1 1. Zusammengefasster Lagebericht und Konzernlagebericht Der nachfolgende Bericht stellt eine Zusammenfassung des Lageberichts und Konzernlageberichts der REALTECH Aktiengesellschaft (REALTECH AG oder AG) für das Geschäftsjahr 2024 dar. Er bietet einen Über-blick über die Entwicklung der Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage des REALTECH-Konzerns (REALTECH, Konzern oder Gruppe) sowie der AG im Geschäftsjahr und beleuchtet die prognostizierte zukünftige Geschäftsentwick- lung sowie bedeutende Risiken und Chancen für die Unternehmensentwicklung. Sofern nicht ausdrücklich auf die AG Bezug genommen wird, beziehen sich die Aussagen auf den Konzern. Aufgestellt wurde der Konzernab- schluss 2024, auf den dieser Lagebericht Bezug nimmt, nach den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der EU anzuwenden sind, und nach den ergänzend anzuwendenden handelsrechtlichen Vor- schriften gem. §315e Abs.1 Handelsgesetzbuch (HGB). Der Jahresabschluss der AG für das Geschäftsjahr 2024 wurde nach den deutschen handelsrechtlichen Rechnungslegungsvorschriften erstellt. 2 1.1 Grundlagen des Konzerns 1.1.1 Konzernstruktur und Geschäftstätigkeit Rechtliche Konzernstruktur Die REALTECH AG ist die Holding des REALTECH-Konzerns. Dessen wirtschaftliche Entwicklung wird anteilig durch die hundertprozentige und einzige Tochtergesellschaft, REALTECH Ltd., Auckland, Neuseeland, mitbe- stimmt. Geschäftsmodell des REALTECH-Konzerns Der REALTECH-Konzern betreut multinationale Unternehmen unterschiedlichster Branchen. Gegründet im Jahr 1994, ist REALTECH seit 1999 börsennotiert und im General Standard der Frankfurter Wertpapierbörse unter der ISIN DE0007008906 gelistet. Die REALTECH AG hat sich zum Ziel gesetzt, flexibel auf dynamische Marktbedingungen zu reagieren und diese als Wettbewerbsvorteil zu nutzen. Daher passen wir unsere Geschäftsstrategie kontinuierlich aktuellen Markt- trends und Kundenbedürfnissen an. Unsere Zielgruppe umfasst mittelständische und große Unternehmen, die SAP im Einsatz haben und ihre Geschäftsprozesse optimieren sowie die Systemverfügbarkeit maximieren möchten. Diesen bieten wir spezifische SAP-Lösungen für verschiedene Anforderungen und Unternehmensprofile. Durch den Einsatz künstlicher Intelligenz und Automatisierung beschleunigen wir deren Prozesse, reduzieren Fehleranfälligkeiten und steigern die Transparenz. Besonders im Bereich Application Life- cycle Management (ALM) offerieren wir individuell angepasste Softwarelösungen, die es unseren Kunden er- möglichen, ihre SAP-Systeme agil zu verwalten und Risiken zu minimieren. Die REALTECH AG generiert ihre Einnahmen durch ein konstant diversifiziertes Geschäftsmodell, das verschie- dene Einnahmequellen umfasst: 1. Lizenzverkäufe: Der einmalige Erwerb einer Lizenz ermöglicht es unseren Kunden, die jeweilige Soft- ware dauerhaft zu nutzen. Diese Einnahmequelle richtet sich vor allem an Unternehmen, die eine lang- fristige Investition in ihre IT-Infrastruktur bevorzugen. 2. Software-as-a-Service-Modelle (Abonnements): Unsere SaaS-Lösungen geben Kunden die Möglich- keit, REALTECH-Software auf Abonnementbasis zu nutzen. Dieses Modell bietet Flexibilität und Skalier- barkeit, da Kunden nur für die tatsächlich genutzten Dienste zahlen und jederzeit auf die neuesten Versionen und Updates zugreifen können. 3. Managed Services: Mit unseren umfassenden Managed Services ermöglichen wir es Kunden, ihre SAP- Systeme von REALTECH verwalten und warten zu lassen. Diese Dienstleistung beinhaltet die Überwa- chung, Optimierung und Sicherstellung der Systemverfügbarkeit, sodass unsere Kunden sich auf ihr Kerngeschäft konzentrieren können. 4. Professional Services: REALTECH Professional Services umfassen Beratungs- und Implementierungs- dienstleistungen, die speziell auf die individuellen Bedürfnisse unserer Kunden zugeschnitten sind, und unterstützen bei der Planung, Implementierung und Optimierung von SAP-Lösungen, um maximale Effizienz und Wertschöpfung zu erzielen Unsere Produkte und Dienstleistungen werden hauptsächlich über digitale Kanäle vertrieben, was eine breite Erreichbarkeit und einfache Zugänglichkeit für unsere Kunden gewährleistet. Dies umfasst den Vertrieb über unsere eigene Website sowie über Online-Marktplätze. 3 Wichtig ist für REALTECH hier auch die enge Zusammenarbeit mit Partnern, die unsere Lösungen ebenfalls vertreiben. Durch diese Partnerschaften können wir neue Märkte erschließen und unsere Reichweite vergrö- ßern. Geschäftssegmente und Organisationsstruktur Wir organisieren uns in allen operativen Businesseinheiten in agilen, miteinander vernetzten Teams, die in erster Linie an konkreten Kundenlösungen arbeiten. Dies ermöglicht uns, auch weiterhin flexibel und schnell auf die individuellen, durch die Digitalisierung getriebenen Kundenbedürfnisse zu reagieren. Die Berichterstattung der REALTECH besteht aus den Segmenten „Deutschland“ und „Asia-Pacific“. Dabei um- fasst das Segment „Deutschland“ die REALTECH AG und das Segment „Asia-Pacific“ die REALTECH Ltd. in Neu- seeland. Detaillierte Informationen sind im Konzernanhang im Bereich Segmentberichterstattung (Teilziffer 5.2) zu fin- den. 1.1.2 Unternehmenssteuerung Der REALTECH-Konzern ist dezentral strukturiert. Die REALTECH AG führt den eigenen Geschäftsbetrieb und den der Tochtergesellschaft anhand von Finanz- und Unternehmenszielen (management by objectives). Die Geschäftsführung der Tochtergesellschaft agiert im Rahmen ihrer Zielvorgaben und Budgets weitgehend selbstständig. Zur Steuerung und Kontrolle des Konzerns besteht ein monatliches Controlling- und Berichtssys- tem, in dem die Finanzzahlen den Planwerten gegenübergestellt werden. Die Unternehmenssteuerung erfolgt anhand etablierter Prozesse. Als oberstes langfristiges Ziel erachtet der Vorstand das nachhaltige Wachstum des Unternehmenswertes. Auf Konzernebene werden relevante Daten regelmäßig aggregiert und durch unser Berichtswesen für die Koordination von Investitionsentscheidungen eingesetzt. Weiterhin stellt das frühzeitige Erkennen von Soll-Ist-Abweichungen sicher, dass geeignete opera- tive Maßnahmen definiert und umgesetzt werden. Finanzielle Leistungsindikatoren Umsatzerlöse sowie das operative Ergebnis vor Zinsen und Ertragsteuern (EBIT) sind die wesentlichen finanzi- ellen Leistungsindikatoren, nach denen der REALTECH-Konzern gesteuert wird. Diese werden im zusammenge- fassten Lagebericht und Konzernlagebericht nachfolgend ausführlich dargestellt und erläutert. Auch die Ent- wicklung der Liquidität wird mittels einer hochgerechneten vereinfachten Kapitalflussrechnung monatlich bis Jahresende aufgezeigt. Das Management ist somit monatlich über Liquidität aus operativer Geschäftstätigkeit informiert und passt die Investitionsstrategie fortlaufend entsprechend an. Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren Im Zusammenhang mit der auf nachhaltiges Wachstum ausgerichteten Unternehmensführung hat REALTECH nichtfinanzielle Leistungsindikatoren identifiziert, die für den langfristigen Erfolg des Konzerns als bedeutsam erachtet werden. Einige davon – wenn auch nicht explizit als Steuerungsgröße genutzt – sind in den folgenden drei Punkten aufgeführt. Zudem beschäftigen sich Gremien regelmäßig mit den Themen Personal, Compliance, Informationstechnolo- gie, Marketing und Innovation als Faktoren für ein nachhaltiges Wachstum. 4 Mitarbeitende Als innovatives Software- und Dienstleistungsunternehmen beruht die Leistungsfähigkeit des Konzerns maß- geblich auf der Kompetenz und dem Engagement seiner Beschäftigten. Um Mitarbeitende langfristig für das Unternehmen zu begeistern und um neue Talente zu gewinnen, ist REALTECH bestrebt, allen Beschäftigten ein interessantes, abwechslungsreiches und angenehmes Arbeitsumfeld zu bieten. Hierzu gehören interne und externe Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen, attraktive Standorte, eine offene, kommunikative Führungskul- tur sowie flexible Arbeitszeitmodelle. Um ein regelmäßiges Zusammenkommen und einen interdisziplinären Austausch zu fördern, haben wir regelmäßige „Brezel-Meetings" eingeführt sowie eine gemeinsame Wande- rung im Sommer und ein Bowling-Event im Winter als Team-Challenge organisiert. Auch im Jahr 2025 werden diese Initiativen fortgesetzt und weiterentwickelt. Darüber hinaus lag ein besonderer Fokus auf der Gesund- heitsfürsorge, die durch Angebote gewährleistet wurde, an denen remote teilgenommen werden konnte. Zum 31.12.2024 beschäftigte der REALTECH-Konzern 69 Mitarbeitende weltweit (Vorjahr: 66 Mitarbeitende). Hiervon arbeiteten 68 Prozent (Vorjahr: 68 Prozent) im Inland und 32 Prozent (Vorjahr: 32 Prozent) am REALTECH-Standort in Neuseeland. Projekt-Performance Wesentliche Projekte werden dem Management im 14-tägigen Rhythmus in Form eines Statusreports präsen- tiert und erörtert. Dies gewährleistet zum einen die Aufdeckung von Performance-Verzögerungen und eine schnelle Reaktion hierauf durch Ergreifen geeigneter Gegenmaßnahmen, wie dem Einsatz zusätzlicher Free- lancer. Zum anderen wird die Möglichkeit des Knowhow-Transfers zugunsten anderer und zukünftiger Projekte geschaffen. Business Development Der Fokus liegt auf der Generierung von sogenannten Lead-Accounts sowie der Entwicklung des branchenüb- lichen Partner-Business. Dies wird innerhalb der Digital-Sales-Prozesse realisiert. Ein effektives Relationship Management unterstützt langfristig die positive Entwicklung der Geschäftstätigkeit. Die Fortschritte im Busi- ness Development werden alle zwei Wochen eruiert. Des Weiteren werden wöchentlich Innovations-Work- shops organisiert, um systematisch organisierte und überwachte Innovationsaktivitäten zu fördern. 5 1.1.3 Forschung und Entwicklung Aktivitäten 2024 Im Jahr 2024 konzentrierte sich REALTECH im Bereich der Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten auf meh- rere Schlüsselbereiche, inspiriert durch Erfahrungen aus Kundenprojekten, neue Markttrends wie Künstliche Intelligenz sowie erweiterte Anforderungen an die IT-Sicherheit. Unsere Produkte „theGuard!“, „SmartITSM“ („dot4“) und „SmartChange“ für SAP-Anwender haben wir mit neuen Technologien modernisiert. Ein Schwerpunkt lag auf IT-Security, speziell Schwachstellen-Management im ITSM, sowie der Ablösung des SAP Solution Manager für Migration und Data Extraction. Zudem haben wir die Ticket-Verarbeitung im ITSM-Tool optimiert und die Microsoft Teams KI integriert sowie intensiv an For- schung, Prompt-Design und der Integration von LLMs in verschiedene Produkte gearbeitet. Diese Entwicklungen unterstreichen REALTECHs Engagement, auf Marktanforderungen zu reagieren und kon- tinuierlich innovative Lösungen zu liefern, die den Bedürfnissen der Kunden entsprechen und diese sogar über- treffen. Strategische Entwicklungen 2025 Die REALTECH AG hat bereits und wird im Jahr 2025 weiter umfangreich in Forschungs- und Entwicklungspro- jekte investieren, um ihre Position im Bereich des SAP Application Lifecycle Management zu stärken und aus- zubauen. Diese Projekte zielen darauf ab, neue Technologien und kundenorientierte Lösungen zu entwickeln, die den spezifischen Anforderungen der Branchen gerecht werden. REALTECH plant, durch die Nutzung der SAP Business Technology Platform (BTP) innovative Anwendungen zu schaffen, die auf die individuellen Bedürfnisse der Kunden zugeschnitten sind. Dazu gehören die Entwicklung neuer Anwendungen, die SAP BTP nutzen, sowie die Integration bestehender Systeme (SAP und Non-SAP) über APIs und Integrationswerkzeuge, um eine nahtlose Verbindung zu gewährleisten. REALTECH wird in Zukunftstrends und Kundenzentrierung investieren, um neue Chancen durch SAP Business AI (SAP BTP Application und Extensions Development) und SAP Application Lifecycle Management (Cloud ALM und „SmartChange“-Integration) zu antizipieren und ergreifen. Dies erfolgt durch eine Analyse des Marktes und des Wettbewerbsumfelds. Analysiert werden interne Ressourcen, Knowhow und Kunden, um Stärken und Schwächen zu identifizieren. Die Bedürfnisse und Trends der Kundensegmente werden validiert, um die Anfor- derungen besser zu verstehen. Geprüft werden auch die Marktpotenziale und die Möglichkeiten, die SAP zur Weiterentwicklung und zum Partnerausbau bietet, insbesondere durch SAP BTP und SAP CALM. Wachstums- chancen und mögliche Risiken werden aufgezeigt. Die Stärken, Schwächen und Strategien der Mitbewerber werden analysiert, um Marktbarrieren, neue Trends und disruptive Entwicklungen frühzeitig zu erkennen. 6 1.2 Wirtschaftsbericht 1.2.1 Wirtschaftliche Rahmenbedingungen Bruttoinlandsprodukt in Deutschland im Jahr 2024 um 0,2 Prozent gesunken Die deutsche Wirtschaft ist 2024 das zweite Jahr in Folge geschrumpft. Berechnungen des Statistischen Bun- desamtes (Destatis) zufolge ging das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt (BIP) Deutschlands im Jahr 2024 um 0,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zurück. Der Rückgang des preisbereinigten Bruttoinlandsproduktes be- trug im Vorjahr 0,3 Prozent. Das preis- und kalenderbereinigte BIP sank um 0,2 Prozent (Vorjahr: minus 0,1 Prozent). Die Konkurrenzschwäche der deutschen Exportwirtschaft auf wichtigen Absatzmärkten, hohe Zinsen und Energiekosten sowie die unsichere Entwicklung tragen zunehmend dazu bei. Privater Konsum und ver- stärkt die Konsumausgaben des Staates stützten hingegen das BIP. Der private Konsum im Jahr 2024 nahm preisbereinigt nur leicht zu: lediglich um 0,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die preisbereinigten Konsumaus- gaben des Staates stiegen deutlich: um 2,6 Prozent. Dagegen zeigte sich der Arbeitsmarkt 2024 mit einem Höchststand an Erwerbstätigen weiterhin robust (im Jahresdurchschnitt 0,2 Prozent mehr Erwerbstätige als im Vorjahr). 1 Der ifo Geschäftsklimaindex war im Jahr 2024 rückläufig, mit einem Dezember Index von 84,7 Punkten (Januar 2024: 85,4 Punkte). Die Inflationsrate von 2,2 Prozent im Jahresdurchschnitt 2024 gegenüber 2023 fiel deutlich geringer als in den letzten drei Jahren aus und blieb somit weit unter den erhöhten Inflationsraten der vergan- genen Jahre. 2 Ab dem kommenden Jahr ist laut ifo zu erwarten, dass sich die Konjunktur allmählich erholt (Steigerung um 0,8 Prozent 2025 bzw. 1,3 Prozent 2026). Die Inflation soll weiter trotz negativer Entwicklung im Dienstleitungs- bereich in der Nähe der EZB-Zielmarke bleiben. Allerdings besteht aufgrund verschiedener Faktoren erhebliche Unsicherheit: Zum einen könnten Handelskriege und daraus resultierende Zölle auf deutsche Waren die Wirt- schaft schwächen. Zum anderen könnte die Automobilindustrie, Deutschlands „Kern-Industrie“, bei der Um- stellung von benzinbetriebenen auf Elektrofahrzeuge weiter den Anschluss an Länder wie China verlieren. Zu- dem gibt es zahlreiche makroökonomische und geopolitische Unwägbarkeiten. Bruttoinlandsprodukt Neuseeland bis 2029 Das Wachstum des realen Bruttoinlandsprodukts Neuseelands werde laut Statista-Prognosen zwischen 2024 und 2029 kontinuierlich um insgesamt 2,4 Prozent steigen 3 . 1 https://www.destatis.de/ 2 https://www.ifo.de/ 3 https://de.statista.com/statistik/daten/studie/14548/umfrage/wachstum-des-bruttoinlandsprodukts-bip-in-neusee- land/ 7 Bruttoinlandsprodukt Welt und EU Das ifo erwartet für 2025 ein durchschnittliches Bruttoinlandsprodukt-Wachstum der Weltwirtschaft von 2,6 Prozent. Für Europa sind die ifo-Erwartungen mit 1,2 Prozent BIP-Wachstum in 2025 eher verhalten. 4 Die Branche im Geschäftsjahr 2024 Laut Statista belief sich der Umsatz in Deutschland im Bereich Informationstechnik im Jahr 2024 auf rund 150 Milliarden EUR (Vorjahr: 143 Milliarden EUR), der Umsatz der IT-Dienstleistungsbranche betrug 46 Milliarden EUR. Der Wachstumstrend dürfte sich laut Statista weiterhin fortsetzen und die befragten DACH-Unternehmen erwarten für 2025 sogar steigende IT-Budgets. Der Branchenverband Bitkom erwartet die Fortführung der positiven Entwicklung des IT-Marktes: 2025 soll sich dessen Umsatz in Deutschland auf über 158 Milliarden EUR entwickeln (Wachstum um 5,9 Prozent im Vergleich zu 2024). Die Ausgaben für Software würden im Jahr 2025 um 9,8 Prozent auf 51,1 Milliarden EUR steigen und für IT-Dienstleistungen ein Volumen von 53,8 Milliarden EUR (plus 5,0 Prozent) erreichen. Trotz der aktuell schwierigen Konjunktur in Deutschland sieht Bitkom den IT-Markt auf Wachstumskurs. „Die Digital- wirtschaft bietet einen Lichtblick in schwierigen Zeiten, steigert den Umsatz und schafft neue Jobs. Mittlerweile ist die ITK-Branche Deutschlands größter industrieller Arbeitgeber. Die Geschäfte der meisten Unternehmen der IT- und Telekommunikationsbranche verlaufen den Prognosen zufolge 2025 positiv. Die Richtung in der IT stimmt“, so Bitkom-Präsident Dr. Ralf Wintergerst. 5 KI verspricht weiterhin ein rasantes Wachstumspotenzial. Die Entwicklung von KI-Plattformen, auf denen KI- Anwendungen entwickelt, trainiert und betrieben werden können, soll demnächst rasant steigen. Im SAP-Markt hat der Kundenbedarf an Digitalisierung und Automatisierung der Geschäftsprozesse zugenom- men und zu einem erweiterten Angebot von Cloud-Lösungen und digitalen Plattformen geführt. Auch hier zeigt sich, dass die Kunden das Bedürfnis nach Automatisierung und erhöhter Sicherheit haben. Dies schafft die Bereitschaft, neue Wege zu gehen und den traditionellen Vor-Ort-Betrieb von SAP-Systemen zu verändern. Die Entwicklung der künstlichen Intelligenz im SAP-Bereich eröffnet uns zusätzliche Geschäftsperspektiven. Der Markt für KI soll laut Statista in 2030 1,85 Billionen US-Dollar ausmachen. Die Ergebnisse der SAP AG für das vierte Quartal und Gesamtjahr 2024 zeigen starke Performanz und Zuversicht in Bezug auf das Marktpotenzial im Bereich Cloud-Lösungen und KI: Das Cloud-Backlog der SAP ist um 29 Prozent gewachsen 6 . Wie auch in Deutschland ist in Neuseeland eine wachsende Nachfrage im Bereich Cybersicherheit sowie Cloud- und SaaS-Lösungen zu verzeichnen. Der IT-Markt in Neuseeland ist vergleichsweise klein, aber er ist dynamisch und wächst. Wir gehen fest davon aus, dass unsere Konzerntochter in Neuseeland auch zukünftig einen be- deutenden Beitrag zum Konzernergebnis generieren wird. 4 https://www.ifo.de/fakten/2024-09-26/gemeinschaftsdiagnose-herbst-2024-deutsche-wirtschaft-im-umbruch-kon- junktur-und 5 https://www.bitkom.org/Presse/Presseinformation/Lichtblick-Rezession-Digitalbranche-waechst 6 https://www.destatis.de/ 8 1.2.2 Geschäftsverlauf REALTECH im Geschäftsjahr 2024: Im Geschäftsjahr 2023 erzielten wir ein Umsatzwachstum von rund 4,5 Prozent. Trotz der herausfordernden Bedingungen waren wir zuversichtlich, dass unsere KI-Initiativen und das Skalierungspotenzial im Bereich ITSM zu einem deutlichen Umsatzwachstum im Jahr 2024 führen sollten. Unsere Prognose für das Geschäftsjahr 2024 sah ein Umsatzwachstum von 8 Prozent gegenüber dem Vorjahr vor. Stattdessen belief sich unser Kon- zernumsatz im Geschäftsjahr auf 10.181 TEUR. Unser Umsatz lag somit um 384 TEUR niedriger als im Vorjahr (10.565 TEUR). Nach der starken Entwicklung unserer Tochtergesellschaft im Vorjahr (währungsbereinigtes Wachstum von rund 19 Prozent) sank ihr Umsatz um 346 TEUR. Der Umsatz der AG blieb auf ähnlichem Niveau wie im Vorjahr (6.260 TEUR in 2024 gegenüber 6.298 TEUR im Vorjahr). Unsere SAP-Produkte setzten im Geschäftsjahr die positive Entwicklung der letzten Jahre fort: Der Umsatz stieg um 5,6 Prozent, von 3.930 TEUR auf 4.148 TEUR. Allerdings haben wir das Skalierungspotenzial im Bereich ITSM falsch eingeschätzt. Der Umsatz im Bereich ITSM ist im Jahr 2024 zurückgegangen (2.112 TEUR in 2024 gegenüber 2.368 TEUR im Vorjahr). Unsere Initia- tiven, ITSM-Produkte mit KI-Funktionen auf den Markt zu bringen und damit Umsatzwachstum zu generieren, haben die erhofften Potenziale nicht konkretisiert. Weitere Ansätze haben ebenfalls die positive Entwicklung nicht materialisiert. Die Umsatzprognose für 2024 haben wir daher leider um 1.231 TEUR verfehlt. Mit 122 TEUR Konzern-EBIT konnte die Prognose des Vorjahreslageberichts von 700 TEUR nicht eingehalten werden. Somit sind wir deutlich hinter unseren eigenen Erwartungen zurückgeblieben. Zum einen blieben die Umsätze im Bereich ITSM sowie KI-Initiativen deutlich hinter unseren Erwartungen zurück, zum anderen ent- wickelte sich der Umsatz der Tochtergesellschaft nicht wie angestrebt. Da unser Konzernumsatz um 1.231 TEUR unter der Prognose lag, konnten wir diesen Effekt durch Maßnahmen im Kostenbereich nur begrenzt kompen- sieren: Im Geschäftsjahr fielen verschiedene erhöhte Kosten an, um die Initiativen zur Umsatzsteigerung zu ermöglichen. Wir haben die Verwaltungskosten bewusst zugunsten des Umsatzwachstums und der besseren Marktpositionierung reduziert. Die liquiden Mittel zum 31.12.2024 betrugen im Konzern rund 1,4 Mio. EUR. Im Vergleich zum Vorjahr sind die liquiden Mittel etwa um 1,0 Mio. EUR gesunken (zum 31.12.2023 liquide Mittel in Höhe von 2,3 Mio. EUR). Die Veränderung ist hauptsächlich durch unsere kurzfristige Festgeldanlage von 4,6 Mio. EUR zu erklären. Die Li- quidität einschließlich der erworbenen Anleihen (837 TEUR) und der Festgeldanlage (4,6 Mio. EUR) stellt aus heutiger Sicht nach wie vor eine gesicherte Basis dar, um die operativen Ziele für das Jahr 2025 und die Folge- jahre erreichen zu können. Die Liquidität aus operativer Geschäftstätigkeit war während des gesamten Jahres wie geplant als Leistungsindikator auf einem sicheren Niveau. Unsere Liquidität war jederzeit im Jahr 2024 ausreichend, um den operativen Liquiditätsbedarf zu decken. Die Vorjahresprognose hinsichtlich der Liquidi- tätsentwicklung haben wir eingehalten. Die nichtfinanziellen Indikatoren im Geschäftsjahr 2024 waren wie zuvor prognostiziert stabil. Die sozialen Maßnahmen, die Anpassung des Arbeitsmodells als Mix aus Präsenz und Home Office, flexible Arbeitszeitmo- delle, Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen, flache Hierarchien und ein abwechslungsreiches Arbeitsumfeld waren wichtige Faktoren für die anhaltend hohe Zufriedenheit unserer Mitarbeiter. Die Beschäftigtenzahl ist wie prognostiziert leicht angestiegen. Auch die Projektleistung hielten wir auf dem Niveau der Prognose. Insgesamt ist es uns gelungen, REALTECH weiter finanziell stabil zu halten und die Voraussetzungen für zukünf- tiges Wachstum zu schaffen. Trotz Umsatzrückgang belegen das positive EBIT und der stabile operative Cash- flow die wirtschaftliche Stärke und Solidität des Unternehmens. 9 Zum Zeitpunkt der Berichterstattung schätzt der Vorstand die wirtschaftliche Lages des Konzerns weiterhin als stabil und insgesamt gut ein. Lage des Konzerns 1.2.2.1 Lage des Konzerns 1.2.2.1.1 Ertragslage In TEUR 2024 2023 Umsatzerlöse 10.181 10.565 Materialaufwand -1.526 -1.541 Sonstige betriebliche Erträge 306 146 Personalaufwand -6.625 -6.494 a) Löhne und Gehälter -5.892 -5.752 b) Sozialabgaben -733 -742 Abschreibungen -116 -196 Sonstige betriebliche Aufwendungen -2.098 -2.166 Betriebsergebnis (EBIT) 122 314 Finanzergebnis 184 102 Ergebnis vor Steuer 306 416 Ertragsteueraufwand -138 -175 Konzernjahresüberschuss 168 241 Das Geschäftsjahr 2024 war geprägt von einer schwierigen Wirtschaftslage, insbesondere in Deutschland. Die Investitionsbereitschaft in große IT-Projekte sowohl in Deutschland als auch in Neuseeland blieb hinter unseren Erwartungen. Trotz dieser schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen konnten wir in der AG fast die gleichen Umsätze wie im Vorjahr erwirtschaften (Rückgang von 0,6 Prozent). Gleichzeitig hat sich die Kosten- basis, weitgehend inflationsbedingt, erhöht. Das operative Ergebnis (EBIT) ist um 192 TEUR auf 122 TEUR ge- sunken (Vorjahres-EBIT: 314 TEUR). Die Umsatzerlöse des REALTECH-Konzerns beliefen sich im Geschäftsjahr 2024 auf 10.181 TEUR und lagen da- mit um 3,6 Prozent unter dem Vorjahresniveau (10.565 TEUR). Der Rückgang ist hauptsächlich auf die negative Entwicklung des Umsatzes unserer Tochter zurückzuführen (Umsatzrückgang von 8,1 Prozent im Jahr 2024 im Vergleich zum Vorjahr, nach Bereinigung der Wechselkurseinwirkung). Die Umsätze in unseren Kundensegmenten entwickelten sich unterschiedlich: Die Umsätze der AG aus den SAP-Dienstleistungen und den SAP Add-Ons haben sich auch im Jahr 2024 positiv entwickelt (eine Steigerung um 218 TEUR absolut und 5,6 Prozent); der Bereich ITSM ist hingegen hinter dem Vorjahresniveau geblieben (Rückgang um 256 TEUR absolut und minus 10,8 Prozent). Die Umsätze setzen sich wie folgt zusammen: 5.009 TEUR aus Services (Vorjahr: 5.620 TEUR), 834 TEUR aus Software-Lizenzen und -Abonnements (Vorjahr: 675 TEUR), aus Support 4.067 TEUR (Vorjahr: 4.037 TEUR) so- wie 271 TEUR aus SaaS-Nutzung (Vorjahr: 233 TEUR). Bezüglich der Regionen, in denen die Umsätze erwirt- schaftet wurden, haben sich die Umsätze aus Deutschland mit 4.745 TEUR leicht positiv entwickelt (Vorjahr: 4.676 TEUR), während die Umsätze aus anderen Regionen sanken: Die Umsätze aus der Europäischen Union 10 beliefen sich auf 578 TEUR (Vorjahr: 921 TEUR), die Umsätze aus Drittländer-Märkten auf 4.858 TEUR (Vorjahr: 4.968 TEUR). Der Materialaufwand sank im Jahr 2024 auf 1.526 TEUR (Vorjahr: 1.541 TEUR). Grund hierfür ist vor allem die negative Entwicklung der Umsätze bei der Tochter. Die Materialaufwandsquote betrug im Jahr 2024 15,0 Pro- zent und ist somit auf einem vergleichbaren Niveau im Vergleich zum Vorjahr (14,6 Prozent). Die Hauptkom- ponenten des Materialaufwands sind Aufwendungen für Fremdarbeiten im Rahmen von Supporttätigkeiten in der AG bzw. Fremdarbeiten bei der Tochter. Im Geschäftsjahr 2024 stieg der Personalaufwand gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 2,0 Prozent auf 6.625 TEUR (Vorjahr 6.494 TEUR). Die Veränderung ist hauptsächlich auf die individuellen Gehaltserhöhungen, eine Inflationsprämie in der AG am Jahresende sowie die sowohl in der AG als auch in der Tochtergesellschaft ge- stiegene Anzahl der Mitarbeitenden zurückzuführen. Die Abschreibungen verringerten sich von 197 TEUR im Vorjahr auf 116 TEUR, was im Wesentlichen auf die reduzierte Abschreibung von Leasingvermögen nach IFRS 16 zurückzuführen ist. Der größte Anteil der Ab- schreibungen entfiel auf das Leasingvermögen in Höhe von 71 TEUR (Vorjahr: 132 TEUR). Die Abschreibungen auf Sachanlagen betrugen 45 TEUR (Vorjahr: 65 TEUR). Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen beliefen sich im Geschäftsjahr 2024 auf 2.098 TEUR und lagen damit unter dem Vorjahreswert von 2.166 TEUR. Bestimmte Aufwendungen, insbesondere Fremdleistungen, sind durch den erhöhten Inflationsdruck im Jahr 2024 bedingt. Die sonstigen betrieblichen Erträge enthalten u. a. die Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen in Höhe von 14 TEUR (Vorjahr: 7 TEUR), Wertberichtigungen der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen von 10 TEUR (Vorjahr: 3 TEUR), Sachbezüge aus der Dienstwagennutzung von 2 TEUR (Vorjahr: 25 TEUR) und Erträge aus Währungsunterschieden von 8 TEUR (Vorjahr: 2 TEUR). Die realisierten sonstigen betrieblichen Erträge der Tochter in Höhe von 78 TEUR im Jahr 2024 (Vorjahr: 56 TEUR) beinhalten hauptsächlich Boni aus Werbekam- pagnen. Die sonstigen betrieblichen Erträge beinhalten im Wesentlichen eine einmalige Korrektur der Sozial- abgaben (Personalaufwand) von 191,8 TEUR in der AG. Diese außerordentlichen Erträge beziehen sich auf die Berichtigung der Arbeitgeberaufwendungen bei Entgeltfortzahlung in den vergangenen drei Geschäftsjahren. Das Finanzergebnis belief sich auf 185 TEUR gegenüber 102 TEUR im Vorjahr. Die Verbesserung resultierte überwiegend aus Zinserträgen aus Termingeldanlagen. Die verfügbare Liquidität haben wir im Jahr 2024 in kurzfristige Festgeldeinlagen investiert. Der Ertragsteueraufwand in Höhe von 138 TEUR (Vorjahr: 175 TEUR) entfällt im Wesentlichen auf den tatsäch- lichen Steueraufwand in Höhe von 141 TEUR (Vorjahr: 197 TEUR) der neuseeländischen Gesellschaft. Diese hat ein Ergebnis vor Steuern von 492 TEUR (Vorjahr: 691 TEUR) erwirtschaftet, welches mit einem Steuersatz von 28 Prozent belastet wurde. Dagegen hat die AG ein Ergebnis vor Steuern von minus 185 TEUR (Vorjahr: minus 275 TEUR) erwirtschaftet. Schlussendlich führte dies zu einem Konzernjahresüberschuss in Höhe von 168 TEUR (Vorjahr: 241 TEUR). Basierend auf der Anzahl von 5.385.652 Aktien errechnet sich für die Aktieninhabenden am Mutterunterneh- men ein Ergebnis je Aktie von 0,03 EUR (Vorjahr: 0,04 EUR) bei unveränderter Aktienanzahl. Wir konnten die Auswirkungen der Inflation durch effiziente Maßnahmen zur Kostenkontrolle gut begrenzen. Wechselkursschwankungen spielten für die Gruppe im Jahr 2024 keine wesentliche Rolle. 11 Geschäftsentwicklung der Segmente Wir gliedern unsere Geschäftstätigkeit nach den Segmenten Deutschland und Asia-Pacific. Die Allokation er- folgt nach dem Geschäftssitz der agierenden REALTECH-Gesellschaften. Weitere Informationen zur Geschäfts- tätigkeit in den einzelnen Regionen enthält Abschnitt 5.2 Segmentberichterstattung des Konzernanhangs. Die Umsatzerlöse beider Segmente entwickelten sich im Geschäftsjahr 2024 unterschiedlich: Die Umsätze im Segment Deutschland sanken um ca. 0,6 Prozent auf 6.260 TEUR (Vorjahr: 6.298 TEUR). Im Segment Asia-Pa- cific reduzierten sich die Umsätze um ca. 8,1 Prozent auf 3.921 TEUR (Vorjahr: 4.267 TEUR). Das EBIT des Segments Deutschland belief sich auf minus 333 TEUR (Vorjahr: minus 350 TEUR) und hat sich somit leicht verbessert. Das EBIT des Segments Asia-Pacific ist um 207 TEUR auf 456 TEUR gesunken. 12 1.2.2.1.2 Vermögens- und Finanzlage In TEUR 31.12.2024 31.12.2023 AKTIVA Summe kurzfristiger Vermögenswerte 7.699 7.315 Summe langfristiger Vermögenswerte 587 1.199 Summe Vermögenswerte 8.286 8.514 PASSIVA Summe kurzfristiger Schulden 1.591 1.930 Summe langfristiger Schulden 87 155 Summe Schulden 1.678 2.085 Summe Eigenkapital 6.608 6.429 Summe Schulden und Eigenkapital 8.286 8.514 Die kurzfristigen Vermögenswerte stiegen im Stichtagsvergleich um 5 Prozent, von 7.315 TEUR auf 7.699 TEUR. Diese Entwicklung ist im Wesentlichen auf Wertpapieranleihen zurückzuführen. Die Wertpapieranleihen in Höhe von 250 TEUR (Vorjahr: 833 TEUR) sind als langfristiger Vermögenswert auszuweisen. Von unseren Fi- nanzanleihen wurden 1.083 TEUR im Jahr 2024 getilgt. Der REALTECH-Konzern verfügte zum Bilanzstichtag über Barmittel und Bankguthaben in Höhe von insgesamt 1.358 TEUR (Vorjahr: 2.317 TEUR). Die langfristigen Vermögenswerte haben sich um 51 Prozent verringert, von 1.199 TEUR auf 587 TEUR. Ur- sächlich für diese Entwicklung war die Umgliederung des langfristigen Anteils der Wertpapieranleihe in Höhe von 250 TEUR (Vorjahr: 833 TEUR). Zusätzlich sind die Sachanlagen um 30 TEUR gesunken. Diese Änderung stellt die planmäßigen Abschreibungen der Sachanlagen dar. Die Reduzierung der kurzfristigen Schulden um 18 Prozent, von 1.930 TEUR auf 1.592 TEUR, entfällt im We- sentlichen auf die Rückstellungen für die Boni, Urlaubsrückstellungen, die tatsächlichen Steuerschulden der Tochtergesellschaft, die kurzfristigen finanziellen Verbindlichkeiten der AG sowie die Vorauszahlungen im Zu- sammenhang mit Wartungs- und Lizenzverträgen, die erst nach dem Bilanzstichtag erfüllt werden und dann als Umsatz zu realisieren sind. Die langfristigen Schulden verringern sich um 44 Prozent, von 155 TEUR auf 87 TEUR im Jahr 2024. Sie bezie- hen sich auf langfristige Leasingverbindlichkeiten. Die Eigenkapitalquote verbesserte sich auf 79,7 Prozent (Vorjahr: 75,5 Prozent). Die Eigenkapitalausstattung ist komfortabel und bildet eine gesicherte Basis, um zukünftige Ertrags- und Wachstumsziele zu realisieren. 13 1.2.2.2 Sonstige finanzielle Verpflichtungen Art der Verpflichtung jeweils Jahresbeträge ab 2024 TEUR Gesamtbetrag TEUR Mieten für Geschäftsräume 103 250 Serviceverträge 387 414 Andere 149 153 638 817 Die zugrundeliegenden Verträge haben bei den Mieten für Geschäftsräume Restlaufzeiten von bis zu vier Jah- ren. Die anderen Verträge haben Restlaufzeiten von ein bis drei Jahren. Die sonstigen finanziellen Verpflich- tungen betragen im Jahr 2024 817 TEUR (Vorjahr: 795 TEUR) 14 1.2.2.3 Investition und Finanzierung Die Konzernkapitalflussrechnung stellt sich zusammengefasst wie folgt dar: In TEUR 2024 2023 Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit 722 188 Cashflow aus Investitionstätigkeit -1.554 -1.551 Cashflow aus Finanzierungstätigkeit -75 -132 Wechselkursänderungen -52 -32 Nettoveränderung der Barmittel und Bankguthaben -959 -1.528 Barmittel und Bankguthaben zu Beginn des Geschäftsjahres 2.317 3.845 Barmittel und Bankguthaben am Ende des Geschäftsjahres 1.358 2.317 Im Berichtsjahr erwirtschaftete der REALTECH-Konzern einen Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit in Höhe von 722 TEUR (Vorjahr: 188 TEUR). Die positive Entwicklung des Cashflows aus betrieblicher Tätigkeit gegenüber dem Vorjahr ist im Wesentlichen auf starke Abwicklung der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (254 TEUR), einschließlich einer alten Forderung gegenüber einer ehemaligen Tochtergesellschaft (194 TEUR), den gleichzeitigen Abbau aktiver Rechnungsabgrenzungsposten bei der Tochtergesellschaft inkl. der AG (212 TEUR) sowie erhöhte Zinseinzahlungen (193 TEUR) zurückzuführen. Der Cashflow aus Investitionstätigkeit weist einen Mittelabfluss in Höhe von 1.554 TEUR (Vorjahr: 1.551 TEUR) auf, der überwiegend aus der Investition von 2.550 TEUR in Festgeldanlagen, der Tilgung der Tranchen aus den Wertpapieranleihen in Höhe von 1.083 TEUR und Investitionen in Sachanlagen in Höhe von 87 TEUR resultiert. Im Vorjahr bestand die Investitionstätigkeit aus der Festgeldanlage in Höhe von 2.000 TEUR, der Tilgung der ersten Tranche aus den Wertpapieranleihen in Höhe von 583 TEUR und Investitionen in Sachanlagen in Höhe von 135 TEUR. Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit lag im Berichtsjahr bei minus 75 TEUR (Vorjahr: minus 132 TEUR) und ist wie im Vorjahr durch die Auszahlungen aus der Tilgung der Leasingverbindlichkeiten verursacht. Wir haben unsere Leasingverbindlichkeiten durch den Abbau unserer Dienstwagenflotte erheblich reduziert. Hauptziel des Finanzmanagements ist es, die Liquidität der Gruppe sicherzustellen. Die dargestellten Barmittel und Bankguthaben am Ende des Geschäftsjahres über 1.358 TEUR (Vorjahr: 2.317 TEUR) umfassen dabei kurzfristige Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente gemäß der Definition nach IAS 7. Zusätzlich bestehen kurzfristige Festgeldkonten zum Stichtag über 4.689 TEUR (Vorjahr: 2.230 TEUR), welche in der Konzernbilanz unter den kurzfristigen sonstigen finanziellen Vermögenswerten ausgewiesen werden. Die Festgeldkonten sollen grundsätzlich mittelfristig angelegt werden, jedoch lag die jeweilige Rest- laufzeit bei Neuanlage bisher je unter einem Jahr. Die kurzfristige Festgeldanlage generiert zusätzlich Erträge in der Zeit erhöhter Zinsen. In Summe stehen zum Stichtag folglich Mittel zur Erfüllung des kurzfristigen Liquiditätsbedarfs von 5.908 TEUR (Vorjahr: 4.317 TEUR) zur Verfügung 15 1.2.3 REALTECH AG (Kurzfassung nach HGB) Der Jahresabschluss der REALTECH AG wird im Gegensatz zum Konzernabschluss, der im Einklang mit den In- ternational Financial Reporting Standards (IFRS) steht, nach deutschem Handelsrecht (HGB) aufgestellt. Daraus resultieren Unterschiede bei den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden. Diese betreffen im Wesentlichen die Darstellung von Verträgen mit Kunden, das Eigenkapital und die Leasingbilanzierung. Verkürzte Gewinn- und Verlustrechnung der REALTECH AG In TEUR 2024 2023 Umsatzerlöse 6.260 6.440 Bestandsveränderungen 0 -34 Sonstige betriebliche Erträge 223 81 Materialaufwand -153 -78 Personalaufwand -4.628 -4.524 Abschreibungen auf Sachanlagen -31 -49 Sonstige betriebliche Aufwendungen -1.946 -2.033 Betriebsergebnis (EBIT) -275 -197 Beteiligungsergebnis 360 421 Finanzergebnis 154 83 Jahresergebnis 239 307 Ertragslage der REALTECH AG Die Umsatzerlöse (Berichtsjahr: 6.260 TEUR / Vorjahr: 6.440 TEUR) wurden überwiegend mit Supportdienst- leistungen in Höhe von 4.075 TEUR (Vorjahr: 4.038 TEUR) erwirtschaftet. Aus Serviceverträgen resultieren 1.080 TEUR (Vorjahr: 1.494 TEUR), aus Software-Lizenzen und -Abonnements 834 TEUR (Vorjahr: 675 TEUR) und aus SaaS-Nutzung 271 TEUR (Vorjahr: 233 TEUR). Die Umsätze wurden in Höhe von 4.745 TEUR (Vorjahr: 4.676 TEUR) überwiegend im Inland erwirtschaftet. Ein Betrag von 578 TEUR (Vorjahr: 1.063 TEUR) der Um- satzerlöse entfällt auf Kunden aus der EU, während 937 TEUR (Vorjahr: 701 TEUR) in Drittländern erwirtschaftet wurden. Die sonstigen betrieblichen Erträge betreffen im Wesentlichen die Korrekturen bei den Sozialabgaben in Höhe von 191 TEUR. Darüber hinaus enthalten die sonstigen betrieblichen Erträge die Auflösung von Rückstellungen in Höhe von 14 TEUR (Vorjahr: 7 TEUR), Erträge aus Währungskursunterschieden von 5 TEUR (Vorjahr 0,5 TEUR) und Erträge aus der Auflösung von Wertberichtigungen auf Forderungen in Höhe von 2 TEUR (Vorjahr: 3 TEUR). Im Geschäftsjahr 2023 hatten wir erstmalig 24 TEUR Sachbezüge aus Dienstwagennutzung berichtet. Der Materialaufwand beträgt im Jahr 2024 153 TEUR (Vorjahr: 78 EUR). Die Hauptkomponente des Material- aufwands sind die Fremdarbeiten für Kundensupport-Tätigkeiten und Projektarbeit. Die Personalaufwendungen sind auf 4.628 TEUR gestiegen (Vorjahr: 4.524 TEUR). Ursächlich für den modera- ten Anstieg sind neue Mitarbeitereinstellungen, die einmalige Inflationsprämie 2024 und individuelle Gehalts- erhöhungen, die wir manchen unserer Mitarbeitenden als Inflationsausgleich garantiert hatten. 16 Die Abschreibungen auf Sachanlagen verringerten sich von 48 TEUR im Vorjahr auf 30 TEUR, was im Wesent- lichen auf die reduzierten planmäßigen Abschreibung und auf die reduzierten geringwertigen Wirtschaftsgüter zurückzuführen ist. Im Geschäftsjahr beinhaltet die Position sonstige betriebliche Aufwendungen unter anderem Aufwendungen für fremdbezogene Dienste, Raumkosten, Lizenzgebühren, Telefon- und Internetgebühren sowie Kfz-Leasing. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen in Höhe von 1.947 TEUR (Vorjahr: 2.033 TEUR) konnten wir durch effiziente Kostenkontrolle, Reduzierung unserer Verwaltungskosten im Bereich Finanzen und weitere kosten- senkende Maßnahmen sehr gut im Griff behalten und im Vergleich zum Vorjahr sogar leicht senken. Infolge oben beschriebener Auswirkungen wurde im Geschäftsjahr ein negatives EBIT von minus 275 TEUR (Vorjahr: minus 197 TEUR) erzielt. Diese Veränderung ist im Wesentlichen auf den Rückgang der Umsätze, den gestiegenen Personalaufwand und den erhöhten Materialaufwand zurückzuführen. Die Veränderungen des Finanzergebnisses aufgrund der untergeordneten Bedeutung werden im Konzern-An- hang erläutert. Es ergaben sich im Berichtsjahr Erträge aus Beteiligungen an der neuseeländischen Tochterge- sellschaft in Höhe von 360 TEUR (Vorjahr: 421 TEUR). Die REALTECH AG erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2024 einen Jahresüberschuss in Höhe von 239 TEUR (Vor- jahr: 307 TEUR). Bilanzstruktur der REALTECH AG, Aktiva In TEUR 31.12.2024 31.12.2023 Anlagevermögen 1.557 2.590 Umlaufvermögen 5.452 4.218 Rechnungsabgrenzungsposten 42 47 Aktiva 7.051 6.855 Bilanzstruktur der REALTECH AG, Passiva In TEUR 31.12.2024 31.12.2023 Eigenkapital 6.134 5.895 Rückstellungen 348 402 Verbindlichkeiten 267 302 Rechnungsabgrenzungsposten 302 256 Passiva 7.051 6.855 Vermögens- und Finanzlage der REALTECH AG Das Anlagevermögen wird durch die Finanzanlagen geprägt. Diese beliefen sich auf 1.418 TEUR (Vorjahr: 2.501 TEUR). Sie umfassen in Höhe von 585 TEUR die Anteile an der Tochtergesellschaft in Neuseeland und in Höhe von 833 TEUR Wertpapieranleihen (Vorjahr: 1.917 TEUR). Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind innerhalb eines Jahres fällig. Die Reduzierung von 583 TEUR auf 402 TEUR ist im Wesentlichen auf den Anstieg der Umsätze in den letzten beiden Monaten des Vor- jahrs zurückzuführen. 17 Als Sonstige Vermögensgegenstände werden Steuerforderungen bzw. Umsatzsteuerforderungen ausgewie- sen. In 2024 enthalten diese eine Forderung aus dem Verkauf der Anteile an der REALTECH US-LLC in Höhe von 0 TEUR (Vorjahr: 195 TEUR), da diese 2024 bereits völlig beglichen war. Die Erhöhung der am Stichtag verfügbaren Zahlungsmittel von 3.369 TEUR auf 4.939 TEUR ist hauptsächlich durch die Tilgung der Anleihen von 1.083 TEUR zu erklären. Die Rückstellungen entfallen im Wesentlichen auf Aufwendungen im Zusammenhang mit der Erstellung und Prüfung des Jahres- und Konzernabschlusses für das Geschäftsjahr 2024 in Höhe von 81 TEUR (Vorjahr: 81 TEUR), variable Vergütungen in Höhe von 25 TEUR (Vorjahr: 120 TEUR), ausstehende Rechnungen in Höhe von 68 TEUR (Vorjahr: 13 TEUR) und Ansprüche aus nicht genommenem Urlaub von 117 TEUR (Vorjahr: 134). Der Bestand der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen ist stichtagsbedingt auf 199 TEUR (Vorjahr: 212 TEUR) gesunken. Sämtliche Verbindlichkeiten sind unbesichert und haben eine Restlaufzeit von unter ei- nem Jahr. Der passive Rechnungsabgrenzungsposten in Höhe von 302 TEUR (Vorjahr: 256 TEUR) betrifft Einzahlungen für Wartungs- und Lizenzverträge, die über einen bestimmten Zeitraum nach dem Stichtag erbracht werden und erst dann als Umsatz zu realisieren sind. Die Eigenkapitalquote stieg im Stichtagsvergleich von 86,0 Prozent auf 86,99 Prozent. Die Bilanzsumme stieg leicht um 2,86 Prozent auf 7.051 TEUR. Die REALTECH AG beschäftigte im Durchschnitt 47 Mitarbeitende (Vorjahr: 45 Mitarbeitende). Die REALTECH AG war aufgrund ihrer komfortablen Ausstattung mit liquiden Mitteln im Geschäftsjahr stets in der Lage, ihren Zahlungsverpflichtungen nachzukommen. Die finanziellen Mittel bestehen aus Guthaben auf Kontokorrentkonten in Höhe von 389 TEUR und einer kurzfristigen Festgeldanlage von 4.550 TEUR. So ergeben sich liquide Mittel in Höhe von 4.939 TEUR (Vorjahr: 3.369 TEUR). 18 1.3 Prognose, Chancen- und Risikobericht 1.3.1 Risikobericht Um unseren nachhaltigen Unternehmenserfolg zu gewährleisten, setzen wir auf ein umfassendes Risikoma- nagement-System, bei dem das gesamte Management-Team der REALTECH AG eingebunden ist. Unser integrierter Ansatz ermöglicht uns, potenzielle Herausforderungen in allen Geschäftsbereichen frühzei- tig zu identifizieren und zu bewerten. Dies umfasst finanzielle, operative und strategische Risiken, die unsere Unternehmensziele beeinflussen könnten. Durch ein effizientes Risiko-Controlling-System implementieren wir gezielte Maßnahmen zur Risikominimierung und -steuerung. Diese systematische Herangehensweise ermög- licht uns, präventiv zu agieren und bei Bedarf zeitnah Korrekturmaßnahmen einzuleiten. Risikoerfassung und Bewertung Das konzernweite Risikomanagement der REALTECH AG basiert auf einem systematischen Ansatz zur frühzei- tigen Identifikation und Bewertung potenzieller Geschäftsrisiken. Grundlage hierfür ist ein detaillierter Risiko- management-Plan, der gemeinsam mit den Verantwortlichen für die Geschäftsbereiche erstellt wurde und bei Bedarf angepasst wird. In quartalsweise stattfindenden Risikomanagement-Meetings evaluiert das Manage- ment-Team systematisch die im Risikomanagement-Plan dokumentierten Risiken und implementiert entspre- chende Gegenmaßnahmen. Darüber hinaus finden zur operativen Steuerung regelmäßige Management-Meetings statt, die der Entwick- lung von Geschäftsinitiativen, Prozessverbesserungen und der Umsetzung der notwendigen Maßnahmen zur Risikominimierung dienen. Der Vorstand überwacht in regelmäßigen Sitzungen die monatlichen Finanzkenn- zahlen sowie die Liquiditätssituation. Die neuseeländische Tochtergesellschaft ist in dieses Risikomanagement-System durch quartalsweise Risk Maps und monatliche Management Letter eingebunden. Risiken mit einem potenziellen Verlustvolumen von mehr als 2,5 Mio. EUR werden als bestandsgefährdend klassifiziert und entsprechend priorisiert behandelt. Im Folgenden werden die Risiko-Gruppen im Einzelnen dargestellt. Externe Risiken Die deutsche Volkswirtschaft befand sich im Jahr 2024 in einer anhaltenden Stagnationsphase. Nach aktuellen Prognosen wird das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt voraussichtlich um 0,1 Prozent gegenüber dem Vor- jahr zurückgehen. 7 Diese Entwicklung verdeutlicht die strukturellen Herausforderungen, denen sich die deut- sche Wirtschaft gegenübersieht. Die Arbeitsmarktlage bleibt angespannt, wobei Unternehmen wie REALTECH trotz der wirtschaftlichen Stag- nation weiterhin vor der Herausforderung stehen, qualifizierte Fachkräfte zu gewinnen und zu binden. Auch REALTECH spürte 2024 aufgrund dieser herausfordernden Marktsituation erschwerte Bedingungen beim Abschluss neuer Deals. Die Nachfrage der Bestandskunden blieb dagegen weitgehend stabil. Dennoch erfor- derte die anhaltende gesamtwirtschaftliche Unsicherheit Maßnahmen, um weiterhin flexibel auf die wirt- schaftlichen Schwankungen reagieren zu können. Diese wurden mittels Einsatz externer Dienstleister und einer 7 https://www.ifo.de/fakten/2024-12-12/ifo-konjunkturprognose-winter-2024-deutsche-wirtschaft-am-scheideweg 19 „verlängerten Werkbank“ umgesetzt. Preisanpassungen bei externen Dienstleistungen sowie notwendige In- vestitionen in Mitarbeiterbindung und -gewinnung erhöhten allerdings die Kosten im abgelaufenen Geschäfts- jahr. Markt- und Wettbewerbsrisiken REALTECH untersucht fortlaufend die Marktsituation und die Angebote des Wettbewerbs, um die eigene Marktpositionierung zu optimieren. Auch im Jahr 2024 haben genaue Analysen, z. B. durch intensive Kunden- befragungen und systematische Auswertungen der Marketingkampagnen, stattgefunden. Die Ergebnisse die- ser Auswertungen haben gezeigt, dass eine stärkere Ausrichtung auf das SAP-Portfolio für REALTECH sinnvoll scheint. Dort haben wir aufgrund unseres Nischenprodukts „SmartChange“ eine relative gute Positionierung gegenüber anderen Anbietern. Darüber hinaus wurde festgestellt, dass sehr viele Kunden vor eine Umbruchs- phase im Bereich ihrer SAP-Anwendungen stehen, die massive Unterstützung in Form von Beratung als auch geeigneten Softwarelösungen erfordert. Umgekehrt hat die Analyse des ITSM-Marktes gezeigt, dass es auf- grund des hohen Wettbewerberdrucks durch große Lösungslieferanten für REALTECH schwierig ist, Marktan- teile zu gewinnen. Nur durch eine noch intensivere Investition in Marktbekanntheit und Vertrieb könnten wir hier eine bessere Positionierung erreichen. Als Resultat dieser Untersuchungen haben wir unsere Firmenstrategie zur Mitte des Jahres geändert und fo- kussieren uns nun wieder stärker auf den SAP-Markt. Dies beinhaltet auch die Bereitstellung von Softwarelö- sungen auf den von SAP und anderen Anbietern (z. B. ServiceNow und Atlassian) vorgesehenen Plattformen, die zur individuellen Anpassung der Geschäftsprozesse unserer Kunden erforderlich sind. Hier sehen wir ein großes zukünftiges Potenzial für REALTECH. Ein weiteres Marktrisiko ist die Abhängigkeit von Großkunden. Die Risiko-Analyse zeigt allerdings, dass wir hier alle Vorkehrungen richtig getroffen haben, generell stark differenziert aufgestellt sind und so das Risiko der Abhängigkeit von einzelnen Kunden überschaubar und nicht gefährdend für REALTECH ist. Strategische Risiken Als erfahrener Technologiepartner begleitet REALTECH mittelständische Unternehmen bei ihrer digitalen Transformation. Unser Fokus liegt auf der Entwicklung zukunftsfähiger Lösungen und der kontinuierlichen Op- timierung unserer Marktstrategien für unsere Zielgruppen. Ein wesentliches strategisches Risiko besteht darin, veränderte Marktanforderungen (vor allem im SAP-Markt) rechtzeitig zu erkennen und in unsere langfristige Planung zu integrieren. Unsere breit gefächerte Marktpräsenz erstreckt sich über verschiedene Branchen, wie Handel, Industrie, ICT, Dienstleistungssektor, öffentliche Verwaltung, Versorger und Finanzwirtschaft. Diese bewusste Diversifikation reduziert unsere Abhängigkeit von einzelnen vertikalen Marktsegmenten. Nach unseren Analysen können branchenspezifische wirtschaftliche Herausforderungen zu Umsatzrückgängen von 5 bis 10 Prozent im be- troffenen Segment führen, auch wenn die Eintrittswahrscheinlichkeit als eher gering eingeschätzt wird. Im Hinblick auf unsere neue Ausrichtung und die Fokussierung auf den SAP-Markt sind wir sehr stark darauf angewiesen, die zukünftige Entwicklung und strategischen Maßnahmen der SAP sowie deren Auswirkung auf ihre Kunden zu verstehen. Nur dann können wir unsere strategischen Offerings so gestalten, dass wir auch in neuen Geschäftsbereichen ein wertvoller Partner für die SAP-Kunden werden. Das Verständnis der Herausfor- derungen der Kunden in diesem Kontext ist daher geschäftskritisch für REALTECH und wird bewusst auch im Risikomanagement berücksichtigt. 20 Die dynamische Entwicklung des IT-Marktes erfordert eine hohe Anpassungsfähigkeit, besonders im Hinblick auf neue Technologien und Wettbewerbssituationen. Unsere Marktstrategie wird durch die enge Zusammen- arbeit von Business Development und Marketing laufend überprüft und weiterentwickelt. Auch dies gewähr- leistet eine nachhaltige Marktpositionierung sowie langfristige Kundenbeziehungen. Finanzrisiken Fremdwährungen Da die REALTECH AG nur einen geringen Teil ihres Geschäfts in Fremdwährung abwickelt, besteht hier kein großes Währungsrisiko. Auf Konzernebene wird jedoch rund ein Drittel des Umsatzes in Fremdwährung (NZ- Dollar) generiert. Hier wirken sich periodische Schwankungen im Wechselkurs von NZ-Dollar zu Euro auf die Umsatzerlöse und Ergebnisse des REALTECH-Konzerns aus. Die Aufwertung des Euro im Verhältnis zum NZ-Dollar wirkt sich dabei im Allgemeinen negativ, eine Abwertung des Euro positiv aus. Im Jahr 2024 war der Wechselkursimpakt geringfügig. Aufgrund der Ausschüttung der Dividende der neuseeländischen Tochter an die AG überwacht die AG Wäh- rungsschwankungen des neuseeländischen Dollars kontinuierlich und modifiziert, falls sinnvoll, den Zeitpunkt der Auszahlung. Forderungen Risiken durch Forderungsausfälle könnten aufgrund unzureichender Finanzierungsmöglichkeiten oder einer ungünstigen konjunkturellen Entwicklung entstehen. Diese Risiken waren in den letzten Geschäftsjahren aller- dings sehr gering. Die Kundenbeziehungen werden regelmäßig und detailliert überwacht. Fortlaufend werden Bonitätsprüfungen sowie ein proaktives Forderungsmanagement durchgeführt. Liquidität Steuerung und Überwachung der Liquiditätslage erfolgen durch die Geschäftsführung. Die aktuelle Finanzlage des Konzerns ist sehr solide und durch den positiven Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit äußerst komfortabel. Die Wahrscheinlichkeit des Eintritts eines Liquiditätsrisikos ist begrenzt. Unsere künftige Liquidität sowie das Ausfallrisiko und die Bewertung unserer Finanzanlagen und Forderungen können durch einen negativen Einfluss aus der weltweiten Konjunkturentwicklung auf unsere Kunden bzw. Emittenten der Anleihen beeinflusst werden. Wir verfügen über ein zentrales Finanzmanagement, das die Ent- wicklung dieser Einflüsse überwacht. Aufgrund der kurzen Laufzeit unserer Finanzanlagen und der Verteilung der Liquidität auf mehrere Finanzinstitute schätzt REALTECH dieses Risiko als eher gering ein. Wichtigstes Ziel ist es, eine Konzernmindestliquidität sicherzustellen, um unsere Zahlungsfähigkeit stets zu ge- währleisten. Die Anlage unserer liquiden Mittel erfolgt bei Finanzinstituten, die über den Einlagensicherungs- fonds geschützt sind. Zum 31.12.2024 belief sich unsere Netto-Liquidität auf 1,4 Mio. EUR im Konzern (Vorjahr: 2,3 Mio. EUR). Hinzu kommen Anleihen in Höhe von 0,8 Mio. EUR (Vorjahr: 1,9 Mio. EUR) und die Festgeldan- lage in Höhe von 4,6 Mio. EUR (Vorjahr: 2 Mio. EUR). Risikoberichterstattung im Zusammenhang mit Finanzinstrumenten Die Wertpapieranleihen und die kurzfristige Geldanlage unterliegen Risiken und Chancen aus Zinsschwankun- gen. Zinsrisiken haben potenziell negative Auswirkungen. Sie werden als möglich eingeschätzt, stellen insge- samt aber ein unwesentliches Risiko dar. 21 Operative Risiken REALTECH gewährleistet durch eine professionelle Qualitätskontrolle die hohe Qualität seiner Lösungen und neuen Produktversionen. Trotzdem können Fehler auftreten, die potenziell das Unternehmensimage beein- trächtigen und zu Verzögerungen bei der Markteinführung neuer Produkte führen können, was zusätzliche Kosten und Umsatzeinbußen nach sich ziehen kann. Mit erfahrenen Mitarbeitenden und umfassenden Tests von Softwaremodifikationen wird dieses operative Ri- siko als gering eingeschätzt. Mögliche Ausfälle bei wichtigen Projekten, die zu negativen Deckungsbeiträgen führen könnten, werden durch vertragliche Vereinbarungen wie Teilabnahmen und Vorauszahlungen soweit möglich begrenzt. Auch die Bereitstellung von Software-as-a-Service-Leistungen können durch Systemausfälle und Performance- Engpässe zu Problemen führen. Hier nutzen wir die Plattformen namhafter Dienstleister wie Microsoft, die eine hohe Verfügbarkeit garantieren. Das Risiko ist daher ebenfalls als gering einzuschätzen. Weitere operative Risiken sind im Bereich Datenverlust und Datenmissbrauch zu sehen. Auch hier wird das Risiko durch geeignete Security-Maßnahmen und Begrenzung der internen Zugriffsrechte auf sensible Daten weitestgehend minimiert. Der Einsatz von qualifizierten internen Datenschutz- und IT-Sicherheitsbeauftragten sowie regelmäßige Schulungen der Mitarbeiter sind weitere Maßnahmen in diesem Bereich. REALTECH ist zuversichtlich, die vielfältigen operativen Risiken beherrschen zu können und dank langjähriger Erfahrung die Projektrisiken realistisch einzuschätzen. Das Unternehmen verfügt auch im operativen Bereich über ein effektives Risikomanagement und Projekt-Controlling, um Fehlentwicklungen frühzeitig zu erkennen und Gegenmaßnahmen einzuleiten. IT-Risiken Cybersicherheit stellt für viele Unternehmen eine zentrale Herausforderung dar. Dies gilt gleichermaßen für Realtech wie für unsere Kunden. Als IT-Dienstleister implementiert REALTECH ein umfassendes Sicherheitskon- zept, das technische, organisatorische und personelle Maßnahmen vereint. Die technische Basis unserer IT-Sicherheit bildet eine moderne Infrastruktur mit redundant ausgelegten Syste- men und Rechenzentren. Ein mehrstufiges Backup-Konzept mit regelmäßigen Wiederherstellungstests ge- währleistet die Verfügbarkeit geschäftskritischer Daten. Durch den Einsatz modernster Sicherheitstechnolo- gien, wie Multi-Faktor-Authentifizierung, intelligente Firewalls und spezialisierte Endpoint-Protection-Systeme, schützen wir unsere digitalen Assets vor unautorisierten Zugriffen. Wir sensibilisieren fortlaufend unsere Mitarbeiter für aktuelle Cyberbedrohungen und passen unser Schu- lungsprogramm hinsichtlich Cybersecurity regelmäßig an die aktuellen Herausforderungen an. Ziel ist, allen Mitarbeitern fundiertes Wissen über sichere Datenkommunikation, Datenschutzanforderungen und die Erken- nung von Bedrohungsszenarien wie Phishing oder Social Engineering zu vermitteln. Dies wird durch ein diffe- renziertes Berechtigungskonzept ergänzt, das den Zugriff auf sensible Informationen streng reguliert. Die dynamische Entwicklung der Bedrohungslandschaft erfordert eine kontinuierliche Anpassung unserer Si- cherheitsarchitektur. Potenzielle Risiken wie Ransomware-Attacken, DDoS-Angriffe oder Zero-Day-Exploits werden durch proaktives Patch Management und ein engmaschiges Security Monitoring adressiert. Diese Maßnahmen zielen darauf ab, sowohl die Verfügbarkeit unserer Dienstleistungen als auch die Integrität der uns anvertrauten Daten zuverlässig zu gewährleisten. 22 Personalwirtschaftliche Risiken In der wissensintensiven IT-Branche ist der Erfolg maßgeblich von der Expertise und dem Engagement unserer Mitarbeiter abhängig. REALTECH sieht sich dabei in einem dynamischen Arbeitsmarkt mit steigendem Wettbe- werb um qualifizierte Fachkräfte konfrontiert. Die Gewinnung und langfristige Bindung von Talenten stellen daher eine zentrale strategische Herausforderung dar. Unser Personalmanagement verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz zur Mitarbeiterbindung. Dieser umfasst in- dividuelle Entwicklungsmöglichkeiten, innovative Arbeitsmodelle und eine Unternehmenskultur, die auf Zu- sammenarbeit, Innovation und persönliche Entfaltung ausgerichtet ist. Durch gezielte Investitionen in die kon- tinuierliche Weiterbildung stellen wir sicher, dass unsere Teams stets auf dem aktuellen Stand der Technologie bleiben. Die Transformation der Arbeitswelt erfordert zudem eine stetige Anpassung unserer Personalstrategie: Neben klassischen Personalrisiken wie der Einhaltung arbeitsrechtlicher Vorgaben gewinnen Themen wie Diversität, flexible Arbeitsmodelle oder aktive Förderung der Gesundheit unserer Mitarbeiter zunehmend an Bedeutung. Unser proaktives Risikomanagement berücksichtigt diese Entwicklungen und entwickelt vorausschauend ent- sprechende Lösungsansätze. Trotz umfassender Präventivmaßnahmen können personelle Veränderungen nicht vollständig ausgeschlossen werden. Für solche Fälle verfügen wir über etablierte Prozesse zum Wissenstransfer und flexible Strukturen zur temporären Kompensation durch externe Expertise. Diese Maßnahmen gewährleisten die Kontinuität un- serer Geschäftsprozesse auch bei personellen Veränderungen. Kommunikations- und Informationsrisiken Der sorgfältige Umgang mit vertraulichen Informationen ist für REALTECH von großer Bedeutung. Wir schützen sensible Daten, wie Entwicklungsprojekte, Geschäftsstrategien und Kundeninformationen, durch ein ausgereif- tes Sicherheitskonzept. Nur Mitarbeiter, die diese Informationen für ihre Arbeit benötigen, erhalten dazu Zu- gang. Dabei setzen wir auf sichere Verschlüsselungstechniken und klare Regeln für die interne und externe Kommunikation. Wir überprüfen unsere Schutzmaßnahmen regelmäßig und passen sie bei Bedarf an neue Anforderungen an. Auch wenn sich Risiken in der Informationssicherheit nie ganz ausschließen lassen, halten wir durch unsere umfassenden Vorkehrungen die Gefahr eines ungewollten Informationsabflusses gering. Der verantwortungsvolle Umgang mit sensiblen Daten ist für uns die Basis für vertrauensvolle und langfristige Kundenbeziehungen. 23 Sonstige Risiken Neben den bereits dargestellten operativen und strategischen Risiken beobachtet REALTECH auch weitere Ri- sikofaktoren, die sich auf die Geschäftsentwicklung auswirken könnten. Hierzu zählt auch das Transparenzrisiko durch die detaillierte Offenlegung, zu der wir als börsennotierter Konzern nach IFRS verpflichtet sind. Diese umfassenden Reporting-Verpflichtungen sind nicht der Firmengröße entsprechend angepasst und erfordern einen beträchtlichen Overhead-Aufwand. Außerdem sind wir gegenüber Wettbewerbern mit vergleichbarer Größe durch die Berichterstattung sehr transparent. Während dies für Investoren positiv ist, kann es für das Unternehmen auch Risiken bergen, besonders wenn vertrauliche oder wettbewerbsrelevante Informationen offengelegt werden müssen. Daher ist im Rahmen des Risikomanagements auch eine Offenlegungsstrategie erforderlich, die sowohl Transparenzanforderungen erfüllt als auch Geschäftsgeheimnisse schützt. Die Weiterentwicklung unseres Unternehmens fokussieren wir auf organisches Wachstum. Sollten sich in Zu- kunft Möglichkeiten für Unternehmenszukäufe oder strategische Allianzen ergeben, werden deren Potenziale und Risiken eingehend geprüft. Globale Entwicklungen, Naturereignisse oder andere außergewöhnliche Umstände können Einfluss auf unse- ren Geschäftsverlauf nehmen. Nach Einschätzung des Vorstands sind die derzeitigen Risiken für das Unternehmen überschau- und beherrsch- bar. Unser Risikomanagement-System wird kontinuierlich weiterentwickelt, um neue Risiken frühzeitig zu iden- tifizieren und angemessen darauf zu reagieren. 1.3.2 Chancenbericht Management-Team, Vorstand und Aufsichtsrat der REALTECH hatten zur Mitte des Jahres 2024 die Entschei- dung getroffen, eine stärkere Fokussierung auf den SAP-Bereich vorzunehmen. Viele SAP-Kunden stehen vor massiven Herausforderungen, die einhergehen mit der von SAP forcierten Mig- ration ihrer Systeme in die SAP-Cloud. Realtech definiert sich als ein kundenzentriertes Unternehmen. Die Kunden sind der wichtigste Faktor im Un- ternehmen. Die Chancen für diese Kunden liegen in der Nutzung der Möglichkeiten, welche die innovativen, teilweise KI-getriebenen neuen Technologien der SAP im Zusammenhang mit ihren Cloud-Offerings zur Verfü- gung stellen. Für die Partner der SAP bietet sich die Chance bei diesem Prozess die Kunden mit Beratung und selbst entwickelten Lösungen auf der von SAP bereitgestellten Business Technology Platform (BTP) zu unter- stützen. Dies sehen wir als große Chance für REALTECH, sich in diesem Markt als Dienstleister zu positionieren und an dem erheblichen Business-Potenzial, das sich hieraus ergibt, zu partizipieren. Für REALTECH ist es daher erforderlich, die notwendige Kompetenz aufzubauen, um die Kunden bei den Her- ausforderungen, die mit der Cloud-Migration verbunden sind, zu unterstützen. Ausgehend von unserem heu- tigen Business mit den SAP-Basis-Technologien werden wir auch das im neuen Setup erforderliche Application Lifecycle Management (ALM) bestmöglich supporten und gemeinsam mit unseren Kunden sukzessive in die neuen modernen Technologien der SAP vordringen. Das Business-Potenzial, das in den nächsten Jahren und Jahrzehnten hiermit verbunden ist, wird aufgrund der sich rasant verändernden technologischen Möglichkei- ten aus unserer Sicht immens sein. Daher ist es für REALTECH eine enorme Chance, sich von Beginn an auf diese Entwicklung einzustellen, frühzeitig die Kundebedarfe zu erkennen und gemeinsam mit den Kunden in- novative Lösungen zur Unterstützung ihrer Business-Prozesse zu erarbeiten. 24 1.3.3 Prognosebericht Im Geschäftsjahr 2024 haben wir entscheidende Maßnahmen ergriffen, um die REALTECH AG langfristig erfolg- reich zu positionieren. Unser Fokus liegt auf der Stärkung unserer Marktreputation und der Förderung einer zukunftsorientierten und innovativen Weiterentwicklung. Wir gehen davon aus, dass viele unserer Kunden vor bedeutenden Veränderungen in ihren SAP-Anwendungen stehen, die umfassende Unterstützung durch Bera- tung und passende Softwarelösungen erfordern. Unser Ziel ist, die kontinuierliche und enge Zusammenarbeit mit SAP-Kunden sowohl on-premise als auch in der Cloud voranzutreiben. Dabei beziehen wir neue Technolo- gien wie generative KI und die SAP Business Technology Platform (BTP) ein. Diese Chancen und Veränderungen bieten uns gute Möglichkeiten, wirtschaftlich erfolgreich zu sein und Wachstum zu erzielen. Des Weiteren wur- den in 2024 weitere Investitionen in Künstliche Intelligenz getätigt. Der Gesamtbetrag blieb jedoch deutlich hinter dem im Lagebericht 2023 prognostizierten zurück. Marktentwicklung Bitkom erwartet ein Wachstum des IT Markes trotz schwieriger Konjunktur in Deutschland. Nach aktueller Prognose wird der IT-Umsatz in Deutschland 2025 ein Plus von 5,9 Prozent erreichen. Künstliche Intelligenz bleibt dabei weiterhin auf einem rasanten Wachstumskurs. Bei Cloud Services werden zweistellige Wachstums- raten erwartet. Für die IT-Dienstleistungsbranche ist mit einem Wachstum von ca. 5 Prozent ebenfalls eine positive Entwicklung zu erwarten. Die Investitionen der ITK-Branche bleiben in 2025 insgesamt hoch. 8 Deutschland belegt im Digitalmarkt weltweit Rang 4. Die weltweiten Umsätze mit IT und Telekommunikation werden auf 6,6 Prozent geschätzt. Laut Gartner wird europaweit ein Anstieg der IT-Ausgaben für 2025 um 9,8 Prozent erwartet, was die Wachs- tumsdynamik im gesamten IT-Sektor unterstreicht. 9 Für REALTECH bedeutet dies, dass wir uns auf eine anhaltend positive Entwicklung des Marktes einstellen und durch die Anpassung an neue Technologien und die Erweiterung unseres Dienstleistungsportfolios Wettbe- werbsvorteile sichern können. Die Ausrichtung auf innovative Technologien und die Reaktion auf die wachsen- den Anforderungen der Digitalisierung werden somit entscheidend sein, um im Jahr 2025 erfolgreich am Markt zu agieren. Marktangang und Positionierung Der REALTECH-Konzern positioniert sich als Anbieter maßgeschneiderter SAP-Softwarelösungen, die auf die spezifischen Bedürfnisse der Kunden zugeschnitten sind. Das Unternehmen richtet sich an mittelständische und große Unternehmen, die ihre SAP-Geschäftsprozesse optimieren und die Systemverfügbarkeit maximieren möchten. Durch den Einsatz von künstlicher Intelligenz und Automatisierung beschleunigt REALTECH Prozesse, reduziert Fehleranfälligkeiten und steigert die Transparenz. Der Marktangang erfolgt hauptsächlich über digi- tale Kanäle und Partnerschaften, um neue Märkte zu erschließen und die Reichweite zu erweitern. Diese Stra- tegie ermöglicht es REALTECH, flexibel auf dynamische Marktbedingungen zu reagieren und diese als Wettbe- werbsvorteil zu nutzen. 8 https://www.bitkom.org/Marktdaten/ITK-Konjunktur/ITK-Markt-Deutschland 9 https://www.ip-insider.de/gartner-it-ausgaben-wachsen-2025-um-98-prozent-a- 35b015194e22958e2a3e431c17ba25fe/ 25 Ausblick 2025 Ab 2025 werden wir aufgrund technologischer Entwicklungen, insbesondere im Bereich KI investieren, um un- sere Produkte zu verbessern und unseren Kunden einen noch größeren Mehrwert zu bieten. Unser Fokus liegt auf Kundennähe und Vertrauen. Die Nachfrage nach digitalen Lösungen, besonders für das SAP Application Lifecycle Management, bleibt hoch. Cloud- und hybride Szenarien sowie der Bedarf an KI-unterstützten Erweiterungen erfordern unsere Konzent- ration und Ressourcenbündelung. Mit solider Liquidität treiben wir diese Transformation voran und konzent- rieren uns auf SAP-Kunden, um die Chancen zu nutzen, die sich durch die steigende Nachfrage ergeben. Die strategische Neuausrichtung des Unternehmens durch den verstärkten Fokus auf SAP Application Lifecycle Management bedeutet eine Rückbesinnung auf die tief verwurzelte DNA der REALTECH AG. Die dafür notwen- digen Ressourcen haben wir in unserer Planung für 2025 berücksichtigt. Aufgrund unserer starken Liquiditäts- basis sind wir bereit, verschiedene Investitionsmaßnahmen zu ergreifen, um eine neue erfolgreiche Gestaltung unseres Geschäftsmodells zu ermöglichen. In diesem Zusammenhang haben wir Maßnahmen für Neueinstel- lungen, Neuqualifizierungen, Weiterbildungsmaßnahmen und Neupositionierungen am Markt geplant. Als Folge dieser Maßnahmen müssen wir in Kauf nehmen, dass unser Konzern-EBIT in 2025 sogar stark sinken wird. Für die Tochtergesellschaft rechnen wir mit einem leichten Anstieg des EBIT und weiter rechnen wir je- doch mit einem deutlich niedrigeren EBIT in Deutschland. Damit opfern wir die kurzfristige Profitabilität, um eine mittel- und langfristig robuste Entwicklung des Unternehmens zu sichern. Für das Geschäftsjahr 2025 erwarten wir eine Fortsetzung der positiven Entwicklung der SAP-Geschäftsbereiche, sowohl bei der Landes- gesellschaft als auch bei der Tochtergesellschaft: Nach dem starken Umsatzanstieg bei unserer Tochtergesell- schaft in 2023 (ca. 19 Prozent Anstieg nach Bereinigung der Wechselkurseinwirkung im Vergleich zum Vorjahr) erwarten wir ein leichtes Wachstum der Umsatzerlöse in Neuseeland. Ebenso rechnen wir für Deutschland mit einer leichten Umsatzsteigerung. Der gesamte Konzern-Umsatz wird im Geschäftsjahr 2025 damit leicht stei- gen. Die Liquiditätsbasis des Konzerns wird trotz des erwarteten negativen EBIT auf einem sicheren und komfortab- len Niveau über 4 Millionen EUR bleiben. Die kurzfristige Verfügbarkeit liquider Mittel zur Deckung des jewei- ligen Liquiditätsbedarfs wird auch im Geschäftsjahr 2025 sichergestellt. Soziale Maßnahmen, wie flexible Arbeitsmodelle, Weiterbildung und flache Hierarchien, fördern bei REALTECH sowohl die Mitarbeiterzufriedenheit als auch das effiziente Arbeiten. Ein leichter Anstieg der Beschäftigtenzahl wird prognostiziert. Durch die Projekt-Performance-Aktivitäten befindet sich REALTECH in einer soliden Position, um weitere Pro- jekte zur Zufriedenheit unserer Kunden durchzuführen. Es wird erwartet, dass die Projekt-Performance auf dem Niveau des Berichtsjahres gehalten werden kann. Trotz der makroökonomischen und geopolitischen Unsicherheiten erwartet der Vorstand eine positive Ent- wicklung der IT-Branche. Die neuen Trends im Markt bieten vielversprechende Wachstumspotenziale. Dank unserer Positionierung am Markt und unseres wettbewerbsfähigen Geschäftsmodells streben wir mittel- und langfristig eine stabile Entwicklung an. 26 Gesamtaussage des Vorstands zur voraussichtlichen Entwicklung Der Markt für SAP-Transformationen, ALM und Business AI eröffnen aktuell große Chancen. REALTECH wird dazu im Jahr 2025 verstärkt in neue Lösungen und Mitarbeiter investieren. Dabei strebt REALTECH in den nächsten Geschäftsjahren nicht mehr an operativ positiv zu wirtschaften, sondern fokussiert sich auf Investiti- onen, um junge Mitarbeiter zu gewinnen und neue Marktangebote im Markt für SAP Business Transformatio- nen zu schaffen. Auf Basis der vorhandenen liquiden Mittel ist der Vorstand zuversichtlich diese Investitionen aus den verfügbaren Mitteln tätigen zu können und geht davon aus, dass die vorhandene Liquidität auch wei- terhin ausreichen wird, um den operativen Liquiditätsbedarf zu decken. REALTECH strebt jederzeit eine ausrei- chende und kurzfristige Verfügbarkeit liquider Mittel zur Deckung des jeweiligen Liquiditätsbedarfs an. Der Fokus soll jedoch darauf liegen Wachstumschancen zu ergreifen, sowohl organisch als auch durch externe Im- pulse. Der Vorstand geht davon aus, dass unsere nichtfinanziellen Indikatoren im kommenden Geschäftsjahr stabil bleiben werden. 27 1.4 Internes Kontroll- und Risikomanagementsystem Der REALTECH-Konzern verfügt über eine an seine Größe und Komplexität angepasste Organisationsstruktur, die ein effizientes Unternehmens-, Kontroll- und Überwachungssystem umfasst. Diese Struktur gewährleistet durch konzernweit abgestimmte Reporting- und Controlling-Prozesse eine präzise Analyse und Steuerung aller Unternehmensaktivitäten. Die Sicherheit der im Rechnungswesen verwendeten EDV-Systeme wird durch rigo- rose Schutzmaßnahmen gegen unbefugte Zugriffe sichergestellt, wobei im Bereich der Finanzsysteme auf be- währte Standardsoftware gesetzt wird. Ein wesentlicher Aspekt unseres Geschäftsmodells ist das ausgefeilte interne Kontroll- und Risikomanagement- system. Dieses System ist darauf ausgelegt, potenzielle Risiken frühzeitig zu identifizieren, zu bewerten und angemessen zu kommunizieren. Ziel ist es, allen Stakeholdern zutreffende, relevante und verlässliche Informa- tionen zeitnah bereitzustellen. Dies wird durch die strikte Einhaltung gesetzlicher Vorgaben, die Anwendung des Vier-Augen-Prinzips sowie durch gezielte Controlling-Maßnahmen und eine proaktive Risikoerkennung, insbesondere im Hinblick auf relevante Finanzkennzahlen, erreicht. Um eine ordnungsgemäße Rechnungslegung zu gewährleisten, beinhaltet unser Kontrollsystem sowohl die REALTECH AG als auch die für den Konzernabschluss relevante Tochtergesellschaft in Neuseeland. Diese um- fassende Integration gewährleistet, dass sämtliche für die Abschlusserstellung relevanten Prozesse konzern- weit konsistent und effizient ablaufen. Unser Ansatz ermöglicht uns, sowohl die operative Effizienz zu steigern als auch die finanzielle Integrität und Transparenz auf höchstem Niveau sicherzustellen. Wir sind gemäß § 315 Abs. 4 HGB als kapitalmarktorientierte Unternehmen im Konzernlagebericht auf die wesentlichen Merkmale des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems (IKS) in Bezug auf den Konzern- rechnungslegungsprozess eingegangen. Die Aufgaben und Ziele des IKS sind: • die Wirksamkeit und Wirtschaftlichkeit der Geschäftstätigkeit, die Schutz der materiellen und immate- riellen Vermögenswerte gegen Vermögensschädigungen durch das eigene Personal oder Dritte auf- grund von dolosen Handlungen • die Ordnungsmäßigkeit und Verlässlichkeit der internen und externen Rechnungslegung, um die Auf- stellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen • die Einhaltung relevanter rechtlichen Vorschriften Unsere Richtlinien und Organisationsanweisungen berücksichtigen die Grundsätze und die relevanten Prozesse des rechnungslegungsbezogenen IKS. Diese werden kontinuierlich den externen und internen Entwicklungen angepasst. Im Hinblick auf die Rechnungslegung wird durch unser IKS sichergestellt, dass die Geschäftsvorfälle und Sach- verhalte vollständig und richtig erfasst und bilanziell abgebildet werden. 28 1.5 Übernahmerelevante Angaben Die REALTECH AG hat für das abgelaufene Geschäftsjahr übernahmerelevante Angaben gemäß den ergänzen- den Vorschriften für bestimmte Aktiengesellschaften in § 289a HGB sowie § 315a HGB zu machen sowie diese Angaben gemäß § 176 Abs. 1 AktG zu erläutern. Dem kommt die Gesellschaft wie folgt nach: Das Grundkapital der Gesellschaft beträgt 5.385.652,00 EUR und ist eingeteilt in 5.385.652 nennwertlose Stückaktien. Die Aktien lauten auf den Inhaber. Aktien mit Sonderrechten bestehen nicht. Die Kapitalbeteiligungen des Vorstandsvorsitzenden, Herrn Daniele Di Croce wohnhaft in Deutschland, sowie von Herrn Peter Stier wohnhaft in Deutschland überschreiten zehn Prozent der Stimmrechte. Die Bestellung und Abberufung der Mitglieder des Vorstands erfolgt gemäß § 84 AktG und § 5 Abs. 2 der Sat- zung durch den Aufsichtsrat. Jede Satzungsänderung bedarf nach § 179 Abs. 1 AktG eines Beschlusses der Hauptversammlung. Die Befugnis zu Änderungen, die nur die Fassung betreffen, kann die Hauptversammlung dem Aufsichtsrat übertragen. Diese Befugnis steht dem Aufsichtsrat gemäß § 10 Abs. 2 der Satzung zu. Die Hauptversammlung vom 15.7.2020 hat den Vorstand ermächtigt, das Grundkapital bis zum 14.7.2025 mit Zustimmung des Aufsichtsrats durch Ausgabe neuer, auf den Inhaber lautender Stückaktien gegen Bar- und/oder Sacheinlage einmalig oder mehrmals, um bis zu insgesamt 2.692.826 EUR zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2020). Dabei muss sich die Zahl der Aktien in demselben Verhältnis erhöhen wie das Grundkapital. Den Aktieninhabenden ist grundsätzlich ein Bezugsrecht einzuräumen; mittelbares Bezugsrecht ist zulässig. Der Vorstand ist jedoch ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht der Aktieninhabenden bei Spitzenbeträgen, bei Ausgabe gegen Bareinlage zu einem den Börsenkurs nicht wesentlich unterschreitenden Ausgabepreis und bei Ausgabe gegen Sacheinlage zum Zwecke des Erwerbs von Unternehmen, Unternehmens- teilen, Unternehmensbeteiligungen oder sonstigen mit einem Akquisitionsvorhaben in Zusammenhang ste- henden Vermögensgegenständen oder im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen auszuschließen. Die Einzelheiten sind in Tz. 4.3 der Satzung näher bestimmt. Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurde von der Ermächtigung kein Gebrauch gemacht. Die Hauptversammlung vom 15.7.2020 hat den Aufsichtsrat ermächtigt, bis zum 14.7.2025 einmalig oder mehrmals bis zu 525.000 Stück Bezugsrechte auf Aktien an der Gesellschaft nach Maßgabe der in der Be- schlussfassung näher festgelegten Bedingungen (Aktienoptionsplan) auszugeben. Das Bezugsrecht der Aktien- inhabenden ist ausgeschlossen. Für die Bedienung der unter dem Aktienoptionsplan gewährten Bezugsrechte wurde das Grundkapital der Gesellschaft gemäß § 192 Abs. 2 Nr. 3 i. V. m. Abs. 3 Satz 1 AktG um bis zu 525.000 EUR durch Ausgabe von bis zu 525.000 neuer, auf den Inhaber lautender Stückaktien bedingt erhöht (Bedingtes Kapital 2020). Das Bedingte Kapital 2020 dient ausschließlich der Bedienung von Bezugsrechten aus Aktienop- tionen von Mitgliedern des Vorstands, die aufgrund der Ermächtigung der Hauptversammlung vom 15.7.2020 gewährt werden. Die bedingte Kapitalerhöhung wird nur insoweit durchgeführt, wie die Inhaber der ausgege- benen Bezugsrechte hiervon Gebrauch machen und die Gesellschaft nicht in Erfüllung dieser Bezugsrechte eigene Aktien gewährt. Weitere Einzelheiten ergeben sich aus dem Ermächtigungsbeschluss der Hauptversammlung vom 15.7.2020 sowie Tz. 4.4 der Satzung. Zum 31. Dezember 2022 sind 525.000 Bezugsrechte ausgegeben. Eine Ausübung der Bezugsrechte ist noch nicht erfolgt. Als wesentliche Vereinbarung, die unter der Bedingung eines Kontrollwechsels infolge eines Übernahmeange- bots (Change-of-Control) steht, ist der nach wie vor gültige Software-Lizenz- und Vertriebsvertrag zwischen der REALTECH Software Products GmbH und der SAP AG vom 2.7.2010 zu nennen, an dem die REALTECH AG auf- grund der Änderungsvereinbarung vom 19.12.2011 beteiligt ist. Der Vertrag regelt den Lizenzerwerb für Soft- wareprodukte der REALTECH Software Products GmbH und deren Vermarktung in Verbindung mit SAP- 29 Software durch die SAP AG und enthält ein Kündigungsrecht der SAP AG, u. a. für den Fall eines Change-of- Control-Ereignisses bei der REALTECH AG. Alle Rechte und Pflichten des Vertrags sind im Rahmen der Ver- schmelzung auf die REALTECH AG übergegangen. Ein Change-of-Control-Ereignis liegt vor, wenn eine Gesellschaft, die direkt oder indirekt Dienstleistungen und/oder Produkte im Bereich der Informationstechnologie anbietet und deren jährliche Umsätze 100 Mio. EUR übersteigen, oder eine solche Gesellschaft zusammen mit einer Person oder Gruppe von Perso- nen als gemeinsam handelnde Personen i. S. d. § 2 Abs. 5 WpÜG durch das direkte oder indirekte Halten von mehr als 30 Prozent der stimmberechtigten Aktien Kontrolle über die REALTECH AG erwirbt. Im Falle der Kündigung aufgrund eines Change-of-Control-Ereignisses erhält die SAP AG ein Vorkaufsrecht für die gewerblichen Schutz- und Urheberrechte der REALTECH AG hinsichtlich des Softwareprodukts REALTECH Integration Adapter. Die SAP AG erhält zudem eine nicht-exklusive, unwiderrufliche und unbefristete Lizenz, um das Softwareprodukt REALTECH theGuard! Infrastructure Manager zu benutzen, zu verändern, zu vertrei- ben und hierfür – gegen Zahlung einer Lizenzgebühr für die Lizenzgewährung an Endverbraucher – Unterlizen- zen zu vergeben sowie abgeleitete Werke des Quellcodes zu schaffen. Entschädigungsvereinbarungen, die für den Fall eines Übernahmeangebots mit den Mitgliedern des Vorstands oder Arbeitnehmern getroffen wurden, bestehen nicht. 1.6 Erklärung zur Unternehmensführung Die REALTECH AG ist ein transparentes Unternehmen, dessen Handeln auf einen langfristigen Erfolg ausgerich- tet ist. Diese Ausrichtung ist wesentlicher Teil unserer Unternehmenskultur. Auf Basis der rechtlichen und un- ternehmensspezifischen Rahmenbedingungen für die Führung eines börsennotierten Unternehmens wollen wir das Vertrauen von Investoren, Mitarbeitenden, Geschäftspartnern und der Öffentlichkeit in die Leitung und Kontrolle unserer Gesellschaft fördern. Dieses Ziel deckt sich mit den Anforderungen einer anspruchsvollen Corporate Governance. Vorstand und Aufsichtsrat berichten in der Erklärung zur Unternehmensführung ge- mäß § 289f Abs. 1, § 315d HGB auch über die Corporate Governance der Gesellschaft nach Grundsatz 23 des Deutschen Corporate Governance Kodex. 1.6.1 Erklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex (DCGK) nach § 161 AktG Vorstand und Aufsichtsrat der REALTECH AG haben im September 2024 folgende gemeinsame Entsprechens- erklärung gemäß § 161 AktG abgegeben: Der Vorstand und der Aufsichtsrat erklären, dass die REALTECH AG seit Abgabe ihrer letzten Entsprechenser- klärung vom 26. September 2024 den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex in der Fas- sung vom 28. April 2022 (im Folgenden: „Kodex“) mit Ausnahme der folgenden dargelegten Abweichungen entsprochen hat und zukünftig entsprechen wird. Die Gesellschaft macht den Halbjahresfinanzbericht nicht binnen 45 Tagen nach Ende des Berichtszeitraums öffentlich zugänglich (Kodex Empfehlung F.2). Begründung: Die Gesellschaft berichtet innerhalb der vorge- schriebenen Frist des Wertpapierhandelsgesetzes, die Vorstand und Aufsichtsrat grundsätzlich für angemessen halten. Durch die kleine Unternehmensgröße und umfangreiche Auslastung einzelner Verantwortlicher ist eine frühere Veröffentlichung zum jetzigen Zeitpunkt nicht möglich. Die Gesellschaft ist bestrebt, den Halbjahresfi- nanzbericht den Aktionären so früh wie möglich bekannt zu geben. Für die Gesellschaft steht aber die Richtig- keit und Vollständigkeit des Halbjahresberichts im Vordergrund, sodass sie sich vorbehält, die gesetzlichen 30 Fristen für die Veröffentlichung in Anspruch zu nehmen, soweit dies zur ordnungsgemäßen Fertigstellung und Prüfung erforderlich ist. Die Gesellschaft wird über ihre gesetzlichen und börsenrechtlichen Pflichten hinaus keine weiteren Informati- onen veröffentlichen (Kodex Empfehlung F.3). Begründung: Nach den Regelungen des General Standards ist die Gesellschaft unterjährig nur zu einem Halbjahresfinanzbericht verpflichtet. Im Jahresfinanzbericht sowie im Halbjahresfinanzbericht wird dem Aktionär ein umfassendes und detailliertes Gesamtbild der aktuellen Si- tuation übermittelt. Zusätzliche Informationen über Geschäftsentwicklung, Veränderungen von Geschäftsaus- sichten sowie Risikosituationen sind somit nach Auffassung von Vorstand und Aufsichtsrat nicht erforderlich. Im Fall eines nachvertraglichen Wettbewerbsverbots ist nicht vorgesehen, dass die Abfindungszahlung auf die Karenzentschädigung angerechnet wird (Kodex Empfehlung G.13 S.2). Begründung: Da die Karenzentschädi- gung eine Gegenleistung für ein vereinbartes Wettbewerbsverbot darstellt, erscheint es unangemessen, diese auf die Abfindungszahlung, die der Abgeltung des Verzichts auf künftige Vergütungszahlungen dient, anzurech- nen. 1.6.2 Angaben zum Vergütungsbericht Der Vergütungsbericht für das Geschäftsjahr 2024, der Vermerk des Abschlussprüfers über die Prüfung des Vergütungsberichts, das geltende Vergütungssystem für die Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats sowie die letzten Beschlussfassungen der Hauptversammlung über die Vergütungssysteme von Vorstand und Aufsichtsrat bzw. die Vergütung des Aufsichtsrats sind auf der Internetseite der REALTECH AG unter https://www.realtech.com/unternehmen/investor-relations/corporate-governance/ zugänglich. 1.6.3 Angaben zu Unternehmensführungspraktiken Die REALTECH AG misst der Corporate Governance einen hohen Stellenwert bei. Vorstand und Aufsichtsrat sehen sich in der Verpflichtung, durch eine verantwortungsbewusste und langfristig ausgerichtete Unterneh- mensführung für den Bestand des Unternehmens und eine nachhaltige Wertschöpfung zu sorgen. Zu einer guten Corporate Governance gehört auch der verantwortungsbewusste Umgang mit Risiken. Der Vorstand stellt ein angemessenes Risikomanagement und Risikocontrolling im Unternehmen sicher und sorgt für die Einhaltung von Recht und Gesetz sowie der Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex nach Maßgabe der jährlichen Entsprechenserklärung. Weitergehender Unternehmensführungsinstrumente, wie eigener Corporate-Governance-Grundsätze oder Compliance-Richtlinien, bedarf es aufgrund der unternehmensspezifischen Gegebenheiten der REALTECH AG gegenwärtig nicht. Sollten zukünftige Entwicklungen die Implementierung zusätzlicher Instrumente erforder- lich machen, werden Vorstand und Aufsichtsrat dies berücksichtigen. 31 1.6.4 Arbeitsweise von Vorstand und Aufsichtsrat – duale Führungsstruktur Wie im deutschen Aktiengesetz vorgeschrieben, besteht die duale Führungsstruktur der REALTECH AG als bör- sennotierte Aktiengesellschaft aus Vorstand und Aufsichtsrat. Beide Gremien sind streng voneinander getrennt und können so ihren unterschiedlichen Aufgaben unabhängig nachkommen. Dem Vorstand obliegt die Leitung des Unternehmens. Die Geschäftsordnung des Vorstands wurde zuletzt in 2020 aktualisiert. Sie legt die Aufga- ben, Verantwortlichkeiten und Geschäftsverfahren des Vorstands sowie einem Geschäftsverteilungsplan fest. Der Aufsichtsrat bestellt die Mitglieder des Vorstands und beruft sie ab. Der Aufsichtsrat überwacht den Vor- stand bei der Leitung und Geschäftsführung des Unternehmens. Der Aufsichtsrat tagt regelmäßig auch ohne den Vorstand. Beschlüsse werden im Aufsichtsrat grundsätzlich in Sitzungen, aber auch in Telefon- und/oder Videokonferen- zen oder auf dem Wege schriftlicher Umlaufbeschlüsse gefasst. Für seine Arbeit hat sich der Aufsichtsrat eine Geschäftsordnung gegeben. Diese ist unter https://www.realtech.com/wp-content/uplo- ads/2020/10/REALTECH-Geschaeftsordnung-Aufsichtsrat.pdf veröffentlicht. Der Aufsichtsratsvorsitzende koordiniert die Arbeit im Aufsichtsrat, leitet dessen Sitzungen und nimmt die Be- lange des Gremiums nach außen wahr. Er führt bei Bedarf mit Investoren Gespräche über aufsichtsratsspezifi- sche Themen. Eine Zusammenfassung von Art und Umfang der Tätigkeit des Aufsichtsrats im Geschäfts- jahr 2024 liefert der Bericht des Aufsichtsrats. Enge Zusammenarbeit von Vorstand und Aufsichtsrat Im Interesse des Unternehmens arbeiten Vorstand und Aufsichtsrat eng miteinander zusammen. Dies garan- tiert die optimale Nutzung der fachlichen Kompetenz der Gremienmitglieder und beschleunigt Abstimmungs- prozesse. Die strategische Ausrichtung des Unternehmens wird zwischen Vorstand und Aufsichtsrat abgestimmt und der Stand der Strategieumsetzung in regelmäßigen Abständen erörtert. Der Vorstand hat den Aufsichtsrat regel- mäßig, zeitnah und ausführlich über die Entwicklung der Geschäfte zu unterrichten. Die wesentlichen Einfluss- größen für das Geschäft werden vom Vorstand ermittelt und der Aufsichtsrat wird darüber informiert. Offenlegung von Interessenkonflikten Jedes Vorstands- und Aufsichtsratsmitglied legt möglicherweise auftretende Interessenkonflikte dem Auf- sichtsrat offen. Interessenskonflikte sind im Berichtsjahr nicht aufgetreten. Aufsichtsratsarbeit auf Effizienz geprüft Der Aufsichtsrat beurteilt seine Wirksamkeit (Effizienzprüfung) auf der Grundlage eines Fragenkatalogs. Die Aufsichtsratsmitglieder haben die Möglichkeit, Kritik zu äußern, Anregungen zu geben und Verbesserungen vorzuschlagen. Die Prüfungsergebnisse und die Erkenntnisse werden in die weitere Arbeit integriert. Die letzte Effizienzprüfung fand im März 2023 statt. Ausschüsse des Aufsichtsrats Aufgrund der Zusammensetzung aus nur drei Mitgliedern sind im Aufsichtsrat der REALTECH AG keine Aus- schüsse eingerichtet. Sämtliche Mitglieder entscheiden daher über alle Gegenstände der Arbeit des Aufsichts- rats. Gemäß § 107 Abs. 4 Satz 2 AktG erfüllt der Aufsichtsrat zugleich die Aufgaben des Prüfungsausschusses. 32 Zusammensetzung und Vielfalt Aufsichtsrat Dem Aufsichtsrat der REALTECH AG gehören drei Mitglieder an, die sämtlich von der Hauptversammlung ge- wählt werden. Der Aufsichtsrat hat aus seiner Mitte einen Vorsitzenden und einen stellvertretenden Vorsitzen- den gewählt. Die Mitglieder des Aufsichtsrats werden für eine Amtszeit bis zur Beendigung der Hauptversamm- lung gewählt, die über die Entlastung für das vierte Geschäftsjahr nach dem Beginn der Amtszeit beschließt. Das Geschäftsjahr, in dem die Amtszeit beginnt, wird dabei nicht mitgerechnet. Dem Aufsichtsrat gehören an: Dr. Martin Bürmann Rechtsanwalt und Partner, RITTERSHAUS Rechtsanwälte Partnerschaftsgesellschaft mbB Aufsichtsratsvorsitz und Finanzexperte (Financial Expert); Aufsichtsratsvorsitz mit Wirkung zum 1.10.2018 Mitgliedschaften in Kontrollgremien: • Stellvertretender Aufsichtsratsvorsitz der MAS Consult AG, Eppelheim Winfried Rothermel Unternehmer und Geschäftsführer der abcverlag GmbH, PrintNet Gesellschaft für Medienintegration mbH und Print Medien Holding GmbH Mitgliedschaften in Kontrollgremien: • Mitglied des Aufsichtsrats der MAS Consult AG, Eppelheim • Mitglied des Aufsichtsrats der GEUDER AG, Heidelberg • Mitglied des Aufsichtsrats der Go7 AG, Mannheim Matthias Blatz Geschäftsführer und Unternehmer, Heidelberg iT Management GmbH & Co. KG Abberufen am 17.06.2024 Dr. Alexander Wünsche Wirtschaftsprüfer, Steuerberater und Partner der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft FALK GmbH & Co KG Stellvertretung Aufsichtsratsvorsitz mit Wirkung zum 20.06.2024 Mitgliedschaften in Kontrollgremien: • Mitglied des Verwaltungsrats der Sparkasse Starkenburg, Heppenheim 33 Alle amtierenden Aufsichtsratsmitglieder wurden auf der Hauptversammlung am 17.6.2024 mit je 99,96 Pro- zent der Stimmen gewählt. Umfangreichere Informationen zu den Mitgliedern des Aufsichtsrats sind den aktuellen Lebensläufen nach ak- tuellen BVI-Richtlinien unter https://www.realtech.com/organe/ zu entnehmen. Der Aufsichtsrat hat seine 2021 formulierten Ziele mit einem Diversitätskonzept ergänzt, beides bestätigt und zuletzt im März 2022 aktualisiert. Ziele und Diversitätskonzept orientieren sich an den Bedürfnissen einer bör- sennotierten Gesellschaft, die mit kleinem Personalstamm eine langfristige Skalierung des Business erreichen möchte. Vor diesem Hintergrund soll sich der Aufsichtsrat zusammensetzen aus mehrheitlich unabhängigen Mitglie- dern, möglichst beiderlei Geschlechts, die über besondere Kenntnisse und Erfahrungen aus der IT-Branche, der Unternehmensführung, der Eigen- und Fremdkapitalfinanzierung börsennotierter Unternehmen sowie in in- ternen Kontrollverfahren nach deutschen und/oder internationalen Vorschriften, der Corporate Governance und des Rechtswesens sowie auf dem Gebiet der Abschlussprüfung verfügen. Ferner sollen die Mitglieder des Aufsichtsrats auch Expertise zu den für das Unternehmen bedeutsamen Nachhaltigkeitsfragen aufweisen. Die Altersgrenze für Mitglieder des Aufsichtsrats beträgt 80 Jahre. Die Regelgrenze für die Zugehörigkeitsdauer zum Aufsichtsrat beträgt 10 Jahre. Die aktuelle Kompetenzmatrix ist wie folgt: Dr. Martin Bürmann Dr. Alexander Wünsche Winfried Rothermel IT x Unternehmensführung x Rechnungslegung X x Abschlussprüfung X x Finanzierung X x x Kapitalmarkt X x x Recht X x Corporate Governance X x Die Heidelberg iT Management GmbH & Co. KG, an der das ehemalige AR-Mitglied Matthias Blatz (AR-Mitglied bis zum 17.6.2024) beteiligt ist, erbrachte im Jahr 2024 IT-Dienstleistungen in Höhe von 15 TEUR (Vorjahr: 29 TEUR). Die FALK GmbH & Co.KG, für die das AR-Mitglied Dr. Wünsche tätig ist, erbrachte im Jahr 2024 Bera- tungsdienstleistungen in Höhe von 6 TEUR (Vorjahr: 0 TEUR). Der Aufsichtsrat hatte der Mandatierung unter Enthaltung des betroffenen Aufsichtsratsmitglieds zugestimmt. Darüber hinaus wurden, auch von nahen Familienangehörigen dieses Personenkreises, keine weiteren be- richtspflichtigen Geschäfte vorgenommen. Bei diesen im Jahr 2024 erbrachten Dienstleistungen handelt es sich nach Einschätzung des Aufsichtsrats nicht um eine wesentliche geschäftliche Beziehung zur Gesellschaft, die eine mangelnde Unabhängigkeit indizieren könnte. Alle drei Mitglieder des Aufsichtsrats sind nach Einschätzung des Aufsichtsrats unabhängig. 34 Der Aufsichtsrat ist damit mit einer angemessenen Zahl unabhängiger Mitglieder besetzt. Somit sind nach Ein- schätzung des Aufsichtsrats insgesamt die festgelegten Ziele für die Zusammensetzung des Aufsichtsrats und zur Ausfüllung des Kompetenzprofils für das Gesamtgremium erreicht. Die Dauer der Zugehörigkeit zum Aufsichtsrat liegt zwischen 6 und 78 Monaten, der Durchschnitt bei 53 Mo- naten. Name Funktion mit Wirkung vom bis zur HV, die über … beschließt HV in AR-Zugehörigkeit in Monaten (aufgerundet) per 31.12.2024 Dr. Martin Bürmann AR-Vorsitzender und Financial Expert 01.10.2018 2028 2029 75 Dr. Alexander Wünsche Stellv. AR-Vorsitzender 17.06.2024 2028 2029 6 Winfried Rothermel AR-Mitglied 04.07.2018 2025 2026 78 Durchschnitt - - - - 53 Vorstand Der Vorstand der REALTECH AG besteht aus den folgenden zwei Mitgliedern: Daniele Di Croce • Jahrgang: 1967 • Erstbestellung: 1997 • Bestellt bis: 2026 Daniele Di Croce ist Chief Executive Officer und Vorstandsvorsitzender der REALTECH AG. Dr. Bernd Kappesser • Jahrgang: 1966 • Erstbestellung: 2018 • Bestellt bis: 2027 Dr. Bernd Kappesser ist Chief Operating Officer und Vorstandsmitglied der REALTECH AG. Dr. Wolfgang Erlebach • Jahrgang: 1951 • Erstbestellung: 2018 • Abberufen als CFO am 30.6.2024 Umfangreichere Informationen zu den Mitgliedern des Vorstands sind den Lebensläufen nach aktuellen BVI- Richtlinien unter https://www.realtech.com/organe/ zu entnehmen. 35 Für die Zusammensetzung des Vorstands werden neben den Anforderungen des Aktiengesetzes, des Deut- schen Corporate Governance Kodex und der Geschäftsordnung auch die vom Aufsichtsrat festgelegte Zielgröße für den Anteil von Frauen im Vorstand sowie das Diversitätskonzept für den Vorstand und ein Anforderungs- profil berücksichtigt. Von den Vorstandsmitgliedern werden Kenntnisse und Erfahrungen in der Anwendung von Rechnungslegungsgrundsätzen und internen Kontrollverfahren nach deutscher und/oder internationaler Rechnungslegung, in der IT-Branche, im Management von Tochtergesellschaften, in der Eigenkapital- und Fremdkapitalfinanzierung, im Kapitalmarkt, in der Corporate Governance, der Unternehmens- und Personal- führung sowie bei Unternehmenskauf und -zusammenschlüssen erwartet. Die Kenntnis- und Erfahrungs- schwerpunkte sollen sich gegenseitig ergänzen. Die Altersgrenze für Vorstandsmitglieder wurde auf 78 Jahre festgelegt. Der Aufsichtsrat sorgt gemeinsam mit dem Vorstand für eine langfristige Nachfolgeplanung. Unter Berücksich- tigung der konkreten Qualifikationsanforderungen und der genannten Vorgaben wird ein Idealprofil erarbeitet, auf dessen Basis der Aufsichtsrat eine engere Auswahl von verfügbaren Kandidaten vornimmt, mit denen struk- turierte Gespräche geführt werden. Bei Bedarf wird der Aufsichtsrat bei der Entwicklung der Anforderungspro- file und/oder der Auswahl der Kandidaten von externen Beratern unterstützt. Die Gespräche und Verhandlun- gen für eine mögliche Verlängerung der Bestellung beginnen spätestens 1 Jahr vor Ende der laufenden Bestel- lung, so dass interne und externe Nachfolgen möglich sind. 1.6.5 Frauenquote Festlegungen zu Zielgrößen für den Anteil weiblicher Mitglieder im Aufsichtsrat, im Vorstand und in den ersten beiden Führungsebenen unterhalb des Vorstands: Die REALTECH AG ist als börsennotiertes Unternehmen gesetzlich verpflichtet, Zielgrößen für den Anteil von Frauen im Aufsichtsrat, im Vorstand und – soweit vorhanden – in den beiden Führungsebenen unterhalb des Vorstands festzulegen. Der Aufsichtsrat hat, in seiner Sitzung am 24. März 2022, folgendes beschlossen: Mit Wirkung ab dem 1.7.2022 strebt der Aufsichtsrat für den Frauenanteil im Aufsichtsrat eine Zielgröße von 33,3 Prozent und im Vorstand von ebenfalls 33,3 Prozent für die nächste Zielerreichungsfrist bis zum 30.6.2027 an. Die definierten Zielgrößen gelten vorbehaltlich der aktuellen Konstellationen von je 3 Personen im Vorstand und Aufsichtsrat. Im Falle einer personellen Gremienerweiterung innerhalb des Vorstandsressorts auf 4 Mitglieder reduziert sich die Mindestquote auf 25 Prozent. Zum 31.12.2024 betrug der Frauenanteil in Aufsichtsrat und Vorstand jeweils 0 Prozent. Mit Wirkung ab dem 1.7.2022 strebt der Aufsichtsrat für den Frauenanteil im Aufsichtsrat eine Zielgröße von 33,3 Prozent und im Vorstand von ebenfalls 33,3 Prozent für die nächste Zielerreichungsfrist bis zum 30.6.2027 an. Die definierten Zielgrößen gelten vorbehaltlich der aktuellen Konstellationen von je 3 Personen im Vorstand und Aufsichtsrat. Im Falle einer personellen Gremienerweiterung innerhalb des Vorstandsressorts auf 4 Mit- glieder reduziert sich die Mindestquote auf 25 Prozent. Mit Wirkung ab dem 1.7.2017 hat der Vorstand für den Frauenanteil in der ersten und zweiten Führungsebene unterhalb des Vorstands eine Zielgröße von 31 Prozent und eine Frist für deren Erreichung bis zum 30.6.2022 beschlossen. Diese Zielgrößen sind mit 40 Prozent übertroffen worden. Mit Wirkung ab dem 1.7.2022 strebt der Vorstand für die Führungsebene nach dem Vorstand eine Zielgröße von 30 Prozent bis zum 30.6.2027 an. Dabei wird angesichts der geringen Mitarbeiterzahl in der Verwaltung und den insoweit geltenden flachen Hierarchien auf den getrennten Ausweis zweier Führungsebenen unterhalb des Vorstands verzichtet. 36 1.7 Bilanzeid Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Jah- resabschluss und der Konzernabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermö- gens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft und des Konzerns vermitteln und im zusammengefassten Lage- bericht und Konzernlagebericht, der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage der Gesellschaft und des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung der Ge- sellschaft und des Konzerns beschrieben sind. Leimen, 25. März 2025 REALTECH AG Der Vorstand Daniele Di Croce Dr. Bernd Kappesser 37 2. Konzernabschluss 38 2.1 Konzernbilanz zum 31. Dezember 2024 In EUR Anhang 31.12.2024 31.12.2023 AKTIVA Kurzfristige Vermögenswerte Barmittel und Bankguthaben (4.1) 1.357.571 2.317.293 Sonstige finanzielle Vermögenswerte (4.2) 5.289.578 3.520.219 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (4.3) 848.468 1.101.957 Sonstige nichtfinanzielle Vermögenswerte (4.4) 144.998 357.240 Tatsächliche Steuererstattungsansprüche 58.655 18.127 Summe kurzfristiger Vermögenswerte 7.699.270 7.314.836 Langfristige Vermögenswerte Sachanlagen (4.5)/(4.7) 312.684 342.938 Sonstige finanzielle Vermögenswerte (4.2) 249.607 832.399 Latente Steueransprüche (4.9) 24.530 23.670 Summe langfristiger Vermögenswerte 586.821 1.199.007 Summe Vermögenswerte 8.286.091 8.513.843 39 In EUR Anhang 31.12.2024 31.12.2023 PASSIVA Kurzfristige Schulden Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (4.12) 304.623 301.447 Finanzielle Verbindlichkeiten (4.10) 290.677 251.945 Sonstige Verbindlichkeiten (4.11) 531.743 697.138 Tatsächliche Steuerschulden (4.9) 0 116.366 Vertragsverbindlichkeiten / Passive Rechnungsabgrenzungsposten (3.1) 464.485 562.724 Summe kurzfristiger Schulden 1.591.528 1.929.620 Langfristige Schulden Finanzielle Verbindlichkeiten (4.10) 86.695 155.391 Summe langfristiger Schulden 86.695 155.391 Summe Schulden 1.678.223 2.085.011 Eigenkapital Gezeichnetes Kapital (4.8) 5.385.652 5.385.652 Kapitalrücklage (4.8) 3.147.480 3.073.468 Vortrag Gewinn (+) / Verlust (-) (4.8) -1.903.580 -2.071.582 Sonstige Eigenkapitalbestandteile (4.8) -21.684 41.294 Den Gesellschaftern des Mutterunternehmens zurechenbarer Anteil am Eigenkapital 6.607.868 6.428.832 Summe Eigenkapital 6.607.868 6.428.832 Summe Eigenkapital und Schulden 8.286.091 8.513.843 40 2.2 Konzern-Gesamtergebnisrechnung für das Geschäftsjahr 2024 In EUR Anhang 01.01.2024 bis 31.12.2024 01.01.2023 bis 31.12.2023 Umsatzerlöse (3.1) 10.181.138 10.565.059 Sonstige betriebliche Erträge (3.2) 305.951 145.788 Materialaufwand (3.3) -1.525.994 -1.540.559 Personalaufwand (3.4) -6.625.404 -6.493.952 a) Löhne und Gehälter -5.891.917 -5.751.615 b) Sozialabgaben und Aufwendungen für Altersversor- gung und für die Unterstützung -733.487 -742.337 Abschreibungen (3.5) -116.010 -196.949 Sonstige betriebliche Aufwendungen (3.6) -2.097.900 -2.165.854 Betriebsergebnis (EBIT) 121.781 313.533 Finanzerträge (3.7) 193.102 113.246 Finanzaufwendungen (3.7) -8.473 -10.999 Finanzergebnis (3.7) 184.629 102.247 Ergebnis vor Steuern 306.410 415.780 Ertragsteueraufwand (3.8) -138.408 -175.222 Konzernjahresergebnis 168.002 240.558 Davon entfallen auf - Gesellschafter des Mutterunternehmens 168.002 240.558 41 In EUR Anhang 01.01.2024 bis 31.12.2024 01.01.2023 bis 31.12.2023 Sonstiges Ergebnis Posten, die möglicherweise zukünftig in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert werden Kursdifferenzen aus der Umrechnung ausländischer Geschäftsbetriebe -62.978 -44.270 Gesamtergebnis 105.024 196.288 Davon entfallen auf - Gesellschafter des Mutterunternehmens 105.024 196.288 Ergebnis je Aktie Den Eigentümern des Mutterunternehmens zugerech- neter Überschuss 168.002 240.558 - Unverwässert (3.7) 0,03 0,04 - Verwässert (3.7) 0,03 0,04 Durchschnittlich im Umlauf befindliche Aktien - Unverwässert (3.7) 5.385.652 5.385.652 - Verwässert (3.7) 5.385.652 5.385.652 42 2.3 Konzernkapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr 2024 In EUR 01.01.2024 bis 31.12.2024 01.01.2023 bis 31.12.2023 Konzernjahresergebnis 168.002 240.558 Bereinigung um zahlungsunwirksame Aufwendungen und Erträge - Abschreibungen auf Sachanlagen und Nutzungsrechte 116.010 197.056 - Gewinne (-) / Verluste (+) im Zusammenhang mit der Investitionstätigkeit 53 8.594 - Ertragsteueraufwand 138.408 175.223 - Finanzergebnis -184.629 -6.587 Andere Anpassungen für zahlungsunwirksame Posten 7.650 -36.197 Veränderungen der - Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und ande- ren Vermögenswerten, die nicht der Investitions- und Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind 750.506 16.835 - Vertragsvermögenswerte 0 135.000 - Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Passiva, die nicht der Investitions- oder Finanzie- rungstätigkeit zuzuordnen sind -215.655 -565.122 Zinsauszahlungen 0 0 Zinseinzahlungen 192.891 95.750 Gezahlte Ertragsteuern abzüglich zurückerstatteter Beträge -251.726 -73.165 Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit 721.510 187.945 Auszahlungen aus dem Erwerb Sachanlagen -87.199 -134.784 Auszahlungen aus dem Kauf von Termin- und Festgeldanlagen -2.550.000 -2.000.000 Einzahlungen aus der Tilgung von Anleihen 1.083.333 583.333 43 In EUR 01.01.2024 bis 31.12.2024 01.01.2023 bis 31.12.2023 Cashflow aus Investitionstätigkeit -1.553.866 -1.551.451 Auszahlungen aus der Tilgung Finanzierungsleasing -74.767 -132.040 Cashflow aus Finanzierungstätigkeit -74.767 -132.040 Auswirkungen von Wechselkursänderungen auf Barmittel und Bankguthaben -52.599 -32.018 Nettoveränderung der Barmittel und Bankguthaben -959.722 -1.527.564 Barmittel und Bankguthaben zu Beginn des Geschäftsjahres 2.317.293 3.844.857 Barmittel und Bankguthaben am Ende des Geschäftsjahres 1.357.571 2.317.293 44 2.4 Konzerneigenkapitalveränderungsrechnung für das Geschäftsjahr 2024 In EUR Gezeich- netes Kapital Kapital- rücklage Vortrag Gewinn (+) / Verlust (-) Sonstige Eigenkapital- bestandteile Den Gesellschaftern des Mutterunternehmens zurechenbarer Anteil am Eigenkapital Summe Eigenkapital Anhang (4.8) (4.8) (4.8) (4.8) Stand zum 31.12.2023 5.385.652 3.073.468 -2.071.582 41.294 6.428.832 6.428.832 Jahresergebnis 0 0 168.002 0 168.002 168.002 Währungsumrechnungsdifferenzen wirtschaftlich selbstständiger Einheiten 0 0 0 -62.978 -62.978 -62.978 Gesamtergebnis 0 0 168.002 -62.978 105.024 105.024 LTI-Programm 0 74.012 0 0 74.012 74.012 Stand zum 31.12.2024 5.385.652 3.147.480 -1.903.580 -21.684 6.607.868 6.607.868 45 2.5 Konzerneigenkapitalveränderungsrechnung für das Geschäftsjahr 2023 In EUR Gezeich- netes Kapital Kapital- rücklage Vortrag Gewinn (+) / Verlust (-) Sonstige Eigenkapital- bestandteile Den Gesellschaftern des Mutterunternehmens zurechenbarer Anteil am Eigenkapital Summe Eigenkapital Anhang (4.8) (4.8) (4.8) (4.8) Stand zum 31.12.2022 5.385.652 2.999.456 -2.312.140 85.564 6.158.533 6.158.533 Jahresergebnis 0 0 240.558 0 240.558 240.558 Währungsumrechnungsdifferenzen wirt- schaftlich selbstständiger Einheiten 0 0 0 -44.270 -44.270 -44.270 Gesamtergebnis 0 0 240.558 -44.270 196.288 196.288 LTI-Programm 0 74.012 0 0 74.012 74.012 Stand zum 31.12.2023 5.385.652 3.073.468 -2.071.582 41.294 6.428.832 6.428.832 Der nachfolgende Anhang ist ein integraler Bestandteil des Konzernabschlusses. 46 3. Konzernanhang für das Geschäftsjahr 2024 47 1. Allgemeine Angaben 49 1.1. Berichterstattendes Unternehmen 49 1.2. Allgemeine Grundlagen 49 1.3. Zusammenfassung der wesentlichen Rechnungslegungsgrundsätze 50 2. Grundlagen der Konsolidierung 61 2.1. Konsolidierungskreis 61 3. Erläuterungen zur Konzern-Gesamtergebnisrechnung 63 3.1. Umsatzerlöse 63 3.2. Sonstige betriebliche Erträge 64 3.3. Materialaufwand 64 3.4. Personalaufwand 65 3.5. Abschreibungen 65 3.6. Sonstige betriebliche Aufwendungen 65 3.7. Finanzergebnis 66 3.8. Ertragsteuern 66 3.9. Ergebnis je Aktie 67 4. Erläuterungen zur Konzernbilanz 68 4.1. Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 68 4.2. Sonstige finanzielle Vermögenswerte 68 4.3. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 69 4.4. Sonstige nichtfinanzielle Vermögenswerte 69 4.5. Anlagespiegel 70 4.6. Geschäftswert und Impairment-Test 72 4.7. Leasingverhältnisse Nutzungsrechte (Right-of-use Asset) 74 4.8. Eigenkapital 76 4.9. Latente Steuern sowie Ertragsteuerforderungen und -verbindlichkeiten 77 4.10. Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 78 4.11. Sonstige Verbindlichkeiten 78 48 5. Sonstige Angaben 79 5.1. Zusätzliche Angaben zur Konzern-Kapitalflussrechnung 79 5.2. Segmentberichterstattung 80 5.3. Finanzinstrumente 82 5.4. Kapitalmanagement 86 5.5. Abschlussprüferhonorare 86 5.6. Mitglieder und Bezüge des Aufsichtsrats und des Vorstands 87 5.7. Ereignisse nach dem Bilanzstichtag 91 5.8. Sonstige finanzielle Verpflichtungen 91 5.9. Erklärung zum Corporate Governance Kodex gemäß § 161 AktG 92 49 1. Allgemeine Angaben 1.1. Berichterstattendes Unternehmen Die REALTECH AG, Leimen, ist eine in Deutschland ansässige börsennotierte Aktiengesellschaft mit Geschäfts- anschrift in der Paul-Ehrlich-Straße 1, 69181 Leimen. Sie ist im Handelsregister des Amtsgerichts Mannheim eingetragen (HRB 351488). Der Konzernabschluss der REALTECH AG zum 31. Dezember 2024 umfasst die REALTECH AG und ihr Tochterunternehmen (gemeinsam als „REALTECH-Konzern“, „REALTECH“, „Konzern“ oder „Gruppe“ bezeichnet). Der Konzern entwickelt und vertreibt ganzheitliche Softwarelösungen. Das Leistungsspektrum umfasst dabei Lösungen im Bereich „SAP“ und „IT Service Management“ für die Prozessautomatisierung der IT- Infrastrukturen von Unternehmen. Neben der Bereitstellung von Lizenzen umfasst dies Beratungsleistungen im Zusammenhang mit der Individualisierung und Wartung von Kundensoftware sowie das Angebot von Ma- naged Services im Bereich der IT-Infrastruktur. 1.2. Allgemeine Grundlagen Der Konzernabschluss der REALTECH AG für das zum 31. Dezember 2024 geendete Geschäftsjahr wurde ge- mäß § 315e Abs. 1 HGB im Einklang mit den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie gemäß der Verordnung 1606/2002 des Europäischen Parlaments und des Rates über die Anwendung internationaler Rechnungslegungsstandards in der Europäischen Union anzuwenden sind, sowie den ergänzend zu beachten- den handelsrechtlichen Vorschriften aufgestellt. Die IFRS umfassen die vom International Accounting Stan- dards Board verlautbarten IFRS, die International Accounting Standards (IAS) sowie die Interpretationen des International Financial Reporting Interpretations Committee (IFRS IC) und des Standing Interpretations Com- mittee (SIC). Die Vergleichswerte des Vorjahres wurden nach den gleichen Grundsätzen ermittelt. Die IFRS wurden bei der Erstellung des Konzernabschlusses vollständig beachtet. Allgemeine Darstellung Der vorliegende Konzernabschluss wurde in Euro (EUR) erstellt, was sowohl der funktionalen Währung als auch der Darstellungswährung des Mutterunternehmens des REALTECH-Konzerns entspricht. Die Konzern Gewinn- und Verlustrechnung wurde nach dem Gesamtkostenverfahren erstellt. Soweit Angaben im Konzernanhang in TEUR angegeben sind, wurden die Beträge jeweils kaufmännisch gerun- det. Es wird darauf hingewiesen, dass bei der Verwendung von gerundeten Beträgen und Prozentangaben Differenzen auftreten können. Der Konzernabschluss wurde am 25. März 2025 durch den Vorstand an den Aufsichtsrat zur Billigung weiter- gegeben. 50 Schätzunsicherheiten und Ermessensspielräume des Managements Die Aufstellung des Konzernabschlusses nach IFRS erfordert sachgerechte Schätzungen und Annahmen durch das Management, welche die Höhe der berichteten Vermögenswerte, Schulden sowie die Erträge und Auf- wendungen beeinflussen können. Die tatsächlich eintretenden Werte können von diesen Schätzungen abwei- chen. Sowohl Schätzungen als auch zugrunde liegende Annahmen werden regelmäßig überprüft. Änderungen von Schätzungen werden in der Periode erfasst, in der die Änderungen vorgenommen wurden, sowie in jeder Folgeperiode, die von diesen Änderungen betroffen ist. Folgende wesentliche Sachverhalte sind von Schätzunsicherheiten in Bezug auf Bilanzierungs- und Bewer- tungsmethoden sowie Ermessensausübungen des Managements betroffen: • Bewertung von sonstigen Rückstellungen • Einschätzung der Laufzeit sowie des Diskontierungszinssatzes von Leasingverhältnissen nach IFRS 16 • Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts von Finanzinstrumenten nach IFRS 9 1.3. Zusammenfassung der wesentlichen Rechnungslegungsgrundsätze Verträge mit Kunden Die Umsatzrealisierung erfolgt mit Erfüllung der jeweiligen Leistungsverpflichtung bei Übertragung der Verfü- gungsgewalt der zugesagten Dienstleistungen oder Güter an den Kunden unter der Voraussetzung, dass der Kunde Nutzen aus diesen ziehen kann. Die Umsatzrealisierung kann zeitraum- oder zeitpunktbezogen erfol- gen. Die Gegenleistung, welche der REALTECH-Konzern im Austausch für zugesagte Dienstleistungen oder Gü- ter voraussichtlich erhält, ist der Transaktionspreis. Die Bestimmung des Transaktionspreises erfolgt entspre- chend den Vertragsbedingungen bzw. Preislisten, auf die im Vertrag verwiesen wird. Diese bestehen haupt- sächlich aus einem Festpreis. Variable Entgelte werden normalerweise nicht vertraglich mit den Kunden ver- einbart. Finanzierungskomponenten bestehen keine. Der Transaktionspreis für einen Kundenvertrag wird auf die einzelnen Leistungsverpflichtungen im Verhältnis ihrer jeweiligen Einzelveräußerungspreise aufgeteilt. Der REALTECH-Konzern unterscheidet im Wesentlichen zwischen Erlösen aus Serviceaufträgen und Lizenz- und Wartungsverträgen sowie Cloud Services. Serviceaufträge betreffen Leistungen, die auf die Bedürfnisse des Kunden ausgerichtet sind. Sie sind überwie- gend als Dienstverträge ausgestaltet. Die Leistungserbringung erfolgt zeitraumbezogen. In Einzelfällen sind Serviceaufträge als Werkvertrag ausgestaltet. Insofern erlangt der Kunde die Verfügungs- macht über den Vermögenswert erst mit Abschluss der Implementierungsleistungen. Eine Ertragsrealisierung der Serviceleistung und der Lizenz findet entsprechend dem Leistungsfortschritt (zeitraumbezogen nach der Percentage-of-Completion-Methode) statt. Lizenzen werden grundsätzlich mit der Bereitstellung des Software Keys an den Kunden übertragen, die Um- satzrealisierung erfolgt zum Zeitpunkt der Bereitstellung. Wartungsverträge (Support) werden auf Basis von Preislisten angeboten und stehen in einem festen prozen- tualen Verhältnis zu den Lizenzpreisen. Sofern der Verkauf von Lizenz- und Wartungsleistungen in wirtschaft- lichem Zusammenhang steht, wird der Gesamtkaufpreis entsprechend dem beizulegenden Zeitwert der ein- zelnen Leistungen auf die einzelnen Komponenten aufgeteilt (Mehrkomponentengeschäfte / Aufteilung des Transaktionspreises). Die Wartungsleistungen werden zeitraumbezogen als Umsatz erfasst. 51 Cloud Services (Software as a Service) ergeben sich aus der Nutzungsüberlassung der cloudbasierten Anwen- dungen. Diese umfassen neben der Anwendungssoftware auch Speicherplatz und Rechenleistung. Die Um- satzrealisierung erfolgt zeitraumbezogen entsprechend den Nutzungsbedingungen. Die Leistungen werden in der Regel dem Kunden bei Vertragsabschluss für den Vertragszeitraum oder monatlich in Rechnung gestellt. Abo-Modelle stellen eine Form der Anwendungssoftware mit Nutzungsüberlassung für einen definierten Zeit- raum dar. Die Umsatzrealisierung erfolgt zeitraumbezogen entsprechend den Nutzungsbedingungen. Die Leis- tungen werden in der Regel dem Kunden bei Vertragsabschluss für den Vertragszeitraum oder monatlich in Rechnung gestellt. Die Umsatzerlöse werden vermindert um Erlösschmälerungen und Skonti ausgewiesen. Der Konzern erfasst Vertragsvermögenswerte für den Anspruch auf Gegenleistung, wenn er seinen vertragli- chen Verpflichtungen durch Übertragung von Gütern oder Dienstleistungen auf einen Kunden nachkommt, bevor der Kunde die Gegenleistung entrichtet oder bevor die Zahlung fällig wird. Eine Forderung wird erfasst, wenn gegen den Kunden ein Anspruch auf Gegenleistung besteht und der An- spruch von keiner anderen Bedingung als dem Erreichen der Fälligkeit abhängt. Die Zahlungsbedingungen va- riieren, sehen aber in der Regel Zahlungsziele von 14 bis 60 Tagen vor. Zahlt ein Kunde eine Gegenleistung, bevor der Konzern Güter oder Dienstleistungen auf ihn überträgt, wird eine Vertragsverbindlichkeit erfasst, wenn die Zahlung geleistet oder fällig wird (je nach dem, was früher ein- tritt). Vertragsverbindlichkeiten werden als Erlöse erfasst, sobald der Konzern seine vertraglichen Verpflich- tungen erfüllt. Rücknahme-, Erstattungs- oder ähnliche Verpflichtungen sowie Garantien bestehen bei keiner Erlösart in nen- nenswerter Höhe. Forschungs- und Entwicklungskosten Forschungs- und Entwicklungskosten werden bei Anfall aufwandswirksam in der Gewinn- und Verlustrech- nung erfasst. Im Zuge der Erstellung und der Weiterentwicklung von Software werden eng vernetzte Prozesse zwischen Forschungs- und Entwicklungsphasen angewandt. Die Kriterien für den Ansatz als immaterieller Ver- mögenswert nach IAS 38.21 sind nicht kumulativ erfüllt. Daher erfolgt keine Aktivierung der Entwicklungsleis- tungen. Ergebnis je Aktie Das Ergebnis je Aktie wird mittels Division des den Aktieninhabenden der REALTECH AG zurechenbaren Kon- zernergebnisses durch die gewichtete Anzahl der Stammaktien innerhalb der abgelaufenen Berichtsperiode errechnet. Geschäfts- oder Firmenwerte Geschäfts- oder Firmenwerte werden mit ihren Anschaffungskosten abzüglich kumulierter Wertberichtigun- gen bilanziert. Eine planmäßige Wertminderung von Geschäfts- oder Firmenwerten erfolgt nicht. Stattdessen wurden sie zum 31. Dezember 2022 vollständig abgeschrieben. 52 Die Werthaltigkeit von Geschäfts- und Firmenwerten erfolgt aus dem Vergleich des Buchwerts der Zahlungs- mittel generierenden Einheit, welcher der Geschäfts- oder Firmenwert zugeordnet worden ist, mit ihrem er- zielbaren Betrag. Eine Zahlungsmittel generierende Einheit stellt die kleinste Einheit mit weitestgehend unab- hängigen Zahlungsmittelzuflüssen dar. Der höhere Wert aus dem beizulegenden Zeitwert abzüglich Veräuße- rungskosten und dem Nutzungswert der Zahlungsmittel generierenden Einheit ist der erzielbare Ertrag. So- wohl der Nutzungswert als auch der beizulegende Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten wurden im Vorjahr auf Basis abgezinster Zahlungsströme ermittelt. Wertminderungen auf Geschäfts- oder Firmenwerte werden in späteren Berichtsperioden auch bei Wegfall der Gründe für die Wertminderung nicht berichtigt. Zum 31.12.2022 sind die vorhandenen Geschäfts- oder Firmenwerte vollständig abgeschrieben worden. Eine weitere Aktivierung des Geschäfts- oder Firmenwerts fand nicht statt. Sachanlagen Das Sachanlagevermögen wird zu Anschaffungskosten, vermindert um planmäßige lineare Abschreibungen, angesetzt. Für das bewegliche Sachanlagevermögen wird eine Nutzungsdauer von drei bis zehn Jahren zu- grunde gelegt. Zu jedem Abschlussstichtag überprüft der Konzern die Buchwerte der Sachanlagen, um festzustellen, ob es Anhaltspunkte für eine eingetretene Wertminderung dieser Vermögenswerte gibt. Sind solche Anhaltspunkte erkennbar, wird der erzielbare Betrag des Vermögenswerts geschätzt, um den Umfang eines eventuellen Wert- minderungsaufwands festzustellen. Leasingverhältnisse Ein Leasingverhältnis ist ein Vertrag, der das Recht auf Nutzung eines Vermögenswerts (des Leasinggegen- stands) für einen vereinbarten Zeitraum gegen Entgelt überträgt. Die Feststellung, ob eine Vereinbarung ein Leasingverhältnis ist oder enthält, wird auf Basis des wirtschaftli- chen Gehalts der Vereinbarung getroffen. Leasingverbindlichkeiten werden am Bereitstellungsdatum mit dem Barwert der fest vereinbarten künftigen Leasingzahlungen sowie unter Berücksichtigung von Vertragsverlängerungsoptionen, deren Ausübung als hin- reichend wahrscheinlich eingeschätzt wird, bewertet. Für die Diskontierung der künftigen Leasingzahlungen wird auf den Grenzfremdkapitalzinssatz zurückgegriffen. In den Folgeperioden wird die Leasingverbindlichkeit mit dem bei der Zugangsbewertung zugrunde gelegten Diskontierungszinssatz aufgezinst. Die geleisteten Leasingzahlungen werden in einen Tilgungsanteil und einen Zinsanteil aufgeteilt. Zinsaufwendungen aus der Aufzinsung werden in der Gewinn- und Verlustrechnung des Konzerns in den Finanzaufwendungen ausgewiesen, Leasingverbindlichkeiten in der Konzernbilanz unter Fi- nanzielle Verbindlichkeiten. Korrespondierend zur Leasingverbindlichkeit erfolgt die Erfassung eines Nutzungsrechts aus Leasingverträgen, dessen Anschaffungskosten am Bereitstellungsdatum der Leasingverbindlichkeit zuzüglich etwaiger Voraus- zahlungen und Anschaffungsnebenkosten entsprechen. Der Ausweis erfolgt unter den Sachanlagen. Das Nutzungsrecht wird linear über die Laufzeit des Leasingvertrags abgeschrieben. Sofern Anzeichen für eine Wertminderung des Nutzungsrechts vorliegen, wird ein Wertminderungstest durchgeführt und gegebenen- falls eine Wertberichtigung erfasst. Nutzungsrechte werden in den gleichen Bilanzposten ausgewiesen, in de- nen die zugrundeliegenden Vermögenswerte dargestellt würden, wenn sie Eigentum des Konzerns wären. 53 Für Leasinggegenstände mit einem Neuwert von unter 5.000 EUR (Leasinggegenstände von geringem Wert) und für Leasingverhältnisse mit Vertragslaufzeiten von bis zu 12 Monaten (Kurzfristleasing) wird von Anwen- dungserleichterungen Gebrauch gemacht, sodass für diese Verträge keine Nutzungsrechte und Leasingver- bindlichkeiten erfasst werden. Die Leasingraten für Leasinggegenstände von geringem Wert und Kurzfristlea- sing werden aufwandswirksam erfasst. Sofern Anzeichen dafür vorliegen, dass die beim erstmaligen Ansatz geschätzte Laufzeit nicht mehr hinrei- chend wahrscheinlich ist, erfolgt eine Überprüfung dieser Annahme und gegebenenfalls eine Neubewertung der Leasingverbindlichkeit. Die Neubewertung erfolgt mit dem Barwert der verbleibenden künftigen Leasing- zahlungen. Für die Diskontierung wird auf den Grenzfremdkapitalzinssatz im Zeitpunkt der Neubewertung zu- rückgegriffen. Der Buchwert des korrespondierenden Nutzungsrechts wird um den aus der Neubewertung der Leasingverbindlichkeit resultierenden Differenzbetrag angepasst. Folgende Kategorien von Leasingverhältnissen wurden innerhalb des Konzerns identifiziert:
| Leasingkategorie gem. IFRS 16 | Zuordnung in den Sachanlagen unter: |
| Immobilien | Grundstücke |
| Fahrzeuge, Betriebsausstattung | Andere Anlagen |
Der Konzern schließt Mietverhältnisse unter Beibehaltung des wirtschaftlichen Eigentums ab (Operating-Lea- singverhältnisse). Entsprechende Vermögenswerte werden zu fortgeführten Anschaffungskosten in den Sach- anlagen ausgewiesen. Finanzinstrumente Finanzinstrumente sind Verträge, die bei einem Unternehmen zu einem finanziellen Vermögenswert und bei einem anderen zu einer finanziellen Verbindlichkeit oder einem Eigenkapitalinstrument führen. Wenn Han- delstag und Erfüllungstag auseinanderfallen, ist für die erstmalige bilanzielle Erfassung bzw. den bilanziellen Abgang bei originären Finanzinstrumenten der Erfüllungstag maßgeblich; bei derivativen Finanzinstrumenten erfolgt die Bilanzierung zum Handelstag. Als finanzielle Vermögenswerte oder finanzielle Verbindlichkeiten erfasste Finanzinstrumente werden grundsätzlich unsaldiert ausgewiesen; sie werden nur dann saldiert, wenn bezüglich der Beträge zum gegenwärtigen Zeitpunkt ein unbedingtes Aufrechnungsrecht besteht und beab- sichtigt wird, den Ausgleich auf Nettobasis herbeizuführen. Der REALTECH-Konzern legt die Kategorisierung seiner finanziellen Vermögenswerte bzw. finanziellen Verbind- lichkeiten mit dem erstmaligen Ansatz fest und überprüft diese Zuordnung am Ende eines jeden Geschäfts- jahres. Die Folgebewertung der finanziellen Vermögenswerte und finanziellen Schulden hängt von deren Ka- tegorisierung ab. Beim erstmaligen Ansatz von finanziellen Vermögenswerten bzw. finanziellen Verbindlichkeiten werden diese zu ihrem beizulegenden Zeitwert bewertet. Im Falle, dass keine erfolgswirksame Bewertung zum beizulegen- den Zeitwert erfolgt, werden darüber hinaus Transaktionskosten einbezogen, die direkt dem Erwerb des fi- nanziellen Vermögenswerts oder der Emission der finanziellen Verbindlichkeit zuzurechnen sind. 54 Finanzielle Vermögenswerte Finanzielle Vermögenswerte beinhalten insbesondere Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, sonstige Forderungen, Anleihen sowie Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente. Die Klassifizierung der finanziel- len Vermögenswerte nach IFRS 9 erfolgt auf der Grundlage des Geschäftsmodells des Unternehmens zur Steu- erung finanzieller Vermögenswerte und der Eigenschaften der vertraglichen Zahlungsströme. Finanzielle Ver- mögenswerte, werden in drei Kategorien klassifiziert: Zu fortgeführten Anschaffungskosten (AC): Vermögenswerte, die zur Vereinnahmung der vertraglichen Zahlungsströme gehalten werden, und bei denen diese Zahlungsströme ausschließlich Zins- und Tilgungszahlungen darstellen, werden zu fortgeführten An- schaffungskosten bewertet und sind in Folgeperioden auf Wertminderungen zu überprüfen. Gewinne und Verluste werden erfolgswirksam erfasst, wenn der Vermögenswert ausgebucht, modifiziert oder wertgemin- dert wird. Zinserträge aus diesen finanziellen Vermögenswerten werden in den Finanzerträgen ausgewiesen. Gewinne oder Verluste aus der Ausbuchung oder Wertminderung werden – zusammen mit den Fremdwäh- rungsgewinnen und -verlusten – unter den sonstigen betrieblichen Aufwendungen bzw. sonstigen betriebli- chen Erträgen ausgewiesen. In dieser Kategorie werden im Konzernabschluss Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Anleihen und sonstige finanzielle Vermögenswerte sowie Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente erfasst. Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte (FVtOCI): Vermögenswerte, die zur Vereinnahmung der vertraglichen Zahlungsströme sowie zu Veräußerungszwecken gehalten werden und bei denen die Zahlungsströme ausschließlich Zins- und Tilgungszahlungen darstellen, werden erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Veränderungen des Buchwerts werden im sons- tigen Ergebnis ausgewiesen, mit Ausnahme der Wertminderungserträge oder -aufwendungen, Zinserträge und Fremdwährungsgewinne und -verluste, die im Gewinn oder Verlust erfasst werden. Bei Ausbuchung des finanziellen Vermögenswerts wird der zuvor im sonstigen Ergebnis angesetzte kumulierte Gewinn oder Verlust aus dem Eigenkapital in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert und in den sonstigen betrieblichen Erträgen bzw. Aufwendungen ausgewiesen. Zinserträge aus diesen finanziellen Vermögenswerten werden un- ter Anwendung der Effektivzinsmethode in den Finanzerträgen ausgewiesen. Zum Abschlussstichtag liegen keine finanziellen Vermögenswerte dieser Kategorie vor. Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte (FVtPL): Vermögenswerte, die zu Handelszwecken gehalten werden, die beim erstmaligen Ansatz als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet eingestuft werden oder die zwingend zum beizulegenden Zeitwert zu bewerten sind, werden in die Kategorie „erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert“ (FVtPL) eingestuft. Ge- winne oder Verluste aus finanziellen Vermögenswerten, die in der Folge zum FVtPL bewertet werden, werden im Gewinn oder Verlust saldiert unter dem sonstigen Finanzergebnis in der Periode ausgewiesen, in der sie entstehen. Zum Abschlussstichtag liegen keine finanziellen Vermögenswerte dieser Kategorie vor. 55 Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente in der Bilanz umfassen den Kassenbestand, Bankguthaben und kurzfristige Einlagen mit ursprünglichen Fälligkeiten von weniger als drei Monaten. Für Zwecke der Kapital- flussrechnung kommt diese Definition zur Anwendung. Ausbuchung finanzieller Vermögenswerte Eine Ausbuchung eines finanziellen Vermögenswerts erfolgt zum Zeitpunkt des Erlöschens bzw. der Übertra- gung der Rechte auf Zahlungen aus dem Vermögenswert und somit zu dem Zeitpunkt, zu dem im Wesentli- chen alle Chancen und Risiken, die mit dem Eigentum verbunden sind, übertragen wurden. Wertberichtigungen auf finanzielle Vermögenswerte Der Konzern erfasst Wertberichtigungen für finanzielle Vermögenswerte, die zu fortgeführten Anschaffungs- kosten bewertet werden, und für Vertragsvermögenswerte grundsätzlich unter Berücksichtigung der künftig erwarteten Verluste nach dem Expected Credit Loss Modell (ECL). Wertberichtigungen für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie für Vertragsvermögenswerte wer- den hierbei entsprechend einem vereinfachten Ansatz stets in Höhe des über die Laufzeit zu erwartenden Kreditverlusts am Bilanzstichtag bewertet (Gesamtlaufzeit-ECL). Für alle anderen finanziellen Vermögens- werte, bei denen sich seit dem erstmaligen Ansatz das Kreditrisiko nicht signifikant erhöht hat, wird der er- wartete Kreditverlust angesetzt, der innerhalb der nächsten 12 Monate zu erwarten ist (12-Monats-ECL). Pa- rameter für die Bemessung der erwarteten Kreditverluste sind Marktinformationen oder konkrete Kundenge- spräche sowie Erfahrungswerte. Für Finanzinstrumente, bei denen es zu einer signifikanten Erhöhung des Kreditrisikos gekommen ist, wird die Risikofürsorge in Höhe der über die Restlaufzeit erwarteten Kreditausfälle (Gesamtlaufzeit-ECL) ermittelt. Finanzielle Vermögenswerte werden weiterhin im Rahmen von Einzelwertberichtigungen ganz oder teilweise abgewertet, wenn nach angemessener Beurteilung nicht mehr davon ausgegangen werden kann, dass eine vollständige Realisierung möglich ist. Zu jedem Bilanzstichtag beurteilt der REALTECH-Konzern, ob bei finanziellen Vermögenswerten, die zu fortge- führten Anschaffungskosten bilanziert werden, und bei Vertragsvermögenswerten, eine Beeinträchtigung der Bonität vorliegt. Indikatoren für eine beeinträchtigende Bonität sind u. a. finanzielle Schwierigkeiten von Schuldnern, Ausfall oder Überfälligkeit von Zins- und Tilgungszahlungen, Änderungen im technologischen, wirtschaftlichen oder rechtlichen Umfeld für diesen finanziellen Vermögenswert. Die Festlegung der Beein- trächtigung der Bonität erfolgt nicht automatisch bei Überfälligkeit, sondern auf Basis der individuellen Beur- teilung. Der REALTECH-Konzern betrachtet einen finanziellen Vermögenswert als ausgefallen, wenn es unwahrschein- lich ist, dass der Schuldner seiner Kreditverpflichtung vollständig nachkommen kann, ohne dass auf Maßnah- men wie die Verwertung von Sicherheiten zurückgegriffen wird. Die Wertminderungen für finanzielle Vermögenswerte beruhen auf Annahmen zum Ausfallrisiko. Der REALTECH-Konzern hat bei der Aufstellung dieser Annahmen und der Auswahl der Inputfaktoren für die Be- rechnung der Wertminderung Einschätzungen vorgenommen, basierend auf den Erfahrungen aus der Vergan- genheit, bestehenden Marktbedingungen sowie zukunftsorientierten Schätzungen zum Ende jeder Berichts- periode. 56 Finanzielle Verbindlichkeiten Finanzielle Verbindlichkeiten beinhalten insbesondere Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und Leasingverbindlichkeiten. Die Folgebewertung finanzieller Verbindlichkeiten hängt von ihrer Klassifizierung wie folgt ab: Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten (AC) Finanzielle Verbindlichkeiten dieser Kategorie werden grundsätzlich unter der Anwendung der Effektivzinsme- thode zu fortgeführten Anschaffungskosten angesetzt. Fortgeführte Anschaffungskosten werden unter Be- rücksichtigung eines Agios oder Disagios bei Akquisition sowie Gebühren oder Kosten berechnet, die einen integralen Bestandteil des Effektivzinssatzes darstellen. Die Amortisation mittels der Effektivzinsmethode ist in der Gewinn- und Verlustrechnung als Teil der Finanzaufwendungen darzustellen. In dieser Kategorie werden im Konzernabschluss Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und die sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten erfasst. Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Verbindlichkeiten (FVtPL) Finanzielle Verbindlichkeiten werden als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete Verbindlich- keiten kategorisiert, wenn sie entweder zu Handelszwecken gehalten oder freiwillig als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet designiert wurden oder es sich um Derivate handelt. Zum Abschlussstichtag liegen keine finanziellen Verbindlichkeiten dieser Kategorie vor. Ausbuchung finanzieller Verbindlichkeiten Eine finanzielle Verbindlichkeit wird ausgebucht, wenn die Verpflichtung, die dieser Verbindlichkeit zugrunde liegt, erfüllt, gekündigt oder erloschen ist. Ertragsteuern Laufende Ertragsteuern Die laufenden Steuererstattungsansprüche und Steuerschulden für die Berichtsperiode sowie für frühere Pe- rioden werden mit dem Betrag bemessen, in dessen Höhe eine Erstattung von der Steuerbehörde bzw. eine Zahlung an die Steuerbehörde erwartet wird. Der Berechnung des Betrags werden die Steuersätze und Steu- ergesetze zugrunde gelegt, die zum Bilanzstichtag gelten. Latente Steuern Aktive und passive latente Steuern werden entsprechend IAS 12 „Ertragsteuern“ nach der bilanzorientierten Verbindlichkeitsmethode für sämtliche temporären Differenzen zwischen den steuerlichen und den IFRS- Wertansätzen und für ergebniswirksame Konsolidierungsmaßnahmen sowie auf Verlustvorträge gebildet. Ak- tive latente Steuern auf temporäre Differenzen und Verlustvorträge dürfen gemäß IAS 12.34 nur in dem Maße angesetzt werden, als es wahrscheinlich ist, dass zukünftige steuerliche Gewinne entstehen werden, die eine Verrechnung dieser temporären Differenzen und Verlustvorträge ermöglichen. 57 Die latenten Steuern werden auf Basis der Steuersätze ermittelt, die nach der derzeitigen Rechtslage zum Realisationszeitpunkt gelten. Steuersatzänderungen werden berücksichtigt, sofern deren Änderung mit aus- reichender Sicherheit feststeht. Rückstellungen Rückstellungen werden gebildet, wenn der REALTECH-Konzern eine gegenwärtige Verpflichtung (rechtlicher oder faktischer Natur) aus einem vergangenen Ereignis hat, es wahrscheinlich ist, dass die Erfüllung der Ver- pflichtung mit dem Abfluss von Ressourcen einhergeht und eine verlässliche Schätzung des Betrags möglich ist. Der angesetzte Rückstellungsbetrag entspricht der bestmöglichen Schätzung. Aktienbasierte Vergütung Die Incentivierung der Vorstandmitglieder des REALTECH-Konzerns wird als aktienbasierte Vergütung ohne Barausgleich bilanziert. Zum 31. Dezember wird der zeitanteilige beizulegende Zeitwert der Zahlungsverpflich- tung in der Kapitalrücklage gegen den Personalaufwand erfasst. Der beizulegende Zeitwert wird mit Hilfe des Black-Scholes-Merton-Modells ermittelt. Änderung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden Neue Rechnungslegungsvorschriften Die folgenden neuen oder geänderten Standards oder Interpretationen sind zum 1. Januar 2024 verpflichtend anzuwenden. Aus der Anwendung haben sich keine bzw. keine wesentlichen Veränderungen gegenüber dem Vorjahr ergeben. 58 Erstmalig im Geschäftsjahr anzuwendende Standards, Interpretationen und Änderungen
| Voraussichtliche | |||
| Anwen- | Auswirkung auf | ||
| Standards / Interpretationen | dungs- | die Darstellung der | |
| pflicht | Vermögens-, Fi- | ||
| nanz- und | |||
| Ertragslage | |||
| Amendments to IAS 1 | Die Änderungen stellen klar, dass sich die | 01.01.2024 | Keine wesentlichen |
| Klassifizierung von Verbindlichkeiten als kurz- | Auswirkungen | ||
| oder langfristig nach den Rechten richtet, die | |||
| am Ende der Berichtsperiode bestehen. Die | |||
| Änderung stellt zudem die Definition der Er- | |||
| füllung (Settlement) einer Verbindlichkeit | |||
| klar. | |||
| Die Änderungen präzisieren weiterhin, dass | |||
| Bedingungen in Darlehensvereinbarungen | |||
| (Covenants), die ein Unternehmen erst nach | |||
| dem Abschluss-Stichtag einhalten muss, | |||
| keine Auswirkung auf die Klassifizierung ei- | |||
| ner Schuld am Abschluss-Stichtag als kurz- | |||
| oder langfristig haben. Hingegen haben Be- | |||
| dingungen, die ein Unternehmen am oder | |||
| vor dem Abschluss-Stichtag einzuhalten hat, | |||
| Auswirkungen auf die Klassifizierung. | |||
| Amendments to IFRS 16 | Schärfung der Leasingverbindlichkeiten in | 01.01.2024 | Keine wesentlichen |
| Sale-und-Lease-back-Geschäften | Auswirkungen | ||
| Amendments to IAS 7 and | Gegenstand der Änderungen sind sog. Supp- | 01.01.2024 | Keine wesentlichen |
| IFRS 7 | lier Finance Arrangements, insb. Reverse Fac- | Auswirkungen | |
| toring-Vereinbarungen; mit den Änderungen | |||
| wurden zusätzliche Angabepflichten gemäß | |||
| IAS 7 und IFRS 7 geschaffen, welche die Aus- | |||
| wirkungen solcher Lieferfinanzierungsge- | |||
| schäfte auf Verbindlichkeiten, Zahlungs- | |||
| ströme und Liquiditätsrisiken transparenter | |||
| machen sollen. |
Die folgenden Standards und Interpretationen mit möglicher Relevanz für den Konzern sind vom IASB verab- schiedet und bereits teilweise von der Europäischen Union übernommen, aber erst für Geschäftsjahre, die ab dem 1. Januar 2025 beginnen, verpflichtend anzuwenden. REALTECH hat auf eine vorzeitige Anwendung verzichtet. 59
| Voraussichtliche | ||||
| Anwen- | Auswirkung auf | |||
| Standards / Interpretationen | dungs- | die Darstellung der | ||
| pflicht | Vermögens-, Fi- | |||
| nanz- und | ||||
| Ertragslage | ||||
| Amendments to IAS 21 | Mangel an Umtauschbarkeit im Wesentli- | 01.01.2025 | Keine wesentlichen | |
| chen: | Auswirkungen | |||
| − | Wann eine Währung gegen eine andere | |||
| Währung tauschbar ist und wann nicht. | ||||
| − | Wie ein Unternehmen den Wechselkurs | |||
| bestimmt, der anzuwenden ist, wenn eine | ||||
| Währung nicht umtauschbar ist. | ||||
| − | Welche Informationen ein Unternehmen | |||
| angeben muss, wenn eine Währung nicht | ||||
| umtauschbar ist. | ||||
| Amendments to IFRS 9 und | Klassifizierung und Bewertung von | 01.01.2026* | Keine wesentlichen | |
| IFRS 7 | Finanzinstrumenten | Auswirkungen | ||
| − | Klarstellung und Erweiterung der Anwen- | |||
| dungsleitlinien für die Beurteilung, ob ein | ||||
| finanzieller Vermögenswert das Zahlungs- | ||||
| stromkriterium (SPPI-Kriterium) erfüllt. | ||||
| − | Klarstellung des Zeitpunkts des Ansatzes | |||
| und der Ausbuchung bestimmter finanziel- | ||||
| ler Vermögenswerte und Verbindlichkei- | ||||
| ten mit einem neuen Wahlrecht für die | ||||
| über ein elektronisches Zahlungssystem | ||||
| erfüllten finanziellen Verbindlichkeiten. | ||||
| − | Erweiterte Abgabepflichten für die Eigen- | |||
| kapitalinstrumente, die erfolgsneutral zum | ||||
| beizulegenden Zeitwert bewertet werden, | ||||
| und die Finanzinstrumente mit bedingten | ||||
| Zahlungsströmen | ||||
| Amendments to IAS 7, IFRS | Jährliche Verbesserungen an den IFRS – Band | 01.01.2026* | Keine wesentlichen | |
| 1, IFRS 7, IFRS 9 und IFRS 10 | 11: | Auswirkungen | ||
| − | IFRS 1: Hedge Accounting bei einem IFRS- | |||
| Erstanwender | ||||
| − | IFRS 7: Gewinn oder Verlust bei Ausbu- | |||
| chung | ||||
| − | IFRS 7: Angaben zu Kreditrisiken– IFRS 7: | |||
| Angaben bei Abweichungen des Transakti- | ||||
| onspreises vom beizulegenden Zeitwert | ||||
| − | IFRS 9: Ermittlung des Transaktionspreises | |||
| − | IFRS 9: Ausbuchung einer Leasing-Verbind- | |||
| lichkeit | ||||
| − | IFRS 10: Bestimmung eines „de facto“- | |||
| Agenten– IAS 7: Anschaffungskostenme- | ||||
| thode |
* Übernahme in EU-Recht („EU Endorsement“) noch ausstehend 60
| Voraussichtliche | |||
| Anwen- | Auswirkung auf | ||
| Standards / Interpretationen | dungs- | die Darstellung der | |
| pflicht | Vermögens-, Fi- | ||
| nanz- und | |||
| Ertragslage | |||
| IFRS 18 | Darstellung und Angaben im Abschluss im | 01.01.2027* | Keine wesentlichen |
| Wesentlichen: | Auswirkungen | ||
| Verbesserung der Struktur und der Vergleich- | |||
| barkeit der Gewinn- und Verlustrechnung | |||
| durch die Einführung von verpflichtenden | |||
| Zwischensummen und Kategorien, die Aggre- | |||
| gation und Disaggregation von Posten, | |||
| Angaben zu unternehmensspezifischen Leis- | |||
| tungskennzahlen, die in der öffentlichen | |||
| Kommunikation verwendet werden, um die | |||
| Sicht des Managements auf einen Aspekt der | |||
| finanziellen Leistung eines Unternehmens zu | |||
| vermitteln („Management Performance Mea- | |||
| sures“), | |||
| − Änderungen an der Kapitalflussrechnung | |||
| IRFS 19 | Tochterunternehmen ohne öffentliche Re- | 01.01.2027* | Keine wesentlichen |
| chenschaftspflicht: Angaben | Auswirkungen | ||
| IFRS 19 ermöglicht es bestimmten Tochterun- | |||
| ternehmen die IFRS Accounting Standards | |||
| mit einer reduzierten Anzahl von Abgabe- | |||
| pflichten in dem IFRS-Einzelabschluss oder ei- | |||
| nem Teilkonzernabschluss anzuwenden. |
* Übernahme in EU-Recht („EU Endorsement“) noch ausstehend 61 2. Grundlagen der Konsolidierung 2.1. Konsolidierungskreis Der Konsolidierungskreis der REALTECH AG, Leimen, enthält eine Tochtergesellschaft, an der die Muttergesell- schaft die Mehrheit der Stimmrechte hält: REALTECH Ltd., Auckland, Neuseeland: 100 Prozent Veränderungen des Konsolidierungskreises erfolgten weder während der Berichtsperiode noch im Vorjahr. Anteilsbesitzliste
| Anteil am | Eigenkapital | Jahresergebnis | |
| Kapital | 31.12.2024 | 2024 | |
| in Prozent | TNZD | TNZD | |
| REALTECH Ltd., Auckland, Neuseeland | 100 | 2.260 | 632 |
Konsolidierungsgrundsätze In den Konzernabschluss des REALTECH-Konzerns werden alle Tochterunternehmen einbezogen und vollkon- solidiert, die von der REALTECH AG mittel- oder unmittelbar beherrscht werden. Tochterunternehmen werden ab dem Zeitpunkt in den Konzernabschluss einbezogen, ab dem der REALTECH-Konzern die Möglichkeit zur Beherrschung erlangt. Die Entkonsolidierung erfolgt zu dem Zeitpunkt, ab dem der Verlust der Beherrschungs- möglichkeit eintritt. Die Kapitalkonsolidierung erfolgt unter Anwendung der Erwerbsmethode zum Erwerbszeitpunkt. Salden und Transaktionen mit dem konsolidierten Tochterunternehmen sowie daraus entstandene Aufwen- dungen und Erträge, ebenso wie Zwischenergebnisse daraus, werden im Rahmen der Erstellung des Konzern- abschlusses in voller Höhe eliminiert. Latente Steuern auf diese Transaktionen und Salden werden mit dem Steuersatz des empfangenen Unternehmens bewertet. Fremdwährungsumrechnung In den in lokaler Währung aufgestellten Einzelabschlüssen der konsolidierten Gesellschaften werden Transak- tionen, die auf eine von der funktionalen Währung der jeweiligen Gesellschaft abweichenden Währung lauten, in der funktionalen Währung zum Devisenkassamittelkurs am Tag ihrer erstmaligen Bilanzierung erfasst. Am Ende des Berichtszeitraumes bewertet die Gesellschaft monetäre Posten in fremder Währung (Liquide Mittel, Forderungen, Verbindlichkeiten) zum Devisenkassamittelkurs am Stichtag. Die Währungsumrechnungsdiffe- renzen werden erfolgswirksam erfasst. Nicht-monetäre Posten in fremder Währung werden mit den histori- schen Kursen angesetzt. Die Umrechnung des in ausländischer Währung aufgestellten Abschlusses der einbezogenen Gesellschaft er- folgt auf der Grundlage des Konzeptes der funktionalen Währung gemäß IAS 21 „Auswirkungen von Änderun- gen der Wechselkurse“ nach der modifizierten Stichtagskursmethode. Da die Tochtergesellschaft ihre Ge- schäfte in finanzieller, wirtschaftlicher und organisatorischer Hinsicht grundsätzlich selbstständig betreibt, ist die funktionale Währung identisch mit der Landeswährung der Gesellschaft. 62 Die Vermögenswerte und Schulden des neuseeländischen Tochterunternehmens, deren funktionale Währung der neuseeländische Dollar (NZD) ist, werden folglich zum Devisenkassamittelkurs am Stichtag, die Umrech- nung des Eigenkapitals zu historischen Kursen und die Aufwendungen und Erträge zum Jahresdurchschnitts- kurs umgerechnet. Der sich aus der Währungsumrechnung ergebende Unterschiedsbetrag wird erfolgsneutral verrechnet und im Eigenkapital gesondert unter dem Posten „Sonstige Eigenkapitalbestandteile“ ausgewie- sen. Die Währungsumrechnungsdifferenzen werden als sonstige Eigenkapitalbestandteile erfasst und betragen mi- nus 63 TEUR (stichtagsbezogen auf den 31.12.2024: minus 22 TEUR). Die Währungsverluste in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen betragen 20 TEUR (Vorjahr: 4 TEUR). Währungsgewinne belaufen sich im Ge- schäftsjahr auf 8 TEUR (Vorjahr: 2 TEUR). Der Währungsumrechnung liegen die folgenden Wechselkurse zugrunde:
| Land | Währung | Stichtagskurse | Durchschnittskurse | |||
| 2024 | 2023 | 2024 | 2023 | |||
| Neuseeland | NZD | 1 EUR | 1,8532 | 1,7504 | 1,7880 | 1,7618 |
63 3. Erläuterungen zur Konzern-Gesamtergebnisrechnung 3.1. Umsatzerlöse Die Aufgliederung der Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden des Konzerns in Bezug auf die Geschäftsberei- che im Jahr 2024 und 2023 stellt sich wie folgt dar: Umsätze nach Tätigkeitsbereich
| In TEUR | 2024 | 2023 |
| Services | 5.009 | 5.620 |
| Support | 4.067 | 4.037 |
| Software-Lizenzen und -Abonnements | 834 | 675 |
| Software-as-a-Service- | 271 | 234 |
| Gesamt | 10.181 | 10.565 |
Umsätze nach Regionen
| In TEUR | 2024 | 2023 |
| Deutschland | 4.745 | 4.676 |
| EU | 578 | 921 |
| Drittländer | 4.858 | 4.968 |
| Gesamt | 10.181 | 10.565 |
Die Umsätze nach Regionen sind dem Sitz des Kunden zugeordnet. Zeitpunkt der Erlöserfassung
| In TEUR | 2024 | 2023 |
| Zu einem bestimmten Zeitpunkt übertragene Güter und | 615 | 571 |
| Leistungen | ||
| Über einen bestimmten Zeitraum übertragene Leistungen | 9.566 | 9.994 |
| Gesamt | 10.181 | 10.565 |
Vertragssalden aus Kundenverträgen
| In TEUR | 31.12.2024 | 31.12.2023 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 848 | 1.102 |
| Vertragsverbindlichkeiten | 464 | 563 |
64 Die Vertragsverbindlichkeiten betreffen Passive Rechnungsabgrenzungsposten in Zusammenhang mit War- tungs- und SaaS-Verträgen. Für diese wurde die Gegenleistung bereits vereinnahmt, während die Leistungs- verpflichtung noch nicht vollständig erfüllt wurde. Die Vorjahresverbindlichkeit wurde im Berichtsjahr nach Erfüllung der Leistungsverpflichtung als Umsatz realisiert. 3.2. Sonstige betriebliche Erträge
| In TEUR | 2024 | 2023 |
| Währungsgewinne | 8 | 2 |
| Erträge aus der Bewertung von Finanzinstrumenten | 10 | 3 |
| Auflösung von Rückstellungen und vergleichbaren | 14 | 7 |
| Abgrenzungen | ||
| Übrige | 274 | 134 |
| Gesamt | 306 | 146 |
Die sonstigen betrieblichen Erträge beinhalten im Jahr 2024 im Wesentlichen eine einmalige Korrektur der Sozialen Abgaben im Personalaufwand in Höhe von 191,8 TEUR. Diese außerordentlichen Erträge beziehen sich auf die Berichtigung der Arbeitgeberaufwendungen im Falle der Entgeltfortzahlung in den letzten drei Geschäftsjahren. 3.3. Materialaufwand Unter dem Posten Materialaufwand werden sowohl die bezogenen Waren als auch die Aufwendungen für bezogene Leistungen ausgewiesen. Die Materialaufwendungen in Höhe von 1.526 TEUR (Vorjahr: 1.541TEUR) beinhalten im Wesentlichen Aufwendungen für bezogene Fremdleistungen bei der Tochtergesellschaft in Höhe von 1.373 TEUR (Vorjahr: 1.462 TEUR). 65 3.4. Personalaufwand Der Personalaufwand, welcher in den verschiedenen Posten innerhalb der Konzerngesamtergebnisrechnung enthalten ist, setzt sich wie folgt zusammen:
| In TEUR | 2024 | 2023 |
| Löhne und Gehälter | 5.892 | 5.751 |
| Sozialabgaben | 733 | 742 |
| Gesamt | 6.625 | 6.494 |
Im Jahr 2024 betrug die durchschnittliche Anzahl der Beschäftigten des REALTECH-Konzerns 69 Mitarbeitende (Vorjahr: 66 Mitarbeitende). Die Mitarbeitenden verteilten sich auf folgende Funktionsbereiche des Unternehmens:
| Nach Bereichen | Durchschnitt 2024 | Durchschnitt 2023 |
| Service Delivery | 37 | 35 |
| Vertrieb und Marketing | 9 | 7 |
| Entwicklung | 13 | 13 |
| Verwaltung | 10 | 11 |
| Gesamt | 69 | 66 |
3.5. Abschreibungen Im Geschäftsjahr 2024 beinhalten die Abschreibungen in Höhe von 116 TEUR (Vorjahr: 197 TEUR) planmäßige Abschreibungen auf Sachanlagen. Die Abschreibungen auf Nutzungsrechte gem. IFRS 16 in Höhe von 71 TEUR (Vorjahr: 132 TEUR) sind als Bestandteil der Abschreibungen berücksichtigt. 3.6. Sonstige betriebliche Aufwendungen Sonstige betriebliche Aufwendungen sind Aufwendungen, die keinem anderen Aufwandsposten der Gewinn- und Verlustrechnung, wie Materialaufwand, Personalaufwand, Abschreibungen, dem Finanzergebnis oder den Steuern, zugeordnet werden können. Zum Sammelposten „Sonstige betriebliche Aufwendungen“ gehö- ren allgemeine Kosten wie Rechts- und Beratungskosten, Büromaterial, Mietkosten, Beiträge, Gebühren, Rei- sekosten, Versicherungsprämien oder Jahresabschlusskosten. Die größten Posten sind hier Fremdarbeiten, Werbekosten, Jahresabschlusskosten und Lizenzen. Die als sonstige betriebliche Aufwendungen erfassten Fremdleistungen beziehen sich hauptsächlich auf externe Entwicklungsaktivitäten und beinhalten keine Fremdleistungen, die direkt dem Umsatz zugerechnet werden. 66 3.7. Finanzergebnis
| In TEUR | 2024 | 2023 |
| Zinserträge | 193 | 113 |
| Zinsaufwendungen aus der Aufzinsung von Leasingverbindlichkeiten | -8 | -11 |
| Finanzergebnis | 185 | 102 |
3.8. Ertragsteuern Die in der Konzerngesamtergebnisrechnung ausgewiesene Position „Ertragsteueraufwand“ betrifft:
| In TEUR | 2024 | 2023 |
| Tatsächlicher Steueraufwand (netto) | -140 | -197 |
| Latenter Steueraufwand (netto) | 2 | 22 |
| Ertragsteueraufwand | -138 | -175 |
Eine Überleitung von den erwarteten zu den tatsächlichen Ertragsteuern des Konzerns ist der nachfolgenden Tabelle zu entnehmen. Der anzuwendende Körperschaftsteuersatz beträgt 15,0 Prozent zuzüglich des Solida- ritätszuschlags von 5,5 Prozent. Darüber hinaus fallen Gewerbesteuerzahlungen in Höhe von 13,3 Prozent an. Dies führt zu einer erwarteten Ertragsteuerbelastung von 29,1 Prozent (Vorjahr: 29,1 Prozent). Der ange- wendete Steuersatz der Tochter beträgt 28 Prozent. Steuerliche Überleitungsrechnung
| In TEUR | 2024 | 2023 |
| Ergebnis vor Steuern | 306 | 416 |
| Angewendeter Steuersatz | 29,1% | 29,1% |
| Erwarteter Steueraufwand (+) / Steuerertrag (-) | 89 | 121 |
| Steuersatzabweichungen | ||
| - aus Steuersatzdifferenzen ausländischer Steuerhoheiten | -5 | -8 |
| Steuereffekte aus Abschreibungen in der steuerlichen | ||
| Bemessungsgrundlage | ||
| - aus nicht-abziehbaren Aufwendungen / sonstigen steuerfreien | 1 | 2 |
| Erträgen | ||
| Sonstige | ||
| - aus nicht verrechenbaren Verlusten | 53 | 60 |
| Tatsächlicher Ertragsteueraufwand | 138 | 175 |
| Steuerquote bzw. Konzernsteuerquote | 45% | 42% |
67 3.9. Ergebnis je Aktie Das Ergebnis je Aktie ist gemäß IAS 33 aus dem Konzernjahresergebnis nach Steuern und der Anzahl der im Jahresdurchschnitt im Umlauf befindlichen Aktien ermittelt:
| In EUR | 2024 | 2023 |
| Konzernjahresergebnis | 168.001 | 240.558 |
| Ergebnis je Aktie | ||
| Aus fortgeführten Geschäftsbereichen | ||
| - Unverwässert | 0,03 | 0,04 |
| - Verwässert | 0,03 | 0,04 |
| Durchschnittlich im Umlauf befindliche Aktien (Stückzahl) | ||
| - Unverwässert | 5.385.652 | 5.385.652 |
| - Verwässert | 5.385.652 | 5.385.652 |
Aufgrund der Ermächtigung durch die Hauptversammlung, das gezeichnete Kapital bis zum 14. Juli 2025 durch Ausgabe neuer, auf den Inhabenden lautende Stückaktien gegen Bar- und/oder Sacheinlagen einmalig oder mehrmals um bis zu insgesamt 2.692.826,00 EUR zu erhöhen, ist eine entsprechende Verwässerung des Er- gebnisses je Aktie möglich. In der Hauptversammlung vom 15. Juli 2020 wurde der Schaffung eines Bedingten Kapitals zugestimmt. Dieses Bedingte Kapital dient ausschließlich der Bedienung von Bezugsrechten aus Aktienoptionen an Mitglieder des Vorstands. Bei Ausgabe von Bezugsrechten an den Vorstand ist eine entsprechende Verwässerung des Ergeb- nisses je Aktie grundsätzlich möglich. Im Jahr 2022 wurden insgesamt 345.000 Aktienoptionen im Rahmen des Long-Term-Incentive-Programms an die Vorstandsmitglieder ausgegeben. Da der Ausübungspreis jeder Tran- che über dem aktuellen Börsenkurs liegt, führen diese zurzeit zu keinem Verwässerungseffekt. Mit der Aus- gabe der Aktienoption 2022 sind alle Aktienoptionen aus dem Beschluss der Hauptversammlung vom 15. Juli 2020 ausgegeben. Dieses Programm ist damit beendet. Das Ergebnis je Aktie ist gemäß IAS 33 aus dem Ergebnis nach Steuern und der Anzahl der im Jahresdurch- schnitt im Umlauf befindlichen Aktien ermittelt. Aus den im Berichtsjahr platzierten Aktienoptionen haben sich noch keine Auswirkungen auf das Ergebnis je Aktie ergeben, da der Ausübungspreis im Berichtszeitraum über dem durchschnittlichen Aktienkurs der Aktien lag. Somit entspricht das verwässerte Ergebnis je Aktie dem unverwässerten Ergebnis je Aktie. Es wurden keine Dividenden im Geschäftsjahr ausgeschüttet. Für das laufende Geschäftsjahr sind ebenfalls keine Dividendenauszahlungen geplant. 68 4. Erläuterungen zur Konzernbilanz 4.1. Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
| In TEUR | 31.12.2024 | 31.12.2023 |
| Barmittel und Bankguthaben | 1.358 | 2.317 |
4.2. Sonstige finanzielle Vermögenswerte Kurzfristig
| In TEUR | 31.12.2024 | 31.12.2023 |
| Ausleihung REALTECH US-LLC | 0 | 195 |
| Termingelder | 4.689 | 2.230 |
| Anleihen | 587 | 1.090 |
| Übrige | 14 | 9 |
| Wertminderungen | 0 | -4 |
| Gesamt | 5.290 | 3.520 |
Die Ausleihung REALTECH US-LLC resultiert aus dem Verkauf der Anteile an dieser Gesellschaft. Die Wertmin- derung entfällt unverändert wie im Vorjahr (4 TEUR) auf den kurzfristigen Anteil der Ausleihung REALTECH US- LLC. Für die Ermittlung des Expected Credit Loss wird die Ausleihung in das vereinfachte Verfahren zur Bewer- tung der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen einbezogen. Die Termingelder entfallen auf Festgelder und hinterlegte Kautionen in Zusammenhang mit Gebäudemietver- trägen. Von den Termingeldern sind 29 TEUR (Vorjahr: 29 TEUR) verfügungsbeschränkt. Die Anleihen betreffen im Folgejahr fällige Anteile der im Vorjahr erworbenen Tilgungsanleihen. Langfristig
| In TEUR | 31.12.2024 | 31.12.2023 |
| Anleihen | 250 | 832 |
| Gesamt | 250 | 832 |
69 4.3. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
| In TEUR | 31.12.2024 | 31.12.2023 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (brutto) | 865 | 1.121 |
| Wertminderungen | -17 | -19 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (netto) | 848 | 1.102 |
Die Wertminderung ermittelt sich wie folgt:
| Gesamtlaufzeit | Gesamtlaufzeit | ||
| Nicht bonitätsmäßig beeinträch- | Bonitätsmäßig | ||
| tigt (vereinfachter Ansatz) | beeinträchtigt | Gesamt | |
| (Stufe 2) | (Stufe 3) | ||
| TEUR | TEUR | ||
| 01.01.2024 | 12 | 7 | 19 |
| Zuführung | 0 | 8 | 8 |
| Inanspruchnahme | 0 | 0 | 0 |
| Auflösung | -3 | -7 | -10 |
| 31.12.2024 | 9 | 8 | 17 |
| --- | --- | --- | --- |
| Gesamtlaufzeit | Gesamtlaufzeit | ||
| Nicht bonitätsmäßig beeinträch- | Bonitätsmäßig | ||
| tigt (vereinfachter Ansatz) | beeinträchtigt | Gesamt | |
| (Stufe 2) | (Stufe 3) | ||
| TEUR | TEUR | ||
| 01.01.2023 | 12 | 3 | 15 |
| Zuführung | 0 | 7 | 7 |
| Inanspruchnahme | 0 | 0 | 0 |
| Auflösung | 0 | -3 | -3 |
| 31.12.2023 | 12 | 7 | 19 |
4.4. Sonstige nichtfinanzielle Vermögenswerte
| In TEUR | 31.12.2024 | 31.12.2023 |
| Vorauszahlungen | 109 | 321 |
| Forderungen gegenüber dem Finanzamt aus Umsatzsteuer | 36 | 36 |
| Gesamt | 145 | 357 |
Die geleisteten Vorauszahlungen betreffen im Wesentlichen Cloud-Dienstleistungen sowie Lizenz- und War- tungsverträge, die über einen bestimmten Zeitraum nach dem Bilanzstichtag erfüllt werden. Die Erfassung als Aufwand erfolgt in zukünftigen Perioden. 70 4.5. Anlagespiegel Die Entwicklung des Anlagevermögens stellt sich für das Geschäftsjahr 2024 wie folgt dar:
| Anschaffungs- und Herstellungskosten | Aufgelaufene Abschreibungen | Nettobuchwerte | ||||||||||
| 01.01.2024 | Zugänge | Abgänge | 31.12.2024 | 01.01.2024 | Zugänge | Abgänge | 31.12.2024 | 31.12.2024 | 31.12.2023 | |||
| Effekte aus Fremdwährung | Effekte aus Fremdwährung | |||||||||||
| TEUR | TEUR | TEUR | TEUR | TEUR | TEUR | TEUR | TEUR | TEUR | TEUR | TEUR | TEUR | |
| Geschäftswert | 6.834 | 0 | 0 | 0 | 6.834 | 6.834 | 0 | 0 | 0 | 6.834 | 0 | 0 |
| Sonstige immaterielle | 303 | 0 | 11 | 0 | 292 | 303 | 0 | 11 | 0 | 292 | 0 | 0 |
| Vermögenswerte | ||||||||||||
| Grundstücke und Gebäude, | 816 | 0 | 0 | 0 | 816 | 599 | 67 | 0 | 0 | 666 | 150 | 217 |
| grundstücksgleiche | ||||||||||||
| Rechte und Bauten | ||||||||||||
| Andere Anlagen, Betriebs- | 683 | 87 | 101 | -11 | 658 | 557 | 48 | 100 | -10 | 495 | 163 | 126 |
| und Geschäftsausstattung | ||||||||||||
| Sachanlagen | 1.499 | 87 | 101 | -11 | 1.474 | 1.157 | 115 | 100 | -10 | 1.161 | 313 | 343 |
| Gesamt | 8.636 | 87 | 112 | -11 | 8.600 | 8.293 | 115 | 111 | -10 | 8.287 | 313 | 343 |
71 Die Entwicklung des Anlagevermögens stellte sich für das Geschäftsjahr 2023 wie folgt dar:
| Anschaffungs- und Herstellungskosten | Aufgelaufene Abschreibungen | Nettobuchwerte | ||||||||||
| 01.01.2023 | Zugänge | Abgänge | 31.12.2023 | 01.01.2023 | Zugänge | Abgänge | 31.12.2023 | 31.12.2023 | 31.12.2022 | |||
| Effekte aus Fremdwährung | Effekte aus Fremdwährung | |||||||||||
| TEUR | TEUR | TEUR | TEUR | TEUR | TEUR | TEUR | TEUR | TEUR | TEUR | TEUR | TEUR | |
| Geschäftswert | 6.834 | 0 | 0 | 0 | 6.834 | 6.834 | 0 | 0 | 0 | 6.834 | 0 | 0 |
| Sonstige immaterielle | 315 | 0 | 12 | 0 | 303 | 315 | 0 | 12 | 0 | 303 | 0 | 0 |
| Vermögenswerte | ||||||||||||
| Grundstücke und Gebäude, | 586 | 270 | 40 | 0 | 816 | 499 | 113 | 14 | 0 | 599 | 217 | 87 |
| grundstücksgleiche | ||||||||||||
| Rechte und Bauten | ||||||||||||
| Andere Anlagen, Betriebs- | 600 | 135 | 0 | -8 | 683 | 518 | 84 | 43 | -1 | 557 | 126 | 82 |
| und Geschäftsausstattung | ||||||||||||
| Sachanlagen | 1.186 | 405 | 84 | -8 | 1.499 | 1.017 | 197 | 57 | -1 | 1.157 | 343 | 169 |
| Gesamt | 8.335 | 405 | 96 | -8 | 8.636 | 8.166 | 197 | 69 | -1 | 8.293 | 343 | 169 |
72 4.6. Geschäftswert und Impairment-Test Überblick Die verschiedenen Goodwills entstanden im Wesentlichen aus den Transaktionen im Jahr 1999. Hier wurden zum einen 100 Prozent der Anteile an der LMC LAN Management Consulting GmbH, Schweitenkirchen (heute REALTECH AG, Walldorf), erworben. Aus dieser Akquisition resultierte ein Goodwill in Höhe von 1.702 TEUR. Diese Gesellschaft war ausschließlich dem Segment „Operating Business Unit“ (heute Segment bzw. Zahlungs- mittel generierende Einheit / ZGE „Deutschland“) zuzuordnen. Die Software wurde eigenständig entwickelt und unter dem eigenen Markennamen „theGuard!“ vertrieben. Darüber hinaus wurden jeweils 100 Prozent der Anteile an der DB-Online GmbH, Mannheim (heute REALTECH AG, Leimen), sowie an der GloBE technology GmbH, Walldorf (heute REALTECH AG, Leimen), erworben. Hieraus ergab sich ein Goodwill für die DB-Online GmbH in Höhe von 3.969 TEUR und für die GloBE technology GmbH in Höhe von 229 TEUR. Beide Geschäftswerte waren in voller Höhe dem Segment „Operating Business Unit“ (heute Segment „Deutschland“, dies entspricht der ZGE „Deutschland“) zuzuordnen. In den Folgejahren wurde der Goodwill bis auf einen Wert von 4.091 TEUR wertgemindert und im Jahr 2022 vollständig wertberichtigt. Impairment-Test im Geschäftsjahr 2022 Im Geschäftsjahr 2022 wurde fortlaufend die Existenz eines Triggering-Events vor dem Hintergrund der sich nachhaltig verschärfenden wirtschaftlichen Lage infolge des Ukraine-Kriegs, damit verbundener Inflationsent- wicklungen und steigender Kosten geprüft. Es ist davon auszugehen, dass diese wirtschaftlichen Auswirkungen weiter anhalten werden. Die Zahlungsmittel generierenden Einheiten, denen ein Geschäftswert zugeordnet wurde, sind jährlich und bei gegebenem Anhaltspunkt auf eine Wertminderung der Einheit geprüft worden, indem der Buchwert der Ein- heit – einschließlich des Geschäftswerts – mit dem erzielbaren Betrag verglichen wurde: • Ist der erzielbare Betrag der Einheit höher als ihr Buchwert, sind die Einheit und der dieser zugeordnete Geschäftswert als nicht wertgemindert anzusehen. • Übersteigt der Buchwert der Einheit ihren erzielbaren Betrag, hat das Unternehmen Wertminderungs- aufwand zu erfassen. Für die ZGE Deutschland wurde zum Stichtag ein Impairment-Test durchgeführt, der im Folgenden beschrieben wird. Da für die ZGE Neuseeland kein Triggering-Event vorlag, wurde für diese kein Impairment-Test durchge- führt. Ableitung des Nettobuchwerts (Carrying Amount) Basierend auf der Bilanz der REALTECH AG wurde der Nettobuchwert bzw. Carrying Amount für die ZGE Deutschland ermittelt. Da der Goodwill-Impairment-Test auf das operative Geschäft abstellt und damit von Finanzierungs- und Steuereinflüssen absieht, sind bei der Ableitung des Nettobuchwerts diverse Bilanzposten abzugrenzen. Für die ZGE Deutschland ergab sich ein Carrying Amount von 4.205 TEUR. 73 Bestimmung des erzielbaren Betrags (Recoverable Amount) Der erzielbare Betrag bzw. Recoverable Amount bestimmte sich nachfolgend aus dem höheren Wert der bei- den Beträge aus beizulegendem Zeitwert abzüglich Verkaufskosten (Fair Value less Cost to sell) und Nutzungs- wert (Value in Use) der Zahlungsmittel generierenden Einheit. Zur rechnerischen Bestimmung des Recoverable Amount wurde das DCF-Verfahren auf Basis des Free-Cash- flow-Ansatzes angewandt. Dabei wurde der Recoverable Amount zunächst als Nachsteuerwert anhand eines Nachsteuer-WACC ermittelt, um konsistent zu den einfließenden Kapitalmarktparametern zu sein, die jeweils Steuereffekte enthalten. Anschließend wurde der Vorsteuer-WACC rechnerisch aus den Nachsteuerwerten er- mittelt. Die Berechnung des Free Cashflows erfolgte auf Basis des für die jeweilige ZGE geplanten Betriebsergebnisses (EBIT) sowie der ewigen Rente (Terminal Value). Der Detailplanungszeitraum betrag fünf Jahre. Die EBIT- Margen werden auf der Grundlage erwarteter, durchschnittlicher Werte unter Verwertung von Erkenntnissen der Auftragslage sowie der Pipeline und Marktentwicklungen berechnet. Die Ertragsteuern wurden auf Basis des EBIT und eines landestypischen Steuersatzes ermittelt. Bestehende steuerliche Verlustvorträge wurden im Rahmen des Impairment-Tests nicht berücksichtigt. Abschreibungen und Investitionen wurden in der Detailplanungsphase wie geplant angesetzt. Aufgrund des eingeschwungenen Zustands wurde davon ausgegangen, dass sich in der ewigen Rente Abschreibungen und Investitionen entspre- chen. Darüber hinaus wurden Änderungen des Bestands an Working Capital bei der Ermittlung des Free Cash- flows berücksichtigt. Der Free Cashflow wurde anhand gewichteter durchschnittlicher Kapitalkosten (WACC) auf den Bewertungs- stichtag 31.12.2022 diskontiert. Die dabei zu berücksichtigenden Eigenkapitalkosten wurden mit Hilfe des Ca- pital Asset Pricing Model (CAPM) ermittelt. Im Rahmen der Peer-Group-Analyse (Vergleichsunternehmen der- selben Branche) wurde auf Daten des Finanzdienstleisters S&P Capital IQ zurückgegriffen. Dies betraf u. a. die Ermittlung des Betafaktors, des Verschuldungsgrads oder der Fremdkapitalkosten/Credit Spread. Weitere Pa- rameter bilden die Marktrisikoprämie sowie der Basiszinssatz. Diese wurden in Anlehnung an die Vorgaben des FAUB des IDW ermittelt. Es wurde ein Wachstumsabschlag von 1,00 Prozent angenommen, der das weitere preisbedingte Wachstum in der Phase der ewigen Rente widerspiegelt. Zahlungsgenerierende Einheiten (ZGE) von Deutschland und Neuseeland weisen einen Buchwert von 0,00 EUR (Vorjahr: 0,00 EUR). 74 4.7. Leasingverhältnisse Nutzungsrechte (Right-of-use Asset)
| In TEUR | Grundstücke und Gebäude, | Andere Anlagen, Betriebs- |
| grundstücksgleiche Rechte | und Geschäftsausstattung | |
| und Bauten | ||
| Bestand 01.01.2023 | 78 | 30 |
| + Zugänge | 271 | 0 |
| ./. Abgänge | 26 | 0 |
| ./. Abschreibungen | 107 | 26 |
| Bestand 31.12.2023 | 217 | 4 |
| + Zugänge | 0 | 0 |
| ./. Abgänge | 0 | 0 |
| ./. Abschreibungen | 68 | 4 |
| Bestand 31.12.2024 | 149 | 0 |
Sämtliche vom REALTECH-Konzern genutzte Büroflächen werden in Form von Leasingverträgen akquiriert. Im Wesentlichen beträgt die vertraglich vereinbarte Dauer der Leasingverhältnisse bis vier Jahre. Die in den anderen Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung dargestellten Nutzungsrechte betreffen über- wiegend Fahrzeuge sowie EMC Storage im Vorjahr. Die Leasingverhältnisse wurden im Wesentlichen über die Dauer von fünf Jahren geschlossen. Zum Bilanzstichtag haben die aktivierten Nutzungsrechte eine Nutzungsdauer von über einem Jahr.
| In TEUR | 2024 | 2023 |
| Sonstiger betrieblicher Aufwand | ||
| - Leasingverhältnisse mit geringwertigen Vermögenswerten | 0 | 13 |
| Aufwendungen für Leasingverhältnisse innerhalb des Finanzergebnisses | ||
| - Zinsaufwendungen | 8 | 11 |
Es bestehen keine variablen Leasingzahlungen. 75 IFRS 16 hatte folgende wesentliche Einflüsse auf die Konzernbilanz:
| In TEUR | 31.12.2024 | 31.12.2023 |
| Konzernbilanz | ||
| AKTIVA | ||
| Sachanlagevermögen | ||
| - Nutzungsrechte Immobilie | 149 | 216 |
| - Nutzungsrechte Fahrzeuge | 0 | 4 |
| Gesamt | 149 | 220 |
| PASSIVA | ||
| Kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten | 69 | 155 |
| Langfristige finanzielle Verbindlichkeiten | 86 | 75 |
| Gesamt | 155 | 230 |
Im Geschäftsjahr haben Leasingverhältnisse zu Zahlungsmittelabflüssen in Höhe von 75 TEUR (Vorjahr: 132 TEUR) geführt. 76 4.8. Eigenkapital Gezeichnetes Kapital Das gezeichnete Kapital ist voll eingezahlt. Die Anzahl der per 31. Dezember 2024 ausgegebenen nennwertlo- sen Stückaktien belief sich auf 5.385.652,00 (analog zum Vorjahr). Auf jede Aktie entfällt ein rechnerischer Nennwert von 1,00 EUR. Zum Bilanzstichtag betrug das gezeichnete Kapital 5.385.652,00 EUR. Genehmigtes Kapital Der Vorstand wurde durch den Hauptversammlungsbeschluss vom 15. Juli 2020 ermächtigt, bis zum 14. Juli 2025 das Grundkapital um insgesamt bis zu 2.692.826 EUR gegen Ausgabe neuer, auf den Inhabenden lautende Stückaktien gegen Bar- und/oder Sacheinlagen einmalig oder mehrmals zu erhöhen. Der Vorstand ist jedoch ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht der Aktieninhabenden auszuschließen (Geneh- migtes Kapital 2020). Schaffung von Bedingtem Kapital 2020 Grundlage für die Implementierung eines neuen Aktienoptionsprogramms an den Vorstand im Jahr 2021 war die Schaffung eines Bedingten Kapitals, welcher die Hauptversammlung am 15. Juli 2020 zugestimmt hat. Tz. 4 der Satzung wurde um folgende neue Tz. 4.4 ergänzt: „Das Grundkapital der Gesellschaft wird gemäß § 192. Abs. 3 Satz 1 AktG um bis zu 525.000 EUR durch Ausgabe von bis zu 525.000 neuer, auf den Inhaber lautenden Stückaktien bedingt erhöht (Bedingtes Kapital 2020). Das Bedingte Kapital 2020 dient ausschließlich der Bedie- nung von Bezugsrechten aus Aktienoptionen von Mitgliedern des Vorstands, die aufgrund der Ermächtigung der Hauptversammlung vom 15. Juli 2020 gewährt werden. Die bedingte Kapitalerhöhung wird nur insoweit durchgeführt, wie die Inhabenden der ausgegebenen Bezugsrechte hiervon Gebrauch machen und die Gesell- schaft nicht in Erfüllung dieser Bezugsrechte eigene Aktien gewährt. Die neuen Aktien nehmen vom Beginn des Geschäftsjahres an, für das zum Zeitpunkt der Ausübung der Bezugsrechte noch kein Beschluss über die Verwendung des Bilanzgewinns gefasst worden ist, am Gewinn teil.“ Der Aufsichtsrat wird ermächtigt, Tz. 4.1 der Satzung (Grundkapital und Aktien) entsprechend der Durchfüh- rung der Kapitalerhöhung anzupassen sowie alle sonstigen damit im Zusammenhang stehenden Änderungen der Satzung vorzunehmen, die nur die Fassung betreffen. Entsprechendes gilt für den Fall der Nichtausnutzung von Bezugsrechten aus Aktienoptionen nach Ablauf des Ermächtigungszeitraums sowie der Nichtausnutzung des Bedingten Kapitals nach Ablauf der Fristen für die Ausgabe von Aktienoptionen. Kapitalrücklage Die Kapitalrücklage resultiert insbesondere aus Zuzahlungen im Rahmen des Börsengangs sowie aus Zuzahlun- gen bei der Wandlung von Wandelschuldverschreibungen. Im Geschäftsjahr 2024 wurden keine Entnahmen aus der Kapitalrücklage getätigt. Die Zuführung der Kapitalrücklage in Höhe von 74 TEUR im Geschäftsjahr (Vor- jahr: 74 TEUR) resultiert aus der anteilsbasierten Vergütung (zum Stichtag 31.12.2024 in Höhe von 206 TEUR). Sonstiges Eigenkapital Das sonstige Eigenkapital umfasst den sich aus der Währungsumrechnung ergebenden Unterschiedsbetrag. 77 4.9. Latente Steuern sowie Ertragsteuerforderungen und -verbindlichkeiten Tatsächliche Steuerschulden:
| In TEUR | 31.12.2024 | 31.12.2023 |
| Schulden der REALTECH Neuseeland gegenüber neuseeländischen Steu- | 0 | 116 |
| erbehörden | ||
| Tatsächliche Steuerschulden | 0 | 116 |
Zum Geschäftsjahresende bestehen inländische steuerliche Verlustvorträge in der Gewerbesteuer in der Grö- ßenordnung von ca. 15,5 Mio. EUR (Vorjahr: ca. 15,4 Mio. EUR) und in der Körperschaftsteuer in der Größen- ordnung von ca. 15,5 Mio. EUR (Vorjahr: ca. 15,4 Mio. EUR), für die keine latenten Steueransprüche angesetzt wurden und die unbeschränkt vortragsfähig sind. Die tatsächlichen Steuerschulden des Vorjahres entfielen auf neuseeländische Körperschaftsteuer (Corporate Income Tax). Zum Bilanzstichtag des Geschäftsjahres waren Schulden in Zusammenhang mit der Körperschaftsteuer für das laufende Geschäftsjahr vollständig durch Zah- lung ausgeglichen. Die latenten Steuerabgrenzungen sind den Bilanzpositionen wie folgt zuzuordnen:
| In TEUR | 31.12.2024 | 31.12.2023 |
| Finanzielle Verbindlichkeiten - kurzfristig | 10 | 9 |
| Sonstige Verbindlichkeiten | 24 | 24 |
| Finanzielle Verbindlichkeiten - langfristig | 3 | 13 |
| Latente Steueransprüche | 38 | 46 |
| --- | --- | --- |
| In TEUR | 31.12.2024 | 31.12.2023 |
| Sachanlagen | 13 | 22 |
| Latente Steuerschulden | 13 | 22 |
Bilanzausweis nach Saldierung:
| In TEUR | 31.12.2024 | 31.12.2023 | ||
| Lat. Steueran- | Lat. Steuerver- | Lat. Steueran- | Lat. Steuerver- | |
| sprüche | bindlichkeiten | sprüche | bindlichkeiten | |
| Vor Saldierung | 38 | 13 | 46 | 22 |
| Saldierung | -13 | -13 | -22 | -22 |
| Bilanzausweis nach Saldierung | 25 | 0 | 24 | 0 |
78 4.10. Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten
| In TEUR | 31.12.2024 | 31.12.2023 |
| Verbindlichkeiten aus ausstehenden Rechnungen | 141 | 86 |
| Abschlusserstellung und -prüfung | 81 | 91 |
| Leasingverbindlichkeiten - kurzfristig | 69 | 75 |
| Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten - kurzfristig | 291 | 252 |
| --- | --- | --- |
| In TEUR | 31.12.2024 | 31.12.2023 |
| Leasingverbindlichkeiten - langfristig | 87 | 155 |
| Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten - langfristig | 87 | 155 |
4.11. Sonstige Verbindlichkeiten
| In TEUR | 31.12.2024 | 31.12.2023 |
| Mitarbeiterboni | 160 | 296 |
| Abgrenzung für nicht genommenen Urlaub | 229 | 256 |
| Lohnsteuerverpflichtungen | 67 | 74 |
| Umsatzsteuerverpflichtungen | 67 | 64 |
| Übrige | 9 | 7 |
| Sonstige Verbindlichkeiten - kurzfristig | 532 | 697 |
79 5. Sonstige Angaben 5.1. Zusätzliche Angaben zur Konzern-Kapitalflussrechnung Die Konzernkapitalflussrechnung zeigt, entsprechend IAS 7 getrennt nach Mittelzu- und -abflüssen, die Ent- wicklung der Zahlungsmittelströme aus der betrieblichen Tätigkeit sowie aus der Investitions- und Finanzie- rungstätigkeit. Die Ermittlung des Cashflows erfolgt nach der indirekten Methode aus dem Konzernabschluss der REALTECH AG. Die Zahlungsmittel der Konzernkapitalflussrechnung umfassen alle in der Konzernbilanz aus- gewiesenen Barmittel und Bankguthaben. Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente in der Bilanz umfas- sen den Kassenbestand, Bankguthaben und kurzfristige Einlagen mit ursprünglichen Fälligkeiten von weniger als drei Monaten. Die Zahlungsmittel unterliegen keinen Verfügungsbeschränkungen. Zum Stichtag 31.12.2024 betrugen die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 1.358 TEUR (AG: 389 TEUR; Tochter: 969 TEUR). Zum Stichtag 31.12.2023 betrugen die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 2.317 TEUR (AG: 1.369 TEUR; Tochter: 948 TEUR). Die wechselkursbedingten Veränderungen der liquiden Mittel werden gesondert ausgewiesen.
| In TEUR | 31.12.2024 | 31.12.2023 |
| Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit | 722 | 188 |
| Cashflow aus Investitionstätigkeit | -1.554 | -1.551 |
| Cashflow aus Finanzierungstätigkeit | -74 | -132 |
| Auswirkungen von Wechselkursänderungen auf | -53 | -32 |
| Barmittel und Bankguthaben | ||
| Nettoveränderung der Barmittel und Bankguthaben | -960 | -1.527 |
| Barmittel und Bankguthaben zu Beginn | 2.317 | 3.845 |
| des Geschäftsjahres | ||
| Barmittel und Bankguthaben am Ende | 1.358 | 2.318 |
| des Geschäftsjahres |
Die dargestellten Barmittel und Bankguthaben am Ende des Geschäftsjahres über 1.358 TEUR (Vorjahr: 2.317 TEUR) umfassen dabei kurzfristige Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente gemäß der Definition nach IAS 7. Zusätzlich bestehen kurzfristige Festgeldkonten zum Stichtag über 4.689 TEUR (Vorjahr: 2.230 TEUR), welche in der Konzernbilanz unter den kurzfristigen sonstigen finanziellen Vermögenswerten ausgewiesen werden. Die Festgeldkonten sollen grundsätzlich mittelfristig angelegt werden, jedoch lag die jeweilige Rest- laufzeit bei Neuanlage bisher je unter einem Jahr. Die kurzfristige Festgeldanlage generiert zusätzlich Erträge in der Zeit erhöhter Zinsen. 80 Verbindlichkeiten aus Finanzierungstätigkeit
| In TEUR | 31.12.2024 | 31.12.2023 |
| Leasingverbindlichkeiten | 155 | 230 |
| - davon kurzfristig | 69 | 75 |
| - davon langfristig | 86 | 155 |
Überleitung der Verbindlichkeiten aus Finanzierungstätigkeiten 2024
| Bezeichnung | Stand | Zahlungswirksame | Sonstige | Stand |
| 01.01.2024 | Veränderung | Veränderungen | 31.12.2024 | |
| TEUR | TEUR | TEUR | TEUR | |
| Leasingverbindlichkeiten | 230 | 75 | 0 | 155 |
Überleitung der Verbindlichkeiten aus Finanzierungstätigkeiten 2023
| Bezeichnung | Stand | Zahlungswirksame | Sonstige | Stand |
| 01.01.2023 | Veränderung | Veränderungen | 31.12.2023 | |
| TEUR | TEUR | TEUR | TEUR | |
| Leasingverbindlichkeiten | 118 | -132 | 244 | 230 |
5.2. Segmentberichterstattung Die Segmentberichterstattung erfolgt im Einklang mit IFRS 8 nach dem „Management Approach“ und orientiert sich an der internen Organisations- und Managementstruktur unter Einbezug des internen Berichtswesens an den Vorstand der REALTECH AG. Der REALTECH-Konzern betreibt Geschäftstätigkeiten, mit denen Erträge er- wirtschaftet werden und bei denen Aufwendungen anfallen können, deren EBIT regelmäßig vom Vorstand der REALTECH AG im Hinblick auf Entscheidungen über die Verteilung von Ressourcen und die Bewertung der Er- tragskraft überprüft wird und für die relevante Finanzinformationen vorliegen. Vor diesem Hintergrund berichtet der REALTECH-Konzern über die Segmente nach einer geographischen Ab- grenzung. Dabei umfasst das Segment Deutschland die REALTECH AG und das Segment Asia-Pacific die REALTECH Ltd. in Neuseeland. Relevant für die Zuordnung der Segmentumsatzerlöse ist der Sitz der Gesell- schaft, die die Umsätze erzielt und nicht der Sitz des Kunden. Insbesondere das Segment Deutschland realisiert auch Umsätze mit Kunden, die nicht in Deutschland ansässig sind. Das Segment Deutschland vertreibt eigene Softwareprodukte und damit zusammenhängende Beratungsdienstleistungen. Das Segment Asia-Pacific er- bringt Dienstleistungen im SAP-Umfeld. Innerhalb der einzelnen Segmente werden dieselben Rechnungslegungsgrundsätze wie auf Ebene des Gesamt- konzerns angewendet. Die Leistungen der Segmente werden im Wesentlichen anhand des Umsatzes und des EBIT beurteilt. Die Zuordnung der Umsatzerlöse gegenüber Dritten erfolgt nach dem Sitz der verkaufenden Unternehmenseinheit. Die in der Segmentberichterstattung ausgewiesenen Umsatzerlöse bestehen gegen- über externen Kunden. 81 Wie im Vorjahr hat der REALTECH-Konzern mit keinem Kunden mehr als 10 Prozent der konsolidierten Umsatz- erlöse des Konzerns über alle operativen Segmente hinweg erzielt. Im Betriebsergebnis sind im Segment Deutschland 67 TEUR (Vorjahr: 133 TEUR) und im Segment Asia-Pacific TEUR 49 (Vorjahr: 64 TEUR) an planmä- ßigen Abschreibungen enthalten.
| 2024 | Deutschland | Asia-Pacific | Konsolidierung | Konzern |
| TEUR | TEUR | TEUR | TEUR | |
| Umsatzerlöse gesamt | 6.260 | 3.921 | 0 | 10.181 |
| Betriebsergebnis (EBIT) | -333 | 456 | -1 | 122 |
| Ergebnis vor Steuern | 176 | 492 | -361 | 306 |
| Vermögenswerte | 6.761 | 1.721 | -585 | 7.897 |
| Schulden | 1.025 | 653 | 0 | 1.678 |
| Mitarbeitende | Mitarbeitende | Mitarbeitende | Mitarbeitende | |
| Mitarbeitende am | 47 | 22 | 0 | 69 |
| Bilanzstichtag | ||||
| --- | --- | --- | --- | --- |
| 2023 | Deutschland | Asia-Pacific | Konsolidierung | Konzern |
| TEUR | TEUR | TEUR | TEUR | |
| Umsatzerlöse gesamt | 6.298 | 4.267 | 0 | 10.565 |
| Betriebsergebnis (EBIT) | -350 | 663 | 0 | 314 |
| Ergebnis vor Steuern | 146 | 691 | -421 | 416 |
| Vermögenswerte | 6.984 | 2.115 | -585 | 8.514 |
| Schulden | 1.110 | 975 | 0 | 2.085 |
| Mitarbeitende | Mitarbeitende | Mitarbeitende | Mitarbeitende | |
| Mitarbeitende am | 45 | 21 | 0 | 66 |
| Bilanzstichtag |
82 5.3. Finanzinstrumente Die Buchwerte und beizulegenden Zeitwerte der Finanzinstrumente stellen sich wie folgt dar:
| 31.12.2024 | |||
| Buchwerte (TEUR) | Bewertungskategorie | Fair Value (TEUR) | |
| IFRS 9 | |||
| Barmittel und Bankguthaben | 1.358 | AC | 1.358 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leis- | 848 | AC | 848 |
| tungen (inkl. | |||
| Wertminderungen) | |||
| Anleihen | 837 | AC | 837 |
| Festgeld | 4.688 | AC | 4.688 |
| Summe Vermögenswerte | 7.731 | 7.731 | |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und | 305 | AC | 305 |
| Leistungen | |||
| Sonstige finanzielle | 222 | n. a.* | 222 |
| Verbindlichkeiten | |||
| Verbindlichkeiten aus Leasing | 155 | n. a. | 155 |
| Summe Verbindlichkeiten | 682 | 682 |
*Resultiert ausschließlich aus Verbindlichkeiten in Zusammenhang mit ausstehenden Eingangsrechnungen und der Ab- grenzung für Prüfungs- und Erstellungskosten; diese fallen nicht in den Anwendungsbereich des IFRS 9.
| 31.12.2023 | |||
| Buchwerte (TEUR) | Bewertungskategorie | Fair Value (TEUR) | |
| IFRS 9 | |||
| Barmittel und Bankguthaben | 2.317 | AC | 2.317 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leis- | 1.101 | AC | 1.101 |
| tungen (inkl. | |||
| Wertminderungen) | |||
| Anleihen | 1.932 | AC | 1.932 |
| Sonstige finanzielle | 2.230 | AC | 2.230 |
| Vermögenswerte | |||
| Summe Vermögenswerte | 7.580 | 7.580 | |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und | 301 | AC | 301 |
| Leistungen | |||
| Sonstige finanzielle | 177 | n. a.* | 177 |
| Verbindlichkeiten | |||
| Verbindlichkeiten aus Leasing | 230 | n. a. | 230 |
| Summe Verbindlichkeiten | 708 | 708 |
*Resultiert ausschließlich aus Verbindlichkeiten in Zusammenhang mit ausstehenden Eingangsrechnungen und der Ab- grenzung für Prüfungs- und Erstellungskosten; diese fallen nicht in den Anwendungsbereich des IFRS 9. 83 Aufgrund der kurzfristigen Fälligkeit von Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und der weiteren finanziellen Verpflichtungen ist davon auszugehen, dass der Buchwert annähernd dem beizulegenden Zeitwert entspricht. Gleiches ist aufgrund der kurzen Laufzeit auch für die Barmittel und Bankguthaben, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstigen finanziellen Vermögenswerte anzunehmen. Für die verzinslichen Anleihen ergibt sich der Fair Value aus der Preisnotierung am Stichtag. Der Buchwert stellt das maximale Ausfallrisiko für finanzielle Vermögenswerte dar. Nettogewinne und -verluste Die folgende Tabelle stellt die in der Konzerngesamtergebnisrechnung berücksichtigten Nettogewinne und - verluste von zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten finanziellen Vermögenswerten sowie Leasing- verhältnissen dar:
| 2024 | Zinsen | Abgänge | Wertberich- | Wertauf- | Währungsum- | Nettoer- |
| in TEUR | tigungen | holung | rechnungen | gebnis | ||
| Zu fortgeführten Anschaf- | 193 | 0 | -1 | 8 | -12 | 188 |
| fungskosten bewertete fi- | ||||||
| nanzielle Vermögens- | ||||||
| werte inkl. Zahlungsmittel | ||||||
| und Zahlungsmitteläqui- | ||||||
| valente | ||||||
| Leasingverbindlichkeiten | -8 | 0 | 0 | 0 | 0 | -8 |
Die Wertaufholung hinsichtlich finanzieller Vermögenswerte betreffen den Wegfall des Grundes für die Wert- berichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen.
| 2023 | Zinsen | Abgänge | Wertberich- | Wertauf- | Währungsum- | Nettoer- |
| in TEUR | tigungen | holung | rechnungen | gebnis | ||
| Zu fortgeführten Anschaf- | 113 | 0 | -4 | 3 | -2 | 110 |
| fungskosten bewertete fi- | ||||||
| nanzielle Vermögens- | ||||||
| werte inkl. Zahlungsmittel | ||||||
| und Zahlungsmitteläqui- | ||||||
| valente | ||||||
| Leasingverbindlichkeiten | -11 | 0 | 0 | 0 | 0 | -11 |
84 Finanzielle Risiken Die wesentlichen finanziellen Risiken des Konzerns liegen im Kreditrisiko aufgrund des möglichen Forderungs- ausfalls, im Liquiditätsrisiko sowie im Marktrisiko, welches im Wesentlichen aus Währungs- und Zinsrisiken besteht. Währungs- und Zinsrisiken Da REALTECH einen Teil seines Geschäfts in Fremdwährung abwickelt, besteht prinzipiell ein Währungsrisiko. Periodische Schwankungen einzelner Währungen können sich auf die Umsatzerlöse und Ergebnisse des REALTECH-Konzerns auswirken, wenn es bei Kunden aus einem anderen Währungsraum nicht gelingt, in Euro zu fakturieren. Die Aufwertung des Euro im Verhältnis zu anderen Währungen wirkt sich dabei im Allgemeinen negativ, eine Abwertung des Euro positiv aus. Zur Darstellung des Marktrisikos sind gemäß IFRS 7 Sensitivitätsanalysen erforderlich, aus denen hervorgeht, wie sich hypothetische Änderungen der relevanten Risikovariablen auf das Konzernjahresergebnis oder andere im Eigenkapital erfasste Wertänderungen ausgewirkt hätten. Die Risiken hieraus schätzt das Unternehmen als gegeben und nur bedingt kalkulierbar ein. REALTECH über- wacht potenzielle Währungsschwankungsrisiken auf der Basis von Bilanzpositionen und erwarteten Zahlungs- strömen. Die Geschäftstätigkeit des Konzerns findet bezogen auf den Umsatz zu 47 Prozent (Vorjahr: 53 Prozent) im Euro-Raum statt. Trotzdem erstellen wir unsere Rechnungen überwiegend in EUR. Wechselkursänderungen bei einer der übrigen Konzernwährungen (NZD) hätten demnach entsprechende Auswirkungen auf die finanzwirt- schaftliche Situation des Konzerns. Wechselkurserhöhungen oder -verminderungen von jeweils 5 Prozent wür- den bezogen auf den Forderungsbestand das Ergebnis um rd. 17 TEUR be- oder entlasten. Der REALTECH-Konzern verfügte während des Geschäftsjahres 2024, wie auch während des Vorjahres, über keine wesentlichen Netto-Finanzverbindlichkeiten. Aus diesem Grund wurde auf die Darstellung potenzieller Zinsänderungsrisiken gemäß IFRS 7 mittels Sensitivitätsanalyse verzichtet. 85 Kreditrisiken Kreditrisiken bei Forderungen aus Lieferungen und Leistungen:
| Gesamtlaufzeit | Gesamtlaufzeit | ||
| 31.12.2024 | Nicht bonitätsmäßig | Bonitätsmäßig | Gesamt |
| In TEUR | beeinträchtigt | beeinträchtigt | |
| (Stufe 2) | (Stufe 3) | ||
| Bruttobuchwert | 865 | 8 | 873 |
| Nicht fällig | 239 | 0 | 238 |
| 0 bis 29 Tage überfällig | 494 | 0 | 494 |
| 30 bis 59 Tage überfällig | 86 | 8 | 94 |
| 60 bis 89 Tage überfällig | 24 | 0 | 24 |
| 90 bis 120 Tage überfällig | 16 | 0 | 16 |
| Über 120 Tage überfällig | 6 | 0 | 6 |
| --- | --- | --- | --- |
| Gesamtlaufzeit | Gesamtlaufzeit | ||
| 31.12.2023 | Nicht bonitätsmäßig | Bonitätsmäßig | Gesamt |
| In TEUR | beeinträchtigt | beeinträchtigt | |
| (Stufe 2) | (Stufe 3) | ||
| Bruttobuchwert | 1.114 | 7 | 1.121 |
| Nicht fällig | 593 | 0 | 593 |
| 0 bis 29 Tage überfällig | 416 | 0 | 416 |
| 30 bis 59 Tage überfällig | 47 | 0 | 47 |
| 60 bis 89 Tage überfällig | 42 | 0 | 42 |
| 90 bis 120 Tage überfällig | 2 | 0 | 2 |
| Über 120 Tage überfällig | 15 | 7 | 22 |
Sofern ein objektiver Hinweis auf Wertminderung vorliegt, wird die entsprechende Forderung der Stufe 3 zu- geordnet und eine Abgrenzung in Form einer Einzelwertberichtigung vorgenommen. Der Wert der Einzelbe- richtigung auf Forderungen wird aufgrund der Beurteilung des Einzelrisikos jeder einzelnen Forderung ermit- telt. Zum Stichtag sind Einzelwertberichtigungen von 8 TEUR (Vorjahr: 7 TEUR) gebildet. Aufgrund der Tatsache, dass kein REALTECH-Kunde mehr als 10 Prozent zum Umsatz beiträgt, ist das Haftungs- bzw. Kreditrisiko für den Konzern von untergeordneter Bedeutung. Zum 31.12.2024 lagen wie im Vorjahr keine Hinweise für Wertminderungen auf sonstige finanzielle Forderungen vor. Erwartete Kreditverluste wurden in Deutschland mit einer durchschnittlichen Verlustquote von 2,3494 Prozent (Vorjahr: 2,2253 Prozent) auf sämtliche, nicht einzelwertberichtigte Forderungen aus Lieferungen und Leistun- gen und Ausleihungen berücksichtigt. Die Wertberichtigungen für erwartete Kreditverluste auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen betragen zum 31.12.2024 9 TEUR (Vorjahr: 12 TEUR) und für Finanzielle Ver- mögenswerte 0 TEUR (Vorjahr: 4 TEUR). Da in Neuseeland keine Kreditverluste in den letzten drei Jahren zu verzeichnen waren, wurde auch kein Verlust für diesen Markt berücksichtigt. 86 Liquiditätsrisiken Darstellung durch Angabe der Fälligkeit (Liquiditätswirksamkeit) der einzelnen Finanzverbindlichkeitspositionen:
| 31.12.2024 | 31.12.2023 | |||||
| Restlaufzeit | ||||||
| In TEUR | Bis zu 1 Jahr | Mehr als | Mehr als | Bis zu | Mehr als | Mehr als |
| 1 Jahr und | 5 Jahre | 1 Jahr | 1 Jahr und | 5 Jahre | ||
| bis zu | bis zu 5 | |||||
| 5 Jahren | Jahren | |||||
| Verbindlichkeiten | 305 | 0 | 0 | 301 | 0 | 0 |
| aus Lieferungen | ||||||
| und Leistungen | ||||||
| Leasingverbind- | 69 | 86 | 0 | 75 | 155 | 0 |
| lichkeiten | ||||||
| Sonstige finanzi- | 221 | 0 | 0 | 178 | 0 | 0 |
| elle Verbindlich- | ||||||
| keiten | ||||||
| Gesamt | 595 | 86 | 0 | 554 | 155 | 0 |
5.4. Kapitalmanagement Vorrangiges Ziel des Kapitalmanagements des Konzerns ist es, sicherzustellen, dass auch in Zukunft die Schul- dentilgungsfähigkeit und die finanzielle Substanz des Konzerns erhalten bleiben. Das Ziel des Kapitalmanage- ments, eine starke Eigenkapitalbasis beizubehalten, ist unverändert. Neben der monatlichen Überwachung der liquiden Mittel und verfügungsbeschränkten Termingelder ist das Ausfallrisikomanagement von besonderer Bedeutung. Ausfallrisikomanagement Forderungen aus Lieferungen und Leistungen bestehen gegenüber einer großen Anzahl über unterschiedliche Branchen und geografische Gebiete verteilter Kunden. Regelmäßige Kreditbeurteilungen werden hinsichtlich des finanziellen Zustands der Forderungen durchgeführt. 5.5. Abschlussprüferhonorare Für die erbrachten Dienstleistungen des Abschlussprüfers des Konzernabschlusses, PKF Wulf & Partner Part- nerschaft mbB Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Steuerberatungsgesellschaft, wurden folgende Honorare im Geschäftsjahr 2024 in Rechnung gestellt.
| In TEUR | REALTECH AG 2024 |
| Abschlussprüferhonorar | 92 |
| Steuerberatungsleistungen | 0 |
| Sonstige Beratungsleistungen | 1 |
Die Abschlussprüferhonorare beziehen sich auf die Jahres- und Konzernabschlussprüfung sowie die formelle Prüfung des Vergütungsberichts nach § 162 AktG. 87 5.6. Mitglieder und Bezüge des Aufsichtsrats und des Vorstands Aufsichtsrat Zusammensetzung des Aufsichtsrats Dr. Martin Bürmann Rechtsanwalt und Partner, RITTERSHAUS Rechtsanwälte Partnerschaftsgesellschaft mbB Aufsichtsratsvorsitz und Finanzexperte (Financial Expert); Aufsichtsratsvorsitz mit Wirkung zum 1.10.2018 Mitgliedschaften in Kontrollgremien: • Stellvertretender Aufsichtsratsvorsitz der MAS Consult AG, Eppelheim Winfried Rothermel Unternehmer und Geschäftsführer der abcverlag GmbH, PrintNet Gesellschaft für Medienintegration mbH und Print Medien Holding GmbH Mitgliedschaften in Kontrollgremien: • Mitglied des Aufsichtsrats der MAS Consult AG, Eppelheim • Mitglied des Aufsichtsrats der GEUDER AG, Heidelberg • Mitglied des Aufsichtsrats der Go7 AG, Mannheim Matthias Blatz Geschäftsführer und Unternehmer, Heidelberg iT Management GmbH & Co. KG Abberufen am 17.06.2024 Dr. Alexander Wünsche Wirtschaftsprüfer, Steuerberater und Partner der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft FALK GmbH & Co KG Stellvertretung Aufsichtsratsvorsitz mit Wirkung zum 20.06.2024 Mitgliedschaften in Kontrollgremien: • Mitglied des Verwaltungsrats der Sparkasse Starkenburg, Heppenheim 88 Vorstand Zusammensetzung des Vorstands Daniele Di Croce Diplom-Ingenieur (FH), Chief Executive Officer und Vorstandsvorsitzender mit Wirkung zum 15.1.2016 Dr. Bernd Kappesser Dr. rer. nat., Chief Operating Officer und Mitglied des Vorstands mit Wirkung zum 1.6.2018 Dr. Wolfgang Erlebach Dr. rer. pol., Chief Financial Officer und Mitglied des Vorstands mit Wirkung zum 12.7.2028 Abberufen als CFO am 30.06.2024 Bezüge des Aufsichtsrates und Vorstandes Für die Angaben zu den Bezügen an Aufsichtsrat und Vorstand im Geschäftsjahr und Vorjahr verweisen wir auf die Angaben unter „Vergütung nach IAS 24“. 89 Anteilsbasierte Vergütung Long Term Incentive 2022 Der Vorstand und Aufsichtsrat haben der Hauptversammlung am 15.7.2020 vorgeschlagen, das Kapital der Gesellschaft um 525.000 EUR bedingt zu erhöhen (TOP 5: Aktienoptionsplan, Bedingtes Kapital 2020). Die Hauptversammlung hat diesem Tagesordnungspunkt zugestimmt. Der Aufsichtsrat ist somit ermächtigt, bis zum 14.7.2025 einmalig oder mehrmals bis zu 525.000 Stück Bezugs- rechte auf Aktien an der Gesellschaft an den Vorstand auszugeben. Die Ausarbeitung eines Aktienoptionspro- gramms für den Vorstand hat im Geschäftsjahr 2021 stattgefunden. Die erste Ausgabe von Bezugsrechten für das Geschäftsjahr 2020 erfolgte im September 2021 innerhalb des vereinbarten Zeitraums. Es wurden pro Vor- stand 60.000, insgesamt 180.000 Aktienoptionen ausgegeben. Weitere Ausgaben erfolgten im April und Okto- ber 2022, mit kumuliert 115.000 Aktienoptionen pro Vorstand, insgesamt 345.000 Aktienoptionen. Damit sind alle Aktienoptionen aus dem Aktienoptionsplan 2020 an die Mitglieder des Vorstands ausgegeben worden. Die Wartezeit bis zur erstmöglichen Optionsausübung (Vesting Period) beträgt jeweils 4 Jahre, die gesamte Laufzeit jeweils 7 Jahre. Folgende Parameter liegen der Bewertung zugrunde:
| • | Methode: | Black-Scholes-Merton | |
| • | Risikoloser Zins: | September 2021: | -0,59 Prozent p. a., |
| April 2022: | -0,01 Prozent p. a. und | ||
| Oktober 2022: | + 1,21 Prozent p. a. | ||
| • | Volatilität: | September 2021: | 54 Prozent p. a., |
| April 2022: | 53 Prozent p. a. und | ||
| Oktober 2022: | 50 Prozent p. a. | ||
| • | Dividendenrendite: | Jeweils 0 Prozent | |
| • | Basispreis: | September 2021: | 1,67 EUR/Aktie, |
| April 2022: | 1,49 EUR/Aktie und | ||
| Oktober 2022: | 1,31 EUR/Aktie. | ||
| • | Ausübungshürde: | Jeweils Steigerung um mindestens 50 Prozent gegenüber Basispreis | |
| • | Begrenzung: | Jeweils 8 EUR Ausübungsgewinn/Option |
Der Fair Value für die ausgegebene Tranche im September 2021 beläuft sich zum Zeitpunkt der Bewertung auf 0,59 EUR pro Aktienoption. Für die Tranchen im April 2022 (bzw. Oktober 2022) ist der Fair Value 0,57 EUR (0,53 EUR) pro Aktienoption. Der im Personalaufwand erfasste Aufwand aus dem Aktienoptionsprogramm für das Geschäftsjahr 2022 be- läuft sich insgesamt auf 74 TEUR (Vorjahr: 74 TEUR) 90 Geschäfte mit nahestehenden Personen Die REALTECH AG ist das übergeordnete Mutterunternehmen des REALTECH-Konzerns. Die Gesellschaft wird im Streubesitz von Beteiligungsgesellschaften sowie von Privatpersonen gehalten. Während des Berichtszeit- raums war die Gesellschaft zu keinem Zeitpunkt im mehrheitlichen Besitz einer Partei. Zu den nahestehenden Personen zählen die Organe der REALTECH AG sowie Unternehmen, auf die REALTECH oder ihr nahestehende Personen einen wesentlichen Einfluss ausüben können. Im Geschäftsjahr 2024 haben Unternehmen des REALTECH-Konzerns mit Mitgliedern des Aufsichtsrats oder des Vorstands der REALTECH AG sowie mit anderen Mitgliedern des Managements in Schlüsselpositionen bzw. mit Gesellschaften, in deren Geschäftsführungs- oder Aufsichtsgremien diese Personen vertreten sind, fol- gende berichtspflichtige Geschäfte vorgenommen: Vergütung nach IAS 24
| In TEUR | 2024 | 2023 |
| Kurzfristig fällige Leistungen an den Vorstand | 505 | 693 |
| Anteilsbasierte Vergütung des Vorstands* | 0 | 0 |
| Summe Vorstand | 505 | 693 |
| Kurzfristig fällige Leistungen an den Aufsichtsrat | 55 | 47 |
| Summe Aufsichtsrat | 55 | 47 |
* Fair Value der im Vorjahr ausgegebenen Aktienoptionen; im Geschäftsjahr wurden aus dem Aktienoptionsprogramm 74 TEUR (Vorjahr: 74 TEUR) aufwandswirksam im Personalaufwand erfasst. Die Vergütung der Organe des Konzerns umfasst Gehälter, Sachleistungen und Leistungen für die private Al- tersvorsorge. Die Vorstandsmitglieder nehmen auch am Aktienoptionsprogramm des Konzerns teil. Die Heidelberg iT Management GmbH & Co. KG erbrachte im Jahr 2024 IT-Dienstleistungen in Höhe von 15 TEUR (Vorjahr: 29 TEUR). Die FALK GmbH & Co.KG erbrachte im Jahr 2024 Beratungsdienstleistungen in Höhe von 6 TEUR (Vorjahr: 0 TEUR). Darüber hinaus wurden, auch von nahen Familienangehörigen dieses Personen- kreises, keine weiteren berichtspflichtigen Geschäfte vorgenommen. Zum Bilanzstichtag betrug der Saldo der offenen Verbindlichkeiten gegenüber Heidelberg iT Management GmbH & Co. KG bzw. Falk GmbH & Co. KG wie im Vorjahr 0 EUR. Die Gesamtbezüge des Vorstands (ohne mehrjährigen Vergütungsanteil) beliefen sich im Geschäftsjahr 2024 auf 505 TEUR (Vorjahr: 693 TEUR). Der fixe Anteil betrug, einschließlich Zuschüssen zur Sozialversicherung und für doppelte Haushaltsführung sowie eines geldwerten Vorteils für PKW-Nutzung, 480 TEUR (Vorjahr: 572 TEUR) und der variable Anteil 25 TEUR (Vorjahr: 120 TEUR). In Bezug auf Versorgungsaufwendungen wurden für Herrn Di Croce und Herrn Dr. Kappesser wie im Vorjahr ein Aufwendungsbetrag in Höhe von jeweils 1,7 TEUR gezahlt. 91 Im Rahmen des Long-Term-Incentive-Programms wurden im April 2022 180.000 Aktienoptionen und im Okto- ber 2022 165.000 Aktienoptionen an den Vorstand ausgegeben. Der beizulegende Zeitwert betrug für die Tran- che im April 2022 0,57 Euro bzw. für die Tranche im Oktober 0,53 Euro je Aktienoption. Der beizulegende Zeitwert bei Ausgabe der im Geschäftsjahr ausgegebenen Aktienoptionen betrug somit 103,3 TEUR im April 2022 und 88,0 TEUR im Oktober 2022, insgesamt 190 TEUR. Weitere Mitgliedschaften der Vorstände in Kontrollgremien bestehen nicht. Anteilsbesitz der Vorstände
| Daniele Di Croce | Dr. Bernd Kappesser | |
| (direkt/indirekt) | (direkt/indirekt) | |
| Stand zum 01.01.2024 | 926.300 | 5.000 |
| Zugänge | - | - |
| Abgänge | - | - |
| Stand zum 31.12.2024 | 926.300 | 5.000 |
Anteilsbesitz der Aufsichtsratsmitglieder
| Dr. Martin Bürmann | Winfried Rothermel | Dr. Alexander Wünsche | |
| (direkt/indirekt) | (direkt/indirekt) | (direkt/indirekt) | |
| Stand zum 01.01.2024 | - | 5.000 | - |
| Zugänge | - | - | - |
| Abgänge | - | - | - |
| Stand zum 31.12.2024 | - | 5.000 | - |
5.7. Ereignisse nach dem Bilanzstichtag Im Zeitraum nach dem 31. Dezember 2024 bis zur Freigabe des Konzernabschlusses haben sich keine Ereignisse von wesentlicher Bedeutung für den Konzernabschluss ergeben. 5.8. Sonstige finanzielle Verpflichtungen
| Art der Verpflichtung | jeweils Jahresbeträge ab 2024 | Gesamtbetrag | |
| TEUR | TEUR | ||
| Mieten für Geschäftsräume | 103 | 250 | |
| Serviceverträge | 387 | 414 | |
| Andere | 149 | 153 | |
| 638 | 817 |
Die zugrundeliegenden Verträge haben bei den Mieten für Geschäftsräume Restlaufzeiten von bis zu vier Jah- ren. Die anderen Verträge haben Restlaufzeiten von ein bis drei Jahren. Die sonstigen finanziellen Verpflich- tungen betragen im Jahr 2024 817 TEUR (Vorjahr: 795 TEUR). 92 5.9. Erklärung zum Corporate Governance Kodex gemäß § 161 AktG Am 26. September 2024 haben Vorstand und Aufsichtsrat die dreiundzwanzigste Entsprechenserklärung ge- mäß § 161 AktG abgegeben und den Aktionären auf der Internetseite www.realtech.com dauerhaft zugänglich gemacht. Leimen, 25. März 2025 Daniele Di Croce Dr. Bernd Kappesser