Publizitätsgesetz (PublG)

Definition

Grunddefinition

Das Publizitätsgesetz (PublG) verpflichtet nicht börsennotierte Großunternehmen in Deutschland zur Veröffentlichung ihres Jahresabschlusses, um Transparenz und Gläubigerschutz zu gewährleisten.

Detaillierte Erklärung

Das Publizitätsgesetz (PublG) ist ein deutsches Spezialgesetz der Rechnungslegung, das nicht börsennotierte Großunternehmen – etwa große GmbHs, KG-aA oder grundstoffindustrienahe Personengesellschaften – zur Veröffentlichung ihres Jahresabschlusses verpflichtet. Ziel des PublG ist es, Transparenz und Gläubigerschutz sicherzustellen, indem für Unternehmen ohne Börsennotierung ähnliche Offenlegungspflichten gelten wie für kapitalmarktorientierte Gesellschaften. Obwohl viele Vorschriften inzwischen durch das Handelsgesetzbuch (HGB), die Bilanzrichtlinie sowie das Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz (BilMoG) überholt sind, bleibt das PublG relevant, wenn der Schwellenwert von aktuell 65 Mio. € Umsatzerlösen bzw. 65 Mio. € Bilanzsumme überschritten wird. Besondere Bedeutung hatte früher § 11 PublG, der eine Konzernabschluss-Pflicht regelte; heute wird dieser Bereich weitgehend von §§ 290 ff. HGB abgedeckt. Dennoch bietet das Gesetz weiterhin eine rechtliche Grundlage für Offenlegungsanforderungen bei exotischen, nicht kapitalmarktorientierten Großunternehmen. Unternehmen, die unter das Publizitätsgesetz fallen, müssen ihren geprüften Jahresabschluss sowie Lagebericht elektronisch beim Bundesanzeiger einreichen und fristgerecht veröffentlichen, um Bußgelder zu vermeiden.

Verwandte Begriffe