active

Bosch Mobility Platform & Solutions GmbH GmbHGesellschaft mit beschränkter Haftung

GerlingenLudwigsburg, DEU ·HRB 780055 Stuttgart
Part 1 / 2

Structured data

Parsed, typed and queryable directly through the API.

Overview

Legal form
GmbH
Address
Robert-Bosch-Platz 1
70839 Gerlingen
Commercial register
HRB 780055, Stuttgart
Registration date
June 28, 2016
Industry
Erbringung von Beratungsleistungen auf dem Gebiet der Informationstechnologie
Erbringung von sonstigen Dienstleistungen der Informationstechnologie
Bereitstellung von Datenverarbeitungsdiensten
Purpose
Bereitstellung einer Online-Plattform, Technologien und anderen webbasierten Mechanismen/Diensten durch aktuelle oder zukünftige Technologien zur Erleichterung von Online-Transaktionen, Handel, elektronischem oder mobilem Handel. Bereitstellung von Hardware, Lösungen und Dienstleistungen im Zusammenhang mit Webtechnologien und dem Internet, Anbieten von Onlineprodukten, -lösungen, -technologien, -produkten, -initiativen und -programmen im Bereich der lnformationstechnologie und lT-gestützter Dienstleistungen aller Art, einschließlich Cloud Computing, internetbasierter Produkte, webbasierter Dienstleistungen und Lösungen, sowie der Bereitstellung von Online-Support-Diensten entweder direkt oder über Partner, Wiederverkäufer, Distributoren oder andere Kanäle.

Financials

Revenue 2023
91.596 €
Total assets 2023
108,33 Mio. €
4 previous years · values unlocked with an API key Get API key →

Balance sheet

2023
Assets 108,33 Mio
  • Langfristige Vermögenswerte 52,1 % 56,46 Mio
  • Kurzfristige Vermögenswerte 47,7 % 51,71 Mio
  • Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte 0,1 % 154,0 k
Liabilities and Equity 108,33 Mio
  • Equity 44,2 % 47,89 Mio
  • Liabilities 29,2 % 31,62 Mio
  • Langfristige Schulden 26,5 % 28,67 Mio
  • Mit zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten in direktem Zusammenhang stehende Schulden 0,1 % 144,0 k
Full balance sheet line items with an API key Get API key →

Balance sheet data available for 4 earlier fiscal years.

Profit & loss

2023
Income 163,0 k
  • Revenue 56,2 % 91,6 k
  • Gross profit from sales 17,6 % 28,6 k
  • Sales expenses 11,2 % −18,2 k
  • Interest and similar expenses 2,8 % −4,5 k
  • Other interest and similar income 2,4 % 4,0 k
  • Result before taxes 2,4 % 4,0 k
  • Other operating income 2,1 % 3,5 k
  • Result after taxes 1,6 % 2,6 k
  • davon Gesellschafter des Mutterunternehmens 1,3 % 2,1 k
  • Other operating expenses 1,2 % −2,0 k
  • Income and profit taxes 0,8 % −1,3 k
  • davon nicht beherrschende Anteile 0,3 % 539
  • Ergebnis aus Unternehmen, die nach der Equity-Methode einbezogen werden 0,0 % 6
Expenses 70,3 k
  • Umsatzkosten 89,6 % −63,0 k
  • Forschungs- und Entwicklungskosten 10,4 % −7,3 k
  • Ergebnis vor Finanzergebnis und Steuern (EBIT) 4,5 k
  • Finanzergebnis −527
Full P&L line items with an API key Get API key →

P&L data available for 4 earlier fiscal years.

Authorized representatives

  • Daniel Bohn since 2026 Managing Director
  • Hanna Cordes since 2023 Managing Director
  • Rahul Gupta since 2023 Procura
5 former representatives · viewable with an API key Get API key →

Ownership & holdings

Shareholders

  • Robert Bosch Gesellschaft mit beschränkter Haftung AG DEU Stuttgart HRB 14000 100.0 % 25k €

Ultimate beneficial owners (UBOs)

No beneficial owners conclusively identified — 1 possible matches from the transparency register.

History

  1. 2026
  2. 23.01.
    Exit of position
    Steffen Dr. Eccarius · Managing Director
  3. 23.01.
    Member entry
    Daniel Bohn · Managing Director
  4. 2023
  5. 12.05.
    Member entry
    Rahul Gupta · Procura
  6. 12.05.
    Change of company name
    Bosch Mobility Platform & Solutions GmbH
  7. 12.05.
    Change of bylaws
    Bosch Mobility Platform & Solutions GmbH
  8. 12.05.
    Change of address
    Bosch Mobility Platform & Solutions GmbH
  9. 12.05.
    Member entry
    S****** D** · Managing Director
  10. 12.05.
    Exit of position
    K****** T****** · Managing Director
37 more entries Get API key →
Part 2 / 2

Raw data & documents

Original filings, full-text markdown and PDFs — full content via the API.

Annual statements (full text)

Published reports as markdown — including management report, balance sheet, P&L and appendix.

  • 2023 Konzernabschluss
  • 2020 Konzernabschluss
  • 2019 Konzernabschluss
  • 2018 Konzernabschluss
  • 2017 Konzernabschluss
Previous year — readable in full

Konzernabschluss 2020

Published August 31, 2021 · Source: Bundesanzeiger

Robert Bosch Gesellschaft mit beschränkter Haftung

Stuttgart

Konzernabschluss Robert Bosch GmbH 2020

Konzernlagebericht

der Bosch-Gruppe

Die Bosch-Gruppe hat das durch die weltweite Coronavirus-Pandemie geprägte Jahr 2020 aus Sicht der Geschäftsführung gut gemeistert. Die breite Aufstellung der Bosch-Gruppe in unterschiedlichen Unternehmensbereichen bewährte sich erneut. Im zweiten Halbjahr konnte der tiefe Umsatzeinbruch des zweiten Quartals in hohem Maße kompensiert werden. Trotz Umsatzrückgangs wurde ein deutlich positives Ergebnis erzielt. Dazu trugen neben der insgesamt verbesserten Entwicklung im zweiten Halbjahr und einer Sonderkonjunktur im Bereich Konsumgüter auch erhebliche Kosteneinsparungen bei. Neben der Umsetzung umfangreicher Maßnahmen zur zügigen Begrenzung wirtschaftlicher Folgen der Coronavirus-Pandemie ist es gelungen, das Performance Programm zur nachhaltigen Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit und eine Vielzahl strategischer Projekte voranzutreiben. Zudem wurde die Energieversorgung der Bosch-Gruppe weltweit CO 2 -neutral.

Auch für 2021 bestehen weiterhin erhebliche Unsicherheiten durch die Coronavirus-Pandemie. Unter der Annahme, dass es nicht zu ähnlich gravierenden Restriktionen wie im zweiten Quartal 2020 kommt, erwarten wir für die Bosch-Gruppe eine Umsatzsteigerung von etwa 6 % und eine leichte Verbesserung der operativen EBIT-Rendite. Zu den Schwerpunktaufgaben gehört die Umsetzung des Performance Programms, um mittelfristig die EBIT-Zielrendite von rund 7 % vom Umsatz wieder zu erreichen. Ein besonderer Fokus liegt auf dem Unternehmensbereich Mobility Solutions. Neben der Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit auf der Kostenseite sind Strukturanpassungen insbesondere im Bereich der Komponenten und Systeme für Verbrennungsmotoren erforderlich. Gleichzeitig erfordern Zukunftsfelder wie die Elektromobilität, das automatisierte Fahren oder auch die Elektronikarchitektur für das Fahrzeug der Zukunft große Vorleistungen. Übergreifende Themen sind die intelligente Vernetzung und Datennutzung auf Basis von Künstlicher Intelligenz und der Klimaschutz.

Grundlagen des Konzerns
Unternehmensgruppe

Die Bosch-Gruppe ist ein global aufgestelltes Technologie- und Dienstleistungsunternehmen. Fast die Hälfte des Umsatzes wird außerhalb Europas erzielt. Zur Bosch-Gruppe gehören rund 440 vollkonsolidierte Tochter- und Regionalgesellschaften in mehr als 60 Ländern. Muttergesellschaft ist die Robert Bosch GmbH mit Sitz in Stuttgart. Sie ging aus der "Werkstätte für Feinmechanik und Elektrotechnik" hervor, die 1886 in Stuttgart von Robert Bosch (1861 - 1942) gegründet wurde. Seit 1964 hält die Robert Bosch Stiftung GmbH die Mehrheit der Kapitalanteile an der Robert Bosch GmbH.

Die gemeinnützige Robert Bosch Stiftung hat keinen Einfluss auf die strategische und geschäftliche Ausrichtung der Bosch-Gruppe. Die entsprechenden Stimmrechte liegen bei der Robert Bosch Industrietreuhand KG, die die unternehmerische Gesellschafterfunktion ausübt und einen Kapitalanteil von 0,01 % hält. Die restlichen Anteile und Stimmrechte halten im Wesentlichen die Nachkommen des Firmengründers. Diese haben einen Anteil von rund 5 % in die gemeinnützige ERBO II GmbH eingebracht. Weitere 2 % gingen an die Robert Bosch Stiftung über. Der Anteil der Stimmrechte der Familie beträgt unverändert rund 7 % bei einem verbleibenden geringfügigen Kapitalanteil. Diese gesellschaftsrechtliche Struktur sichert die unternehmerische Unabhängigkeit der Bosch-Gruppe.

Gesellschafter der Robert Bosch GmbH

Anteile

in Prozent

Stimmrechte

in Prozent

Organisation und Wettbewerbsumfeld

Die Bosch-Gruppe, für die weltweit rund 395.000 Beschäftigte arbeiten, gliedert sich in die vier Unternehmensbereiche Mobility Solutions, Industrial Technology, Consumer Goods sowie Energy and Building Technology, die auch den Berichtssegmenten entsprechen. In allen vier Unternehmensbereichen herrscht hohe Wettbewerbsintensität, gerade auf der Kostenseite. Dazu tragen sowohl traditionelle Anbieter als auch zunehmend Marktteilnehmer aus China und aus einer Reihe von aufstrebenden Ländern bei. Zudem wird mit Blick auf die zunehmende Vernetzung über das Internet (Internet der Dinge, IoT) in allen Bereichen der Wettbewerb durch neue Anbieter aus dem IT- und Internetumfeld sowie dem Dienstleistungssektor, mit teilweise anderen Geschäftsmodellen, verstärkt. Auch die Bosch-Gruppe selbst bietet zunehmend vernetzte Lösungen und Dienstleistungen an und entwickelt dazu passende Geschäftsmodelle. Trotz dieser übergreifenden Trends unterscheidet sich das jeweilige Markt- und Wettbewerbsumfeld der Unternehmensbereiche teilweise erheblich.

Im Unternehmensbereich Mobility Solutions stand die Bosch-Gruppe lange Zeit hauptsächlich in Konkurrenz zu wenigen großen Automobilzulieferern. Kunden waren überwiegend die weltweit operierenden Automobilhersteller und große regionale Produzenten. Doch dieser Markt verändert sich durch die zunehmende Elektrifizierung, Automatisierung, Vernetzung und Multimodalität der Mobilität und damit verbunden auch durch übergreifende Elektronikarchitekturen mit zunehmender Softwareintensität im Fahrzeug. Diese Trends ziehen zusätzliche Anbieter an, auch aus Branchen wie der Konsumelektronik, Halbleiterindustrie sowie dem Dienstleistungs- und Internetsektor oder von Mobilitätsplattformen. Zudem ist es erforderlich, dass die Geschäftsbereiche mit Blick auf die sich wandelnden Anforderungen und hohen Vorleistungen stärker übergreifend zusammenarbeiten oder externe Partnerschaften eingehen. Wichtige Einflussfaktoren auf unser Geschäft sind der deutliche Rückgang des Anteils der Dieselfahrzeuge bei Personenwagen in den wichtigen Märkten Europa und Indien sowie die immer ambitionierteren gesetzlichen Vorgaben für den Verbrennungsmotor, wie in der aktuellen Diskussion um die künftige Euro-7-Norm. Außerdem ist mit weiteren Konsolidierungstrends bei angestammten Herstellern und Zulieferern zu rechnen.

Bei Industrial Technology operiert der Geschäftsbereich Drive and Control Technology als Zulieferer von Komponenten und Systemen in den Bereichen Hydraulik und Fabrikautomation in eher fragmentierten Märkten mit einer Vielzahl von Wettbewerbern und Kunden. Durch Trends wie Elektrifizierung und den vermehrten Einzug digitaler Lösungen sowie durch Marktkonsolidierung - etwa in der Hydraulik - verändert sich auch hier die Wettbewerber- und Kundenlandschaft.

Im Unternehmensbereich Consumer Goods richten sich die Geschäftsbereiche Power Tools und BSH Hausgeräte mit ihren Produktlösungen an den Bedürfnissen der Konsumenten aus. Hierbei stehen die Produktlösungen im Wettbewerb zu globalen wie auch regionalen Anbietern. In beiden Geschäftsbereichen hat sich bereits vor der Coronavirus-Pandemie weltweit ein Wandel vom klassischen Stationärhandel in Richtung Onlinehandel abgezeichnet. Dieser Trend hat durch die Pandemie weiter an Fahrt aufgenommen, was voraussichtlich zu einer weiteren Konsolidierung im stationären Handel führen wird.

Bei Energy and Building Technology setzt sich der Wettbewerb in den Geschäftsbereichen Building Technologies und Thermotechnology aus wenigen internationalen sowie einer Vielzahl regionaler Anbieter zusammen. Besonders im Bereich Building Technologies nimmt der Wettbewerb durch globale Anbieter sowie Nischenanbieter zu. Darüber hinaus wachsen die Domänen in der Gebäude- und Energietechnik zusammen. Der Geschäftsbereich Bosch Global Service Solutions konkurriert bei Geschäftsdienstleistungen in einem fragmentierten Markt sowohl mit großen internationalen Wettbewerbern als auch mit kleineren lokalen Anbietern.

Bericht zur Unternehmensführung

Die Mitglieder der Geschäftsführung der Robert Bosch GmbH legen die Strategie für das Gesamtunternehmen fest und steuern es. Die Zuständigkeiten ergeben sich aus der Hauptgliederung. Der Aufsichtsrat der Robert Bosch GmbH bestellt, überwacht und berät die Geschäftsführung. Bei der Besetzung des Aufsichtsrats unterliegt die Robert Bosch GmbH dem deutschen Mitbestimmungsgesetz. Das Gremium besteht aufgrund der Größe des Unternehmens aus 20 Mitgliedern. Zehn Mitglieder werden durch die stimmberechtigten Gesellschafter bestimmt. Die anderen zehn Mitglieder wählt die Arbeitnehmerseite. Die Robert Bosch Industrietreuhand KG hat als Gesellschafter die durch den Firmengründer Robert Bosch testamentarisch verfügte Aufgabe, für den langfristigen Bestand des Unternehmens und speziell für die finanzielle Unabhängigkeit zu sorgen. Letztere soll die jederzeitige unternehmerische Selbstständigkeit und Handlungsfähigkeit sichern.

Aufgrund gesetzlicher Bestimmungen in Deutschland wurden auch bei Bosch Zielgrößen für den Anteil weiblicher Mitglieder im Aufsichtsrat und in der Geschäftsführung festgelegt. Das aktuelle Zieldatum ist der 31.12.2021. Die Ziele entsprechen für den Aufsichtsrat der Robert Bosch GmbH einem Anteil von 20 % und für die Geschäftsführung der Robert Bosch GmbH einem Anteil von 10 %. Beide Ziele werden vorzeitig erreicht. Der Anteil der weiblichen Mitglieder im Aufsichtsrat liegt bei 30 % und in der Geschäftsführung seit 01.01.2021 bei 10 %. Weitere Zielgrößen in Deutschland bis Ende 2021 sind Anteile von 8 % auf der Ebene unterhalb der Geschäftsführung (erste Führungsebene) und 12 % für die zweite Führungsebene. Ende 2020 wurden bezogen auf die erste Führungsebene 8,9 % erreicht (Vorjahr 8,4 %) und für die zweite Führungsebene 13 % (Vorjahr 12,1 %). Weltweit stieg der Anteil weiblicher Führungskräfte über alle Führungsebenen im Konzern auf 17,8 % (Vorjahr 17,2 %). Diesen Anteil wollen wir kontinuierlich weiter steigern. Unser Ziel liegt derzeit bei 20 %.

Die Unternehmensbereiche

Unternehmensbereiche der Bosch-Gruppe (Geschäftsbereiche)

Mobility Solutions Industrial Technology Consumer Goods Energy and Building Technology
Powertrain Solutions Drive and Control Technology 3 Power Tools 4 Building Technologies
Chassis Systems Control BSH Hausgeräte GmbH Thermotechnology
Electrical Drives Bosch Global Service Solutions
Cross-Domain Computing Solutions 1
Car Multimedia 2
Automotive Electronics
Automotive Aftermarket
Automotive Steering
Connected Mobility Solutions
Bosch eBike Systems

1 neu vom 01.01.2021 an
2 bis 31.12.2020
3 Bosch Rexroth AG (100 % Bosch)
4 Robert Bosch Power Tools GmbH

Unternehmensbereich Mobility Solutions

Bosch hat als Automobilzulieferer in der Erstausrüstung ein sehr breites Tätigkeitsspektrum, das organisatorisch durch sechs Geschäftsbereiche abgedeckt wird. Weitere Geschäftsbereiche außerhalb der Erstausrüstung sind Automotive Aftermarket, der Serviceanbieter Connected Mobility Solutions und Bosch eBike Systems. Hinzu kommen Aktivitäten bei Zweirädern, Nutzfahrzeugen und Off-Road-Fahrzeugen sowie Ingenieurdienstleistungen.

Powertrain Solutions

Der Geschäftsbereich Powertrain Solutions bietet Produkte und Lösungen für die Antriebstechnik von der Benzin- und Dieseldirekteinspritzung bis hin zu elektrifizierten Antrieben mit Batterie- und Brennstoffzellentechnologien an. Er ist nach den drei Segmenten Personenwagen, Nutzfahrzeuge einschließlich Off-Road-Fahrzeuge sowie Elektrofahrzeuge organisiert. Beim Verbrennungsmotor bietet Powertrain Solutions Technologien und Systeme auf Basis von Diesel, Benzin, Gas, Ethanol und synthetischen Kraftstoffen an. Dazu gehören Motorsteuerungen, Module für die Kraftstoffversorgung, Kraftstoffinjektoren und -pumpen, Zündsysteme, Systeme zur Abgasnachbehandlung sowie Sensoren. Für die Elektromobilität umfasst das Produktportfolio Lösungen für alle Fahrzeuggattungen, von motorisierten Zweirädern bis hin zu Nutzfahrzeugen. Das Angebot betrifft Komponenten und Systeme für Benzin- und Diesel-Hybridfahrzeuge, für reine Elektrofahrzeuge und Fahrzeuge mit Brennstoffzellenantrieb. Die Produktpalette reicht von elektrischen Antriebsmaschinen, Leistungselektronik, Batteriesystemen wie der 48-Volt-Batterie, Batteriemanagement-Systemen und Getriebetechnik bis hin zu kompletten eAchsen als kompakter Einheit von Elektromotor, Leistungselektronik und Getriebe. Für Brennstoffzellen bietet Powertrain Solutions sowohl Komponenten - wie elektrische Luftkompressoren, Wasserstoffinjektoren und Sensoren - als auch Stacks und komplette Power Module an.

Chassis Systems Control

Der Geschäftsbereich Chassis Systems Control konzentriert sich nach dem Übergang von Teilen des Geschäfts auf den neu gegründeten Geschäftsbereich Cross-Domain Computing Solutions auf die Entwicklung, Produktion und den Vertrieb von Bremssystemen, Insassenschutz und Fahrzeugdynamiksensoren. Zu den Bremssystemen gehören ABS, ESP ® , vakuumbasierte Bremssysteme, vakuumfreie Bremskraftverstärker (iBooster) und kombinierte Systeme (Integrated Power Brake). Der Insassenschutz umfasst Airbag-Steuergeräte und die zugehörige Crash-Sensorik. Darüber hinaus bietet der Produktbereich Brake Components (Buderus Guss GmbH, Breidenbach) Pkw-Bremsscheiben an.

Electrical Drives

Electrical Drives bietet eine Vielzahl elektromechanischer Komponenten und Systeme an. Das Angebot umfasst Motoren und Antriebe für Komfortanwendungen wie Fensterheber, Sitzverstellung und Schiebedach, leistungsstarke Stellmotoren für ABS und ESP ® , Anwendungen für die Elektrifizierung des Antriebsstrangs sowie Wischersysteme inklusive der Wischerblätter. Hinzu kommt ein breites Angebot von Komponenten und Systemen für Thermomanagement bei Verbrennungsmotoren, Hybrid- und Elektroantrieben. Zudem sind Pumpen und Ventile für Kühl- und Kältemittelkreisläufe sowie Klimagebläsekomponenten Teil des Produktportfolios. Abgerundet wird es durch Antriebe und Systeme unter anderem für Elektrofahrräder und eScooter.

Cross-Domain Computing Solutions

Mit dem neuen Geschäftsbereich Cross-Domain Computing Solutions stellt sich Bosch auf die veränderten Anforderungen im stark wachsenden Markt für softwareintensive Elektroniksysteme im Automobilsektor ein. Die Elektrik-/Elektronikarchitektur entwickelt sich hin zu einer zentralisierten Architektur mit drei übergreifenden Domänen: Assisted and Automated Driving, Body and Motion sowie Connected Information. Deshalb haben wir die entsprechenden Aktivitäten in einem Geschäftsbereich gebündelt. Anfang 2021 wurden zudem der bisherige Geschäftsbereich Car Multimedia, der bislang für Lösungen für Personenwagen, Nutzfahrzeuge, Busse, Zweiräder und Off-Road-Fahrzeuge aus den Bereichen Infotainment, Display, Vernetzung, Innenraumsensoren und Nutzerpersonalisierung zuständig war, sowie Produkteinheiten der Geschäftsbereiche Powertrain Solutions, Chassis Systems Control und Automotive Electronics, die übergreifende softwareintensive Elektroniksysteme entwickeln, bei Cross-Domain Computing Solutions unter einem Dach zusammengeführt.

Automotive Electronics

Nach der Integration der Business Unit Body Electronics bei Cross-Domain Computing Solutions fokussiert sich der Geschäftsbereich Automotive Electronics einerseits auf die Rolle des internen Fertigungs- und Entwicklungsdienstleisters für elektronische Steuergeräte und Halbleiter (integrierte Schaltkreise und Sensoren), andererseits auf das externe Geschäft mit Halbleiterprodukten und Sensoren. Das Halbleiter-Produktspektrum für automobile Anwendungen reicht von anwendungsspezifischen Schaltungen (ASIC) und Leistungshalbleitern bis zu MEMS-Sensoren (MEMS: mikroelektromechanische Systeme). Im Bereich Unterhaltungselektronik liefert die Bosch Sensortec GmbH, Kusterdingen, MEMS-Sensoren für unterschiedliche Anwendungen.

Automotive Aftermarket

Der Geschäftsbereich Automotive Aftermarket offeriert Handel und Werkstätten Technik sowie Lösungen rund um den Werkstattprozess, Diagnose- und Werkstatttechnik sowie ein Ersatzteilsortiment für Kraftfahrzeuge - vom Neuteil über instandgesetzte Austauschteile bis hin zu Reparaturlösungen. Das Produktportfolio besteht aus Erzeugnissen der Bosch-Erstausrüstung sowie aus eigenen und zugekauften Aftermarket-spezifischen Produkten und Dienstleistungen. Der Geschäftsbereich offeriert zudem Prüf- und Werkstatttechnik, Software für Diagnose, Servicetraining sowie technische Informationen und Serviceleistungen. Zudem ist er verantwortlich für die Werkstattkonzepte Bosch Car Service und AutoCrew, zwei unabhängige Werkstattketten.

Automotive Steering

Automotive Steering entwickelt, produziert und vertreibt Lenksysteme, Lenksäulen sowie Lenkungs- und Getriebepumpen für Personenwagen und Nutzfahrzeuge. Im Bereich Personenwagen umfasst das Produktportfolio vor allem elektrische Lenkungen als Schlüsseltechnologie für hochautomatisiertes Fahren. Bei Nutzfahrzeugen dominieren elektrohydraulische Lenksysteme ebenso wie Hinterachs-Lenkanlagen.

Connected Mobility Solutions

Der Geschäftsbereich Connected Mobility Solutions entwickelt Mobilitätslösungen. Ziel ist es, vernetzte Lösungen aus einer Hand anzubieten und die Plattform für vernetzte Mobilitätslösungen weiterzuentwickeln. Dabei konzentriert sich der Bereich auf Software und Services für Automobilhersteller und Mobilitätsanbieter außerhalb des klassischen Automobilsektors.

Bosch eBike Systems

Das Leistungsangebot von Bosch eBike Systems reicht von kompletten Antriebssystemen für Elektrofahrräder mit Batterien sowie Steuerungseinheiten und digitalen Angeboten über ein ABS bis hin zu Services für den Fahrradfachhandel.

Weitere Aktivitäten

Der Produktbereich Two-Wheeler and Powersports bietet für Zweiräder, Dreiräder und Powersport-Fahrzeuge Assistenzsysteme wie ABS, radarbasierte Assistenzsysteme wie die Abstands- und Geschwindigkeitsregelung (ACC), die Motorrad-Stabilitätskontrolle (MSC), Antriebstechnik sowie Anzeigeinstrumente und Vernetzungslösungen an. Die geschäftsbereichsübergreifende Einheit kann dazu weltweit auf die Ressourcen im Unternehmensbereich Mobility Solutions zugreifen.

Die Tochtergesellschaft Bosch Engineering GmbH, Abstatt, entwickelt für ein breites Kundenspektrum individuelle Lösungen auf Basis erprobter Großserientechnik wie beispielsweise für Sportwagen und Off-Road-Fahrzeuge, aber auch für Schienenfahrzeuge und andere Anwendungen außerhalb des Automobilsektors. Bei der Bosch Engineering sind zudem die Bosch-Aktivitäten im Motorsport angesiedelt.

Von Bosch Engineering gesteuert werden auch die Einheit Commercial Vehicles and Off-Road, die die geschäftsbereichsübergreifende Verantwortung für das Nutzfahrzeug- und Off-Road-Fahrzeug-Geschäft bei Systementwicklung, Produktmanagement und Vertrieb hat, sowie die ITK Engineering GmbH, Rülzheim. Letztere bietet ergänzend zu den Dienstleistungen der Bosch Engineering unter eigenständiger Marke und mit von Bosch getrenntem Entwicklungsbereich kundenspezifische und maßgeschneiderte Dienstleistungen in der System- und Softwareentwicklung an.

Die Bosch Gesellschaften der ETAS GmbH, Stuttgart, liefern Lösungen für "eingebettete" Softwaresysteme (Embedded Software), die in der Automobilindustrie sowie weiteren Branchen zum Einsatz kommen. Die Tochtergesellschaft ESCRYPT GmbH, Bochum, entwickelt Lösungen im Bereich Cybersicherheit.

Unternehmensbereich Industrial Technology

Der Unternehmensbereich umfasst den Geschäftsbereich Drive and Control Technology, den hauptsächlich intern ausgerichteten Bereich für Montageanlagen Robert Bosch Manufacturing Solutions und den Produktbereich Bosch Connected Industry.

Drive and Control Technology

Die Tochtergesellschaft Bosch Rexroth AG, Lohr am Main, sorgt als Spezialist bei Antriebs- und Steuerungstechnologien für effiziente und leistungsstarke Bewegung in Maschinen und Anlagen jeder Art und Größenordnung. Das Unternehmen bündelt weltweite Anwendungserfahrungen in den Marktsegmenten Mobile Anwendungen, Anlagenbau und Engineering sowie Fabrikautomation. Mit intelligenten Komponenten, maßgeschneiderten Systemlösungen sowie Dienstleistungen schafft Bosch Rexroth die Voraussetzungen für vollständig vernetzbare Anwendungen. Der Geschäftsbereich bietet seinen Kunden Hydraulik, elektrische Antriebs- und Steuerungstechnik, Getriebetechnik sowie Linear- und Montagetechnik einschließlich Software und Schnittstellen ins IoT.

Weitere Aktivitäten

Der Systemanbieter für Montageanlagen Robert Bosch Manufacturing Solutions GmbH, Stuttgart, entwickelt flexible, skalierbare Montagekonzepte, maßgeschneiderte Lösungen im Bereich der Prüf- und Prozesstechnik sowie zugehörige Dienstleistungen. Zudem gehört der Produktbereich Bosch Connected Industry zum Unternehmensbereich, der mit Blick auf Industrie 4.0 für interne und externe Kunden Softwarelösungen entwickelt und Projekte vorantreibt.

Unternehmensbereich Consumer Goods

Zum Unternehmensbereich gehören zwei Geschäftsbereiche.

Power Tools

Die Robert Bosch Power Tools GmbH, Leinfelden-Echterdingen, ist ein Anbieter von Elektrowerkzeugen und Gartengeräten, Elektrowerkzeug-Zubehör und Messtechnik. Der Geschäftsbereich verfügt über ein umfangreiches Produktprogramm, das sich an professionelle Nutzer in Handwerk und Industrie sowie Heimwerker richtet. Zum Zubehörprogramm gehören Schleifmittel, Bohrer und Sägeblätter. Unter der Marke Dremel werden zudem Präzisions-Rotationswerkzeuge für Heimwerker verkauft.

BSH Hausgeräte

Das Produktportfolio des Hausgeräteherstellers BSH Hausgeräte GmbH, München, reicht von Waschmaschinen und Wäschetrocknern über Kühl- und Gefriergeräte, Herde, Backöfen und Dunstabzugshauben sowie Spülmaschinen bis hin zu Kleingeräten wie Staubsaugern, Kaffeeautomaten oder Küchenmaschinen. Der Hausgerätespezialist nutzt dazu als globale Marken Bosch und Siemens (in Lizenz), darüber hinaus die eigenen Marken Gaggenau und Neff sowie Regionalmarken wie Balay in Spanien oder Thermador in den USA. Hinzu kommt Home Connect als Marke für das digitale BSH-Ökosystem im IoT.

Unternehmensbereich Energy and Building Technology

Der Unternehmensbereich umfasst neben den Geschäftsbereichen Building Technologies, Thermotechnology und Bosch Global Service Solutions auch die Einheit Robert Bosch Smart Home.

Building Technologies

Der Geschäftsbereich Building Technologies hat zwei Geschäftsfelder: das globale Produktgeschäft für Sicherheits- und Kommunikationslösungen und das regionale Geschäft der Systemintegration, das in ausgewählten Ländern Lösungen und maßgeschneiderte Dienstleistungen für Gebäudesicherheit, Energieeffizienz und Gebäudeautomation bietet. Der Fokus beider Einheiten liegt auf gewerblich genutzten Gebäuden und Infrastrukturprojekten. Zum Portfolio des Produktgeschäfts gehören Systeme zur Videoüberwachung, Einbruchmelde-, Brandmelde- und Sprachalarmsysteme, Systeme für die Zutrittskontrolle sowie professionelle Audio- und Konferenzsysteme.

Thermotechnology

Thermotechnology bietet seinen Kunden weltweit Lösungen für Heizung und Klimatisierung, Warmwasser und dezentrales Energiemanagement. Geschäftsfelder sind Heizungs- und Klimatisierungssysteme sowie Energiemanagement für Wohngebäude, Warmwasserbereitung sowie das Anlagengeschäft für gewerbliche und industrielle Heizungs- und Klimatisierungssysteme. Zum Portfolio gehören Brennwerttechnik, Solarthermie, Wärmepumpen, Hybridsysteme, Industriekessel und Kraft-Wärme-Kopplung. Der Bereich nutzt dazu internationale und regionale Marken wie beispielsweise Bosch, Buderus oder Worcester.

Bosch Global Service Solutions

Der Geschäftsbereich Bosch Global Service Solutions offeriert Geschäftsprozesse und Dienstleistungen vorrangig für Kunden der Automobil-, Finanzdienstleistungs- und Logistikbranche sowie der Informations- und Kommunikationstechnik.

Robert Bosch Smart Home

Die Robert Bosch Smart Home GmbH, Stuttgart, bietet vernetzte und per App steuerbare Lösungen für private Haushalte an. Dazu gehören Lösungen zur Steuerung von Abläufen beim Raumklima oder der Licht- und Rollladensteuerung wie auch zur automatisierten Raumüberwachung durch Innenraumkameras oder Brand- und Bewegungsmelder.

Nicht den Unternehmensbereichen zugeordnete Gesellschaften

Die Bosch.IO GmbH, Berlin, unterstützt die Geschäftseinheiten bei der Entwicklung, Implementierung und dem Betrieb skalierbarer IoT-Lösungen und digitaler Geschäftsmodelle. Darüber hinaus ist Bosch.IO für IoT-Aktivitäten in den Bereichen Gewerbebauten und Energie zuständig sowie für den externen Verkauf der Bosch IoT Suite.

Die Tochtergesellschaft Bosch Healthcare Solutions GmbH, Waiblingen, ist auf dem Markt für Medizintechnik mit Sensoren, Software und Services aktiv. Das Produktprogramm umfasst Geräte für eine dezentrale Labordiagnostik und im Bereich der Atemwegsdiagnostik.

Die grow platform GmbH, Ludwigsburg (postalische Adresse), bietet innerhalb der Bosch-Gruppe eine Plattform für die Entwicklung und Umsetzung neuer Geschäftsmodelle und den Aufbau von internen Start-ups und unterstützt mit geschäftlichem Know-how unter anderem in den Bereichen Controlling, Personal, Infrastruktur, Marketing und Methoden.

Mit der Robert Bosch Venture Capital GmbH, Gerlingen, investieren wir weltweit in Zukunftstechnologien wie Lösungen für das IoT, Künstliche Intelligenz oder für automatisiertes Fahren. Die Gesellschaft stellt dabei Kapital für Start-ups und branchenspezifische Venture-Capital-Fonds in Europa, den USA, Israel und China zur Verfügung.

Perspektiven für die Bosch-Gruppe

Grundlegende Ausrichtung

Ausgangspunkt für unsere Ziele und Strategien ist der testamentarische Auftrag, die Zukunft des Unternehmens im Sinne des Unternehmensgründers Robert Bosch zu sichern, also das Unternehmen kraftvoll weiterzuentwickeln und seine finanzielle Unabhängigkeit zu wahren. Dabei haben wir den langfristigen Anspruch, mit "Technik fürs Leben" Produkte zu entwickeln, die Menschen zu begeistern, ihre Lebensqualität zu verbessern und zur Schonung natürlicher Ressourcen beizutragen. Produkte sind nicht nur physische Erzeugnisse und Dienstleistungen, sondern auch damit verbundene softwarebasierte Lösungen. Wir treiben Innovationen bei Produkten wie auch Geschäftsmodellen voran, bewegen uns in neue Geschäftsfelder und entwickeln uns dabei organisatorisch weiter. Wir wollen ein datengetriebenes AIoT-Unternehmen werden, also die Vernetzung im Internet der Dinge verbunden mit Künstlicher Intelligenz (Artificial Intelligence, KI) zur kontinuierlichen Verbesserung unserer Produkte und Services nutzen. Zu den übergreifenden strategischen Zukunftsthemen gehört für uns zudem der Klimaschutz.

Die Bosch-Gruppe befindet sich in einer Phase sich grundlegend verändernder Technologien und Märkte. Gründe sind neben der Digitalisierung, der zunehmenden Vernetzung über das IoT und den Möglichkeiten durch Künstliche Intelligenz der wachsende weltweite Fokus auf den Klimawandel, geopolitische Veränderungen sowie gesellschaftliche Trends wie die zunehmende Verstädterung. Die Vernetzung betrifft dabei alle unsere Tätigkeitsfelder von der Mobilität über die Industrietechnik, Gebrauchsgüter wie Hausgeräte und Elektrowerkzeuge bis hin zur Gebäude- und Energietechnik. Eine weitere Umwälzung stellt die zunehmende Elektrifizierung vor allem in der Kraftfahrzeugtechnik, aber auch in der Industrietechnik sowie in der Energie- und Gebäudetechnik dar. Die Coronavirus-Pandemie beschleunigt dabei in vielen Lebensbereichen den Trend zur Digitalisierung.

Bereits in unserem Leitbild "We are Bosch" haben wir die Gestaltung des Wandels als einen strategischen Schwerpunkt mit den Aspekten Vernetzung, Elektrifizierung, Energieeffizienz, Automatisierung und aufstrebende Märkte verankert. Denn wir wollen die weitreichenden Veränderungen in unserem Markt- und Technikumfeld mitprägen. Zu unseren strategischen Schwerpunkten gehören neben der Gestaltung des Wandels die Aspekte Kundenfokus und Spitzenleistung.

Kundenfokus bedeutet, die Bedürfnisse der Kunden genau zu verstehen und auf dieser Basis bei Produkten und Geschäftsmodellen die bestmögliche Lösung zu finden. Spitzenleistungen in allen Bereichen sind die Voraussetzung, um nachhaltig unsere wirtschaftlichen Ziele zu erreichen. Hier messen wir uns an den besten Wettbewerbern. Effiziente Prozesse, schlanke Strukturen und hohe Produktivität sollen dazu beitragen, den Unternehmenswert zu sichern und zu steigern. Die sich immer schneller verändernden Umfeldbedingungen erfordern zudem eine sehr hohe Anpassungsfähigkeit und Agilität. Hierzu entwickeln wir unser Verständnis und unsere Konzepte zu Führung, Zusammenarbeit, Organisation und Kommunikation weiter.

Bei der Umsetzung unserer Strategie bauen wir auf die Bosch-Kultur, unsere hohe Innovationskraft, unter anderem gemessen an den Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen, und auf Qualität sowie eine breite globale Aufstellung. Grundlage bilden die Bosch-Werte: Zukunfts- und Ertragsorientierung, Verantwortung und Nachhaltigkeit, Initiative und Konsequenz, Offenheit und Vertrauen, Fairness, Zuverlässigkeit und Glaubwürdigkeit, Legalität sowie Vielfalt.

Vielfältige Chancen

Die Veränderungen des Markt- und Technikumfelds gerade durch Vernetzung, Automatisierung, Elektrifizierung, die wachsende Bedeutung von Nachhaltigkeit und durch zusätzliche Märkte in aufstrebenden Ländern wie ASEAN oder Afrika eröffnen für die Bosch-Gruppe vielfältige Chancen. Immer mehr Produkte werden kostengünstig mit dem Internet verbunden und zunehmend intelligenter. Auf Basis unserer Expertise in vielen Produktbereichen und unserer Kompetenzen für Software und Sensorik sehen wir ein großes Potenzial für die langfristige Weiterentwicklung des Geschäfts von Bosch. Zudem bauen wir unsere Fähigkeiten in den Bereichen Vernetzung und Künstliche Intelligenz aus, die wir als grundlegend für die Gestaltung intelligenter, nutzerfreundlicher Produkte, Dienstleistungen sowie Prozesse sehen.

Die Automatisierung betrifft neben den Unternehmensbereichen Industrial Technology und Energy and Building Technology insbesondere auch den Unternehmensbereich Mobility Solutions. Teil- oder hochautomatisiertes Fahren kann beispielsweise bei wachsender Verkehrsdichte helfen, die Zahl der Unfälle zu reduzieren sowie den Verkehrsfluss zu verbessern. Vernetzte Dienstleistungen und Geschäftsmodelle sollen für eine flexible und gleichzeitig komfortable Mobilität sorgen.

In der Industrietechnik ergeben sich dabei für uns vielfältige Chancen durch die zunehmende Flexibilisierung und Vernetzung der Produktion. Daraus resultieren zusätzliche Möglichkeiten für die Steigerung der Produktqualität und Produktivität sowie für die Ausweitung der Funktionalität und der Energieeinsparung. Zudem sehen wir hier Chancen für neue Dienstleistungen wie beispielsweise vorausschauende Fernwartung. Auch in den Unternehmensbereichen Consumer Goods sowie Energy and Building Technology ergeben sich durch die Vernetzung und zunehmende Intelligenz von Produkten zusätzliche Wachstumspotenziale durch neue Dienstleistungen wie beispielswiese bei der Wartung und durch zusätzliche Geschäftsmodelle wie Finanzierungs- und Mietmöglichkeiten.

Die Elektrifizierung ist von besonderer Bedeutung für unseren größten Unternehmensbereich Mobility Solutions. Treiber für Elektrifizierung und Elektromobilität sind Emissionsvorgaben zur Einhaltung der Klimaschutzziele und zur Verbesserung der Luftqualität in Städten, sinkende Batteriekosten, aber auch der Wunsch der Kunden nach Fahrspaß. Für unseren Unternehmensbereich Industrial Technology ergeben sich Chancen, mit neuen Lösungen durch das Zusammenwachsen von Elektrik und Hydraulik zu wachsen. In der Gebäudetechnik, gerade bei Heizung und Klimatisierung, spielt die Nutzung von Wärmepumpen und regenerativen Energien eine stark zunehmende Rolle und eröffnet neue Marktchancen. Insgesamt sehen wir in nachhaltig produzierten Produkten eine große Chance für künftige Markterfolge. In den aufstrebenden Märkten in Asien, Südamerika, Mittelosteuropa sowie Afrika bauen wir unsere Präsenz durch Vertrieb und Produktion weiter aus. Hier lebt ein Großteil der Weltbevölkerung. Gefragt sind kostengünstige Produkte, die häufig spezielle lokale Marktanforderungen, beispielsweise bei Robustheit und Reparaturfähigkeit, erfüllen.

Bewältigung der Coronavirus-Pandemie

Zur Bewältigung der Coronavirus-Pandemie haben für uns der Gesundheits- und Arbeitsschutz der Beschäftigten und zudem die Sicherung der wirtschaftlichen und finanziellen Basis des Unternehmens oberste Priorität. Bereits im Januar 2020 wurde ein weltweites Krisenteam eingerichtet, das durch lokale Krisenteams und unterschiedliche Task-Forces aus einer Vielzahl von Fachbereichen unterstützt wurde. Dabei haben wir unsere Erfahrungen aus früheren Krisen und regelmäßigen Krisenübungen sowie vorhandene Leitlinien genutzt. Ein wichtiges Steuerungsinstrument bilden unsere umfassenden Informationstools, welche unter anderem aktuelle Informationen zur Pandemieentwicklung in den unterschiedlichen Ländern, zu den Erkrankten bei Bosch, aber auch zur Kapazitätsauslastung der Werke und zur Absicherung der Kundenversorgung bieten. Das integrierte Krisenteam wurde zur Jahresmitte aufgelöst und die Aufgaben wieder verstärkt in die Fachbereiche überführt. Eine Projektgruppe sorgt weiterhin für die erforderliche Transparenz und Information sowie die globale Koordination der Länderkrisenteams. Bereits kurzfristig gelang es ab Mitte März 2020, die weltweite IT-Infrastruktur auf einen hohen Anteil von Arbeit im Homeoffice auszurichten. Zudem wurden von Januar 2020 an Regelungen zum Gesundheitsschutz einschließlich Reiseregelungen eingeführt, die sich auch nach den regional unterschiedlichen Gegebenheiten richten. Darüber hinaus starteten wir im zweiten Quartal eine eigene Produktion von Mund-Nasen-Bedeckungen, um weltweit eine Vielzahl unserer Beschäftigten damit zu versorgen. Durch die beschriebenen Maßnahmen konnten Infektionsausbrüche am Arbeitsplatz weitgehend vermieden werden sowie der schnelle Wiederanlauf und die Aufrechterhaltung der Produktion sichergestellt werden.

Die Kapazitätsreduzierungen sowie die teilweise Stilllegung von Fabriken, von denen insbesondere der Unternehmensbereich Mobility Solutions aufgrund der eng verzahnten weltweiten Lieferketten in der Automobilindustrie betroffen war, wurden insbesondere im Verlauf des zweiten Quartals von weitreichenden Personalmaßnahmen begleitet. Dazu gehörten umfangreiche Kurzarbeit in Ländern, in denen dieses Instrument zur Verfügung steht, die Nutzung von Urlaub, unbezahlten Freistellungen und Gehaltsverzicht der Fach- und Führungskräfte einschließlich der Geschäftsführung und auch ein Verzicht auf Seiten der Gesellschafter. Die Regelungen wurden im weiteren Jahresverlauf an die aktuelle Entwicklung angepasst. Weitere Maßnahmen waren eine sehr enge Verfolgung der operativen Liquiditätssituation einschließlich der der Lieferanten sowie die vorsorgliche Sicherung von Finanzmitteln über Kreditlinien und Schuldscheindarlehen.

Wirtschaftliche Ziele und Stärkung der Ertragskraft

Unser wichtigstes wirtschaftliches Ziel ist profitables Wachstum. Aufgrund der tiefgreifenden Veränderungen des Markt- und Wettbewerbsumfelds in Teilen unseres Geschäfts sowie zur Begrenzung steigender Komplexität könnten hierfür wie in der Vergangenheit auch zukünftig Portfolioanpassungen erforderlich werden. Unverändert gilt unser Ziel, schneller zu wachsen als der Markt, in Asien-Pazifik und Amerika den Umsatz überproportional zu Europa zu steigern sowie uns verstärkt in Afrika zu etablieren. Bezogen auf die Unternehmensbereiche streben wir beim Umsatz ein ausgewogenes Verhältnis des Bereichs Mobility Solutions zu den anderen Unternehmensbereichen an. Wichtiger Grundpfeiler für die Sicherung der wirtschaftlichen Unabhängigkeit des Unternehmens ist zudem die breite Aufstellung in unterschiedlichen Unternehmensbereichen. Die Coronavirus-Pandemie hat erneut aufgezeigt, dass dadurch die Resilienz von Bosch gestärkt wird.

Wachstum wollen wir über Innovationen, Erschließung zusätzlicher Märkte, aber auch durch Unternehmenszukäufe und Partnerschaften erreichen. Dabei setzen wir uns weiterhin für die Bosch-Gruppe eine operative EBIT-Rendite von rund 7 % vom Umsatz zum Ziel, die wir mittelfristig wieder erreichen wollen. Für die Ermittlung der operativen Zielrendite ziehen wir Benchmark-Vergleiche der Geschäftseinheiten heran, insbesondere unter Berücksichtigung von Vorleistungen für Wachstums- und Befähigungsprojekte. Das Renditeziel wird dabei im Hinblick auf das jeweils aktuelle Portfolio regelmäßig überprüft. Die Ergebnisbelastungen aus den erhöhten Abschreibungen als Folge der vollständigen Übernahme der früheren Gemeinschaftsunternehmen Automotive Steering und BSH Hausgeräte werden beim operativen Renditeziel nicht berücksichtigt.

Zur Erreichung des gesetzten Ziels bei der operativen EBIT-Rendite wurde 2020 ein Performance Programm beschlossen, das inzwischen alle Unternehmensbereiche sowie die Zentral- und Servicebereiche umfasst. Ein besonderer Schwerpunkt liegt im Unternehmensbereich Mobility Solutions, der aufgrund der tiefgreifenden Veränderungen im Automobilsektor mit seinem Performance Programm bereits 2019 gestartet ist. Basis ist die klare Ausrichtung aller Bereiche an Zielkostenstrukturen. So haben die Geschäftsbereiche die Aufgabe, sich in wesentlichen Kostenkategorien an Benchmarks zu messen und Maßnahmen zur nachhaltigen Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit zu definieren und umzusetzen. Für den Ergebnisbeitrag der Zentral- und Servicebereiche gelten Zielbudgets. Die resultierenden Personalmaßnahmen hängen von den jeweiligen Anforderungen in den Geschäfts- und Serviceeinheiten wie auch in den Regionen ab. Der größte Teil der Restrukturierungsaufwendungen entfällt auf den Unternehmensbereich Mobility Solutions sowie auf die Zentral- und Servicebereiche.

Strategie und Innovation
Künstliche Intelligenz und Internet der Dinge

Künstliche Intelligenz in Kombination mit dem Internet der Dinge (AIoT) sehen wir als entscheidenden technologischen Faktor für unsere Zukunftsstrategie. Insbesondere bietet AIoT die Chance, den Kunden im gesamten Produktlebenszyklus zu begleiten. Unsere Absicht ist es, mit vernetzten, intelligenten Lösungen das Leben für möglichst viele Menschen einfacher, effizienter, sicherer und auch nachhaltiger zu gestalten. Als Vorteil sehen wir unsere Aufstellung in unterschiedlichen Märkten und Branchen, durch die wir über ein breites Wissen verfügen. Gerade mithilfe von AIoT wollen wir den noch geringen Anteil regelmäßig wiederkehrender Umsätze mittelfristig signifikant steigern. Dadurch soll das Geschäft zudem unabhängiger von Konjunkturschwankungen werden. Mit Blick auf das Ziel eines konsequent kundenorientierten AIoT-Unternehmens wächst die Bedeutung von Software und Informationstechnik (IT) bei der Wertschöpfung signifikant. Deshalb stärken wir die hierfür erforderlichen Kompetenzen und Strukturen. Wir wollen uns am Markt mit Datenqualität und -sicherheit positionieren und die Daten als Grundpfeiler für Kundenorientierung und Innovationen nutzen.

Die technologische Basis dafür steht inzwischen mit vier Kernelementen unternehmensweit zur Verfügung: die Bosch IoT Suite zum Sammeln der Daten, die Bosch Hybrid Cloud als universelle Plattform zur sicheren Verarbeitung und Speicherung der Daten, der RED Lake (Robert Bosch Enterprise Data Lake), um die Daten im Unternehmen strukturiert verfügbar zu machen, sowie die im Aufbau befindliche KI-Plattform, um unter anderem die Daten zu analysieren, Wissen zu generieren und Aktionen abzuleiten. Ziel ist es, sukzessive die Zahl der vernetzten Produkte und aktiver Kunden sowie den Datenfokus im Unternehmen zu steigern und den Reifegrad der KI-Plattform und die Skalierung der IoT-Suite zu erhöhen, auch um zusätzliche wiederkehrende Umsätze zu erzielen. Entsprechende Fortschritte, zum Beispiel bei der Anzahl registrierter Kunden und bezahlter Services, werden inzwischen in einem IoT-Dashboard zu den unterschiedlichen Domänen verfolgt, das kontinuierlich weiterentwickelt wird. Bei der technischen Umsetzung der AIoT-Strategie werden zur schnellen Skalierung auch Inhalte und Services von externen Partnern integriert, beispielsweise Cloud-Services. Der Rahmen für die Entwicklung wird durch klare interne Leitlinien gesetzt. Wir verfügen über ein eigenes Bosch Center for Artificial Intelligence als Kompetenzzentrum mit insgesamt sieben Standorten, die sich in Deutschland, den USA, China, Indien und Israel befinden. Für den Umgang mit Künstlicher Intelligenz haben wir uns ethische Leitlinien gegeben. Unsere Maxime lautet dabei derzeit, dass der Mensch bei allen Entscheidungen der KI noch Kontrollinstanz ist. Wir wollen sichere, robuste und nachvollziehbare KI-Produkte entwickeln.

Auf der Basis unseres Domänenwissens, der entwickelten AIoT-Kompetenzen und unserer Expertise bei Sensoren arbeiten wir übergreifend und in den Unternehmensbereichen an neuen Lösungen. Sie zielen auf die Nutzung der Möglichkeiten von Vernetzung und Künstlicher Intelligenz, um die Produktivität und Effizienz, zum Beispiel durch eine automatisierte Prüfung in der Produktion für elektronische Komponenten, zu steigern und um die Gestaltung der Produkte zusätzlich auf die Kundenbedürfnisse auszurichten wie beispielsweise individuelle Präferenzen bei vernetzten Backöfen.

Mit der wachsenden Bedeutung von Software und Informationstechnologie gehen Aktivitäten und Lernprogramme für den Aufbau neuer Kompetenzen einher. Die bedarfsgerechte Weiter- und Umqualifizierung ist dabei ein wichtiger Schwerpunkt der Personalarbeit und ein Schlüssel für unsere Weiterentwicklung in ein AIoT-Unternehmen. Unterschiedliche Trainingsformate ermöglichen beispielsweise eine Qualifizierung von Ingenieuren aus Tätigkeitsfeldern des Verbrennungsmotors in die der Softwarebereiche. Beschäftigte des Geschäftsbereichs Powertrain Solutions erhalten in mehrmonatigen Programmen eine Basis- oder Vertiefungsqualifizierung für den Bereich Software. Die Lerninhalte werden in Kooperation mit Hochschulen und internen Experten konzipiert und durchgeführt. Im Geschäftsjahr 2020 haben wir zudem ein Schulungsprogramm ins Leben gerufen, das Führungskräften, Entwicklungsingenieuren und KI-Entwicklern auf drei unterschiedlichen Niveaus Know-how zu Künstlicher Intelligenz vermittelt.

Ein wichtiger Baustein für die Digitalisierung und Vernetzung sind 5G-Netze. Wir haben unser erstes 5G-Campusnetz am Standort Stuttgart-Feuerbach, unserem Leitwerk für Industrie-4.0-Anwendungen, in Betrieb genommen. Bosch beteiligt sich zudem am internationalen Forschungsprojekt 5G-SMART mit dem Ziel, das Potenzial des neuen Kommunikationsstandards in realen Produktionsumgebungen zu erproben, zu demonstrieren und zu bewerten. Im Halbleiterwerk in Reutlingen wurden zum Aufbau eines 5G-Netzes Tests gestartet. Die Erkenntnisse aus dem Forschungsprojekt in Reutlingen sollen in unserem neuen Halbleiterwerk in Dresden genutzt werden.

Mobility Solutions

Die Automobilbranche befindet sich im Umbruch. Bereits seit 2018 ist die weltweite Automobilproduktion rückläufig, nachdem sie 2017 ihren bisherigen Höchststand erreicht hatte. Zusätzlich führte die Coronavirus-Pandemie 2020 zu einem weiteren deutlichen Rückgang der Produktionszahlen. Wir erwarten erst mittelfristig eine Erholung auf das Vorkrisenniveau. Dabei gehen wir für die kommenden Jahrzehnte von einem weiteren Anstieg des Personen- und Gütertransports aus. Treiber sind unter anderem eine weiter wachsende Weltbevölkerung und zunehmender Wohlstand, der zu einem Anstieg des Welthandels führen dürfte. Die Mobilität wird sich dabei deutlich wandeln. Gründe sind die Klimaschutzziele und die sich abzeichnende weitere Verschärfung von CO 2 -Emissionsvorgaben und Abgasnormen, neue technologische Möglichkeiten sowie veränderte Nutzerpräferenzen gerade auch im Hinblick auf Vernetzung und einen komfortablen Mobilitätszugang. Die Vernetzung macht zudem neuartige Mobilitätskonzepte und Services sowie Softwareaktualisierungen inklusive neuer Fahrfunktionen auch nach Auslieferung der Fahrzeuge möglich. Gleichzeitig stellt der weiter zunehmende Verkehr zusätzliche Herausforderungen an Sicherheit und an eine optimale Nutzung der Verkehrsinfrastruktur. All diese Trends werden Rückwirkungen auf die technologische Entwicklung haben, etwa in Bezug auf Elektrofahrzeuge, Fahrzeugvernetzung, Fahrerassistenzsysteme und automatisiertes Fahren.

Unsere Zukunftsvision ist eine nachhaltige, sichere und begeisternde Mobilität. Unser Anspruch ist es, eine führende Position als umsatzstärkster Automobilzulieferer auch in einem sich verändernden Markt einzunehmen und den Wandel der Automobilindustrie mitzugestalten. Wir erwarten erhebliche Geschäftschancen für Bosch durch Innovationen, die weitere Stärkung der Softwarekompetenz und den Ausbau weiterer Geschäftssegmente sowie in Zukunft zusätzlicher Services. So bietet der Geschäftsbereich Connected Mobility Solutions Ladedienste an, die Autofahrern Zugang zu einem der europaweit größten Ladenetzwerke gewähren.

Hierbei verfolgen wir zusätzliches Wachstum durch den Auf- und Ausbau wichtiger Zukunftsfelder bei gleichzeitiger Anpassung von Strukturen, Stärkung der internen Zusammenarbeit und Schaffung nachhaltig wettbewerbsfähiger Kostenstrukturen. Dazu haben wir 2020 auch eine Reihe von Personalmaßnahmen angekündigt, die vor allem die Geschäftsbereiche Powertrain Solutions, Automotive Steering und Electrical Drives sowie den Geschäftsbereich Chassis Systems Control betreffen. Wir arbeiten daran, die Ertragskraft des Unternehmensbereichs wieder zu stärken, um die langfristigen Wachstumschancen in den Zukunftsfeldern zu nutzen, für die wir erhebliche Vorleistungen erbringen. Zu diesen Feldern gehören Fahrerassistenzsysteme und automatisiertes Fahren, elektrifizierte Fahrzeuge, Brennstoffzelle, Fahrzeugcomputer und Software, Halbleiter und teilintegrierte Fahrzeugsysteme sowie Services rund um die Themenbereiche Mobilitätsdienstleistungen, Mobility Cloud und Software. Gleichzeitig treiben wir bestehende Geschäftsfelder voran und bauen unsere Aktivitäten in Segmenten wie eBike, Motorrad und dem breiten Spektrum von Nutzfahrzeugen aus.

Tiefgreifender Wandel in der Antriebstechnik

Besonders ausgeprägt sind die Veränderungen in der Antriebstechnik durch die sich weiter verschärfenden Emissionsvorschriften unter anderem im Hinblick auf die Dieseltechnologie. Wir stehen als Unternehmen zu den Pariser Klimazielen, auch wenn sie sehr ambitioniert sind. Dabei verfolgen wir eine technologieoffene Herangehensweise und bieten unseren Kunden eine breite Angebotspalette. Wir wollen den erforderlichen Strukturwandel möglichst sozialverträglich gestalten und setzen uns bei der Transformation der Antriebstechnik für eine Balance in dem Dreieck aus Ökologie, Ökonomie und sozialen Interessen ein.

Wir wollen zur CO 2 -neutralen Mobilität beitragen. Dazu gehört zum einen das Elektrofahrzeug, betrieben mit regenerativ erzeugtem Strom. Zum anderen wird für eine Übergangsphase und für zahlreiche Anwendungsfälle, vor allem im Schwerlast- und Langstreckenverkehr, der moderne Verbrennungsmotor weiter eine wichtige Rolle spielen - für viele Jahre auch als Hybrid. Mit CO 2 -neutralen Kraftstoffen, zum Beispiel eFuels, also synthetischen, auf Basis von regenerativer Energie hergestellten Kraftstoffen, können auch Diesel und Benziner klimaneutral unterwegs sein. Solche alternativen Kraftstoffe können im Fahrzeugbestand für weniger CO 2 -Emissionen sorgen, da sie sich herkömmlichen Kraftstoffen beimischen lassen. Darüber hinaus bieten wir Komponenten für Erdgas- und Ethanol-betriebene Fahrzeuge an. Moderne Dieselmotoren haben durch technische Weiterentwicklungen nur noch sehr geringe Abgaswerte. So wird durch eine zweite Dosierstelle des AdBlue-Zusatzes ein Stickoxidausstoß in ähnlicher Größenordnung wie beim Benzinmotor erreicht.

Wir arbeiten daran, mit unseren Produkten zu weiteren Emissionssenkungen und Effizienzsteigerungen beizutragen. Das gilt gerade auch im Nutzfahrzeugbereich. So ist es Bosch und dem chinesischen Motorenhersteller Weichai Power gelungen, den Wirkungsgrad eines Dieselmotors von Weichai für schwere Nutzfahrzeuge auf 50 % zu erhöhen. Im Schnitt liegt der thermische Wirkungsgrad von Lastwagenmotoren bislang bei rund 46 %. Dadurch sinkt der Kraftstoffverbrauch um 1,5 - 2,5 l/100 km bei einem 40-Tonner-Sattelzug, ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz und zur Senkung der Betriebskosten. Im Nutzfahrzeugbereich bleibt der Dieselmotor als Antrieb attraktiv, vor allem wenn große Lasten über lange Distanzen transportiert werden müssen.

Elektromobilität als wichtiges Wachstumsfeld

Im Bereich der Elektromobilität verfolgen wir die Strategie, uns mit einem breiten Produktportfolio aufzustellen. Es umfasst Komponenten und Subkomponenten wie elektrische Maschinen, eAchsen (als gesamter Antriebsstrang), Leistungselektronik und 48-Volt-Batterien. Dabei besteht hohe Übereinstimmung zwischen rein batterieelektrischen Fahrzeugen und Plug-in-Hybriden als auch zwischen Personenwagen und Nutzfahrzeugen. Elektrische Maschinen und Inverter sind zudem nicht nur für batterieelektrische Fahrzeuge ausgelegt, sondern grundsätzlich auch für Fahrzeuge mit Brennstoffzellen geeignet.

Allein 2020 haben wir Vorleistungen von rund 500 Millionen Euro für die Elektromobilität inklusive der Brennstoffzelle erbracht. Unser Ziel ist es, bis 2025 den Umsatz auf 5 Milliarden Euro zu steigern. Beim Brennstoffzellenantrieb wollen wir ebenfalls ein umfassendes Portfolio aus Komponenten, Modulen und Stack anbieten. Der Hochlauf wird dabei auch vom Ausbau der Wasserstoffinfrastruktur mitbestimmt. Zur Risikostreuung und Beschleunigung des Markteintritts, der in der Breite für 2022 vorgesehen ist, gehen wir auch Partnerschaften ein. In China haben wir mit dem Nutzfahrzeughersteller Qingling ein Joint Venture angekündigt. Unsere Zusammenarbeit mit dem US-amerikanischen Lastwagenhersteller Nikola und Iveco bei der Brennstoffzelle sowie mit Weichai Power wollen wir fortsetzen.

Unser Ziel ist darüber hinaus, unsere Kunden zu unterstützen, eMobilitätslösungen schneller voranzutreiben. Im Rahmen einer Entwicklungskooperation mit dem Chassis- und Automobiltechnikexperten Benteler haben wir einen Prototyp für ein Rolling Chassis für Elektrofahrzeuge aufgebaut. Es handelt sich hierbei um eine fahrbereite, modulare Plattform, auf der sich Karosserien verschiedenster Fahrzeugarten flexibel aufbauen lassen. Erste Kundenprojekte sind bereits gestartet. Wir beabsichtigen aber auch in Zukunft nicht, Fahrzeuge zu bauen. Darüber hinaus startete 2020 die Serienproduktion der eAchse im Werk Taicang unserer Tochtergesellschaft United Automotive Electronics Systems Co., Ltd., Schanghai, in China. Unsere neuen elektrischen eCityTruck-Antriebslösungen für leichte Nutzfahrzeuge bis 7,5 Tonnen ermöglichen zudem sowohl den lokal emissionsfreien als auch den geräuscharmen Betrieb. Das Angebot umfasst die eAchse aus Elektromotor, Leistungselektronik und Getriebe oder auch ein elektrisches Antriebsmodul ohne Getriebe.

Bündelung der Elektronikkompetenz

Mit dem neuen Geschäftsbereich Cross-Domain Computing Solutions stellen wir uns auf die veränderten Anforderungen im stark wachsenden Markt für softwareintensive Elektroniksysteme im Automobilsektor ein. Hier erwarten wir, orientiert an externen Studien, bis 2030 ein um jährlich bis zu 15 % steigendes Marktvolumen. Grund dafür ist der Trend zu einer immer anspruchsvolleren Elektronik sowie einem wachsenden Softwareanteil. Infolgedessen steigt die Komplexität in der Fahrzeugentwicklung erheblich an. Aufgabe des neuen Geschäftsbereichs ist es, diese Komplexität mit übergreifenden Software- und Elektroniklösungen zu reduzieren und zu beherrschen. Mit dem neuen Geschäftsbereich bieten wir Kunden künftig Fahrzeugelektronik und Software aus einer Hand. In diesem Bereich arbeiten seit Anfang 2021 rund 17.000 Beschäftigte an mehr als 40 Standorten. Bereits seit 2019 steuern Fahrzeugcomputer von Bosch etwa Fahrerassistenzsysteme oder Fahrzeugbewegung von Serienfahrzeugen. Zentrale Computer für Cockpitfunktionen und Karosserieelektronik werden in den kommenden Jahren hinzukommen. Für seine Fahrzeugcomputer hat Bosch bereits Aufträge in Höhe von mehreren Milliarden Euro erhalten.

Bereits im Frühjahr 2020 haben wir zudem die gesamte Elektronikfertigung des Unternehmensbereichs Mobility Solutions gebündelt. Im Geschäftsbereich Automotive Electronics wird seither die Produktion von Steuergeräten und Fahrzeugrechnern übergreifend für alle Geschäftsbereiche koordiniert. In dem Fertigungsverbund arbeiten rund 24.000 Mitarbeiter in 21 Werken und 14 Ländern. In der künftigen Halbleiterfabrik in Dresden, in die wir insgesamt rund eine Milliarde Euro investieren, haben im Frühjahr 2020 die ersten Mitarbeiter ihre Tätigkeit aufgenommen. Dort werden künftig Halbleiter auf 300-Millimeter-Wafern hergestellt. Aufgrund eines Großauftrags konnten wir bereits früher als geplant in unserer Halbleiterfabrik in Reutlingen mit der Serienfertigung von Siliziumcarbid-Halbleitern (SiC) starten. Diese bieten beträchtliche Vorteile beim Einsatz in der Leistungselektronik von elektrischen Fahrzeugen. SiC-Halbleiter haben eine bessere elektrische Leitfähigkeit und setzen bei Schaltgeschwindigkeit, Wärmeverlusten und Baugröße neue Maßstäbe. Damit ermöglichen sie eine größere Reichweite, ein wichtiges Kaufargument bei elektrischen Fahrzeugen.

Wachstumsfeld Fahrerassistenzsysteme

Bei Fahrerassistenzsystemen sehen wir erhebliche Wachstumschancen. Bis 2030 erwarten wir mehr als eine Verdopplung der Fahrzeuge mit einer Ausstattung mit Level-2- beziehungsweise Level-2+-Systemen. Bosch ist ein Pionier bei Fahrsicherheits- und Fahrerassistenzsystemen. Bereits vor 40 Jahren brachten wir das elektronische Airbag-Steuergerät ins Auto und vor 25 Jahren konnten wir mit dem elektronischen Stabilitätsprogramm ESP ® einen weiteren Durchbruch für die Verkehrssicherheit erzielen. Wir entwickeln unsere Fahrerassistenzsysteme der Automatisierungsstufen 1 bis 2 konsequent weiter und arbeiten auch an "Highway Assist - hands free"-Systemen. Darunter sind Autobahnassistenten zu verstehen, die es während der teilautomatisierten, vom menschlichen Fahrer verantworteten Fahrt ermöglichen, die Hände für längere Zeit vom Lenkrad zu nehmen. In Europa sind diese Systeme noch nicht zugelassen, jedoch in den USA und China. Darüber hinaus entwickeln wir automatisiertes Fahren nach den sogenannten SAE-Leveln 3 und 4. Für diese Automatisierungsstufen haben wir die Serienentwicklung eines automobiltauglichen Lidar (light detection and ranging) zur laserbasierten Abstandsmessung gestartet. Der neue Bosch-Sensor wird sowohl große Reichweiten als auch den Nahbereich abdecken und ergänzt Kamera- und Radarsensoren als drittes Sensorprinzip.

Gemeinsam mit Partnern, dem Automobilhersteller Ford und dem Immobilienunternehmen Bedrock, haben wir 2020 einen Testbetrieb bei Level-4-Parken in den USA gestartet. Gemeinsam testen wir Automated Valet Parking in einem Parkhaus im Detroiter Stadtteil Corktown. In Deutschland arbeiten wir mit den Partnern Daimler und dem Parkhausbetreiber Apcoa bereits am weltweit ersten Serieneinsatz. Wir setzen dazu erstmals eine kameragestützte Infrastruktur zur Erkennung von Fahrspur und Hindernissen ein. Mit deren Unterstützung parken in einem Parkhaus am Stuttgarter Flughafen bereits Serienfahrzeuge der neuen Mercedes-Benz-S-Klasse im Erprobungsbetrieb per Smartphone-Befehl fahrerlos. Der Parkhausbetreiber Apcoa erprobt Schranken- und Bezahlfunktion auf Basis seiner digitalen Mobilitätsplattform.

Ausbau zusätzlicher Geschäftsfelder

Seit Anfang 2020 ist Bosch eBike Systems ein eigenständiger Geschäftsbereich. Durch den Wandel in der Mobilität gewinnen eBikes in vielen Märkten erheblich an Bedeutung. Die Coronavirus-Pandemie hat 2020 durch ein verändertes Freizeitverhalten für einen zusätzlichen Wachstumsschub gesorgt. Zudem bauen wir das Angebot von Antrieben, Batterien und Steuerungseinheiten und digitale Angebote für eBiker sowie Services für den Fahrradfachhandel stetig aus. Unser Informationssystem für den eBiker vernetzt Fahrdaten automatisch mit unserer eBike-App und dem dazugehörigen Onlineportal. Der Bordcomputer wurde um eine Navigationsfunktion und individuell konfigurierbare Displayanzeigen erweitert. Eine weitere Neuerung ist die Premiumfunktion Help Connect, die beim Unfall automatisch über das Smartphone einen Notruf an ein Call-Center auslöst. Darüber hinaus sorgen in der Antriebstechnik Software-Updates für verbesserte Funktionalität und Leistungsmerkmale.

Die Märkte der Einheit Two-Wheeler and Powersports wurden 2020 zunächst stark von der Coronavirus-Pandemie getroffen, haben sich aber seit Jahresmitte erholt. Eine wichtige Innovation ist das Advanced Rider Assistance System, das weltweit erste radarbasierte Motorrad-Sicherheitssystem, das bei mehreren Herstellern in Serie gehen wird. Weitere Neuheiten sind ein voll integrierter 10,25-Zoll-Splitscreen für Motorräder, der die gleichzeitige Anzeige von relevanten Fahrzeuginformationen und Inhalten wie Navigation von Smartphone-Apps erlaubt und damit für mehr Sicherheit und Komfort sorgt. Zudem ergänzen wir durch Help Connect die Motorrad-Sicherheitssysteme um einen digitalen Schutzengel. Die Motorradsensorik kann über einen Crash-Algorithmus Unfälle erkennen und per Smartphone-App die Rettungskette auslösen.

Im Bereich Commercial Vehicles and Off-Road arbeiten wir an Innovationen für Lastkraftwagen sowie für die digitalisierte Landwirtschaft. Bosch und die BASF Digital Farming haben den Vertrag zur Gründung eines 50:50-Joint-Ventures unterzeichnet, um weltweit und aus einer Hand intelligente Lösungen für die Landwirtschaft zu vermarkten und zu verkaufen. Dazu soll ein neues Unternehmen mit Sitz in Köln gegründet werden. Die Gründung steht unter dem Vorbehalt der Zustimmung der zuständigen Kartellbehörden. Die ersten beiden Produkte für den Markt werden eine intelligente, digitale Lösung für Aussaat und Düngung sowie Smart Spraying sein. Die Smart-Spraying-Lösung kombiniert Kamerasensorik und Software von Bosch mit einer digitalen Plattform von BASF für den optimierten Einsatz von Pflanzenschutzmitteln.

Industrial Technology

Im Unternehmensbereich Industrial Technology bauen wir die Aktivitäten im Geschäftsbereich Drive and Control Technology, unserer Tochtergesellschaft Bosch Rexroth, als Anbieter von Mobil- und Industriehydraulik sowie von Fabrikautomation und vernetzter Fertigung aus. Vernetzungsmöglichkeiten sind über alle Technologien hinweg ein attraktives Wachstumsfeld. Hierbei setzen wir auf die Weiterentwicklung bestehender Produkte sowie Produktneuheiten. Dabei sehen wir in der Hydraulik ein Zusammenwachsen mit der Elektrik. Hierdurch erwarten wir einerseits einen verstärkten Kostendruck im Bereich Hydraulik, andererseits setzen wir auf zusätzliche Chancen als Lösungsanbieter, da die Kunden zunehmend passgenaue Lösungen erwarten. Ein weiterer strategischer Schwerpunkt ist der Ausbau unserer Marktposition in der Fabrikautomation und die Vernetzung in der Fertigung.

Im klassischen Kerngeschäft der Industriehydraulik wollen wir durch vernetzte, intelligente Lösungen zusätzliches Geschäft generieren. Produkte der Cytro-Generation sind Industrie-4.0-fähig und ermöglichen IoT-Services, zum Beispiel in der Zustandsüberwachung von Maschinen und Anlagen. Im Bereich Mobilhydraulik setzt Bosch Rexroth auf zusätzliche Angebote in den Feldern Automatisierung und Fahrerassistenzsysteme, der Elektrifizierung sowie der Vernetzung. Dazu gehört eine offene, skalierbare und durchgängige Telematiklösung von der Datenquelle über Hard- und Software bis hin zu fertigen Analyse-Apps, mit der sich mobile Arbeitsmaschinen miteinander vernetzen lassen. Kunden können mit ihrer Hilfe Daten aus der mobilen Anwendung gezielt auslesen und nutzen. Zudem hat der Bereich die ersten Komponenten seines Elektrifizierungsangebots für mobile Arbeitsmaschinen vorgestellt. Neue Produkte und Lösungen wie 700-Volt-E-Motoren oder Fahrgetriebe einer neuen Baureihe unterstützen Kunden dabei, Emissionen zu senken und zugleich die Leistungsfähigkeit weiter zu steigern. Dabei nutzt der Geschäftsbereich auch die Expertise des Unternehmensbereichs Mobility Solutions im Bereich Elektromobilität. Das Ergebnis ist ein umfangreiches Portfolio an Komponenten für die Elektrifizierung mobiler Arbeitsmaschinen. Neue 700-Volt-Elektromotoren, Inverter und Getriebe werden ergänzt durch modulare Software und kompatible Hydraulikpumpen.

Im Wachstumsmarkt der Fabrikautomation und der vernetzten Fertigung erweitert Bosch Rexroth sein Angebot. Eine neue Lösungsplattform kombiniert Lineartechnikkomponenten mit Elektronik und Software. Dies ermöglicht dem Anwender eine schnelle Inbetriebnahme, sorgt für eine umfassende Prozesstransparenz und zusätzliche Produktivität. Weiter ausgebaut wird die Plattformfamilie ctrlX AUTOMATION, bei der Steuerungstechnik, IT und IoT zu einem offenen, skalierbaren System verknüpft werden. Dazu gehört eine modulare und offene Steuerung, die dem Anwender neue Freiheitsgrade beim Aufbau der Funktionen bietet. Zudem wurde das Angebot um Services erweitert. So gibt es jetzt den entsprechenden App-Store zum Herunterladen individuell benötigter Software sowie das dazugehörige Portal zur einfachen und zentralen Verwaltung von Steuerungen. Eine weitere Innovation im Bereich der Robotik ist eine modulare, hardwareunabhängige Softwarekomponente, mit der mobile Roboter eigenständig, das heißt ohne zusätzliche, fest installierte Hilfsmittel und Expertenwissen, ihre Position in sich verändernden Umgebungen ermitteln können. Die Lösung eignet sich für Fahrzeuge aller Größenordnungen und Antriebsarten, vereinfacht die Automatisierung von Aufgaben der Intralogistik in Industrie und Handel oder auch Krankenhäusern und ist mit Industriesteuerungen und Lasersensoren verschiedener Hersteller kompatibel.

Weitere Aktivitäten

Wir richten unseren internen Systemanbieter für Montageanlagen, die Robert Bosch Manufacturing Solutions, neu aus, da dieser die Strukturveränderungen im Geschäftsbereich Powertrain Solutions durch den Wandel in Richtung Elektromobilität deutlich spürt. Dies erfordert auch in diesem Bereich Anpassungsmaßnahmen. Gleichzeitig plant der Bereich, zusätzliches externes Geschäft bei Dienstleistungen in den Bereichen Robotik und Intralogistik im Verbund mit Bosch Rexroth über den gesamten Lebenszyklus der Maschinen zu generieren. Der Bereich hat im Frühjahr 2020 innerhalb weniger Wochen eine vollautomatisierte Anlage zur Produktion von Mund-Nasen-Bedeckungen erstellt, um die Bosch-Beschäftigten damit zu versorgen. Es wurden an Bosch-Standorten in Deutschland, Indien und Mexiko insgesamt vier Fertigungslinien installiert.

Der Produktbereich Bosch Connected Industry verantwortet das Geschäft für Softwareanwendungen der vernetzten Industrie mit internen und externen Kunden. Kern ist das Nexeed Industrial Application System (IAS). Es umfasst Lösungen zur Überwachung und Optimierung von Fertigungsprozessen, zur Steuerung von Serviceeinsätzen sowie zur Steuerung der Intralogistik. Aktuelle Innovation ist ein digitaler Zwilling, der bei der Fertigung der stationären Brennstoffzelle genutzt werden wird. Für die Bosch-interne Anwendung bildet Nexeed IAS den zentralen Baustein der Bosch Manufacturing and Logistics Platform. Bosch Connected Industry arbeitet dabei eng mit dem Geschäftsbereich Drive and Control Technology zusammen.

Consumer Goods

Geändertes Konsumverhalten durch Coronavirus-Pandemie

Im Unternehmensbereich Consumer Goods setzen wir auf unsere starken internationalen und regionalen Marken und regelmäßige Produktneuheiten. Sowohl im Bereich Elektrowerkzeuge als auch im Bereich Hausgeräte rechnen wir mit einem langfristigen Wachstum der globalen Märkte, auch in den Schwellenländern. Im Jahr 2020 haben beide Geschäftsbereiche durch das geänderte Konsumverhalten aufgrund der Coronavirus-Pandemie deutliche Nachfragesteigerungen erlebt.

Power Tools gründet Akkupartnerschaften

Power Tools will in seinen Segmenten mit Produktneuheiten und -weiterentwicklungen sowie neuartigen Services wachsen. Dabei ist "User Experience", also der Fokus auf Nutzerbedürfnisse bei der Produkt- und Serviceentwicklung, im professionellen Bereich in Industrie, Baubranche und Handwerk wie auch für den Bereich Do-it-yourself (DIY) in Haus und Garten ein entscheidender Erfolgsfaktor. Da kabellose Geräte den Nutzern mehr Komfort bieten und die Leistung kabelgebundener Geräte erreichen, baut der Geschäftsbereich das Portfolio für Akkugeräte weiter aus: Im Jahr 2020 wurden im gewerblichen Bereich 26 neue Akkugeräte auf den Markt gebracht. Beispielsweise steht Handwerkern in holzverarbeitenden Gewerken jetzt eine neue Generation Akkusägen in einer Leistungsklasse zur Verfügung, die bisher Netzgeräten mit 1.600 bis 1.800 Watt vorbehalten war.

Die Ankündigung zweier von Bosch initiierter Batterieplattformen war ein wichtiger Meilenstein im Jahr 2020. Verwender sparen künftig Geld, Platz und Zeit durch kompatible Akkus und Ladegeräte für verschiedene Produkte zahlreicher Hersteller. Im Heimwerkersegment haben wir dazu eine Allianz mit Gardena und Partnern aus anderen Produktbereichen geschlossen. Mit Bildung eines herstellerübergreifenden Akkusystems schaffen wir eine höhere Nutzerfreundlichkeit für ein breites Anwenderspektrum im gesamten Zuhause: für Heimwerker, Garten-, Reinigungs- und Haushaltsgeräte und für Produkte im Bereich Freizeit und Camping. Ebenso haben wir die Öffnung der professionellen 18-Volt-Akkuplattform für andere Profimarken bekannt gegeben. Gemeinsames Ziel aller Profipartner ist es, professionellen Verwendern die Nutzung eines einheitlichen Akkus über viele Marken hinweg anzubieten. Auf beiden Plattformen kommen sukzessive neue Partner hinzu. Dies soll die Attraktivität und die Anwendungsbreite der Akkusysteme weiter erhöhen.

Der Bereich DIY entwickelt seinen bereits mehr als 19 Millionen Mal verkauften elektrischen Kleinschrauber permanent weiter und bringt diesen in einer neuen Auflage in unterschiedlichem Design und mit deutlich verkürzter Ladezeit auf den Markt. Neu im Portfolio ist ein Linienlaser mit integriertem Maßband für Heimwerker, mit dem sich Objekte an der Wand ohne Hilfe einer zweiten Person ausrichten und anbringen lassen. Zudem treibt Power Tools mithilfe einer App, die eine einfache Dokumentation von Messwerten, Bildern und Notizen an einem Ort ermöglicht, die Digitalisierung auf der Baustelle voran. Die Nutzer können dank cloudbasierter Datenspeicherung jederzeit und ortsunabhängig auf ihre Projekte zugreifen. Zusätzlich zu Funktionen wie einer automatischen Gebäudeplanerstellung können weitere Serviceangebote wie Rechnungsstellung genutzt werden.

Ein wichtiger strategischer Schwerpunkt bleibt der kontinuierliche Ausbau unserer Position im Onlinehandel, da dieser zunehmend an Bedeutung gewinnt und sich der Informations- und Kaufprozess der Kunden immer stärker digitalisiert. Wir erweitern daher nicht nur unsere strategische Zusammenarbeit mit Multi-Channel- sowie Onlinehändlern, sondern auch unser digitales Informations- und Interaktionsangebot. Darüber hinaus wird das Portfolio an Profigeräten für aufstrebende Märkte ausgebaut, das sich an den lokalen Bedürfnissen orientiert: bezahlbar, robust und einfach zu warten.

Zudem arbeiten wir daran, die Nachhaltigkeit unserer Wertschöpfungskette zu verbessern. Ein neu eingerichtetes Projektteam soll kontinuierlich geeignete Maßnahmen prüfen und weltweit deren Umsetzung sicherstellen - zum Beispiel in Bezug auf Recycling von Verpackungen und Elektrowerkzeugen. Im Fokus stehen dabei die langfristige Reduzierung des CO 2-Fußabdrucks unserer Produkte und die Förderung der Kreislaufwirtschaft.

BSH Hausgeräte setzt auf Kundenzentrierung und Vernetzung

Unsere Tochtergesellschaft BSH Hausgeräte fokussiert sich in ihrer Wachstumsstrategie auf Produktinnovationen, durch Vernetzung mögliche Serviceangebote und den Ausbau digitaler Geschäftsmodelle. Der direkte Konsumentenkontakt soll über die Möglichkeiten der Digitalisierung weiter ausgebaut werden.

Mit Home Connect bietet die BSH Hausgeräte bereits seit 2014 ein Ökosystem mit einer markenübergreifenden digitalen Plattform für Hausgeräte an und kooperiert dazu mit einer Vielzahl von Partnern. Inzwischen ist Home Connect in vielen Ländern und Sprachen verfügbar. Die steigende Anzahl vernetzter Hausgeräte ermöglicht Anwendungsfälle für Künstliche Intelligenz. In der aktuellen Generation von hochwertigen Backöfen werden Messwerte der im Gerät integrierten Sensoren über Home Connect an einen Cloud-Rechner übermittelt. Auf der Datenbasis bereits erfolgter Backvorgänge wird die Restlaufzeit prognostiziert und diese Information an Backofen beziehungsweise App gesendet. Stimmen die Konsumenten der Datennutzung für die Produktentwicklung zu, können die gesammelten, anonymisierten Nutzungsdaten zur weiteren Produktverbesserung verwendet werden.

Durch eine neue Elektronikarchitektur werden Geräte zu Plattformen für digitale Services. So hat BSH Hausgeräte 2020 eine mit dieser Elektronik ausgestattete multifunktionale Küchenmaschine mit Kochfunktion auf den Markt gebracht. Die Elektronik ermöglicht dem Konsumenten, digitale Dienste zu nutzen, Apps und Programme herunterzuladen und Software zu aktualisieren. Zudem kann der Kundendienst dadurch bei Bedarf Gerätefehler per Fernwartung diagnostizieren und teilweise beheben.

Eine weitere wichtige Innovation ist eine neue Generation von Geschirrspülern. Sie bieten nicht nur mehr Platz und Flexibilität, sondern können sich über Vernetzung und Updatefähigkeit an die Gewohnheiten der Besitzer anpassen. Darüber hinaus erschließt sich BSH Hausgeräte den Zukunftsmarkt für digitale Geschäftsmodelle, etwa durch die Bereitstellung von vernetzten Waschmaschinen in Kombination mit einem digitalen, nutzungsabhängigen Abrechnungsmodell in größeren Gebäudekomplexen.

Im Bereich der ökologischen Nachhaltigkeit will BSH Hausgeräte weiterhin die Energieeffizienz von Produkten verbessern sowie das gesamte Produktportfolio für einen nachhaltigeren Lebensstil optimieren. BSH Hausgeräte konnte 2020 in China als stärkster nicht chinesischer Hersteller mit Fokus auf Premiumsegmente und Innovationen Marktanteile gewinnen. In den USA plant sie ein signifikantes Wachstum mit den Marken Bosch, Thermador und Gaggenau. Ebenso will sie ihre Position insbesondere in Schwellenländern ausbauen. Dazu wurde eine neue Regionalorganisation geschaffen. Diese wird künftig mit maßgeschneiderten Strategien die unterschiedlichen Bedürfnisse der Konsumenten in diesen bevölkerungsreichen Märkten adressieren.

Energy and Building Technology

Building Technologies setzt auf Vernetzung

Der Geschäftsbereich Building Technologies bietet Systeme, Lösungen und Dienstleistungen an, die die Sicherheit von Menschen sowie Gebäuden und Sachwerten erhöhen und außerdem zu mehr Komfort und Energieeffizienz beitragen. Wir bauen dazu das regionale Geschäft der Systemintegration weiter aus und stärken unser weltweit ausgerichtetes Produktgeschäft durch Weiterentwicklungen und Produktneuheiten.

Als Systemintegrator bietet Building Technologies vernetzte und integrierte Gesamtlösungen für Sicherheit, Komfort und Effizienz in Gebäuden an. Der Schwerpunkt liegt in den Märkten Europa sowie Nordamerika; zusätzliches Geschäft wird in Singapur und Indien betrieben. Das Geschäft hat sich durch einen hohen Anteil an Dienstleistungsumsätzen in der Coronavirus-Pandemie als stabilisierender Faktor erwiesen. Aufgrund sich ändernder Kundenbedürfnisse, vor dem Hintergrund der fortschreitenden Digitalisierung, entwickeln wir neue IoT-basierte Services, beispielsweise für den Gebäudebetrieb. Wir beschäftigen uns unter anderem damit, Technologien, Software, Systeme und Sensoren mit Gebäudeprozessen und Nutzerverhalten in digitalen Zwillingen abzubilden. Ziel ist hierbei, die Prozesse in Gebäuden so zu steuern, dass beispielsweise eine optimale Effizienz erreicht werden kann.

Im Produktgeschäft wachsen vor allem die Märkte für Video-, Einbruchmelde- und Brandmeldesysteme. In diesen spielen Software, Vernetzung, Künstliche Intelligenz, intuitive Bedienung sowie cloudbasierte Services, zusätzlich zur Hardware, eine immer stärkere Rolle. Unsere Vision sind produktsegmentübergreifende Sicherheitssysteme, die helfen, Schäden durch voraussagende Warnungen zu vermeiden. Wir arbeiten hier an einer Vielzahl neuer Produkte, um uns auf diesem Zukunftsmarkt zu etablieren.

Zu den aktuellen Lösungen gehört ein System zur kontaktlosen Messung der Hauttemperatur, das Unternehmen beim Gesundheitsschutz und der Aufrechterhaltung des Geschäftsbetriebs während der Pandemie unterstützt. Das Wärmemodul der Kamera arbeitet hochpräzise; integrierte Künstliche Intelligenz und vorkonfigurierte Profile helfen, Messfehler durch Umwelteinflüsse wie Lufttemperatur und weitere Fehlerquellen zu vermeiden.

Eine Innovation ist zudem eine Kameraplattform, die Künstliche Intelligenz mit einem vollständig offenen Betriebssystem von unserer Tochtergesellschaft Security and Safety Things kombiniert. Sie ermöglicht maßgeschneiderte Sicherheitslösungen durch das Hinzufügen von Apps, Software und Services nach Bedarf. Ein weiterer wichtiger Schritt ist die neueste Generation von Brandmelderzentralen, die Grundlage für Lösungen in den Bereichen IoT und Smart Buildings sind. Sie verbessern die Skalier- und Integrierbarkeit. Mit einer Weiterentwicklung unseres videobasierten, KI-gestützten Branderkennungssystems wird zudem die optische Früherkennung von Bränden auch in sehr schlecht beleuchteten Umgebungen sowie in Umgebungen ohne sichtbares Licht möglich. Hierfür wurde die Videoanalyse in der Kamera um neu entwickelte Künstliche Intelligenz erweitert, die mithilfe von Algorithmen eine Alarmentscheidung trifft.

Darüber hinaus kooperiert der Geschäftsbereich Building Technologies mit Hanwha Techwin, Milestone Systems, Vivotek Inc. und anderen Partnern in der Industrieallianz Open Security & Safety Alliance, Inc. Die nicht börsennotierte Non-Profit-Organisation definiert eine standardisierte Plattform für Sicherheitslösungen. Unsere Tochtergesellschaft Security and Safety Things GmbH, München, ist Partner der Allianz, um eine offene, standardisierte IoT-Plattform für Kamera-Apps im Bereich Sicherheit und Geschäftsprozessoptimierung im Markt anzubieten. Zahlreiche Kamerahersteller und App-Entwickler haben sich bereits entschieden, diese Plattform zu nutzen. Erste Kunden, darunter Einzelhändler, Sportstadien und Mietwagenfirmen, nutzen die Plattform seit Mitte 2020.

Schwerpunkt Klimaschutz bei Thermotechnology

In der Heiz- und Klimatechnik sowie Warmwasserbereitung gewinnen Elektrifizierung und regenerative Energien aufgrund steigender Anforderungen, die CO 2 -Emissionen zu verringern, ebenfalls erheblich an Bedeutung. Entsprechende Förderprogramme in wichtigen Märkten führten 2020 trotz Coronavirus-Pandemie zu einer steigenden Nachfrage. Hier setzt der Geschäftsbereich Thermotechnology einen Innovationsschwerpunkt neben der Effizienzsteigerung der bestehenden Produkte und der zunehmenden Vernetzungsfähigkeit der Geräte.

Am britischen Standort Worcester hat Thermotechnology den Prototyp eines "H2 Ready"-Heizkessels als klimaneutrale Alternative für Wohngebäude im Bestand vorgestellt, der 2022 auf den Markt kommen soll. Hier ist im Gegensatz zu Wärmepumpenlösungen, die mit niedrigen Vorlauftemperaturen arbeiten, keine zusätzliche Dämmung des Gebäudes erforderlich. Zudem ist der Platzbedarf vergleichbar mit aktuellen Gas-Brennwert-Geräten. Der neue Kessel kann mit herkömmlichem Erdgas oder einer Wasserstoffbeimischung von bis zu 20 % betrieben werden und lässt sich ohne größeren Aufwand auf eine vollständige Nutzung von Wasserstoff umstellen. Darüber hinaus liefert der Geschäftsbereich Wasserstoffkessel für den industriellen Einsatz, bei denen ebenfalls ein flexibler Wechsel zwischen Erdgasfeuerung und Wasserstofffeuerung möglich ist. Mit zunehmendem Ausbau der regenerativen Energien und der Herstellung von grünem Wasserstoff auf dieser Basis lässt sich die Wärmeerzeugung vollständig auf CO 2 -freie Brennstoffe umstellen.

Gleichzeitig weitet Thermotechnology sein Angebot an Wärmepumpen aus. Ein Entwicklungsschwerpunkt sind geräuscharme Luft-Wasser-Wärmepumpen, die sich auch für eng bebaute Wohnsiedlungen eignen. Sie sind serienmäßig internetfähig und lassen sich dank integrierter IP-Schnittstelle via Internet und App bedienen. Ein neu entwickeltes Hybridsystem aus Gas-Brennwert-Kessel und Wärmepumpe, das sich ebenfalls für die Modernisierung im Bestand anbietet, kombiniert regenerative und fossile Energie zur Raumheizung und Warmwasserbereitung. Das System nutzt dabei vorrangig die Luft-Wasser-Wärmepumpe, um warmes Wasser und Heizwärme zu erzeugen. Der Brennwertkessel unterstützt oder ersetzt die Wärmepumpe bei Bedarf an kalten Tagen. Die Überwachung kann mit Smartphone oder Tablet über eine App oder eine Portallösung erfolgen. Zudem bieten wir für die Heizungsmarke Bosch mit Partnern den Kunden zusätzliche Servicepakete wie auch Finanzierungs- und Mietmöglichkeiten bei neuen Heizungsanlagen an.

Thermotechnology verstärkt darüber hinaus sein Engagement bei Klimatisierungssystemen und hat Split-Klimageräte vorgestellt, die dank effizienter Invertertechnik ihre Leistung immer dem aktuellen Bedarf anpassen. Auf diese Weise sorgen sie mit einem sehr geringen Energieverbrauch das ganze Jahr durch für angenehme Temperatur. Umweltfreundliche Kältemittel und zusätzliche Energiesparfunktionen wie Timer senken den Verbrauch weiter. Für Wohnkomfort sorgen spezielle Funktionen zur Vermeidung von Luftzug.

Stationäre Brennstoffzelle in Vorindustrialisierung

Wir haben im Bereich der stationären Brennstoffzelle unsere Zusammenarbeit mit dem Partner Ceres Power zur Vorbereitung der Serienfertigung dezentraler Kraftwerke auf Basis der Festoxid-Brennstoffzellen-Technologie (Solid Oxide Fuel Cell, SOFC) vertieft. Wir streben bei SOFC-Anlagen eine jährliche Fertigungskapazität von rund 200 Megawatt Leistung an und wollen hierzu einen dreistelligen Millionenbetrag in die SOFC investieren. 2024 soll die Serienfertigung starten. Nach erfolgreicher Musterbauphase wird jetzt die Vorindustrialisierung vorangetrieben. Die Produktion wird im Wesentlichen an den Standorten Bamberg, Wernau und Homburg angesiedelt, die Entwicklung in Stuttgart-Feuerbach, Wernau und Renningen. Wir positionieren uns damit als Systemanbieter für stationäre Brennstoffzellen mit eigener hoher Wertschöpfung im Bereich Zelle und Stack. Die SOFC-Technologie soll unter anderem in Form kleiner dezentraler, vernetzbarer Kraftwerke in Städten, Fabriken, Gewerbe und Handel, Rechenzentren und im Bereich Elektroladeinfrastruktur zum Einsatz kommen.

Ausbau von Bosch Global Service Solutions

Im Fokus des Geschäftsbereichs Bosch Global Service Solutions stehen Services für Kunden in den Bereichen Mobilität, IoT und Monitoring sowie Dienstleistungen im Bereich der digitalen Endkundenkontakte. Besondere Chancen sieht der Bereich im Ausbau der Services bei komplexen Geschäftsprozessen und Dienstleistungen. Dazu gehört beispielsweise der Notruf aus Fahrzeugen. So wurde 2020 eine Minderheitsbeteiligung an Sfara Inc., Hoboken, New Jersey, USA, erworben, um den eCall-Service und Pannendienst bis zur kompletten Unfallabwicklung per Smartphone auszubauen. Mit der Beteiligung wird eine bereits bestehende Partnerschaft gestärkt. Zudem wird der Notrufservice auf Alleinarbeiter ausgeweitet, um schnelle Hilfe bei Notfällen wie beispielsweise Arbeitsunfällen zu ermöglichen. Die zertifizierte App-Lösung erfüllt in Verbindung mit einem Spezial-Smartphone und der Anbindung von Monitoring Centern alle Funktionen einer Personen-Notsignal-Anlage. Diese ist beispielsweise in Deutschland bei Tätigkeiten vorgeschrieben, die erhöhte Gefährdungen bergen und alleine ausgeführt werden. Darüber hinaus expandiert die digitale Buchungsplattform für Lastwagen-Stellplätze in Frankreich. Gegenwärtig steht nach dem ersten französischen Areal in Calais mittlerweile ein weiteres in Tournan-en-Brie nahe Paris durch eine Kooperation mit BSH Hausgeräte zur Verfügung, die dort ein nationales Warenlager betreibt und die angrenzenden Parkflächen in die Plattform integriert. Darüber hinaus bringt der Geschäftsbereich eine Nachrüstlösung für Aufzüge auf den Markt. Das Aufzug-Monitoring ermöglicht es Gebäudebetreibern, den Betrieb ihrer Aufzüge rund um die Uhr zu beobachten und mögliche Störungen automatisch zu erkennen.

Zusätzliche Smart-Home-Lösungen

Vision der Einheit Bosch Smart Home ist es, den Nutzern eine Wohlfühlatmosphäre und Sicherheit in ihrem Zuhause zu bieten. Sie weitet dazu ihr Produktangebot deutlich aus, stärkt die Vertriebskanäle und geht Partnerschaften ein. Alarmbenachrichtigungen kommen direkt aufs Smartphone. Für zusätzliche Sicherheit sorgt zudem ein Wassermelder, der den Smart-Home-Nutzer unterwegs per Push-Nachricht und Livebild der Innenkameras bei Wasseraustritt informiert. Über einen Notruf-Button in der App kann direkt professionelle Hilfe angefordert werden. Zudem können über Zwischenstecker angeschlossene Elektrogeräte im Falle eines Wasseraustritts sofort vom Strom getrennt werden. Mit neuen Zwischensteckern lassen sich zudem durch eine Verstärkung des Funksignals die Reichweiten einer Reihe von Produkten erhöhen. Darüber hinaus ergänzt eine neue Partnerschaft mit der Firma LEDVANCE die Möglichkeiten intelligenter Beleuchtung. Zudem bietet Bosch Smart Home eine offene Schnittstelle für ausgewählte Partner an. Dazu gehört neben Apple HomeKit auch Daimler mit seinem Mercedes-Infotainmentsystem.

Erschließung neuer Geschäftsfelder

Unsere Tochtergesellschaft Bosch Healthcare Solutions bietet vernetzte Produkte und Dienstleistungen an und baut ihr Angebot in der Medizintechnik weiter aus. Für ein erst 2020 in den Markt eingeführtes kompaktes Analysegerät brachte sie bereits im Frühjahr einen mit einem Partner in nur sechs Wochen entwickelten PCR-Schnelltest für das Coronavirus SARS-CoV-2 auf den Markt, der vollautomatisiert vor Ort durchgeführt werden kann. Die Testzeit konnte dabei seit Einführung im Frühjahr in mehreren Stufen auf 39 Minuten reduziert werden. Dazu trugen auch Software-Updates für die Testgeräte bei, die über eine Bosch-Cloud bereitgestellt werden. Darüber hinaus hat unsere indische Tochtergesellschaft Robert Bosch Engineering and Business Solutions Private Limited einen tragbaren, kompakten und batteriebetriebenen Monitor für die Bestimmung des Hämoglobinwerts am Ort der Untersuchung vorgestellt, um Anämien zu erkennen, der vor allem für den Einsatz in Schwellen- und Entwicklungsländern gedacht ist. Es werden dazu optische Sensoren für eine Multi-Wellenlängen-Spektrophotometrie auf der Hautoberfläche genutzt. Dadurch besteht kein Risiko für eine Infektion durch verunreinigte Nadeln bei der Blutentnahme. Algorithmen für maschinelles Lernen helfen bei der Bestimmung des Hämoglobinwerts.

Seit 2013 bietet die grow platform innerhalb von Bosch eine Plattform für die Entwicklung und Umsetzung neuer Geschäftsmodelle. Sie trägt zur Neugeschäftsentwicklung sowie zur Stärkung der Start-up-Kultur bei Bosch bei und ist inzwischen Teil eines globalen Bosch-internen Innovationsnetzwerks. In diesem werden neue Geschäftsmodelle evaluiert und in Start-up-Teams erschlossen. Es gehört dabei zum Geschäftsmodell, andere Entwicklungsmöglichkeiten für die Start-ups, zum Beispiel durch die Einbindung externer Investoren oder die Weiterführung in einer neuen eigenen Einheit, zu finden, wenn die strategische Übereinstimmung sich als nicht ausreichend erweist. Zu den Innovationen gehört eine mobile Multisensor-Alarmanlage, die den Nutzer über Einbrüche und Luftqualität informiert. Sie nutzt Sensorik, unterstützt durch Künstliche Intelligenz. Mit integrierter Mobilfunk- und WLAN-Konnektivität ist sie fast überall einsetzbar.

Mit der Robert Bosch Venture Capital (RBVC) investieren wir weltweit in externe Technologie-Start-ups und eröffnen uns damit einen frühzeitigen Zugang auch zu möglicherweise disruptiven Innovationen. Die Gesellschaft investiert schwerpunktmäßig in Projekte zum automatisierten Fahren, zu Künstlicher Intelligenz, IoT und Mobilitätslösungen sowie Computerarchitekturen der Zukunft. Im Berichtsjahr 2020 hat RBVC unter anderem in Start-ups investiert, die sich im Bereich des automatisierten Fahrens, in Mess- und Analysewerkzeuge für Luftverschmutzung und zum Klimawandel beitragende Emissionen auf Straßenebene engagieren sowie Virtualisierungsstrategien zur Steigerung der Leistungsfähigkeit von Daten-Clouds anbieten.

Nachhaltigkeit

Die Aktivitäten von Bosch sollen die Umwelt so wenig wie möglich belasten. Um diesem Anspruch gerecht zu werden, betreiben wir seit vielen Jahren ein globales Umweltmanagement. Mit unseren Strategien - hinterlegt mit ambitionierten Zielen - wollen wir den Klimaschutz weltweit vorantreiben. Mehr und mehr reichen unsere Aktivitäten dabei über unseren direkten Einflussbereich hinaus und beziehen auch Lieferketten sowie die Nutzungsphase unserer Produkte ein. Zudem haben wir im Jahr 2020 die Gesellschaft Bosch Climate Solutions GmbH, Stuttgart, gegründet. Mit dem Beratungsunternehmen wollen wir unser Wissen und unsere Erfahrungen aus der eigenen CO 2 -Neutralstellung und dazu weltweit umgesetzten Projekten auch extern weitergeben.

Wir haben unser Ziel der CO 2 -Neutralität bei Scope 1 und 2 erreicht, das wir uns für 2020 gesetzt haben. Die Bosch-Gruppe mit weltweit mehr als 400 berichtspflichtigen Standorten hinterlässt mit ihren Aktivitäten bei Scope 1 (direkte Emissionen) und Scope 2 (bezogene Energie) keinen CO 2 -Fußabdruck mehr. Dabei setzen wir an vier Hebeln an: Energieeffizienz steigern, den Bezug regenerativer Energien aus neu errichteten Anlagen, den Bezug von Grünstrom (regenerative Energien aus existierenden Anlagen) erweitern und unvermeidbare CO 2 -Emissionen mit Kompensationsmaßnahmen ausgleichen. Dabei konnten wir 2020 im Bereich exklusive regenerative Energien drei Langzeitverträge für Photovoltaikstrom mit den Anbietern RWE, Statkraft und Vattenfall abschließen.

Mit Erreichen der Neutralstellung gilt es nun, kontinuierlich die Qualität der Maßnahmen zu steigern. Zugleich weiten wir den Fokus der Aktivitäten aus und zielen auch auf die Verringerung von Emissionen ab, die außerhalb des direkten Einflussbereichs von Bosch entstehen, etwa bei Zulieferern, in der Logistik oder der Produktnutzung - dem sogenannten Scope 3. Diese vor- und nachgelagerten Emissionen in Millionen Tonnen CO 2 wollen wir bis 2030 gegenüber dem Basisjahr 2018 um 15 % verringern. Dieses Ziel wurde von der Science Based Targets Initiative (SBTi) geprüft und bestätigt. Wir sind der erste Automobilzulieferer mit "Targets set"-Status.

Mit der Scope-3-Zielsetzung haben wir uns bewusst eine sehr ambitionierte Vorgabe gesetzt, denn die vor- und nachgelagerten Emissionen übertreffen diejenigen aus Scope 1 und 2 bei Weitem. Zudem wurde der Zielwert unabhängig vom Umsatzwachstum festgelegt, sodass sich das Reduktionsziel mit dem künftigen Wachstum des Unternehmens erhöht. Hinzu kommt eine Vielzahl externer Faktoren, etwa der Erfolg von Lieferanten bei der CO 2 -Reduktion, die Bosch nur indirekt beeinflussen kann.

Zudem ist die Arbeitssicherheit für Bosch von hoher Bedeutung. Unfälle zu vermeiden sowie Sicherheit am Arbeitsplatz sehen wir als Teil unserer Verantwortung. Dazu werden wir unser bis 2020 gültiges Ziel von 1,7 Unfällen pro 1 Million Arbeitsstunden auf 1,45 Unfälle senken. Dieses neue Ziel wollen wir bis 2025 erreichen.

Wirtschaftsbericht

Die Bosch-Gruppe erzielte 2020 einen Umsatz von 71,5 Milliarden Euro. Damit konnte der massive Umsatzeinbruch des zweiten Quartals aufgrund der Coronavirus-Pandemie im weiteren Jahresverlauf deutlich aufgeholt werden. Die breite Aufstellung in unterschiedlichen Unternehmensbereichen hat sich erneut bewährt. Der Unternehmensbereich Mobility Solutions war durch die zeitweise umfassend heruntergefahrene Produktion besonders betroffen. Der Unternehmensbereich Industrial Technology bekam neben den Auswirkungen der Pandemie den bereits längerfristigen Rückgang wichtiger Maschinenbaumärkte zu spüren. Dagegen profitierte der Unternehmensbereich Consumer Goods im Verlauf der Pandemie von einer verstärkten Nachfrage nach Produkten rund um das eigene Zuhause. Hier konnten wir den Umsatz im Gesamtjahr steigern. Im Unternehmensbereich Energy and Building Technology ging der Umsatz nur in einem begrenzten Umfang zurück.

Vor dem Hintergrund des phasenweise massiven Einbruchs des Geschäfts werten wir das erzielte Ergebnis als erfreulich, zumal darin auch hohe Restrukturierungskosten im Rahmen unseres Performance Programms enthalten sind. Entsprechendes gilt für das operative EBIT, das trotz des schwierigen Umfelds 2,0 Milliarden Euro erreichte. Neben dem Anziehen der Märkte im zweiten Halbjahr ermöglichten dies erhebliche Kosteneinsparungen. Dabei erbrachten wir trotz der Pandemie hohe Aufwendungen für Forschung und Entwicklung, um Zukunftsthemen weiter voranzutreiben. Bis auf den Unternehmensbereich Mobility Solutions, der besonders durch Restrukturierungskosten belastet ist, weisen alle Bereiche ein positives operatives Ergebnis aus. Der Unternehmensbereich Consumer Goods erzielte aufgrund der Sonderkonjunktur in seinen Märkten ein Rekordergebnis. Neben den Kostenmaßnahmen führte das Liquiditätsmanagement, zu dem auch eine zurückhaltende Investitionstätigkeit gehörte, zu einem hohen positiven Free-Cash-Flow. Darüber hinaus sicherten wir uns im ersten Halbjahr vorsorglich zusätzliche Finanzmittel und Kreditlinien, die wir jedoch nicht in Anspruch nahmen.

Entwicklung von Umsatz und EBIT

Bosch-Gruppe 2016 - 2020

Umsatz

in Millionen Euro

EBIT

in Millionen Euro

Kernsteuerungsgrößen

Gerade für ein nicht börsennotiertes Unternehmen wie die Bosch-Gruppe sind Stärkung und nachhaltiger Erhalt der Ertragskraft entscheidend für die Finanzierung des zukünftigen Wachstums. Wesentliche Steuerungsbasis ist dabei das interne Berichtswesen, das sich an den International Financial Reporting Standards (IFRS) ausrichtet. Steuerungsgrößen sind hierbei Umsatzwachstum, Ergebnis vor Finanzergebnis und Steuern (EBIT) - das grundsätzlich dem operativen EBIT der Berichterstattung im Lagebericht entspricht - sowie seit 2020 das Net Working Capital (NWC). Beim operativen EBIT bleiben dabei im Vergleich zum EBIT gemäß Gewinn- und Verlustrechnung Ergebnisbelastungen durch die erhöhten Abschreibungen aus der Neubewertung der Vermögenswerte bei Automotive Steering und BSH Hausgeräte als Folge der vollständigen Übernahme dieser früheren Gemeinschaftsunternehmen im Jahr 2015 außer Betracht.

Damit findet die vormalige Steuerungsgröße Operativer Wertbeitrag keine Anwendung mehr. Das NWC als Kennziffer für das im Wesentlichen kurzfristig gebundene Kapital ist eine Durchschnittsgröße aus Vorräten, Forderungen und Vertragsvermögenswerten abzüglich Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie Vertragsverbindlichkeiten. Mit der neuen Steuerungsgröße soll die Bedeutung der Mittelbindung unterstrichen werden. Die Zugänge zum Anlagevermögen werden weiterhin über eine Investitionsbudgetierung gesteuert.

Zentrales internes Berichtsmedium ist ein monatlicher Geschäftsbericht, der einen zeitnahen Überblick über die Kennzahlen der Geschäftseinheiten gibt. Er bietet einen Vorjahresvergleich sowie für ausgewählte Kenngrößen einen Plan-Ist-Vergleich. Grundlage ist der Wirtschaftsplan, der in eine längerfristige strategische Unternehmensplanung eingebettet ist. Bei der angewandten Planungsmethodik liegt der Fokus darauf, Maßnahmen zur Zielerreichung zu erarbeiten und umzusetzen. Es ist ein Top-down-Planungsansatz mit starker Ziel- und Maßnahmenorientierung. Basis für die Zielsetzung sind externe Benchmark-Vergleiche, auf deren Basis Zielkostenstrukturen für die Geschäftsbereiche abgeleitet werden und die damit wesentliche Orientierungsgröße für unser Performance Programm bilden.

Von den Steuerungsgrößen werden auf Basis der Benchmarks auch Ergebnisziele als Grundlage für den kurzfristigen variablen Vergütungsanteil der Fach- und Führungskräfte, von der Gruppenleiterebene bis zur Geschäftsführung, den sogenannten Bosch Performance Bonus, abgeleitet. Dabei gelten für den Bonus als Maßstab organisches Umsatzwachstum im Vergleich zum Vorjahr (zu 15 %), die EBIT-Marge (zu 75 %) sowie das durchschnittliche NWC (zu 10 %); letztere beiden Kenngrößen werden jeweils gemessen in Prozent zum Umsatz. Für das Berichtsjahr wurde die Performance der Geschäftsbereiche mit der Performance der jeweiligen Wettbewerber im Corona-Krisenjahr verglichen, um aus dem Wettbewerb abgeleitete Referenzwerte zu erhalten. Ergänzt wird der Bosch Performance Bonus durch den sogenannten VALUE als variable Abschlussvergütung für den langfristigen Unternehmenserfolg auf Ebene der Direktoren und der Geschäftsführung mit einem Zeithorizont von drei Jahren.

Rahmenbedingungen

Pandemie stellt Weltwirtschaft vor große Herausforderungen

Die Coronavirus-Pandemie hat zeitversetzt weltweit zu erheblichen wirtschaftlichen Einbrüchen geführt. Nach dem Herunterfahren der Wirtschaft in China im ersten Quartal führte der Pandemieverlauf im zweiten Quartal in Europa und Amerika sowie in Ländern wie Indien und Brasilien zu erheblichen Beschränkungen des gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Lebens. In der Folge ging die weltweite Wirtschaftsleistung im zweiten Quartal im Vorjahresvergleich erheblich zurück. Mit den Lockerungen der staatlichen Pandemiemaßnahmen in vielen Ländern sowie dem Wiederhochfahren der Industrie und anderer Wirtschaftszweige hat seit Jahresmitte eine deutliche wirtschaftliche Erholung eingesetzt. Wieder verschärfte Maßnahmen in vielen Ländern im vierten Quartal haben diese abgeschwächt. Datenquellen für die Wirtschaftsleistung sind Feri AG und Internationaler Währungsfonds.

Insgesamt lag die weltweite Wirtschaftsleistung im Jahr 2020 um 3,8 % unter dem Vorjahresniveau und damit deutlich unter unserer ursprünglichen Erwartung eines Zuwachses von 2 %. Die im Lagebericht 2019 genannten Prognosezahlen für 2020 zur Entwicklung wichtiger Regionen und Marktsegmente basierten noch auf Annahmen von Anfang März 2020. Wir sehen deshalb von einem detaillierten Vergleich ab. Dabei hatten wir bereits damals auf das Risiko deutlich negativer Effekte auf die globale Wachstumsdynamik sowie auf unsere Märkte im Falle einer Ausbreitung der Coronavirus-Pandemie hingewiesen.

Die chinesische Wirtschaft konnte mit einem Anstieg um 2,3 % den Rückgang der weltweiten Wirtschaftsleistung abfedern, blieb aber dennoch klar hinter dem 2019 erzielten Wachstum zurück. Sehr massiv beeinträchtigt war dagegen in Asien die indische Volkswirtschaft. Insgesamt sank damit die Wirtschaftsleistung in Asien-Pazifik um 1,5 %. In Europa ging die Wirtschaftsleistung um 6,5 % zurück, in der Europäischen Union um 7,0 %. In Deutschland war der Rückgang der Wirtschaftsleistung mit einem Minus von 5,0 % nicht ganz so ausgeprägt. In Amerika lag die Wirtschaftsleistung um rund 4,3 % unter dem Vorjahresniveau; in Nordamerika ging sie dabei um 4,0 % und in Südamerika um 6,6 % zurück.

Stark betroffen von der Pandemie war gerade im zweiten Quartal unser wichtigster Markt, die weltweite Automobilproduktion. Im zweiten Quartal waren die weltweiten Lieferketten in großem Umfang unterbrochen. Vor diesem Hintergrund waren wir zeitweise nur von einem weltweiten Produktionsvolumen inklusive Nutzfahrzeugen von 70 Millionen Einheiten für 2020 ausgegangen. Seit Jahresmitte haben jedoch die Produktionsvolumina deutlich zugenommen, sodass 2020 rund 78 Millionen Fahrzeuge produziert wurden. Seit Jahresende dämpft ein wachsender Engpass bei Halbleiterbauteilen diese Entwicklung. Als Datenquelle für die weltweite Automobilproduktion ziehen wir bei unserem Prozess zur Automotive Market Prognose (AMP) externe Prognosen von IHS Markit Ltd., London, dem Verband der Deutschen Automobilindustrie (VDA) sowie anderen regionalen Verbänden und interne Bosch-Marktexpertise aus den Regionen und der Zentrale heran.

Trotz der Erholung liegt das Produktionsvolumen erheblich unter dem Niveau von 2019 mit mehr als 92 Millionen Fahrzeugen und unserer ursprünglichen Erwartung für 2020 von rund 89 Millionen Fahrzeugen. Bereits in den Vorjahren war damit das Produktionsvolumen rückläufig gegenüber dem bisherigen Höchststand von 98 Millionen Einheiten im Jahr 2017. Auch in der Automobilproduktion erwies sich die Entwicklung in China im Berichtsjahr als stabilisierender Faktor. Hier zog die Produktion deutlich früher wieder an; dennoch ging die Zahl der dort produzierten Einheiten im Gesamtjahr um rund 2 % gegenüber dem Vorjahr zurück. Bei schweren Nutzfahrzeugen war der Markteinbruch gemäßigter mit einem weltweiten Rückgang der Produktion um rund 5 % gegenüber dem Vorjahr. Der größte Treiber hierbei war ebenfalls die Entwicklung in China, wo die Produktion von schweren Nutzfahrzeugen ein Wachstum von 31 % verzeichnete.

Dabei gab es 2020 einen weiteren Anstieg bei Elektrofahrzeugen. Der Anteil reiner Elektrofahrzeuge bei Personenwagen erhöhte sich weltweit auf 3,2 % gegenüber 2,3 % im Vorjahr, von Hybridfahrzeugen auf 6,8 % gegenüber 5,5 %. Dieser Anstieg geht insbesondere auf eine Zunahme von Elektrofahrzeugen in Europa zurück. Größter Markt für reine Elektrofahrzeuge ist China, für Hybridfahrzeuge sind es Europa und Japan. Der Anteil der Dieselfahrzeuge bei Personenwagen hat sich in den wichtigen Märkten Europa und Indien hingegen weiter verringert. Gemessen an den Verkaufszahlen sank er 2020 in Europa auf rund 28 % und in Indien auf rund 18 % gegenüber den Vorjahreswerten von rund 31 % und rund 33 %.

Die weltweite Produktion im Maschinenbau als weiterem wichtigen Marktsegment hatte bereits vor der Coronavirus-Pandemie an Dynamik verloren. Die Pandemie führte ebenfalls zu einem scharfen Einbruch aufgrund der Investitionszurückhaltung der Wirtschaft. Hier gab es insbesondere in China, aber auch in den USA eine im Jahresverlauf starke Erholung. In China liegt die Maschinenbauproduktion wieder über Vorkrisenniveau. Noch nicht ganz auf Vorkrisenniveau ist die Produktion dagegen in der Europäischen Union und in Japan.

Geschäftsverlauf
Umsatzentwicklung

Pandemiebedingter Umsatzeinbruch teilweise ausgeglichen

In der Bosch-Gruppe erzielten wir 2020 einen Umsatz von 71,5 Milliarden Euro gegenüber 77,7 Milliarden Euro im Vorjahr. Er liegt damit um 8,0 % unter dem Vorjahresniveau, wechselkursbereinigt um 5,9 %. Für das Geschäftsjahr 2020 ergeben sich dabei gegenüber 2019 Konsolidierungseffekte von -1,3 Milliarden Euro. So waren beim Umsatzausweis wie in allen Positionen der Gewinn- und Verlustrechnung in den Werten für 2019 die zum 31.12.2019 veräußerten Aktivitäten der Robert Bosch Packaging Technology GmbH noch enthalten, die inzwischen unter Syntegon Technology GmbH, Waiblingen, firmiert. Ohne diese Konsolidierungseffekte beträgt der Umsatzrückgang 6,4 %, wechselkursbereinigt 4,3 %.

Die Belastungen durch Wechselkurseffekte belaufen sich auf 1,7 Milliarden Euro, die sich in etwa ähnlichen Teilen auf die Triade verteilen. Sie resultierten 2020 vor allem aus der Entwicklung des Euro gegenüber der türkischen Lira, dem chinesischen Renminbi, dem brasilianischen Real, dem US-Dollar, dem russischen Rubel, dem mexikanischen Peso und der indischen Rupie.

Umsatzentwicklung 2019/2020

Bosch-Gruppe im Vergleich

Umsatz nach Regionen

in Milliarden Euro

Durch die verbesserten Rahmenbedingungen und die während der Pandemie stark gestiegene Nachfrage bei Konsumgütern konnten wir den tiefen Umsatzeinbruch im zweiten Quartal teilweise kompensieren. Dennoch konnten wir unsere Prognose nicht erreichen. Für die Bosch-Gruppe insgesamt waren wir für 2020 von einem Umsatz leicht unter dem Niveau von 2019 ausgegangen. Wir hatten dabei jedoch bereits auf Risiken durch die Pandemie hingewiesen.

Unterschiedliche Umsatzentwicklung nach Regionen

Der Umsatzeinbruch im zweiten Quartal hinterließ Spuren in allen Regionen, wenn auch in unterschiedlicher Ausprägung. In Europa lag der Umsatz im Gesamtjahr mit 38,0 Milliarden Euro um 7,0 % unter dem Vorjahresniveau, wechselkursbereinigt um 5,5 %. Dabei reduzierte sich der Umsatz in Deutschland um 6,0 % auf 14,8 Milliarden Euro. Ohne die Konsolidierungseffekte durch die Trennung von den Aktivitäten bei Verpackungsmaschinen ging der Umsatz in Europa um 5,1 % (wechselkursbereinigt -3,7%) und in Deutschland um 3,5 % zurück.

Am stärksten war der Umsatzrückgang im Gesamtjahr in Amerika. In Nordamerika sanken die Erlöse um 17,7 % auf 10,7 Milliarden Euro, wechselkursbereinigt um 15,0 %. Ohne Konsolidierungseffekte reduzierten sie sich um 15,5 %, wechselkursbereinigt um 12,8 %. In Südamerika ging der Umsatz um 22,7 % auf 1,1 Milliarden Euro zurück, wechselkursbereinigt jedoch nur um 0,8 %. Auch hier wirkt sich die Trennung von den Aktivitäten mit Verpackungsmaschinen auf den Ausweis aus. Ohne diesen Konsolidierungseffekt betrug der Rückgang 22,3 %, wechselkursbereinigt 0,2 %.

Günstiger verlief die Entwicklung in Asien-Pazifik mit einem Umsatzrückgang um 3,4 % auf 21,7 Milliarden Euro, wechselkursbereinigt um 1,5 %. Ohne die Konsolidierungseffekte verringerte sich der Umsatzrückgang auf 2,6 %, wechselkursbereinigt auf 0,7 %. Grund für die geringeren Einbußen war die frühe und kräftige Markterholung in China, wo wir 2020 ein Umsatzwachstum um 5,6 % und wechselkursbereinigt 7,4 % erzielen konnten.

Aufgrund der unterschiedlichen Entwicklung in den Regionen ist 2020 der Umsatzanteil von Asien-Pazifik auf 30 % gegenüber 29 % im Vorjahr gestiegen, in Europa auf 53 % gegenüber 52 %. Deutlich verringerte er sich in Amerika auf 17 % gegenüber 19 % im Vorjahr.

Umsatzstruktur 2020

Bosch-Gruppe im Vergleich

Umsatz nach Regionen

in Prozent

1 Einschließlich sonstiger Länder, u. a. in Afrika

Große Unterschiede nach Unternehmensbereichen

Unseren größten Unternehmensbereich Mobility Solutions haben die weitreichenden Produktionseinschränkungen im zweiten Quartal aufgrund der Coronavirus-Pandemie besonders hart getroffen. Seit Jahresmitte verbesserte sich die Situation sukzessive. Zudem kam uns die frühzeitige und deutliche Erholung in China zugute. Der Umsatz blieb dennoch mit 42,1 Milliarden Euro um 10 % unter dem Vorjahresniveau, wechselkursbereinigt um 8,2 %. Zudem blieb er hinter unserer Prognose zurück. Damit entwickelte sich allerdings unser Geschäft besser als die Automobilproduktion weltweit, die gemessen an den Stückzahlen um 16 % sank.

Fast alle Geschäftsbereiche im Unternehmensbereich waren in ähnlichem Umfang betroffen. Weit überproportional ging der Umsatz im Geschäftsbereich Car Multimedia zurück, da er nicht in ähnlichem Maße wie andere Bereiche von der Erholung in China profitiert. Dagegen kam dem Geschäftsbereich Bosch eBike Systems die stark gestiegene Nachfrage in diesem Marktsegment zugute.

Umsatzentwicklung 2019/2020

Bosch-Gruppe im Vergleich

Umsatz nach Unternehmensbereichen

in Milliarden Euro

Der Unternehmensbereich Industrial Technology konnte sich 2020 der bereits länger anhaltenden Schwäche des Marktes nicht entziehen, der durch die Corona-Krise zusätzlich stark belastet wurde. Allerdings zog auch hier im dritten Quartal 2020 die Auftragslage wieder an. Hinzu kommen beim Vergleich mit den Vorjahreszahlen die Effekte durch den Verkauf der Aktivitäten bei Verpackungsmaschinen, die in den Zahlen für 2019 noch enthalten waren. Wir weisen für Industrial Technology für 2020 einen Umsatz von 5,1 Milliarden Euro gegenüber einem Vorjahreswert von 7,5 Milliarden Euro aus. Der Umsatzrückgang beträgt damit 31,5 %, wechselkursbereinigt 29,9 %. Ohne die Berücksichtigung der Effekte durch den Verkauf der Aktivitäten bei Verpackungsmaschinen ergibt sich ein Umsatzrückgang von noch 17 %, wechselkursbereinigt von 15 %; bereits in unserer Prognose waren wir von einem Rückgang um 7 % ausgegangen.

Die Entwicklung im Unternehmensbereich Consumer Goods wirkte stabilisierend. Wir haben von einer Sonderkonjunktur bei Hausgeräten und Elektrowerkzeugen profitiert, da sich die Konsumenten durch die Coronavirus-Pandemie stärker auf den häuslichen Bereich konzentrieren. Der Umsatz legte trotz eines zeitweiligen erheblichen Rückgangs zu Beginn des zweiten Quartals nominal um 5,1 % auf 18,7 Milliarden Euro (ohne Sonstiges) zu und entwickelte sich damit besser als der erwartete leichte Umsatzrückgang von rund 1 %. Wechselkursbereinigt ergibt sich ein Zuwachs von 8,4 %. Die günstige Entwicklung gilt sowohl für den Geschäftsbereich Power Tools als auch für BSH Hausgeräte.

Der Umsatzrückgang im Unternehmensbereich Energy and Building Technology hielt sich mit 2,7 % auf 5,5 Milliarden Euro insgesamt in Grenzen. Prognostiziert hatten wir ein Wachstum von rund 1 %. Wechselkursbereinigt ergibt sich ein Rückgang von lediglich 0,8 %.

Ein wesentlicher Grund für den begrenzten Rückgang ist die Entwicklung im Geschäftsbereich Thermotechnology. Hier sorgten 2020 Förderprogramme für regenerative Energien in wichtigen Märkten wie Deutschland für zusätzliche Nachfrage. Deutlich stärker waren die Umsatzeinbußen bei Building Technologies und Service Solutions. Bei Building Technologies war insbesondere das Produktgeschäft betroffen. Im Geschäftsbereich Service Solutions wirkten sich vor allem Umsatzeinbußen durch die Coronavirus-Pandemie bei Kunden aus der Reise- und Telekommunikationsbranche aus.

Umsatzstruktur 2020

Bosch-Gruppe im Vergleich

Umsatz nach Unternehmensbereichen

in Prozent

1 Inklusive Sonstiges

Durch die unterschiedliche Entwicklung in den Unternehmensbereichen hat sich die Umsatzstruktur gegenüber dem Vorjahr verändert. Der Anteil des Unternehmensbereichs Consumer Goods ist auf 26 % nach 23 % im Vorjahr gestiegen. Dagegen sank der Anteil des Unternehmensbereichs Industrial Technology durch den deutlichen Umsatzrückgang und die Konsolidierungseffekte durch Verkauf der Aktivitäten für Verpackungsmaschinen auf 7 % nach 10 % im Vorjahr. Der Anteil des Unternehmensbereichs Mobility Solutions reduzierte sich um einen Prozentpunkt auf 59 %; dagegen erhöhte sich der Anteil von Energy and Building Technology auf 8 % gegenüber 7 % im Vorjahr.

Ertragslage

Ergebnis der Bosch-Gruppe zurückgegangen

Wir weisen ein positives EBIT für 2020 von 1,7 Milliarden Euro gegenüber 2,9 Milliarden Euro im Vorjahr aus. Zu berücksichtigen ist bei den Vorjahreszahlen ein einmaliger positiver Sondereffekt aus dem Verkauf der Aktivitäten bei Verpackungsmaschinen. Das operative EBIT sank in der Bosch-Gruppe 2020 auf 2,0 Milliarden Euro gegenüber dem Vorjahreswert von 3,3 Milliarden Euro. Die operative Rendite reduzierte sich auf 2,8 % vom Umsatz gegenüber dem Vorjahreswert von 4,2 %; zusätzlich bereinigt um den Effekt aus dem Verkauf der Aktivitäten bei Verpackungsmaschinen waren es im Vorjahr 3,7 %.

Die operative Rendite von 2,8 % ist vor dem Hintergrund der Pandemie erfreulich, auch wenn sie hinter der ursprünglichen Ertragsprognose von rund 3,5 % für 2020 zurückgeblieben ist. Neben der allgemeinen Markterholung und der stark gestiegenen Nachfrage im Unternehmensbereich Consumer Goods haben zu dem positiven Ergebnis die umfangreichen Kostensenkungsmaßnahmen beigetragen, mit denen wir versucht haben, den tiefen Umsatzeinbruch insbesondere im zweiten Quartal aufzufangen.

Beim operativen EBIT bleiben dabei im Vergleich zum EBIT gemäß Gewinn- und Verlustrechnung wie in den Vorjahren Ergebnisbelastungen durch die erhöhten Abschreibungen aus der Neubewertung der Vermögenswerte bei Automotive Steering und BSH Hausgeräte als Folge der vollständigen Übernahme dieser früheren Gemeinschaftsunternehmen im Jahr 2015 von insgesamt rund 340 Millionen Euro im Jahr 2020 außer Betracht; sie liegen damit unter dem Vorjahreswert von rund 380 Millionen Euro.

Dabei sind die Aufwendungen für Restrukturierungen inklusive Rückstellungen gegenüber den Planungen und dem Vorjahr nochmals erheblich gestiegen. Dies gilt vor allem für den Unternehmensbereich Mobility Solutions, auf den der überwiegende Teil entfällt. Betroffen von Anpassungen sind aber auch die anderen Unternehmensbereiche sowie die Zentral- und Servicebereiche. Die gebildeten Rückstellungen betreffen alle Funktionskosten. Gleichzeitig haben wir erneut erhebliche Vorleistungen für Zukunftsfelder erbracht.

Wichtigste Positionen der Gewinn- und Verlustrechnung

in Millionen Euro 2020 2019
Umsatzerlöse 71.494 77.721
Herstellungskosten des Umsatzes -48.946 -53.236
Bruttoergebnis 22.548 24.485
Vertriebs- und Verwaltungskosten -14.692 -16.262
Forschungs- und Entwicklungskosten -5.890 -6.079
Sonstige betriebliche Aufwendungen und Erträge -305 766
Ergebnis aus Unternehmen, die nach der Equity-Methode einbezogen werden -4 -7
EBIT 1.657 2.903
Finanzergebnis -152 353
Ergebnis vor Steuern 1.505 3.256
Steuern vom Einkommen und Ertrag -756 -1.196
Ergebnis nach Steuern 749 2.060

Die Maßnahmen zur Abfederung des Umsatzeinbruchs wirken sich in unterschiedlichen Positionen der Gewinn- und Verlustrechnung aus. Die Herstellungskosten des Umsatzes sanken im Jahr 2020 um 8,1 % auf 48,9 Milliarden Euro und damit in etwa proportional zum Umsatzrückgang von 8,0 %. Damit bleibt die Bruttomarge mit 31,5 % auf Vorjahresniveau. Dabei lagen die Abschreibungen auf Sachanlagen mit rund 3,3 Milliarden Euro etwas unter dem Vorjahresniveau von 3,4 Milliarden Euro. Die Vertriebs- und Verwaltungskosten gingen gegenüber dem Vorjahreswert um 9,7 % auf 14,7 Milliarden Euro zurück und damit überproportional zum Umsatz.

Die Forschungs- und Entwicklungskosten lagen 2020 bei 5,9 Milliarden Euro gegenüber 6,1 Milliarden Euro im Vorjahr; damit ist die Entwicklungskostenquote bezogen auf den Umsatz auf 8,2 % gegenüber dem Vorjahreswert von 7,8 % angestiegen. Dies unterstreicht die Bedeutung, die wir den Zukunftsthemen auch in der Pandemie beigemessen haben. Der Rückgang 2018 gegenüber 2017 resultierte aus der erstmaligen Anwendung von IFRS 15. Bis 2017 enthielten die Forschungs- und Entwicklungskosten noch an Kunden direkt weiterverrechnete Entwicklungsleistungen.

Forschungs- und Entwicklungskosten

Bosch-Gruppe 2016 - 2020

Gesamtaufwand

in Millionen Euro

1 Einschließlich an Kunden direkt weiterverrechneter Entwicklungsleistungen

Forschungs- und Entwicklungskosten

Bosch-Gruppe 2016 - 2020

Gesamtaufwand

in Prozent vom Umsatz

1 Einschließlich an Kunden direkt weiterverrechneter Entwicklungsleistungen

Auch 2020 entfiel dabei der höchste Anteil auf den Unternehmensbereich Mobility Solutions mit 75 % (Vorjahr 72 %). Wichtige Themen sind hier weiterhin Vorleistungen für Elektrifizierung inklusive Brennstoffzelle, Fahrerassistenzsysteme auch mit Blick auf das automatisierte Fahren, Fahrzeugelektronik sowie Sensorik. Der Anteil des Unternehmensbereichs Consumer Goods erreichte 15 % (16 %) und von Industrial Technology 6 % gegenüber 7 % im Vorjahr. Bei Energy and Building Technology beträgt er 4 % (5 %). Hier erbringen wir Vorleistungen unter anderem für Wärmepumpen, stationäre Brennstoffzellen (SOFC) und Neuheiten im Produktgeschäft wie Videotechnik oder Brandmeldesysteme. Der deutliche Rückgang bei den sonstigen betrieblichen Aufwendungen und Erträgen resultiert im Wesentlichen aus dem Sonderertrag durch den Verkauf der Aktivitäten bei Verpackungsmaschinen im Vorjahr sowie erhöhten Rückstellungen.

Wir weisen für 2020 einen negativen Saldo von 152 Millionen Euro beim Finanzergebnis aus, gegenüber einem positiven Saldo von 353 Millionen Euro im Vorjahr. Ein wesentlicher Faktor sind negative Währungseffekte. Das Ergebnis vor Steuern erreichte damit 1,5 Milliarden Euro, was einer Rendite von 2,1 % entspricht. Beide Werte liegen dabei deutlich unter den Werten des Vorjahres von 3,3 Milliarden Euro beziehungsweise 4,2 %. Nach Steuern ergibt sich ein Ergebnis von 0,7 Milliarden Euro, gegenüber 2,1 Milliarden Euro im Vorjahr.

Die neue, interne Steuerungskennziffer NWC in Prozent vom Umsatz auf Ebene der Bosch-Gruppe liegt mit 27,5 % zwar auf Vorjahresniveau, aber deutlich über unserer Prognose. Ein wesentlicher Grund ist der starke Umsatzrückgang.

Unterschiedliche Ergebnissituation nach Bereichen

Die Ergebnissituation unterscheidet sich deutlich nach Unternehmensbereichen aufgrund der unterschiedlichen Umsatzentwicklung, des Restrukturierungsumfangs und des erforderlichen Bedarfs an Vorleistungen für Zukunftsfelder. Aufgrund der Coronavirus-Pandemie ergeben sich signifikante Unterschiede zur Ergebnisprognose des Prognoseberichts im Konzernlagebericht 2019. Wir hatten eine deutliche Verbesserung im Unternehmensbereich Mobility Solutions, eine deutliche Verschlechterung bei Industrial Technology und eine operative Rendite in etwa auf Vorjahresniveau bei Consumer Goods und Energy and Building Technology erwartet. Beim operativen EBIT werden dabei für die Unternehmensbereiche Mobility Solutions und Consumer Goods wie in den Vorjahren die Ergebnisbelastungen aus den erhöhten Abschreibungen aus der Neubewertung der Vermögenswerte bei Automotive Steering und bei BSH Hausgeräte aufgrund der Komplettübernahmen im Jahr 2015 außer Betracht gelassen.

Im Unternehmensbereich Mobility Solutions weisen wir vor dem Hintergrund des erheblichen Umsatzrückgangs, anhaltend hoher Vorleistungen sowie über den ursprünglichen Planungen liegender Restrukturierungskosten ein negatives EBIT von 654 Millionen Euro aus, gegenüber einem positiven EBIT von 756 Millionen Euro im Vorjahr. Das operative EBIT beträgt -531 Millionen Euro gegenüber einem Vorjahreswert von 887 Millionen Euro. Daraus ergibt sich eine operative Rendite von -1,3 % vom Umsatz nach 1,9 % im Vorjahr. Ohne Restrukturierungskosten würde allerdings auch der Unternehmensbereich Mobility Solutions ein positives Ergebnis ausweisen.

Der Unternehmensbereich Industrial Technology erzielte trotz des massiven Umsatzrückgangs ein positives Ergebnis von 240 Millionen Euro und damit eine EBIT-Rendite von 4,7 %. Für 2019 wies der Unternehmensbereich inklusive Einmaleffekt durch den Verkauf des Geschäfts mit Verpackungsmaschinen ein EBIT von 897 Millionen Euro und eine Rendite von 12,0 % aus; ohne diesen Einmaleffekt erzielte der Bereich im Vorjahr eine Rendite von 7 %.

Der Unternehmensbereich Consumer Goods konnte sein EBIT auf 1,9 Milliarden Euro gegenüber 1,0 Milliarden Euro im Vorjahr steigern. Das operative EBIT erreichte 2,1 Milliarden Euro gegenüber 1,3 Milliarden Euro im Vorjahr, die operative Rendite 11,5 % gegenüber 7,3 % im Jahr 2019. Die Geschäftsbereiche Power Tools und BSH Hausgeräte profitierten gleichermaßen von der hohen Nachfrage bei Elektrogeräten und Haushaltsgeräten. Der Unternehmensbereich Energy and Building Technology erzielte ein EBIT von 251 Millionen Euro gegenüber 290 Millionen Euro im Vorjahr. Die Rendite erreichte 4,6 % gegenüber 5,1 % vom Umsatz im Jahr 2019.

EBIT

Bosch-Gruppe 2019/2020

Nach Unternehmensbereichen

in Millionen Euro

Beim durchschnittlichen NWC in Prozent vom Umsatz gab es bei den Unternehmensbereichen teilweise erhebliche Abweichungen von den Prognosen. Dies spiegelt die unterschiedlichen Auswirkungen der Pandemie auf das jeweilige Geschäft wider. Während bei Mobility Solutions und bei Industrial Technology die NWC-Werte mit 27,4 % respektive 39,8 % für 2020 erheblich über der Prognose liegen und sich damit verschlechtert haben, wurde bei Consumer Goods mit einem NWC von 26,6 % die Prognose erheblich unterschritten und bei Energy and Building Technology mit 21,9 % deutlich überschritten. Damit liegen die Werte bei Mobility Solutions und Industrial Technology ebenfalls erheblich über den Vorjahreswerten von 25,8 % und 36,9 %. Eine erheblich rückläufige Entwicklung und damit Verbesserung sehen wir bei Consumer Goods gegenüber einem Vorjahreswert von 31,0 % und eine deutliche Verbesserung bei Energy and Building Technology gegenüber 22,8 % im Vorjahr.

Vermögens- und Finanzlage

Hohe Eigenkapitalquote und solide Bilanz

Die Bilanzsumme der Bosch-Gruppe erreichte zum Stichtag 2020 rund 91,4 Milliarden Euro und liegt damit über dem Niveau des Vorjahres von 87,9 Milliarden Euro. Wesentlicher Grund ist eine vorsorgliche Mittelaufnahme am Kapitalmarkt, wodurch sich auf der Aktivseite die kurzfristigen Vermögenswerte und auf der Passivseite insbesondere die langfristigen Schulden deutlich erhöhten. Hinzu kommt der Anstieg bei den Rückstellungen. Die Eigenkapitalquote reduziert sich auf 44 % gegenüber 47 % im Vorjahr. Hier spielten auch negative Währungseffekte im Eigenkapital eine Rolle. Die Auswirkungen durch den Verkauf des Geschäfts mit Verpackungsmaschinen wurden bereits in den Bilanzzahlen 2019 berücksichtigt.

Bilanzstruktur

Bosch-Gruppe 2019/2020

Aktiva

in Millionen Euro/in Prozent der Bilanzsumme

Passiva

in Millionen Euro/in Prozent der Bilanzsumme

1 Werte nach Korrektur und Umgliederung

Auf der Aktivseite verfügten wir zum Bilanzstichtag über eine auf 25,7 Milliarden Euro gestiegene bilanzielle Liquidität gegenüber dem Vorjahreswert von 19,0 Milliarden Euro. Die bilanzielle Liquidität umfasst neben den flüssigen Mitteln die Wertpapiere und die Guthaben bei Kreditinstituten mit einer Laufzeit von mehr als 90 Tagen. Hier wirkt sich neben der vorsorglichen Mittelaufnahme am Kapitalmarkt der hohe Free-Cash-Flow der Bosch-Gruppe aus.

Auf der Passivseite ergaben sich Veränderungen vor allem durch einen Anstieg der Finanzverbindlichkeiten aufgrund der Begebung von Schuldscheindarlehen und Namensschuldverschreibungen sowie aus einem Anstieg der Rückstellungen und der sonstigen Verbindlichkeiten. Damit ist die Finanzierungsstruktur weiterhin sehr solide. So stieg die Nettofinanzposition (definiert als bilanzielle Liquidität minus Finanzverbindlichkeiten sowie minus Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen) auf 6,6 Milliarden Euro gegenüber 1,7 Milliarden Euro im Vorjahr. Mit einer Langfristbonität von A (Ausblick "stabil") der Ratingagentur Standard & Poor's verfügt die Robert Bosch GmbH trotz der 2020 erfolgten Absenkung über ein gutes Rating. Zu den finanziellen Verbindlichkeiten der Bosch-Gruppe gehören Schuldscheindarlehen und Namensschuldverschreibungen mit einem Nominalwert von 3,5 Milliarden Euro mit Zinssätzen zwischen 0,582 % und 2,098 % sowie Anleihen mit einem Nominalwert von 2,5 Milliarden Euro mit Zinssätzen zwischen 1,625 % und 4,375 %. Damit ist die durchschnittliche Verzinsung auf 1,600 % gesunken gegenüber einem Vorjahreswert von 1,766 %. Die durchschnittliche Restlaufzeit der Schuldscheindarlehen und Namensschuldverschreibungen beträgt 5,85 Jahre gegenüber 6,26 Jahren im Vorjahr. Die durchschnittliche Restlaufzeit der Anleihen beträgt 6,41 Jahre gegenüber 6,33 Jahren im Vorjahr. Die bestehenden finanziellen Verbindlichkeiten lauten größtenteils auf Euro.

Vorsorglich haben wir im ersten Halbjahr mit Blick auf die großen Unsicherheiten durch die Coronavirus-Pandemie durch die Ausgabe von Schuldscheindarlehen und Namensschuldverschreibungen an institutionelle Investoren zusätzliche Finanzmittel in Höhe von 2,0 Milliarden Euro aufgenommen. Darüber hinaus vereinbarten wir eine syndizierte Kreditlinie in Höhe von 3,0 Milliarden Euro. Ferner haben wir im September 2020 unser Anleiheprogramm neu aufgelegt. Der Umfang beträgt 12,5 Milliarden Euro. Zudem aktualisierten wir im vierten Quartal 2020 unser auf US-Dollar lautendes Commercial Paper Program im Umfang von 2,0 Milliarden US-Dollar und etablierten mehrere bilaterale US-Kreditlinien. Zurückgezahlt wurde im Berichtsjahr eine fällige Anleihe im Volumen von 500 Millionen Euro unserer Tochtergesellschaft BSH Hausgeräte.

Zurückhaltung bei Investitionen

Vor dem Hintergrund der Coronavirus-Pandemie haben wir 2020 zur Liquiditätssicherung vorsichtig investiert. Dies gilt für alle Unternehmensbereiche, in besonderem Maße aber für Mobility Solutions. Im Jahr 2020 sanken damit insgesamt in der Bosch-Gruppe die Investitionen auf rund 3,3 Milliarden Euro gegenüber dem Vorjahresniveau von 5,0 Milliarden Euro. Die Investitionsquote reduzierte sich auf 4,6 % vom Umsatz gegenüber 6,4 % im Vorjahr. Dennoch erreichen die Investitionen 101 % der Abschreibungen. Der Umfang der zum Abschlussstichtag bestehenden Investitionsverpflichtungen aufgrund getätigter Bestellungen beträgt 524 Millionen Euro nach 542 Millionen Euro im Vorjahr. Dafür stehen angesichts unserer sehr guten Liquiditätssituation ausreichend finanzielle Mittel zur Verfügung.

Nach Unternehmensbereichen entfiel der größte Anteil mit 2,5 Milliarden Euro nach 3,8 Milliarden Euro im Vorjahr erneut auf den Unternehmensbereich Mobility Solutions. Schwerpunkte waren im Geschäftsbereich Automotive Electronics die Halbleiterfabriken in Dresden und Reutlingen, im Geschäftsbereich Powertrain Solutions Investitionen im Sektor Elektrifizierung, bei Chassis Systems Control bei den Produkten ABS, ESP® sowie Integrated Power Brake und bei Automotive Steering Investitionen für die elektrische Lenkung.

Bei Industrial Technology sanken die Investitionen auf rund 119 Millionen Euro nach 251 Millionen Euro im Vorjahr. Ein wichtiges Projekt war im Bereich der Lineartechnik der Ausbau des Werks Xi'an in China. Im Bereich Consumer Goods investierten wir 616 Millionen Euro nach rund 759 Millionen Euro im Vorjahr. Der Schwerpunkt lag bei BSH Hausgeräte auf der neuen Trockner- und Waschmaschinenfabrik in Chuzhou in China. Bei Energy and Building Technology erreichte das Investitionsvolumen 93 Millionen Euro nach 116 Millionen Euro im Vorjahr. Es verteilte sich auf eine Vielzahl von Projekten, wobei das Projekt SOFC eine hohe Bedeutung hat.

Investitionen in Sachanlagen

Bosch-Gruppe 2016 - 2020

Investitionen

in Millionen Euro

Investitionen in Sachanlagen

Bosch-Gruppe 2016 - 2020

Investitionen

in Prozent vom Umsatz

In regionaler Betrachtung entfielen auf europäische Standorte Investitionen von 2,3 Milliarden Euro gegenüber 3,0 Milliarden Euro im Vorjahr. In Deutschland gaben wir davon rund 1,5 Milliarden Euro gegenüber 1,7 Milliarden Euro im Vorjahr aus. In der Region Asien-Pazifik investierten wir 0,8 Milliarden Euro nach 1,5 Milliarden Euro im Vorjahr. In Nord- und Südamerika investierten wir rund 265 Millionen Euro nach rund 440 Millionen Euro im Vorjahr.

Liquiditätsentwicklung

Sehr gute Liquiditätsausstattung

Die Bosch-Gruppe verfügt über eine hohe Finanzkraft. Die Liquidität gemäß Kapitalflussrechnung (flüssige Mittel) erhöhte sich zum Jahresende auf 9,0 Milliarden Euro nach 4,6 Milliarden Euro im Vorjahr. Der Cash-Flow aus betrieblicher Tätigkeit stieg dabei im Jahr 2020 auf 9,0 Milliarden Euro beziehungsweise 12,6 % des Umsatzes; die Vorjahreswerte lagen bei 7,8 Milliarden Euro beziehungsweise 10 %. Die Gründe für den Anstieg sind im Wesentlichen höhere Verbindlichkeiten sowie höhere kurzfristige und langfristige Rückstellungen.

Kapitalflussrechnung der Bosch-Gruppe

in Millionen Euro 2020 2019 1
Liquidität Jahresanfang (01.01.) 4.558 4.716
Cash-Flow aus betrieblicher Tätigkeit +9.016 +7.752
Cash-Flow aus Investitionstätigkeit -4.830 -6.306
Cash-Flow aus Finanzierungstätigkeit +484 -1.671
Sonstiges -273 +67
Liquidität Jahresende (31.12.) 8.955 4.558

1 Werte nach Korrektur und Umgliederung

Der Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit belief sich auf 4,8 Milliarden Euro und ist deutlich niedriger als der Vorjahreswert von 6,3 Milliarden Euro. Die Details dazu wurden bereits im separaten Abschnitt zu den Investitionen erläutert. Der Mittelzufluss aus Finanzierungstätigkeit - einschließlich der Tilgungsleistungen für Leasingverbindlichkeiten - lag 2020 bei 0,5 Milliarden Euro, während wir im Vorjahr einen Mittelabfluss von 1,7 Milliarden Euro auswiesen. So wurden im Jahr 2020 neue langfristige Finanzmittel von 2,0 Milliarden Euro aufgenommen.

Der Free-Cash-Flow beträgt 2020 rund 5,1 Milliarden Euro und erhöht sich damit gegenüber 2019 deutlich um rund 3,0 Milliarden Euro. Der Free-Cash-Flow berechnet sich als Summe von Cash-Flow aus betrieblicher Tätigkeit, Cash-Flows aus Investitionstätigkeit (ohne Beteiligungsmaßnahmen und sonstige Investitionen in Finanzanlagen) und der Tilgung von Leasingverbindlichkeiten. Die Gründe sind der höhere Cash-Flow aus betrieblicher Tätigkeit und die geringeren Mittelabflüsse aus Investitionstätigkeit.

Nicht-finanzielle Kennzahlen

Ziel der CO 2 -Neutralität erreicht

Wir haben 2020 unser Ziel der CO 2 -Neutralität in der eigenen Wertschöpfung (Scope 1 und 2) erreicht. Der Verbrauch von Energie bestimmt dabei den Großteil dieser CO 2 -Emissionen unseres Unternehmens. Energie wird bei Bosch vor allem als Strom für den Betrieb von Maschinen und Anlagen in der Fertigung benötigt, außerdem als Wärmeenergie zur Heizung und Klimatisierung von Gebäuden sowie beim Betrieb von Öfen in Gießereien. Insgesamt verbrauchten die Unternehmen der Bosch-Gruppe im Jahr 2020 rund 7.497 GWh Energie (Vorjahr: 7.762 GWh). Den entsprechenden Ausstoß von 0,9 Millionen Tonnen CO 2 (Vorjahr: 1,9 Millionen Tonnen) haben wir im Rahmen unserer CO 2 -Neutralstellung kompensiert. Bei dem erheblichen Rückgang des Verbrauchs spielen auch die Produktionsreduzierungen aufgrund der Coronavirus-Pandemie eine Rolle. Die Berechnung der Emissionen basiert auf den Standards der Internationalen Energieagentur (IEA) und des Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC).

Weitere Fortschritte bei der Arbeitssicherheit

Unser Ziel einer Absenkung der Unfallrate auf 1,7 Unfälle pro 1 Million Arbeitsstunden bis 2020 haben wir erreicht. Die Unfallrate sank im Berichtsjahr auf 1,5 gegenüber 1,9 im Vorjahr. Tödliche Arbeitsunfälle gab es im Berichtsjahr nicht. Die Gesamtzahl der Betriebsunfälle lag im Geschäftsjahr 2020 bei 951 gegenüber 1.306 im Jahr 2019. Bei dem deutlichen Rückgang dürften auch Effekte durch die Coronavirus-Pandemie eine Rolle spielen.

Beschäftigtenzahlen

Leichter Rückgang

Die Gesamtzahl der Beschäftigten in der Bosch-Gruppe reduzierte sich zum Jahresende 2020 auf 395.034 gegenüber rund 398.200 Ende 2019. Die Zahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ging damit um 3.116 zurück. Konsolidierungseffekte spielen keine größere Rolle. Der Verkauf der Aktivitäten in der Verpackungstechnik wurde bereits in den Beschäftigtenzahlen für 2019 berücksichtigt.

Beschäftigte

Bosch-Gruppe 2020, Stand 31.12.2020

Nach Unternehmensbereichen

1 Zentrale Funktionen und Forschung

Die Zahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter reduzierte sich dabei im Unternehmensbereich Mobility Solutions auf 229.069 gegenüber rund 236.700 Ende 2019. Besonders betroffen waren die Geschäftsbereiche Powertrain Solutions, Automotive Aftermarket und Chassis Systems Control. Im Unternehmensbereich Industrial Technology sank die Zahl der Beschäftigten auf 31.364 gegenüber rund 33.200 zum Jahresende 2019. Grund war im Wesentlichen die rückläufige Marktentwicklung im Maschinenbau. Im Unternehmensbereich Consumer Goods stieg dagegen die Zahl der Beschäftigten auf 79.493 gegenüber rund 76.600 Ende 2019. Dies resultierte aus der gestiegenen Nachfrage nach Gebrauchsgütern im Jahr 2020. Die Zahl der Beschäftigten im Unternehmensbereich Energy and Building Technology sank auf 29.779 gegenüber rund 33.200 zum Vorjahresende durch einen Rückgang insbesondere bei Bosch Global Service Solutions. Auf Sonstige entfallen 25.329 Beschäftigte gegenüber rund 18.600 im Vorjahr. Grund ist im Wesentlichen die organisatorische Umgliederung von Mitarbeitern in globale Servicebereiche und regionale Querschnittsfunktionen. Nach Unternehmensbereichen gab es damit gegenüber dem Vorjahr bei der Beschäftigtenstruktur leichte Verschiebungen.

Die Zahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Bereich Forschung und Entwicklung erhöhte sich weltweit über alle Bereiche weiter um 555 auf 73.172 zum Jahresende. Der Ausbau des weltweiten Forschungs- und Entwicklungsnetzwerks betrifft alle Regionen. In Deutschland ging allerdings die Zahl der Beschäftigten in Forschung und Entwicklung leicht zurück. Die Regionen außerhalb Deutschlands stellen damit 58 % der Beschäftigten in der Forschung und Entwicklung, in Asien-Pazifik sind es weiterhin 38 %. Die Anzahl der Beschäftigten im Zentralbereich Forschung und Vorausentwicklung (Sonstige) stieg weltweit auf 1.574 gegenüber rund 1.450 im Vorjahr.

Beschäftigte

Bosch-Gruppe 2020, Stand 31.12.2020

Nach Regionen

1 ohne Deutschland
2 Einschließlich sonstiger Länder, u. a. in Afrika

Die prozentuale Verteilung der Beschäftigten nach Regionen hat sich leicht verschoben. In Asien-Pazifik ist der Anteil um 1 %-Punkt gesunken und in Europa entsprechend gestiegen. Der Rückgang der Mitarbeiterzahlen betrifft im Wesentlichen Asien-Pazifik und Deutschland. In Europa (ohne Deutschland) und in Amerika ist die Zahl der Beschäftigten gegenüber dem Vorjahr leicht gestiegen.

Ausblick

Weiterhin erhebliche Unsicherheiten durch Pandemie

Wir gehen insgesamt für 2021 erneut von einem herausfordernden Geschäftsjahr aus. Trotz der beginnenden Impfungen sind weitere negative Effekte auf die globale Wachstumsdynamik und unsere Märkte möglich. Die Unsicherheiten mit Blick auf den weiteren Verlauf der Pandemie sind weiterhin groß. Unter der Annahme, dass es nicht zu ähnlichen Restriktionen wie im zweiten Quartal 2020 kommt, erwarten wir ein Umsatzwachstum von etwa 6 % und eine leichte Verbesserung der operativen EBIT-Rendite. Dabei werden wir erneut erhebliche Vorleistungen für Zukunftsfelder erbringen und zudem weitere Anpassungsmaßnahmen vornehmen. Sie betreffen insbesondere den Unternehmensbereich Mobility Solutions aufgrund des weitreichenden Wandels im Automobilsektor.

Die Bemühungen um eine Eindämmung der Coronavirus-Pandemie, insbesondere der Beginn der Impfungen, sprechen für eine Erholung der Weltwirtschaft. Wir gehen für 2021 von einem Anstieg der weltweiten Wirtschaftsleistung um 3,9 % aus. Dabei bestehen erhebliche Unsicherheiten hinsichtlich des weiteren Pandemiegeschehens mit Blick auf Virusmutationen, der Impfdurchdringung sowie der weiteren Eindämmungsmaßnahmen der Regierungen. Sie können in den Prognosen nur bedingt abgebildet werden. Diesen liegen dabei als Referenz die Einschätzungen der Datenquellen Feri AG und IWF sowie eigene Einschätzungen zugrunde.

Für die Triade erwarten wir, dass in Amerika die Wirtschaftsleistung 2021 gegenüber 2020 um rund 3½ % steigt. Für Europa gehen wir auf Basis der aktuellen Daten von einem Zuwachs gegenüber dem Vorjahr von rund 3 % aus. Mit dem stärksten Wachstum rechnen wir in Asien-Pazifik (inklusive sonstiger Länder) mit nicht ganz 5 %. Grund ist die Wirtschaftsdynamik in China, wo wir ein Wachstum von rund 7½ % prognostizieren. Die Erholung der Weltwirtschaft wird neben der schrittweisen Zurückdrängung der Pandemie voraussichtlich 2021 durch eine weiterhin sehr expansive Geldpolitik sowie teilweise umfangreiche Staatsausgabensteigerungen unterstützt. So planen die USA eine umfangreiche pandemiebedingte Erhöhung von Transfers und Investitionen; die Europäische Union hat bereits ein Hilfspaket aufgelegt. Ein weiterer die Nachfrage auf den Weltmärkten stützender Faktor dürfte 2021 eine Normalisierung der im vergangenen Jahr in vielen Ländern deutlich gestiegenen Sparquote sein.

In Europa prognostizieren wir dabei für die Europäische Union einen Anstieg gegenüber dem Vorjahr von rund 3¼ %. In Deutschland dürfte die Wirtschaftsleistung um rund 3 % wachsen. Kurz vor Ablauf der Übergangsfrist wurde am 24. Dezember 2020 von dem Vereinigten Königreich und der Europäischen Union nach jahrelangen Verhandlungen eine Vereinbarung zum Austritt (Brexit) getroffen und damit ein unregulierter und folglich harter Brexit verhindert. Dennoch erwarten wir, dass der Austritt die wirtschaftliche Dynamik der Europäischen Union belasten wird, was in der Prognose bereits berücksichtigt ist. Mit einem deutlich größeren Effekt rechnen wir im Vereinigten Königreich. Allerdings dürfte das Wachstum im Jahr 2021 dort 5 % erreichen, was in erster Linie der Gegenbewegung zum massiven Einbruch im Jahr 2020 von 10 % geschuldet ist.

In Nordamerika prognostizieren wir gegenüber dem Vorjahr ein Wirtschaftswachstum von rund 3 1/2 %. Wesentlicher Faktor ist auch hier die Erholung der Wirtschaft von den Auswirkungen der Pandemie sowie das geplante umfangreiche Hilfsprogramm in den USA. In Südamerika gehen wir von einem Wirtschaftswachstum von rund 3 % aus. In dieser Region waren die Folgen der Pandemie für die Bevölkerung und die Wirtschaft besonders hart, was die Stärke der Erholung vorerst dämpfen dürfte.

Regionales Wirtschaftswachstum 2017 - 2021

Veränderung des realen Bruttoinlandsprodukts zum Vorjahr

in Prozent

Vorjahreswerte teilweise revisionsbedingt gegenüber Geschäftsbericht 2019 verändert

Auf unserem wichtigsten Markt, der Automobilproduktion, rechnen wir für 2021 mit einem Anstieg der gesamten Produktion von Personenwagen und Nutzfahrzeugen gegenüber dem Vorjahr um rund 11 % auf rund 86 Millionen Fahrzeuge. Für die Prognose werden ebenfalls die Datenquellen gemäß dem internen AMP-Prozess sowie unternehmensinterne Einschätzungen herangezogen. Wir erwarten erst mittelfristig eine Rückkehr auf das Vorkrisenniveau von 2019 von 92 Millionen Fahrzeugen. Bei schweren Nutzfahrzeugen gehen wir in unseren Prognosen von einem mäßigen Wachstum um rund 1 % gegenüber dem Vorjahr aus; Grund ist die Erwartung einer rückläufigen Produktion in China.

Bei der starken globalen Verknappung bei Halbleitern erwarten wir erst im Laufe des Jahres 2021 eine langsame Entspannung, auch aufgrund längerfristiger Vorläufe für Produktionsumstellungen bei den Halbleiterherstellern. Nach dem Coronavirus-Pandemie-bedingten historischen Einbruch im zweiten Quartal 2020 hat die Nachfrage im Automobilbereich, unter anderem durch die starke Markterholung in China, in der zweiten Jahreshälfte 2020 wieder stark angezogen. Diese schnelle Markterholung hat zu einem sprunghaften Anstieg der Nachfrage nach elektronischen Bauteilen und hierbei insbesondere nach Halbleitern in der Automobilindustrie geführt, die für integrierte Schaltungen wie Mikrocontroller oder anwendungsspezifische Schaltungen benötigt werden. Dieser erhöhte Bedarf der Automobilindustrie trifft auf dem Halbleitermarkt auf eine insgesamt ohnehin hohe Nachfrage nach Halbleitern, ausgelöst durch die hohen Bedarfe in den Bereichen Unterhaltungselektronik, Computer und Kommunikation. Erschwerend kommt hinzu, dass einige Halbleiterhersteller wegen der Coronavirus-Pandemie ihre Fabriken herunterfahren mussten und sich zusätzlich Investitionen verzögerten.

In Summe führt dies zu globalen Lieferengpässen in der Halbleiterindustrie, sodass die kurzfristig stark gestiegenen Bedarfe der Automobilhersteller nicht befriedigt werden können, was zu Lieferschwierigkeiten führt, denen wir mit einer sehr engen Steuerung bei kritischen Komponenten begegnen. Das erwartete kommerzielle Risiko wurde unter Berücksichtigung von erforderlichen Annahmen und Schätzungen bewertet und entsprechend im Konzernabschluss abgebildet.

Trotz Pandemie verbesserte Geschäftsaussichten

Die Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie werden auch 2021 die Geschäftsaussichten der Bosch-Gruppe beeinflussen. Unseren Geschäftserwartungen liegt dabei die Annahme zugrunde, dass es nicht erneut zu ähnlichen Restriktionen wie im zweiten Quartal 2020 kommen wird. Zur Risikobegrenzung der Coronavirus-Pandemie insgesamt dient weiterhin ein übergreifendes Krisenmanagement, das die Entwicklung eng verfolgt und mit vielfältigen Maßnahmen zum Schutz der Beschäftigten koordiniert. Die finanziellen Auswirkungen des Brexit für das Gesamtunternehmen sind begrenzt, auch wenn die organisatorischen Vorbereitungen umfangreich waren. Zur Koordination der Brexit-Vorbereitungen wurde bei Bosch bereits 2018 eine geschäftsbereichsübergreifende Task-Force eingerichtet. Für einen reibungslosen Übergang sind Maßnahmen wie die Umstellung der IT-Systeme im Bereich Finance und Accounting, die Analyse und Absicherung der Zulieferketten sowie die Sicherstellung der zollrechtlichen Anforderungen umgesetzt worden.

Vor dem Hintergrund der prognostizierten Erholungstendenzen der Weltwirtschaft und bei der Automobilproduktion erwarten wir für die Bosch-Gruppe einen Umsatzanstieg gegenüber Vorjahr von etwa 6 %; Wechselkurseffekte sind hierbei nicht berücksichtigt. Nach Unternehmensbereichen gehen wir für 2021 für den Unternehmensbereich Mobility Solutions von einem Wachstum gegenüber dem Vorjahr von etwa 8 % aus, bei Industrial Technology von rund 6 % sowie bei Consumer Goods und bei Energy and Building Technology von jeweils rund 3 %.

Für die Bosch-Gruppe erwarten wir auf dieser Basis eine leicht verbesserte operative EBIT-Rendite gegenüber Vorjahr. Allerdings werden wir auch 2021 erneut erhebliche Ergebnisbelastungen durch die Transformationsanforderungen gerade in der Automobilbranche und damit verbundene Anpassungsmaßnahmen zu verkraften haben sowie hohe Vorleistungen für Zukunftsfelder erbringen. Dennoch gehen wir von einer erheblich verbesserten und damit positiven EBIT-Rendite (operativ) für den Unternehmensbereich Mobility Solutions und einer leicht verbesserten Rendite bei Industrial Technology aus. Bei Consumer Goods erwarten wir eine erfreuliche Rendite (operativ) von etwa 8 %. Bei Energy and Building Technology erwarten wir einen leichten Rückgang der EBIT-Rendite aufgrund steigender Investitionen in neue Produkte wie die SOFC und Wärmepumpen.

Das durchschnittliche NWC in Prozent vom Umsatz, das wir ausschließlich auf Basis der Zahlen des internen Rechnungswesens ermitteln, wird sich voraussichtlich für die Bosch-Gruppe gegenüber 2020 deutlich verbessern. Dies geht auf erhebliche Verbesserungen bei Industrial Technology sowie deutliche Verbesserungen bei Mobility Solutions und Energy and Building Technology zurück. Dagegen gehen wir bei Consumer Goods von einem erheblichen Anstieg aus, da wir hier eine Normalisierung der Bestände nach der starken Nachfrage im Jahr 2020 erwarten.

Chancen- und Risikobericht

Chancenbericht

Insgesamt sehen wir für die Bosch-Gruppe gute Wachstumsmöglichkeiten. Für uns als Technologieunternehmen eröffnen die Veränderungen durch Vernetzung, auch in Kombination mit Künstlicher Intelligenz, durch Automatisierung und Elektrifizierung, die wachsende Bedeutung von Nachhaltigkeit sowie die Potenziale der Schwellenländer zusätzliche Absatzchancen. Zur besseren Verständlichkeit sind im Kapitel "Perspektiven für die Bosch-Gruppe" die Chancen und die jeweiligen Strategien ausführlich dargestellt, die wir daraus für das Gesamtunternehmen und die Unternehmensbereiche ableiten.

Risikobericht

Umfassendes Risikomanagementsystem

Das Risikomanagement für die Bosch-Gruppe ist auf das gesamte Unternehmen ausgerichtet und bezieht grundsätzlich alle wesentlichen betrieblichen Prozesse, Funktions-, Geschäfts-, Regional- und Unternehmensbereiche ein. Das Risikomanagement ist eine Kernaufgabe für das gesamte Management auf allen Ebenen der Bosch-Gruppe. Die Verantwortung für die Risikosteuerung wird grundsätzlich dezentral auf allen Managementebenen des Konzerns wahrgenommen, während die Governance-Aufgaben teilweise zentral organisiert sind. Damit erfolgt die Identifikation und Steuerung der Risiken soweit möglich am Ort des Entstehens, also vor allem in den Geschäftsbereichen und deren regionalen Vertretungen. Diese tragen auch in erster Linie die Verantwortung dafür, Maßnahmen zur Reduzierung beziehungsweise Beherrschung der Risiken einzuleiten. Daneben unterstützen, regeln und überwachen die Zentralabteilungen wie das Compliance-Management, die Rechts- und Steuerabteilungen und die Zentralstelle für das Risikomanagementsystem die Kontrollaktivitäten der operativen Einheiten. Der internen Revision, mit zusätzlicher direkter Berichtslinie an die geschäftsführenden Gesellschafter der Robert Bosch Industrietreuhand KG, obliegt unter anderem die Bewertung der Angemessenheit und Wirksamkeit der beschriebenen Aufgaben sowie bei Bedarf der Vorschlag an die Geschäftsführung zur Einleitung entsprechender Verbesserungsmaßnahmen. Die Anweisung zur Umsetzung von Maßnahmen erfolgt auf Basis des Beschlusses der Geschäftsführungssitzung.

Das Risikomanagementsystem der Bosch-Gruppe orientiert sich an den einschlägigen Standards ISO 31000 und COSO III (ERM) und dem IDW PS 340. Wesentliche risikopolitische Grundsätze umfassen die systematische Erfassung, Verfolgung und Abwehr relevanter Risiken sowie Strukturen zur Förderung und Überwachung rechtmäßigen und regelgemäßen Verhaltens. Die zentrale Koordinierungsstelle für das Risikomanagementsystem hat dabei die Aufgabe, dieses Thema kontinuierlich mit Blick auf die wachsenden Anforderungen weiterzuentwickeln. Dazu gehörte die Erarbeitung einer weltweit für die Bosch-Gruppe gültigen Richtlinie zum Risikomanagement, die 2019 eingeführt und 2020 im Wesentlichen umgesetzt wurde. In einzelnen Bereichen kam es durch die Coronavirus-Pandemie zu Verzögerungen. Die Richtlinie sorgt für zusätzliche Klarheit bei Grundsätzen und Verantwortlichkeiten. Zudem hat die zentrale Koordinierungsstelle 2019 begonnen, ein neues, standardisiertes elektronisches Risikoinformationssystem in der gesamten Bosch-Gruppe einzuführen, das die Risikoerfassung und -analyse unterstützt, zusätzliche Transparenz bringt und inzwischen weitgehend umgesetzt wurde. Darüber hinaus hat ein funktionsübergreifendes Risikokomitee die Aufgabe, bereichsübergreifend Risikoschwerpunkte zu identifizieren und potenzielle disruptive technologische und strategische Risiken aufzuzeigen.

Gesamtbewertung der Risiken

Über die im Prognosebericht genannten konjunkturellen und politischen Risiken sowie die in diesem Bericht aufgeführten Risiken der Unternehmensbereiche und rechtlichen Risiken hinaus sehen wir derzeit keine Risiken, die 2021 die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Bosch-Gruppe wesentlich beeinflussen könnten. Es ergeben sich aus heutiger Sicht keine bestandsgefährdenden Risiken für die Bosch-Gruppe.

Analyse der mittelfristigen Risiken

Die Zahl der von den Bereichen genannten mittelfristigen Risiken mit einem Zeithorizont bis 2024 ist gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Das finanzielle Risiko ("Monetary Risk"), das sich über eine Risikomatrix aus Eintrittswahrscheinlichkeit und aus potenzieller Schadenhöhe ergibt, ist für die Bosch-Gruppe jedoch insgesamt gesunken, da unter anderem die Risiken mit hoher Eintrittswahrscheinlichkeit neu bewertet oder in die Wirtschaftsplanung übernommen wurden. Basis für die potenzielle Schadenhöhe ist dabei eine Drei-Punkt-Einschätzung der Kategorien "schlechtestes", "realistisches" und "bestes" Szenario im Verhältnis von 1 : 4 : 1. Die Risikoberichterstattung erfolgt im Sinne einer Nettobetrachtung.

Risikomatrix

Risiken mit einer Eintrittswahrscheinlichkeit von mindestens 50 % verarbeiten wir weiterhin grundsätzlich in unserer jährlichen beziehungsweise in der unterjährigen Umsatz- und Ergebnisprognose. Die Bewertung erfolgt gegenüber unserer aktuellen Planung. Als besondere Risiken (potenzielle Schadenhöhe des Monetary Risks von größer als 250 Millionen Euro und Eintrittswahrscheinlichkeit mindestens in der Kategorie größer als 20 bis 50 %) ergeben sich für die Bosch-Gruppe als größte Einzelrisiken Angriffe auf IT-Kernprozesse, Angriffe auf IT-gestützte Geschäftsprozesse und auf vernetzte Produkte. Damit unterscheidet sich das Bild nicht grundsätzlich zum Vorjahr.

Mit Sorge betrachten wir zudem neben der Pandemie potenzielle Verschärfungen in den Handelsbeziehungen zwischen den USA und China, die auch für die Geschäftstätigkeit von Bosch in beiden Wirtschaftsräumen große Auswirkungen haben könnten, auch wenn hier jeweils nur eine Eintrittswahrscheinlichkeit von 10 % angenommen wird. Wir verfolgen diese Entwicklung eng und versuchen ihr durch risikominimierende Maßnahmen wie die Diversifizierung der Lieferanten- und Produktionsbasis zu begegnen.

In der aktuellen weltweiten Pandemiesituation zeigen sich deutlich die Abhängigkeiten der internationalen Arbeitsteilung und der hochgradig vernetzten Welt mit den damit verbundenen Risiken durch Betriebsunterbrechungen und Cyberangriffe. Den Risiken im Bereich der Informationstechnologie und des Datenschutzes begegnen wir durch eine umfassende IT-Strategie. Denn ein Ausfall unserer Systeme durch externe Angriffe oder interne Fehlerquellen kann zu erheblichen Problemen bei der Produktentwicklung, -fertigung und dem laufenden Betrieb von softwarebasierten Produkten sowie der administrativen Abwicklung mit daraus resultierenden signifikanten finanziellen Einbußen führen.

Darüber hinaus sichern wir uns mit umfassenden, unternehmensweit gültigen Maßnahmen zum organisatorischen und technischen Schutz vor Systemausfällen, Datenverlust und -manipulationen ab. Für den Betrieb unserer Rechenzentren sowie der Cloud-Lösungen nutzen wir ein ganzheitliches Sicherheitskonzept, das wir kontinuierlich entsprechend dem Stand der Technik weiterentwickeln und dessen Wirksamkeit wir unter anderem mit umfassenden Sicherheitstests verifizieren. Eine hohe Verfügbarkeit unserer IT-Infrastruktur ist insbesondere in der weltweiten Pandemiesituation von immenser Wichtigkeit; sie erreichen wir durch eine redundante, standortunabhängige Systemarchitektur.

Risiken aus dem Einsatz softwarebasierter Erzeugnisse und Lösungen beim AIoT ergeben sich aus der missbräuchlichen oder fehlerhaften Verwendung von vernetzten Hardwareprodukten, Software und Daten. Bei vernetzten AIoT-Produkten besteht das Risiko externer Angriffe. Identifikation und Behandlung dieser werden durch den konzernweit gültigen "Security Engineering Process" vorgegeben, wodurch bereits bei der Konzeption von Produkten auch IT-Sicherheitsgesichtspunkte berücksichtigt werden. IT-Sicherheitsschwachstellen in Produkten begegnen wir auch durch den Ausbau der Update-Fähigkeit von Bosch-Produkten. Damit zielen wir darauf ab, das in uns gesetzte Vertrauen von Kunden und Geschäftspartnern nachhaltig zu stärken.

Des Weiteren erarbeiten wir eine konzernweite Datenstrategie, die Verantwortlichkeiten und Prozesse zum Umgang mit Daten ganzheitlich regelt. Darüber hinaus ergeben sich Haftungsrisiken im Zusammenhang mit dem Ausfall oder der Störung von komplexen Systemen, in die unsere Erzeugnisse und Leistungen Eingang finden, wie beispielsweise Fertigungseinrichtungen oder Komponenten für das automatisierte Fahren. Zur Reduktion der Risiken schließen wir mit unseren Kunden Nutzungsvereinbarungen und Haftungsbegrenzungen ab.

Insgesamt gesehen liegt nach Unternehmensbereichen das höchste Gesamtrisikopotenzial, gemessen an der Zahl der Risiken und dem potenziellen Gesamtrisiko, bei Mobility Solutions. Allerdings ist die potenzielle Schadenhöhe unterproportional zum Umsatzanteil. Das von der Schadenhöhe erhebliche Risiko von Insolvenzen kritischer Lieferanten im Unternehmensbereich Mobility Solutions begrenzen wir durch ein umfangreiches Monitoring der wirtschaftlichen Situation der Lieferanten durch unsere Einkaufs- und Logistikbereiche sowie eine detaillierte Regelberichterstattung an den Finanzgeschäftsführer. Im Unternehmensbereich Mobility Solutions könnte sich möglicherweise ein potenziell wesentliches operatives Risiko durch die öffentliche Diskussion um die Dieseltechnik sowie für den Verbrennungsmotor insgesamt durch die sich weiter verschärfenden Vorschriften bei CO 2 -Emissionen und Schadstoffen, vor allem Stickoxiden, ergeben. Aktuell werden durch die EU-Kommission weitere Überlegungen zu den Vorschriften für CO 2 -Emissionen und dem Schadstoffausstoß (Euro 7) angestellt. Eine belastbare Bewertung kann erst erfolgen, wenn Beschlüsse der EU-Kommission vorliegen. Diesen Risiken versuchen wir einerseits durch eine faktenbasierte Diskussion über die Möglichkeiten der Dieseltechnik sowie durch unser Engagement für eine technologieoffene Weiterentwicklung der Antriebstechnik einschließlich synthetischer eFuels zu begegnen, andererseits durch umfangreiche Anpassungsmaßnahmen und unser Performance Management.

In den Unternehmensbereichen Industrial Technology und Energy and Building Technology ergeben sich keine besonderen Risiken; nennenswert ist die hohe Marktvolatilität. Bei Consumer Goods ergeben sich Risiken aus den Marktveränderungen insbesondere im Hausgerätemarkt mit Blick auf die Digitalisierung und aus der erforderlichen Standortstruktur. Bei Energy and Building Technology sind die Risiken insgesamt gering.

Separat betrachtet werden bei den weiteren angeführten Risiken die Risiken aus dem Bereich Compliance und die Rechtsrisiken. Risiken aus Währungs- und Zinsschwankungen sowie auf der Beschaffungsseite von Rohstoffpreisrisiken sind Teil des Risikomanagementsystems; für diese und deren Sicherungsbeziehungen ergeben sich keine besonderen Risiken.

Compliance: Wir haben 2020 keine besonderen korruptionsrelevanten Risiken innerhalb der Organisation festgestellt. Die allgemeinen Risiken betreffen den Umgang mit Sonderzahlungen an unsere Kunden sowie den Umgang mit Geschäftspartnern mit einem erhöhten Risikoprofil. Bei komplexen, länderübergreifenden Konstellationen besteht hierbei die Gefahr von Verstößen gegen geltende Gesetze. Darüber hinaus stellen wir fest, dass nationale und internationale Gesetze und Gesetzesinitiativen die Anforderungen an effektive Compliance-, Datenschutz- und Informationssicherheits-Managementsysteme zunehmend verschärfen. Dadurch erhöht sich das allgemeine Haftungsrisiko. Die Compliance-Organisation wurde 2020 inhaltlich und personell weiter ausgebaut. Damit haben wir unser Bekenntnis zu Verantwortung, Legalität und ethischem Verhalten bekräftigt. Ergänzend zu den regionalen wurden auch die Compliance Offices der Geschäftsbereiche zielverantwortlich an die Zentrale angebunden. Darüber hinaus hat die zentrale Compliance-Organisation die Verantwortung für den Bereich Informationssicherheit und Datenschutz von der Revision übernommen. Die zentrale Regelung zum Compliance-Management-System (CMS) wurde neu gefasst. Sie beschreibt das CMS und spiegelt die Verantwortlichkeiten betreffend Compliance-Fachthemen wider. Die Rolle des Compliance Committee wurde gestärkt. Es hat insbesondere die Aufgabe, die Implementierung und Weiterentwicklung des CMS in der Bosch-Gruppe zu unterstützen. Ferner haben wir die Ergebnisse der weltweiten Korruptionsrisikoanalyse ausgewertet und risikoreduzierende Maßnahmen definiert. Mithilfe einer externen Beratung wurde ressortübergreifend eine Risikoanalyse im Bereich Geldwäsche durchgeführt, aus der weitere Maßnahmen abgeleitet werden. Das Trainingsportfolio wurde um eine webbasierte Antikorruptionsschulung ergänzt. Zielgruppe sind rund 40.000 Beschäftigte außerhalb Deutschlands.

Rechtsrisiken: Mit Blick auf Dieselfahrzeug-Emissionen gibt es Ermittlungen in- und ausländischer Behörden gegen verschiedene Fahrzeughersteller und im Ausland zum Teil auch gegen Bosch als Lieferanten von Motorsteuergeräten. Gegen Bosch sind nach unserer Kenntnis 2020 keine neuen Ermittlungsverfahren eröffnet worden, aber auch keine der im Ausland noch laufenden Verfahren abgeschlossen worden.

Zudem ist Bosch im Hinblick auf die Ereignisse bei Dieselfahrzeug-Emissionen bei verschiedenen Herstellern auch weiterhin weltweit in zahlreichen zivilrechtlichen Sammel- und Einzelklagen Beklagte. In den USA und Kanada konnte Bosch 2020 mehrere Verfahren, einschließlich großer Sammelklagen, mit kumuliert weniger als 60 Millionen Euro vergleichen. Bosch erkennt damit weder den von den Klägern vorgetragenen Sachverhalt an, noch räumt Bosch Schuld ein. In Deutschland hat Bosch alle rechtskräftig beendeten Verfahren gewonnen. Im vergangenen Jahr sind zugleich auch neue Klagen insbesondere in den Niederlanden und in Israel hinzugekommen. Aus den anhängigen und drohenden weiteren Klagen drohen Risiken, die wir jedoch insgesamt nicht größer einschätzen als schon bisher. Bosch wahrt in allen diesen Verfahren seine Rechte.

Mit Blick auf etwaige zivilrechtliche Risiken, die mit abgeschlossenen Kartellverfahren verbunden sind, führt Bosch zudem Gespräche mit Kunden über eine Kompensation. Ermittlungen von Kartellbehörden im Automobilzulieferbereich, auch gegen Bosch, dauern unterdessen in einzelnen Ländern an. Zudem laufen weiterhin Ermittlungen bei BSH Hausgeräte in Frankreich mit Blick auf einen möglichen Kartellverstoß. Auf Basis der zum Zeitpunkt der Aufstellung des Abschlusses vorliegenden und von der Geschäftsführung beurteilten Sachverhalte zu den Themen Kartellrecht und Motorsteuergeräte wurde nach Auffassung der Geschäftsführung ausreichende Risikovorsorge in Form von Rückstellungen für rechtliche Risiken gebildet. Für die verschiedenen genannten Rechtsrisiken beläuft sich der Bestand an Rückstellungen im gesamten Konzern auf 855 Millionen Euro. Aus dem Geschäftsjahr 2020 sind der Geschäftsführung keine weiteren rechtlichen Risiken bekannt, die nach heutiger Einschätzung die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich beeinflussen könnten.

Sicherungspolitik und finanzwirtschaftliche Risiken: Das operative Geschäft der Bosch-Gruppe wird durch Währungs- und Zinsschwankungen sowie auf der Beschaffungsseite von Rohstoffpreisrisiken beeinflusst. Geschäftspolitisches Ziel ist es, diese Risiken zu begrenzen. Interne Vorschriften und Richtlinien legen Handlungsrahmen und Verantwortlichkeiten bei Zahlungsvorgängen sowie bei Anlage- und Sicherungsvorgängen verbindlich fest. Entscheidungsgremien sind regelmäßig tagende Ausschüsse für Rohstoffe und Währungen sowie für Kapitalanlagen. Es besteht eine funktionale Trennung zwischen den Bereichen Handel, Abwicklung und Kontrolle.

Unsere Strategie einer starken weltweiten Präsenz mit lokaler Produktion und weltweiten Einkaufsaktivitäten mildert grundsätzlich unsere Währungsrisiken. Die Basis für die Steuerung von Währungsrisiken bilden die in einer Devisenbilanz ermittelten Nettopositionen pro Fremdwährung. Bei Bedarf werden diese Risiken wie auch Zinsrisiken durch zentrale Sicherungsmaßnahmen abgesichert. Nach unseren Regelungen dürfen Finanzinstrumente wie Termingeschäfte und Zinsswaps nur im Zusammenhang mit dem operativen Geschäft sowie der Geldanlage beziehungsweise bei Finanzierungsvorgängen eingesetzt werden; Spekulationsgeschäfte sind nicht zulässig. Die Abwicklung von Sicherungsgeschäften erfolgt grundsätzlich über Banken mit guter Bonität nach dem Rating führender Agenturen und unter Berücksichtigung der aktuellen Risikobewertungen der Finanzmärkte. Ihre Bonität wird ständig überprüft, und die Kontrahentenlimite werden entsprechend festgelegt.

Wir verfügen über umfangreiche Finanzanlagen. Hierbei ergeben sich vor allem Zins- und Kursrisiken. Wir steuern diese Risiken über einen auf unsere finanziellen Verpflichtungen abgestimmten Anlageprozess. Ziel ist es, eine angemessene, risikoadäquate Verzinsung des Anlagekapitals zu erreichen. Wir achten dabei auf eine möglichst breite Streuung unserer Anlagen. Das Risiko der Finanzanlagen wird mittels eines Limitsystems eng verfolgt. Vorgegebene Risikolimite für einzelne Anlagekategorien begrenzen das potenzielle Verlustrisiko. Auswirkungen von Zinsänderungen auf Mittelaufnahmen sind kurz- bis mittelfristig durch ein ausgewogenes Fälligkeitsprofil der Finanzverbindlichkeiten stark begrenzt. Die Entwicklung von Finanzmitteln und -verbindlichkeiten wird fortlaufend überwacht. Liquiditätsrisiken erkennen wir im Rahmen unserer Liquiditätsplanung. Mit unseren guten Ratings sowie den bestehenden Finanzierungsprogrammen verfügen wir über einen guten Zugang zu den Fremdfinanzierungsmärkten.

Bei den Rohstoffrisiken werden zur Begrenzungen von Schwankungen der Rohstoffpreise Derivate eingesetzt. Für die Bosch-Gruppe sind zum Bilanzstichtag keine wesentlichen sonstigen Preisrisiken bekannt.

Konzernabschluss der Robert Bosch Gesellschaft mit beschränkter Haftung zum 31. Dezember 2020

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung 1. Januar bis 31. Dezember 2020

WERTE
IN MILLIONEN EURO
Anhang 2020 2019
Umsatzerlöse 7) 71.494 77.721
Herstellungskosten des Umsatzes 8) -48.946 -53.236
Bruttoergebnis 22.548 24.485
Vertriebs- und Verwaltungskosten 8) -14.692 -16.262
Forschungs- und Entwicklungskosten 8) -5.890 -6.079
Sonstige betriebliche Erträge 9) 1.818 2.306
Sonstige betriebliche Aufwendungen 10) -2.123 -1.540
Ergebnis aus Unternehmen, die nach der Equity-Methode einbezogen werden -4 -7
EBIT 1.657 2.903
Finanzerträge 11) 2.570 2.301
Finanzaufwendungen 11) -2.722 -1.948
Ergebnis vor Steuern 1.505 3.256
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 12) -756 -1.196
Ergebnis nach Steuern 749 2.060
davon nicht beherrschende Anteile 13) 433 469
davon Gesellschafter des Mutterunternehmens 316 1.591

Konzern-Gesamtergebnisrechnung 1. Januar bis 31. Dezember 2020

WERTE IN MILLIONEN
EURO
2020 2019
Ergebnis nach Steuern 749 2.060
Veränderung aus Schuldinstrumenten, bewertet zum beizulegenden Zeitwert 98 187
davon in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert -14 -19
Währungsumrechnung ausländischer Tochtergesellschaften -1.548 162
davon in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert -27
Reklassifizierbares Ergebnis -1.450 349
Veränderung aus Eigenkapitalinstrumenten, bewertet zum beizulegenden Zeitwert 739 1.077
Neubewertungen bei Pensionsrückstellungen -224 -1.003
Nicht reklassifizierbares Ergebnis 515 74
Erfolgsneutral erfasste Wertänderungen der Periode -935 423
Gesamtergebnis -186 2.483
davon nicht beherrschende Anteile 357 483
davon Gesellschafter des Mutterunternehmens -543 2.000

Konzernbilanz zum 31. Dezember 2020

Aktiva

WERTE
IN MILLIONEN EURO
Anhang 31.12.2020 31.12.2019
Kurzfristige Vermögenswerte
Flüssige Mittel 15) 8.955 4.558
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 16) 13.696 14.024
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 17) 5.031 3.400
Vertragsvermögenswerte 18) 865 1.003
Ertragsteuerforderungen 352 329
Sonstige Vermögenswerte 19) 1.961 2.087
Vorräte 20) 10.538 10.983
41.398 36.384
Langfristige Vermögenswerte
Finanzielle Vermögenswerte 17) 15.273 14.859
Vertragsvermögenswerte 18) 468 648
Ertragsteuerforderungen 151 151
Sachanlagen 21) 20.751 21.894
Nutzungsrechte 33) 1.977 2.083
Immaterielle Vermögenswerte 22) 9.288 10.097
At Equity bewertete Beteiligungen 0 4
Sonstige Vermögenswerte 19) 733 371
Latente Steuern 12) 1.330 1.370
49.971 51.477
Bilanzsumme 91.369 87.861

PASSIVA

WERTE IN MILLIONEN
EURO
Anhang 31.12.2020 31.12.2019
Kurzfristige Schulden
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 23) 8.335 7.673
Leasingverbindlichkeiten 33) 491 503
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 24) 1.495 1.417
Vertragsverbindlichkeiten 25) 1.278 1.385
Ertragsteuerverpflichtungen 12) 667 809
Sonstige Verbindlichkeiten 26) 6.596 5.864
Sonstige Rückstellungen 26) 5.899 4.974
24.761 22.625
Langfristige Schulden
Finanzielle Verbindlichkeiten 24) 5.656 4.149
Leasingverbindlichkeiten 33) 1.541 1.608
Vertragsverbindlichkeiten 25) 345 288
Sonstige Verbindlichkeiten 26) 163 172
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 27) 12.811 12.648
Sonstige Rückstellungen 26) 5.384 4.769
Latente Steuern 12) 542 523
26.442 24.157
Eigenkapital 28)
Gezeichnetes Kapital 1.200 1.200
Kapitalrücklage 4.557 4.557
Gewinnrücklagen 32.472 33.229
Eigenkapital der Gesellschafter des Mutterunternehmens 38.229 38.986
Nicht beherrschende Anteile 1.937 2.093
40.166 41.079
Bilanzsumme 91.369 87.861

Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung

WERTE
IN MILLIONEN EURO
Gewinnrücklagen
Anhang 28) Gezeichnetes Kapital Kapitalrücklage Erwirtschaftete Ergebnisse Eigene Anteile
1.1.2019 1.200 4.557 35.680 - 62
Ergebnis nach Steuern 1.591
Erfolgsneutral erfasste Wertänderungen
Gesamtergebnis 1.591
Dividendenzahlungen - 242
Änderungen der Anteilsverhältnisse in Tochterunternehmen - 17
Übrige Veränderungen 486
31.12.2019 1.200 4.557 37.498 - 62
Ergebnis nach Steuern 316
Erfolgsneutral erfasste Wertänderungen
Gesamtergebnis 316
Dividendenzahlungen - 119
Änderungen der Anteilsverhältnisse in Tochterunternehmen - 3
Übrige Veränderungen - 60
31.12.2020 1.200 4.557 37.632 - 62
WERTE
IN MILLIONEN EURO
Gewinnrücklagen Kumulierte ergebnisneutrale Eigenkapitalveränderung
Anhang 28) Währungsumrechnung Finanzinstrumente
1.1.2019 - 623 616
Ergebnis nach Steuern
Erfolgsneutral erfasste Wertänderungen 155 1.258
Gesamtergebnis 155 1.258
Dividendenzahlungen
Änderungen der Anteilsverhältnisse in Tochterunternehmen
Übrige Veränderungen -532
31.12.2019 - 468 1.342
Ergebnis nach Steuern
Erfolgsneutral erfasste Wertänderungen -1.469 835
Gesamtergebnis -1.469 835
Dividendenzahlungen
Änderungen der Anteilsverhältnisse in Tochterunternehmen
Übrige Veränderungen -36
31.12.2020 -1.937 2.141
WERTE
IN MILLIONEN EURO
Kumulierte ergebnisneutrale Eigenkapitalveränderung
Anhang 28) Pensionen Summe Eigenkapital Mutterunternehmen Eigenkapital nicht beherrschende Anteile Konzerneigenkapital
1.1.2019 -4.170 -4.177 37.198 1.978 39.176
Ergebnis nach Steuern 1.591 469 2.060
Erfolgsneutral erfasste Wertänderungen -1.004 409 409 14 423
Gesamtergebnis -1.004 409 2.000 483 2.483
Dividendenzahlungen -242 -241 -483
Änderungen der Anteilsverhältnisse in Tochterunternehmen -17 -109 -126
Übrige Veränderungen 93 -439 47 -18 29
31.12.2019 -5.081 -4.207 38.986 2.093 41.079
Ergebnis nach Steuern 316 433 749
Erfolgsneutral erfasste Wertänderungen -225 -859 -859 - 76 -935
Gesamtergebnis -225 -859 -543 357 -186
Dividendenzahlungen -119 -504 -623
Änderungen der Anteilsverhältnisse in Tochterunternehmen -3 -5 -8
Übrige Veränderungen 4 -32 -92 -4 -96
31.12.2020 -5.302 -5.098 38.229 1.937 40.166

Konzernkapitalflussrechnung

WERTE IN MILLIONEN EURO Anhang 29) 2020 2019
EBIT 1.657 2.903
Abschreibungen 1 4.866 5.261
Buchgewinne/-verluste aus dem Abgang von Anlagevermögen 70 -402
Ergebnis aus at Equity bewerteten Beteiligungen 4 7
Sonstige nicht zahlungswirksame Aufwendungen und Erträge -657 -347
Veränderung Vorräte 238 204
Veränderung Forderungen und sonstige Vermögenswerte 47 250
Veränderung Verbindlichkeiten 1.822 -250
Veränderung Pensions- und sonstige Rückstellungen 1.692 1.182
Gezahlte Zinsen -204 -189
Erhaltene Zinsen und Dividenden 395 496
Sonstige zahlungswirksame Finanzaufwendungen und -erträge 151 -154
Gezahlte Ertragsteuern -1.065 -1.209
Cash-Flow aus betrieblicher Tätigkeit (A) 9.016 7.752
Erwerb von Tochterunternehmen -2 -27
Veräußerung von Tochterunternehmen 709 -105
Investitionen in das Anlagevermögen -3.958 -5.862
Erlöse aus Abgang von Anlagevermögen 549 1.088
Erwerb von Wertpapieren und sonstigen finanziellen Vermögenswerten -9.841 -7.502
Veräußerung von Wertpapieren und sonstigen finanziellen Vermögenswerten 7.713 6.102
Cash-Flow aus Investitionstätigkeit (B) -4.830 -6.306
Erwerb von nicht beherrschenden Anteilen -2 -111
Aufnahme von Finanzverbindlichkeiten 2.189 28
Tilgung von Finanzverbindlichkeiten -541 -608
Tilgung von Leasingverbindlichkeiten -539 -497
Gezahlte Dividenden -623 -483
Cash-Flow aus Finanzierungstätigkeit (C) 484 -1.671
Veränderung der liquiden Mittel (A+B+C) 4.670 -225
Liquidität Jahresanfang (1.1.) 4.558 4.716
Wechselkursbedingte Veränderung der Liquidität -272 38
Konsolidierungskreisbedingte Veränderung der Liquidität -1 29
Liquidität Jahresende (31.12.) 8.955 4.558

1 Im Berichtsjahr nach Verrechnung von Zuschreibungen in Höhe von 1 Million EUR.

Konzernanhang

Grundlagen und Methoden

1 Allgemeine Angaben

Die Robert Bosch Gesellschaft mit beschränkter Haftung (Amtsgericht Stuttgart, HRB 14000; kurz: Robert Bosch GmbH) hat ihren Sitz in Stuttgart, Deutschland. Die Geschäftsanschrift ist Robert-Bosch-Platz 1, 70839 Gerlingen, Deutschland. Gesellschafter der Robert Bosch GmbH sind die Robert Bosch Stiftung Gesellschaft mit beschränkter Haftung, Stuttgart (93,99 % der Anteile), die ERBO II GmbH, Stuttgart (4,54 % der Anteile), die Familie Bosch (0,82 % der Anteile) sowie die Robert Bosch Industrietreuhand KG, Stuttgart (0,01 % der Anteile), die die unternehmerischen Gesellschafterfunktionen ausübt. Die Robert Bosch GmbH hält eigene Anteile in Höhe von 0,64 % des Kapitals. Zu weiteren Ausführungen über die Geschäftstätigkeit der Bosch-Gruppe verweisen wir auf den Konzernlagebericht.

Der Konzernabschluss der Robert Bosch GmbH zum 31. Dezember 2020 ist in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRS) und International Accounting Standards (IAS) sowie den entsprechenden Interpretationen des IFRS Interpretations Committee (IFRS IC), wie sie gemäß der Verordnung (EG) Nr. 1606/2002 des Europäischen Parlaments und des Rates über die Anwendung internationaler Rechnungslegungsstandards am Abschlussstichtag in der EU anzuwenden sind, aufgestellt. Ergänzend wurden die Regelungen des § 315e Abs. 3 HGB beachtet. Die Angaben zum Vorjahr sind nach denselben Grundsätzen ermittelt.

Zur Klarheit und Übersichtlichkeit des Konzernabschlusses sind einzelne Posten der Gewinn- und Verlustrechnung und der Bilanz zusammengefasst. Diese Posten sind im Anhang gesondert erläutert. Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Umsatzkostenverfahren aufgestellt.

Die Konzernwährung ist der Euro (EUR). Alle Beträge werden in Millionen EUR angegeben, soweit nicht anders vermerkt.

Der zum 31. Dezember 2020 aufgestellte Konzernabschluss wurde am 11. März 2021 durch die Geschäftsführung zur Veröffentlichung freigegeben. Konzernabschluss und Konzernlagebericht werden beim Bundesanzeiger eingereicht und dort bekannt gemacht.

2 Änderungen in der Rechnungslegung

Im Geschäftsjahr 2020 erstmals angewendete Rechnungslegungsstandards

Im Geschäftsjahr waren die folgenden Änderungen erstmals verpflichtend anzuwenden:

Änderungen an IAS 1 Darstellung des Abschlusses und IAS 8 Rechnungslegungsmethoden, Änderungen von rechnungslegungsbezogenen Schätzungen und Fehler (Definition von Wesentlichkeit),

Änderungen an IFRS 3 Unternehmenszusammenschlüsse (Definition eines Geschäftsbetriebs),

Änderungen an IFRS 9 Finanzinstrumente, IAS 39 Finanzinstrumente: Ansatz und Bewertung und IFRS 7 Finanzinstrumente: Angaben (Reform der Referenzzinssätze, Phase 1).

Außerdem waren Änderungen an verschiedenen Rechnungslegungsstandards im Hinblick auf Verweise auf das überarbeitete Rahmenkonzept im Geschäftsjahr erstmals verpflichtend anzuwenden. Weder die Änderungen der genannten Rechnungslegungsstandards noch die geänderten Verweise auf das überarbeitete Rahmenkonzept hatten wesentliche Auswirkungen auf den Konzernabschluss der Bosch-Gruppe.

Nicht vorzeitig angewendete Rechnungslegungsstandards

Die EU hat im Jahr 2020 Änderungen an folgenden Rechnungslegungsstandards in geltendes Recht übernommen, die nicht im Geschäftsjahr verpflichtend anzuwenden waren:

Änderungen an IFRS 16 Leasingverhältnisse (Mietzugeständnisse im Zusammenhang mit Covid-19; erstmalige Anwendung für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Juni 2020 beginnen),

Änderungen an IFRS 4 Versicherungsverträge (Verlängerung der vorübergehenden Befreiung von der Anwendung von IFRS 9; erstmalige Anwendung für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2021 beginnen).

In der Bosch-Gruppe erfolgt keine Anwendung der genannten Änderungen.

Korrektur und Umgliederung von Vorjahreszahlen

Bilanz

Vom Geschäftsjahr 2020 an werden unsichere Steuerpositionen nicht mehr als Ertragsteuerrückstellungen in der Bilanz ausgewiesen, sondern mit den Verbindlichkeiten aus Ertragsteuern in der Position "Ertragsteuerverpflichtungen" zusammengefasst. Diese Anpassung erfolgt basierend auf der Agenda-Entscheidung des IFRS IC zu IFRIC 23, die im September 2019 veröffentlicht worden ist.

Außerdem wird vom Geschäftsjahr 2020 an der Bilanzgewinn der Robert Bosch GmbH nicht mehr als separater Bestandteil des Konzerneigenkapitals, sondern in den Gewinnrücklagen ausgewiesen. Damit entspricht die Gliederung des Konzerneigenkapitals der international üblichen Darstellung. Die Darstellung in der Eigenkapitalveränderungsrechnung wurde entsprechend angepasst.

In Anwendung von IAS 8.42 werden darüber hinaus vom Geschäftsjahr 2020 an aktive und passive latente Steuern innerhalb von Gruppenbesteuerungssystemen in der Konzernbilanz saldiert ausgewiesen, weil eine Überprüfung ergeben hat, dass die Voraussetzungen für eine Saldierung erfüllt sind. Die Auswirkung auf die Bilanz zum 31. Dezember 2019 ist in der nachfolgenden Tabelle dargestellt. Zum 1. Januar 2019 hätte sich der Betrag der aktiven latenten Steuern von 2.601 Millionen EUR um 1.126 Millionen EUR auf 1.475 Millionen EUR vermindert, und der Betrag der passiven latenten Steuern hätte sich von 1.791 Millionen EUR um 1.126 Millionen EUR auf 665 Millionen EUR vermindert.

In Bezug auf die genannten Sachverhalte wurden die Vorjahreswerte in der Bilanz rückwirkend angepasst. Die Überleitung der im Vorjahr in der Bilanz ausgewiesenen Positionen auf die angepassten Vorjahreswerte ist in der folgenden Tabelle dargestellt:

MILLIONEN EUR 31.12.2019 vor Anpassung 31.12.2019 nach Anpassung
Aktiva
Latente Steuern 2.539 -1.169 1.370
Passiva
Kurzfristige Schulden
Ertragsteuerverpflichtungen 809 809
Ertragsteuerverbindlichkeiten 252 -252
Ertragsteuerrückstellungen 108 -108
Langfristige Schulden
Ertragsteuerrückstellungen 449 -449
Latente Steuern 1.692 -1.169 523
Eigenkapital
Gewinnrücklagen 33.110 119 33.229
Bilanzgewinn 119 -119

Kapitalflussrechnung

In Anwendung von IAS 8.42 wurde der Ausweis der Zahlungsmittelveränderungen im Zusammenhang mit Bankguthaben mit einer Laufzeit von mehr als 90 Tagen beziehungsweise mehr als einem Jahr in Höhe von 1.025 Millionen EUR geändert. Vom Geschäftsjahr 2020 an erfolgt der Ausweis im Cash-Flow aus Investitionstätigkeit (Erwerb von Wertpapieren und sonstigen finanziellen Vermögenswerten) und nicht, wie bisher, im Cash-Flow aus betrieblicher Tätigkeit (Veränderung Forderungen und sonstige Vermögenswerte), da es sich bei den genannten Bankguthaben um Geldanlagen handelt.

Ebenfalls in Anwendung von IAS 8.42 wurden Zahlungsmittelveränderungen aus Derivaten zur Absicherung von Fremdwährungsrisiken vom Cash-Flow aus betrieblicher Tätigkeit (sonstige zahlungswirksame Finanzaufwendungen und -erträge) in den Cash-Flow aus Investitionstätigkeit (Veräußerung von Wertpapieren und sonstigen finanziellen Vermögenswerten) umgegliedert, da die Zahlungsmittelveränderungen entsprechend ihrer Grundgeschäfte der Investitionstätigkeit zuzuordnen sind.

Ebenfalls vom Geschäftsjahr 2020 an wurde die Struktur der Kapitalflussrechnung geändert und an die in der Unternehmenspraxis übliche Darstellung angepasst. Dabei wurden zum einen bisher separat ausgewiesene Positionen zu einer Zeile zusammengefasst, zum anderen wurde eine neue Zeile "Sonstige nicht zahlungswirksame Aufwendungen und Erträge" eingefügt und die Zuordnung einzelner Bestandteile der Kapitalflussrechnung wurde geändert. Die Änderungen führen zu einer sachgerechteren Darstellung der Zahlungsströme aus operativer Tätigkeit und aus Investitionstätigkeit und damit zu transparenteren Informationen über die Cash-Flows der Bosch-Gruppe.

Die Vorjahreswerte in der Kapitalflussrechnung wurden rückwirkend angepasst, die Auswirkungen der Anpassung sind in der folgenden Tabelle dargestellt:

WERTE
IN MILLIONEN EURO
2019 vor Anpassung 2019 nach Anpassung
EBIT 2.903 2.903
Abschreibungen 5.261 5.261
Buchgewinne/-verluste aus dem Abgang von Anlagevermögen - 402 - 402
Ergebnis aus at Equity bewerteten Beteiligungen 7 7
Sonstige nicht zahlungswirksame Aufwendungen und Erträge - 347 - 347
Veränderung Vorräte - 92 296 204
Veränderung Forderungen und sonstige Vermögenswerte - 711 961 250
Veränderung Verbindlichkeiten - 365 115 - 250
Veränderung Pensions- und sonstige Rückstellungen 1.182 1.182
Gezahlte Zinsen - 189 - 189
Erhaltene Zinsen und Dividenden 496 496
Sonstige zahlungswirksame Finanzaufwendungen und -erträge - 322 168 - 154
Gezahlte Ertragsteuern -1.209 -1.209
Cash-Flow aus betrieblicher Tätigkeit (A) 6.559 1.193 7.752
Erwerb von Tochterunternehmen - 27 - 27
Veräußerung von Tochterunternehmen - 105 - 105
Investitionen in das Anlagevermögen -5.862 -5.862
Erlöse aus Abgang von Anlagevermögen 1.088 1.088
Erwerb von Wertpapieren und sonstigen finanziellen Vermögenswerten -6.477 -1.025 -7.502
Veräußerung von Wertpapieren und sonstigen finanziellen Vermögenswerten 6.270 - 168 6.102
Cash-Flow aus Investitionstätigkeit (B) -5.113 -1.193 -6.306
Cash-Flow aus Finanzierungstätigkeit (C) -1.671 -1.671
Veränderung der liquiden Mittel (A+B+C) - 225 - 225
Liquidität Jahresanfang (1.1.) 4.716 4.716
Wechselkursbedingte Veränderung der Liquidität 38 38
Konsolidierungskreisbedingte Veränderung der Liquidität 29 29
Liquidität Jahresende (31.12.) 4.558 4.558

3 Währungsumrechnung

In den Einzelabschlüssen der Konzerngesellschaften werden sämtliche monetären Vermögenswerte und Schulden in Fremdwährungen mit dem Stichtagskurs bewertet, unabhängig davon, ob sie kursgesichert sind oder nicht. Kursgewinne und -verluste aus Umbewertungen werden ergebniswirksam erfasst.

Die Abschlüsse der konsolidierten ausländischen Gesellschaften werden gemäß IAS 21 Auswirkungen von Wechselkursänderungen in Euro umgerechnet. Aktiv- und Passivposten werden mit dem Stichtagskurs, das Eigenkapital mit historischen Kursen umgerechnet. Die Positionen der Gewinn- und Verlustrechnung werden mit Jahresdurchschnittskursen in Euro umgerechnet. Die hieraus resultierenden Währungsumrechnungsdifferenzen werden bis zum Abgang der Tochterunternehmen ergebnisneutral behandelt und als gesonderte Position im Eigenkapital ausgewiesen.

Für die wichtigsten Fremdwährungen der Bosch-Gruppe gelten folgende Kurse:

Stichtagskurs Durchschnittskurs
1 EUR = 31.12.2020 31.12.2019 2020 2019
Australien AUD 1,59 1,60 1,65 1,61
Brasilien BRL 6,37 4,52 5,89 4,41
China CNY 8,02 7,82 7,87 7,74
Indien INR 89,66 80,19 84,64 78,84
Japan JPY 126,49 121,94 121,85 122,01
Korea KRW 1.336,00 1.296,28 1.345,58 1.305,32
Mexiko MXN 24,42 21,22 24,52 21,56
Polen PLN 4,56 4,26 4,44 4,30
Russische Föderation RUB 91,47 69,96 82,72 72,46
Schweiz CHF 1,08 1,09 1,07 1,11
Tschechische Republik CZK 26,24 25,41 26,46 25,67
Türkei TRY 9,11 6,68 8,05 6,36
Ungarn HUF 365,13 330,52 351,17 325,32
USA USD 1,23 1,12 1,14 1,12
Vereinigtes Königreich GBP 0,90 0,85 0,89 0,88

4 Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Vom Geschäftsjahr 2020 an werden die für die Erstellung des Konzernabschlusses der Bosch-Gruppe geltenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden innerhalb der Erläuterungen zu den einzelnen Positionen der Gewinn- und Verlustrechnung beziehungsweise der Bilanz dargestellt. Die für Finanzinstrumente geltenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden werden zusammenhängend in Kapitel 31 "Zusätzliche Angaben zu Finanzinstrumenten" dargestellt.

Die angewendeten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden sind grundsätzlich unverändert im Vergleich zum Vorjahr. Ausnahmen hiervon sind in Kapitel 2 "Änderungen in der Rechnungslegung" unter den Ausführungen zu Korrektur und Umgliederung von Vorjahreszahlen zu finden.

5 Annahmen und Schätzungen

Die Erstellung des Konzernabschlusses nach IFRS erfordert, dass für einige Positionen Annahmen getroffen und Schätzungen vorgenommen werden. Diese Annahmen und Schätzungen wirken sich aus auf Höhe und Ausweis der bilanzierten Vermögenswerte und Schulden, der Erträge und Aufwendungen sowie auf die Angabe von Eventualverbindlichkeiten in der Berichtsperiode. Durch die mit diesen Annahmen und Schätzungen verbundene Unsicherheit können die tatsächlichen Ergebnisse in zukünftigen Perioden zu Anpassungen des Buchwertes der betroffenen Vermögenswerte oder Schulden führen. Annahmen und Schätzungen beziehen sich insbesondere auf die folgenden Sachverhalte:

Die Ermittlung von Wertberichtigungen auf Forderungen und Vertragsvermögenswerte basiert auf Schätzungen und Annahmen hinsichtlich der Bonität einzelner Kunden. Die Bewertung von Vorräten erfordert Annahmen und Schätzungen, unter anderem in Bezug auf die Ermittlung des Nettoveräußerungswertes. Bei der Überprüfung der Werthaltigkeit der Firmenwerte, der sonstigen immateriellen Vermögenswerte sowie des Sachanlagevermögens werden diskontierte zukünftige Zahlungsströme zugrunde gelegt, die mit Schätzungen verbunden sind. Außerdem werden Annahmen bei der Ermittlung der verwendeten Diskontierungszinssätze sowie der Wachstumsfaktoren getroffen. Bei der Bestimmung der Laufzeit von Leasingverhältnissen sind Annahmen und Schätzungen im Hinblick auf die Ausübungswahrscheinlichkeit von Kündigungs- und Verlängerungsoptionen erforderlich. Die Bilanzierung aktiver latenter Steuern setzt voraus, dass ihre zukünftige Realisierung wahrscheinlich ist. Es sind deshalb Annahmen zu treffen in Bezug auf künftig erwirtschaftete steuerpflichtige Gewinne sowie den Zeitpunkt, an dem sich temporäre Bewertungsdifferenzen voraussichtlich umkehren werden. Weitere Annahmen sind erforderlich bei der Bestimmung der wirtschaftlichen Nutzungsdauern des abnutzbaren Sachanlagevermögens sowie immaterieller Vermögenswerte. Die Ermittlung des Wertansatzes von Beteiligungen setzt ebenfalls Annahmen und Schätzungen voraus. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen werden mit Hilfe versicherungsmathematischer Verfahren bewertet. Hierbei sind verschiedene Annahmen erforderlich, beispielsweise bezüglich der Lebenserwartung, der künftigen Gehaltsentwicklung, der Rentendynamik sowie des Abzinsungsfaktors. Der Ansatz und die Bewertung der sonstigen Rückstellungen beruhen auf Schätzungen hinsichtlich Höhe und Eintrittswahrscheinlichkeit künftiger Ereignisse. Diesen Schätzungen werden, wenn möglich, Erfahrungen aus der Vergangenheit zugrunde gelegt, und sie werden regelmäßig überprüft und gegebenenfalls angepasst.

Im Geschäftsjahr 2020 hat die Coronavirus-Pandemie das wirtschaftliche und geschäftliche Umfeld der Bosch-Gruppe in einzelnen Geschäftsbereichen erheblich beeinflusst. Die Auswirkungen unterscheiden sich in regionaler Hinsicht und auch bezogen auf die verschiedenen Märkte, in denen die Bosch-Gruppe tätig ist. Trotz der wirtschaftlichen Erholung in der zweiten Hälfte des Geschäftsjahres bestanden zum 31. Dezember 2020 und auch bis zur Aufstellung des Konzernabschlusses erhebliche Unsicherheiten aufgrund der weiterhin andauernden Pandemie. Die im Rahmen der Erstellung des Konzernabschlusses erforderlichen Annahmen und Schätzungen wurden zum Bilanzstichtag im Hinblick auf diese Unsicherheiten und mögliche Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Bosch-Gruppe überprüft und, sofern erforderlich, aktualisiert. Analysiert wurden insbesondere mögliche Auswirkungen auf erwartete Kreditverluste, die bei der Bewertung von Finanzinstrumenten nach IFRS 9 zu berücksichtigen sind, sowie auf die bei der Überprüfung der Werthaltigkeit von Firmenwerten, sonstigen immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagevermögen verwendeten Parameter.

Trotz der bestehenden Unsicherheiten ergaben sich in Bezug auf die Annahmen und Schätzungen, die bei der Erstellung des Konzernabschlusses für die Bilanzierung und Bewertung herangezogen wurden, keine wesentlichen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Bosch-Gruppe.

6 Konsolidierung

Konsolidierungsmethoden

In den Konzernabschluss sind neben der Robert Bosch GmbH die Tochterunternehmen einbezogen, bei denen die Robert Bosch GmbH die Kriterien für Beherrschung gemäß IFRS 10 Konzernabschlüsse erfüllt. Diese Unternehmen werden von dem Zeitpunkt an in den Konzernabschluss einbezogen, von dem an die Möglichkeit zur Beherrschung besteht. Umgekehrt werden Tochterunternehmen dann nicht mehr vollkonsolidiert, wenn diese Möglichkeit nicht mehr gegeben ist.

Das Kapital der im Geschäftsjahr erstmals konsolidierten Gesellschaften ist gemäß IFRS 3 Unternehmenszusammenschlüsse nach der Erwerbsmethode konsolidiert. Zum Zeitpunkt des Erwerbs werden die Anschaffungskosten der Beteiligung mit dem anteiligen neu bewerteten Eigenkapital verrechnet. Dabei sind Vermögenswerte, Schulden und Eventualverbindlichkeiten zu Zeitwerten angesetzt. Verbleibende aktivische Unterschiedsbeträge werden als Firmenwerte bilanziert. Passivische Unterschiedsbeträge werden nach einer erneuten Beurteilung ergebniswirksam erfasst. Im Fall zugekaufter nicht beherrschender Anteile wird der Unterschiedsbetrag mit dem Eigenkapital verrechnet.

Alle konzerninternen Gewinne und Verluste, Umsatzerlöse, Aufwendungen und sonstigen Erträge sowie Forderungen und Verbindlichkeiten bzw. Rückstellungen werden eliminiert. Bei ergebniswirksamen Konsolidierungsvorgängen werden die ertragsteuerlichen Auswirkungen berücksichtigt und latente Steuern angesetzt.

Konsolidierungskreis

Der Konsolidierungskreis umfasst neben der Robert Bosch GmbH weitere 438 (Vorjahr 438) vollkonsolidierte Gesellschaften. Er hat sich wie folgt entwickelt:

Inland Ausland Gesamt
Einbezogen zum 1.1.2019 96 367 463
Zugänge/Neugründungen im Geschäftsjahr 2019 8 10 18
Abgänge/Fusionen im Geschäftsjahr 2019 -16 -26 -42
Einbezogen zum 31.12.2019 88 351 439
Zugänge/Neugründungen im Geschäftsjahr 2020 1 8 9
Abgänge/Fusionen im Geschäftsjahr 2020 -5 -4 -9
Einbezogen zum 31.12.2020 84 355 439

Im Konsolidierungskreis sind vier Spezialfonds sowie andere Anlageobjekte enthalten.

Im Geschäftsjahr 2020 werden folgende Gesellschaften erstmals konsolidiert:

ESCRYPT GmbH, Bochum, Deutschland,

Bosch Soluções Logisticas e Armazém Geral Ltda., Itupeva, Brasilien,

Bosch Connected Mobility Solutions Ltd., Wuxi, China,

Bosch Innovation and Software Development (Wuxi) Co., Ltd., Wuxi, China,

Robert Bosch Semiconductor Manufacturing Penang Sdn. Bhd., Kuala Lumpur, Malaysia,

Digicontrol Benelux B.V., Apeldoorn, Niederlande,

Security and Safety Things B.V., Eindhoven, Niederlande,

Robert Bosch Panama Colón, S.A., Colón, Panama,

Bosch Aviation Technology LLC, Novi, MI, Vereinigte Staaten.

Durch die Veränderung des Konsolidierungskreises vermindern sich die Umsatzerlöse um 1.340 Millionen EUR und die Bilanzsumme erhöht sich um 18 Millionen EUR. Die Verminderung der Umsatzerlöse ist hauptsächlich auf die Veräußerung des Geschäftsbereichs Packaging Technology zum 31. Dezember 2019 zurückzuführen.

Zusammengefasste Finanzinformationen vollkonsolidierter Tochtergesellschaften mit wesentlichen nicht beherrschenden Anteilen

MILLIONEN EURO Bosch Automotive Diesel Systems Co., Ltd., Wuxi, China United Automotive Electronic Systems Co., Ltd., Shanghai, China Bosch HUAYU Steering Systems Group, Shanghai, China
2020 2019 2020 2019 2020 2019
Kurzfristige Vermögenswerte 1.507 1.408 1.663 1.580 1.571 1.336
Langfristige Vermögenswerte 393 400 1.377 1.439 520 569
Kurzfristige Schulden 940 568 1.208 1.074 1.354 1.204
Langfristige Schulden 1 46 199 189 3 11
Umsatzerlöse 2.058 1.897 2.955 2.834 1.582 1.707
Ergebnis nach Steuern 465 413 349 336 196 243
Gesamtergebnis 447 420 308 347 174 247
Cash-Flow aus betrieblicher Tätigkeit 726 390 581 505 262 244
Cash-Flow aus Investitionstätigkeit - 48 - 62 - 186 - 339 - 33 - 92
Cash-Flow aus Finanzierungstätigkeit - 681 - 327 - 405 - 148 - 80 - 87
Kapitalanteil der nicht beherrschenden Anteile 34,0 % 34,0 % 49,0 % 49,0 % 49,0 % 49,0 %
Anteil der nicht beherrschenden Anteile am Ergebnis 158 140 171 165 96 119
Anteil der nicht beherrschenden Anteile am Eigenkapital 326 406 800 860 360 338
An nicht beherrschende Anteile gezahlte Dividenden 231 111 214 68 38 42
MILLIONEN EURO Bosch Ltd., Bengaluru, Indien
2020 2019
Kurzfristige Vermögenswerte 956 860
Langfristige Vermögenswerte 773 946
Kurzfristige Schulden 537 454
Langfristige Schulden 38 51
Umsatzerlöse 991 1.281
Ergebnis nach Steuern 17 130
Gesamtergebnis - 109 143
Cash-Flow aus betrieblicher Tätigkeit 101 - 17
Cash-Flow aus Investitionstätigkeit - 67 304
Cash-Flow aus Finanzierungstätigkeit - 39 - 317
Kapitalanteil der nicht beherrschenden Anteile 29,5 % 29,5 %
Anteil der nicht beherrschenden Anteile am Ergebnis 5 38
Anteil der nicht beherrschenden Anteile am Eigenkapital 340 384
An nicht beherrschende Anteile gezahlte Dividenden 11 14

Die zusammengefassten Finanzinformationen der jeweiligen Gesellschaften entsprechen den Werten vor Durchführung von Konsolidierungsmaßnahmen.

Gemeinschaftsunternehmen und gemeinschaftliche Tätigkeiten

Die Bilanzierung gemeinsamer Vereinbarungen im Sinne des IFRS 11 Gemeinsame Vereinbarungen ist abhängig von der Einstufung als gemeinschaftliche Tätigkeit oder als Gemeinschaftsunternehmen, die wiederum durch die vertraglich vereinbarten Rechte und Pflichten der Parteien bestimmt wird. Bei Vorliegen einer gemeinschaftlichen Tätigkeit werden die der Bosch-Gruppe zustehenden Rechte an den Vermögenswerten, Schulden, Aufwendungen und Erträgen anteilig in den entsprechenden Posten des Konzernabschlusses bilanziert. Anteile an Gemeinschaftsunternehmen im Sinne des IFRS 11 werden nach der Equity-Methode bilanziert. Der Buchwert dieser Anteile wird entsprechend den auf die Bosch-Gruppe entfallenden Veränderungen des Eigenkapitals der gemeinschaftlich geführten Unternehmen fortgeführt, gegebenenfalls vermindert um Wertberichtigungen.

Das folgende Gemeinschaftsunternehmen steht gemäß IFRS 11 unter gemeinschaftlicher Führung und wurde im Konzernabschluss zum 31. Dezember 2020 gemäß IAS 28 nach der Equity-Methode bilanziert:

KB Wiper Systems Co., Ltd., Daegu, Korea (50 %).

Die genannten Anteile am Kapital entsprechen den Stimmrechtsanteilen.

Zum Bilanzstichtag bestehen wie im Vorjahr keine nicht bilanzierten Verpflichtungen gegenüber Gemeinschaftsunternehmen, die zu einem künftigen Abfluss von Zahlungsmitteln oder anderen Ressourcen führen können.

Zusammengefasste Finanzinformationen des einzeln nicht wesentlichen Gemeinschaftsunternehmens

MILLIONEN EURO 2020 2019
Buchwert der Anteile 0 4
Konzernanteil am Ergebnis nach Steuern - 4 -7
Konzernanteil an den erfolgsneutral erfassten Wertänderungen der Periode 0 5
Konzernanteil am Gesamtergebnis - 4 -2

Der Buchwert der Anteile des genannten einzeln nicht wesentlichen Gemeinschaftsunternehmens entspricht dem anteiligen Eigenkapital dieser Gesellschaft.

Assoziierte Unternehmen

Gemäß IAS 28 Anteile an assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen sind auch Beteiligungen, wenn ein maßgeblicher Einfluss ausgeübt werden kann, nach der Equity-Methode in den Konzernabschluss einzubeziehen. Derzeit ist kein assoziiertes Unternehmen nach der Equity-Methode bilanziert. Aus Wesentlichkeitsgründen werden Beteiligungen an assoziierten Unternehmen zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet.

Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte und aufgegebene Geschäftsbereiche

Zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte werden als zur Veräußerung gehalten klassifiziert, wenn ihr Buchwert im Wesentlichen durch einen Verkauf erlöst wird und der Verkauf höchst wahrscheinlich ist. Sie werden gemäß IFRS 5 Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte und aufgegebene Geschäftsbereiche zum niedrigeren Wert aus Buchwert oder beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten bewertet, sofern nicht ein anderer Standard eine abweichende Bewertung vorschreibt. Aufgegebene Geschäftsbereiche sind abgrenzbare, wesentliche Geschäftsbereiche, die entweder bereits veräußert wurden oder zur Veräußerung bestimmt sind.

Bereits im Juni 2018 wurde bekannt gegeben, dass das zum Unternehmensbereich Industrial Technology gehörende Geschäft mit Verpackungsmaschinen veräußert werden soll, um die langfristige Perspektive des Bereiches zu sichern. Betroffen von dieser Entscheidung waren die Bereiche Pharma und Food des Geschäftsbereichs Packaging Technology. Im Juli 2019 wurde der Vertrag zur Veräußerung der Syntegon Technology GmbH (vormals Robert Bosch Packaging Technology GmbH), Waiblingen, und ihrer Tochtergesellschaften unterzeichnet. Die Transaktion wurde am 31. Dezember 2019 abgeschlossen. Es wurden Vermögenswerte in Höhe von 1.556 Millionen EUR veräußert (davon kurzfristige Vermögenswerte in Höhe von 1.064 Millionen EUR und langfristige Vermögenswerte in Höhe von 492 Millionen EUR) sowie Schulden in Höhe von 982 Millionen EUR übertragen (davon kurzfristige Schulden in Höhe von 764 Millionen EUR und langfristige Schulden in Höhe von 218 Millionen EUR). Aus der finalen Kaufpreisfestlegung im Geschäftsjahr 2020 hat sich keine wesentliche Änderung des im Geschäftsjahr 2019 veröffentlichten Veräußerungsgewinns von 376 Millionen EUR ergeben, der in den übrigen sonstigen betrieblichen Erträgen des Vorjahres ausgewiesen wurde. Vom Kaufpreis wurden 875 Millionen EUR im Geschäftsjahr 2020 durch die Übertragung von Finanzmitteln entrichtet. Die zum 31. Dezember 2020 noch ausstehende Kaufpreisforderung wird in den kurzfristigen sonstigen finanziellen Vermögenswerten ausgewiesen. In der Kapitalflussrechnung des Vorjahres ist der Effekt aus der Transaktion in der Position Buchgewinne/-verluste aus dem Abgang von Anlagevermögen enthalten. Der Zahlungsmittelzufluss im Geschäftsjahr 2020 wird in der Position Veräußerung von Tochterunternehmen ausgewiesen, gegenläufig wirkt sich die Erfüllung von Zahlungsverpflichtungen gegenüber dem Erwerber aus.

Im Geschäftsjahr 2020 waren keine zur Veräußerung gehaltenen langfristigen Vermögenswerte oder aufgegebenen Geschäftsbereiche nach IFRS 5 auszuweisen.

Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

7 Umsatzerlöse

Umsatzerlöse werden nach IFRS 15 Erlöse aus Verträgen mit Kunden realisiert, wenn die Verfügungsgewalt über Waren oder Dienstleistungen auf den Kunden übergegangen ist und dieser somit die Nutzung bestimmen kann und im Wesentlichen den verbleibenden Nutzen aus diesen Waren oder Dienstleistungen zieht. Dies setzt voraus, dass ein Vertrag vorliegt, in dem durchsetzbare Rechte und Pflichten vereinbart wurden; es muss außerdem wahrscheinlich sein, dass die Bosch-Gruppe vom Kunden die Gegenleistung für die zu übertragenden Waren und Dienstleistungen erhält. Umsatzerlöse werden in Höhe des Transaktionspreises realisiert, das heißt in Höhe der Gegenleistung, die die Bosch-Gruppe im Austausch für die vereinbarte Übertragung von Waren und Dienstleistungen voraussichtlich erhalten wird. IFRS 15 enthält dabei ein einheitliches, fünfstufiges Modell zur Ermittlung der auszuweisenden Umsatzerlöse, das grundsätzlich auf alle Kundenverträge anzuwenden ist.

Bei der Veräußerung von Waren geht die Verfügungsgewalt in der Regel bei Lieferung auf den Kunden über. Zum gleichen Zeitpunkt erfolgt üblicherweise die Rechnungsstellung. Umsatzerlöse aus Dienstleistungen werden im überwiegenden Fall nach vollständiger Erbringung der Dienstleistung mit Rechnungsstellung realisiert. Umsatzerlöse aus Lizenzvereinbarungen werden in der Regel über die entsprechende Laufzeit des Vertrags abgegrenzt. Für kundenspezifische Produkte, die dem Unternehmensbereich Mobility Solutions zuzuordnen sind und bei denen keine alternative Verwendungsmöglichkeit besteht, wird die zeitraumbezogene Umsatzrealisierung angewendet, ebenso wie bei Verträgen im Anlagengeschäft in den Unternehmensbereichen Industrial Technology und Energy and Building Technology. Umsatzerlöse werden entsprechend des Fertigstellungsgrades realisiert. Dieser kann mittels input- oder outputbasierter Methoden ermittelt werden. Bei outputbasierten Methoden entsprechen die zu erfassenden Umsatzerlöse dem Wert der bisher übertragenen Waren oder Dienstleistungen für den Kunden im Verhältnis zu den verbleibenden, vertraglich zugesicherten Waren oder Dienstleistungen. Bei Anwendung inputbasierter Methoden werden Umsatzerlöse basierend auf dem Verhältnis der bereits angefallenen zu den geschätzten Gesamtkosten realisiert. In der Bosch-Gruppe werden, je nach zugrundeliegendem Geschäftsmodell, sowohl in- als auch outputbasierte Methoden zur Ermittlung des Fertigstellungsgrades eingesetzt.

In den Umsatzerlösen sind in Höhe von 1.195 Millionen EUR Erlöse enthalten, die zu Beginn des Geschäftsjahres im Saldo der kurzfristigen Vertragsverbindlichkeiten enthalten waren (Vorjahr 1.275 Millionen EUR).

In Bezug auf zum Bilanzstichtag bestehende ganz oder teilweise nicht erfüllte Leistungsverpflichtungen wird erwartet, dass 4 Millionen EUR (Vorjahr 35 Millionen EUR) innerhalb der nächsten zwei Jahre sowie 10 Millionen EUR (Vorjahr 10 Millionen EUR) nach Ablauf der nächsten zwei Jahre als Umsatzerlöse erfasst werden. Es handelt sich dabei um langfristige Fertigungsaufträge.

Von den Umsatzerlösen entfallen im Unternehmensbereich Mobility Solutions 36.493 Millionen EUR (Vorjahr 41.193 Millionen EUR), im Unternehmensbereich Industrial Technology 14 Millionen EUR (Vorjahr 79 Millionen EUR) und im Unternehmensbereich Energy and Building Technology 253 Millionen EUR (Vorjahr 224 Millionen EUR) auf zeitraumbezogene Umsatzrealisierung.

Die Aufgliederung der Umsatzerlöse nach Unternehmensbereichen und Regionen ist in Kapitel 30 "Segmentberichterstattung" enthalten.

8 Funktionskosten

Die Herstellungskosten des Umsatzes enthalten die Kosten der verkauften eigengefertigten Erzeugnisse sowie die Einstandskosten der verkauften Handelswaren. Zu den Herstellungskosten der eigengefertigten Erzeugnisse gehören die direkt zurechenbaren Material- und Fertigungseinzelkosten, die zurechenbaren Teile der Produktionsgemeinkosten einschließlich der Abschreibungen auf Produktionsanlagen und auf übrige immaterielle Vermögenswerte sowie die Abwertung von Vorräten. Ebenfalls in den Herstellungskosten des Umsatzes werden an Kunden direkt weiterverrechnete Entwicklungsleistungen sowie planmäßige Abschreibungen auf aktivierte Entwicklungsleistungen ausgewiesen.

Die Vertriebs- und Verwaltungskosten setzen sich wie folgt zusammen:

MILLIONEN EURO 2020 2019
Verwaltungskosten 3.718 4.358
Vertriebskosten 10.974 11.904
14.692 16.262

Die Vertriebskosten enthalten insbesondere Personal- und Sachkosten, Abschreibungen des Vertriebsbereichs, Kundendienst-, Logistik-, Marktforschungs-, Verkaufsförderungs-, Versand-, Werbe- und Garantiekosten.

Die Forschungs- und Entwicklungskosten umfassen neben den Forschungskosten auch die nicht aktivierungsfähigen Entwicklungskosten.

MILLIONEN EURO 2020 2019
Forschungs- und Entwicklungskosten gesamt 6.044 6.229
Im Geschäftsjahr aktivierte Entwicklungskosten - 197 - 233
Außerplanmäßige Abschreibungen auf aktivierte Entwicklungskosten 43 83
5.890 6.079

Der Materialaufwand beläuft sich im Geschäftsjahr auf 33.146 Millionen EUR (Vorjahr 35.303 Millionen EUR).

9 Sonstige betriebliche Erträge

MILLIONEN EURO 2020 2019
Erträge aus Wechselkursveränderungen 931 785
Erträge aus der Auflösung von Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige finanzielle Vermögenswerte 58
Erträge aus Abgängen des Anlagevermögens 98 175
Erträge aus Vermietung, Verpachtung und Leasing 10 12
Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen 117 229
Übrige sonstige betriebliche Erträge 604 1.105
1.818 2.306

Den Erträgen aus Wechselkursveränderungen stehen Aufwendungen gegenüber, die in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen ausgewiesen werden. In diesen Erträgen und Aufwendungen sind die effektiven Wechselkursergebnisse sowie die Ergebnisse aus den dem operativen Geschäft zuzuordnenden Devisenderivaten enthalten.

Zuwendungen der öffentlichen Hand werden gemäß IAS 20 Bilanzierung und Darstellung von Zuwendungen der öffentlichen Hand nur erfasst, wenn eine angemessene Sicherheit darüber besteht, dass die Zuwendungen gewährt und die damit verbundenen Bedingungen erfüllt werden. Erfolgsbezogene Zuwendungen werden in der Periode erfolgswirksam erfasst, in der die entsprechenden Aufwendungen anfallen, die die Zuwendungen kompensieren sollen, und sie werden mit den jeweiligen Aufwendungen verrechnet. Sofern keine entsprechenden Aufwendungen bestehen, erfolgt der Ausweis in den übrigen sonstigen betrieblichen Erträgen. Im Geschäftsjahr belaufen sich die erfolgsbezogenen Zuwendungen auf 366 Millionen EUR (Vorjahr 144 Millionen EUR). Darin enthalten sind 110 Millionen EUR, die auf die Erstattung von Sozialversicherungsbeiträgen während der Kurzarbeit in Deutschland im Geschäftsjahr 2020 entfallen.

10 Sonstige betriebliche Aufwendungen

MILLIONEN EURO 2020 2019
Aufwendungen aus Wechselkursveränderungen 944 791
Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige finanzielle Vermögenswerte 166 65
Aufwendungen aus Abgängen des Anlagevermögens 168 150
Sonstige Steuern 37 47
Aufwendungen aus der Bildung von Rückstellungen 565 199
Übrige sonstige betriebliche Aufwendungen 243 288
2.123 1.540

11 Finanzergebnis

MILLIONEN EURO 2020 2019
Zinsen und ähnliche Erträge 401 578
Zinsen und ähnliche Aufwendungen - 355 - 494
Zinsergebnis 46 84
Erträge aus Beteiligungen 37 62
Erträge aus Wertpapieren 320 505
Aufwendungen aus Wertpapieren - 192 - 51
Erträge aus Wechselkursveränderungen 585 661
Aufwendungen aus Wechselkursveränderungen -1.293 - 604
Erträge aus Derivaten 1.224 490
Aufwendungen aus Derivaten - 809 - 754
Übrige Erträge 3 5
Übrige Aufwendungen - 73 - 45
Übriges Finanzergebnis - 198 269
Finanzergebnis gesamt - 152 353
davon Finanzerträge 2.570 2.301
davon Finanzaufwendungen -2.722 -1.948

In der Position Zinsen und ähnliche Erträge sind Dividendenerträge aus Aktien in Höhe von 55 Millionen EUR (Vorjahr 82 Millionen EUR) sowie Erträge aus Investmentfonds in Höhe von 17 Millionen EUR (Vorjahr 23 Millionen EUR) enthalten.

Die Erträge aus Beteiligungen umfassen neben den Dividendenerträgen auch die Veränderungen des Zeitwertes von erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Beteiligungen.

In den Erträgen und Aufwendungen aus Wertpapieren sind die Veränderungen des Zeitwertes von erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Wertpapieren, die Erträge und Aufwendungen aus der Veräußerung von erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis bewerteten Wertpapieren sowie die Wertminderungen und die Erträge aus der Auflösung der Wertminderungen auf diese Wertpapiere enthalten.

Die Positionen Erträge und Aufwendungen aus Derivaten enthalten Vorgänge zur Absicherung von Finanzanlagen.

Von den Zinserträgen und -aufwendungen entfallen auf nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete Finanzinstrumente folgende Beträge:

MILLIONEN EURO 2020 2019
Zinserträge Zinsaufwendungen Zinserträge Zinsaufwendungen
Finanzielle Vermögenswerte, bewertet zu fortgeführten Anschaffungskosten (AC) 83 135
Finanzielle Vermögenswerte, bewertet erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert (FVOCI wR) 152 180
Finanzielle Verbindlichkeiten, bewertet zu fortgeführten Anschaffungskosten (AC) 124 133
235 124 315 133

12 Ertragsteuern

Die Ertragsteuerverpflichtungen umfassen Verbindlichkeiten aus Ertragsteuern und unsichere Ertragsteuerschulden.

Aktive und passive latente Steuern werden gemäß IAS 12 Ertragsteuern für temporäre Differenzen zwischen den steuerlichen Wertansätzen und den Wertansätzen in der Konzernbilanz gebildet, es sei denn, diese resultieren aus dem erstmaligen Ansatz eines Vermögenswertes oder einer Schuld aus einem Geschäftsvorfall, der kein Unternehmenszusammenschluss ist und zum Zeitpunkt des Geschäftsvorfalls weder das Ergebnis vor Steuern noch das zu versteuernde Ergebnis beeinflusst hat. Für steuerliche Verlustvorträge und Steuergutschriften werden latente Steuern gebildet, soweit sie mit hinreichender Sicherheit genutzt werden können. Der Ansatz erfolgt in Höhe der voraussichtlichen Steuerbelastung bzw. -entlastung nachfolgender Geschäftsjahre. Als Grundlage gilt der zum Zeitpunkt der Realisation gültige Steuersatz. Wenn die Realisierung aktivierter latenter Steuern unsicher ist, werden sie entsprechend wertberichtigt.

Die Ertragsteuern gliedern sich nach ihrer Herkunft wie folgt:

MILLIONEN EURO 2020 2019
Tatsächliche Steuern 890 1.220
Latente Steuern -134 -24
756 1.196

Die latenten Steuern setzen sich wie folgt zusammen:

MILLIONEN EURO 2020 2019
Temporäre Differenzen - 240 - 57
Verlustvorträge und Steuergutschriften 106 33
-134 -24

Die latenten Steuern werden auf Basis der Steuersätze ermittelt, die nach der Rechtslage in den einzelnen Ländern zum voraussichtlichen Realisationszeitpunkt gelten beziehungsweise erwartet werden. Für deutsche Unternehmen gilt ein Körperschaftsteuersatz von 15 %. Unter Berücksichtigung des Solidaritätszuschlags von 5,5 % und der für in Deutschland erzielte Gewinne zu entrichtenden Gewerbesteuer ergibt sich wie im Vorjahr ein Gesamtsteuersatz von 29 %. Die Steuersätze außerhalb Deutschlands liegen wie im Vorjahr zwischen 9 % und 34 %.

Zum 31. Dezember sind die in der Bilanz ausgewiesenen aktiven und passiven latenten Steuern folgenden Positionen zuzuordnen:

MILLIONEN EURO 2020 2019
Aktiv Passiv Aktiv Passiv
Forderungen, übrige Vermögenswerte und Vorräte 713 473 593 521
Wertpapiere und Beteiligungen 8 324 5 314
Sachanlagevermögen 189 608 191 786
Nutzungsrechte 0 428 0 458
Immaterielle Vermögenswerte 191 1.114 305 1.127
Übrige Aktiva 85 0 84 0
Verbindlichkeiten 987 116 1.083 90
Leasingverbindlichkeiten 413 0 462 0
Rückstellungen 1.308 44 1.236 45
Übrige Passiva 4 216 15 106
Steuerliche Verlustvorträge und Steuergutschriften 213 320
Summe 4.111 3.323 4.294 3.447
Saldierungen -2.781 -2.781 -2.924 -2.924
1.330 542 1.370 523

Für die in der Tabelle dargestellten Sachverhalte wurde in der Bilanz kein latenter Steueranspruch angesetzt, da es nicht wahrscheinlich ist, dass künftig ein ausreichendes zu versteuerndes Einkommen verfügbar sein wird:

MILLIONEN EURO 2020 2019
Temporäre Differenzen 6.809 5.382
Verlustvorträge 6.990 6.605
Steuergutschriften 21 27
13.820 12.014

Bei den Angaben zu den nicht angesetzten aktiven latenten Steuern wurde bisher unterschieden in solche, bei denen die Ansatzvoraussetzungen von Anfang an nicht gegeben waren, und solche, die zunächst angesetzt und später wertberichtigt wurden. Im Hinblick auf eine einheitliche und damit sachgerechtere Darstellung wurde im Geschäftsjahr entschieden, diese Unterscheidung nicht mehr vorzunehmen. Die Darstellung der Vorjahreswerte wurde entsprechend angepasst.

Aus der Nutzung von Verlustvorträgen und Steuergutschriften, für die bisher keine aktiven latenten Steuern angesetzt wurden, ergibt sich im Geschäftsjahr eine Minderung des tatsächlichen Steueraufwands in Höhe von 26 Millionen EUR (Vorjahr 22 Millionen EUR).

Die Verlustvorträge, für die keine latenten Steuern angesetzt wurden, haben die folgenden Fälligkeiten:

MILLIONEN EURO 2020 2019
Fällig innerhalb eines Jahres 45 94
Fällig zwischen einem und zwei Jahren 46 41
Fällig zwischen zwei und drei Jahren 47 63
Fällig nach mehr als drei Jahren 422 537
Unbegrenzte Nutzbarkeit 6.430 5.870
6.990 6.605

Im Geschäftsjahr werden erstmalig passive latente Steuern auf temporäre Unterschiede im Zusammenhang mit Anteilen an Tochterunternehmen angesetzt, bei denen die Umkehr im Folgejahr aufgrund geplanter Dividendenausschüttungen zu erwarten ist (101 Millionen EUR, davon 77 Millionen EUR erfolgsneutral im Eigenkapital). Auf weitere temporäre Unterschiede in diesem Zusammenhang werden keine passiven latenten Steuern angesetzt, da es nicht wahrscheinlich ist, dass diese sich in absehbarer Zeit umkehren werden. Zum Bilanzstichtag bestehen bei Tochterunternehmen einbehaltene Gewinne in Höhe von 11.755 Millionen EUR (Vorjahr 18.821 Millionen EUR). Falls diese Gewinne ausgeschüttet werden, könnte dies zu einer steuerlichen Belastung bei der Robert Bosch GmbH oder auf der Ebene von Zwischenholdings durch Ertrag- beziehungsweise Quellensteuern führen.

In der folgenden Tabelle sind die im Geschäftsjahr ergebnisneutral im Eigenkapital erfassten latenten Steuern ersichtlich:

MILLIONEN EURO 2020 2019
Rücklage aus Finanzinstrumenten - 70 - 109
Rücklage aus Pensionen 32 76
-38 -33

Auf die ergebnisneutral erfasste Veränderung aus zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Schuldinstrumenten, die im Geschäftsjahr in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert wurde, entfällt ein latenter Steueraufwand in Höhe von 5 Millionen EUR (Vorjahr 5 Millionen EUR).

Geänderte Steuersätze in der Bosch-Gruppe führen im Geschäftsjahr zu einem latenten Steuerertrag in Höhe von 13 Millionen EUR (Vorjahr latenter Steueraufwand von 12 Millionen EUR).

Basis für den erwarteten Ertragsteueraufwand ist wie im Vorjahr der deutsche Steuersatz von 29 %. Der Unterschied zwischen erwartetem und ausgewiesenem Ertragsteueraufwand ist auf folgende Ursachen zurückzuführen:

MILLIONEN EURO 2020 2019
Ergebnis vor Steuern 1.505 3.256
Erwarteter Ertragsteueraufwand 436 944
Steuersatzbedingte Abweichungen - 173 - 160
Nicht abzugsfähige Aufwendungen 237 115
Steuerfreie Erträge - 165 - 304
Sonstige Unterschiede 421 601
Ausgewiesener Ertragsteueraufwand 756 1.196
Steuerquote 50 % 37 %

In der Position "Sonstige Unterschiede" sind im Wesentlichen die Auswirkungen aus der Bewertung aktiver latenter Steuern, periodenfremde Effekte und Effekte aus Quellensteuern enthalten.

13 Nicht beherrschende Anteile

Die auf die nicht beherrschenden Anteile entfallenden Gewinne belaufen sich auf 437 Millionen EUR (Vorjahr 473 Millionen EUR). Dem stehen Verluste von 4 Millionen EUR gegenüber (Vorjahr 4 Millionen EUR).

14 Personalaufwand und Mitarbeiter

Angaben zum Personalaufwand

Der Personalaufwand setzt sich wie folgt zusammen:

MILLIONEN EURO 2020 2019
Löhne und Gehälter 18.581 19.778
Kosten der sozialen Sicherheit 2.981 3.222
Kosten der Altersversorgung 921 824
22.483 23.824

Angaben zu Mitarbeitern

Jahresmittel 2020 Jahresmittel 2019
Länder der EU 216.953 222.821
Übriges Europa 25.625 24.906
Amerika 44.046 45.309
Asien, Afrika, Australien 108.405 114.502
395.029 407.538

Erläuterungen zur Bilanz

15 Flüssige Mittel

MILLIONEN EURO 2020 2019
Guthaben bei Kreditinstituten (Laufzeit bis 90 Tage) 8.955 4.545
Kassenbestand und Notenbankguthaben 0 13
8.955 4.558

Das Guthaben bei Kreditinstituten wird teilweise als besicherte Geldanlage in Form von Tri-Party Repo-Geschäften angelegt. Der Buchwert der besicherten Geldanlagen beträgt zum Bilanzstichtag 700 Millionen EUR (Vorjahr 400 Millionen EUR). In gleicher Höhe wurden von der Bank Sicherheiten in Form von Wertpapieren bereitgestellt.

16 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

Die für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen geltenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden sind in Kapitel 31 "Zusätzliche Angaben zu Finanzinstrumenten" erläutert.

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen belaufen sich im Geschäftsjahr auf 13.696 Millionen EUR (Vorjahr 14.024 Millionen EUR). Davon haben 0 Millionen EUR (Vorjahr 1 Million EUR) eine Laufzeit von mehr als einem Jahr.

Angaben zu Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind in Kapitel 32 "Kapital- und Risikomanagement" im Abschnitt zu den Kreditrisiken enthalten.

17 Sonstige kurzfristige und langfristige finanzielle Vermögenswerte

MILLIONEN EURO 2020 2019
bis 1 Jahr über 1 Jahr bis 1 Jahr über 1 Jahr
Wertpapiere 2.575 12.357 981 12.266
Beteiligungen 2.524 1.884
Guthaben bei Kreditinstituten (Laufzeit mehr als 90 Tage) 1.804 5 858 304
Darlehensforderungen 88 28 268 32
Derivate 131 63 86 23
Forderungen aus Finanzierungsleasing 38 159 36 159
Übrige sonstige finanzielle Vermögenswerte 395 137 1.171 191
5.031 15.273 3.400 14.859

Bei den als kurzfristig klassifizierten Wertpapieren handelt es sich um börsennotierte Wertpapiere mit einer Restlaufzeit von weniger als einem Jahr sowie um Wertpapiere, bei denen eine Veräußerungsabsicht innerhalb eines Jahres besteht.

Die langfristigen Wertpapiere umfassen verzinsliche und sonstige Wertpapiere, Investmentfonds sowie Aktien. Im Geschäftsjahr wurden Aktien und Beteiligungen an Kapitalgesellschaften mit einem beizulegenden Zeitwert von 1.205 Millionen EUR (Vorjahr 1.337 Millionen EUR) veräußert, der kumulierte Gewinn aus dem Verkauf in Höhe von 36 Millionen EUR (Vorjahr 532 Millionen EUR) wurde von der Rücklage aus Finanzinstrumenten in die Gewinnrücklagen umgegliedert. Die Veräußerungen von Beteiligungen an Kapitalgesellschaften basieren auf geschäftspolitischen Entscheidungen.

Der Buchwert der verpfändeten Wertpapiere beträgt 1.435 Millionen EUR (Vorjahr 1.351 Millionen EUR). Die verpfändeten Wertpapiere dienen der gesetzlich vorgeschriebenen Absicherung von Verpflichtungen gegenüber Arbeitnehmern sowie der Besicherung von Bankbürgschaften. Zur Verpfändung wurden Fondsanteile mindestens im Gegenwert der Ansprüche verwendet.

Angaben zu Wertberichtigungen auf Darlehensforderungen, übrige sonstige finanzielle Vermögenswerte und Forderungen aus Finanzierungsleasing sind in Kapitel 32 "Kapital- und Risikomanagement" im Abschnitt zu den Kreditrisiken enthalten.

Weitere Angaben zu den Forderungen aus Finanzierungsleasing sind in Kapitel 33 "Leasing" enthalten.

18 Vertragsvermögenswerte

Gemäß IFRS 15 sind auf Vertragsebene bestehende Leistungsüberschüsse als Vertragsvermögenswert auszuweisen. Der Vermögenswert stellt den Anspruch der Bosch-Gruppe auf Gegenleistung für die bereits erfolgte Übertragung von Waren oder Dienstleistungen auf den Kunden dar.

Unter den Vertragsvermögenswerten aus zeitraumbezogener Umsatzrealisierung wird der Überhang der von der Bosch-Gruppe erbrachten Leistung, die als Umsatz ausgewiesen wird, über das vom Kunden bereits erhaltene Entgelt ausgewiesen. Vertragsvermögenswerte aus Entwicklungsleistungen sind zum Zeitpunkt des Übergangs der Verfügungsgewalt auf den Kunden für alle nach diesem Zeitpunkt vom Kunden zu erstattenden gesonderten Vergütungen für gesondert beauftragte Forschungs- und Entwicklungsleistungen auszuweisen. Im Vorjahr wurden unter den Vertragsvermögenswerten auch solche aus Vertragsanbahnungskosten ausgewiesen. Diese enthielten Aufwendungen zur Erlangung von Verträgen, bei denen die Bosch-Gruppe davon ausging, dass sie diese Kosten zurückerlangen wird. Vom Geschäftsjahr 2020 an werden Vermögenswerte aus Vertragsanbahnungskosten, der allgemeinen Unternehmenspraxis entsprechend, unter den sonstigen Vermögenswerten ausgewiesen.

MILLIONEN EURO 2020 2019
bis 1 Jahr über 1 Jahr bis 1 Jahr über 1 Jahr
Aus zeitraumbezogener Umsatzrealisierung 505 1 630 3
Aus Vertragsanbahnungskosten 71 302
Aus Entwicklungsleistungen 360 467 302 343
865 468 1.003 648

19 Sonstige kurzfristige und langfristige Vermögenswerte

MILLIONEN EURO 2020 2019
bis 1 Jahr über 1 Jahr bis 1 Jahr über 1 Jahr
Aktive Rechnungsabgrenzungsposten 186 59 229 30
Forderungen gegen Finanzbehörden (ohne Ertragsteuerforderungen) 1.318 131 1.477 180
Vertragsanbahnungskosten 115 372
Übrige sonstige Vermögenswerte 342 171 381 161
1.961 733 2.087 371

Die Abschreibung der Vermögenswerte aus Vertragsanbahnungskosten erfolgt linear über die Vertragslaufzeit.

20 Vorräte

Unter den Vorräten sind Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe, unfertige Erzeugnisse und Leistungen, fertige Erzeugnisse und Waren sowie geleistete Anzahlungen ausgewiesen. Die Vorräte sind zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten nach der Durchschnittsmethode angesetzt. Die Herstellungskosten enthalten neben den Einzelkosten zurechenbare Teile der Material- und Fertigungsgemeinkosten sowie fertigungsbedingte Abschreibungen, die direkt dem Herstellungsprozess zugeordnet werden können. Bestands- und Vertriebsrisiken, die sich aus der geminderten Verwertbarkeit ergeben, werden durch Abwertungen berücksichtigt. Weitere Abwertungen erfolgen, wenn der Nettoveräußerungswert der Vorräte unter den Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten liegt.

Im Unternehmensbereich Mobility Solutions werden angefallene Entwicklungskosten für gesondert beauftragte und gesondert weiterberechnete Forschungs- und Entwicklungsleistungen bis zum Zeitpunkt des Übergangs der Verfügungsgewalt nicht ergebniswirksam unter den Forschungs- und Entwicklungskosten, sondern als unfertige Leistungen in den Vorräten erfasst (zeitpunktbezogene Umsatzrealisierung). Die Bewertung dieser unfertigen Entwicklungsleistungen erfolgt grundsätzlich entsprechend der Bewertung der unfertigen Erzeugnisse, allerdings wird keine Abwertung für Bestands- und Vertriebsrisiken vorgenommen.

Die Vorräte setzen sich wie folgt zusammen:

MILLIONEN EURO 2020 2019
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 3.559 3.729
Unfertige Erzeugnisse, unfertige Leistungen 2.331 2.472
Fertige Erzeugnisse und Waren 4.598 4.735
Geleistete Anzahlungen 50 47
10.538 10.983

Vom Gesamtbetrag der Vorräte sind 1.374 Millionen EUR (Vorjahr 736 Millionen EUR) zum Nettoveräußerungswert bilanziert. Im Geschäftsjahr wurde die Veränderung der Wertminderungen in Höhe von 336 Millionen EUR als Ertrag erfasst (Vorjahr Aufwand in Höhe von 192 Millionen EUR). Verpfändungen erfolgten nicht.

21 Sachanlagen

Das Sachanlagevermögen wird zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten abzüglich planmäßiger und gegebenenfalls außerplanmäßiger Abschreibungen bewertet. Die Abschreibungen werden entsprechend dem wirtschaftlichen Nutzungsverlauf linear vorgenommen.

Den planmäßigen Abschreibungen liegen folgende Bandbreiten für die Nutzungsdauern zugrunde:

Nutzungsdauer
Gebäude 10 - 50 Jahre
Technische Anlagen und Maschinen 8 - 11 Jahre
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 3 - 25 Jahre

Außerplanmäßige Abschreibungen auf Sachanlagen werden gemäß IAS 36 Wertminderung von Vermögenswerten vorgenommen, wenn der erzielbare Betrag des betreffenden Vermögenswertes unter den Buchwert gesunken ist. Entsprechende Zuschreibungen erfolgen, wenn die Gründe für eine außerplanmäßige Abschreibung aus den Vorjahren entfallen sind. Reparaturkosten werden erfolgswirksam erfasst.

Fremdkapitalkosten werden gemäß IAS 23 Fremdkapitalkosten aktiviert, wenn sie direkt dem Erwerb, dem Bau oder der Herstellung eines qualifizierten Vermögenswertes zugerechnet werden können. Alle sonstigen Fremdkapitalkosten werden in der Periode, in der sie anfallen, aufwandswirksam erfasst. Die Abschreibungen auf die aktivierten Fremdkapitalkosten werden in den Herstellungskosten des Umsatzes ausgewiesen. Im Geschäftsjahr wurden Fremdkapitalkosten in Höhe von 9 Millionen EUR (Vorjahr 8 Millionen EUR) aktiviert. Der zugrunde gelegte Fremdfinanzierungszinssatz beträgt 1,5 % (Vorjahr 2,0 %).

Zuwendungen der öffentlichen Hand werden gemäß IAS 20 nur erfasst, wenn eine angemessene Sicherheit darüber besteht, dass die Zuwendungen gewährt und die damit verbundenen Bedingungen erfüllt werden. Zuwendungen für Vermögenswerte werden bei der Ermittlung des Buchwertes der Vermögenswerte abgezogen.

MILLIONEN EURO Grundstücke, Gebäude des Betriebsvermögens Als Finanzinvestition gehaltene Grundstücke und Gebäude Technische Anlagen und Maschinen Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung, vermietete Erzeugnisse Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau Summe
Bruttowerte 1.1.2019 11.057 92 26.171 11.658 2.970 51.948
Konzernkreisänderungen 116 25 - 37 - 1 103
Zugänge 359 1.129 893 2.608 4.989
Umbuchungen 252 1 1.382 584 -2.219
Abgänge - 112 - 59 -1.150 - 732 - 60 -2.113
Währungsanpassungen 80 45 39 9 173
Bruttowerte 31.12.2019 11.752 34 27.602 12.405 3.307 55.100
Abschreibungen 1.1.2019 4.748 38 18.016 8.668 12 31.482
Konzernkreisänderungen - 110 - 2 - 41 - 153
Zugänge 345 1 1.865 1.203 7 3.421
Umbuchungen - 92 74 18
Abgänge - 44 - 30 - 904 - 663 - 6 -1.647
Währungsanpassungen 33 39 31 103
Abschreibungen 31.12.2019 4.972 9 18.922 9.272 31 33.206
Buchwerte 31.12.2019 6.780 25 8.680 3.133 3.276 21.894
Bruttowerte 1.1.2020 11.752 34 27.602 12.405 3.307 55.100
Konzernkreisänderungen 11 - 10 3 11 15
Zugänge 140 675 733 1.764 3.312
Umbuchungen 445 1 1.334 469 -2.249
Abgänge - 193 - 3 -1.236 - 777 - 125 -2.334
Währungsanpassungen - 369 - 2 -1.009 - 333 - 117 -1.830
Bruttowerte 31.12.2020 11.786 30 27.356 12.500 2.591 54.263
Abschreibungen 1.1.2020 4.972 9 18.922 9.272 31 33.206
Konzernkreisänderungen 1 - 10 11 2
Zugänge 319 1.803 1.160 3.282
Umbuchungen - 19 1 32 - 13 - 1
Abgänge - 117 -1.097 - 729 - 10 -1.953
Zuschreibungen - 1 - 1
Währungsanpassungen - 130 - 1 - 658 - 236 1 -1.024
Abschreibungen 31.12.2020 5.026 9 18.991 9.454 32 33.512
Buchwerte 31.12.2020 6.760 21 8.365 3.046 2.559 20.751

Im Gesamtbetrag der Abschreibungen des Geschäftsjahres sind folgende außerplanmäßige Abschreibungen enthalten:

Grundstücke und Gebäude: 4 Millionen EUR (Vorjahr 16 Millionen EUR),

Technische Anlagen und Maschinen: 38 Millionen EUR (Vorjahr 76 Millionen EUR),

Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung, Anlagen im Bau: 14 Millionen EUR (Vorjahr 14 Millionen EUR).

Die entsprechenden Aufwendungen werden in den Funktionskosten erfasst.

Von den außerplanmäßigen Abschreibungen des Geschäftsjahres 2020 entfallen 18 Millionen EUR auf technische Anlagen und Maschinen sowie Betriebs- und Geschäftsausstattung des Geschäftsbereichs Automotive Electronics (Unternehmensbereich Mobility Solutions). Die Wertminderung wurde vorgenommen, weil die Marktentwicklung hinter den Erwartungen zurückblieb und bei hohem Wettbewerbsdruck neue vertragliche Vereinbarungen mit den Kunden getroffen wurden.

30 Millionen EUR betreffen technische Anlagen und Maschinen, Betriebs- und Geschäftsausstattung sowie Anlagen im Bau des Geschäftsbereichs Automotive Steering (Unternehmensbereich Mobility Solutions). Hintergrund der außerplanmäßigen Abschreibungen sind steigende Kundenanforderungen und starker Wettbewerb.

Die eingegangenen Verpflichtungen zum Erwerb von Sachanlagen betragen 524 Millionen EUR (Vorjahr 542 Millionen EUR), Verfügungsbeschränkungen bestehen im Geschäftsjahr wie im Vorjahr nicht. Zuwendungen der öffentlichen Hand für Vermögenswerte in Höhe von 84 Millionen EUR (Vorjahr 164 Millionen EUR) wurden von den Zugängen im Berichtsjahr abgesetzt.

Bei den als Finanzinvestition gehaltenen Grundstücken und Gebäuden handelt es sich um vermietete Immobilien, die gemäß IAS 40 Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien zu fortgeführten Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten bewertet werden. Bei Bewertung zu Zeitwerten ergibt sich ein Bestand von 22 Millionen EUR (Vorjahr 30 Millionen EUR). Die Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte erfolgt in der Konzernzentrale. Die gemäß IFRS 13 Bemessung des beizulegenden Zeitwerts der Stufe 3 zugeordneten Wohnimmobilien in Deutschland und Asien werden nach dem Ertragswertverfahren/Vergleichswertverfahren auf Grundlage der Verordnung über die Grundsätze für die Ermittlung der Verkehrswerte von Grundstücken (ImmoWertV) unter Berücksichtigung der aktuellen Bausubstanz und der Marktwerte der einzelnen Objekte bewertet. Die Mieteinnahmen aus den als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien betragen 4 Millionen EUR (Vorjahr 8 Millionen EUR), die Aufwendungen zur Instandhaltung 2 Millionen EUR (Vorjahr 3 Millionen EUR).

22 Immaterielle Vermögenswerte

Erworbene und selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte werden nach IAS 38 Immaterielle Vermögenswerte aktiviert, wenn mit diesen ein zukünftiger wirtschaftlicher Nutzen verbunden ist und die Kosten der Vermögenswerte sich zuverlässig bestimmen lassen. Diese Vermögenswerte werden zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten angesetzt und entsprechend ihrer wirtschaftlichen Nutzungsdauer linear abgeschrieben. Die Nutzungsdauer beträgt in der Regel vier Jahre. Bei im Rahmen von Unternehmenserwerben bilanzierten immateriellen Vermögenswerten beträgt die Nutzungsdauer bis zu 50 Jahre.

Immaterielle Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer werden jährlich auf Werthaltigkeit getestet. Abnutzbare immaterielle Vermögenswerte werden nur bei Vorliegen konkreter Anhaltspunkte auf Werthaltigkeit überprüft. Außerplanmäßige Abschreibungen werden gemäß IAS 36 vorgenommen, wenn der erzielbare Betrag des betreffenden Vermögenswertes unter den Buchwert gesunken ist. Entsprechende Zuschreibungen erfolgen, wenn die Gründe für eine außerplanmäßige Abschreibung aus den Vorjahren entfallen sind.

MILLIONEN EURO Erworbene immaterielle Vermögenswerte (ohne Firmenwerte) Erworbene Firmenwerte Selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte Summe
Bruttowerte 1.1.2019 9.160 5.666 1.919 16.745
Konzernkreisänderungen - 91 - 111 - 37 - 239
Zugänge 372 281 653
Abgänge - 145 - 14 - 272 - 431
Währungsanpassungen 39 17 1 57
Bruttowerte 31.12.2019 9.335 5.558 1.892 16.785
Abschreibungen 1.1.2019 4.181 724 961 5.866
Konzernkreisänderungen - 61 - 8 - 13 - 82
Zugänge 775 518 1.293
Abgänge - 122 - 13 - 272 - 407
Währungsanpassungen 17 1 18
Abschreibungen 31.12.2019 4.790 703 1.195 6.688
Buchwerte 31.12.2019 4.545 4.855 697 10.097
Bruttowerte 1.1.2020 9.335 5.558 1.892 16.785
Zugänge 185 242 427
Abgänge - 487 - 2 - 287 - 776
Währungsanpassungen - 152 - 67 - 219
Bruttowerte 31.12.2020 8.881 5.489 1.847 16.217
Abschreibungen 1.1.2020 4.790 703 1.195 6.688
Zugänge 695 317 1.012
Abgänge - 379 - 2 - 303 - 684
Währungsanpassungen - 84 - 3 - 87
Abschreibungen 31.12.2020 5.022 698 1.209 6.929
Buchwerte 31.12.2020 3.859 4.791 638 9.288

Der Firmenwert aus Unternehmenserwerben ist der Unterschied zwischen Kaufpreis einerseits und dem anteiligen mit dem beizulegenden Zeitwert angesetzten Eigenkapital zum Zeitpunkt des Erwerbs andererseits. Die Firmenwerte werden den Geschäftsbereichen (Cash Generating Units) zugeordnet und einem jährlichen Werthaltigkeitstest unterzogen. Eine Wertminderung nach den Vorschriften des IAS 36 ist vorzunehmen, wenn der erzielbare Betrag unter dem Buchwert des Reinvermögens (einschließlich des zugeordneten Firmenwerts) einer Cash Generating Unit liegt. Als erzielbarer Betrag wird der höhere Wert aus Nutzungswert und beizulegendem Zeitwert abzüglich der Kosten der Veräußerung angesetzt. Der Nutzungswert wird aus den zukünftigen Mittelzuflüssen (Cash-Flows) abgeleitet. Den Cash-Flows liegen Planungsrechnungen mit einem Zeithorizont von fünf Jahren zugrunde, die auf einer vom Management verabschiedeten Mittelfristplanung basieren. Die Planungen beruhen auf Erwartungen im Hinblick auf zukünftige Marktanteile, das Wachstum der jeweiligen Märkte sowie die Profitabilität der Erzeugnisse und Dienstleistungen. Mittelzuflüsse jenseits des Planungszeitraums werden unter Berücksichtigung eines erwarteten nachhaltigen Wachstumsfaktors ermittelt.

Die für den Werthaltigkeitstest verwendeten Parameter sind in der folgenden Tabelle dargestellt:

IN PROZENT Mobility Solutions Industrial Technology Consumer Goods
2020 2019 2020 2019 2020 2019
Wachstumsfaktor 1,0 1,0 1,0 1,0 1,0 1,0
Diskontierungssatz vor Steuern 11,4 9,1 11,3 9,7 9,4 7,5
IN PROZENT Energy and Building Technology
2020 2019
Wachstumsfaktor 1,0 1,0
Diskontierungssatz vor Steuern 9,8 8,8

Als risikoloser Zins werden 0,0 % (Vorjahr 0,1 %) und als Marktrisikoprämie 7,0 % (Vorjahr 6,5 %) angesetzt. Der verwendete typisierte Steuersatz beträgt 29 % (Vorjahr 29 %).

Zum Bilanzstichtag entspricht der erzielbare Betrag jeder Cash Generating Unit ihrem Nutzungswert. Der jährliche Werthaltigkeitstest bei Firmenwerten ergab im Geschäftsjahr keinen Wertminderungsbedarf. Im Rahmen einer Sensitivitätsanalyse der Cash Generating Units, denen die Firmenwerte zugeordnet sind, wurde eine Erhöhung des Diskontierungssatzes vor Steuern um 0,5 Prozentpunkte, eine Verminderung des Wachstumsfaktors um 0,5 Prozentpunkte und eine Reduzierung des EBIT um 5 % angenommen. Keine der genannten Veränderungen hätte zu einem Wertminderungsbedarf für die Firmenwerte geführt.

Die Firmenwerte von 4.791 Millionen EUR (Vorjahr 4.855 Millionen EUR) verteilen sich nach Geschäftsbereichen (Cash Generating Units) wie folgt:

MILLIONEN EURO Geschäftsbereich Berichtssegment 2020 2019
Powertrain Solutions Mobility Solutions 376 359
Automotive Aftermarket Mobility Solutions 323 380
Automotive Steering Mobility Solutions 108 108
Drive and Control Technology Industrial Technology 1.551 1.525
Power Tools Consumer Goods 377 387
BSH Hausgeräte GmbH Consumer Goods 548 548
Building Technologies Energy and Building Technology 447 472
Thermotechnology Energy and Building Technology 996 1.001
Sonstige 65 75
4.791 4.855

Im Gesamtbetrag der Abschreibungen des Geschäftsjahres sind folgende außerplanmäßige Abschreibungen enthalten:

Erworbene immaterielle Vermögenswerte (ohne Firmenwerte): 5 Millionen EUR (Vorjahr 2 Millionen EUR),

Selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte: 43 Millionen EUR (Vorjahr 83 Millionen EUR).

Die außerplanmäßigen Abschreibungen auf selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte betreffen aktivierte Entwicklungsprojekte und sind dem Unternehmensbereich Mobility Solutions zuzuordnen. Sie werden in den Forschungs- und Entwicklungskosten erfasst. Die Wertminderung wurde vorgenommen, weil kein wirtschaftlicher Nutzen mehr erwartet wird.

23 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen

MILLIONEN EURO 2020 2019
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 8.331 7.671
Wechselverbindlichkeiten 4 2
8.335 7.673

In den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sind 469 Millionen EUR enthalten, für die die Bosch-Gruppe Reverse Factoring-Vereinbarungen abgeschlossen hat. Im Rahmen dieser Programme können Lieferanten ihre Forderungen gegen Gesellschaften der Bosch-Gruppe an die das Programm anbietende Geschäftsbank gegen einen Diskont abtreten und so frühzeitig den diskontierten Rechnungsbetrag erhalten. Die Gesellschaften der Bosch-Gruppe begleichen den Rechnungsbetrag zum ursprünglich vereinbarten Fälligkeitstermin an die Bank. Aufgrund des Bezugs zum operativen Geschäft werden die entsprechenden Verbindlichkeiten nicht in die Finanzverbindlichkeiten umgegliedert.

Im Geschäftsjahr bestehen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr in Höhe von 2 Millionen EUR (Vorjahr 0 Millionen EUR).

Weitere Angaben zu Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sind in Kapitel 32 "Kapital- und Risikomanagement" im Abschnitt zu den Liquiditätsrisiken enthalten.

24 Sonstige kurzfristige und langfristige finanzielle Verbindlichkeiten

MILLIONEN EURO 2020 2019
bis 1 Jahr über 1 Jahr bis 1 Jahr über 1 Jahr
Anleihen 500 2.006 499 2.505
Schuldscheindarlehen, Namensschuldverschreibungen 3.495 1.498
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 262 9 143 3
Darlehensverbindlichkeiten 67 33 73 31
Derivate 41 6 58 8
Übrige sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 625 107 644 104
1.495 5.656 1.417 4.149

Weitere Angaben zu sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten sind in Kapitel 32 "Kapital- und Risikomanagement" im Abschnitt zu den Liquiditätsrisiken enthalten.

25 Vertragsverbindlichkeiten

Gemäß IFRS 15 sind auf Vertragsebene bestehende Leistungsverpflichtungen gegenüber Kunden als Vertragsverbindlichkeit auszuweisen. Diese entsprechen der Verpflichtung der Bosch-Gruppe, Waren und Dienstleistungen, für die die Gegenleistung vom Kunden bereits erbracht wurde, auf den Kunden zu übertragen.

Als Vertragsverbindlichkeit aus zeitraumbezogener Umsatzrealisierung werden von Kunden erhaltene Beträge ausgewiesen, die die als Umsatz ausgewiesene, von der Bosch-Gruppe erbrachte Leistung übersteigen. In den Vertragsverbindlichkeiten aus noch nicht erbrachten Leistungen sind überwiegend die erhaltenen Anzahlungen aus Verträgen, die in den Anwendungsbereich von IFRS 15 fallen, sonstige erhaltene Anzahlungen sowie Verpflichtungen aus abgerechneten, aber noch nicht erbrachten Leistungen enthalten.

MILLIONEN EURO 2020 2019
bis 1 Jahr über 1 Jahr bis 1 Jahr über 1 Jahr
Aus zeitraumbezogener Umsatzrealisierung 26 0 25 1
Aus noch nicht erbrachten Leistungen 1.252 345 1.360 287
1.278 345 1.385 288

26 Sonstige Verbindlichkeiten, sonstige Rückstellungen und Eventualverbindlichkeiten

Sonstige Verbindlichkeiten

MILLIONEN EURO 2020 2019
bis 1 Jahr über 1 Jahr bis 1 Jahr über 1 Jahr
Abgegrenzte Verbindlichkeiten im Personalbereich 2.311 2.076
Abgegrenzte Verbindlichkeiten im Verkaufsbereich 1.877 1.432
Sonstige abgegrenzte Verbindlichkeiten 907 982
Steuerverbindlichkeiten (ohne Ertragsteuern) 836 734
Passive Rechnungsabgrenzungsposten 320 107 283 104
Übrige sonstige Verbindlichkeiten 345 56 357 68
6.596 163 5.864 172

Die abgegrenzten Verbindlichkeiten betreffen im Personalbereich im Wesentlichen Urlaubs- und Gehaltsansprüche sowie abgegrenzte Sonderzahlungen, im Verkaufsbereich vor allem Bonus- und Provisionszahlungen.

Sonstige Rückstellungen

Sonstige Rückstellungen werden gemäß IAS 37 Rückstellungen, Eventualverbindlichkeiten und Eventualforderungen dann gebildet, wenn eine gegenwärtige Verpflichtung aus einem vergangenen Ereignis besteht und diese wahrscheinlich zu einem künftigen Abfluss von Ressourcen führt. Außerdem muss deren Höhe zuverlässig geschätzt werden können. Die Bewertung der sonstigen Rückstellungen erfolgt zu Vollkosten. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden mit ihrem abgezinsten Erfüllungsbetrag angesetzt, wenn der Effekt wesentlich ist. Die Abzinsung erfolgt mit dem risikoadäquaten Kapitalmarktzinssatz.

Die Zusammensetzung der sonstigen Rückstellungen ist aus der folgenden Tabelle ersichtlich:

MILLIONEN EURO 2020 2019
bis 1 Jahr über 1 Jahr bis 1 Jahr über 1 Jahr
Steuerrückstellungen (ohne Ertragsteuern) 28 13 54 17
Rückstellungen im Personalbereich 1.406 2.974 1.065 2.435
Rückstellungen im Vertriebsbereich 2.242 1.422 2.070 1.182
Übrige sonstige Rückstellungen 2.223 975 1.785 1.135
5.899 5.384 4.974 4.769

Rückstellungen im Personalbereich betreffen Verpflichtungen aus Personalanpassungsmaßnahmen, Mitarbeiterjubiläen, Altersteilzeit und weitere Sonderleistungen. Rückstellungen im Vertriebsbereich berücksichtigen überwiegend Verluste aus Liefer- und Garantieverpflichtungen einschließlich der Risiken aus Rückruf-, Austausch- und Produkthaftungsfällen. Die übrigen sonstigen Rückstellungen werden unter anderem für Risiken aus Einkaufsverpflichtungen, Umweltschutzverpflichtungen, Prozessrisiken und rechtliche Risiken gebildet.

Die sonstigen Rückstellungen haben sich wie folgt entwickelt:

MILLIONEN EURO 1.1.2020 Verbrauch Auflösung Zuführung Währung 31.12.2020
Steuerrückstellungen (ohne Ertragsteuern) 71 - 24 - 10 11 - 7 41
Rückstellungen im Personalbereich 3.500 - 726 - 124 1.778 - 48 4.380
Rückstellungen im Vertriebsbereich 3.252 -1.244 - 443 2.198 - 99 3.664
Übrige sonstige Rückstellungen 2.920 - 484 - 246 1.086 - 78 3.198
9.743 -2.478 - 823 5.073 - 232 11.283

Von den Zuführungen entfallen 20 Millionen EUR (Vorjahr 35 Millionen EUR) auf Aufzinsungen.

Mit Blick auf Dieselfahrzeug-Emissionen gibt es Ermittlungen in- und ausländischer Behörden gegen verschiedene Fahrzeughersteller und im Ausland zum Teil auch gegen Bosch als Lieferanten von Motorsteuergeräten. Gegen Bosch sind nach unserer Kenntnis in 2020 keine neuen Ermittlungsverfahren eröffnet worden, aber auch keine der im Ausland noch laufenden Verfahren abgeschlossen worden.

Zudem ist Bosch im Hinblick auf die Ereignisse bei Dieselfahrzeug-Emissionen bei verschiedenen Herstellern auch weiterhin weltweit in zahlreichen zivilrechtlichen Sammel- und Einzelklagen Beklagte. In den USA und Kanada konnte Bosch 2020 mehrere Verfahren, einschließlich großer Sammelklagen, mit kumuliert weniger als 60 Millionen EUR vergleichen. Bosch erkennt damit weder den von den Klägern vorgetragenen Sachverhalt an, noch räumt Bosch Schuld ein. In Deutschland hat Bosch alle rechtskräftig beendeten Verfahren gewonnen. Im vergangenen Jahr sind zugleich auch neue Klagen insbesondere in den Niederlanden und in Israel hinzugekommen. Aus den anhängigen und drohenden weiteren Klagen drohen Risiken, die wir jedoch insgesamt nicht größer einschätzen als schon bisher. Bosch wahrt in allen diesen Verfahren seine Rechte.

Mit Blick auf etwaige zivilrechtliche Risiken, die mit abgeschlossenen Kartellverfahren verbunden sind, führt Bosch zudem Gespräche mit Kunden über eine Kompensation. Ermittlungen von Kartellbehörden im Automobilzulieferbereich, auch gegen Bosch, dauern unterdessen in einzelnen Ländern an. Zudem laufen weiterhin Ermittlungen bei BSH Hausgeräte in Frankreich mit Blick auf einen möglichen Kartellverstoß.

Auf Basis der zum Zeitpunkt der Aufstellung des Konzernabschlusses vorliegenden und von der Geschäftsführung beurteilten Sachverhalte zu den Themen Kartellrecht und Motorsteuergeräte wurde nach Auffassung der Geschäftsführung ausreichende Risikovorsorge in Form von Rückstellungen für rechtliche Risiken gebildet. Für die verschiedenen genannten Rechtsrisiken beläuft sich der Bestand an Rückstellungen im gesamten Konzern auf 855 Millionen EUR (Vorjahr 881 Millionen EUR).

Im Automobilbereich hat nach einem Einbruch im zweiten Quartal die Nachfrage nach Halbleitern im zweiten Halbjahr des Geschäftsjahres wieder stark angezogen. Dieser erhöhte Bedarf der Automobilindustrie und die hohe Nachfrage nach Halbleitern aus den Bereichen Unterhaltungselektronik, Computer und Kommunikation führten zu globalen Lieferengpässen in der Halbleiterindustrie, die weiter verstärkt wurden durch Fabrikschließungen einiger Halbleiterhersteller wegen der Coronavirus-Pandemie. Das aus den globalen Lieferengpässen in der Halbleiterindustrie erwartete kommerzielle Risiko wurde unter Berücksichtigung der erforderlichen Annahmen und Schätzungen bewertet und im Konzernabschluss bilanziell abgebildet. Zur Wahrung der Interessen der Bosch-Gruppe wird unter Anwendung von IAS 37.92 auf weitere Angaben verzichtet.

Eventualverbindlichkeiten

Für folgende Eventualverbindlichkeiten werden keine Rückstellungen gebildet, da der Eintritt des Risikos als wenig wahrscheinlich betrachtet wird:

MILLIONEN EURO 2020 2019
Verbindlichkeiten aus der Begebung und Übertragung von Wechseln 9 12
Verbindlichkeiten aus Bürgschaften 13 32
Sonstige Verbindlichkeiten 16 18
38 62

27 Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen

Pensionsrückstellungen werden nach IAS 19 Leistungen an Arbeitnehmer entsprechend dem Anwartschaftsbarwertverfahren gebildet, das unter anderem zu erwartende Steigerungen von Renten und Gehältern berücksichtigt. Der Aufwand aus der Aufzinsung von Pensionsrückstellungen wird im Finanzergebnis unter den Zinsaufwendungen ausgewiesen.

Mitarbeitern der in den Konzernabschluss einbezogenen Gesellschaften stehen in Abhängigkeit von den Rahmenbedingungen des jeweiligen Landes Ansprüche im Rahmen der betrieblichen Altersversorgung zu. Die Versorgungsleistungen umfassen sowohl bereits laufende Leistungen als auch Anwartschaften aktiver oder ausgeschiedener Mitarbeiter.

Die betriebliche Altersversorgung erfolgt im Konzern sowohl beitrags- als auch leistungsorientiert. Bei den beitragsorientierten Altersversorgungssystemen (Defined Contribution Plans) zahlt das Unternehmen aufgrund gesetzlicher oder vertraglicher Bestimmungen bzw. auf freiwilliger Basis Beiträge an staatliche oder private Versorgungs- oder Versicherungsträger. Über die Zahlung der Beiträge hinaus bestehen für das Unternehmen keine weiteren Leistungsverpflichtungen. Bei leistungsorientierten Versorgungssystemen (Defined Benefit Plans) handelt es sich um rückstellungs-, fonds- oder versicherungsfinanzierte Versorgungssysteme.

Die Anlage des Planvermögens ist an den zugrundeliegenden leistungsorientierten Versorgungszusagen ausgerichtet. Zu diesem Zweck werden regelmäßig Asset-Liability-Studien durchgeführt. Eine wichtige Steuerungsgröße dabei ist der Finanzierungsstatus. Dieser wird von Bosch fortlaufend unter Beteiligung von externen Experten überwacht. Die Anlagepolitik ergibt sich aus entsprechenden Governance-Richtlinien. Für die Umsetzung der Vermögensanlage sind externe Vermögensverwalter mandatiert.

Im Folgenden werden die für die Bosch-Gruppe bedeutendsten leistungsorientierten Altersvorsorgepläne sowie Pläne für die medizinische Versorgung nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses beschrieben. Diese Pläne unterliegen versicherungsmathematischen Risiken wie Langlebigkeitsrisiken, Zinsänderungsrisiken und Kapitalmarktrisiken.

Deutschland

Der am 1. Januar 2006 eingeführte Plan zur betrieblichen Altersvorsorge (Bosch bAV Plan) ist ein beitragsbasierter Vorsorgeplan mit gehaltsabhängigen Beiträgen zum Aufbau von Altersleistungen sowie Zusatzleistungen für Erwerbsminderungs- und Todesfälle. Der Bosch bAV Plan ist zum Teil über einen externen Versorgungsträger, die Bosch Pensionsfonds AG, finanziert. Der Wert der Vermögenswerte des externen Versorgungsträgers wird mit der nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren (projected unit credit method) ermittelten Pensionsverpflichtung verrechnet.

Während der Anwartschaftsphase werden Firmen- und Mitarbeiterbeiträge bis zur steuerlichen Höchstgrenze gemäß § 3 Nr. 63 EStG dem Vermögen der Bosch Pensionsfonds AG zugeführt. Beiträge, die die steuerliche Höchstgrenze überschreiten, werden der Direktzusage zugewiesen. Die Höhe der gesamten Anwartschaft, unabhängig davon, ob aus der Bosch Pensionsfonds AG zugeführten oder der Direktzusagen zugewiesenen Beiträgen, entwickelt sich analog zur Performance des Bosch Pensionsfonds. Anwartschaften aus Zusagen vor Einführung des Bosch bAV Plans wurden in den Bosch bAV Plan überführt. Für eine stetig abnehmende Anzahl von Mitarbeitern in der Anwartschaftsphase ist als Übergangsregelung eine feste Verzinsung der Anwartschaft garantiert.

Zusatzleistungen für Erwerbsminderungs- und Todesfälle werden aufgrund der Dienstzeitunabhängigkeit der Zusage bilanziell erst nach Eintritt eines entsprechenden Versorgungsfalles erfasst.

Die erdienten Ansprüche werden bei Renteneintritt, Erwerbsminderung oder Tod nach Wahl des Anspruchsberechtigten in Form von Einmalzahlungen, Ratenzahlungen oder als lebenslange Rente ausgezahlt. Für Versorgungsfälle ab dem 1. Januar 2016 erfolgt die Rentenauszahlung über den Bosch Pensionsfonds als fondsförmige Rente. Aufgrund der geringen Wahrscheinlichkeit der Inanspruchnahme der Einstandspflicht von Bosch wird der Plan von Rentenbeginn an wie ein beitragsorientierter Plan behandelt.

Die Ermittlung der Pensionsverpflichtung beruhte bislang auf der vorsichtigen Annahme, dass die Anspruchsberechtigten Auszahlungsformen wählen, die zum höchsten bilanziellen Verpflichtungswert führen. Die Berücksichtigung des statistisch beobachtbaren und verfestigten Wahlverhaltens der Anspruchsberechtigten führte in 2020 zu einer Reduzierung des Verpflichtungsumfangs und entsprechenden versicherungsmathematischen Gewinnen aus Veränderungen bei den demographischen Annahmen.

Japan

Die Mehrheit der Pensionsverpflichtungen sind Unternehmenszusagen (Corporate Pension Plans; CPPs), generell in Form von kapitalgedeckten Karrieredurchschnittsplänen. Die Leistungen basieren auf gehaltsabhängigen Beiträgen, die verzinst werden. Die Verzinsung ist abhängig von der Plangestaltung.

Weiterhin bestehen Verpflichtungen aus nicht kapitalgedeckten Zusagen (Retirement Allowance Plans; RAPs), die Leistungen basieren auf Betriebszugehörigkeit und Endgehalt.

Alle Leistungen werden in Form von Einmalzahlungen bei Kündigung, Tod oder Renteneintritt ausgezahlt. Annuitätszahlungen sind für Mitarbeiter in einigen CPPs ab einer bestimmten Betriebszugehörigkeit möglich.

Schweiz

Bosch unterhält einen kapitalgedeckten Pensionsplan. Der Bosch Pensionsplan hat die Rechtsform einer Stiftung. Alle demographischen und finanziellen Risiken werden durch die Stiftung getragen und vom Stiftungsrat regelmäßig beurteilt. Im Falle einer Unterdeckung können Anpassungen wie die Veränderung der Verrentungsfaktoren oder die Erhöhung zukünftiger Beiträge vorgenommen werden.

Pensionspläne unterstehen dem schweizerischen Bundesgesetz über die berufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge (BVG). Alle Leistungen sind gesetzlich definiert, das BVG bestimmt die Höhe der zu gewährenden Mindestleistungen. Der Bosch Pensionsplan erfüllt alle gesetzlichen Anforderungen.

Einzahlungen in den Bosch Pensionsplan erfolgen als Firmen- und Mitarbeiterbeiträge. Die Auszahlung der Leistungen erfolgt in Form von lebenslangen Renten oder Einmalzahlungen.

Vereinigtes Königreich

Bosch finanziert einen endgehaltsabhängigen leistungsorientierten Pensionsplan, der geschlossen ist. Die Verpflichtung ist über eine Treuhandgesellschaft finanziert, die rechtlich unabhängig von Bosch ist und nach gesetzlichen Bestimmungen geführt wird. Die Treuhänder sind verpflichtet, die gesetzlichen Anforderungen einzuhalten. Der Plan weist ein Finanzierungsdefizit aus, das mittels eines Sanierungsplanes geschlossen wird.

Die erdienten Ansprüche werden bei Renteneintritt, Erwerbsminderung oder Tod ausgezahlt.

USA

Bosch unterhält den Bosch Pensionsplan und weitere kleinere leistungsorientierte Versorgungspläne, die alle kapitalgedeckt sind und den ERISA-Vorschriften genügen. Somit gelten die entsprechenden gesetzlichen Mindestfinanzierungsbestimmungen für diese Pläne. Der Bosch Pensionsplan ist ein Cash Balance Plan, bei dem die Leistungen abhängig von Alter, Firmenzugehörigkeit und Gehalt sind. Leistungen werden bei Renteneintritt oder Tod ausgezahlt. Der Plan ist geschlossen für Neueintritte.

Ebenfalls für Neueintritte geschlossen sind ungedeckte Versorgungspläne, die Leistungen für bestimmte Führungskräfte oder für Mitglieder des Bosch Pensionsplans bereitstellen, deren Einkünfte oberhalb der gesetzlichen Beitragsbemessungsgrundlage liegen. Die Leistungen sind abhängig von Alter, Firmenzugehörigkeit sowie Gehalt und werden bei Renteneintritt oder Tod ausgezahlt.

Darüber hinaus finanziert Bosch Pläne für medizinische Versorgung nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses, die nicht kapitalgedeckt sind. Mehrere Pläne sind bereits geschlossen. Das Niveau der Leistungen und die Beiträge für Rentner unterscheiden sich je nach Standort, Alter und Firmenzugehörigkeit. Zu den Unterstützungsleistungen gehören Gesundheitsfürsorgeleistungen und Lebensversicherungsleistungen für Rentner und deren Ehepartner.

Bei allen leistungsorientierten Versorgungssystemen erfolgen versicherungsmathematische Berechnungen und Schätzungen. Dabei spielen neben Annahmen zur Lebenserwartung die folgenden Rechnungsparameter unter Berücksichtigung dynamischer Entwicklungen eine Rolle, die von der wirtschaftlichen Situation des jeweiligen Landes abhängen:

IN PROZENT Deutschland Japan Schweiz
2020 2019 2020 2019 2020 2019
Abzinsungsfaktor 0,5 1,0 0,4 0,3 0,1 0,2
Gehaltstrend 3,0 3,0 2,3 2,3 1,6 1,5
Rententrend 1,5 1,5 n.a. n.a. 0,0 0,0
IN PROZENT UK USA Gesamt
2020 2019 2020 2019 2020 2019
Abzinsungsfaktor 1,4 2,0 2,4 3,2 0,8 1,3
Gehaltstrend 2,7 2,7 3,5 3,5 3,0 3,0
Rententrend 2,7 2,9 n.a. n.a. 1,4 1,4

n.a. nicht anwendbar

Zur Ermittlung des Abzinsungsfaktors in der Eurozone wurden Unternehmensanleihen berücksichtigt, die am Bilanzstichtag von mindestens einer der führenden Ratingagenturen mit AA bewertet wurden.

Der Gehaltstrend enthält zukünftig erwartete Gehaltssteigerungen, die unter anderem in Abhängigkeit von der wirtschaftlichen Situation und der Inflation geschätzt werden.

Der Rententrend für die inflationsabhängigen Rentenzahlungen orientiert sich an der Entwicklung länderspezifischer, anerkannter Indizes.

Die Bewertung der Pensionspläne erfolgt unter Anwendung der aktuellen Sterbetafeln zum 31. Dezember des jeweiligen Geschäftsjahres. Die zum 31. Dezember 2020 verwendeten Sterbetafeln sind in der folgenden Tabelle dargestellt:

Deutschland Heubeck Richttafeln 2018G
Japan 2020 MHLW Standard Table
Schweiz BVG 2015 with CMI_2016 improvement factors, long-term improvement of 1,5 %
UK 105 % for Males, 96 % for Females of S2PXA tables with 2017 CMI projections and 1,25 % long-term improvement
USA Pri-2012, projected by MP2020; aggregate for some plans, collar adjustments for others

Zum 31. Dezember 2019 wurden in den wesentlichen Ländern folgende Sterbetafeln verwendet:

Deutschland Heubeck Richttafeln 2018G
Japan 2015 MHLW Standard Table
Schweiz BVG 2015 Generationstafeln für Rentner, BVG 2015 P24 für Anwärter
UK 105 % for Males, 96 % for Females of S2PXA tables with 2017 CMI projections and 1,25 % long-term improvement
USA Pri-2012, projected by MP2019; aggregate for some plans, collar adjustments for others

Der Barwert der leistungsorientierten Verpflichtung kann für die wesentlichen Regionen wie folgt auf die Rückstellung übergeleitet werden:

MILLIONEN EURO 31.12.2020 Barwert der Verpflichtung Planvermögen Sonstiger Vermögenswert Nicht erfasster Vermögenswert Rückstellung
Deutschland 16.544 -4.389 12.155
Japan 229 - 295 11 87 32
Schweiz 917 - 940 32 9
UK 388 - 364 6 30
USA 1.829 -1.682 21 168
Sonstige 655 - 246 8 417
20.562 -7.916 78 87 12.811
31.12.2019
Deutschland 16.006 -4.024 11.982
Japan 250 - 298 11 70 33
Schweiz 908 - 914 12 6
UK 383 - 354 9 38
USA 1.881 -1.719 9 171
Sonstige 642 - 226 2 418
20.070 -7.535 43 70 12.648

Die Entwicklung der Nettoschuld der leistungsorientierten Verpflichtung ist aus der folgenden Tabelle ersichtlich:

MILLIONEN EURO Barwert der Verpflichtung Planvermögen Sonstiger Vermögenswert Nicht erfasster Vermögenswert Rückstellung
1.1.2020 20.070 -7.535 43 70 12.648
Nettoaufwand der Periode
Laufender Dienstzeitaufwand 592 592
Nachzuverrechnender früherer Dienstzeitaufwand - 3 - 3
Gewinne/Verluste aus Planabgeltung, die nicht in Zusammenhang mit nachzuverrechnendem Dienstzeitaufwand stehen - 4 - 4
Zinsaufwand/-ertrag 247 - 111 136
Sonstiges 4 4
832 - 107 0 0 725
Neubewertungen
Gewinne/Verluste aus Planvermögen ohne bereits im Zinsaufwand/-ertrag erfasste Beiträge - 371 - 371
Gewinne/Verluste aus der Änderung demographischer Annahmen - 584 - 584
Gewinne/Verluste aus der Änderung finanzieller Annahmen 1.078 1.078
Erfahrungsbedingte Gewinne/Verluste 166 166
Sonstige Anpassungen 20 20
660 - 371 0 20 309
Beiträge
Arbeitgeber - 379 - 379
Begünstigte der Pensionspläne 14 - 14 0
14 - 393 0 0 - 379
Rentenzahlungen 1 - 774 298 - 476
Sondereffekte (Planabgeltung) - 1 - 1
Transfers 0
Währungseffekte - 244 194 - 3 - 53
Änderungen im Konsolidierungskreis 5 - 2 3
Änderungen sonstige Vermögenswerte 35 35
31.12.2020 20.562 -7.916 78 87 12.811

1 Darunter 70 Millionen EUR für Übertragungen bei Rentenbeginn auf den Bosch Pensionsfonds zur Auszahlung einer fondsförmigen Rente.

MILLIONEN EURO Barwert der Verpflichtung Planvermögen Sonstiger Vermögenswert Nicht erfasster Vermögenswert Rückstellung
1.1.2019 18.268 -6.949 45 51 11.415
Nettoaufwand der Periode
Laufender Dienstzeitaufwand 624 624
Nachzuverrechnender früherer Dienstzeitaufwand 1 1
Gewinne/Verluste aus Planabgeltung, die nicht in Zusammenhang mit nachzuverrechnendem Dienstzeitaufwand stehen - 30 - 30
Zinsaufwand/-ertrag 363 - 154 209
Sonstiges 5 5
958 - 149 0 0 809
Neubewertungen
Gewinne/Verluste aus Planvermögen ohne bereits im Zinsaufwand/-ertrag erfasste Beiträge - 925 - 925
Gewinne/Verluste aus der Änderung demographischer Annahmen 48 48
Gewinne/Verluste aus der Änderung finanzieller Annahmen 1.513 1.513
Erfahrungsbedingte Gewinne/Verluste 424 424
Sonstige Anpassungen 0 16 16
1.985 - 925 0 16 1.076
Beiträge
Arbeitgeber - 419 - 419
Begünstigte der Pensionspläne 19 - 19 0
19 - 438 0 0 - 419
Rentenzahlungen 1 - 776 669 - 107
Sondereffekte (Planabgeltung) 0 0 0
Transfers 23 - 23 0
Währungseffekte 90 - 89 3 4
Änderungen im Konsolidierungskreis - 497 369 - 128
Änderungen sonstige Vermögenswerte - 2 - 2
31.12.2019 20.070 -7.535 43 70 12.648

1 Darunter 51 Millionen EUR für Übertragungen bei Rentenbeginn auf den Bosch Pensionsfonds zur Auszahlung einer fondsförmigen Rente.

Das Planvermögen setzt sich aus folgenden Bestandteilen zusammen:

IN PROZENT Deutschland Japan Schweiz
2020 2019 2020 2019 2020 2019
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 2 1 1 1 2 1
Eigenkapitalinstrumente 46 40 30 29 30 30
davon Europa 55 56 10 12 42 43
davon Nordamerika 22 20 35 39 35 34
davon Asien-Pazifik 14 13 55 49 6 7
davon Emerging Markets 8 9 14 13
davon Sonstige 1 2 3 3
Schuldinstrumente 48 48 65 66 31 32
davon Staatsanleihen 41 40 82 83 15 19
davon Unternehmensanleihen 57 57 13 11 60 60
davon sonstige Schuldinstrumente 2 3 5 6 25 21
Immobilien 2 2 34 34
davon selbst genutzt 89 78
davon nicht selbst genutzt 11 22 100 100
Versicherungen 2 2 4 4
Sonstige 7 3 3
IN PROZENT UK USA
2020 2019 2020 2019
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 1 1
Eigenkapitalinstrumente 36 37 34 40
davon Europa 40 41 16 16
davon Nordamerika 37 35 69 69
davon Asien-Pazifik 20 20 6 7
davon Emerging Markets 3 4 9 7
davon Sonstige 1
Schuldinstrumente 60 59 65 59
davon Staatsanleihen 43 50 30 18
davon Unternehmensanleihen 57 50 70 81
davon sonstige Schuldinstrumente 1
Immobilien
davon selbst genutzt
davon nicht selbst genutzt
Versicherungen 4 4
Sonstige

Für Zahlungsmittel und Eigenkapital- und Schuldinstrumente liegen Marktpreisnotierungen in einem aktiven Markt vor. Für die übrigen Anlageklassen liegen überwiegend keine Marktpreisnotierungen in einem aktiven Markt vor. In der Kategorie "Sonstige" werden im Wesentlichen Infrastrukturanlagen ausgewiesen.

Duration und erwartete Fälligkeiten der Pensionsverpflichtung

Zum 31. Dezember 2020 beträgt die gewichtete Duration der Pensionsverpflichtung 14,1 Jahre (Vorjahr 14,8 Jahre).

Erwartete Fälligkeiten der undiskontierten erwarteten Pensionszahlungen

MILLIONEN EURO 2020 2019
Weniger als ein Jahr 849 807
Zwischen einem und zwei Jahren 876 776
Zwischen zwei und drei Jahren 957 818
2.682 2.401

Die voraussichtlichen Zuwendungen zum Planvermögen im Geschäftsjahr 2021 belaufen sich auf 449 Millionen EUR (Vorjahr 444 Millionen EUR).

Die voraussichtlichen direkt zu erbringenden Versorgungsleistungen im Geschäftsjahr 2021 betragen 545 Millionen EUR (Vorjahr 503 Millionen EUR).

Sensitivität der leistungsorientierten Verpflichtung in Bezug auf die versicherungsmathematischen Parameter

IN PROZENT Deutschland Japan Schweiz
2020 2019 2020 2019 2020 2019
Abzinsungsfaktor
Erhöhung um 0,5 Prozentpunkte -5,0 -5,0 -4,4 -4,1 -6,1 -5,8
Verringerung um 0,5 Prozentpunkte 5,7 5,6 4,7 4,5 7,3 7,1
Gehaltstrend
Erhöhung um 0,25 Prozentpunkte n.a. n.a. 0,8 0,8 0,2 0,2
Verringerung um 0,25 Prozentpunkte n.a. n.a. -0,8 -0,8 -0,2 -0,2
Rententrend
Erhöhung um 0,25 Prozentpunkte 0,6 0,6 n.a. n.a. 2,5 2,5
Verringerung um 0,25 Prozentpunkte -0,6 -0,6 n.a. n.a. -2,4 -2,4
Lebenserwartung
Zunahme um ein Jahr 2,2 2,2 n.a. n.a. 3,0 3,0
IN PROZENT UK USA
2020 2019 2020 2019
Abzinsungsfaktor
Erhöhung um 0,5 Prozentpunkte -8,7 -8,1 -6,1 -6,0
Verringerung um 0,5 Prozentpunkte 9,5 9,4 6,8 6,7
Gehaltstrend
Erhöhung um 0,25 Prozentpunkte 0,4 0,4 0,0 0,0
Verringerung um 0,25 Prozentpunkte -0,4 -0,4 0,0 0,0
Rententrend
Erhöhung um 0,25 Prozentpunkte 1,7 1,7 n.a. n.a.
Verringerung um 0,25 Prozentpunkte -1,7 -1,7 n.a. n.a.
Lebenserwartung
Zunahme um ein Jahr 3,6 3,6 2,6 2,6

n.a. nicht anwendbar

Die Sensitivitätsanalysen der leistungsorientierten Pensionsverpflichtung für die maßgeblichen versicherungsmathematischen Annahmen basieren auf dem gleichen Verfahren, das für die in der Konzernbilanz ausgewiesenen Verpflichtungen aus Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses angewendet wurde (Anwartschaftsbarwertverfahren). Es wurde jeweils die Änderung einer Annahme angesetzt und die übrigen Annahmen unverändert gelassen. Mögliche Korrelationseffekte wurden somit nicht berücksichtigt.

Beitragsorientierte Versorgungspläne

Beitragsorientierte Versorgungspläne enthalten im Wesentlichen Arbeitnehmerbeiträge an staatliche Rentensysteme und Firmenbeiträge für Beitragszusagen des Unternehmens. Die Aufwendungen für beitragsorientierte Versorgungspläne belaufen sich auf 1.301 Millionen EUR (Vorjahr 1.449 Millionen EUR).

Jubiläumsrückstellungen

Die Aufwendungen für die Zuführung zu den Jubiläumsrückstellungen betragen 73 Millionen EUR (Vorjahr 88 Millionen EUR).

28 Eigenkapital

Das gezeichnete Kapital von 1.200 Millionen EUR und die Kapitalrücklage von 4.557 Millionen EUR entsprechen den bei der Robert Bosch GmbH ausgewiesenen Bilanzwerten. Das gezeichnete Kapital verteilt sich auf die Gesellschafter wie folgt:

Gesellschafter der Robert Bosch GmbH

IN PROZENT Anteilsbesitz Stimmrechte
Robert Bosch Stiftung GmbH 93,99
Robert Bosch Industrietreuhand KG 0,01 93,17
ERBO II GmbH 4,54
Familie Bosch 0,82 6,83
Robert Bosch GmbH (eigene Anteile) 0,64

Die Gewinnrücklagen enthalten die in der Vergangenheit erzielten Ergebnisse der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen, soweit sie nicht ausgeschüttet wurden, sowie die kumulierte übrige Eigenkapitalveränderung. Von den im Geschäftsjahr in der Position Finanzinstrumente erfolgsneutral erfassten Wertänderungen entfallen 737 Millionen EUR (Vorjahr 1.071 Millionen EUR) auf Eigenkapitalinstrumente und 98 Millionen EUR (Vorjahr 187 Millionen EUR) auf Schuldinstrumente.

Darüber hinaus sind in den Gewinnrücklagen eigene Anteile in Höhe von 62 Millionen EUR (Vorjahr 62 Millionen EUR) berücksichtigt.

Die Geschäftsführung schlägt vor, eine Dividende in Höhe von 67 Millionen EUR auszuschütten.

Nicht beherrschende Anteile

Die nicht beherrschenden Anteile am Eigenkapital der konsolidierten Tochterunternehmen betreffen im Wesentlichen die konzernfremden Gesellschafter der United Automotive Electronic Systems Co., Ltd., Shanghai, der Bosch Automotive Diesel Systems Co., Ltd., Wuxi, der Bosch HUAYU Steering Systems Group, Shanghai, alle China, sowie der Bosch Ltd., Bengaluru, Indien.

Sonstige Erläuterungen

29 Kapitalflussrechnung

In der Kapitalflussrechnung werden die Zahlungsströme aufgegliedert nach Mittelzu- und -abflüssen aus betrieblicher Tätigkeit, Investitions- und Finanzierungstätigkeit.

Ausgehend vom EBIT werden die Cash-Flows indirekt abgeleitet. Beim EBIT handelt es sich um das Ergebnis vor Steuern und vor Finanzergebnis. Bereinigt um nicht zahlungswirksame Aufwendungen und Erträge - im Wesentlichen Abschreibungen des Anlagevermögens - und unter Berücksichtigung von Veränderungen des Working Capital sowie unter Einbeziehung zahlungswirksamer Finanzaufwendungen, Finanzerträge und Steuern ergibt sich der Cash-Flow aus betrieblicher Tätigkeit.

Die Investitionstätigkeit umfasst im Wesentlichen die Zugänge des Anlagevermögens einschließlich vermieteter Erzeugnisse und den Kauf oder Verkauf von Tochterunternehmen und sonstigen Geschäftseinheiten sowie Wertpapieren und sonstigen finanziellen Vermögenswerten.

In der Finanzierungstätigkeit sind Zahlungsmittelzu- und -abflüsse aus der Aufnahme bzw. Tilgung von Finanzverbindlichkeiten, der Tilgung von Leasingverbindlichkeiten und aus Dividenden zusammengefasst.

In der Kapitalflussrechnung enthaltene Veränderungen von Bilanzpositionen sind nicht unmittelbar aus der Bilanz abzuleiten, da sie um Wechselkurseffekte und Veränderungen des Konsolidierungskreises bereinigt sind.

In der Position Erhaltene Zinsen und Dividenden sind erhaltene Zinsen in Höhe von 355 Millionen EUR (Vorjahr 436 Millionen EUR) und erhaltene Dividenden in Höhe von 40 Millionen EUR (Vorjahr 60 Millionen EUR) enthalten.

Die in der Kapitalflussrechnung ausgewiesene Liquidität enthält flüssige Mittel von 8.955 Millionen EUR (Vorjahr 4.558 Millionen EUR). Es bestehen im Geschäftsjahr Transferbeschränkungen für flüssige Mittel in Höhe von 53 Millionen EUR (Vorjahr 5 Millionen EUR).

Die Veränderungen der Verbindlichkeiten aus Finanzierungstätigkeit während des Geschäftsjahres und des Vorjahres sind aus den folgenden Tabellen ersichtlich:

MILLIONEN EURO Zahlungswirksame Veränderungen Nicht zahlungswirksame Veränderungen
1.1.2020 Aufnahme Tilgung Konsolidierungskreisbedingte Änderungen, sonstige Änderungen
Anleihen 3.004 - 500 2
Schuldscheindarlehen, Namensschuldverschreibungen 1.498 1.996 1
Sonstige Finanzverbindlichkeiten 146 193 - 41
Leasingverbindlichkeiten 2.111 - 539 518
6.759 2.189 -1.080 521
MILLIONEN EURO Nicht zahlungswirksame Veränderungen
Wechselkursbedingte Änderungen 31.12.2020
Anleihen 2.506
Schuldscheindarlehen, Namensschuldverschreibungen 3.495
Sonstige Finanzverbindlichkeiten - 27 271
Leasingverbindlichkeiten - 58 2.032
- 85 8.304
MILLIONEN EURO Zahlungswirksame Veränderungen Nicht zahlungswirksame Veränderungen
1.1.2019 Aufnahme Tilgung Konsolidierungskreisbedingte Änderungen, sonstige Änderungen
Anleihen 3.301 - 300 3
Schuldscheindarlehen, Namensschuldverschreibungen 1.652 - 154
Sonstige Finanzverbindlichkeiten 283 28 - 154 - 11
Leasingverbindlichkeiten 2.115 - 497 485
7.351 28 -1.105 477
MILLIONEN EURO Nicht zahlungswirksame Veränderungen
Wechselkursbedingte Änderungen 31.12.2019
Anleihen 3.004
Schuldscheindarlehen, Namensschuldverschreibungen 1.498
Sonstige Finanzverbindlichkeiten 146
Leasingverbindlichkeiten 8 2.111
8 6.759

30 Segmentberichterstattung

Angaben zu den Geschäftssegmenten

MILLIONEN EURO Mobility Solutions Industrial Technology Consumer Goods
2020 2019 2020 2019 2020 2019
Umsatz mit Dritten 42.120 46.784 5.131 7.494 18.659 17.752
Umsatz mit anderen Segmenten 1 1 219 2 202
Gesamtumsatz 42.121 46.785 5.350 7.496 18.861 17.752
EBIT - 654 756 240 897 1.922 1.041
davon: Ergebnis aus Unternehmen, die nach der Equity-Methode einbezogen werden - 4 - 7
Nicht zahlungswirksame Aufwendungen (ohne Abschreibungen) 4.394 3.414 364 558 842 812
Planmäßige Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte, Nutzungsrechte und Sachanlagen 1 3.336 3.562 206 243 963 1.009
Außerplanmäßige Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte, Nutzungsrechte und Sachanlagen 97 163 5 2 30
Nicht zahlungswirksame Erträge 613 771 96 107 167 105
Vermögenswerte 15.905 17.278 2.273 2.701 6.670 7.181
Schulden 5.176 5.165 486 548 2.113 1.945
At Equity bewertete Beteiligungen 0 4
MILLIONEN EURO Energy and Building Technology Sonstiges Konsolidierung
2020 2019 2020 2019 2020 2019
Umsatz mit Dritten 5.502 5.654 82 37
Umsatz mit anderen Segmenten 2 11 - 424 - 14
Gesamtumsatz 5.504 5.665 82 37 - 424 - 14
EBIT 251 290 - 102 - 81
davon: Ergebnis aus Unternehmen, die nach der Equity-Methode einbezogen werden
Nicht zahlungswirksame Aufwendungen (ohne Abschreibungen) 357 392 35 16
Planmäßige Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte, Nutzungsrechte und Sachanlagen 1 214 200 34 34
Außerplanmäßige Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte, Nutzungsrechte und Sachanlagen 2
Nicht zahlungswirksame Erträge 64 150 12 2
Vermögenswerte 1.620 1.615 26 6
Schulden 407 389 31 12
At Equity bewertete Beteiligungen
MILLIONEN EURO Konzern 2020 Konzern 2019
Umsatz mit Dritten 71.494 77.721
Umsatz mit anderen Segmenten
Gesamtumsatz 71.494 77.721
EBIT 1.657 2.903
davon: Ergebnis aus Unternehmen, die nach der Equity-Methode einbezogen werden - 4 - 7
Nicht zahlungswirksame Aufwendungen (ohne Abschreibungen) 5.992 5.192
Planmäßige Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte, Nutzungsrechte und Sachanlagen 1 4.753 5.048
Außerplanmäßige Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte, Nutzungsrechte und Sachanlagen 104 195
Nicht zahlungswirksame Erträge 952 1.135
Vermögenswerte 26.494 28.781
Schulden 8.213 8.059
At Equity bewertete Beteiligungen 0 4

1 Im Berichtsjahr nach Verrechnung von Zuschreibungen in Höhe von 1 Million EUR.

Die Bosch-Gruppe ist entsprechend der internen Management- und Berichtsstruktur in vier Unternehmensbereiche gegliedert. Diese stellen die berichtspflichtigen Geschäftssegmente dar und resultieren aus der Zusammenfassung von Geschäftsbereichen entsprechend den in IFRS 8 Geschäftssegmente genannten Kriterien. Das operative Geschäft innerhalb der Unternehmensbereiche liegt in der Verantwortung der Geschäftsbereiche.

Der Unternehmensbereich Mobility Solutions umfasst im Wesentlichen die Geschäftsfelder Produkte und Lösungen in der Antriebstechnik, Systeme für die aktive und passive Fahrzeugsicherheit, Assistenz- und Komfortfunktionen, Technik für bedienerfreundliches Infotainment und fahrzeugübergreifende Kommunikation, Konzepte, Technik und Service für den Kraftfahrzeughandel, Lenkungstechnik für Personenwagen und Nutzfahrzeuge, vernetzte Mobilitätsdienstleistungen sowie ein umfassendes Portfolio für Elektrofahrräder.

Im Unternehmensbereich Industrial Technology sind folgende Aktivitäten zusammengefasst:

Automatisierungstechnik (Technologien zum Antreiben, Steuern und Bewegen),

Softwareaktivitäten und Projekte im Bereich Industrie 4.0.

Der Unternehmensbereich Consumer Goods umfasst die Herstellung und den Vertrieb von

Elektrowerkzeugen (Geräte für Handwerk, Industrie und Heimwerker, Zubehör, Gartenwerkzeuge sowie Industrie- und Messwerkzeuge),

Hausgeräten (Anwendungen für Kochen, Spülen, Waschen, Trocknen, Kühlen, Gefrieren, Bodenpflege usw.).

Der Unternehmensbereich Energy and Building Technology umfasst die folgenden Aktivitäten:

Sicherheitssysteme (Videoüberwachung, Beschallung, Evakuierung und Zutrittskontrolle),

Dienstleistungen zur Steigerung der Energieeffizienz in gewerblichen Gebäuden,

Thermotechnik (Heizungs- und Warmwassergeräte inkl. Regelungen und Steuerungen),

Servicelösungen (Business Solutions für interne und externe Kunden, Shared Services für die Bosch-Gruppe).

Geschäftssegmente, die nicht berichtspflichtig sind, werden in der Kategorie "Sonstiges" zusammengefasst und dargestellt. Hierbei handelt es sich im Wesentlichen um Finanz-, Holding- und sonstige Dienstleistungsgesellschaften sowie die verbleibenden Aktivitäten im Bereich Photovoltaik.

Die den einzelnen Unternehmensbereichen zugeordneten Geschäftsbereiche werden jeweils zu einem berichtspflichtigen Geschäftssegment zusammengefasst, weil sie vergleichbare wirtschaftliche Merkmale aufweisen. Dazu gehört vor allem die vergleichbare Abhängigkeit der wirtschaftlichen Entwicklung aller zu einem Geschäftssegment zusammengefassten Geschäftsbereiche von jeweils den gleichen Kernmärkten (Automobilproduktion, Investitionsgüter, Gebrauchsgüter sowie Energie- und Gebäudetechnik).

Positionen, die zur Finanzierungstätigkeit gehören, sind nicht Bestandteil der Segmentdarstellung.

Wesentliche Steuerungsgrößen, die an das Management berichtet werden, sind das Umsatzwachstum, das EBIT sowie das Net Working Capital als Kennziffer für das im Wesentlichen kurzfristig gebundene Kapital. Das Net Working Capital ist eine Durchschnittsgröße aus Vorräten, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Vertragsvermögenswerten abzüglich der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie der Vertragsverbindlichkeiten.

Die Verrechnungspreise zwischen den Geschäftssegmenten werden anhand der marktüblichen Konditionen unter fremden Dritten ermittelt.

Wesentliche Posten unter den nicht zahlungswirksamen Aufwendungen sind Wertberichtigungen auf Forderungen, Zuführungen zu Rückstellungen sowie Verluste aus Abgängen von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten.

Wesentliche Posten unter den nicht zahlungswirksamen Erträgen sind Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen.

Das Segmentvermögen umfasst die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die Vorräte sowie die kurz- und langfristigen Vertragsvermögenswerte, jeweils vor Wertberichtigungen. Die Segmentschulden enthalten die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie die kurz- und langfristigen Vertragsverbindlichkeiten. Die Positionen des Segmentvermögens und der Segmentschulden werden zu Jahresdurchschnittswerten berichtet.

Überleitungsrechnungen

MILLIONEN EURO 2020 2019
Umsatz
Umsatz der berichtspflichtigen Segmente 71.836 77.698
Umsatz Sonstiges 82 37
Konsolidierung - 424 - 14
Konzernumsatz 71.494 77.721
Ergebnis
EBIT der berichtspflichtigen Segmente 1.759 2.984
EBIT Sonstiges - 102 - 81
Finanzerträge 2.570 2.301
Finanzaufwendungen -2.722 -1.948
Ergebnis vor Steuern 1.505 3.256
Vermögenswerte
Vermögenswerte der berichtspflichtigen Segmente 26.468 28.775
Vermögenswerte Sonstiges 26 6
Überleitung auf die Werte zum 31.12. 1.445 141
Wertberichtigungen auf Vermögenswerte der Segmente -1.885 -2.264
Übrige kurzfristige Vermögenswerte 16.184 10.374
Übrige langfristige Vermögenswerte 49.131 50.829
Vermögenswerte des Konzerns 91.369 87.861
Schulden
Schulden der berichtspflichtigen Segmente 8.182 8.047
Schulden Sonstiges 31 12
Überleitung auf die Werte zum 31.12. 1.778 1.287
Übrige kurzfristige Schulden 15.115 13.567
Übrige langfristige Schulden 26.097 23.869
Schulden des Konzerns 51.203 46.782

Angaben nach wesentlichen Ländern

MILLIONEN EURO Umsatz nach Sitz des Kunden Langfristige Vermögenswerte 1
2020 2019 2020 2019
Europa 37.969 40.817 21.047 21.865
darunter Deutschland 14.764 15.705 13.279 13.564
darunter Vereinigtes Königreich 3.159 3.571 357 395
darunter Frankreich 2.776 3.180 422 459
darunter Italien 2.012 2.250 598 611
Amerika 11.815 14.433 3.670 4.240
darunter Vereinigte Staaten 8.826 10.911 3.173 3.591
Asien 20.728 21.405 7.152 7.813
darunter China 14.151 13.547 5.129 5.474
darunter Japan 2.197 2.699 518 575
Übrige Regionen 982 1.066 147 156
Konzern 71.494 77.721 32.016 34.074

1 Die langfristigen Vermögenswerte umfassen immaterielle Vermögenswerte, Nutzungsrechte und Sachanlagen.

Die Kundenstruktur der Bosch-Gruppe weist im Berichtszeitraum wie im Vorjahr keine Konzentration auf einzelne Kunden auf.

31 Zusätzliche Angaben zu Finanzinstrumenten

Ein Finanzinstrument ist gemäß IAS 32 Finanzinstrumente: Darstellung ein Vertrag, der gleichzeitig bei einem Unternehmen zu einem finanziellen Vermögenswert und bei einem anderen Unternehmen zu einer finanziellen Verbindlichkeit oder einem Eigenkapitalinstrument führt.

Finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Verbindlichkeiten werden bilanziell erfasst, wenn die Bosch-Gruppe Vertragspartei des Finanzinstruments wird. Bei marktüblichen Käufen oder Verkäufen ist für die erstmalige Erfassung sowie den bilanziellen Abgang allerdings der Erfüllungstag entscheidend. Zum Zeitpunkt des erstmaligen Ansatzes sind finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Verbindlichkeiten zum beizulegenden Zeitwert zu bewerten und entsprechend der Vorschriften des IFRS 9 Finanzinstrumente zu klassifizieren. Sofern die Folgebewertung nicht ergebniswirksam zum beizulegenden Zeitwert erfolgt, sind direkt zurechenbare Transaktionskosten beim erstmaligen Ansatz zu berücksichtigen. Die Fair Value Option nach IFRS 9 wird nicht ausgeübt. Hedge-Accounting wird in der Bosch-Gruppe nicht angewendet.

Finanzielle Vermögenswerte sind beim erstmaligen Ansatz entweder als zu fortgeführten Anschaffungskosten (AC), erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert (FVPL) oder erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis (FVOCI) zu klassifizieren. Die Klassifizierung hängt ab von dem Geschäftsmodell, das den finanziellen Vermögenswerten zugrunde liegt, sowie von den Merkmalen der vertraglichen Zahlungsströme aus dem Vermögenswert. Entscheidend für die Klassifizierung ist

ob das zugrundeliegende Geschäftsmodell darauf ausgerichtet ist, finanzielle Vermögenswerte zur Vereinnahmung vertraglicher Zahlungsströme zu halten (Geschäftsmodell "Halten"), ob Zahlungsströme auch aus der Veräußerung (Geschäftsmodell "Halten und Verkaufen") oder ausschließlich aus dem Verkauf (Geschäftsmodell "Verkaufen") erzielt werden sollen, und

ob die vertraglichen Zahlungsströme ausschließlich Zins- und Tilgungszahlungen darstellen ("solely payment of principal and interest", SPPI).

Die Bestimmung des Geschäftsmodells erfolgt auf Basis der Unternehmenssteuerung der Bosch-Gruppe. Die Finanzinstrumente werden zu diesem Zweck in Gruppen zusammengefasst, denen jeweils ein einheitliches Geschäftsmodell zugrunde liegt. Die Überprüfung der Eigenschaften der vertraglichen Zahlungsströme wird auf Ebene des einzelnen Finanzinstruments durchgeführt.

Finanzielle Vermögenswerte, bei denen die Zahlungsströme ausschließlich Tilgungs- und Zinszahlungen auf das eingesetzte Kapital sind und die im Rahmen des Geschäftsmodells "Halten" gehalten werden, sind zu fortgeführten Anschaffungskosten (at amortised cost; AC) zu bewerten. Es handelt sich hierbei um Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, flüssige Mittel, Guthaben bei Kreditinstituten, Darlehensforderungen sowie übrige sonstige finanzielle Vermögenswerte. Die Folgebewertung dieser Vermögenswerte erfolgt unter Anwendung der Effektivzinsmethode; Gewinne und Verluste aus Wertminderungen oder aus der Ausbuchung werden in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

Wenn daneben die Absicht besteht, Zahlungsströme auch aus dem Verkauf der finanziellen Vermögenswerte zu vereinnahmen (Geschäftsmodell "Halten und Verkaufen"), sind die finanziellen Vermögenswerte erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis (at fair value through OCI, with recycling; FVOCI wR) zu bewerten. In diesem Fall werden Gewinne und Verluste ergebnisneutral im sonstigen Ergebnis erfasst. Im Fall der Veräußerung werden die kumulierten Änderungen des beizulegenden Zeitwerts ergebniswirksam in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert. Wertminderungen werden ebenfalls aus dem sonstigen Ergebnis in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert. Zinserträge werden unter Anwendung der Effektivzinsmethode erfolgswirksam berücksichtigt. In der Bosch-Gruppe wird der überwiegende Teil der verzinslichen Wertpapiere entsprechend dieser Kategorie bewertet.

Finanzielle Vermögenswerte, bei denen die Zahlungsstrombedingung nicht erfüllt ist, weil nicht nur Zins- und Tilgungszahlungen auf das eingesetzte Kapital vorliegen, sind erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert (at fair value through profit or loss; FVPL) zu bewerten. Änderungen des beizulegenden Zeitwerts sowie Erträge aus diesen Vermögenswerten sind unmittelbar ergebniswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung zu erfassen. Diese Kategorie umfasst im Wesentlichen Beteiligungen an Personengesellschaften, Anteile an Investmentfonds, bestimmte verzinsliche Wertpapiere sowie Derivate mit positivem beizulegenden Zeitwert, die entsprechend des internen Risikomanagements zur Sicherung vor allem von Währungs-, Zins- und Rohstoffrisiken eingesetzt werden.

Für Eigenkapitalinstrumente, die nicht zu Handelszwecken gehalten werden, kann beim erstmaligen Ansatz unwiderruflich entschieden werden, die Bewertung nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert, sondern erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis (at fair value through OCI, no recycling; FVOCI nR) vorzunehmen. In diesem Fall sind sämtliche Wertänderungen im sonstigen Ergebnis zu erfassen. Auch bei Veräußerung der finanziellen Vermögenswerte erfolgt keine Umgliederung der kumulierten Wertänderungen in die Gewinn- und Verlustrechnung. Dividendenerträge werden jedoch erfolgswirksam erfasst. In der Bosch-Gruppe wurde entschieden, diese Option für Beteiligungen an Kapitalgesellschaften sowie für in den Wertpapieren ausgewiesene Aktien auszuüben, weil diese Bewertungsmethode zur sachgerechten Darstellung der Vermögens- und Ertragslage führt.

Für finanzielle Vermögenswerte (ohne Eigenkapitalinstrumente), die nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, sind gemäß IFRS 9 Wertminderungen für erwartete Kreditverluste zu erfassen. Der Umfang der Erfassung erwarteter Verluste richtet sich nach einem dreistufigen Modell, unterschieden danach, ob sich das Ausfallrisiko finanzieller Vermögenswerte seit ihrem Zugang wesentlich verschlechtert hat. Die Stufe 1 umfasst alle finanziellen Vermögenswerte, bei denen keine wesentliche Verschlechterung des Ausfallrisikos vorliegt und die ausstehenden Zahlungen bis zu 30 Tagen überfällig sind. In diesen Fällen sind Kreditverluste bezogen auf die Ausfallwahrscheinlichkeit in den nächsten 12 Monaten zu erfassen. Bei einer signifikanten Erhöhung des Ausfallrisikos des Schuldners wird das Finanzinstrument der Stufe 2 zugeordnet, und die Wertberichtigung wird in Höhe der über die gesamte Laufzeit des finanziellen Vermögenswerts erwarteten Verluste vorgenommen. Eine signifikante Erhöhung des Kreditrisikos wird vermutet, wenn vereinbarte Zahlungen seit mehr als 30 Tagen überfällig sind oder Informationen über eine Verschlechterung der finanziellen Situation des Schuldners vorliegen. Kommen zusätzliche objektive Hinweise auf das Vorliegen einer Wertminderung von finanziellen Vermögenswerten hinzu, erfolgt eine Zuordnung zur Stufe 3. Objektive Hinweise liegen vor bei Zahlungsverzug von mehr als 90 Tagen, Informationen über erhebliche finanzielle Schwierigkeiten des Schuldners, die hohe Wahrscheinlichkeit eines Insolvenzverfahrens gegen den Schuldner, bedeutende Veränderungen des technologischen, ökonomischen oder rechtlichen Umfelds oder des Marktumfelds des Emittenten.

Für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Vertragsvermögenswerte und Forderungen aus Leasingverhältnissen gilt das vereinfachte Wertminderungsmodell, wonach unabhängig von der Veränderung des Ausfallrisikos seit Zugang des finanziellen Vermögenswertes eine Wertberichtigung stets in Höhe der über die Laufzeit erwarteten Kreditverluste vorzunehmen ist. Als praktische Vereinfachung findet in der Bosch-Gruppe eine Wertberichtigungstabelle für nicht bonitätsbeeinträchtigte Forderungen Anwendung, welche die erwarteten Verluste über die Restlaufzeit als pauschalen Prozentsatz in Abhängigkeit von der Dauer der Überfälligkeit bestimmt. Hierbei werden historische Ausfallwahrscheinlichkeiten zugrunde gelegt, die um für das Kreditrisiko relevante Zukunftsparameter ergänzt werden. Liegen Informationen über finanzielle Schwierigkeiten des Schuldners vor, erfolgt eine Einzelfallbetrachtung und eine Wertberichtigung für bonitätsbeeinträchtigte Forderungen wird berücksichtigt. Gemäß konzerninternen Vorgaben werden die Wertansätze bei Forderungen grundsätzlich über ein Wertberichtigungskonto korrigiert.

Finanzielle Verbindlichkeiten sind in der Folgebewertung grundsätzlich zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode zu bewerten. Dies gilt in der Bosch-Gruppe für Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, Anleihen, Schuldscheindarlehen, Namensschuldverschreibungen, Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten, Darlehensverbindlichkeiten sowie sonstige finanzielle Verbindlichkeiten. Ausgenommen von dieser Regelung sind im Wesentlichen finanzielle Verbindlichkeiten, die zu Handelszwecken gehalten werden. Diese sind erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert zu bewerten. Dies betrifft in der Bosch-Gruppe Derivate mit negativem beizulegenden Zeitwert.

Bei der Ermittlung des beizulegenden Zeitwertes für finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Verbindlichkeiten werden die Inputfaktoren der Bewertungsverfahren gemäß IFRS 13 wie folgt kategorisiert:

Stufe 1: Nicht angepasste quotierte Preise auf aktiven Märkten für identische Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, wobei der Bilanzierende am Bewertungsstichtag Zugang zu diesen aktiven Märkten haben muss

Stufe 2: Direkt oder indirekt beobachtbare Inputfaktoren, die nicht Stufe 1 zuzuordnen sind

Stufe 3: Nicht beobachtbare Inputfaktoren

Bei kurzfristigen finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten wird unterstellt, dass der beizulegende Zeitwert dem Buchwert entspricht.

Die Ausbuchung von finanziellen Vermögenswerten erfolgt, wenn die Rechte auf Zahlungen erloschen sind, z. B. nach Beendigung eines Insolvenzverfahrens oder nach einer gerichtlichen Entscheidung. Zur Ausbuchung kommt es ebenfalls, wenn die Bosch-Gruppe im Wesentlichen alle Chancen und Risiken aus einem finanziellen Vermögenswert übertragen hat. Finanzielle Verbindlichkeiten werden ausgebucht, wenn die vertraglich vereinbarten Verpflichtungen erfüllt oder aufgehoben sind oder auslaufen.

Finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Verbindlichkeiten werden saldiert und als Nettobetrag in der Bilanz ausgewiesen, wenn ein Rechtsanspruch auf Verrechnung besteht und entweder der Ausgleich auf Nettobasis beabsichtigt ist oder Vermögenswert und Verbindlichkeit gleichzeitig beglichen werden sollen.

Nettoergebnis nach Kategorien

In der folgenden Tabelle werden die in der Gewinn- und Verlustrechnung erfassten Auswirkungen aus Finanzinstrumenten, gegliedert nach Kategorien gemäß IFRS 9, saldiert dargestellt:

MILLIONEN EURO 2020 2019
Finanzielle Vermögenswerte, bewertet zu fortgeführten Anschaffungskosten (AC) - 177 145
Finanzielle Vermögenswerte, bewertet erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert (FVOCI wR) - 112 267
Finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, bewertet erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert (FVPL) 585 177
Eigenkapitalinstrumente, bewertet erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert (FVOCI nR) 93 133
Finanzielle Verbindlichkeiten, bewertet zu fortgeführten Anschaffungskosten (AC) - 462 - 224

Im Nettoergebnis sind das Ergebnis aus Forderungs- und Darlehensbewertung, das Ergebnis aus der Auflösung der Rücklage aus Finanzinstrumenten im Eigenkapital, Fremdwährungsgewinne und -verluste, Zinserträge und -aufwendungen, Erträge aus Beteiligungen, Dividendenerträge sowie das Ergebnis aus Derivaten enthalten. Im Nettoergebnis aus Finanzinvestitionen in Eigenkapitalinstrumente sind Dividendenerträge in Höhe von 4 Millionen EUR (Vorjahr 5 Millionen EUR) aus im Geschäftsjahr ausgebuchten Eigenkapitalinstrumenten enthalten.

Die nicht ergebniswirksam erfassten Bewertungsgewinne und Bewertungsverluste aus Wertpapieren und Beteiligungen werden in der Gesamtergebnisrechnung dargestellt.

Buchwerte und beizulegende Zeitwerte nach Kategorien

MILLIONEN EURO 2020 2019
Kategorie gemäß IFRS 9 Buchwert Zeitwert Buchwert Zeitwert
Aktiva
Flüssige Mittel AC 8.955 4.558
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen AC 13.696 14.024
Kurzfristige sonstige finanzielle Vermögenswerte 5.031 3.400
Wertpapiere FVPL 2.404 2.404 858 858
FVOCI wR 171 171 123 123
Guthaben bei Kreditinstituten AC 1.804 858
Darlehensforderungen AC 88 268
Derivate FVPL 131 131 86 86
Forderungen aus Finanzierungsleasing n.a. 38 36
Übrige sonstige finanzielle Vermögenswerte AC 395 1.171
Langfristige finanzielle Vermögenswerte 15.273 14.859
Wertpapiere FVOCI nR 3.101 3.101 3.081 3.081
FVOCI wR 5.313 5.313 5.045 5.045
FVPL 3.943 3.943 4.140 4.140
Beteiligungen FVPL 100 100 86 86
FVOCI nR 2.276 2.276 1.639 1.639
n.a. 148 159
Guthaben bei Kreditinstituten AC 5 5 304 304
Darlehensforderungen AC 28 29 32 33
Derivate FVPL 63 63 23 23
Forderungen aus Finanzierungsleasing n.a. 159 159 159 159
Sonstige finanzielle Vermögenswerte AC 137 139 191 191
MILLIONEN EURO 2020 2019
Kategorie gemäß IFRS 9 Buchwert Zeitwert Buchwert Zeitwert
Passiva
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen AC 8.335 7.673
Kurzfristige sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 1.495 1.417
Anleihen AC 500 499
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten AC 262 143
Darlehensverbindlichkeiten AC 67 73
Derivate FVPL 41 41 58 58
Übrige sonstige finanzielle Verbindlichkeiten AC 625 644
Langfristige finanzielle Verbindlichkeiten 5.656 4.149
Anleihen AC 2.006 2.420 2.505 2.909
Schuldscheindarlehen, Namensschuldverschreibungen AC 3.495 3.748 1.498 1.549
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten AC 9 10 3 3
Darlehensverbindlichkeiten AC 33 36 31 34
Derivate FVPL 6 6 8 8
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten AC 107 109 104 105
AC Bewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten (at amortised cost)
FVPL Bewertung erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert (at fair value through profit or loss)
FVOCI wR Bewertung erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert mit Reklassifizierung (at fair value through OCI, with recycling)
FVOCI nR Bewertung erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert ohne Reklassifizierung (at fair value through OCI, no recycling)
n.a. nicht anwendbar

Die Buchwerte der finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, gegliedert nach Bewertungskategorien gemäß IFRS 9, stellen sich wie folgt dar:

MILLIONEN EURO 2020 2019
Finanzielle Vermögenswerte, bewertet zu fortgeführten Anschaffungskosten (AC) 25.108 21.406
Finanzielle Vermögenswerte, bewertet erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert (FVOCI wR) 5.484 5.168
Eigenkapitalinstrumente, bewertet erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert (FVOCI nR) 5.377 4.720
Finanzielle Vermögenswerte, bewertet erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert (FVPL) 6.641 5.193
Finanzielle Verbindlichkeiten, bewertet erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert (FVPL) 47 66
Finanzielle Verbindlichkeiten, bewertet zu fortgeführten Anschaffungskosten (AC) 15.439 13.173

Bei finanziellen Vermögenswerten und finanziellen Verbindlichkeiten, die zum beizulegenden Zeitwert bilanziert werden, erfolgt die Ermittlung des beizulegenden Zeitwertes entsprechend der in den Tabellen dargestellten Bewertungshierarchie gemäß IFRS 13:

MILLIONEN EURO 2020
Kategorie gemäß IFRS 9 Stufe 1 1 Stufe 2 2 Stufe 3 3 Summe
Finanzielle Vermögenswerte
Wertpapiere FVPL 242 5.906 199 6.347
FVOCI wR 61 5.423 5.484
FVOCI nR 3.100 1 3.101
Beteiligungen FVPL 100 100
FVOCI nR 1.261 1.015 2.276
Derivate FVPL 1 193 194
Finanzielle Verbindlichkeiten
Derivate FVPL 1 46 47
MILLIONEN EURO 2019
Kategorie gemäß IFRS 9 Stufe 1 1 Stufe 2 2 Stufe 3 3 Summe
Finanzielle Vermögenswerte
Wertpapiere FVPL 247 4.586 165 4.998
FVOCI wR 70 5.098 5.168
FVOCI nR 3.081 3.081
Beteiligungen FVPL 86 86
FVOCI nR 446 1.193 1.639
Derivate FVPL 3 106 109
Finanzielle Verbindlichkeiten
Derivate FVPL 2 64 66

1 Die Ermittlung des beizulegenden Zeitwertes erfolgt auf Basis notierter, nicht angepasster Marktpreise auf aktiven Märkten.
2 Die Ermittlung des beizulegenden Zeitwertes erfolgt auf Basis von Marktdaten wie Aktienkursen, Währungskursen oder Zinskurven gemäß marktbezogener Bewertungsverfahren.
3 Die Ermittlung des beizulegenden Zeitwertes erfolgt auf Basis nicht beobachtbarer Marktdaten.

In den Beteiligungen, die erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, sind unter anderem enthalten die Beteiligung an der Ceres Power Holdings plc (beizulegender Zeitwert 443 Millionen EUR, Vorjahr 18 Millionen EUR), an der Nikola Corporation (234 Millionen EUR, Vorjahr 202 Millionen EUR), an der Powercell Sweden AB (190 Millionen EUR, Vorjahr 86 Millionen EUR) und an der Weifu High Technology Group Co., Ltd. (376 Millionen EUR, Vorjahr 323 Millionen EUR).

Der beizulegende Zeitwert von finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert werden, wird auf Basis von beobachtbaren Marktdaten wie Aktienkursen, Währungskursen oder Zinskurven ermittelt (Stufe 2).

Zum Ende des Geschäftsjahres wird überprüft, ob Umklassifizierungen zwischen einzelnen Stufen der Bewertungshierarchie vorzunehmen sind. Im laufenden Geschäftsjahr wurden keine Umgliederungen zwischen Stufe 1 und Stufe 2 vorgenommen. Die Umgliederungen hinsichtlich der Stufe 3 sind in der Tabelle zu den Veränderungen der dieser Stufe zugeordneten finanziellen Vermögenswerte dargestellt.

Der Stufe 3 werden erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert sowie erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bilanzierte Beteiligungen zugeordnet. Die Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte erfolgt basierend auf Unternehmensdaten im Wesentlichen unter Anwendung der Discounted Cash-Flow-Methode.

Ebenfalls werden der Stufe 3 Anteile an einem geschlossenen Fonds zugeordnet (Ausweis unter den Wertpapieren). Der beizulegende Zeitwert der Fondsanteile wird von der Kapitalverwaltungsgesellschaft zur Verfügung gestellt, die Ermittlung erfolgt auf Basis des Nettovermögenswertes des Fonds. Der beizulegende Zeitwert ist abhängig von den Marktwertänderungen der jeweiligen Anlagen innerhalb des Fonds.

Die Veränderung der der Stufe 3 zugeordneten finanziellen Vermögenswerte während des Geschäftsjahres und des Vorjahres ist aus den folgenden Tabellen ersichtlich:

MILLIONEN EURO 1.1.2020 Zugänge Abgänge Umgliederungen Erfolgsneutrale Veränderungen Erfolgswirksame Veränderungen
Beteiligungen FVOCI nR 1.193 96 - 66 - 202 1
Beteiligungen FVPL 86 23 - 5 - 3
Wertpapiere 165 23 11
MILLIONEN EURO Währung 31.12.2020
Beteiligungen FVOCI nR - 7 1.015
Beteiligungen FVPL - 1 100
Wertpapiere 199
MILLIONEN EURO 1.1.2019 Zugänge Abgänge Umgliederungen Erfolgsneutrale Veränderungen Erfolgswirksame Veränderungen
Beteiligungen FVOCI nR 1.216 122 - 584 - 7 443
Beteiligungen FVPL 73 13 - 4 4
Wertpapiere 95 60 10
MILLIONEN EURO Währung 31.12.2019
Beteiligungen FVOCI nR 3 1.193
Beteiligungen FVPL 86
Wertpapiere 165

Die erfolgswirksamen Veränderungen werden im Finanzergebnis, die erfolgsneutralen Veränderungen werden in der Rücklage aus Finanzinstrumenten im Eigenkapital erfasst.

Aufgrund des Börsengangs eines Unternehmens im laufenden Geschäftsjahr wie auch im Vorjahr wurde die entsprechende Beteiligung der Bosch-Gruppe an diesem Unternehmen von Stufe 3 in Stufe 1 umgegliedert. Bei Wertpapieren fanden weder im laufenden Geschäftsjahr noch im Vorjahr Umgliederungen statt.

32 Kapital- und Risikomanagement

Kapitalmanagement

Ziel der Bosch-Gruppe ist, über Innovationen nachhaltig zu wachsen und zugleich die finanzielle Unabhängigkeit zu bewahren. Zur Erreichung dieser Ziele sind neben dem Erhalt einer hohen Selbstfinanzierungskraft ein uneingeschränkter Kapitalmarktzugang und ein solides A-Rating erforderlich. Kapitalstruktur und andere Finanzkennzahlen, wie z. B. der Free Cash-Flow, werden im Zuge der Finanzplanung verfolgt. Das Eigenkapital der Bosch-Gruppe beträgt zum 31. Dezember 2020 40.166 Millionen EUR bzw. 44 % der Bilanzsumme (Vorjahr 41.079 Millionen EUR, 47 % der Bilanzsumme). Fremdkapital nimmt die Bosch-Gruppe in der Regel über Kapitalmärkte auf, zu denen der Zugang über ein Medium-Term Note Programm und ein Commercial Paper Programm gegeben ist.

Sicherungspolitik und Finanzderivate

Das operative Geschäft der Bosch-Gruppe ist insbesondere von Währungskurs- und Zinsschwankungen sowie auf der Beschaffungsseite von Rohstoffpreisrisiken betroffen. Geschäftspolitisches Ziel ist es, diese Risiken durch Sicherungsmaßnahmen zu begrenzen. Die Sicherungsmaßnahmen werden zentral gesteuert.

Interne Vorschriften und Richtlinien legen Handlungsrahmen und Verantwortlichkeiten bei Anlage- und Sicherungsvorgängen verbindlich fest. Gemäß diesen Vorschriften dürfen derivative Finanzinstrumente nur im Zusammenhang mit dem operativen Geschäft sowie der Geldanlage bzw. bei Finanzierungsvorgängen eingesetzt werden, Spekulationsgeschäfte sind nicht zulässig. Wesentliche Bestandteile der Richtlinien sind Handelslimite. Der Abschluss von Sicherungsgeschäften erfolgt grundsätzlich über Banken mit guter Bonität nach dem Rating führender Agenturen und unter Berücksichtigung der aktuellen Risikobewertungen der Finanzmärkte. Die Bonität der Bankpartner der Bosch-Gruppe wird eng verfolgt und das Risiko durch Kontrahentenlimite begrenzt.

Festgeldanlagen werden zur Reduzierung des Ausfallrisikos der Bank teilweise als besicherte Geldanlage in Form von Tri-Party Repo-Geschäften abgeschlossen. Hierbei werden von der Bank zuvor definierte Wertpapiere als Sicherheit bereitgestellt. Die Geschäftsabwicklung sowie Verwaltung und Bewertung der Wertpapiere werden von einer Clearingstelle übernommen. Weitere Angaben sind in Kapitel 15 "Flüssige Mittel" enthalten.

Entscheidungsgremien sind regelmäßig tagende Ausschüsse für Rohstoffe und Währungen sowie für Kapitalanlagen. Es besteht eine funktionale Trennung zwischen den Bereichen Handel, Abwicklung und Kontrolle. Letzterer ermittelt vor allem Risiken nach der Value-at-Risk- sowie der Basis-Point-Value-Methode und kontrolliert laufend die Einhaltung von Vorschriften und Richtlinien.

Das Risiko der Finanzanlagen wird monatlich über ein Value-at-Risk-Konzept für die jeweiligen Folgemonate berechnet. Vorgegebene Risikolimite für die jeweilige Anlagekategorie begrenzen das potenzielle Verlustrisiko. Die Prognosequalität der Value-at-Risk-Methode wird durch monatliche Backtestings überprüft. Die Geschäftsführung wird monatlich über die Risikoanalysen und über die Ergebnisse von Anlage- und Sicherungsgeschäften informiert.

Währungsrisiken

Durch die zentrale Steuerung von Fakturierungs- und Einkaufswährungen werden Währungsrisiken aus Zahlungsströmen des operativen Geschäfts reduziert. Die Ermittlung des Währungsrisikos erfolgt auf Basis weltweit konsolidierter Cash-Flows in den jeweiligen Währungen. Dabei werden auf Basis des Wirtschaftsplans erwartete Zu- und Abflüsse in den verschiedenen Währungen für den Planungszeitraum in einer Devisenbilanz aggregiert erfasst und die resultierenden Nettopositionen ermittelt, die Gegenstand des zentralen Währungsmanagements sind.

Die größten Nettowährungspositionen der geplanten Cash-Flows bestehen in CNY, GBP und HUF.

Kurssicherungen erfolgen im Wesentlichen über Devisentermingeschäfte, in geringerem Umfang werden auch Devisenoptionen und Währungsswaps eingesetzt. Für diese Geschäfte, die ausnahmslos mit Banken abgewickelt werden, sind Mindestanforderungen hinsichtlich Art und Umfang festgelegt.

Das Risiko der wesentlichen operativen Fremdwährungspositionen wird mittels des Value-at-Risk-Konzeptes, ergänzt um Worst-Case-Analysen, ermittelt. Diese Risikoanalysen sowie das Ergebnis der Sicherungen werden monatlich ermittelt und der Geschäftsführung vorgelegt.

Zur Darstellung der Währungsrisiken gemäß IFRS 7 Finanzinstrumente: Angaben wurden für die wichtigsten Fremdwährungen der Bosch-Gruppe sämtliche monetären Vermögenswerte und monetären Verbindlichkeiten in Fremdwährung für alle konsolidierten Gesellschaften zum Bilanzstichtag analysiert und Sensitivitätsanalysen für die jeweiligen Währungspaare, bezogen auf das Nettorisiko, vorgenommen.

Eine Veränderung des EUR um 10 % (ausgehend vom Stichtagskurs) gegenüber den in der Tabelle genannten Fremdwährungen würde sich auf das Ergebnis vor Steuern wie folgt auswirken:

MILLIONEN EURO Anstieg des EUR um 10
%
Rückgang des EUR um 10
%
2020 2019 2020 2019
CHF 20 6 - 20 - 6
CNY 22 5 - 22 - 5
CZK - 28 - 31 28 31
GBP 36 33 - 36 - 33
HUF - 16 - 13 16 13
JPY - 17 10 17 - 10
KRW 4 - 5 - 4 5
PLN - 3 8 3 - 8
RUB - 16 - 3 16 3
TRY - 20 - 38 20 38
USD - 7 11 7 - 11

Bei einer Veränderung des USD um 10 % (ausgehend vom Stichtagskurs) gegenüber der in der Tabelle genannten Fremdwährung würde sich folgende Veränderung des Ergebnisses vor Steuern ergeben:

MILLIONEN EURO Anstieg des USD um 10
%
Rückgang des USD um 10
%
2020 2019 2020 2019
CNY - 6 - 1 6 1

Die gezeigten Ergebniseffekte resultieren überwiegend aus operativen Fremdwährungspositionen und Darlehensbeziehungen innerhalb der Bosch-Gruppe, wenn der Kredit ausnahmsweise in einer anderen als der lokalen Währung des Kreditnehmers gewährt worden ist, weil er z. B. aus erwarteten Cash-Flows in dieser Währung zurückgezahlt werden kann. Das dargestellte bilanzielle Währungsrisiko stimmt nicht mit dem wirtschaftlichen überein, das auf Grundlage der geplanten Cash-Flows ermittelt wird.

Zinsrisiken

Zur Begrenzung der Zinsänderungsrisiken aus Mittelanlagen und Mittelaufnahmen werden vereinzelt derivative Finanzinstrumente eingesetzt. Dies sind hauptsächlich Zinsswaps und Zinsfutures.

Gemäß IFRS 7 wurde eine Analyse des Zinsrisikos vorgenommen. In einer Sensitivitätsanalyse wurden dazu die variabel verzinslichen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, die festverzinslichen Wertpapiere sowie die Zinsderivate berücksichtigt. Nicht einbezogen wurden hierbei Renten- sowie Geldmarktfonds.

Eine Veränderung des Marktzinsniveaus um 100 Basispunkte (ausgehend vom Zinssatz zum Stichtag) hätte folgende Auswirkung auf die Rücklage aus Finanzinstrumenten im Eigenkapital und auf das Ergebnis vor Steuern:

MILLIONEN EURO Anstieg des Marktzinsniveaus um 100 Basispunkte Rückgang des Marktzinsniveaus um 100 Basispunkte
2020 2019 2020 2019
Rücklage aus Finanzinstrumenten - 301 - 251 301 251
Ergebnis vor Steuern 50 33 - 50 - 33

Aktienkursrisiken

Für die Analyse des Aktienkursrisikos gemäß IFRS 7 wurden die Aktienbestände, die börsennotierten Beteiligungen, Aktienfonds sowie Aktienderivate mit einem Buchwert von insgesamt 5.722 Millionen EUR (Vorjahr 4.909 Millionen EUR) berücksichtigt.

Eine Veränderung des Aktienkursniveaus um 10 % (ausgehend vom Aktienkursniveau zum Stichtag) hätte folgende Auswirkung auf die Rücklage aus Finanzinstrumenten im Eigenkapital und auf das Ergebnis vor Steuern:

MILLIONEN EURO Anstieg der Aktienkurse um 10
%
Rückgang der Aktienkurse um 10
%
2020 2019 2020 2019
Rücklage aus Finanzinstrumenten 436 352 - 436 - 352
Ergebnis vor Steuern 136 139 - 136 - 139

Sonstige Preisrisiken

Zur Begrenzung der Risiken aus Schwankungen von Rohstoffpreisen werden Derivate eingesetzt. Für die Analyse des Rohstoffpreisrisikos gemäß IFRS 7 wurden die zum Bilanzstichtag bewerteten Rohstoffderivate berücksichtigt.

Eine Veränderung des Terminkursniveaus um 10 % (ausgehend vom Terminkurs zum Bilanzstichtag) hätte folgende Auswirkung auf das Ergebnis vor Steuern:

MILLIONEN EURO Anstieg der Terminkurse um 10
%
Rückgang der Terminkurse um 10
%
2020 2019 2020 2019
Ergebnis vor Steuern 51 44 - 51 - 44

Für die Bosch-Gruppe sind zum Bilanzstichtag keine wesentlichen sonstigen Preisrisiken im Sinne des IFRS 7 bekannt.

Kreditrisiken

Das maximale Kreditrisiko entspricht für jede Kategorie von Finanzinstrumenten dem Buchwert der in der Bilanz angesetzten finanziellen Vermögenswerte.

Das Kreditrisiko aus Kundenforderungen wird fortlaufend erfasst und überwacht. In einer internen Anweisung sind Zuständigkeiten und Aufgaben im Rahmen der Kreditverantwortung geregelt. Dies betrifft vor allem die Festlegung der Zahlungsbedingungen, die Festlegung des Kreditlimits, die Freigabe von Lieferungen sowie die Forderungsüberwachung.

Zur Verringerung des Kreditrisikos bei Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden Rechnungen mit den entsprechenden Gutschriften in einem einzigen Arbeitsprozess verarbeitet, und in der Bilanz wird der Nettobetrag ausgewiesen. Dieses Vorgehen erfolgt nur, wenn ein Rechtsanspruch auf Saldierung besteht und vom Kunden beabsichtigt ist, den Ausgleich der Forderung auf Basis des Nettobetrags vorzunehmen beziehungsweise die Forderung gleichzeitig mit der dazugehörigen Verbindlichkeit zu begleichen. Darüber hinaus werden Forderungen aus Lieferungen und Leistungen teilweise mit einem Eigentumsvorbehalt besichert. Weiterhin liegen für einige Forderungen aus Lieferungen und Leistungen Sicherheiten in Form von Bürgschaften, Grundpfandrechten und Hypotheken vor.

Die folgende Tabelle zeigt das verbleibende Kreditrisiko für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen:

MILLIONEN EURO 2020 2019
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (vor Saldierung von Gutschriften) 14.548 14.709
Saldierung von Gutschriften - 852 - 685
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (Buchwert) 13.696 14.024
Erhaltene finanzielle Sicherheiten -2.243 -2.164
Verbleibendes Kreditrisiko 11.453 11.860

In der folgenden Tabelle ist die Entwicklung der Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (bonitätsbeeinträchtigt und nicht bonitätsbeeinträchtigt) sowie auf Darlehensforderungen und übrige sonstige finanzielle Vermögenswerte (nach dem dreistufigen Wertminderungsmodell) für das Geschäftsjahr und das Vorjahr dargestellt:

MILLIONEN EURO Forderungen aus Lieferungen und Leistungen Darlehensforderungen und übrige sonstige finanzielle Vermögenswerte
Stufe 1 Stufe 2/3
1.1.2019 296 8 26
Konzernkreisänderungen -8 -8
Zuführungen 83 4 19
Inanspruchnahme -38 -8
Auflösung -33 -4
Währungsanpassungen 1
31.12.2019 301 8 29
Konzernkreisänderungen -3
Zuführungen 73 2 105
Inanspruchnahme -49 -7
Auflösung -45 -3 -1
Währungsanpassungen -16 -1
31.12.2020 261 6 126

Zum 31. Dezember des Geschäftsjahres beläuft sich der Bestand an Wertberichtigungen auf Vertragsvermögenswerte auf 13 Millionen EUR (Vorjahr 16 Millionen EUR) und der Bestand an Wertberichtigungen auf Forderungen aus Finanzierungsleasing auf 2 Millionen EUR (Vorjahr 1 Million EUR).

Die folgende Tabelle enthält die Bruttobuchwerte der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen:

MILLIONEN EURO 2020 2019
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 13.957 14.325
davon nicht ausfallgefährdet 4.932 4.621
davon bonitätsbeeinträchtigt 284 302
davon nicht bonitätsbeeinträchtigt 8.741 9.402
nicht fällig 7.976 8.310
bis 30 Tage überfällig 429 604
31-90 Tage überfällig 155 230
91-180 Tage überfällig 60 113
mehr als 180 Tage überfällig 121 145

Zum 31. Dezember des Geschäftsjahres beläuft sich der Bestand an Wertminderungen auf Wertpapiere, die erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, auf 82 Millionen EUR (Vorjahr 69 Millionen EUR).

Derivative Transaktionen werden nach dem Deutschen Rahmenvertrag für Finanztermingeschäfte oder ISDA (International Swaps and Derivatives Association) abgeschlossen. Diese erfüllen nicht die Aufrechnungsvoraussetzungen nach IAS 32, da die Saldierung nur im Insolvenzfall durchsetzbar ist.

Das Kreditrisiko für Derivate mit positivem beizulegenden Zeitwert, die gegenwärtig nicht die Saldierungskriterien nach IAS 32 erfüllen, da die Aufrechnungsvereinbarung nur im Fall der Insolvenz des Vertragspartners durchsetzbar ist, ist in der folgenden Tabelle dargestellt:

MILLIONEN EURO 2020 2019
Derivate mit positivem beizulegenden Zeitwert 194 109
Nicht in der Bilanz saldierte Beträge
Derivate - 22 - 21
Erhaltene Barsicherheiten - 72 - 34
Verbleibendes Kreditrisiko 100 54

Liquiditätsrisiken

Die Entwicklung von Finanzmitteln und -verbindlichkeiten wird fortlaufend überwacht. In internen Richtlinien sind Aufgaben und Zuständigkeiten des Liquiditätsmanagements und der Liquiditätsplanung geregelt. Es bestehen Liquiditätsreserven in Form von kurzfristig verfügbaren Finanzmitteln in Höhe von 11.530 Millionen EUR (Vorjahr 5.539 Millionen EUR). Daneben steht ein US-Commercial-Paper-Programm mit einem Volumen von 2.000 Millionen USD zur Verfügung, das zum Stichtag aber nicht beansprucht wurde. Außerdem wurde im Geschäftsjahr eine syndizierte Kreditlinie in Höhe von 3.000 Millionen EUR vereinbart, die ebenfalls nicht in Anspruch genommen wurde. Ferner haben wir im Geschäftsjahr 2020 unser Anleiheprogramm im Umfang von 12,5 Milliarden EUR neu aufgelegt.

Zur Verringerung des Liquiditätsrisikos werden Rechnungen für Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen mit den entsprechenden erhaltenen Gutschriften in einem einzigen Abrechnungsprozess verarbeitet. Dieses Vorgehen erfolgt nur, wenn ein Rechtsanspruch auf Saldierung besteht und beabsichtigt ist, den Ausgleich der Verbindlichkeit auf Basis des Nettobetrags vorzunehmen beziehungsweise die Verbindlichkeit gleichzeitig mit der dazugehörigen Forderung zu begleichen. Darüber hinaus werden Sicherheiten in Form von Bürgschaften gestellt.

Die folgende Tabelle zeigt das verbleibende Liquiditätsrisiko für Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen:

MILLIONEN EURO 2020 2019
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (vor Saldierung von Gutschriften) 9.187 8.358
Saldierung von Gutschriften - 852 - 685
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (Buchwert) 8.335 7.673
Gestellte finanzielle Sicherheiten - 3 - 9
Verbleibendes Liquiditätsrisiko 8.332 7.664

Das Liquiditätsrisiko für Derivate, die gegenwärtig nicht die Saldierungskriterien nach IAS 32 erfüllen, da die Aufrechnungsvereinbarung nur im Falle der Insolvenz durchsetzbar ist, ist in der folgenden Tabelle dargestellt:

MILLIONEN EURO 2020 2019
Derivate mit negativem beizulegenden Zeitwert 47 66
Nicht in der Bilanz saldierte Beträge
Derivate - 22 - 21
Gestellte Barsicherheiten 0 0
Verbleibendes Liquiditätsrisiko 25 45

Die undiskontierten Zahlungsabflüsse der originären und derivativen finanziellen Verbindlichkeiten sind aus den folgenden Tabellen ersichtlich:

MILLIONEN EURO Buchwert Undiskontierte Zahlungsabflüsse
2020 2021 2022 2023 2024 2025
Originäre finanzielle Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 8.335 8.333 2
Anleihen 2.506 552 67 48 791 35
Schuldscheindarlehen, Namensschuldverschreibungen 3.495 40 534 636 32 646
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 271 267 2 2 2 1
Leasingverbindlichkeiten 2.032 552 446 305 228 191
Darlehensverbindlichkeiten 100 68 5 5 6 5
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 732 626 13 5 4 1
Derivative finanzielle Verbindlichkeiten
Mit Bruttoausgleich 32
Zahlungsabflüsse 2.547 15 15
Zahlungszuflüsse 2.516 15 14
Mit Nettoausgleich 15
Zahlungsabflüsse 10 5 1
MILLIONEN EURO Undiskontierte Zahlungsabflüsse 2026 ff.
Originäre finanzielle Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
Anleihen 1.452
Schuldscheindarlehen, Namensschuldverschreibungen 1.894
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 0
Leasingverbindlichkeiten 575
Darlehensverbindlichkeiten 12
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 85
Derivative finanzielle Verbindlichkeiten
Mit Bruttoausgleich
Zahlungsabflüsse
Zahlungszuflüsse
Mit Nettoausgleich
Zahlungsabflüsse
MILLIONEN EURO Buchwert Undiskontierte Zahlungsabflüsse
2019 2020 2021 2022 2023 2024
Originäre finanzielle Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 7.673 7.673
Anleihen 3.004 566 552 68 48 791
Schuldscheindarlehen, Namensschuldverschreibungen 1.498 14 14 14 513 11
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 146 147 0 0 1 1
Leasingverbindlichkeiten 2.111 548 455 309 229 177
Darlehensverbindlichkeiten 104 73 6 5 5 5
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 748 644 8 6 4 1
Derivative finanzielle Verbindlichkeiten
Mit Bruttoausgleich 50
Zahlungsabflüsse 3.419 0 10
Zahlungszuflüsse 3.370 0 9
Mit Nettoausgleich 16
Zahlungsabflüsse 9 7
MILLIONEN EURO Undiskontierte Zahlungsabflüsse 2025 ff.
Originäre finanzielle Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
Anleihen 1.487
Schuldscheindarlehen, Namensschuldverschreibungen 1.031
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 1
Leasingverbindlichkeiten 584
Darlehensverbindlichkeiten 11
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 86
Derivative finanzielle Verbindlichkeiten
Mit Bruttoausgleich
Zahlungsabflüsse
Zahlungszuflüsse
Mit Nettoausgleich
Zahlungsabflüsse

In den undiskontierten Zahlungsabflüssen sind Zins- und Tilgungszahlungen enthalten. Jederzeit rückzahlbare finanzielle Verbindlichkeiten sind dem frühesten Zeitband zugeordnet. Die variablen Zinszahlungen wurden unter Verwendung des letzten vor dem jeweiligen Bilanzstichtag festgestellten Zinssatzes ermittelt.

33 Leasing

Verträge, die zur Kontrolle der Nutzung eines identifizierbaren Vermögenswertes gegen Zahlung eines Entgelts für einen bestimmten Zeitraum berechtigen, werden entsprechend IFRS 16 als Leasingverhältnis bilanziert.

Bosch als Leasingnehmer

Der Leasingnehmer bilanziert Leasingverträge grundsätzlich nach dem Nutzungsrechtsansatz. Danach sind, von bestimmten Ausnahmen abgesehen, in der Bilanz Vermögenswerte für die gewährten Nutzungsrechte und Verbindlichkeiten für die Zahlungsverpflichtungen aus dem Leasingverhältnis zu erfassen. Auf kurzfristige Leasingverhältnisse und Leasingverhältnisse über Vermögenswerte von geringem Wert werden die vorgenannten Bilanzierungsregeln nicht angewendet, die Leasingzahlungen werden in diesen Fällen linear über die Laufzeit des Leasingverhältnisses in den Funktionskosten erfasst. Die Vorschriften des IFRS 16 werden ebenfalls nicht auf Leasingverhältnisse über immaterielle Vermögenswerte angewendet.

Leasingverbindlichkeiten werden mit dem Barwert der Leasingzahlungen über die Laufzeit des Leasingverhältnisses angesetzt. In die Leasingzahlungen werden neben fixen Zahlungen für die Leasingkomponenten und die Nicht-Leasingkomponenten auch variable Leasingzahlungen einbezogen, soweit diese auf einem Index oder einem Zinssatz beruhen. Die Abzinsung der Zahlungen erfolgt in der Regel mit dem Grenzfremdkapitalzinssatz, der der Währung und Laufzeit des jeweiligen Vertrags entspricht. Bei der Bestimmung der Laufzeit des Leasingverhältnisses werden auch Kündigungs- und Verlängerungsoptionen berücksichtigt, soweit deren Ausübung als hinreichend sicher eingeschätzt wurde.

Nutzungsrechte werden zu Beginn des Leasingverhältnisses mit dem Wert der Leasingverbindlichkeit erfasst, zuzüglich anfänglicher direkter Kosten und abzüglich erhaltener Anreizzahlungen. Nutzungsrechte werden in der Regel über die Laufzeit des Leasingverhältnisses abgeschrieben, die Abschreibungen werden in den Funktionskosten erfasst.

Leasingverträge, bei denen Gesellschaften der Bosch-Gruppe Leasingnehmer sind, betreffen im Wesentlichen Grundstücke und Gebäude sowie, in geringerem Umfang, Fahrzeuge, technische Anlagen sowie Betriebs- und Geschäftsausstattung.

Die in der Bilanz erfassten Nutzungsrechte und die darauf entfallenden Abschreibungen gliedern sich wie folgt:

MILLIONEN EURO 2020 2019
Buchwert Abschreibungen Buchwert Abschreibungen
Grundstücke und Gebäude 1.702 403 1.802 388
Technische Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 52 18 51 16
Fahrzeuge 223 142 230 125
1.977 563 2.083 529

Die Zugänge zu den Nutzungsrechten belaufen sich im Geschäftsjahr auf 558 Millionen EUR (Vorjahr 517 Millionen EUR).

In der Gewinn- und Verlustrechnung wurden des Weiteren die folgenden Beträge erfasst:

MILLIONEN EURO 2020 2019
Zinsaufwendungen für Leasingverbindlichkeiten 55 58
Aufwendungen für kurzfristige Leasingverhältnisse 106 134
Aufwendungen für Leasingverhältnisse über Vermögenswerte von geringem Wert 58 52
Aufwendungen für variable Leasingzahlungen 15 11

Die gesamten Zahlungsabflüsse aus Leasingverhältnissen belaufen sich im Geschäftsjahr auf 774 Millionen EUR (Vorjahr 742 Millionen EUR). Die Fälligkeitsanalyse der künftigen Zahlungsabflüsse der Leasingverbindlichkeiten ist in Kapitel 32 "Kapital- und Risikomanagement" im Abschnitt zu den Liquiditätsrisiken enthalten.

Bosch als Leasinggeber

Leasinggeber haben Leasingverhältnisse entweder als Finanzierungsleasing oder als Operating-Leasing einzustufen.

Bei Finanzierungsleasing werden im Wesentlichen alle mit dem Eigentum verbundenen Risiken und Chancen auf den Leasingnehmer übertragen. In diesem Fall wird eine Forderung in Höhe des Nettoinvestitionswertes bilanziert und unter den finanziellen Vermögenswerten ausgewiesen.

Die Forderungen aus Finanzierungsleasing-Verträgen resultieren im Wesentlichen aus der Vermietung von Erzeugnissen des Geschäftsbereichs Building Technologies. Die vereinbarte Laufzeit beträgt in der Regel zehn Jahre. Die Forderungen gliedern sich im Geschäftsjahr wie folgt:

MILLIONEN EURO 2020 2019
Bruttoinvestitionen in Finanzierungsleasing
fällig innerhalb eines Jahres 45 44
fällig zwischen einem und zwei Jahren 39 38
fällig zwischen zwei und drei Jahren 34 33
fällig zwischen drei und vier Jahren 28 27
fällig zwischen vier und fünf Jahren 21 21
fällig nach mehr als fünf Jahren 56 61
223 224
Barwert der ausstehenden Mindestleasingzahlungen
fällig innerhalb eines Jahres 38 36
fällig zwischen einem und zwei Jahren 34 32
fällig zwischen zwei und drei Jahren 30 28
fällig zwischen drei und vier Jahren 25 24
fällig zwischen vier und fünf Jahren 19 19
fällig nach mehr als fünf Jahren 53 58
199 197
Noch nicht realisierter Finanzertrag 24 27

Im Zusammenhang mit Finanzierungsleasing-Verträgen sind im Geschäftsjahr Finanzerträge in Höhe von 8 Millionen EUR (Vorjahr 9 Millionen EUR) und Veräußerungsverluste in Höhe von 3 Millionen EUR (Vorjahr 3 Millionen EUR) angefallen. Es liegen keine nicht garantierten Restwerte vor.

Operating-Leasing-Verträge liegen vor, wenn die mit dem Leasinggegenstand verbundenen wesentlichen Chancen und Risiken beim Leasinggeber verbleiben. Die jeweiligen Vermögenswerte werden im Sachanlagevermögen ausgewiesen und die erhaltenen Leasingzahlungen werden, soweit sie nicht als Umsatz ausgewiesen werden, in den sonstigen betrieblichen Erträgen erfasst.

Die ausstehenden Mindestleasingzahlungen aus Operating-Leasing-Verträgen, bei denen Gesellschaften der Bosch-Gruppe als Leasinggeber auftreten, resultieren vor allem aus Aktivitäten des Geschäftsbereichs Building Technologies. Sie gliedern sich im Geschäftsjahr wie folgt:

MILLIONEN EURO 2020 2019
Fällig innerhalb eines Jahres 81 67
Fällig zwischen einem und zwei Jahren 64 61
Fällig zwischen zwei und drei Jahren 60 57
Fällig zwischen drei und vier Jahren 54 55
Fällig zwischen vier und fünf Jahren 45 42
Fällig nach mehr als fünf Jahren 124 133
428 415

Die Erträge aus Operating-Leasing-Verträgen belaufen sich im Geschäftsjahr 2020 auf 108 Millionen EUR (Vorjahr 90 Millionen EUR).

34 Angaben zu nahestehenden Unternehmen und Personen

Die Robert Bosch Industrietreuhand KG übt als Gesellschafterin der Robert Bosch GmbH die Stimmrechtsmehrheit bei dieser aus. Außerdem obliegt der Robert Bosch Industrietreuhand KG die interne Revision der Bosch-Gruppe. Die dafür angefallenen Kosten von 17 Millionen EUR (Vorjahr 21 Millionen EUR) wurden von der Robert Bosch GmbH erstattet.

Ein Teil der Pensionszusagen und -mittel ist in die Bosch Pensionsfonds AG ausgegliedert. Alleinige Gesellschafterin der Bosch Pensionsfonds AG ist die Robert Bosch GmbH.

Die Robert Bosch Stiftung GmbH, Stuttgart, ist Mieterin von mehreren Immobilien, deren Eigentümerin die Robert Bosch GmbH, Stuttgart, ist.

Geschäftsbeziehungen mit nahestehenden Unternehmen

Zu den nahestehenden Unternehmen der Bosch-Gruppe gehören die Gemeinschaftsunternehmen sowie die Unternehmen, an denen eine Minderheitsbeteiligung besteht. Die Geschäftsbeziehungen mit diesen Unternehmen sind in der folgenden Tabelle dargestellt:

MILLIONEN EURO Erbrachte Lieferungen und Leistungen Empfangene Lieferungen und Leistungen Forderungen
2020 2019 2020 2019 2020 2019
Gemeinschaftsunternehmen 7 12 2 3 8 7
Beteiligungsunternehmen 61 79 441 274 26 34
MILLIONEN EURO Verbindlichkeiten
2020 2019
Gemeinschaftsunternehmen 2 1
Beteiligungsunternehmen 79 81

Alle Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen werden zu marktüblichen Konditionen abgewickelt.

Gesamtbezüge der Personen in Schlüsselpositionen des Managements

Bei den Personen in Schlüsselpositionen des Managements handelt es sich um die persönlich haftenden Gesellschafter der Robert Bosch Industrietreuhand KG sowie deren Kommanditisten, soweit diese gleichzeitig Geschäftsführer der Robert Bosch GmbH sind, die Mitglieder des Aufsichtsrats sowie die Geschäftsführer der Robert Bosch GmbH.

Die Gesamtbezüge der Personen in Schlüsselpositionen des Managements setzen sich wie folgt zusammen:

MILLIONEN EURO 2020 2019
Kurzfristig fällige Leistungen 31 25
Leistungen nach Beendigung des Dienstverhältnisses 5 23
Andere langfristig fällige Leistungen 7 5
Leistungen aus Anlass der Beendigung von Dienstverhältnissen 0 0

Für Verpflichtungen aus Pensionen und Entgeltumwandlung sind insgesamt 177 Millionen EUR (Vorjahr 197 Millionen EUR) zurückgestellt.

Anteilsbasierte Leistungen werden nicht gewährt.

Darüber hinaus haben Unternehmen des Bosch-Konzerns mit Personen in Schlüsselpositionen des Managements keine berichtspflichtigen Geschäfte vorgenommen.

35 Bezüge der Mitglieder der Geschäftsführung und des Aufsichtsrats

Die Gesamtbezüge der Mitglieder der Geschäftsführung belaufen sich im Geschäftsjahr 2020 auf 32 Millionen EUR (Vorjahr 25 Millionen EUR) und die der früheren Mitglieder der Geschäftsführung und ihrer Hinterbliebenen auf 17 Millionen EUR (Vorjahr 17 Millionen EUR).

Die Vergütungen der Mitglieder des Aufsichtsrats betragen rund 2 Millionen EUR. Für Pensionsverpflichtungen gegenüber früheren Mitgliedern der Geschäftsführung und ihren Hinterbliebenen sind insgesamt 296 Millionen EUR (Vorjahr 257 Millionen EUR) zurückgestellt.

36 Honorare des Abschlussprüfers

Die Honorare des Konzernabschlussprüfers für Prüfungs- und Beratungsleistungen in Deutschland betragen:

MILLIONEN EURO 2020 2019
Honorare für
Abschlussprüfungsleistungen 6 6
Andere Bestätigungsleistungen 0 0
Steuerberatungsleistungen 0 0
Sonstige Leistungen 5 10

Anteilsbesitz der Bosch-Gruppe

31. Dezember 2020

1 Konsolidierungskreis

Region/Land Name der Gesellschaft Sitz Anteil am Kapital
in %
Deutschland Robert Bosch Gesellschaft mit beschränkter Haftung Stuttgart
AS Abwicklung Dritte Produktion GmbH i.L. Stuttgart 100,0
AS Abwicklung und Solar-Service Deutschland GmbH i.L. Stuttgart 100,0
AS Abwicklung und Solar-Service GmbH Stuttgart 100,0
AS Guss Beteiligungsgesellschaft mbH Stuttgart 100,0
Bosch Access Systems GmbH Würselen 100,0 1)
Bosch Automotive Service Solutions GmbH Pollenfeld 100,0 1)
Bosch Connected Devices and Solutions GmbH Reutlingen 100,0 1)
Bosch Energy and Building Solutions GmbH Ditzingen 100,0 1)
Bosch Engineering GmbH Abstatt 100,0 1)
Bosch Healthcare Solutions GmbH Waiblingen 100,0 1)
Bosch Hilfe GmbH Stuttgart 100,0
Bosch Industriekessel GmbH Gunzenhausen 100,0 1)
Bosch KWK Systeme GmbH Lollar 100,0 1)
Bosch Pensionsgesellschaft mbH Stuttgart 100,0 1)
Bosch Power Tec GmbH Stuttgart 100,0
Bosch Rexroth AG Stuttgart 100,0 1), 2)
Bosch Rexroth Guss GmbH Lohr am Main 100,0 1)
Bosch Rexroth Vermögensverwaltung GmbH Lohr am Main 100,0 1)
Bosch Sensortec GmbH Kusterdingen 100,0 1)
Bosch Service Solutions GmbH Stuttgart 100,0 1)
Bosch Service Solutions Leipzig GmbH Leipzig 100,0 1)
Bosch Service Solutions Magdeburg GmbH Magdeburg 100,0 1)
Bosch Sicherheitssysteme Engineering GmbH Nürnberg 100,0 1)
Bosch Sicherheitssysteme GmbH Stuttgart 100,0 1), 2)
Bosch Sicherheitssysteme Montage und Service GmbH Weimar 100,0 1)
Bosch SoftTec GmbH Hildesheim 100,0 1)
Bosch.IO GmbH Berlin 100,0 1)
Bosch Solar Services GmbH Arnstadt 100,0 1), 2)
Bosch Solar Thin Film GmbH Arnstadt 100,0 1)
Bosch Solarthermie GmbH Wettringen 100,0 1)
Bosch Technology Licensing Administration GmbH Gerlingen 100,0 1)
Bosch Telecom Holding GmbH Stuttgart 100,0 1), 2)
Bosch Thermotechnik GmbH Wetzlar 100,0 1), 2)
Bosch Wohnungsverwaltungsgesellschaft mbH & Co. KG Stuttgart 100,0
BSH Hausgeräte GmbH München 100,0 1), 2)
BSH Hausgeräte Service GmbH München 100,0 1)
BSH Hausgeräte Service Nauen GmbH Nauen 100,0 1)
BSH Hausgerätewerk Nauen GmbH Nauen 100,0 1)
BSH Vermögensverwaltungs-GmbH München 100,0 1)
Buderus Guss GmbH Breidenbach 100,0 1)
Buderus Immobilien GmbH Wetzlar 100,0 1)
COBI.Bike GmbH Frankfurt/Main 100,0 1)
Constructa-Neff Vertriebs-GmbH München 100,0
Coup Mobility GmbH Berlin 100,0 1)
DAA Deutsche Auftragsagentur GmbH Hamburg 100,0 1)
ESCRYPT GmbH Bochum 100,0 1)
ETAS GmbH Stuttgart 100,0 1), 2)
EVI Audio GmbH Straubing 100,0 1)
Gaggenau Hausgeräte GmbH München 100,0 1)
GFR Gesellschaft für Regelungstechnik und Energieeinsparung mbh Jena 100,0 1)
GFR-Gesellschaft für Regelungstechnik und Energieeinsparung mbh Verl 100,0 1)
grow platform GmbH Stuttgart 100,0 1)
Holger Christiansen Deutschland GmbH Wilnsdorf 100,0 1)
ITK Engineering GmbH Rülzheim 100,0
ITK Holding GmbH Rülzheim 100,0
Moehwald GmbH Homburg/Saar 100,0 1)
Neff GmbH München 100,0 1)
Pollux Solar-Service GmbH Arnstadt 100,0
Residential IoT Services GmbH Stuttgart 100,0 1)
Robert Bosch Aftermarket Solutions GmbH Göttingen 100,0 1)
Robert Bosch Automotive Steering Bremen GmbH Bremen 100,0 1)
Robert Bosch Automotive Steering GmbH Schwäbisch Gmünd 100,0 1), 2)
Robert Bosch Car Multimedia GmbH Hildesheim 100,0 1)
Robert Bosch Elektronik GmbH Salzgitter 100,0 1)
Robert Bosch Elektronik Thüringen GmbH Arnstadt 100,0 1)
Robert Bosch Fahrzeugelektrik Eisenach GmbH Eisenach 100,0 1)
Robert Bosch Hausgeräte GmbH München 100,0 1)
Robert Bosch Immobilienverwaltungs GmbH & Co. KG Stuttgart 100,0
Robert Bosch Lollar Guss GmbH Lollar 100,0 1)
Robert Bosch Manufacturing Solutions GmbH Stuttgart 100,0 1), 2)
Robert Bosch Power Tools GmbH Leinfelden Echterdingen 100,0 1)
Robert Bosch Risk and Insurance Management GmbH Stuttgart 100,0 1)
Robert Bosch Sechste Vermögensverwaltungsgesellschaft mbH Gerlingen 100,0 1)
Robert Bosch Semiconductor Manufacturing Dresden GmbH Dresden 100,0 1)
Robert Bosch Siebte Vermögensverwaltungsgesellschaft mbH Gerlingen 100,0 1)
Robert Bosch Smart Home GmbH Stuttgart 100,0 1)
Robert Bosch Venture Capital GmbH Gerlingen 100,0 1)
Robert Bosch Wohnungsgesellschaft mbH Stuttgart 100,0 1)
Security and Safety Things GmbH München 100,0
SEG Hausgeräte GmbH München 100,0 1)
sia Abrasives Deutschland GmbH Solingen 100,0
WeWash GmbH München 100,0 1)
WOGE Service- und Regiebetrieb GmbH Stuttgart 100,0
Europa
Belgien Bosch Rexroth N.V. Anderlecht 100,0
Bosch Thermotechnology N.V. / S.A. Mechelen 100,0
BSH Home Appliances S.A. Brüssel 100,0
Robert Bosch Produktie N.V. Tienen 100,0
Robert Bosch S.A. Anderlecht 100,0
sia Abrasives Belgium N.V. / S.A. Mollem 100,0
Bulgarien Bosch.IO EOOD Sofia 100,0
BSH Domakinski Uredi Bulgaria EOOD Sofia 100,0
Dänemark Bosch Rexroth A/S Hvidovre 100,0
BSH Hvidevarer A/S Ballerup 100,0
Holger Christiansen A/S Esbjerg 100,0
Robert Bosch A/S Ballerup 100,0
Finnland Bosch Rexroth Oy Vantaa 100,0
BSH Kodinkoneet Oy Helsinki 100,0
Robert Bosch Oy Vantaa 100,0
Frankreich Bosch Automotive Service Solutions SAS Cergy Saint-Christophe 100,0
Bosch Rexroth DSI S.A.S. Vénissieux 100,0
Bosch Rexroth S.A.S. Vénissieux 100,0
Bosch Security Systems France S.A.S. Drancy 100,0
BSH Electroménager S.A.S. Saint-Ouen 100,0
COUP France S.A.S. Paris 100,0
e.l.m. leblanc S.A.S. Drancy 100,0
Gaggenau Industrie S.A.S. Lipsheim 100,0
Holger Christiansen France S.A.S. Olivet 100,0
Robert Bosch (France) S.A.S. Saint-Ouen 100,0
Robert Bosch Automotive Steering Marignier S.A.S. Marignier 100,0
Robert Bosch Automotive Steering Vendôme S.A.S. Vendôme 100,0
sia Abrasives France S.a.r.l. Drancy 100,0
Griechenland BSH Ikiakes Syskeves A.B.E. Athen 100,0
Robert Bosch S.A. Koropi (Athen) 100,0
Irland Robert Bosch Ireland Ltd. Dublin 100,0
Italien ARESI S.p.A. Brembate 100,0
Bosch Automotive Service Solutions S.r.l. Parma 100,0
Bosch Energy and Building Solutions Italy S.r.l. Mailand 100,0
Bosch Rexroth Oil Control S.p.A. Mailand 100,0
Bosch Rexroth S.p.A. Cernusco 100,0
Bosch Security Systems S.p.A. Mailand 100,0
BSH Elettrodomestici S.p.A. Mailand 100,0
Centro Studi Componenti per Veicoli S.p.A. Modugno (Bari) 100,0
EDiM S.p.A. Villasanta 100,0
Freud S.p.A. Mailand 100,0
Holger Christiansen Italia S.r.l. San Lazzaro di Savena 100,0
ROBERT BOSCH S.p.A. Società Unipersonale Mailand 100,0
Tecnologie Diesel S.p.A. Società Unipersonale Modugno (Bari) 100,0
VHIT S.p.A. Offanengo 100,0
Kasachstan TOO BSH Home Appliances Almaty 100,0
TOO Robert Bosch Almaty 100,0
Kroatien BSH kućanski uređaji d.o.o. Zagreb 100,0
Lettland Robert Bosch SIA Riga 100,0
Luxemburg BSH électroménagers S.A. Senningerberg 100,0
Ferroknepper Buderus S.A. Esch-sur-Alzette 100,0
Niederlande Bosch Power Tools B.V. Breda 100,0
Bosch Rexroth B.V. Boxtel 100,0
Bosch Security Systems B.V. Eindhoven 100,0
Bosch Thermotechniek B.V. Deventer 100,0
Bosch Thermotechnology Netherlands Holding B.V. Boxtel 100,0
Bosch Transmission Technology B.V. Tilburg 100,0
BSH Huishoudapparaten B.V. Amsterdam 100,0
Digicontrol Benelux B.V. Apeldoorn 100,0
Nefit Vastgoed B.V. Deventer 100,0
Robert Bosch Asset Managing C.V. Boxtel 100,0
Robert Bosch B.V. Boxtel 100,0
Robert Bosch Finance Nederland B.V. Boxtel 100,0
Robert Bosch Holding Nederland B.V. Boxtel 100,0
Robert Bosch IC Financing Nederland B.V. Boxtel 100,0
Robert Bosch Investment Nederland B.V. Boxtel 100,0
Security and Safety Things B.V. Eindhoven 100,0
Norwegen Bosch Rexroth AS Ski 100,0
BSH Husholdningsapparater A/S Oslo 100,0
Robert Bosch AS Trollåsen 100,0
Österreich Bosch Industriekessel Austria GmbH Bischofshofen 100,0
Bosch Rexroth GmbH Pasching 100,0
BSH Finance and Holding GmbH Wien 100,0
BSH Hausgeräte Gesellschaft mbH Wien 100,0
Robert Bosch AG Wien 100,0
Robert Bosch Holding Austria GmbH Wien 100,0
Polen Bosch Rexroth Sp. z o.o. Warschau 100,0
BSH Sprzȩt Gospodarstwa Domowego Sp. z o.o. Warschau 100,0
ROBERT BOSCH Sp. z o.o. Warschau 100,0
SIA Abrasives Polska Sp. z o.o. Goleniów 100,0
Portugal Bosch Car Multimedia Portugal, S.A. Braga 100,0
Bosch Security Systems, S.A. Ovar 100,0
Bosch Termotecnologia S.A. Aveiro 100,0
BSHP Electrodomésticos, S.U., Lda. Carnaxide 100,0
Robert Bosch, S.A. Lissabon 100,0
Rumänien Bosch Automotive S.R.L. Blaj 100,0
Bosch Rexroth Sales S.R.L. Blaj 100,0
Bosch Service Solutions S.R.L. Timişoara 100,0
BSH Electrocasnice S.R.L. Bukarest 100,0
ROBERT BOSCH S.R.L. Bukarest 100,0
Russische Bosch Heating Systems LLC Engels 100,0
Föderation Evroradiators LLC Engels 100,0
OOO "Construction & investments" Khimki 100,0
OOO Bosch Power Tools Engels 100,0
OOO Bosch Rexroth Moskau 100,0
OOO Bosch Thermotechnik Moskau 100,0
OOO BSH Bytowije Pribory St. Petersburg 100,0
OOO Robert Bosch Moskau 100,0
OOO Robert Bosch Saratow Engels 100,0
Robert Bosch Samara LLC Chernovskiy 100,0
Schweden Bosch Rexroth AB Stockholm 100,0
Bosch Thermoteknik AB Tranås 100,0
BSH Home Appliances AB Stockholm 100,0
Robert Bosch AB Kista 100,0
Schweiz Bosch Rexroth Schweiz AG Buttikon 100,0
BSH Hausgeräte AG Geroldswil 100,0
Buderus Heiztechnik AG Pratteln 100,0
Robert Bosch AG Zuchwil 100,0
Robert Bosch Internationale Beteiligungen AG Zuchwil 100,0
Scintilla AG Solothurn 100,0
sia Abrasives Industries AG Frauenfeld 100,0
Serbien BSH Kućni Aparati d.o.o. Beograd Belgrad 100,0
Robert Bosch DOO Belgrad 100,0
Slowakei BSH Drives and Pumps s.r.o. Michalovce 100,0
Robert Bosch spol. s.r.o. Bratislava 100,0
Robert Bosch Production Slovakia, s.r.o. Bernolákovo 100,0
Slowenien Bosch Rexroth d.o.o. Škofja Loka 100,0
BSH Hišni Aparati d.o.o. Nazarje 100,0
Spanien Bosch Rexroth, S.L.U. Madrid 100,0
Bosch Service Solutions, S.A.U. Madrid 100,0
BOSCH SISTEMAS DE FRENADO, S.L.U. Madrid 100,0
BSH Electrodomésticos España, S.A. Zaragoza 100,0
Coup Urban Mobility S.L. Madrid 100,0
ROBERT BOSCH ESPAÑA FÁBRICA ARANJUEZ S.A.U. Aranjuez 100,0
ROBERT BOSCH ESPAÑA FÁBRICA CASTELLET S.A.U. Castellet 100,0
ROBERT BOSCH ESPAÑA FÁBRICA MADRID S.A.U. Madrid 100,0
ROBERT BOSCH ESPAÑA, S.L.U. Madrid 100,0
sia Abrasives Espana S.A.U. Madrid 100,0
Tschechische Bosch Diesel s.r.o. Jihlava 100,0
Republik Bosch Rexroth spol. s.r.o. Brno 100,0
Bosch Thermotechnika s.r.o. Prag 100,0
BSH domácí spotřebiče s.r.o. Prag 100,0
Robert Bosch odbytova s.r.o. Prag 100,0
Robert Bosch, spol. s.r.o. České Budějovice 100,0
Türkei Bosch Fren Sistemleri Sanayi ve Ticaret A.S. Bursa 84,5
Bosch Rexroth Otomasyon Sanayi ve Ticaret A.S. Bursa 100,0
Bosch Sanayi ve Ticaret A.S. Bursa 100,0
Bosch Termoteknik Isitma ve Klima Sanayi Ticaret A.S. Manisa 100,0
BSH Ev Aletleri Sanayi ve Ticaret A.Ş. Istanbul 100,0
Ukraine MBT Trade T.B.O. Kiew 100,0
Robert Bosch Production Ukraine Krakovets 100,0
TOV BSH Pobutova Technika Kiew 100,0
Zelmer Ukraine T.B.O. Kiew 100,0
Ungarn Automotive Steering Column Kft. Eger 100,0
Bosch Rexroth Kft. Budapest 100,0
BSH Háztartási Készülék Kereskedelmi Kft. Budapest 100,0
Robert Bosch Automotive Steering Kft. Maklár 100,0
Robert Bosch Elektronika Gyártó Kft. Hatvan 100,0
Robert Bosch Energy and Body Systems Kft. Miskolc 100,0
Robert Bosch Kft. Budapest 100,0
Robert Bosch Power Tool Elektromos Szerszámgyártó Kft. Miskolc 100,0
Vereinigtes Königreich Bosch Automotive Service Solutions Ltd. Brixworth 100,0
Bosch Lawn and Garden Ltd. Stowmarket 100,0
Bosch Rexroth Ltd. St. Neots 100,0
Bosch Service Solutions Ltd. Denham 100,0
Bosch Thermotechnology Ltd. Worcester 100,0
BSH Home Appliances Ltd. Milton Keynes 100,0
Robert Bosch Investment Ltd. Worcester 100,0
Robert Bosch Ltd. Denham 100,0
Robert Bosch UK Holdings Limited Denham 100,0
sia Abrafoam Ltd. Alfreton 100,0
sia Abrasives (G.B.) Ltd. Greetland 100,0
sia Abrasives Holding Ltd. Greetland 100,0
sia Fibral Ltd. Greetland 100,0
Worcester Group Ltd. Worcester 100,0
Amerika
Argentinien Bosch Rexroth S.A.I.C. Buenos Aires 100,0
BSH Electrodomésticos S.A. Buenos Aires 100,0
Robert Bosch Argentina Industrial S.A. Buenos Aires 100,0
Brasilien Bosch Rexroth Ltda. Itatiba-SP 100,0
Bosch Soluções Integradas Brasil Ltda. Campinas 100,0
Bosch Soluções Logisticas e Armazém Geral Ltda. Itupeva 100,0
Bosch Telecom Ltda. São Paulo 100,0
Bosch Termotecnologia Ltda. São Paulo 100,0
Robert Bosch Direçáo Automotiva Ltda. Sorocaba 100,0
Robert Bosch Ltda. Campinas 100,0
Chile Bosch Rexroth Chile S.p.A. Santiago de Chile 100,0
Robert Bosch S. A. Santiago de Chile 100,0
Costa Rica Robert Bosch Service Solutions - Costa Rica Sociedad Anonima Heredia 100,0
Kanada Bosch Rexroth Canada Corporation Welland, ON 100,0
BSH Home Appliances Ltd./ Électroménagers BSH Ltée Mississauga, ON 100,0
Freud Canada Inc. Mississauga, ON 100,0
ROBERT BOSCH INC. Mississauga, ON 100,0
Kolumbien BSH Electrodomesticos S.A.S. Bogotá 100,0
Robert Bosch Ltda. Bogotá 100,0
Mexiko Bosch Automotive Service Solutions, S.A. de C.V. Mexico City 100,0
Bosch Rexroth, S.A. de C.V. Mexico City 100,0
Frenados Mexicanos, S.A. de C.V. Aguascalientes 100,0
Robert Bosch México Sistemas Automotrices, S.A. de C.V. San Luis Potosí 100,0
Robert Bosch México Sistemas de Frenos, S. de R.L. de C.V. Juárez 100,0
Robert Bosch México Sistemas de Seguridad, S.A. de C.V. Hermosillo 100,0
Robert Bosch México, S.A. de C.V. Mexico City 100,0
Robert Bosch Sistemas Automotrices, S.A. de C.V. Juárez 100,0
Robert Bosch Tool de México, S.A. de C.V. Mexicali 100,0
Robert Bosch, S. de R.L. de C.V. Toluca 100,0
SPLT México, S.A. de C.V. Mexico City 100,0
Panama Robert Bosch Panama Colón, S.A. Colón 100,0
Peru BSH Electrodomésticos S.A.C. Callao/Lima 100,0
Robert Bosch S.A.C. Lima 100,0
Vereinigte Staaten Automotive Steering Column LLC Florence, KY 100,0
Bosch Automotive Service Solutions Inc. Warren, MI 100,0
Bosch Aviation Technology LLC Novi, MI 100,0
Bosch Brake Components LLC Broadview, IL 100,0
Bosch Rexroth Corporation Lehigh Valley, PA 100,0
Bosch Security Systems LLC Burnsville, MN 100,0
Bosch Thermotechnology Corp. Londonderry, NH 100,0
BSH Home Appliances Corporation Irvine, CA 100,0
Climatec, LLC Phoenix, AZ 100,0
ETAS Inc. Ann Arbor, MI 100,0
FHP Manufacturing Company Fort Lauderdale, FL 57,0
Freud America Inc. High Point, NC 100,0
Nimbus Holdings LLC Wilmington, DE 100,0
Robert Bosch Asset Management I LLC Wilmington, DE 100,0
Robert Bosch Asset Management I LP Wilmington, DE 100,0
Robert Bosch Automotive Steering LLC Florence, KY 100,0
Robert Bosch Battery Systems LLC Orion, MI 100,0
Robert Bosch Finance LLC Broadview, IL 100,0
ROBERT BOSCH FUEL SYSTEMS LLC Kentwood, MI 100,0
Robert Bosch LLC Broadview, IL 100,0
Robert Bosch North America Corporation Broadview, IL 100,0
Robert Bosch Start-up Platform North America LLC Wilmington, DE 100,0
Robert Bosch Tool Corporation Mt. Prospect, IL 100,0
sia Abrasives, Inc. USA Charlotte, NC 100,0
Splitting Fares Inc. Detroit, MI 100,0
Asien
China Bosch (China) Investment Ltd. Shanghai 100,0
Bosch (Donghai) Automotive Test & Technology Center Co., Ltd. Donghai 100,0
Bosch (Hulunbeier) Automotive Test and Technology Centre Co., Ltd. Yakeshi 100,0
Bosch (Ningbo) e-scooter Motor Co., Ltd. Ningbo 100,0
Bosch (Shanghai) Investment Consulting Co., Ltd. Shanghai 100,0
Bosch (Shanghai) Security Systems Ltd. Shanghai 100,0
Bosch (Shanghai) Venture Capital Investment Co., Ltd. Shanghai 100,0
Bosch (Zhuhai) Security Systems Co., Ltd. Zhuhai 100,0
Bosch Automotive Aftermarket (China) Co., Ltd. Nanjing 100,0
Bosch Automotive Components (Changchun) Co., Ltd. Changchun 55,0
Bosch Automotive Diesel Systems Co., Ltd. Wuxi 66,0
Bosch Automotive Products (Changsha) Co., Ltd. Changsha 100,0
Bosch Automotive Products (Chengdu) Co., Ltd. Chengdu 100,0
Bosch Automotive Products (Suzhou) Co., Ltd. Suzhou 100,0
Bosch Automotive Products (Wuhu) Co., Ltd. Wuhu 100,0
Bosch Automotive Service Solutions (Suzhou) Co., Ltd. Suzhou 100,0
Bosch Automotive Steering (Jinan) Co., Ltd. Jinan 100,0
Bosch Automotive Steering Jincheng (Nanjing) Co., Ltd. Nanjing 70,0
Bosch Automotive Systems (Wuxi) Co., Ltd. Wuxi 100,0
Bosch Automotive Technical Service (Beijing) Co., Ltd. Beijing 100,0
Bosch Connected Mobility Solutions Ltd. Wuxi 100,0
Bosch Electronics Trading (Suzhou) Co., Ltd. Suzhou 100,0
Bosch HUAYU Steering Systems (Nanjing) Co., Ltd. Nanjing 100,0
Bosch HUAYU Steering Systems (Wuhan) Co., Ltd. Wuhan 100,0
Bosch HUAYU Steering Systems (Yantai) Co., Ltd. Yantai 100,0
Bosch HUAYU Steering Systems Co., Ltd. Shanghai 51,0
Bosch Innovation and Software Development (Wuxi) Co., Ltd. Wuxi 100,0
Bosch Laser Equipment (Dongguan) Limited Dongguan 100,0
Bosch Power Tools (Chengdu) Co., Ltd. Chengdu 100,0
Bosch Power Tools (China) Ltd. Hangzhou 100,0
Bosch Rexroth (Beijing) Hydraulic Co., Ltd. Beijing 100,0
Bosch Rexroth (Changzhou) Co., Ltd. Changzhou 100,0
Bosch Rexroth (China) Ltd. Hongkong 100,0
Bosch Rexroth (Xi'an) Electric Drives and Controls Co., Ltd. Xi'an 100,0
Bosch Security Systems Ltd. Hongkong 100,0
Bosch Thermotechnology (Beijing) Co., Ltd. Beijing 100,0
Bosch Thermotechnology (Shanghai) Co., Ltd. Shanghai 100,0
Bosch Thermotechnology (Wuhan) Co., Ltd. Wuhan 100,0
Bosch Trading (Shanghai) Co., Ltd. Shanghai 100,0
BSH Electrical Appliances (Jiangsu) Co., Ltd. Nanjing 100,0
BSH Home Appliances (China) Co., Ltd. Nanjing 100,0
BSH Home Appliances Co., Ltd. Chuzhou 100,0
BSH Home Appliances Holding (China) Co., Ltd. Nanjing 100,0
BSH Home Appliances Ltd. Hongkong 100,0
BSH Home Appliances Service Jiangsu Co., Ltd. Nanjing 100,0
BSW Household Appliances Co., Ltd. Wuxi 100,0
ETAS Automotive Technology (Shanghai) Co., Ltd. Shanghai 100,0
Guangzhou sia Abrasives Company Ltd. Guangzhou 100,0
Robert Bosch Company Ltd. Hongkong 100,0
Shanghai Bosch Rexroth Hydraulics & Automation Ltd. Shanghai 100,0
Taixiang Vehicle Replace Parts (Shenzhen) Co., Ltd. Shenzhen 100,0
United Automotive Electronic Systems (Chongqing) Co., Ltd. Chongqing 65,0
United Automotive Electronic Systems Co., Ltd. Shanghai 51,0
Indien Bosch Automotive Electronics India Private Ltd. Bengaluru 100,0
Bosch Chassis Systems India Private Ltd. Pune 100,0
Bosch Electrical Drives India Private Ltd. Chennai 90,8
Bosch Ltd. Bengaluru 70,5
Bosch Rexroth (India) Private Limited Ahmedabad 100,0
BSH Household Appliances Manufacturing Private Limited Mumbai 100,0
Robert Bosch Automotive Steering Private Limited Pune 100,0
Robert Bosch Engineering and Business Solutions Private Ltd. Bengaluru 100,0
Indonesien PT BSH Home Appliances Jakarta 100,0
P.T. Robert Bosch Jakarta 100,0
Israel BSH Home Appliances Ltd. Herzlia 100,0
Japan Bosch Corporation Tokio 100,0
Bosch Engineering K.K. Tokio 100,0
Bosch Rexroth Corporation Tsuchiura-shi 99,9
Bosch Security Systems Ltd. Tokio 100,0
ETAS K.K. Yokohama 100,0
FA Niigata Co., Ltd. Niigata 100,0
Fuji Aitac Co., Ltd. Gunma 100,0
Gunma Seiki Co., Ltd. Gunma 100,0
Nippon Injector Corporation Odawara 50,0
Korea Bosch Electrical Drives Co., Ltd. Sejong 100,0
Bosch Rexroth Korea Ltd. Busan 100,0
Robert Bosch Korea Limited Company Daejeon 100,0
Malaysia Bosch Power Tools Engineering Sdn. Bhd. Penang 100,0
Bosch Rexroth Sdn. Bhd. Shah Alam 100,0
BSH Home Appliances Sdn. Bhd. Kuala Lumpur 100,0
Robert Bosch Sdn. Bhd. Kuala Lumpur 100,0
ROBERT BOSCH (MALAYSIA) SDN. BHD. Penang 100,0
Robert Bosch Automotive Steering Sdn. Bhd. Penang 100,0
ROBERT BOSCH POWER TOOLS SDN. BHD. Penang 100,0
Robert Bosch Semiconductor Manufacturing Penang Sdn. Bhd. Kuala Lumpur 100,0
Philippinen Bosch Service Solutions, Inc. Manila 100,0
Robert Bosch Inc. Manila 100,0
Singapur Bosch Rexroth Pte. Ltd. Singapur 100,0
BSH Home Appliances Pte. Ltd. Singapur 100,0
Robert Bosch (South East Asia) Pte. Ltd. Singapur 100,0
Robert Bosch Security Solutions Pte. Ltd. Singapur 100,0
Taiwan Bosch Rexroth Co. Ltd. Taipei 100,0
BSH Home Appliances Private Limited Taipei 100,0
Robert Bosch Taiwan Co., Ltd. Taipei 100,0
Unipoint Electric MFG Co., Ltd. Taipei 100,0
Thailand Bosch Automotive Thailand Co. Ltd. Rayong 87,9
BSH Home Appliances Ltd. Bangkok 100,0
Robert Bosch Ltd. Bangkok 100,0
Robert Bosch Automotive Technologies (Thailand) Co., Ltd. Rayong 100,0
Vereinigte Arabische Emirate BSH Home Appliances FZE Dubai 100,0
BSH Home Appliances General Trading LLC Dubai 100,0
Robert Bosch Middle East FZE Dubai 100,0
Vietnam Bosch Vietnam Co., Ltd. Dong Nai Province 100,0
Robert Bosch Engineering and Business Solutions Vietnam Co. Ltd. Ho Chi Minh City 100,0
Übrige Welt
Ägypten BSH Home Appliances LLC Neu-Kairo 100,0
BSH Home Appliances Holding LLP Neu-Kairo 100,0
Australien Bosch Automotive Service Solutions Pty. Ltd. Clayton 100,0
Bosch Rexroth Pty. Ltd. Kings Park 100,0
Bosch Security Systems Pty. Ltd. Sydney 100,0
BSH Home Appliances Pty. Ltd. Heatherton 100,0
Robert Bosch (Australia) Pty. Ltd. Clayton 100,0
sia Abrasives Australia Pty. Ltd. Rowville 100,0
Botswana Hytec Hydraulics Botswana (Pty) Ltd. Gaborone 100,0
Ghana Bosch Rexroth Ghana Ltd. Accra 100,0
Kenia Bosch Rexroth Kenya Ltd. Nairobi 100,0
Mosambik Hytec Hydraulics Mocambique Lda. Maputo 100,0
Hytec Services Mozambique Lda. Maputo 100,0
Marokko BSH Electroménagers (SA) Casablanca 100,0
Robert Bosch Morocco Sarl Casablanca 100,0
Namibia Hytec Namibia Pty. Ltd. Walvis Bay 100,0
Neuseeland BSH Home Appliances Ltd. Auckland 100,0
Sambia Hytec Zambia Ltd. Kitwe 100,0
Südafrika Bosch Rexroth South Africa (RF) (Pty) Ltd. Johannesburg 100,0
BSH Home Appliances (Pty.) Ltd. Johannesburg 100,0
Corgam Property Investments Pty. Ltd. Kempton Park 100,0
Hydraulic and Automation Warehouse Pty. Ltd. Kempton Park 100,0
HYSA Pty. Ltd. Kempton Park 100,0
Hytec Engineering Pty. Ltd. Kempton Park 100,0
Hytec Fluid Technology Pty. Ltd. Kempton Park 100,0
Hytec Services Africa Pty. Ltd. Kempton Park 100,0
Hytec South Africa (RF) (Pty) Ltd. Kempton Park 75,0
Robert Bosch (Pty.) Ltd. Brits 100,0
Tectra Automation Pty. Ltd. Kempton Park 100,0

1 Diese Gesellschaften machen von der Befreiung gemäß § 264 Abs. 3 HGB Gebrauch.
2 Diese Gesellschaften machen von der Befreiung gemäß § 291 Abs. 2 HGB Gebrauch.

2 Beteiligungen bewertet at Equity

Region/Land Name der Gesellschaft Sitz Anteil am Kapital
in %
Korea KB Wiper Systems Co., Ltd. Daegu 50,0

3 Nicht konsolidierte und sonstige Beteiligungen

Region/Land Name der Gesellschaft Sitz Anteil am Kapital
in %
Deutschland ads-tec Energy GmbH Nürtingen 39,0
AIG Planungs- und Ingenieurgesellschaft mbH Stuttgart 100,0
AJNS New Media GmbH Berlin 64,9
Alltrucks GmbH & Co. KG München 33,3
Bosch Climate Solutions GmbH Gerlingen 100,0
Bosch Management Support GmbH Leonberg 100,0
Bosch Pensionsfonds AG Stuttgart 100,0
BS Systems GmbH & Co. KG Zusmarshausen 50,0
BSH Altersfürsorge GmbH München 100,0
BSH Digital Ventures GmbH München 100,0
Circular Economy Solutions GmbH Göttingen 100,0
Drivelog GmbH Berlin 100,0
ECP Energiecontracting GmbH Heidelberg 81,0
Energiespeicher Nord Verwaltungs GmbH Braderup 45,0
ETAS NI Systems GmbH & Co. KG Stuttgart 50,0
European Center for Information and Communication Technologies - EICT GmbH Berlin 20,0
for you Insurance Services GmbH Stuttgart 100,0
GFI Gesellschaft für Infrastrukturdienste mbH Reutlingen 100,0
Home Connect GmbH München 100,0
Knorr-Bremse Systeme für Nutzfahrzeuge GmbH München 20,0
Koller + Schwemmer GmbH Nürnberg 100,0
Kraftwerksbatterie Heilbronn GmbH Stuttgart 50,0
Lithium Energy and Power Management GmbH Stuttgart 100,0
MAGURA Bosch Parts & Services GmbH & Co. KG Bad Urach 50,0
MAGURA Bosch Parts & Services Verwaltungs-GmbH Bad Urach 50,0
Mobility Media GmbH Berlin 100,0
Prüfzentrum Boxberg GmbH Boxberg 100,0
RE'FLEKT GmbH München 30,2
Robert Bosch Immobilien GmbH Stuttgart 100,0
Robert Bosch Technical and Business Solutions GmbH Stuttgart 100,0
SAPCORDA SERVICES GmbH Berlin 28,5
Service- und Betriebsgesellschaft Heidehof mbH Stuttgart 100,0
SupplyOn AG Hallbergmoos 42,1
Europa
Belarus Robert Bosch OOO Minsk 100,0
Bulgarien Robert Bosch EOOD Sofia 100,0
Estland Robert Bosch OÜ Tallinn 100,0
Frankreich ETAS S.A.S. Saint-Ouen 100,0
Georgien Robert Bosch Ltd. Tiflis 100,0
Griechenland Bosch Rexroth S.A. Athen 100,0
Italien BARI SERVIZI INDUSTRIALI Società consortile a r.l. Modugno 50,0
DECA S.r.l. Lugo 100,0
Oleodinamica Gambini S.r.l. Modena 20,0
Kroatien Robert Bosch d.o.o. Zagreb 100,0
Litauen UAB Robert Bosch Vilnius 100,0
Niederlande Intrinsic ID B.V. Eindhoven 28,2
Tradeplace B.V. Amsterdam 20,0
Österreich Bosch General Aviation Technology GmbH Wien 100,0
ITK Engineering GmbH Premstätten 100,0
RobArt GmbH Linz 24,8
ZENO Track GmbH Wien 100,0
Polen Loos Centrum Sp.z o.o. Warschau 26,0
Rumänien Bosch Servicii Termotehnica SRL Bukarest 100,0
BSH Electrocasnice Manufacturing S.R.L. Bukarest 100,0
Schweiz Bosch Automotive Service Solutions AG Horw 100,0
Slowenien BSH I.D. Invalidska družba d.o.o. Nazarje 100,0
Robert Bosch d.o.o. Ljubljana 100,0
Spanien Bosch Automotive Service Solutions S.A.U. Madrid 100,0
ITK Systems Engineering, S.L.U. Barcelona 100,0
Noustique Perfumes S.L. Barcelona 100,0
Ukraine Robert Bosch Ltd. Kiew 100,0
Ungarn Bosch Electronic Service Kft. Kecskemét 100,0
Vereinigtes Königreich Bosch Automotive Training Limited Motherwell 100,0
BOXT Limited Leeds 50,0
ETAS Ltd. York 100,0
LAGTA Group Training Limited Motherwell 100,0
Sunlight.io Ltd. Cambridge 25,2
Amerika
Brasilien Bosch Management Support Ltda. Campinas 99,9
Metapar Usinagem Ltda. Curitiba-Paraná 100,0
Robert Bosch Centro de Comunicação Limitada Campinas 100,0
sia Abrasivos Industriais Ltda. São José dos Pinhais 100,0
Ecuador Robert Bosch Sociedad Anónima - Ecuabosch Guayaquil 100,0
Kanada ETAS Embedded Systems Canada Inc. Kitchener, ON 100,0
Kolumbien Robert Bosch Caribe S.A.S. Bogotá 100,0
Mexiko Bosch Management Services México, S.C. Mexico City 100,0
Panama Robert Bosch Panama S.A. Panama City 100,0
Paraguay Robert Bosch Sociedad Anonima Asunción 100,0
Peru Bosch Rexroth S.A.C. Lima 100,0
Uruguay Robert Bosch Uruguay S.A. Montevideo 100,0
Venezuela Bosch Rexroth S.A. Caracas 100,0
Inversiones 421.10 (Venezuela Holding) Caracas 100,0
Robert Bosch S.A. Caracas 100,0
Skil Venezolana SRL Caracas 100,0
Vereinigte Staaten Bosch Management Services Corporation Wilmington, DE 100,0
Bosch Solar Energy Corp. Detroit, MI 100,0
Foldimate Inc. Delaware 39,6
ITK Engineering, LLC Howell, MI 100,0
North America Fuel Systems Remanufacturing LLC Kentwood, MI 50,0
Asien
Bangladesch Robert Bosch (Bangladesh) Ltd. Dhaka 100,0
China Bosch (Shanghai) Smart Life Technology Ltd. Shanghai 100,0
Boyuan (Shanghai) Investment Management Co., Ltd. Shanghai 50,0
Freud International Trading (Shanghai) Co., Ltd. Shanghai 100,0
HEFEI M&B Air Conditioning Equipment Co., Ltd. Heifei 40,0
Indien AMP Solar Infrastructure Private Limited Neu-Delhi 26,0
Automobility Services and Solutions Private Limited Bengaluru 100,0
ETAS Automotive India Private Ltd. Bengaluru 100,0
MIVIN Engineering Technologies Private Ltd. Bengaluru 100,0
Newtech Filter India Private Limited Nalagarh 100,0
Prebo Automotive Pte. Ltd. Pune 40,0
Precision Seals Manufacturing Ltd. Chakan 100,0
Robert Bosch India Manufacturing and Technology Private Limited Bengaluru 100,0
Simyog Technology Pvt. Ltd. Bengaluru 24,7
ZF Steering Gear (India) Ltd. Pune 26,0
Indonesien PT Bosch Rexroth Jakarta 100,0
P.T. Robert Bosch Automotive Jakarta 100,0
Iran Bosch Tejarat Pars Teheran 100,0
Israel Allegro Artificial Intelligence Ltd. Ramat Gan 20,9
Electra Industries Ltd. Rishon Le'Zion 40,0
Robert Bosch Technologies Israel Ltd. Tel Aviv 100,0
Japan Advanced Driver Information Technology Corporation Kariya-shi 50,0
Bosch Engineering Solutions Ltd. Tokio 100,0
Bosch Service Solutions Corporation Siki 100,0
ITK Engineering Japan, Inc. Tokio 100,0
Kanto Seiatsu Kogyo Co., Ltd. Honjo 92,9
Knorr-Bremse Commercial Vehicle Systems Japan, Ltd. Tokio 20,0
Kambodscha Robert Bosch (Cambodia) Co., Ltd. Phnom Penh 100,0
Korea ETAS Korea Co., Ltd. Seoul 100,0
Laos Robert Bosch (Lao) Sole Co., Ltd. Vientiane 100,0
Malaysia Pacific BBA (Malaysia) Sdn. Bhd. Shah Alam 100,0
Robert Bosch (Penang) Sdn. Bhd. Penang 100,0
Saudi Arabien BSH Home Appliances Saudi Arabia LLC Dschidda 51,0
Robert Bosch Saudi Arabia Limited Liability Company Riad 100,0
Singapur SUN Mobility Pte. Ltd. Singapur 26,0
WhatsEGG Pte. Ltd. Singapur 20,0
Sri Lanka Robert Bosch Lanka (Pvt.) Ltd. Colombo 100,0
Thailand FMP Distribution Ltd. Rayong 50,1
FMP Group (Thailand) Ltd. Rayong 50,7
Pacific BBA (Thailand) Ltd. Bangkok 100,0
Übrige Welt
Ägypten Bosch Rexroth Egypt LLC Kairo 100,0
RBEG LLC Kairo 100,0
Robert Bosch Holding-Egypt LLC Kairo 100,0
Robert Bosch Ltd. Kairo 100,0
Angola Robert Bosch, Limitada Luanda 100,0
Australien Autocrew Australia Pty. Ltd. Lawnton 50,0
FMP Group (Australia) Pty. Ltd. Ballarat 49,0
Pacifica Group Pty. Ltd. Melbourne 100,0
The Yield Technology Solution Pty. Ltd. Hobart 28,7
Ghana Robert Bosch Ghana Ltd. Accra 100,0
Kenia Robert Bosch East Africa Ltd. Nairobi 100,0
Marokko Bosch Rexroth Morocco S.A.R.L. Casablanca 100,0
Neuseeland Bosch Rexroth Ltd. Auckland 100,0
Robert Bosch Ltd. Auckland 100,0
Nigeria Robert Bosch Limited Lagos 100,0
Südafrika Hägglunds Drives South Africa (Pty.) Ltd. Fourways 100,0
Tunesien Robert Bosch Tunisie SARL Tunis 100,0

 

Stuttgart, den 11. März 2021

Robert Bosch Gesellschaft mit beschränkter Haftung

Die Geschäftsführer

Dr. Volkmar Denner

Prof. Dr. Stefan Asenkerschbaumer

Filiz Albrecht

Dr. Michael Bolle

Dr. Christian Fischer

Dr. Stefan Hartung

Dr. Markus Heyn

Harald Kröger

Rolf Najork

Uwe Raschke

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die Robert Bosch Gesellschaft mit beschränkter Haftung

Prüfungsurteile

Wir haben den Konzernabschluss der Robert Bosch Gesellschaft mit beschränkter Haftung, Stuttgart, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung und der Konzern-Gesamtergebnisrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2020, der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2020, der KonzernEigenkapitalveränderungsrechnung und der Konzernkapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2020 sowie dem Konzernanhang, einschließlich einer Zusammenfassung bedeutsamer Rechnungslegungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der Robert Bosch Gesellschaft mit beschränkter Haftung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2020 geprüft. Die im Abschnitt "Bericht zur Unternehmensführung" des Konzernlageberichts enthaltene Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289 f Abs. 4 HGB (Angabe zur Frauenquote) haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Konzernabschluss in allen wesentlichen Belangen den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 31. Dezember 2020 sowie seiner Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2020 bis zum 31. Dezember 2020 und

vermittelt der beigefügte Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Konzernlagebericht in Einklang mit dem Konzernabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. Unser Prüfungsurteil zum Konzernlagebericht erstreckt sich nicht auf den Inhalt der oben genannten Erklärung zur Unternehmensführung.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen.

Sonstige Informationen

Der Aufsichtsrat ist für den Bericht des Aufsichtsrats verantwortlich. Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen die oben genannte Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f Abs. 4 HGB (Angaben zur Frauenquote). Ferner umfassen die sonstigen Informationen weitere für den Geschäftsbericht vorgesehene Bestandteile, von denen wir eine Fassung bis zur Erteilung dieses Bestätigungsvermerks erlangt haben, insbesondere die Abschnitte: "Vorwort der Geschäftsführung", "Die Geschäftsführung", "Bericht des Aufsichtsrats", "Aufsichtsrat", "Industrietreuhand und internationaler Beirat", "Höhepunkte 2020", "Robert Bosch Stiftung" sowie "Zehnjahresübersicht der Bosch-Gruppe", nicht aber den Konzernabschluss, nicht die in die inhaltliche Prüfung einbezogenen Konzern-Lageberichtsangaben und nicht unseren dazugehörigen Bestätigungsvermerk.

Unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und Konzernlagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab.

Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen

wesentliche Unstimmigkeiten zum Konzernabschluss, Konzernlagebericht oder unseren bei der Prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder

anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, es sei denn, es besteht die Absicht den Konzern zu liquidieren oder der Einstellung des Geschäftsbetriebs oder es besteht keine realistische Alternative dazu.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns zur Aufstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können;

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Konzernabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Konzernlageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme abzugeben;

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben;

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass der Konzern seine Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann;

beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Konzernabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und der ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt;

holen wir ausreichende, geeignete Prüfungsnachweise für die Rechnungslegungsinformationen der Unternehmen oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns ein, um Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht abzugeben. Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Überwachung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die alleinige Verantwortung für unsere Prüfungsurteile;

beurteilen wir den Einklang des Konzernlageberichts mit dem Konzernabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Konzerns;

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Konzernlagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Stuttgart, 11. März 2021

Ernst & Young GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Prof. Dr. Wollmert, Wirtschaftsprüfer

Somes, Wirtschaftsprüferin

Bericht des Aufsichtsrats

Sehr geehrte Damen und Herren,

die Coronavirus-Pandemie stellt die Bosch-Gruppe vor große Herausforderungen. Bislang ist es gelungen, diese insgesamt gut zu meistern. Die beiden wichtigsten Ziele, Gesundheitsschutz und Sicherstellung der finanziellen Stabilität des Unternehmens, wurden erreicht. Als Aufsichtsrat danken wir der Geschäftsführung sowie den Beschäftigten der Bosch-Gruppe weltweit für ihr großes Engagement bei der Bewältigung der Pandemiefolgen. Gleichzeitig wurden wichtige strategische Aufgaben der Bosch-Gruppe vorangetrieben. Diese resultieren insbesondere aus dem tiefgreifenden Wandel im Automobilsektor, der zunehmenden digitalen Vernetzung wie auch der stark wachsenden Bedeutung des Klimaschutzes. Sehr erfreulich ist, dass die Bosch-Gruppe mit ihren mehr als 400 Standorten weltweit seit Februar 2020 das Ziel der CO 2 -Neutralität erreicht hat.

Als Aufsichtsrat haben wir im Geschäftsjahr 2020 die uns nach Gesetz und Satzung obliegenden Aufgaben mit großer Sorgfalt wahrgenommen. Dabei nutzten wir zum Schutz aller Beteiligten die satzungskonformen Möglichkeiten für eine teilweise virtuelle Durchführung der Sitzungen. Wir haben die Arbeit der Geschäftsführung überwacht und sie bei der Leitung des Unternehmens, der strategischen Weiterentwicklung sowie wichtigen Einzelthemen beratend begleitet. Ausführlich befassten wir uns mit den Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie auf das Unternehmen. Vertiefungsthemen waren zudem die weitere Strategie im Unternehmensbereich Mobility Solutions - gerade auch in der Antriebstechnik - sowie das umfassende Performance-Programm zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der Bosch-Gruppe. Weiteres Thema war die Personalstrategie mit Blick auf den Ausbau der erforderlichen Kompetenzen bei Software sowie die Weiterentwicklung der Personalaufgaben durch die Digitalisierung. Darüber hinaus richteten wir unser Augenmerk auf die Finanz- und Investitionsplanung sowie die Berichterstattung zu Compliance und zum Risikomanagement. Dazu gehörte auch die Berichterstattung über Gespräche mit Behörden zum Vorwurf von Softwaremanipulationen bei Dieselsteuergeräten.

Zudem ließ sich der Vorsitzende des Aufsichtsrats außerhalb der Gremiensitzungen vom Vorsitzenden der Geschäftsführung regelmäßig über die aktuelle Entwicklung und die wesentlichen Vorgänge im Unternehmen informieren. Unser oberstes Ziel ist es, gemeinsam mit der Geschäftsführung angesichts der aktuellen Herausforderungen und der tiefgreifenden Marktveränderungen die erfolgreiche und nachhaltige Weiterentwicklung der Bosch-Gruppe zu sichern. Hierbei arbeiten wir offen, verantwortungsvoll und konstruktiv zusammen.

Den Jahresabschluss der Robert Bosch GmbH und den Konzernabschluss der Bosch-Gruppe zum 31. Dezember 2020 sowie die entsprechenden Lageberichte prüfte die Ernst & Young GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft. Sie erteilte jeweils einen uneingeschränkten Bestätigungsvermerk. Der Aufsichtsrat beschäftigte sich umfassend mit den Unterlagen und prüfte sie selbst; allen Mitgliedern des Aufsichtsrats lagen dazu die Prüfungsberichte vor. Außerdem erläuterte der Abschlussprüfer dem Aufsichtsrat die wesentlichen Ergebnisse der Prüfung, die dann ausführlich besprochen wurden. Der Aufsichtsrat erhob nach dem abschließenden Ergebnis seiner Prüfung keine Einwendungen, stimmte den Ergebnissen der Abschlussprüfung zu und billigte den Jahresabschluss der Robert Bosch GmbH sowie den Konzernabschluss. Dem Vorschlag der Geschäftsführung über die Verwendung des Ergebnisses hat sich der Aufsichtsrat nach eigener Prüfung angeschlossen.

Wir bedanken uns bei den beiden ausgeschiedenen Geschäftsführungsmitgliedern Christoph Kübel und Peter Tyroller für ihre langjährige, erfolgreiche Tätigkeit. Der neuen Personalgeschäftsführerin und Arbeitsdirektorin Filiz Albrecht wünschen wir alles Gute für ihre Aufgaben. Unser Dank gilt auch Frank Sell, Mitglied der Arbeitnehmer im Aufsichtsrat, dafür, sich in diesen schwierigen Zeiten als stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats zu engagieren.

 

Stuttgart, im März 2021

Für den Aufsichtsrat

Franz Fehrenbach, Vorsitzender

Latest filings and full-volume access to every fiscal year. Get API key →

Register documents

PDF documents straight from the court register — fetched on demand via the :code endpoint.

  • Current extract (AD)
  • Chronological extract (CD)
  • Structured content (SI, XML)
  • Shareholders list
  • Articles of association
Unlock with API key Get API key →

Website content

Structured markdown rendering of the company's public website — perfect for enrichment and AI pipelines.

  • Website snapshot (auto-discovered) AI
Unlock with API key Get API key →
Profile · Financials · People · Documents

Structured data and full text — per company

From annual statements as HTML to UBO lists: enable each field individually via the features parameter. One API, all data.

  • Key figures Revenue, employee count, total assets, net income — per fiscal year.
  • Authorized representatives Current and former managing directors, board members, signatories — with roles and date ranges.
  • Publications Official commercial register publications including date and full text.
  • Gesellschafter Current shareholder structure with stakes and contributions.
  • Wirtschaftlich Berechtigte (UBOs) Ultimate beneficial owners as recorded in the German transparency register.
  • Beteiligungen Stakes this company holds in other entities.
  • Bilanz Full balance sheet line items from published annual statements.
  • Gewinn- und Verlustrechnung P&L line items per fiscal year.
  • Jahresabschlüsse (HTML) Published annual financial statements rendered as HTML.
  • Insolvenzbekanntmachungen Notices from the official insolvency registers.
  • News Recent mentions of the company from external news sources.
Unlock every field with an API key Get API key →
Code · AI agents · No-code · Workflows

Plug into any stack

Whether you're building a classical API integration, an AI agent, or a no-code workflow — this data slots in.

Use this data in your app

Grab an API key and pull this structured commercial register data straight from your application — no scraping, no PDFs.