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Atruvia AG AGAktiengesellschaft

KarlsruheFrankfurt am Main, DEU ·HRB 102381 Frankfurt am Main
Part 1 / 2

Structured data

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Overview

Legal form
AG
Address
Fiduciastraße 20
76227 Karlsruhe
Commercial register
HRB 102381, Frankfurt am Main
Industry
Erbringung von Beratungsleistungen auf dem Gebiet der Informationstechnologie
Erbringung von sonstigen Dienstleistungen der Informationstechnologie
Erbringung von sonstigen Informationsdienstleistungen
Purpose
a) der Vertrieb und die Bereitstellung von integrierten Software- und Hardwarelösungen zur Daten und Informationsverarbeitung und für Kommunikationsnetzwerke sowie deren Wartung und Support; b) die Erbringung von umfassenden Dienst- und Serviceleistungen auf dem Gebiet der Kommunikations- und Informationstechnologie (IT) einschließlich der Schaffung der organisatorischen und technischen Voraussetzungen für die Daten- und Informationsverarbeitung sowie für Kommunikationsnetzwerke in betreuten Unternehmen und die Übernahme von (IT- nahen) Geschäftsprozessen; c) die Erstellung von kundenorientierten Problemlösungen im Rahmen von Systemintegrationsprojekten; d) die Erbringung von Software- Entwicklungsleistungen, einschließlich der Erstellung, Beschaffung und Überlassung von Software für die Daten- und Informationsverarbeitung sowie von Software für Kommunikationsnetzwerke; e) die Durchführung organisatorischer Beratung für Unternehmen aller Branchen für alle mit dieser Ziffer in Zusammenhang stehende Tätigkeiten und Geschäfte; sowie f) der Handel mit Hard- und Software und sonstigen Waren für alle mit dem Unternehmensgegenstand in Zusammenhang stehenden Tätigkeiten und Geschäften.

Financials

Revenue 2024
1,70 Mrd. €
Employees 2024
0
Total assets 2024
1,25 Mrd. €
Net income 2024
46,30 Mio. €
18 previous years · values unlocked with an API key Get API key →

Balance sheet

2024
Assets 1,25 Mrd
  • Fixed Assets 71,4 % 895,23 Mio
  • Current Assets 24,4 % 306,43 Mio
  • Prepaid Expenses 4,2 % 53,00 Mio
Liabilities and Equity 1,25 Mrd
  • Equity 40,3 % 505,01 Mio
  • Provisions 31,0 % 389,14 Mio
  • Liabilities 28,7 % 360,51 Mio
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Balance sheet data available for 18 earlier fiscal years.

Profit & loss

2024
Income 4,70 Mrd
  • Revenue 36,1 % 1,70 Mrd
  • Gross profit 21,4 % 1,01 Mrd
  • Material expenses 15,6 % 731,26 Mio
  • Personnel expenses 12,9 % 604,23 Mio
  • Depreciation 3,8 % 178,52 Mio
  • Other operating expenses 3,4 % 157,58 Mio
  • Operating result 1,4 % 66,61 Mio
  • Balance sheet profit/loss 1,3 % 58,85 Mio
  • Result after taxes 1,0 % 47,36 Mio
  • Annual net profit/loss 1,0 % 46,30 Mio
  • Other capitalized own work 0,5 % 24,50 Mio
  • Other operating income 0,4 % 18,19 Mio
  • Income and profit taxes 0,4 % 17,33 Mio
  • Interest and similar expenses 0,3 % 13,77 Mio
  • Gewinnvortrag 0,3 % 12,55 Mio
  • Other interest and similar income 0,1 % 6,24 Mio
  • Income from investments 0,1 % 5,33 Mio
  • Increase or decrease in finished and unfinished goods inventory 0,1 % −2,75 Mio
  • Other taxes 0,0 % 1,07 Mio
  • Income from other securities and loans in financial assets 0,0 % 282,4 k
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P&L data available for 18 earlier fiscal years.

Authorized representatives

  • Daniela Bücker since 2020 Board Member
  • Julia Japec since 2025 Board Member
  • Zeljko Kaurin since 2026 Board Member
7 former representatives · viewable with an API key Get API key →

Ownership & holdings

Shareholders

  • Atruvia AG DEU Amtsgericht Frankfurt am Main, HRB 102381 100.0 % 210k €

Ultimate beneficial owners (UBOs)

No beneficial owners conclusively identified — 1 possible matches from the transparency register.

Holds shares in

15 more holdings · viewable with an API key Get API key →

History

  1. 2026
  2. 04.02.
    Exit of position
    Markus Kons · Procura
  3. 06.01.
    Member entry
    Zeljko Kaurin · Board Member
  4. 2025
  5. 11.07.
    Exit of position
    Martin Beyer · Board Member
  6. 11.07.
    Member entry
    Markus Kons · Procura
  7. 26.06.
    Exit of position
    Ralf Willi Albert Teufel · Board Member
  8. 12.06.
    Member entry
    Julia Japec · Board Member
  9. 23.01.
    Member entry
    amberra Fonds GmbH & Co. KG · Limited Partner
  10. 2024
  11. 21.03.
    Split
    Atruvia AG
57 more entries Get API key →
Part 2 / 2

Raw data & documents

Original filings, full-text markdown and PDFs — full content via the API.

Annual statements (full text)

Published reports as markdown — including management report, balance sheet, P&L and appendix.

  • 2024 Jahresabschluss
  • 2023 Jahresabschluss
  • 2022 Jahresabschluss
  • 2021 Jahresabschluss
  • 2020 Jahresabschluss
Previous year — readable in full

Jahresabschluss 2023

Published April 8, 2025 · Source: Bundesanzeiger

Atruvia AG

Frankfurt am Main

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023

Lagebericht 2023

1 Grundlagen des Unternehmens

1.1 Geschäftsmodell

Die Atruvia AG (nachfolgend Atruvia) ist der Digitalisierungspartner der genossenschaftlichen FinanzGruppe. Das Unternehmen vereint jahrzehntelanges Expertenwissen in Banking und Informationstechnologie. Die speziell auf Banken zugeschnittenen IT-Lösungen und Leistungen reichen vom Rechenzentrumsbetrieb über das Atruvia-Bankverfahren bis hin zur App-Entwicklung. Dabei nutzt das Unternehmen zukunftsweisende Technologien wie Smart Data und schreibt Prozessoptimierung und Regulatorik groß.

Atruvia betreut 781 Banken, verarbeitet über 89 Mio. Konten mit mehr als 8,7 Mrd. Buchungen/Transaktionen und erzielt einen Umsatz von 1,496 Mrd. Euro.

Zur Kundschaft zählen Volksbanken und Raiffeisenbanken, genossenschaftliche Spezialbanken, Unternehmen der genossenschaftlichen FinanzGruppe sowie zahlreiche Banken aus dem Privatbankensektor.

Zum 31. Dezember 2023 waren im Unternehmen 5.263 Mitarbeitende beschäftigt.

1.2 Konzerngesellschaften

Neben dem Kerngeschäft arbeiten Atruvia und ihre Tochter- und Beteiligungsgesellschaften auch mit Unternehmen und Finanzdienstleistern außerhalb der genossenschaftlichen FinanzGruppe zusammen. Die Unternehmensgruppe bietet umfassende Dienstleistungen für Finanzinstitute und Unternehmen, z. B. ergänzende Softwarelösungen für Risikomanagement, Controlling oder Personalmanagement, Bereitstellung technischer Infrastruktur und Services, Outsourcing oder IT-Lösungen für Handelsunternehmen. Die wesentlichen Tochtergesellschaften im Überblick:

- Ratiodata SE, Frankfurt am Main

Die Ratiodata ist der Systemhauspartner der genossenschaftlichen FinanzGruppe. Die Produkte und Dienstleistungen umfassen vor allem den Hardwarehandel, das Management und den bundesweiten Service rund um die stationäre und mobile IT-Infrastruktur und Arbeitsplatzausstattung sowie Archivierung für Banken und andere regulierte Märkte. In Zusammenarbeit mit den Tochterunternehmen Accesa und Ratiodata Romania bietet die Ratiodata Nearshore-Leistungen für die Bereiche Softwareentwicklung, Cloud-Dienstleistungen, IT-Betrieb und IT-Support sowie die Themen der Prozessautomatisierung, Robotic Process Automation (RPA) und Künstliche Intelligenz (KI) an. Im vierten Quartal 2023 haben die Gremien von Ratiodata und Atruvia beschlossen, Accesa und RaRo im zweiten Quartal 2024 gesellschaftsrechtlich von der Ratiodata SE rückwirkend zum 1. Januar 2024 auf die Atruvia AG zu übertragen.

- parcIT GmbH, Köln

Die parcIT bietet mit standardisierten Softwarelösungen markterprobte und stetig weiterentwickelte Werkzeuge für die Banksteuerung. Auch individuelle Entwicklungsanforderungen können umgesetzt werden. Darüber hinaus bietet die parcIT Kreditportfoliomodelle und Ratingverfahren für den genossenschaftlichen Markt an.

- Peras GmbH, Karlsruhe

Die Peras ist ein hoch spezialisierter Anbieter von Personaldienstleistungen und IT-Lösungen für die Personalwirtschaft. Zu ihrer Klientel zählen Banken, Finanzdienstleister, Firmen aus Industrie und Handwerk, Handel und Dienstleistung, Energieversorgungs- und Entsorgungsunternehmen sowie Verwaltungen und Institutionen.

- ECON Application GmbH

Die ECON ist der Anbieter für die Entwicklung von Antragstrecken für Banken und Versicherungen auf Basis der ECON Application Suite (Low Code), mit der digitale Vertriebs- und Serviceprozesse in der Finanzbranche abgebildet werden können.

- GWS Gesellschaft für Warenwirtschafts-Systeme mbH, Münster

Die GWS bietet innovative Warenwirtschaftssysteme und Branchenlösungen auf Basis von Microsoft Dynamics NAV und Microsoft Dynamics 365 for Operations für ihre Kundschaft aus Warengenossenschaften, Handel und Großhandel.

- BMS Corporate Solutions GmbH, Düsseldorf

Seit ihrer Gründung liegt der Fokus der BMS Corporate Solutions auf der Entwicklung innovativer Produkte und ergänzenden Beratungsdienstleistungen für das Firmenkundengeschäft der FinanzGruppe. Das Angebot der BMS CS umfasst sowohl die Fach- und Prozessberatung für Bankensoftware-Module und IT-Migrationen als auch die Entwicklung für bankenspezifische Individuallösungen.

- TRUUCO GmbH, Frankfurt am Main

Die Truuco als zentrale Smart Data-Company in der genossenschaftlichen FinanzGruppe ist spezialisiert auf die Unterstützung der Primärbanken bei der Etablierung eines datengetriebenen Vertriebs. Die Gesellschaft entwickelt ganzheitliche analytische Datenmodelle und integriert sie in die Bankensysteme und Bankenprozesse. Schulung und Beratung ergänzen das Angebot.

- SERVISCOPE AG, Karlsruhe

Die SERVISCOPE ist zentraler Dienstleister für Business Process Outsourcing und Kundenservices in der genossenschaftlichen FinanzGruppe - sowohl im Frontoffice über moderne Omnikanal-Services als auch im Backoffice über standardisierte Prozesse in der Auftragsbearbeitung.

- EGP Gesamtbanksteuerungssysteme GmbH & Co. KG, Frankfurt am Main

Die EGP diente als Joint-Venture für die Gemeinschaftsentwicklung einer zukunftsweisenden Gesamtbanksteuerungsplattform für Banken. Aufgrund der Verschmelzung der EGP Gesamtbanksteuerungssysteme Beteiligungs GmbH als Komplementärin auf die Atruvia AG erfolgte am 6. September 2023 die Anwachsung der Vermögenswerte der EGP Gesamtbanksteuerungssysteme GmbH & Co. KG auf die Atruvia AG. Die EGP Gesamtbanksteuerungssysteme GmbH & Co. KG wurde daraufhin am 19. September 2023 aus dem Handelsregister gelöscht.

1.3 Eigentümerstruktur

Die Eigentümer von Atruvia sind zum überwiegenden Teil die Volksbanken und Raiffeisenbanken, die in regionalen Holdingstrukturen, sog. Beteiligungsgesellschaften, organisiert sind. Weitere Anteile halten einzelne Volksbanken und Raiffeisenbanken direkt sowie weitere Unternehmen der genossenschaftlichen FinanzGruppe. Wenige Anteile liegen bei Privatbanken.

Aktionärsstruktur von Atruvia, Angaben kaufmännisch gerundet auf eine Nachkommastelle

1.4 Strategische Ausrichtung

Die Unternehmensstrategie von Atruvia ist auf die strategische Positionierung als zentraler genossenschaftlicher Digitalisierungspartner ausgerichtet. Ausgehend von der strategischen Analyse wurde die Geschäftsstrategie definiert und weiterentwickelt - sie formuliert die Vision und die strategischen Zieldimensionen von Atruvia. Abgeleitet aus der Geschäftsstrategie werden alle wesentlichen Teilstrategien definiert. Die Teilstrategien verfolgen jeweils strategische Ziele, die Wertbeiträge zur Geschäftsstrategie entlang der strategischen Zieldimensionen liefern. Erstmalig 2023 wurde auch ein finanzstrategischer Aspekt in der Strategie ergänzt.

In Summe zeigt die Strategie von Atruvia eine zukunftsweisende Unternehmensausrichtung auf. Das inkludiert, konkrete und nachhaltige Beiträge zur Umsetzung der genossenschaftlichen Strategieagenda zu leisten. Darüber hinaus fungiert die Strategie nach innen gerichtet als verbindlicher Orientierungsrahmen für die erfolgreiche Unternehmensentwicklung und Transformation von Atruvia in den nächsten Jahren.

Aus der Umfeld- und Wettbewerbsanalyse in den Perspektiven politisch-wirtschaftliches und sozio-kulturelles Umfeld, Kundenumfeld sowie Technologie- und Wettbewerbsumfeld leiten sich vielschichtige strategische Herausforderungen, aber auch Potenziale ab. Dazu gehören beispielsweise modernes digitales Banking, effiziente Steuerungsmöglichkeiten, Erhöhung der Effizienz im Bankbetrieb, Skill Management, Verknüpfung mit Lebenswelten, neue Geschäftsmodelle, die Unterstützung bei den Herausforderungen der Nachhaltigkeit und die erweiterten Beratungsdienstleistungen als Digitalisierungspartner.

Atruvia entwickelt ihre strategischen Zieldimensionen im Einklang mit der Strategie der genossenschaftlichen FinanzGruppe, der im Jahr 2020 verabschiedeten Strategieagenda, permanent weiter und adjustiert somit ihre strategische Ausrichtung kontinuierlich. Die Weiterentwicklung folgt dabei festen Strategiezyklen.

Darüber hinaus hat Atruvia bereits 2022 in Zusammenarbeit mit Tochterunternehmen die Konzernausrichtung überprüft und im Geschäftsjahr 2023 erste Maßnahmen angestoßen. Ziel ist eine nachhaltige und zukunftsfähige Ausrichtung des Konzernportfolios sowie bestmögliche Allokation von Ressourcen und Hebung von Synergien, beginnend mit einer Kategorisierung in Kerngeschäftsfelder, ergänzende Geschäftsfelder und strategische Beteiligungen. Die Konzernambition "Wir maximieren den Beitrag zur Wettbewerbsfähigkeit der Genossenschaftsbanken" liefert dabei ein übergreifendes Leitbild für die Unternehmensgruppe.

Die strategische Ausrichtung von Atruvia steht im Einklang mit der Konzernambition.

1.5 Entwicklungstätigkeit

Die Entwicklung von Software, Programmen und Lösungen gehört zum Kerngeschäft von Atruvia. Im Geschäftsjahr betrugen die Entwicklungskosten knapp ein Fünftel der Gesamtkosten. Insgesamt waren nahezu 40 Prozent der internen Mitarbeitenden im Entwicklungsumfeld tätig. Angaben zu verschiedenen Entwicklungsprojekten finden sich in den folgenden Kapiteln dieses Berichts.

1.6 Niederlassungen

Der Satzungssitz von Atruvia ist Frankfurt am Main. Atruvia hat zwei Verwaltungssitze, Karlsruhe und Münster. In München betreibt Atruvia eine Niederlassung.

2 Wirtschaftsbericht

2.1 Allgemeine wirtschaftliche Entwicklung und branchenspezifische Rahmenbedingungen

Als Digitalisierungspartner der genossenschaftlichen FinanzGruppe wird Atruvia von der wirtschaftlichen, technischen und demografischen Entwicklung Deutschlands, aber auch von innovativen Markttrends im Banking beeinflusst.

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) stellt in seinem ersten vorläufigen Bericht vom Januar 2024 eine wirtschaftliche Schwächephase fest, die auch das letzte Quartal 2023 nicht bremsen konnte. Nach ersten vorläufigen Ergebnissen des Statistischen Bundesamts nahm demnach das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt im Gesamtjahr um 0,3 Prozent ab. Die Nachwirkungen vorangegangener Krisen, eine schwache weltwirtschaftliche Entwicklung, neue geopolitische Krisen und geldpolitische Maßnahmen werden dort als die Hauptgründe der schwachen gesamtwirtschaftlichen Ausgangslage genannt. Die Inflationsrate wird im Jahresdurchschnitt bei etwa 5,9 Prozent liegen und fiel damit geringer aus als im Vorjahr.

Für 2023 erwartete der Digitalverband Bitkom für die IT-Branche einen Umsatzzuwachs von 2 Prozent auf 215 Milliarden Euro. Zwar wurden 28.000 neue Arbeitsplätze geschaffen, allerdings blieben viele Stellen aufgrund des weiter herrschenden Fachkräftemangels unbesetzt. Atruvia geht weiterhin von einer hohen Nachfrage nach Fachkräften im ITK-Sektor aus, die u. a. durch die Digitalisierung bestehender und neuer Geschäftsmodelle und durch ein hohes Maß an Innovationsgeschwindigkeit getrieben wird.

2.2 Geschäftsverlauf

2.2.1 Bankverfahren

Um die Handlungsfelder der Bank der Zukunft verständlicher zu sortieren und beschreiben, wurde im November 2023 anstelle der bisherigen Solution Map eine neue Portfoliostruktur eingeführt. Sie orientiert sich an der ganzheitlichen Bedarfswelt der Banken, ist in sieben Bedarfsfelder gegliedert und unterstützt die frühzeitige Identifikation von Bedarfslücken.

Die fünfjährige Digitalisierungsoffensive der genossenschaftlichen FinanzGruppe und damit auch die Realisierungsorganisation Program ONE bei Atruvia wurden zum 30. Juni 2023 planmäßig beendet. Die Abschlussdokumentation und Systemdemos verdeutlichten die Lieferergebnisse des Programms und die Notwendigkeit der Investition der genossenschaftlichen FinanzGruppe. Der komplette Programmbericht zur Digitalisierungsoffensive fasst die wesentlichen Lieferergebnisse und erzielten Fortschritte aus der Programmlaufzeit zusammen und wurde im Juli 2023 veröffentlicht. Der finale Bericht zur Mittelverwendung wurde im Dezember 2023 bereitgestellt.

Auch nach dem Laufzeitende von Program ONE investiert die genossenschaftliche FinanzGruppe in die Digitalisierung des Bankings weiter. Im März 2023 legte Atruvia dazu eine indikative Roadmap für das Privatkunden- und das Firmenkundengeschäft einschließlich der erforderlichen Finanzierungsbeiträge und den Erfolgsfaktoren für eine stringente verbundweite Umsetzung vor.

Die Standardisierung, Automatisierung und Digitalisierung von Ende-zu-Ende-Prozessen beginnend an der digitalen Kundenschnittstelle, z. B. bei der Immobilienfinanzierung, entlang des Kundeninteraktionspfads auf der Omnikanalplattform, stehen im Mittelpunkt. Das Handlungsfeld "Neues Betriebsmodell" aus der Strategieagenda wird in diesem Kontext mit adressiert und sukzessive umgesetzt. In diesem Zusammenhang wurden 2023 zentrale Lieferstufen umgesetzt: die (digital-) persönliche Beratung im BankingWorkspace und das Dokumentenmanagementsystem für Bestandskunden und Bankmitarbeitende zum einfachen Upload von Dokumenten.

Inzwischen gibt es mehr als 45 Self-Services im digitalen Banking für Kund*innen, was die Bearbeitungsaufwände bei den Banken reduziert. Durch die zahlreichen neuen Prozesse für Bankmitarbeitende und die intelligente Automation von Bankprozessen im BankingWorkspace konnten schon jetzt Effizienzeffekte realisiert werden. Prozessbeispiele sind der Beraterwechsel und die Nachlassbearbeitung sowie der Einsatz von Künstlicher Intelligenz bei der Dokumentenerkennung.

Die digitalen Zugangswege für Bankkund*innen, das OnlineBanking und die VR Banking App, bildeten wichtige Meilensteine im Rahmen der Digitalisierungsoffensive. OnlineBanking und Homepage wachsen künftig technologisch auf einer Plattform zusammen.

Geleitet vom "Mobile first"-Ansatz lag 2023 einer der Schwerpunkte im fortgesetzten Ausbau der VR Banking App. Der digitale Self- Service wurde durch neue Servicefunktionen weiter ausgebaut. Neue mobile Produktabschlussstrecken machen die App immer mehr zu einem wichtigen Vertriebskanal für die Kundschaft von Atruvia.

Die Nutzerzufriedenheit mit der VR Banking App ist ein wichtiger Maßstab für Atruvia und die Volks- und Raiffeisenbanken. Stand November 2023 wurde die VR Banking App mehr als 8,7 Mio. mal heruntergeladen und ist mit Blick auf die aktiven Nutzer die zweitmeist genutzte Banking-App in Deutschland. Die Kundenbewertungen konnten auf einem hohen Niveau gehalten werden: 4,5 Sterne im iOS App Store (Vorjahr: 4,2) und 4,7 Sterne im Google Play Store (Vorjahr: 4,4). Damit ist die Ambition für 2023 umgesetzt, bei der Bewertung der VR Banking App hinsichtlich Zufriedenheit und Qualität einen Durchschnittswert aus beiden Stores von mindestens 4,3 zu erreichen.

2023 ging ein weiterer Zugangsweg zur Omnikanalplattform produktiv: Im Juni startete planmäßig der Breiten-Rollout des BankingWorkspace (BWS) als neuer zentraler Zugangsweg für Bankmitarbeitende. Mit intuitiven Kunden-Dashboards, fachlichen Überblickseiten sowie diversen Bankprozessen ermöglicht der BWS eine effiziente und kontextbezogene Arbeitsweise für Bankmitarbeitende mit einer modernen UI/UX. Durch die Bereitstellung der Authentifizierung via SecureGo plus für den BWS konnte die Sicherheit im digital-persönlichen Banking wesentlich verbessert werden. Der sukzessive funktionale Ausbau des BWS wird sich über die nächsten Monate und Jahre erstrecken. Dabei spielt die Koexistenz mit dem bisherigen Bankarbeitsplatz (BAP), der entsprechend dem langfristigen IT-Zielbild sukzessive abgelöst wird, eine bedeutende Rolle.

Im Bereich Künstliche Intelligenz (KI) sind 2023 Lösungen entstanden, die u. a. die Nutzung von KI zur Sprach-, Text- und Dokumentenerkennung ermöglichen. Wesentliche Prozessoptimierungen mittels KI konnten in den Themen Legitimationen und im Immobiliengeschäft erreicht werden. Die Entwicklung virtueller Agenten im Callcenter wird im kommenden Jahr ein weiterer Entwicklungsschwerpunkt sein.

Mit agree21Finanzen stellt Atruvia eine Plattform für die Steuerungsbank bereit. Der HGB-Jahresabschluss verlief wie im Vorjahr ohne Auffälligkeiten, die Systemperformance war jederzeit gegeben. Die Plattform wird auch künftig systematisch ausgebaut: Einerseits werden weitere Meldungen aus dem Altverfahren auf die Plattform migriert, anderseits neue aufsichtsrechtliche Meldungen umgesetzt.

Die VR-Control Version 6.6 beinhaltete eine Vielzahl von fachlichen als auch technischen Erweiterungen, insbesondere im Bereich der Marktrisikosteuerung in den VR-Control-Modulen ZINSMANAGEMENT und ZIABRIS wurde technisch erneuert.

Im Bereich der VR-Rating-Verfahren lag 2023 das Hauptaugenmerk auf der Bewertung von Nachhaltigkeitsrisiken und dem Start der Eigenentwicklung VR-Rating Immobilienkunden - jeweils im neuen BankingWorkspace. Analog zum VR-Rating Firmenkunden wird aus dem Prozess heraus oder zum Monatsultimo automatisiert bewertet. Der ESG-RisikoScore bietet seit Ende 2023 die Möglichkeit, die Risiken bzgl. unterschiedlicher Nachhaltigkeitsaspekte von Firmenkunden und Gewerbetreibenden individuell zu bewerten, und liefert damit einen wesentlichen Beitrag zur Umsetzung der 7. MaRisk-Novelle.

Das Atruvia-Produktportfolio resultiert aus den strategischen Kundenimpulsen (u. a. über Beirats- und Referenzbanken sowie dem bundesweiten Strategieportfolio), die über die Portfoliostrategie in den Prozess des agilen Portfoliomanagements überführt und sukzessive in Lösungen übersetzt werden.

Über die Strategie- und Portfolioplattform (SPP) erfolgt die transparente Bereitstellung der Portfoliostrategie sowie des kundenrelevanten Unternehmensbacklogs. Durch die enge Verknüpfung der SPP mit dem agilen Portfoliomanagement ist jederzeit die aktuelle Sicht auf den Status der Portfoliothemen möglich. Ziel ist es, Planungssicherheit durch transparente Darstellung der Planungsinhalte von der Strategie bis zur Ausbringungsebene zu schaffen.

Über das Ideenportal der SPP konnte Atruvia die aktive Einbindung der Kundschaft weiter intensivieren. In vier abgeschlossenen Ideenzyklen wurden über 256 Ideen eingereicht. Auf der Plattform wird ein unmittelbarer Bezug zwischen Ideeneinreichung, Bewertung, Priorisierung und Realisierung hergestellt.

2.2.2 Kundenbefragung

Die jährliche Kundenbefragung ermittelt ein übergreifendes Bild der Gesamtzufriedenheit mit Atruvia, aber auch Zufriedenheitsindikatoren einzelner Lösungen und Dienstleistungen sowie der Herausforderungen, mit denen die Kunden/Banken konfrontiert sind. Grundsätzlich lässt sich die Kundenbefragung in fünf Blöcke unterteilen:

Gesamtzufriedenheit

Aktuelles, Strategie und Nachhaltigkeit

Produkte, Leistungen, Projekte und Programme

Störungs- und Ticketbearbeitung

Kommunikation

Zielgruppe der Atruvia-Kundenbefragungen sind hauptsächlich die Genossenschaftsbanken sowie Markt-/Privatbanken und Vertriebspartner. Innerhalb der Häuser richtet sich die Befragung an Vorständ*innen sowie Führungskräfte, die wiederum die Möglichkeit haben, Mitarbeitende zur Befragung hinzuzufügen.

Auf einer Skala von 1 bis 5 (sehr zufrieden bis überhaupt nicht zufrieden) ergab sich bei der Kundenbefragung 2023 ein Mittelwert von 2,9 (2022: 3,2). Aus den Ergebnissen 2023 wurden Maßnahmen zur weiteren Verbesserung der Kundenzufriedenheit abgeleitet, die bis zur Kundenbefragung 2024 sukzessive in den Fachbereichen umgesetzt werden.

2.2.3 IT-Serviceportfolio

Mit der Einführung von agree21M365 werden die Banken von HCL Notes Mailing auf Microsoft Exchange Online umgestellt sowie Microsoft Teams, OneDrive/SharePoint und Office-Anwendungen bereitgestellt. 2023 wurden die Serienfähigkeit hergestellt und die ersten Serienmigrationen durchgeführt. Damit sind im Geschäftsjahr 48 Banken erfolgreich in die Microsoft365 Cloud migriert.

Die Roadmap "Business Services" wurde 2023 gemeinsam mit der gleichnamigen Fokusgruppe erstellt und veröffentlicht. Ein Business Service für IT-Kontrollhandlungen wurde in Zusammenarbeit mit der Fokusgruppe konzipiert und entwickelt. Der Kauf von drei weiteren Business Services wurde unter Beteiligung der Fokusgruppe vorbereitet. Erste Einführungs- und Beratungsleistungen zur Unterstützung der Banken bei der Ablösung ihrer eigenen Notes-Anwendungen wurden erstellt und verprobt. Auch dabei haben sich Banken aktiv eingebracht.

Im Rahmen der Weiterentwicklung der Netzservices und unter Berücksichtigung steigender Anforderungen an die dezentrale Netzinfrastruktur wurden neue Anbindungsprodukte in der Produktfamilie agree21Connect unter dem Slogan "Mehr Bandbreite für den Euro" zur Bestellung und bedarfsgerechten Einführung freigegeben. Das Netz-Kunden-Dashboard ist in einer ersten Version verfügbar. Die neue Netz-Technologie SD-WAN wurde auf ihre technologischen Möglichkeiten geprüft und für die Verprobung bei Kunden vorbereitet.

Der Atruvia Hub als zentraler Zugangspunkt für das Informationsmanagement, das Produktportfolio sowie die Bestell- und Administrationsprozesse wurde weiterentwickelt, so dass das VR-InfoForum Ende 2023 abgelöst werden konnte. 2024 werden die Portalbasis und übergreifende Funktionen auf Basis der mit den Kunden abgestimmten Anforderungen erweitert.

Im Segment Output sind die Produktionsmengen im langfristigen Mittel leicht gestiegen. Rückgänge im Bankensegment konnten durch Kunden außerhalb der genossenschaftlichen FinanzGruppe kompensiert werden. Das hybride Druckportal Atruvia EcoDok für Kunden außerhalb der genossenschaftlichen FinanzGruppe ist produktiv, das Onboarding hat begonnen. Außerdem wurde 2023 der Prozess der Zertifizierung nach der internationalen Umweltmanagementnorm ISO14001 gestartet. Die Auditierungen an den Druckstandorten sind angelaufen.

2.2.4 IT und Bankverfahren für andere Märkte und Zielgruppen

Im Berichtsjahr konnten zwei Privatbanken auf das Atruvia-Bankverfahren migriert werden. Der Dialog mit der Zielgruppe der Privatbanken wurde über das Board Privatbanken weiter intensiviert. Neben diversen Live-Talks wurde auch das Forum der Privatbanken erneut erfolgreich durchgeführt.

Mit der Gruppe der genossenschaftlichen Spezialbanken führte Atruvia Beiratssitzungen durch und erhielt dadurch Impulse zur Intensivierung der Zusammenarbeit. Ziel ist die Einbindung der Spezialbanken und deren spezifische Anforderungen in die Entwicklungsprozesse. Gleichzeitig soll die Möglichkeit eröffnet werden, individuelle IT-Lösungen zu beauftragen und dadurch das Geschäftsmodell nachhaltig zu unterstützen. 2023 entschieden sich fünf weitere genossenschaftliche Spezialbanken für den Wechsel zu Atruvia.

Im Segment IT Outsourcing hat Atruvia die bestehenden Geschäftsbeziehungen zu bedeutenden Outsourcing-Auftraggebern gefestigt und diverse Akquisitionstermine durchgeführt. Durch das IT-Outsourcing-Geschäft erzielt Atruvia Skaleneffekte insbesondere im Großrechnerbetrieb, dem SAP HCM-Umfeld sowie bei der Virtualisierung von Serverlösungen.

2.2.5 Kooperationen

amberra GmbH

Die genossenschaftliche FinanzGruppe will ihren Banken mehr Leistungen neben dem klassischen (Bank-) Geschäft anbieten und dafür ein Ökosystem mit regionaler Prägung schaffen. Auf der BVR-Mitgliederversammlung im November 2022 wurde daher die Gründung der amberra GmbH beschlossen. Anfang 2023 nahm die neue Gesellschaft den Geschäftsbetrieb auf, um den Aufbau von Dienstleistungen außerhalb des Kerngeschäfts voranzutreiben. Erste Erfahrungen konnte die Gruppe bereits mit ergänzenden Dienstleistungen rund um "Bauen & Wohnen" sammeln. Das Spektrum an Themen und Lebenswelten wird sukzessive erweitert. Atruvia ist mit 20 Prozent an der Gesellschaft beteiligt. Der BVR tritt für die Gründungs- und Startphase als größter Gesellschafter mit 49 Prozent in die Gesellschaft ein. Geplant ist die Abgabe der Gesellschaftsanteile an Primärbanken. Weitere Gesellschafter sind u. a. die DZ BANK Gruppe (20 Prozent), DG Nexolution (6 Prozent) und VR-NetWorld (3 Prozent).

Verimi GmbH

Ende 2022 haben sich der Identifikationsdienst "yes.com" (heutige RODIAN Identity Services AG) und die "Verimi" mit ihrer ID- Wallet-Lösung zusammengeschlossen. Atruvia und DZ BANK haben sich an der neuen Gesellschaft beteiligt, um die Kundenschnittstelle im Bereich digitaler Identitäten für die genossenschaftliche FinanzGruppe weiter auszubauen. Die Einbindung in das OnlineBanking und die VR Banking App ermöglicht schnelle und sichere One-Click-Identifizierungen. Neben Atruvia und DZ BANK, die zusammen 18,1 Prozent an der Gesellschaft halten, zählen Allianz, Telekom und zahlreiche weitere Unternehmen der deutschen Wirtschaft zu den Investoren.

In den nächsten Jahren beabsichtigt Atruvia, gemeinschaftliche Entwicklungen mit Partnern, Start-ups und FinTechs auszubauen, um sowohl an Innovationen zu partizipieren als auch weitere Skaleneffekte und innovative Lösungen zu generieren.

2.3 Darstellung der Lage

2.3.1 Ertragslage

Im Folgenden werden die wesentlichen Posten der Gewinn- und Verlustrechnung sowie deren Veränderungen im Vergleich zum Vorjahr erläutert.

Im Jahr 2023 haben die Kunden von Atruvia weitere nachhaltige Finanzmittel bereitgestellt, um die Umsetzung der Digitalisierung und Automatisierung des Bankings - nach Auslaufen der Digitalisierungsumlage zum 30. Juni 2023 - weiter voranzutreiben und somit einen wichtigen Beitrag zu leisten, um die Ziele der Strategieagenda der genossenschaftlichen FinanzGruppe zu erreichen und die Wettbewerbsfähigkeit zu unterstützen. Diese zusätzlichen Mittel haben die Ertragslage positiv beeinflusst. Die hohe Inflation wirkt sich weiterhin auf Atruvia als IT-Unternehmen aus.

Auf der Erlösseite sind die Umsatzerlöse gegenüber dem Vorjahr im Wesentlichen durch die inflationsbedingte Preiserhöhung zum 1. April 2023 sowie durch erlössteigerndes Mengenwachstum im Basispaket angewachsen. Die Entwicklung der Aufwandsseite gegenüber dem Vorjahr ist im Wesentlichen geprägt durch die Investitionskosten in die Strategie sowie gestiegenen Volumina bei den Miete- und Wartungsaufwendungen. Zudem wirken sich inflationsbedingte Kostensteigerungen in vielen Bereichen aus.

Das Jahresergebnis ist geprägt durch eine gestiegene Gesamtleistung und im Verhältnis dazu nur unterproportional gestiegenen Gesamtaufwendungen sowie einem geringeren Finanzergebnis.

Nach einem Jahresüberschuss von 7,6 Mio. Euro im Jahr 2022 wird im Jahr 2023 ein Jahresüberschuss von 27,8 Mio. Euro ausgewiesen.

Die Gesamtleistung beläuft sich auf 1.516,3 Mio. Euro und ist gegenüber dem Vorjahr um 9,7 Prozent erhöht.

Im Geschäftsjahr wurde eine Anpassung der Umsatzerlösaufgliederung, in Anlehnung an die Gremienberichterstattung zur Vereinheitlichung der Berichterstattung, vorgenommen.

Die Umsatzerlöse in Höhe von 1.496,1 Mio. Euro betreffen im Wesentlichen Erlöse aus Bankverfahren - inklusive Basispaket und Festpreis - mit 765,6 Mio. Euro und Erlöse aus dem Bereich Netze, Collaboration & Arbeitsplatz mit 298,6 Mio. Euro. Die Erlöse aus Einzelprodukten belaufen sich auf 109,3 Mio. Euro, die Erlöse aus Individualgeschäft und optionalen Paketen auf 133,5 Mio. Euro sowie andere Umsatzerlöse auf 189,0 Mio. Euro.

Die Entwicklung der Erlöse aus Bankenverfahren - inklusive Basispaket und Festpreis - und aus dem Bereich Netze, Collaboration & Arbeitsplatz gegenüber dem Vorjahr resultiert im Wesentlichen aus der inflationsbedingten Preiserhöhung zum 1. April 2023 sowie dem erlössteigernden Mengenwachstum im Basispaket. Die Erlöse aus Individualgeschäft und optionalen Paketen sind im Vergleich zum Vorjahr aufgrund eines höheren Volumens an Auftragsprogrammierungen und einem konzerninternen Softwareverkauf gestiegen.

Bei den anderen Umsatzerlösen führen der Einmaleffekt aus einem "Sale & Lease back"-Vertrag im Jahr 2022 und geringere Druck- und Output-Leistungen aufgrund von Digitalisierung zur Reduzierung gegenüber dem Vorjahr. Erlöse aus Endabrechnungen von Migrationsprojekten und die ab 1. Juli 2023 eingeführte Zukunftsbanking-Preiskomponente, die die Digitalisierungspauschale ablöst, kompensieren dies zum Teil.

Die anderen aktivierten Eigenleistungen für selbst geschaffene immaterielle Vermögensgegenstände und eigene aktivierte Entwicklungsleistungen ergeben 18,6 Mio. Euro.

In den sonstigen betrieblichen Erträgen in Höhe von 14,0 Mio. Euro sind unter anderem Lieferantengutschriften und sonstige Gutschriften für Vorjahre von 7,5 Mio. Euro, Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen von 3,3 Mio. Euro sowie Erlöse aus Anlagenabgang in Höhe von 1,2 Mio. Euro enthalten.

Der Materialaufwand ist im Vergleich zum Vorjahr um 11,6 Prozent, das sind 67,5 Mio. Euro, gestiegen. Diese Entwicklung resultiert im Wesentlichen aus Aufwendungen für Fremdarbeit und Nearshoring zur Unterstützung der konsequenten Umsetzung von Digitalisierung und Automatisierung des Bankings, Aufwendungen für gestiegene Volumina im Bereich Miete und Wartung sowie inflationsbedingte Preissteigerungen.

Der Personalaufwand ist um 34,8 Mio. Euro auf 552,4 Mio. Euro gestiegen. Diese Erhöhung ist hauptsächlich bedingt durch einen Aufbau von Mitarbeiterkapazitäten, um dem benötigten Aufbau von Fähigkeiten im Zusammenhang mit den Herausforderungen der Digitalisierung und anderen Technologietrends gerecht zu werden. Der Ganzjahreseffekt aus der Tariferhöhung im Juli 2022 und der anteilig für 2023 ausgezahlten Inflationsausgleichsprämie wirken sich ebenfalls erhöhend aus.

Die Abschreibungen haben sich infolge der Investitionen des Geschäftsjahrs und der Vorjahre um 2,1 Prozent auf 163,0 Mio. Euro erhöht.

Der Rückgang der sonstigen betrieblichen Aufwendungen um 7,0 Mio. Euro im Vergleich zum Vorjahr resultiert im Wesentlichen aus reduzierten Aufwendungen für Beratung und Öffentlichkeitsarbeit. Kompensierend wirken höhere Energie- und Reisekosten.

Insgesamt sind die Erträge im Verhältnis zu den Gesamtaufwendungen überproportional gestiegen. Das wirkt sich deutlich positiv auf das Betriebsergebnis aus.

Das Betriebsergebnis beläuft sich auf 40,6 Mio. Euro und liegt somit 29,2 Mio. Euro über dem Vorjahreswert.

Das Finanzergebnis weist -6,0 Mio. Euro aus und liegt 5,4 Mio. Euro unter dem Vorjahreswert. Der Grund hierfür ist zum einem die Zinsentwicklung und zum anderem die Abschreibungen auf das Finanzanlagevermögen in Höhe von 3,0 Mio. Euro. Das Beteiligungsergebnis liegt nahezu auf Vorjahresniveau.

Nach Abzug der Steuern vom Einkommen und vom Ertrag in Höhe von 5,9 Mio. Euro und der sonstigen Steuern von 0,9 Mio. Euro ergibt sich ein Jahresüberschuss von 27,8 Mio. Euro.

Die Leistungsindikatoren sind die Gesamtleistung, das EBITDA sowie das EBIT.

Leistungsindikatoren (TEUR) Plan 2023 Ist 2023 Veränderung
Gesamtleistung 1.478.635 1.516.299 37.664
EBITDA 180.299 203.607 23.308
EBIT 10.852 40.591 29.739

Die Gesamtleistung ist im Vergleich zum Plan um 37,7 Mio. Euro gestiegen - bedingt im Wesentlichen durch die Erlöse der Zukunftsbanking-Preiskomponente ab 1. Juli 2023 und durch das höher als geplante Mengenwachstum im Basispaket.

Das EBITDA weist 203,6 Mio. Euro aus und liegt mit 23,3 Mio. Euro über der Planannahme.

Die Abweichung ist im Wesentlichen durch folgende Aspekte induziert:

Der Materialaufwand liegt insgesamt über dem Planniveau. Die Aufwendungen für Fremdarbeit sind höher aufgrund von zusätzlichem Ressourceneinkauf zur Unterstützung der weiteren konsequenten Umsetzung von Digitalisierung und Automatisierung des Bankings. Gleichzeitig liegen die Energiekosten für Produktion sowie die Aufwendungen für Druck und Output unter Plan.

Die anteilig im Jahr 2023 gezahlte Inflationsausgleichsprämie führt unter anderem zu einem gegenüber der Planung leicht erhöhten Personalaufwand.

Bei den über Planniveau liegenden sonstigen betrieblichen Aufwendungen wirken erhöhte Aufwände für interne Anwendungen sowie für Reisekosten. Gegenläufig wirken unter Plan liegende Beratungs- und Energiekosten.

Die Abschreibungen sind aufgrund nach hinten verschobener Investitionszeitpunkte unter Plan, so dass sich ein EBIT in Höhe von 40,6 Mio. Euro ergibt.

2.3.2 Vermögenslage

Im Berichtsjahr ist die Bilanzsumme um 1,3 Prozent von 1.052,0 Mio. Euro auf 1.065,1 Mio. Euro angewachsen.

Auf der Aktivseite führen die unter dem Vorjahresniveau liegenden Investitionen zu einem Anstieg des Anlagevermögens von insgesamt 29,0 Mio. Euro.

In die immateriellen Vermögensgegenstände wurden 125,3 Mio. Euro investiert. Sie entfallen zum einen auf Individual- und Rechenzentrumssoftware und zum anderen auf die Aktivierung von selbstgeschaffenen immateriellen Vermögensgegenständen für den Aufbau einer neuen Entwicklungsplattform und im Rahmen der Entwicklung von Smart Data KI-Lösungen.

Die Investitionen in das Sachanlagevermögen in Höhe von 57,6 Mio. Euro erfolgten vornehmlich in die IT-Infrastruktur, die Betriebs- und Geschäftsausstattung sowie in den Campus-Bau nebst Außenanlagen in Karlsruhe.

Der Anstieg des Finanzanlagevermögens resultiert hauptsächlich aus dem Kauf der 100 Prozent der Anteile an der ECON Application GmbH, einer Einzahlung in die Kapitalrücklage der Truuco GmbH sowie den Verschmelzungen von ORGA Consulting GmbH und EGP Gesamtbanksteuerungssysteme Beteiligungs GmbH auf die Atruvia AG. Infolge der Verschmelzung der EGP Gesamtbanksteuerungssysteme Beteiligungs GmbH erfolgte die Anwachsung der EGP Gesamtbanksteuerungssysteme GmbH & Co. KG auf die Atruvia AG.Aufgrund einer voraussichtlich dauernden Wertminderung wurde zudem eine Beteiligung und das zugehörige im Jahr 2023 ausgegebene Wandeldarlehen an dieses Beteiligungsunternehmen abgeschrieben.

Darüber hinaus wurden zwei Teiltranchen in bestehende Gründungsstockdarlehn bei zwei Pensionskassen ausgezahlt.

Das Umlaufvermögen ist mit 202,8 Mio. Euro leicht oberhalb des Vorjahresniveaus.

Bei den Vorräten sowie den Forderungen und sonstigen Vermögensgegenständen ergeben sich stichtagsbedingte Veränderungen. Die deutliche Reduzierung der Forderungen gegen verbundene Unternehmen ergibt sich hauptsächlich aus der Anwachsung der EGP Gesamtbanksteuerungssysteme GmbH & Co. KG auf die Atruvia AG.

Der aktive Rechnungsabgrenzungsposten enthält die periodengerechte Erfassung von Vorauszahlungen. Sie sind stichtagsbedingt um 16,6 Mio. Euro auf 54,1 Mio. Euro gesunken.

Auf der Passivseite ist das Eigenkapital aufgrund der Ergebnisentwicklung 2023 um 19,2 Mio. Euro gegenüber dem Vorjahr angewachsen.

Die Rückstellungen liegen insgesamt auf Vorjahresniveau.

Bei den Pensionsrückstellungen wurden die notwendigen Anpassungen im Rahmen des Anfang 2024 abgeschlossenen Tarifvertrags berücksichtigt. Gegenläufig wirkt hier die Entwicklung des Bewertungszinssatzes aufgrund der aktuellen Zinsentwicklung.

Die Reduzierung der Steuerrückstellungen resultiert aus der Ertragsteuer 2023 sowie dem Verbrauch von Rückstellungen aus einem Vorjahr.

Bei den sonstigen Rückstellungen ergibt sich eine Reduzierung um 2,5 Mio. Euro auf 77,2 Mio. Euro.

Die Rückstellungen für vertraglichen Verpflichtungen wurden zum großen Teil vollständig verwendet. Gegenläufig wirken notwendige Zuführungen bei den Personalrückstellungen.

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind infolge einer deutlich reduzierten Inanspruchnahme der Kreditlinie und der planmäßigen Tilgungen eines bestehenden Darlehens gesunken. Die Aufnahme eines Darlehens zur Finanzierung eines Unternehmenskaufs wirkt gegenläufig.

Die erhaltenen Anzahlungen, die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie die sonstigen Verbindlichkeiten sind stichtagsbedingt gestiegen. Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen und die Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, sind stichtagsbezogen gesunken.

Die Vermögenslage stellt sich anhand nachstehender Kennzahlen wie folgt dar:

Quoten 2023 2022
Investitionsquote 12,1 % 17,2 %
Anlagendeckung 56,8 % 56,4 %
Eigenkapitalquote 43,1 % 41,8 %

Die Investitionsquote - das Verhältnis von Investitionen in immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen zu Gesamtleistung - ist infolge der geringeren Investitionen gegenüber dem Vorjahr bei unterproportional gestiegener Gesamtleistung gesunken.

Die Anlagendeckung - das Verhältnis von wirtschaftlichem Eigenkapital zu Anlagevermögen - liegt aufgrund des angewachsenen wirtschaftlichen Eigenkapitals bei gleichzeitig fast proportionalem Anstieg des Anlagevermögens minimal über dem Vorjahreswert.

Die Eigenkapitalquote - das Verhältnis von wirtschaftlichem Eigenkapital zu Bilanzsumme - hat sich im Vergleich zum Vorjahr bei erhöhtem wirtschaftlichen Eigenkapital und unterproportional gestiegener Bilanzsumme leicht auf 43,1 Prozent erhöht.

Als wirtschaftliches Eigenkapital wird das in der Bilanz ausgewiesene Eigenkapital abzüglich der geplanten Dividende und somit das der Gesellschaft nachhaltig zur Verfügung stehende Eigenkapital verstanden.

2.3.3 Finanzlage

Atruvia hat ein Grundkapital von 115,8 Mio. Euro. Zum 31. Dezember 2023 halten insgesamt drei regionale Holdings 91,6 Prozent der Aktien. Die verbleibenden 8,4 Prozent der Aktien werden hauptsächlich von Primärgenossenschaften und Unternehmen der genossenschaftlichen FinanzGruppe gehalten.

Für den Atruvia-Konzern besteht ein Konzern-Cash-Pooling mit Atruvia als Cash-Pool-Manager.

Zur Refinanzierung der Investitionen in den Campus in Karlsruhe ist ein langfristiges Darlehen mit der DZ BANK vereinbart. Durch ein Zinssicherungsgeschäft - SWAP - wurde das Zinsänderungsrisiko begrenzt. Grund- und Sicherungsgeschäft wurden gemäß § 254 HGB zu einer Bewertungseinheit nach der Einfrierungsmethode zusammengefasst. Der Zeitwert entspricht jeweils dem Marktwert. Ferner wurde eine flexible Tilgungsmöglichkeit vereinbart.

Für die Finanzierung eines Unternehmenserwerbs wurde ein Tilgungsdarlehen aufgenommen.

Zur Währungsabsicherung eines Handelsgeschäfts in US-Dollar, bei dem die Zahlungen für die Jahre 2024 und 2025 mittels zweier Tranchen erfolgen wird, besteht jeweils ein Devisentermingeschäft je Tranche. Die Zahlungsverpflichtung des Grundgeschäfts entspricht der jeweiligen Währungsabsicherung und wurde gemäß § 254 HGB zu einer Bewertungseinheit zusammengefasst. Die Zeitwerte entsprechen jeweils den Marktwerten.

Zusätzlich besteht zum Bilanzstichtag eine mit 25,8 Mio. Euro in Anspruch genommene Kreditlinie in Höhe von 210 Mio. Euro, die mit 40 Mio. Euro aus dem Cash-Pooling resultiert.

Der Cashflow hat sich wie folgt entwickelt:

Cash-Flow-Rechnung (TEUR) 2023 2022 Veränderung
Jahresüberschuss 27.764 7.592 20.172
+ Abschreibungen 163.016 159.643 3.373
+ Veränderung Rückstellungen 331 -5.609 5.940
= Cashflow 191.111 161.626 29.485

Der Vorstand von Atruvia schätzt die Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage sowie den Geschäftsverlauf des abgelaufenen Geschäftsjahrs als stabil und geordnet ein.

2.4 Nicht-finanzielle Berichterstattung

2.4.1 Personal

Indikatoren für die Arbeitgeberattraktivität sind die interne Mitarbeiterzufriedenheit und extern der kununu-Score. Die Mitarbeiterzufriedenheit wird regelmäßig im sogenannten Pulse Check, einer anonymen Onlinebefragung, erhoben. Im Jahr 2023 liegt die Mitarbeiterzufriedenheit mit 73 Prozent weiter auf einem hohen Niveau, ist im Vergleich zu 2022 aber leicht gesunken. kununu.de ist im Markt für Bewerber*innen eine relevante Plattform für Arbeitgeberbewertungen. Der kununu-Score stieg im Vergleich zum Vorjahr um 0,2 Punkte auf den Wert 4,3.

Ein weiterer Faktor für die Arbeitgeberattraktivität ist die Weiterempfehlungsrate. Intern lag sie 2023 mit durchschnittlich 88 Prozent auf dem Niveau der Vorjahre. Die externe Weiterempfehlungsrate liegt mit 92 Prozent sogar noch höher. Auch im Bereich Ausbildung konnte sich Atruvia bei kununu behaupten: Im November 2023 belegte Atruvia Platz 1 im Wettbewerb der Ausbildungsbetriebe "Most Wanted Start 2024".

Im abgelaufenen Geschäftsjahr haben insgesamt 49 Auszubildende und Dual Studierende ihre Ausbildung bei Atruvia begonnen. Ebenso haben 49 Auszubildende und Dual Studierende ihre Ausbildung in dieser Zeit beendet. Es ist geplant, ab dem Jahr 2025 die Anzahl um 70 Prozent auf 85 Ausbildungsplätze zu erhöhen. Diese Erhöhung in Verbindung mit attraktiven Angeboten zielt darauf ab, eine höhere Anzahl an "Young People" zu gewinnen und langfristig zu binden.

Atruvia fördert über Zielgrößen die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen an Führungspositionen (vgl. Abschnitt "Erklärung zur Unternehmensführung betreffend § 289f Abs. 4 HGB"). Atruvia möchte als Arbeitgeber für weibliche Fach- und Führungskräfte noch attraktiver werden. Aktivitäten wie das Projekt #Women Digit und spezielle, auf Frauen ausgerichtete Recruiting-Formate dienen gleichzeitig dazu, Gendergerechtigkeit im Zeitalter der Digitalisierung voranzutreiben.

Der Vorstand hat sich für die Führungsebenen bei den verschiedenen Rollen jeweils differenzierte und steigende Zielquoten gesetzt. Die folgende Tabelle zeigt die Entwicklung der Zielquoten und Ist-Werte:

Anteil von Frauen in Rollenebene 1: Rollenebene 2:
Führungspositionen SGS-Leads, Executive Experts und Executive Project Manager People Leads, Tribe Leads, Principal Experts und Principal Project Manager
Quoten bis Zielquote Erreichte Quote Zielquote Erreichte Quote
Jahresende 2023 19 % 22 % 21 % 20 %
Jahresende 2025 20 % -- 22 % --

2.4.2 Kunde und Markt

Die aktive Einbindung der Banken in den Entwicklungs- und Umsetzungsprozess wurde 2023 noch einmal deutlich intensiviert, um eine effiziente und praxisgerechte Produktentwicklung sicherzustellen und dadurch zur Wettbewerbsfähigkeit der Banken beizutragen. Die Bedeutung der Kundeneinbindung zeigt auch die in den Unternehmenszielen 2023 festgehaltene Ambition: 90 Prozent der kundenbezogenen Epics sollen unter Einbindung der Kundschaft entstehen. Ausgehend von einem Anteil von weniger als 20 Prozent im Jahr 2022 wurde das gesetzte Ziel 2023 erreicht.

2.4.3 Technologie und Entwicklung

Im Rahmen des IT-Zielbilds hat Atruvia sich vorgenommen, die Intensität der Nutzung kostenintensiver Mainframe-Technologie und die Abhängigkeit von der Plattform zu reduzieren. Der Verbrauch an MSU im Mainfraime-Umfeld konnte wie geplant im Verlauf des Jahres 2023 von monatlich 9,3 Mio. auf 8,6 Mio. per 31. Oktober 2023 gesenkt werden. MSU (Million Service Units) ist die Einheit für die Inanspruchnahme von Rechenleistung auf den Mainframe-Maschinen. Die damit einhergehenden Einsparungen in den laufenden Betriebskosten (RUN) kamen dem Change-Budget zugute.

2.4.4 Umwelt

Atruvia benötigt für ihre Geschäftstätigkeit als Digitalisierungspartner mit vier großen Rechenzentren verschiedene Ressourcen, hauptsächlich für folgende Unternehmensaktivitäten:

Rechenzentrumsbetrieb: Strom und Wasser

Druckzentren: Strom und Papier

Bürogebäude und Mobilität: Strom, Wärme, Kraftstoffe und Wasser

Die Basisdaten in der Betriebsökologie werden seit 2023 mittels einer neu eingeführten Nachhaltigkeitssoftware erhoben. Bereits seit 2017 veröffentlicht Atruvia den jährlichen ökologischen Unternehmensfußabdruck, der sich wie folgt gliedert:

Scope 1: Direkte Emissionen - bei Atruvia: Heizöl und Kraftstoffe des Fuhrparks

Scope 2: Indirekte Emissionen - bei Atruvia: Fernwärme und Strom

Scope 3: Indirekte Emissionen aus der vor- und nachgelagerten Lieferkette - bei Atruvia: Dienstreisen, Papierverbrauch in

Verwaltung und Druckzentren, Wasser/Abwasser und Abfall.Eine Erweiterung bei diesem Scope wird fortlaufend auf Einflussmöglichkeiten und Verbesserungspotenziale hin überprüft.

Der Klimaneutralitätsfahrplan sieht vor, dass Atruvia bis 2035 klimaneutral ist, in Scope 1 und 2 wird dieses Ziel bis 2026 angestrebt. Dabei versucht Atruvia, Emissionen sukzessive zu vermeiden und reduzieren. Nicht vermeidbare Emissionen werden kompensiert. Atruvia ist aktives Mitglied bei den Klimaneutralitätsnetzwerken der Städte Karlsruhe und Münster, innerhalb der Netzwerke wird an gemeinsamen Energie- und Emissionsreduktionszielen gearbeitet.

Die EcoVadis-Scorecard bewertet die Nachhaltigkeit in den Kategorien Umwelt, Ethik, Arbeits- und Menschenrechte sowie nachhaltige Beschaffung. 2023 erreichte Atruvia 52 von 100 Punkten. Damit konnte Atruvia das Vorjahresergebnis um 9 Punkte steigern und erhielt die Bronzemedaille. 2024 soll die Bronzemedaille verteidigt werden und weitere Punkte auf dem Weg zur Silbermedaille errungen werden.

3 Prognose, Chancen- und Risikobericht

3.1 Prognosebericht

Die Planung 2024 legt die Grundlage für die Strategierealisierung bei gleichzeitiger Aufrechterhaltung von Qualität und Stabilität bestehender Plattformen und Services. Inhaltliche Schwerpunkte der Planung sind:

Entwicklung effizienter, automatisierter und standardisierter Bankprozesse

Weiterentwicklung bestehender digitaler Lösungen an der Kundenschnittstelle

Steigerung von Erlösen mit Smart-Data- und Mehrwert-Lösungen

Migration und Beratung im Rahmen des Microsoft-365-Rollouts

Deutlicher Ausbau des Beratungsgeschäfts

Nutzenintensivierung und Marktdurchdringung von optionalen Lösungen

Um die gesetzten Planungsziele nachhaltig erreichen zu können, wird der Aufbau der Sourcing-Strecken weiter vorangetrieben. Zur Sicherung von Kern- und Schlüsselkompetenzen ist auch ein weiterer interner Personalaufbau vorgesehen. Gleichzeitig wird der Einsatz von Fremdleistungen weiter reduziert und die Einbindung von Entwicklungsleistungen in Nearshore- oder konzerninternen Entwicklungspartnerschaften intensiviert.

Die IT-Modernisierung unterstützt das Erreichen der Effizienzziele hinsichtlich der Plattformkosten. Das IT-Zielbild trägt dazu somit auch bei, die finanziellen Ertragsambitionen zu erreichen, indem die Kosten der IT-Wertschöpfungsprozesse nachhaltig sinken.

Das bereits Ende 2019 gestartete Effizienzprogramm leistet einen wesentlichen Beitrag dazu, die Planungsziele nachhaltig erreichen zu können. Maßnahmen zur Verbesserung der Wirtschaftlichkeit und zur Allokation von Ressourcen in Zukunftsthemen werden konsequent weiterverfolgt. Dazu gehören neben der Internalisierung von Fremdleistungen und dem Ausbau von Nearshore- Kapazitäten auch gezielte Ansätze zur Optimierung von internen Prozessen und somit die Erhöhung der internen Effizienz.

Das BMWK prognostiziert für den Jahresdurchschnitt 2024 ein Wachstum des preisbereinigten BIP um 1,3 Prozent sowie eine deutlich sinkende Inflationsrate von 2,6 Prozent. Der Bundesminister für Wirtschaft und Klimaschutz prognostiziert in seiner Herbstprojektion weiterhin konjunkturelle Schwierigkeiten. Deutschland wird sich langsamer aus der Krise befreien als prognostiziert. Dennoch wird für 2024 wieder mit einem Wachstum und einem deutlichen Rückgang der Inflation gerechnet.

Die Bitkom prognostiziert für die ITK-Branche 2,7 Prozent mehr Arbeitsplätze in Deutschland. Damit wird Atruvia auch im kommenden Jahr vor der Herausforderung stehen, die benötigten Skills zu rekrutieren. Zukunftsfähige "Best-Fit"-Mitarbeitende sind für Atruvia existenziell, um die geschäftsstrategischen Ziele zu erfüllen. Neben der Personalgewinnung und der Entwicklung der Qualifikationen ist es ebenso erforderlich, die Mitarbeitenden langfristig an das Unternehmen zu binden. Als Bindeglied zwischen Strategie und Personalentwicklung fungiert das Total Workforce Management (TWM) als Unterstützung für eine strategische Personalplanung. Es bildet die Basis für ein auf die Zukunft ausgerichtetes Personalportfolio und stellt damit u. a. auch die Balance zwischen den benötigten und den aktuell vorhandenen Skills her.

Atruvia ist - wie viele andere Unternehmen auch - aktuell vom allgemeinen Rohstoffmangel, volatilen Lieferketten aufgrund der Folgen der Pandemie, weltpolitischen Entwicklungen und des Ukraine-Kriegs sowie der allgemeinen Inflation betroffen. Atruvia zählt als Unternehmen zur Kritischen Infrastruktur (KRITIS) und steht regelmäßig im Austausch mit Behörden und Institutionen. Das Unternehmen ist nach ISO22301 zertifiziert und hat seine Abläufe und Prozesse nach den Maßgaben des Business Continuity Management (BCM) und IT Service Continuity Management (ITSCM) organisiert. Auf diese Weise stellt Atruvia die notwendigen Services für die Banken sicher.

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) fasst in seinem aktuellen Lagebild zusammen, dass die Bedrohung im Cyberraum so hoch ist wie nie zuvor. Atruvia hat umfangreiche Cybersicherheitsmaßnahmen etabliert, um der gestiegenen Bedrohung gerecht zu werden und investiert auch stetig weiter in einen Erhalt und Ausbau dieser Abwehrmaßnahmen. Im Rahmen der Ukraine-Kriegs ist die Bedrohungslage im Cyberraum weiterhin angespannt. Atruvia stimmt sich eng mit Partnern aus dem genossenschaftlichen Bereich ab, insbesondere dem DZ BANK Konzern, und darüber hinaus in der Branche und mit Ermittlungsbehörden. Über die angespannte Lage in Nahost hinaus zeigen sich bisher keine Bedrohungen. Atruvia beobachtet die Entwicklungen permanent und proaktiv.

Betrugsversuche im Online-Banking haben im Berichtszeitraum wesentlich zugenommen und verharren auf einem hohem Niveau. Dabei ist explizit hervorzuheben, dass die Schäden nicht auf technische Schwachstellen zurückzuführen sind, sondern auf zunehmendes Social Engineering der Betrüger*innen, was ein Mitwirken der Kontoinhaber*innen erfordert. Atruvia beobachtet die Verhaltensweisen der Täter*innen (Modus Operandi) aktiv und nutzt die Rückmeldungen der Banken, um das Betrugserkennungssystem agree21FraudDetection so zu instrumentalisieren, dass auch die neuesten Angriffsvarianten gegen Endkund*innen erkannt werden. Im Berichtszeitraum konnten somit Schäden von mehr als 100 Mio. Euro verhindert werden.

Alle aufgestellten Prognosen unterliegen der Unsicherheit geopolitischer und ökonomischer Veränderungen, was sich auch in der Planung für 2024 niederschlägt. Atruvia erwartet jedoch mit Abschluss der Planung keine negativen wirtschaftlichen Auswirkungen auf die Entwicklung der Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage der Atruvia AG, die nicht berücksichtigt sind.

Unter den vorstehenden Annahmen geht Atruvia für das Geschäftsjahr 2024 von einer Gesamtleistung von 1.636 Mio. Euro, einem EBIT von 33 Mio. Euro sowie einem EBITDA von 211 Mio. Euro aus. Der Vorstand von Atruvia schätzt die Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage als geordnet und stabil ein.

3.2 Chancenbericht

Die immer weiter voranschreitende Digitalisierung des Bankings stellt eine große Herausforderung mit einem enormen Chancenpotential für das Wachstum von Atruvia dar. Um mit den rapiden Änderungen im Markt- und Technologieumfeld Schritt halten zu können, sind weitere Investitionen und eine kontinuierliche Transformation von Atruvia zum strategischen Digitalisierungspartner erforderlich. Mit der Einführung eines neuen Zusammenarbeitsmodells etablierte Atruvia Ende 2020 eine agile Organisation mit flachen und dezentralen Verantwortungsstrukturen, die Bestehendes regelmäßig auf den Prüfstand stellt und bei Bedarf schnell reagieren kann.

Mit dem Auslaufen der Digitalisierungsumlage im Juni 2023 wurde die Realisierungsorganisation aus Program ONE in die Linie übertragen und das agile Zusammenarbeitsmodell der Geschäftsfelder überarbeitet und konsolidiert. Das neue Agile Playbook regelt dabei die Zusammenarbeit der beteiligten Geschäfts- und Servicefelder - immer mit dem Ziel, die Lieferfähigkeit, Liefertreue und Liefergeschwindigkeit systematisch weiter zu verbessern. Diese Optimierungen werden 2024 mit einem Schwerpunkt auf den Servicefeldern fortgesetzt und verfeinert.

Mit der 2023 turnusmäßig aktualisierten Unternehmensstrategie positioniert sich Atruvia als innovativer und integrativer Digitalisierungspartner, der die genossenschaftliche FinanzGruppe fit macht für das Zeitalter der Digitalisierung. Fünf strategische Zieldimensionen dienen der nachhaltigen Operationalisierung der strategischen Aktivitäten des Unternehmens. Die daraus abgeleiteten geschäftspolitischen Ambitionen geben dem Unternehmen Orientierung und werden durch konkrete strategische und operative Ziele untermauert.

Die neue Portfoliostruktur verbindet als zentrales Ordnungselement die strategischen und operativen Handlungen. Auch für die Transformation der Banking-Plattform Architektur durch das IT-Zielbild für die technologische Weiterentwicklung des heutigen Kernbankenverfahrens agree21 ist die Portfoliostruktur maßgeblich. Ziel ist es auch weiterhin, die Komplexität zu reduzieren und eine hohe Qualität der ausgebrachten Lösungen sicherzustellen.

Das agile Portfoliomanagement mit seinem iterativen Zusammenspiel der Bedarfe und Zielbilder sowie den klar definierten Abläufen, festen Regeln und eindeutigen Rollen der Beteiligten gewährleisten, dass die vorhandenen Ressourcen stets dort eingesetzt werden, wo die größten Mehrwerte für die Kund*innen entstehen - beispielsweise für die Entwicklung passgenauer und qualitativ hochwertiger Lösungen oder effizienter Verfahren. Damit treibt Atruvia die Digitalisierung des Bankings stringent voran und trägt maßgeblich zur Wettbewerbsfähigkeit der Genossenschaftsbanken bei. Einige Beispiele:

Mittels Prozessanalyse konnte Atruvia 2023 in enger Zusammenarbeit mit 26 Referenzbanken auf Basis des objektivierten und systematisierten Vorgehensmodells priorisierte Handlungsfelder im Bereich der Bankprozesse herausarbeiten. Dadurch ließen sich die Prozess-Cluster mit den höchsten Optimierungspotenzialen identifizieren. Die Erkenntnisse aus der Prozessanalyse flossen in die Roadmaps für das Privat- und Firmenkundengeschäft ein und sind in der Portfolioplanung 2024 berücksichtigt.

Die Weiterentwicklung der Omnikanalprozesse zahlt auf das neue Betriebsmodell der genossenschaftlichen Strategieagenda ein. Langfristig wird in Zusammenarbeit mit Referenzbanken und mittels moderner Prozessanalyseverfahren daran gearbeitet, neue Soll- Standardprozesse für die Banken zu entwickeln.

Die Automatisierung von Prozessen ist einer der Effizienzbausteine der Wertschöpfungskette, der maßgeblich auf den Kundennutzen einzahlt. Um individuelle Bedarfe der Banken im neuen Betriebsmodell künftig besser abzudecken und schneller in der Entwicklung zu werden, hat Atruvia im Juni 2023 die ECON Application GmbH mit 100 Prozent der Anteile übernommen. Die No- Code-Software von ECON zum einfachen Erstellen und Konfigurieren digitaler Vertriebsprozesse ist bislang die einzige speziell für die Finanzbranche entwickelte Lösung auf dem deutschen Markt. Damit wird ECON einen wichtigen Beitrag zur weiteren Digitalisierung und Automatisierung des Bankkerngeschäfts leisten.

Die seit 2019 produktive Omnikanalplattform (OKP) wird im Geschäftsjahr 2024 weiter ausgebaut. Damit sorgen mehr und mehr automatisierte Omnikanalprozesse in Genossenschaftsbanken sukzessive für Effizienzsteigerungen an der digitalen Kundenschnittstelle sowie in den bankinternen Betriebsprozessen und lösen die Prozesse von agree21 BAP (Bankarbeitsplatz) Schritt für Schritt ab.

Die für 2023 kommunizierten Ziele in der Atruvia-Roadmap Privatkunden wurden planmäßig erreicht. Für die Jahre 2024/2025 fokussiert die Roadmap die Befähigung von Kundschaft und Vertrieb sowie die Erhöhung des Automatisierungsgrads. Danach steht der Ausbau des Ökosystems und der Mehrwertservices im Vordergrund.

Hinsichtlich Künstlicher Intelligenz wird 2024 ein internes Positionspapier erarbeitet. Der Fokus liegt auf der Nutzung von KI für interne Zwecke und für bessere Kundenlösungen.

Mit der zunehmenden Bedeutung von KI für Banken steigt gleichzeitig die Notwendigkeit, Daten intelligent und sicher miteinander zur verknüpfen und den Banken die Möglichkeit zu geben, eigene Daten in Analysen und Modellierungen einzubringen. Mit dem Data Integration Hub (DIH) wurden 2023 erste Pilotierungen vorgenommen, der Breiteneinsatz ist für 2024 vorgesehen. Die Plattform soll außerdem den Zugriff auf zentral bereitgestellte Datenprodukte zum Thema Nachhaltigkeit über relevante Stakeholder in der genossenschaftlichen FinanzGruppe ermöglichen. Die dafür relevante Datenbasis und die notwendigen Stakeholder werden 2024 betrachtet.

Im Kontext der steigenden Nutzung verschiedener Vertriebskanäle durch Bankkund*innen sind einfache Lösungen für rechtskonforme und sichere Zustimmungsprozesse erforderlich. Mit der Bereitstellung eines Einwilligungsökosystems haben Banken nun u. a. die Möglichkeit, digitale Zustimmungskampagnen auszusteuern. Die neue Lösung steht seit Ende 2023 zur Verfügung, soll sich 2024 in den Banken etablieren und wird fachlich wie technisch erweitert.

In der Steuerungsbank wird die Plattform agree21Finanzen weiter vervollständigt. Ein großes Thema neben der weiteren Ablösung des Altverfahrens und die Umsetzung neuer regulatorischer Anforderungen wird die Konzeption zum neuen granularen Meldewesen sein (IReF - Integrated Reporting Framework)

Der Standard für die Überwachung und Steuerung des Zinsrisikos (Interest Risk in the Banking Book) mündet in eine einheitliche Meldung (IRRBB-Reporting) im Rahmen des COREP-Frameworks. Für die Erlangung der Meldefähigkeit sind umfangreiche Anpassungen an den Marktrisiko-Verfahren sowie an der VR-Control-Software notwendig. Die geplante VR-Control Version 8 wird terminlich und inhaltlich an den Meldetermin von IRRBB adaptiert. Die entsprechend angepasste Releaseplanung sieht für den Breiteneinsatz der Versionen 7 und 8 das erste und das dritte Quartal 2024 vor.

Im Rahmen der Einführung von agree21M365 werden 2024 weitere 300 Banken migriert. Dabei wird die Serienfähigkeit weiter optimiert und die Umstellungszahlen deutlich erhöht.

Hinsichtlich der Ablösung der Notes-Anwendungen wird das Portfolio ausgebaut und die Eigenentwicklung durch Banken ermöglicht. Standardisierte Business Services werden gemäß der Roadmap umgesetzt, individualisierte Business Services können unter Berücksichtigung von Schutzbedarfsklassen von ersten Banken entwickelt werden.

Im Bereich Workplace werden für den agree21Client Public-Cloud-Services etabliert. Themenschwerpunkte sind die Migration auf Windows 11 zur optimalen Unterstützung des Microsoft Ökosystems, der Wechsel des Standardbrowsers von Mozilla Firefox auf Microsoft Edge und die Verprobung von agree21Client auf Basis des Microsoft Azure Virtual Desktop. Dieser Desktop basiert als erster Client auf den cloudbasierten Tools.

Um die hohen Anforderungen des Finanzbereichs an Security, Datenschutz und Compliance zu erfüllen, werden Netzinfrastruktur und Netzwerksicherheit in einer cloudbasierten Architektur zusammengeführt. Ziel ist, künftig eine sichere und effiziente Hybrid- Cloud-Nutzung zu ermöglichen - von jedem Ort, von jedem Device, mit jeder Anwendung. Dazu wird 2024 die Produktfamilie agree21Connect um die neue Netztechnologie SD-WAN ergänzt und das Netz-Kunden-Dashboard weiterentwickelt. Weitere Stufen werden in den nächsten Jahren für eine effiziente Hybride-Cloud-Nutzung folgen.

Die Unternehmensziele 2024 sind im Einklang mit der Konzernambition und der Unternehmensstrategie formuliert.

Um die Ziele ihres Nachhaltigkeits-Handlungsprogramms zu erreichen, plant Atruvia Investitionen vor allem in regulatorische Anforderungen sowie in die Entwicklung nachhaltiger Produkte und Lösungen. Die Umsetzung dieser Strategie erfolgt ab 2024 in zwei Phasen.

Zu Erreichung der drei finanzstrategischen Ziele gilt es, 2024 kurzfristig bereits identifizierte Maßnahmen zu verfolgen. Mittel- bis langfristig werden weitere Optionen angegangen.

Technologie beeinflusst immer stärker die Geschäftsmodelle der Banken und wird in Zukunft zum entscheidenden Wettbewerbsfaktor. Ertragswachstum, Steigerung von Marktanteilen und optimierte von Kostenstrukturen stehen in immer höherer Abhängigkeit von Technologie und Daten. Für Atruvia bietet sich so ein großes Wachstumspotenzial und eine Stärkung der strategischen Rolle in der genossenschaftlichen FinanzGruppe.

Mit den zusätzlichen Finanzmitteln in Höhe von nachhaltig 120 Mio. Euro p. a. investieren die Kund*innen von Atruvia weiter in die Digitalisierung des Bankings und somit auch in die Zukunftsfähigkeit von Atruvia.

3.3 Risikobericht

Mit diesem Risikobericht setzt Atruvia die geltenden risikobezogenen Transparenzanforderungen nach § 315 des Handelsgesetzbuchs (HGB) in Verbindung mit dem Deutschen Rechnungslegungs-Standard Nr. 20 (DRS 20) um. Der Risikobericht ist nach Risikoarten aufgebaut. Dem gehen allgemeine und risikoartenübergreifende Darstellungen voraus.

3.3.1 Risikomanagement

Ziele des Risikomanagements

Um den Fortbestand von Atruvia zu gewährleisten, sind Entwicklungen, die einen erheblich nachteiligen Einfluss auf die Geschäftstätigkeit und weitere Entwicklungen von Atruvia haben und ihren Fortbestand gefährden, frühzeitig zu erkennen und entsprechende gegensteuernde Maßnahmen rechtzeitig einzuleiten. Dazu wurde ein Überwachungssystem nach § 91 AktG eingerichtet, damit den Fortbestand der Gesellschaft gefährdende Entwicklungen früh erkannt werden.

Zur Unterstützung ist bei Atruvia ein unternehmensweites Risikomanagementsystem eingerichtet. Ergänzt wird das Risikomanagementsystem durch weitere Managementsysteme, z. B. das Informationssicherheitssystem (zertifiziert nach ISO/IEC 27001) und das Qualitätsmanagementsystem (zertifiziert nach ISO 9001), das Compliancemanagementsystem sowie Funktionen der Unternehmensplanung und des Controllings.

Organisation des Risikomanagements

Das Risikomanagement ist im Organisationsmodell "Three-Lines" verankert und als Funktion angesiedelt.

Bestandteile des Risikomanagementsystems

Die für das Risikomanagement verantwortliche 2nd-Line-Einheit stellt einen Handlungsrahmen, Methoden und Verfahren sowie notwendige Strukturen für das unternehmensweite Risikomanagement bereit. Das Risikomanagementsystem wird laufend an die betrieblichen Belange und Erfordernisse aus internen und externen Einflüssen angepasst und unterliegt damit einem kontinuierlichen Verbesserungsprozess. Dazu tragen auch Prüfungen des Risikomanagementsystems durch die Interne Revision bei.

Die Operationalisierung erfolgt insbesondere über den etablierten Risikomanagementprozess. Der Aufbau des Risikomanagementsystems sowie der für Atruvia definierte und nachfolgend dargestellte Risikomanagementprozess orientieren sich am anerkannten Risikomanagement-Standard ISO 31000 "Risk management - Principles and guidelines".

Wesentlicher Bestandteil des Risikomanagementsystems von Atruvia ist die Risikofrüherkennung, die insbesondere auf die frühzeitige Erkennung wesentlicher und in ihren Auswirkungen potenziell bestandsgefährdender Risiken ausgerichtet ist. Ergänzend sind im Rahmen des internen Kontrollsystems (IKS) prozessintegrierte Maßnahmen eingerichtet, die neben ihrer Überwachungsfunktion auf die Einhaltung der für Atruvia maßgeblichen Vorschriften und Anforderungen hinwirken und potenziellen Risiken entgegenwirken.

Im Rahmen der Risikofrüherkennung wird eine Bedrohungsanalyse basierend auf einem umfassenden Bedrohungskatalog durchgeführt und dient zudem der systematischen und kontinuierlichen Risikoidentifikation. Der Bedrohungskatalog von Atruvia orientiert sich an marktüblichen Katalogen sowie Veröffentlichungen, z. B. aus BSI IT-Grundschutz, ISO 27005 und KRITIS. Auf der obersten Ebene strukturiert sich der Bedrohungskatalog nach den folgenden Bedrohungskategorien B1 bis B4:

Bedrohungskategorien

B1.

Interne Verfahren

(Menschliches Fehlverhalten und organisatorische Mängel)

B2.

Menschen

(Böswilliges Handeln)

B3.

Infrastruktur/Systeme

(Technisches Versagen)

B4.

Externe Einflüsse

(inkl. Höhere Gewalt, Rechtsrisiken)

Atruvia verfügt im Kontext der Risikofrüherkennung und Risikoüberwachung über ein Risikotragfähigkeitskonzept. Anhand des ermittelten Risikogehalts des Risikoportfolios und festgelegter Einzellimite können wesentliche Fehlentwicklungen und Bestandsgefährdungen frühzeitig erkannt und ihnen mit Maßnahmen begegnet werden. Die Risikotragfähigkeit ist sichergestellt, wenn die Fortführung der Unternehmenstätigkeit trotz negativer Auswirkungen gegeben ist und Schäden kompensiert werden können.

3.3.2 Risikoportfolio

Der Unternehmenszweck von Atruvia ist durch die Erbringung von IT-Dienstleistungen für Finanzdienstleister, insbesondere aus der genossenschaftlichen Finanzgruppe, determiniert. Dieser Schwerpunkt spiegelt sich auch im Risikoportfolio wider. Der Fokus des Risikoportfolios liegt auf Risiken im Rahmen der Dienstleistungserbringung. Das Risikoportfolio von Atruvia umfasst Risiken mit direktem Bezug zu vertraglich vereinbarten Leistungen, aber auch unternehmerische Risiken von Atruvia.

Jährlich wird das Risikoportfolio im Rahmen einer Risikoinventur inkl. Bedrohungsanalyse von allen Servicefeldern, Geschäftsfeldern und Stäben von Atruvia in Zusammenarbeit mit der Risikomanagement-Funktion einer vollständigen und vollumfänglichen Überprüfung und Aktualisierung unterzogen. Unterjährig wird das Risikoportfolio überwacht und, wenn erforderlich, werden Risiken angepasst oder ergänzt.

Als erstes Strukturierungsmerkmal dienen die Risikoarten (Operationell, Adressenausfall, Liquidität, Marktpreis). Sie werden um Risikokategorien als weiteres Ordnungskriterium ergänzt, die bei der Risikoanalyse einen Orientierungsrahmen hinsichtlich potenzieller Risikoursachen und Risikoindikatoren (potenziell negative Entwicklungen) bieten.

Folgende Risikoarten und Risikokategorien werden für Atruvia als wesentlich definiert:

Risikoart und Definition

Risikokategorie

Operationelle Risiken

bezeichnen die Gefahr von Verlusten, die Prozesse und Organisation

- durch die Unangemessenheit oder das Versagen von internen Verfahren, Menschen und Systemen Ressourcen (Infastruktur und Netze, Systeme und Technologie, Personal)

oder

Fremdleistungen

- durch externe Ereignisse einschließlich Rechtsrisiken Produkte und Services

verursacht werden.

Adressausfallrisiken

bezeichnen die Gefahr eines Verlusts oder entgangenen Gewinns, z. B. aufgrund des Ausfalls eines Geschäftspartners.

Beteiligungen / Forderungsausfall

Diese Risikoart bezieht sich insbesondere auf Forderungen und Unternehmensbeteiligungen, deren Werthaltigkeit bei Eintritt des Risikos fällt.

Liquiditätsrisiken

beschreiben die Gefahr, zu einem bestimmten Zeitpunkt seinen Zahlungsverpflichtungen nicht fristgerecht Zahlungsunfähigkeit / Refinanzierung / Marktliquidität und in vollem Umfang nachkommen zu können.

Marktpreisrisiken

beschreiben die Gefahr einer Modifikation bestimmter Marktparameter und eine daraus resultierende potenzielle Beschaffung von Ressourcen / Zielgruppe, Markt und Nachfrage

Abweichung vom geplanten Ergebnis. Wesentliche Ursachen von Marktpreisrisiken stellen Veränderungen der Parameter am Kapitalmarkt sowie am Beschaffungs- und Absatzmarkt dar.

Operationelle Risiken

Die Leistung von Atruvia hängt wesentlich von den bereitgestellten IT-Services (Infrastruktur, IT-Systeme, Anwendungen) ab, deren Betrieb direkt oder indirekt beeinträchtigt werden kann.

Negative Einflüsse auf diese operative Tätigkeit von Atruvia aufgrund von

organisatorischen Mängeln (z. B. Prozessschwächen)

menschlichem Fehlverhalten (z. B. Anwenderfehler oder Fehler im Betrieb)

böswilligem Handeln (z. B. Missbrauch und Diebstahl)

technischem Versagen (z. B. Ausfall von Infrastrukturkomponenten oder Systemen)

sowie externen Einflüssen (z. B. Gebäudeausfall oder Personalausfall)

werden als mögliche Ursachen operationeller Risiken berücksichtigt. Dabei findet auch die zunehmende Bedrohungslage im IT- Sicherheitsbereich, die sich z. B. in Sicherheitslücken oder Cyberattacken bemerkbar macht, Berücksichtigung. Atruvia begegnet den Risiken in der Informationstechnologie u. a. durch Datensicherungsverfahren, Failover-Konzepte, Sicherheitskonzepte und weitere Maßnahmen.

- Prozesse und Organisation

Risiken der Kategorie "Prozesse und Organisation" werden durch IKS-Kontrollen und deren Verankerung in bestehenden Regelungen und Prozessen begrenzt und überwacht. Des Weiteren verfügt Atruvia über ein etabliertes Business Continuity Management, das die Risiken und möglichen Schäden im Rahmen von Betriebsunterbrechung und Betriebsstörungen durch reaktive Notfallpläne oder präventive Notfallvorsorgemaßnahmen begrenzt, um die Fortführung kritischer Geschäftsprozesse auch in Krisensituationen sicherzustellen.

- Ressourcen (Infrastruktur und Netze, Systeme und Technologie, Personal)

Ressourcenseitige Risiken werden insbesondere im Rahmen der jeweiligen Prozesse durch IKS-Kontrollen überwacht und begrenzt. Für den Geschäftsbetrieb kritische und notwendige Ressourcen werden durch ein etabliertes BCM in Verbindung mit IT Service Continuity Management (ITSCM) abgesichert.

- Fremdleistungen

Risiken im Kontext von Fremdleistungen werden insbesondere durch eine Dienstleister- und Lieferantensteuerung, ein etabliertes Weiterverlagerungsmanagement, kontinuierliche Fremdbezugsbewertungen sowie die Festlegung geeigneter Fall-Back-Szenarien hinsichtlich der bezogenen Leistungen begrenzt.

- Produkte und Services

Um Risiken im Kontext der Datenverarbeitung in Produkten und Services zu begrenzen, dienen Sicherheitsmaßnahmen, die dazu geeignet sind, ein angemessenes Schutzniveau in Bezug auf Informationssicherheitsrisiken, insbesondere im IT-Betrieb, herzustellen.

Die Umsetzung eines an der ISO/IEC 27001 orientierten Sicherheitsmaßnahmenkatalogs, der entsprechende technische und organisatorische Mindestanforderungen beinhaltet, ist für Atruvia obligatorisch. Risiken der Leistungserstellung werden durch unternehmensweit verbindliche Vorgehensmodelle, die u. a. der Sicherstellung funktionaler und nichtfunktionaler Anforderungen dienen, reduziert.

Die operationellen Risiken bilden den größten Anteil am Risikoportfolio von Atruvia. Der Schadenerwartungswert dieser Risiken, berechnet aus dem potenziellen monetären Schaden (potenzieller negativer Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage von Atruvia) und der Eintrittswahrscheinlichkeit der Risiken, fließt in die Berechnung der Limitauslastung operationeller Risiken zur Überwachung der Risikotragfähigkeit ein. Das im Sinne des Risikotragfähigkeitskonzepts von Atruvia eingerichtete Limitsystem dient als Frühwarnindikator. Aus der regelmäßigen Berechnung der Limitauslastung anhand eingetretener Schäden und Schadenerwartungswerte gegen ex ante festgelegte Auslastungsgrenzen wird eine mögliche Gefährdung der Risikotragfähigkeit frühzeitig erkannt.

Für das Geschäftsjahr 2023 liegt die Limitauslastung innerhalb der gemäß Risikotragfähigkeitskonzept festgelegten Limit-Grenzen. Es liegt somit keine Gefährdung der Risikotragfähigkeit resultierend aus operationellen Risiken vor.

Marktpreisrisiken

Marktpreisrisiken beschreiben die Gefahr einer Modifikation bestimmter Marktparameter und eine daraus resultierende potenzielle Abweichung vom geplanten Ergebnis. Wesentliche Ursachen von Marktpreisrisiken stellen Veränderungen der Parameter am Kapitalmarkt sowie am Beschaffungs- und Absatzmarkt dar.

- Beschaffung von Ressourcen

Marktpreisrisiken im Kontext der Beschaffung von Ressourcen, insbesondere vor dem Hintergrund der inflationsbedingten Preisentwicklung, werden mit einer Vielzahl übergreifender und spezifischer Maßnahmen behandelt. Zur Begrenzung dieser Risiken ist insbesondere durch die Etablierung eines taktischen und operativen Einkaufs ein übergreifender Rahmen geschaffen. Darüber hinaus begrenzen u. a. personalwirtschaftliche Maßnahmen und ein etabliertes Software Asset- und Lizenzmanagement spezifische Marktpreisrisiken. Zur Refinanzierung der Investition in den Campus in Karlsruhe sind und werden fristenkongruente Darlehenstranchen mit der DZ BANK vereinbart. Durch Zinssicherungsgeschäfte (Swap) jeweils in Einheit mit dem jeweiligen Grundgeschäft wurde das Zinsänderungsrisiko als Teil des Marktpreisrisikos begrenzt. Zur Absicherung von Währungsrisiken großer Vertragsabschlüsse in Fremdwährungen werden Finanztermingeschäfte abgeschlossen, die mit den hieraus resultierenden Zahlungen kongruent sind. Der Einsatz von Finanzinstrumenten zu Spekulationszwecken steht nicht im Zusammenhang mit dem Unternehmensgegenstand von Atruvia. Damit einhergehende außerordentliche Risiken dürfen bei Atruvia nicht eingegangen werden und müssen somit grundsätzlich vermieden werden.

- Zielgruppe, Markt und Nachfrage

Um Risiken im Bereich Zielgruppe, Markt und Nachfrage adäquat zu begegnen, wurde ein Portfolioausschuss etabliert. Dort findet ein gemeinsamer Dialog zu den Leistungen mit Kund*innen statt, wodurch ein kontinuierlicher Abgleich des bestehenden Produktportfolios bezüglich neuer Leistungsanforderungen und Kundenbedürfnissen sowie künftig benötigter Produkte gewährleistet wird.

Die Marktpreisrisiken bilden insgesamt einen kleinen Anteil am Risikoportfolio und tragen aufgrund des Risikogehalts nicht signifikant zur Gesamt-Limitauslastung im Kontext der Ermittlung der Risikotragfähigkeit bei. Die Limitauslastung der Marktpreisrisiken liegt im Geschäftsjahr 2023 innerhalb der gemäß Risikotragfähigkeitskonzept diesbezüglich festgelegten Limit-Grenzen. Es liegt somit keine Gefährdung der Risikotragfähigkeit resultierend aus Marktpreisrisiken vor.

Adressenausfallrisiken

Adressausfallrisiken bezeichnen die Gefahr eines Verlusts oder entgangenen Gewinns, z. B. aufgrund des Ausfalls eines Geschäftspartners. Diese Risikoart bezieht sich insbesondere auf Forderungen und Unternehmensbeteiligungen, deren Werthaltigkeit bei Eintritt des Risikos fällt. Die Adressenausfallrisiken bilden einen kleinen Anteil im Risikoportfolio und damit in der Gesamt- Limitauslastung bei Bestimmung der Risikotragfähigkeit.

Im Rahmen der Altersvorsorge für die Mitarbeitenden von Atruvia wurden drei Gründungsstockdarlehen an zwei unterschiedliche Pensionskassen ausgegeben, deren Rückzahlung von der Fähigkeit der Pensionskassen, die Pensionen aus eigenen Mitteln zu finanzieren, abhängt und maßgeblich durch die künftige Zinsentwicklung bestimmt ist. Abhängig von der künftigen Zinsentwicklung könnten sich daraus Auswirkungen auf die Ertrags- und Finanzlage von Atruvia, u. a. aufgrund möglicher dauerhafter Wertminderungen, ergeben.

- Beteiligungen

Eine Begrenzung von Beteiligungsrisiken von Atruvia erfolgt durch Überwachung und Steuerung der Beteiligungen im Rahmen von Regelungen. Dazu werden jährlich die Lageberichte, Unterlagen und Protokolle von Sitzungen sowie Planungsunterlagen inkl. Kommentierung bei Abweichung regelmäßig gesichtet und bewertet. Die Überwachung der Beteiligungen im Geschäftsjahr 2023 zeigt keine wesentlichen Auffälligkeiten.

- Forderungsausfall

Regelmäßige Bonitätsüberprüfungen von Kund*innen und eine Überwachung des Zahlungseingangs in Verbindung mit einem wirksamen Mahnverfahren begrenzen die Risiken des Forderungsausfalls für Atruvia.

Die Adressenausfallrisiken bilden insgesamt einen kleinen Anteil am Risikoportfolio und tragen aufgrund des Risikogehalts nicht signifikant zur Gesamt-Limitauslastung im Kontext der Ermittlung der Risikotragfähigkeit bei. Die Limitauslastung der Adressenausfallrisiken liegt im Geschäftsjahr 2023 innerhalb der gemäß Risikotragfähigkeitskonzept diesbezüglich festgelegten Limit-Grenzen. Es liegt somit keine Gefährdung der Risikotragfähigkeit resultierend aus Adressenausfallrisiken vor.

Liquiditätsrisiken

Liquiditätsrisiken beschreiben die Gefahr, zu einem bestimmten Zeitpunkt seinen Zahlungsverpflichtungen nicht fristgerecht und in vollem Umfang nachkommen zu können.

Liquiditätsrisiken werden in den Kategorien Zahlungsunfähigkeit, Refinanzierung und Marktliquidität betrachtet. Zur Begrenzung und Steuerung dieser Risiken wurden Prozesse bzgl. einer Liquiditätsplanung und Liquiditätssteuerung sowie ein Konzern-Cash-Pooling implementiert.

Zur aktiven Liquiditätssteuerung nutzt Atruvia das bei der DZ BANK geführte Atruvia-Konzern-Cash-Pooling sowie die bei der DZ BANK eingeräumte Kreditlinie. Atruvia ist hier in der Funktion des Cash-Pool-Managers. Über einen Liquiditätsforecast und eine Cash-Flow-Berechnung auf Konzernebene über drei Planjahre wird die Entwicklung der Liquidität zusätzlich kurz-, mittel- und langfristig gesteuert. Im Rahmen der Liquiditätsplanung und Liquiditätssteuerung werden zukünftige Mittelzu- und -abflüsse des aktuellen sowie des folgenden Geschäftsjahrs berücksichtigt und eine Prognose der Auslastung der Kreditlinie erstellt. Sollte der Prognosewert im Geschäftsjahr die als Limit definierte Ausschöpfung der Kontokorrentlinie überschreiten, so wird eine Frühwarnung ausgegeben und entsprechende Maßnahmen zur Sicherung der Zahlungsfähigkeit ergriffen.

Compliance wird als Teil des Risikomanagementsystems bei der Risikoidentifikation und Risikobewertung berücksichtigt. Die Erfüllung insbesondere gesetzlicher/regulatorischer und vertraglicher Anforderungen sind Voraussetzung für eine erfolgreiche Geschäftstätigkeit. Beeinträchtigungen, die zu einer unzureichenden Erfüllung von Compliance-Anforderungen führen können, bedeuten ein Risikopotenzial, das im Rahmen der oben genannten Risikoarten, insbesondere bei der Bewertung des potenziellen Schadens, berücksichtigt wird. Folglich gehen Compliance-Aspekte über die Risikobewertungen in die Beurteilung der Risikotragfähigkeit in den jeweiligen Risikoarten ein.

3.3.3 Risikoberichterstattung

Die Risiken im Risikoportfolio von Atruvia werden regelmäßig durch definierte Risiko-Owner hinsichtlich Eintrittswahrscheinlichkeit und potenziellem Schaden für Atruvia bei Risikoeintritt im Risikomanagement-Tool bewertet. Das bewertete Risikoportfolio bietet die Basis für die Risikoberichterstattung an Vorstand, den Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats sowie an Kund*innen.

Der monatliche Risikobericht an den Vorstand ermöglicht eine Gesamtbetrachtung der Risikolage und liefert Transparenz, um potenziell bestandsgefährdenden Situationen entgegen wirken zu können. Der Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats erhält vom Vorstand zu den Sitzungen einen Risikobericht. Der Aufsichtsrat lässt sich durch den Prüfungsausschuss über die Risikolage informieren. Damit ist gewährleistet, dass Atruvia auf Risiken rechtzeitig mit angemessenen Maßnahmen reagieren kann. Der quartalsweise bereitgestellte Risikobericht an die Banken als Kunden von Atruvia schafft Transparenz über Risiken mit Bezug zur vertraglich vereinbarten Leistungserbringung.

3.3.4 Gesamtbeurteilung der Risikolage

Die Gesamtbeurteilung der Risikolage ist eine zusammenfassende Betrachtung der für Atruvia wesentlichen Risikoarten und Risikokategorien basierend auf dem Risikoportfolio.

Die Risikolage beinhaltet eine Beurteilung der Risikotragfähigkeit auf Basis der Limitauslastung gemäß Risikotragfähigkeitskonzept. Das Konzept ist abgestimmt auf das Geschäftsmodell von Atruvia und wird jährlich aktualisiert. Als Digitalisierungspartner der genossenschaftlichen FinanzGruppe ist zudem die Sicherstellung einer hohen Kundenzufriedenheit in Bezug auf die bereitgestellten Lösungen für Atruvia elementar. Die Sicherstellung einer hohen Qualität und Stabilität sowie die Sicherheit und Ordnungsmäßigkeit der Dienstleistungserbringung ist deshalb ebenso maßgeblich für die Beurteilung der Risikolage. Die Risiken des Risikoportfolios sind in der Gesamtheit beherrschbar, sodass keine den Fortbestand von Atruvia gefährdenden Entwicklungen feststellbar sind.

4 Erklärung zur Unternehmensführung betreffend § 289f Abs. 4 HGB

Seit 1. Mai 2015 ist das "Gesetz für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen in der Privatwirtschaft und im öffentlichen Dienst" in Kraft. Aufgrund der Rechtsform und als Unternehmen, das der Mitbestimmung unterliegt, ist Atruvia verpflichtet, Zielgrößen für den Aufsichtsrat, den Vorstand sowie die beiden Führungsebenen darunter festzulegen.

Der Aufsichtsrat hat beschlossen, den bisher erreichten Stand eines Frauenanteils im Aufsichtsrat von 20 Prozent als künftige Zielgröße fortzuschreiben. Die Frist zur angestrebten Erreichung dieser Zielgröße beginnt am 1. Januar 2024 und wird bis zum 31. Dezember 2025 festgelegt.

Der Aufsichtsrat hat beschlossen, den bisher erreichten Stand eines Frauenanteils im Vorstand von 25 Prozent als künftige Zielgröße fortzuschreiben. Die Frist zur angestrebten Erreichung dieser Zielgröße beginnt am 1. Januar 2024 und wird bis zum 31. Dezember 2025 festgelegt. Der Aufsichtsrat bekräftigt sein Ziel, bei anstehenden Vorstandsbesetzungen verstärkt Frauen zu berücksichtigen.

Der Vorstand hat sich für die Führungsebenen unterhalb des Vorstands je nach Rollenebene jeweils differenzierte steigende Zielquoten gesetzt. Die Rollenebene 1 besteht aus SGS-Leads, Executive Experts und Executive Project Managern. Die Rollenebene 2 besteht aus People Leads, Tribe Leads, Principal Experts und Principal Project Managern. Jeweils mit einer Frist bis Jahresende 2025 wurde für die Rollenebene 1 eine Zielquote von 20 Prozent und für die Rollenebene 2 eine Zielquote von 22 Prozent festgelegt.

 

Karlsruhe und Münster, 12. März 2024

Atruvia AG

Beyer

Bücker

Coenen

Teufel

Bilanz zum 31.Dezember 2023

Aktiva

31.12.2023 31.12.2022
EUR EUR
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 47.192.419,32 27.194.937,94
2. Entgeltlich erworbene Software sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 209.517.775,80 179.473.452,40
3. Geschäfts- oder Firmenwert 7.715.362,00 9.001.256,00
4. Geleistete Anzahlungen 9.383.443,07 7.549.001,50
273.809.000,19 223.218.647,84
II. Sachanlagen
1. Grundstücke und Bauten 225.071.694,00 224.221.753,00
2. Technische Anlagen und Maschinen 162.554.663,00 195.889.233,00
3. Vermietvermögen 5.152.996,22 5.410.561,00
4. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 39.282.448,00 38.427.777,00
5. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 2.457.988,84 2.910.925,57
434.519.790,06 466.860.249,57
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 51.204.632,84 47.474.839,65
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 6.367.539,79 5.970.920,54
3. Beteiligungen 14.641.605,63 15.803.761,99
4. Ausleihungen an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht - 1.400.000,00
5. Sonstige Ausleihungen 27.607.175,20 18.372.701,09
99.820.953,46 89.022.223,27
Anlagevermögen insgesamt 808.149.743,71 779.101.120,68
B. Umlaufvermögen
I. Vorräte
1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 1.134.284,21 1.046.384,16
2. Unfertige Leistungen 8.460.763,00 6.791.456,90
3. Waren 2.538.185,14 1.542.406,31
4. Geleistete Anzahlungen 781.422,34 452.130,81
12.914.654,69 9.832.378,18
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 155.272.095,77 130.306.485,47
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 18.380.958,49 35.307.603,02
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als 1 Jahr (-) (24.076.757,12)
3. Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 4.175.506,64 7.485.205,42
4. Sonstige Vermögensgegenstände 11.874.211,65 18.839.643,70
189.702.772,55 191.938.937,61
III. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten 225.218,59 397.010,61
Umlaufvermögen insgesamt 202.842.645,83 202.168.326,40
C. Rechnungsabgrenzungsposten 54.108.793,84 70.701.844,86
Summe der Aktiva 1.065.101.183,38 1.051.971.291,94

Passiva

31.12.2023 31.12.2022
EUR EUR
A. Eigenkapital
I. Gezeichnetes Kapital 115.821.937,00 115.821.937,00
II. Kapitalrücklage 230.338.613,90 230.338.613,90
III. Gewinnrücklagen
1. Andere Gewinnrücklagen 90.000.000,00 80.000.000,00
90.000.000,00 80.000.000,00
IV. Bilanzgewinn 31.114.737,69 21.913.212,66
Eigenkapital insgesamt 467.275.288,59 448.073.763,56
B. Rückstellungen
1. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 261.689.275,00 256.729.638,00
2. Steuerrückstellungen 7.213.417,87 9.330.730,07
3. Sonstige Rückstellungen 77.191.449,27 79.702.450,96
346.094.142,14 345.762.819,03
C. Verbindlichkeiten
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 81.748.375,03 122.316.765,00
2. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 24.025.398,41 8.590.936,30
3. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 67.243.144,28 61.931.794,24
4. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 33.369.004,68 36.880.280,04
5. Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht - 1.119.843,21
6. Sonstige Verbindlichkeiten 45.345.830,25 27.295.090,56
davon - aus Steuern (28.514.817,16) (15.159.473,77)
- im Rahmen der sozialen Sicherheit (117.727,24) (98.699,65)
251.731.752,65 258.134.709,35
Summe der Passiva 1.065.101.183,38 1.051.971.291,94

Gewinn- und Verlustrechnung vom 01. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023

2023 2022
EUR EUR
1. Umsatzerlöse 1.496.066.460,77 1.365.901.978,37
2. Erhöhung des Bestands an unfertigen Leistungen 1.669.306,10 6.006.776,22
3. Andere aktivierte Eigenleistungen 18.563.365,78 10.515.497,05
4. Sonstige betriebliche Erträge 14.031.366,06 20.012.454,40
1.530.330.498,71 1.402.436.706,04
5. Materialaufwand
a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs-und Betriebstoffe und für bezogene Waren 27.223.189,03 19.904.863,08
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen 621.637.866,04 561.460.271,97
648.861.055,07 581.365.135,05
Rohergebnis 881.469.443,64 821.071.570,99
6. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter 461.648.426,17 429.051.144,93
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 90.757.406,73 88.519.675,41
davon für Altersversorgung (16.687.044,79) (20.083.339,29)
552.405.832,90 517.570.820,34
7. Abschreibungen
auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen 163.015.843,91 159.643.428,68
8. Sonstige betriebliche Aufwendungen 125.456.339,42 132.505.061,56
288.472.183,33 292.148.490,24
Betriebsergebnis 40.591.427,41 11.352.260,41
9. Erträge aus Beteiligungen 5.182.094,48 5.316.009,19
10. Erträge aus Ausleihungen des Finanzanlagevermögens 211.756,15
11. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 2.153.405,35 595.458,15
7.547.255,98 5.911.467,34
12. Abschreibungen auf Finanzanlagen 3.035.036,18 -
13. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 10.553.840,65 6.581.613,67
13.588.876,83 6.581.613,67
14. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 5.871.968,01 2.206.517,62
15. Ergebnis nach Steuern 28.677.838,55 8.475.596,46
16. Sonstige Steuern 913.564,52 883.926,49
17. Jahresüberschuss 27.764.274,03 7.591.669,97
18. Gewinnvortrag 3.350.463,66 14.321.542,69
19. Bilanzgewinn 31.114.737,69 21.913.212,66

Anhang für das Geschäftsjahr 01. Januar 2023 bis 31. Dezember 2023

I. Allgemeine Angaben

Die Atruvia AG hat ihren Sitz in Frankfurt am Main und ist eingetragen in das Handelsregister beim Amtsgericht Frankfurt (HRB 102381). Das Geschäftsjahr entspricht dem Kalenderjahr.

Die Gesellschaft ist eine große Kapitalgesellschaft im Sinne des § 267 Abs. 3 HGB.

Der Jahresabschluss wurde nach den Vorschriften des deutschen Handelsgesetzbuchs und den ergänzenden Vorschriften des Aktiengesetzes unter Annahme der Unternehmensfortführung aufgestellt. Die im Vorjahr angewendeten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden wurden im Geschäftsjahr unverändert fortgeführt.

II. Erläuterungen zu den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Im Geschäftsjahr hat Atruvia im Zusammenhang mit der Entwicklung von Smart Data KI-Lösungen und dem Aufbau einer neuen Entwicklungsplattform von dem Wahlrecht gemäß § 248 Abs. 2 Satz 1 HGB Gebrauch gemacht und Selbst geschaffene immaterielle Vermögensgegenstände zu Herstellungskosten aktiviert. Die Herstellungskosten umfassen die Einzelkosten sowie fertigungsbezogene Gemeinkosten. Vom Wahlrecht bestimmte weitere Kosten in die Berechnung einzubeziehen, wurde kein Gebrauch gemacht. Die Abschreibung erfolgt planmäßig linear über 5 Jahre.

Die Entgeltlich erworbenenimmateriellen Vermögensgegenstände werden mit den Anschaffungskosten bewertet, vermindert um planmäßige lineare Abschreibungen bei einer Nutzungsdauer von 3 bis 5 Jahren. Die aktivierten, entgeltlich erworbenen Geschäfts- oder Firmenwerte werden über 10 Jahre linear abgeschrieben. Aufgrund der strategischen Bedeutung haben wir den gesetzlich vorgesehenen Höchstzeitraum von 10 Jahren zugrunde gelegt.

Die Grundstücke und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken werden zu Anschaffungskosten, vermindert um planmäßige lineare Abschreibungen (3 Prozent), angesetzt.

Die Gliederung der Bilanz wurde zur Verbesserung des Einblicks in die Vermögenslage im Anlagevermögen um den Posten "Vermietvermögen" ergänzt.

Bei den Technischen Anlagen und Maschinen, der Anderen Anlagen,Betriebs- und Geschäftsausstattung sowie den Vermieteten Sachanlagen werden die Anschaffungskosten um lineare Abschreibungen gemindert. Die Nutzungsdauern liegen zwischen 3 und 15 Jahren.

Die im Berichtsjahr zugegangenen Geringwertigen Anlagegüter werden bis zur Höhe von 250,00 Euro sofort als Aufwand gebucht; die im Wert von 250,01 Euro bis 800,00 Euro werden im Jahr der Anschaffung voll abgeschrieben und im Anlagenspiegel als Zu- und Abgang gezeigt.

Die Finanzanlagen werden grundsätzlich mit den Anschaffungskosten und bei voraussichtlich dauernder Wertminderung mit den am Bilanzstichtag beizulegenden niedrigeren Werten bewertet.

Bei nur vorübergehender Wertminderung werden keine Abschreibungen vorgenommen.

Der Ansatz der Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und Waren erfolgt zu den Anschaffungskosten bzw. den niedrigeren Marktpreisen am Bilanzstichtag. Erforderliche Abwertungen auf einen niedrigeren beizulegenden Wert wurden berücksichtigt.

Die Unfertigen Leistungen sind mit den bis zum Bilanzstichtag angefallenen Herstellungskosten bewertet. Sie umfassen die Einzelkosten und die fertigungsbezogenen Gemeinkosten. Vom Wahlrecht, bestimmte weitere Kosten in die Berechnung einzubeziehen, wurde kein Gebrauch gemacht.

Die Erhaltenen Anzahlungen für die Aufträge werden passivisch unter den Verbindlichkeiten ausgewiesen.

Die übrigen Vermögensgegenstände des Umlaufvermögens sind mit ihren Nennwerten angesetzt. Erkennbaren Risiken im Forderungsbestand hat Atruvia durch Bildung von Einzel- und Pauschalwertberichtigungen Rechnung getragen.

Der Kassenbestand und die Guthaben bei Kreditinstituten werden jeweils zum Nennwert angesetzt.

Die Aktiven Rechnungsabgrenzungen sind zeitanteilig vorgenommen und betreffen Ausgaben vor dem Abschlussstichtag, die Aufwand für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen.

Das Gezeichnete Kapital wird mit dem Nennbetrag angesetzt.

Die Rückstellungen für Pensionen, Verpflichtungen aus Übergangs- und Sterbegeldern sowie aus Beihilfen und für Altersteilzeit wurden mittels versicherungsmathematischer Berechnungen auf der Basis der Richttafeln von Klaus Heubeck (2018 G) bewertet. Es wurde die Projected-Unit-Credit-Methode (PUC-Methode) angewandt.

Der Rechnungszins unter Anwendung der Pauschalregelung gemäß § 253 Abs. 2 Satz 2 HGB beträgt 1,82 Prozent bei den Pensionsrückstellungen und Verpflichtungen aus Beihilfen sowie 1,74 Prozent bei den Verpflichtungen aus Übergangs- und Sterbegeldern.

Weiterhin wurden bei den Pensionsrückstellungen und den Verpflichtungen aus Beihilfen ein Rententrend von 2 Prozent, bei den Verpflichtungen aus Übergangs- und Sterbegeldern und für Altersteilzeit ein Gehaltstrend von 2 Prozent sowie bei den Pensionsrückstellungen ein Anwartschaftstrend von 2 Prozent verwendet. Verpflichtungen aus wertpapiergebundenen Versorgungszusagen sind vollständig rückgedeckt und werden mit dem beizulegenden Zeitwert des Deckungsvermögens (Rückdeckungsversicherung) bewertet. Die Fluktuation wurde mit 0 Prozent angesetzt.

Die Rückstellungen für Pensionen und Beihilfen liegen um 3.099,4 Tsd. Euro (Unterschiedsbetrag, Vorjahr: 13.820,6 Tsd. Euro) unter dem Bewertungsansatz für die Pensionsrückstellungen, der sich zum 31. Dezember 2023 bei Anwendung des 7-Jahres- Durchschnittszinssatzes ergeben hätte.

Die Rückstellungen werden für alle ungewissen Verpflichtungen und drohende Verluste aus schwebenden Geschäften gebildet. Dabei wird vorsichtig bewertet und alle erkennbaren Risiken werden berücksichtigt. Sie sind mit dem nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrag angesetzt worden. Bei Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden, soweit erforderlich, künftige Preis- und Kostensteigerungen berücksichtigt und eine Abzinsung auf den Bilanzstichtag gemäß § 253 Abs. 2 Satz 1 HGB vorgenommen. Die Effekte aus der Änderung des Abzinsungssatzes oder der Schätzung der Restlaufzeit werden im Personalaufwand ausgewiesen.

Die Jubiläumsrückstellungen werden nach der PUC-Methode bewertet. Die Fluktuation wird durch einen pauschalen Abschlag von 4,5 Prozent berücksichtigt. Der Zinssatz von 1,74 Prozent ist gemäß § 253 Abs. 2 Satz 2 HGB nach der Vereinfachungsregel ermittelt worden.

Die Rückstellung für Gleitzeit wird im Geschäftsjahr für den Besitzstand mit einem Zinssatz von 1,74 Prozent sowie für im Rahmen der Fusion übernommene Langzeitkonten mit einem Zinssatz von 1,57 Prozent abgezinst. Weiterer Parameter ist ein Gehaltstrend von 2 Prozent.

Verpflichtungen aus Lebensarbeitszeitkonten (Rückstellung Wertguthaben) sind durch Vermögensgegenstände (Rückdeckungsversicherung) gesichert. Die angelegten Vermögensgegenstände dienen ausschließlich der Erfüllung aus Lebensarbeitszeitkonten und sind dem Zugriff aller übrigen Gläubiger durch Vermögensübertragung auf den Treuhänder entzogen. Sie werden nach § 246 Abs. 2 S. 2 HGB im Geschäftsjahr mit den zugrunde liegenden Verpflichtungen verrechnet. Entsprechend werden auch die Zinserträge mit den Zinsaufwendungen aus der Aufzinsung der Rückstellung verrechnet.

Tsd. Euro
Anschaffungskosten der verrechneten sonstigen Vermögensgegenstände 38.498,4
beizulegender Zeitwert der verrechneten sonstigen Vermögensgegenstände 38.498,4
Erfüllungsbetrag der verrechneten Rückstellungen für Lebensarbeitszeitkonten 38.498,4
verrechnete Aufwendungen 553,2
verrechnete Erträge 553,2

Die Rückstellungen für Gewährleistungen werden pauschal in Höhe von 0,3 Prozent der gewährleistungspflichtigen Umsatzerlöse gebildet.

Die Verbindlichkeiten sind zu Erfüllungsbeträgen angesetzt.

Die Währungsumrechnung am Bilanzstichtag erfolgt nach § 256a HGB zum Devisenkassa-Mittelkurs.

Die Ermittlung der Latenten Steuern wird nach dem bilanzorientierten Konzept vorgenommen. Danach werden auf sämtliche Differenzen zwischen den handelsrechtlichen Wertansätzen der Vermögensgegenstände und Schulden und deren steuerlichen Wertansätzen latente Steuern abgegrenzt, sofern sich diese Differenzen in späteren Geschäftsjahren voraussichtlich wieder umkehren. Die aktiven latenten Steuern resultieren im Wesentlichen aus Bewertungsunterschieden bei Pensionsrückstellungen und sonstigen Rückstellungen. Sie übersteigen deutlich die passiven latenten Steuern, die sich hauptsächlich aus dem Ansatz Selbst geschaffener immaterieller Vermögensgegenstände ergeben. Bei der Ermittlung wird ein Steuersatz von 31 Prozent zugrunde gelegt. Vom Wahlrecht zur Aktivierung des aktiven latenten Steuerüberhangs wurde kein Gebrauch gemacht.

Die Gewinn- und Verlustrechnung wird nach dem Gesamtkostenverfahren erstellt.

Umsatzerlöse werden realisiert, wenn die Lieferungen und Leistungen ausgeführt sind und der Gefahrenübergang erfolgt ist.

III. Erläuterungen zur Bilanz und zur Gewinn- und Verlustrechnung

1. Bilanz

Die Aufgliederung und Entwicklung der in der Bilanz enthaltenen Posten der Immateriellen Vermögensgegenstände, der Sachanlagen und Finanzanlagen ergeben sich aus dem im Anhang integrierten Anlagenspiegel.

Die Veränderungen des Finanzanlagevermögens ergeben sich im Wesentlichen aus dem Kauf der 100% Anteile an der ECON Application GmbH, der Einzahlung in die Kapitalrücklage der Truuco GmbH sowie den Verschmelzungen von ORGA Consulting GmbH und EGP Gesamtbanksteuerungssysteme Beteiligungs GmbH auf die Atruvia AG. Infolge der Verschmelzung der EGP Gesamtbanksteuerungssysteme Beteiligungs GmbH erfolgte die Anwachsung der EGP Gesamtbanksteuerungssysteme GmbH & Co. KG auf die Atruvia AG. Ferner wurde aufgrund einer voraussichtlich dauernden Wertminderung eine Beteiligung und das zugehörige im Jahr 2023 ausgegebene Wandeldarlehen an dieses Beteiligungsunternehmen abgeschrieben.

Des Weiteren wurden zwei Teiltranchen in bestehende Gründungsstockdarlehen bei einer Pensionskasse und einer Pensionsversicherung ausgezahlt.

In den sonstigen Ausleihungen sind zwei Gründungsstockdarlehen an eine Pensionskasse ausgewiesen, die mit dem Nominalwert in Höhe von 19.132,4 Tsd. Euro angesetzt sind. Aufgrund der bestehenden und zu erwartenden wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ist trotz ihrer derzeitigen Unverzinslichkeit auf die Abwertung der Darlehen auf einen niedrigeren beizulegenden Wert verzichtet worden, da von einer Rückzahlung zum Nennwert ausgegangen werden kann. Es ist somit nicht von einer dauerhaften Wertminderung auszugehen. Bei einer Abwertung im Geschäftsjahr hätte sich ein beizulegender Wert von insgesamt 12.432,8 Tsd. Euro ergeben.

Die Aufstellung des Anteilsbesitzes ist ebenfalls Bestandteil des Anhangs.

Bei der Aktivierung von Selbst geschaffenen immateriellen Vermögensgegenständen wurde die Ausschüttungssperre des § 268 Abs. 8 HGB beachtet. Ebenso wurde der Unterschiedsbetrag nach § 253 Abs. 6 HGB aus der geänderten Bewertung der Altersversorgungsverpflichtungen in die Ermittlung der ausschüttungsfähigen Eigenkapitalanteile einbezogen.

Tsd. Euro
Selbst geschaffene immaterielle Vermögensgegenstände 47.192,4
Unterschiedsbetrag aus der Änderung des Zinssatzes der Altersversorgungsverpflichtungen 3.099,4
Zur Deckung der Beträge im Sinne des § 268 Abs. 8 HGB und § 253 Abs. 6 HGB zur Verfügung stehende Eigenkapitalanteile
Andere Gewinnrücklagen 90.000,0
Bilanzgewinn 31.114,7
Ausschüttungsfähige Eigenkapitalanteile 70.823,0

Vom Gesamtbetrag der Entwicklungskosten von 266,6 Mio. Euro wurden 23,1 Mio. Euro aktiviert.

ENTWICKLUNG DES ANLAGEVERMÖGENS 2023

Atruvia AG

Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten

01.01.2023 Zugänge Abgänge Umbuchungen 31.12.2023
EUR EUR EUR EUR EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 77.825.096,22 23.112.011,30 - - 100.937.107,52
2. Entgeltlich erworbene Software sowie Lizenzenan solchen Rechten und Werten 588.472.865,09 95.508.850,67 55.617.444,66 4.829.701,50 633.193.972,60
3. Geschäfts- oder Firmenwert 15.458.937,90 - - - 15.458.937,90
4. Geleistete Anzahlungen 7.549.001,50 6.664.143,07 - -4.829.701,50 9.383.443,07
689.305.900,71 125.285.005,04 55.617.444,66 - 758.973.461,09
II. Sachanlagen
1. Grundstücke und Bauten 425.713.852,76 9.758.403,78 795.467,56 1.833.384,57 436.510.173,55
2. Technische Anlagen und Maschinen 669.011.968,20 31.159.222,81 34.295.276,85 52.500,00 665.928.414,16
3. Vermietvermögen 30.943.933,79 3.210.441,62 2.638.266,78 31.516.108,63
4. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 95.014.298,71 11.410.137,75 9.088.750,05 593.640,91 97.929.327,32
5. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 2.910.925,57 2.026.588,75 - -2.479.525,48 2.457.988,84
1.223.594.979,03 57.564.794,71 46.817.761,24 - 1.234.342.012,50
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 47.474.839,65 14.466.966,18 10.737.172,99 - 51.204.632,84
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 5.970.920,54 396.619,25 - - 6.367.539,79
3. Beteiligungen 17.917.972,82 56.667,00 11.385,44 1.400.000,00 19.363.254,38
4. Ausleihungen an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 1.565.000,00 416.212,82 - -1.400.000,00 581.212,82
5. Sonstige Ausleihungen 18.372.701,09 9.234.474,11 - - 27.607.175,20
91.301.434,10 24.570.939,36 10.748.558,43 - 105.123.815,03
Anlagevermögen insgesamt 2.004.202.313,84 207.420.739,11 113.183.764,33 - 2.098.439.288,62
Abschreibungen
01.01.2023 Geschäftsjahr Zuschreibungen laufendes Jahr Abgänge 31.12.2023
EUR EUR EUR EUR EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 50.630.158,28 3.114.529,92 - - 53.744.688,20
2. Entgeltlich erworbene Software sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 408.999.412,69 70.122.541,77 - 55.445.757,66 423.676.196,80
3. Geschäfts- oder Firmenwert 6.457.681,90 1.285.894,00 - - 7.743.575,90
4. Geleistete Anzahlungen - - - - -
466.087.252,87 74.522.965,69 - 55.445.757,66 485.164.460,90
II. Sachanlagen
1. Grundstücke und Bauten 201.492.099,76 10.737.708,35 791.328,56 211.438.479,55
2. Technische Anlagen und Maschinen 473.122.735,20 64.420.654,81 - 34.169.638,85 503.373.751,16
3. Vermietvermögen 25.533.372,79 3.406.237,40 - 2.576.497,78 26.363.112,41
4. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 56.586.521,71 9.928.277,66 - 7.867.920,05 58.646.879,32
5. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau - - - - -
756.734.729,46 88.492.878,22 - 45.405.385,24 799.822.222,44
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen - - - -
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen - - - -
3. Beteiligungen 2.114.210,83 2.618.823,36 - 11.385,44 4.721.648,75
4. Ausleihungen an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 165.000,00 416.212,82 - - 581.212,82
5. Sonstige Ausleihungen - - - - -
2.279.210,83 3.035.036,18 - 11.385,44 5.302.861,57
Anlagevermögen insgesamt 1.225.101.193,16 166.050.880,09 - 100.862.528,34 1.290.289.544,91
Buchwerte
31.12.2023 31.12.2022
EUR EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 47.192.419,32 27.194.937,94
2. Entgeltlich erworbene Software sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 209.517.775,80 179.473.452,40
3. Geschäfts- oder Firmenwert 7.715.362,00 9.001.256,00
4. Geleistete Anzahlungen 9.383.443,07 7.549.001,50
273.809.000,19 223.218.647,84
II. Sachanlagen
1. Grundstücke und Bauten 225.071.694,00 224.221.753,00
2. Technische Anlagen und Maschinen 162.554.663,00 195.889.233,00
3. Vermietvermögen 5.152.996,22 5.410.561,00
4. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 39.282.448,00 38.427.777,00
5. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 2.457.988,84 2.910.925,57
434.519.790,06 466.860.249,57
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 51.204.632,84 47.474.839,65
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 6.367.539,79 5.970.920,54
3. Beteiligungen 14.641.605,63 15.803.761,99
4. Ausleihungen an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 1.400.000,00
5. Sonstige Ausleihungen 27.607.175,20 18.372.701,09
99.820.953,46 89.022.223,27
Anlagevermögen 808.149.743,71 779.101.120,68

insgesamt

Der Bestand der Unfertigen Leistungen innerhalb der Vorräte betrifft über den Bilanzstichtag andauernde Projektarbeiten bei Kunden.

Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen belaufen sich auf 18.381,0 Tsd. Euro (Vorjahr: 35.307,6 Tsd. Euro). Sie betreffen

mit 221,1 Tsd. Euro (Vorjahr: 24.229,3 Tsd. Euro) Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

und mit 18.888,0 Tsd. Euro(Vorjahr: 16.587,2 Tsd. Euro) Sonstige Forderungen

abzüglich 728,1 Tsd. Euro (Vorjahr: 5.502,3 Tsd. Euro) verrechenbare Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen

undmit 0,0 Tsd. Euro (Vorjahr: 6,6 Tsd. Euro) verrechenbare sonstige Verbindlichkeiten.

In den Sonstigen Forderungen sind Forderungen aus Cash-Pooling mit 17.487,9 Tsd. Euro (Vorjahr: 16.586,0 Tsd. Euro) enthalten.

Die Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, betreffen in Höhe von 4.175,5 Tsd. Euro (Vorjahr: 7.485,2 Tsd. Euro) ausschließlich Forderungen aus Lieferungen und Leistungen.

Als antizipative Postensind in den Sonstigen Vermögensgegenständen noch nicht abziehbare Vorsteuern von 2.960,3 Tsd. Euro (Vorjahr: 3.245,2 Tsd. Euro) und der Aktivierungswert der Rückdeckungsversicherungen für Pensionsverpflichtungen mit 4.429,8 Tsd. Euro (Vorjahr: 4.268,5 Tsd. Euro) enthalten.

Das Gezeichnete Kapital der Gesellschaft beträgt zum Bilanzstichtag 115.821.937,00 Euro. Es ist eingeteilt in 2.253.355 auf den Namen lautende Stückaktien. Die GAD Beteiligungs GmbH & Co. KG und die VR-FGI-Beteiligungsholding GmbH & Co. KG halten jeweils mehr als den vierten Teil der Aktien von Atruvia.

Der Bilanzgewinn stellt sich wie folgt dar:

Tsd. Euro
Jahresüberschuss 27.764,3
Gewinnvortrag 3.350,4
Bilanzgewinn 31.114,7

Von den Sonstigen Rückstellungen entfallen im Wesentlichen auf:

Tsd. Euro
nicht genommenen Urlaub und Überstunden 41.487,7
Gewähr- und Kulanzleistungen 4.109,9
Leistungsverpflichtungen aus Verträgen 2.117,8
ausstehende Rechnungen/Gutschriften 10.783,8
variable Vergütungen und Tantieme 6.905,0

Die Angaben zu den Restlaufzeiten der Verbindlichkeiten sind im folgenden Verbindlichkeitenspiegel dargestellt:

in Tsd. Euro 31.12.2023 (31.12.2022) Restlaufzeit bis 1 Jahr Restlaufzeit zwischen 1 und 5 Jahren Restlaufzeit mehr als 5 Jahre
Verbindichkeiten gegenüber Kreditinstituten 81.748,4 33.040,0 28.966,7 19.741,7
(122.316,8) (72.316,8) (25.000,0) (25.000,0)
Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 24.025,4 24.025,4
(8.590,9) (8.590,9)
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 67.243,1 54.452,9 12.790,2
(61.931,8) (54.838,4) (7.093,4)
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 33.369,0 33.369,0
(36.880,3) (36.880,3)
Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 0,0 0,0
(1.119,8) (1.119,8)
Sonstige Verbindlichkeiten 45.345,8 43.345,8 2.000,0
(27.295,1) (23.295.1) (4.000.0)
Summe 251.731,8 (258.134,7) 188.233,2 (197.041,2) 43.756,9 (36.093,4) 19.741.7 (25.000,0)

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind in Höhe von 50.000,0 Tsd. Euro durch Grundpfandrechte gesichert. Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten beinhalten Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, in Höhe von 75.798,4 Tsd. Euro (Vorjahr: 56.250,0 Tsd. Euro).

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen in Höhe von 33.369,0 Tsd. Euro (Vorjahr: 36.880,3 Tsd. Euro)betreffen

mit 14.660,1 Tsd. Euro (Vorjahr: 11.233,9 Tsd. Euro) Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen,

und mit 18.711,2 Tsd. Euro(Vorjahr: 25.666,0 Tsd. Euro) Sonstige Verbindlichkeiten

abzüglich verrechenbarer Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 1,5 Tsd. Euro (Vorjahr: 16,5 Tsd. Euro)

undverrechenbare Sonstige Forderungen in Höhe von 0,8 Tsd. Euro (Vorjahr: 3,1 Tsd. Euro).

In den Sonstigen Verbindlichkeiten sind Verbindlichkeiten aus Cash-Pooling mit 21.235,4 Tsd. Euro (Vorjahr: 25.665,2 Tsd. Euro) enthalten.

in Tsd. Euro 31.12.2023 (31.12.2022) Restlaufzeit bis 1 Jahr Restlaufzeit zwischen 1 und 5 Jahren Restlaufzeit mehr als 5 Jahre
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 81.748.4 33.040,0 28.966,7 19.741,7
(122.316,8) (72.316,8) (25.000,0) (25.000,0)
Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 24.025,4 24.025,4
(8.590,9) (8.590,9)
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 67.243,1 54.452,9 12.790,2
(61.931,8) (54.838,4) (7.093,4)
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 33.369,0 33.369,0
(36.880,3) (36.880,3)
Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 0,0 0,0
(1.119,8) (1.119,8)
Sonstige Verbindlichkeiten 45.345,8 43.345,8 2.000,0
(27.295,1) (23.295.1) (4.000.0)
Summe 251.731,8 188.233,2 43.756,9 19.741,7
(258.134.7) (197.041,2) (36.093,4) (25.000,0)

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind in Höhe von 50.000,0 Tsd. Euro durch Grundpfandrechte gesichert. Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten beinhalten Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, in Höhe von 75.798,4 Tsd. Euro (Vorjahr: 56.250,0 Tsd. Euro).

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen in Höhe von 33.369,0 Tsd. Euro (Vorjahr: 36.880,3 Tsd. Euro)betreffen

mit 14.660,1 Tsd. Euro (Vorjahr: 11.233,9 Tsd. Euro) Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen,

und mit 18.711,2 Tsd.Euro(Vorjahr: 25.666,0 Tsd. Euro) Sonstige Verbindlichkeiten

abzüglich verrechenbarer Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 1,5 Tsd. Euro (Vorjahr: 16,5 Tsd. Euro)

undverrechenbare Sonstige Forderungen in Höhe von 0,8 Tsd. Euro (Vorjahr: 3,1 Tsd. Euro).

In den Sonstigen Verbindlichkeiten sind Verbindlichkeiten aus Cash-Pooling mit 21.235,4 Tsd. Euro (Vorjahr: 25.665,2 Tsd. Euro) enthalten.

Die Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, in Höhe von 0,0 Tsd. Euro (Vorjahr: 1.119,8 Tsd. Euro)betreffen mit 0,0 Tsd. Euro (Vorjahr: 1.065,0 Tsd. Euro) Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und mit 0,0 Tsd. Euro (Vorjahr 54,8 Tsd. Euro) sonstige Verbindlichkeiten.

2. Gewinn- und Verlustrechnung

Die Umsatzerlöse setzen sich wie folgt zusammen:

in Tsd. Euro 2023 2022 Abweichung
Bankverfahren (inkl. Basispaket / Festpreis) 765.644,3 679.640,5 86.003,8
Netze, Collaboration & Arbeitsplatz 298.639,5 276.632,0 22.007,5
Einzelprodukte 109.284,5 95.785,4 13.499,0
Individualgeschäft 64.461,9 41.253,6 23.208,3
Optionale Pakete 69.039,7 66.215,0 2.824,7
Andere Umsatzerlöse 188.996,6 206.375,5 -17.378,9
1.496.066,5 1.365.902,0 130.164,5

Im Geschäftsjahr fand eine Anpassung der Umsatzerlösaufgliederung, in Anlehnung an die Gremienberichterstattung, statt. Dadurch ist eine einheitlichere Informationsberichterstattung umgesetzt worden.

In den Sonstigen betrieblichen Erträgen sind Erträge aus der Währungsumrechnung mit 187,4 Tsd. Euro (Vorjahr: 40,6 Tsd. EUR) und periodenfremde Erträge mit 12.601,6 Tsd. Euro (Vorjahr: 18.206,7 Tsd. EUR) enthalten, davon

7.478,3 Tsd. Euro aus Lieferantengutschriften und sonstigen Gutschriften für Vorjahre

3.230,0 Tsd. Euro aus der Auflösung von Rückstellungen,

1.183,7 Tsd. Euro aus Anlagenabgängen

Im Personalaufwand sind periodenfremde Aufwendungen von 264,2 Tsd. Euro enthalten.

In den Sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind Aufwendungen aus der Währungsumrechnung mit 179,7 Tsd. Euro (Vorjahr: 43,3 Tsd. EUR) und periodenfremde Aufwendungen von 1.080,9 Tsd. Euro (Vorjahr: 352,6 Tsd. Euro) enthalten.

In den Erträgen aus Beteiligungen sind Erträge aus verbundenen Unternehmen in Höhe von 4.612,0 Tsd. Euro (Vorjahr: 4.825,0 Tsd. Euro) enthalten.

Die SonstigenZinsen und ähnlichen Erträge enthalten Zinserträge aus verbundenen Unternehmen in Höhe von 818,9 Tsd. Euro (Vorjahr: 219,7 Tsd. Euro), 3,6 Tsd. Euro (Vorjahr: 103,5 Tsd. Euro) aus der Abzinsung von Rückstellungen sowie periodenfremde Zinserträge von 25,7 Tsd. Euro (Vorjahr: 118,4 Tsd. Euro).

Die Abschreibungen auf Finanzanlagen enthalten ausschließlich außerplanmäßige Abschreibungen in Höhe von 3.035,0 Tsd. Euro (Vorjahr: 0,0 Tsd. Euro).

In den Zinsen und ähnlichen Aufwendungen sind Zinsaufwendungen aus der Aufzinsung von Rückstellungen in Höhe von 4.937,0 Tsd. Euro (Vorjahr: 4.897,3 Tsd. Euro) sowie 36,9 Tsd. Euro (Vorjahr: 91,7 Tsd. Euro) periodenfremde Zinsaufwendungen als auch Zinsaufwendungen gegenüber verbundene Unternehmen in Höhe von 684,9 Tsd. Euro (Vorjahr: 0,0 Tsd. Euro) enthalten.

In den Steuern vom Einkommen und vom Ertrag sind Steuererstattungen für Vorjahre von 0,0 Tsd. Euro (Vorjahr: 1.102,7 Tsd. Euro) sowie Steuernachzahlungen für Vorjahre von 53,5 Tsd. Euro (Vorjahr: 1.463,8 Tsd. Euro) enthalten.

Die Sonstigen Steuern beinhalten im Wesentlichen die Grundsteuer, sowie Steuern für Vorjahr in Höhe von 34,0 Tsd. Euro (Vorjahr 0,0 Tsd. Euro) und Steuererstattungen für Vorjahre in Höhe von 4,4 Tsd. Euro (Vorjahr 0,0 Tsd. Euro).

IV. Nachtragsbericht

Vorgänge von besonderer Bedeutung nach Schluss des Geschäftsjahres, über die zu berichten wäre, haben sich nicht ereignet.

V. Sonstige Angaben

1. Anteilsbesitzliste

Die Atruvia AG ist an folgenden Unternehmen unmittelbar bzw. mittelbar mit mindestens 20 Prozent beteiligt:

Stand: 31.12.2023 Eigenkapital Ergebnis 2023 Anteil
Tsd. Euro Tsd. Euro %
unmittelbarer Anteilsbesitz
Peras GmbH, Karlsruhe 4.310,6 310.9 100.0
Ratiodata SE, Frankfurt/Main 25.569.6 4.356,9 100.0
parcIT GmbH, Köln 18.745,0 2.217,1 100,0
ECON Applikation GmbH, Frechen 946,2 218.0 * 100,0
GWS Gesellschaft für Warenwirtschafts-Systeme mbH. Münster 29.410.0 1.808.6 68.9
BMS Corporate Solutions GmbH. Düsseldorf 3.162.2 1.306.5 * 51.0
Lucke EDV GmbH. Wuppertal 3.517.0 777.9 51.0
TRUUCO GmbH. Frankfurt am Main 5.645.7 * -4.3 * 51.0
SERVISCOPE AG. Karlsruhe 8.334.8 1.093.3 50.3
vr-karriere GmbH. Neulsenburg 911.3 348.1 * 40.0
VR-NetWorld GmbH, Bonn 7.315.7 613.8 * 22.5
amberra GmbH, Berlin 15.997.7 -23 * 20.0

* Vorjahreswerte

Stand: 31.12.2023 Eigenkapital Ergebnis 2023 Anteil
Tsd. Euro Tsd. Euro %
mittelbarer Anteilsbesitz:
Accesa IT Group GmbH, M ünchen 11.956,1 2.457,2 100,0
Accesa Managed Services SRL, Cluj-Napoca (RO) 1.2 -1,3 100.0
Accesa IT Systems SRL, Cluj-Napoca (RO) 5.178,2 1.882,8 100,0
Ratio data Romania Holding GmbH, Frankfurt/Main 2.297,9 1.324,2 100,0
Ratiodata Romania SRL, Cluj-Napoca (RO) 2.300,3 1.505,1 100,0
Ratio data Luxemburg S.à.r.L ., Strassen (LU) 1.474,7 * 169,3 * 100,0
SERVODATA GmbH, Frankfurt/Main 246,2 142,0 50,3
Diacom Systemhaus GmbH, Isernhagen 1.418,9 143.1 68,9
faveo GmbH, Essen 146,6 273,8 68,9
OSG Online Software Gesellschaft für neue Medien mbH, Oldenburg 503,3 * 96,5 37,9
connectiv! eSolutions GmbH, Münster * 562,5 * 202,1 * 68,9

* Vorjahreswerte Eigenkapital in Fremdwährung wurde mit dem Stichtagskurs und das Ergebnis mit dem Durchschnittskurs umgerechnet. Die Angaben beziehen sich auf den jeweiligen nationalen handelsrechtlichen Jahresabschluss.

2. Mitglieder und Gesamtbezüge des Vorstands

Martin Beyer, Münster (Vorstandssprecher)

Daniela Bücker, Münster

Ulrich Coenen, Schwalmtal (Vorstandssprecher)

Ralf Teufel, Dreieich

Sämtliche Mitglieder des Vorstands üben ihre Tätigkeit hauptberuflich aus.

Die Gesamtbezüge des Vorstands betrugen für ihre Tätigkeit im Geschäftsjahr 4.346,8 Tsd. Euro, die ehemaligen Mitglieder des Vorstands und ihre Hinterbliebenen erhielten im Geschäftsjahr Bezüge von insgesamt 4.312,1 Tsd. Euro. Die Rückstellungen für laufende Pensionen und Anwartschaften der ehemaligen Vorstände und ihrer Hinterbliebenen betragen zum Bilanzstichtag 60.115,5 Tsd. Euro.

3. Mitglieder und Bezüge des Aufsichtsrats

Aktionärsvertreter:

Jürgen Brinkmann, Vorstandsvorsitzender der Volksbank BRAWO eG, Wolfsburg

(Vorsitzender)

Kurt Abele, Vorstandsvorsitzender der VR-Bank Ostalb eG, Aalen (ab 21.06.2023)

Wolfgang Altmüller, Vorstandsvorsitzender der meine Volksbank Raiffeisenbank eG, Rosenheim (bis 21.06.2023)

Dr. Christian Brauckmann, Mitglied des Vorstands der DZ BANK AG, Frankfurt am Main

Michael Deitert, Vorstandsvorsitzender der Volksbank Bielefeld-Gütersloh eG, Gütersloh

Johannes Karl Herzog, Vorstandsvorsitzender der VR-Bank Fichtelgebirge-Frankenwald eG, Marktredwitz (ab 21.06.2023)

André Kasten, Mitglied des Vorstands der Raiffeisen-Volksbank eG, Aurich

Daniel Keller, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Berliner Volksbank eG, Berlin (2. stv. Vorsitzender ab 21.06.2023)

Wolfgang Klotz, Vorstandsvorsitzender der Vereinigte Volksbanken eG, Sindelfingen

Dr. Andreas Martin, bis 30.06.2023 Mitglied des Vorstands des Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken e.V., Berlin (bis 21.06.2023)

Tanja Müller-Ziegler, Mitglied des Vorstandes des Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken e.V., Berlin (ab 21.06.2023)

Jürgen Schäfer, Mitglied des Vorstands der Wiesbadener Volksbank eG, Wiesbaden

Joachim Straub, bis 30.09.2023 Vorstandsvorsitzender der Volksbank eG, Offenburg und Villingen-Schwenningen (2. stv. Vorsitzender bis 21.06.2023)

Arbeitnehmervertreter:

Elke Klingbeil, Betriebsratsvorsitzende München

Peter Maier, Betriebsratsvorsitzender Karlsruhe

Christiane Mild, stv. Betriebsratsvorsitzende Münster (1. stv. Vorsitzende)

Stephan Milka, Geschäftsfeld-Leiter

Holger Möllers, Betriebsratsvorsitzender Ratiodata SE, Münster und Vorsitzender GBR Ratiodata SE

Christine Muhr, Gewerkschaftssekretärin ver.di

Dietmar Neugebauer, Betriebsratsvorsitzender Münster

Thomas Rippel, Betriebsratsmitglied Karlsruhe

Kevin Voß, Gewerkschaftssekretär ver.di

Frederik Werning, Gewerkschaftssekretär ver.di

Den Bezügen des Aufsichtsrats von 575,0 Tsd. Euro lagen die Beschlüsse der Hauptversammlung zugrunde.

4. Finanzielle Verpflichtungen

Die sonstigen finanziellen Verpflichtungen, die für die Beurteilung der Finanzlage von Bedeutung sind, bestehen in Höhe von rund 882,8 Mio. Euro, im Wesentlichen für Miet-, Leasing- und Wartungsverträge über EDV-Anlagen und Software, Immobilienmietverträge sowie vertraglich vereinbarte Verpflichtungen für Investitionen des Anlagevermögens. Davon entfallen auf verbundene Unternehmen 74,8 Mio. Euro. In den sonstigen finanziellen Verpflichtungen enthalten sind auch Darlehenszusagen gegenüber zwei Pensionskassen in Höhe von 50,6 Mio. Euro.

Die Verpflichtung für das Jahr 2024 beträgt ca. 467,8 Mio. Euro, davon 71,5 Mio. Euro an verbundene Unternehmen.

Ferner enthalten ist die Verpflichtung zur Zahlung von Leasingraten in Höhe von 13,6 Mio. Euro aufgrund eines im Geschäftsjahr 2022 abgeschlossenen Leasingvertrags über ein von der Gesellschaft entwickeltes Softwarepaket, das zuvor in einem sogenannten Sale-and-Lease-Back-Geschäft an eine Leasinggesellschaft veräußert wurde.

Die Gesellschaft hat das Rechenzentrum in Rheinstetten ursprünglich über zwei Objektgesellschaften geleast. Der Leasingvertrag mit einer Objektgesellschaft ist Ende 2020 planmäßig ausgelaufen. Aus dem Leasing resultieren jährliche Verpflichtungen von 1,4 Mio. Euro, die in den sonstigen finanziellen Verpflichtungen enthalten sind.

Der Zweck und Vorteil der außerbilanziellen Geschäfte aus den obengenannten Miet- und Leasingverträgen liegt vor allem in der niedrigeren Kapitalbindung gegenüber dem Erwerb.

5. Haftungsverhältnisse

Im Zuge der Übernahme der Geschäfte des DG-Rechenzentrums im Jahre 1990 ist Atruvia in Verpflichtungen aus Pensionsanwartschaften eingetreten. Die versicherungsmathematisch ermittelten Teilwerte zum 31. Dezember 2023 für 18 berechtigte Mitarbeiter betrugen 2,6 Mio. Euro (Vorjahr: 2,9 Mio. Euro). Die DZ BANK AG hat Atruvia im Innenverhältnis von diesen Verpflichtungen freigestellt.

Für Zwecke der Absicherung von langfristigen Gleitzeitsalden besteht ein Aval bei der Volksbank pur eG in Höhe von 17,6 Mio. Euro.

Das bestehende Aval bei der DZ BANK AG in Höhe von 7,0 Mio. Euro dient der Sicherung eines Darlehensvertrags eines verbundenen Unternehmens. Aufgrund der geordneten wirtschaftlichen Verhältnisse dieser Gesellschaft ist mit einer Inanspruchnahme nicht zu rechnen.

Mittelbare Versorgungszusagen gegenüber Arbeitnehmern bestehen bei mehreren Pensionskassen. Bei den über die Pensionskassen durchgeführten Verpflichtungen handelt es sich um mittelbare Pensionsverpflichtungen, für die nach Art. 28 Abs. 1 S. 2 EGHGB keine Rückstellungen gebildet werden. Für den Fall einer Unterdeckung der Pensionskassen besteht eine gesetzliche Subsidiärhaftung der Gesellschaft in ihrer Eigenschaft als Arbeitgeber.

Diese finanzielle Verpflichtung ist derzeit nicht quantifizierbar. An zwei Pensionskassen wurden ein beziehungsweise zwei Gründungsstockdarlehen gegeben.

Für die im Jahr 2018 an die R+V Pensionsfonds AG ausgelagerten Pensionsverpflichtungen für einen bestimmten Kreis ergibt sich zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2023 eine Unterdeckung von 2,2 Mio. Euro zwischen dem Erfüllungsbetrag und dem entsprechenden Zeitwert.

Eine Grundschuld-Zweckerklärung bei der DZ BANK AG dient zur Sicherung eines Darlehens eines verbundenen Unternehmens in Höhe von 5,0 Mio. Euro (Vorjahr: 6,5 Mio. Euro). Aufgrund der geordneten wirtschaftlichen Verhältnisse der betroffenen Gesellschaft ist mit einer Inanspruchnahme nicht zu rechnen.

Zur Absicherung des Zinsänderungsrisikos hat Atruvia für die langfristigen variabel verzinslichen Darlehenstranchen bei der DZ BANK AG Zinssicherungsinstrumente (Zahler-Swaps) als Mikro-Hedges mit gleicher Laufzeit und in gleicher Höhe wie das Grundgeschäft abgeschlossen. Grund- und Sicherungsgeschäft wurden gemäß § 254 HGB zu einer Bewertungseinheit nach der Einfrierungsmethode zusammengefasst. Die Zeitwerte entsprechen jeweils den Marktwerten.

Die Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte von Zinsswaps erfolgt auf der Grundlage von Barwerten der mit den aktuellen Swapkurven abgezinsten Geschäftszahlungsströme. Ihre jeweilige Effektivität wurde anhand der Critical Term Match Methode ermittelt. Damit wird eine vollständige Wirksamkeit festgestellt.

Ferner wurden für die Währungsabsicherung eines Handelsgeschäfts in US-Dollar, bei dem die Zahlung mittels zweier Tranchen erfolgen wird, jeweils ein Devisentermingeschäft je Tranche abgeschlossen.

Die Zahlungsverpflichtung des Grundgeschäfts entspricht der jeweiligen Währungsabsicherung und wurden gemäß § 254 HGB zu einer Bewertungseinheit zusammengefasst. Die Zeitwerte entsprechen jeweils den Marktwerten.

Nominalwert 31.12.2023 Marktwert 31.12.2023
Tsd. Euro Tsd. Euro Laufzeit
Termingeschäft 7.232 -160 26.01.2024
Termingeschäft 7.182 -219 28.01.2025
Swap 50.000 3.106 30.12.2031

6. Durchschnittliche Zahl der während des Geschäftsjahrs beschäftigten Arbeitnehmer*innen

Im Durchschnitt des Geschäftsjahrs waren bei Atruvia 4.984 Mitarbeitende beschäftigt. Darüber hinaus beschäftigte Atruvia am Jahresende 143 Auszubildende. Von den beschäftigten Arbeitnehmer*innen entfallen 4.486 auf vollzeitsowie 498 auf teilzeitbeschäftigte Arbeitnehmer*innen.

7. Vorschlag zur Ergebnisverwendung

Aufsichtsrat und Vorstand schlagen der Hauptversammlung vor, den Bilanzgewinn wie folgt zu verwenden:

Ausschüttung einer Dividende von 3,80 Euro je Stückaktie des dividendenberechtigtenGrundkapitals von 115.821,9 Tsd. Euro für die Zeit vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023
2.253.355 Stück x 3,80 Euro 8.562.749,00 Euro
Einstellung in die anderen Gewinnrücklagen 10.000.000,00 Euro
Gewinnvortrag auf neue Rechnung 12.551.988,69 Euro
31.114.737,69 Euro

8. Konzernzugehörigkeit

Das Unternehmen, das den Konzernabschluss für den kleinsten und den größten Kreis von Unternehmen aufstellt, ist die Atruvia AG, Frankfurt am Main. Dieser Konzernabschluss der Atruvia AG wird im Unternehmensregister veröffentlicht.

9. Abschlussprüferhonorar

Die Angaben zum Abschlussprüferhonorar sind im Konzernabschluss der Gesellschaft enthalten. Auf die Angabe an dieser Stelle wird daher aufgrund der befreienden Konzernklausel des § 285 Nr. 17 HGB verzichtet.

 

Karlsruhe und Münster, 12. März 2024

Atruvia AG

Beyer

Bücker

Coenen

Teufel

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die Atruvia AG, Frankfurt am Main

PRÜFUNGSURTEILE

Wir haben den Jahresabschluss der Atruvia AG, Frankfurt am Main - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft.

Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Atruvia AG für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 geprüft. Die Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f Abs. 4 HGB haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. Unser Prüfungsurteil zum Lagebericht erstreckt sich nicht auf den Inhalt der unter "SONSTIGE INFORMATIONEN" genannten Bestandteile des Lageberichts.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

GRUNDLAGE FÜR DIE PRÜFUNGSURTEILE

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt.

Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

SONSTIGE INFORMATIONEN

Die gesetzlichen Vertreter bzw. der Aufsichtsrat sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen die Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f Abs. 4 HGB (Angaben zur Frauenquote).

Unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab.

Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen

wesentliche Unstimmigkeiten zum Jahresabschluss, Lagebericht oder unseren bei der Prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder

anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen.

Falls wir auf Grundlage der von uns durchgeführten Arbeiten den Schluss ziehen, dass eine wesentliche falsche Darstellung dieser sonstigen Informationen vorliegt, sind wir verpflichtet, über diese Tatsache zu berichten. Wir haben in diesem Zusammenhang nichts zu berichten.

VERANTWORTUNG DER GESETZLICHEN VERTRETER UND DES AUFSICHTSRATS FÜR DEN JAHRESABSCHLUSS UND DEN LAGEBERICHT

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d. h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts.

VERANTWORTUNG DES ABSCHLUSSPRÜFERS FÜR DIE PRÜFUNG DES JAHRESABSCHLUSSES UND DES LAGEBERICHTS

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzes-entsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Hamburg, 13. März 2024

BDO AG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Reese, Wirtschaftsprüferin

Jaber, Wirtschaftsprüfer

Bericht des Aufsichtsrats

Sehr geehrte Aktionärin, sehr geehrter Aktionär,

die digitale Transformation im Banking schreitet unvermindert voran und verändert dabei grundlegende Aspekte der heutigen Geschäftsmodelle: Kundenbeziehungen, Vertriebs- und Betriebsprozesse, tägliche Arbeitsroutinen, Skills der Mitarbeitenden und sogar die Geschäftsmodelle mancher Institute. Die Herausforderungen, die die Genossenschaftsbanken jeden Tag zum Erhalt ihrer Wettbewerbsfähigkeit bewältigen müssen, sind heute ganz andere als noch vor fünf Jahren. Fast alle haben mittlerweile mit Technologie zu tun. Als Digitalisierungspartner der Volks- und Raiffeisenbanken bietet Atruvia ein wettbewerbsfähiges Lösungsportfolio an, das den Banken hilft, im harten Wettbewerb zu bestehen.

In der digitalen Transformation hat die genossenschaftliche FinanzGruppe mit ihrer Digitalisierungsoffensive in den letzten Jahren im Wettbewerb zu anderen regional agierenden Instituten deutlich aufgeholt. Das ist unter anderem der neuen und modernen digitalen Kundenschnittstelle der genossenschaftlichen FinanzGruppe zu verdanken: der neuen VR Banking App und dem neuen OnlineBanking.

Die Transformation des genossenschaftlichen Bankings umfasst aber mehr als neue technologische Möglichkeiten in der App oder im OnlineBanking. Der Schlüssel zum Erfolg: das digital-persönliche Banking im Omnikanal. Darauf zahlt die Roadmap von Atruvia für die nächsten Jahre ein und dafür investieren wir gemeinsam. Mit dem neuen BankingWorkspace sind im zurückliegenden Geschäftsjahr erste Bausteine unseres Omnikanal-Zielbilds in der Beratung und somit am Bankarbeitsplatz der Banken angekommen. Darüber hinaus hat Atruvia 2023 weitere wichtige Themen vorangetrieben. Dazu gehören beispielsweise neue digitale Selfservices in der VR Banking App oder - jenseits des Produktportfolios - der erfolgreiche technische Jahresabschluss, der erneut sehr geräuschlos vonstattenging, oder die hohe Verfügbarkeit und der hohe Sicherheitsstandard.

Auch im aktuellen Berichtsjahr nahm der Aufsichtsrat die ihm nach Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung obliegenden Aufgaben mit besonderer Sorgfalt wahr. Dazu gehörte die Überwachung der Geschäftsführung des Vorstands sowie die Beratung der Unternehmensleitung. Der Aufsichtsrat war in allen Entscheidungen von grundlegender Bedeutung eingebunden.

Der Vorstand informierte den Aufsichtsrat turnusmäßig, zeitnah und umfassend sowohl schriftlich als auch mündlich über die allgemeine Geschäftsentwicklung, die Unternehmensziele, den Status der wichtigen Vorhaben und Projekte, die wirtschaftliche Entwicklung im Rahmen von Planung und Forecast sowie über die Risikolage, das Risikomanagement und die Quartalsberichte der Revision. Ergänzend war der Aufsichtsrat intensiv in die Strategieentwicklung und Strategieoperationalisierung eingebunden und wurde über den Status der im November 2023 begonnenen Prüfung nach §44 KWG informiert.

Auf Grundlage der Berichterstattung des Vorstands hat der Aufsichtsrat über die Geschäftsentwicklung sowie über für das Unternehmen wichtige Entscheidungen und Vorgänge ausführlich beraten. Abweichungen des Geschäftsverlaufs von den Plänen und Zielen wurden dem Aufsichtsrat im Einzelnen erläutert und im Gremium behandelt.

Der Aufsichtsrat wird in der Hauptversammlung die Entlastung des Vorstands für das Geschäftsjahr 2023 vorschlagen.

Die Sitzungen des Aufsichtsrats

Im Berichtsjahr 2023 fanden insgesamt fünf Sitzungen des Aufsichtsrats statt. Zwischen den Aufsichtsratssitzungen beriet sich der Vorsitzende des Aufsichtsrats in regelmäßigen Gesprächen mit den Vorstandssprechern. Die jeweiligen Vorsitzenden der Ausschüsse haben mit den verantwortlichen Vorstandsmitgliedern die Ausschusssitzungen inhaltlich vorbereitet.

Die erste Sitzung des Jahres fand am 28. April 2023 statt und beschäftigte sich im Schwerpunkt mit dem Jahres- und Konzernabschluss 2022 sowie der Hauptversammlung. Die Prüfungsgesellschaft legte ihren Bericht vor, der Aufsichtsrat stellte den Jahres- und Konzernabschluss 2022 fest. Die Tagesordnung der Hauptversammlung 2023 wurde beraten und beschlossen. In dieser Sitzung wurden unter anderem auch Beschlüsse zur Finanzierung der weiteren Digitalisierung sowie zur Liquiditätssteuerung gefasst.

In der Sitzung vom 20. Juni 2023 fasste der Aufsichtsrat unter anderem Beschlüsse zum Kauf der ECON Application GmbH und zur Anwachsung der EGP Gesamtbanksteuerungssysteme GmbH & Co. KG auf die Atruvia AG.

Zur konstituierenden Sitzung kam der Aufsichtsrat im Anschluss an die Hauptversammlung am 21. Juni 2023 zusammen, in der die neu in den Aufsichtsrat gewählten Aktionärsvertreter Kurt Abele, Johannes Karl Herzog und Tanja Müller-Ziegler begrüßt wurden. Durch die Veränderungen auf Seiten der Aktionärsvertreter wurden die Ausschüsse des Aufsichtsrats entsprechend neu besetzt. Zudem wurde Daniel Keller zum zweiten stellvertretenden Vorsitzenden des Aufsichtsrats gewählt.

Zu einer weiteren Sitzung traf sich der Aufsichtsrat am 27. September 2023. Auf der Tagesordnung standen dabei insbesondere Beschlüsse zur Abspaltung der Ratiodata Romania Holding GmbH und der Accesa IT Group GmbH von der Ratiodata SE auf die Atruvia AG sowie zur Gründung eines Ausschusses für Technologie und Architektur zum 01.01.2024.

Die letzte Sitzung des Jahres fand am 7. Dezember 2023 statt. Auf der Tagesordnung standen neben dem Update zur Finanzstrategie und der Wirtschaftsplanung der Atruvia AG auch Beschlussfassungen zur Finanzierung der weiteren Digitalisierung, zur Anpassung des Geschäftsverteilungsplans, zur gleichberechtigten Teilhabe von Männern und Frauen an Führungspositionen und deren Umsetzung in Vorstand und Aufsichtsrat sowie zur Verlängerung der Amtszeit eines Vorstandsmitglieds.

Regelmäßige Tagesordnungspunkte in den Sitzungen waren die Berichterstattungen zum Status der Unternehmensziele, zu wichtigen Projekten wie u. a. M365 und EGP sowie zur wirtschaftlichen Entwicklung.

Die Arbeit in den Ausschüssen des Aufsichtsrats

Zur effizienten Wahrnehmung seiner Aufgaben und zur Vorbereitung der Beschlüsse hat der Aufsichtsrat mehrere Ausschüsse gebildet. Dies sind der Prüfungsausschuss, der Strategieausschuss, der Ausschuss für Vorstandsangelegenheiten, der Vermittlungsausschuss sowie der Beteiligungsausschuss.

Der Prüfungsausschuss tagte fünfmal im Geschäftsjahr 2023. Die Schwerpunkte waren dabei der Jahres- und Konzernabschluss 2022, die wirtschaftliche Entwicklung und Lage der Gesellschaft, der Status der Prüfung nach §44 KWG, der Fortschritt des Kosten- und Effizienzprogramms, die Mittelverwendung im Verbundprojekt KundenFokus sowie die Wirtschaftsplanung der kommenden Jahre. Der Prüfungsausschuss diskutierte darüber hinaus die Tätigkeiten und Prüfungsergebnisse der Konzernrevision sowie die Bewertung und Einschätzung bestehender Risiken. Er erörterte und prüfte die vorgelegten Quartalsberichte der Revision und das Risikomanagement. Der Forecast auf das Jahresergebnis 2023 wurde regelmäßig analysiert und bewertet.

Der Strategieausschuss fand zu seiner jährlichen Sitzung am 31. August 2023 zusammen. Zu den behandelten Themen gehörten insbesondere die Finanzstrategie, die Marktstrategie, die Nachhaltigkeitsambition von Atruvia sowie Überlegungen zur Finanzierung der weiteren Digitalisierung.

Der Ausschuss für Vorstandsangelegenheiten bereitet alle Themen vor, die die Vertragsbeziehungen der Vorstandsmitglieder und ihre Vergütung betreffen. Er tagte im Berichtsjahr insgesamt sechsmal und befasste sich dabei insbesondere mit der künftigen Ausrichtung des Vorstands, der Verlängerung der Amtszeit eines Vorstandsmitglieds, der Neukonzeption der Vorstandsziele sowie den Vorstandstantiemen.

Der Beteiligungsausschuss begleitet Maßnahmen, die die maßgeblichen Tochter- und Beteiligungsunternehmen betreffen. Der Ausschuss wird über Jahresabschlüsse, Wirtschaftsplanungen und die unterjährigen wirtschaftlichen Entwicklungen unterrichtet. Er überwacht die Umsetzung von strategischen Strukturmaßnahmen in den Tochter- und Beteiligungsunternehmen und gibt Entscheidungsempfehlungen gegenüber dem Aufsichtsrat ab. Im Berichtsjahr tagte der Ausschuss fünfmal und begleitete dabei unter anderem intensiv den Status der Verimi GmbH (nach dem Zusammenschluss von yes und Verimi Ende 2022), die Abspaltung der Ratiodata Romania Holding GmbH und der Accesa IT Group GmbH von der Ratiodata SE auf die Atruvia AG, den Kauf der ECON Application GmbH sowie die Anwachsung der EGP Gesamtbanksteuerungssysteme GmbH & Co. KG auf die Atruvia AG.

Prüfung der Jahresabschlüsse

Der vom Vorstand nach den Bestimmungen des Handelsgesetzbuchs aufgestellte Jahresabschluss und der Lagebericht der Atruvia AG sowie der Konzernabschluss und der Konzernlagebericht für den Zeitraum vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023 wurden von der BDO AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Hamburg, geprüft. Beanstandungen ergaben sich nicht, Jahresabschluss und Konzernabschluss tragen den uneingeschränkten Bestätigungsvermerk. Die Prüfungsgesellschaft stellte fest, dass der Vorstand ein Überwachungssystem eingerichtet hat, das zur Früherkennung existenzbedrohender Risiken geeignet ist. Ebenfalls hat der Vorstand geeignete Maßnahmen ergriffen, um frühzeitig Entwicklungen zu erkennen und Risiken abzuwehren. Der Aufsichtsrat hat die Jahresabschlüsse und Lageberichte sowie alle zur Beurteilung notwendigen Unterlagen rechtzeitig erhalten. Der Vorstand erläuterte die Abschlussunterlagen umfassend in den Sitzungen des Prüfungsausschusses am 10. April 2024 und des Aufsichtsrats am 29. April 2024. Die Prüfungsgesellschaft informierte den Aufsichtsrat detailliert über ihre Arbeit und das Ergebnis der Prüfung. Nach seiner eigenen abschließenden Prüfung und Erörterung billigte der Aufsichtsrat die Abschlüsse ohne Einschränkungen oder Ergänzungen und stellte sie damit fest.

Dividende

Der Aufsichtsrat hat sich mit dem Dividendenvorschlag des Vorstands auseinandergesetzt, den Vorschlag geprüft und angesichts der Finanzlage der Gesellschaft für angemessen befunden.

Personelle Veränderungen im Aufsichtsrat

Im Aufsichtsrat der Atruvia AG haben sich auf Seiten der Aktionärsvertreter personelle Veränderungen gegeben. So wurden Kurt Abele, Johannes Karl Herzog und Tanja Müller-Ziegler in den Aufsichtsrat gewählt. Ausgeschieden sind Wolfgang Altmüller, Dr. Andreas Martin und Joachim Straub.

Der Aufsichtsrat blickt sehr zufrieden auf die Entwicklung des herausfordernden Geschäftsjahrs 2023 zurück. Die Belastungen für das Unternehmen sind weiterhin außergewöhnlich hoch und für den Kundenkreis, die Mitarbeitenden und die Gremien anspruchsvoll. An dieser Stelle gebührt der Dank insbesondere den Mitarbeitenden, die täglich an einer Vielzahl von Projekten arbeiten. Die Arbeit ist geprägt von einem weiterhin überdurchschnittlichen Einsatz und einem hohen Verantwortungsbewusstsein.

Darüber hinaus dankt der Aufsichtsrat den angeschlossenen Banken in ihrer Kunden- und Aktionärsrolle für das weiterhin bestehende Vertrauen. Für alle Beteiligten in der genossenschaftlichen FinanzGruppe sowie für Vorstand, Aufsichtsrat und Belegschaft von Atruvia liegen anstrengende Monate hinter und vor uns. Lassen Sie uns gemeinsam den eingeschlagenen Weg von Atruvia zum Digitalisierungspartner der genossenschaftlichen FinanzGruppe konsequent fortsetzen.

 

Frankfurt, 29. April 2024

Der Aufsichtsrat

Jürgen Brinkmann, Vorsitzender des Aufsichtsrats

Beschluss über die Verwendung des Bilanzgewinns

Die ordentliche Hauptversammlung der Atruvia AG hat am 26. Juni 2024 dem Vorschlag von Vorstand und Aufsichtsrat zur Ergebnisverwendung ihre Zustimmung erteilt.

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