Vielfalt (Diversity). Unter Vielfalt als Abwägungs- gesichtspunkt versteht der Aufsichtsrat insbesondere unterschiedliche, sich gegenseitig ergänzende fachliche Profile, Berufs-, Bildungs- und Lebenserfahrungen, auch im internationalen Bereich, Alter und eine angemessene Vertretung beider Geschlechter. Unabhängig von einzelnen Kriterien ist der Aufsichtsrat überzeugt, dass letztlich nur die ganzheitliche Würdigung der einzelnen Persönlichkeit ausschlaggebend für eine Bestellung in den Vorstand der PVA TePla AG sein kann. Folgende Kriterien erachtet der Aufsichtsrat für den Vorstand als Ganzes für wesentlich: Langjährige Führungserfahrung in naturwissenschaftlichen, technischen und kaufmännischen Arbeitsgebieten ● Internationale Erfahrung aufgrund von Herkunft und/oder beruflicher Tätigkeit ● Eine ausgewogene Altersstruktur, um die Kontinuität der Vorstandsarbeit zu gewährleisten und eine reibungslose ● Nachfolgeplanung zu ermöglichen 128 | PVA TePla | Geschäftsbericht 2024 Zusammen mit dem Vorstand werden potenzielle Nachfolgethemen identifiziert und für den konkreten Einzelfall ein Maßnahmenplan verabschiedet. Dabei berücksichtigt der Aufsichtsrat insbesondere u. a. folgende Gesichtspunkte: Frühzeitige Identifizierung geeigneter KandidatInnen unterschiedlicher Fachrichtungen und unterschiedlichen ● Geschlechts Systematische Entwicklung der Führungskräfte durch die erfolgreiche Übernahme von Aufgaben mit wachsender Ver- ● antwortung, möglichst in verschiedenen Geschäften, Regionen und Funktionen Nachgewiesener, erfolgreicher strategischer sowie operativer Gestaltungswille und Führungsstärke, insbesondere ● unter herausfordernden Geschäftsbedingungen Der Aufsichtsrat besetzt Vorstandspositionen insbesondere nach fachlicher und persönlicher Eignung der KandidatInnen. Bei gleicher Eignung wird der Aufsichtsrat die Vielfalt (Diversity) berücksichtigen und dabei auch auf den Frauenanteil achten. Bei der Bestellung von Vorstandsmitgliedern wird der Aufsichtsrat somit nicht nur darauf achten, dass die be- stellten Personen über die persönlichen und fachlichen Eignungen und Erfahrungen verfügen, die für die Wahrnehmung des Amtes erforderlich sind. Er wird auch anstreben, dass der Vorstand in der Person seiner Mitglieder durch eine Viel- falt (Diversity) von Meinungen und Erfahrungen geprägt ist. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt gehören dem Vorstand zwei männliche und ein weibliches Mitglied an. Somit beträgt die Frauenquote im Vorstand 33%. Für die Frauenquote im Vor- stand ist aktuell bis zum 31. Dezember 2026 eine Zielgröße von 30% definiert. Zusammensetzung des Aufsichtsrats Der Aufsichtsrat der PVA TePla AG besteht satzungsgemäß aus vier Mitgliedern. Bis zur Wahl bzw. Ernennung des vierten Mitglieds besteht der Aufsichtsrat zurzeit (Februar 2025) aus drei Mitgliedern. Der Aufsichtsrat wählt einen Vorsitzenden und einen Stellvertreter aus seiner Mitte. Die Aufsichtsratsvorsitzende lädt zu den Sitzungen des Aufsichtsrats ein und führt sie. Wenn sie verhindert ist, übernimmt ihr Stellvertreter diese Aufgabe. Der Aufsichtsrat hat sich eine Geschäfts- ordnung gegeben. Sie legt die Aufgaben, Rechte und Pflichten des Aufsichtsrats, die Organisation von Sitzungen und Beschlüssen sowie die Bildung von Ausschüssen fest. Die Aufsichtsratsvorsitzende ist grundsätzlich bereit, mit Investoren über aufsichtsratsspezifische Themen Gespräche zu führen, allerdings nur, insoweit diese in angemessenem Rahmen stattfinden und die Themen in die alleinige Kompetenz des Aufsichtsrats fallen. Dr. Myriam Jahn, Aufsichtsratsvorsitzende, Staatsangehörigkeit Deutsch, * 1968 ● Christoph von Seidel, Stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender, Staatsangehörigkeit Deutsch, * 1968 ● Prof. Dr. Gernot Hebestreit, Staatsangehörigkeit Deutsch, * 1963 ● Dr. Myriam Jahn gehört dem Aufsichtsrat seit 2023 (berufen bis 2027), Christoph von Seidel seit 2024 (berufen bis 2029), und Prof. Dr. Gernot Hebestreit seit 2008 (berufen bis 2025) an. Bei ihrer Bestellung wurden die vom Aufsichtsrat für seine Zusammensetzung beschlossenen Ziele sowie das Diversitätskonzept berücksichtigt. Christoph von Seidel wurde als neues Mitglied in den Aufsichtsrat bestellt und anschließend zum Vorsitzenden des Prüfungsausschusses gewählt. Prof. Dr. Gernot Hebestreit wurde für ein weiteres Jahr in seinem Amt bestätigt, um den Übergang und den Wissenstransfer im Prüfungsausschuss sicherzustellen. Die Altersgrenze für den Aufsichtsrat beträgt 70 Jahre und ist in der Geschäftsordnung für den Aufsichtsrat verankert. Angaben zu wahrgenommenen weiteren Mandaten der Aufsichtsratsmitglieder sind unter https://www.pvatepla.com/management/ verfügbar. Über die Vergütung der Aufsichtsratsmitglieder wird im separaten Vergütungsbericht berichtet, der im Bereich Investor Relations/Corporate Governance unserer Website abrufbar ist. PVA TePla | Geschäftsbericht 2024 | 129 Arbeitsweise des Aufsichtsrats Der Aufsichtsrat hat die Aufgabe, den Vorstand bei der Leitung der PVA TePla AG zu beraten und zu überwachen. Er hat sich eine Geschäftsordnung gegeben. Die Geschäftsordnung für den Aufsichtsrat ist auf der Internetseite der Gesell- schaft im Bereich Investor Relations/Corporate Governance abrufbar. Der oder die Vorsitzende des Aufsichtsrats wird durch seine Mitglieder gewählt. Der Aufsichtsrat stimmt sich regelmäßig ab. Er übt seine Tätigkeit nach Maßgabe der gesetzlichen Bestimmungen, der Satzung, seiner Geschäftsordnung und seiner Beschlüsse aus. Gemäß den gesetzlichen Regelungen überwacht der Aufsichtsrat den Vorstand in der Ausübung seiner Tätigkeit und der Führung des Unternehmens. Dabei begleitet er insbesondere den Vorstand in kritischer Diskussion grundsätzlicher Fragen der Ausrichtung des Unternehmens. Dazu zählen speziell die jährliche Unternehmensplanung und die Aufstellung der Abschlüsse, aber auch grundlegende Themen der strategischen Ausrichtung und Weiterentwick- lung des Unternehmens. Über den Umfang seiner Arbeit berichtet der Aufsichtsrat auch in seinem Bericht an die Haupt- versammlung. Der Aufsichtsrat lässt sich in vier ordentlichen Sitzungen im Jahr über die wirtschaftliche Situation und den Geschäfts- verlauf im Unternehmen detailliert informieren. Im Falle von besonderen unternehmensexternen oder -internen Vor- kommnissen hält der Aufsichtsrat zudem außerordentliche Sitzungen ab. Die Sitzungen des Aufsichtsrats werden vom Vorsitzenden oder im Fall seiner Verhinderung durch seinen Stellvertreter unter Einhaltung einer Frist von mindestens sieben Tagen einberufen, außer in dringenden Fällen, in denen die Einberufungsfrist verkürzt werden kann. Beschlüsse des Aufsichtsrats werden mit einfacher Stimmenmehrheit gefasst. Ergibt eine Abstimmung im Aufsichtsrat Stimmen- gleichheit, so hat bei einer erneuten Abstimmung über denselben Gegenstand, wenn auch sie Stimmengleichheit ergibt, die Vorsitzende des Aufsichtsrats zwei Stimmen. Der Vorstand nimmt bei Erfordernis an den Sitzungen des Aufsichts- rats teil und berichtet schriftlich und mündlich zu den einzelnen Tagesordnungspunkten und Beschlussvorlagen und beantwortet die Fragen der Aufsichtsratsmitglieder. Berichte mit Erläuterungen wesentlicher unternehmerischer finan- zieller sowie nichtfinanzieller Kennziffern vonseiten des Vorstands geben dem Aufsichtsrat Einsicht in den Verlauf der Geschäftssituation. Neben den Sitzungen und Berichten informieren sich die Mitglieder des Aufsichtsrats in regelmäßigen Gesprächen mit dem Vorstand. Im regelmäßigen Turnus überprüft der Aufsichtsrat anhand eines strukturierten Fragebogens durch Interviews der Auf- sichts- und Vorstandsmitglieder die Effizienz seiner Arbeit. Ausschüsse des Aufsichtsrats Der Aufsichtsrat der PVA TePla AG hat zwei Ausschüsse gebildet: einen Prüfungsausschuss und einen Personal- und Nominierungsausschuss. Der Aufsichtsrat kann auch weitere Ausschüsse aus seiner Mitte bilden. Der Prüfungsausschuss hat drei Mitglieder und beschäftigt sich insbesondere mit der Prüfung der Rechnungslegung, der Überwachung des Rechnungslegungsprozesses, der Angemessenheit und Wirksamkeit des internen Kontrollsystems, des Risikomanagementsystems und des internen Revisionssystems sowie der Abschlussprüfung und der Compliance. Die Rechnungslegung umfasst insbesondere den Konzernabschluss und den zusammengefassten Lage- und Konzern- lagebericht (einschließlich nichtfinanzieller Berichterstattung), unterjährige Finanzmitteilungen und den Einzelabschluss nach HGB. Der Vorsitzende des Prüfungsausschusses ist Christoph von Seidel. Er erfüllt die gesetzlichen Anforderungen an Unabhängigkeit und Sachverstand auf den Gebieten Rechnungslegung und Abschlussprüfung. Prof. Dr. Gernot Hebestreit erfüllt ebenso die Anforderungen auf dem Gebiet der Rechnungslegung und Abschlussprüfung. Weiteres Mit- glied des Prüfungsausschusses ist Dr. Myriam Jahn. 130 | PVA TePla | Geschäftsbericht 2024 Der Personal- und Nominierungsausschuss hat drei Mitglieder, darunter Dr. Myriam Jahn als Vorsitzende. Er macht im Falle der Neubesetzung von Organmitgliedern Vorschläge an den Gesamtaufsichtsrat und befasst sich mit der Nach- folgeplanung für Positionen im Aufsichtsrat. Der Ausschuss beschäftigt sich darüber hinaus mit Fragen der Vergütung sowie dem Abschluss, der Änderung, Verlängerung und Beendigung der Anstellungsverträge der Mitglieder des Vorstandes. Diversitätskonzept für den Aufsichtsrat Der Aufsichtsrat der PVA TePla AG, der zum gegenwärtigen Zeitpunkt aus drei Personen besteht, strebt angesichts der unternehmensspezifischen Situation, des betriebenen Unternehmensgegenstands sowie der Größe der Gesellschaft als Ziel eine Zusammensetzung des Aufsichtsrats an, die die folgenden Elemente berücksichtigt: Aufseiten der Anteilseigner sollen alle Personen ohne potenzielle Interessenkonflikte im Aufsichtsrat vertreten sein, insbe- sondere ohne solche Interessenkonflikte, die aufgrund einer Beratung oder Organfunktion bei Kunden, Lieferanten, Kredit- gebern oder sonstigen Dritten entstehen können. Der Aufsichtsrat wird bei Wahlvorschlägen an die Hauptversammlung weiterhin auf Vielfalt (Diversity) in Form von Alter, Bildungs-, Berufshintergrund, Internationalität und den Frauenanteil achten. Kompetenzprofil des Aufsichtsrats Der Aufsichtsrat hat für seine Zusammensetzung ein umfassendes Anforderungsprofil verabschiedet, welches sowohl das vom Deutschen Corporate Governance Kodex (DCGK) geforderte Kompetenzprofil als auch das nach § 289f Abs. 2 Nr. 6 HGB erforderliche Diversitätskonzept umfasst. Das Anforderungsprofil ist auf unserer Website im Bereich Investor Relations/ Corporate Governance abrufbar. Auf Basis der Ziele für seine Zusammensetzung hat der Aufsichtsrat nachfolgende Übersicht zum aktuellen Stand der Umsetzung in Form einer Qualifikationsmatrix erstellt: Kompetenzanforderungen Dr. Myriam Jahn Christoph von Seidel Prof. Dr. Gernot Hebestreit Zugehörigkeitsdauer Mitglied seit 2023 2024 2008 Allgemeine Eignung Unabhängigkeit Erfüllt Erfüllt Erfüllt Kein Overboarding Erfüllt Erfüllt Erfüllt Diversität Geschlecht Weiblich Männlich Männlich Geburtsjahr (Alter) 1968 (57 Jahre) 1968 (57 Jahre) 1963 (62 Jahre) Staatsangehörigkeit Deutsch Deutsch Deutsch Internationale Erfahrung Erfüllt Erfüllt Erfüllt Ausbildungshintergrund Elektrotechnik, Betriebswirtschaft Betriebswirtschaft Betriebswirtschaft, Informatik PVA TePla | Geschäftsbericht 2024 | 131 Fachliche Kenntnisse Dr. Myriam Jahn Christoph von Seidel Prof. Dr. Gernot Hebestreit Erfahrung im Senior Level eines Technologieunternehmens im mittelständischen und internationalen Umfeld, bevorzugt bspw. C-/NED-Level eines börsennotierten Unternehmens Erfahrung in den Zielbranchen der PVA TePla AG, insbes. Energie, Dekarbonisierung, Mobilität oder Halbleiter- und Halbleiter- Equipment-Markt aus Kunden- und Technologieperspektive Internationale Führungs- und Organisationsentwicklungs- erfahrung (insbesondere für die Hauptabsatzmärkte der PVA TePla AG) Erfahrung mit Strategieentwicklung, -umsetzung und sich daraus ergebenden Transformationsprozessen in sich schnell verändernden Märkten Informationstechnologie: Fundierte Digitalisierungsexpertise und Cyber-Risiko Technologie: Tiefgehende Expertise in Innovation und Digitalisierung der Produkte Finanzen: Expertise in Rechnungslegung, Unternehmensplanung und -steuerung sowie IKS in Aufsichtsrat und Prüfungsaus- schuss im Einklang mit dem DCGK und dem neuen §§ 100 Abs. 5, 107 Abs. 4 Satz 3 AktG im Rahmen des Finanzmarkt- integritätssicherheitsgesetzes (FISG) Abschlussprüfung: Expertise in interner Revision und Bericht- erstattung im Aufsichtsrat und Prüfungsausschuss im Einklang mit dem DCGK und dem neuen §§ 100 Abs. 5, 107 Abs. 4 Satz 3 AktG im Rahmen des Finanzmarktintegritätssicherheits- gesetzes (FISG) Kapitalmarkterfahrung insbesondere im Zusammenhang mit M&A und dem durch Börsennotierung vorgegebenem rechtlichen Rahmen, sowie im Compliance-Bereich. Environment: Erfahrung mit Umweltstandards und -regulatorik, insbesondere bei Dekarbonisierung und im internationalen Maschinenbau Social: Erfahrung in sozialen und gesellschaftspolitischen Entwicklungen und internationaler Personalentwicklung Governance: Nationaler und internationaler gesetzlicher und regulatorischer Rahmen für Unternehmensprozesse und -produkte auf Aufsichtsrats- oder Gremiumsebene ꢀꢀꢀKompetenz-Lead ꢀꢀꢀKompetenz 132 | PVA TePla | Geschäftsbericht 2024 Diversität Vorstand und Aufsichtsrat der PVA TePla AG setzen auf die Vielfalt und Unterschiedlichkeit der MitarbeiterInnen. Sie bilden für die PVA TePla-Gruppe die Grundlage eines leistungsfähigen und erfolgreichen Unternehmens. Die Aktivitäten haben zum Ziel, die richtigen Menschen zur Bewältigung unserer Herausforderungen zusammenzubringen, eine Arbeits- kultur zu schaffen, welche die Leistungsfähigkeit, Motivation und Zufriedenheit unserer Mitarbeitenden sowie unserer Führungskräfte fördert. Führungsebene unterhalb des Vorstands Unterhalb des Vorstands in der Holding PVA TePla AG besteht eine Führungsebene, deren Mitglieder zu Prokuristen ernannt worden sind. Im Mai 2023 wurde für den Anteil von Frauen in dieser Führungsebene ein Zielwert von 30% festgelegt, der derzeit mit 50% erreicht wird. Bis zum 31. Dezember 2026 strebt das Unternehmen an, diesen Zielwert mindestens aufrechtzuerhalten.33 Vorstand Der Aufsichtsrat besetzt Vorstandspositionen insbesondere nach fachlicher und persönlicher Eignung der KandidatInnen. Bei gleicher Eignung wird der Aufsichtsrat die Vielfalt (Diversity) berücksichtigen und dabei auch auf den Frauenanteil achten. Bei der Bestellung von Vorstandsmitgliedern wird der Aufsichtsrat somit nicht nur darauf achten, dass die be- stellten Personen über die persönlichen und fachlichen Eignungen und Erfahrungen verfügen, die für die Wahrnehmung des Amtes erforderlich sind. Er wird auch anstreben, dass der Vorstand in der Person seiner Mitglieder durch eine Viel- falt (Diversity) von Meinungen und Erfahrungen geprägt ist. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt (Februar 2025) gehören dem Vorstand zwei männliche und ein weibliches Mitglied an. Somit beträgt die Frauenquote im Vorstand 33%. Für die Frauenquote im Vorstand ist aktuell bis zum 31. Dezember 2026 eine Zielgröße von 30% definiert. Aufsichtsrat Der Aufsichtsrat besteht zum gegenwärtigen Zeitpunkt aus zwei männlichen Mitgliedern und einem weiblichen Mitglied. Als Zielgröße für eine Frauenquote im Aufsichtsrat ist bis zum 31. Dezember 2026 25% definiert, die mit gegenwärtig 33% erreicht ist. Hinsichtlich des Themas Gleichstellung von Männern und Frauen lässt sich der Aufsichtsrat für seine Vorschläge zur Wahl neuer Aufsichtsratsmitglieder an die Hauptversammlung insbesondere von der fachlichen und persönlichen Eignung der KandidatInnen leiten. Bei gleicher Eignung wird der Aufsichtsrat die Vielfalt (Diversity) berück- sichtigen. Jalin Ketter Oliver Höfer Carl Markus Groß CEO COO CFO 33 Im Rahmen der Nachhaltigkeitsberichterstattung berichten wir über den Frauenanteil in der ersten und zweiten Führungsebene des Konzerns, also einschließlich aller Gesellschaften der Gruppe. PVA TePla | Geschäftsbericht 2024 | 133 Konzernabschluss für das Geschäftsjahr zum 31. Dezember 2024 136 | PVA TePla | Geschäftsbericht 2024 Konzernabschluss Konzernbilanz der PVA TePla-Gruppe Aktiva in TEUR Anhang 31.12.2024 31.12.2023* Langfristige Vermögenswerte Immaterielle Vermögenswerte 8 20.227 18.597 Nutzungsrechte 20 4.832 2.924 Sachanlagen 9 58.563 41.646 Finanzielle Vermögenswerte 10 3.641 9.011 Latente Steueransprüche 13 7.068 6.989 Summe langfristige Vermögenswerte 94.330 79.167 Kurzfristige Vermögenswerte Vorräte 11 84.519 94.601 Forderungen und sonstige Vermögenswerte 12 59.941 77.825 Vertragsvermögenswerte 12 28.788 35.972 Ertragsteueransprüche 510 823 Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente G 31.371 13.964 Summe kurzfristige Vermögenswerte 205.128 223.185 Summe Aktiva 299.459 302.352 * Vorjahresangaben angepasst (zu weiteren Erläuterungen siehe Textabschnitt „B. Änderungen der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden“) PVA TePla | Geschäftsbericht 2024 | 137 Konzernbilanz der PVA TePla-Gruppe Passiva in TEUR Anhang 31.12.2024 31.12.2023* Eigenkapital Gezeichnetes Kapital H 21.750 21.750 Rücklagen H 132.975 105.667 Eigene Anteile H -4.470 0 Summe Eigenkapital 150.255 127.417 Langfristige Schulden Pensionsrückstellungen 15 13.721 11.770 Sonstige Rückstellungen 16 651 853 Finanzverbindlichkeiten 14 22.015 14.458 Latente Steuerschulden 13 8.495 9.800 Summe langfristige Schulden 44.882 36.881 Kurzfristige Schulden Sonstige Rückstellungen 16 10.034 7.300 Finanzverbindlichkeiten 14 2.563 5.291 Verbindlichkeiten gegenüber Mitarbeitern 8.449 7.699 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 14.532 18.825 Vertragsverbindlichkeiten 17 61.383 95.268 Ertragsteuerverbindlichkeiten 4.558 529 Sonstige Verbindlichkeiten 2.802 3.142 Summe kurzfristige Schulden 104.322 138.054 Summe Passiva 299.459 302.352 * Vorjahresangaben angepasst (zu weiteren Erläuterungen siehe Textabschnitt „B. Änderungen der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden“) 138 | PVA TePla | Geschäftsbericht 2024 Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung der PVA TePla-Gruppe in TEUR Anhang 1.1. – 31.12.2024 1.1. – 31.12.2023 Umsatzerlöse 1 270.115 263.446 Herstellungskosten des Umsatzes -182.079 -185.939 Bruttoergebnis vom Umsatz 88.035 77.507 Vertriebskosten -18.494 -19.147 Allgemeine Verwaltungskosten -20.559 -15.451 Forschungs- und Entwicklungskosten 2 -11.711 -9.513 Sonstige betriebliche Erträge 3 4.976 5.795 Sonstige betriebliche Aufwendungen 3 -2.644 -4.811 Betriebsergebnis (EBIT) 39.604 34.379 Finanzergebnis 4 -642 -274 Finanzierungserträge 4 1.662 714 Finanzierungsaufwendungen 4 -2.303 -988 Ergebnis vor Steuern 38.962 34.105 Ertragsteuern 5 -11.894 -9.684 Ergebnis nach Steuern 27.068 24.421 Ergebnis je Aktie (unverwässert/verwässert) Ergebnis je Aktie (unverwässert) in EUR 1,25 1,12 Ergebnis je Aktie (verwässert) in EUR 1,25 1,12 PVA TePla | Geschäftsbericht 2024 | 139 Konzern-Gesamtergebnisrechnung der PVA TePla-Gruppe in TEUR 1.1. – 31.12.2024 1.1. – 31.12.2023 Ergebnis nach Steuern 27.068 24.421 Direkt im Eigenkapital erfasste Veränderungen Posten, die in den Gewinn oder Verlust umgegliedert werden können: – Währungsdifferenzen 834 -406 – Ertragsteuern 0 0 Veränderungen des im Eigenkapital erfassten Betrags (Währungsdifferenzen) 834 -406 Summe der Posten, die in den Gewinn oder Verlust umgegliedert werden können 834 -406 Posten, die nie in den Gewinn oder Verlust umgegliedert werden können: – Versicherungsmathematische Gewinne/Verluste aus Pensionszusagen -847 -977 – Ertragsteuern 253 283 Veränderungen des im Eigenkapital erfassten Betrags (Pensionsrückstellungen) -594 -694 Summe der Posten, die nie in den Gewinn oder Verlust umgegliedert werden können -594 -694 Gesamtergebnis 27.308 23.321 140 | PVA TePla | Geschäftsbericht 2024 Konzern-Kapitalflussrechnung der PVA TePla-Gruppe in TEUR 1.1. – 31.12.2024 1.1. – 31.12.2023 Ergebnis nach Steuern 27.068 24.421 Anpassungen des Ergebnisses nach Steuern für die Überleitung zum Cashflow aus der betrieblichen Tätigkeit + Ertragsteuern 11.894 9.684 – Finanzierungserträge -1.662 -714 + Finanzierungsaufwendungen 2.303 988 = Betriebsergebnis (EBIT) 39.604 34.379 +/– Ertragsteuerzahlungen -8.651 -15.807 + Abschreibungen 8.207 7.149 –/+ Erträge/Aufwendungen aus assoziierten Unternehmen 33 0 –/+ Gewinn/Verlust aus dem Abgang von Gegenständen des Anlagevermögens 14 24 +/– Sonstige zahlungsunwirksame Aufwendungen/Erträge -693 -293 –/+ Zunahme/Abnahme der Vorräte, der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie andere Aktiva 42.145 -8.620 +/– Zunahme/Abnahme der Rückstellungen 3.437 2.068 +/– Zunahme/Abnahme der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie andere Passiva -37.910 -16.902 Cash-Flow aus der betrieblichen Tätigkeit 46.184 1.998 – Auszahlungen für den Erwerb von konsolidierten Unternehmen abzüglich erworbener Zahlungsmittel -282 -300 – Auszahlungen für den Erwerb von assoziierten Unternehmen -2.704 0 + Einzahlungen aus Abgängen von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen 111 44 – Auszahlungen für Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen -24.156 -11.266 + Einzahlungen aus Abgängen von Finanzanlagen 3.000 8 + Zinseinzahlungen 704 673 Cash-Flow aus der Investitionstätigkeit -23.327 -10.841 – Auszahlungen für den Rückkauf eigener Aktien -3.964 0 + Einzahlungen aus der Aufnahme von (Finanz-) Krediten 5.934 13.352 – Auszahlungen für die Tilgung von (Finanz-) Krediten -3.290 -144 – Auszahlungen für die Tilgung der Leasingverbindlichkeiten -1.781 -1.293 – Auszahlungen für die Tilgung von sonstigen Finanzverbindlichkeiten 0 -4.386 – Zinsauszahlungen -2.896 -226 Cash-Flow aus der Finanzierungstätigkeit -5.997 7.303 = Zahlungswirksame Veränderung der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 16.860 -1.540 +/– Einfluss von Wechselkursänderungen auf die flüssigen Mittel 547 -99 + Zahlungsmittelbestand laut Kapitalflussrechnung am Anfang der Periode 13.964 15.602 = Zahlungsmittelbestand laut Kapitalflussrechnung am Ende der Periode 31.371 13.964 PVA TePla | Geschäftsbericht 2024 | 141 Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung der PVA TePla-Gruppe in TEUR Ausgegebene Gezeichnetes Gewinn- Sonstige Rücklagen Summe Eigene Summe Stückaktien Kapital rücklagen Rücklagen Anteile Eigenkapital Währungs- Versicherungs- umrechnung mathematische Anzahl Gewinne/Verluste Stand 1.1.2023 21.749.988 21.750 83.491 1.003 -2.148 82.346 0 104.096 Ergebnis nach Steuern 24.421 24.421 24.421 Sonstiges Ergebnis -406 -694 -1.100 -1.100 Gesamtergebnis 24.421 -406 -694 23.321 23.321 Erwerb von eigenen Anteilen 0 0 Stand 31.12.2023 21.749.988 21.750 107.912 597 -2.842 105.667 0 127.417 Stand 1.1.2024 21.749.988 21.750 107.912 597 -2.842 105.667 0 127.417 Ergebnis nach Steuern 27.068 27.068 27.068 Sonstiges Ergebnis 834 -594 240 240 Gesamtergebnis 27.068 834 -594 27.308 27.308 Erwerb von eigenen Anteilen -295.531 0 -3.964 -3.964 Verpflichtung zum Erwerb eigener Anteile 0 -506 -506 Stand 31.12.2024 21.454.457 21.750 134.980 1.431 -3.436 132.975 -4.470 150.255 Konzernanhang für das Geschäftsjahr 2024 A. Grundlagen der Aufstellung Sitz und Rechtsform der Gesellschaft Die PVA TePla AG , Wettenberg (im Folgenden „ PVA TePla AG “) ist eine Aktiengesellschaft nach deutschem Recht. Die Gesellschaft ist im Handelsregister am Amtsgericht Gießen unter der Nummer HRB 6845 registriert und hat ihren Sitz Im Westpark 10 - 12 in 35435 Wettenberg , Deutschland . Die Aktien der PVA TePla AG sind im Prime Standard an der Frankfurter Wertpapierbörse notiert (ISIN: DE0007461006). Seit dem 20. September 2021 sind die Aktien der PVA TePla AG im SDAX gelistet. Geschäftstätigkeit und Geschäftssegmente Die PVA TePla AG und die von ihr beherrschten Tochterunternehmen (im Folgenden „PVA TePla-Gruppe“) sind führende Anbieter von High-Tech-Lösungen in den Bereichen Material- und Messtechnik. Mit einem breiten Portfolio an innova- tiven Produkten, Prozessen und Dienstleistungen unterstützt PVA TePla Kunden bei der Bewältigung anspruchsvoller Herausforderungen in vielen verschiedenen Industriezweigen, die von den globalen Megatrends Digitalisierung, Dekar- bonisierung und Mobilität getrieben werden. Über ihre Standorte in Deutschland, Frankreich, Italien, den USA, China, Taiwan, Korea und Singapur unterhält und pflegt PVA TePla weltweite Geschäftsbeziehungen. Perspektivisch konzen- triert sich PVA TePla bei regionalen Wachstumsinitiativen insbesondere auf den asiatischen und amerikanischen Raum. Die PVA TePla-Gruppe gliedert ihre Geschäftsaktivitäten in die beiden Geschäftsbereiche „Semiconductor Systems“ und „Industrial Systems“. Führung, Planung und Steuerung der PVA TePla-Gruppe erfolgen basierend auf diesen beiden Geschäftsbereichen, die für Zwecke der Segmentberichterstattung insoweit die beiden Geschäftssegmente bilden. Dem Geschäftsbereich Semiconductor Systems sind Lösungen und Anlagensysteme für die Halbleiterindustrie zugeordnet, darunter vor allem Kristallzuchtanlagen, Metrologiesysteme zur Qualitätskontrolle und Plasmasysteme zur Entfernung von Oberflächenkontaminationen auf Wafern. Der Geschäftsbereich Industrial Systems umfasst Lösungen und Anlagen- systeme für die Halbleiterindustrie zur Herstellung, Veredlung und Inspektion von innovativen Materialien, zur Oberflächen- behandlung, -reinigung oder -inspektion sowie zur Überwachung von Fertigungsprozessen, die speziell auf die Anforderun- gen und Bedürfnisse anderer Industriezweige wie z.B. der Medizin-, Elektro- oder Werkzeugbranche konfiguriert sind. Rechnungslegungsstandards und allgemeine Grundlagen der Darstellung Der Konzernabschluss der PVA TePla AG für das am 31. Dezember 2024 endende Geschäftsjahr wurde unter Anwendung von § 315e HGB nach den vom International Accounting Standards Board (IASB) formulierten International Financial Reporting Standards (IFRS) aufgestellt, wie sie in der Europäischen Union (EU) anzuwenden sind. Alle für das Geschäfts- jahr 2024 verpflichtend anzuwendenden International Financial Reporting Standards (IFRS), International Accounting Standards (IAS) und Auslegungen des IFRS Interpretations Committee (IFRS IC) wurden berücksichtigt. Überdies wurden alle über die Regelungen des IASB hinausgehenden gesetzlichen Angabe- und Erläuterungspflichten des Handelsgesetz- buchs (HGB) erfüllt. Die PVA TePla AG stellt als oberstes Mutterunternehmen den Konzernabschluss für den kleinsten und größten Kreis der Unternehmen des PVA TePla Konzerns auf. Das Geschäftsjahr der PVA TePla AG und ihrer Tochterunternehmen stimmt mit dem Kalenderjahr überein. Das Geschäfts- jahr 2024 der PVA TePla AG begann am 1. Januar 2024 und endete am 31. Dezember 2024. Die korrespondierende Vor- jahresperiode (im Folgenden auch kurz „VJ“ oder „Vorjahr“) umfasst demnach den Zeitraum vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023. 142 | PVA TePla | Geschäftsbericht 2024 Die Aufstellung des Konzernabschlusses erfolgt unter der Annahme der Unternehmensfortführung und unter Anwen- dung des Anschaffungskostenprinzips. Davon ausgenommen sind derivative Finanzinstrumente sowie Earn-Out-Ver- bindlichkeiten die zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden. Die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung wird nach dem Umsatzkostenverfahren (UKV) aufgestellt. Sofern zur Verbes- serung der Klarheit der Darstellung oder aus Wesentlichkeitsgründen Posten der Konzernbilanz und/oder der Konzern- Gewinn- und Verlustrechnung bzw. Konzern-Gesamtergebnisrechnung zusammengefasst wurden, werden diese im Konzernanhang gesondert ausgewiesen. Eine Erläuterung der angewandten Rechnungslegungsmethoden in Bezug auf einzelne Posten der Konzernbilanz und Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung bzw. Konzern-Gesamtergebnisrechnung erfolgt innerhalb der einzelnen Textziffern des Konzernanhangs zusammen mit den jeweils einschlägigen spezifischen Anhangangaben. Die Darstellung in der Konzernbilanz unterscheidet zwischen kurz- und langfristigen Vermögenswerten und Schulden. Vermögenswerte und Schulden werden als kurzfristig klassifiziert, wenn sie innerhalb eines Jahres oder innerhalb eines längeren normalen Geschäftszyklus fällig werden. Latente Steueransprüche und latente Steuerschulden werden grund- sätzlich als langfristige Posten in der Konzernbilanz ausgewiesen. Die Berichtswährung und die funktionale Währung des Konzernabschlusses der PVA TePla-Gruppe ist der Euro (EUR). Soweit nicht anders vermerkt, werden alle Beträge in Tausend Euro (TEUR) angegeben. Aus rechentechnischen Gründen können in den in diesem Abschluss dargestellten Informationen Rundungsdifferenzen in Höhe von +/– einer Einheit (TEUR, % usw.) auftreten. Der Konzernabschluss der PVA TePla-Gruppe für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2024 bis zum 31. Dezember 2024 wurde am 14. März 2025 vom Vorstand der PVA TePla AG freigegeben und zur Billigung an den Aufsichtsrat weitergeleitet. PVA TePla | Geschäftsbericht 2024 | 143 B. Änderungen der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden Erstmals im Geschäftsjahr 2024 angewandte Verlautbarungen Die im Konzernabschluss der PVA TePla-Gruppe für das Geschäftsjahr 2024 angewandten Rechnungslegungsmethoden entsprechen grundsätzlich denen des Vorjahres (Geschäftsjahr 2023). Davon abweichend hat die PVA TePla-Gruppe im Geschäftsjahr 2024 die nachfolgend aufgeführten, von der Europäischen Union in Europäisches Recht übernommenen, neuen bzw. geänderten Standards erstmals angewendet. Aus deren erstmaliger Anwendung haben sich im Geschäfts- jahr 2024 für die PVA TePla-Gruppe die unter der Tabelle erläuterten Änderungen ergeben.
| Standard | Titel | Erstanwendung | Übernahme | Auswirkungen |
| PVA TePla-Gruppe | durch EU | PVA TePla-Gruppe | ||
| Änderungen an | Leasingverbindlichkeit in einer | 1. Januar 2024 | erfolgte am | keine Relevanz |
| IFRS 16 | Sale-and-Lease-back-Transaktion | 20. November 2023 | ||
| Änderungen an | Einstufung von Schulden als kurz- oder langfristig | 1. Januar 2024 | erfolgte am | keine wesentlichen |
| IAS 1 | und langfristige Schulden mit Nebenbedingung | 19. Dezember 2023 | Auswirkungen | |
| Änderungen an | Lieferantenfinanzierungsvereinbarungen | 1. Januar 2024 | erfolgte am | keine Relevanz |
| IAS 7 / IFRS 7 | 15. Mai 2024 |
Ausweisänderungen im Geschäftsjahr 2024 Die PVA TePla AG hat im Geschäftsjahr 2024 zur besseren Klarheit und Vergleichbarkeit die Struktur und Gliederung der Konzernbilanz modifiziert und in diesem Zuge Postenbezeichnungen geändert sowie verschiedene Umgliederungen vor- genommen („Ausweisänderungen“). Die erfolgsneutralen Umgliederungen wurden in Übereinstimmung mit IAS 8 retro- spektiv vorgenommen und betreffen die folgenden Sachverhalte: Ausweis von fälligen Anzahlungsrechnungen: ● Die bis dato unter dem Bilanzposten „Vertragsvermögenswerte“ ausgewiesenen fälligen Zahlungsansprüche aus von der PVA TePla-Gruppe fakturierten, aber am Abschlussstichtag noch nicht vereinnahmten Anzahlungsrechnungen werden ab dem Geschäftsjahr 2024 unter dem Bilanzposten „Forderungen und sonstige Vermögenswerte“ ausge- wiesen. Die Vorjahreswerte in Höhe von 14.641 TEUR wurden in Übereinstimmung mit IAS 8 entsprechend angepasst. Saldierung von latenten Steueransprüchen und latenten Steuerschulden: ● Die in der Vergangenheit von der PVA TePla-Gruppe gewählte Bilanzierungsmethode einer unsaldierten Darstellung von latenten Steueransprüchen und latenten Steuerschulden ist national und international wenig üblich. Zur Verbesse- rung der Vergleichbarkeit mit anderen Unternehmen hat die PVA TePla AG im Geschäftsjahr 2024 den Ausweis latenter Steuern auf den in der Unternehmenspraxis ganz dominierend anzutreffenden saldierten Ausweis auf Ebene der ein- bezogenen Konzernunternehmen umgestellt. Die im Vorjahr unsaldierten aktiven latenten Steuern in Höhe von 9.997 TEUR und passiven latenten Steuern in Höhe von 12.808 TEUR wurden in Übereinstimmung mit IAS 8 entsprechend angepasst. Ausweis von Termingeldern: ● Die im Vorjahr unter dem Bilanzposten „Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente“ ausgewiesenen Termingelder mit einer Laufzeit von mehr als drei Monaten (6.168 TEUR) werden ab dem Geschäftsjahr 2024 unter dem Bilanz- posten „Forderungen und sonstige Vermögenswerte“ ausgewiesen. 144 | PVA TePla | Geschäftsbericht 2024 Künftig verpflichtend anzuwendende Verlautbarungen Das IASB hat nachfolgende Verlautbarungen herausgegeben, die im Geschäftsjahr 2024 noch nicht verpflichtend anzuwen- den waren. Die PVA TePla-Gruppe beabsichtigt keine vorzeitige Anwendung dieser neuen bzw. geänderten Standards.
| Standard | Titel | Erstanwendung | Übernahme | Auswirkungen |
| PVA TePla-Gruppe | durch EU | PVA TePla-Gruppe | ||
| Änderungen an IAS 21 | Auswirkungen von Änderungen der | 1. Januar 2025 | erfolgte am | keine Relevanz |
| Wechselkurse: Mangel an Umtauschbarkeit | 12. November 2024 | |||
| Änderungen an IFRS 1, IFRS | Sammeländerungsstandard Band 11 | voraussichtlich | ausstehend | Auswirkungen werden |
| 7, IFRS 9, IFRS 10 und IAS 7 | 1. Januar 2026 | gegenwärtig analysiert | ||
| Änderungen an IFRS 9 und | Klassifizierung und Bewertung von | voraussichtlich | ausstehend | Auswirkungen werden |
| IFRS 7 | Finanzinstrumenten | 1. Januar 2026 | gegenwärtig analysiert | |
| Änderungen an IFRS 9 und | Verträge mit Bezug auf naturabhängige | voraussichtlich | ausstehend | keine wesentlichen |
| IFRS 7 | Elektrizität | 1. Januar 2026 | Auswirkungen | |
| IFRS 18 | Darstellung und Angaben im Abschluss | voraussichtlich | ausstehend | Auswirkungen werden |
| 1. Januar 2027 | gegenwärtig analysiert | |||
| IFRS 19 | Tochterunternehmen ohne öffentliche | voraussichtlich | ausstehend | Auswirkungen werden |
| Rechenschaftspflicht: Angaben | 1. Januar 2027 | gegenwärtig analysiert |
PVA TePla | Geschäftsbericht 2024 | 145 C. Konsolidierungskreis, Konsolidierungsgrundsätze und Währungsumrechnung Konsolidierungskreis In den vorliegenden Konzernabschluss werden die PVA TePla AG und ihre in- und ausländischen Tochterunternehmen einbezogen, über die sie Beherrschung ausüben kann („PVA TePla-Gruppe“). Im Allgemeinen wird davon ausgegangen, dass der Besitz einer Mehrheit der (mittelbaren oder unmittelbaren) Stimmrechte zur Beherrschung führt. Die Abschlüsse von in den Konzernabschluss einzubeziehenden Tochterunternehmen werden ab dem Zeitpunkt des Beginns der Möglich- keit der Ausübung von Beherrschung bis zum Zeitpunkt der Beendigung der Möglichkeit der Ausübung von Beherrschung in den Konzernabschluss einbezogen. Die PVA TePla AG stellt als oberstes Mutterunternehmen den Konzernabschluss für den kleinsten und größten Kreis der Unternehmen des PVA TePla Konzerns auf. In den Konzernabschluss der PVA TePla-Gruppe zum 31. Dezember 2024 wurden neben der PVA TePla AG neun inländische (VJ: acht) und zehn ausländische (VJ: zehn) Tochterunternehmen auf Basis der Vollkonsolidierung einbezogen:
| Anteil am Eigenkapital (in %) | |||
| Gesellschaft | Sitz | unmittelbare Beteiligung | mittelbare Beteiligung |
| 31.12.2024 | 31.12.2024 | ||
| PVA Industrial Vacuum Systems GmbH | Wettenberg, Deutschland | 100 | |
| PVA Crystal Growing Systems GmbH | Wettenberg, Deutschland | 100 | |
| PVA Metrology & Plasma Solutions GmbH | Wettenberg, Deutschland | 100 | |
| PVA TePla Analytical Systems GmbH | Westhausen, Deutschland | 100 | |
| PVA Löt- und Werkstofftechnik GmbH | Jena, Deutschland | 100 | |
| PVA Control GmbH | Wettenberg, Deutschland | 100 | |
| PVA SPA Software Entwicklungs GmbH | Coburg, Deutschland | 100 | |
| PVA Vakuum Anlagenbau Jena GmbH | Jena, Deutschland | 100 | |
| PVA Technology Hub GmbH | Wettenberg, Deutschland | 100 | |
| PVA Holding, LLC | Wilmington DE, USA | 100 | |
| OKOS Solutions, LLC | Manassas VA, USA | 100 | |
| PVA TePla America, LLC | Corona CA, USA | 100 | |
| PVA Italy S.r.l. | San Vito di Leguzzano, Italien | 100 | |
| M.P.A. Industrie SAS | La Chapelle-d‘Aurec, Frankreich | 100 | |
| PVA TePla Singapore Pte. Ltd. | Singapur | 100 | |
| PVA TePla (China) Ltd. | Peking, VR China | 100 | |
| PVA Semiconductor Systems Xi’an Ltd. | Xi‘an, VR China | 100 | |
| PVA Taiwan Ltd. | Hsinchu, Taiwan | 100 | |
| PVA TePla Korea LLC | Gyeonggi-do, Republik Korea | 100 |
146 | PVA TePla | Geschäftsbericht 2024 Befreiung gemäß § 264 Abs. 3 HGB Die folgenden inländischen Tochterunternehmen der PVA TePla AG machen von der Befreiungsvorschrift gemäß § 264 Abs. 3 HGB Gebrauch und sind für das Geschäftsjahr 2024 von ihrer Verpflichtung zur Aufstellung und Offenlegung eines handelsrechtlichen Jahresabschlusses und Lageberichts nach den für Kapitalgesellschaften geltenden Vorschriften befreit: PVA Industrial Vacuum Systems GmbH, Wettenberg ● PVA Crystal Growing Systems GmbH, Wettenberg ● PVA Metrology & Plasma Solutions GmbH, Wettenberg ● PVA TePla Analytical Systems GmbH, Westhausen ● PVA Löt- und Werkstofftechnik GmbH, Jena ● PVA Control GmbH, Wettenberg ● PVA SPA Software Entwicklungs GmbH, Coburg ● PVA Vakuum Anlagenbau Jena GmbH, Jena ● PVA Technology Hub GmbH, Wettenberg ● Veränderungen des Konsolidierungskreises im Geschäftsjahr 2024 Im Januar 2024 wurde die PVA Technology Hub GmbH, Wettenberg, gegründet, an der die PVA TePla AG unmittelbar 100% der Anteile hält. Mit dieser Gründung soll die Weiterentwicklung vom reinen Anlagenhersteller zum Lösungsanbieter noch weiter vorangetrieben und die führende Position im Bereich Forschung und Entwicklung gestärkt werden. Im Mittel- punkt des PVA Technology Hub steht die Entwicklung von Verfahren und Systemen zur Herstellung, Verarbeitung und Anwendung von Hightech-Werkstoffen und Komponenten, wobei der Fokus zunächst auf Siliziumkarbid liegen wird. Veränderungen des Konsolidierungskreises im Vorjahr Der Konsolidierungskreis hat sich im Geschäftsjahr 2023 nicht verändert. Konsolidierungsgrundsätze Die Abschlüsse der PVA TePla AG und ihrer in den Konzernabschluss einbezogenen Tochterunternehmen werden unter Beachtung einheitlich geltender Ansatz- und Bewertungsgrundsätze zum Abschlussstichtag des Konzernabschlusses (31. Dezember 2024) aufgestellt. Ansatz-, Bewertungs-, Konsolidierungs- und Gliederungsgrundsätze wurden von allen in den Konzernabschluss einzubeziehenden Gesellschaften stetig angewendet. Alle konzerninternen Vermögenswerte und Schulden, Erträge und Aufwendungen sowie Zahlungsströme aus Geschäftsvorfällen zwischen den in den Konzern- abschluss einbezogenen Unternehmen werden im Rahmen der Konsolidierung vollständig eliminiert. Bei den erfolgs- wirksamen Konsolidierungsvorgängen wurden ertragsteuerliche Auswirkungen berücksichtigt und latente Steuern in Ansatz gebracht. Die Kapitalkonsolidierung der Tochterunternehmen erfolgt nach der Erwerbsmethode (sog. „Acquisition Method“). Danach werden die Anschaffungskosten der Beteiligung (übertragene Gegenleistung) auf die erworbenen identifizier- baren Vermögenswerte und die übernommenen identifizierbaren Schulden und Eventualverbindlichkeiten entsprechend ihren beizulegenden Zeitwerten zum Erwerbszeitpunkt allokiert. Im Rahmen eines Unternehmenserwerbs angefallene Kosten werden als Aufwand erfasst. Auf im Rahmen der Erstkonsolidierung aufgedeckte stille Reserven und Lasten PVA TePla | Geschäftsbericht 2024 | 147 werden latente Steuern angesetzt, sofern diese Aufdeckung nicht auch steuerlich nachvollzogen wird. In den Folge- perioden werden die aufgedeckten stillen Reserven und Lasten entsprechend der Behandlung der korrespondierenden Vermögenswerte und Schulden fortgeführt. Ein Überschuss der Anschaffungskosten der Beteiligung über die Nettozeit- werte der identifizierbaren Vermögenswerte, Schulden und Eventualverbindlichkeiten wird als Geschäfts- oder Firmen- wert bilanziert. Währungsumrechnung Die in den Abschlüssen der einzelnen Tochterunternehmen der PVA TePla AG erfassten Posten werden auf der Grund- lage der jeweiligen funktionalen Währung bewertet. Die Berichtswährung des Konzernabschlusses der PVA TePla-Gruppe ist der Euro (EUR). Transaktionen in Fremdwährungen werden zum aktuellen Kurs am Tag des Geschäftsvorfalls in die jeweilige funktionale Währung umgerechnet. Monetäre Vermögenswerte und Schulden in Fremdwährung werden mit dem Kurs am Abschluss- stichtag umgerechnet. Umrechnungsdifferenzen werden erfolgswirksam berücksichtigt und in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung innerhalb der sonstigen betrieblichen Aufwendungen respektive der sonstigen betrieblichen Erträge erfasst. Nicht monetäre Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, die zu historischen Anschaffungs- oder Herstellungs- kosten in einer Fremdwährung bewertet werden, werden mit dem Kurs am Tag des Geschäftsvorfalls umgerechnet. Die Umrechnung der Abschlüsse der einbezogenen Tochterunternehmen, deren funktionale Währung von der Berichts- währung des Konzerns (Euro) abweicht, wird wie folgt vorgenommen: Die Vermögenswerte und Schulden werden zu dem am Abschlussstichtag gültigen Wechselkurs (Mittelkurs), das Eigenkapital zu historischen Kursen und die Aufwen- dungen und Erträge zum Jahresdurchschnittswechselkurs umgerechnet. Umrechnungsdifferenzen, die aus Wechsel- kursveränderungen zwischen einzelnen Geschäftsjahren entstehen, werden grundsätzlich erfolgsneutral innerhalb der „sonstigen Rücklagen“ im Eigenkapital kumuliert. Kursentwicklung der wichtigsten Kurse in Relation zum Euro
| EUR = 1 | Durchschnittskurs | Stichtagskurs | ||
| 2024 | 2023 | 31.12.2024 | 31.12.2023 | |
| USA (USD) | 1,08205 | 1,08158 | 1,03890 | 1,10500 |
| China (CNY) | 7,78626 | 7,65907 | 7,58330 | 7,85090 |
| Singapur (SGD) | 1,44567 | 1,45234 | 1,41640 | 1,45910 |
| Korea (KRW) | 1.475,25642 | 1.413,26445 | 1.532,15000 | 1.433,6600 |
| Taiwan (TWD) | 34,71900 | 33,68100 | 33,94200 | 33,96200 |
148 | PVA TePla | Geschäftsbericht 2024 D. Ermessensentscheidungen des Managements sowie Schätzunsicherheiten Im Konzernabschluss der PVA TePla-Gruppe müssen in einem begrenzten Umfang Schätzungen vorgenommen und Annahmen getroffen werden, die Auswirkungen auf Ansatz, Höhe und Ausweis der bilanzierten Vermögenswerte und Schulden, der Erträge und Aufwendungen sowie der Eventualverbindlichkeiten haben. Wesentliche Ermessensaus- übungen des Managements sowie Schätzungsunsicherheiten betreffen mit Blick auf den Ansatz und die Bewertung insbesondere die Ermittlung des Unterschieds zwischen beizulegenden Zeitwerten und Buchwerten im Rahmen der Erstkonsolidierung zum Erwerbszeitpunkt und die Bewertung der variablen Kaufpreiskomponenten (Earn-Out-Klauseln) im Rahmen des Erwerbs neuer Gesellschaften (siehe Textziffer C), die Bewertung von Geschäfts- oder Firmenwerten (siehe Textziffer 8.), die Bewertung der Vorräte (siehe Textziffer 11.), Wertberichtigungen auf Forderungen und Vertrags- vermögenswerte (siehe Textziffer 12. und Textziffer 19.), den Ansatz und die Bewertung von latenten Steueransprüchen auf Verlustvorträge (siehe Textziffer 13.) sowie die Höhe und Eintrittswahrscheinlichkeiten von Pensionsrückstellungen (siehe Textziffer 15.), respektive von sonstigen Rückstellungen (siehe Textziffer 16.) inkl. die Bewertung langfristiger Vergütungskomponenten (siehe Textziffer 22.). Ermessensausübungen des Managements betreffen mit Blick auf den Ausweis vor allem die Einschätzung, ob im Einzelfall die Voraussetzungen für eine Saldierung latenter Steueransprüche mit latenten Steuerschulden erfüllt sind. Bei der Beurteilung dieser Ermessensausübungen sowie Schätzungsunsicher- heiten orientiert sich das Management an Erfahrungswerten der Vergangenheit, Einschätzungen von Experten (Juristen, Ratingagenturen, Verbände etc.) und dem Ergebnis sorgfältiger Abwägung verschiedener Szenarien. Die außerhalb des Einflussbereichs des Managements liegenden tatsächlichen Ergebnisse und Entwicklungen können wesentlich von den geäußerten Entwicklungen und Annahmen abweichen. Das Management der PVA TePla-Gruppe überprüft daher fort- laufend die vorgenommenen Schätzungen und getroffenen Annahmen. Schätzungsänderungen werden zum Zeitpunkt einer besseren Erkenntnis erfolgswirksam erfasst. Wesentliche Ermessensausübungen des Managements und Schätzungsunsicherheiten bei der Umsatzrealisierung werden im Rahmen der Bestimmung separater Leistungsverpflichtungen, bei der Bestimmung des Erfüllungszeitpunktes der Leistungsverpflichtungen, bei der Bestimmung der Methode zur Ermittlung des Leistungsfortschritts bei zeitraum- bezogen zu realisierenden Projekten, im Rahmen der Beurteilung signifikanter Finanzierungskomponenten und im Rahmen der Allokation des Transaktionspreises auf die separaten Leistungsverpflichtungen vorgenommen: Die Bestimmung, ob ein Leistungsversprechen als separate Leistungsverpflichtung zu betrachten ist (z. B. im Falle von ● Installations-, Schulungs-, Wartungs-, Service- und Gewährleistungen), kann in Einzelfällen mit nicht unerheblichen Ermessensausübungen verbunden sein. Die aus Verträgen mit Kunden der PVA TePla-Gruppe resultierenden Leistungsverpflichtungen in Zusammenhang mit ● Anlagenfertigungen und Dienstleistungen werden in Abhängigkeit der spezifischen Fakten und Umstände im Einzel- fall entweder zeitraumbezogen über den Zeitraum der Leistungserbringung entsprechend dem Leistungsfortschritt realisiert (sog. „POC-Methode“) oder zeitpunktbezogen erfasst, sobald die Lieferungen oder Leistungen erbracht sind. Bei kundenspezifischen Anlagenfertigungen ist dabei die Ermessensentscheidung zu treffen, ob im konkreten Einzel- fall ein Vermögenswert ohne alternative Nutzungsmöglichkeit geschaffen wird und zusätzlich (im Falle einer zu unter- stellenden kundenseitigen Vertragskündigung) ein juristisch durchsetzbarer Rechtsanspruch auf Bezahlung der bereits erbrachten Leistungen inkl. eines angemessenen Gewinnaufschlags besteht. PVA TePla | Geschäftsbericht 2024 | 149 Bei zeitraumbezogenen zu realisierenden Projekten ist zur Bestimmung des Leistungsfortschritts die Methode zu ● bestimmen, die am zuverlässigsten die erbrachten Leistungen misst. In der PVA TePla-Gruppe kommen zur Ermittlung von Erlösen aus kundenspezifischen Anlagenfertigungen im Wesentlichen inputbasierte Methoden zur Anwendung, allen voran die sog. „Cost-to-Cost-Methode“. Dabei wird der Fertigstellungsgrad entsprechend dem Verhältnis der bis zum Abschlussstichtag angefallenen Kosten zu den geschätzten Gesamtkosten ermittelt. Nach Auffassung des Managements der PVA TePla-Gruppe ist die Cost-to-Cost-Methode grundsätzlich am besten geeignet um den Fort- schritt bei den zeitraumbezogen zu realisierenden Anlagenfertigungen zu ermitteln, da ein unmittelbarerer Zusam- menhang zwischen dem Kostenverlauf der PVA TePla-Gruppe und der Übertragung der Verfügungsmacht auf den Kunden besteht. Die Schätzung des Leistungsfortschritts basiert auf Erfahrungswerten und wird fortlaufend über- wacht und angepasst. Bei der Bestimmung des Transaktionspreises sind grundsätzlich signifikante Finanzierungskomponenten zu berück- ● sichtigen, sofern Leistungs- und Zahlungszeitpunkte voneinander abweichen. Die Bestimmung, ob im Einzelfall (über- haupt) eine signifikante Finanzierungskomponente vorliegt, bedarf einer ermessensbehafteten Würdigung sämtlicher relevanter Fakten und Umstände im jeweils vorliegenden Einzelfall. Bei Vorliegen mehrerer Leistungsverpflichtungen ist das geschätzte Vertragsentgelt auf die identifizierten Leistungs- ● verpflichtungen auf Basis der jeweiligen relativen Einzelveräußerungspreise zu allokieren. Nur in den Fällen, in denen die Preise einzelner Güter und Dienstleistungen am Markt nicht direkt beobachtet werden können, schätzt die PVA TePla-Gruppe die Einzelveräußerungspreise mittels anderer adäquater Methoden. Dabei kommen in Abhängigkeit der spezifischen Fakten und Umstände im Einzelfall die folgenden Methoden zur Anwendung: Adjusted-market-assess- ment-Ansatz, Expected-cost-plus-a-margin-Ansatz oder (bei Vorliegen bestimmter restriktiver Voraussetzungen) die Residualmethode. Überwiegend kommt in der PVA TePla-Gruppe der Expected-cost-plus-a-margin-Ansatz zur Anwendung. Die PVA Tepla-Gruppe agiert auch weiterhin in einem von nicht unerheblichen Unsicherheiten und Risiken geprägten makroökonomischen und geopolitischen Umfeld. Dies vor allem mit Blick auf die globalen geopolitischen Konflikte, die Handelskonflikte sowie die nationalen politischen und wirtschaftlichen Veränderungen. Unsicherheiten und Risiken ergeben sich in diesem Zusammenhang vor allem aus den fortwährenden Unsicherheiten betreffend der künftigen Ent- wicklung von Energie-, Material- und Rohstoffpreisen sowie aus volatilen Zinssätzen, Währungs- und Aktienkursen. Da die politischen und wirtschaftlichen Folgen derzeit nicht absehbar sind, unterliegen die vom Management getroffenen Ermessensentscheidungen und Schätzungen zusätzlichen Unsicherheiten und Risken, insbesondere im Rahmen der Umsatzrealisierung, der Ermittlung der Wertminderungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen respektive Vertragsvermögenswerte (sog. „expected credit loss model“), der Durchführung der Werthaltigkeitstests für Geschäfts- oder Firmenwerte sowie der Bilanzierung langfristiger Rückstellungen. Das Management der PVA TePla-Gruppe über- wacht und analysiert die Situation fortlaufend, um Maßnahmen zu ergreifen und identifizierte Risiken abzumildern. 150 | PVA TePla | Geschäftsbericht 2024 E. Erläuterungen zur Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung 1. Umsatzerlöse Die PVA TePla-Gruppe erzielt ihre Umsatzerlöse vor allem aus dem Verkauf von Anlagen bzw. von Systemen („Anlagen/ Systeme“). Hinzu kommen Serviceleistungen und die Lieferung von Ersatzteilen (zusammengefasst als „After-Sales- Service“) und Dienstleistungen für Kunden an eigenen Anlagen („Contract Processing“). Die üblichen Vertragslaufzeiten und Zahlungsbedingungen von Kundenverträgen dieser Tätigkeitsbereiche der PVA TePla-Gruppe sind nachfolgend auf- geführt, wenngleich einzelne Verträge von diesen Vertragsbedingungen abweichen können.
| Tätigkeitsbereiche | Vertragslaufzeiten | Zahlungsbedingungen |
| Anlagen/Systeme | 3 – 18 Monate | 30 – 40% bei Auftragseingang; |
| 50 – 65% bei Lieferung; | ||
| 5 – 10% bei Abnahme | ||
| After-Sales-Service | 1 – 6 Wochen | 100% bei Lieferung (z. B. Ersatzteile) bzw. |
| 100% bei Erbringung der Dienstleistung | ||
| Contract Processing | 1 – 4 Wochen | (z. B. Lohnbearbeitung; Reparaturen) |
Umsatzaufgliederung nach Tätigkeitsbereichen
| in TEUR | 2024 | % | 2023 | % |
| Anlagen/Systeme | 220.599 | 82 | 225.406 | 85 |
| After-Sales-Service | 40.064 | 15 | 29.935 | 11 |
| Contract Processing | 7.165 | 3 | 6.781 | 3 |
| Sonstiges | 2.287 | 1 | 1.324 | 1 |
| Summe | 270.115 | 100 | 263.446 | 100 |
Umsatzaufgliederung nach dem Zeitpunkt der Leistungserbringung
| in TEUR | 2024 | % | 2023 | % |
| zeitpunktbezogene Umsatzrealisierung | 174.044 | 64 | 163.514 | 62 |
| zeitraumbezogene Umsatzrealisierung | 96.070 | 36 | 99.932 | 38 |
| Summe | 270.115 | 100 | 263.446 | 100 |
Für weitere Umsatzaufgliederungen wird auf die Segmentberichterstattung in Textziffer 18. verwiesen. PVA TePla | Geschäftsbericht 2024 | 151 Kundenspezifische Anlagenfertigungen (POC-Methode)
| in TEUR | 31.12.2024 | 31.12.2023 |
| Auftragserlöse | 70.980 | 87.633 |
| Auftragskosten | –53.677 | –64.048 |
| Gewinne aus kundenspezifischen Anlagenfertigungen (POC-Methode) | 17.303 | 23.585 |
Weder im Geschäftsjahr 2024 noch im Vorjahr waren signifikante Finanzierungskomponenten in den Verträgen mit Kunden vereinbart. Zum Abschlussstichtag noch nicht erfüllte Leistungsverpflichtungen
| in TEUR | davon voraussichtlich | davon voraussichtlich |
| in ≤ 12 Monatenerfüllt | in > 12 Monatenerfüllt | |
| Gesamtumfang der zum 31.12.2024 kontrahierten, aber noch nicht (vollständig) | ||
| erfüllten Leistungsverpflichtungen | 132.981 | 22.633 |
| Gesamtumfang der zum 31.12.2023 kontrahierten, aber noch nicht (vollständig) | ||
| erfüllten Leistungsverpflichtungen | 228.583 | 49.672 |
152 | PVA TePla | Geschäftsbericht 2024 Darstellung der wesentlichen Rechnungslegungsmethoden Umsatzerlöse werden auf Grundlage der in einem Vertrag mit einem Kunden festgelegten Gegenleistung bewertet, den die PVA TePla-Gruppe zu erhalten und zu realisieren erwartet, wenn der Kunde die Verfügungsmacht über die ver- einbarten Güter und Dienstleistungen erlangt. Die Übertragung der Verfügungsmacht kann zu einem bestimmten Zeit- punkt oder zeitraumbezogen erfolgen. Die Umsatzerlöse werden ohne Umsatzsteuer unter Berücksichtigung von Erlösminderungen (bspw. Gutschriften und Rabatte) ausgewiesen. Bei der Bestimmung des Transaktionspreises sind grundsätzlich signifikante Finanzierungskomponenten zu berücksichtigen, sofern Leistungs- und Zahlungszeitpunkte voneinander abweichen. Der Transaktionspreis entspricht grundsätzlich dem Kaufvertragspreis. Variable Kaufpreis- bestandteile sind entweder unwesentlich oder nicht vorhanden. Die Verträge mit Kunden enthalten regelmäßig verschiedene Leistungsversprechen (Produkte und Dienstleistungen), die ggf. als separate Leistungsverpflichtungen einzustufen sind und diesen in der Folge ein Teil des Vertragspreises zuzuordnen ist. Die Bestimmung, ob ein Produkt oder eine Dienstleistung als separate Leistungsverpflichtung einzu- stufen ist, kann mit nicht unerheblichen Ermessensausübungen verbunden sein. Werden an einen Kunden mehrere Lieferungen oder Leistungen erbracht, sind diese vertraglich entweder in separaten Einzelverträgen spezifiziert oder in einem einheitlichen Vertragswerk zusammengefasst, bestehend aus mehreren Leistungsverpflichtungen. Sofern Lieferungen oder Leistungen in separaten Einzelverträgen in einem engen zeitlichen Zusammenhang mit einem Kunden kontrahiert werden, werden diese bei wirtschaftlichen Interdependenzen zu einem Mehrkomponentenvertrag zusam- mengefasst. Die aus Verträgen mit Kunden der PVA TePla-Gruppe resultierenden Leistungsverpflichtungen in Zusammenhang mit Anlagenfertigungen werden nur dann zeitraumbezogen über die Fertigungsdauer entsprechend dem Leistungsfort- schritt realisiert (sog. „POC-Methode“), wenn kein Vermögenswert mit alternativer Nutzungsmöglichkeit geschaffen wird und zusätzlich (im Falle einer zu unterstellenden kundenseitigen Vertragskündigung) ein juristisch durchsetzbarer Rechtsanspruch auf Bezahlung der bereits erbrachten Leistungen (inkl. eines angemessenen Gewinnaufschlags) besteht. Andernfalls werden die Umsatzerlöse zeitpunktbezogen realisiert, sobald die Lieferungen oder Leistungen erbracht sind, der Gefahrenübergang erfolgt ist und keine technischen Risiken oder besondere gegenläufige vertragliche Regelungen vorliegen. Erträge aus Dienstleistungen werden in Abhängigkeit der spezifischen Fakten und Umstände im Einzelfall zeitpunkt- oder zeitraumbezogen realisiert. Bei Anwendung der POC-Methode erfolgt die Umsatzrealisierung zeitraumbezogen entsprechend dem Leistungsfort- schritt. Die erbrachte Leistung (inkl. des anteiligen Ergebnisses) wird dabei zeitraumbezogen über die Fertigungsdauer innerhalb des Postens „Umsatzerlöse“ in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Zur Bestimmung des Leistungs- fortschritts von längerfristigen, kundenspezifischen Anlagenfertigungen wendet die PVA TePla-Gruppe im Wesent- lichen inputbasierte Methoden an, allen voran die sog. „Cost-to-Cost-Methode“. Dabei wird der Fertigstellungsgrad entsprechend dem Verhältnis der bis zum Abschlussstichtag angefallenen Kosten zu den geschätzten Gesamtkosten ermittelt. Der Quotient dieser beiden Größen ergibt den zum Abschlussstichtag zu realisierenden Anteil des Projekt- erlöses (kumulierte Leistungen). Der Ausweis der mittels POC-Methode zu realisierenden Umsatzerlöse erfolgt ent- weder in dem Bilanzposten „Vertragsvermögenswerte“ oder in dem Bilanzposten „Vertragsverbindlichkeiten“. Soweit die kumulierte Leistung (Auftragskosten inkl. Gewinnanteile) die erhaltenen Anzahlungen übersteigt, erfolgt der Aus- weis der Fertigungsaufträge aktivisch als „Vertragsvermögenswerte“. Verbleibt nach Abzug der Anzahlungen dagegen ein negativer Saldo, wird dieser passivisch in dem Bilanzposten „Vertragsverbindlichkeiten“ ausgewiesen. Bereits von der PVA TePla-Gruppe in Rechnung gestellte und fällige (aber noch nicht geleistete) Anzahlungsrechnungen werden unter den „Forderungen aus Lieferungen und Leistungen“ und den „Vertragsverbindlichkeiten“ bilanziert. Zu erwarten- de Auftragsverluste werden auf Basis der erkennbaren Risiken berücksichtigt und sofort in vollem Umfang in das Auf- tragsergebnis einbezogen. Als Auftragserlöse werden die vertraglichen Erlöse sowie Vertragsmodifikationen (bspw. Vertragsänderungen und Nachträge) angesetzt. Die Vertragsvermögenswerte und Vertragsverbindlichkeiten werden innerhalb der kurzfristigen Vermögenswerte, respektive der kurzfristigen Schulden als separate Bilanzposten ausge- wiesen, da sich diese in der PVA TePla-Gruppe im Allgemeinen innerhalb eines Jahres realisieren. PVA TePla | Geschäftsbericht 2024 | 153 2. Forschungs- und Entwicklungskosten Die PVA TePla-Gruppe betreibt Hightech-Maschinenbau in Einzel- und Kleinserienfertigung. Bei der Weiterentwicklung der Produkte sind die Forschung (im Hinblick auf neue Verfahren und Prozesse) und die Entwicklung neuer Produkt- merkmale eng verzahnt. Die Aktivitäten beider Bereiche sind iterativ eng vernetzt, sodass sich Forschungs- und Entwick- lungstätigkeiten und damit die Forschungs- und Entwicklungskosten in der Regel nicht verlässlich voneinander trennen lassen. Überdies ist die Einschätzung des voraussichtlichen Nutzens aufgrund ungewisser zukünftiger Marktentwick- lungen gegenwärtig zu unsicher. Vor diesem Hintergrund aktiviert die PVA TePla-Gruppe bisher keine Entwicklungskosten, sodass die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung, in der Periode in der sie anfallen, als Aufwand erfasst werden. In geringem Umfang wird der PVA TePla-Gruppe von renommierten Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen im Rahmen von Kooperationsvereinbarungen (Dienstverträge) zugearbeitet. Sofern aus dieser Zusammenarbeit hinrei- chende Erfahrungswerte über die Verwertbarkeit der Entwicklungsergebnisse vorliegen und die sonstigen Ansatzkriterien gemäß IAS 38 erfüllt sind, erfolgt eine Aktivierung der angefallenen Entwicklungskosten als immaterielle Vermögenswerte. Im Geschäftsjahr erfolgt keine Aktivierung von Entwicklungskosten gemäß IAS 38. Im Geschäftsjahr 2024 wurden in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung Forschungs- und Entwicklungskosten in Höhe von 11.711 TEUR (VJ: 9.513 TEUR) erfasst. 3. Sonstige betriebliche Erträge / Sonstige betriebliche Aufwendungen
| in TEUR | 2024 | 2023 |
| Fördermittel für Forschungs- und Entwicklungsprojekte | 2.016 | 783 |
| Währungskursgewinne | 1.760 | 3.850 |
| Versicherungsentschädigungen | 475 | 89 |
| Auflösung Wertberichtigungen | 30 | 76 |
| Erträge aus dem Abgang von Gegenständen des Anlagevermögens | 6 | – |
| Übrige sonstige betriebliche Erträge | 689 | 997 |
| Sonstige betriebliche Erträge | 4.976 | 5.795 |
Erträge aus Fördermitteln für Forschungs- und Entwicklungsprojekte wurden in Höhe von 2.016 TEUR (VJ: 783 TEUR) innerhalb der sonstigen betrieblichen Erträge erfasst. In diesem Betrag enthalten sind von der PVA TePla-Gruppe in Deutschland beantragte staatliche Förderungen nach dem Forschungszulagengesetz für antragsfähige Forschungs- und Entwicklungsprojekte in Höhe von 0,9 Mio. Euro (VJ: 0). Diese Zuwendungen der öffentlichen Hand wurden im Geschäfts- jahr 2024 mit Blick auf die hinreichende Sicherheit bereits als sonstige betriebliche Erträge erfasst, obwohl die Zahlung am Abschlussstichtag noch ausstand. Eine saldierte Darstellung in der entsprechenden Aufwandsposition findet nicht statt. 154 | PVA TePla | Geschäftsbericht 2024
| in TEUR | 2024 | 2023 |
| Währungskursverluste | – 2.036 | – 3.863 |
| Emmissionszertifikate | – 51 | – |
| Wertberichtigungen auf Forderungen | – 38 | – 185 |
| Aufwendungen aus dem Abgang von Gegenständen des Anlagevermögens | – 1 | – 20 |
| Übrige sonstige betriebliche Aufwendungen | – 518 | – 743 |
| Sonstige betriebliche Aufwendungen | – 2.644 | – 4.811 |
Aufwendungen für Raumkosten in Höhe von 182 TEUR (VJ: 190 TEUR), Aufwendungen für Karenzzahlungen in Höhe von 97 TEUR (VJ: 96 TEUR), Aufwendungen für Reparaturen und Instandhaltung in Höhe von 77 TEUR (VJ: 67 TEUR) sowie Aufwendungen für Versicherungsabgaben in Höhe von 57 TEUR (VJ: 19 TEUR) wurden innerhalb der übrigen sonstigen betrieblichen Aufwendungen erfasst. Währungskursverluste (sowie Währungskursgewinne in den sonstigen betrieblichen Erträgen) sind im Rahmen der Abwicklung unserer Kundenprojekte entstanden und im Vergleich zum Vorjahr rückläufig. 4. Finanzergebnis
| in TEUR | 2024 | 2023 |
| Erträge aus der Bewertung derivativer Finanzinstrumente | ||
| zum beizulegenden Zeitwert | 958 | 225 |
| Erträge aus Zahlungsmitteläquivalenten und Termingeldern | ||
| die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden | 704 | 489 |
| Finanzierungserträge | 1.662 | 714 |
| --- | --- | --- |
| in TEUR | 2024 | 2023 |
| Zinsaufwendungen für Darlehen gegenüber Kreditinstituten | – 940 | – 324 |
| Arrangierungs- und Beteiligungsprovisionen | – 471 | – 101 |
| Nettozinsaufwendungen für Pensionsrückstellungen | – 383 | – 414 |
| Zinsaufwendungen für Leasingverbindlichkeiten | – 249 | – 108 |
| Ergebnis aus At-equity bilanzierten Beteiligungen | – 33 | – |
| Sonstige Zinsen und ähnliche Aufwendungen | – 227 | – 41 |
| Finanzierungsaufwendungen | – 2.303 | – 988 |
Die Finanzierungsaufwendungen für finanzielle Verbindlichkeiten, die nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, betragen –1.189 TEUR (VJ: – 432 TEUR) und entfallen auf Zinsaufwendungen für Darlehen gegenüber Kreditinstituten sowie Leasingverbindlichkeiten. PVA TePla | Geschäftsbericht 2024 | 155 5. Ertragsteuern
| in TEUR | 2024 | 2023 |
| Tatsächliche Steueraufwendungen | – 12.994 | – 8.164 |
| Laufende Steueraufwendungen | – 12.174 | – 7.612 |
| Periodenfremder Steueraufwand (–) / Steuerertrag (+) | – 820 | – 552 |
| Aufwendungen (–) / Erträge (+) für latente Steuern | 1.100 | – 1.520 |
| Ergebnis aus steuerlichen Verlustvorträgen | – 586 | – 48 |
| Übrige latente Steuern | 1.686 | – 1.472 |
| Ertragsteuern | – 11.894 | – 9.684 |
Latente Steuererträge in Höhe von 253 TEUR (VJ: Latente Steuererträge in Höhe von 283 TEUR) wurden im sonstigen Ergebnis erfasst, ohne die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung zu berühren. Diese sind auf im sonstigen Ergebnis er- fasste Effekte für Pensionsrückstellungen zurückzuführen. Die Differenz zwischen den erwarteten und den tatsächlich ausgewiesenen Ertragsteueraufwendungen ist der nach- folgenden Überleitungsrechnung zu entnehmen. Zur Ermittlung der erwarteten Steueraufwendungen wurde der für das Geschäftsjahr 2024 gültige Steuersatz von 29,4% (VJ: 29%) mit dem Ergebnis vor Steuern multipliziert. Dieser Steuer- satz ist ein kombinierter Ertragsteuersatz aus dem einheitlichen Körperschaftsteuersatz in Höhe von 15% (VJ: 15%) zzgl. 5,5% (VJ: 5,5%) Solidaritätszuschlag und einem effektiven Gewerbesteuersatz in Höhe von 13,6% (VJ: 13,6%). Die für ausländische Gesellschaften zugrunde gelegten landesspezifischen Ertragsteuersätze liegen im Geschäftsjahr 2024 zwischen 17% und 28% (VJ: zwischen 17% und 28%).
| in TEUR | 2024 | % | 2023 | % |
| Ergebnis vor Steuern | 38.962 | 34.105 | ||
| Erwartete Steueraufwendungen | – 11.455 | – 29 | – 9.891 | – 29 |
| Effekt aus Steuersatzdifferenzen ausländischer Steuerhoheiten | 76 | 0 | 293 | 1 |
| Effekte aus Konsolidierungen | 125 | 0 | 221 | 1 |
| Steuersatzdifferenzen aus unterschiedlichen Gewerbesteuer-Hebesätzen | 0 | 0 | – 143 | 0 |
| Steuermehrungen aufgrund steuerlich nicht abzugsfähiger Aufwendungen | – 37 | 0 | – 15 | 0 |
| Steuerminderungen aufgrund steuerfreier Erträge | 17 | 0 | 2 | 0 |
| Auswirkungen in Zusammenhang mit latenten Steueransprüchen aus Verlustvorträgen | 229 | – 1 | – 8 | 0 |
| Steuernachzahlungen (–) / Steuererstattungen (+) für Vorjahre | – 820 | – 2 | – 552 | – 2 |
| Sonstige Steuereffekte | – 29 | 0 | 408 | 1 |
| Tatsächliche Steueraufwendungen | – 11.894 | – 31 | – 9.684 | – 28 |
Die latenten Steuern wurden nach dem Zeitpunkt ihrer Realisierung mit dem genannten Steuersatz bzw. für die ausländi- schen Gesellschaften mit den landesspezifischen Steuersätzen bewertet. Die latenten Steuern aus Steuersatzdifferenzen ausländischer Gesellschaften ergeben sich dadurch, dass Tochterunternehmen der PVA TePla-Gruppe außerhalb von Deutschland anderen Steuersätzen als in Deutschland unterliegen. In den Effekten aus Konsolidierungen sind im Wesent- lichen Beträge aus der Eliminierung von konzerninternen Ergebnissen aus Auslandsgesellschaften enthalten, die unter- schiedlichen Steuersätzen unterliegen. 156 | PVA TePla | Geschäftsbericht 2024 Darstellung der wesentlichen Rechnungslegungsmethoden Die tatsächlichen Steueransprüche und Steuerschulden werden mit dem Betrag bemessen, in dessen Höhe eine Er- stattung von der Steuerbehörde bzw. eine Zahlung an die Steuerbehörde erwartet wird. Der Berechnung des Betrags werden die Steuersätze und Steuergesetze zugrunde gelegt, die zum Abschlussstichtag in den Ländern gelten oder in Kürze gelten werden, in denen die PVA TePla-Gruppe tätig ist und zu versteuerndes Einkommen erzielt. Tatsächliche Steuern, die sich auf Posten beziehen, die direkt im Eigenkapital zu verbuchen sind, werden nicht in der Gewinn- und Verlustrechnung, sondern ebenfalls direkt im Eigenkapital erfasst. Bezüglich der Bilanzierung latenter Steuern wird auf die einschlägigen Ausführungen zu den wesentlichen Rechnungs- legungsmethoden in Textziffer 13. verwiesen. Sonstige Steuern, wie z. B. Verkehrssteuern oder Steuern auf Vermögen und Kapital, werden als sonstige betriebliche Aufwendungen ausgewiesen. 6. Ergebnis je Aktie
| 2024 | 2023 | |
| Zählergröße (in TEUR): | ||
| Ergebnis nach Steuern | 27.068 | 24.421 |
| Nennergröße (in Aktien): | ||
| gewichtete durchschnittliche Anzahl in Umlauf befindlicher | ||
| nennwertloser Stückaktien | 21.732.034 | 21.749.988 |
| Ergebnis je Aktie (in EUR): | ||
| (unverwässert/verwässert) | 1,25 | 1,12 |
Die gewichtete durchschnittliche Anzahl in Umlauf befindlicher Aktien ergibt sich aus dem gewogenen Durchschnitt der Aktienbestände im Zeitraum vom 1. Januar 2024 bis zum 31. Dezember 2024. Eigene Anteile verringern entsprechend die Anzahl in Umlauf befindlicher Aktien. Die Ermittlung basiert auf dem jeweiligen tagesaktuellen Stand. Es bestanden weder im Geschäftsjahr 2024 noch im Vorjahr ausgegebene Optionen, die Mitarbeiter, Vorstände oder Auf- sichtsräte zum Erwerb von Aktien der PVA TePla AG berechtigen würden. Somit ergeben sich mit Blick auf das Ergebnis je Aktie für das Geschäftsjahr 2024 respektive das Geschäftsjahr 2023 keine Verwässerungseffekte. PVA TePla | Geschäftsbericht 2024 | 157 7. Ergänzende Informationen über die Art der Aufwendungen Materialaufwendungen
| in TEUR | 2024 | 2023 |
| Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sowie für bezogene Waren | –117.240 | –133.171 |
| Aufwendungen für bezogene Leistungen | –9.919 | –12.519 |
| Materialaufwendungen | –127.159 | –145.690 |
Die Materialaufwendungen sind in den Herstellungskosten des Umsatzes enthalten. Die Materialquote (Materialauf- wendungen/Gesamtumsatz) lag im Geschäftsjahr 2024 bei 47,1% im Vergleich zu 55,3% im Vorjahr 2023. Personalaufwendungen
| in TEUR | 2024 | 2023 |
| Löhne und Gehälter | –57.706 | –53.587 |
| Soziale Abgaben | –13.094 | –9.541 |
| Personalaufwendungen | –70.800 | –63.128 |
Im Verhältnis zum Umsatz stiegen die Personalaufwendungen im Geschäftsjahr 2024 auf 26,2% im Vergleich zu 24,0% im Vorjahr. Der absolute Anstieg ist im Wesentlichen auf Neueinstellungen zurückzuführen. In den sozialen Abgaben sind im Geschäftsjahr 2024 Aufwendungen für Altersvorsorge in Höhe von 2.007 TEUR (VJ: 294 TEUR) enthalten. MitarbeiterInnenzahl nach Funktionsbereichen
| Jahresdurchschnittswerte | 2024 | 2023 |
| Produktion und Service | 443 | 405 |
| Konstruktion, Forschung und Entwicklung | 148 | 118 |
| Vertrieb | 108 | 104 |
| Verwaltung | 112 | 90 |
| Summe | 811 | 717 |
Die durchschnittliche Zahl der Arbeitnehmer wird ohne Berücksichtigung von Organmitgliedern, Auszubildenden/ Trainees sowie geringfügig Beschäftigten, in Elternzeit befindlichen Arbeitnehmern und Langzeitkranken ermittelt. Im Geschäftsjahr 2024 waren zusätzlich durchschnittlich 34 Auszubildende/Trainees (VJ: 35) sowie 21 geringfügig Beschäf- tigte, in Elternzeit befindliche Arbeitnehmer und Langzeitkranke (VJ: 20) beschäftigt. Abschreibungen und Wertminderungen
| in TEUR | 2024 | 2023 |
| Immaterielle Vermögenswerte | –1.293 | –2.150 |
| Nutzungsrechte | –1.838 | –1.310 |
| Sachanlagen | –5.076 | –3.689 |
| Abschreibungen und Wertminderungen | –8.207 | –7.149 |
Die angegebenen Abschreibungen und Wertminderungen werden überwiegend im Bereich der Herstellungskosten des Umsatzes erfasst 158 | PVA TePla | Geschäftsbericht 2024 F. Erläuterungen zur Konzernbilanz 8. Immaterielle Vermögenswerte
| in TEUR | Geschäfts- oder | Sonstige immaterielle | Geleistete | Summe |
| Firmenwerte | Vermögenswerte | Anzahlungen | ||
| Anschaffungs- und Herstellungskosten | ||||
| 1.1.2023 | 18.525 | 14.832 | – | 33.357 |
| Fremdwährungsdifferenzen | – | –5 | – | –5 |
| Zugänge | – | 162 | 90 | 252 |
| Abgänge | – | – | – | – |
| Umbuchungen | – | 8 | –8 | – |
| 31.12.2023 | 18.525 | 14.997 | 82 | 33.603 |
| 1.1.2024 | 18.525 | 14.997 | 82 | 33.603 |
| Fremdwährungsdifferenzen | – | 6 | – | 6 |
| Zugänge | – | 1.367 | 1.525 | 2.892 |
| Abgänge | – | –61 | – | –61 |
| Umbuchungen | – | 113 | –82 | 31 |
| 31.12.2024 | 18.525 | 16.422 | 1.525 | 36.471 |
| kumulierte Abschreibungen und Wertminderungen | ||||
| 1.1.2023 | 4.850 | 8.010 | – | 12.860 |
| Fremdwährungsdifferenzen | – | –5 | – | –5 |
| Zugänge | – | 2.151 | – | 2.151 |
| Abgänge | – | – | – | – |
| Umbuchungen | – | – | – | – |
| 31.12.2023 | 4.850 | 10.156 | – | 15.006 |
| 1.1.2024 | 4.850 | 10.156 | – | 15.006 |
| Fremdwährungsdifferenzen | – | 5 | – | 5 |
| Zugänge | – | 1.293 | – | 1.293 |
| Abgänge | – | –60 | – | –60 |
| Umbuchungen | – | – | – | – |
| 31.12.2024 | 4.850 | 11.394 | – | 16.244 |
| Nettobuchwerte | ||||
| 31.12.2024 | 13.675 | 5.027 | 1.525 | 20.227 |
| 31.12.2023 | 13.675 | 4.840 | 82 | 18.597 |
PVA TePla | Geschäftsbericht 2024 | 159 Die immateriellen Vermögenswerte der PVA TePla-Gruppe bestehen im Wesentlichen aus Software und Geschäfts- oder Firmenwerten, die im Zusammenhang mit Unternehmenszusammenschlüssen entstehen. Derzeit gibt es keine sonstigen immateriellen Vermögenswerte mit einer nicht bestimmbaren Nutzungsdauer. Die Werthaltigkeitsprüfung der Geschäfts- oder Firmenwerte wurde auf Ebene der nachfolgend aufgeführten, kleinsten zahlungsmittelgenerierenden Einheiten (CGU) innerhalb der PVA TePla-Gruppe und somit auf der niedrigsten Ebene durchgeführt, auf der die Geschäfts- oder Firmenwerte für interne Managementzwecke überwacht werden. Zahlungsmittelgenerierende Einheiten (CGU)
| in % | 31.12.2024 | 31.12.2023 |
| M.P.A. Industrie SAS, La Chapelle-d'Aurec, Frankreich | 5.761 | 5.761 |
| PVA TePla Analytical Systems GmbH, Westhausen | 4.831 | 4.831 |
| PVA Crystal Growing Systems GmbH, Wettenberg | 2.734 | 2.734 |
| PVA Metrology & Plasma Solutions GmbH, Wettenberg | 193 | 193 |
| PVA SPA Software Entwicklungs GmbH, Coburg | 90 | 90 |
| PVA Industrial Vacuum Systems GmbH, Wettenberg | 50 | 50 |
| OKOS Solutions, LLC, Manassas, USA | 16 | 16 |
| Geschäfts- oder Firmenwerte | 13.675 | 13.675 |
Im Geschäftsbereich Semiconductor Systems erfolgt die Werthaltigkeitsprüfung der Geschäfts- oder Firmenwerte getrennt für fünf zahlungsmittelgenerierende Einheiten. Neben der PVA TePla Analytical Systems GmbH mit Sitz in Westhausen wird seit 2015 die PVA Crystal Growing Systems GmbH mit Sitz in Wettenberg als eigenständige zahlungs- mittelgenerierende Einheit behandelt. Ebenso stellt seit 2015 die PVA Metrology & Plasma Solutions GmbH, Wettenberg eine eigenständige zahlungsmittelgenerierende Einheit dar. Im Geschäftsjahr 2018 kam der Geschäfts- oder Firmenwert der PVA SPA Software Entwicklungs GmbH mit Sitz in Coburg hinzu, die ebenso als eigenständige zahlungsmittelgene- rierende Einheit behandelt wird. Die im Geschäftsjahr 2020 erworbene OKOS Solutions, LLC mit Sitz in Manassas/USA stellt ebenso eine eigenständige zahlungsmittelgenerierende Einheit des Geschäftsbereichs Semiconductor Systems dar. Im Geschäftsbereich Industrial Systems erfolgt die Werthaltigkeitsprüfung der Geschäfts- oder Firmenwerte seit dem Geschäftsjahr 2022 getrennt für zwei zahlungsmittelgenerierende Einheiten. Seit 2015 besteht mit der PVA Industrial Vacuum Systems GmbH mit Sitz in Wettenberg eine zahlungsmittelgenerierende Einheit. Im Geschäftsjahr 2022 kam der Geschäfts- oder Firmenwert der M.P.A. Industrie SAS mit Sitz in La Chapelle-d’Aurec/Frankreich hinzu. Der erzielbare Betrag wird für jede zahlungsmittelgenerierende Einheit als Nutzungswert mithilfe der sog. „Discounted Cash Flow“-Methode ermittelt. Die künftigen Cashflows werden basierend auf Annahmen geschätzt. Zu den wesentlichen Annahmen gehören Annahmen bezüglich Auftragseingangs-, Umsatz-, Margen-, Investitions- und Personalentwicklung. Die Werte dieser Angaben beruhen auf Vergangenheitserfahrungen und berücksichtigen ebenso absehbare künftige Entwicklungen. Die den wesentlichen Planungsparametern (wie z. B. Cashflows, langfristige Wachstumsrate, Abzinsungs- sätze) zugrunde liegenden Annahmen spiegeln die Erfahrungen der Vergangenheit wider und wurden übereinstimmend mit den externen Informationsquellen getroffen. Die Planung basiert auf einem Finanzplanungshorizont von drei Jahren. Für den nachfolgenden Zeitraum wird für Zwecke der Werthaltigkeitstests eine Wachstumsrate der Cashflows in Höhe von 0,5% (VJ: 0,5%) angesetzt. Der zugrunde gelegte Wechselkurs von US-Dollar zu Euro beträgt 1,0812 (VJ: 1,0811). Der im Rahmen der Werthaltigkeitstests von Geschäfts- oder Firmenwerten angewandte cgu-spezifische Abzinsungs- satz wurde auf dem „Capital Asset Pricing Model“ aufbauend aus den gewichteten durchschnittlichen Kosten des Eigen- und Fremdkapitals der Branche abgeleitet (WACC-Ansatz). Der Eigenkapitalkostensatz basiert auf einem risikofreien 160 | PVA TePla | Geschäftsbericht 2024 Kapitalmarktzinssatz für die jeweilige Periode unter Berücksichtigung des Beta-Faktors für die Branche und einer auf den relevanten Kapitalmarkt bezogenen Risikoprämie. Basierend auf der Steuersituation wurde daraus ein Vorsteuer- Abzinsungssatz abgeleitet. Für die Werthaltigkeitstests der Geschäfts- und Firmenwerte wurden folgende Vorsteuer-Abzinsungssätze zugrunde gelegt: Zahlungsmittelgenerierende Einheiten (CGU)
| in % | 31.12.2024 | 31.12.2023 |
| M.P.A. Industrie SAS, La Chapelle-d'Aurec, Frankreich | 16,9 | 14,5 |
| PVA TePla Analytical Systems GmbH, Westhausen | 18,8 | 14,5 |
| PVA Crystal Growing Systems GmbH, Wettenberg | 18,9 | 15,3 |
| PVA Metrology & Plasma Solutions GmbH, Wettenberg | 18,4 | 14,3 |
| PVA SPA Software Entwicklungs GmbH, Coburg | 18,6 | 14,6 |
| PVA Industrial Vacuum Systems GmbH, Wettenberg | 16,5 | 14,3 |
| OKOS Solutions, LLC, Manassas, USA | 18,0 | 14,5 |
Für Cash Generating Units mit signifikantem Geschäfts- oder Firmenwert wurden folgende Entwicklungen unterstellt: Die Umsatzerlöse stellen die Annahme mit dem größten Einflussfaktor auf die künftigen Cashflows in den Planungen der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten dar. Die Veränderungen in den weiteren Annahmen sind in hohem Maße von der Entwicklung der Umsatzerlöse abhängig. Im Produktbereich der Kristallzuchtanlagen (PVA Crystal Growing Systems GmbH) wird für die nächsten beiden Geschäftsjahre ein moderates prozentuales Umsatzwachstum im unteren bis mitt- leren einstelligen Bereich erwartet, das sich im Geschäftsjahr 2027 (Detailplanungszeitraum) wieder auf ein Umsatz- wachstum im unteren zweistelligen Bereich erhöht. Im Produktbereich der CVD-Anlagen (M.P.A. Industrie SAS) wird im nächsten Geschäftsjahr ein signifikantes Umsatzwachstum unterstellt, das sich bis Ende des Detailplanungszeitraums 2027 reduziert. Dagegen wird im Produktbereich der Messsysteme (PVA TePla Analytical Systems GmbH) mit Blick auf das in den letzten Geschäftsjahren tatsächlich erreichte hohe Umsatzniveau im Geschäftsjahr 2025 von einem stagnie- renden Umsatzwachstum ausgegangen. Für die Geschäftsjahre 2026 und 2027 (Detailplanungszeitraum) erwartet das Management hingegen ein steigendes Umsatzwachstum im unteren zweitstelligen Bereich. In sämtlichen Produktberei- chen wurde (unverändert zum Vorjahr) von einer Wachstumsrate in der ewigen Rente in Höhe von 0,5% ausgegangen. Strategische Maßnahmen im Rahmen der Steuerung auf Konzernebene sind in diesen Planungen der CGUs nicht voll- ständig reflektiert. Aus der Überprüfung der Werthaltigkeit der Geschäfts- oder Firmenwerte ergab sich weder im Geschäftsjahr 2024, noch im Vorjahr der Bedarf an einer Erfassung von Wertminderungsaufwendungen. Im Rahmen einer Sensitivitätsanalyse für die zahlungsmittelgenerierenden Einheiten (CGUs) der PVA TePla-Gruppe, denen wesentliche Geschäfts- oder Firmen- werte zugeordnet worden sind, wurde eine Erhöhung der Abzinsungssätze um einen Prozentpunkt, eine Senkung der langfristigen Wachstumsrate um 0,5%-Punkte sowie eine Senkung der Cashflows um 25% angenommen. Keine der dar- gestellten Parameteränderungen führt sowohl isoliert betrachtet als auch in Kombination zu einem Wertminderungs- bedarf einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit. Da die in Abschnitt D. dargestellten Unsicherheiten und Risiken in Bezug auf das makroökonomische und geopolitische Umfeld gegenwärtig nicht absehbar sind, unterliegen die Prognosen im Geschäftsjahr 2024 bezüglich Dauer und Aus- maß der Auswirkungen auf die Cashflows einer nicht unerheblichen Unsicherheit. Das Management hat die zugrunde liegenden Schätzungen und Annahmen auf Grundlage der besten verfügbaren Informationen erstellt und ein Szenario zugrunde gelegt, in dem davon ausgegangen wird, dass die wirtschaftlichen Auswirkungen keine langfristige Dauer haben. PVA TePla | Geschäftsbericht 2024 | 161 Darstellung der wesentlichen Rechnungslegungsmethoden Einzeln erworbene immaterielle Vermögenswerte werden beim erstmaligen Ansatz mit den Anschaffungskosten be- wertet. Die Anschaffungskosten von im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusses erworbenen immateriellen Vermögenswerten entsprechen deren jeweiligen beizulegenden Zeitwerten zum Erwerbszeitpunkt. Entgeltlich erwor- bene Geschäfts- oder Firmenwerte werden in der Konzernbilanz der PVA TePla-Gruppe im Posten „Immaterielle Ver- mögenswerte“ ausgewiesen. Voraussetzung für die Aktivierung von selbst geschaffenen immateriellen Vermögens- werten ist, dass aus diesen Vermögenswerten aller Wahrscheinlichkeit nach der PVA TePla-Gruppe ein zukünftiger Nutzen zufließen wird und sich die Kosten verlässlich ermitteln lassen. Für selbst geschaffene Geschäfts- oder Firmen- werte besteht ein Aktivierungsverbot. Voraussetzung für die Aktivierung von Entwicklungskosten ist, dass aus diesem Vermögenswert aller Wahrscheinlich- keit nach der PVA TePla-Gruppe ein zukünftiger Nutzen zufließen wird und sich die Kosten verlässlich ermitteln lassen. Dagegen werden Forschungs- und nicht aktivierungsfähige Entwicklungskosten in deren Entstehungsperiode auf- wandswirksam erfasst. Da die Aktivitäten in den Bereichen Forschung und Entwicklung in der PVA TePla-Gruppe iterativ eng miteinander vernetzt sind, lassen sich die Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten und damit die Forschungs- und Entwicklungskosten in der Regel nicht verlässlich voneinander trennen. Im Konzernabschluss der PVA TePla-Gruppe bestehen mit Ausnahme von Geschäfts- oder Firmenwerten nur immate- rielle Vermögenswerte mit bestimmbarer Nutzungsdauer. Diese werden für Zwecke der Folgebewertung mit den Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten abzüglich der kumulierten Abschreibungen (linear über die vertragliche bzw. geschätzte Nutzungsdauer) und der kumulierten Wertminderungsaufwendungen bewertet. Planmäßige Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte sind den nutzenden Funktionsbereichen zugeordnet. Die einschlägigen Nutzungs- dauern werden jährlich überprüft und ggf. entsprechend den zukünftigen Erwartungen prospektiv angepasst. Die von der PVA TePla-Gruppe angesetzten Nutzungsdauern immaterieller Vermögenswerte bewegen sich innerhalb eines Zeitraums von drei bis acht Jahren. Wertminderung von Geschäfts- oder Firmenwerten Die Werthaltigkeit der Geschäfts- oder Firmenwerte der PVA TePla-Gruppe wird einmal jährlich (jeweils im 4. Quartal) überprüft. Darüber hinaus erfolgt eine Überprüfung der Werthaltigkeit auch dann, wenn Umstände darauf hindeuten, dass der Wert eines Geschäfts- oder Firmenwerts gemindert sein könnte. Die Überprüfung der Werthaltigkeit eines Geschäfts- oder Firmenwerts erfolgt in einem einstufigen Verfahren auf Ebene der zahlungsmittelgenerierenden Ein- heiten (CGUs) der PVA TePla-Gruppe, denen ein Geschäfts- oder Firmenwert zugeordnet wurde. Im Rahmen des Wert- haltigkeitstests wird der Buchwert einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit mit dem erzielbaren Betrag verglichen. Übersteigt der Buchwert den erzielbaren Betrag, wird eine erfolgswirksame Wertminderung auf den erzielbaren Betrag vorgenommen. Der Wertminderungsaufwand wird dabei zunächst auf den Geschäfts- oder Firmenwert und für darüber- hinausgehende Beträge unter Beachtung spezifischer Restriktionen anteilig auf die Vermögenswerte der CGU verteilt. Eine spätere Wertaufholung bei Wegfall der Gründe für eine in Vorjahren vorgenommene Wertminderung eines Geschäfts- oder Firmenwerts ist nicht zulässig. Wertminderung von sonstigen immateriellen Vermögenswerten, Sachanlagen und Nutzungsrechten Für Nutzungsrechte, Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte mit zeitlich begrenzter Nutzungsdauer prüft die PVA TePla-Gruppe an jedem Abschlussstichtag, ob Anzeichen für eine Wertminderung vorliegen. Sofern Sachverhalte oder Änderungen der Umstände darauf hindeuten, dass der Buchwert eines Vermögenswerts nicht erzielbar sein könnte, wird dieser einem Werthaltigkeitstest unterzogen. Weder mit Blick auf den Abschlussstichtag des Geschäfts- jahres 2024 noch mit Blick auf den Abschlussstichtag des Vorjahres lagen in der PVA TePla-Gruppe Anzeichen für die Durchführung von entsprechenden Wertminderungstests vor. 162 | PVA TePla | Geschäftsbericht 2024 9. Sachanlagen
| in TEUR | Grundstücke | Technische Anlagen | Betriebs- und | Anlagen | Summe |
| und Maschinen | Geschäftsausstattung | im Bau | |||
| Anschaffungs- und Herstellungskosten | |||||
| 1.1.2023 | 37.498 | 14.392 | 12.409 | 198 | 64.497 |
| Fremdwährungsdifferenzen | – 18 | – 122 | – 25 | – 6 | – 171 |
| Zugänge | 358 | 799 | 1.669 | 8.684 | 11.509 |
| Abgänge | – | – 243 | – 255 | – | – 498 |
| Umbuchungen | 3.727 | 181 | 42 | – 3.950 | – |
| 31.12.2023 | 41.566 | 15.006 | 13.840 | 4.927 | 75.338 |
| 1.1.2024 | 41.566 | 15.006 | 13.840 | 4.927 | 75.338 |
| Fremdwährungsdifferenzen | 32 | 132 | 131 | 5 | 300 |
| Zugänge | 3.276 | 5.658 | 6.608 | 6.435 | 21.976 |
| Abgänge | – | – 30 | – 455 | – 9 | – 493 |
| Umbuchungen | 6.529 | 728 | 2.235 | – 9.522 | – 31 |
| 31.12.2024 | 51.402 | 21.494 | 22.358 | 1.836 | 97.090 |
| kumulierte Abschreibungen und Wertminderungen | |||||
| 1.1.2023 | 15.383 | 8.201 | 6.917 | – | 30.501 |
| Fremdwährungsdifferenzen | – 5 | – 46 | – 12 | – | – 63 |
| Zugänge | 1.138 | 1.005 | 1.546 | – | 3.689 |
| Abgänge | – | – 228 | – 207 | – | – 435 |
| Umbuchungen | – | – | – | – | – |
| 31.12.2023 | 16.516 | 8.932 | 8.244 | – | 33.692 |
| 1.1.2024 | 16.516 | 8.932 | 8.244 | – | 33.692 |
| Fremdwährungsdifferenzen | 15 | 80 | 33 | – | 128 |
| Zugänge | 1.461 | 1.315 | 2.300 | – | 5.076 |
| Abgänge | – | – 10 | – 358 | – | – 368 |
| Umbuchungen | 5 | – 94 | 89 | – | – |
| 31.12.2024 | 17.997 | 10.222 | 10.308 | – | 38.527 |
| Nettobuchwerte | |||||
| 31.12.2024 | 33.405 | 11.271 | 12.050 | 1.836 | 58.563 |
| 31.12.2023 | 25.049 | 6.074 | 5.595 | 4.927 | 41.646 |
PVA TePla | Geschäftsbericht 2024 | 163 Die PVA TePla-Gruppe hat im Rahmen staatlicher Wirtschaftsförderungsprogramme von verschiedenen öffentlichen Stellen u. a. Fördermittel für die Errichtung von Fertigungsstätten erhalten. Erhaltene Investitionszuschüsse und steuer- freie Investitionszulagen werden von dem Buchwert der einschlägigen Vermögenswerte abgesetzt. Zur Absicherung des Finanzierungsrahmens in Form eines Konsortialkreditvertrags ist das Grundvermögen wie im Vor- jahr mit Grundschulden in Höhe von 17.330 TEUR belastet. Für die ausgewiesenen Sachanlagen bestehen keine weiteren wesentlichen Eigentums- und Verfügungsbeschränkungen. Wertminderungsaufwendungen auf Sachanlagen wurden weder im Geschäftsjahr 2024 noch im Vorjahr erfasst. Darstellung der wesentlichen Rechnungslegungsmethoden Sachanlagen werden zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten abzüglich kumulierter linearer Abschreibungen und kumulierter Wertminderungsaufwendungen angesetzt . Die Anschaffungskosten beinhalten dabei die direkt dem Erwerbzurechenbaren Aufwendungen. Erhaltene Investitionszuschüsse und steuerfreie Investitionszulagen werden von dem Buchwert der einschlägigen Vermögenswerte abgesetzt. Die Anschaffungskosten von im Rahmen eines Unternehmens- zusammenschlusses erworbenen Sachanlagen entsprechen deren jeweiligen beizulegenden Zeitwerten zum Erwerbs- zeitpunkt. Nachträgliche Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten werden nur dann aktiviert, wenn es wahrscheinlich ist, dass der PVA TePla-Gruppe daraus ein zukünftiger wirtschaftlicher Nutzen zufließen wird und die Kosten zuver- lässig ermittelt werden können. Die Abschreibungen erfolgen linear über die erwartete Nutzungsdauer, bei Mietereinbauten ggf. entsprechend der kürzeren Dauer des Mietvertrags. Die planmäßigen Abschreibungen auf Sachanlagen sind den nutzenden Funktions- bereichen zugeordnet. Den planmäßigen Abschreibungen liegen im Wesentlichen unverändert folgende wirtschaftliche Nutzungsdauern zugrunde:
| Jahre | |
| Gebäude | 25 – 35 |
| Technische Anlagen und Maschinen | 3 – 20 |
| Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung | 2 – 15 |
Bezüglich der Wertminderung von Sachanlagen wird auf die einschlägigen Ausführungen zu den wesentlichen Rech- nungslegungsmethoden in Textziffer 8. verwiesen Aufwendungen für Instandhaltung und Reparaturen werden im Entstehungszeitpunkt erfolgswirksam erfasst. Die Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten und die zugehörigen kumulierten Abschreibungen werden bei einer Ver- schrottung oder Veräußerung von Gegenständen des Sachanlagevermögens ausgebucht und eventuelle Buchgewinne oder -verluste in der Gewinn- und Verlustrechnung erfolgswirksam in dem Posten „sonstige betriebliche Erträge“ (Buchgewinne) bzw. „sonstige betriebliche Aufwendungen“ (Buchverluste) erfasst. 164 | PVA TePla | Geschäftsbericht 2024 10. Langfristige finanzielle Vermögenswerte
| in TEUR | 31.12.2024 | 31.12.2023 |
| Langfristige Wertpapiere | 1 | 9.001 |
| At-Equity bilanzierte Beteiligungen | 2.671 | – |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 1.688 | 1.688 |
| Derivate | 958 | – |
| Sonstige langfristige Forderungen | 11 | 10 |
| Bruttowert | 5.329 | 10.699 |
| abzgl. Wertminderungen | –1.688 | –1.688 |
| Langfristige finanzielle Vermögenswerte | 3.641 | 9.011 |
Die PVA TePla-Gruppe hat am 7. August 2024 insgesamt 23,9% der Anteile an der Scientific Visual SA mit Sitz in Lausanne- Renens, Schweiz, erworben. Der Zweck dieser Partnerschaft ist es, die Aktivitäten rund um das Zukunftsmaterial Silizium- karbid (SiC) weiter zu verstärken und die eigenen Technologien zur Qualitätskontrolle und Materialprüfung zu ergänzen. Zusätzlich wurde der PVA TePla-Gruppe das Recht eingeräumt, in den Geschäftsjahren 2027 und 2029 weitere Anteile am Beteiligungsunternehmen zu erwerben. Die Kaufoptionen sind zum 31. Dezember 2024 mit dem beizulegenden Zeit- wert in Höhe von 958 TEUR zu bewerten und ebenso wie die Beteiligung („At-Equity bilanzierte Beteiligungen“) im Bilanz- posten „Langfristige finanzielle Vermögenswerte“ ausgewiesen („Derivate“). Ebenso unter den langfristigen finanziellen Vermögenswerten werden bereits fällige bzw. in Kürze fällige Forderungen aus Lieferungen und Leistungen ausgewiesen, wenn deren Realisierung erwartungsgemäß nicht innerhalb von zwölf Monaten nach dem Abschlussstichtag oder innerhalb des üblichen Geschäftszyklusses erwartet wird. Langfristige Wertpapiere wurden in den Kurzfristbereich umgegliedert.
| in TEUR | 2024 | 2023 |
| Wertminderungen am 1. Januar | 1.688 | 1.706 |
| Kursdifferenzen | – | – |
| Zuführungen | – | – |
| Verbrauch | – | – |
| Auflösungen | – | –18 |
| Wertminderungen am 31. Dezember | 1.688 | 1.688 |
Die im Geschäftsjahr 2023 erfasste Auflösung von Wertminderungen in Höhe von 18 TEUR ist auf erhaltene Zahlungen im Zusammenhang mit abgewerteten langfristigen Forderungen zurückzuführen PVA TePla | Geschäftsbericht 2024 | 165 Darstellung der wesentlichen Rechnungslegungsmethoden Die finanziellen Vermögenswerte der PVA TePla-Gruppe bestehen aus lang- und kurzfristigen Posten. Die langfristigen finanziellen Vermögenswerte beinhalten im Wesentlichen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Finanzinves- titionen (Aktien, Anleihen, Fondsanteile o. ä.) sowie derivative Finanzinstrumente. Die kurzfristigen finanziellen Ver- mögenswerte beinhalten im Wesentlichen Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie derivative Finanzinstrumente. Finanzielle Vermögenswerte werden in der Konzernbilanz ange- setzt, wenn der PVA TePla-Gruppe ein vertragliches Recht zusteht, Zahlungsmittel oder andere finanzielle Vermögens- werte von einem Dritten zu erhalten. Nicht-derivative finanzielle Vermögenswerte Schuldinstrumente werden beim erstmaligen Ansatz in eine der beiden folgenden Kategorien eingestuft: Bewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten; ● oder erfolgswirksame Bewertung zum beizulegenden Zeitwert. ● Die Klassifizierung erfolgt auf Grundlage des Geschäftsmodells zur Steuerung der Schuldinstrumente und der Eigen- schaften der vertraglichen Zahlungsströme. Werden Schuldinstrumente im Rahmen eines Geschäftsmodells gehalten, dessen Zielsetzung darin besteht, vertragliche Zahlungsströme zu vereinnahmen, und die Vertragsbedingungen zu festgelegten Zeiten zu Zahlungsströmen führen, die ausschließlich Tilgungs- und Zinszahlungen auf den ausstehenden Kapitalbetrag darstellen, erfolgt eine Bewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten. Gehaltene Schuldinstrumente, die nicht zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden, werden erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Bei den von der PVA TePla-Gruppe gehaltenen Schuldinstrumenten handelt es sich im Wesentlichen um Zahlungsmittel, Zahlungsmitteläquivalente sowie um Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die der Bewer- tungskategorie „Bewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten“ zugeordnet werden. Eigenkapitalinstrumente sind an jedem Abschlussstichtag zum beizulegenden Zeitwert zu bewerten. Werden Eigen- kapitalinstrumente zu Handelszwecken gehalten, erfolgt die jeweilige Erfassung zum beizulegenden Zeitwert erfolgs- wirksam. Für alle anderen Eigenkapitalinstrumente besteht die Option zur Erfassung der Änderungen des beizulegenden Zeitwerts im sonstigen Ergebnis. Die Option wird jeweils instrumentenspezifisch untersucht und unwiderruflich fest- gelegt. Die PVA TePla-Gruppe hat von der Option der Erfassung der Änderungen des beizulegenden Zeitwerts im sonstigen Ergebnis mit Blick auf Eigenkapitalinstrumente bisher keinen Gebrauch gemacht. Bei den von der PVA TePla-Gruppe gehaltenen Eigenkapitalinstrumenten handelt es sich im Wesentlichen um gehaltene Aktien und Fonds- anteile, die der Bewertungskategorie „erfolgswirksame Bewertung zum beizulegenden Zeitwert“ zugeordnet werden. Wertminderungen werden für Schuldinstrumente, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden, in Höhe des erwarteten Kreditverlusts erfasst. Sie werden zu jedem Abschlussstichtag an das jeweils geänderte Kreditrisiko der jeweiligen Finanzinstrumente seit Ersterfassung angepasst und bemessen sich in der Regel an der Höhe der über die Laufzeit erwarteten Kreditverluste. Für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wendet die PVA TePla-Gruppe ein vereinfachtes Modell zur Erfassung des erwarteten Kreditverlusts auf Basis einer Wertberichtigungsmatrix an. Es wird auf die einschlägigen Erläuterungen unter Textziffer 12. verwiesen. 166 | PVA TePla | Geschäftsbericht 2024 Derivative Finanzinstrumente Die PVA TePla-Gruppe schließt in Einzelfällen bedarfsweise Devisentermingeschäfte zur Absicherung von Wechsel- kursrisiken in Zusammenhang mit Verkäufen in Fremdwährung (Wechselkurssicherung), respektive Zinssicherungs- geschäfte zur Absicherung von Zinsrisiken in Zusammenhang mit der Finanzierung von Investitionen (Zinssicherung) ab. Derartige Derivate werden sowohl beim erstmaligen Ansatz als auch im Rahmen der Folgebewertung mit dem beizulegenden Zeitwert bewertet. Sich daraus ergebende Änderungen werden grundsätzlich erfolgswirksam erfasst. Die PVA TePla-Gruppe macht von dem Wahlrecht der Designation einer entsprechenden Sicherungsbeziehung (sog. „Hedge Accounting“) keinen Gebrauch. Bei Wechselkurssicherungen werden die aus Wechselkursveränderungen resultierenden Bewertungseffekte auf den beizulegenden Zeitwert des Derivats als Bestandteil der sonstigen betrieblichen Aufwendungen oder sonstigen betrieb- lichen Erträge erfasst. Demgegenüber werden die entsprechenden Marktwertveränderungen bei Zinssicherungen erfolgswirksam im Finanzergebnis abgebildet („Finanzierungserträge“ bzw. „Finanzierungsaufwendungen“). Sämtliche derivative Finanzinstrumente werden in der Konzernbilanz bei einem positiven Marktwert in dem Posten „sonstige finanzielle Vermögenswerte“ und bei einem negativen Marktwert in dem Posten „sonstige Verbindlichkeiten“ (jeweils im Kurzfristbereich) ausgewiesen. Bemessung des beizulegenden Zeitwerts Die PVA TePla-Gruppe bewertet bestimmte Finanzinstrumente zu jedem Abschlussstichtag mit dem beizulegenden Zeitwert. Der beizulegende Zeitwert ist der Preis, der in einem geordneten Geschäftsvorfall zwischen Marktteilnehmern am Bemessungsstichtag für den Verkauf eines Vermögenswerts eingenommen bzw. für die Übertragung einer Schuld gezahlt würde. Bei der Bemessung des beizulegenden Zeitwerts wird davon ausgegangen, dass der Geschäftsvorfall, in dessen Rahmen der Verkauf des Vermögenswerts oder die Übertragung der Schuld erfolgt, entweder auf dem Hauptmarkt für den Vermögenswert oder die Schuld oder, sofern kein Hauptmarkt vorhanden ist, auf dem vorteil- haftesten Markt für den Vermögenswert bzw. die Schuld getätigt wird. Die PVA TePla-Gruppe wendet Bewertungstechniken an, die unter den jeweiligen Umständen sachgerecht sind und für die ausreichende Daten zur Bemessung des beizulegenden Zeitwerts zur Verfügung stehen. Dabei wird die Verwendung maßgeblicher beobachtbarer Inputfaktoren möglichst hoch und jene nicht beobachtbarer Inputfaktoren möglichst gering gehalten. Alle Vermögenswerte und Schulden, für die der beizulegende Zeitwert bestimmt oder im Konzern- abschluss ausgewiesen wird, werden in die nachfolgend beschriebene Bemessungshierarchie eingeordnet, basierend auf dem Inputfaktor der niedrigsten Stufe, der für die Bewertung zum beizulegenden Zeitwert insgesamt wesentlich ist: Stufe 1: in aktiven Märkten für identische Vermögenswerte oder Verbindlichkeiten notierte (nicht berichtigte) Preise; ● Stufe 2: Bewertungsverfahren, bei denen der Inputfaktor der niedrigsten Stufe, der für die Bewertung zum beizulegen- den Zeitwert insgesamt wesentlich ist, auf dem Markt direkt oder indirekt beobachtbar ist; oder ● Stufe 3: Bewertungsverfahren, bei denen der Inputfaktor der niedrigsten Stufe, der für die Bewertung zum beizulegen- den Zeitwert insgesamt wesentlich ist, auf dem Markt nicht beobachtbar ist. ● PVA TePla | Geschäftsbericht 2024 | 167 11. Vorräte
| in TEUR | 31.12.2024 | 31.12.2023 |
| Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe | 36.313 | 43.414 |
| Unfertige Erzeugnisse | 49.603 | 57.122 |
| Fertige Erzeugnisse und Waren | 10.731 | 1.347 |
| Bruttowert | 96.647 | 101.883 |
| abzgl. Wertminderungen | – 12.128 | – 7.282 |
| Vorräte | 84.519 | 94.601 |
Im Geschäftsjahr 2024 wurden erfolgswirksame Veränderungen von Wertminderungen in Höhe von – 4.846 TEUR (VJ: – 1.454 TEUR) erfasst. Darstellung der wesentlichen Rechnungslegungsmethoden Vorräte werden zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten unter Anwendung der Durchschnittskostenmethode oder zu niedrigeren Nettoveräußerungswerten angesetzt. Die Herstellungskosten beinhalten neben den direkt zurechen- baren Kosten auch Fertigungs- und Materialgemeinkosten sowie Abschreibungen. Dabei werden fixe Gemeinkosten auf Grundlage der Normalauslastung der Produktionsanlagen berücksichtigt. Wertberichtigungen auf Vorräte werden vorgenommen, soweit die Anschaffungs- und Herstellungskosten über dem erwarteten Nettoveräußerungswert liegen. Der Nettoveräußerungswert stellt dabei den voraussichtlich erzielbaren Verkaufserlös abzüglich der bis zum Verkauf noch anfallenden Kosten dar. 168 | PVA TePla | Geschäftsbericht 2024 12. Forderungen und sonstige Vermögenswerte sowie Vertragsvermögenswerte
| in TEUR | 31.12.2024 | 31.12.2023* |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | ||
| betreffend Produktverkäufe und Dienstleistungen | 36.005 | 36.528 |
| Unbedingte Zahlungsansprüche (Anzahlungsrechnungen) | 6.168 | 14.641 |
| Termingelder | – | 6.168 |
| Sonstige Vermögenswerte (finanziell) | 6.504 | 742 |
| Summe Forderungen und sonstige Vermögenswerte (finanziell) | 48.677 | 58.079 |
| Geleistete Anzahlungen | 6.698 | 13.875 |
| Sonstige Vermögenswerte (nicht finanziell) | 5.074 | 6.371 |
| Summe Forderungen und sonstige Vermögenswerte (nicht finanziell) | 11.772 | 20.246 |
| Vertragsvermögenswerte | 28.788 | 35.972 |
| Bruttowert | 89.237 | 114.297 |
| abzgl. Wertminderungen | –508 | –500 |
| Forderungen und sonstige Vermögenswerte sowie Vertragsvermögenswerte | 88.729 | 113.797 |
Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind nicht verzinslich und weisen in der Regel eine Fälligkeit von 30 bis 90 Tagen auf.
| in TEUR | 31.12.2024 | 31.12.2023 |
| Angefallene Auftragskosten einschließlich Gewinnanteile (POC-Methode) | 79.311 | 92.148 |
| abzgl. erhaltene Anzahlungen | –52.950 | –58.383 |
| Zwischensumme | 26.361 | 33.765 |
| Vertragsvermögenswerte (ohne POC-Methode) | 2.428 | 2.207 |
| Vertragsvermögenswerte | 28.788 | 35.972 |
| --- | --- | --- |
| in TEUR | 2024 | 2023 |
| Wertminderungen am 1. Januar | –500 | –373 |
| Zuführungen | –38 | –185 |
| Verbrauch | – | – |
| Auflösungen | +30 | +58 |
| Wertminderungen am 31. Dezember | –508 | –500 |
* Vorjahresangaben angepasst (zu weiteren Erläuterungen siehe Abschnitt „B. Änderungen der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden") PVA TePla | Geschäftsbericht 2024 | 169 Darstellung der wesentlichen Rechnungslegungsmethoden Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden ab ihrem Entstehungszeitpunkt mit dem Zeitwert der hingegebe- nen Gegenleistung (Transaktionspreis) angesetzt. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden grundsätzlich nicht abgezinst, da diese regelmäßig keine wesentlichen Finanzierungskomponenten enthalten und in der Regel inner- halb eines Jahres fällig sind. Ebenso unter den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen ausgewiesen werden von der PVA TePla-Gruppe bereits in Rechnung gestellte und fällige (aber noch nicht vereinnahmte) Anzahlungsrechnungen. Unter den Vertragsvermögenswerten werden die zeitraumbezogenen mittels POC-Methode zu bilanzierenden kunden- spezifischen Anlagenfertigungen ausgewiesen, bei denen die angefallenen Auftragskosten einschließlich Gewinn- anteilen die erhaltenen Anzahlungen übersteigen (sog. „aktivischer Saldo“). Darüber hinaus werden unter den Vertrags- vermögenswerten auch von der PVA TePla-Gruppe bereits geleistete Leistungsverpflichtungen ausgewiesen, bei denen der rechtlich durchsetzbare Zahlungsanspruch erst zu einem späteren Zeitpunkt entsteht (z. B. bei der Endabnahme). Die Folgebilanzierung von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie Vertragsvermögenswerten erfolgt zu fortgeführten Anschaffungskosten (historische Anschaffungskosten abzüglich gebildeter Wertminderungen). Zur Ermittlung der Wertminderungen wendet die PVA TePla-Gruppe eine vereinfachte Methode zur Berechnung der erwar- teten Kreditverluste auf Basis kalkulierter Verlustraten an (sog. „expected credit loss model“). Danach werden die Wertminderungen mittels einer Wertberichtigungsmatrix ermittelt, die auf den historischen Erfahrungen mit Kredit- verlusten basieren und um zukunftsbezogene Faktoren angepasst werden, die für die Kreditnehmer und die wirtschaft- lichen Rahmenbedingungen spezifisch sind. Für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie Vertragsvermö- genswerte mit beeinträchtigter Bonität erfolgt eine besondere Überprüfung der Ausfallrisiken auf Basis des jeweiligen Einzelfalls. Zu den Indikatoren für eine beeinträchtigte Bonität zählen insbesondere signifikante finanzielle Schwierig- keiten des Schuldners oder die Wahrscheinlichkeit einer Insolvenz. Die Erfassung von Wertminderungen erfolgt unter Verwendung eines Wertberichtigungskontos erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung. Sofern sich in den Folgeperioden herausstellt, dass die Gründe für eine Wertminderung entfallen sind, wird eine erfolgswirksame Wert- aufholung bis maximal der Höhe der ursprünglichen Anschaffungskosten vorgenommen. Die Wertminderungen zweifel- hafter Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie Vertragsvermögenswerte erfordern Einschätzungen über die Bonität der Kunden. Bei einer Verschlechterung der Finanzdaten von Kunden können Abweichungen zu den erwar- teten Wertminderungen eintreten. 170 | PVA TePla | Geschäftsbericht 2024 13. Latente Steueransprüche/-schulden
| in TEUR | 31.12.2024 | 31.12.2023* | ||
| Latente Steueransprüche | Latente Steuerschulden | Latente Steueransprüche | Latente Steuerschulden | |
| Anlagevermögen | 1.226 | 2.834 | 702 | 2.373 |
| Vorräte | 5.581 | 194 | 5.848 | 149 |
| Forderungen und sonstige | ||||
| Vermögenswerte | 50 | 2.160 | 4 | 1.644 |
| Vertragsvermögenswerte | – | 6.180 | – | 7.935 |
| Steuerliche Verlustvorträge | 166 | – | 732 | – |
| Pensionsrückstellungen | 1.071 | – | 925 | – |
| Sonstige Rückstellungen | 1.081 | 674 | 915 | 707 |
| Finanzverbindlichkeiten | 1.459 | 21 | 871 | – |
| Summe vor Saldierung | 10.635 | 12.062 | 9.997 | 12.808 |
| Saldierung | –3.567 | –3.567 | –3.008 | –3.008 |
| Nettobetrag | 7.068 | 8.495 | 6.989 | 9.800 |
Die steuerlichen Verlustvorträge werden basierend auf einem Mehrjahresbudget auf ihre mögliche Inanspruchnahme hin überprüft und unter Anwendung eines unternehmensspezifischen Steuersatzes aktiviert. Sofern sich aus dieser Betrachtung eine Möglichkeit der Inanspruchnahme in einem Zeitraum zwischen zwei und fünf Jahren ergibt, wurden Verlustvorträge aktiviert. Wenn eine Inanspruchnahme der Verlustvorträge innerhalb des Prognosezeitraums wahr- scheinlich ist, werden diese vollständig als werthaltig eingestuft. Es bestehen Verluste in Höhe von 767 TEUR (VJ: 306 TEUR), deren Inanspruchnahme innerhalb des Prognosezeitraums unwahrscheinlich ist. Diese wurden nicht als wert- haltig ein- gestuft und demnach darauf keine latenten Steuern gebildet. Aus Gesellschaften, die im laufenden Geschäfts- jahr oder im Vorjahr einen steuerlichen Verlust erzielt haben, wurden aktive latente Steuern von 471 TEUR bilanziert. Dies betrifft zwei ausländische Tochtergesellschaften. Die Verluste sind unter anderem aufgrund von Einmaleffekten entstan- den. Auf Basis der vorliegenden Unternehmensplanungen wird davon ausgegangen, dass in zukünftigen Geschäftsjahren ein ausreichendes steuerliches Einkommen vorhanden sein wird, um die aktiven latenten Steuern vollständig zu nutzen. Auf temporäre Wertansatzdifferenzen zwischen dem steuerlichen Wertansatz der Beteiligungen und dem zugehörigen Nettovermögen der IFRS-Einzelbilanzen („Outside Basis Differences“) wurden keine latenten Steuern gebildet, da die PVA TePla AG in der Lage ist, den zeitlichen Verlauf der Umkehrung der temporären Differenzen zu steuern, und die Ver- äußerung von Beteiligungen auf unbestimmte Zeit nicht vorgesehen ist. Die Summe der nicht bilanzierten steuerpflich- tigen temporären Differenzen beträgt zum 31. Dezember 2024 165 TEUR (VJ: 231 TEUR). * Vorjahresangaben angepasst (zu weiteren Erläuterungen siehe Abschnitt „B. Änderungen der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden“) PVA TePla | Geschäftsbericht 2024 | 171 Darstellung der wesentlichen Rechnungslegungsmethoden Latente Steueransprüche und latente Steuerschulden werden für alle temporären Unterschiede zwischen den Wert- ansätzen der Steuerbilanz und der IFRS-Konzernbilanz gebildet. Daneben sind latente Steueransprüche auch auf Verlustvorträge zu erfassen, sofern damit zu rechnen ist, dass diese in der Zukunft wahrscheinlich genutzt werden können. Der Buchwert der latenten Steueransprüche wird jedes Jahr am Stichtag überprüft und herabgesetzt, falls es nicht mehr wahrscheinlich ist, dass genügend zu versteuerndes Einkommen zur Verfügung steht, um den Anspruch vollständig oder teilweise zu realisieren. Abgrenzungen werden in Höhe der voraussichtlichen Steuerbelastung bzw. Steuerentlastung nachfolgender Geschäfts- jahre auf der Grundlage des zum Zeitpunkt der Realisierung gültigen Steuersatzes vorgenommen. Latente Steuer- ansprüche und latente Steuerschulden werden miteinander saldiert, wenn die PVA TePla-Gruppe einen einklagbaren Anspruch zur Aufrechnung der tatsächlichen Ertragsteueransprüche gegen die tatsächlichen Steuerschulden hat und wenn sich die latenten Steueransprüche und latenten Steuerschulden auf Ertragsteuern beziehen, die von derselben Steuerbehörde für dasselbe Steuersubjekt erhoben werden. Latente Steueransprüche und latente Steuerschulden werden nicht abgezinst und in der Konzernbilanz stets als langfristige Vermögenswerte und Schulden ausgewiesen. Laufende und latente Steuern werden erfolgswirksam als Aufwand oder Ertrag erfasst, es sei denn, dass diese im Zusammenhang mit Posten stehen, die im sonstigen Ergebnis oder direkt im Eigenkapital zu erfassen sind. In diesem Fall werden die Steuern ebenfalls erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst. Der Ansatz von latenten Steueransprüchen auf Verlustvorträge basiert auf Schätzungen, die in hohem Maße von der Ertragsentwicklung der betreffenden Steuersubjekte abhängig sind. Die sich tatsächlich in zukünftigen Perioden ein- stellenden Beträge können demzufolge von den Schätzungen abweichen. 172 | PVA TePla | Geschäftsbericht 2024 14. Finanzverbindlichkeiten
| in TEUR | 31.12.2024 | 31.12.2023 | ||||
| kurzfristig | langfristig | Summe | kurzfristig | langfristig | Summe | |
| Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen | 1.850 | 3.114 | 4.964 | 1.653 | 1.349 | 3.002 |
| Darlehen gegenüber Kreditinstituten | 207 | 17.222 | 17.429 | 3.356 | 11.430 | 14.786 |
| Earn-Out-Verbindlichkeiten | – | 1.679 | 1.679 | 282 | 1.679 | 1.961 |
| Verpflichtung zum Erwerb | ||||||
| eigener Eigenkapitalinstrumente | 506 | – | 506 | – | – | – |
| Summe | 2.563 | 22.015 | 24.578 | 5.291 | 14.458 | 19.749 |
Die PVA TePla AG verfügt über einen Finanzierungsrahmen in Form eines Konsortialkreditvertrags („Club Deal“). Der ursprünglich am 6. November 2020 über 120 Mio. EUR geschlossene und durch genehmigte Erhöhungsoptionen auf 160 Mio. EUR angepasste ursprüngliche Konsortialkreditvertrag wurde mit Änderungsvertrag vom 15. Mai 2024 geändert und neu gefasst. Die Grundlaufzeit beträgt fünf Jahre und kann mittels der im Vertrag enthalteten Verlängerungsoptionen um jeweils ein Jahr verlängert werden (Laufzeitende 2031). Der Finanzierungsrahmen umfasst zum 31. Dezember 2024 ein Gesamtvolumen von insgesamt 325 Mio. EUR (VJ: 160 Mio. EUR), der sich aufteilt in eine revolvierende Betriebsmittel- linie in Höhe von 60 Mio. EUR (VJ: 20 Mio. EUR), eine Kreditlinie für M&A-Aktivitäten in Höhe von 50 Mio. EUR (VJ: 20 Mio. EUR), eine Avallinie in Höhe von 160 Mio. EUR (VJ: 120 Mio. EUR) sowie eine Kreditlinie für langfristige Investitionen in Höhe von 55 Mio. EUR (VJ: 0). Zur Absicherung des Finanzierungsrahmens in Form eines Konsortialkreditvertrags ist das Grundvermögen wie im Vorjahr mit Grundschulden in Höhe von 17.330 TEUR belastet. Die Avallinien wurden zum 31. Dezember 2024 in Höhe von insgesamt 74,4 Mio. EUR (VJ: 95,4 Mio. EUR) in Anspruch genommen. Zum Abschlussstichtag 31. Dezember 2024 waren insgesamt 16 Mio. EUR der Finanzierungslinie gezogen, wobei der Buchwert bei 15.929 TEUR lag. Der Nominalwert wurde mit der Ziehung um anteilige Transaktionskosten reduziert, welche über die Laufzweit ratierlich dem Darlehensbetrag wieder zugeschrieben werden. Die Barmittellinie wurde zum Abschlussstichtag nicht beansprucht. Die Verzinsung erfolgt mit dem EURIBOR zuzüglich einer gestaffelten Marge, die sich am Verschuldungsgrad orientiert. Der Konsortialdarlehensvertrag definiert Kreditvereinbarungsbedin- gungen zur Einhaltung gängiger Finanzkennzahlen (sog. „Financial Covenants“). Diese Financial Covenants waren sowoh l im Geschäftsjahr 2024 als auch im Vorjahr eingehalten. Zudem verfügt die PVA TePla AG über eine weitere Betriebsmittellinie in Höhe von 500 TEUR, die zum Stichtag (wie im Vorjahr) nicht in Anspruch genommen wurde. Die Zahlungsverpflichtungen aus den bilanzierten Leasingverhältnissen strukturieren sich wie folgt:
| in TEUR | 2024 | 2023 |
| Fälligkeit | ||
| ≤ ein Monat | 195 | 135 |
| > ein Monat und ≤ drei Monate | 389 | 272 |
| > drei Monate und ≤ ein Jahr | 1.522 | 1.133 |
| > ein Jahr und ≤ fünf Jahre | 3.465 | 1.462 |
| > fünf Jahre | 290 | – |
PVA TePla | Geschäftsbericht 2024 | 173 Die Zahlungsverpflichtungen aus den Darlehen gegenüber Kreditinstituten strukturieren sich wie folgt:
| in TEUR | 2024 | 2023 |
| Fälligkeit | ||
| ≤ ein Monat | 11 | 3.225 |
| > ein Monat und ≤ drei Monate | 89 | 24 |
| > drei Monate und ≤ ein Jahr | 103 | 108 |
| > ein Jahr und ≤ fünf Jahre | 16.531 | 10.534 |
| > fünf Jahre | 761 | 896 |
Die Zahlungsverpflichtungen aus Earn-Out-Verbindlichkeiten strukturieren sich wie folgt:
| in TEUR | 2024 | 2023 |
| Fälligkeit | ||
| ≤ ein Monat | – | – |
| > ein Monat und ≤ drei Monate | – | – |
| > drei Monate und ≤ ein Jahr | – | 282 |
| > ein Jahr und ≤ fünf Jahre | 1.814 | 1.814 |
| > fünf Jahre | – | – |
Die Zahlungsverpflichtungen aus der Finanzverbindlichkeit im Rahmen des Erwerbs eigener Aktien strukturieren sich wie folgt:
| in TEUR | 2024 | 2023 |
| Fälligkeit | ||
| ≤ ein Monat | 506 | – |
| > ein Monat und ≤ drei Monate | – | – |
| > drei Monate und ≤ ein Jahr | – | – |
| > ein Jahr und ≤ fünf Jahre | – | – |
| > fünf Jahre | – | – |
174 | PVA TePla | Geschäftsbericht 2024 Darstellung der wesentlichen Rechnungslegungsmethoden Die finanziellen Verbindlichkeiten der PVA TePla-Gruppe bestehen neben derivativen Finanzinstrumenten vor allem aus Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen, Verbindlichkeiten aus variablen Kaufpreisbestandteilen bei Unternehmens- erwerben (Earn-Out-Verbindlichkeiten), Darlehen gegenüber Kreditinstituten sowie Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen. Finanzielle Verbindlichkeiten werden in der Konzernbilanz angesetzt, wenn die PVA TePla-Gruppe vertraglich dazu verpflichtet ist, Zahlungsmittel oder sonstige finanzielle Vermögenswerte auf einen Dritten zu über- tragen. Nicht-derivative finanzielle Verbindlichkeiten Finanzielle Verbindlichkeiten werden beim erstmaligen Ansatz in eine der beiden folgenden Kategorien eingestuft: Bewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten; ● oder erfolgswirksame Bewertung zum beizulegenden Zeitwert. ● Eine erfolgswirksame Bewertung zum beizulegenden Zeitwert erfolgt in der PVA TePla-Gruppe nur für derivative finan- zielle Verbindlichkeiten sowie für Verbindlichkeiten aus Unternehmenserwerben mit variablen Kaufpreisbestandteilen (Earn-Out-Verbindlichkeiten). Bei der erstmaligen Erfassung werden sämtliche finanzielle Verbindlichkeiten zum beizulegenden Zeitwert bewertet (ggf. abzüglich der direkt zurechenbaren Transaktionskosten). Im Rahmen der Folgebewertung werden die der Kategorie „erfolgswirksame Bewertung zum beizulegenden Zeitwert“ zugeordneten finanziellen Verbindlichkeiten an jedem Ab- schlussstichtag zum beizulegenden Zeitwert bewertet und Nettogewinne oder -verluste in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung erfolgswirksam erfasst. Alle anderen finanziellen Verbindlichkeiten werden bei der Folgebewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode bewertet. Hierunter fallen insbeson- dere die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, die in der Regel unverzinslich sind und eine Fälligkeit von 30 bis 60 Tagen aufweisen. Zinsaufwendungen und Fremdwährungsumrechnungsdifferenzen werden ebenso wie Gewinne oder Verluste aus der Ausbuchung finanzieller Verbindlichkeiten erfolgswirksam erfasst. Derivative Finanzinstrumente Es wird auf die einschlägigen Ausführungen zu den wesentlichen Rechnungslegungsmethoden in Textziffer 12. ver- wiesen. PVA TePla | Geschäftsbericht 2024 | 175 15. Pensionsrückstellungen Rückstellungen für Pensionsverpflichtungen werden aufgrund von Versorgungsplänen für Zusagen auf Alters-, Invaliden- und Hinterbliebenenleistungen gebildet. Die Höhe der Leistungen hängt in der Regel von der Beschäftigungsdauer und dem Entgelt der Mitarbeiter ab. Pensionszusagen bestehen in den in Deutschland ansässigen Gesellschaften PVA TePla AG, PVA Industrial Vacuum Systems GmbH, PVA Crystal Growing Systems GmbH, PVA SPA Software Entwicklungs GmbH und PVA Vakuum Anlagen- bau Jena GmbH. Es handelt sich ausschließlich um Altzusagen. Neue Pensionszusagen werden nicht mehr gewährt. Es bestehen keine Pensionsverpflichtungen im Ausland. In der PVA TePla-Gruppe existiert kein wesentliches Planvermögen zur Deckung der Pensionsverpflichtungen. Zur Bewertung der Pensionsverpflichtungen wurden versicherungsmathematische Gutachten eingeholt. Die biometrischen Parameter wurden unverändert zum Vorjahr gemäß den Richttafeln 2018 G von Prof. Dr. Klaus Heubeck ermittelt. Die Risiken aus der Bilanzierung von Pensionsverpflichtungen betreffen Risiken aus der Änderung von versicherungsmathe- matischen Parametern, die in nachfolgender Tabelle dargestellt sind. Das signifikanteste Änderungsrisiko betrifft den Rechnungszins.
| in % | 31.12.2024 | 31.12.2023 |
| Einkommenstrend | 3,00 | 3,00 |
| Rententrend | 2,00 | 1,25 |
| Rechnungszins | 3,40 | 3,35 |
Bei Einzelzusagen der PVA SPA, die eine feste Rentenanpassung von jährlich 2,5% vorsehen, wird abweichend ein Renten- trend von 2,5% angesetzt.
| in TEUR | 2024 | 2023 |
| Anwartschaftsbarwert am 1.1. | 11.770 | 11.453 |
| Veränderungen im Konsolidierungskreis | – | – |
| Laufender Dienstzeitaufwand für im Geschäftsjahr erbrachte Leistungen | ||
| der Mitarbeiter | 54 | 46 |
| Nettozinsaufwendungen | 383 | 414 |
| Änderung Rechnungslegungsschätzung | 1.350 | – |
| Rentenzahlungen | –683 | –1.120 |
| Finanzielle versicherungsmathematische Gewinne (–)und Verluste (+) | 787 | 604 |
| Erfahrungsbedingte versicherungsmathematische Gewinne (–) und Verluste (+) | 60 | 373 |
| Demografische versicherungsmathematische Gewinne (–) und Verluste (+) | 0 | 0 |
| Pensionsrückstellung am 31.12. | 13.721 | 11.770 |
| Planvermögen | 207 | 191 |
| Anwartschaftsbarwert am 31.12. | 13.128 | 11.961 |
Der laufende Dienstzeitaufwand ist im Wesentlichen in den Herstellungskosten des Umsatzes sowie in den allgemeinen Verwaltungskosten erfasst. Es ist am Abschlussstichtag 31. Dezember 2024 davon auszugehen, dass 708 TEUR (VJ: 677 TEUR) innerhalb der nächsten zwölf Monate und 13.013 TEUR (VJ: 11.093 TEUR) später (zum Teil sehr langfristig) zu erfüllen sind. Am 31. Dezember 2024 lag die gewichtete durchschnittliche Laufzeit der leistungsorientierten Verpflichtung bei 11,1 Jahren (VJ: 11,5 Jahre). 176 | PVA TePla | Geschäftsbericht 2024 Sensitivitätsanalysen Eine Veränderung der beiden maßgeblichen versicherungsmathematischen Parameter von einem halben Prozentpunkt für den Rechnungszins und einem viertel Prozentpunkt für den Rententrend würde unter Beibehaltung der anderen Annahmen den Anwartschaftsbarwert zum Abschlussstichtag 31. Dezember 2024 respektive 31. Dezember 2023 wie folgt verändern:
| in TEUR | 31.12.2024 | 31.12.2023 | ||
| Erhöhung | Minderung | Erhöhung | Minderung | |
| Rechnungszins (Veränderung 0,5%-Punkte) | ||||
| (VJ: Veränderung 0,25%-Punkte) | –677 | +742 | –135 | +532 |
| Rententrend (Veränderung 0,25%-Punkte) | +327 | –315 | +496 | –102 |
Beitragsorientierte Pläne Beitragsorientierte Pläne sind für die PVA TePla AG in Form der gesetzlich bestimmten Arbeitgeberbeiträge zur Renten- versicherung, Beiträge zu Unterstützungskassen sowie in Form von Beiträgen zu Direktversicherungen relevant. Im Geschäftsjahr 2024 wurden hierfür Aufwendungen in Höhe von 4.245 TEUR geleistet (VJ: 4.168 TEUR). Darstellung der wesentlichen Rechnungslegungsmethoden Die Pensionsrückstellungen für leistungsorientierte Versorgungspläne werden in Übereinstimmung mit der versiche- rungsmathemathischen Bewertungsmethode der laufenden Einmalprämien (Projected Unit Credit Method) ermittelt, die auf wesentlichen Annahmen wie z. B. Diskontierungsfaktoren, Sterblichkeitsraten, Gehalts- und Rententrends beruht. Neubewertungen, bestehend aus versicherungsmathematischen Gewinnen und Verlusten, werden unmittelbar im sonstigen Ergebnis erfasst. Die im sonstigen Ergebnis erfassten Neubewertungen sind Bestandteil der sonstigen Rücklagen und werden in den Folgeperioden nicht mehr erfolgswirksam in die Gewinn- und Verlustrechnung umgeglie- dert. Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand wird als Personalaufwand erfasst, wenn die Planänderung eintritt. Die leistungsorientierten Kosten beinhalten sowohl den Dienstzeitaufwand als auch den Zinsaufwand. Die PVA TePla- Gruppe weist den Dienstzeitaufwand in der Gewinn- und Verlustrechnung innerhalb der operativen Aufwendungen aus, während der Zinsaufwand innerhalb der Finanzierungsaufwendungen ausgewiesen wird. Die Zahlungen für beitragsorientierte Versorgungspläne werden als Personalaufwand in den einschlägigen Funktions- bereichen erfasst, wenn die Arbeitsleistung durch die anspruchsberechtigten Arbeitnehmer erbracht wurde. PVA TePla | Geschäftsbericht 2024 | 177 16. Sonstige Rückstellungen
| in TEUR | 1.1.2024 | Veränderung | Verbrauch | Auflösung | Zuführung | 31.12.2024 |
| Konsolidierungskreis | ||||||
| Gewährleistungen | 5.151 | – | –2.910 | –710 | 5.804 | 7.335 |
| Pönale | 0 | – | – | – | 679 | 679 |
| Drohverluste aus Kundenprojekten | 37 | – | – | – | 353 | 390 |
| Übrige | 2.966 | – | –2.329 | –2 | 1.646 | 2.281 |
| Summe | 8.154 | – | –5.239 | –712 | 8.482 | 10.685 |
Im Allgemeinen beinhalten die Verträge mit Kunden Mängel- und Gewährleistungsfristen im Anschluss an die Fertigstel- lung der spezifischen Projekte. Diese Verpflichtungen werden nicht als separate Leistungsverpflichtungen betrachtet und daher geschätzt in die Gesamtkosten der Verträge einbezogen. Soweit erforderlich, werden Beträge im Einklang mit IAS 37 unter den sonstigen Rückstellungen erfasst. In den übrigen sonstigen Rückstellungen sind u. a. langfristige Rück- stellungen für variable Vergütungsbestandteile, 38 TEUR (VJ: 252 TEUR) Rückstellungen für Altersteilzeitverpflichtungen 304 TEUR (VJ: 311 TEUR), Rückstellungen für im Geschäftsjahr erbrachte Dienstleistungen 1.483 TEUR (VJ: 1.805 TEUR), die noch nicht abgerechnet wurden sowie für Archivierung 54 TEUR (VJ: 54 TEUR) enthalten. 17. Vertragsverbindlichkeiten
| in TEUR | 31.12.2024 | 31.12.2023 |
| Vertragsverbindlichkeiten (POC-Methode) | 7.067 | 23.656 |
| Erhaltene Anzahlungen betreffend Produktverkäufe und Dienstleistungen | 54.316 | 71.612 |
| Vertragsverbindlichkeiten | 61.383 | 95.268 |
Von den im Bilanzposten „Vertragsverbindlichkeiten“ passivisch abgegrenzten Kundenanzahlungen per 31. Dezember 2023 in Höhe von 95.268 TEUR (31.12.2022: 113.510 TEUR) wurde im Geschäftsjahr 2024 ein Betrag in Höhe von 51.347 TEUR (VJ: 60.420 TEUR) als Umsatzerlöse erfasst.
| in TEUR | 31.12.2024 | 31.12.2023 |
| Erhaltene Anzahlungen (POC-Methode) | 19.164 | 36.701 |
| abzgl. angefallene Auftragskosten einschließlich Gewinnanteile (POC-Methode) | –12.096 | –13.045 |
| Vertragsverbindlichkeiten (POC-Methode) | 7.067 | 23.656 |
In den „Vertragsverbindlichkeiten (POC-Methode)“ sind am Abschlussstichtag zum 31. Dezember 2024 ausstehende fällige Kundenanzahlungen mit rechtlich durchsetzbarem Zahlungsanspruch in Höhe von 4.630 TEUR (VJ: 3.971 TEUR) enthalten. 178 | PVA TePla | Geschäftsbericht 2024 G. Erläuterungen zur Konzern-Kapitalflussrechnung
| in TEUR | 31.12.2024 | 31.12.2023 |
| Bankguthaben | 17.586 | 10.320 |
| Kassenbestände | 20 | 11 |
| Geldanlagen | 13.765 | 9.801 |
| Zahlungsmittelbestand | 31.371 | 13.964 |
Die Auszahlungen für Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen beinhalten nur zahlungswirksame Anschaffungen. Im Geschäftsjahr 2024 wurden 712 TEUR (VJ: 523 TEUR) aus dem Vorratsvermögen in die Sachanlagen umgegliedert. Dieser Sachverhalt war nicht zahlungswirksam. Nachfolgend sind die Veränderungen der finanziellen Verbindlichkeiten dargestellt, deren Zahlungsströme in der Konzern- Kapitalflussrechnung bisher oder künftig als Zahlungsflüsse aus Finanzierungstätigkeit gezeigt werden.
| in TEUR | 1.1.2024 | zahlungswirksame | nicht zahlungswirksame Veränderungen | 31.12.2024 | ||
| Veränderungen | Unternehmenserwerbe | Währungseffekte | übrige Veränderungen | |||
| Langfristige | ||||||
| Finanzverbindlichkeiten | 12.779 | 5.792 | – | – | 1.765 | 20.336 |
| Kurzfristige | ||||||
| Finanzverbindlichkeiten | 5.009 | –7.825 | – | – | 5.380 | 2.564 |
| Summe | 17.788 | –2.033 | – | – | 7.147 | 22.900 |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| in TEUR | 1.1.2023 | zahlungswirksame | nicht zahlungswirksame Veränderungen | 31.12.2023 | ||
| Veränderungen | Unternehmenserwerbe | Währungseffekte | übrige Veränderungen | |||
| Langfristige | ||||||
| Finanzverbindlichkeiten | 5.073 | 9.574 | – | – | –1.868 | 12.779 |
| Kurzfristige | ||||||
| Finanzverbindlichkeiten | 5.801 | –2.271 | – | – | 1.479 | 5.009 |
| Summe | 10.874 | 7.303 | – | – | –389 | 17.788 |
PVA TePla | Geschäftsbericht 2024 | 179 Darstellung der wesentlichen Rechnungslegungsmethoden Der Bilanzposten „Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente“ beinhaltet Kassenbestände, sofort verfügbare Bank- guthaben, Termingelder und sofort verfügbare Finanzinvestitionen, die nur unwesentlichen Wertschwankungsrisiken unterliegen. Die Bewertung der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente erfolgt zu fortgeführten Anschaffungs- kosten. Es wird auf die einschlägigen Erläuterungen unter Textziffer 10. verwiesen. Demgegenüber umfasst der Finanz- mittelfonds der Kapitalflussrechnung nur solche Zahlungsmitteläquivalente und Termingelder, die eine ab dem Erwerbs- zeitpunkt gerechnete Restlaufzeit von nicht mehr als drei Monaten aufweisen. In der Kapitalflussrechnung werden die Zahlungsströme des Geschäftsjahres erfasst, um Informationen über die Bewegungen des Zahlungsmittelbestands laut Kapitalflussrechnung der PVA TePla-Gruppe während des Geschäfts- jahres darzustellen. Es werden drei Bereiche unterschieden: die betriebliche Geschäfts-, Investitions- und Finanzie- rungstätigkeit. Die Ermittlung des Cashflow aus der betrieblichen Tätigkeit erfolgt nach der indirekten Methode durch Korrektur des Ergebnisses nach Ertragsteuern um nicht zahlungswirksame Geschäftsvorfälle sowie um dem Investitions- bzw. dem Finanzierungsbereich zuzuordnende Geschäftsvorfälle. Der Cashflow aus der Investitionstätigkeit wird ebenso wie der Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit nach der direkten Methode ermittelt, d. h. durch Gegenüberstellung der Bruttoein- und -auszahlungen. H. Erläuterungen zur Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung Gezeichnetes Kapital Das gezeichnete Kapital der PVA TePla AG ist zum 31. Dezember 2024 in 21.749.988 nennwertlose Stückaktien (VJ: 21.749.988 nennwertlose Stückaktien) mit einem rechnerischen Anteil am Grundkapital von je 1,00 EUR eingeteilt und wurde vollständig eingezahlt. Bedingtes und genehmigtes Kapital Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Grundkapital der PVA TePla AG bis zum 22. Juni 2027 durch ein- oder mehrmalige Ausgabe von insgesamt bis zu 5.437.497 neuen auf den Inhaber lautenden Stückak- tien gegen Bar- und/oder Sacheinlagen um insgesamt bis zu EUR 5.437.497 zu erhöhen (genehmigtes Kapital 2022/I). Das Grundkapital der PVA TePla AG ist ferner um bis zu EUR 5.437.497,00 durch Ausgabe von bis zu 5.437.497 neuen auf den Inhaber lautenden Stückaktien bedingt erhöht (Bedingtes Kapital 2022/I). Das bedingte Kapital 2022/I dient aus- schließlich der Gewährung neuer Aktien an die Inhaber von Wandlungs- oder Optionsrechten, die gemäß dem Ermächti- gungsbeschluss der Hauptversammlung vom 23. Juni 2022 durch die PVA TePla AG oder durch Gesellschaften, an denen die PVA TePla AG unmittelbar oder mittelbar zu 100% beteiligt ist, ausgegeben werden. 180 | PVA TePla | Geschäftsbericht 2024 Mit Beschluss der Hauptversammlung vom 28. Juni 2023 wurde der Vorstand der Gesellschaft ermächtigt, eigene Aktien im Volumen von bis zu 10% ihres zum Zeitpunkt der Beschlussfassung oder – falls dieser Wert geringer ist – des zum Zeitpunkt der Ausübung der Ermächtigung bestehenden Grundkapitals zu erwerben. Die Ermächtigung gilt bis zum 27. Juni 2028. Die Ermächtigung kann ganz oder in Teilbeträgen, einmal oder mehrmals, zu einem oder zu mehreren Zwecken durch die Gesellschaft, durch ihre Konzernunternehmen oder für ihre oder deren Rechnung durch Dritte aus- geübt werden. Der Erwerb erfolgt nach Wahl des Vorstands über die Börse oder mittels eines an alle Aktionäre gerichte- ten öffentlichen Kaufangebots. Der für den Erwerb der Aktien über die Börse gezahlte Gegenwert je Aktie (ohne Erwerbs- nebenkosten) darf den Durchschnitt der Schlusspreise an den drei Börsenhandelstagen, welche der Eingehung der Ver- pflichtung zum Erwerb vorangehen, um nicht mehr als 10% über- oder unterschreiten. Kapitalerhöhungen wurden weder aus dem genehmigten Kapital 2022/I noch aus dem bedingten Kapital 2022/I im Geschäftsjahr 2024 beschlossen. Erwerb eigener Aktien Die PVA TePla AG hat 295.531 eigene Aktien zwischen dem 22. November 2024 und dem 31. Dezember 2024 zu einem durchschnittlichen Kurs von EUR 13,37 pro Aktie (zzgl. Transaktionskosten in Höhe von 13 TEUR) erworben und als Gegen- position im Eigenkapital unter dem Posten „Eigene Anteile“ in Höhe von – 4.470 TEUR ausgewiesen. In den kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten wurde die zum 31. Dezember 2024 bestehende Verpflichtung zum Erwerb zusätzlicher eigener Eigenkapitalinstrumente in Höhe von 506 TEUR erfasst. Gewinnverwendung Vorstand und Aufsichtsrat schlagen vor, den im Jahresabschluss der PVA TePla AG für das Geschäftsjahr 2024 (nach handelsrechtlichen Vorschriften) ausgewiesenen Bilanzgewinn in Höhe von 94.170 TEUR für einen Vortrag auf neue Rechnung in gleicher Höhe zu verwenden. Entnahmen aus der Kapitalrücklage sowie den Gewinnrücklagen wurden nicht getätigt. Rücklagen Die in der Bilanz ausgewiesenen Rücklagen beinhalten zum einen den Bilanzgewinn in Höhe von 135,2 Mio. EUR (VJ: 108,4 Mio. EUR) sowie Gewinnrücklagen in Höhe von – 0,2 Mio. EUR (VJ: – 0,5 Mio. EUR) und Sonstige Rücklagen in Höhe von – 2,0 Mio. EUR (VJ: – 2,2 Mio. EUR). PVA TePla | Geschäftsbericht 2024 | 181 I. Sonstige Erläuterungen 18. Segmentberichterstattung Die PVA TePla-Gruppe ist in die beiden Geschäftsbereiche „Industrial Systems“ und „Semiconductor Systems“ unterteilt. Führung, Planung und Steuerung der PVA TePla-Gruppe erfolgen basierend auf diesen beiden Geschäftsbereichen. In den beiden berichteten Segmenten werden die Geschäftstätigkeiten basierend auf Technologiefeldern zusammengefasst. Informationen zu Produkten und Dienstleistungen unserer Geschäftsbereiche sind in E.1 dargestellt und unterscheiden sich nicht grundsätzlich zwischen den Segmenten. Auf Basis unserer Technologiefelder umfasst das Segment Industrial Systems u. a. Lösungen und Anlagensysteme für die Halbleiterindustrie zur Herstellung und Veredlung von innovativen Materialien, zur Oberflächenbehandlung sowie zur Überwachung von Fertigungsprozessen, die speziell auf die Anforde- rungen und Bedürfnisse anderer Industriezweige wie z. B. der Medizin-, Elektro- oder Werkzeugbranche konfiguriert sind. Dem Segment Semiconductor Systems sind Lösungen und Anlagensysteme für die Halbleiterindustrie zugeordnet, dar- unter vor allem Kristallzuchtanlagen, Metrologiesysteme zur Qualitätskontrolle und Plasmasysteme zur Entfernung von Oberflächenkontaminationen auf Wafern. Die Segmentberichterstattung folgt insoweit der den internen Management- berichtssystemen der PVA TePla-Gruppe zugrunde liegenden Organisationsstruktur (sog. „Management Approach“). Umsatzaufgliederung nach Geschäftsbereichen
| in TEUR | 2024 | 2023 | ||
| Außenumsatz | Innenumsatz | Außenumsatz | Innenumsatz | |
| Segmenterlöse | ||||
| Industrial Systems | 82.537 | 15.012 | 77.376 | 16.235 |
| Semiconductor Systems | 187.578 | 1.408 | 186.070 | 661 |
| Summe PVA TePla-Gruppe | 270.115 | 16.421 | 263.466 | 16.896 |
Verkäufe und Erlöse zwischen den Segmenten werden grundsätzlich zu Preisen erbracht, die auch mit Konzernfremden vereinbart werden. Auftragseingang und Auftragsbestand nach Geschäftsbereichen
| in TEUR | 2024 | 2023 |
| Auftragseingang | ||
| Industrial Systems | 51.811 | 79.428 |
| Semiconductor Systems | 98.822 | 142.401 |
| Summe PVA TePla-Gruppe | 150.633 | 221.829 |
| Auftragsbestand | ||
| Industrial Systems | 74.779 | 103.927 |
| Semiconductor Systems | 80.835 | 174.328 |
| Summe PVA TePla-Gruppe | 155.614 | 278.255 |
182 | PVA TePla | Geschäftsbericht 2024 Die im Geschäftsjahr 2024 in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung der PVA TePla-Gruppe erfassten Forschungs- und Entwicklungskosten betrugen 11.381 TEUR (VJ: 9.513 TEUR). Ein wesentlicher Anteil in Höhe von 10.699 TEUR (VJ: 9.196 TEUR) entfällt auf den Geschäftsbereich Semiconductor Systems. Aufgrund des überwiegenden Produktcharakters erfordert die technologische Weiterentwicklung der Anlagen und Systeme in diesem Berichtssegment ein hohes Maß an interner Forschungs- und Entwicklungstätigkeit, um nachhaltig marktfähige Lösungen anbieten zu können. Hier trägt auch die neugegründete PVA Technology Hub GmbH zu bei. Im Geschäftsbereich Industrial Systems findet ein Großteil an Forschung und Entwicklung innerhalb von Kundenprojekten statt und wird daher nur zum Teil in den Forschungs- und Entwicklungskosten ausgewiesen. Diese betrugen im Geschäftsjahr 2024 587 TEUR (VJ: 302 TEUR). Außerdem fallen in geringem Umfang (95 TEUR) Forschungs- und Entwicklungskosten in Bereich der Holding an, die keinem Segment zugeordnet sind (VJ: 15 TEUR). EBITDA (Earnings before Interest, Tax, Depreciation and Amortization) nach Geschäftsbereichen
| in TEUR | 2024 | 2023 |
| Segmentergebnis | ||
| Industrial Systems | 14.085 | 13.117 |
| Semiconductor Systems | 40.171 | 33.975 |
| Holdingkosten | –6.445 | –5.563 |
| Summe PVA TePla-Gruppe | 47.811 | 41.529 |
Abschreibung nach Geschäftsbereichen
| in TEUR | 2024 | 2023 |
| Industrial Systems | 2.015 | 2.839 |
| Semiconductor Systems | 4.481 | 3.038 |
| Holdingkosten | 1.711 | 1.273 |
| Summe PVA TePla-Gruppe | 8.207 | 7.150 |
Betriebsergebnis nach Geschäftsbereichen
| in TEUR | 2024 | 2023 |
| Segmentergebnis | ||
| Industrial Systems | 12.070 | 10.278 |
| Semiconductor Systems | 35.689 | 30.937 |
| Holdingkosten | –8.156 | –6.836 |
| Summe PVA TePla-Gruppe | 39.604 | 34.379 |
Überleitung Segmentergebnis auf das Ergebnis nach Steuern
| in TEUR | 2024 | 2023 |
| Betriebsergebnis (EBIT) | 39.604 | 34.379 |
| Finanzergebnis | –642 | –274 |
| Ergebnis vor Steuern | 38.963 | 34.105 |
| Ertragsteuern | –11.894 | –9.684 |
| Ergebnis nach Steuern | 27.068 | 24.421 |
PVA TePla | Geschäftsbericht 2024 | 183 Umsatzaufgliederung nach Regionen (Herkunftsland des Kunden)
| in TEUR | 2024 | in % | 2023 | in % |
| Asien | 149.382 | 55 | 113.940 | 43 |
| Deutschland | 23.832 | 9 | 63.342 | 24 |
| Europa (ohne Deutschland) | 60.050 | 22 | 61.337 | 23 |
| Nordamerika | 35.348 | 13 | 23.508 | 9 |
| Übrige | 1.503 | 1 | 1.319 | 1 |
| Summe PVA TePla-Gruppe | 270.115 | 100 | 263.446 | 100 |
In den Umsatzerlösen im Geschäftsjahr 2024 sind in Höhe von 57,4 Mio. EUR (VJ: 105,4 Mio. EUR) Umsatzerlöse mit einem Kunden (VJ: zwei Kunden) der Gruppe mit einem Umsatzanteil über 10% am Gesamtumsatz enthalten, welcher das Segment Semiconductor Systems betrifft. Alle wesentlichen langfristigen Vermögenswerte der PVA TePla-Gruppe befinden sich in Deutschland. 19. Zusätzliche Angaben zu Finanzinstrumenten Finanzwirtschaftliche Risiken Die finanziellen Verbindlichkeiten der PVA TePla-Gruppe bestehen vor allem aus Verbindlichkeiten aus Leasingverhält- nissen, Verbindlichkeiten aus variablen Kaufpreisbestandteilen bei Unternehmenserwerben (Earn-Out-Verbindlichkeiten), Darlehen gegenüber Kreditinstituten sowie Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen. Der Hauptzweck dieser finanziellen Verbindlichkeiten ist die Finanzierung der operativen Geschäftstätigkeit der PVA TePla-Gruppe. Die finanziellen Vermögenswerte der PVA TePla-Gruppe bestehen neben derivativen Finanzinstrumenten im Wesentlichen aus Zahlungs- mitteln und Zahlungsmitteläquivalenten (inkl. Termingeldern), kurz- und langfristigen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Finanzinvestitionen (Aktien, Anleihen, Fondsanteile o. ä.). Die PVA TePla-Gruppe ist im Rahmen ihrer gewöhnlichen Geschäftstätigkeit verschiedenen finanziellen Risiken ausge- setzt. Dazu zählen Ausfall-, Liquiditäts- und Marktrisiken (Währungs- und Zinsrisiken). Eine Darstellung des Risikomanage- mentsystems hinsichtlich der Ziele, Methoden und Prozesse erfolgt im Risikobericht als Bestandteil des zusammen- gefassten Lageberichts. Das finanzielle Risikomanagement erfolgt nach den von der Gesellschaft festgelegten Grund- sätzen. Diese regeln die Absicherung von Währungs-, Zins- und Kreditrisiken, das Management der Zahlungsmittel sowie die kurz- und langfristige Finanzierung. Ziel ist die Reduktion der Finanzrisiken unter Abwägung der Sicherungskosten und der dabei einzugehenden Risiken. Wenn angebracht, werden derivative Finanzinstrumente zur Absicherung von Grundgeschäften abgeschlossen. Derivative Finanzinstrumente werden ausschließlich als Sicherungsinstrumente ge- nutzt, d. h. für Handels- oder andere spekulative Zwecke kommen sie nicht zum Einsatz. Um das Kontrahentenrisiko zu minimieren, werden Transaktionen ausschließlich mit erstklassigen Gegenparteien getätigt. Die Grundzüge der Finanz- politik werden jährlich vom Vorstand festgelegt und vom Aufsichtsrat überwacht. Die Umsetzung der Finanzpolitik sowie das laufende Risikomanagement obliegen direkt dem Vorstand. Ausfallrisiken Das Ausfallrisiko ist das Risiko, dass ein Geschäftspartner seinen Verpflichtungen im Rahmen eines Finanzinstruments oder Kundenrahmenvertrags nicht nachkommt und dies zu einem finanziellen Verlust führt. Die PVA TePla-Gruppe ist im Rahmen ihrer operativen Geschäftstätigkeit Ausfallrisiken (insbesondere bei Forderungen aus Lieferungen und Leis- tungen) sowie Risiken im Rahmen der Finanzierungstätigkeit ausgesetzt, einschließlich solcher aus Einlagen bei Banken und Finanzinstituten, Devisengeschäften und sonstigen Finanzinstrumenten. 184 | PVA TePla | Geschäftsbericht 2024 Die PVA TePla-Gruppe gewährt im Rahmen der normalen Geschäftstätigkeit Lieferkredite an ein breites Spektrum von Kunden. Das maximale Ausfallrisiko wird theoretisch durch die Buchwerte der in der Konzernbilanz angesetzten finanziellen Vermögenswerte wiedergegeben. In der PVA TePla-Gruppe wurden für Risiken aus kurz- und langfristigen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie Vertragsvermögenswerten im Geschäftsjahr 2024 erfolgswirksame Wertminderungen in Höhe von – 38 TEUR (VJ: – 185 TEUR) zugeführt, wodurch bekannte und erwartete Risiken abge- deckt wurden. Risiken aus geleisteten Anzahlungen werden durch Anzahlungsbürgschaften vermieden. Für sonstige Forderungen existieren keine erkennbaren Risiken. Zum Abschlussstichtag 31. Dezember 2024 liegen wie im Vorjahr in der PVA TePla-Gruppe keine anderen wesentlichen, das maximale Ausfallrisiko mindernden Vereinbarungen vor. Die Kreditwürdigkeit der Kunden wird regelmäßig geprüft. Das Risiko von Forderungsausfällen wird durch Bonitätsprü- fungen und ein Mahnwesen begrenzt. Im operativen Geschäft werden die offenen Forderungen und Vertragsvermögens- werte standortbezogen, also dezentral, fortlaufend überwacht. Die PVA TePla-Gruppe stellt mit entsprechenden Kontroll- verfahren sicher, dass Dienstleistungen nur an Kunden erbracht werden, die sich in der Vergangenheit als kreditwürdig erwiesen haben, und dass sich das bei diesen Transaktionen bestehende Ausfallrisiko innerhalb eines angemessenen Rahmens bewegt. Ausfallrisiken wird mittels angemessener Wertminderungen Rechnung getragen. Der Wertberichtigungs- bedarf wird zu jedem Abschlussstichtag anhand einer Wertberichtigungsmatrix zur Ermittlung der erwarteten Kreditver- luste analysiert. Die pauschalierten Einzelwertberichtigungen basieren auf den bisherigen Erfahrungen mit Kreditver- lusten in Form historischer Ausfalldaten und werden um zukunftsbezogene Faktoren angepasst, die für die Kreditnehmer (z. B. erwartete Insolvenzausfallquoten) und die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen spezifisch sind. Auf diese Weise werden risikoclusterspezifische Ausfallraten ermittelt. Aus den angegebenen Risiken aus Finanzinstrumenten ergeben sich keine Risikokonzentrationen.
| in TEUR | 31.12.2024 | keine Anwendung | Wertberichtigungsmatrix | |||
| der Wertberichtigungs- | nicht | < 30 Tage | 30 – 90 Tage | > 90 Tage | ||
| matrix | überfällig | überfällig | überfällig | überfällig | ||
| Forderungen aus Lieferungen und | ||||||
| Leistungen (Bruttobuchwert) | 42.173 | 116 | 26.072 | 5.711 | 3.291 | 6.982 |
| Vertragsvermögenswerte | ||||||
| (Bruttobuchwert) | 28.644 | – | 28.644 | – | – | – |
| gewogene durchschnittliche | ||||||
| Ausfallrate (in %) GJ 2024 | – | – | 0,5% | 0,6% | 0,9% | 1,4% |
| gewogene durchschnittliche | ||||||
| Ausfallrate (in%) GJ 2023 | – | – | 0,3% | 0,5% | 0,9% | 1,5% |
| Wertminderung | – 508 | – 72 | – 274 | – 34 | – 30 | – 98 |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| in TEUR | 31.12.2023 | keine Anwendung | Wertberichtigungsmatrix | |||
| der Wertberichtigungs- | nicht | < 30 Tage | 30 – 90 Tage | > 90 Tage | ||
| matrix | überfällig | überfällig | überfällig | überfällig | ||
| Forderungen aus Lieferungen und | ||||||
| Leistungen (Bruttobuchwert) | 36.528 | 171 | 19.311 | 5.379 | 3.490 | 8.177 |
| Vertragsvermögenswerte | ||||||
| (Bruttobuchwert) | 50.613 | – | 50.613 | – | – | – |
| gewogene durchschnittliche | ||||||
| Ausfallrate (in %) GJ 2023 | – | – | 0,3% | 0,5% | 0,9% | 1,5% |
| gewogene durchschnittliche | ||||||
| Ausfallrate (in%) GJ 2022 | – | – | 0,3% | 0,3% | 0,4% | 0,6% |
| Wertminderung | – 500 | – 107 | – 212 | – 27 | – 31 | – 123 |
PVA TePla | Geschäftsbericht 2024 | 185 Liquiditätsrisiken Die PVA TePla-Gruppe misst der jederzeitigen Aufrechterhaltung der Zahlungsfähigkeit höchste Bedeutung zu. Zwecks Sicherstellung einer jederzeitigen Zahlungsfähigkeit sowie einer größtmöglichen finanziellen Flexibilität wird eine revol- vierende Liquiditätsplanung für die PVA TePla-Gruppe erstellt. Sofern erforderlich, wird eine Liquiditätsreserve in Form von Kreditlinien und Barmitteln vorgehalten. Im Rahmen des Management Reportings erfolgt ein monatlicher Liquiditäts- Forecast sowie die Ermittlung zur Einhaltung der Financial Covenants. Bezüglich der Fristigkeit der Finanzverbindlichkeiten wird auf die entsprechenden Erläuterungen zu den Bilanzposten in Textziffer 14. verwiesen. Fälligkeitsanalysen der derivativen finanziellen Verbindlichkeiten werden im nachfolgenden Abschnitt dargestellt. Marktrisiken Das Marktrisiko besteht darin, dass der beizulegende Zeitwert oder künftige Zahlungsströme eines Finanzinstruments aufgrund von Änderungen der Marktpreise schwanken. Zum Marktrisiko zählen Währungs- und Zinsänderungsrisiken. Das Währungsrisiko ist das Risiko, dass der beizulegende Zeitwert oder künftige Cashflows eines Finanzinstruments aufgrund von Änderungen der Wechselkurse Schwankungen ausgesetzt sind. Wechselkursschwankungen haben Aus- wirkungen auf die Darstellung von Vermögenswerten und Verbindlichkeiten des in Euro erstellten Konzernabschlusses der PVA TePla AG, sofern Vermögenswerte und Verbindlichkeiten auf andere Währungen als Euro lauten. Risiken aus Fremdwährungen werden gesichert, soweit sie die Cashflows der Gruppe wesentlich beeinflussen. Im Rahmen der operativen Geschäftstätigkeit resultieren die Fremdwährungsrisiken primär daraus, dass geplante Trans- aktionen in einer anderen Währung als der funktionalen Währung (EUR) abgewickelt werden. Diese geplanten Transaktionen betreffen insbesondere geplante Umsätze, die in USD fakturiert werden. Zur Steuerung des Währungsrisikos versucht die PVA TePla-Gruppe, Mittelzu- und -abflüsse möglichst zeitnah und währungsadäquat durchzuführen. Die PVA TePla Analytical Systems GmbH schließt Devisentermingeschäfte zur Absicherung von Zahlungsansprüchen ab (im Vorjahr zusätzlich die PVA Metrology & Plasma Solutions GmbH). Diese derivativen Finanzinstrumente haben eine Fälligkeit von bis zu einem Jahr und sichern zum 31. Dezember 2024 Zahlungsansprüche in einem Volumen in Höhe von 2.696 TEUR (VJ: 5.913 TEUR) ab. Nachfolgend sind die erwarteten Nettoauszahlungen aus den Währungssicherungs- instrumenten dargestellt.
| in TEUR | 31.12.2024 | 31.12.2023 |
| Erwartete Nettoauszahlungen | ||
| ≤ ein Monat | –106,6 | –6 |
| > ein Monat und ≤ drei Monate | – | –1,5 |
| > drei Monate und ≤ ein Jahr | –68,9 | 84 |
| > ein Jahr und ≤ fünf Jahre | – | –3 |
Zinserträge und Zinsaufwendungen aus Finanzinstrumenten werden in den deutschen Gesellschaften in der funktionalen Währung (EUR) erfasst. Somit können Fremdwährungsrisiken nur aus den Finanzinstrumenten und Vermögenswerten der einzelnen Auslandsgesellschaften herrühren, die sich erfolgsneutral in den Währungsrücklagen niederschlagen würden. Daher erfolgt nachfolgend lediglich eine eigenkapitalbezogene Sensitivitätsanalyse. 186 | PVA TePla | Geschäftsbericht 2024 Wenn der Euro gegenüber dem US-Dollar zum 31. Dezember 2024 um 10% aufgewertet (abgewertet) gewesen wäre, wären die sonstigen Rücklagen im Eigenkapital um 1.064 TEUR niedriger (um 1.300 TEUR höher) gewesen (VJ: 895 TEUR niedriger (1.094 TEUR höher)). Wenn der Euro gegenüber sämtlichen anderen für das Unternehmen relevanten Währungen zum 31. Dezember 2024 um 10% aufgewertet (abgewertet) gewesen wäre, wären die sonstigen Rücklagen im Eigenkapital um 275 TEUR niedriger (um 336 TEUR höher) gewesen (VJ: 293 TEUR niedriger (358 TEUR höher)). Zinsänderungsrisiken ergeben sich mit Blick auf langfristig variabel verzinsliche Verbindlichkeiten. Derartige Risiken werden von der PVA TePla-Gruppe ggf. durch Zinssicherungsmaßnahmen und eine laufende Beobachtung der weltweiten Zinspolitik minimiert. Die Gesellschaft unterliegt Zinsrisiken hauptsächlich in der Eurozone. Unter Berücksichtigung der gegebenen und der geplanten Schuldenstruktur setzt die Gesellschaft Zinsderivate (Zinsswaps) ein, um Zinsänderungsrisiken entgegenzu- wirken. Im Geschäftsjahr 2024 wurden keine Zinsderivate eingesetzt. Es bestehen sowohl mit Blick auf den 31. Dezember 2024 als auch den 31. Dezember 2023 keine wesentlichen Zinsände- rungsrisiken für die PVA TePla-Gruppe aus Finanzinstrumenten betreffend Periodenergebnis und sonstige Eigenkapital- bestandteile. PVA TePla | Geschäftsbericht 2024 | 187 Kategorien von Finanzinstrumenten
| 31.12.2024 | Buchwert je Bewertungskategorie (IFRS 9) | keiner Bewertungs- | Summe | |||
| in TEUR | Finanzielle Vermögenswerte | Finanzielle Verbindlichkeiten | kategorie zugehörig | Buchwerte | ||
| erfolgswirksam | zu fortgeführten | erfolgswirksam | zu fortgeführten | (kein Anwendungs- | ||
| zum beizulegenden | Anschaffungs- | zum beizulegenden | Anschaffungs- | bereich von IFRS 7) | ||
| Zeitwert | kosten | Zeitwert | kosten | |||
| Langfristige Vermögenswerte | ||||||
| Finanzielle Vermögenswerte | 958 | – | – | – | 2.682 | 3.641 |
| Kurzfristige Vermögenswerte | ||||||
| Forderungen und | ||||||
| sonstige Vermögenswerte | – | 42.000 | – | – | 17.940 | 59.941 |
| Zahlungsmittel und | ||||||
| Zahlungsmitteläquivalente | – | 31.371 | – | – | – | 31.371 |
| Langfristige Verbindlichkeiten | ||||||
| Finanzverbindlichkeiten | – | – | 1.679 | 17.222 | 3.114 | 22.015 |
| Kurzfristige Verbindlichkeiten | ||||||
| Finanzverbindlichkeiten | – | – | – | 713 | 1.850 | 2.563 |
| Verbindlichkeiten aus | ||||||
| Lieferungen und Leistungen | – | – | – | 14.532 | – | 14.532 |
| Sonstige Verbindlichkeiten | – | – | 175 | 12 | 2.615 | 2.802 |
| Davon Derivate | 958 | 175 | ||||
| Summe | 958 | 73.372 | 1.854 | 32.479 | 28.201 | 136.865 |
Kategorien von Finanzinstrumenten
| 31.12.2023* | Buchwert je Bewertungskategorie (IFRS 9) | keiner Bewertungs- | Summe | |||
| in TEUR | Finanzielle Vermögenswerte | Finanzielle Verbindlichkeiten | kategorie zugehörig | Buchwerte | ||
| erfolgswirksam | zu fortgeführten | erfolgswirksam | zu fortgeführten | (kein Anwendungs- | ||
| zum beizulegenden | Anschaffungs- | zum beizulegenden | Anschaffungs- | bereich von IFRS 7) | ||
| Zeitwert | kosten | Zeitwert | kosten | |||
| Langfristige Vermögenswerte | ||||||
| Finanzielle Vermögenswerte | – | 9.001 | – | – | 10 | 9.011 |
| Kurzfristige Vermögenswerte | ||||||
| Forderungen und | ||||||
| sonstige Vermögenswerte | – | 42.938 | – | – | 34.887 | 77.825 |
| Zahlungsmittel und | ||||||
| Zahlungsmitteläquivalente | – | 13.964 | – | – | – | 13.964 |
| Langfristige Verbindlichkeiten | ||||||
| Finanzverbindlichkeiten | – | – | 1.679 | 11.430 | 1.349 | 14.458 |
| Sonstige finanzielle | ||||||
| Verbindlichkeiten | ||||||
| Kurzfristige Verbindlichkeiten | ||||||
| Finanzverbindlichkeiten | – | – | 282 | 3.355 | 1.654 | 5.291 |
| Verbindlichkeiten aus | ||||||
| Lieferungen und Leistungen | – | – | – | 18.825 | – | 18.825 |
| Sonstige Verbindlichkeiten | – | – | 18 | 38 | 3.086 | 3.142 |
| Davon Derivate | 18 | |||||
| Summe | – | 65.903 | 1.979 | 33.648 | 40.986 | 142.516 |
* Vorjahresangaben angepasst (zu weiteren Erläuterungen siehe Abschnitt „B. Änderungen der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden“) 188 | PVA TePla | Geschäftsbericht 2024 Die Buchwerte stellen in allen Bewertungskategorien einen angemessenen Näherungswert für den beizulegenden Zeit- wert dar. Daher wurde auf eine gesonderte Darstellung von Buchwerten und Marktwerten verzichtet. Die erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Finanzinstrumente betreffen im Wesentlichen Kaufpreis- bestandteile aus Unternehmenserwerben sowie Kaufoptionen von assoziierten Unternehmen. Der beizulegende Zeitwert ermittelt sich als Barwert der erwarteten abgezinsten Zahlungsströme auf Grundlage der geplanten weiteren Geschäfts- entwicklung der betroffenen Gesellschaft und beruhen daher auf nicht beobachtbaren Marktdaten („Stufe 3“). Daneben werden vereinzelt Devisentermin- und Zinssicherungsgeschäfte abgeschlosen, die zum beizulegenden Zeitwert zu bewerten sind. Die Ermittlung des beizulenden Zeitwerts erfolgt anhand von Börsen- oder Marktpreisen für ähnliche Instrumente oder anhand von Bewertungsmodellen, die auf am Markt beobachtbaren Input-Parametern basieren („Stufe 2“). Sowohl für Devisentermingeschäfte als auch für Zinssicherungsgeschäfte wurden die beizulegenden Zeitwerte auf Basis abgezinster, zukünftig erwarteter Cashflows ermittelt. Dabei wurden die für die Restlaufzeiten der Finanzinstru- mente geltenden Marktzinssätze verwendet. Die Earn-Out-Verbindlichkeit wird auf Basis der vertraglich definierten Berechnungsformel ermittelt, die sich am EBIT der Geschäftsjahre 2023 bis 2027 der erworbenen Gesellschaft orientiert. Der maximale Earn-Out pro Jahr beträgt 750 TEUR, wobei nicht ausgeschöpfte Beträge auf Folgejahre übertragen werden können. Insgesamt ist der Earn-Out jedoch auf maximal 2,25 Mio. EUR begrenzt. Zur Diskontierung wird ein Fremdkapitalkostensatz von 4,59% verwendet. Die Bewer- tung erfolgt als Barwert der erwarteten zukünftigen Zahlungen unter Berücksichtigung der relevanten EBIT-Prognosen. Die Bewertung der Earn-Out-Verbindlichkeit ist insbesondere von der Entwicklung des EBIT sowie vom verwendeten Diskontierungssatz abhängig. Eine Erhöhung des erwarteten EBIT um 10% würde (wie im Vorjahr) den Fair Value der Earn-Out-Verbindlichkeit um + 148 TEUR, eine Reduzierung um 10% um – 193 TEUR (wie im Vorjahr) verändern. Eine Erhöhung des Diskontierungssatzes um 1% würde den Fair Value um – 24 TEUR (wie im Vorjahr) senken, während eine Reduzierung um 1% ihn um + 30 TEUR (wie im Vorjahr) erhöhen würde. Die Bewertung des Derivats, welches sich auf Kaufoptionen von Anteilen an assoziierten Unternehmen bezieht, erfolgt mittels eines Optionspreismodells. Der prognostizierte Equity Value ergibt sich aus dem Ergebnis der Unternehmens- bewertung zum 31.12.2024 abzüglich des Net Debt (zum 31.12.2026 bzw. 31.12.2028). Der Strike Price wird durch Multi- plikation des prognostizierten Umsatzes mit einem Multiple (3,5 bzw. 3) ermittelt. Die Optionsbewertung berücksichtigt eine Laufzeit bis 31.03.2027 bzw. 31.03.2029, eine Volatilität von 30%, eine risikolose Spot Rate (0,22% bzw. 0,23%) sowie eine Korrelation von 0,80 für die zweite Option. Die ermittelten Call-Optionswerte werden entsprechend der zu erwerbenden Anteile (42,75% bzw. 33,33%) gewichtet. Nettoergebnis aus Finanzinstrumenten nach Bewertungskategorien
| in TEUR | 2024 | 2023 |
| Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte | ||
| und finanzielle Verbindlichkeiten | 958 | 124 |
| Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Vermögenswerte | 704 | 702 |
| Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten | – 1.189 | – 76 |
| Summe | 473 | 750 |
Das Nettoergebnis für die erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerte und finan- ziellen Verbindlichkeiten ist auf die Marktwertveränderungen derivativer Sicherungsinstrumente zurückzuführen. Wie im Vorjahr waren auch im Geschäftsjahr 2024 alle Veränderungen derivativer Sicherungsinstrumente zahlungswirksam. PVA TePla | Geschäftsbericht 2024 | 189 Kapitalmanagement Das Kapitalmanagement der PVA TePla-Gruppe hat das primäre Ziel einer Sicherstellung der zur Erreichung der Wachs- tums- und Renditeziele notwendigen finanziellen Flexibilität. Der Fokus des Kapitalmanagements liegt auf dem Eigen- kapital des Unternehmens sowie auf dem zur Finanzierung der operativen Geschäftstätigkeit benötigten Fremdkapital. Die PVA TePla-Gruppe steuert die Kapitalstruktur und nimmt Anpassungen unter Berücksichtigung des Wandels der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen vor. Die wesentliche Kennzahl zur Kapitalsteuerung ist die Eigenkapitalquote. Konkret erfolgt die Steuerung über eine Optimierung der Rendite und eine Begrenzung der Mittelbindung. Weitere Ziele der Kapitalsteuerung sind die Sicherstellung der Liquidität der Gruppe durch die Vereinbarung angemessener und aus- reichender Kreditlinien und die Aufrechterhaltung der bisherigen Anzahlungsquote sowie die Optimierung des Finanz- ergebnisses zur Verbesserung der Rendite. Die Financial Covenants aus dem Konsortialdarlehensvertrag werden monatlich ermittelt und quartalsweise an die entsprechenden Banken berichtet und wurden im Geschäftsjahr jederzeit eingehalten.
| in TEUR | 31.12.2024 | 31.12.2023* |
| Eigenkapital | 150.255 | 127.417 |
| Bilanzsumme | 299.459 | 302.352 |
| Eigenkapitalquote | 50,2% | 42,1% |
Nicht in den Anwendungsbereich von IFRS 9 fallen Stromlieferverträge mit der Stadtwerke Würzburg AG. Da für diese Stromlieferverträge die Voraussetzungen der Eigenbedarfsausnahme „own use exemption“ erfüllt sind, scheidet eine Einstufung als Finanzderivat aus. 20. Angaben zu Leasingverhältnissen Die PVA TePla-Gruppe agiert im Rahmen ihrer Geschäftstransaktionen in geringerem Umfang als Leasingnehmer von Sachanlagen. Nur in unwesentlichem Umfang agiert die PVA TePla-Gruppe als Leasinggeber. Leasingverhältnisse als Leasingnehmer Die aktivierten Nutzungsrechte entfallen auf die von der PVA TePla-Gruppe im Rahmen von Leasingverhältnissen als Leasingnehmer angemieteten Gebäude und einzelne Gegenstände der Betriebs- und Geschäftsausstattung. Die PVA TePla-Gruppe hat an den Standorten München, Jena, Westhausen, Coburg, Manassas/Virginia (USA), Corona/Kalifornien (USA), Beijing (China) sowie in Singapur von Dritten zu üblichen Vertragsbedingungen Räumlichkeiten für Produktion und Verwaltung angemietet. Überdies least die PVA TePla-Gruppe eine begrenzte Anzahl von Firmenfahrzeugen, so u. a. verschiedene Poolfahrzeuge sowie Firmenwagen für Vorstände, Geschäftsführer sowie vereinzelt für Mitarbeiter mit einem hohen Anteil an Außeneinsätzen. * Vorjahresangaben angepasst (zu weiteren Erläuterungen siehe Abschnitt „B. Änderungen der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden“) 190 | PVA TePla | Geschäftsbericht 2024
| in TEUR | Grundstücke | Betriebs- und | Summe |
| und Gebäude | Geschäftsausstattung | ||
| Anschaffungs- und Herstellungskosten | |||
| 1.1.2023 | 3.657 | 2.704 | 6.361 |
| Fremdwährungsdifferenzen | 17 | -45 | -28 |
| Zugänge | 1.230 | 518 | 1.748 |
| Abgänge | –57 | –78 | –135 |
| Umbuchungen | – | – | – |
| 31.12.2023 | 4.847 | 3.099 | 7.945 |
| 1.1.2024 | 4.847 | 3.099 | 7.945 |
| Fremdwährungsdifferenzen | –6 | 76 | 70 |
| Zugänge | 2.996 | 985 | 3.981 |
| Abgänge | –302 | –3 | –305 |
| Umbuchungen | – | – | – |
| 31.12.2024 | 7.536 | 4.157 | 11.692 |
| kumulierte Abschreibungen und Wertminderungen | |||
| 1.1.2023 | 2.065 | 1.646 | 3.711 |
| Fremdwährungsdifferenzen | – | – | – |
| Zugänge | 834 | 476 | 1.310 |
| Abgänge | – | – | – |
| Umbuchungen | – | – | – |
| 31.12.2023 | 2.900 | 2.122 | 5.021 |
| 1.1.2024 | 2.900 | 2.122 | 5.021 |
| Fremdwährungsdifferenzen | – | – | – |
| Zugänge | 1.237 | 601 | 1.838 |
| Abgänge | – | – | – |
| Umbuchungen | – | – | – |
| 31.12.2024 | 4.137 | 2.723 | 6.860 |
| Nettobuchwerte | |||
| 31.12.2024 | 3.399 | 1.434 | 4.832 |
| 31.12.2023 | 1.947 | 977 | 2.924 |
Der Ausweis der Abschreibungen und Wertminderungen betreffend die bilanziell aktivierten Nutzungsrechte erfolgt in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung innerhalb der Funktionskosten. Für Leasinggegenstände von geringem Wert und für kurzfristige Leasingverhältnisse (weniger als zwölf Monate) wird von den Anwendungserleichterungen Gebrauch gemacht und die Zahlungen linear als Aufwand in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Die Aufwendungen für nicht bilanzierte Leasingverhältnisse beliefen sich im Geschäftsjahr 2024 auf 600 TEUR (VJ: 435 TEUR), wovon 269 TEUR (VJ: 177 TEUR) auf kurzfristige Leasingverhältnisse und 331 TEUR (VJ: 258 TEUR) auf Leasingverhältnisse über Vermögenswerte von geringem Wert entfallen. Die gesamten Zahlungsmittelabflüsse für Leasingverhältnisse betrugen im Geschäftsjahr 2024 2.631 TEUR (VJ: 1.836 TEUR) und entfielen mit 2.030 TEUR (VJ: 1.401 TEUR) auf Zins- und Tilgungszahlungen für Leasingverbindlichkeiten. 600 TEUR (VJ: 435 TEUR) entfallen auf Zahlungsmittelabflüsse für Leasinggegenstände von geringem Wert und für kurzfristige Leasingverhältnisse, bei denen von den Ausweiserleichterungen Gebrauch gemacht wird. Der Ausweis der einschlägigen Zinsaufwendungen erfolgt in der Gewinn- und Verlustrechnung innerhalb des Finanzergebnisses. PVA TePla | Geschäftsbericht 2024 | 191 Einzelne Immobilien-Leasingverträge enthalten Verlängerungsoptionen nach dem Ende der Grundlaufzeit (einschließlich sich daran anschließender automatisch verlängernder Mietzeiträume). Optionale Mietzeiträume werden in die Bewertung der Leasingverbindlichkeiten einbezogen, wenn die Ausübung dieser Optionen als hinreichend sicher einzustufen ist. Leasingverhältnisse als Leasinggeber Die PVA TePla-Gruppe vermietet nur in unwesentlichem Umfang eigene Anlagen und Systeme an Kunden sowie Teile eigener oder angemieteter Bürogebäude. 21. Eventualverbindlichkeiten und sonstige finanzielle Verpflichtungen Die PVA TePla-Gruppe ist im Rahmen ihrer Geschäftstätigkeit gelegentlich in Rechtsstreitigkeiten verwickelt. Dem Management sind keine Ereignisse bekannt, die die Ertrags-, Liquiditäts- oder Finanzlage wesentlich beeinträchtigen. Den Risiken aus Rechtsstreitigkeiten wird durch die Bildung geeigneter Rückstellungen Rechnung getragen. Zum 31. Dezember 2024 bestehen wie im Vorjahr 2023 sowohl mit Blick auf das Bestellobligo für Sachanlagen als auch mit Blick auf abgeschlossene, aber noch nicht begonnene Leasingverhältnisse keine wesentlichen sonstigen finanziellen Verpflichtungen. 22. Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen Nahestehende Unternehmen und Personen im Sinne des IAS 24 sind juristische oder natürliche Personen, die auf die PVA TePla AG zumindest einen maßgeblichen Einfluss nehmen können oder der Beherrschung, der gemeinschaftlichen Führung oder einem maßgeblichen Einfluss durch die PVA TePla AG unterliegen. Nahestehend sind darüber hinaus Mit- glieder des Managements in Schlüsselpositionen, deren nahe Familienangehörige sowie Unternehmen, die von dieser Personengruppe beherrscht, gemeinsam beherrscht oder maßgeblich beeinflusst werden. Transaktionen mit nahestehenden Unternehmen und Personen betreffen mit Blick auf die PVA TePla-Gruppe die Geschäfts- vorfälle mit den in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen. Zur Erläuterung des Volumens dieser Geschäfts- vorfälle wird auf die Darstellung der Umsatzerlöse in der Segmentberichterstattung in Textziffer 18. verwiesen, die auch die konzerninternen Umsätze enthält. Alle konzerninternen Transaktionen werden im Rahmen der Aufstellung des Kon- zernabschlusses vollständig eliminiert. Insofern ergeben sich diesbezüglich keine Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- oder Ertragslage der PVA TePla-Gruppe. Mitglieder des Vorstands Jalin Ketter, Gießen (CEO) ● Oliver Höfer, Jena (COO) ● Carl Markus Groß, Wetzlar (CFO) (seit 1. Januar 2025) ● 192 | PVA TePla | Geschäftsbericht 2024 Gesamtvergütung der Vorstandsmitglieder
| in TEUR | 2024 | 2023 |
| Kurzfristig fällige Leistungen | 1.015 | 1.306 |
| Anteilsbasierte Vergütungen | 37,5 | 252 |
| Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses | - | - |
| Leistungen aus Anlass der Beendigung des Arbeitsverhältnisses | 97 | 851 |
| Andere langfristig fällige Leistungen | 0 | 412 |
| Summe | 1.149 | 2.821 |
Jedes Vorstandsmitglied erhält eine feste vertraglich vereinbarte jährliche Vergütung zuzüglich festgelegter Nebenleis- tungen (Dienstfahrzeug, Versicherungszuschüsse) inklusive Gehaltszuschüssen zur Altersversorgung, die mit dem Gehalt im laufenden Jahr ausgezahlt oder in einen Versicherungsvertrag mit Unterstützungskassenzusage eingezahlt werden. Variable Vergütungsbestandteile umfassen eine kurzfristige variable Komponente, die sich nach dem Konzernbetriebs- ergebnis und individueller Zielvorgaben bemisst mit einer einjährigen Laufzeit, sowie eine langfristige Bonuskomponente mit einer dreijährigen Laufzeit. Die Gesamtvergütung betrug im Geschäftsjahr 1.149 TEUR (VJ: 2.821 TEUR). Davon entfallen 535 TEUR (VJ: 769 TEUR) auf die feste Vergütung, 480 TEUR (VJ: 538 TEUR) auf die kurzfristige variable Vergütung sowie 37,5 TEUR (VJ: 272 TEUR) auf die langfristige Bonuskomponente. Die im Geschäftsjahr 2024 erbrachten Leistungen aus Anlass der Beendigung des Arbeitsverhältnisses im Vorstand beliefen sich auf 97 TEUR (VJ: 851 TEUR). Davon entfallen 0 TEUR (VJ: 755 TEUR) auf Abfindungen sowie 97 TEUR (VJ: 96 TEUR) auf Karenzzahlungen. Vier Vorstandsmitgliedern wurden im Zeitraum 2020 bis 2023 langfristige Bonuskomponenten gem. Vorstands-Dienst- vertrag gewährt. Aus diesen Zusagen resultieren im Geschäftsjahr 2024 Auszahlungen in Höhe von 0 TEUR (VJ: 750 TEUR). Zwei Vorstandsmitgliedern wurde in 2023 eine langfristige Bonuskomponente („Long Term Incentive“) gem. Vorstands- Dienstvertrag gewährt, die anhand der Entwicklung der Marktkapitalisierung der PVA TePla AG zwischen dem Tag der Hauptversammlung 2023 und dem Tag der Hauptversammlung 2026 ermittelt wird. Dabei handelt es sich um eine lang- fristige Vergütungskomponente, die als sog. „anteilsbasierte Vergütung mit Barausgleich“ im Sinne von IFRS 2 qualifiziert. Der langfristige Bonus der beiden Vorstandsmitglieder beträgt 0,5% respektive 0,3% der Marktkapitalisierungssteigerung unter Bereinigung zwischenzeitlich erfolgter Kapitalerhöhungen. Der unter Verwendung des Black-Scholes-Optionspreis- modells ermittelte beizulegende Zeitwert dieser langfristigen Bonuskomponenten betrug zum 31. Dezember 2024 für die beiden Vorstandsmitglieder 27 TEUR respektive 10,5 TEUR. Insofern wurde zum 31. Dezember 2024 eine Schuld in Höhe von 37,5 TEUR unter den „sonstigen Rückstellungen“ erfasst, welche in 1,5 Jahren zur Auszahlung kommt. Dem Black-Scholes-Optionspreismodell lagen die nachfolgend dargestellten Inputfaktoren zugrunde. Die erwartete Volatilität wurde dabei aus einer historischen Peer-Group-Volatilität abgeleitet (Median).
| 31.12.2024 | 31.12.2023 | |
| Dividendenrendite (%) | 0,0 | 0,2 |
| Erwartete Volatilität (%) | 46,2 | 43,55 |
| Risikoloser Zinssatz (%) | 2,1 | 2,65 |
| Restlaufzeit zum Bewertungszeitpunkt (Jahre) | 1,50 | 2,5 |
| Marktkapitalisierung (6-Monatsdurchschnitt) (Mio. EUR) | 286 | 389 |
PVA TePla | Geschäftsbericht 2024 | 193 Langfristig fällige Leistungen fallen im Zusammenhang mit der langfristigen erfolgsabhängigen Komponente an. Alle anderen Bezüge sind kurzfristig fällig. Arbeitgeberbeiträge zur Rentenversicherung werden nicht gezahlt. Für alle der- zeitigen Vorstandsmitglieder bestehen keine Pensionszusagen. Reale Aktienoptionen wurden an Mitglieder des Vor- stands weder im Geschäftsjahr 2024 noch im Vorjahr 2023 gewährt. Unübliche Transaktionen mit den Mitgliedern des Managements in Schlüsselpositionen, deren nahe Familienangehörigen sowie Unternehmen, die von dieser Personen- gruppe beherrscht, gemeinsam beherrscht oder maßgeblich beeinflusst werden, sind nicht erfolgt. Für ehemalige Mitglieder des Geschäftsführungsorgans wurden innerhalb des Geschäftsjahrs 2024 Pensionszahlungen in Höhe von insgesamt 138 TEUR (VJ: 137 TEUR) geleistet. Zum Abschlussstichtag 31. Dezember 2024 besteht für der- artige Pensionsverpflichtungen eine Rückstellung in Höhe von 1.946 TEUR (VJ: 1.629 TEUR). Detaillierte Informationen zu dem Vergütungssystem und den Vergütungsbestandteilen sind im separaten Vergütungs- bericht der PVA TePla-Gruppe dargestellt. 194 | PVA TePla | Geschäftsbericht 2024 Mitglieder des Aufsichtsrats Dr. Myriam Jahn, Selbstständige Unternehmerin, Düsseldorf ● (bis 30.8.2024 Mitglied des Aufsichtsrats, seit 30.8.2024 Vorsitzende des Aufsichtsrats, Mitglied des Prüfungsausschusses, Vorsitzende des Personal- und Nominierungsausschusses) Weitere Mitgliedschaften in Kontrollgremien: SUSS MicroTec AG, München (stellv. Vorsitzende des Aufsichtsrats, Vorsitzende des ESG-Ausschusses) AUMA Riester GmbH & Co. KG, Müllheim (bis 31.12.2024 Mitglied im Beirat) Christoph von Seidel, Wirtschaftsprüfer und Steuerberater in eigener Praxis, Bad Homburg v. d. Höhe ● (seit 30.8.2024 stellv. Vorsitzender des Aufsichtsrats, seit 30.8.2024 Vorsitzender des Prüfungsausschusses) Weitere Mitgliedschaften in Kontrollgremien: keine Prof. Dr. Gernot Hebestreit, Selbstständiger Unternehmer, Leverkusen ● (bis 30.8.2024 stellv. Vorsitzender des Aufsichtsrats, bis 30.8.2024 Vorsitzender des Prüfungsausschusses, seit 30.8.2024 Mitglied des Aufsichtsrats) Weitere Mitgliedschaften in Kontrollgremien: Comvis AG, Essen (bis 30.6.2024 stellv. Vorsitzender des Aufsichtsrats) Biotest AG, Dreieich (Mitglied des Aufsichtsrats, Vorsitzender des Prüfungsausschusses) Alexander von Witzleben, Präsident des Verwaltungsrats ● und bis 31.12.2024 CEO Arbonia AG (Arbon, Schweiz), Präsident des Verwaltungsrats Feintool International Holding AG (Lyss, Schweiz) Erlenbach ZH, Schweiz (bis 30.8.2024 Vorsitzender des Aufsichtsrats, bis 30.8.2024 stellv. Vorsitzender des Prüfungsausschusses) Weitere Mitgliedschaften in Kontrollgremien: VERBIO SE, Leipzig (Vorsitzender des Aufsichtsrats) KAEFER SE & Co. KG, Bremen (Mitglied des Verwaltungsrats) Siegwerk Druckfarben AG & Co. KGaA, Siegburg (Mitglied des Aufsichtsrats) Innoviz Technologies Ltd., Nitzba/Israel (Mitglied des Verwaltungsrats) Prof. Dr. Markus H. Thoma, Schöffengrund Professor für Plasma- und Raumfahrtphysik an der Universität Gießen ● (bis 30.8.2024 Mitglied des Aufsichtsrats) Weitere Mitgliedschaften in Kontrollgremien: Nationales Zentrum für Plasmamedizin e. V. (Mitglied im Kuratorium) PVA TePla | Geschäftsbericht 2024 | 195 Gesamtvergütung der Aufsichtsratsmitglieder
| in TEUR | 2024 | 2023 |
| Kurzfristige fixe Vergütung | 173 | 168 |
| Variable Vergütung | – | – |
| Summe | 173 | 168 |
Erfolgsabhängige Bestandteile sind in der Vergütung des Aufsichtsrats nicht enthalten. 23. Honorare und Dienstleistungen des Abschlussprüfers
| in TEUR | 2024 | 2023 |
| Abschlussprüfung | 547 | 498 |
| Andere Bestätigungsleistungen | 124 | 72 |
| Steuerberatungsleistungen | – | – |
| Sonstige Leistungen | – | – |
| Summe | 671 | 570 |
Das Honorar für Abschlussprüfungsleistungen der PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Frankfurt am Main (VJ: BDO AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Frankfurt am Main) bezog sich vor allem auf die Prüfung des Konzernabschlusses, inklusive ESEF-Prüfung und Vergütungsbericht und des Jahresabschlusses der PVA TePla AG sowie verschiedene Jahresabschlussprüfungen ihrer Tochterunternehmen. Von den angegebenen Honoraren des Geschäftsjahres 2024 entfallen 155 TEUR (VJ: 205 TEUR) auf das Vorjahr für die BDO AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Frankfurt am Main. Die anderen Bestätigungsleistungen beziehen sich auf die Prüfung der nichtfinanziellen Erklärung sowie die Covenants-Bescheinigung. 24. Entsprechenserklärung gemäß § 161 AktG Der Vorstand und der Aufsichtsrat der PVA TePla AG haben die Entsprechenserklärung zu den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex (DCGK) gemäß § 161 AktG abgegeben und den Aktionären zugänglich gemacht. Die vollständige Erklärung ist auf der Homepage des Unternehmens (https://www.pvatepla.com/investor-relations/ corporate-governance/) dauerhaft zugänglich. Dort sind ebenso die Entsprechenserklärungen der letzten Geschäftsjahre verfügbar. 196 | PVA TePla | Geschäftsbericht 2024 25. Wesentliche Ereignisse nach dem Abschlussstichtag Die PVA TePla AG hat am 29. Januar 2025 (Erwerbszeitpunkt) sämtliche Anteile an der desconpro engineering GmbH mit Sitz in Hüttlingen erworben (nachfolgend „desconpro engineering GmbH“). Seit diesem Tag wird die erworbene Gesell- schaft mittels Vollkonsolidierung in den Konzernabschluss der PVA TePla AG einbezogen und ist dem Berichtssegment „Semiconductor Systems“ zugeordnet. Der Automatisierungsspezialist war zuvor bereits langjähriger Partner der PVA TePla-Gruppe und soll auch weiterhin Schlüsselkomponenten für die Ultraschallmikroskopiesysteme der Unternehmens- gruppe fertigen. Durch diese strategische Akquisition in Form einer vertikalen Integration stärkt die PVA TePla-Gruppe ihre Position im weltweit wachstumsstarken Markt für Ultraschallmetrologie. Der Kaufpreis für die Anteile der desconpro engineering GmbH besteht aus einem fixen Kaufpreis in Höhe von 5,5 Mio. EUR sowie aus zwei variablen Kaufpreiskom- ponenten von insgesamt 1,5 Mio. EUR, die von künftigen Leistungszielen in einem dreijährigen Zeitraum abhängig sind. Die Kaufpreisallokation steht gegenwärtig noch aus. Die desconpro engineering GmbH erzielte im Geschäftsjahr 2024 ein Umsatzvolumen im mittleren einstelligen Millionenbereich, vorwiegend mit Unternehmen der PVA TePla-Gruppe, wobei das Betriebsergebnis leicht negativ war. Die Bilanzsumme lag zum Stichtag ebenfalls im mittleren einstelligen Millionenbereich. Darüber hinaus sind keine nicht zu berücksichtigenden Ereignisse nach dem Abschlussstichtag eingetreten, die wesent- liche Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der PVA TePla-Gruppe gehabt hätten. Wettenberg, 14. März 2025 PVA TePla AG Für den Vorstand Jalin Ketter Oliver Höfer Carl Markus Groß CEO COO CFO PVA TePla | Geschäftsbericht 2024 | 197