![]() TÜV SÜD AktiengesellschaftMünchenJahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2024 bis zum 31.12.2024Zusammengefasster Lageberichtdes TÜV SÜD Konzerns und der TÜV SÜD AGGrundlagen des KonzernsAls technischer Dienstleister bietet TÜV SÜD Dienstleistungen in den Bereichen Prüfung und Zertifizierung, Inspektion, Auditierung und Systemzertifizierung, technische Beratung und Training. Unsere Experten begleiten mit ihren umfangreichen Branchenkenntnissen den technologischen Wandel. Sie optimieren Technik und Systeme, erschließen die Chancen der Digitalisierung und vermitteln Wissen und Fähigkeiten - stets verbunden mit dem Ziel, optimale Sicherheit zu gewährleisten und Unternehmen ein effizientes und nachhaltiges Wirtschaften entlang der gesamten Wertschöpfungskette zu ermöglichen. So entstehen maßgeschneiderte Lösungen - für private Kunden ebenso wie für Industrie, Handel oder Behörden. Rechtliche Struktur - Garant für Unabhängigkeit TÜV SÜD steht für Unabhängigkeit und Neutralität. Unsere spezifische Konzernstruktur bildet die Grundlage dafür. Die Konzernleitung, die TÜV SÜD AG mit Sitz in München, führt als Management-Holding weltweit die Tochtergesellschaften. Wirtschaftliche Eigentümer der TÜV SÜD-Aktien sind der TÜV SÜD e. V., München, und die TÜV SÜD Stiftung, München. Beide haben ihre Aktienrechte an die unabhängige TÜV SÜD Gesellschafterausschuss GbR mit Sitz in München übertragen. Der Gesellschaftszweck der GbR ist das Halten und Verwalten dieser aktienrechtlichen Beteiligung. Die Leitungsgremien des TÜV SÜD e. V., der TÜV SÜD Stiftung und der TÜV SÜD Gesellschafterausschuss GbR sind weitgehend unabhängig von den Aufsichtsorganen der TÜV SÜD AG besetzt. Die TÜV SÜD Stiftung veröffentlicht jährlich einen eigenen Stiftungsbericht. ![]() Klar definierte Führungsstruktur Der Vorstand von TÜV SÜD umfasst drei Mitglieder: den Chief Executive Officer (CEO), den Chief Financial Officer (CFO) sowie den Chief Operating Officer (COO). Das Leadership Council unterstützt den Vorstand bei der Umsetzung von übergreifenden Themen wie Strategie, Mitarbeiterentwicklung, Innovation und Digitalisierung sowie beim Nachhaltigkeitsengagement. Das Gremium besteht aus dem Vorstand sowie den Leitern der Divisionen und der Schlüsselregionen. TÜV SÜD wird als Matrix-Organisation geführt. Während die Divisionen die Umsetzung globaler Strategien verantworten, obliegt den Regionen die Geschäftsentwicklung vor Ort. Im Geschäftsjahr 2024 blieb die divisionale und regionale Aufteilung unserer Aktivitäten unverändert. Die Dienstleistungen von TÜV SÜD sind den drei Segmenten INDUSTRY, MOBILITY und CERTIFICATION zugeordnet. Das Segment INDUSTRY umfasst die Divisionen Industry Service sowie Real Estate & Infrastructure. Das Segment MOBILITY beinhaltet die Division Mobility. Die Divisionen Product Service und Business Assurance bilden das Segment CERTIFICATION. ![]() Geschäftsmodell Als verlässlicher und vertrauenswürdiger Partner für mehr Sicherheit und Nachhaltigkeit schaffen wir mit unserem Dienstleistungsportfolio einen messbaren Mehrwert für unsere Kunden - in der physischen und in der digitalen Welt. ![]() Mit der Auditierung, Begutachtung, Validierung und Zertifizierung von Managementsystemen in nahezu allen Fachbereichen und Branchen sorgen wir für Zuverlässigkeit, Sicherheit, Qualität und Wirtschaftlichkeit entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Wir begleiten unsere Kunden mit Prüfungen und Produktzertifizierungen. Durch umfassende Prüfungen und Tests zeigen wir Abweichungen von gesetzlichen, normativen und sonstigen Anforderungen auf, die einer Markteinführung entgegenstehen. Mit globalen Trainingsprogrammen für Einzelpersonen und Organisationen in den Bereichen Management, Technik, Gesundheit und Nachhaltigkeit unterstützen wir beim Lernen und bei der Weiterentwicklung. Als unabhängige Instanz stellen wir sicher, dass die Systeme, Geschäftsprozesse und Produktionsmethoden unserer Kunden in Einklang mit den geltenden Anforderungen, Richtlinien und Standards stehen. Unsere Dienstleistungen umfassen unter anderem Inspektionen von Infrastruktur und Gebäuden, Produktionsstätten und Anlagen. Wir bieten technische Beratung und Risikoanalysen zur Optimierung von Sicherheits-, Qualitäts- und Umweltschutzprogrammen, um damit Risiken zu senken - von der Betreuung von Infrastruktur- und Bauprojekten bis hin zur Beratung in den Bereichen Energiemanagement und Geschäftsprozessoptimierung. So schaffen wir die Voraussetzung für die Sicherheit von Anlagen, die Effizienz von Prozessen und die Nachhaltigkeit von unternehmerischen Entscheidungen. Der Markt für technische Dienstleistungen Der Markt für TIC-Leistungen (technische Dienstleistungen in den Bereichen Testing, Inspection, Certification) hat aktuell ein geschätztes Volumen von rund 110 Mrd. €. Dieses Marktvolumen soll - den Erwartungen von Experten nach - im Jahr 2030 auf ungefähr 150 Mrd. € anwachsen. Wesentliche Wachstumstreiber sind Dienstleistungen rund um die Themen Nachhaltigkeit, Digitalisierung und Cybersecurity. Gleichzeitig werden TIC-Aktivitäten verstärkt ausgelagert. Im TIC-Markt sind sowohl große internationale Unternehmen als auch viele kleine Spezialisten aktiv. Zudem agieren auf dem Markt Aufsichtsbehörden, Akkreditierungs- und Standardgeber, Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen, Hersteller und Händler sowie Anlagenbetreiber. Sie alle erbringen Dienstleistungen wie Inspektionen, Verifizierungen, Validierungen, Zertifizierungen, Prüfungen, technische Beratung, technische Unterstützung und Schulungen - auch in Bereichen wie Umweltqualität, Sicherheit, Gesundheit sowie Asset Integrity Management (AIM) und Projektmanagement. Die Marktteilnehmer sind teils hoch spezialisiert, oftmals aber auch stark diversifiziert, da sich viele technische Dienstleistungen auch auf andere Produktbereiche, Prozesse oder Branchen übertragen lassen. Die größten Märkte für technische Dienstleistungen sind die USA, China und Deutschland. Das Wachstum des US-amerikanischen TIC-Markts wird von der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung getragen, obwohl er stark fragmentiert und insbesondere im Nahrungsmittel- und Pharmasektor hoch reguliert ist. China ist der weltweit zweitgrößte TIC-Markt. Der hohe Regulierungsstand des Binnenmarkts, in dem vor allem chinesische Unternehmen aktiv sind, und zunehmendes Kundenbewusstsein im Hinblick auf Sicherheit, Qualität und Nachhaltigkeit treiben das Marktwachstum an. In Deutschland wächst der Markt in einem stagnierenden wirtschaftlichen Umfeld insbesondere in der Nahrungsmittelbranche sowie im Life-Science-Bereich. Die Marktentwicklung verläuft dabei in etwa proportional zum weltweit erwarteten Wachstum des TIC-Markts. Hier, im weltweit drittgrößten TIC-Markt, sind auch drei unserer größten Wettbewerber beheimatet. Nach Deutschland sind Großbritannien und die Türkei große TIC-Märkte in Europa. Der türkische TIC-Markt wächst stärker als der Gesamtmarkt. Die Gründe dafür liegen in der zunehmenden Regulierung und den Anforderungen, die sich aus der Einhaltung internationaler Normen ergeben. Dabei wird das Wachstum vor allem von den Bereichen Konsumgüter und Automotive getragen. Ein starkes Marktwachstum erleben wir insbesondere im indischen Markt, wo unsere Dienstleistungen im Bereich Life Science sowie in der Nahrungsmittelbranche nachgefragt werden. TÜV SÜD ist in allen großen TIC-Märkten aktiv, insbesondere in den Märkten, die sich durch hohes Wachstum auszeichnen. Der Fokus liegt dabei auf Deutschland, China, den USA, Indien, Großbritannien und Spanien sowie Italien. Zu unseren direkten Wettbewerbern zählen neben nationalen Prüfdienstleistern auch große, international tätige Unternehmen. Zunehmende makroökonomische Unsicherheiten und sich verschärfende geopolitische Spannungen beeinflussen derzeit die Entwicklung des TIC-Markts. Diese Entwicklung wird sich auch in den kommenden Jahren fortsetzen. Der wachsende Protektionismus und die damit einhergehende De-Globalisierung der Lieferketten belasten die Weltwirtschaft. Einen weiteren Unsicherheitsfaktor schafft die neue US-amerikanische Regierung durch ihre Abkehr von globalen internationalen Organisationen. Gleichzeitig bieten Regulierungen wie der European Green Deal zum Klimaschutz und der EU AI Act zur Künstlichen Intelligenz (KI) Chancen für die TIC-Industrie, Wirtschaft und Gesellschaft dabei zu unterstützen, die entsprechenden Transformationsprozesse zu bewältigen. Branchenspezifische Rahmenbedingungen Seit seiner Gründung vor bald 160 Jahren begleitet TÜV SÜD technologische Neuerungen und die sich daraus ergebenden Herausforderungen, um seinen Unternehmenszweck zu verwirklichen: technischen Fortschritt für Mensch und Umwelt beherrschbar, sicher und nachhaltig zu machen. Das Streben nach mehr Nachhaltigkeit und die voranschreitende Digitalisierung in nahezu allen Lebensbereichen treiben den gesellschaftlichen Wandel voran. Wir sehen in diesen Veränderungen neben den damit verbundenen Herausforderungen vor allem Chancen für die weitere Unternehmensentwicklung von TÜV SÜD. Der Markt für Dienstleistungen rund um das Thema Nachhaltigkeit ist stark fragmentiert und aktuell durch hohe politische Unsicherheiten geprägt. Dennoch wächst er deutlich stärker als der gesamte TIC-Markt. Dabei liegen die Treiber für das Geschäft mit nachhaltigkeitsbezogenen Dienstleistungen in der zunehmenden staatlichen Regulierung sowie in den Bestrebungen der Unternehmen, ihre eigene Nachhaltigkeitsleistung zu erhöhen. Zugleich fordern Investoren und Gesellschaft die Unternehmen auf, in nachhaltige Geschäftsmodelle zu investieren, ihr Engagement nachvollziehbar zu machen und Greenwashing zu vermeiden. Inwieweit die Bestrebungen zu mehr Nachhaltigkeit durch eine abgeschwächte EU-Regulierung zurückgedrängt werden, bleibt abzuwarten. Vor diesem Hintergrund bieten wir unseren Kunden umfangreiche Dienstleistungen an, die eine Vielzahl von Nachhaltigkeits- und Klimaaspekten abdecken. So unterstützen unsere Experten bei der Ermittlung und Überprüfung von CO2 -Fußabdrücken auf Produkt- oder Unternehmensebene. Sie bieten umfangreiche Leistungen zur Auditierung und Zertifizierung - von Umweltmanagementsystemen nach ISO 14001 über die sichere und regelkonforme Implementierung von Windparks oder Photovoltaikanlagen bis hin zur Achtung der Menschenrechte in weltumspannenden Lieferketten. Das Portfolio unserer Nachhaltigkeitsdienstleistungen erweitern wir im Rahmen unserer Strategie kontinuierlich entlang der entstehenden Marktbedürfnisse. Gleichzeitig setzen wir uns als Unternehmen auch selbst konkrete Ziele, um das Thema Nachhaltigkeit in unserer Wertschöpfungskette zu verankern. Über die Zielerreichung berichten wir in einem eigenen Nachhaltigkeitsbericht. Der technologische Wandel wird derzeit vor allem durch die immer weiter voranschreitende Digitalisierung geprägt. Die digitale Transformation verändert Wirtschaft und Gesellschaft, lässt neue Geschäftsfelder entstehen und eröffnet neue Möglichkeiten für Dienstleistungen, Produkte und Prozesse. Auch in diesem sensiblen Bereich greifen verstärkt staatliche Regulierungen. Auf europäischer Ebene sind dies beispielsweise die neuen europäischen Rechtsrahmen für digitale Geschäftsmodelle, also der Digital Markets Act, der Digital Services Act, der Data Act und die KI-Verordnung (EU AI Act). Aktuelle Trends auf dem Markt sind im Geschäftsjahr die nachhaltige und digitale Mobilität, softwaredefinierte Fahrzeuge (SDV) sowie die Weiterentwicklung von biologischen und medizinischen Technologien. Mit neuen Verfahren und Dienstleistungen unterstützen wir unsere Kunden dabei, den geänderten Anforderungen und Rahmenbedingungen gerecht zu werden und den regulatorischen Auflagen zu entsprechen. Mit unseren Cybersecurity-Leistungen tragen wir dazu bei, die Sicherheitsrisiken zu verringern, die mit der zunehmenden Digitalisierung von Produkten, Prozessen und Transaktionen verbunden sind. Zugleich nutzen wir digitale Lösungen, um Dienstleistungen wie Remote Audits und Online-Schulungen möglichst effizient zu erbringen. Wir entwickeln Konzepte zur Digitalisierung unserer Prozesse entlang der gesamten Wertschöpfungskette - auch, um die Interaktion mit unseren Kunden noch einfacher und produktiver zu gestalten. Zunehmend setzen wir dabei auf Künstliche Intelligenz und Datenmodelle, etwa um Inspektionen und Qualitätssicherungsprozesse zu verbessern. ![]() Diese Trends und Herausforderungen prägen unser Geschäft: 1. Digitale Transformation Mit der Digitalisierung entstehen neue Anforderungen, Geschäftsmodelle und Partnerschaften in der TIC-Industrie. Zugleich drängen neue Wettbewerber in den Markt. Die Entwicklung digitaler Technologien beschleunigt sich, insbesondere in den Feldern Analytik und Künstliche Intelligenz (KI). Damit eröffnen sich unseren Kunden und uns selbst viele Möglichkeiten für neue Dienstleistungen und Prozesse sowie für die Art und Weise, wie technische Dienstleistungen in Zukunft effizient erbracht werden; beispielsweise mit der Digitalisierung der Kundeninteraktion oder der Nutzung KI-basierter Analysen zur Effizienzsteigerung und zur Erhöhung der Kundenzufriedenheit. 2. Nachhaltigkeit Viele Unternehmen sehen sich steigenden Anforderungen gegenüber, was die Nachhaltigkeit ihres Geschäftsmodells in Bezug auf Umwelt, Menschen und Unternehmensführung angeht. Strengere Auflagen und regulatorische Anforderungen, aber auch ein gesellschaftliches Umdenken und veränderte Konsumentenerwartungen beschleunigen diese Entwicklung. Damit verschieben sich auch die Schwerpunkte für die TIC-Branche. Kompetenzen und Leistungen rund um das Thema Nachhaltigkeit gewinnen immer mehr an Bedeutung. Dies gilt auch für die entsprechende Berichterstattung, wo wir unsere Kunden bei der Ermittlung und Verifizierung von Nachhaltigkeitsinformationen unterstützen. Auf dem Markt sind neben den etablierten TIC-Dienstleistern auch andere Teilnehmer tätig. 3. Neue Mobilität Die Zukunft der Mobilität ist vernetzt und hochautomatisiert. Immer mehr Fahrzeuge werden durch Batterien und - was große Transportmittel wie Lkw, Schiffe oder Züge anbelangt - bald auch wasserstoffbasiert angetrieben. Dies geht einher mit höheren Anforderungen an die physische und digitale Sicherheit und den nachhaltigen Fahrzeugbetrieb. Damit ergeben sich neue Herausforderungen für die Prüfung von Fahrzeugen und Fahrassistenzsystemen sowie für die gesamte Lade- und Tankinfrastruktur. 4. Regularien und Standards Regularien und Standards müssen sich ständig an die rasante technische Entwicklung anpassen, damit sie der Gesellschaft auch weiterhin Sicherheit und Mehrwert bieten. Dennoch kann es sein, dass die Regulierung dem technischen Fortschritt hinterherhinkt oder regional unterschiedliche Standards anzuwenden sind. Um diesen Prozess zu unterstützen, bringen wir den großen Erfahrungsschatz unserer Experten in die Entwicklung ein und engagieren uns weltweit in den relevanten Gremien. Dazu gehören unter anderem internationale Normungsgremien wie die Internationale Elektrotechnische Kommission (IEC) und die Internationale Organisation für Normung (ISO). 5. Globalisierung vs. Lokalisierung Unternehmen agieren global mit eng verflochtenen Lieferketten. Damit verbunden sind Anforderungen in Bezug auf die Kenntnis und die Einhaltung der jeweils aktuellen nationalen und internationalen Standards. Gleichzeitig wächst die Bedeutung lokaler Märkte durch den zunehmenden Protektionismus. Denn die vergangenen Jahre haben gezeigt, wie fragil globale Lieferketten sind. Als Konsequenz suchen Hersteller standortspezifisch nach alternativen Bezugsquellen und lokalen Zulieferern, um Abhängigkeiten oder Zölle zu verringern. Um diese Märkte bedienen zu können, sind lokale Kompetenzen und Präsenz vor Ort wichtige Voraussetzungen. 6. Fachkräftemangel Der TIC-Markt benötigt heute und in Zukunft gut ausgebildete Fachkräfte, die auch in einem international vernetzten Umfeld agieren können. Dauerhaftes Wachstum wird nur den Unternehmen gelingen, die bei der Gewinnung und Bindung solcher Beschäftigten erfolgreich sind. Weltweit werden Fachkräfte stark nachgefragt und gesucht. Zusätzlich erschwert der demografische Wandel in vielen Ländern die Personalsuche nach Expertinnen und Experten. Dementsprechend ist das Gelingen der digitalen Transformation unseres Unternehmens wichtig für den künftigen Unternehmenserfolg. Strategie Mit unserer Strategie „The Next Level. Together.“ wollen wir die Chancen erschließen, die sich unserem Unternehmen durch neue Trends und Entwicklungen bieten. Unsere Aktivitäten und Maßnahmen dazu haben wir in fünf strategischen Säulen gebündelt. ![]() Unsere fünf strategischen Säulen sind: 1. Wachstum in Fokus- und Kernmärkten Unsere Kernprodukte sind und bleiben die Basis unseres Erfolgs. Dieses Geschäft wollen wir auch in Zukunft stärken und die bestehenden Wachstumschancen konsequent nutzen, etwa in den Bereichen Medizintechnik, Mobilität oder Konsumgüter. In unseren Fokusländern streben wir dabei eine führende Marktposition an. Zugleich haben wir die internationale Skalierung unseres Geschäfts im Blick, die wir durch eine intensive Zusammenarbeit weltweit vorantreiben wollen. 2. Mehrwert durch neue und weiterentwickelte Services Basierend auf unserer Expertise im Kerngeschäft wollen wir unser Angebot um neue und innovative Lösungen erweitern. Unsere Fachkompetenz in nahezu jeder Branche, verbunden mit dem Wissen um die Möglichkeiten der Digitalisierung, versetzt uns in die Lage, „smarte“ digitale Prüfleistungen zu entwickeln sowie Standards und Dienstleistungen für neue Technologien zu erarbeiten. 3. Nachhaltigkeitstransformation Mit der gezielten Erweiterung des Produktportfolios sowie neu entwickelten Prüfungen ermöglicht TÜV SÜD seinen Kunden, ihre Aktivitäten nachhaltiger zu gestalten und dies auch nachzuweisen. Ergänzt wird dies durch umfangreiche Schulungen der TÜV SÜD Akademie rund um das Thema Nachhaltigkeit. Zugleich wollen wir selbst als Unternehmen immer nachhaltiger werden und unsere Stakeholder durch unser Handeln überzeugen. Unser Ziel ist und bleibt: TÜV SÜD soll als unabhängiger Experte in Sachen Nachhaltigkeit weiter richtungsweisend sein. 4. Operative Exzellenz und Kundenexzellenz Wir wollen unsere Kunden durch operative Exzellenz überzeugen und so für sie der relevante Partner auf dem TIC-Markt sein. Kontinuierlich suchen wir nach Möglichkeiten, unsere Dienstleistungen noch schneller, effizienter und kundenorientierter zu erbringen. Dabei setzen wir auf die Möglichkeiten der Digitalisierung und implementieren innovative Prozesse, Systeme und Lösungen. So bieten wir beispielsweise immer mehr Kunden weltweit Zugang zu ausgewählten Dienstleistungen über eine zentrale Plattform. Zudem wollen wir die Komplexität unserer Prozesse und Systeme verringern, um unsere Aufgaben noch effizienter zu erfüllen. 5. Mitarbeitende Die fünfte Säule unserer Strategie betrifft unsere fast 30.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in aller Welt. Auf ihren Leistungen und ihrem Engagement sowie ihrer Erfahrung fußt der Erfolg unseres Unternehmens. Ihnen wollen wir ein attraktiver Arbeitgeber sein und ein modernes Arbeitsumfeld mit einem breiten Angebot für die individuelle Weiterentwicklung bieten. Dies gilt gleichermaßen für die bestehende Belegschaft wie auch für die Menschen, die neu zu TÜV SÜD kommen. ZAHLREICHE INITIATIVEN FÜR MEHR SCHLAGKRAFT UND GESCHWINDIGKEIT So wie viele unserer Kunden derzeit vor umfangreichen Transformationsprozessen stehen, müssen auch wir uns weiterentwickeln und unser Wachstum nachhaltig gestalten. Wir setzen auf eine schlanke Organisationsstruktur und Expansion durch Akquisitionen sowie Effizienz in unserer weltweiten Organisation, um Herausforderungen wie dem Fachkräftemangel zu begegnen und Chancen aus der Digitalisierung wahrzunehmen. Dabei greifen wir auf standardisierte Prozesse, agiles Management und die Nutzung interdisziplinärer Synergien zurück. Zudem beschleunigen wir unsere digitale Transformation durch optimierte Abläufe und einen starken Fokus auf Innovationsmanagement, um den steigenden Erwartungen unserer Kunden gerecht zu werden. Aus diesem Verständnis heraus haben wir das Transformationsprogramm FORWARD gestartet, das mit insgesamt 15 Initiativen als interner Katalysator den Wandel unserer Organisation vorantreiben soll. Schlank, agil und konsequent strategisch ausgerichtet wollen wir weltweit mehr Schlagkraft und Geschwindigkeit ermöglichen. Mit dem Aufbau einer zentralen Einheit für IT und Digitalisierung haben wir zudem den Grundstein für den Einsatz modularer Systeme und Anwendungen gelegt. In der optimierten Organisation bündeln wir die knappen Kapazitäten der entsprechenden Experten und schaffen die Grundlage für eine schnelle Entscheidungsfindung und die zeitnahe Umsetzung von Projekten. Bei der Umsetzung unserer Strategie setzen wir auch auf gezielte Unternehmenszukäufe in Fokus- und Kernmärkten. So haben wir im Jahr 2024 mehrere Erwerbe getätigt, um unsere Marktreichweite - beispielsweise im Segment MOBILITY - zu erhöhen oder das Dienstleistungsportfolio - unter anderem im Segment INDUSTRY - zu erweitern. Durch weiteres Wachstum wollen wir den Umsatz und die Rentabilität unseres Geschäfts auch künftig nachhaltig erhöhen. Vor allem aber wollen wir unserem Anspruch gerecht werden, den wir seit bald 160 Jahren verfolgen: Menschen, Umwelt und Sachgüter vor technischen Risiken zu schützen und so den technischen Fortschritt zu ermöglichen. Erfolgsfaktor Innovation Maßgeblich für den Erfolg unserer Strategie ist die Fähigkeit, das Potenzial neuester technologischer Entwicklungen richtig einzuschätzen, sie in kundenrelevante Dienstleistungen umzusetzen und auch in den eigenen Prozessen und Systemen zu nutzen. Dazu betreiben wir ein aktives Innovationsmanagement, das die Entwicklung neuer Produkte und Prozessinnovationen umfasst. Auch hier wollen wir die Chancen nutzen, die sich aus dem Wandel von Technologien, Kundenpräferenzen und Vorschriften ergeben. Klar fokussiert auf die Anforderungen unserer Kunden, wollen wir die einzelnen Innovationsprojekte noch schneller zur Marktreife bringen. Einen ersten Schritt haben wir auch hier bereits vollzogen: Um divisionsübergreifende Innovationen zu bewerten und zu fördern, wurde Ende 2023 das TÜV SÜD Innovation Board ins Leben gerufen. Es setzt sich aus dem CEO und den Leitern ausgewählter Divisionen, Regionen und Konzernbereiche zusammen. Mit den laufenden Transformations- und FORWARD-Projekten investieren wir in die Zukunft von TÜV SÜD. Die Entwicklung innovativer Dienstleistungen und Prozesse ist ebenfalls ein Teil dieser umfangreichen Zukunftsinvestitionen. So haben wir im Geschäftsjahr 18,9 Mio. € (Vj. 26,3 Mio. €) direkt in Forschung und Entwicklung investiert. Zusätzlich wurden rund 3,0 Mio. € (Vj. 2,7 Mio. €) im Rahmen von Entwicklungsprojekten aktiviert. DIE DIGITALE TRANSFORMATION GESTALTEN - INNERHALB UND AUSSERHALB DES UNTERNEHMENS Ein Großteil unserer Innovationen trägt dazu bei, die digitale Transformation aktiv zu gestalten. Mehr und mehr profitieren wir dabei von der geleisteten Grundlagenarbeit. Beispielhaft sind hier unsere Cybersecurity Services oder die Aktivitäten im Bereich der Künstlichen Intelligenz zu nennen, die wir konsequent weiter ausbauen. Cybersecurity In einer immer stärker vernetzten Welt wachsen auch die Anforderungen an die Betreiber kritischer Infrastrukturen und überwachungsbedürftiger Anlagen, die Cybersicherheit sicherzustellen. TÜV SÜD unterstützt sie dabei mit umfangreichen Prüf- und Beratungsleistungen, von Cybersecurity-Risikobewertungen und Cybersicherheitstrainings bis hin zur Durchführung von Sicherheitszertifizierungsprojekten. Branchenübergreifend bewerten unsere Experten dabei die Cyberresilienz von Anlagen und Systemen auf der Grundlage eines strukturierten Ansatzes, der langjährige Erfahrung, domänenspezifisches Know-how und regulatorische Expertise zusammenführt. Das Ziel ist die optimale Unterstützung unserer Kunden bei der Schaffung von Sicherheit und Resilienz gegenüber Cyberattacken - und damit die Sicherstellung ihres Geschäftsbetriebs. Künstliche Intelligenz (KI) In nahezu allen Anwendungsbereichen wollen wir als Unternehmen aktiv dazu beitragen, KI-Anwendungen verantwortungsbewusst und sicher zu gestalten. Dazu bringen sich unsere Expertinnen und Experten in einer ganzen Reihe von Organisationen und Verbänden ein, wie etwa in der TÜV AI.Lab GmbH, Berlin, die von verschiedenen TÜV-Organisationen gegründet wurde. Das TÜV AI.Lab will die technischen und regulatorischen Anforderungen zur Nutzung von Künstlicher Intelligenz in die Praxis übersetzen und Anforderungen für die Prüfung sicherheitskritischer KI-Anwendungen entwickeln. Darüber hinaus haben TÜV SÜD und die standardgebende Organisation des Weltverbands der Ingenieure und Techniker (Institute of Electrical and Electronics Engineers Standards Association; IEEE Standards Association) ihr Wissen und ihre Kapazitäten rund um Künstliche Intelligenz gebündelt. Vor diesem Hintergrund haben wir den ersten weltweit gültigen KI-Ethik-Standard der IEEE Standards Association in unsere KI-Dienstleistungen integriert. Um unsere Kunden bei der Entwicklung und dem Einsatz hochwertiger, marktgerechter und zugleich standardkonformer KI-Anwendungen zu unterstützen, haben wir einen entsprechenden Qualitätsrahmen entwickelt, der neben Schulungsprogrammen auch Qualitätsanalysen, Risikobewertungen sowie Konformitätsbeurteilungen rund um den Einsatz von KI umfasst, wie sie durch den EU AI Act gefordert werden. So ist TÜV SÜD bereits heute eine der führenden Stellen zur Begutachtung von KI in Medizinprodukten und medizinischen Applikationen. Hersteller, die in ihren Medizinprodukten KI nutzen und die Qualität der Gesundheitsversorgung weltweit verbessern wollen, können auf die umfassende technische Kompetenz unserer Expertinnen und Experten vertrauen. Mit ihrem Wissen über die regulatorischen Anforderungen an Sicherheit und Leistungsfähigkeit können sie bewerten, ob Hersteller bei ihren KI-basierten Medizinprodukten den Stand der Technik erfüllen. So lassen sich eventuelle Probleme hinsichtlich der Einhaltung von regulatorischen Vorschriften in Zertifizierungs- und Überwachungsaudits und in der Technischen Dokumentation auf ein Mindestmaß begrenzen. Um künftig auch neue Fahrzeugtechnologien im Rahmen der Hauptuntersuchung (HU) prüfen zu können sowie das Kundenerlebnis weiter zu optimieren, erproben unsere Sachverständigen in einer als Reallabor konzipierten Technischen Prüfstelle unter anderem digitale Tools für die HU-Durchführung und die Digitalisierung von Prozessen, einschließlich eines Sprachassistenten, der bei der Dokumentation und Erstellung des Prüfberichts unterstützt. In Bereichen, in denen die technische Inspektion von Anlagen mit hohem Aufwand verbunden ist, nutzen wir die Möglichkeiten der KI, um Risiken zu verringern und Kosten zu senken. So setzen wir auf Künstliche Intelligenz und den Einsatz von Drohnen, um visuelle Inspektionen von Windenergieanlagen effizienter zu machen. Waren dafür bisher mehrere spezialisierte Teams parallel im Einsatz, lässt sich die Prüfung der gesamten Windenergieanlage nun in wesentlich kürzerer Zeit mit einem einzigen Team durchführen. Vor allem die Betreiber von Windparks werden künftig von den Industrial Drone Inspections IDIAI profitieren. Den Kern des Angebots bilden eine KI-basierte Navigations- und Analysesoftware sowie eine spezielle Hardware für Sensorik und Drohnen, die von einem externen Software- und Drohnenspezialisten entwickelt wurde. Die Möglichkeiten der KI nutzen wir auch in unseren internen Prozessen. Ein Fokus liegt dabei auf der Analyse der zahlreichen Informationen, die für Prüfungen und Zertifizierungen benötigt werden. Durch KI lassen sich beispielsweise Unterlagen automatisiert auf Vollständigkeit prüfen, auch automatisierte Plausibilitätsprüfungen sind möglich. So steigen Geschwindigkeit und Effizienz in der Bearbeitung, zugleich werden die Experten von Routinearbeiten entlastet. DIE NACHHALTIGKEITSTRANSFORMATION UNTERSTÜTZEN Auch im Bereich der Nachhaltigkeit eröffnen sich immer wieder neue Chancen, um unsere Kunden mit innovativen Dienstleistungen zu unterstützen. So bietet TÜV SÜD mit dem Supply Chain Navigator die Möglichkeit, in einer Selbsteinschätzung zu prüfen, ob das eigene Unternehmen die Anforderungen des deutschen Lieferkettensorgfaltspflichtengesetzes (LkSG) erfüllt. Das sogenannte Lime Dashboard bietet Investoren eine Entscheidungsgrundlage für nachhaltige Immobilien und unterstützt Planer, Baufirmen und Betreiber dabei, Immobilien nachhaltig und zukunftsfähig zu machen. Die „Sustainability Software Evaluation“ von TÜV SÜD bietet einen innovativen Bewertungsservice, der Software und Nachhaltigkeitsstandards kombiniert, um klare Prozesse und Grenzen in einem nicht standardisierten Bereich bereitzustellen. Ziel ist es, Unternehmen dabei zu unterstützen, vertrauenswürdigere automatisiert erzeugte Nachhaltigkeitsdaten bereitzustellen. Gemeinsam mit SustainCERT, einer unabhängigen Validierungs- und Verifizierungsstelle für Klimaauswirkungen, entwickeln wir die SustainCERT-Plattform, eine digitale Lösung für Unternehmen, Auditoren und Zertifizierungsstellen zur Validierung und Verifizierung von CO2 -Zertifikaten, weiter. Dazu werden die Verifizierungsprozesse digitalisiert und maschinelles Lernen, Datenanalyse sowie KI eingesetzt, um Emissionsdaten effizient zu prüfen. Ziel ist es, die Richtigkeit und Vertrauenswürdigkeit jedes Klimaberichts sicherzustellen und glaubwürdige Klimaschutzmaßnahmen in allen Kohlenstoffmärkten zu fördern, immer unter Beachtung von Datenschutz, Transparenz und der Einhaltung etablierter Standards. Im Fokus der Initiative „SustainMobility“, die wir gemeinsam mit der IEEE Standards Association gestartet haben, steht die Erreichung der Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDGs) der Vereinten Nationen im Bereich Klimaschutz durch die Entwicklung eines ganzheitlichen Bewertungsrahmens für nachhaltige Mobilität. Sie wurde im September 2024 beim UN Science Summit in New York (USA) vorgestellt. Wasserstoff spielt eine entscheidende Rolle bei der Bekämpfung des Klimawandels und der Energiewende. Neben grünem Wasserstoff dient kohlenstoffarmer (blauer) Wasserstoff - mit Kohlenstoffabscheidung und -speicherung - als Zwischenlösung, um die wachsende Nachfrage zu decken. Der neue von TÜV SÜD veröffentlichte CMS 77-Standard zertifiziert kohlenstoffarmen (blauen) Wasserstoff und seine Derivate (derzeit Ammoniak) in Übereinstimmung mit internationalen Normen. Die Zertifizierung schafft eine transparente und verlässliche Basis für den weltweiten Handel. Unser Steuerungssystem Das Steuerungssystem von TÜV SÜD basiert auf dem integrierten Controllingsystem und der strategischen Unternehmensplanung. Verschiedene Kennzahlen dienen uns als Indikatoren, um die Leistung des Unternehmens zu messen und den Konzern entsprechend zu steuern. Als wesentliche finanzielle Steuerungsgrößen im Konzern haben wir das organische Umsatzwachstum und das EBIT - also das Ergebnis vor Zinsergebnis, übrigem Finanzergebnis und vor Ertragsteuern, aber einschließlich der Ergebnisbeiträge aus Beteiligungen - sowie die EBIT-Marge definiert. Die wesentliche wertorientierte Steuerungsgröße für den Unternehmenserfolg ist die Kapitalverzinsung (Return on Capital Employed; ROCE). Sie gibt die Rentabilität des eingesetzten Kapitals an. Zudem verwenden wir auf Konzernebene weitere finanzielle Steuerungsgrößen: den freien Zahlungsmittelzufluss (Free Cashflow) und das Ergebnis vor Ertragsteuern (EBT). Der Free Cashflow zeigt, inwieweit wir aus unserer operativen Geschäftstätigkeit langfristige Mittelzuflüsse erwirtschaften. Wir nutzen auch eine Reihe von nicht finanziellen Steuerungsgrößen, um die Qualität, die Vielfalt und das Wachstum unserer Organisation zu beurteilen. Dazu zählen operative Kennzahlen, wie die Auslastung unserer Technischen Service Center und Labore beziehungsweise die Produktivität unserer Experten. Diese operativen Kennzahlen fließen in eine Vielzahl von Steuerungsprozessen ein, wie zum Beispiel die Beurteilung von Investitionen. Zudem analysieren wir Personalkennzahlen wie die Anzahl - als wesentliche Steuerungsgröße - und das Durchschnittsalter unserer Beschäftigten. Auch der Anteil von Frauen an der Belegschaft, die Zahl der geleisteten Weiterbildungsstunden sowie die durchschnittliche Verweildauer unserer Beschäftigten im Unternehmen werden gemessen. Definition finanzieller Leistungsindikatoren bei TÜV SÜD
1 Nicht zinstragende Verbindlichkeiten und Rückstellungen beinhalten unter anderem kurzfristige Rückstellungen und Verpflichtungen aus Steuern. Rund 30 weitere nicht finanzielle Leistungsindikatoren aus den Bereichen Umwelt, Soziales und Corporate Governance ergänzen das Bild im Rahmen des internen Nachhaltigkeitscontrollings. Zentral erfasst und aufbereitet, werden diese Kennzahlen im Rahmen einer separaten Nachhaltigkeitsberichterstattung dargestellt. INTEGRIERTES CONTROLLINGSYSTEM ALS GRUNDLAGE FÜR DIE WERTORIENTIERTE STEUERUNG Die wertorientierte Steuerung von TÜV SÜD wird in unserem integrierten Controllingsystem umgesetzt. Es basiert auf einem konzernweiten Management-Informationssystem, einem weltweit harmonisierten Finanzwesen sowie einem Rechnungswesen und einer Berichterstattung gemäß den internationalen Rechnungslegungsstandards IFRS. Alle Kennzahlen werden im Rahmen unserer Planungs- und Kontrollprozesse für die jeweiligen Konzernebenen (Segmente, Divisionen, Regionen und Gesellschaften) ermittelt und einheitlich über unsere internen Berichtssysteme bereitgestellt. STRATEGISCHE PLANUNG GIBT ZIELE VOR Ausgangspunkt unserer Planungs- und Kontrollprozesse ist die strategische Planung. Sie zielt auf profitables und nachhaltiges Wachstum und eine kontinuierliche Steigerung des Unternehmenswerts. Neben quantitativen Faktoren und der Erreichung betriebswirtschaftlicher Zielgrößen stehen die Reputation von TÜV SÜD als Marke sowie nachhaltiges Wirtschaften im Vordergrund unseres Handelns. Dafür sind das Know-how und die Leistungsfähigkeit unserer Beschäftigten, die Qualität der von uns erbrachten Leistungen sowie die Zufriedenheit unserer Kunden von entscheidender Bedeutung. Aus den strategischen Langfristzielen wird die Konzernstrategie abgeleitet, die in die jeweiligen Divisionsstrategien heruntergebrochen wird. Die Vorgaben der Divisionen fließen in die strategische Finanzplanung ein und werden regional weiter detailliert. Die so abgeleitete Planung des nächsten Jahres sowie drei Hochrechnungen während des laufenden Jahres, verbunden mit zeitnah erstellten Monatsabschlüssen, bilden die Grundlage für unsere Auswertungen, mit denen wir die Umsetzung der strategischen Ziele messen und Planabweichungen analysieren. ![]() CORPORATE GOVERNANCE BERICHTDie TÜV SÜD AG sowie ihre Organe orientieren sich an den Grundsätzen, Empfehlungen und Anregungen, die der Deutsche Corporate Governance Kodex an kapitalmarktorientierte Unternehmen stellt. Eine gute Corporate Governance ist für uns gleichbedeutend mit einer verantwortungsvollen, transparenten, nachhaltigen und werteorientierten Unternehmensführung. Sie wird in klaren Leitlinien und Regeln konkretisiert, die unternehmensweit gelten. Diese Grundsätze werden regelmäßig überprüft und an neue Erkenntnisse, geänderte gesetzliche Bestimmungen und nationale wie internationale Standards angepasst. ![]() Zusammensetzung und Arbeitsweise des Aufsichtsrats Der Aufsichtsrat der TÜV SÜD AG ist nach deutschem Recht paritätisch besetzt. Er hat 16 Mitglieder und setzt sich je zur Hälfte aus Vertretern der Arbeitnehmer sowie der Anteilseigner zusammen. Die Vertreter der Arbeitnehmer werden von den Arbeitnehmern der deutschen Betriebe des Konzerns und die Vertreter der Anteilseigner in der Hauptversammlung gewählt. Der Aufsichtsrat regelt die Grundsätze der Zusammenarbeit in seiner Geschäftsordnung, die sich an den Grundsätzen und Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex orientiert. Er tagt mindestens viermal im Jahr. Der Aufsichtsratsvorsitzende wird vom Aufsichtsrat aus seinen eigenen Reihen gewählt. Er beruft die Sitzungen des Gremiums ein und leitet diese. Der Aufsichtsrat tagt regelmäßig auch zeitweise ohne den Vorstand, um Tagesordnungspunkte zu behandeln, die entweder den Vorstand selbst oder interne Aufsichtsratsangelegenheiten betreffen. Beschlüsse fasst der Aufsichtsrat - soweit im Gesetz nicht anders geregelt - mit einfacher Stimmenmehrheit; dies gilt auch für innerhalb der Ausschüsse getroffene Entscheidungen oder Empfehlungen. Das Aufsichtsratsplenum wird regelmäßig durch die Ausschussvorsitzenden über die Tätigkeit in den einzelnen Ausschüssen informiert. KOMPETENZPROFIL UND DIVERSITÄTSKONZEPT Um eine qualifizierte, unabhängige Überwachung und Beratung des Vorstands der TÜV SÜD AG durch den Aufsichtsrat sicherzustellen, gibt ein Anforderungsprofil - bestehend aus einem Kompetenzprofil und einem Diversitätskonzept - konkrete Ziele für die Zusammensetzung des Gesamtgremiums vor. Diese umfassen die Unabhängigkeit, zeitliche Verfügbarkeit sowie die Diversität der Aufsichtsratsmitglieder. Mehr als die Hälfte der Anteilseignervertreter soll unabhängig von der Gesellschaft, vom Vorstand und von einem kontrollierenden Aktionär sein. Jedes Aufsichtsratsmitglied hat darauf zu achten, dass ihm für die Wahrnehmung seiner Aufgaben genügend Zeit zur Verfügung steht und keine übermäßige Häufung von Aufsichtsratsmandaten vorliegt. Der Aufsichtsrat achtet zudem bei seiner Besetzung auf eine vielfältige Zusammensetzung (Diversität). Besondere Berücksichtigung finden eine hinreichende Generationenvielfalt, ein angemessenes Geschlechterverhältnis, unterschiedliche Ausbildungs- und Berufshintergründe, eine überwiegend unternehmerische Erfahrung der Anteilseignervertreter sowie eine angemessene Internationalität, entweder durch Herkunft oder Erfahrung. Das Anforderungsprofil soll sicherstellen, dass die Mitglieder des Aufsichtsrats insgesamt über die zur ordnungsgemäßen Wahrnehmung der Aufgaben erforderlichen Kenntnisse, Fähigkeiten und fachlichen Erfahrungen verfügen. Für jeden Aspekt der Aufsichtsratstätigkeit soll mindestens ein Aufsichtsratsmitglied der Anteilseigner als kompetenter Ansprechpartner zur Verfügung stehen, sodass die notwendigen umfassenden Kenntnisse und Erfahrungen durch die Gesamtheit der Aufsichtsratsmitglieder abgebildet werden. Die Aufsichtsratsmitglieder sollen Innovationen sowie neuen Technologien offen gegenüberstehen und ihre Einbindung in die Unternehmensabläufe fördern. Auf Basis des Anforderungsprofils hat der Aufsichtsrat folgende Übersicht über seine Qualifikationen („Qualifikationsmatrix“) erstellt.
1 Vermeidung von Overboarding. 2 Kriterium erfüllt, basierend auf einer Selbsteinschätzung durch den Aufsichtsrat. Ein Punkt bedeutet zumindest »Gute Kenntnisse« und damit die Fähigkeit, auf Basis bereits vorhandener Qualifikation oder der im Rahmen der Tätigkeit als Aufsichtsratsmitglied (zum Beispiel einer langjährigen Tätigkeit im Prüfungsausschuss) erworbenen Kenntnisse und Erfahrungen die einschlägigen Sachverhalte gut nachvollziehen und informierte Entscheidungen treffen zu können.
1 Vermeidung von Overboarding. 2 Kriterium erfüllt, basierend auf einer Selbsteinschätzung durch den Aufsichtsrat. Ein Punkt bedeutet zumindest »Gute Kenntnisse« und damit die Fähigkeit, auf Basis bereits vorhandener Qualifikation oder der im Rahmen der Tätigkeit als Aufsichtsratsmitglied (zum Beispiel einer langjährigen Tätigkeit im Prüfungsausschuss) erworbenen Kenntnisse und Erfahrungen die einschlägigen Sachverhalte gut nachvollziehen und informierte Entscheidungen treffen zu können. Die zur ordnungsgemäßen Wahrnehmung ihrer Aufgaben erforderlichen Maßnahmen zur Fortbildung nehmen die Aufsichtsratsmitglieder eigenverantwortlich wahr und werden dabei vom Unternehmen unterstützt. Selbstbeurteilung des Aufsichtsrats Der Aufsichtsrat beurteilt regelmäßig die Effizienz seiner Tätigkeit und die seiner Ausschüsse. Dabei werden die verschiedenen Aspekte der Gremienarbeit von allen Aufsichtsratsmitgliedern sowie gegebenenfalls weiteren Stakeholdern analysiert und ausgewertet. Der Aufsichtsrat befasst sich im Anschluss mit den Ergebnissen und identifiziert möglichen Änderungs- und Verbesserungsbedarf. AUSSCHÜSSE DES AUFSICHTSRATS Der Prüfungsausschuss befasst sich vor allem mit der Überwachung des Rechnungslegungsprozesses, der Wirksamkeit des internen Kontrollsystems, des Risikomanagementsystems, des Compliance-Management-Systems sowie des internen Revisionssystems. Er lässt sich dabei insbesondere über die Risikosituation des Konzerns und Feststellungen aus der internen Revision einschließlich möglicher Compliance-Verstöße sowie über Investitionsvorhaben und Portfoliomaßnahmen informieren. Außerdem prüft er wesentliche Bilanzierungsfragen und diskutiert im Rahmen der Abschlussprüfung gemeinsam mit dem bestellten Wirtschaftsprüfer die Einschätzung des Prüfungsrisikos, die Prüfungsstrategie und -planung sowie die Prüfungsergebnisse. Er beschäftigt sich auch mit der Unabhängigkeit des Abschlussprüfers, den vom Abschlussprüfer zusätzlich erbrachten Leistungen, der Erteilung des Prüfungsauftrags sowie mit der Bestimmung von Prüfungsschwerpunkten und der Honorarvereinbarung. Zu den Hauptaufgaben des Personalausschusses gehört die Vorbereitung von Bestellungen und Abberufungen von Vorstandsmitgliedern. In den Auswahlprozess für die Bestellung von Vorstandsmitgliedern fließen verschiedene Aspekte ein, wie etwa das gewünschte Kompetenzprofil und die Förderung der Vielfalt im Unternehmen. Zudem verantwortet der Personalausschuss die Ausarbeitung von Vorschlägen zur Vergütung der einzelnen Vorstandsmitglieder sowie zur Ausgestaltung des Vergütungssystems und dessen regelmäßiger Überprüfung. Der Personalausschuss kommt mindestens einmal im Jahr zusammen. Der Sonderausschuss Brasilien verfolgt die interne und externe Aufarbeitung des Dammbruchs in Brasilien. Dazu lässt er sich regelmäßig über den aktuellen Stand berichten, auch von für diesen Zweck beauftragten unabhängigen Sachverständigen und Rechtsanwaltskanzleien. Der Strategieausschuss befasst sich vor allem mit den Themen Unternehmensstrategie, Technologien und Innovationen, Digitalisierung, nachhaltige Unternehmensführung, die Geschäftstätigkeit in den Bereichen Umwelt, Soziales und gute Unternehmensführung (ESG-Kriterien) sowie mit bedeutsamen Projekten für die TÜV SÜD AG. Der Strategieausschuss hat dabei insbesondere die Aufgabe, auf der Grundlage der Gesamtstrategie, die Gegenstand der Durchsprache im Aufsichtsrat ist, die Strategie des Unternehmens zu erörtern und dem Vorstand zu diesen Themen beratend zur Seite zu stehen. Der Nominierungsausschuss befasst sich vor allem im Rahmen der Nachfolgeplanung mit der Ermittlung geeigneter Kandidaten für die Wahl in den Aufsichtsrat und mit der Vorbereitung entsprechender Vorschläge des Aufsichtsrats an die Hauptversammlung. Dem Normierungsausschuss ist auch das Onboarding neuer Aufsichtsratsmitglieder zugewiesen, für das der Nominierungsausschuss eine Checkliste erarbeitet und beschlossen hat. Der Nominierungsausschuss verantwortet zudem die regelmäßige Überprüfung des Kompetenzprofils sowie die Vorbereitung einer Qualifikationsmatrix des Aufsichtsrats.
1 Wahlanfechtung rechtskräftig; lt. Beschluss vom LAG München vom 13.10.2021 (rechtskräftig geworden am 10.05.2022) keine Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat; lt. Beschluss vom RegG München vom 02.06.2022 (Zustellung am 09.06.2022) bestellt. 2 Gerichtliche Ersatzbestellung. Aufsichtsratsvergütung Die Vergütung des Aufsichtsrats sieht eine reine Festvergütung vor. Aufsichtsratsmitglieder, die nur während eines Teils des Geschäftsjahres dem Aufsichtsrat angehört haben, erhalten für jeden angefangenen Monat ihrer Tätigkeit ein Zwölftel der Vergütung. Die Aufsichtsratsvergütung wird von der Hauptversammlung bewilligt und ihre Angemessenheit wird regelmäßig überprüft. Zusammensetzung und Arbeitsweise des Vorstands Der Vorstand der TÜV SÜD AG umfasst drei Mitglieder. Sie werden durch den Aufsichtsrat bestellt. Vorstandssitzungen finden regelmäßig statt. Der Vorstand nimmt seine Leitungsaufgabe als Kollegialorgan in gemeinsamer Verantwortung wahr. Er führt die Geschäfte nach Maßgabe der Gesetze, der Satzung und seiner Geschäftsordnung. Dabei ist er an das Unternehmensinteresse gebunden und der Steigerung des nachhaltigen Unternehmenswerts verpflichtet. Der Vorstand plant die strategische Ausrichtung des Unternehmens und setzt diese um. Dabei berücksichtigt er im Rahmen des Unternehmensinteresses die Aspekte der Nachhaltigkeit, des Klima- und Umweltschutzes sowie soziale Faktoren. Zudem sorgt der Vorstand für die Erfüllung der gesetzlichen Berichtspflichten sowie für eine angemessene und wirksame Governance-Struktur. Diese umfasst ein internes Kontroll- und Risikomanagementsystem einschließlich eines internen Revisionssystems sowie eines an der Risikolage des Unternehmens ausgerichteten Compliance-Management-Systems. Zudem sorgt der Vorstand für eine langfristige Nachfolgeplanung, indem er sich regelmäßig mit Talenten und vielversprechenden Führungskräften des Unternehmens beschäftigt. Vorstandsvergütung Das Vergütungssystem des Vorstands umfasst neben einer fixen Grundvergütung variable Vergütungsbestandteile, die auf eine langfristig erfolgreiche, nachhaltige Unternehmensentwicklung ausgerichtet sind. In die Bemessung der variablen Vergütung fließt die Erreichung spezifischer ESG-Ziele ein. Die ESG-Ziele umfassen ein absolutes CO2 -Reduktionsziel vorbehaltlich einer CO2 -Kompensation sowie Ziele im Hinblick auf verschiedene Personalkennzahlen und ein ESG-Rating. Das Vergütungssystem für den Vorstand wurde durch den Aufsichtsrat beschlossen und durch den Gesellschafterausschuss zur Kenntnis genommen. Angaben zur Gesamtvergütung von Vorstand und Aufsichtsrat sind im Konzernanhang zu finden. Zusammenarbeit zwischen Vorstand und Aufsichtsrat Als deutsche Aktiengesellschaft unterliegt die TÜV SÜD AG mit Vorstand und Aufsichtsrat einer zweistufigen Führungs- und Überwachungsstruktur. Beide Gremien sind sowohl hinsichtlich ihrer Mitgliedschaft als auch in ihren Kompetenzen streng voneinander getrennt. Der Aufsichtsrat überwacht und berät den Vorstand bei der Führung der Geschäfte, insbesondere auch in Nachhaltigkeitsfragen. Die strategische Ausrichtung von TÜV SÜD wird eng zwischen Vorstand und Aufsichtsrat der TÜV SÜD AG abgestimmt. In regelmäßigen Abständen diskutieren die Gremien gemeinsam den Stand der Strategieumsetzung. Der Vorstand informiert den Aufsichtsrat regelmäßig, zeitnah und umfassend über alle für das Unternehmen relevanten Fragen insbesondere der Strategie, der Planung, der Geschäftsentwicklung, der Risikolage, des Risikomanagements, der Compliance und der Nachhaltigkeit. Zudem steht der Strategieausschuss des Aufsichtsrats dem Vorstand zu den Themen der nachhaltigen Unternehmensführung sowie der Geschäftstätigkeit in den Bereichen Umwelt, Soziales und gute Unternehmensführung (ESG-Kriterien) beratend zur Seite. Weitere Informationen zur Zusammenarbeit zwischen Vorstand und Aufsichtsrat der TÜV SÜD AG enthält der Bericht des Aufsichtsrats. Angaben zur personellen Zusammensetzung von Vorstand und Aufsichtsrat sind im Abschnitt „Organe der TÜV SÜD AG“ zu finden. Unternehmenswerte Mehr Wert. Mehr Vertrauen: Das ist das Versprechen von TÜV SÜD. Um diesem Versprechen gerecht zu werden, verbinden wir in unserer täglichen Arbeit bei TÜV SÜD technologische Dienstleistungen mit Unabhängigkeit, Integrität und Rechtmäßigkeit. Dies sind auch die Leitgedanken des TÜV SÜD Code of Conduct, der die Unternehmenswerte von TÜV SÜD abbildet und den Rahmen für unser Handeln vorgibt. Er enthält grundlegende Prinzipien und Regeln für unser Verhalten innerhalb unseres Unternehmens und in Beziehung zu unseren externen Partnern und der Öffentlichkeit. Der TÜV SÜD Code of Conduct geht insbesondere auf die Einhaltung von Gesetzen, die Verantwortung von TÜV SÜD für Menschen und Umwelt, integres und legales Verhalten im Geschäftsverkehr sowie den Umgang mit Compliance-Hinweisen und den Schutz hinweisgebender Personen ein. Corporate Social Responsibility Unternehmen tragen Verantwortung für eine nachhaltige Gestaltung von Wirtschaft, Umwelt und Gesellschaft. Für TÜV SÜD gilt dies in besonderer Weise. Unserem Unternehmenszweck - dem Schutz von Menschen, Umwelt und Sachgütern vor technischen Risiken - folgend, sorgen wir dafür, dass die Risiken der jeweils neuesten Technologien minimiert werden, damit Innovationen aus Naturwissenschaft und Technik in der Gesellschaft Akzeptanz finden und ihre Wirkung zum Wohl von Mensch und Umwelt entfalten können. Gleichzeitig bewerten wir auch die Auswirkungen unserer Geschäftstätigkeit auf Gesellschaft und Umwelt und leiten Maßnahmen ab, um einen sorgsamen Umgang mit den vorhandenen Ressourcen sowie eine auch unter sozialen Aspekten ausgewogene Gestaltung unserer Lieferketten sicherzustellen. Vorstand und Aufsichtsrat befassen sich regelmäßig mit einer nachhaltigen Unternehmensstrategie und Unternehmensplanung, wobei neben finanziellen Zielen vor allem auch ökologische und soziale Ziele sowie die Auswirkung der Geschäftstätigkeit von TÜV SÜD auf Umwelt und Gesellschaft Berücksichtigung finden. Diversität TÜV SÜD als international tätiges Unternehmen sieht in Weltoffenheit und Vielfalt wesentliche Faktoren des wirtschaftlichen Erfolgs. Für die Besetzung von Führungspositionen steht bei TÜV SÜD die fachliche und persönliche Eignung der Kandidatinnen und Kandidaten im Vordergrund. Zudem wird das Prinzip der Vielfalt in die Bewertung und Auswahl einbezogen. Der Aufsichtsrat achtet bei der Auswahl und Bestellung von Vorstandsmitgliedern auf deren fachliche und persönliche Qualifikation sowie auf Diversität und weitere unternehmensspezifische Anforderungen. Erklärung zur gleichberechtigten Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen Gemäß den Anforderungen der Regelungen für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen haben Aufsichtsrat und Vorstand der TÜV SÜD AG im Jahr 2022 die nachfolgenden Zielgrößen für den Frauenanteil in Aufsichtsrat, Vorstand und den ersten beiden Führungsebenen bis zum 31. Dezember 2026 beschlossen.
Die durch den Aufsichtsrat beschlossene Zielgröße für den Frauenanteil im Aufsichtsrat der TÜV SÜD AG von 25 % wird mit einer Besetzung von derzeit sechs Frauen bei 16 Mitgliedern erreicht. Der Frauenanteil liegt bei 37,5 % (Vj. 37,5 %). Dabei sind sowohl auf Seiten der Anteilseigner als auch auf Seite der Arbeitnehmer jeweils drei Frauen im Aufsichtsrat vertreten. In Bezug auf den Frauenanteil im Vorstand der TÜV SÜD AG hat der Aufsichtsrat beschlossen, dass dem Vorstand der TÜV SÜD AG bis zum 31. Dezember 2026 eine Frau angehören soll. Mit dem Eintritt von Frau Nitzsche zum 1. März 2025 als Nachfolgerin für Herrn Prof. Dr. Rapp wird dieses Ziel erreicht. Zum Ende des Geschäftsjahres waren auch mehr Frauen in der ersten Führungsebene unterhalb des Vorstands der TÜV SÜD AG vertreten als im Vorjahr (27 %). In der zweiten Führungsebene stieg die Anzahl der Frauen ebenfalls an, doch ergab sich durch den allgemeinen Personalanstieg prozentual ein Rückgang von 43 % auf 41 %. Für die kommenden Jahre hält der Vorstand an seiner Zielsetzung fest, den Frauenanteil in den oberen Führungsebenen weiter zu erhöhen. Vor dem Hintergrund einer zunehmend schwierigen Fachkräftemarktsituation wurden verschiedene Maßnahmen eingeleitet, um die festgelegten Zielgrößen zu erreichen. Neben der TÜV SÜD AG fallen vier weitere deutsche Konzerngesellschaften unter die Regelungen zur gleichberechtigten Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen. Für diese deutschen Konzerngesellschaften wurden ebenfalls Zielgrößen beschlossen und Umsetzungsfristen definiert. Compliance Die Einhaltung international gültiger Vorschriften und der faire Umgang mit unseren Geschäftspartnern und Wettbewerbern gehören zu den wichtigsten Grundsätzen unseres Unternehmens. Integrität und Regelkonformität sind integraler Bestandteil unserer Unternehmenskultur und unseres Handelns. TÜV SÜD verfolgt daher einen präventiven Compliance-Ansatz und strebt eine Unternehmenskultur an, die potenzielle Regelverstöße bereits im Vorfeld durch Sensibilisierung und Aufklärung der Belegschaft verhindert. Die Compliance-Kultur ist geprägt durch den „Tone from the Top“ und unsere Markenbotschaft „Mehr Wert. Mehr Vertrauen.“ Das TÜV SÜD Compliance-Management-System (TÜV SÜD CMS) bildet den organisatorischen Rahmen aller eingerichteten Compliance-Maßnahmen, -Strukturen und - Prozesse zur Einhaltung des geltenden Rechts sowie der intern geltenden Regeln. Es folgt dem Leitgedanken der Unabhängigkeit, Integrität und Legalität unseres Handelns und umfasst alle Hierarchieebenen. Das TÜV SÜD CMS wurde unter Berücksichtigung der Prinzipien des IDW-Prüfstandards PS 980 erstellt und wird stetig überwacht und weiterentwickelt. Ziel des TÜV SÜD CMS ist das regelkonforme Verhalten aller Beschäftigten von TÜV SÜD und der von uns beauftragten Dritten bei der Erbringung unserer Dienstleistungen. Die TÜV SÜD Compliance-Organisation basiert auf dem Prinzip der Aufteilung von Verantwortung und ausführender Tätigkeit. Die Gesamtverantwortung trägt der Chief Compliance Officer (CCO), der direkt an den Vorstandsvorsitzenden berichtet und in dieser Funktion weisungsunabhängig agiert. Über eine regelmäßig durchgeführte konzernweite Risikoanalyse werden die Compliance-Risiken von TÜV SÜD ermittelt. Die Risikoanalyse ist inhaltlich auf die Compliance-Schwerpunktthemen fokussiert; gleichzeitig werden auch außerhalb dieser Compliance-Schwerpunktthemen liegende Compliance-Risiken identifiziert. Die Analyse der Compliance-Risiken gibt TÜV SÜD einen Überblick über risikoreiche Aktivitäten und ermöglicht damit, diese zu steuern. Darüber hinaus können Compliance-Maßnahmen gezielter eingesetzt und verbessert werden. Kernstück des Compliance-Programms sind der TÜV SÜD Code of Conduct und die Richtlinien, die sich auf Compliance beziehen. Sie umfassen Vorgaben unter anderem zur Vermeidung von Interessenkonflikten und Korruption, zur Beachtung von Kartellrecht sowie Embargo- und Handelskontrollbestimmungen und auch zur Einhaltung von Menschenrechten und menschenrechtsbezogenen Umweltschutzpflichten. Diese Richtlinien werden regelmäßig überprüft und an neue Erkenntnisse, geänderte gesetzliche Bestimmungen und nationale wie internationale Standards angepasst. In umfangreichen Compliance-Trainings, einschließlich eines auf die spezifischen Belange des Unternehmens zugeschnittenen E-Learning-Programms, schulen wir die Beschäftigten in der praktischen Anwendung unserer Compliance-Vorgaben im Unternehmen und beugen möglichen Compliance-Verstößen vor. TÜV SÜD TRUST CHANNEL Integrität und Transparenz haben für TÜV SÜD höchste Priorität. Um diesem Anspruch gerecht zu werden, ist es notwendig, dass wir Kenntnis von etwaigen Compliance-Verstößen erhalten, um diese abzustellen und unser TÜV SÜD CMS beständig zu verbessern. Wichtig ist uns insbesondere, dass wir von Verstößen gegen internationale oder lokale Gesetze, Regelungen und Standards sowie gegen unsere internen Compliance-Vorgaben, wie den TÜV SÜD Code of Conduct, erfahren. Über das elektronische Hinweisgebersystem TÜV SÜD Trust Channel können Beschäftigte und Dritte weltweit Verstöße oder Verdachtsfälle, auf Wunsch auch anonym, melden. Diese Möglichkeit wurde auch im Jahr 2024 von Beschäftigten und Externen genutzt. Bei dem überwiegenden Teil der Hinweise konnte kein Gesetzesverstoß festgestellt werden. In den Fällen, in denen es zu Gesetzesverstößen oder Verstößen gegen die internen Richtlinien kam, wurden diese angemessen sanktioniert und falls erforderlich mit arbeitsrechtlichen Konsequenzen geahndet. Risikomanagement Der verantwortungsvolle Umgang mit geschäftlichen Risiken für das Unternehmen ist Teil einer guten Unternehmensführung. Für Vorstand und Aufsichtsrat ist deshalb die frühzeitige Identifizierung und Begrenzung von Risiken, einschließlich umweltbezogener und sozialer Risiken, von großer Bedeutung. Wir messen daher dem Risikomanagement in unserer täglichen Arbeit eine hohe Bedeutung bei. Im Risiko- und Chancenbericht werden Einzelheiten des Risikomanagements von TÜV SÜD erläutert. Qualitätsmanagement Das Qualitätsmanagement ist eine wesentliche Voraussetzung für TÜV SÜD, um alle notwendigen nationalen, europäischen und internationalen Anerkennungen als Prüf-, Überwachungs- und Zertifizierungsorganisation zu erlangen und zu halten. Es basiert auf regulatorischen und behördlichen Anforderungen sowie den Anforderungen der internationalen Normenfamilie ISO/IEC 17000. Im Vorstand der TÜV SÜD AG ist der COO mit der Sicherstellung eines effizienten Qualitätsmanagements betraut. Für das Management und die Überwachung der Anerkennungen auf Konzernebene und in den Tochtergesellschaften ist die Qualitätsmanagementorganisation verantwortlich. Sie stellt die Einhaltung der technischen Richtlinien und Methoden (technische Compliance) sicher, die im Unternehmen definiert wurden und im Einklang mit den Vorgaben der Aufsichtsbehörden, Akkreditierungs- und Standardgeber stehen. Dies wird zudem regelmäßig extern überwacht. Überwachung und Weiterentwicklung der Governance-Systeme Die Angemessenheit und die Wirksamkeit unserer Governance-Systeme werden kontinuierlich überwacht, auf den Prüfstand gestellt und durch Verbesserungsprozesse optimiert. Dies erfolgt nicht nur durch die zuständigen Konzernbereiche selbst, sondern auch durch interne und externe Stakeholder, wie beispielsweise den Konzernbereich interne Revision. So tragen wir den internen und externen Anforderungen an eine gute Unternehmensführung gleichermaßen Rechnung. Die Ergebnisse münden in eine Berichterstattung an Vorstand, Prüfungsausschuss und Aufsichtsrat der TÜV SÜD AG, die sowohl regelmäßig als auch anlassbezogen erfolgt. Die interne Revision führt regelmäßig spezielle Compliance Audits durch, deren Prüfungsschwerpunkte in Abstimmung zwischen interner Revision und Global Compliance Office festgelegt werden. Bei Verdacht auf Regelverstöße werden zudem Sonderprüfungen von der internen Revision oder im Bedarfsfall durch externe Wirtschaftsprüfer durchgeführt. Verstöße gegen Gesetze oder interne Richtlinien werden angemessen sanktioniert und können für unsere Beschäftigten arbeitsrechtliche Konsequenzen zur Folge haben, die bis zur Kündigung des Arbeitsverhältnisses reichen können. Weltweit einheitliches Rahmenwerk Wesentliche Geschäftsprozesse sind in Konzernrichtlinien definiert und bilden ein weltweit einheitliches Rahmenwerk: das TÜV SÜD-Management-Rahmenhandbuch. Die Konzernbereiche, Divisionen und Regionen können diese konzernweit gültigen Richtlinien um eigene Anforderungen mit detaillierten Regelungen ergänzen. Die Richtlinien werden regelmäßig überprüft und bei Bedarf aktualisiert. Rechnungslegung und Abschlussprüfung Der Konzernabschluss der TÜV SÜD AG wird nach den Grundsätzen der International Financial Reporting Standards (IFRS) erstellt, der Jahresabschluss und der zusammengefasste Lagebericht der TÜV SÜD AG entsprechen den Vorschriften des Handelsgesetzbuchs (HGB). Als unabhängiger Abschlussprüfer ist die PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft bestellt. Der Abschlussprüfer unterrichtet den Prüfungsausschuss zeitnah über alle für seine Aufgaben wesentlichen Feststellungen und Vorkommnisse, die sich während der Jahresabschlussprüfung ergeben, und berichtet an den Aufsichtsrat. WirtschaftsberichtGesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen Die Weltwirtschaft setzte im Jahr 2024 ihr Wachstum trotz der weiterhin bestehenden geopolitischen Spannungen und makroökonomischen Unsicherheiten fort; die weltweite Wirtschaftsleistung wuchs um 3,2 %. Allerdings nahmen die Unterschiede in der konjunkturellen Dynamik zwischen den Regionen weiter zu. In den großen Volkswirtschaften ermöglichte der nachlassende Inflationsdruck eine Lockerung der Geldpolitik und führte so zu positiven Investitionsimpulsen, die durch nationale Förderprogramme zusätzlich gestärkt wurden. Dagegen erschwerten protektionistische Maßnahmen und eine Zunahme der Handelskonflikte den globalen Handel. Zudem führten Extremwetterereignisse in einigen Regionen zu erheblichen wirtschaftlichen Schäden. ![]() SCHWACHES WACHSTUM IN EUROPA Der europäische Wirtschaftsraum erlebte im Jahr 2024 eine schwache konjunkturelle Belebung, steht aber weiterhin unter dem Einfluss der anhaltenden geopolitischen Spannungen und hoher Finanzierungskosten. Die Unternehmensinvestitionen waren - belastet durch die ungünstigen Finanzierungsbedingungen - insgesamt rückläufig. Die öffentliche Hand verstärkte ihre Ausgaben in nachhaltige und grüne Technologien, um die Dekarbonisierung voranzutreiben. Zugleich flossen umfangreiche Mittel in die Infrastruktur und in die Stärkung der Sicherheit und Unabhängigkeit Europas. Auch die private Konsumnachfrage zog an, da die sinkende Inflation zu einer Zunahme der Kaufkraft und höheren verfügbaren Einkommen führte. Die im zweiten Halbjahr von der EZB gesenkten Referenzzinsen sowie der robuste Arbeitsmarkt unterstützten die Entwicklung weiter. Insgesamt stieg das Bruttoinlandsprodukt im Euro-Raum auf 0,8 %, nachdem im Vorjahr ein Wachstum von 0,4 % zu verzeichnen gewesen war. Entgegen dieser Entwicklung rutschte die deutsche Wirtschaft in eine Rezession. Das Bruttoinlandsprodukt ging im zweiten Jahr in Folge zurück, im Geschäftsjahr um 0,2 % (Vj. - 0,3 %). Vor allem die deutsche Industrie litt an der zunehmenden internationalen Konkurrenz und standortspezifischen Wettbewerbsnachteilen, insbesondere den hohen Energiepreisen, dem Fachkräftemangel und einer überbordenden Bürokratie. Die Auslandsnachfrage verlief schwach, die Exporttätigkeit nach China und ins europäische Ausland war weiter rückläufig. In der Folge hielten sich die Industrieunternehmen mit Investitionen zurück und bauten Produktionskapazitäten ab. Der Arbeitsmarkt blieb dabei noch relativ stabil und auch der private Konsum konnte sich wegen steigender Reallöhne moderat entwickeln. Viele Länder im Euro-Raum profitierten von einer stärkeren Binnennachfrage und stabilen Exporten, wodurch die wirtschaftliche Aktivität weniger stark gebremst wurde als in Deutschland. In Italien wuchs die Wirtschaft um 0,6 %, in Spanien betrug das Wachstum sogar 3,1 %. In Großbritannien förderten umfangreiche Investitionsprogramme der neuen Regierung in öffentliche Dienstleistungen und Infrastruktur sowie eine stabile Konsumnachfrage die wirtschaftliche Erholung. Die Wirtschaftsleistung stabilisierte sich weiter und legte um 0,9 % (Vj. 0,3 %) zu. KRÄFTIGES WACHSTUM IN DEN USA Die US-amerikanische Wirtschaft wuchs mit 2,8 % (Vj. 2,9 %) deutlich kräftiger als die übrigen fortgeschrittenen Volkswirtschaften. Das Wachstum stützte sich auf den privaten Konsum sowie staatliche Förderprogramme und Investitionen in die Infrastruktur. Insbesondere in den Bereichen Technologie und erneuerbare Energien förderten Programme wie der Inflation Reduction Act und der CHIPS Act Unternehmensinvestitionen in die Entwicklung und Fertigung von Halbleitern sowie in grüne Technologien. Der Arbeitsmarkt entwickelte sich entsprechend positiv mit einer niedrigen Arbeitslosenquote und steigenden Löhnen. In der Folge blieb der private Konsum robust; nachgefragt wurden insbesondere Dienstleistungen und langlebige Güter. SCHWELLENLÄNDER WACHSEN STETIG Die chinesische Wirtschaft profitierte von steigenden Unternehmensinvestitionen, einer wachsenden Inlandsnachfrage und gezielten staatlichen Fördermaßnahmen. In der Folge wuchs die chinesische Wirtschaft im Jahr 2024 um 4,8 % (Vj. 5,2 %). Die weiterhin ungelöste Immobilienkrise und die anhaltenden Schuldenprobleme einzelner Lokalregierungen hemmten jedoch die inländische Erholung, während Strafzölle auf Elektroautos, Solarpaneele und Stahl den Export nach Europa und in die USA erschwerten. Zum Jahresende stiegen die Exporte durch vorgezogene Aufträge im Vorfeld der erwarteten zusätzlichen US-Zölle an. Weltweit zeigten die Schwellenländer ein stetiges, wenn auch verlangsamtes Wachstum. Die weiterhin niedrigen Wachstumsraten in China und eine in der Folge nur noch wenig steigende Nachfrage aus China dämpften die konjunkturelle Entwicklung. In den meisten Schwellenländern wurde die Konjunktur daher durch die Binnennachfrage getragen. In Indien machte sich das Ende des postpandemischen Aufschwungs bemerkbar, gleichzeitig dämpften stärker steigende Verbraucherpreise den privaten Konsum. Die indische Wirtschaft wuchs im Geschäftsjahr 2024 noch mit 6,5 % (Vj. 8,2 %) und blieb damit die am schnellsten wachsende große Volkswirtschaft der Welt. ZINSSENKUNGEN DOMINIEREN DIE GLOBALE GELDPOLITIK Die Zentralbanken der großen Volkswirtschaften haben ihre Geldpolitik im Jahr 2024 wieder leicht gelockert und die Zinssätze gesenkt, nachdem sich Anzeichen für eine Verringerung der Inflation gezeigt hatten. Der Euro wertete im Jahresverlauf 2024 gegenüber dem US-Dollar ab und notierte zum Jahresende bei 1,04 US-Dollar (Vj. 1,10 US-Dollar). Die Entwicklung der wichtigsten Referenzwährungen ist im Konzernanhang dargestellt. Geschäftsverlauf Diese gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen prägten auch die Geschäftsentwicklung von TÜV SÜD, da unsere Geschäftstätigkeit in einzelnen Bereichen und Märkten von der konjunkturellen Entwicklung und von staatlicher Regulierung abhängt. Grundlage unseres Unternehmenserfolgs ist das hohe Engagement unserer Beschäftigten, ihr Know-how und ihre Flexibilität. Ihnen ist es zu verdanken, dass wir mit unserem Dienstleistungsangebot weltweit präsent sind, was von unseren Kunden geschätzt wird. Das breit aufgestellte Geschäftsmodell von TÜV SÜD ermöglicht es unserem Unternehmen, auch in einem von Unsicherheit geprägten Marktumfeld ein stabiles Wachstum zu erreichen und notwendige Preisanpassungen umzusetzen. Auch unsere Geschäftsentwicklung wird durch Herausforderungen und Trends im TIC-Markt beeinflusst. Dies gilt insbesondere für den Fachkräftemangel in verschiedenen Ländern und Regionen, für die zusätzlichen Aufwendungen für die Digitalisierung und die nachhaltige Ausrichtung unserer Geschäftsprozesse sowie insgesamt die laufenden Transformations- und FORWARD-Projekte, mit denen wir TÜV SÜD zukunftsfähig aufstellen werden. Zudem ist zu beobachten, dass sich vor dem Hintergrund neuer Regulierungen und Standards neue Marktteilnehmer in einzelnen Bereichen des TIC-Markts etablieren wollen. Um unsere Wettbewerbsposition zu verteidigen und weiter auszubauen, konzentrieren wir uns auf unsere Kernkompetenzen und Fokusmärkte. Dazu überprüfen wir regelmäßig unser Produktportfolio und unsere regionalen Geschäftsaktivitäten. Wesentliche Kriterien hierfür sind die strategische Bedeutung der angebotenen Dienstleistungen und ihre Relevanz auf dem TIC-Markt. Im Geschäftsjahr 2024 haben wir unser Portfolio durch den Erwerb von Teilbetrieben und Unternehmen ausgebaut. So haben wir im Januar mit dem Erwerb der A-Reliance Engineers Pte. Ltd. (A-Reliance) in Singapur unsere Kompetenz in der Inspektion und Prüfung von Aufzügen, Fahrtreppen und deren Komponenten erweitert. Im April haben wir unsere Marktpräsenz im Bereich nachhaltiger Gebäudezertifizierungen mit dem Erwerb der Sustainable Investment Group, LLC (SIG), Atlanta, und der Green Building Education Systems, LLC (GBES), Atlanta, in den USA ausgebaut. In Dänemark haben wir im Juli die Domutech A/S und die Domutech Solutions P/S (Domutech), Kopenhagen, erworben. Die Anbieter für Gebäudeprüfungen, Energieausweise und technologiegestützte Lösungen für Wohn- und Gewerbeimmobilien verstärken unsere Marktpräsenz im nachhaltigen Bauen. Mit dem Erwerb der schwedischen Carspect Group Holding AB (Carspect-Gruppe), Stockholm, im August 2024 konnten wir die Internationalisierung unseres Segments MOBILITY vorantreiben. Die Unternehmensgruppe führt Hauptuntersuchungen und verwandte fahrzeugnahe Inspektionsleistungen in Schweden, Estland und Lettland durch. Zudem haben wir unterjährig unsere Geschäftsaktivitäten in Spanien, Italien und Deutschland sowie Schweden mittels weiterer kleiner Akquisitionen erweitert. Darüber hinaus haben wir im November die noch ausstehenden Anteile an der TÜV SÜD Battery Testing GmbH, Garching, erworben, um gezielt in Wachstumsbereiche wie hochkomplexe Sicherheitstests für Batterien investieren zu können. Im Dezember konnten wir den Kauf zusätzlicher Anteile an der TUV SUD Middle East LLC, Abu Dhabi, abschließen. Außerdem haben wir im Jahr 2024 umfangreiche Investitionen in die Gebäudeinfrastruktur getätigt und unser Netzwerk von Prüflaboren ausgebaut. Im Geschäftsjahr wurden auch Bereinigungen unseres Portfolios durch Abschreibungen und Wertminderungen vorgenommen. So haben wir in Deutschland wegen eingetrübter Ertragsaussichten die Anteile an einem nicht konsolidierten Tochterunternehmen abgeschrieben. Aufgrund von mangelnder Auslastung waren Abschreibungen auf verschiedene Vermögenswerte in Laborstandorten in China, Thailand und Ungarn notwendig. Wir haben auch den verbleibenden Geschäfts- oder Firmenwert von Laboraktivitäten im Bereich der Prüfung von Schienenfahrzeugen in China abgeschrieben. Gesamtaussage über die Geschäftsentwicklung Das Geschäftsjahr 2024 verlief für TÜV SÜD zufriedenstellend. Wir konnten weltweit wachsen und alle definierten Zielgrößen aus der Prognose 2024 erreichen und teilweise übertreffen.
Die Prognose der Geschäftsentwicklung für das Geschäftsjahr wird stets vom bestehenden Dienstleistungsgeschäft zum Zeitpunkt der Planung abgeleitet. Dieses ist als Ausgangspunkt für das organische Umsatzwachstum definiert. Das deutliche Umsatzwachstum im Geschäftsjahr übertraf unsere Erwartungen. In allen Segmenten und Regionen konnten wir eine positive Umsatzentwicklung verzeichnen. Das organische Wachstum glich die geringen negativen Währungseffekte vollständig aus. Zusätzlich verstärkten positive Portfolioeffekte die Entwicklung. Im Segment INDUSTRY erreichten das Umsatzwachstum und die EBIT-bezogenen Zielgrößen den gesteckten Zielkorridor. Durch die gute Geschäftsentwicklung wurden sowohl die gestiegenen Personalaufwendungen als auch die Belastungen aus Abschreibungen auf Geschäfts- oder Firmenwerte und Restrukturierungsvorsorgen vollständig kompensiert. Das Segment MOBILITY übertraf das definierte Umsatzziel deutlich. Die positive Entwicklung setzte sich bis ins Ergebnis fort und führte zu einem Anstieg des EBIT gegenüber dem Vorjahr um knapp 5 % auf 106,8 Mio. €. Allerdings blieb das EBIT-Wachstum in einzelnen Geschäftsfeldern unter unseren hohen Erwartungen, denn verschiedene Effekte dämpften die insgesamt positive Entwicklung. Dazu zählten gestiegene Abschreibungen und höhere Aufwendungen für Innovationsprojekte ebenso wie die Aufwendungen für die Markterschließung in der Slowakei und die Ergebnisausfälle in Zusammenhang mit der Cannabislegalisierung in Deutschland. Die EBIT-Marge erreichte jedoch die prognostizierte Zielgröße. Im Segment CERTIFICATION entwickelte sich der Umsatz zufriedenstellend. Eine weitere Verzögerung bei der Einführung der europäischen Medizingeräterichtlinie führte hier zu einer Wachstumsabschwächung, gleichzeitig entstand durch die anstehenden Wiederholungsaudits und Audits in den Bereichen Nachhaltigkeit und Informationssicherheit ein deutliches Umsatzplus. In Summe war so insgesamt ein Umsatzwachstum im Segment zu verzeichnen, das jedoch den Erwartungswert verfehlte. Die Ergebnisentwicklung verlief stabil, nachdem im Vorjahr erhebliche Belastungen aus Abschreibungen auf Geschäfts- oder Firmenwerte nötig gewesen waren. Entsprechend wurde die prognostizierte EBIT-Zielgröße im Geschäftsjahr erreicht. Die EBIT-Marge dagegen erreichte den prognostizierten Wert nicht. ERGEBNISENTWICKLUNG ZUFRIEDSTELLEND Der positive Umsatztrend im Konzern wurde durch höhere Aufwendungen aus der operativen Tätigkeit belastet. Neben den höheren Personalaufwendungen waren insbesondere die Transformations- und Zukunftsprojekte Aufwandstreiber im Konzern. Zusätzlich lagen die planmäßigen Abschreibungen deutlich höher als im Vorjahr, was insbesondere auf die erworbenen Nutzungsrechte aus Leasingverhältnissen und neue immaterielle Vermögenswerte, die im Rahmen einer Kaufpreisallokation identifiziert worden sind, zurückzuführen ist. Auch wurden Wertminderungen auf Sachanlagen und auf ein nicht konsolidiertes Tochterunternehmen vorgenommen, ebenso Abschreibungen auf Geschäfts- oder Firmenwerte, allerdings in erheblich geringerem Umfang als im Vorjahr. Für eine Verbesserung sorgte das Ergebnis aus at equity bewerteten Finanzanlagen. So lag das EBIT - trotz der erheblich höheren Umsatzausgangsgröße - mit 216,6 Mio. € im unteren Bereich des prognostizierten Zielkorridors, während der Vorjahreswert knapp unterschritten wurde. Auch die EBIT-Marge lag mit 6,3 % im Erwartungskorridor, allerdings blieb sie unter Vorjahresniveau (6,9 %). Die höhere Betriebsleistung (+ 9,5 %) konnte sich nicht bis in das Nettogeschäftsergebnis nach Steuern (NOPAT) fortsetzen. Dieses lag mit 158,8 Mio. € nahezu (+ 0,2 %) auf dem Vorjahreswert in Höhe von 158,5 Mio. €. Das bereinigte EBIT erreichte im Geschäftsjahr 236,7 Mio. € und lag damit um 1,1 % bzw. 2,6 Mio. € unter dem Vorjahreswert (239,3 Mio. €). Die bereinigte EBIT-Marge erreichte 6,9 % (Vj. 7,6 %). Die den Bereinigungen zugrunde liegenden Einmaleffekte sind in der Ertragslage im Detail dargestellt. Das Konzernergebnis vor Ertragsteuern (EBT) erreichte mit 225,0 Mio. € den Vorjahreswert von 225,1 Mio. €. Im EBT wurden in Summe keine zusätzlichen Bereinigungen von Einmaleffekten vorgenommen, sodass das bereinigte EBT 245,1 Mio. € (Vj. 246,7 Mio. €) erreichte. Mit 6,6 % bzw. 7,1 % liegen die EBT-Marge sowie die bereinigte EBT-Marge jeweils unter dem Vorjahresniveau (7,2 % bzw. 7,9 %). Angesichts der Vielzahl von Transformations- und FORWARD-Projekten sowie der Zukäufe in wichtigen Fokusmärkten sind wir mit dieser Ergebnisentwicklung zufrieden. Einmal mehr haben wir damit unsere Stärke von heute genutzt, um in unsere Geschäftsentwicklung von Morgen zu investieren - und so den Weg für eine erfolgreiche Zukunft von TÜV SÜD bereitet. Das durchschnittlich gebundene Kapital lag mit 1.577,8 Mio. € um 195,5 Mio. € über dem Vorjahreswert von 1.382,3 Mio. €. Dies ist auf die Unternehmenserwerbe und den durch zahlreiche Investitionsmaßnahmen angewachsenen Anlagenbestand zurückzuführen. Gegenläufig wirkte der Anstieg in den sonstigen nicht verzinslichen Verbindlichkeiten, der nicht vollständig durch den Anstieg im notwendigen Betriebskapital ausgeglichen wurde. In der Stichtagsbetrachtung zeigte das gebundene Kapital ebenfalls einen Anstieg gegenüber dem Vorjahr (+ 328,8 Mio. €). Der ROCE ermittelt sich aus dem Verhältnis des NOPAT zum durchschnittlich eingesetzten Kapital. Er erreichte im Geschäftsjahr 10,1 % (Vj. 11,5 %), da der gegenüber dem Vorjahr weitgehend stabile NOPAT einem deutlich gestiegenen durchschnittlich eingesetzten Kapital gegenüberstand. Das niedrigere Konzernergebnis und der Mittelabfluss im notwendigen Betriebskapital belasteten den Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit. Die zahlreichen Unternehmenserwerbe und die umfangreichen Investitionsvorhaben konnten aus dem Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit und den vorhandenen flüssigen Mitteln finanziert werden. Der Finanzmittelbestand liegt daher zum Ende der Periode um 219,2 Mio. € unter dem Vorjahresniveau. TÜV SÜD verfügt unverändert über eine gute Bonität und eine gute Liquiditätsausstattung, die durch die bis Juli 2027 laufende Konsortialkreditlinie gesichert ist. Der durchschnittliche Mitarbeiterbestand (teilzeitbereinigt) wuchs mit 6,0 % stärker als in der Prognose 2024 angenommen und erhöhte sich von 25.023 auf 26.529 Beschäftigte. Der Anstieg ist dabei sowohl auf die Schaffung neuer Arbeitsplätze als auch auf die Übernahme von Personal im Rahmen der Unternehmenserwerbe zurückzuführen. Die Planung und Steuerung des TÜV SÜD Konzerns basiert auf den International Financial Reporting Standards (IFRS). Die wesentlichen finanziellen Leistungsindikatoren, die für die TÜV SÜD Gruppe definiert sind, sind für die TÜV SÜD AG in ihrer Funktion als Management-Holding nicht relevant und damit nicht aussagekräftig. Für Erläuterungen in Zusammenhang mit dem Dammbruch in Brasilien wird auf die Ausführungen in den Abschnitten „Risiken aus Compliance und sonstige Risiken“ sowie „Gesamtaussage zur Risikosituation des Konzerns“ verwiesen. Ertragslage TÜV SÜD erzielte im Geschäftsjahr 2024 einen Umsatz in Höhe von 3.429,0 Mio. €; das entspricht einem Anstieg von 289,7 Mio. € bzw. 9,2 % gegenüber dem Vorjahr. Die prognostizierten Zielwerte für das Umsatzwachstum (4 % bis 5 %) und das Umsatzvolumen (3.220 Mio. € bis zu 3.360 Mio. €) wurden somit deutlich übertroffen. Im bestehenden Dienstleistungsgeschäft erwirtschaftete TÜV SÜD ein organisches Wachstum in Höhe von 263,4 Mio. € bzw. 8,4 %. Zusätzlich verstärkten die Unternehmenserwerbe des Geschäftsjahres das Umsatzwachstum; der positive Beitrag aus Portfolioeffekten belief sich auf 39,3 Mio. € bzw. 1,2 %. Dagegen belasteten negative Währungseffekte die Umsatzentwicklung mit 13,0 Mio. € (- 0,4 %). ![]() ![]() Die deutschen Gesellschaften trugen 133,2 Mio. € zum Umsatzwachstum bei; das entspricht einem Anteil von 46,0 % am Gesamtwachstum (Vj. 70,2 %). Der größere Anteil am Umsatzanstieg entfiel auf die Gesellschaften mit Sitz im Ausland, die 156,5 Mio. € bzw. 54,0 % (Vj. 29,8 %) des Umsatzanstiegs erwirtschafteten. Die ausländischen Tochtergesellschaften trugen insgesamt 36,2 % (Vj. 36,5 %) zum Konzernumsatz bei. Unser europäischer Heimatmarkt bleibt die umsatzstärkste Region. ![]() Die bezogenen Fremdleistungen stiegen um 7,4 % bzw. 31,9 Mio. € auf 465,1 Mio. € an. In Deutschland resultierte der Anstieg aus der guten Entwicklung unserer fremdleistungsintensiven Dienstleistungen rund um das Fahrzeugmanagement im Segment MOBILITY. Zudem führte die Geschäftsentwicklung in der Türkei, in China und in den USA zu vermehrten Unterbeauftragungen. Auch der erstmalige Einbezug der erworbenen Gesellschaften wirkte aufwandserhöhend. Der Zuwachs verlief jedoch unterproportional zur Umsatzentwicklung, sodass die Fremdleistungsquote von 13,8 % im Vorjahr auf 13,6 % sank. Der Personalaufwand erhöhte sich von 1.875,9 Mio. € auf 2.056,1 Mio. €. Dies entspricht einem Anstieg um 180,2 Mio. € bzw. 9,6 %. Die Personalaufwandsquote - gemessen an der Betriebsleistung - liegt bei 69,3 % und somit nahezu auf Vorjahresniveau (69,2 %). Die Aufwendungen für Löhne und Gehälter inklusive der sozialen Abgaben stiegen gegenüber dem Vorjahr um 9,3 % an. Der konzernweite Personalaufbau, Tarifsteigerungen in Deutschland und die erstmalige Einbeziehung der im Geschäftsjahr erworbenen Gesellschaften trugen zu dieser Entwicklung bei. Die Aufwendungen für Altersversorgung erhöhten sich proportional zum Personalaufwand um 9,6 % auf 126,4 Mio. € (Vj. 115,3 Mio. €). Durch den Personalaufbau in Deutschland stiegen der Arbeitgeberanteil an der gesetzlichen Rentenversicherung sowie die Leistungen an die beitragsorientierten Pensionskassen. Der Fokus auf Aus- und Weiterbildung für alle Mitarbeitenden, unabhängig von ihrer Betriebszugehörigkeit, führte zu einem Anstieg der Personalnebenkosten von 36,4 Mio. € auf 45,6 Mio. €. Die Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte, Nutzungsrechte aus Leasingverhältnissen, Sachanlagen und als Finanzinvestition gehaltene Immobilien erreichten im Geschäftsjahr 201,2 Mio. €; das sind 17,8 Mio. € mehr als im Vorjahr (183,4 Mio. €). Die planmäßigen Abschreibungen in Höhe von 193,1 Mio. € übertrafen das Vorjahresniveau um 10,3 % bzw. 18,1 Mio. € (Vj. 175,0 Mio. €). Davon entfielen 83,8 Mio. € (Vj. 75,7 Mio. €) auf die Abschreibung von Nutzungsrechten aus Leasingverhältnissen. Aufgrund der fehlenden Auslastung einzelner Prüflabore in China, Thailand und Ungarn waren einmalige Wertminderungen auf Sachanlagen notwendig. Im Geschäftsjahr 2024 wurden Wertminderungsaufwendungen auf Geschäfts- oder Firmenwerte in Höhe von 2,3 Mio. € (Vj. 15,3 Mio. €) vorgenommen, die sich auf Laboraktivitäten im Bereich der Prüfung von Schienenfahrzeugen in China beziehen. Im Vorjahr betrafen die Abschreibungen unsere Cloud-Dienstleistungen sowie die digitale Fahrzeugbewertung in Deutschland. Die sonstigen Aufwendungen verzeichneten einen Anstieg um 6,3 % auf 602,3 Mio. € (Vj. 566,6 Mio. €). Aufwandstreiber waren die Transformations- und Digitalisierungsprojekte in den IT-Kosten und den externen Verwaltungsdienstleistungen, die auch den Einsatz von Zeitarbeitskräften umfassen. Die gute Auftragslage und die Präsenz unserer Mitarbeitenden vor Ort beim Kunden führten zu einem erneuten Anstieg der Reisetätigkeit; zusätzlich stiegen die Reisekosten aufgrund des erstmaligen Einbezugs der im Geschäftsjahr erworbenen Unternehmen. Die sonstigen Erträge gingen um 30,3 % von 128,0 Mio. € auf 89,2 Mio. € zurück. Die wesentlichen Positionen sind die Erträge aus der Währungsumrechnung, die Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen - im Geschäftsjahr insbesondere aus der Auflösung von Personalrückstellungen - sowie Miet- und Pachterträge. Auch die Erlöse aus der Veräußerung von zwei Grundstücken in Deutschland sind hier erfasst. Die erhaltenen Zuwendungen der öffentlichen Hand lagen mit 8,6 Mio. € nahezu auf Vorjahresniveau (Vj. 8,5 Mio. €). Das Finanzergebnis erhöhte sich im Geschäftsjahr auf 29,9 Mio. € (Vj. 28,4 Mio. €); das entspricht einer Veränderung von 1,5 Mio. € bzw. 5,3 %. Neben dem positiven Ergebnisbeitrag aus at equity bewerteten Finanzanlagen verstärkte das positive Zinsergebnis die Entwicklung. Das Ergebnis aus at equity bewerteten Finanzanlagen erhöhte sich um 3,5 Mio. € auf 23,9 Mio. € und liegt damit über dem Vorjahreswert von 20,4 Mio. €. Der positive Ergebnisbeitrag (22,9 Mio. €) der Gemeinschaftsunternehmen TÜVTÜRK in der Türkei lag um 2,7 Mio. € über dem Vorjahreswert. Die Ergebnisentwicklung spiegelt den guten Geschäftsverlauf der Unternehmensgruppe wider. Unsere nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligung in Frankreich zeigte ebenfalls einen positiven Ergebnisbeitrag. Das übrige Beteiligungsergebnis verminderte sich um 3,0 Mio. € auf - 2,4 Mio. € (Vj. 0,6 Mio. €). In der Position sind die Wertminderungsaufwendungen auf ein deutsches nicht konsolidiertes Tochterunternehmen sowie Dividendenausschüttungen erfasst. Das Zinsergebnis verbesserte sich im Geschäftsjahr um 1,5 Mio. € auf 8,8 Mio. €. Der Finanzierungssaldo aus Pensionsrückstellungen ist weiterhin positiv und lag mit 7,3 Mio. € um 2,2 Mio. € unter dem Vorjahreswert von 9,5 Mio. €. Gleichzeitig führten zusätzliche Anlagen in Wertpapiere zu höheren Zinserträgen, während die Zinsaufwendungen aus Leasingverbindlichkeiten auf 13,8 Mio. € (Vj. 11,6 Mio. €) anstiegen. Das übrige Finanzergebnis belief sich im Geschäftsjahr auf - 0,4 Mio. €. Die Position enthält die Aufwendungen aus der Anwendung von IAS 29 „Rechnungslegung in Hochinflationsländern“ unserer vollkonsolidierten türkischen Tochtergesellschaften, das Währungsergebnis aus Finanzierungsvorgängen sowie das sonstige Finanzergebnis. Der Ertragsteueraufwand stieg um 16,8 Mio. € bzw. 34,8 % auf 65,1 Mio. €. Die effektive Steuerquote lag bei 28,9 % und damit nahe am erwarteten Ertragsteueraufwand. Im Vorjahr war die effektive Steuerquote (21,5 %) durch verschiedene Sondereffekte beeinflusst. Die Ergebnisentwicklung des Geschäftsjahres war durch einmalige, im Saldo negative Sondereffekte in Höhe von insgesamt 20,1 Mio. € (Vj. 21,6 Mio. €) beeinflusst. Die bereinigten EBIT-und EBT-Werte sowie die entsprechenden Margen sind für eine Ergebnisbeurteilung im Zeitablauf besser geeignet.
Als Einmaleffekte haben wir im Personalaufwand die gebildeten Vorsorgen für die beschlossene Restrukturierung eines Geschäftsbereichs in Deutschland sowie vereinbarte Abfindungen korrigiert. In den Abschreibungen bereinigten wir planmäßige Abschreibungen auf Vermögenswerte in Höhe von 6,6 Mio. €, die wir im Rahmen einer Kaufpreisallokation identifiziert hatten (PPA-Abschreibungen). Zudem sind hier einmalige Wertminderungsaufwendungen auf Sachanlagen in Höhe von 7,7 Mio. € enthalten, die aufgrund der fehlenden Auslastung einzelner Prüflabore vorgenommen wurden. Im Vorjahr beliefen sich die einmaligen Wertminderungen auf 8,1 Mio. €. Die Auflösung von gebildeten Vorsorgen für abgeschlossene Restrukturierungsmaßnahmen und noch nachlaufende Kosten aus der Veräußerung eines Gemeinschaftsunternehmens wurden als Einmaleffekte in den sonstigen Erträgen korrigiert. Zudem bereinigten wir die Wertminderungsaufwendungen auf Geschäfts- oder Firmenwerte, die Laboraktivitäten im Bereich der Prüfung von Schienenfahrzeugen in China betreffen. Im Vorjahr wurden Korrekturen für Cloud-Dienstleistungen und die digitale Fahrzeugbewertung vorgenommen. Im Beteiligungsergebnis wurde der Einmaleffekt aus der Wertminderung auf ein nicht konsolidiertes Tochterunternehmen in Deutschland eliminiert. Mit einem EBIT in Höhe von 216,6 Mio. € im Geschäftsjahr 2024 wurde der Vorjahreswert von 217,7 Mio. € um 0,5 % unterschritten. Die EBIT-Marge verringerte sich gegenüber dem Vorjahr (6,9 %) um 0,6 Prozentpunkte auf 6,3 %, da dem deutlichen Umsatzzuwachs auch deutlich höhere operative Aufwendungen gegenüberstanden. Die vorgenommenen Bereinigungen in Höhe von 20,1 Mio. € (Vj. 21,6 Mio. €) ergaben ein bereinigtes EBIT in Höhe von 236,7 Mio. €. Dieses lag bei wertmäßig ähnlichen Bereinigungen um 1,1 % bzw. 2,6 Mio. € unter dem Vorjahreswert (239,3 Mio. €). In der Folge verringerte sich die bereinigte EBIT-Marge auf 6,9 % (Vj. 7,6 %). Das Finanzergebnis lag im Geschäftsjahr 2024 bei 29,9 Mio. € und damit leicht über Vorjahresniveau (28,4 Mio. €). Dadurch stieg das EBT auf 225,0 Mio. € und erreichte nahezu den Vorjahreswert (225,1 Mio. €). Im Geschäftsjahr wurden keine zusätzlichen EBT-wirksamen Bereinigungen vorgenommen. Das bereinigte Ergebnis vor Ertragsteuern reduzierte sich um 0,6 % bzw. 1,6 Mio. € auf 245,1 Mio. € (Vj. 246,7 Mio. €). Die Umsatzrendite, gemessen am Ergebnis vor Ertragsteuern, erreichte im Geschäftsjahr 6,6 % (Vj. 7,2 %). Nachdem keine zusätzlichen Bereinigungen vorgenommen wurden, entwickelte sie sich entsprechend zur EBT-Marge und ging auf 7,1 % (Vj. 7,9 %) zurück. Der Konzernjahresüberschuss lag im Geschäftsjahr 2024 bei 159,9 Mio. €. Damit wurde der Vorjahreswert (176,8 Mio. €) um 16,9 Mio. € bzw. 9,6 % unterschritten. Für eine weitergehende Aufgliederung wesentlicher Positionen der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung verweisen wir auf den Konzernanhang. Finanzlage GRUNDSÄTZE DES FINANZMANAGEMENTS UND DER FINANZSTRATEGIE Mit unseren Finanzierungsaktivitäten halten wir ein solides Finanzprofil aufrecht und stellen ausreichende Liquiditätsreserven sicher, sodass sich die Zahlungsverpflichtungen von TÜV SÜD jederzeit erfüllen lassen. Weitere Ziele unserer Konzern-Finanzabteilung sind das effektive Management des Währungsrisikos sowie die kontinuierliche Zinsoptimierung. Aufgrund des signifikanten Volumens der zur Deckung der Pensionsverbindlichkeiten ausgelagerten Vermögenswerte hat die Anlage- und Risikosteuerung dieser Positionen eine sehr große Bedeutung für uns. Wir sind bestrebt, die Bonität von TÜV SÜD im guten Investment-Grade-Bereich weiterhin aufrechtzuerhalten. KAPITALSTRUKTUR TÜV SÜD finanziert sich aus den Mittelzuflüssen aus dem operativen Geschäft. Ergänzend zum vorhandenen Finanzmittelbestand verschafft uns die bis Juli 2027 laufende Konsortialkreditlinie über 300,0 Mio. € die finanzielle Flexibilität, um unsere Wachstumsziele zu erreichen. Wir verfügen mit dieser Kreditfazilität, den verfügbaren Finanzmitteln sowie dem jährlichen Free Cashflow über ausreichend Liquidität, um das angestrebte organische und anorganische Wachstum finanzieren zu können. INVESTITIONEN Das Investitionsvolumen ohne Unternehmensakquisitionen, Finanzanlagen und Wertpapiere lag im Geschäftsjahr 2024 bei 150,5 Mio. € (Vj. 180,5 Mio. €). ![]() In unserem Heimatmarkt Deutschland investierten wir 92,0 Mio. € bzw. 61,1 % der Gesamtinvestitionen insbesondere in den Neubau unseres Gebäudes „Algorithmus“ auf dem Areal unserer Konzernzentrale sowie in die beginnende Modernisierung des Stammhauses in München. Zudem erwarben wir Grundstücke in Filderstadt und Straubing. Weitere Mittel flossen in die Instandhaltung der Technischen Service Center, unter anderem in die Installation von Photovoltaikanlagen. Darüber hinaus investierten wir in die technische Ausstattung dieser Prüfstellen, in den Ausbau von Testlaboren sowie in Betriebs- und Geschäftsausstattung. In Europa (ohne Deutschland) konzentrierte sich die Investitionstätigkeit mit 25,2 Mio. € im Jahr 2024 überwiegend auf den Ausbau des Netzwerks der Technischen Service Center in der Slowakei sowie auf die Ausrüstung von Testlaboren und die Betriebs- und Geschäftsausstattung unserer Standorte in Großbritannien, Italien und Spanien. Zudem flossen Mittel in verschiedene IT-Anwendungssysteme in Großbritannien sowie in Softwareprojekte der Domutech in Dänemark. Wir investierten 25,2 Mio. € bzw. 16,8 % des Gesamtinvestitionsvolumens in der Region ASIA. Die Mittel flossen vor allem in den Auf- und Ausbau von Laboren für elektromagnetische Verträglichkeit (EMV) in China, Taiwan und Indien. In Indien wurde in den weiteren Ausbau des „Bengaluru Campus“ investiert. Der Campus bietet Prüflabore für elektrische Sicherheit und EMV sowie für Biokompatibilität, Toxizität und mikrobiologische Analyse von Medizinprodukten. Weitere Mittel wendeten wir für Softwareprojekte der Division Product Service in Singapur auf. In der Region AMERICAS investierten wir rund 8,0 Mio. € bzw. 5,3 % unseres Investitionsvolumens. Auch hier lag der Schwerpunkt auf der Erweiterung und Modernisierung der Labor- und Prüfstandorte, insbesondere auf den Kapazitäten für die Prüfung von Batterien für Elektrofahrzeuge, EMV und biochemischen Tests. In das Finanzanlagevermögen flossen im Jahr 2024 insgesamt 31,8 Mio. € (Vj. 2,7 Mio. €). Diese Mittel umfassen im Wesentlichen eine Ausleihung an den TÜV SÜD Pension Trust e. V. Zum Bilanzstichtag bestanden keine wesentlichen Investitionsverpflichtungen. LIQUIDITÄT Der Finanzmittelbestand verringerte sich bis zum Ende des Geschäftsjahres um 219,2 Mio. € bzw. 41,5 % auf 309,4 Mio. €. Damit entspricht er 8,6 % (Vj. 16,0 %) der Bilanzsumme. Die Entwicklung der flüssigen Mittel im Geschäftsjahr wird in der Konzern-Kapitalflussrechnung im Detail dargestellt. ![]() Ausgangsbasis für die Kapitalflussrechnung ist der Konzernjahresüberschuss. Dieser erreichte im Geschäftsjahr 159,9 Mio. € und lag damit um 16,9 Mio. € unter dem Vorjahreswert (176,8 Mio. €). Verluste aus den Abgängen oder Veräußerungen von Sachanlagen und Finanzanlagen bzw. Entkonsolidierungen verminderten die Ausgangsbasis nur geringfügig (- 0,2 Mio. €). Im Vorjahr waren insbesondere aufgrund der Veräußerung von Wertpapieren und einer Tochtergesellschaft Anpassungen in Höhe von 8,2 Mio. € vorgenommen worden. Die zahlungsmittelneutralen Positionen Abschreibungen, Wertminderungen und Zuschreibungen erreichten in Summe 205,9 Mio. € und lagen damit um 7,7 Mio. € über dem Vorjahreswert von 198,2 Mio. €. Neben den laufenden Abschreibungen wurden Wertminderungen auf Geschäfts- oder Firmenwerte sowie auf Sachanlagen vorgenommen. Zudem erfolgte eine Abschreibung auf ein nicht konsolidiertes deutsches Tochterunternehmen. Die sonstigen zahlungsunwirksamen Erträge und Aufwendungen enthalten insbesondere die Fortschreibung der nach der Equity-Methode einbezogenen Gesellschaften. Im Geschäftsjahr führten die Veränderungen des notwendigen Betriebskapitals sowie der übrigen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten zu einem Mittelabfluss in Höhe von 13,9 Mio. € (Vj. Mittelzufluss in Höhe von 19,3 Mio. €). Die gute Geschäftsentwicklung führte zu einer stärkeren Mittelbindung in den kurzfristigen Aktiva, vorwiegend in den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und den Vertragsvermögenswerten in Deutschland und China. Die Passivseite verzeichnete einen geringen Mittelzufluss. Dabei wurde der Rückgang in den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen vollständig durch den Anstieg der Vertragsverbindlichkeiten - insbesondere im Segment CERTIFICATION in China - sowie die Zunahme in den übrigen Rückstellungen und in den übrigen Verbindlichkeiten kompensiert. So erreichte der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit insgesamt 361,3 Mio. €. Er lag damit um 8,3 Mio. € bzw. 2,2 % unter dem Vorjahreswert von 369,6 Mio. €. Der Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit stieg im Geschäftsjahr um 264,5 Mio. € auf 386,1 Mio. € an. Die Auszahlungen für Investitionen in immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen und als Finanzinvestition gehaltene Immobilien lagen mit 159,4 Mio. € um 23,3 Mio. € unter dem Vorjahresniveau (Vj. 182,7 Mio. €). Investiert wurde hauptsächlich in den Neubau „Algorithmus“ in München sowie in Technische Service Center und Prüflabore. Die Einzahlungen aus Anlagenabgängen (4,2 Mio. €) betreffen vorwiegend die Veräußerung von Grundstücken in Deutschland und den Verkauf eines Prüflabors in Frankreich. In den Finanzanlagen ergab sich ein Netto-Abfluss. Dieser ist insbesondere auf die Gewährung verschiedener Ausleihungen, hauptsächlich an den TÜV SÜD Pension Trust e. V., zurückzuführen. Während insbesondere die TÜV SÜD AG sowie ihre Tochtergesellschaften in Südkorea und in den USA in Wertpapiere, Geldmarktfonds und Termingelder investierten, wurden Geldmarktfonds und Termingeldanlagen in China und im Nahen Osten aufgelöst, wodurch sich insgesamt ein Auszahlungsüberhang von 33,4 Mio. € ergab. Im Vorjahr lag ein Einzahlungsüberhang (56,9 Mio. €) vor, nachdem die Wertpapiere eines Spezialfonds liquidiert worden waren. Wesentlicher Faktor für den stark angestiegenen Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit waren die unterjährigen Unternehmenstransaktionen in Höhe von 160,7 Mio. €. Dabei standen den Auszahlungen für die Unternehmenserwerbe in Europa, den USA und Singapur in den Segmenten INDUSTRY und MOBILITY keine Einzahlungen aus Unternehmensabgängen gegenüber. Die externe Finanzierung von Pensionsverpflichtungen erhöhte sich auf 5,6 Mio. € (Vj. 4,9 Mio. €). Auf zahlungswirksame Sonderzuführungen in den TÜV SÜD Pension Trust e. V., München, und in den TÜV Hessen Trust e. V., Darmstadt, wird seit dem Jahr 2022 verzichtet, nachdem diese Pensionspläne eine Überdeckung aufwiesen. Im Geschäftsjahr 2024 erreichte der freie Zahlungsmittelzufluss (Free Cashflow) - definiert als Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit abzüglich der Ausgaben für Investitionen in immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen und als Finanzinvestition gehaltene Immobilien - 201,9 Mio. € (Vj. 186,9 Mio. €). Dies entspricht einem Anstieg von 8,0 % gegenüber dem Vorjahr. Die Investitionen in immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen und als Finanzinvestition gehaltene Immobilien wurden vollständig aus dem Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit finanziert. Der Mittelabfluss aus Finanzierungstätigkeit stieg um 108,7 Mio. € auf 195,4 Mio. € (Vj. 86,7 Mio. €) an. Die Veränderung ergab sich aus der Tilgung von Darlehen, die im Rahmen der Unternehmenserwerbe in Schweden und den USA übernommen worden waren. Die Auszahlungen für den Erwerb zusätzlicher Anteile an zwei konsolidierten Tochtergesellschaften in Deutschland und im Nahen Osten verstärkten den Mittelabfluss aus Finanzierungstätigkeit zusätzlich. Zudem erhöhte sich die Tilgung von Leasingverbindlichkeiten aufgrund eines höheren Bestands einschließlich der im Rahmen des Erwerbs in Schweden übernommenen Leasingverbindlichkeiten. Die Ausschüttung an die TÜV SÜD Gesellschafterausschuss GbR erfolgte gegenüber dem Vorjahr in unveränderter Höhe, während die Auszahlungen an Minderheitsgesellschafter aufgrund der verbesserten Ergebnissituation der entsprechenden Gesellschaften im Vorjahresvergleich anstiegen. Der Wert des Finanzmittelfonds - bestehend aus Schecks, Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten sowie Finanztiteln mit einer ursprünglichen Fälligkeit von bis zu drei Monaten - belief sich zum Bilanzstichtag auf 309,4 Mio. €. Mit den jederzeit liquidierbaren Wertpapieren, die in den übrigen Finanzanlagen und in den kurzfristigen Vermögenswerten ausgewiesen werden, stehen TÜV SÜD finanzielle Mittel in Höhe von 432,1 Mio. € (Vj. 615,9 Mio. €) zur Verfügung. Weiterer Finanzierungsspielraum ergibt sich aus der bis Juli 2027 laufenden Konsortialkreditlinie über 300,0 Mio. €. Vermögenslage ![]() Im Geschäftsjahr 2024 stieg die Bilanzsumme um 282,1 Mio. € bzw. 8,5 % auf 3.583,3 Mio. € (Vj. 3.301,2 Mio. €) an. Die langfristigen Vermögenswerte erhöhten sich um 422,1 Mio. € auf 2.383,8 Mio. €, wobei der Zuwachs insbesondere auf immaterielle Vermögenswerte zurückzuführen ist. Gleichzeitig stiegen die Investitionen in Nutzungsrechte, Sachanlagen und Finanzanlagen sowie die Vermögenswerte aus überdotierten Pensionsplänen an. Die kurzfristigen Vermögenswerte verringerten sich um 140,0 Mio. € auf 1.199,5 Mio. €, vor allem aufgrund des niedrigeren Bestands an flüssigen Mitteln. Die immateriellen Vermögenswerte stiegen um 194,4 Mio. € auf 478,1 Mio. € an. Der Zuwachs entstand vor allem durch die Unternehmenserwerbe in Schweden und Dänemark und ist vorwiegend in den Geschäfts- oder Firmenwerten und den übrigen immateriellen Vermögenswerten zu verzeichnen. Bei Geschäfts- oder Firmenwerten nahmen wir außerplanmäßige Abschreibungen in Höhe von 2,3 Mio. € auf Laboraktivitäten in China vor. Die Nutzungsrechte aus Leasingverhältnissen erhöhten sich um 46,3 Mio. € auf 488,5 Mio. €. In der Summe enthalten sind auch Zugänge aus den neuerworbenen Unternehmen in Höhe von 26,5 Mio. €. Die laufenden Abschreibungen im Geschäftsjahr betrugen 83,8 Mio. € (Vj. 75,7 Mio. €). Die Zugänge bei den Sachanlagen waren durch Investitionen in den Neubau sowie die Erweiterung und Modernisierung von Gebäuden und Laboren in Deutschland, der Slowakei, China und Taiwan, Indien sowie den USA geprägt, wobei laufende Projekte in erheblichem Umfang als Anlagen im Bau erfasst sind. Ein zusätzlicher Anstieg ergab sich aus den erworbenen Unternehmen, unter anderem in Lettland, wo wir ein Netz an Technischen Service Centern besitzen. Der Wert der als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien liegt mit 15,5 Mio. € um 10,0 Mio. € über dem Niveau des Vorjahres. Die at equity bewerteten Finanzanlagen erhöhten sich um 14,5 Mio. € auf 51,2 Mio. €. Der Anstieg resultiert im Wesentlichen aus der Ergebnisfortschreibung unter Berücksichtigung erhaltener Ausschüttungen unserer türkischen Gemeinschaftsunternehmen TÜVTÜRK. Die übrigen Finanzanlagen verzeichneten einen Anstieg um 74,3 Mio. € auf 86,7 Mio. €, insbesondere durch den Erwerb von langfristigen Wertpapieren. Weiter verstärkt wurde der Effekt durch die Ausleihung an den TÜV SÜD Pension Trust e. V. und den Erwerb von Geschäftsanteilen an einer nicht konsolidierten Tochtergesellschaft in Singapur. Gegenläufig wirkte eine Abschreibung auf die Anteile an einer nicht konsolidierten Tochtergesellschaft in Deutschland. Die übrigen langfristigen Vermögenswerte beinhalten im Wesentlichen die Vermögenswerte aus überdotierten Pensionsplänen (415,7 Mio. €). Der Rückgang der aktiven latenten Steuern um 23,1 Mio. € auf 101,3 Mio. € ergab sich vor allem aus der Veränderung der temporären Differenzen der Nettopensionsverpflichtungen. Die Vertragsvermögenswerte erhöhten sich um 34,7 Mio. € oder 21,0 % auf 199,6 Mio. €. Der Anstieg ist vor allem auf laufende Großprojekte in den Segmenten INDUSTRY und CERTIFICATION, insbesondere in China und in Deutschland, zurückzuführen. Die Entwicklung verlief überproportional zum Umsatzanstieg. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen erhöhten sich im Jahr 2024 um 32,9 Mio. € bzw. 7,3 % auf 485,7 Mio. €. Sie entwickelten sich damit unterproportional zum Umsatz, der um 9,2 % anstieg. Die Veränderung ergab sich aufgrund der guten Geschäftsentwicklung vor allem bei Gesellschaften in Deutschland und in China. Die Forderungslaufzeit (Days Sales Outstanding, DSO) liegt im Konzerndurchschnitt bei 54 Tagen (Vj. 55 Tage). Die übrigen kurzfristigen Vermögenswerte stiegen um 12,8 Mio. € auf 172,5 Mio. € (Vj. 159,7 Mio. €) an, insbesondere aufgrund einer geleisteten Vorauszahlung der Nutzungsgebühr für einen Softwarevertrag in Deutschland. Zudem stiegen die Vorauszahlungen für beauftragte Fuhrparkmanagementleistungen in Deutschland. Gegenläufig wurden die Geldmarktfonds in China sowie Anlagen in Termingelder vermindert. Der Bestand an flüssigen Mitteln verringerte sich um 219,2 Mio. € auf 309,4 Mio. €. Er entspricht damit 8,6 % der Bilanzsumme (Vj. 16,0 %). Das Eigenkapital stieg im Geschäftsjahr um 154,1 Mio. € (+ 8,5 %) auf 1.958,7 Mio. € an. Der Zuwachs ergab sich aus dem Konzernjahresüberschuss von 159,9 Mio. € (Vj. 176,8 Mio. €), aus den versicherungsmathematischen Gewinnen nach Berücksichtigung von latenten Steuern und aus den Effekten aus der Währungsumrechnung einschließlich der Hyperinflationseffekte unserer vollkonsolidierten türkischen Tochtergesellschaften. Gegenläufig verminderten der Erwerb von Minderheitsanteilen an bereits konsolidierten Tochtergesellschaften sowie Ausschüttungen das Eigenkapital. Die Eigenkapitalquote liegt unverändert zum Vorjahr bei 54,7 %. Die langfristigen Schulden nahmen um 46,7 Mio. € zu und belaufen sich auf 697,0 Mio. €, im Wesentlichen bedingt durch die gestiegenen langfristigen Leasingverbindlichkeiten. Die kurzfristigen Schulden erhöhten sich infolge des Anstiegs der kurzfristigen Rückstellungen, der Vertragsverbindlichkeiten und der übrigen kurzfristigen Verbindlichkeiten um 81,3 Mio. € auf 927,6 Mio. €. Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen lagen mit 151,4 Mio. € (Vj. 152,4 Mio. €) auf Vorjahresniveau. In dieser Position werden diejenigen leistungsorientierten Pensionspläne ausgewiesen, deren Nettopensionsverpflichtung - also der Saldo aus dem Barwert der leistungsorientierten Verpflichtungen und dem Zeitwert des Planvermögens - zum Bilanzstichtag eine Unterdeckung aufwies (unterdotierte Pensionspläne). Die mit 415,7 Mio. € (Vj. 367,3 Mio. €) überdotierten Pensionspläne werden unter den langfristigen Vermögenswerten gezeigt. Zum Ausbau der externen Finanzierung der Pensionsverpflichtungen in Deutschland hat TÜV SÜD Betriebsvermögen im Rahmen von Treuhandmodellen (CTA - Contractual Trust Agreement) an die Vereine TÜV SÜD Pension Trust e. V. und TÜV Hessen Trust e. V. ausgelagert. Beide Vereine verwalten die Mittel treuhänderisch und ausschließlich zur Finanzierung der Pensionsverpflichtungen. Die übertragenen Treuhandvermögen sind als Planvermögen zu behandeln und werden daher mit den Pensionsverpflichtungen saldiert. Zum Bilanzstichtag betrug das Planvermögen insgesamt 1.859,6 Mio. €. Davon entfallen 1.643,7 Mio. € auf das Treuhandvermögen des TÜV SÜD Pension Trust e. V. und 71,5 Mio. € auf den TÜV Hessen Trust e. V. Das weitere Planvermögen in Höhe von 144,4 Mio. € bestand im Wesentlichen aus Deckungskapitalanteilen von Rückdeckungsversicherungen und aus Vermögen von Pensionsplänen im Ausland. Konzernweit erhöhte sich das Planvermögen um 17,8 Mio. €. Der Anstieg ist insbesondere auf die im In- und Ausland tatsächlich erzielten Gewinne in Höhe von 94,3 Mio. € zurückzuführen. Diese überstiegen die Pensionszahlungen in Höhe von 85,4 Mio. €. Dem stehen Zuführungen ins Planvermögen in Höhe von 5,6 Mio. € gegenüber. Durch den Rückgang des Anwartschaftsbarwerts und den Anstieg des Planvermögens erhöht sich die Deckung der Pensionsverpflichtungen durch Planvermögen von 113,2 % im Vorjahr auf 116,6 % zum Bilanzstichtag. Im Inland lag die Deckung bei 118,5 % (Vj. 115,0 %). Eine ausführliche Darstellung der Entwicklung der Pensionsverpflichtung sowie des Planvermögens findet sich im Konzernanhang. Die übrigen langfristigen Rückstellungen gingen um 5,3 Mio. € auf 74,3 Mio. € zurück. Sie enthalten Rückstellungen für Jubiläen und Beihilfen für langjährige Beschäftigte. Sie umfassen auch den langfristigen Teil der Vorsorgen in Zusammenhang mit dem Dammbruch in Brasilien. Der Anstieg der langfristigen Leasingverbindlichkeiten um 39,2 Mio. € auf 428,0 Mio. € resultierte neben den Zugängen von Immobilienmietverträgen aus den neuerworbenen Unternehmen in Höhe von 21,7 Mio. € vor allem aus Zugängen bei der Anmietung von Gebäuden in Deutschland und China. Die übrigen langfristigen Verbindlichkeiten beinhalten vereinbarte langfristige Kaufpreisbestandteile und Halteprämien für Beschäftigte in Zusammenhang mit den Erwerben des Geschäftsjahres. Die passiven latenten Steuern sind um 7,7 Mio. € auf 27,3 Mio. € angestiegen. Sie betreffen vor allem immaterielle Vermögenswerte, die im Rahmen von Kaufpreisallokationen angesetzt werden. Die Veränderung im Geschäftsjahr resultierte größtenteils aus den unterjährigen Unternehmenserwerben in Dänemark und Schweden. Die kurzfristigen Rückstellungen betreffen hauptsächlich Bonusverpflichtungen gegenüber Beschäftigten, Rückstellungen für Rechts- und Beratungskosten sowie Abfindungs- und Restrukturierungsrückstellungen in Deutschland. Der Anstieg der kurzfristigen Leasingverbindlichkeiten um 8,4 Mio. € auf 78,2 Mio. € ist fast zur Hälfte auf die Immobilienmietverträge der erworbenen Unternehmen zurückzuführen. Der abrechnungsbedingte Abbau der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen insbesondere in Deutschland führte zu einem geringeren Bestand an Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen. Er liegt mit 88,4 Mio. € um 13,5 Mio. € unter dem Vorjahreswert (101,9 Mio. €). Die Vertragsverbindlichkeiten erhöhten sich um 33,8 Mio. € auf 224,5 Mio. €. Der Anstieg war hauptsächlich im Segment CERTIFICATION in China zu verzeichnen. Verstärkt wurde die Entwicklung durch den Anstieg der erhaltenen Anzahlungen für noch zu erbringende Leistungen bei Gebäudeinspektionen im versicherungsgetriebenen Marktumfeld. Die übrigen kurzfristigen Verbindlichkeiten stiegen um 22,0 Mio. € auf 259,5 Mio. €. Sie enthalten unter anderem Verpflichtungen gegenüber Beschäftigten für Urlaub und Mehrarbeit sowie Verpflichtungen für ausstehende Rechnungen und kurzfristige Kaufpreisbestandteile. Auch Verbindlichkeiten aus sonstigen Steuern und Verbindlichkeiten im Rahmen der sozialen Sicherheit sind in der Position erfasst. Erläuterungen zur TÜV SÜD AG Ergänzend zur Berichterstattung über den TÜV SÜD Konzern wird im Folgenden die Ertrags- , Vermögens- und Finanzlage aus dem handelsrechtlichen Jahresabschluss der TÜV SÜD AG erläutert. Die TÜV SÜD AG ist als Management-Holding der TÜV SÜD Gruppe tätig. Im Geschäftsjahr 2024 gehörten insgesamt 39 (Vj. 43) inländische und 113 (Vj. 103) ausländische Gesellschaften zur Unternehmensgruppe. Zusätzlich zur Betreuung der Beteiligungsgesellschaften erbringt die TÜV SÜD AG weitere übergeordnete Dienstleistungen, insbesondere in den Bereichen Recht, Personal, Finanzen und Controlling, Innovation, Organisation, Nachhaltigkeit sowie Marketing und Vertrieb. Die wirtschaftliche Entwicklung der TÜV SÜD AG ist abhängig von Ausschüttungen bzw. Ergebnisabführungsverträgen der Beteiligungsgesellschaften, Erlösen aus dem vermieteten Immobilienvermögen, Erträgen des Kapitalanlagevermögens, Erlösen aus der Verrechnung von Markenlizenzen, aus Divisions- und Regionenverrechnungen sowie aus der Verrechnung von betrieblich veranlassten Holdingleistungen und von Management- und Serviceleistungen. ERTRAGSLAGE
Die Gesamtleistung der TÜV SÜD AG erhöhte sich im Berichtsjahr 2024 um 27,5 Mio. € bzw. 17,0 % auf 189,2 Mio. €. Der Anstieg ist im Wesentlichen auf die Weiterbelastung höherer vorverauslagter Aufwendungen sowie auf Einnahmen aus Markenlizenzen zurückzuführen. Die sonstigen betrieblichen Erträge gingen auf 19,7 Mio. € zurück. Das entspricht einer Verringerung von 59,4 % bzw. 28,8 Mio. €, die sich im Wesentlichen aus geringeren Rückstellungsauflösungen ergab. In dieser Position sind auch die Erträge aus Versicherungsleistungen, aus der Währungsumrechnung und aus Devisentermingeschäften sowie Gewinne aus dem Verkauf von Immobilien zusammengefasst. Im Materialaufwand werden Mietaufwendungen sowie die Nebenkosten aus dem Immobilienbestand, die Kosten für den Betrieb von IT-Anwendungen sowie Versicherungsbeiträge und sonstige bezogene Leistungen ausgewiesen. Insbesondere Kosten für den IT-Anwendungsbetrieb führten zu einem Anstieg im Materialaufwand um 10,8 Mio. € bzw. 16,3 % auf 77,2 Mio. €. Der Personalaufwand erhöhte sich um 6,9 Mio. € bzw. 15,8 % auf 50,7 Mio. €. Dies ist überwiegend auf den Anstieg der Beschäftigtenzahl, eine Tariferhöhung sowie höhere Aufwendungen für gesetzliche Sozialabgaben und Altersversorgung zurückzuführen. Die Aufwendungen für Abschreibungen entsprechen dem Vorjahresniveau. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen stiegen um 15,4 Mio. € bzw. 13,9 % auf 126,2 Mio. €. Gründe hierfür waren gestiegene Rechts- und Beratungsaufwendungen, einschließlich der Aufwendungen für die laufenden Transformations- und Zukunftsprojekte sowie höhere Ausgaben für die Aus- und Weiterbildung. Die Position schließt auch Instandhaltungskosten, Aufwendungen aus der Währungsumrechnung sowie Betriebs- und Verwaltungskosten mit ein. Das Finanzergebnis ging um 125,7 Mio. € bzw. 34,7 % auf 236,9 Mio. € zurück. Dies ist im Wesentlichen auf geringere Ergebnisbeiträge von Tochtergesellschaften mit Ergebnisabführungsverträgen, niedrigere Dividendeneinkünfte sowie das gesunkene Ergebnis des Planvermögens zurückzuführen. Die geringeren Ergebnisbeiträge von Tochtergesellschaften mit Ergebnisabführungsverträgen (146,0 Mio. €; Vj. 188,9 Mio. €) und die ebenfalls gesunkenen Erträge aus Gewinnausschüttungen in Höhe von 35,7 Mio. € (Vj. 120,1 Mio. €) verminderten das Beteiligungsergebnis im Vorjahresvergleich. Die geringeren Aufwendungen (8,9 Mio. €; Vj. 9,2 Mio. €) aus Verlustübernahme und niedrigere Abschreibungen auf Anteile an einem verbundenen Unternehmen konnten diese Entwicklung nicht kompensieren. Unsere türkischen Gemeinschaftsunternehmen TÜVTÜRK erzielten erneut einen positiven Ergebnisbeitrag (13,4 Mio. €; Vj. 10,8 Mio. €). Im Zinsergebnis sind Aufwendungen und Erträge im Zusammenhang mit dem Contractual Trust Agreement (CTA) saldiert. Aus den Anlagen im CTA ergab sich im Geschäftsjahr ein Ertrag in Höhe von 49,7 Mio. € (Vj. 80,6 Mio. €). Aus Währungssicherungsgeschäften wurden im Geschäftsjahr Aufwendungen in Höhe von 0,7 Mio. € realisiert. Das Betriebsergebnis, definiert als Ergebnis vor Steuern und Finanzergebnis, belief sich in Summe auf - 56,2 Mio. € und lag damit unter dem Vorjahreswert in Höhe von - 21,9 Mio. €. Aus den Steuern vom Einkommen und vom Ertrag ergab sich ein Aufwand in Höhe von 11,2 Mio. € (Vj. 19,8 Mio. €). Der Rückgang ist im Wesentlichen auf die verminderten Ergebnisbeiträge der Tochtergesellschaften mit Ergebnisabführungsverträgen zurückzuführen. Insgesamt ergibt sich damit ein Jahresüberschuss in Höhe von 169,5 Mio. €, nachdem im Vorjahr ein Jahresüberschuss in Höhe von 320,9 Mio. € erzielt worden war. Der TÜV SÜD Konzern wird anhand von Leistungsindikatoren gesteuert. Die zugrunde liegenden Daten wurden nach IFRS ermittelt und sind somit für den Einzelabschluss der TÜV SÜD AG als Konzernmuttergesellschaft nicht aussagekräftig. Für die TÜV SÜD AG als Konzernmuttergesellschaft sind finanzielle und nicht finanzielle Leistungsindikatoren und auch deren Prognose von untergeordneter Bedeutung. Die Einhaltung der gesellschaftsrechtlichen Anforderungen bleibt davon jedoch unberührt. Das handelsrechtliche Jahresergebnis der TÜV SÜD AG ist im Wesentlichen durch das Finanzergebnis beeinflusst, das vom Zinsniveau sowie von den Ergebnisbeiträgen der Tochtergesellschaften abhängt. VERMÖGENSLAGE
Im Anlagevermögen verminderte sich der Wert der immateriellen Vermögensgegenstände durch die laufende Abschreibung eines Softwarelizenzvertrags. Das Sachanlagevermögen stieg aufgrund von Investitionen in Grundstücke, Gebäude und Anlagen im Bau deutlich an. Im Wesentlichen flossen die Mittel in ein neues Verwaltungsgebäude an der Westendstraße, München, sowie in Technische Service Center. Zudem wurden in Deutschland Grundstücke in Filderstadt und Straubing erworben. Die im Geschäftsjahr getätigten Unternehmensakquisitionen in Dänemark und Schweden erhöhten im Wesentlichen die Finanzanlagen. Verstärkt wurde der Anstieg durch Investitionen in Wertpapiere und die Ausreichung einer Ausleihung. Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände stiegen um 56,7 Mio. € auf 135,4 Mio. €, im Wesentlichen aufgrund der Forderungen gegen verbundene Unternehmen aus Inhouse-Cash-Transaktionen (Cashpool) und aus kurzfristigen Ausleihungen sowie durch Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Der Bestand der Wertpapiere des Umlaufvermögens verringerte sich, nachdem die Mittel teilweise zur Finanzierung der Unternehmenserwerbe verwendet und zudem Investitionen in Wertpapiere des Anlagevermögens vorgenommen worden waren. Die Rechnungsabgrenzungsposten beinhalten insbesondere die geleistete Vorauszahlung der Nutzungsgebühr für einen Softwarevertrag. Der aktive Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung erreichte 181,3 Mio. € und lag damit um 45,5 Mio. € über dem Vorjahreswert. Die Steuerrückstellungen lagen mit 30,1 Mio. € nahezu auf Vorjahresniveau (30,3 Mio. €). Die sonstigen Rückstellungen blieben mit 72,3 Mio. € nahezu unverändert zum Vorjahreswert in Höhe von 71,1 Mio. €. Hier sind Vorsorgen für verschiedene Haftungsrisiken sowie für Beratungs- und Rechtskosten enthalten. Die Verbindlichkeiten stiegen um 6,6 Mio. € an und lagen zum Ende des Geschäftsjahres bei 456,0 Mio. €. Der Anstieg ergibt sich überwiegend durch höhere Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen infolge von Inhouse-Cash-Transaktionen (Cashpool). Gegenläufig wurden die Darlehensverbindlichkeiten durch Rückzahlungen reduziert. Zudem verringerten sich die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen um 15,1 Mio. € auf 13,0 Mio. €. FINANZLAGE UND KAPITALSTRUKTUR Das Finanzmanagement der TÜV SÜD AG zielt darauf ab, die Zahlungsfähigkeit sicherzustellen und die Liquidität laufend zu optimieren. Die flüssigen Mittel liegen mit 32,0 Mio. € um 7,2 Mio. € unter dem Vorjahresniveau (39,2 Mio. €). Der Bestand der Wertpapiere des Umlaufvermögens belief sich zum Jahresende auf 148,3 Mio. € (Vj. 368,2 Mio. €). Im Geschäftsjahr wurden die bestehenden flüssigen Mittel, die Liquidität aus der Veräußerung der Wertpapiere des Umlaufvermögens sowie die laufenden Einnahmen aus dem operativen Geschäftsbetrieb im Wesentlichen für Unternehmenserwerbe und die Investition in Wertpapiere des Anlagevermögens verwendet. Die laufenden Einnahmen ergeben sich aus den Einzahlungen aus dem laufenden Geschäft von Tochtergesellschaften, die der TÜV SÜD AG über den Cashpool zugeflossen sind, sowie aus den Rentenerstattungen des TÜV SÜD Pension Trust e. V. Das Eigenkapital erhöhte sich um 167,4 Mio. € auf 1.364,1 Mio. €. Dieser Anstieg entspricht dem Jahresüberschuss in Höhe von 169,5 Mio. € abzüglich der Dividendenzahlung in Höhe von 2,1 Mio. € an die TÜV SÜD Gesellschafterausschuss GbR, München. Zusammen mit dem Gewinnvortrag des Vorjahres ergibt sich ein Bilanzgewinn in Höhe von 808,6 Mio. €. Die Bilanzsumme erhöhte sich um 175,0 Mio. € auf 1.922,5 Mio. €. Die Eigenkapitalquote stieg von 68,5 % auf 71,0 %. GESAMTAUSSAGE ZUR LAGE DER TÜV SÜD AG Die Erwartungen des Vorstands hinsichtlich der Entwicklung des Planvermögens wurden im Berichtsjahr 2024 in etwa erreicht. Die allgemeine Geschäftsentwicklung der TÜV SÜD AG verlief zufriedenstellend. Die TÜV SÜD AG ist auch künftig abhängig von der Geschäftsentwicklung ihrer Tochtergesellschaften. Zudem wird das Ergebnis der TÜV SÜD AG durch externe Faktoren wie den Rechnungszinssatz für die Pensionsverpflichtungen und das Deckungsvermögen beeinflusst. Der Vorstand der TÜV SÜD AG geht für die Zukunft von einer weiterhin stabilen Vermögens- und Finanzlage aus. Die gleichbleibende Ausschüttung gilt für die nächsten Jahre als gesichert. Segmentbericht Alle Segmente von TÜV SÜD konnten ihren Wachstumskurs fortsetzen und lieferten im Vorjahresvergleich einen annähernd gleich starken Umsatzbeitrag - eine Entwicklung, mit der wir besonders zufrieden sind. INDUSTRY Im Segment INDUSTRY haben wir ein breites Spektrum an Dienstleistungen zusammengefasst. Diese reichen von der Anlagensicherheit und den Dienstleistungen für die chemische und petrochemische Industrie über die technische Risikoanalyse und -bewertung bis hin zur Begutachtung von Gebäuden und Schienenfahrzeugen. Auch die Prüfung der funktionalen Sicherheit von Aufzügen ist hier organisatorisch verankert. Die zentralen Themen des Segments sind Digitalisierung und Nachhaltigkeit. So erweitern wir unser Leistungsspektrum kontinuierlich um digitale Prüfdienstleistungen und Lösungen zum Asset Integrity Management, aber auch um Dienstleistungen, die den gesamten Lebenszyklus von Gebäuden umfassen. Durch die weitgehende Vernetzung von Anlagen werden die Themen der funktionalen Sicherheit und der Cybersecurity immer wichtiger. Zugleich gewinnen nachhaltigkeitsbezogene Leistungen immer mehr an Bedeutung für unsere Kunden. Schwerpunkte liegen hier auf Dekarbonisierung und Klimaschutz, den Herausforderungen der Energiewende sowie auf der Nutzung von erneuerbaren Energien, insbesondere von Wasserstoff. Auch Nachhaltigkeitszertifizierungen, beispielsweise von Gebäuden, stehen im Fokus. Wir entwickeln zudem unsere Kundenportale weiter und verbessern damit die digitale Kundenerfahrung. Die geopolitischen Spannungen, wirtschaftspolitische Unsicherheiten, der zunehmende Fachkräftemangel sowie standortspezifische Probleme in unserem Heimatmarkt Deutschland stellten auch im Geschäftsjahr viele unserer Kunden vor Herausforderungen. In Branchen mit hohem Energie- und Rohstoffverbrauch und einer starken internationalen Verflechtung in den Lieferketten nahm die Zahl der Insolvenzen zu. Aufgrund der politischen und wirtschaftlichen Unsicherheiten hielt die Investitionszurückhaltung weiter an. Allerdings konnten auch Nachholeffekte beobachtet werden, wie etwa im Bahnbereich, wo im Vorjahr Projekte verschoben worden waren. Die genannten Faktoren beeinflussten die Geschäftstätigkeit im Segment INDUSTRY und die Entwicklung unserer Geschäftsmodelle. Einmal mehr zeigt sich damit, wie wichtig die kontinuierliche Überprüfung und Weiterentwicklung unseres Leistungsportfolios ist. Den Auswirkungen der schwierigen Rahmenbedingungen auf unser Geschäft begegnen wir mit Programmen zur Kostenoptimierung und dem gezielten Einsatz von digitalen Lösungen. Zudem konnten wir auch im Jahr 2024 Preiserhöhungen in ausgewählten Bereichen am Markt durchsetzen. Darüber hinaus profitierten wir im Geschäftsjahr von den getätigten Unternehmenserwerben. Zu nennen sind hier unter anderem A-Reliance, ein Anbieter von Prüfdienstleistungen für Aufzüge und Rolltreppen, sowie Domutech, ein Anbieter von Gebäudeinspektionen, Energieausweisen und KI-basierten Lösungen für Immobilienbesitzer und die Immobilienwirtschaft. Darüber hinaus haben wir in den USA unser Angebot rund um Nachhaltigkeitszertifizierungen gestärkt. Die durchschnittlich 7.884 Beschäftigten (teilzeitbereinigt) des Segments INDUSTRY erzielten im Geschäftsjahr einen Umsatz in Höhe von 1.138,2 Mio. €, dies entspricht einem Drittel des Konzernumsatzes. Der Umsatzanstieg von 10,2 % bzw. 105,2 Mio. € entsprach unseren Erwartungen. Mit einem Umsatzanteil von knapp 60 % trug die Division Industry Service den größten Teil zum Segmentumsatz bei. Im Geschäftsjahr wurde ein Umsatzanstieg von fast 8 % erreicht. Unser Angebot im Bereich erneuerbare Energien, das traditionelle Umwelttechnikgeschäft sowie unsere Leistungen rund um das Thema Nachhaltigkeit zeigten prozentual gesehen das stärkste Wachstum in der Division. Insbesondere die Dienstleistungen rund um Carbon Management, Wasserstoff und Energieeffizienz wurden nachgefragt; das wesentliche Wachstum wurde im asiatischen Raum realisiert. Der Umsatz mit unabhängigen technischen Risikobewertungen und -analysen stieg weltweit weiter an. Auch unsere Leistungen rund um die Anlagensicherheit wiesen ein überdurchschnittliches Wachstum auf und trugen so den absolut gesehen größten Anteil zum Umsatzwachstum der Division bei. Das Geschäft mit Dienstleistungen für die chemische und petrochemische Industrie und auch die Leistungen zur technischen Bauüberwachung, Energieerzeugung und zum Qualitätsmanagement zeigten - in einem von hohen Energiepreisen beeinträchtigten Marktumfeld - ein stabiles Umsatzwachstum. Positive Impulse kamen hier insbesondere aus dem asiatischen Raum und der Türkei, wo wir internationale Investitionsvorhaben und Großkunden begleiteten. Die Division Real Estate & Infrastructure erwirtschaftete rund 40 % des Segmentumsatzes. Im Geschäftsjahr wurde ein Umsatzanstieg von rund 14 % erzielt. Die Division erwirtschaftete damit sowohl prozentual als auch absolut den größten Anteil am Umsatzwachstum des Segments. Das prozentual stärkste Umsatzwachstum zeigte erneut das Geschäft mit der Prüfung von Aufzügen. Ein Wachstumsbereich sind dabei digitale Produkte wie der Lift-Manager und Leistungen zur Cybersecurity. Zum Wachstum trug auch das neuerworbene Unternehmen A-Reliance bei, mit dem wir in Singapur unsere Kapazitäten für die Prüfungen von Aufzügen und Rolltreppen verstärkt haben. Unser Angebot rund um die Begutachtung von Gebäuden lieferte den absolut höchsten Umsatzanteil in der Division. Wachstumstreiber waren Gebäudeinspektionen im versicherungsgetriebenen Marktumfeld. Mit dem Erwerb der dänischen Domutech konnten wir neben dem Nahen Osten auch Nordeuropa als weiteren Markt erschließen. Der international erzielte Umsatz mit Nachhaltigkeitszertifizierungen von Neu- und Bestandsbauten gewann durch die Akquisition von zwei Unternehmen im US-amerikanischen Markt nochmals an Bedeutung. Auch die übrigen Angebote im Gebäudebereich wurden gut nachgefragt. Das Projekt- und Prüfgeschäft im Bahnsektor verzeichnete ebenfalls ein Umsatzwachstum, vorwiegend auf dem europäischen Markt. Auch in Indien stieg der Umsatz mit Validierungs- und Inspektionsleistungen für Schienenfahrzeuge, während sich das Geschäft im chinesischen Markt insgesamt stabil entwickelte. Der höheren Umsatzbasis standen gestiegene Personalaufwendungen gegenüber. Hinzu kam die in der Division Real Estate & Infrastructure vorgenommene Abschreibung auf einen Geschäfts- oder Firmenwert von Laboraktivitäten im Bereich der Prüfung von Schienenfahrzeugen in China. Die Personalaufwendungen erhöhten sich insbesondere aufgrund des Personalaufbaus im Segment sowie durch die beschlossenen Tariferhöhungen in Deutschland und Vorsorgen für die Restrukturierung eines Geschäftsbereichs in Deutschland. Trotz dieser Faktoren erreichte das EBIT im Segment INDUSTRY im Geschäftsjahr 106,5 Mio. € und lag so um 5,3 % über dem Vorjahreswert von 101,1 Mio. €. Unsere Erwartung an die EBIT-Entwicklung wurde damit erreicht und auch die EBIT-Marge traf mit 9,4 % (Vj. 9,8 %) den Erwartungswert. Das Segmentvermögen erhöhte sich um 117,4 Mio. € auf 633,6 Mio. € (Vj. 516,2 Mio. €). Der Anstieg ergab sich aus den unterjährigen Unternehmensakquisitionen in Singapur, Dänemark und den USA. Zusätzlich unterstützt wurde die Entwicklung durch den höheren Bestand an Forderungen aus Lieferungen und Leistungen zum Bilanzstichtag, der auf die positive Geschäftsentwicklung zurückzuführen ist. Die Investitionen in Höhe von 15,0 Mio. € flossen unter anderem in die Erweiterung und Ausstattung von Prüflaboren, in die Entwicklung technologiegestützter Lösungen rund um Wohn- und Gewerbeimmobilien sowie in die weitere Digitalisierung unserer Prüfdienstleistungen. MOBILITY Die Automobilindustrie befindet sich in einem tiefgreifenden Umbruch. Es gilt, den technologischen Wandel vom Verbrennungsmotor zu alternativen Antriebstechnologien und hochautomatisierten Fahrzeugen zu bewältigen und wettbewerbsfähige Angebote zu schaffen. Haupttreiber dieser Entwicklung ist China, wo insbesondere der Technologiewandel zum batterieelektrischen Fahrzeug mit großem Nachdruck vorangetrieben wird. Während die Digitalisierung und der Einsatz von KI im Fahrzeug hohe Anforderungen an die Nutzung und die Sicherheit von Fahrzeug- und Kundendaten stellen, sind Produktion, Unterhalt, Nutzung und Entsorgung der Fahrzeuge möglichst nachhaltig zu gestalten. Zu beiden Aspekten - Digitalisierung und Nachhaltigkeit - werden in den verschiedenen Produktions- und Absatzmärkten regulatorische Vorgaben auf den Weg gebracht. Zudem belasten geopolitische Unsicherheiten und zunehmende protektionistische Maßnahmen den Markt. Das Segment MOBILITY unterstützt die Kunden bei der erfolgreichen Bewältigung dieses Transformationsprozesses. Dabei liegt der Fokus unserer Dienstleistungen unverändert darauf, Mobilität sicher zu gestalten. Um dies auch weiterhin gewährleisten zu können, optimieren und digitalisieren wir unsere Prüfprozesse und erweitern und internationalisieren unser Dienstleistungsportfolio. Das Kerngeschäft umfasst dabei Dienstleistungen rund um Haupt- und Abgasuntersuchung, Fahrerlaubnisprüfungen sowie Schadengutachten für Geschäfts- und Privatkunden. Diese Tätigkeiten erbringen wir in Deutschland, Österreich, Spanien, der Slowakei und der Türkei in einem staatlich regulierten Umfeld. Mit dem Erwerb der schwedischen Carspect-Gruppe, die Fahrzeugprüfungen in Schweden, Estland und Lettland erbringt, haben wir die Internationalisierung unseres Kerngeschäfts im Geschäftsjahr vorangetrieben. Das Angebot für die Automobilindustrie richtet sich an Hersteller und Zulieferer, Autohäuser, Händler, Leasinggesellschaften und Versicherungen und umfasst unter anderem Leistungen rund um Homologation, Remarketing und hochautomatisiertes Fahren. Im Segment MOBILITY erwirtschafteten die durchschnittlich 6.971 Beschäftigten (teilzeitbereinigt) einen Umsatz in Höhe von 1.181,5 Mio. €. Dies entspricht gut einem Drittel des Konzernumsatzes. Der Umsatzanstieg betrug insgesamt 108,5 Mio. € bzw. 10,1 %, sodass unsere Erwartungen übertroffen wurden. Wesentliche Treiber für diese Entwicklung waren die Gebührenerhöhungen im regulierten Kerngeschäft in Deutschland und der Erwerb der schwedischen Carspect-Gruppe. Neben der Gebührenerhöhung im regulierten Markt für die Hauptuntersuchung in Deutschland trugen auch Mengeneffekte zum Umsatzwachstum bei. So wurden in Deutschland 6,3 Millionen Hauptuntersuchungen durchgeführt. Auch bei den Führerscheinprüfungen konnte aufgrund der Gebührenerhöhungen ein Umsatzanstieg realisiert werden. Die medizinisch-psychologischen Leistungen im Bereich Human Diagnostics bieten wir nur in Deutschland an. Sie verzeichneten einen Nachfragerückgang, der auf die Teillegalisierung von Cannabis im April 2024 zurückzuführen ist. Außerhalb Deutschlands profitierten wir vom Erwerb der schwedischen Carspect-Gruppe, die Fahrzeuginspektionen in Schweden, Estland und Lettland erbringt. Durch die Akquisition erhöhte sich der internationale Marktanteil in diesem Bereich deutlich. In der Türkei waren unsere Aktivitäten weiterhin stark von der Hyperinflation geprägt; die Anzahl der durchgeführten Hauptuntersuchungen stieg dennoch weiter an und führte zu einem Umsatzplus. Der Ausbau unseres Netzes an Technischen Service Centern in der Slowakei gab weitere Wachstumsimpulse. Auch auf dem spanischen Markt stieg die Zahl der durchgeführten Hauptuntersuchungen weiter an. Unsere Dienstleistungen im Industriebereich wurden in Deutschland weiter gut nachgefragt, während wir in China ein starkes Wachstum verzeichnen konnten. Umsatztreiber waren insbesondere unsere Dienstleistungen rund um hochautomatisiertes Fahren und elektrische Fahrzeuge, die von chinesischen Automobilherstellern, für ihre für den europäischen Markt vorgesehenen Fahrzeuge, nachgefragt wurden. Der positive Umsatztrend setzte sich bis ins Ergebnis fort, wurde allerdings durch höhere Aufwendungen für Fremdleistungen und Personal sowie Abschreibungen vermindert. Die höheren Personalaufwendungen ergaben sich durch den Personalaufbau im Segment sowie durch die in Deutschland vereinbarten Tariferhöhungen. Das Segment MOBILITY nutzt in bestimmten Regionen für die Erbringung der Haupt- und Abgasuntersuchungen ein Netzwerk von Partnerbüros (PTI-Partnermodell). Die Fremdleistungsquote im Segment liegt daher bei 19,6 % (Vj. 19,5 %) über dem konzernweiten Durchschnitt von 13,6 %. Der Anstieg in den Abschreibungen ergab sich im Wesentlichen aus dem Hyperinflationseffekt im Anlagevermögen in der Türkei sowie den planmäßigen Abschreibungen auf Nutzungsrechte aus Leasingverhältnissen und Vermögenswerte, die im Rahmen einer Kaufpreisallokation bei der Carspect-Gruppe identifiziert worden waren. Ebenso wirkten höhere Aufwendungen für den Aufbau der Technischen Service Center in der Slowakei und die Ergebnisausfälle in Zusammenhang mit der Cannabislegalisierung in Deutschland ergebnismindernd. Zusätzlich belastete eine Wertminderung auf ein nicht konsolidiertes Tochterunternehmen in Deutschland die Ergebnisentwicklung. Positiv auf die EBIT-Entwicklung wirkte dagegen das erneut gestiegene Ergebnis aus at equity bewerteten Finanzanlagen, das die Geschäftsentwicklung unserer Gemeinschaftsunternehmen TÜVTÜRK beinhaltet. In Summe erreichte das EBIT 106,8 Mio. €. Das entspricht einem Anstieg gegenüber dem Vorjahr um 4,6 % bzw. 4,7 Mio. €. Der Erwartungskorridor wurde damit nicht erreicht; die EBIT-Marge traf jedoch den Erwartungswert. Das Segmentvermögen erhöhte sich um 215,7 Mio. € auf 715,4 Mio. € (Vj. 499,7 Mio. €), vorwiegend bedingt durch die Unternehmensakquisition in Schweden, Investitionen in Anlagevermögen und ebenfalls gestiegene Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Im Jahr 2024 wurden 32,2 Mio. € investiert, insbesondere in die Modernisierung der Technischen Service Center in Deutschland und die Erweiterung des Netzes der Technischen Service Center in der Slowakei. Zudem flossen Mittel in ein neues Ausbildungszentrum und eine als Reallabor konzipierte Technische Prüfstelle in Deutschland. CERTIFICATION Im Segment CERTIFICATION haben wir unsere standardisierten Prüf- und Zertifizierungsleistungen für Konsum- und Industriegüter sowie für Medizinprodukte gebündelt. Auch die Dienstleistungen zur Zertifizierung von Managementsystemen und zum Thema Cybersecurity sowie das Akademiegeschäft sind hier verortet. Die digitale Transformation und das Streben nach mehr Nachhaltigkeit verändern die Geschäftsmodelle unserer Kunden - und damit auch die Grundlage unseres Geschäfts. Vernetzte und nachhaltige Produkte sowie Entwicklungen im Bereich der Medizinprodukte, bei alternativen Antriebssystemen oder erneuerbaren Energien eröffnen uns zusätzliche Wachstumsfelder. Dies gilt auch mit Blick auf die voranschreitende Vernetzung von Systemen und Geschäftsmodellen, die zu einer immer größeren Menge an sensiblen Daten und steigenden Cyberbedrohungen führt. Neue Regulierungen - etwa zur Ausgestaltung von Lieferketten, zur Nachhaltigkeitsberichterstattung oder zur Informationssicherheit - müssen nachvollzogen, eingehalten und nachgewiesen werden. Mit verschiedenen Dienstleistungen haben wir diese Anforderungen im Markt aufgegriffen. So bieten wir Schulungen, Beratung und in bestimmten Bereichen und Regionen auch Verifizierungs- und Bestätigungsleistungen an. Mit effizienten und optimierten Prozessen, dem Einsatz digitaler Lösungen sowie der Entwicklung innovativer Dienstleistungen für mehr Nachhaltigkeit und Cybersecurity begleiten wir unsere Kunden weltweit bei der Transformation ihrer Geschäftsmodelle und ermöglichen ihnen den Zugang zu globalen Märkten. Unsere Dienstleistungen erbringen wir in unseren Laboren und Schulungszentren - virtuell oder vor Ort bei unseren Kunden. Auch das Segment CERTIFICATION konnte sich den schwierigen geopolitischen Rahmenbedingungen nicht entziehen. Die resultierenden Verschiebungen in den Lieferketten und der Fokus auf die lokale Wertschöpfung führten zu geänderten Kundenanforderungen, verbunden mit allgemeiner Konsumzurückhaltung. Bestimmende Faktoren für den wirtschaftlichen Erfolg im Segment sind die Einführung neuer Regulierungen und Verordnungen sowie die durch den Auditzyklus bedingt hohe Durchführungsquote von Wiederholungsaudits im Bereich der Managementsysteme. Wir nutzen unsere internationale Ausrichtung und das umfassende Dienstleistungsangebot, um uns trotz der bestehenden Herausforderungen in den regionalen Märkten noch stärker auf die Anforderungen der Kunden vor Ort zu fokussieren. Das deutlich ausgebaute Online- und Remote-Angebot unserer Dienstleistungen, das auch im Geschäftsjahr weiter stark nachgefragt wurde, unterstützt uns dabei zusätzlich. Im Segment CERTIFICATION waren im Geschäftsjahr durchschnittlich 9.280 Beschäftigte (teilzeitbereinigt) tätig. Sie erwirtschafteten 1.122,2 Mio. €; also fast ein Drittel des Konzernumsatzes. Das Umsatzwachstum belief sich auf 71,6 Mio. € bzw. 6,8 % und blieb damit hinter unseren Erwartungen zurück. Die Division Product Service erwirtschaftete im Geschäftsjahr ein Umsatzplus von rund 8 % und steuerte insgesamt 70 % zum Segmentumsatz bei. Nachdem im Vorjahr bei den Dienstleistungen rund um Konsumgüter noch ein Umsatzrückgang zu verzeichnen war, wurden diese wieder verstärkt nachgefragt. Insbesondere in Deutschland und im europäischen Wirtschaftsraum wirkte der nachlassende Inflationsdruck positiv auf das Nachfrageverhalten der Kunden. In der Folge zogen die Importe aus China wieder an, wovon unser Geschäft vor Ort profitierte. Die positive Absatzentwicklung erhielt zusätzliche Impulse durch die Neuausrichtung des Geschäfts, was Kunden und Dienstleistungen anbelangt, sowie unseren Fokus auf die Anforderungen der regionalen chinesischen, indischen und südostasiatischen Märkte. Auch das Geschäft mit Prüf- und Zertifizierungsleistungen für Industriegüter verzeichnete einen Umsatzzuwachs. Wachstumstreiber waren insbesondere die Zukunftsthemen Elektromobilität (mit der Prüfung von Batterien für Elektrofahrzeuge) und erneuerbare Energien. Bei letzteren stehen insbesondere Leistungen für Komponenten für Wasserstoffsysteme, Photovoltaik und Speichertechnologie im Fokus. Die wesentlichen Märkte sind hier Deutschland, die USA und Nordasien. Nach dem Auslaufen der staatlichen Subventionen zur Förderung der Elektromobilität in Deutschland ist in den deutschen Batterieprüflaboren ein Umsatzrückgang spürbar, während die Nachfrage in China gegenläufig anstieg. Auch unsere Leistungen rund um Maschinensicherheit und die Cybersecurity-Produkte wurden gut nachgefragt, nicht zuletzt, weil TÜV SÜD die erste Benannte Stelle für die neue EU-Maschinenrichtlinie ist. Die Nachfrage nach Zertifizierungen von Medizinprodukten kühlte sich dagegen merklich ab, nachdem die Übergangsfristen für die Einführung der europäischen Medizingeräterichtlinie (MDR) verlängert wurden. Gleichzeitig gewannen unsere Prüfdienstleistungen zur Bio-Kompatibilität, zur chemischen Charakterisierung, zur elektrischen und elektromagnetischen Verträglichkeit sowie zur Cybersecurity von Medizinprodukten an Bedeutung. Die Division Business Assurance verzeichnete im Geschäftsjahr einen Umsatzanstieg von rund 4 % und lieferte damit 30 % des Segmentumsatzes. Unsere Dienstleistungen im Bereich der Qualitäts-, Umwelt-, Energie- und IT-Security-Managementsysteme trugen weiterhin den größten Anteil zum Umsatz der Division bei. Ein deutliches Umsatzplus resultierte aus den wiederkehrenden Audits nach ISO 9001, ISO 14001 und ISO 45001, die im Geschäftsjahr zur Durchführung anstanden. Die Zertifizierungen von Energiemanagementsystemen nach ISO 50001 und nach Standards zur Informationssicherheit, wie beispielsweise TISAX und ISO 27001, wurden weltweit verstärkt nachgefragt, um die Umsetzung der geänderten Anforderungen zu dokumentieren. Bei den zertifikatsnahen Dienstleistungen entwickelte sich die Nachfrage im Lebensmittelbereich gut, dagegen wurden weniger Lieferantenaudits beauftragt. Das prozentual höchste Wachstum in der Division verzeichneten die Cybersecurity Services mit Dienstleistungen wie Datenschutzberatung, Cybersecurity-Audits oder Penetrationstests. Dagegen konnte das Akademiegeschäft den Wachstumskurs des Vorjahrs, in dem noch pandemiebedingte Nachholeffekte durch die Wiederaufnahme von Präsenzschulungen nachwirkten, nicht beibehalten. Positiv entwickelte sich hier das internationale Trainingsgeschäft in den USA, Indien, China, Italien und Singapur. Der Ausbau des digitalen Angebots einschließlich E-Learning und abonnementbasierter Wissensdienste wurde fortgesetzt, auch das Schulungsangebot zum Thema Nachhaltigkeit wurde deutlich erweitert. Der positive Umsatztrend des Segments setzte sich trotz höherer Aufwendungen für Personal und Fremdleistungen sowie gestiegener Abschreibungen bis ins Ergebnis fort. Die im Akademiegeschäft übliche Beauftragung von externen Referenten für die Durchführung von Schulungen hat einen wesentlichen Einfluss auf die Entwicklung der Fremdleistungen im Segment. Im Geschäftsjahr entwickelten sich die Fremdleistungen unterproportional zur Umsatzentwicklung; die Fremdleistungsquote sank geringfügig auf 14,0 % (Vj. 14,1 %). Die Personalaufwendungen erhöhten sich aufgrund des allgemeinen Personalaufbaus im Segment sowie in der Folge der Tariferhöhungen in Deutschland. Notwendige Wertminderungen auf Prüflabore bedingten einen Anstieg der Abschreibungen. Allerdings war die weitere Ergebnisentwicklung im Gegensatz zum Vorjahr nicht durch erhebliche Wertminderungen auf Geschäfts- oder Firmenwerte belastet. Das EBIT im Segment CERTIFICATION übertraf daher mit 64,1 Mio. € bzw. einem Anstieg von 56,3 % den Erwartungskorridor deutlich. Dennoch erreichte die EBIT-Marge den Erwartungswert nicht. Der Anstieg des Segmentvermögens um 12,2 Mio. € auf 652,7 Mio. € entfiel vollständig auf die Entwicklung der Vertragsvermögenswerte sowie der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen; das Anlagevermögen im Segment blieb nahezu unverändert. Das Investitionsvolumen im Segment belief sich auf 40,6 Mio. €. Der Fokus lag auf der Neuschaffung und Erweiterung von Prüflaboren, beispielsweise in Italien und Indien, während in Deutschland, Taiwan und China die Laborkapazitäten, beispielsweise für EMV-Prüfung und Ladeinfrastruktur, ausgebaut wurden. SONSTIGE In SONSTIGE sind die Konzernbereichsfunktionen zusammengefasst. Im Geschäftsjahr beliefen sich die Umsatzerlöse hier auf 42,1 Mio. €. Das EBIT in SONSTIGE betrug im Geschäftsjahr - 61,7 Mio. € und liegt damit unter dem Vorjahreswert (- 25,1 Mio. €), nachdem das Umsatzplus vollständig durch höhere Personalaufwendungen aufgezehrt wurde. Das Segmentvermögen wuchs im Jahr 2024 um 69,8 Mio. € und erreichte damit 614,7 Mio. € (Vj. 544,9 Mio. €). Dies ist insbesondere auf die laufenden Bauvorhaben an der Konzernzentrale in München zurückzuführen. Eine Übersicht über die Entwicklung der Umsatzerlöse in den Segmenten, einschließlich SONSTIGE, und den Regionen ist im Segmentbericht des Konzernanhangs enthalten. Nicht finanzielle LeistungsindikatorenMitarbeiterbericht Die Motivation, das fachliche Know-how und die individuellen Fähigkeiten unserer Beschäftigten sind die Basis für den Erfolg von TÜV SÜD - heute und in Zukunft. PERSONALSTRATEGIE Mit unserer Personalstrategie schaffen wir die Voraussetzungen für eine weiterhin erfolgreiche Unternehmensentwicklung. Schwerpunkte setzen wir dabei mit drei strategischen Initiativen. Diese zielen auf die Gewinnung und Entwicklung von Talenten, die Verbesserung der Mitarbeitererfahrung im Unternehmensalltag sowie den Aufbau und die Weiterentwicklung der Kompetenzen unserer Fach- und Führungskräfte. Um diese Initiativen zu unterstützen, setzen wir auf die Digitalisierung von Standardprozessen sowie die enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit der Beschäftigten im Personalbereich mit ihren internen Geschäftspartnern. Zugleich entwickeln wir Instrumente, die zur Gewinnung und Bindung von Mitarbeitenden beitragen und die Anerkennung ihrer Leistungen ermöglichen. Nicht zuletzt entwickeln wir Schwerpunktkompetenzen im Personalbereich und arbeiten laufend an der Vereinfachung der internen Strukturen. So wollen wir die Grundlagen schaffen, um im weltweiten Wettbewerb um die besten Talente erfolgreich zu sein und den Herausforderungen erfolgreich begegnen zu können, die sich durch neue Technologien und Marktentwicklungen für TÜV SÜD ergeben. ENTWICKLUNG DES PERSONALSTANDS Zum Jahresende 2024 beschäftigte TÜV SÜD fast 30.000 Personen (Vj. fast 28.000), von denen mehr als die Hälfte im Ausland tätig war. ![]() Im Jahresdurchschnitt 2024 lag die Zahl der Beschäftigten mit 26.529 Mitarbeiterkapazitäten (teilzeitbereinigt) um 6,0 % über dem Vorjahr (25.023 FTE). Das Wachstum übertraf damit die erwartete Bandbreite. In Deutschland war ein Anstieg von 4,3 % zu verzeichnen, im Ausland lag der Zuwachs bei 7,6 %. Zum 31. Dezember 2024 beschäftigte TÜV SÜD 27.640 Personen (teilzeitbereinigt; Vj. 25.728). Die Beschäftigungskapazität in Deutschland erhöhte sich zum Stichtag um 488 Arbeitsplätze, im Ausland kamen 1.424 Arbeitsplätze hinzu. Im Jahr 2024 wurden keine Arbeitsplätze bzw. Kapazitäten abgebaut (Vj. 36 Arbeitsplätze im Rahmen einer Unternehmensveräußerung). ![]() Im Segment INDUSTRY wurde im Jahr 2024 weiter Personal aufgebaut, insbesondere in Deutschland, Indien und Südafrika. Zudem trugen die Neuerwerbe in Singapur und Dänemark zum Personalzuwachs bei. Der Personalanstieg im Segment MOBILITY resultiert überwiegend aus Neueinstellungen in Deutschland sowie aus den Unternehmenszukäufen in Schweden. Das Segment CERTIFICATION zählt weiterhin die meisten Beschäftigten und setzte den Kapazitätsaufbau in den Laboren wie auch im Bereich Medizinprodukte mit einem Fokus auf Deutschland, China und Indien fort. ![]() Mit Blick auf die Regionen ist allgemein ein Anstieg der Beschäftigtenzahl zu verzeichnen. In der Region EUROPE sind 5,4 % mehr Mitarbeitende beschäftigt als im Vorjahr (3,2 %). Die meisten Einstellungen entfielen hier auf unseren Heimatmarkt Deutschland. In der Region ASIA entwickelte sich der Personalaufbau im Vorjahresvergleich nahezu stabil (Vj. 7,0 %), während in der Region AMERICAS mit 7,8 % ein stärkeres Wachstum verzeichnet wurde (Vj. 6,4 %). WEITERE RELEVANTE NICHT FINANZIELLE KENNZAHLEN In der ersten Führungsebene nach dem Vorstand stieg der Frauenanteil konzernweit auf 12,5 % (Vj. 7,5 %) an. Eine Ebene darunter lag der Anteil an weiblichen Beschäftigten mit 15,2 % ebenfalls über dem Vorjahresniveau (Vj. 14,9 %). Konzernweit stieg der Frauenanteil mit 33 % leicht an (Vj. 32 %), wobei der Anteil an den ausländischen Standorten von TÜV SÜD mit 35 % (Vj. 35 %) erneut höher war als in Deutschland mit 30 % (Vj. 30 %). Auch eine ausgewogene Altersstruktur der Belegschaft ist für TÜV SÜD entscheidend, um Wissen im Unternehmen zu halten und Erfahrung aufzubauen. Unsere Beschäftigten in Deutschland sind im Durchschnitt rund 44 Jahre (Vj. 44 Jahre) alt und damit älter als ihre Kolleginnen und Kollegen im Ausland mit 40 Jahren (Vj. 39 Jahre). Auch die durchschnittliche Unternehmenszugehörigkeit ist in Deutschland mit elf Jahren (Vj. elf Jahre) höher als im Ausland mit sieben Jahren (Vj. sieben Jahre). Die Fluktuation lag im Jahr 2024 konzernweit mit 13,3 % über dem Vorjahreswert (Vj. 12,6 %). In Deutschland sank die Fluktuationsrate auf 8,3 % (Vj. 9,5 %). Im Ausland war dagegen ein Anstieg auf 18,2 % zu verzeichnen (Vj. 15,7 %). Die meisten nicht finanziellen Kennzahlen entwickelten sich im Geschäftsjahr - entsprechend unseren Erwartungen - nahezu stabil. Der Anteil an weiblichen Beschäftigten und an Frauen in Führungspositionen nahm weiter zu. Die Anzahl der Aus- und Weiterbildungsstunden lag im Jahr 2024 annähernd auf Vorjahresniveau. Unsere Beschäftigten absolvierten im Geschäftsjahr 2024 insgesamt rund 129.237 Tage (Vj. rund 131.100 Tage) an Aus- und Weiterbildung. Das entspricht durchschnittlich rund 34 Weiterbildungsstunden pro Beschäftigten (Vj. 38 Weiterbildungsstunden). Das Ziel von durchschnittlich 35 Weiterbildungsstunden pro Beschäftigten bis zum Jahr 2026 wurde damit - trotz des starken Personalaufbaus - im Geschäftsjahr 2024 fast gehalten. Chancen- und RisikoberichtEine der zentralen Voraussetzungen für unseren Erfolg ist der verantwortungsvolle Umgang mit Risiken und Chancen. Wir nutzen daher im TÜV SÜD Konzern ein internes Kontrollsystem und ein umfassendes Risikomanagementsystem, um Risiken wie auch Chancen aus unseren Geschäftsaktivitäten zu erkennen und vorausschauend zu steuern. INTEGRIERTES INTERNES KONTROLL- UND RISIKO-MANAGEMENTSYSTEM FÜR DEN RECHNUNGSLEGUNGSPROZESS Das rechnungslegungsbezogene interne Kontrollsystem sowie das Risikomanagementsystem sind für die Abschlüsse der TÜV SÜD AG und des TÜV SÜD Konzerns maßgeblich. Sie umfassen Maßnahmen, die eine vollständige, richtige und zeitnahe Übermittlung der Informationen gewährleisten, die für die Aufstellung des Abschlusses der TÜV SÜD AG sowie des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Konzernlageberichts notwendig sind. Diese Maßnahmen sollen das Risiko einer materiellen Falschaussage in der Buchführung sowie in der externen Berichterstattung minimieren. Das Rechnungswesen des TÜV SÜD Konzerns ist dezentral organisiert. Die konsolidierten Gesellschaften führen die Aufgaben des Rechnungswesens eigenverantwortlich durch oder übertragen sie an regionale Shared Service Center. Die einheitliche Bilanzierung und Bewertung von Geschäftsvorfällen sowie die Ausübung von Wahlrechten auf Grundlage der für das Mutterunternehmen anzuwendenden Vorschriften werden durch die TÜV SÜD-IFRS-Bilanzierungsrichtlinie gewährleistet. In ihr werden insbesondere die Anwendung von gesetzlichen Vorschriften und der Umgang mit branchenspezifischen Sachverhalten konkretisiert. Auch die Bestandteile und Inhalte der von den Konzerngesellschaften zu erstellenden Abschlusspakete sind dort geregelt, ebenso wie Vorgaben zur Abbildung und Abwicklung konzerninterner Geschäftsvorfälle. Die Kontrollaktivitäten auf Konzernebene umfassen die Analyse der Meldedaten der von Tochtergesellschaften erstellten Jahresabschlusspakete. Dabei werden die vom Abschlussprüfer vorgelegten Berichte und die Ergebnisse der Abschlussbesprechungen mit Vertretern von Einzelgesellschaften berücksichtigt. In den Abschlussgesprächen werden sowohl die Plausibilität der Einzelabschlüsse als auch kritische Einzelsachverhalte bei ausgewählten Tochtergesellschaften diskutiert. Eine klare Abgrenzung der Verantwortungsbereiche sowie die Anwendung des Vieraugenprinzips sind weitere Kontrollelemente - ebenso wie die Plausibilitätskontrollen bei der Erstellung des Einzel- und des Konzernabschlusses der TÜV SÜD AG. Zudem wird das rechnungslegungsbezogene interne Kontrollsystem von der Konzern-Revision im In- und Ausland unabhängig geprüft und vom Konzernabschlussprüfer beurteilt. RISIKOMANAGEMENT Als operativer Bestandteil der Geschäftsprozesse ist das Risikomanagement des Konzerns darauf ausgerichtet, potenzielle Risiken frühzeitig und strukturiert zu identifizieren und ihr Ausmaß zu beurteilen. Bei der Risikoanalyse werden neben den Auswirkungen auf die Ertragslage und die Liquidität auch die Auswirkungen auf nicht finanzielle Größen wie strategische Ziele oder die Reputation des Unternehmens berücksichtigt. Bereits im Prozess der Auftragsannahme werden Angebote auf Basis definierter Kriterien einschließlich möglicher Reputationsrisiken geprüft. So können wir mit geeigneten Gegenmaßnahmen drohenden Schaden für das Unternehmen so weit als möglich zeitnah abwenden und eine eventuelle Bestandsgefährdung frühzeitig erkennen. Im Zuge der kontinuierlichen Weiterentwicklung unseres Risikomanagementsystems werden auch Risiken im Zusammenhang mit Nachhaltigkeit und Klimawandel analysiert und berücksichtigt. Dabei würdigen wir auch die Folgen unserer Geschäftstätigkeit auf Gesellschaft und Umwelt. Als Dienstleistungsunternehmen sind wir jedoch in weitaus geringerem Ausmaß von Transformationsrisiken betroffen als die Industrie und produzierende Unternehmen. Ziel unseres Risikomanagementprozesses ist die Optimierung des Chancen- und Risikoprofils von TÜV SÜD durch die Schaffung von Transparenz sowie über eine aktive Steuerung. Der Risikomanagementprozess soll die Verbindung zwischen strategischen und finanziellen Zielen unterstützen. Er wird in den Risikomanagementrichtlinien detailliert beschrieben. Die transparente Darstellung und eine laufende Überwachung der Ursache-Wirkungs-Beziehungen von identifizierten Risiken und eingeleiteten Maßnahmen erlauben es uns, tragbare Risiken einzugehen. Die Risikotragfähigkeit, die Risikotoleranz und die Risikobereitschaft von TÜV SÜD setzen den Rahmen dafür. ![]() Risikomanagementprozess Für die Identifikation von Chancen und Risiken orientieren wir uns an gängigen Standards. Die Risiko- und Chancenkategorien sind an die Belange von TÜV SÜD angepasst. Die Risiken werden konzernweit einheitlich nach ihrer potenziellen Schadenshöhe und Eintrittswahrscheinlichkeit bewertet. Bei der Einschätzung qualitativer Risiken berücksichtigen wir unter anderem auch ihre möglichen Auswirkungen auf das Erreichen von Unternehmenszielen, auf die Reputation sowie auf die von TÜV SÜD angestrebten Nachhaltigkeitsziele. Die Risikolage des Unternehmens wird im Rahmen des Risikomanagementsystems fortlaufend erfasst, bewertet und dokumentiert. Ereignisse, die ein Risiko begründen können, werden in regelmäßigen Abfragen und dezentralen Risikoworkshops in den Divisionen, Regionen und in den Tochtergesellschaften identifiziert und beurteilt. Geeignete Gegenmaßnahmen werden unverzüglich eingeleitet und ihre Auswirkungen im Zeitablauf überprüft. Auf Divisionsebene sind Risk Committees eingerichtet. Daneben gibt es für konzernübergreifende Themen zusätzlich ein Corporate Risk Committee. Diese Gremien kommen quartalsweise zusammen, um die Risiko- und Chancensituation zu analysieren, zu bewerten und entsprechende Maßnahmen zu erörtern. Die dezentrale Umsetzung der Maßnahmen wird von den Maßnahmenverantwortlichen überwacht Die Ergebnisse des Risikomanagements fließen in die Planungs- und Kontrollrechnungen ein. Für TÜV SÜD relevante strategische Risiken werden im Rahmen des internen Prozesses zur Strategieimplementierung adressiert und bewertet. Sie unterliegen gemeinsam mit den Zielvorgaben, die in den Planungsgesprächen vereinbart werden, einer permanenten Überprüfung innerhalb revolvierender Planungsüberarbeitungen. Parallel dazu fließen die Ergebnisse der bereits getroffenen Maßnahmen zur Risikobewältigung zeitnah in die Prognosen zur weiteren Geschäftsentwicklung ein. Somit liegt dem Vorstand durch transparente Berichtswege auch unterjährig ein Gesamtbild der aktuellen Risikolage vor. Die Berichterstattung über identifizierte Risiken und eingeleitete Gegenmaßnahmen ist im Führungsprozess des Konzerns verankert. Die Risiko- und Chancenberichterstattung erfolgt quartalsweise an den Vorstand, den Prüfungsausschuss und den Aufsichtsrat. Bedeutende Sachverhalte werden außerhalb standardisierter Berichtsprozesse durch interne Ad-hoc-Meldungen kommuniziert. Die ablauforganisatorischen Regelungen, Richtlinien und Anweisungen sind systematisch dokumentiert und digital für alle Mitarbeitenden von TÜV SÜD verfügbar. Die Einhaltung dieser Regelungen wird durch interne Kontrollen sichergestellt und muss von den Führungskräften jährlich bestätigt werden. Zudem stehen für die am Risikomanagementprozess beteiligten Mitarbeiter Schulungen zur Verfügung. Diese werden regelmäßig an das sich wandelnde Umfeld und neue Anforderungen angepasst. Der Abschlussprüfer verifiziert jährlich die für das Risikofrüherkennungssystem implementierten Verfahren und Prozesse. Risikobericht Die wesentlichen Risiken, denen TÜV SÜD in seiner Geschäftstätigkeit ausgesetzt ist, werden in der internen Berichterstattung an den Vorstand, den Prüfungsausschuss sowie den Aufsichtsrat adressiert. Wir berichten hier stets die wesentlichen ergebnis- oder zahlungswirksamen Risiken, mindestens jedoch die zehn bedeutendsten Risiken als sogenannte Top-10-Risiken. Auch qualitative Risiken fließen in die Betrachtung ein, sobald eine Nettorisikoposition als berichtenswert eingeschätzt wird. Die Top-10-Risiken, die sich aus den größten ergebniswirksamen Risiken ergeben, summieren sich auf ein gewichtetes Nettorisiko in Höhe von rund 48 Mio. €, eine im Vergleich zur Unternehmensgröße überschaubare Risikoposition im Verhältnis zu Eigenkapital und Ergebnis. Unter gewichteten Nettorisiken verstehen wir den Bruttowert eines Risikos abzüglich identifizierter Gegenmaßnahmen, der mit seiner Eintrittswahrscheinlichkeit gewichtet wird. Im Vorjahr belief sich das gewichtete Nettorisiko dieser Top-10-Risiken auf rund 12 Mio. €. Das Segment MOBILITY weist sechs Risiken mit einem gewichteten Nettorisiko in Höhe von 20 Mio. € auf. Im Konzern werden zwei Top-10-Risiken mit einem gewichteten Nettorisiko in Höhe von 16 Mio. € geführt. Ebenso bestehen im Segment CERTIFICATION zwei Top-10-Risiken mit einem gewichteten Nettorisiko in Höhe von 12 Mio. €. Wesentliche qualitative Risiken mit einem möglichen Risikovolumen von mehr als 5 Mio. € könnten sich aus unserer Tätigkeit in Bereichen ergeben, die künftig für unsere Kunden nicht mehr attraktiv sind. Dies kann beispielsweise der Fall sein, wenn sich wirtschaftliche, regulative und politische Gegebenheiten im Markt ändern. Weitere Risiken können entstehen, wenn bisher getätigte Investitionen durch neue Marktentwicklungen nicht amortisiert werden oder neue Geschäftsfelder aufgrund potenzieller Interessenskonflikte mit bestehendem akkreditierten Geschäft nicht erschlossen werden können. Auch gesamtwirtschaftliche und geopolitische Risiken können uns indirekt treffen, insbesondere über unsere Kunden. BRANCHEN- UND UMFELDRISIKEN Risiken aus Regulierungsänderungen Veränderungen im regulatorischen Umfeld können zu Umsatz- und Ergebniseinbußen führen. Dies umfasst Absatzrisiken aus Liberalisierungen und Deregulierungen, aber auch aus protektionistischen Maßnahmen in unseren Kernmärkten sowie aus neuen Regulierungen zu Themen wie dem Einsatz von Künstlicher Intelligenz, der Lieferkette oder dem Klima- und Umweltschutz. Wir begegnen diesen Risiken durch eine laufende Optimierung unserer Geschäftsprozesse und -modelle, die Entwicklung und Umsetzung von neuen Vertriebs- und Marketingkonzepten sowie durch eine Diversifizierung des Produkt- und Dienstleistungsangebots. Die Geschäftsentwicklung unserer Segmente wird zudem durch sich verändernde gesetzliche und regulative Rahmenbedingungen beeinflusst. Wir beobachten daher intensiv die Märkte und nehmen aktiv an der öffentlichen Diskussion zu relevanten Themen teil. Auf diese Weise versuchen wir, Risiken frühzeitig zu erkennen und ihren Auswirkungen entgegenzuwirken. Gleichzeitig können wir so auch die Chancen nutzen, die sich durch geänderte Rahmenbedingungen für unser Unternehmen ergeben. Unsere Kunden etablieren neue Branchenstandards und fordern zeitnah die Dokumentation der Umsetzung und Einhaltung dieser Standards von ihren Geschäftspartnern, beispielsweise in Form neuer Akkreditierungen oder Bewertungen. Eine Verzögerung in der Erlangung der neuen Akkreditierungen oder eine noch fehlende Akkreditierung bzw. unzureichende Bewertung kann zum Ausschluss bei Ausschreibungen oder Vergabeverfahren führen. Bedeutende Branchen- und Umfeldrisiken: Der Konzessionsvertrag über die Durchführung von periodischen Fahrzeuginspektionen in der Türkei wird im Jahr 2027 auslaufen. Das aktuelle wirtschaftliche und politische Umfeld in der Türkei sowie die Ungewissheit über das Ergebnis des laufenden Ausschreibungsverfahrens lassen Unsicherheiten hinsichtlich der Art und Weise der künftigen Fortführung der Geschäftstätigkeit der Gemeinschaftsunternehmen TÜVTÜRK entstehen. Die intensive Marktbearbeitung unserer Wettbewerber könnte im Segment MOBILITY zu einem Verlust von Marktanteilen bei der mobilen periodischen Fahrzeuginspektion führen. Zusätzlich könnte aufgrund der aktuell herausfordernden wirtschaftlichen Lage in Deutschland die Nachfrage nach Haupt- und Abgasuntersuchungen zurückgehen. Ein zusätzlicher Nachfragerückgang könnte durch Kfz-Werkstätten mit eigenen Partikelmessgeräten bedingt werden, die diese Messungen als Zusatzleistung anbieten. Die strukturellen Herausforderungen im deutschen Automobilsektor führen zu umfangreichen Restrukturierungsmaßnahmen in der Branche. Indirekt könnten sich daraus auch Auswirkungen für unsere Dienstleistungen im Segment MOBILITY ergeben, wie beispielsweise bei Preisverhandlungen mit Automobilherstellern, durch die allgemeine Nachfrageentwicklung oder durch die zeitliche Verschiebung sowie die örtliche Verlagerung von Projekten. Eine weitere Verzögerung bei der Einführung der europäischen Medizingeräterichtlinie (MDR) bzw. Unsicherheiten hinsichtlich ihrer endgültigen Ausgestaltung könnten das Segment CERTIFICATION zusätzlich belasten, falls die dafür geschaffenen Kapazitäten nicht ausgelastet werden. LEISTUNGSWIRTSCHAFTLICHE RISIKEN Technologische Risiken und Risiken aus der Digitalisierung Als technischer Dienstleister ist TÜV SÜD mit unterschiedlichen Geschäftsmodellen weltweit präsent. Änderungen in verwendeten Technologien, kürzere Innovationszyklen sowie die Digitalisierung und weltweite Vernetzung wirken direkt auf die Bedürfnisse unserer Kunden sowie auf unser eigenes Arbeiten. Diesen Herausforderungen begegnen wir durch die Entwicklung innovativer Dienstleistungen, auch im Rahmen strategischer Partnerschaften mit Forschungseinrichtungen oder mit unseren Kunden. Einen Fokus richten wir dabei auf die Digitalisierung und Automatisierung unserer internen Prozesse und Vertriebskanäle sowie auf den Einsatz von Künstlicher Intelligenz. IT-Risiken Die bei TÜV SÜD implementierten IT-Sicherheitsmaßnahmen dienen dem Schutz vor Gefahren und Bedrohungen sowie der Vermeidung von Schäden und sollen Risiken auf ein akzeptables Maß reduzieren. Auch in einem intakten IT-Umfeld lassen sich IT-Risiken jedoch nie völlig ausschließen Unsere internen Richtlinien zur IT-Sicherheit orientieren sich an nationalen sowie internationalen Standards. Die Regelungen und ihre Einhaltung unterziehen wir einer kontinuierlichen Revision, um das angestrebte Sicherheitsniveau dauerhaft sicherzustellen. Unsere IT-Security-Organisation wird vom Chief Information Security Officer geleitet. Die weitere Implementierung von technischen IT-Sicherheitsvorkehrungen sowie der Ausbau zusätzlicher personeller Kapazitäten werden angesichts zunehmender IT-Sicherheitsbedrohungen planmäßig fortgeführt. Die zentralen IT-Systeme von TÜV SÜD werden zielgerichtet überwacht und regelmäßig getestet, um eine schnelle Reaktion auf Störungen im Betrieb zu ermöglichen. Unternehmensdaten schützen wir durch angemessene und dem jeweiligen Schutzbedarf der Daten entsprechende Maßnahmen. Zum Schutz vor Cyberangriffen und Schadsoftware setzen wir Schutzmechanismen ein und halten diese auf dem neuesten Stand. Die bestehenden Vorfallreaktionsprozesse werden regelmäßig getestet und verbessert. Mit umfangreichen Maßnahmen zur Notfallvorsorge stellen wir sicher, dass wir im Fall von weitreichenden Schäden an der IT-Infrastruktur - beispielsweise durch Brand, Umwelteinflüsse oder höhere Gewalt - handlungsfähig bleiben. Durch eine umfassende und regelmäßige Datensicherung der zentralen Systeme ist außerdem gewährleistet, dass der Betrieb in einer für die jeweiligen Anwendungen akzeptablen Zeit wieder aufgenommen werden kann. Risiken aus Datenschutz Als global agierende Unternehmensgruppe stehen wir vor der Herausforderung, eine Vielzahl unterschiedlicher Datenschutzgesetze und regulatorischer Anforderungen weltweit einzuhalten. Verstöße gegen Vorschriften wie die DSGVO oder andere lokal geltende Regularien können erhebliche Bußgelder sowie andere Sanktionsmittel nach sich ziehen und unsere Reputation gefährden. Gleichzeitig bringen technologische Entwicklungen im Zuge der Digitalisierung, insbesondere der Einsatz von Künstlicher Intelligenz, neue Datenschutzrisiken mit sich, da intransparente Datenverarbeitung die Kontrolle über personenbezogene Daten erschweren kann. Hinzu kommen Cybersecurity-Bedrohungen wie Hackerangriffe, Datendiebstahl oder Ransomware-Angriffe, die sensible Informationen gefährden. Auch Datenübertragungen in Drittländer mit niedrigeren Datenschutzstandards stellen sowohl rechtliche als auch operative Risiken dar. Zudem besteht die Gefahr von Datenschutzverstößen durch interne Fehler ebenso wie durch Drittpartner. Um diesen Herausforderungen wirksam zu begegnen, setzen wir auf eine umfassende Datenschutzstrategie. Regelmäßige Schulungen sensibilisieren unsere Mitarbeiter weltweit für Datenschutzrichtlinien und Best Practices, um Fehlverhalten zu vermeiden. Ergänzt wird dies durch gezielte IT-Sicherheitsmaßnahmen, darunter Verschlüsselungstechnologien, Multi-Faktor-Authentifizierung sowie regelmäßige Penetrationstests, um Schwachstellen frühzeitig zu erkennen und zu beheben. Ein zentraler Bestandteil unseres Datenschutzmanagements ist die Implementierung eines Data Protection Management Systems (DPMS), das eine transparente und rechtskonforme Verarbeitung personenbezogener Daten sicherstellt. Für den Fall von Datenschutzvorfällen haben wir eine strukturierte Vorgehensweise etabliert, die klare Meldepflichten sowie schnelle Reaktionsmechanismen vorsieht. Durch diesen integrativen Ansatz gewährleisten wir, dass Datenschutzrisiken aktiv gemanagt werden und ein hohes Schutzniveau für personenbezogene Daten auf globaler Ebene sichergestellt ist. Risiken der Personalbeschaffung Mit ihrem Engagement, ihrer Motivation und ihrer Expertise tragen unsere Beschäftigten maßgeblich zum Erfolg von TÜV SÜD bei. Chancen im Bereich Personal liegen in der Qualifizierung, der internationalen Ausrichtung und der Fähigkeit unserer Experten, Innovationen in Kundennutzen umzusetzen. Risiken entstehen für uns dagegen, wenn wir keine geeigneten Bewerber für offene Stellen finden oder Leistungsträger nicht im Unternehmen halten können. Auch sehen wir ein Risiko des Kompetenz- und Erfahrungsverlusts, das sich aus der Altersstruktur unserer Belegschaft in einigen Geschäftsbereichen ergibt. Durch eine Vielzahl von Maßnahmen sichern wir daher die hohe Attraktivität von TÜV SÜD als Arbeitgeber und fördern eine langfristige Bindung der Beschäftigten an den Konzern. Bedeutende leistungswirtschaftliche Risiken: Tarifvereinbarungen könnten bei einigen deutschen Tochtergesellschaften zu stärkeren Gehaltsanhebungen als bislang angenommen führen. Im Segment CERTIFICATION könnte eine Verzögerung beim Ausbau der vorhandenen Prüflaborkapazitäten einen Verlust von Marktanteilen im Batterietestbereich zur Folge haben. FINANZWIRTSCHAFTLICHE RISIKEN Zins- und Kursrisiken Zinsrisiken ergeben sich aus jeder zinstragenden oder direkt zinsabhängigen Position. Bei Wertpapieren entstehen Transaktionsrisiken aus den Marktpreisen der diversen zinstragenden Anlageinstrumente. Grundsätzlich ist hier zwischen dem Risiko aus dem Pensionsportfolio sowie dem operativen Geschäft der TÜV SÜD Gruppe zu unterscheiden. Im operativen Geschäft nutzen wir Finanzderivate ausschließlich zur Sicherung von Grundgeschäften. Als Instrument der Währungssicherung kommen vorwiegend Devisentermingeschäfte zum Einsatz. Die Risikostrategie im Pensionsportfolio ist darauf ausgerichtet, das Marktrisiko aus den Pensionsverbindlichkeiten mittels entsprechend strukturierter gewidmeter Finanzaktiva teilweise zu begrenzen. Ziel ist es, die Zinskosten der gedeckten Pensionsverbindlichkeiten durch eine entsprechende Asset-Allokation möglichst zu kompensieren und die Deckungsquote im Zeitverlauf beizubehalten. Dies soll durch einen Renditeüberschuss der Aktiva und deren Strukturierung in Anlehnung an die Fristigkeit der Pensionszahlungen erfolgen. Die Pensionsverpflichtungen sind durch finanzielle Vermögenswerte gedeckt, die mehrheitlich infolge des Contractual Trust Agreements (CTA) vom Betriebsvermögen abgesondert sind. So reduzieren wir die Risiken, die mit den Pensionsverbindlichkeiten in Verbindung stehen, und ermöglichen eine auf die Verpflichtung abgestimmte Anlagepolitik. Das inländische Pensionssondervermögen wird zu einem sehr hohen Anteil durch den TÜV SÜD Pension Trust e. V. treuhänderisch verwaltet; externe Investmentgesellschaften legen es gemäß vorgegebenen Anlagerichtlinien an. Zins-, Währungs- und Kursrisiken in den Investmentfonds für die langfristige Kapitalanlage werden teilweise durch derivative Finanzinstrumente abgesichert. Der Marktwert des Portfolios unterliegt Schwankungen aus veränderten Zins-, Währungs- und Credit-Spread-Niveaus. Eine Senkung des Rechnungszinssatzes sollte im Hinblick auf die Bewertung von Pensionsverpflichtungen aufgrund der gewählten Ansätze zum Cashflow-Matching (Cashflow-Driven-Investment; CDI) und zum Liability-Driven-Investment (LDI) nur noch moderate Auswirkungen auf die Eigenkapitalausstattung des Konzerns haben. Der Fokus auf eine nachhaltige Anlagestrategie wurde im TÜV SÜD Pension Trust e. V. auch im Jahr 2024 beibehalten. Vorrangiges Ziel der verankerten Nachhaltigkeitsstrategie ist unter anderem die Verringerung des potenziellen Verlustrisikos und Reputationsschadens durch die Vermeidung von riskanten und nicht nachhaltigen Anlagen. Bedeutende finanzwirtschaftliche Risiken: Auf Konzernebene besteht in Deutschland ein Risiko erhöhter Kosten für die Abwicklung eines Unternehmens, sollte seine angestrebte Veräußerung nicht umsetzbar sein. Aufgrund weit fortgeschrittener Verkaufsverhandlungen wird dieses Risiko jedoch nur noch als gering angesehen. RISIKEN AUS COMPLIANCE UND SONSTIGE RISIKEN Risiken aus Akkreditierungen und Benennungen Wir üben unsere Tätigkeit im regulierten Geschäft auf Basis von Akkreditierungen und Benennungen durch Behörden und andere staatliche Stellen aus. Nicht regelkonformes Verhalten, Qualitätsmängel oder Verstöße gegen regulatorische Vorgaben können eine Beschränkung, eine zeitweise Suspendierung bzw. einen Entzug der Akkreditierung oder der Benennung zur Folge haben. Dies kann zu erheblichen Kosten führen, beispielsweise für Schulungsmaßnahmen oder Prozessanpassungen im Qualitätsmanagement, um die Zulassung wiederzuerlangen. Neben Umsatz- und Ergebniseinbußen können die Suspendierung oder der Entzug von Akkreditierungen und Benennungen zusätzlichen Reputationsschaden bedingen. Zur Risikobegrenzung analysieren wir regelmäßig die gesetzlichen Rahmenbedingungen im regulierten Geschäft, achten auf die Einhaltung der TÜV SÜD-Compliance-Vorgaben und stellen durch Maßnahmen im Qualitätsmanagement die Einhaltung der technischen Richtlinien und Methoden (technische Compliance) sicher. Zudem schulen wir systematisch unsere Beschäftigten in den relevanten Bereichen. Haftungsrisiken Potenzielle Schadenfälle und Haftungsrisiken können zu erheblichen Schadensersatzansprüchen, Reputationsverlusten und Schadenabwehrkosten führen. Zur Risikobegrenzung wird in der Regel eine vertragliche Haftungsbeschränkung mit dem Kunden vereinbart. Aufträge ohne vertraglich vereinbarte Haftungsbeschränkung werden kontinuierlich überwacht. Zudem hat TÜV SÜD Versicherungen im branchenüblichen Rahmen abgeschlossen. Es kann jedoch nicht ausgeschlossen werden, dass der verfügbare Versicherungsschutz in einzelnen Fällen nicht ausreicht. Klima- und Umweltrisiken Der Klimawandel ist eine gesamtgesellschaftliche Herausforderung. Für die Geschäftsentwicklung von TÜV SÜD ist er insbesondere im Hinblick auf die regulatorische Veränderung klimabezogener Zertifizierungs- und Akkreditierungsstandards von Bedeutung. Risiken können sich aus einer möglichen Verfehlung der gesetzten Klimaziele ebenso ergeben wie aus der Nicht-Erfüllung kundenspezifischer Anforderungen. Während zunehmende Wetterextreme oder ein steigender Meeresspiegel unser Kerngeschäft kaum direkt beeinflussen, führen steigende Durchschnittstemperaturen zu einem erhöhten Energieverbrauch für die Kühlung unserer Betriebsstätten. Dies führt zu höheren Betriebskosten und einem Anstieg der Treibhausgasemissionen. Gleichzeitig unterstützt TÜV SÜD mit seinen Dienstleistungen die Implementierung nachhaltiger Technologien, die dazu beitragen, die Auswirkungen des Klimawandels zu mindern und Anpassungsstrategien zu entwickeln. Als Unternehmen legen wir großen Wert auf den Schutz unserer weltweit tätigen Mitarbeitenden vor klimabedingten Gefahren. Um ihre Gesundheit und Sicherheit zu gewährleisten, haben wir Maßnahmen implementiert, darunter die Installation effektiver Wärme- und Sonnenschutzsysteme an unseren Standorten, die Anpassung von Arbeitszeiten und Pausenregelungen während Hitzewellen sowie die Durchführung von Informationsprogrammen zum Umgang mit klimatischen Extremsituationen. Bedeutende sonstige Risiken: Nicht zuletzt aufgrund der internationalen Ausrichtung von TÜV SÜD sind die Strukturen des Konzerns komplex. Derzeit bestehen keine wesentlichen steuerlichen Risiken, die durch zusätzliche, über die bisher gebuchten Rückstellungen hinausgehende Vorsorgen zu berücksichtigen wären. Es kann jedoch nicht ausgeschlossen werden, dass sich im Rahmen von steuerlichen Außenprüfungen zusätzliche Risiken ergeben. Risiken aus Rechtsverfahren Zum Ende des Berichtszeitraums sind mehrere Verfahren aus Rechtsstreitigkeiten in Zusammenhang mit von TÜV SÜD erbrachten Dienstleistungen anhängig, die nicht in Zusammenhang mit dem Dammbruch in Brasilien stehen. Aufgrund einer bestehenden globalen Versicherungsdeckung ergeben sich aus diesen Verfahren keine wesentlichen finanziellen Risiken. Zur Abdeckung dieser Restrisiken wurden ausreichend Rückstellungen gebildet. Am 25. Januar 2019 kam es in der Nähe der Ortschaft Brumadinho, Brasilien, zu einem Dammbruch an einem Rückhaltebecken für Abraum einer Eisenerzmine der Bergbaugesellschaft Vale S.A. Im September 2018 war der Damm von TÜV SÜD BRASIL CONSULTORIA LTDA. (TÜV SÜD BRASIL), São Paulo, Brasilien, geprüft worden. In diesem Zusammenhang ergeben sich unterschiedliche Rechtsrisiken auf Grundlage der anhängigen und drohenden Verfahren in Brasilien und Deutschland. Neben zivilrechtlichen Anspruchsgrundlagen, vor allem zur Geltendmachung von Schadensersatz, sind auch Ansprüche aus dem brasilianischen Umweltrecht und strafrechtliche Aspekte relevant. Sollten sich diese Rechtsrisiken verwirklichen, kann dies zu erheblichen finanziellen Belastungen für TÜV SÜD BRASIL, die TÜV SÜD SFDK Laboratório de Análise de Produtos Ltda. (TÜV SÜD SFDK), São Paulo, Brasilien, sowie gegebenenfalls auch die TÜV SÜD AG führen und erhebliche Auswirkungen auf unsere Vermögens-, Finanz- und Ertragslage im Geschäftsjahr 2025 und in zukünftigen Geschäftsjahren haben. Die Risiken leiten sich im Wesentlichen aus verschiedenen möglichen Haftungsansprüchen sowie technischen Gutachter- und Rechtsberatungskosten ab. Zudem können sich Risiken aus Reputationsverlusten ergeben. Eine abschließende Quantifizierung der Risiken ist aufgrund der erwarteten langen Verfahrensdauern noch nicht möglich. GESAMTAUSSAGE ZUR RISIKOSITUATION DES KONZERNS Aus Konzernsicht betrachten wir vor allem die strategischen Risiken mit großer Aufmerksamkeit. Es bestehen unverändert Risiken im Zusammenhang mit dem Dammbruch in Brasilien. Aufgrund der bestehenden Einschätzung können sich, insbesondere aus Rechtsrisiken, weitere negative Auswirkungen auf die laufenden Geschäftsaktivitäten in Brasilien und erhebliche finanzielle Belastungen für TÜV SÜD ergeben. Soweit laufende Gerichtsverfahren im Zusammenhang mit dem Dammbruch zum Nachteil von TÜV SÜD entschieden werden, können sich daraus erhebliche Schadensersatz- oder sonstige Zahlungen ergeben, die einen erheblichen negativen Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage für das Geschäftsjahr 2025 und zukünftige Geschäftsjahre sowie die Reputation des Konzerns haben können. Es bestehen wesentliche Unsicherheiten im Zusammenhang mit dem Dammbruch in Brasilien, die Zweifel an der Fähigkeit der beiden Tochtergesellschaften TÜV SÜD BRASIL sowie deren direkter Gesellschafterin TÜV SÜD SFDK zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Daher sind die Tochtergesellschaften möglicherweise nicht in der Lage, im gewöhnlichen Geschäftsverlauf ihre Vermögenswerte zu realisieren sowie ihre Schulden zu begleichen. Diesbezüglich ist der Fortbestand der brasilianischen Tochtergesellschaften bedroht, falls diese Gesellschaften für die Schäden aus dem Dammbruch haftbar gemacht werden und keine zusätzliche finanzielle Unterstützung seitens der Gesellschafter erfolgt. Hierzu verweisen wir auf unsere Ausführungen im Konzernanhang unter „Anhängige und drohende Rechtsverfahren“. Mit Blick auf die nächsten beiden Jahre sind nach den uns heute bekannten Informationen auf Basis des eingerichteten Risikomanagementsystems keine Risiken erkennbar, die den Bestand weiterer TÜV SÜD-Gesellschaften gefährden. Organisatorisch wurden sämtliche Voraussetzungen geschaffen, um frühzeitig über sich abzeichnende Risikosituationen Kenntnis zu erlangen. Chancenbericht Dank unserer weltweiten Marktpräsenz bringt ein Wachstum der Weltwirtschaft in der Regel auch positive Impulse für das Geschäft in unseren Segmenten mit sich, während eine Zunahme der geopolitischen und weltwirtschaftlichen Risiken hemmend auf unsere Geschäftstätigkeit wirken kann. Die für TÜV SÜD wesentlichen Chancen für eine günstige Geschäftsentwicklung resultieren aus der Umsetzung der strategischen Planung, der Geschäftserwartung sowie den Einzelchancen der Divisionen bzw. Segmente. Die wesentlichen Chancen sind im Folgenden entsprechend den zuvor erörterten Risikokategorien dargestellt. BRANCHEN- UND UMFELDCHANCEN Eine weiterhin günstige Geschäftsentwicklung einer im Jahr 2019 veräußerten Einheit könnte zu einer zusätzlichen Kaufpreiszahlung zu unseren Gunsten führen. Sollte das Bundesministerium für Digitales und Verkehr einen stärkeren Anstieg der Gebühren für die Hauptuntersuchung bewilligen, verbessert dies die Ertragsaussichten im Segment MOBILITY. Die Durchsetzung höherer Gebühren für Schadengutachten im Markt könnte sich ebenfalls günstig auf die Umsatzentwicklung auswirken. Wir sehen zusätzliche Wachstumspotenziale für den chinesischen Markt, falls dort neue Regulierungen für „Navigate on Autopilot“ (NOA) und hochautomatisiertes Fahren in Kraft treten sollten. Zudem rechnen wir uns Chancen bei der Auftragsvergabe europäischer Automobilhersteller aus und sehen Potenzial in der Teilnahme an Ausschreibungen rund um Fahrzeuginspektionen großer Automobilkunden. LEISTUNGSWIRTSCHAFTLICHE CHANCEN Die zukünftig angestrebte Veräußerung von Randaktivitäten der Segmente INDUSTRY im Nahen Osten und MOBILITY in Italien und Österreich könnte das jeweilige Segmentergebnis positiv beeinflussen. Aus der Beantragung von öffentlichen Mitteln für Forschungs- und Entwicklungsprojekte nach dem Forschungszulagengesetz (FZulG) erwarten wir in den nächsten Jahren einen Liquiditätszufluss. CHANCEN AUS COMPLIANCE UND SONSTIGE CHANCEN In Spanien könnten uns weitere Schadensersatzzahlungen aus gerichtlichen Verfahren zuerkannt werden. Die Verfahren ruhten im Geschäftsjahr 2024 und werden im Jahr 2025 fortgeführt. Risikobericht der TÜV SÜD AG Die Risikosituation der TÜV SÜD AG als Beteiligungs- und Management-Holding wird im Wesentlichen durch die wirtschaftliche Entwicklung der Tochtergesellschaften bestimmt. Es bestehen finanzwirtschaftliche Risiken in Form von Zinsänderungs-, Währungs- und Kursrisiken. Zinsänderungsrisiken treten bei Liquiditätsdisposition und Refinanzierung auf. Zur Absicherung werden hier bei Bedarf auch derivative Finanzinstrumente in Form von Zins-Swaps eingesetzt. Fremdwährungsrisiken ergeben sich aus jeder bestehenden oder geplanten Forderung oder Verbindlichkeit in fremder Währung. Die Absicherung erfolgt im Wesentlichen durch Devisentermingeschäfte. Kursrisiken entstehen aus Marktpreisänderungen gehaltener Wertpapiere. Branchen- und Umfeldrisiken aus Veränderungen der Marktbedingungen in den Segmenten und Regionen werden anhand von Markt- und Wettbewerbsanalysen erfasst. Mögliche Maßnahmen werden im Rahmen von Strategieklausuren beraten. Bezüglich der Risiken aus dem Dammbruch in Brasilien verweisen wir auf die Ausführungen zu den Konzernrisiken. NachtragsberichtWir verweisen auf die Ausführungen unter „Ereignisse nach dem Bilanzstichtag“ im Konzernanhang. PrognoseberichtPrognose für die gesamtwirtschaftliche Entwicklung Für das Jahr 2025 rechnen wir mit einem verhaltenen globalen Wirtschaftswachstum. Geopolitische Konflikte und strukturelle Probleme in einzelnen Volkswirtschaften prägen weiterhin das Bild und erschweren in Verbindung mit einem weltweit zunehmenden Protektionismus den Welthandel. Regionale Unterschiede in der wirtschaftlichen Entwicklung nehmen weiter zu. Das Wachstum in den fortgeschrittenen Volkswirtschaften wird voraussichtlich erneut hinter dem der Schwellen- und Entwicklungsländer zurückbleiben. Zudem beeinträchtigen die weltweit zunehmenden Extremwetterereignisse als Folge des Klimawandels das Wachstum der Wirtschaft, auch wenn diese nur regional auftreten, aber lokal hohe volkswirtschaftliche Schäden verursachen. Vor diesem Hintergrund wird die Unsicherheit für Unternehmen und Konsumenten im Prognosejahr 2025 weiterhin hoch bleiben. Für den Prognosezeitraum geht das Institut für Weltwirtschaft (IfW) Kiel von einem weltweiten Wirtschaftswachstum von 3,1 % aus, nachdem im Jahr 2024 noch ein Anstieg von 3,2 % erreicht wurde. Für das Jahr 2026 wird ebenfalls mit einer Zuwachsrate von 3,1 % gerechnet.
Getragen durch den stabilen Arbeitsmarkt und steigende Reallöhne bleibt der private Konsum die Stütze der wirtschaftlichen Entwicklung im Euro-Raum. Gleichzeitig könnte die erwartete Lockerung der Geldpolitik die Finanzierungsbedingungen für Unternehmen verbessern. Allerdings können Veränderungen der politischen Landschaft in einigen europäischen Ländern sowie mögliche Handelskonflikte mit den USA und China die wirtschaftspolitischen Unsicherheiten verstärken. In Summe könnte die Konjunktur im Euro-Raum noch eine schwache Erholung zeigen. Die Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit Europas hängt davon ab, in einem politisch volatilen Umfeld Innovationen voranzutreiben, entsprechende - grüne und digitale - Investitionen zu tätigen und notwendige Projekte zur Infrastrukturverbesserung zu finanzieren. Standortspezifische Faktoren wie hohe Energie- und Produktionskosten sowie ein möglicher Rückgang der Exporte, insbesondere nach China und in die USA, werden die deutsche Wirtschaft im Prognosejahr weiter belasten. Hinzu kommt die Unsicherheit über die künftige Ausrichtung der Wirtschaftspolitik der neuen Bundesregierung. Die Investitionsbereitschaft der Unternehmen dürfte sich daher entsprechend zurückhaltend entwickeln. Die strukturellen Schwierigkeiten in Schlüsselindustrien wie dem Automobilbau, der Chemie- und Stahlindustrie sowie dem Anlagenbau setzen sich voraussichtlich fort. In der Folge ist von einem Anstieg der Arbeitslosenquote auszugehen, während sich die Nachfrage der privaten Haushalte vermindern wird. Die deutsche Konjunktur wird daher weiter stagnieren und in ihrer Schwächephase verharren. In Großbritannien sollten die steigende Nachfrage der privaten Haushalte und zunehmende Unternehmensinvestitionen - ermöglicht durch eine Ausweitung der Investitionen in die öffentliche Infrastruktur und die schrittweise Lockerung der Geldpolitik - eine schwache konjunkturelle Erholung bewirken. Die US-amerikanische Wirtschaft wird ihren Wachstumskurs voraussichtlich fortsetzen, wenn auch mit verminderter Dynamik. Wesentlicher Einflussfaktor wird die Umsetzung der von der neuen Regierung angekündigten wirtschaftspolitischen Maßnahmen sein. Dazu zählen neben einer Entbürokratisierung der öffentlichen Verwaltung sowie Steuererleichterungen und Investitionsanreizen für Unternehmen auch protektionistische Maßnahmen, insbesondere Zölle. Außenwirtschaftliche Faktoren, vor allem zunehmende Handelshemmnisse und Zölle, sowie die anhaltende Immobilienkrise könnten das moderate Wachstum der chinesischen Wirtschaft weiter abschwächen. Die chinesische Regierung hat bereits fiskalische und monetäre Maßnahmen zur Stärkung der Inlandsnachfrage angekündigt, um die dämpfenden Faktoren auszugleichen. Die großen asiatischen Schwellenländer sowie Indien werden auch im Prognosejahr weiter zu den Treibern des Weltwirtschaftswachstums gehören. Vereinzelt sollten sie von den Handelskonflikten zwischen den USA und China profitieren können. Auch die indische Wirtschaft wird ihren Wachstumspfad fortsetzen - wenn auch verlangsamt, da der private Konsum wegen steigender Lebensmittelpreise spürbar gedämpft wird. Künftige Entwicklung der TÜV SÜD Gruppe Die Aussagen der vorliegenden Prognose zur Entwicklung von TÜV SÜD im nächsten Geschäftsjahr basieren auf der Planung 2025. Diese wurde vom Vorstand verabschiedet und im Dezember 2024 vom Aufsichtsrat genehmigt. Die Prognose 2025 ist aus der strategischen Planung abgeleitet. In regelmäßigen Szenarioanalysen werden weitere Entwicklungen in die Betrachtung einbezogen sowie auf ihren Einfluss auf die künftige Geschäftsentwicklung von TÜV SÜD hin überprüft und bewertet. In der Prognose 2025 gehen wir davon aus, dass der TIC-Markt grundsätzlich stabil in einem moderaten weltwirtschaftlichen Umfeld wachsen wird und keine signifikante Verschlechterung der weltpolitischen Lage eintreten wird. Allerdings können die vorherrschenden geopolitischen Konflikte und makroökonomische Unsicherheiten - beispielsweise potenzielle Handelskonflikte - in einigen Märkten und Branchen die zukünftige Entwicklung ungünstig beeinflussen. Auch der Fachkräftemangel könnte sich negativ auswirken. Wir wollen weiter aus eigener Kraft wachsen. Dafür fokussieren wir uns auf unsere Kernkompetenzen und orientieren uns an zukunftsweisenden Entwicklungen, insbesondere in den Bereichen Digitalisierung und Nachhaltigkeit. Zudem investieren wir in den Ausbau unserer Belegschaft sowie in deren Aus- und Weiterbildung. Wir konzentrieren unsere weltweiten Aktivitäten auf Branchen, von denen wir uns langfristiges Wachstum versprechen, und auf Märkte, die sich durch stabiles Wirtschaftswachstum und verlässliche Rahmenbedingungen auszeichnen.
Auf Grundlage der genannten Annahmen und Entwicklungen erwarten wir für TÜV SÜD im Prognosezeitraum ein organisches Umsatzwachstum von 5 % bis 7 %. Der Konzernumsatz aus den bestehenden Gesellschaften sollte damit im Bereich zwischen 3.590 Mio. € und 3.690 Mio. € liegen. INDUSTRY Wir erwarten im Prognosejahr für das Segment INDUSTRY ein Umsatzwachstum im oberen einstelligen Prozentbereich. Die Division Industry Service sollte knapp 60 % des Segmentumsatzes erwirtschaften, während die Division Real Estate & Infrastructure rund 40 % zum Segmentumsatz beitragen wird. Rund 45 % des Segmentumsatzes werden im Jahr 2025 außerhalb Deutschlands erwirtschaftet, wovon der größere Anteil durch die Division Industry Service beigesteuert wird. Die Division Industry Service wird rund die Hälfte des Umsatzes außerhalb Deutschlands erwirtschaften. Die wiederkehrenden Prüfungs- und Inspektionsleistungen in den Bereichen Anlagensicherheit und unabhängige technische Risikobewertung werden sich weiterentwickeln und ermöglichen ein moderates Umsatzwachstum im Prognosejahr. Positive Wachstumsimpulse erwarten wir aus der steigenden Nachfrage nach Dienstleistungen rund um erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit. Den größten Umsatzbeitrag in der Division liefern die Leistungen zur Anlagensicherheit. Das bestehende Dienstleistungsangebot wird laufend durch moderne Prüfmethoden, wie die permanente Überwachung kritischer Anlagen mittels „Asset Health Monitoring“, und nachhaltige Technologien, wie die Verifizierung von CO2 -armem Wasserstoff und Ammoniak nach dem neuen CMS77-Standard, ergänzt. Die Nachfrage nach unseren Dienstleistungen in den Bereichen technische Bauüberwachung, Energieerzeugung und Qualitätsmanagement wird sich stabil entwickeln. Wir konzentrieren uns dabei auf die Internationalisierung unserer Kerndienstleistungen für konventionelle Kraftwerke und das internationale Projektgeschäft. Das Geschäft mit der unabhängigen technischen Risikobewertung und -analyse wird im Prognosejahr insbesondere im US-amerikanischen Markt weiter wachsen. Die höchsten Wachstumsraten erwarten wir weltweit bei den Dienstleistungen rund um erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit. So wollen wir weltweit Zuwächse im Wasserstoffgeschäft sowie bei der Carbon-Footprint-Zertifizierung realisieren. Einen Nachfragerückgang erwarten wir hingegen bei unseren Dienstleistungen für die chemische und petrochemische Industrie, da diese Branche insbesondere in Deutschland durch strukturelle standortspezifische Probleme und hohe Energiepreise belastet wird. Die Division Real Estate & Infrastructure wird im Prognosejahr ein deutliches Umsatzwachstum zeigen, das vor allem durch die Unternehmenserwerbe in Dänemark, Singapur und den USA getragen wird. Der Auslandsanteil am Umsatz wird sich so auf rund 35 % erhöhen, während im deutschen Kernmarkt mit einem Umsatz auf Vorjahresniveau zu rechnen ist. Unser Kerngeschäft mit sicherheitsrelevanten Dienstleistungen für Aufzüge wird robust wachsen. Treiber des Wachstums bleiben unsere Leistungen für Aufzughersteller und - betreiber in regulierten Märkten. Digitale Dienstleistungen - zu denen auch Cybersecurity-Leistungen für Aufzüge gehören - werden voraussichtlich weiter an Bedeutung gewinnen. Auch Beratungsleistungen im nicht regulierten Bereich, wie die ESG-Beratung für Gebäude mit Green-Building-Zertifizierungen oder simulationsbasierte Dekarbonisierungsfahrpläne, sollten in Westeuropa und Singapur verstärkt nachgefragt werden. Zudem werden die Gebäudeinspektionen im versicherungsgetriebenen Marktumfeld deutliche Umsatzzuwächse im Nahen Osten und Westeuropa verzeichnen, wo wir unseren Marktanteil durch den Erwerb der dänischen Domutech ausbauen konnten. Im Gebäudesektor erwarten wir zusätzliche Wachstumsimpulse aus den Dienstleistungen rund um das Thema Nachhaltigkeit, insbesondere bei Dekarbonisierungs- und Nachhaltigkeitszertifizierungen, sowie aus der Digitalisierung mit dem Gebäudelebenszyklusansatz. Die Umsatzentwicklung im Bahnbereich wird von der technischen Harmonisierung des Bahnsektors in Europa und der Umsetzung der europäischen Nachhaltigkeitsziele profitieren. MOBILITY Im Segment MOBILITY erwarten wir im Prognosejahr ein Wachstum im oberen einstelligen Prozentbereich, das vorwiegend durch Wachstum im Kerngeschäft und den Erwerb der schwedischen Carspect-Gruppe getragen wird. Rund 15 % des Segmentumsatzes werden dann künftig außerhalb Deutschlands erwirtschaftet. Unser Kerngeschäft im Segment MOBILITY umfasst Haupt- und Abgasuntersuchungen, aber auch Schaden- und Wertgutachten sowie Fahrerlaubnisprüfungen. Diese bieten wir Privat- und Geschäftskunden in Deutschland, Österreich, Spanien, der Slowakei und der Türkei an sowie infolge der Ausweitung unseres Marktanteils im Geschäftsjahr auch in Schweden, Estland und Lettland. Der deutsche Markt bleibt auch im Prognosejahr unser Kernmarkt für Haupt- und Abgasuntersuchungen; hier sehen wir einen moderaten Anstieg in der Nachfrage. Für das Geschäft mit Schaden- und Wertgutachten sind weitere Umsatzzuwächse geplant. Bei den Fahrerlaubnisprüfungen rechnen wir aufgrund der demografischen Entwicklung mit einer konstanten Geschäftsentwicklung. Die Nachfrage nach verkehrsmedizinischen und psychologischen Untersuchungen sollte sich im Prognosejahr langsam erholen. Für unsere Kunden aus der Automobilbranche bieten wir ein umfassendes Spektrum an Dienstleistungen an. Mit den Fahrzeugtypprüfungen (Homologation) und den Leistungen rund um das hochautomatisierte Fahren wollen wir - insbesondere außerhalb Deutschlands - einen Umsatzzuwachs erzielen, sofern das internationale Geschäft nicht durch außenwirtschaftliche Faktoren belastet wird. Unser Geschäft mit Dienstleistungen für Autohäuser, Händler, Hersteller, Zulieferer, Leasinggesellschaften und Versicherungen sollte sich auf Vorjahresniveau stabil entwickeln. CERTIFICATION Das Segment CERTIFICATION sollte im Prognosejahr ein Umsatzwachstum im oberen einstelligen Prozentbereich erzielen. Die Division Product Service wird rund 70 % zum Segmentumsatz beitragen, während die Division Business Assurance die übrigen knapp 30 % erwirtschaftet. Das Segment ist international aufgestellt: Rund 60 % des Umsatzes werden im Jahr 2025 außerhalb Deutschlands erzielt werden, vorwiegend in der Division Product Service sowie im Zertifizierungs- und Auditgeschäft der Division Business Assurance. Die Division Product Service wird ihr Wachstum im Prognosejahr fortsetzen. Die höchsten Zuwachsraten erwarten wir in Deutschland und Westeuropa. Der größte Umsatzanteil wird auch im nächsten Jahr aus China kommen, gefolgt von Deutschland. Geopolitische Unsicherheiten und Änderungen in den Lieferketten führen zu Verschiebungen in der Nachfrage nach Prüf- und Zertifizierungsleistungen für Konsumgüter. Wir erwarten Herausforderungen in klassischen Exportmärkten wie China, aber Chancen in alternativen Märkten wie Südostasien. Neue Regulierungen in der EU, die die Einbeziehung eines unabhängigen Dritten bei der Produkteinführung vorsehen, wie beispielsweise der EU Cyber Resilience Act und die EU-Batterieverordnung, geben positive Wachstumsimpulse. Unsere Leistungen zur Qualitätssicherung in der Lieferkette sowie zur Nachhaltigkeit von Konsumgütern bleiben ein wesentlicher Umsatztreiber. Der technologische Wandel und neue Regulierungen, auch zum Thema Nachhaltigkeit, sorgen für einen Nachfrageschub bei Prüf- und Zertifizierungsleistungen für Industriegüter. So rechnen wir mit einem weiteren Wachstum unseres Geschäfts rund um Wasserstoff und Brennstoffzelle, Batterien und andere Energiespeicher sowie vernetzte Systeme, einschließlich der Cybersecurity oder Nachhaltigkeitszertifizierung der entsprechenden Anlagen. Wachstumschancen sehen wir auch für unsere Testing-Dienstleistungen im Bereich Elektromobilität, da die europäischen Automobilhersteller die Technologielücke zur außereuropäischen Konkurrenz schließen wollen. Wir erwarten weitere Änderungen bei der europäischen Medizingeräterichtlinie (MDR) und der Verordnung über In-vitro-Diagnostika (IVDR) durch die Gesetzgeber und gehen infolgedessen bei den Dienstleistungen zu Medizinprodukten von einer verringerten Marktdynamik im Prognosejahr aus. Dagegen sehen wir für unser Angebot an biologischen und chemischen Prüfungen weiteres Wachstum, insbesondere im US-amerikanischen Markt. Für das Prognosejahr 2025 erwarten wir in der Division Business Assurance ein stetiges Umsatzwachstum. Rund 40 % des Umsatzes werden dabei im Ausland erwirtschaftet, vorwiegend in Europa und der Region ASIA. Das Geschäft mit Zertifizierungen und zertifikatsnahen Dienstleistungen wird kontinuierlich wachsen, insbesondere in den USA, Indien und China. Wachstumstreiber sind die Zertifizierung von Informationssicherheitsmanagementsystemen einschließlich TISAX sowie Auditdienstleistungen zum Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz und zu Nachhaltigkeitsthemen. Das Trainingsgeschäft wird im Prognosejahr den höchsten absoluten Umsatzanstieg in der Division verzeichnen. Die Internationalisierung und der Ausbau der digitalen Schulungsformate sind die wesentlichen Wachstumstreiber. Auch sehen wir einen Nachfrageanstieg bei Personenzertifizierungen und den Schulungen zum Thema Nachhaltigkeit, vor allem auch zur Nachhaltigkeitsberichterstattung entsprechend der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) der Europäischen Union. Die Cybersecurity Services werden einen robusten Umsatzanstieg zeigen. Wachstumsimpulse erwarten wir aus Datenschutzdienstleistungen und neuen regulatorischen Anforderungen, wie beispielsweise der europäischen NIS2-Richtlinie zur Netzwerk- und Informationssicherheit. Der Ausbau bestehender technischer Dienstleistungen wie Penetrationstests ermöglicht zusätzliches Wachstum auf internationaler Ebene. ERGEBNISENTWICKLUNG BLEIBT STABIL Der Geschäftserfolg von TÜV SÜD leitet sich von der wirtschaftlichen Entwicklung der Märkte, aber auch von regulatorischen und politischen Entscheidungen sowie weltweiten Trends und Ereignissen ab. Unsere anerkannte Kompetenz in angestammten Kernmärkten, ein ausgewogenes Kundenportfolio sowie unsere weltweite Präsenz machen uns weniger anfällig für temporäre und lokal begrenzte Marktschwankungen. Der Fokus unserer Geschäftsaktivitäten liegt auf Branchen und Märkten, in denen ein stabiles und profitables Wachstum zu erwarten ist. Die Entwicklung des operativen Geschäfts unterstützen wir durch transparente und harmonisierte Kosten- und Prozessstrukturen. Wir analysieren unsere Geschäftsprozesse regelmäßig und leiten Maßnahmen zur Qualitäts- und Effizienzsteigerung ab, um die internen Abläufe zu optimieren und nachhaltiger zu gestalten. Ergänzend dazu treiben wir auch die Digitalisierung unserer Geschäfts- und Vertriebsprozesse voran - immer mit dem Ziel einer kontinuierlichen Ergebnis- und Renditeentwicklung. Das EBIT sollte im Prognosejahr eine Bandbreite von 195 Mio. € bis 240 Mio. € erreichen. Die Entwicklung berücksichtigt die im Konzern angestoßenen Transformationsprojekte sowie Tariferhöhungen in Deutschland. Die EBIT-Entwicklung kann allerdings geringer ausfallen, sollten die geopolitischen Konflikte und makroökonomischen Unsicherheiten zunehmen oder zusätzliche, nicht erwartbare Belastungen in Zusammenhang mit dem Dammbruch in Brasilien eintreten. Die EBIT-Marge wird im mittleren einstelligen Prozentbereich liegen. Das EBT wird der prognostizierten EBIT-Entwicklung folgen. Wir erwarten in den Segmenten INDUSTRY und CERTIFICATION eine positive EBIT-Entwicklung. Das Segment INDUSTRY sollte dabei eine Steigerung des EBIT im knapp oberen einstelligen Prozentbereich erreichen, mit einer EBIT-Marge im oberen einstelligen Prozentbereich. Im Segment CERTIFICATION rechnen wir mit einer EBIT-Steigerung im unteren zweistelligen Prozentbereich und einer EBIT-Marge im mittleren einstelligen Prozentbereich. Für das Segment MOBILITY gehen wir davon aus, dass das EBIT leicht zurückgeht und sich im einstelligen Prozentbereich verringert. Die EBIT-Marge sollte im mittleren bis oberen einstelligen Prozentbereich liegen. Der Return on Capital Employed (ROCE) ist eine Kenngröße zur Messung der Rentabilität des eingesetzten Kapitals von TÜV SÜD. Ausgehend von der prognostizierten EBIT-Entwicklung, die sich direkt in der NOPAT-Entwicklung niederschlägt, und einem Anstieg des durchschnittlich gebundenen Kapitals erwarten wir für das Prognosejahr 2025 einen ROCE von 9 % bis 9,5 %. Für das Prognosejahr 2025 haben wir einen Gesamtinvestitionsrahmen von bis zu 180 Mio. € für zukunftsweisende Projekte, die Erweiterung unserer Laborkapazitäten sowie für die Modernisierung bestehender Anlagen und Gebäude vorgesehen. Unsere Investitionsaktivität konzentriert sich auf zukunftsweisende Projekte, insbesondere in den Bereichen Digitalisierung und Nachhaltigkeit, auf IT-Transformationsprojekte sowie auf den Ausbau unserer Kern- und Fokusmärkte. Abgeleitet aus der Kapitalflussrechnung und unter Berücksichtigung des geplanten Investitionsvolumens sollte der Free Cashflow in etwa auf dem Niveau des Jahres 2024 liegen. Auch 2025 soll die Zahl unserer Mitarbeitenden weiter wachsen, mittelfristig streben wir dabei einen Zuwachs von 5 % pro Jahr an. Dazu wollen wir, abhängig vom Bedarf an den einzelnen Standorten und vom erwarteten Wachstum, gut ausgebildete und engagierte Menschen für unser Unternehmen gewinnen. Zugleich soll der Anteil der weiblichen Beschäftigten in Führungspositionen bis zum Jahr 2026 konzernweit auf 30 % ansteigen. Auch in die Weiterbildung unserer Beschäftigten werden wir investieren. So haben wir uns zum Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2026 ein Weiterbildungsniveau von jährlich durchschnittlich 35 Weiterbildungsstunden pro Beschäftigtem zu erreichen. Bei den übrigen nicht finanziellen operativen Leistungsindikatoren erwarten wir eine stabile bis leicht positive Entwicklung gegenüber dem Vorjahr. Die Nähe zu unseren Kunden, unsere Kompetenz in technischen Dienstleistungen und vor allem das Vertrauen, das unsere Kunden TÜV SÜD entgegenbringen, bilden das Fundament für eine erfolgreiche Geschäftsentwicklung von TÜV SÜD auch in den kommenden Jahren. Bilanz zum 31. Dezember 2024Aktiva
Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2024
Anhang für 20241. Allgemeine AngabenDie TÜV SÜD AG hat ihren Sitz in München und ist eingetragen in das Handelsregister beim Amtsgericht München (HRB 109326). Der Jahresabschluss wurde nach den Vorschriften für große Kapitalgesellschaften gemäß § 267 Abs. 3 HGB und den Bestimmungen des Aktiengesetzes aufgestellt. 2. Bilanzierungs- und BewertungsgrundsätzeDie Posten der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung werden gemäß § 265 Abs. 7 HGB zusammengefasst ausgewiesen, um dadurch die Klarheit der Darstellung zu vergrößern. Die zusammengefassten Posten werden im Anhang gesondert erläutert. Immaterielle Vermögensgegenstände werden, soweit gegen Entgelt erworben, zu Anschaffungskosten aktiviert und in längstens 15 Jahren linear, im Zugangsjahr zeitanteilig, abgeschrieben. Sachanlagen werden zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten, abzüglich planmäßiger linearer Abschreibungen bewertet. Produktionsgebäude werden in längstens 40 Jahren, Verwaltungsgebäude in längstens 50 Jahren abgeschrieben. Technische Anlagen und Maschinen sowie andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung werden längstens über 23 Jahre abgeschrieben. Die Abschreibungen auf Zugänge des Sachanlagevermögens erfolgen grundsätzlich zeitanteilig. Außerplanmäßige Abschreibungen werden vorgenommen, soweit ein Ansatz mit dem niedrigeren beizulegenden Wert erforderlich ist. Wenn die Abschreibungsgründe in einem späteren Geschäftsjahr entfallen, wird eine Wertaufholung vorgenommen. Geringwertige Vermögensgegenstände werden als Sammelposten über fünf Jahre abgeschrieben. Danach wird der Abgang unterstellt. Finanzanlagen sind zu Anschaffungskosten oder, soweit eine dauerhafte Wertminderung vorliegt, zu niedrigeren beizulegenden Werten angesetzt. Abschreibungen sowie Gewinne und Verluste aus dem Abgang von Finanzanlagen werden im Finanzergebnis ausgewiesen. Forderungen, sonstige Vermögensgegenstände, Wertpapiere des Umlaufvermögen und flüssige Mittel werden mit den Anschaffungskosten oder Stichtagswerten bewertet. Allen Risiken wird durch angemessene Wertberichtigungen Rechnung getragen. Als aktive Rechnungsabgrenzungsposten sind Auszahlungen vor dem Abschlussstichtag angesetzt, soweit sie Aufwand für einen bestimmten Zeitraum nach diesem Zeitpunkt darstellen. Latente Steuern werden für zeitliche Unterschiede zwischen den handelsrechtlichen und steuerlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Rückstellungen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten ermittelt. Dabei werden bei der TÜV SÜD AG nicht nur die Unterschiede aus den eigenen Bilanzposten einbezogen, sondern auch solche, die bei Organtöchtern bestehen. Die Ermittlung der latenten Steuern erfolgt in Summe auf Basis des kombinierten Ertragsteuersatzes des steuerlichen Organkreises der TÜV SÜD AG in Höhe von derzeit 30,6 %. Vom Wahlrecht zum Ansatz des Überhangs der aktiven latenten Steuern gemäß § 274 Abs. 1 HGB wurde nicht Gebrauch gemacht. Fremdwährungsforderungen und Fremdwährungsverbindlichkeiten werden zum Entstehungskurs umgerechnet. Kurzfristige Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten werden zum Bilanzstichtag zum Devisenkassamittelkurs erfolgswirksam bewertet. Langfristige Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten werden gemäß Niederstwert- bzw. Imparitätsprinzip mit dem Entstehungskurs oder mit dem ungünstigeren Stichtagskurs bewertet. Soweit Fremdwährungsforderungen oder Fremdwährungsverbindlichkeiten durch Devisentermingeschäfte gesichert sind, werden die Forderungen oder Verbindlichkeiten, unter Anwendung der Einfrierungsmethode, zu Bewertungseinheiten gemäß § 254 HGB zusammengefasst. Es wird auf die bilanzielle Erfassung unrealisierter Verluste, die aus abgesicherten Risiken resultieren verzichtet, soweit diesen Verlusten unrealisierte Gewinne in gleicher Höhe gegenüberstehen. Das gezeichnete Kapital wird zum Nennwert bilanziert. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen werden nach dem versicherungsmathematischen Anwartschaftsbarwertverfahren (Projected Unit Credit Method) auf Basis der Richttafeln RT 2018 G von Prof. Dr. Klaus Heubeck bewertet. Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen werden pauschal mit dem von der Bundesbank veröffentlichten durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen zehn Jahre abgezinst, der sich bei einer angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren ergibt (§ 253 Abs. 2 Satz 2 HGB). Die Bewertung zum 31. Dezember 2024 erfolgte mit einem Rechnungszinssatz von 1,90 % p. a. (Vj. 1,82 % p. a.) unter Einbezug eines Gehaltstrends von 2,75 % p. a. (Vj. 2,75 % p. a.) sowie eines Rententrends von 2,20 % p. a. (Vj. 2,20 % p. a.). Der Unterschiedsbetrag, der sich aus der Verlängerung des Betrachtungszeitraums für die Ermittlung des Durchschnittszinssatzes ergibt, ist im Abschnitt 8.5 angegeben. Die Pensionsrückstellungen werden mit dem Deckungsvermögen, welches dem Zugriff aller übrigen Gläubiger entzogen ist und ausschließlich der Finanzierung von Pensionsverpflichtungen dient, verrechnet. Entsprechend wird mit den Aufwendungen aus Aufzinsung und den Aufwendungen und Erträgen des zu verrechnenden Vermögens verfahren. Es besteht eine Ausschüttungssperre, soweit der beizulegende Zeitwert der verrechneten Vermögensgegenstände deren Anschaffungskosten übersteigt. Bei der Bemessung der Rückstellungen wird allen erkennbaren Risiken und ungewissen Verbindlichkeiten angemessen Rechnung getragen. Sie sind in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrages angesetzt. Verbindlichkeiten werden mit dem Erfüllungsbetrag angesetzt. Erläuterungen zur Bilanz3. Anlagevermögen
Die Entwicklung des Anlagevermögens wird in einer Anlage zum Anhang (Anlage II) dargestellt. Die Zugänge bei den Anteilen an verbundenen Unternehmen waren im Wesentlichen die Carspect Group Holding AB, Stockholm, Schweden und die TÜV SÜD Domutech A/S, Kopenhagen, Dänemark sowie Kapitalerhöhungen bei der TÜV SÜD Slovakia s.r.o., Bratislava, Slowakei, der TÜV SÜD America Inc., Boston, USA, der TÜV SÜD Battery Testing GmbH, Garching bei München und der TÜV SÜD (UK) Ltd., Hampshire, Großbritannien. Gegenläufig wirkten Reduzierungen der Rücklagen bei der ARMAT GmbH & Co. KG, Pullach i. Isartal sowie eine außerplanmäßige Abschreibung auf die Anteile an der TÜV SÜD Bursa Tasit Muayene Istasyonlari Isletim A.S., Kestel - Bursa, Türkei. Zum Bilanzstichtag betrug der Börsenwert der Wertpapiere des Anlagevermögens 46,2 Mio. € (Vj. 1,1 Mio. €). Der deutliche Anstieg sind durch Investitionen in Höhe von 43,8 Mio. € bedingt, im Wesentlichen in Fonds mit festverzinslichen Unternehmensanleihen. Im Geschäftsjahr wurden keine außerplanmäßigen Abschreibungen vorgenommen; die TÜV SÜD AG geht davon aus, dass es sich bei den Kursminderungen um marktbedingte Wertschwankungen handelt. Hinsichtlich der Verrechnung von Deckungsvermögen verweisen wir auf die Darstellung der Pensionsrückstellungen in Abschnitt 9. Die sonstigen Ausleihungen beinhalten überwiegend Darlehensforderungen gegenüber dem TÜV SÜD Pension Trust e.V., München, in Höhe von 30,0 Mio. € sowie Darlehensforderungen im Zusammenhang mit Veräußerungen von Geschäftsanteilen. Die Unterbeteiligung an der Okoye Beteiligungsverwaltungs GmbH, Wien, Österreich, ist mit ihren Anschaffungskosten bilanziert. Die TÜV SÜD AG geht davon aus, dass im Veräußerungsfall die Anschaffungskosten erzielt werden. Die Anteilsbesitzliste ist als Anlage zum Anhang (Anlage II) beigefügt. 4. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen beinhalten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 34,9 Mio. € (Vj. 15,8 Mio. €), Cash-Pool-Forderungen in Höhe von 62,8 Mio. € (Vj. 51,5 Mio. €) sowie Darlehensforderungen in Höhe von 30,5 Mio. €. (Vj. 0,0 Mio. €). Die Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, entfallen vollständig auf solche aus Lieferungen und Leistungen. Alle Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände haben wie im Vorjahr eine Restlaufzeit von unter einem Jahr. 5. Wertpapiere
6. Rechnungsabgrenzungsposten
Der Rechnungsabgrenzungsposten beinhaltet überwiegend jährliche Serviceleistungen aus einem Software-Rahmenvertrag. 7. Aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung
Die Zusammensetzung des Deckungsvermögens sowie der saldierten Pensionsverpflichtungen wird in Abschnitt 9 des Anhangs dargestellt. 8. Eigenkapital 8.1. Gezeichnetes Kapital Das satzungsmäßige Grundkapital der Gesellschaft am Bilanzstichtag beträgt unverändert 26,0 Mio. €. Es ist eingeteilt in 26.000.000 Stückaktien. Die Aktien lauten auf den Namen. Der rechnerische Wert pro Namensaktie beträgt 1 €. 8.2. Kapitalrücklage Die Kapitalrücklage beträgt unverändert 124,4 Mio. €. 8.3. Gewinnrücklagen Die anderen Gewinnrücklagen betragen unverändert 405,1 Mio. €. 8.4. Bilanzgewinn
In der Hauptversammlung vom 3. Juli 2024 wurde beschlossen, aus dem Bilanzgewinn 2023 in Höhe von 641,2 Mio. € eine Dividende von 2,1 Mio. € auszuschütten sowie den verbleibenden Bilanzgewinn von 639,1 Mio. € auf neue Rechnung vorzutragen. 8.5 Ausschüttungsgesperrter Betrag Der ausschüttungsgesperrte Betrag ermittelt sich aus der Differenz zwischen dem Zeitwert der nach § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB zu verrechnenden Vermögensgegenstände und deren Anschaffungskosten. Abschnitt 9 des Anhangs zeigt die Zusammensetzung der zu verrechnenden Vermögensgegenstände. Deren Zeitwert beträgt (nach Abzug der das Deckungsvermögen mindernden Cash-Pool-Verbindlichkeiten) 255,8 Mio. € (Vj. 210,9 Mio. €). Da die fortgeführten Anschaffungskosten der zu verrechnenden Vermögensgegenstände aufgrund des Abzugs der das Deckungsvermögen mindernden Ausleihungen auf einen Betrag von -242,4 Mio. € (Vj. -289,4 Mio. €) ergeben, beträgt der ausschüttungsgesperrte Betrag zum 31. Dezember 2024 498,2 Mio. € (Vj. 500,3 Mio. €). Im Berichtsjahr lagen keine weiteren Sachverhalte vor, die zu einer Ausschüttungssperre i. S. d. § 268 Abs. 8 HGB führen. Im Geschäftsjahr ergab sich aufgrund der geänderten Bewertung der Pensionsrückstellung der folgende Unterschiedsbetrag:
Der negative Unterschiedsbetrag zwischen den Wertansätzen gemäß § 253 Abs. 2 und § 253 Abs. 6 HGB beträgt 0,5 Mio. € und führt zu keiner Ausschüttungssperre. 9. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen Durch Errichtung eines Contractual Trust Agreement zum Zwecke der Absicherung von Versorgungsansprüchen wurden an den TÜV SÜD Pension Trust e.V., München, Vermögensgegenstände treuhänderisch übertragen. Von den Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen entfallen vor Saldierung mit dem Deckungsvermögen 14,0 Mio. € (Vj. 13,4 Mio. €) auf Anwartschaften und 60,4 Mio. € (Vj. 61,7 Mio. €) auf laufende Renten. Damit beläuft sich der Erfüllungsbetrag der Pensionsrückstellungen auf 74,4 Mio. € (Vj. 75,1 Mio. €). Im Rahmen des Verrechnungsgebotes nach BilMoG ist das Deckungsvermögen zu Zeitwerten mit den Pensionsverpflichtungen zu verrechnen. Nach Saldierung mit dem Deckungsvermögen verbleibt ein aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung von 181,3 Mio. € (Vj. 135,8 Mio. €). Das zu verrechnende Deckungsvermögen setzt sich wie folgt zusammen:
Bezüglich des Zinsausweises einschließlich der verrechneten Aufwendungen und Erträge verweisen wir auf Abschnitt 22 Finanzergebnis und der Darstellung Ergebnis aus Finanzanlagen. 10. Steuerrückstellungen Bei den Steuerrückstellungen handelt es sich überwiegend um Gewerbe- und Körperschaftsteuerrückstellungen der TÜV SÜD AG, München, als Organträger für den Organkreis sowie um Umsatzsteuernachzahlungen. 11. Sonstige Rückstellungen Die sonstigen Rückstellungen betreffen im Wesentlichen Vorsorgen für Personalaufwendungen, insbesondere für Sonderzahlungen, Urlaub und Mehrarbeit, Rückstellungen für Beratungskosten, Rechtskosten und potenzielle Haftungsrisiken sowie Rückstellungen für offene Abrechnungen von Lieferanten. Der Ansatz und die Bewertung von Rückstellungen mit anhängigen und drohenden Rechtsstreitigkeiten im Zusammenhang mit dem Dammbruch in Brasilien basieren in erheblichem Umfang auf Einschätzungen der TÜV SÜD AG. Es müssen Annahmen hinsichtlich der Eintrittswahrscheinlichkeit, der Fälligkeit und der Höhe des Risikos getroffen werden, die einer erheblichen Schätzungsunsicherheit unterliegen. Die TÜV SÜD AG beurteilt den jeweiligen Sachverhalt unter Einbeziehung interner und externer Sachverständiger auf Basis der Verhältnisse zum Bilanzstichtag sowie der bis zur Aufstellung des Abschlusses erlangten Erkenntnisse. 12. Verbindlichkeiten
Die Verbindlichkeiten haben wie im Vorjahr eine Restlaufzeit von unter einem Jahr. Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen entfallen in Höhe von 7,6 Mio. € (Vj. 6,4 Mio. €) auf Lieferungen und Leistungen sowie in Höhe von 403,2 Mio. € (Vj. 387,1 Mio. €) auf sonstige Verbindlichkeiten. Die sonstigen Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen betreffen im Wesentlichen Cash-Pool-Verbindlichkeiten, inklusive Verbindlichkeiten aus Verlustübernahmen sowie Darlehensverbindlichkeiten. Die Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, betreffen wie im Vorjahr Finanzverbindlichkeiten. Die sonstigen Verbindlichkeiten enthalten überwiegend die Umsatzsteuerzahllast. 13. Haftungsverhältnisse 13.1 Verbindlichkeiten aus Bürgschaften Am Bilanzstichtag bestanden Bürgschaftsverpflichtungen gegenüber fremden Dritten in Höhe von 116,2 Mio. € (Vj. 110,4 Mio. €). Gegenüber den Gesellschaften der TÜV SÜD Gruppe hat die TÜV SÜD AG, München, die selbstschuldnerische Bürgschaft für Ansprüche von Mitarbeitern aus Altersteilzeit-Arbeitsverhältnissen in Höhe von 3,0 Mio. € (Vj. 2,1 Mio. €) übernommen. Zusätzlich wurden für Arbeitnehmer, die sich im „Blockmodell Altersteilzeit“ befinden, zur Wertsicherung der Erfüllungsansprüche ein Treuhandvertrag abgeschlossen und flüssige Mittel und Wertpapiere in Höhe von 3,1 Mio. € (Vj. 2,3 Mio. €) verpfändet. Die Verpflichtungen wurden für laufende Geschäftsvorfälle eingegangen, bei denen aus derzeitiger Sicht der Geschäftslage von einer Inanspruchnahme nicht ausgegangen wird. 13.2 Verbindlichkeiten aus Gewährleistungsverträgen Die TÜV SÜD AG, München, hat sich gegenüber den Gläubigern der Bytest S.r.l., Volpiano, Italien (befristet bis 31. März 2026), der Dunbar & Boardman Partnership Ltd., Hampshire, Großbritannien (befristet bis 31. März 2026), der Global Risk Consultants Ltd., Hampshire, Großbritannien (befristet bis 31. März 2026), der P.H. S.r.l., Tavarnelle Val di Pesa, Italien (befristet bis 31. März 2026), der TUV SUD BABT Unlimited, Hampshire, Großbritannien (befristet bis 31. März 2026), der TÜV SÜD Chemie Service GmbH, Leverkusen (unbefristet, bis zu einer Höhe von 2,0 Mio. €), der TÜV SÜD France S.A.S., Ecully, Frankreich (befristet bis 18. Juni 2025), TUV SUD Ltd., Glasgow, Schottland (befristet bis 31. März 2026), der TUV SUD Services (UK) Ltd., Hampshire, Großbritannien (befristet bis 31. März 2026), der TÜV SÜD (UK) Ltd., Hampshire, Großbritannien (befristet bis 31. März 2026) und der TÜV SÜD Umweltgutachter GmbH, München (unbefristet), verpflichtet diese Gesellschaften finanziell so auszustatten, dass sie jederzeit in der Lage sind, ihre Verpflichtungen gegenüber den Gläubigern pünktlich zu erfüllen. Bei den Gesellschaften wird davon ausgegangen, dass diese die laufenden Verpflichtungen selbst tragen können, bzw. diese Verpflichtungen gegenüber der TÜV SÜD AG, München, bestehen. Mit einer Inanspruchnahme ist folglich nicht zu rechnen. 13.3 Haftungen aus Ausgliederungen Die TÜV SÜD AG, München, übernahm im Rahmen der in 1996, 1997 und 2004 erfolgten Ausgliederungen Pensionsverpflichtungen gegenüber Pensionären und mit unverfallbarer Anwartschaft ausgeschiedenen Mitarbeitern des TÜV SÜD e.V., München, im Wege eines Schuldbeitritts. Die TÜV SÜD AG, München, hat ihrerseits einen Großteil dieser Pensionsverpflichtungen auf Tochterunternehmen mit deren Schuldbeitritt übertragen. Die Summe der Pensionsverpflichtungen der TÜV SÜD AG, München, und ihrer Tochterunternehmen für diese Pensionäre und Mitarbeiter beläuft sich zum 31. Dezember 2024 auf 115,3 Mio. € (Vj. 124,8 Mio. €). Aufgrund der Bonität der Tochtergesellschaften sowie deren voraussichtlicher Ertragslage ist mit einer Inanspruchnahme nicht zu rechnen. 14. Sonstige finanzielle Verpflichtungen Die sonstigen finanziellen Verpflichtungen bestehen aus Miet- und Pachtverträgen (48,8 Mio. €; Vj. 44,2 Mio. €), davon gegenüber verbundenen Unternehmen (1,9 Mio. €; Vj. 2,0 Mio. €) sowie aus langfristigen Leasing-Verträgen und weiteren Verpflichtungen (78,6 Mio. €; Vj. 8,5 Mio. €), davon gegenüber verbundenen Unternehmen (0,7 Mio. €; Vj. 0,6 Mio. €).
Bei den Leasinggeschäften verbleiben die wesentlichen Risiken beim Leasinggeber. 15. Derivative Finanzinstrumente Die Gesellschaften der TÜV SÜD Gruppe sind im Rahmen der operativen Geschäftstätigkeit Währungsrisiken ausgesetzt. Zur Absicherung des Kursänderungsrisikos zielt die Kurssicherungsstrategie auf eine generelle Absicherung von Ein- und Auszahlungen in fremden Währungen. Geschäfte in Finanzderivaten werden ausschließlich zu Sicherungszwecken eingegangen, immer unter Bezug zur Absicherung von Grundgeschäften. Es gibt zwei Arten von eingegangenen Sicherungsbeziehungen. Einerseits werden die Kursrisiken aus dem operativen Geschäft, bei dem die TÜV SÜD Gruppe Zahlungen in fremder Währung erhält oder leisten muss, abgesichert und andererseits sichert die TÜV SÜD AG die Kursrisiken aus der Vergabe von konzerninternen Darlehen oder Darlehensaufnahmen in Fremdwährung an ihre Tochtergesellschaften ab. Sicherungsgeschäfte im Auftrag von Tochtergesellschaften werden mit den gleichen wertbestimmenden Faktoren an die Banken weitergeleitet. Die Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts erfolgt für alle Devisentermingeschäfte mittels marktüblicher finanzmathematischer Verfahren unter Nutzung der jeweiligen Zinskurve der Währungspaare und deren Wechselkurse. 15.1 Devisentermingeschäfte mit Bewertungseinheiten konzernintern Die TÜV SÜD AG schließt als konzerninterner Kontrahent Sicherungsgeschäfte mit ihren Tochtergesellschaften ab und sichert diese so entstandenen Positionen durch den Abschluss von entsprechenden Sicherungsgeschäften mit Banken ab. Die zusammengehörenden Devisentermingeschäfte mit den Tochtergesellschaften und die Devisentermingeschäfte mit den Banken werden in Bewertungseinheiten unter Anwendung der Einfrierungsmethode zusammengefasst. Sicherungsgeschäfte als konzerninterner Kontrahent gegenüber Banken:
Die Devisentermingeschäfte zum 31. Dezember 2024 betreffen insbesondere die Währungen CHF, CNH, GBP, JPY, SGD und USD und haben eine maximale Laufzeit bis Dezember 2025. Die Devisentermingeschäfte werden einzeln mit ihrem Marktwert zum Stichtag bewertet. Sie bilden mit den jeweiligen Grundgeschäften Mikro-Bewertungseinheiten. Die prospektive Wirksamkeit der Sicherungsbeziehungen wird zu jedem Bilanzstichtag mittels der "Critical-Terms-Match-Methode" festgestellt. Dabei wird sichergestellt, dass die Nominalwerte, die Laufzeiten sowie Währungen bei den jeweiligen Grundgeschäften und bei den Sicherungsinstrumenten übereinstimmen. Die einzelnen Hedge-Beziehungen werden daher jeweils über die gesamte Sicherungsperiode als wirksam eingestuft. Gleiches gilt für die rückwirkende Ermittlung der bisherigen Wirksamkeit, da alle wertbestimmenden Faktoren zwischen dem abgesicherten Teil der Grundgeschäfte gegenüber Tochtergesellschaften und dem absichernden Teil der Devisentermingeschäfte gegenüber Banken übereinstimmen. In diesen Fällen kann keine bilanziell relevante Unwirksamkeit bezogen auf die Bewertungseinheiten entstehen. Die in den Bewertungseinheiten zusammengefassten Geschäfte unterliegen demselben Risiko. Entsprechend ist zu erwarten, dass sich die gegenläufigen Wertänderungen der Grund- und Sicherungsgeschäfte in der Zukunft für das jeweils gesicherte Risiko nahezu vollständig ausgleichen. Grundgeschäfte aus Währungssicherungen von Tochtergesellschaften:
Aufgrund der gebildeten Bewertungseinheiten, jeweils pro Einzelgeschäft gegenüber der Tochtergesellschaft sowie dem zugehörigen Devisentermingeschäft gegenüber der Bank, werden die negativen Marktwerte gegenüber den Banken (0,2 Mio. €; Vj. 0,1 Mio. €) sowie die negativen Marktwerte gegenüber den Tochtergesellschaften (0,1 Mio. €; Vj. 0,1 Mio. €) nicht bilanziert, so dass auf einen entsprechenden Ansatz von einer Rückstellung für drohende Verluste verzichtet werden konnte. 15.2 Devisentermingeschäfte mit Bewertungseinheiten Finanzforderungen und Finanzverbindlichkeiten der TÜV SÜD AG in fremden Währungen werden durch Abschluss von entsprechenden Sicherungsgeschäften mit Banken abgesichert. Die zusammengehörenden Fremdwährungsforderungen oder Fremdwährungsverbindlichkeiten und die Devisentermingeschäfte mit den Banken werden in Bewertungseinheiten unter Anwendung der Einfrierungsmethode zusammengefasst. Sicherungsgeschäfte gegenüber Banken:
Die Devisentermingeschäfte zum 31. Dezember 2024 betreffen insbesondere die Währungen GBP, JPY, SEK und USD, haben eine maximale Laufzeit bis November 2025 und werden mit rollierenden Devisentermingeschäften an die Fremdwährungsforderungen bzw. Fremdwährungsverbindlichkeiten gegenüber den Tochtergesellschaften angepasst. Die Devisentermingeschäfte werden einzeln mit ihrem Marktwert zum Stichtag bewertet. Sie bilden mit den jeweiligen Grundgeschäften Mikro-Bewertungseinheiten. Bei einem Mikro Hedge mit perfekter Sicherungsbeziehung, bei dem die maßgeblichen Risikoparameter von Grundgeschäft und Sicherungsinstrument aufeinander abgestimmt sind, kommt die sogenannte "Critical-Terms-Match-Methode" zum Einsatz. Dabei wird sichergestellt, dass die wertbestimmenden Faktoren (Nominalwerte, Laufzeiten, Währungen, Auszahlungszeitpunkte sowie Rückzahlungszeitpunkte) bei den Grundgeschäften und bei den Sicherungsinstrumenten übereinstimmen. Die einzelnen Hedge-Beziehungen werden daher jeweils über die gesamte Sicherungsperiode als wirksam eingestuft. Gleiches gilt für die rückwirkende Ermittlung der bisherigen Wirksamkeit, da alle wertbestimmenden Faktoren zwischen dem abgesicherten Teil der Grundgeschäfte und dem absichernden Teil der Devisentermingeschäfte übereinstimmen. In diesen Fällen kann keine bilanziell relevante Unwirksamkeit bezogen auf die Bewertungseinheiten entstehen. Die in den Bewertungseinheiten zusammengefassten Geschäfte unterliegen demselben Risiko. Entsprechend ist zu erwarten, dass sich die gegenläufigen Wertänderungen der Grund- und Sicherungsgeschäfte in der Zukunft für das jeweils gesicherte Risiko nahezu vollständig ausgleichen. Grundgeschäfte aus Finanzforderungen und Finanzverbindlichkeiten in fremder Währungen gegenüber Tochtergesellschaften:
Aufgrund der gebildeten Bewertungseinheiten, jeweils pro Finanzforderung bzw. Finanzverbindlichkeit gegenüber einer Tochtergesellschaft sowie dem zugehörigen Devisentermingeschäft gegenüber der Bank, werden die negativen Marktwerte gegenüber den Banken (2,5 Mio. €; Vj. 0,6 Mio. €) sowie die Fremdwährungsumrechnungseffekte, die sich aus den Bewertungen der Finanzforderungen und Verbindlichkeiten in fremder Währung von (0,1 Mio. €; Vj. 0,2 Mio. €) ergeben, nicht bilanziert. 15.3 Devisentermingeschäfte ohne Bewertungseinheiten Die TÜV SÜD AG schließt Sicherungsgeschäfte im Wesentlichen im Zusammenhang mit eigenen operativen Geschäften als Management-Holding in fremden Währungen ab. Für die Berechnung der Devisentermingeschäfte wurde die Bewertungsmethode Mark-to-Market und die daraus ermittelten Marktpreise herangezogen.
Für negative Zeitwerte wurde eine Drohverlustrückstellung unter den sonstigen Rückstellungen in Höhe von 0,7 Mio. € (Vj. 0,2 Mio. €) erfasst. Die Devisentermingeschäfte zum 31. Dezember 2024 haben eine maximale Laufzeit bis Dezember 2025 und betreffen insbesondere die Währungen CNH, GBP, SGD und USD. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung16. Umsatzerlöse Die Umsatzerlöse in Höhe von 189,2 Mio. € (Vj. 161,7 Mio. €) resultieren im Wesentlichen aus Mieten und Pachten, Divisions- und Regionenverrechnung, Markenlizenzen, Dienstleistungsentgelten für Service- und Managementleistungen sowie Verrechnungen von betrieblich veranlassten Holding-Leistungen.
Umsatz nach Regionen
17. Sonstige betriebliche Erträge Die periodenfremden Erträge betreffen überwiegend Versicherungsleistungen in Höhe von 7,1 Mio. € (Vj. 7,0 Mio. €) für die Erstattung von Rechtsanwaltskosten, Erträge aus dem Verkauf von Grundstücken in Höhe von 1,3 Mio. € (Vj. 1,7 Mio. €) sowie die Auflösung von Rückstellungen in Höhe von 3,7 Mio. € (Vj. 31,3 Mio. €). Die Erträge aus Währungskursdifferenzen betragen 5,5 Mio. € (Vj. 6,2 Mio. €). 18. Materialaufwand Der Materialaufwand entfällt wie im Vorjahr im Wesentlichen auf bezogene Leistungen, vorverauslagte Versicherungs- und Lizenzaufwendungen sowie Mietaufwendungen. Die Aufwendungen waren über dem Vorjahresniveau und sind in die Umsatzerlöse eingeflossen, im Wesentlichen handelt es sich um Nebenkostenvorauszahlungen der jeweiligen Mieter. 19. Personalaufwand
Mitarbeiter im Jahresdurchschnitt
20. Abschreibungen
21. Sonstige betriebliche Aufwendungen Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthalten Gebühren, Beiträge und Rechts- und Beratungskosten, Aufwendungen für zurückgestellte Haftungsrisiken, Aufwendungen für Instandhaltungen, Werbekosten, Versicherungen, Betriebs- und Verwaltungskosten sowie Reisekosten. Des Weiteren sind hier die sonstigen Steuern, im Wesentlichen Grundsteuer und Umsatzsteuer, in Höhe von 0,9 Mio. € (Vj. 1,0 Mio. €) ausgewiesen. Weiter entfallen 21,8 Mio. € auf Aufwendungen für Rechts- und Beratungskosten im Zusammenhang mit dem Dammbruch in Brasilien. Die Aufwendungen aus Währungskursdifferenzen betrugen 4,8 Mio. € (Vj. 5,6 Mio. €). 22. Finanzergebnis Das Finanzergebnis setzt sich wie folgt zusammen:
Der Rückgang der Erträge aus Beteiligungen resultieren im Wesentlichen aus im Vorjahr durchgeführten Sonderausschüttungen der TÜV SÜD Auto Service GmbH, Stuttgart, der TÜV SÜD Industrie Service GmbH, München sowie der TÜV SÜD Management Service GmbH, München, bei denen vorab Kapitalherabsetzungen vorgenommen wurden. Die geringeren Ergebnisbeiträge aus den Ergebnisabführungsverträgen der Tochtergesellschaften waren im Wesentlichen den Einmaleffekten bei den Pensionsverpflichtungen im Vorjahr sowie den schlechteren operativen Ergebnissen geschuldet.
Das nach Saldierung mit der Aufzinsung der Pensionsrückstellung positive Ergebnis des Deckungsvermögens in Höhe von 49,0 Mio. € (Vj. 79,6 Mio. €) wird unter sonstige Zinsen und ähnliche Erträge ausgewiesen.
(ohne Zinsaufwendungen aus Pensionsverpflichtungen)
23. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag
Im Dezember 2021 veröffentlichte die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) Modellregelungen des Pillar 2 zur Einführung einer globalen Mindestbesteuerung. Die Umsetzung in nationales Recht erfolgte in Deutschland durch das Mindeststeuergesetz (MinStG), das im Dezember 2023 veröffentlicht wurde und für alle Geschäftsjahre anzuwenden ist, die nach dem 30. Dezember 2023 beginnen. TÜV SÜD fällt in den Anwendungsbereich des Mindeststeuergesetzes. Daher ist TÜV SÜD verpflichtet, für jedes Land, in dem der Konzern tätig ist, eine Zusatzsteuer in Höhe der Differenz zwischen dem gemäß § 53 Abs. 1 MinStG ermittelten Effektivsteuersatz und dem Mindeststeuersatz von 15 % zu zahlen. TÜV SÜD nimmt für die Ermittlung der Betroffenheit und Abschätzung der Folgeauswirkungen die Safe-Harbour-Regelungen der §§ 78 ff. MinStG in Anspruch. Auf Grundlage dieser Ermittlungen erwartet TÜV SÜD eine unwesentliche Erhöhung des Steueraufwands aus der Anwendung des Mindeststeuergesetzes für das abgelaufene Geschäftsjahr. 24. Latente Steuern Latente Steuern betreffen bei der TÜV SÜD AG nicht nur die Unterschiede aus den eigenen Bilanzposten, sondern auch solche, die bei Organtöchtern bestehen. Insbesondere aus Bewertungsunterschieden beim Anlagevermögen sowie bei Rückstellungen für Pensionen und drohende Verluste resultieren aktive Steuerlatenzen. Passive latente Steuern ergeben sich im Wesentlichen aus unterschiedlichen Wertansätzen von Forderungen und sonstigen Vermögensgegenständen sowie Finanzanlagen. Insgesamt werden im Organkreis der TÜV SÜD AG die passiven latenten Steuern von den aktiven latenten Steuern bei Weitem kompensiert. Vom Wahlrecht zum Ansatz des Überhangs der aktiven latenten Steuern gemäß § 274 Abs. 1 HGB wurde nicht Gebrauch gemacht. Insgesamt erwartet die TÜV SÜD AG als Organträger zum 31. Dezember 2024 aus zeitlichen Bilanzierungsunterschieden eine zukünftige Steuerentlastung von 185,2 Mio. €, die sich als Überhang der aktiven latenten Steuern über die passiven latenten Steuern ergibt. Die Ermittlung dieses Betrages erfolgte auf Basis eines Ertragsteuersatzes von 30,6 %. Bei Beteiligungen an Personengesellschaften werden die Bilanzierungsunterschiede mit einem Ertragsteuersatz von 15,825 % ermittelt. 25. Bezüge des Vorstandes und Aufsichtsrates Bezüge des Vorstands und Aufsichtsrats Die Bezüge der aktiven Mitglieder des Vorstands beliefen sich im Geschäftsjahr 2024 auf insgesamt 4,3 Mio. € (Vj. 4,1 Mio. €). Die aktiven Mitglieder des Aufsichtsrats haben im Geschäftsjahr 2024 eine Gesamtvergütung in Höhe von 1,6 Mio. € (Vj. 1,2 Mio. €) erhalten. Zum Bilanzstichtag sind Vorstands- und Aufsichtsratsmitgliedern wie im Vorjahr keine Kredite oder Vorschüsse gewährt worden; ebenso wurden wie im Vorjahr keine Haftungsverhältnisse zugunsten dieses Personenkreises eingegangen. Die Gesamtbezüge ehemaliger Vorstandsmitglieder und ihrer Hinterbliebenen aus Rentenzahlungen und sonstigen Bezügen (Beratungsleistungen) beliefen sich auf 3,4 Mio. € (Vj. 2,0 Mio. €). Es bestehen Pensionsverpflichtungen gegenüber früheren Mitgliedern des Vorstands und ihren Hinterbliebenen in Höhe von 19,1 Mio. € (Vj. 20,3 Mio. €). 26. Mitglieder des Vorstands und Aufsichtsrats Vorstand Dr. Johannes Bußmann Vorsitzender des Vorstands / CEO Sabine Nitzsche Mitglied des Vorstands / CFO (seit 1. März 2025) Ishan Palit Mitglied des Vorstands / COO Prof. Dr. Matthias J. Rapp Mitglied des Vorstands / CFO (bis 30. September 2024) Aufsichtsrat
1 Vertreter der Arbeitnehmer 27. Mutterunternehmen Die Gesellschaft ist als Mutterunternehmen gemäß § 290 HGB verpflichtet, einen Konzernabschluss zu erstellen. Dieser wird im Bundesanzeiger veröffentlicht. 28. Abschlussprüferhonorar Die Angaben über das Abschlussprüferhonorar nach § 285 Nr. 17 HGB sind im Anhang des Konzernabschlusses enthalten. 29. Unternehmensverträge Es bestehen Beherrschungs- und Ergebnisabführungsverträge zwischen der TÜV SÜD AG, München, und den folgenden Tochterunternehmen:
30. Nachtragsbericht Die Konzessionsverträge der Gemeinschaftsunternehmen TÜVTURK Güney Tasit Muayene Istasyonlari Yapim ve Isletim A.S, Istanbul, Türkei, und TÜVTURK Kuzey Tasit Muayene Istasyonlari Yapim ve Isletim A.S., Istanbul, Türkei, für die Durchführung von Fahrzeuginspektionsleistungen in der Türkei laufen im August 2027 aus. Die zuständigen türkischen Behörden haben im Oktober 2024 einen Ausschreibungsprozess für eine neue Konzessionsperiode ab Mitte 2027 bis 2047 gestartet, an dem TÜV SÜD mit einem Bieterkonsortium teilnimmt. Bei der Auktion am 24. Februar 2025 gab das TÜV SÜD Konsortium für beide Konzessionsgebiete jeweils das zweithöchste Gebot ab. Der Ausschreibungsprozess ist jedoch erst mit der finalen Vergabe der Konzessionen durch die Behörden beendet. Dennoch steigt durch die Auktion die Wahrscheinlichkeit, dass TÜVTÜRK seine Geschäftstätigkeit in der aktuellen Rolle als Konzessionsinhaber für Fahrzeuginspektionsleistungen nicht über August 2027 hinaus fortsetzen kann. Daraus können sich negative Auswirkungen auf die künftige Vermögens-, Finanz- und Ertragslage von TÜV SÜD ergeben. Die Überprüfung des Beteiligungsbuchwertes ergab keine Indikation für einen Wertberichtigungsbedarf im Aufstellungszeitraum. 31. GewinnverwendungsvorschlagVorstand und Aufsichtsrat schlagen der Hauptversammlung vor, aus dem Bilanzgewinn von 808,6 Mio. € einen Betrag von 2,1 Mio. €, entspricht 0,08 € pro Aktie, auszuschütten. Der danach verbleibende Betrag von 806,5 Mio. € soll auf neue Rechnung vorgetragen werden.
München, 20. März 2025 TÜV SÜD AG Der Vorstand Dr. Johannes Bußmann, Vorsitzender Sabine Nitzsche Ishan Palit Entwicklung des Anlagevermögens 2024
Aufstellung des Anteilsbesitzes (gemäß § 285 Nr. 11 HGB)
Fußnoten: *) Die inländische Tochtergesellschaft hat die gemäß § 264 Abs. 3 HGB bzw. § 264b HGB erforderlichen Bedingungen erfüllt und nimmt die entsprechenden Befreiungsvorschriften in Anspruch. 1 nach lokalen Rechnungslegungsvorschriften 2 Angaben aus Vorjahr bzw. letzter verfügbarer Jahresabschluss 3 nicht aktiv 4 HBII BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERSAn die TÜV SÜD Aktiengesellschaft, München Prüfungsurteile Wir haben den Jahresabschluss der TÜV SÜD Aktiengesellschaft, München, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2024 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2024 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der TÜV SÜD Aktiengesellschaft, der mit dem Konzernlagebericht zusammengefasst ist, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2024 geprüft. Die Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f Abs. 4 HGB (Angaben zur Frauenquote) haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat. Grundlage für die Prüfungsurteile Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt „Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts“ unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen. Hinweise zur Hervorhebung eines Sachverhalts - Dammbruch in Brasilien Wir verweisen auf die Ausführungen der gesetzlichen Vertreter in Abschnitt „Sonstige Rückstellungen“ des Anhangs sowie in den Abschnitten „Wirtschaftsbericht“ und „Chancen- und Risikobericht“ des Lageberichts, welche die Auswirkungen eines Dammbruchs im Januar 2019 in Brasilien, dessen Stabilität im September 2018 durch die brasilianische Tochtergesellschaft TÜV SÜD BRASIL CONSULTORIA LTDA. bescheinigt wurde, sowie die in diesem Zusammenhang gebildeten Rückstellungen beschreiben. Die gesetzlichen Vertreter verweisen im Zusammenhang mit den anhängigen und drohenden Rechtsstreitigkeiten auf erhebliche Schätzungsunsicherheiten hinsichtlich der Annahmen zur Eintrittswahrscheinlichkeit, der Fälligkeit sowie der Höhe des Risikos, und darauf, dass der Ausgang der anhängigen und drohenden Rechtsverfahren einen wesentlichen Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft für das Geschäftsjahr 2025 sowie zukünftige Geschäftsjahre haben kann. Unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht sind diesbezüglich nicht modifiziert. Sonstige Informationen Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen die Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f Abs. 4 HGB (Angaben zur Frauenquote) als nicht inhaltlich geprüften Bestandteil des Lageberichts. Unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab. Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die oben genannten sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen
Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Jahresabschluss und den Lagebericht Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist. Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können. Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel in internen Kontrollen, die wir während unserer Prüfung feststellen.
München, den 20. März 2025 PricewaterhouseCoopers GmbH Petra Justenhoven, Wirtschaftsprüferin Jürgen Schumann, Wirtschaftsprüfer Bericht des AufsichtsratsSehr geehrte Damen und Herren, in einem weiterhin unsicheren und dynamischen wirtschaftlichen Umfeld konnte sich TÜV SÜD im Geschäftsjahr 2024 gut behaupten und seine erfolgreiche Geschäftsentwicklung fortsetzen. Das Unternehmen konnte seine Stellung am Markt weiter ausbauen und erzielte zugleich wichtige Fortschritte im laufenden Transformationsprozess. Im Geschäftsjahr 2024 erreichte TÜV SÜD einen Umsatz von 3,4 Milliarden Euro. Das EBIT lag bei 216 Millionen Euro, der Konzernjahresüberschuss bei 160 Millionen Euro. Dies ist vor allem auf den Einsatz der fast 30.000 Beschäftigten des Unternehmens zurückzuführen. Der Aufsichtsrat hat im Berichtsjahr die ihm nach Gesetz und Satzung obliegenden Aufgaben mit großer Sorgfalt wahrgenommen. Er hat den Vorstand bei der Leitung des Unternehmens überwacht und ihn bei der strategischen Weiterentwicklung des Konzerns sowie bei wesentlichen aktuellen Maßnahmen beratend begleitet. Zudem befasste er sich mit der Nachfolgeplanung für den Vorstand und den Aufsichtsrat. Zusammenarbeit von Vorstand und Aufsichtsrat Die Zusammenarbeit mit dem Vorstand war durch einen intensiven und vertrauensvollen Austausch geprägt. Der Vorstand berichtete dem Aufsichtsrat regelmäßig schriftlich und mündlich, zeitnah und umfassend über die allgemeine Lage des Konzerns, den aktuellen Geschäftsverlauf und die Unternehmensplanung. Thematisiert wurden insbesondere die Geschäftsentwicklung vor dem Hintergrund der gesamt wirtschaftlichen Entwicklung sowie die Risikosituation, insbesondere infolge des Dammbruchs in Brasilien. Ein Halbjahresbericht und eine regelmäßige Berichterstattung zur Vermögens-, Finanz- und Ertragslage ergänzten den Informationsfluss. Abweichungen von der Planung und den Hochrechnungen wurden dem Aufsichtsrat ausführlich erläutert. Themen in den Plenumssitzungen Von den vier im Jahr 2024 abgehaltenen ordentlichen Aufsichtsratssitzungen fanden drei als hybride Sitzungen statt, eine Sitzung erfolgte in Präsenz. Eine weitere, außerordentliche Aufsichtsratssitzung wurde als virtuelle Sitzung durchgeführt. In den Sitzungen erörterte der Aufsichtsrat unter anderem den Jahres und Konzernabschluss 2023, den Compliance-Bericht 2023 und die Planung 2025. Im Rahmen eines Strategie-Workshops wurden verschiedene strategische „FORWARD-Initiativen“ sowie die Strategieimplementierung intensiv thematisiert. In zwei Sitzungen wurde dem Aufsichtsrat das neue Corporate Sustainability Office mit seiner strategischen Planung für den Bereich Nachhaltigkeit vorgestellt. Darüber hinaus billigte der Aufsichtsrat nach sorgfältiger Prüfung und Beratung die seiner Zustimmung unterliegenden Geschäftsvorfälle des Unternehmens, unter anderem die Finanz- und Investitionsplanung sowie mehrere großvolumige Verträge und Transaktionen. Außerdem ließ sich der Aufsichtsrat vom Chief Compliance Officer über das Compliance-Management-System, die Maßnahmen zur Compliance-Prävention, die Compliance-Ressourcenausstattung sowie die Auditierung des Compliance-Management-Systems berichten. Der Aufsichtsrat wurde im Berichtsjahr 2024 intensiv zu den aktuellen Entwicklungen auf dem Gebiet der Künstlichen Intelligenz geschult, unter anderem durch Vorträge zum Einfluss von generativer Künstlicher Intelligenz (GenAI) auf die Arbeit in der TIC-Industrie, zu den organisatorischen Auswirkungen von GenAI, zu den Grundpfeilern für den verantwortlichen Umgang mit KI, zu Aktivitäten auf dem Gebiet des AI-Quality-Managements sowie zur Nutzung von Analytics und KI in internen Prozessen. In eigener Angelegenheit beschloss der Aufsichtsrat das Anforderungsprofil für seine Mitglieder, die Veröffentlichung von Lebensläufen aller Aufsichtsratsmitglieder auf den Unternehmensseiten im Internet sowie die erneute Durchführung einer Evaluierung der Arbeit des Aufsichtsrats zu Beginn des Jahres 2025. Mit der Neufassung der Geschäftsordnungen für Aufsichtsrat, Prüfungsausschuss und Vorstand durch den Aufsichtsrat sowie der Neufassung der Satzung der TÜV SÜD AG durch die Hauptversammlung wurden im Sommer 2024 zudem wichtige Dokumente der Corporate Governance aktualisiert. Bei seinen Beratungen und Entscheidungen trägt der Aufsichtsrat Sorge, dass Interessenkonflikte vermieden werden. Im vergangenen Berichtsjahr traten keine Interessenkonflikte auf. Nach eigener Einschätzung des Aufsichtsrats sind sämtliche Anteilseignervertreter unabhängig. Die Anwesenheitsquote bei den Sitzungen des Aufsichtsrats lag im Jahr 2024 bei mehr als 90 Prozent und die Anwesenheitsquote bei den Sitzungen der Ausschüsse des Aufsichtsrats lag nahezu durchgängig bei 100%. Lediglich bei drei Ausschusssitzungen lag die Anwesenheitsquote aufgrund der Entschuldigung jeweils eines Mitglieds bei 75%. Darüber hinaus fanden zwischen den Vorsitzenden von Aufsichtsrat und Vorstand regelmäßige persönliche Gespräche statt, über deren wesentliche Ergebnisse der Aufsichtsratsvorsitzende den Aufsichtsrat informierte. Somit hatte der Aufsichtsrat jederzeit detaillierte Kenntnis über die Lage und die Pläne des Unternehmens. Arbeit in den Ausschüssen Die vier ordentlichen und zwei außerordentlichen Sitzungen des Prüfungsausschusses wurden im Jahr 2024 als Präsenzsitzungen durchgeführt. In den ordentlichen Sitzungen befasste er sich dabei unter anderem mit dem Jahresabschluss 2023, dem Nachhaltigkeitsbericht 2023 und dem Halbjahresbericht zum 30. Juni 2024. Außerdem beschäftigte sich der Prüfungsausschuss mit der Vorbereitung der Konzernabschlussprüfung, den Prüfungsschwerpunkten, der Qualität der Abschlussprüfung sowie der Unabhängigkeit des Abschlussprüfers. Er tauschte sich zudem mit dem Abschlussprüfer über die Vorstandsvergütung aus. Der Prüfungsausschuss erörterte auch die Revisionsergebnisse 2024, die Wirksamkeit des internen Kontrollsystems sowie die weitere Revisionsplanung. Darüber hinaus ließ er sich regelmäßig über die Wirksamkeit der Governance-Systeme berichten. Dabei beschäftigte er sich insbesondere mit der Technical Compliance und dem Qualitätsmanagement. Auch befasste sich der Prüfungsausschuss mit Akquisitionen und Desinvestitionen, den Investitionen sowie der Anlage- und Sicherungsstrategie des TÜV SÜD Pension Trust. Der Prüfungsausschuss informierte sich zudem über das Nachhaltigkeitsmanagement, die Nachhaltigkeitsberichterstattung und die Fortschritte bei der Erreichung wesentlicher Nachhaltigkeitsziele. Außerdem beschäftigte sich der Prüfungsausschuss mit den aus dem Dammbruch in Brasilien verbundenen Risiken und ließ sich dabei von den mandatierten Anwälten Bericht erstatten. In den beiden außerordentlichen Sitzungen beschäftigte sich der Prüfungsausschuss mit verschiedenen Unternehmenstransaktionen. Der Sonderausschuss für die Begleitung der internen und externen Aufarbeitung des Unglücks in Brasilien tagte ins gesamt viermal in Präsenzsitzungen. Der Sonderausschuss Brasilien wird von unabhängigen technischen Experten sowie namhaften Rechtsanwälten beraten und berichtete dem Aufsichtsrat auch in jeder Aufsichtsratssitzung ausführlich über den aktuellen Verfahrensstand, den Stand der internen sowie der behördlichen Ermittlungen und über die Wirkung der eingeleiteten Maßnahmen. Der Personalausschuss tagte im Berichtsjahr insgesamt neunmal, davon viermal in hybriden Sitzungen, zweimal in Präsenz und dreimal virtuell. Er beriet über Angelegenheiten des Vorstands und befasste sich unter anderem mit der Verlängerung des Vorstandsmandats von COO Ishan Palit, dem Ausscheiden von CFO Prof. Dr. Matthias J. Rapp zum 30. September 2024 sowie dem Ausscheiden von Herrn Dr. Johannes Bussmann als CEO im Jahr 2025. Vor diesem Hintergrund setzte sich der Personalausschuss intensiv mit der Nachfolgeplanung für den Vorstand aus einander und empfahl dem Aufsichtsrat Frau Sabine Nitzsche als Nachfolgerin für das Amt als CFO der TÜV SÜD AG. Darüber hinaus behandelte der Personalausschuss die Angemessenheit der Vorstandsvergütung sowie die Zielerreichung der einzelnen Vorstandsmitglieder und empfahl dem Aufsichtsrat die Festsetzung der variablen Vergütung für das Geschäftsjahr 2024, vorbehaltlich der Feststellung des Jahresabschlusses. Der Nominierungsausschuss kam im Geschäftsjahr zu drei Sitzungen zusammen, wobei zwei Sitzungen virtuell statt fanden und eine hybrid durchgeführt wurde. Der Nominierungsausschuss hat sich intensiv mit der Weiterentwicklung der Aufsichtsratsnachfolgeplanung 2024 und 2025 beschäftigt. Im Zuge der Nachfolgeplanung für Herrn Prof. Dr. Rudolf Staudigl, der mit Ende der ordentlichen Hauptversammlung 2024 aus dem Aufsichtsrat ausgeschieden ist, wurde dem Aufsichtsrat nach intensiver Suche und Interviews mit geeigneten Kandidaten Herr Frank Hyldmar als Kandidat zur Wahl in den Aufsichtsrat empfohlen. Auch die Nachfolgeplanung für den im Jahr 2025 ausscheidenden Aufsichtsratsvorsitzenden Herrn Wolfgang Dehen sowie den Vorsitzenden des Prüfungsausschusses Herrn Dr. Jörg Matthias Grossmann wurde angestoßen; Interviews mit potenziellen Kandidaten wurden bereits geführt. Der Strategieausschuss tagte viermal in hybriden Sitzungen, in denen unter anderem verschiedene aktuelle Transformationsprojekte, die Zielsetzung der Prozessdigitalisierung und die Nachhaltigkeitsstrategie einschließlich des Ausbaus des ESG-Produktportfolios diskutiert wurden. Der Strategieausschuss beschäftigte sich zudem mit der Robustheit des bestehenden Geschäftsmodells sowie der strategischen Transformationsinitiative „Transform 2035“. Veränderungen im Vorstand und im Aufsichtsrat Herr Prof. Dr. Matthias J. Rapp hat zum 30. September 2024 sein Vorstandsmandat niedergelegt. Herr Prof. Dr. Rapp hat als Finanzvorstand in den vergangenen Jahren maßgeblich zur finanziellen Stabilität und zum Wachstum von TÜV SÜD beigetragen. Der Aufsichtsrat dankt Herrn Prof. Dr. Rapp ausdrücklich für sein langjähriges Engagement für das Unternehmen und die professionelle und konstruktive Zusammenarbeit als Finanzvorstand der TÜV SÜD AG. Der Aufsichtsrat bestellte Frau Sabine Nitzsche ab 1. März 2025 auf Empfehlung des Personalausschusses zur Finanzvorständin und zum Mitglied des Vorstands. Herr Dr. Johannes Bussmann hat Ende des Jahres 2024 angekündigt, seinen Vertrag als Vorsitzender des Vorstands nicht zu verlängern. Bis zum Beginn der Amtszeit eines Nachfolgers oder einer Nachfolgerin wird er seine Aufgaben unverändert wahrnehmen und einen reibungslosen Über gang gewährleisten. Herr Prof. Dr. Rudolf Staudigl schied mit Ablauf der ordent lichen Hauptversammlung am 3. Juli 2024 nach sechs Jahren Amtszeit aus dem Aufsichtsrat aus. Im Namen des Aufsichtsrats und des Vorstands der TÜV SÜD AG danke ich Herrn Prof. Dr. Staudigl für sein langjähriges Engagement im Aufsichtsrat. Als Nachfolger wurde Herr Frank Hyldmar in der ordentlichen Hauptversammlung am 3. Juli 2024 in den Aufsichtsrat gewählt. Mit Wirkung zum Ablauf des 30. September 2024 legte Herr Thomas Eder sein Mandat als Aufsichtsratsmitglied und Arbeitnehmervertreter nieder und schied aus dem Aufsichtsrat aus. Im Namen des Aufsichtsrats und des Vorstands der TÜV SÜD AG danke ich Herrn Eder für sein langjähriges Engagement im Aufsichtsrat und in seinen Ausschüssen. Zum Nachfolger wurde Herr Alexander Tilly am 12. Dezember 2024 gerichtlich bestellt. Jahresabschluss und Konzernabschluss Der Jahresabschluss der TÜV SÜD AG, der Konzernabschluss und der zusammengefasste Lagebericht wurden von der PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Frankfurt am Main, Niederlassung München, geprüft und mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen. Diese Unterlagen sowie die Prüfungsberichte des Abschlussprüfers lagen allen Mitgliedern des Aufsichtsrats vor. In seiner Sitzung am 20. März 2025 hat zunächst der Prüfungsausschuss diese Unterlagen gründlich erörtert und geprüft. In der Bilanzsitzung des Aufsichtsrats am 28. März 2025 berichtete der Vorsitzende des Prüfungsausschusses darüber. An beiden Sitzungen nahm der Abschlussprüfer teil. Er berichtete über die wesentlichen Ergebnisse seiner Prüfung und beantwortete die Fragen der Aufsichtsratsmitglieder umfassend. Der Aufsichtsrat hat den Jahresabschluss der TÜV SÜD AG, den Konzernabschluss und den zusammengefassten Lagebericht eingehend geprüft. Er hat dem Ergebnis der Prüfung durch den Abschlussprüfer zugestimmt und erhebt nach dem abschließenden Ergebnis der Prüfung keine Einwände. Der Aufsichtsrat billigt den Jahresabschluss der TÜV SÜD AG, der damit festgestellt ist. Er billigt darüber hinaus auch den Konzernabschluss sowie den Vorschlag des Vorstands an die Hauptversammlung zur Verwendung des Bilanzgewinns. Im Namen des Aufsichtsrats danke ich den Vorständen, Führungskräften, Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihre erfolgreiche Arbeit und blicke dank ihres persönlichen Einsatzes im abgelaufenen Geschäftsjahr zuversichtlich in die Zukunft.
München, 28. März 2025 WOLFGANG DEHEN Vorsitzender des Aufsichtsrats der TÜV SÜD AG Feststellung des Jahresabschlusses 2024 der TÜV SÜD AGDer Aufsichtsrat hat den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss am 28. März 2025 gebilligt. Damit wurde der Jahresabschluss festgestellt. Beschlussfassung über die Verwendung des Bilanzgewinns für das Geschäftsjahr 2024In der Hauptversammlung am 3. Juli 2025 wurde beschlossen, aus dem Bilanzgewinn zum 31. Dezember 2024 in Höhe von € 808.651.000,00 eine Dividende in Höhe von € 2.080.000,00 (entspricht € 0,08 pro Aktie) auszuschütten sowie den danach verbleibenden Betrag in Höhe von € 806.571.000,00 auf neue Rechnung vorzutragen. |
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TÜV SÜD Aktiengesellschaft AG
Structured data
Parsed, typed and queryable directly through the API.
Overview
- Legal form
- AG
- Address
-
Westendstr. 199
80686 München - Commercial register
- HRB 109326, München
- Registration date
- August 16, 1994
- Industry
-
Beteiligungsgesellschaften
Managementtätigkeiten von sonstigen Holdinggesellschaften
Öffentliche Verwaltung des Umwelt- und Naturschutzes - Purpose
- Einheitliche Leitung und zentrale Verwaltung von in- und ausländischen Unternehmen, die in der Erbringung von Dienstleistungen aller Art, insbesondere der Prüfung, Überwachung, Begutachtung, Zertifizierung, Planung, Entwicklung sowie Aus- und Fortbildung auf den Gebieten Sicherheit, Qualität, Umweltschutz und Nachhaltigkeit tätig sind. Die TÜV SÜD Aktiengesellschaft verfolgt dabei insbesondere den Zweck, als unabhängiges Wirtschaftsunternehmen Menschen, Umwelt und Sachgüter vor nachteiligen Auswirkungen technischer Anlagen oder Einrichtungen, Produkte, Betriebs- und Arbeitsmittel, Arbeitsabläufe sowie Informationstechnologien aller Art zu schützen und deren sichere und nachhaltige Herstellung, Errichtung, Betrieb, Einsatz, Ver- und Anwendung zu fördern. Die TÜV SÜD Aktiengesellschaft erbringt ihre Leistungen unabhängig und neutral und berücksichtigt hierbei insbesondere auch Aspekte der Nachhaltigkeit sowie des Klima- und Umweltschutzes.
Financials
Balance sheet
2025- Financial Assets 60,2 % 1,18 Mrd
- Securities 12,1 % 237,10 Mio
- Tangible Assets 10,8 % 212,00 Mio
- Active Balancing Item from Asset Offset 7,1 % 138,60 Mio
- Receivables and Other Assets 6,8 % 133,10 Mio
- Flüssige Mittel 1,4 % 26,90 Mio
- Prepaid Expenses 0,9 % 17,20 Mio
- Intangible Assets 0,7 % 13,40 Mio
- Bilanzgewinn 41,0 % 801,90 Mio
- Liabilities 24,7 % 483,80 Mio
- Revenue Reserves 20,7 % 405,10 Mio
- Capital Reserve 6,4 % 124,40 Mio
- Provisions 5,8 % 114,30 Mio
- Other Provisions 3,4 % 67,20 Mio
- Tax Provisions 2,4 % 47,10 Mio
- Subscribed Capital 1,3 % 26,00 Mio
Balance sheet data available for 19 earlier fiscal years.
Profit & loss
2025- Gewinnvortrag 36,4 % 806,50 Mio
- Balance sheet profit/loss 36,2 % 801,90 Mio
- Revenue 10,1 % 223,40 Mio
- Other operating expenses 7,3 % −161,30 Mio
- Material expenses 4,0 % −88,10 Mio
- Personnel expenses 2,3 % −50,90 Mio
- Income and profit taxes 1,7 % −38,30 Mio
- Other operating income 1,4 % 30,90 Mio
- Depreciation 0,3 % −7,50 Mio
- Annual net profit/loss 0,2 % −4,60 Mio
- Finanzergebnis 87,20 Mio
P&L data available for 19 earlier fiscal years.
Authorized representatives
-
Ishan Chandra Palit
since 2017 Board Member
-
Patrick Rainer Vollmer
since 2026 Board Member
-
Sabine Christa Nitzsche
since 2025 Board Member
-
Dieter Kilian Schlunek
since 2025 Procura
-
Florian Stork
since 2021 Procura
-
Martin Bockler
since 2026 Procura
Ownership & holdings
Ultimate beneficial owners (UBOs)
No beneficial owners conclusively identified — 1 possible matches from the transparency register.
Holds shares in
- TÜV SÜD Auto Service GmbH GmbH 100.0 %
- TÜV SÜD Business Services GmbH GmbH 100.0 %
- TÜV SÜD Umweltgutachter GmbH GmbH 100.0 %
History
- 2026
-
24.07.
Exit of positionStefan Lembert · Procura
-
24.07.
Member entryMartin Bockler · Procura
-
12.02.
Member entryPatrick Rainer Vollmer · Board Member
- 2025
-
31.07.
Exit of positionJohannes Bußmann · Board Chair
-
22.05.
Exit of positionDieter Kilian Schlunek · Procura
-
22.05.
Correction of personal dataDieter Kilian Schlunek · Procura
-
22.05.
Member entryDieter Kilian Schlunek · Procura
-
02.05.
Change of bylawsTÜV SÜD Aktiengesellschaft
Raw data & documents
Original filings, full-text markdown and PDFs — full content via the API.
Annual statements (full text)
Published reports as markdown — including management report, balance sheet, P&L and appendix.
- 2025 Jahresabschluss
- 2024 Jahresabschluss ↓
- 2023 Jahresabschluss
- 2022 Jahresabschluss
- 2021 Jahresabschluss
Jahresabschluss 2024
Register documents
PDF documents straight from the court register — fetched on demand via the :code endpoint.
- Current extract (AD)
- Chronological extract (CD)
- Structured content (SI, XML)
- Shareholders list
- Articles of association
Website content
Structured markdown rendering of the company's public website — perfect for enrichment and AI pipelines.
- Website snapshot (auto-discovered) AI
Structured data and full text — per company
From annual statements as HTML to UBO lists: enable each field individually via the features parameter. One API, all data.
- Key figures Revenue, employee count, total assets, net income — per fiscal year.
- Authorized representatives Current and former managing directors, board members, signatories — with roles and date ranges.
- Publications Official commercial register publications including date and full text.
- Gesellschafter Current shareholder structure with stakes and contributions.
- Wirtschaftlich Berechtigte (UBOs) Ultimate beneficial owners as recorded in the German transparency register.
- Beteiligungen Stakes this company holds in other entities.
- Bilanz Full balance sheet line items from published annual statements.
- Gewinn- und Verlustrechnung P&L line items per fiscal year.
- Jahresabschlüsse (HTML) Published annual financial statements rendered as HTML.
- Insolvenzbekanntmachungen Notices from the official insolvency registers.
- News Recent mentions of the company from external news sources.
Plug into any stack
Whether you're building a classical API integration, an AI agent, or a no-code workflow — this data slots in.
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