Bertelsmann SE & Co. KGaAGüterslohEinzelabschluss zum 31.12.2018Jahresabschluss und zusammengefasster LageberichtBertelsmann SE & Co. KGaA, Gütersloh31. Dezember 2018Bilanz zum 31. Dezember 2018Aktiva
Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2018
Anhang für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2018Grundlagen und MethodenDie Bertelsmann SE & Co. KGaA hat ihren Sitz in Gütersloh. Die Gesellschaft ist beim Amtsgericht Gütersloh unter der Registernummer HRB 9194 im Handelsregister eingetragen. Grundlagen der RechnungslegungDer Jahresabschluss und der gemäß § 315 Abs. 5 HGB in Verbindung mit § 298 Abs. 2 HGB mit dem Konzernlagebericht zusammengefasste Lagebericht der Bertelsmann SE & Co. KGaA ist nach den Rechnungslegungsvorschriften des Handelsgesetzbuches für große Kapitalgesellschaften und den ergänzenden Vorschriften des Aktiengesetzes aufgestellt. Gliederung der Bilanz und der Gewinn- und VerlustrechnungBilanz sowie Gewinn- und Verlustrechnung entsprechen den Gliederungsvorschriften der §§ 266 und 275 HGB. Die Gewinn- und Verlustrechnung wird nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt. Bilanzierung und BewertungImmaterielle Vermögensgegenstände und SachanlagenVom Wahlrecht zur Aktivierung selbst geschaffener immaterieller Vermögensgegenstände wird kein Gebrauch gemacht. Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens werden zu Anschaffungskosten, Sachanlagen zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten bewertet. Die Abschreibungssätze und -methoden orientieren sich an den betriebswirtschaftlichen Nutzungsdauern. Die Abschreibungen erfolgen sowohl linear als auch degressiv, wobei Vermögensgegenstände, die nach dem 31. Dezember 2007 erworben wurden, ausschließlich linear abgeschrieben werden. Bei voraussichtlich dauerhaften Wertminderungen erfolgt eine Abwertung auf den niedrigeren beizulegenden Wert. Bei Anlagegütern deren Anschaffungs- oder Herstellungskosten 800 € nicht übersteigen, erfolgt die Abschreibung im Jahr der Anschaffung. Selbstständig nutzbare bewegliche Gegenstände des Sachanlagevermögens, die der Abnutzung unterliegen, werden bei Anschaffungs- oder Herstellungskosten bis 250 € sofort aufwandswirksam erfasst. Finanzanlagen sowie Forderungen und sonstige VermögensgegenständeDie Finanzanlagen sind zu Anschaffungskosten bzw. zu Nominalwerten oder den niedrigeren beizulegenden Werten bewertet. Bei Wegfall der Gründe für die Abschreibungen werden entsprechende Zuschreibungen vorgenommen. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände werden grundsätzlich mit dem Nennwert bzw. mit dem am Bilanzstichtag niedrigeren beizulegenden Wert angesetzt. Die Ermittlung der beizulegenden Werte der Anteile an verbundenen Unternehmen sowie der Ausleihungen an und Forderungen gegen verbundene Unternehmen erfolgt grundsätzlich unter Anwendung eines Discounted-Cashflow-Verfahrens. Dabei werden die erwarteten künftigen Zahlungsströme mittels individuell ermittelter Kapitalkosten des zu bewertenden Unternehmens diskontiert. Hält die Gesellschaft Anteile an einem verbundenen Unternehmen, an welches die Gesellschaft zudem Darlehen ausgereicht hat (Ausleihungen an bzw. Forderungen gegen verbundenen Unternehmen) und übersteigt der Buchwert dieses Gesamtengagements aus Eigen- und Fremdkapitalfinanzierungen den ermittelten beizulegenden Wert, erfolgt zunächst eine Abschreibung der Anteile an verbundenen Unternehmen und anschließend ggf. eine Wertberichtigung der Ausleihungen an bzw. der Forderungen gegen verbundene Unternehmen. Finanzanlagen, die dem Zugriff aller übrigen Gläubiger entzogen sind und ausschließlich der Erfüllung von Altersversorgungsverpflichtungen oder vergleichbaren langfristig fälligen Verpflichtungen dienen, werden gemäß § 246 Absatz 2 Satz 2 HGB zum beizulegenden Zeitwert bewertet und mit den zugrundeliegenden Verpflichtungen verrechnet. Ein daraus verbleibender aktivischer Überhang wird in der Bilanz gesondert als "Aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung" ausgewiesen. WertpapiereWertpapiere werden zum Anschaffungskurs bzw. zum niedrigeren Kurs am Bilanzstichtag angesetzt. Kassenbestand und Guthaben bei KreditinstitutenGuthaben bei Kreditinstituten sowie Kassenbestände werden mit dem Nennbetrag angesetzt. Fremdwährungsbestände werden zum Devisenkurs am Stichtag bewertet. Aktive RechnungsabgrenzungspostenAls aktive Rechnungsabgrenzungsposten sind Auszahlungen vor dem Abschlussstichtag angesetzt, soweit sie Aufwand für einen bestimmten Zeitraum nach diesem Zeitpunkt darstellen. Aktiver Unterschiedsbetrag aus der VermögensverrechnungUnter dem aktiven Unterschiedsbetrag aus Vermögensverrechnung wird der aktivische Überhang aus der Verrechnung von zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Vermögensgegenständen im Sinne des § 246 Absatz 2 Satz 2 HGB mit den zugrundeliegenden Altersversorgungsverpflichtungen oder vergleichbaren langfristig fälligen Verpflichtungen ausgewiesen. Gezeichnetes KapitalDas gezeichnete Kapital wird zum Nennwert bilanziert. RückstellungenDie Bewertung der Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen erfolgt nach versicherungsmathematischen Berechnungsverfahren mittels der "Projected-Unit-Credit-Methode". Als biometrische Rechnungsgrundlagen wurden die "Richttafeln 2018 G i. d. F. Oktober 2018" von der Heubeck-Richttafeln-GmbH verwendet. Die Pensionsrückstellungen werden pauschal entsprechend einer Laufzeit von 15 Jahren mit dem von der Deutschen Bundesbank vorgegebenen durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen zehn Jahre abgezinst. Zudem werden in der Berechnung zukunftsbezogene Bewertungsparameter wie Gehaltstrend, Rententrend und Fluktuation berücksichtigt. Die Steuerrückstellungen und die sonstigen Rückstellungen sind nach den Grundsätzen vernünftiger kaufmännischer Beurteilung bewertet. Die Bewertung erfolgt jeweils in Höhe des Erfüllungsbetrages. Zukünftige Kosten- und Preissteigerungen werden berücksichtigt, soweit ausreichende objektive Hinweise für deren Eintritt vorliegen. Rückstellungen mit einer Laufzeit von mehr als einem Jahr werden mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Jahre abgezinst. Der anzuwendende Zinssatz wird von der Deutschen Bundesbank bekanntgegeben. Zur Erfüllung bestimmter Verpflichtungen aus der Altersversorgung und vergleichbarer langfristig fälliger Verpflichtungen sind entsprechende Mittel in einer Rückdeckungsversicherung, in Wertpapieren und in treuhänderisch gebundenem Barvermögen angelegt. Sie dienen ausschließlich der Erfüllung von Altersversorgungsverpflichtungen und sind dem Zugriff der übrigen Gläubiger entzogen. Die Rückdeckungsversicherung dient der Rückdeckung von Beträgen zur Pension-Höherversorgung. Die Rückdeckungsversicherung ist mit dem Aktivwert, der aus dem zum Schluss der Versicherungsperiode berechneten Deckungskapital, mindestens jedoch aus dem garantierten Rückkaufswert, sofern ein solcher vereinbart ist, bzw. aus dem geschäftsplanmäßigen Deckungskapital abgeleitet wird, bewertet. Die Wertpapiere dienen der Erfüllung entsprechender Zusagen an Mitarbeiter. Die Bewertung erfolgt zum beizulegenden Zeitwert, der dem Marktpreis entspricht. Altersversorgungsverpflichtungen, deren Höhe sich ausschließlich nach dem beizulegenden Zeitwert von Wertpapieren bestimmt, werden gemäß § 253 Absatz 1 Satz 3 HGB mit dem beizulegenden Zeitwert der Wertpapiere angesetzt. Das Barvermögen, welches der Erfüllung von Verpflichtungen gegenüber Mitarbeitern dient, wird zum Nominalwert bewertet. Das Deckungsvermögen wurde gemäß § 246 Absatz 2 Satz 2 HGB mit den zugrundeliegenden Verpflichtungen verrechnet. Entsteht durch die Verrechnung ein aktiver Unterschiedsbetrag, so wird dieser in der Bilanz gesondert als "Aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung" ausgewiesen. Übersteigt der Zeitwert des Deckungsvermögens die historischen Anschaffungskosten, unterliegt dieser Teil gemäß § 268 Absatz 8 HGB einer Ausschüttungssperre. Gemäß § 246 Absatz 2 Satz 2 HGB werden auch die Aufwendungen und Erträge aus der Abzinsung der Verpflichtungen und aus dem zu verrechnenden Vermögen miteinander verrechnet. VerbindlichkeitenVerbindlichkeiten sind mit ihrem Erfüllungsbetrag angesetzt. GenussrechtskapitalDie Bedingungen der begebenen Genussscheine sehen Regelungen zur Vergütung, Rückzahlung und Kündigung des Genussrechtskapitals vor. Durch diese Regelungen sind die Voraussetzungen für den Ausweis der Genussrechte als bilanzielles Eigenkapital nicht erfüllt. Aus diesem Grund wird das Genussrechtskapital als Fremdkapital klassifiziert und als separater Posten unter der Position Verbindlichkeiten ausgewiesen. Die Vergütung für die Überlassung des Genussrechtskapitals wird als Zinsaufwand zu Lasten des Jahresergebnisses erfasst. Passive RechnungsabgrenzungspostenAls passive Rechnungsabgrenzungsposten sind Einzahlungen vor dem Abschlussstichtag angesetzt, soweit sie Erträge für einen bestimmten Zeitraum nach diesem Zeitpunkt darstellen. Latente SteuernLatente Steuern werden auf temporäre Differenzen zwischen den handelsrechtlichen Wertansätzen und ihren steuerlichen Wertansätzen ermittelt. Für Zwecke der Ermittlung latenter Körperschaftsteuern werden auch Beteiligungen an Personengesellschaften berücksichtigt. In Ausübung des Wahlrechts aus § 274 Absatz 1 Satz 2 HGB wird auf den Ansatz des aktiven Steuerüberhangs verzichtet. Die Ermittlung latenter Steuern erfolgt unter Berücksichtigung sämtlicher Gesellschaften des Organkreises der Bertelsmann SE & Co. KGaA. TreuhandvermögenWertpapiere des Anlagevermögens, sonstige Vermögensgegenstände und flüssige Mittel, die im Rahmen des Contractual Trust Arrangements (CTA) treuhänderisch von dem Bertelsmann Pension Trust e.V. gehalten werden, werden gemäß wirtschaftlicher Betrachtungsweise weiterhin als solche der Bertelsmann SE & Co. KGaA ausgewiesen. Dieses Treuhandvermögen erfüllt nicht die Voraussetzungen für Deckungsvermögen gemäß § 246 Absatz 2 Satz 2 HGB. WährungsumrechnungFremdwährungsforderungen, deren Restlaufzeit nicht mehr als ein Jahr beträgt, werden mit dem Mittelkurs am Bilanzstichtag, Fremdwährungsforderungen mit einer Restlaufzeit von über einem Jahr werden mit dem Mittelkurs am Buchungstag oder dem niedrigeren Mittelkurs am Bilanzstichtag bewertet, sofern keine Sicherungsgeschäfte unter Bildung von Bewertungseinheiten abgeschlossen worden sind. Verbindlichkeiten in Fremdwährung, deren Restlaufzeit nicht mehr als ein Jahr beträgt, werden mit dem Mittelkurs am Bilanzstichtag, alle übrigen Fremdwährungsverbindlichkeiten mit dem Mittelkurs am Buchungstag oder dem höheren Mittelkurs am Bilanzstichtag angesetzt, sofern keine Sicherungsgeschäfte unter Bildung von Bewertungseinheiten abgeschlossen worden sind. Erläuterungen zur Bilanz1 Entwicklung des Anlagevermögens
Änderungen in den Abschreibungen in ihrer gesamten Höhe im Zusammenhang mit Zugängen oder Umbuchungen haben sich im Geschäftsjahr 2018 nicht ergeben. Die Abschreibungen auf Finanzanlagen des Geschäftsjahres 2018 betreffen in voller Höhe außerplanmäßige Abschreibungen auf den niedrigeren beizulegenden Wert aufgrund von dauerhaften Wertminderungen. Der Anstieg der Anteile an verbundenen Unternehmen entfällt in Höhe von 480 Mio. € auf den Beteiligungsbuchwert an der Bertelsmann Capital Holding GmbH, Gütersloh. Dieser erhöhte sich um die im Zusammenhang mit dem Ergebnisabführungsvertrag zwischen der Bertelsmann Capital Holding GmbH, Gütersloh, und der RTL Group Deutschland GmbH, Köln, um die von der Bertelsmann SE & Co. KGaA geleistete Zahlung. Die Abgänge resultieren im Wesentlichen aus der Einlage von Anteilen an verbundenen Unternehmen in die Tochtergesellschaft Reinhard Mohn GmbH, Gütersloh. Die Ausleihungen betreffen Darlehensforderungen gegen die Bertelsmann, Inc., Wilmington, zur Finanzierung der Geschäftstätigkeit dieser Gesellschaft. Die Darlehensverträge haben Laufzeiten von über einem Jahr. Die Abgänge resultieren aus der Rückzahlung einer im Geschäftsjahr 2018 fälligen Darlehensforderung. Die Ausleihungen sind in voller Höhe in Bewertungseinheiten i. S. d. § 254 HGB einbezogen. Bei den Wertpapieren des Anlagevermögens handelt es sich um Anteile an verschiedenen Fonds, die vom Bertelsmann Pension Trust e.V. gehalten und verwaltet werden. Sie dienen der Sicherung und Erfüllung von Pensionsverpflichtungen der Bertelsmann SE & Co. KGaA und ausgewählter Tochtergesellschaften. 2 Forderungen und sonstige VermögensgegenständeDie Forderungen gegen verbundene Unternehmen umfassen mit 2.886 Mio. € (Vorjahr: 2.098 Mio. €) Gesellschaften im Inland und mit 1.221 Mio. € (Vorjahr: 1.376 Mio. €) Gesellschaften im Ausland. Diese resultieren aus der Finanzierung der operativen Geschäftstätigkeit der Tochtergesellschaften. Der Anstieg der Forderungen gegen verbundene Unternehmen betrifft im Wesentlichen die Forderungen gegen die Reinhard Mohn GmbH, Gütersloh, zur Finanzierung von Eigenkapitaleinzahlungen in ausländische Tochterunternehmen. Die sonstigen Vermögensgegenstände haben zum 31.12.2018 eine Restlaufzeit von unter einem Jahr. Zum 31.12.2017 bestanden sonstigen Vermögenstände mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr in Höhe von 39 Mio. €. Von den sonstigen Vermögensgegenständen sind 2 T€ treuhänderisch gebunden (Vorjahr: 3 T€). 3 Kassenbestand und Guthaben bei KreditinstitutenVon den flüssigen Mitteln werden 14 Mio. € durch Treuhänder gehalten und verwaltet (Vorjahr: 28 Mio. €). 4 Aktive RechnungsabgrenzungspostenIn den aktiven Rechnungsabgrenzungsposten wird ein Disagio gemäß § 250 Abs. 3 HGB in Höhe von 13 Mio. € ausgewiesen (Vorjahr: 11 Mio. €). Das Disagio resultiert aus den Anleihen mit den Fälligkeiten 2019, 2021, 2022, 2024, 2025, 2026 und 2032. Die Abschreibung des Disagios erfolgt linear über die jeweilige Laufzeit. 5 Aktiver Unterschiedsbetrag aus der VermögensverrechnungDer aktive Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung resultiert aus dem aktivischen Überhang aus der Verrechnung von Altersversorgungsverpflichtungen und vergleichbaren langfristig fälligen Verpflichtungen mit dem zugehörigen Deckungsvermögen. Es wird auf die weiteren Erläuterungen zu den Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen sowie zu den sonstigen Rückstellungen hingewiesen. 6 Gezeichnetes KapitalDas Grundkapital in Höhe von 1.000 Mio. € ist in 83.760 nennwertlose Namensaktien eingeteilt. 7 Andere GewinnrücklagenDie anderen Gewinnrücklagen entwickelten sich im Geschäftsjahr 2018 wie folgt:
8 Pensionen und ähnliche VerpflichtungenIm Geschäftsjahr 2018 kamen Pensionszuwendungen in Höhe von 15 Mio. € zur Auszahlung. Die Berechnung der Pensionsrückstellungen erfolgte unter Verwendung des von der Deutschen Bundesbank vorgegebenen durchschnittlichen Marktzinses von 3,21 Prozent p.a. (Vorjahr: 3,68 Prozent p.a.). Der Gehaltstrend wurde mit 2,25 Prozent p.a. (Vorjahr: 2,25 Prozent p.a.) und der Rententrend mit 1,0 bis 1,5 Prozent p.a. (Vorjahr: 1,0 bis 1,5 Prozent p.a.) unterstellt. Darüber hinaus wurden unternehmensspezifische altersabhängige Fluktuationswahrscheinlichkeiten berücksichtigt. Der Unterschiedsbetrag zwischen dem Ansatz der Rückstellungen nach Maßgabe des entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatzes aus den vergangenen zehn Geschäftsjahren und dem Ansatz der Rückstellungen nach Maßgabe des entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatzes aus den vergangenen sieben Geschäftsjahren beträgt 48 Mio. €. Dieser Betrag ist gemäß § 253 Abs. 6 Satz 2 HGB ausschüttungsgesperrt. Zur Erfüllung bestimmter Verpflichtungen aus der Altersversorgung der Mitarbeiter sind entsprechende Mittel in einer Rückdeckungsversicherung, in Wertpapieren und in treuhänderisch gebundenem Barvermögen angelegt. Das Deckungsvermögen wurde gemäß § 246 Absatz 2 Satz 2 HGB mit den zugrundeliegenden Verpflichtungen verrechnet. Die aus dem Deckungsvermögen resultierenden Erträge in Höhe von 351 T€ wurden mit dem Aufwand aus den korrespondierenden Altersversorgungsverpflichtungen in Höhe von 351 T€ verrechnet. Folgende Werte unterlagen der Verrechnung gemäß § 246 Absatz 2 Satz 2 HGB:
9 Sonstige RückstellungenDie sonstigen Rückstellungen betreffen im Wesentlichen Personalkosten mit 48 Mio. € (Vorjahr: 38 Mio. €) und die Verpflichtung zur Bedienung der Genussrechte mit 44 Mio. € (Vorjahr: 44 Mio. €). Zur Absicherung von Ansprüchen aus Altersteilzeit und Lebensarbeitszeitkonten wurde Barvermögen auf einen Treuhänder übertragen. Gemäß § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB werden die Rückstellungen für Lebensarbeitszeitkonten sowie die Rückstellungen für Erfüllungsrückstände bei Altersteilzeit mit dem entsprechenden Deckungsvermögen verrechnet. Die aus dem Deckungsvermögen resultierenden Erträge in Höhe von 2T€ wurden mit den Aufwendungen aus dem Deckungsvermögen in Höhe von 110 T€ und dem Zinsaufwand aus den korrespondierenden Verpflichtungen in Höhe von 16 T€ verrechnet. Es ergibt sich ein verbleibender Aufwand in Höhe von 124 T€. Folgende Werte unterlagen der Verrechnung gemäß § 246 Absatz 2 Satz 2 HGB:
10 Verbindlichkeiten
Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen betreffen mit 5.558 Mio. € (Vorjahr: 5.676 Mio. €) Gesellschaften im Inland und mit 606 Mio. € (Vorjahr: 396 Mio. €) Gesellschaften im Ausland. Es handelt sich dabei um Finanzverbindlichkeiten. In den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen sind Verbindlichkeiten gegenüber der persönlich haftenden Gesellschafterin Bertelsmann Management SE, Gütersloh, in Höhe von 36 Mio. € enthalten (Vorjahr: 29 Mio. €). 11 Anleihen und SchuldscheindarlehenDie Anleihen und Schuldscheindarlehen setzen sich wie folgt zusammen:
Die Bertelsmann SE & Co. KGaA platzierte im September 2018 eine öffentlich notierte Anleihe über 750 Mio. € mit einer Laufzeit von 7 Jahren. Das im Juni 2018 fällige Schuldscheindarlehen über 200 Mio. € wurde fristgerecht zurückgezahlt. 12 GenussrechtskapitalZum Bilanzstichtag waren Genussscheine in Höhe von nominal 301.324.177,75 € an der Börse zum Handel zugelassen. Der Nennbetrag des Genussrechtskapitals verteilt sich auf die Genussscheine mit den Bedingungen von 2001 (ISIN DE 000 522 9942) von 284.339.810,00 € und auf die Genussscheine mit den Bedingungen 1992 (ISIN DE 000 522 9900) von 16.984.367,75 €. Die Genussscheine sind nur durch den Genussscheininhaber kündbar, erstmals zum 30.06.2017 und danach mit Wirkung zum Ende jedes fünften Geschäftsjahres. Die Bedingungen der Genussscheine 2001 sehen vor, dass für jedes volle Geschäftsjahr immer dann 15 Prozent des Grundbetrages geleistet wird, wenn unter Zurechnung von Ergebnisbelastungen durch Firmenwertabschreibungen ausreichend Konzern-Jahresüberschuss und Jahresüberschuss der Bertelsmann SE & Co. KGaA, erhöht um Gewinnvorträge und gemindert um Verlustvorträge und Zuführung zur gesetzlichen Rücklage, erwirtschaftet wurden. Sofern die Gesamtkapitalrendite des Konzerns in einem Geschäftsjahr negativ ist, entfällt auf die Genussscheine ein Verlustanteil. Die Verlustbeteiligung bestimmt sich nach dem Prozentsatz der negativen Gesamtkapitalrendite, bezogen auf den Grundbetrag der Genussscheine. Ein solcher Verlustanteil ist durch Gewinnanteile der Folgejahre auszugleichen. Im Liquidations- oder Insolvenzfall werden die Rückzahlungsansprüche der Genussscheininhaber gegenüber den Forderungen der Gläubiger nachrangig behandelt. Für die Genussscheine 1992 richtet sich die Ausschüttung nach der Gesamtkapitalrendite des Konzerns, ermittelt nach den Vorschriften des § 4 der Genussscheinbedingungen für den Genussschein 1992. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung13 UmsatzerlöseDie Umsatzerlöse werden aus der Erbringung von Dienstleistungen an Tochterunternehmen (2018: 86 Mio. €, Vorjahr: 81 Mio. €) und aus der Vermietung und Verpachtung (2018: 29 Mio. €, Vorjahr: 24 Mio. €) erzielt.
14 Sonstige betriebliche Erträge
Die Zuschreibungen entfallen in voller Höhe auf die Anteile an der Bertelsmann, Inc., Wilmington (Vorjahr: 120 Mio. €). Von den sonstigen betrieblichen Erträgen sind 9 Mio. € (Vorjahr: 35 Mio. €) früheren Geschäftsjahren zuzuordnen. Diese betreffen im Wesentlichen Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen sowie Zahlungseingänge auf in Vorjahren wertberichtigte Forderungen. 15 PersonalaufwandDie Personalaufwendungen enthalten Aufwendungen für Altersversorgung in Höhe von 34 Mio. € (Vorjahr: 19 Mio. €).
16 Sonstige betriebliche Aufwendungen
17 BeteiligungsergebnisDie Erträge aus Ergebnisabführungsverträgen und Beteiligungen sowie die Aufwendungen aus Verlustübernahmen resultieren jeweils in voller Höhe aus verbundenen Unternehmen. Die Erträge aus Ergebnisabführungsverträgen sind hauptsächlich durch das Ergebnis der Bertelsmann Capital Holding GmbH, Gütersloh, geprägt. Der abgeführte Gewinn der Bertelsmann Capital Holding GmbH, Gütersloh, beträgt 898 Mio. € (Vorjahr: 599 Mio. €). 18 Zinsergebnis
Die Zinsen und ähnlichen Aufwendungen entfallen in Höhe von 44 Mio. € (Vorjahr: 44 Mio. €) auf Aufwendungen zur Bedienung des Genussrechtskapitals sowie in Höhe von 11 Mio. € (Vorjahr: 12 Mio. €) auf die Aufzinsung langfristiger Rückstellungen. 19 Abschreibungen auf FinanzanlagenDie außerplanmäßigen Abschreibungen auf Finanzanlagen des Geschäftsjahres 201 8 entfallen mit 1 1 9 Mio. € im Wesentlichen auf die Anteile an der Media Communication S.A.S., Vendin-Le-Vieil (Vorjahr: 67 Mio. €). 20 Steuern vom Einkommen und vom Ertrag
Aktive latente Steuern der Bertelsmann SE & Co. KGaA und ihrer Organgesellschaften entfallen im Wesentlichen auf Unterschiede zwischen den handels- und steuerrechtlichen Wertansätzen von immateriellen Vermögensgegenständen und Rückstellungen. Passive latente Steuern resultieren im Wesentlichen aus Unterschieden zwischen den handels- und steuerrechtlichen Wertansätzen von Sachanlagen und sonstigen Forderungen. Für die Berechnung der latenten Steuern wird ein Steuersatz von 31,0 Prozent für Körperschaftsteuer, Solidaritätszuschlag und Gewerbesteuer zugrunde gelegt. In Ausübung des Wahlrechts aus § 274 Absatz 1 Satz 2 HGB wird auf den Ansatz des aktiven Steuerüberhangs verzichtet. Sonstige AngabenAnteile an InvestmentvermögenZum 31. Dezember 2018 werden Anteile an inländischen beziehungsweise vergleichbaren ausländischen Investmentvermögen im Sinne der Paragraphen 1 KAGB mit einem Buchwert von 1.335 Mio. € gehalten. Der Marktwert von 1.576 Mio. € übersteigt den Buchwert um 241 Mio. €. Der Marktwert entfällt mit 1.267 Mio. € auf festverzinsliche Wertpapiere, mit 235 Mio. € auf Aktien und mit 74 Mio. € auf liquide Mittel. Das Investmentvermögen ist laut Satzung ausschüttend, jedoch wurde durch gesonderten Beschluss festgelegt, die ausschüttungsfähigen Gewinne aus 2018 im Investmentvermögen zu thesaurieren. Das Investmentvermögen dient ausschließlich der Absicherung von Pensionsverpflichtungen gegenüber Mitarbeitern der Bertelsmann SE & Co. KGaA und ausgewählter Tochtergesellschaften. Haftungsverhältnisse
Die Bürgschaften betreffen im Wesentlichen Mietbürgschaften in Höhe von 830 Mio. € (Vorjahr: 829 Mio. €) und Bürgschaften für die Rückzahlung von Krediten diverser Gesellschaften des Bertelsmann-Konzerns in Höhe von 99 Mio. € (Vorjahr: 126 Mio. €). Die Bertelsmann SE & Co. KGaA ist 35 (Vorjahr: 54) Verbindlichkeiten aus Gewährleistungsverträgen zugunsten verbundener Unternehmen ohne Volumenbegrenzung eingegangen. Davon bestehen 6 (Vorjahr: 11) Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen. Die Bertelsmann SE & Co. KGaA übernimmt damit die Gewähr für die finanzielle Leistungsfähigkeit der Tochtergesellschaften bzw. die Erfüllung von Verpflichtungen aus Rechtsgeschäften der Tochtergesellschaften. Soweit die durch den Bertelsmann Pension Trust e.V. treuhänderisch gehaltenen Vermögensgegenständen zur Sicherung und Erfüllung von Pensionsverpflichtungen ausgewählter Tochtergesellschaften dienen, handelt es sich um Sicherheiten für fremde Verbindlichkeiten. Die Bertelsmann SE & Co. KGaA geht Haftungsverhältnisse nur nach sorgfältiger Risikoabwägung und grundsätzlich nur im Zusammenhang mit ihrer eigenen Geschäftstätigkeit oder der verbundener Unternehmen ein. Auf Basis einer kontinuierlichen Risikoeinschätzung der eingegangenen Haftungsverhältnisse und unter Berücksichtigung aller bis zur Aufstellung des Jahresabschlusses gewonnenen Erkenntnisse geht die Bertelsmann SE & Co. KGaA derzeit davon aus, dass die den Haftungsverhältnissen zugrunde liegenden Verpflichtungen von den jeweiligen Hauptschuldnern erfüllt werden können. Daher wird das Risiko einer Inanspruchnahme aus den Haftungsverhältnissen aufgrund der Bonität der Primärschuldner als nicht wahrscheinlich eingeschätzt. Sonstige finanzielle VerpflichtungenZum Abschlussstichtag bestanden sonstige finanzielle Verpflichtungen aus an Tochterunternehmen gewährten und zum Bilanzstichtag nicht vollständig in Anspruch genommenen Kreditlinien in Höhe von 899 Mio. € (Vorjahr: 994 Mio. €). Darüber hinaus bestanden sonstige finanzielle Verpflichtungen aus Miet- und Leasingverträgen, Lizenzverpflichtungen und Dienstleistungsabnahmen von 78 Mio. € (Vorjahr: 113 Mio. €). Diese Verpflichtungen bestanden ausschließlich gegenüber Dritten. Derivative Finanzinstrumente / Bewertungseinheiten
Zur Steuerung der Risiken aus Zins-, Währungs- und Rohstoffpreisschwankungen aus dem operativen Geschäft der Tochtergesellschaften und aus Finanztransaktionen werden derivative Finanzgeschäfte abgeschlossen. Bei den derivativen Finanzgeschäften handelt es sich um Devisensicherungsgeschäfte, Zins-/Devisensicherungsgeschäfte, Warentermingeschäfte sowie Zinssicherungsgeschäfte. Zudem werden teilweise Aktienoptionsgeschäfte zur Reduzierung von Kursänderungsrisiken aus den Wertpapieren des Anlagevermögens, die im Rahmen des Contractual Trust Arrangements (CTA) treuhänderisch von dem Bertelsmann Pension Trust e. V. gehalten werden, abgeschlossen. Des Weiteren werden Risiken aus Rohstoffpreisschwankungen aus dem operativen Geschäft der Tochtergesellschaften durch den Abschluss von Warentermingeschäften begrenzt. Der Abschluss der Geschäfte erfolgt nur mit Banken hoher Bonität (Investment Grade). Der Marktwert der Derivate wird bei der Beurteilung des Kontrahentenrisikos berücksichtigt und bei der Ausnutzung der festgesetzten Kontrahentenlimite einbezogen. Kontrahierung und Dokumentation unterliegen strengen internen Kontrollen. Den Risiken aus den Geschäften zum Stichtag ist Rechnung getragen worden. Die Laufzeit der Derivate beträgt bis zu zehn Jahre. Zum Bilanzstichtag hat die Bertelsmann SE & Co. KGaA in folgenden Fällen das Wahlrecht zur Bildung von Bewertungseinheiten ausgeübt: Zur Reduzierung der Wertänderungsrisiken aus konzerninternen Finanzierungen in Fremdwährungen, schließt die Bertelsmann SE & Co. KGaA gegenläufige Devisensicherungsgeschäfte sowie Zins-/Devisensicherungsgeschäfte ab. Soweit die bilanziellen Voraussetzungen erfüllt sind, werden die Grund- und Sicherungsgeschäfte im Rahmen von Portfolio-Hedges sowie Mikro-Hedges zu Bewertungseinheiten zusammengefasst um das Währungsrisiko abzusichern. Die Zusammenfassung im Rahmen von Mikro-Hedges erfolgt im Geschäftsjahr 2018 nur für konzerninterne Finanzierungen in US-Dollar. Zur Ermittlung der prospektiven Effektivität der Sicherungsbeziehung wurde die Critical-Term-Match-Methode herangezogen. Zum Bilanzstichtag waren Forderungen in Höhe von 2.176 Mio. € (Vorjahr: 2.216 Mio. €) und Verbindlichkeiten von 110 Mio. € (Vorjahr: 99 Mio. €) abgesichert. Der wirksame (effektive) Teil der Bewertungseinheit für die Sicherung von konzerninternen Finanzierungen in Fremdwährungen wird bilanziell mittels der sogenannten Durchbuchungsmethode ohne Berührung der Gewinn- und Verlustrechnung abgebildet. Hiernach werden die sich ausgleichenden Wertänderungen aus den abgesicherten Risiken sowohl aus dem Grund- als auch aus dem Sicherungsinstrument in der Bilanz erfasst. Im Zuge dessen werden zum Abschlussstichtag positive Marktwerte der Sicherungsgeschäfte zur Absicherung von konzerninternen Finanzierungen in Höhe von 30 Mio. € (Vorjahr: 62 Mio. €) und negative Marktwerte in Höhe von 33 Mio. € (Vorjahr: 3 Mio. €) in den sonstigen Vermögensgegenständen/sonstigen Rückstellungen ausgewiesen. Bei Marktwerten von Sicherungsgeschäften der konzerninternen Finanzierungen in Fremdwährungen wird die abgegrenzte Zinskomponente isoliert dargestellt. Zum 31. Dezember 2018 wurden demzufolge Zinserträge in Höhe von 0,1 Mio. € (Vorjahr: 1,0 Mio. €) sowie Zinsaufwendungen in Höhe von 9,8 Mio. € (Vorjahr: 5,3 Mio. €) abgegrenzt. Des Weiteren werden Derivate zur Absicherung von Zins- und Währungsrisiken der Tochtergesellschaften abgeschlossen. Die mit externen Kontrahenten vereinbarten Devisensicherungsgeschäfte und die gegenläufigen mit Tochtergesellschaften im Nominalwert von 924 Mio. € (Vorjahr: 548 Mio. €) abgeschlossenen Devisensicherungsgeschäfte werden ebenfalls zu Bewertungseinheiten zusammengefasst und in Portfolio-Hedges einbezogen. Diese Portfolio-Hedges werden pro Fremdwährung dargestellt, demnach werden ausschließlich homogene Risiken in den jeweiligen Portfolien zusammengefasst. Durch die Übereinstimmung aller Ausgestaltungsmerkmale der Transaktionen eines Portfolios gleichen sich die Wertänderungen während der Laufzeit der Sicherungsbeziehung aus. Es werden mit den Portfolio-Hedges zur Absicherung von Währungsrisiken der Tochtergesellschaften Risiken in Höhe von 9 Mio. € (Vorjahr: 7 Mio. €) abgesichert. Zu Beginn der Sicherungsbeziehung wird die prospektive Effektivität durch den "Critical-Terms-Match" nachgewiesen. Die Sicherungsbeziehung beginnt mit Abschluss des Sicherungsgeschäfts. Zum Bilanzstichtag erfolgt der Nachweis zur prospektiven Effektivität im Rahmen einer Sensitivitätsanalyse. Bei der Buchung der Bewertungseinheiten zur Absicherung von Währungsrisiken der Tochtergesellschaften wird weiterhin die Einfrierungsmethode angewendet. Hiernach werden die sich ausgleichenden Wertänderungen aus den abgesicherten Risiken nicht bilanziert. Soweit die Sicherungsgeschäfte mit Tochtergesellschaften unterschiedliche Laufzeiten zu den mit externen Kontrahenten vereinbarten Geschäften aufweisen, erfolgt die Darstellung mittels der Durchbuchungsmethode ohne Berührung der Gewinn- und Verlustrechnung. Auch in diesen Fällen gleichen sich die Wertänderungen während der Laufzeit der Sicherungsbeziehung aus. Der Nachweis der retrospektiven Effektivität der Sicherungsbeziehungen zur Absicherung von Währungsrisiken der Tochtergesellschaften sowie der konzerninternen Finanzierungen erfolgt nach der Dollar-Offset-Methode, durch eine Gegenüberstellung der Veränderung der beizulegenden Zeitwerte von Grund- und Sicherungsgeschäften seit Beginn der Sicherungsbeziehung bis zum Bilanzstichtag. Sollten den unrealisierten Verlusten keine unrealisierten Gewinne in gleicher Höhe gegenüberstehen, werden diese durch Bildung einer Drohverlustrückstellung aufwandswirksam erfasst. Für die zum Bilanzstichtag dokumentierten Portfolio-Hedges und Mikro-Hedges haben sich keine zu buchenden Ineffektivitäten ergeben. Weitere Derivate werden zur Absicherung von Rohstoffpreisschwankungen der Tochtergesellschaften abgeschlossen. Aus den mit externen Kontrahenten vereinbarten Sicherungsgeschäften und den genau gegenläufig mit Tochtergesellschaften abgeschlossenen Derivaten werden Bewertungseinheiten (Mikro-Hedges) gebildet. Die Wertveränderungen der Geschäfte gleichen sich jeweils aus. Die mit den Mikro-Hedges abgesicherten Risiken betragen weniger als 1 Mio. € (Vorjahr: <1 Mio. €). Sowohl die prospektive als auch die retrospektive Effektivität wird im Rahmen der "Critical-Terms-Match" Methode unter Anwendung der Dollar-Offset-Methode nachgewiesen. Die bilanzielle Abbildung der Bewertungseinheit zur Absicherung von Rohstoffpreisschwankungen der Tochtergesellschaften erfolgt nach der Einfrierungsmethode. Die Marktwerte von Devisentermingeschäften zur Absicherung von Währungsrisiken aus konzerninternen Finanzierungen in Fremdwährungen wurden auf Basis der zum Bilanzstichtag geltenden Kassakurse ermittelt. Die Terminkomponente wird über eine periodengerechte Abgrenzung gesondert dargestellt. Die Ermittlung der Marktwerte von Devisentermingeschäften zur Absicherung von Währungsrisiken der Tochtergesellschaften erfolgte auf Basis der zum Bilanzstichtag geltenden Kassakurse unter Berücksichtigung der Terminabschläge und -aufschläge für die jeweilige Restlaufzeit der Geschäfte und durch Abzinsung auf den Bilanzstichtag. Die Marktwerte von Zinsswaps wurden durch Diskontierung der zukünftigen Zahlungsströme auf Basis der am Bilanzstichtag geltenden Marktzinsen und Zinsstrukturkurven ermittelt. Die Ermittlung der Marktwerte von Zins-/Devisensicherungsgeschäfte erfolgte für den Teil der Zinskomponente analog der Marktwertermittlung von Zinsswaps. Für die Währungskomponente erfolgte die Ermittlung der Markwerte auf Basis der zum Bilanzstichtag geltenden Kassakurse. Die Marktwerte von Warentermingeschäften wurden von zum Bilanzstichtag veröffentlichten Börsennotierungen abgeleitet. Eventuell bestehende Inkongruenzen zu den standardisierten Börsenkontrakten werden durch Interpolation bzw. Hinzurechnungen berücksichtigt. Persönlich haftende GesellschafterinPersönlich haftende Gesellschafterin der Gesellschaft ist die Bertelsmann Management SE mit Sitz in Gütersloh. Sie hält keinen Kapitalanteil an der Bertelsmann SE & Co. KGaA. Die Bertelsmann Management SE ist mit einem Grundkapital von 1,6 Mio. € ausgestattet. Die Geschäftsführung der Bertelsmann SE & Co. KGaA obliegt der persönlich haftenden Gesellschafterin. Ihr werden sämtliche Auslagen im Zusammenhang mit der Führung der Geschäfte der Gesellschaft, einschließlich der Vergütung ihrer Organmitglieder sowie der Ertragsteueraufwand erstattet. Diese Beträge werden unter den sonstigen betrieblichen Aufwendungen erfasst. Mitteilungen gemäß § 20 AktGDie Mohn Beteiligungs GmbH hat der Gesellschaft mitgeteilt, dass ihr mehr als der vierte Teil der Anteile gehört. Weiterhin hält die Johannes Mohn Gesellschaft mit beschränkter Haftung unmittelbar mehr als 50 Prozent der Aktien und die Reinhard Mohn Verwaltungsgesellschaft mit beschränkter Haftung mittelbar mehr als 25 Prozent der Aktien. Der Aufsichtsrat der Bertelsmann SE & Co. KGaAChristoph MohnVorsitzenderVorstandsvorsitzender der Reinhard Mohn Stiftung Geschäftsführer der Christoph Mohn Internet Holding GmbH •Bertelsmann Management SE (Vorsitz) Prof. Dr.-Ing. Werner J. BauerStellvertretender VorsitzenderEhemaliger Generaldirektor der Nestle AG für Innovation, Technologie, Forschung und Entwicklung •Bertelsmann Management SE (stv. Vorsitz) •GEA-Group AG (bis 12. November 2018) •Nestle Deutschland AG (Vorsitz) oGivaudan S.A. (stv. Vorsitz) oLONZA S.A. oSIG Combibloc Group AG (seit 27. September 2018) Kai BrettmannRedaktionsleiter Online, RTL Nord GmbH, Hamburg Vorsitzender des Europäischen Betriebsrats der RTL Group Vorsitzender des Konzernbetriebsrats der Mediengruppe RTL Deutschland Vorsitzender des Betriebsrats von RTL Nord Dr. Thomas Buberl (seit 16. Januar 2018)Vorstandsvorsitzender AXA S.A. •AXA Konzern AG (Vorsitz) (bis 27. April 2018) •Bertelsmann Management SE (seit 16. Januar 2018) o AXA ASIA (bis 20. Juni 2018) oAXA Equitable Holdings, Inc. oAXA Equitable Life Insurance Company oAXA Financial, Inc. (bis 16. Mai 2018) oAXA Leben AG (bis 19. April 2018) oAXA Versicherungen AG (bis 19. April 2018) oAXA XL Group Ltd. (seit 12. September 2018) oMONY Life Insurance Company of America Murat Cetin (bis 28. Februar 2018)Vorsitzender des Betriebsrats Arvato Direct Services Dortmund GmbH Vorsitzender des Gesamtbetriebsrats Arvato Services CRM2 Mitglied des Konzernbetriebsrats der Bertelsmann SE & Co. KGaA Helmut Gettkant (bis 14. Mai 2018)Vorsitzender des Konzernbetriebsrats der Bertelsmann SE & Co. KGaA (bis 28. Juni 2018) Günter Göbel (ab 9. Juli 2018)Vorsitzender des Konzernbetriebsrats der Bertelsmann SE & Co. KGaA (seit 28. Juni 2018) Ian HudsonVorsitzender Internationale Führungskräftevertretung der Bertelsmann SE & Co. KGaA oWhich? Limited Bernd LeukertMitglied des Vorstands der SAP SE, Produkte & Innovation (bis 20. Februar 2019) •Bertelsmann Management SE •Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) GmbH oTomTom NV Gigi Levy-WeissAngel Investor •Bertelsmann Management SE oBeach Bum Ltd. oBrandShield Ltd. oCaja Elastic Dynamic Solutions Ltd. oCorrelsense Ltd. oDriveway Software Corporation oFusic Ltd. oGlobal-e Online Ltd. (bis 1. März 2018) oHola NFX UK, Ltd (seit 15. Mai 2018) oIMA Ventures Ltd. o Inception VR oJeeng Application Ltd. oMarketsBook Ltd. (bis 1. Januar 2018) oMov.Al Ltd. (seit 21. Mai 2018) oMyHeritage Ltd. oNeta Eisenstein Management (2000) Ltd. (bis 18. Oktober 2018) oNFX Capital UK, Ltd (seit 3. Juli 2018) oPremium Domains Ltd. oSeven Elements Studios, Inc. (bis 30. September 2018) oSimilarWeb oSpeakEZ Ltd. (bis 11. November 2018) oTectonic Labs Ltd. (seit 26. März 2018) oTouristic Services Ltd. oTrustMed Ltd. oVolunteer Directly Ltd. Dr. Brigitte MohnMitglied des Vorstands der Bertelsmann Stiftung •Bertelsmann Management SE •Phineo gAG •Rhön-Klinikum AG oClue by Biowink GmbH oFlytxt B.V. (bis 24. Oktober 2018) Liz MohnVorsitzende der Gesellschafterversammlung der Bertelsmann Verwaltungsgesellschaft mbH (BVG) Stellvertretende Vorsitzende des Vorstands der Bertelsmann Stiftung • Bertelsmann Management SE Hans Dieter PötschVorsitzender des Aufsichtsrats der Volkswagen AG Vorstandsvorsitzender / Finanzvorstand der Porsche Automobil Holding SE •AUDI AG, Ingolstadt •Autostadt GmbH, Wolfsburg (Vorsitz bis 14. Juni 2018)) •Bertelsmann Management SE •Dr. Ing. h.c.F. Porsche AG •TRATON SE, München (Vorsitz - einschl. Rechtsvorgänger - seit 14. Juni 2018) •Wolfsburg AG oPorsche Austria Gesellschaft m.b.H., Salzburg oPorsche Holding Gesellschaft m.b.H., Salzburg oPorsche Retail GmbH, Salzburg Kasper RorstedVorsitzender des Vorstands der Adidas AG •Bertelsmann Management SE o Nestle S.A. (seit 12. April 2018) Christiane SussieckVorsitzende des Gesamtbetriebsrats Corporate der Bertelsmann SE & Co. KGaA Stellv. Vorsitzende des Konzernbetriebsrats der Bertelsmann SE & Co. KGaA Bodo UebberMitglied des Vorstands der Daimler AG Finanzen & Controlling / Daimler Financial Services •Bertelsmann Management SE •Daimler Financial Services AG (Vorsitz) oBAIC Motor Corporation Ltd. oDelta Topco Ltd. o Mercedes-Benz Grand Prix Ltd. •Mitgliedschaft in gesetzlich zu bildenden inländischen Aufsichtsräten oMitgliedschaft in vergleichbaren in- und ausländischen Kontrollgremien von Wirtschaftsunternehmen Der Vorstand der Bertelsmann Management SE, die persönlich haftende GesellschafterinThomas RabeVorsitzender •Symrise AG 1)(Vorsitz) oACR - Advanced Customer Relation S.a.r.l. (seit 4. Januar 2019) oBertelsmann, Inc. (Vorsitz) (bis 30. November 2018) oBertelsmann Learning LLC (bis 30. November 2018) oPenguin Random House LLC (Vorsitz seit 1. Januar 2018) oRelias Learning LLC (bis 30. November 2018) oRTL Group S.A. (Vorsitz) Markus DohleChief Executive Officer, Penguin Random House oDirect Group Grandes Obras S.L. oEditora Schwarcz S.A. oFrederick Warne & Co. LLC oGolden Treasures LLC oPenguin Random House Foundation, Inc. oPenguin Random House Grupo Editorial S.A.U. oPenguin Random House Grupo Editorial (USA) LLC oPenguin Random House LLC oRandom House Children's Entertainment LLC oSasquatch Books LLC oSputnik 84 LLC Immanuel HermreckPersonalvorstand oRTL Group S.A. (seit 1. Januar 2019) Bernd HirschFinanzvorstand •Evotec AG, Hamburg 1) •Symrise AG 1)(seit 16. Mai 2018) oBertelsmann, Inc. (Vorsitz seit 30. November 2018) oPenguin Random House LLC oRTL Group S.A. Anke Schäferkordt (bis 31. Dezember 2018)Geschäftsführerin, Mediengruppe RTL Deutschland GmbH (bis 31. Dezember 2018) Geschäftsführerin, RTL Television GmbH (bis 31. Dezember 2018) •BASF SE 1) oGroupe M6 •Mitgliedschaft in gesetzlich zu bildenden inländischen Aufsichtsräten oMitgliedschaft in vergleichbaren in- und ausländischen Kontrollgremien von Wirtschaftsunternehmen 1)Konzernfremde Mandate Gesamtbezüge des Aufsichtsrats und des VorstandsDie Vergütung des Aufsichtsrats der Bertelsmann SE & Co. KGaA für das Geschäftsjahr 2018 beträgt 1.881.667 € zuzüglich der gesetzlichen Umsatzsteuer. Die Mitglieder des Vorstands der Bertelsmann Management SE erhielten im Berichtsjahr Bezüge in Höhe von insgesamt 32.657.296 €, davon von der Bertelsmann Management SE 16.721.604 €. Ehemalige Mitglieder des Vorstandes der Bertelsmann Management SE und der Bertelsmann AG und ihre Hinterbliebenen erhielten Bezüge in Höhe von 9.667.046 €, davon von der Bertelsmann Management SE und der Bertelsmann SE & Co. KGaA 5.664.329 €. Die Rückstellung für Pensionsverpflichtungen gegenüber früheren Mitgliedern des Vorstandes der Bertelsmann Management SE und der Bertelsmann AG beträgt bei der Bertelsmann SE & Co. KGaA und der Bertelsmann Management SE insgesamt 67.787.909 €. Honorare des AbschlussprüfersDie Angaben zu den Abschlussprüferhonoraren erfolgen im Konzernabschluss der Bertelsmann SE & Co. KGaA, in den die Bertelsmann SE & Co. KGaA als Mutterunternehmen einbezogen ist. Die im Konzernabschluss genannten Abschlussprüfungsleistungen beinhalten vor allem die Honorare für die prüferische Durchsicht des Konzernzwischenabschlusses, die Konzernabschlussprüfung sowie die Prüfung der Einzelabschlüsse der Bertelsmann SE & Co. KGaA und ihrer Tochterunternehmen. Die Honorare für sonstige Bestätigungsleistungen umfassen im Wesentlichen gesetzlich vorgeschriebene oder freiwillig beauftragte Bestätigungsleistungen durch den Abschlussprüfer. Die Honorare für sonstige Leistungen umfassen hauptsächlich Honorare für projektbezogene Beratungsleistungen. NachtragsberichtMit Wirkung zum 4. Januar 2019 wurden die weltweiten Customer-Relationship-Management-Geschäfte von Bertelsmann und der marokkanischen Saham-Gruppe zusammengelegt. Beide Partner halten je 50 Prozent der Anteile des neuen Unternehmens, das zu den Marktführern in Europa, Afrika und dem Nahen Osten zählt, verbunden mit einer starken Präsenz in Amerika und Asien. Vorschlag für die Verwendung des BilanzgewinnsDie persönlich haftende Gesellschafterin und der Aufsichtsrat der Bertelsmann SE & Co. KGaA schlagen der Hauptversammlung vor, den Bilanzgewinn in Höhe von 640.850.615,24 € wie folgt zu verwenden:
Liste des AnteilbesitzesDie vollständige Liste des Anteilsbesitzes gemäß § 285 Nr. 11 HGB ist diesem Anhang als Anlage beigefügt.
Gütersloh, den 14. März 2019 Bertelsmann SE & Co. KGaA vertreten durch: Bertelsmann Management SE, die persönlich haftende Gesellschafterin Der Vorstand Thomas Rabe Markus Dohle Immanuel Hermreck Bernd Hirsch Anteilsbesitz gem. § 285 und § 313 HGB für die Bertelsmann SE & Co. KGaA und den Bertelsmann Konzern zum 31. Dezember 2018List of shareholdings according to § 285 and § 313 HGB for Bertelsmann SE & Co. KgaA and the Bertelsmann Group as per December 31, 2018Nachfolgende Tabellen zeigen den Anteilsbesitz der Bertelsmann SE & Co. KGaA gem. § 285 Nr. 11 HGB und des Bertelsmann Konzerns gem. § 313 Abs. 2 HGB. Bei den Angaben zu den Werten von Eigenkapital und Ergebnis handelt es sich grundsätzlich um IFRS Werte. Fußnoten zu nachfolgenden Tabellen sind am Ende zusammengefasst. / The tables below show the shareholdings of the Bertelsmann SE & Co. KGaA according to Section 285 No. 11 of the German Commercial Code (HGB) and Bertelsmann Group according to section 313 (2) HGB. Information about equity and net result of the companies complies with International Financial Reporting Standards. Footnotes on the tables below are presented at the end. I. Mutterunternehmen / Parent Company
II. Im Konzernabschluss vollkonsolidierte Unternehmen sowie nach der Equity-Methode einbezogene Beteiligungen / Fully consolidated companies and investments accounted for using the equity method included in the consolidated financial statements
III. Wegen untergeordneter Bedeutung nicht in den Konzernabschluss einbezogene Unternehmen / Companies excluded from consolidation due to negligible importance
1 = Vorkonsolidiert / preconsolidated
Zusammengefasster LageberichtDas Geschäftsjahr 2018 im ÜberblickBertelsmann blickt zurück auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2018. Der Konzernumsatz erhöhte sich um 2,8 Prozent auf 17,7 Mrd. € (Vj.: 17,2 Mrd. €). Das organische Wachstum verbesserte sich auf 2,7 Prozent (Vj.: 1,7 Prozent), infolge von Zuwächsen bei der RTL Group, Penguin Random House, BMG, Arvato und der Bertelsmann Education Group. Der Umsatzanteil der Wachstumsgeschäfte erhöhte sich auf 34 Prozent (Vj.: 32 Prozent). Das Operating EBITDA lag mit 2.586 Mio. € erneut auf einem hohen Niveau. Der Vorjahreswert von 2.636 Mio. € enthielt einen materiellen Veräußerungsgewinn aus Immobilientransaktionen. Ergebniszuwächsen bei Penguin Random House, BMG, Arvato und der Bertelsmann Education Group standen rückläufige Ergebnisse vor allem bei der Bertelsmann Printing Group gegenüber. Die EBITDA-Marge reduzierte sich von 15,3 Prozent im Vorjahr auf 14,6 Prozent. Das Konzernergebnis lag mit 1.104 Mio. € nach 1.198 Mio. € im Vorjahreszeitraum erneut auf einem hohen Niveau. Bertelsmann rechnet auch für das Jahr 2019 mit einer positiven Geschäftsentwicklung. Umsatz in Mrd. €
Operating EBITDA in Mio. €
Konzernergebnis in Mio. €
Grundlagen des KonzernsIm vorliegenden Lagebericht wird das Wahlrecht genutzt, den Konzernlagebericht und den Lagebericht der Bertelsmann SE & Co. KGaA zusammenzufassen. In diesem zusammengefassten Lagebericht wird über den Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Bertelsmann-Konzerns sowie der Bertelsmann SE & Co. KGaA berichtet. Die Angaben gemäß HGB zur Bertelsmann SE & Co. KGaA werden in einem eigenen Abschnitt erläutert. Der zusammengefasste Lagebericht wird anstelle des Konzernlageberichts im Bertelsmann Geschäftsbericht veröffentlicht. UnternehmensprofilBertelsmann ist in den Kerngeschäftsfeldern Medien, Dienstleistungen und Bildung in rund 50 Ländern der Welt aktiv. Die geografischen Kernmärkte umfassen Westeuropa - vor allem Deutschland, Frankreich sowie Großbritannien - und die USA. Darüber hinaus verstärkt Bertelsmann sein Engagement in Wachstumsregionen wie Brasilien, Indien und China. Zu den Bertelsmann-Unternehmensbereichen zählen die RTL Group (Fernsehen), Penguin Random House (Buch), Gruner + Jahr (Zeitschriften), BMG (Musik), Arvato (Dienstleistungen), die Bertelsmann Printing Group (Druck), die Bertelsmann Education Group (Bildung) und Bertelsmann Investments (Fonds). Die Bertelsmann SE & Co. KGaA ist eine kapitalmarktorientierte, nicht börsennotierte Kommanditgesellschaft auf Aktien. Als Konzernholding übt sie zentrale Konzernfunktionen wie die Festlegung und Weiterentwicklung der Konzernstrategie, die Kapitalallokation, die Finanzierung und die Managemententwicklung aus. Die interne Unternehmenssteuerung und -berichterstattung folgen der Unternehmensorganisation, die sich aus den operativen Segmenten und dem Bereich Corporate zusammensetzt. Die RTL Group ist nach Umsatz eines der führenden Unternehmen im Sender-, Inhalte- und Digitalgeschäft mit Beteiligungen an 60 Fernsehsendern, acht Video-on-Demand-Plattformen, 30 Radiostationen sowie Produktionsgesellschaften weltweit. Zu den Fernsehgeschäften zählen RTL Television in Deutschland, M6 in Frankreich und die RTL-Sender in den Niederlanden, Belgien, Luxemburg, Kroatien und Ungarn sowie eine Beteiligung an Atresmedia in Spanien. Der Produktionsarm der RTL Group, Fremantle, ist einer der größten internationalen Entwickler und Produzenten sowie eine der größten Vertriebsgesellschaften von fiktionalen und nonfiktionalen Inhalten. Im Bereich Onlinevideo ist die RTL Group aktiv mit den On-Demand-Services der Senderfamilien, den Multiplattform-Netzwerken BroadbandTV, StyleHaul, Divimove und United Screens sowie den mehr als 300 YouTube-Kanälen von Fremantle. Außerdem besitzt die RTL Group mit SpotX eine Technologieplattform zur Vermarktung von Onlinevideo-Werbung. Die RTL Group S.A. ist börsennotiert und im deutschen Aktienindex MDAX enthalten. Penguin Random House ist mit knapp 275 Buchverlagen auf sechs Kontinenten die nach Umsatz größte Publikumsverlagsgruppe der Welt. Zu den bekannten Verlagsmarken zählen Doubleday, Viking und Alfred A. Knopf (USA), Ebury, Hamish Hamilton und Jonathan Cape (Großbritannien), Plaza & Janés und Alfaguara (Spanien), Sudamericana (Argentinien) sowie der international tätige Buchverlag DK. Die deutschsprachige Verlagsgruppe Random House mit traditionsreichen Verlagen wie Goldmann und Heyne gehört rechtlich nicht zu Penguin Random House, steht jedoch unter gleicher unternehmerischer Leitung und ist Teil des Unternehmensbereichs Penguin Random House. Jedes Jahr veröffentlicht Penguin Random House etwa 15.000 Neuerscheinungen und verkauft rund 600 Millionen gedruckte Bücher, E-Books und Hörbücher. Gruner + Jahr ist einer der führenden Premium-Magazinverlage Europas mit etablierten Marken wie "Stern", "Brigitte" und "Geo", jungen Marken wie "Barbara", "Guido" und "Chefkoch" sowie dem französischen Magazinverlag Prisma Media. Hinzu kommen Produkte und Lizenzen, etwa die "Schöner Wohnen"-Möbelkollektion sowie Digitalangebote in allen publizistischen Segmenten. In der digitalen Vermarktung betreibt G+J international tätige Plattformen wie AppLike. Zu G+J zählt mit Territory Deutschlands größte Kommunikationsagentur für Markeninhalte. Zudem hält G+J Mehrheitsbeteiligungen an der Motor Presse Stuttgart sowie an der DDV Mediengruppe in Sachsen; das Unternehmen ist darüber hinaus an der Spiegel-Gruppe beteiligt. BMG ist ein international tätiges Musikunternehmen und vertritt mit 15 eigenen Niederlassungen auf zwölf Musikmärkten mittlerweile mehr als drei Millionen Titel und Aufnahmen, darunter jene der Kataloge von Alberts Music, Broken Bow Music Group, Bug, Cherry Lane, Chrysalis, Mute, Primary Wave, Sanctuary und Trojan. Arvato entwickelt und realisiert für Geschäftskunden diverser Branchen in mehr als 40 Ländern innovative Lösungen für unterschiedliche Geschäftsprozesse. Diese umfassen Customer Relationship Management (CRM), Supply Chain Management (SCM), Financial Solutions und IT-Dienstleistungen. In der Bertelsmann Printing Group sind die Druckaktivitäten von Bertelsmann gebündelt. Sie umfassen die deutschen Offsetdruckereien wie Mohn Media, die Tiefdruckaktivitäten von Prinovis in Deutschland und Großbritannien sowie die Offset- und Digitaldruckereien in den USA. Darüber hinaus werden diverse Digital Marketing Services angeboten, mit Fokus auf die Bereiche datengestütztes Multichannel-Marketing, Kampagnenmanagement sowie Kundenbindung. Zur Bertelsmann Printing Group gehört zudem der Speichermedienproduzent Sonopress. Die Bertelsmann Education Group umfasst die Bildungsaktivitäten von Bertelsmann. Die digitalen Bildungs- und Dienstleistungsangebote haben ihre Schwerpunkte in den Sektoren Gesundheit und Technologie sowie im Bereich der Hochschulausbildung. Zu den Bildungsaktivitäten zählen unter anderem die Online-Weiterbildungsplattformen Relias und Udacity sowie der US-Hochschuldienstleister HotChalk. Bertelsmann Investments bündelt die globalen Start-up-Beteiligungen von Bertelsmann. Schwerpunkt der Aktivitäten sind die strategischen Wachstumsregionen Brasilien, China, Indien und die USA. Beteiligungen erfolgen über die Fonds Bertelsmann Brazil Investments (BBI), Bertelsmann Asia Investments (BAI), Bertelsmann India Investments (BII) und Bertelsmann Digital Media Investments (BDMI). Regulatorische RahmenbedingungenBertelsmann betreibt in mehreren europäischen Ländern Fernseh- und Radioaktivitäten, die regulatorischen Bestimmungen unterworfen sind, in Deutschland beispielsweise durch die medienrechtliche Aufsicht der Kommission zur Ermittlung der Konzentration im Medienbereich. Unternehmen des Bertelsmann-Konzerns nehmen in vielen Geschäftsfeldern führende Marktpositionen ein, sodass akquisitorisches Wachstum aus wettbewerbsrechtlichen Gründen begrenzt sein kann. Darüber hinaus unterliegen einige Bildungsaktivitäten regulatorischen Bestimmungen staatlicher Behörden und Akkreditierungsstellen. Aufgrund der Börsenzulassung der begebenen Genussscheine und Anleihen unterliegt Bertelsmann als kapitalmarktorientiertes Unternehmen den entsprechenden kapitalmarktrechtlichen Bestimmungen. AktionärsstrukturDie Bertelsmann SE & Co. KGaA ist eine nicht börsennotierte Kommanditgesellschaft auf Aktien. Die Kapitalanteile der Bertelsmann SE & Co. KGaA werden zu 80,9 Prozent von Stiftungen (Bertelsmann Stiftung, Reinhard Mohn Stiftung, BVG-Stiftung) und zu 19,1 Prozent von der Familie Mohn mittelbar gehalten. Alle Stimmrechte in der Hauptversammlung der Bertelsmann SE & Co. KGaA und der Bertelsmann Management SE (persönlich haftende Gesellschafterin) werden von der Bertelsmann Verwaltungsgesellschaft (BVG) kontrolliert. StrategieBertelsmann strebt ein wachstumsstärkeres, digitaleres, internationaleres und diversifizierteres Konzernportfolio an. Geschäfte, in die Bertelsmann investiert, sollen ein langfristig stabiles Wachstum, globale Reichweite, nachhaltige Geschäftsmodelle, hohe Markteintrittsbarrieren und Skalierbarkeit aufweisen. Das stark wachsende Bildungsgeschäft wird zur dritten Ertragssäule neben den Medien- und Dienstleistungsgeschäften ausgebaut. Die Konzernstrategie umfasst vier strategische Stoßrichtungen: Stärkung der Kerngeschäfte, digitale Transformation, Ausbau von Wachstumsplattformen sowie Expansion in Wachstumsregionen. Im Geschäftsjahr 2018 wurde weiter intensiv an der Umsetzung der Strategie entlang dieser Stoßrichtungen gearbeitet. Im Rahmen der Stärkung der Kerngeschäfte investierte die RTL Group in lokale und exklusive Inhalte, die sowohl die linearen als auch die nonlinearen Dienste weiter stärken, und intensivierte den Fokus auf Eigenproduktionen. Penguin Random House veröffentlichte mit "Becoming" von Michelle Obama die wichtigste Publikation des Jahres zeitgleich in all seinen Märkten. Gruner + Jahr setzte mit neuen Magazinen wie "Guido", "JWD" und "Dr. v. Hirschhausens Stern Gesund Leben" den Aufbau von Medienprodukten um bekannte Persönlichkeiten fort. Die Fokussierung auf die Kernmärkte Deutschland und Frankreich schloss Gruner + Jahr im Berichtszeitraum ab. Die ab 2019 wirksame Zusammenlegung der CRM-Aktivitäten von Bertelsmann und der Saham Group dient der strategischen Weiterentwicklung der CRM-Geschäfte von Arvato. Die neue Unternehmensgruppe Majorel wird in den kommenden Jahren den weiteren Ausbau der globalen Präsenz und die digitale Transformation des Dienstleistungsportfolios forcieren. Bei der digitalen Transformation baute die RTL Group ihr Video-on-Demand-Angebot unter anderem durch den Relaunch von TV Now in Deutschland aus und bündelte zudem die Online-Werbevermarkter SpotX und SmartClip. In Frankreich plant die Groupe M6 zusammen mit Partnern den Aufbau einer gemeinsamen Streaming-Plattform, die das französische Fernsehprogramm mit sämtlichen Formaten aller Genres live oder on demand bereitstellen soll. Die Verlagsgruppe Random House erwarb den Hörbuchverlag DAV und stärkte damit ihr Angebot im wachsenden Audiomarkt. Gruner + Jahr baute die App-Discovery-Plattform AppLike weiter aus und Arvato vergrößerte das Dienstleistungsgeschäft mit Kunden aus der IT- und Tech-Branche. Bei den Wachstumsplattformen profitierte die RTL-Group-Produktionstochter Fremantle von der Rückkehr des Showformats "American Idol" und produzierte neue Serien wie "My Brilliant Friend" und "Deutschland 86". BMG erwarb unter anderem das Weltmusik-Label World Circuit Records und unterzeichnete einen weltweiten Verlagsvertrag mit dem ehemaligen Beatles-Schlagzeuger Ringo Starr. Arvato baute seine Logistik- sowie Finanzdienstleistungsaktivitäten weiter organisch aus. Zudem beteiligte sich Arvato am israelischen Fintech-Start-up Secured Touch. Das in der Bertelsmann Education Group gebündelte Bildungsgeschäft wurde durch die Übernahme des US-Online-Bildungsanbieters OnCourse Learning weiter gestärkt. Das Unternehmen bietet digitale Fort- und Weiterbildungskurse insbesondere für Kunden aus dem Bereich Gesundheitswesen an. Die Bertelsmann Education Group übernahm außerdem die Mehrheit am US-Hochschuldienstleister HotChalk. In den Wachstumsregionen erweiterte Bertelsmann sein globales Netzwerk aus Beteiligungen an Digitalunternehmen und tätigte über die im Unternehmensbereich Bertelsmann Investments gebündelten Fonds eine Vielzahl internationaler Neu- und Folgeinvestitionen. So investierte Bertelsmann Asia Investments (BAI) unter anderem in die chinesische Musik-Streaming-Plattform NetEase Cloud Music sowie erneut in den Finanzdienstleister Linklogis und die E-Commerce-Plattform Club Factory. Gleichzeitig desinvestierte BAI erfolgreich eine Reihe Beteiligungen, darunter die Anteile an der Dating-App Tantan. Bertelsmann Brazil Investments (BBI) gelang die Mehrheitsübernahme an Affero Lab, einem Corporate-Training-Anbieter in Brasilien. Zudem verkündete Penguin Random House die Aufstockung seines Anteils am brasilianischen Verlagshaus Companhia das Letras. In Indien beteiligte sich Bertelsmann India Investments (BII) an der direct-to-consumer Food-Plattform Licious und erneut am Social-Media-Portal Roposo. Darüber hinaus erweiterte Penguin Random House sein lokales Angebot in Indien durch den Erwerb des Verlags Hind Pocket Books. Bertelsmann wird seine laufende Transformation auch 2019 entlang der vier strategischen Stoßrichtungen gestalten. Die Einhaltung und die Erreichung der strategischen Entwicklungsprioritäten werden fortlaufend durch den Vorstand und auf Ebene der Unternehmensbereiche im Rahmen regelmäßiger Sitzungen der Strategy and Business Committees überprüft, ebenso im Rahmen des jährlichen Strategischen Planungsdialogs zwischen Vorstand und Aufsichtsrat. Darüber hinaus werden kontinuierlich relevante Märkte und das Wettbewerbsumfeld analysiert, um hieraus Schlüsse für die Weiterentwicklung der Konzernstrategie zu ziehen. Zu Fragen der Konzernstrategie und Konzernentwicklung wird der Vorstand durch das Group Management Committee (GMC) unterstützt, das mit Führungskräften besetzt ist, die wesentliche Geschäfte, Länder, Regionen und ausgewählte konzernübergreifende Funktionen repräsentieren. Für die Strategieumsetzung ist auch die inhaltliche und unternehmerische Kreativität von besonderer Bedeutung. Bertelsmann wird daher auch künftig in die kreative Substanz der Geschäfte investieren. Zugleich ist die Innovationskompetenz für Bertelsmann von hoher Bedeutung und ein wichtiger strategischer Bestandteil (siehe Abschnitt "Innovationen"). Wertorientiertes SteuerungssystemDas übergeordnete Ziel von Bertelsmann ist die kontinuierliche Steigerung des Unternehmenswertes über eine nachhaltige Verbesserung der Ertragskraft bei einem gleichzeitig effizienten Kapitaleinsatz. Zur Steuerung des Konzerns bedient sich Bertelsmann seit vielen Jahren eines wertorientierten Steuerungssystems, in dessen Mittelpunkt Umsatz, operatives Ergebnis und optimaler Kapitaleinsatz stehen. Aus formalen Gründen unterscheidet Bertelsmann Steuerungskennzahlen im engeren Sinne von solchen im weiteren Sinne. Steuerungskennzahlen im engeren Sinne - hierzu zählen Umsatz, Operating EBITDA sowie der Bertelsmann Value Added (BVA) - dienen der unmittelbaren Beurteilung der laufenden Geschäftsentwicklung und finden dementsprechend Eingang in den Prognosebericht. Hiervon abgegrenzt werden Steuerungskennzahlen im weiteren Sinne verwendet, die sich zum Teil aus den vorgenannten Kennzahlen ableiten oder durch diese stark beeinflusst werden. Hierzu zählen die EBITDA-Marge sowie die Cash Conversion Rate. Bestandteil des wertorientierten Steuerungssystems im weiteren Sinne ist darüber hinaus das finanzielle Steuerungssystem mit den definierten internen Finanzierungszielen. Angaben zur erwarteten Entwicklung von Steuerungskennzahlen im weiteren Sinne erfolgen allenfalls ergänzend und sind kein Bestandteil des Prognoseberichts. Zur Erläuterung des Geschäftsverlaufs und zur Steuerung des Konzerns verwendet Bertelsmann auch sogenannte Alternative Leistungskennzahlen, die nicht nach IFRS definiert sind (detaillierte Erläuterung hierzu im Abschnitt "Alternative Leistungskennzahlen"). Steuerungskennzahlen im engeren SinneZur Steuerung des Konzerns verwendet Bertelsmann den Umsatz, das Operating EBITDA sowie den BVA als Steuerungsgrößen. Der Umsatz wird als Wachstumsindikator der Geschäfte herangezogen. Im Geschäftsjahr 2018 erhöhte sich der Konzernumsatz um 2,8 Prozent auf 17,7 Mrd. € (Vj.: 17,2 Mrd. €). Das organische Wachstum lag bei 2,7 Prozent. Eine wesentliche Steuerungskennzahl zur Messung der Profitabilität des Bertelsmann-Konzerns und der Unternehmensbereiche ist das Operating EBITDA. Im Berichtszeitraum betrug das Operating EBITDA 2.586 Mio. € (Vj.: 2.636 Mio. €). Zur Beurteilung der Ertragskraft des operativen Geschäfts und der Rentabilität des investierten Kapitals verwendet Bertelsmann den BVA. Der BVA misst den über die angemessene Verzinsung des investierten Kapitals hinaus erwirtschafteten Gewinn. Im Geschäftsjahr 2018 lag der BVA mit 121 Mio. € unter dem Vorjahreswert von 163 Mio. €. Zu dieser Entwicklung trugen das unter Vorjahr liegende operative Ergebnis sowie der Einfluss des höheren durchschnittlich investierten Kapitals bei. Steuerungskennzahlen im weiteren SinneZur Beurteilung der Geschäftsentwicklung werden weitere Steuerungskennzahlen verwendet, die sich teilweise aus Umsatz und Operating EBITDA ableiten bzw. von diesen Größen stark beeinflusst werden. Als Maßstab für die Finanzmittelfreisetzung aus den Geschäften dient die Cash Conversion Rate, die im langjährigen Mittel zwischen 90 und 100 Prozent liegen soll. Im Geschäftsjahr 2018 betrug die Cash Conversion Rate 91 Prozent (Vj.: 92 Prozent). Als ergänzendes Kriterium zur Beurteilung der operativen Geschäftsentwicklung wird die EBITDA-Marge herangezogen. Im Geschäftsjahr 2018 lag die EBITDA-Marge mit 14,6 Prozent unter dem Vorjahresniveau von 15,3 Prozent. Das finanzielle Steuerungssystem von Bertelsmann ist definiert durch die internen Finanzierungsziele, die im Abschnitt "Finanz- und Vermögenslage" dargestellt werden. Diese Grundsätze zur Finanzierung werden bei der Steuerung des Konzerns verfolgt und fallen unter das wertorientierte Steuerungssystem im weiteren Sinne. Zum wertorientierten Steuerungssystem im weiteren Sinne zählen nicht die nichtfinanziellen Leistungsindikatoren (Mitarbeiter, Corporate Responsibility und ähnliche Themenfelder). Aufgrund einer nur eingeschränkten Messbarkeit können keine unmittelbar quantifizierbaren Aussagen zu Wirkungszusammenhängen und Wertsteigerungen getroffen werden. Die nichtfinanziellen Leistungsindikatoren werden daher nicht zur Steuerung des Konzerns verwendet. Nichtfinanzielle LeistungsindikatorenDer folgende Abschnitt beschreibt die nichtfinanziellen Leistungsindikatoren bei Bertelsmann. Bezüglich weitergehender Informationen zu Organisation, Management und wesentlichen Themenfeldern der Corporate Responsibility wird auf den Abschnitt "Zusammengefasste nichtfinanzielle Erklärung" verwiesen. MitarbeiterZum Ende des Geschäftsjahres 2018 beschäftigte der Konzern weltweit 117.220 Mitarbeiter. Im Jahr 2018 absolvierten 1.279 Personen eine Berufsausbildung in den inländischen Bertelsmann-Unternehmen. Die Personalstrategie ist darauf ausgerichtet, die Umsetzung der Konzernstrategie zu unterstützen. Im Mittelpunkt standen auch 2018 die Weiterentwicklung und Weiterbildung der Mitarbeiter. Dies beinhaltete eine umfangreiche Anpassung der zentralen Talent-Management-Prozesse und -Instrumente, einschließlich des Ausbaus von Talent Pools, sowie das digitale Lernen. Die kontinuierliche Weiterbildung der Mitarbeiter ist die Basis für die Zukunftsfähigkeit eines Unternehmens. Daher wurde das Weiterbildungsangebot der Bertelsmann University weiter digitalisiert und ausgebaut. Zudem verfügten Ende 2018 mehr als 92.000 Mitarbeiter in 48 Ländern über einen Zugang zu Weiterbildungsangeboten der konzernweiten digitalen HR-IT-Plattform "peoplenet". Auch der Dialog der Interessenvertreter untereinander sowie der Dialog mit dem Bertelsmann-Management sind von hoher Bedeutung. Auf der Konzerndialogkonferenz im Dezember 2018 wurden zukünftige Entwicklungen der Zusammenarbeit diskutiert. Zudem begann gemeinsam mit den Schwerbehindertenvertretungen die Erarbeitung eines Aktionsplans Inklusion zur verbesserten Teilhabe von Menschen mit Behinderung am Arbeitsleben, der 2019 verabschiedet werden soll. Die Weiterentwicklung der Unternehmenskultur ist eine weitere Priorität der Personalstrategie. 2018 wurde die Überarbeitung der Bertelsmann Essentials (Unternehmenswerte) in Anlehnung an den Sense of Purpose (Unternehmenssinn) fortgesetzt. Bertelsmann gehört seit 1970 zu den Vorreitern der betrieblichen Gewinn- und Erfolgsbeteiligung. So wurden 2018 aus dem Ergebnis des Geschäftsjahres 2017 konzernweit insgesamt 105 Mio. € (Vj.: 105 Mio. €) an die Mitarbeiter ausgezahlt. Corporate ResponsibilityZiel der unternehmerischen Verantwortung (Corporate Responsibility bzw. CR) bei Bertelsmann ist es, im Dialog mit allen relevanten Anspruchsgruppen die ökonomischen mit den sozialen und ökologischen Anliegen des Konzerns in Einklang zu bringen. In diesem Sinne setzte das Bertelsmann CR Council 2018 seinen bereichsübergreifenden Austausch und die strategische Weiterentwicklung konzernweit bedeutsamer CR-Themenfelder fort. Im Fokus standen besonders relevante Themen zu den Aspekten Arbeitnehmerbelange, Sozialbelange, Achtung der Menschenrechte, Bekämpfung von Korruption und Bestechung und Umweltbelange. Darüber hinaus engagierte sich Bertelsmann mit Spenden und Förderinitiativen in den Bereichen Bildung, Kultur, Wissenschaft und Kreativität. InnovationenUnternehmen investieren in die Forschung und Entwicklung neuer Produkte, um nachhaltig ihre Wettbewerbsfähigkeit zu sichern. Die Medienbranche ist gleichermaßen darauf angewiesen, innovative Medieninhalte sowie mediennahe Produkte und Dienstleistungen in einem sich schnell entwickelnden Umfeld zu schaffen. Anstelle herkömmlicher Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten ist daher für Bertelsmann vor allem die eigene Innovationskraft für die Unternehmensentwicklung von wesentlicher Bedeutung. Insbesondere Produktinnovationen, Investitionen in Zukunftsmärkte sowie die Integration neuer Technologien sind ausschlaggebend für einen langfristigen Unternehmenserfolg. Darüber hinaus ist die Innovationskompetenz von hoher Bedeutung für die Umsetzung der Strategie. Bertelsmann setzt auf Innovationen und Wachstum in Kerngeschäften und neuen Geschäftsfeldern. Das kontinuierliche Verfolgen bereichsübergreifender Trends und das Beobachten neuer Märkte zählen zu den wesentlichen Erfolgsfaktoren des Innovationsmanagements. Auf Konzernebene identifiziert Bertelsmann gemeinsam mit den Unternehmensbereichen laufend innovative Geschäftsansätze und setzt sie um. Zusätzlich zu den marktnahen Aktivitäten werden konzernweite Initiativen vorangetrieben, die den Wissensaustausch und die Zusammenarbeit aktiv fördern. Auf regelmäßig stattfindenden Innovationsforen diskutieren Führungskräfte mit internen und externen Experten über Erfolgsfaktoren für Innovation und Kreativität. Darüber hinaus wird die Zusammenarbeit durch einen Ausbau der Kooperationen zwischen den Unternehmensbereichen gestärkt. Seit 2017 werden bereits die Kompetenzen der Vermarkter IP Deutschland und G+J eMS in der "Ad Alliance" gebündelt und Werbekunden sowie Mediaagenturen angeboten. Zudem startet Bertelsmann ab dem 1. Februar 2019 die neue "Bertelsmann Content Alliance" in Deutschland, eine Zusammenarbeit aller Inhaltegeschäfte des Konzerns, um bereichsübergreifend gemeinsame Formate zu entwickeln und zu vermarkten. Die Innovationen der RTL Group konzentrieren sich auf drei Kernthemen: die stetige Entwicklung neuer, hochwertiger TV-Formate, die Nutzung aller digitalen Verbreitungswege sowie den Ausbau vielfältiger Vermarktungs- und Monetarisierungsformen. Der 2018 eingeleitete Transformationsprozess "New Frontiers" der RTL Group soll organisches Wachstum fördern und somit auch die Kreativität und Innovationskraft stärken. So relaunchte die Mediengruppe RTL Deutschland 2018 ihre Video-on-Demand-Plattform TV Now. Der Relaunch umfasst eine neue Plattform und zusätzliche exklusive Inhalte wie zum Beispiel Online-First-Formate. Ein Beispiel für ein fiktionales "TV Now Original" ist "M - Eine Stadt sucht einen Mörder". Darüber hinaus hat die RTL Group den internen Innovationswettbewerb "Creative Reality Fund" ins Leben gerufen, um das Potenzial von Virtual- und Augmented-Reality-Technologien für die eigenen Medienangebote weiter zu erschließen. Der regelmäßige Austausch von Informationen und Wissen innerhalb der RTL Group erfolgt in Synergy Committees. Die Innovationen bei Penguin Random House sollen zum einen die Reichweite der Bücher erhöhen und Beziehungen zu den Lesern aufbauen sowie zum anderen neueste Technologien nutzen und neue Formate einführen. Ein Beispiel für innovative Lesereinbindung ist die Partnerschaft von Penguin Random House mit Inception, einem Virtual-Reality- und Augmented-Reality-Spezialisten. Im Rahmen dieser Partnerschaft wurde die App "Bookful" entwickelt, mit der Kinderbuchklassiker und Sachbücher für junge Leser abgerufen und Illustrationen ausgewählter Titel mit Hilfe von Augmented-Reality-Technologien lebensecht animiert werden. So können die jungen Nutzer mit den Figuren der Geschichte interagieren und auf diese Weise intensiver lernen und verstehen. Mit Good Vibes hat Penguin Random House zudem eine Voice-Skill gestartet, die Amazon Alexa mit inspirierenden Kurzausschnitten aus erfolgreichen Büchern und Zitaten von Bestsellerautoren anreichert. Auch bei der Erschließung neuer Zielgruppen geht das Unternehmen neue Wege - zum Beispiel mit den "Penguin Minis" im Taschenformat, die bequem in die Handfläche passen. Den Anfang machen in den USA mehrere Titel des Bestsellerautors John Green. Die Innovationen bei Gruner + Jahr lagen vor allem in der Entwicklung neuer Magazine sowie im Ausbau des Markengeschäfts. Die gute Geschäftsentwicklung der Vermarktungsplattform AppLike sowie die steigenden Digitalangebote der klassischen Magazinmarken von Prisma Media sorgten für weiteres Wachstum des Digitalgeschäfts. Zudem lancierte G+J neue, innovative Magazine. Neben dem Feinschmeckermagazin "B-Eat" prägte G+J mit "Boa", "Guido", "JWD" und "Dr. v. Hirschhausens Stern Gesund Leben" das Genre der Persönlichkeitsmagazine. Mit der Eröffnung des ersten "Beef!"-Restaurants, dem Ausbau des "Schöner Wohnen"-Lizenzgeschäfts und der Weiterentwicklung von "Eat the World", dem Anbieter kulinarisch-kultureller Stadtführungen, baute G+J die Geschäfte um seine Marken weiter aus. Die Innovationen bei BMG stützten sich auf die fünf strategischen Säulen des Unternehmens: Fokussierung auf Wachstumsmärkte, Ausbau und Diversifizierung des Repertoires, Ausbau der weltweiten Präsenz, Umsetzung der zentralen Kernwerte Fairness, Transparenz und Service unter Beibehaltung einer wettbewerbsfähigen Kostenpolitik. Eine zentrale Innovation 2018 war die Ausweitung der Tantiemen-App myBMG: Sie steht inzwischen nicht mehr nur Songwritern, sondern auch den von BMG vertretenen Künstlern zur Verfügung. Zu weiteren Innovationen zählten das historische Blues-Projekt "Confessin' The Blues", das zusammen mit den Rolling Stones realisiert wurde, das 50-jährige Jubiläum von Trojan Records sowie der Dokumentarfilm "Bad Reputation" über Joan Jett. Die Innovationen bei Arvato fanden in allen vier Geschäftsbereichen statt. Dabei ging es insbesondere um den Einsatz innovativer Technologien und um das Design sowie die Realisierung von neuen Services bzw. um die Weiterentwicklung von bestehenden Lösungsangeboten. Durch die Nutzung von Analytics, Machine Learning und Chatbots wurden unter anderem weitere Prozesse im Bereich der Kundenkommunikation automatisiert und der Service für die Endkunden optimiert. Mit dem Kauf der 3C Deutschland GmbH hat Arvato Financial Solutions die Voraussetzungen geschaffen, um KFZ-Versicherungen einen vollautomatisierten und digitalen Schadenmanagement-Prozess anzubieten. Die Solution Group SCM Solutions hat Business-Intelligence-Lösungen entlang der Supply Chain weiterentwickelt und Arvato Systems hat sein innovatives Cloud-Services- und Cloud-Management-Portfolio ausgebaut. Die Innovationen der Bertelsmann Printing Group bezogen sich vor allem auf die Optimierung bestehender Prozesse durch neue Technologien und die Gestaltung innovativer Produkte und Services. Im Tiefdruck wurden beispielsweise technische Innovationen in den Produktionsprozess integriert, die es ermöglichen, Produkte mit Umschlag in einem Arbeitsgang zu fertigen. GGP Media hat die innovative Onlineplattform P3 zur Bestellung von Kleinauflagen um einen komplett digitalen Prozess ergänzt. Im Offsetdruck wurden die Angebote im Bereich 3-D-Scanning weiter ausgebaut sowie ein unternehmensübergreifendes Projekt gestartet, um mit Hilfe von IT die internen Abläufe zu automatisieren und zu standardisieren. Zur bereichsübergreifenden Koordination der Innovationsthemen wurde Mitte 2018 zudem ein Innovationsboard ins Leben gerufen. Die Innovationen der Bertelsmann Education Group liegen vor allem in der weiteren Entwicklung digitaler und personalisierter Bildungsangebote sowie in der Erweiterung bestehender Geschäftsfelder. So baute Relias unter anderem durch die Übernahme des US-Online-Bildungsanbieters OnCourse Learning die Lernangebote für medizinisches Personal im Bereich Akutversorgung weiter aus. Parallel hierzu entwickelte Relias Lösungen, die Kunden aus der Gesundheitsbranche zukünftig noch stärker datenbasiert dabei unterstützen, Leistungsverbesserungen im Unternehmen herbeizuführen. Udacity konnte mit der Entwicklung neuer Nanodegree-Programme, unter anderem im Bereich Künstliche Intelligenz, weitere Maßstäbe in der Qualifizierung von Studenten für Technologiejobs der Zukunft setzen. WirtschaftsberichtUnternehmensumfeldGesamtwirtschaftliche EntwicklungDie Weltwirtschaft behielt im Jahr 2018 ihre konjunkturelle Dynamik des Vorjahres bei, wenngleich das Expansionstempo etwas nachließ. Das reale Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg um 3,7 Prozent nach 3,8 Prozent im Jahr 2017. Die Unterschiede in der konjunkturellen Dynamik zwischen den Ländern nahmen im Verlauf des Jahres 2018 jedoch zu. Infolge der Straffung der Geldpolitik in den USA kam es zu einer Veränderung der internationalen Kapitalströme, die die wirtschaftliche Expansion der Schwellenländer erschwerte. Der Euroraum konnte das hohe Wachstumstempo des vorangegangenen Jahres nicht halten. Das reale BIP stieg im Jahr 2018 um 1,8 Prozent nach 2,4 Prozent im Vorjahr. Belastend wirkten vorwiegend eine sinkende Auslandsnachfrage sowie einige länder- und sektorspezifische Faktoren. Die Expansion der deutschen Wirtschaft schwächte sich im Jahr 2018 ab. Das reale BIP erhöhte sich um 1,4 Prozent nach 2,2 Prozent im Vorjahr. Auch in Frankreich ließ die konjunkturelle Dynamik nach. Das reale BIP-Wachstum im Jahr 2018 betrug 1,5 Prozent nach 2,3 Prozent im Jahr 2017. Die Wirtschaft in Großbritannien wuchs vor dem Hintergrund der Brexit-Verhandlungen nur schwach. Das reale BIP stieg um 1,4 Prozent nach einem Wachstum im Vorjahr von 1,8 Prozent. In den USA legte das Expansionstempo zu. Das reale BIP-Wachstum im Jahr 2018 betrug 2,9 Prozent nach 2,2 Prozent im Jahr 2017. Insbesondere die gute Arbeitsmarktlage und die damit verbundenen privaten Konsumausgaben trugen zum Wachstum bei. Entwicklung relevanter MärkteDie nachfolgende Analyse fokussiert Märkte und Regionen, die eine hinreichende Größe aufweisen und aus Konzernsicht über eine strategische Bedeutung verfügen. Die europäischen TV-Werbemärkte entwickelten sich im Jahr 2018 uneinheitlich. Während die TV-Werbemärkte in Frankreich leicht und in den Niederlanden moderat wuchsen, verzeichneten die TV-Werbemärkte in Deutschland einen leichten und in Belgien einen moderaten Rückgang. Die spanischen und ungarischen TV-Werbemärkte entwickelten sich stabil. Die Märkte für gedruckte Bücher entwickelten sich im Jahr 2018 insgesamt leicht positiv. Der Umsatz mit gedruckten Büchern verzeichnete in den USA ein moderates und in Großbritannien ein leichtes Wachstum, während sich die spanischsprachigen Märkte sowie der deutsche Markt stabil entwickelten. Die Verlagsumsätze mit E-Books gingen in den USA und in Großbritannien moderat zurück. Die Märkte für Audiobücher in den USA und Großbritannien setzten ihr starkes Wachstum fort. Die Zeitschriftenmärkte in Deutschland und Frankreich waren 2018 durch stark rückläufige Printanzeigenmärkte und deutlich rückläufige Vertriebsmärkte geprägt, während der Digitalmarkt in Deutschland stark wuchs. Die weltweiten Musikmärkte wiesen 2018 im Marktsegment Verlagsrechte ein moderates Wachstum auf. Das Marktsegment Recordingrechte wuchs deutlich. Die für Arvato wesentlichen Dienstleistungsmärkte für Customer Relationship Management, Supply Chain Management, Financial Solutions und IT waren von einem moderaten bis deutlichen Wachstum geprägt. Die europäischen Offsetdruckmärkte verzeichneten 2018 eine moderat rückläufige Entwicklung, während sich die europäischen Tiefdruckmärkte deutlich rückläufig entwickelten. Der Buchdruckmarkt in Nordamerika war im gleichen Zeitraum stabil. Die US-amerikanischen Bildungsmärkte sind 2018 in den für Bertelsmann relevanten Marktsegmenten E-Learning, mit den Bereichen Gesundheitswesen und Technologie, sowie in der Hochschulbildung, mit den Bereichen Universität und Dienstleistungen, stark gewachsen. Wichtige Ereignisse des GeschäftsjahresAm 16. Januar 2018 wurde Thomas Buberl mit sofortiger Wirkung neu in den Aufsichtsrat der Bertelsmann SE & Co. KGaA berufen. Am 9. Juli 2018 wurde Günter Göbel als Arbeitnehmervertreter in den Aufsichtsrat der Bertelsmann SE & Co. KGaA gewählt. Als neuer Vorsitzender des Konzernbetriebsrats der Bertelsmann SE & Co. KGaA folgt er auf Helmut Gettkant, der zum Ende der ordentlichen Hauptversammlung aus dem Aufsichtsrat ausgeschieden war. Im September 2018 gaben Bertelsmann und die marokkanische Saham Group bekannt, ihre weltweiten CRM-Geschäfte zusammenzulegen. Die Zusammenlegung dient der Weiterentwicklung der CRM-Geschäfte von Arvato. Im November 2018 übernahm Bertelsmann den US-Online-Bildungsanbieter OnCourse Learning vollständig vom Private-Equity-Unternehmen CIP Capital. Das Unternehmen bietet digitale Fort- und Weiterbildungskurse für Kunden aus den Bereichen Gesundheitswesen und Finanzdienstleistungen an. Die Akquisition von OnCourse Learning dient dem weiteren Aufbau des Bildungsgeschäfts und stärkt insbesondere die Aktivitäten des zur Bertelsmann Education Group gehörenden Unternehmens Relias. Ende des Jahres 2018 verkaufte die zur RTL Group gehörende Groupe M6 ihre Mehrheitsbeteiligung am französischen Fußballverein Girondins de Bordeaux an den US-amerikanischen Investmentfonds GACP. Mit Wirkung zum 31. Dezember 2018 legte Anke Schäferkordt, Mitglied im Vorstand der Bertelsmann Management SE, ihr Mandat nieder. ErtragslageDie nachfolgende Analyse der Ertragsentwicklung bezieht sich auf die zum 31. Dezember 2018 fortgeführten Aktivitäten. Eine weitergehende Beschreibung der Ertragslage befindet sich im Abschnitt "Geschäftsverlauf der Bereiche des Konzerns". Umsatz der Unternehmensbereiche
UmsatzentwicklungDer Konzernumsatz stieg im Geschäftsjahr 2018 um 2,8 Prozent auf 17,7 Mrd. € (Vj.: 17,2 Mrd. €). Umsatzzuwächse verzeichneten die RTL Group, Penguin Random House, BMG, Arvato und die Bertelsmann Education Group. Bereinigt um Wechselkurs-, Portfolio- und sonstige Effekte belief sich das organische Wachstum des Konzerns auf 2,7 Prozent. Die Wechselkurseffekte lagen bei -1,7 Prozent, Portfolio- und sonstige Effekte bei 1,8 Prozent. Die sonstigen Effekte beziehen sich im Wesentlichen auf Änderungen im Umsatzausweis durch den neuen Rechnungslegungsstandard IFRS 15 (detaillierte Erläuterung hierzu im Konzernanhang "Auswirkungen von neuen Rechnungslegungsstandards"). Bei der RTL Group erhöhte sich der Umsatz um 2,1 Prozent auf 6.505 Mio. € (Vj.: 6.373 Mio. €). Das organische Wachstum lag bei 3,1 Prozent. Hierzu trugen insbesondere das dynamisch wachsende Digitalgeschäft, die Produktionstochter Fremantle und RTL Nederland bei. Der Umsatz von Penguin Random House stieg um 1,9 Prozent auf 3.424 Mio. € (Vj.: 3.359 Mio. €). Das organische Wachstum lag bei 1,3 Prozent. Negativ wirkten Wechselkurseffekte, während Umsatzausweisänderungen den Umsatz positiv beeinflussten. Der Umsatz von Gruner + Jahr lag mit 1.440 Mio. € um 4,8 Prozent unter dem Vorjahreswert (Vj.: 1.513 Mio. €). Das organische Wachstum lag bei 0,4 Prozent. Das verringerte Umsatzniveau ist größtenteils auf die mittlerweile abgeschlossenen Portfoliomaßnahmen zurückzuführen. Gegenläufig wirkte das Umsatzwachstum der Digital-, Agentur- und Pressevertriebsgeschäfte. Der Umsatz von BMG erhöhte sich aufgrund des kontinuierlichen Geschäftsausbaus um 7,5 Prozent auf 545 Mio. € (Vj.: 507 Mio. €). Das organische Wachstum lag bei 7,8 Prozent. Der Umsatz von Arvato erhöhte sich um 7,2 Prozent auf 4.100 Mio. € (Vj.: 3.823 Mio. €). Das organische Wachstum lag bei 5,6 Prozent. Der Anstieg resultierte insbesondere aus einem positiven Geschäftsverlauf in den Bereichen SCM und Financial Solutions sowie aus Umsatzausweisänderungen. Der Umsatz der Bertelsmann Printing Group reduzierte sich marktbedingt um 2,5 Prozent auf 1.639 Mio. € (Vj.: 1.681 Mio. €). Das organische Wachstum lag bei -4,2 Prozent. Die Bertelsmann Education Group steigerte den Umsatz um 36,4 Prozent auf 258 Mio. € (Vj.: 189 Mio. €). Das organische Wachstum lag bei 13,9 Prozent. Der Umsatzanstieg ergab sich im Wesentlichen durch die erstmalige Vollkonsolidierung von HotChalk sowie den fortgesetzten organischen Ausbau von Relias. Beteiligungen von Bertelsmann Investments werden in der Regel nicht vollkonsolidiert, sodass überwiegend kein Umsatzausweis für diesen Unternehmensbereich erfolgt. Umsatzanalyse
Konzernumsatz nach Regionen in Prozent
Konzernumsatz nach Erlösquellen in Prozent
Der Umsatzanteil der Wachstumsgeschäfte erhöhte sich durch organisches Wachstum und Akquisitionen auf insgesamt 34 Prozent (Vj.: 32 Prozent), während der Umsatzanteil strukturell rückläufiger Geschäfte mit 4 Prozent (Vj.: 4 Prozent) stabil blieb. Die Wachstumsgeschäfte umfassen jene Aktivitäten, die aufgrund nachhaltig positiver Marktfaktoren kontinuierliche Umsatzsteigerungen verzeichnen und im Rahmen der Konzernstrategie als Wachstumsprioritäten identifiziert wurden. Insbesondere zählen hierzu die Digitalgeschäfte der RTL Group und von Gruner + Jahr, das TV-Produktionsgeschäft, das Musikgeschäft, die Dienstleistungsgeschäfte in den Arvato-Bereichen SCM Solutions, Financial Solutions und Systems sowie das Bildungsgeschäft. Die strukturell rückläufigen Geschäfte umfassen jene Aktivitäten, die aufgrund marktseitiger Faktoren nachhaltige Umsatzrückgänge verzeichnen. Insbesondere zählen hierzu die Tiefdruckaktivitäten und das Speichermedienreplikationsgeschäft. Bei der geografischen Umsatzverteilung ergaben sich im Vorjahresvergleich nur geringfügige Änderungen. Der Anteil des in Deutschland erzielten Umsatzes belief sich auf 33,2 Prozent gegenüber 34,0 Prozent im Vorjahr. Auf die Geschäfte in Frankreich entfiel ein Umsatzanteil von 13,2 Prozent (Vj.: 13,4 Prozent). In Großbritannien belief sich der Umsatzanteil auf 6,5 Prozent (Vj.: 6,8 Prozent). Die übrigen europäischen Länder erwirtschafteten 18,9 Prozent des Gesamtumsatzes nach 18,7 Prozent im Vorjahr. Der Umsatzanteil der USA lag bei 22,0 Prozent (Vj.: 20,5 Prozent) und die sonstigen Länder erreichten einen Umsatzanteil von 6,2 Prozent (Vj.: 6,6 Prozent). Der Anteil des Auslandsgeschäfts am Gesamtumsatz lag somit bei 66,8 Prozent (Vj.: 66,0 Prozent). Das Verhältnis der vier Erlösquellen (Produkte und Waren, Dienstleistungen, Werbung und Anzeigen, Rechte und Lizenzen) zum Gesamtumsatz hat sich gegenüber dem Vorjahr leicht verändert. Ergebnisanalyse
Operating EBITDAIm Geschäftsjahr 2018 erzielte Bertelsmann ein Operating EBITDA von 2.586 Mio. € (Vj.: 2.636 Mio. €). Der Rückgang um 1,9 Prozent ist zurückzuführen auf negative Wechselkurseffekte sowie auf im Vorjahreszeitraum erzielte Veräußerungsgewinne aus Immobilientransaktionen. Eine deutliche Ergebnisverbesserung verzeichneten in erster Linie BMG, Arvato und die Bertelsmann Education Group. Die EBITDA-Marge reduzierte sich auf 14,6 Prozent (Vj.: 15,3 Prozent). Das Operating EBITDA der RTL Group sank um 5,1 Prozent auf 1.402 Mio. € (Vj.: 1.478 Mio. €). Ausschlaggebend hierfür war vor allem der hohe Vergleichswert des Vorjahres, der einen Gewinn aus Immobilienverkäufen enthielt. Ohne diesen Effekt ergab sich ein Anstieg um 1,3 Prozent, dank höherer Ergebnisbeiträge von RTL Belgium, Groupe M6 und Fremantle. Bei Penguin Random House erhöhte sich das Operating EBITDA um 1,3 Prozent auf 528 Mio. € (Vj.: 521 Mio. €). Das Operating EBITDA von Gruner + Jahr verringerte sich um 3,4 Prozent auf 140 Mio. € (Vj.: 145 Mio. €) infolge rückläufiger Anzeigen- und Vertriebserlöse im deutschen und französischen Kerngeschäft. Das Operating EBITDA von BMG erhöhte sich um 17,3 Prozent auf 122 Mio. € (Vj.: 104 Mio. €) infolge des weiteren Geschäftsausbaus. Arvato erzielte ein Operating EBITDA von 377 Mio. € (Vj.: 320 Mio. €). Der starke Anstieg von 17,8 Prozent ist Ausdruck einer Ergebnisverbesserung in allen vier Geschäftsbereichen. Das Operating EBITDA der Bertelsmann Printing Group ging infolge rückläufiger Volumina und anhaltenden Preisdrucks um 28,0 Prozent auf 85 Mio. € (Vj.: 118 Mio. €) zurück. Das Operating EBITDA der Bertelsmann Education Group stieg signifikant auf 37 Mio. € (Vj.: 3 Mio. €). Hohe Ergebniszuwächse verbuchte insbesondere Relias. Beteiligungen von Bertelsmann Investments werden in der Regel nicht vollkonsolidiert, sodass überwiegend kein operativer Ergebnisausweis für diesen Unternehmensbereich erfolgt. SondereinflüsseInsgesamt beliefen sich die Sondereinflüsse im Geschäftsjahr 2018 auf -296 Mio. € nach -83 Mio. € im Vorjahr. Sie setzen sich zusammen aus Wertminderungen in Höhe von -175 Mio. € (Vj.: -100 Mio. €), dem Ergebnis aus Beteiligungsverkäufen und Neubewertungen in Gesamthöhe von 157 Mio. € (Vj.: 193 Mio. €) sowie Restrukturierungsaufwendungen und weiteren Bereinigungen in Höhe von insgesamt -278 Mio. € (Vj.: -176 Mio. €). Die gestiegenen Restrukturierungsaufwendungen sind vor allem auf Bereinigungen im Zusammenhang mit der strategischen Neuausrichtung der CRM-Aktivitäten zurückzuführen (vgl. hierzu auch die Überleitungsrechnung vom EBIT zum Operating EBITDA im Konzernanhang). EBITAusgehend vom Operating EBITDA ergab sich nach Berücksichtigung der Sondereinflüsse in Höhe von -296 Mio. € (Vj.: -83 Mio. €) sowie der nicht in den Bereinigungen enthaltenen Abschreibungen, Wertminderungen und Wertaufholungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen in Höhe von -670 Mio. € (Vj.: -657 Mio. €) im Geschäftsjahr 2018 ein EBIT von 1.620 Mio. € (Vj.: 1.896 Mio. €). KonzernergebnisDas Finanzergebnis veränderte sich gegenüber dem Vorjahr von -219 Mio. € auf -216 Mio. €. Der Rückgang des Ertragsteueraufwands von -472 Mio. € im Vorjahr auf -301 Mio. € resultiert im Wesentlichen aus dem niedrigeren Ergebnis vor Steuern und der Bewertung latenter Steuern. Das Ergebnis nach Steuern aus fortgeführten Aktivitäten beträgt somit 1.103 Mio. € (Vj.: 1.205 Mio. €). Unter Berücksichtigung des Ergebnisses nach Steuern aus nicht fortgeführten Aktivitäten von 1 Mio. € (Vj.: -7 Mio. €) ergab sich ein Konzernergebnis von 1.104 Mio. € (Vj.: 1.198 Mio. €). Der Anteil der nicht beherrschenden Anteilseigner am Konzernergebnis betrug 351 Mio. € (Vj.: 422 Mio. €). Der Anteil der Bertelsmann-Aktionäre am Konzernergebnis lag bei 753 Mio. € (Vj.: 776 Mio. €). Für das Geschäftsjahr 2018 ist vorgesehen, der Hauptversammlung der Bertelsmann SE & Co. KGaA die Ausschüttung einer gegenüber Vorjahr unveränderten Dividende in Höhe von 180 Mio. € (Vj.: 180 Mio. €) vorzuschlagen. Finanz- und VermögenslageFinanzierungsgrundsätzeDas übergeordnete finanzpolitische Ziel von Bertelsmann ist die Gewährleistung eines ausgewogenen Verhältnisses zwischen Finanzierungssicherheit, Eigenkapitalrentabilität und Wachstum. Dazu richtet der Konzern seine Finanzierung an den Anforderungen eines Credit Rating der Bonitätsstufe "Baa1/BBB+" und den damit verbundenen qualitativen und quantitativen Kriterien aus. Rating und Transparenz gegenüber dem Kapitalmarkt leisten einen bedeutenden Beitrag zur finanziellen Sicherheit und Unabhängigkeit des Unternehmens. Entsprechend der Konzernstruktur erfolgt die Kapitalallokation zentral über die Bertelsmann SE & Co. KGaA, die die Konzerngesellschaften mit Liquidität versorgt und die Vergabe von Garantien und Patronatserklärungen für Konzerngesellschaften steuert. Der Konzern bildet weitgehend eine finanzielle Einheit und optimiert damit die Kapitalbeschaffungs- und Anlagemöglichkeiten. Die finanzielle Steuerung bei Bertelsmann erfolgt nach quantifizierten Finanzierungszielen, die sich an der wirtschaftlichen Verschuldung und mit abgeschwächter Bedeutung an der Kapitalstruktur orientieren. Zu den Finanzierungszielen gehört ein dynamischer Verschuldungsgrad (Leverage Factor), der den definierten Wert von 2,5 nicht dauerhaft überschreiten sollte. Am 31. Dezember 2018 lag der Leverage Factor mit 2,7 über dem Niveau des Vorjahres (31. Dezember 2017: 2,5). Wesentlich hierfür war der Anstieg der Nettofinanzschulden infolge der Übernahme des US-Online-Bildungsanbieters OnCourse Learning im vierten Quartal 2018 (Erläuterungen zum Verschuldungsgrad im Abschnitt "Alternative Leistungskennzahlen"). Die Wirtschaftlichen Schulden erhöhten sich zum 31. Dezember 2018 auf 6.619 Mio. € nach 6.213 Mio. € im Vorjahr aufgrund gestiegener Nettofinanzschulden von 3.932 Mio. € (31. Dezember 2017: 3.479 Mio. €). Gegenläufig entwickelte sich der Barwert aus den Operating-Leases-Verpflichtungen, der insbesondere durch den Verkauf des französischen Fußballvereins Girondins de Bordeaux auf 1.161 Mio. € (31. Dezember 2017: 1.261 Mio. €) zurückging. Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen zum 31. Dezember 2018 erhöhten sich primär infolge eines Bewertungsrückgangs des Planvermögens auf 1.738 Mio. € (31. Dezember 2017: 1.685 Mio. €). Ein weiteres Finanzierungsziel ist die Coverage Ratio (Zinsdeckungsgrad). Sie berechnet sich aus dem Verhältnis des für den Leverage Factor verwendeten Operating EBITDA zum Finanzergebnis und soll über einem Wert von 4 liegen. Im Berichtszeitraum lag die Coverage Ratio bei 11,1 (Vj.: 11,2). Die Eigenkapitalquote im Konzern erhöhte sich auf 38,8 Prozent (31. Dezember 2017: 38,5 Prozent) und lag weiterhin deutlich über der selbstgesetzten Mindestanforderung von 25 Prozent. Finanzierungsziele
FinanzierungsaktivitätenIm Berichtszeitraum wurde ein im Juni fälliges Schuldscheindarlehen zurückgezahlt. Darüber hinaus platzierte Bertelsmann im September 2018 eine Anleihe mit siebenjähriger Laufzeit und einem Emissionsvolumen von 750 Mio. €. Die in Luxemburg gelistete Anleihe ist mit einem festen Kupon von 1,25 Prozent ausgestattet. Die Anleihe wurde im Wesentlichen für die Finanzierung der Übernahme des US-Online-Bildungsanbieters OnCourse Learning genutzt. RatingBertelsmann verfügt seit dem Jahr 2002 über Emittenten-Ratings der Ratingagenturen Moody's und Standard & Poor's (S&P). Die Emittenten-Ratings erleichtern den Zugang zu den internationalen Kapitalmärkten und stellen daher ein wichtiges Element der Finanzierungssicherheit von Bertelsmann dar. Bertelsmann wird von Moody's mit "Baa1" (Ausblick: stabil) und von S&P mit "BBB+" (Ausblick: stabil) bewertet. Beide Bonitätsbeurteilungen liegen im Investment-Grade-Bereich und entsprechen dem Zielrating von Bertelsmann. Die Einschätzung zur kurzfristigen Kreditqualität von Bertelsmann wird von Moody's mit "P-2" und von S&P mit "A-2" beurteilt. KreditlinienDer Bertelsmann-Konzern verfügt zusätzlich zur vorhandenen Liquidität u. a. über eine syndizierte Kreditvereinbarung mit international tätigen Großbanken. Diese bildet das Rückgrat der strategischen Kreditreserve und kann von Bertelsmann bis zum Jahr 2021 durch Ziehung in Euro, US-Dollar und Britischen Pfund bis zu einem Betrag von 1,2 Mrd. € revolvierend in Anspruch genommen werden. Laufzeitenprofil - Finanzschulden in Mio. €
KapitalflussrechnungIm Berichtszeitraum wurde ein Cashflow aus der betrieblichen Geschäftstätigkeit in Höhe von 1.437 Mio. € generiert (Vj.: 1.605 Mio. €). Der nachhaltige, um Einmaleffekte bereinigte Operating Free Cash Flow betrug 1.753 Mio. € (Vj.: 1.822 Mio. €), die Cash Conversion Rate lag bei 91 Prozent (Vj.: 92 Prozent); vgl. hierzu auch Abschnitt "Steuerungskennzahlen im weiteren Sinne". Der Cashflow aus Investitionstätigkeit lag bei -1.130 Mio. € (Vj.: -760 Mio. €). Auf Investitionen in immaterielle Vermögenswerte, Sach- und Finanzanlagen entfallen davon -878 Mio. € (Vj.: -890 Mio. €). Die Kaufpreiszahlungen für konsolidierte Beteiligungen (abzüglich erworbener liquider Mittel) betrugen -556 Mio. € (Vj.: -213 Mio. €). Die Einzahlungen aus dem Verkauf von Tochterunternehmen und sonstigen Geschäftseinheiten sowie von sonstigem Anlagevermögen lagen bei 304 Mio. € (Vj.: 343 Mio. €). Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit betrug -372 Mio. € (Vj.: -755 Mio. €). Dividenden an die Aktionäre der Bertelsmann SE & Co. KGaA beliefen sich unverändert auf -180 Mio. € (Vj.: -180 Mio. €). Dividenden an nicht beherrschende Anteilseigner und weitere Auszahlungen an Gesellschafter wurden in Höhe von -356 Mio. € (Vj.: -743 Mio. €) ausgezahlt. Hierin enthalten ist eine im Zusammenhang mit der im Vorjahr erfolgten Anteilsaufstockung an Penguin Random House vereinbarte Sonderdividende in Höhe von 57 Mio. € (Vj.: 373 Mio. €). Zum 31. Dezember 2018 verfügte Bertelsmann über liquide Mittel in Höhe von 1,4 Mrd. € (Vj.: 1,4 Mrd. €). Konzern-Kapitalflussrechnung (Kurzfassung)
Außerbilanzielle VerpflichtungenUnter die außerbilanziellen Verpflichtungen fallen Haftungsverhältnisse und sonstige finanzielle Verpflichtungen, die nahezu ausnahmslos aus der operativen Tätigkeit der Unternehmensbereiche resultieren. Die außerbilanziellen Verpflichtungen verminderten sich moderat gegenüber dem Vorjahr. Die zum 31. Dezember 2018 vorhandenen außerbilanziellen Verpflichtungen hatten für das abgelaufene wie auch für das künftige Geschäftsjahr keine wesentlichen negativen Auswirkungen auf die Finanz-, Vermögens- und Ertragslage des Konzerns. InvestitionenDie Gesamtinvestitionen einschließlich übernommener Finanzschulden in Höhe von 27 Mio. € (Vj.: 14 Mio. €) lagen im Geschäftsjahr 2018 bei 1.461 Mio. € (Vj.: 1.117 Mio. €). Die Investitionen gemäß Kapitalflussrechnung betrugen 1.434 Mio. € (Vj.: 1.103 Mio. €). Von den Sachanlageinvestitionen in Höhe von 325 Mio. € (Vj.: 360 Mio. €) entfiel wie in den Vorjahren der größte Teil auf Arvato. In immaterielle Vermögenswerte wurden 295 Mio. € (Vj.: 319 Mio. €) investiert, die insbesondere auf die RTL Group für Investitionen in Filmrechte sowie auf BMG für den Erwerb von Musikkatalogen entfielen. Für Investitionen in Finanzanlagen wurden 258 Mio. € (Vj.: 211 Mio. €) aufgewandt. Hierzu zählen insbesondere die Investitionen von Bertelsmann Investments. Kaufpreiszahlungen für konsolidierte Beteiligungen (abzüglich erworbener liquider Mittel) lagen im Berichtszeitraum bei 556 Mio. € (Vj.: 213 Mio. €) und entfielen unter anderem auf den Erwerb des US-Online-Bildungsanbieters OnCourse Learning. Investitionen nach Bereichen
BilanzDie Bilanzsumme zum 31. Dezember 2018 lag bei 25,3 Mrd. € (Vj.: 23,7 Mrd. €). Die liquiden Mittel betrugen 1,4 Mrd. € (Vj.: 1,4 Mrd. €). Das Eigenkapital erhöhte sich auf 9,8 Mrd. € nach 9,1 Mrd. € im Vorjahr. Daraus ergab sich eine im Vorjahresvergleich gestiegene Eigenkapitalquote von 38,8 Prozent (Vj.: 38,5 Prozent). Das auf die Aktionäre der Bertelsmann SE & Co. KGaA entfallende Eigenkapital lag bei 8,5 Mrd. € (Vj.: 7,8 Mrd. €). Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen erhöhten sich leicht auf 1.738 Mio. € (31. Dezember 2017: 1.685 Mio. €). Durch die im Abschnitt "Finanzierungsaktivitäten" beschriebene Aufnahme von Finanzschulden erhöhten sich die Bruttofinanzschulden auf 5.337 Mio. € nach 4.919 Mio. € zum 31. Dezember 2017. Darüber hinaus blieb die Bilanzstruktur im Vorjahresvergleich weitgehend unverändert. BilanzstrukturAktivaPassivaGenusskapitalZum 31. Dezember 2018 betrug der Nennwert des Genusskapitals unverändert zum Vorjahr 301 Mio. €. Unter Anwendung der Effektivzinsmethode belief sich der Buchwert des Genusskapitals zum 31. Dezember 2018 auf 413 Mio. € (Vj.: 413 Mio. €). 94 Prozent des nominalen Genusskapitals entfallen auf den Genussschein 2001 (ISIN DE0005229942) und 6 Prozent auf den Genussschein 1992 (ISIN DE0005229900). Die Genussscheine 2001 sind an der Frankfurter Wertpapierbörse zum Handel im Regulierten Markt zugelassen. Die Notierung erfolgt in Prozent des Nominalwerts. Im Oktober erreichte der Schlusskurs des Genussscheins 2001 mit 316,00 Prozent seinen niedrigsten Stand, im Januar mit 352,85 Prozent seinen höchsten Stand im Geschäftsjahr 2018. Nach den Genussscheinbedingungen für den Genussschein 2001 beträgt die Ausschüttung für jedes volle Geschäftsjahr 15 Prozent auf den Grundbetrag, vorausgesetzt, es stehen ein ausreichendes Konzernergebnis und ein ausreichender Jahresüberschuss der Bertelsmann SE & Co. KGaA zur Verfügung. Diese Voraussetzungen wurden im abgelaufenen Geschäftsjahr erfüllt. Daher wird für die Genussscheine 2001 auch für das Geschäftsjahr 2018 eine Ausschüttung von 15 Prozent auf den Grundbetrag erfolgen. Aufgrund des geringen Volumens weisen die zum Regulierten Markt an der Frankfurter Wertpapierbörse zugelassenen Genussscheine 1992 einen nur noch bedingt liquiden Börsenhandel auf. Für die Genussscheine 1992 richtet sich die Ausschüttung nach der Gesamtkapitalrendite des Konzerns. Da im Geschäftsjahr 2018 eine Gesamtkapitalrendite von 6,83 Prozent (Vj.: 7,73 Prozent) erzielt wurde, wird sich die Ausschüttung auf die Genussscheine 1992 für das Geschäftsjahr 2018 auf 7,83 Prozent (Vj.: 8,73 Prozent) des Grundbetrags belaufen. Die Ausschüttung auf beide Genussscheine wird voraussichtlich am 22. Mai 2019 erfolgen. Laut den Genussscheinbedingungen kontrolliert der Abschlussprüfer der Bertelsmann SE & Co. KGaA, ob die Gewinnausschüttung zutreffend ermittelt wurde. Hierüber legt der Abschlussprüfer für beide Genussscheine eine Bescheinigung vor. Geschäftsverlauf der Bereiche des KonzernsRTL GroupDie RTL Group erreichte 2018 erneut einen Rekordwert beim Umsatz; das Operating EBITDA gab vor dem Hintergrund eines hohen Gewinns aus Immobilienverkäufen im Vorjahr erwartungsgemäß nach, stieg auf vergleichbarer Basis aber ebenfalls an. Die RTL Group baute im Rahmen ihrer "Total Video"-Strategie ihre Video-on-Demand-Angebote (VoD) vor allem in Deutschland, Frankreich und den Niederlanden aus und verzeichnete signifikante Zuwächse bei den Abonnentenzahlen. Zugleich investierte die Gruppe verstärkt in Eigenproduktionen und in hochwertige Inhalte für den internationalen Markt. Die Onlinevideo-Abrufe auf den vielfältigen Digitalplattformen der RTL Group legten im Berichtsjahr deutlich auf insgesamt 497 Mrd. zu (Vj.: 420 Mrd.). Der Umsatz der RTL Group stieg trotz negativer Wechselkurseffekte um 2,1 Prozent auf den neuen Höchstwert von 6,5 Mrd. € (Vj.: 6,4 Mrd. €). Dazu trugen vor allem das dynamisch wachsende Digitalgeschäft, die Produktionstochter Fremantle und RTL Nederland bei. Der Digitalumsatz, der vor allem die Erlöse aus Multiplattform-Netzwerken, VoD-Angeboten und Adtech-Geschäften umfasst, erhöhte sich im Berichtsjahr auf 985 Mio. € (Vj.: 826 Mio. €) und steuerte damit 15,1 Prozent (Vj.: 13,0 Prozent) zum Gesamtumsatz der RTL Group bei. Das Operating EBITDA sank 2018 um 5,1 Prozent auf 1,4 Mrd. € nach 1,5 Mrd. € im Vorjahr. Ohne Berücksichtigung des Veräußerungsgewinns aus dem Vorjahr ergab sich ein Anstieg um 1,3 Prozent. Die EBITDA-Marge erreichte 21,5 Prozent nach 23,2 Prozent im Vorjahr. Umsatz und Ergebnis der Mediengruppe RTL Deutschland erreichten erneut ein hohes Niveau, gaben im Jahresvergleich aber etwas nach. Dazu trugen der rückläufige deutsche TV-Werbemarkt, aber auch große Sportereignisse wie die Fußball-WM und die Olympischen Winterspiele bei, die jeweils im öffentlich-rechtlichen Fernsehen übertragen wurden. Der kombinierte Zuschauermarktanteil der Senderfamilie betrug in der Hauptzielgruppe 27,5 Prozent (Vj.: 28,9 Prozent). Die Mediengruppe RTL startete Ende 2018 ihren überarbeiteten VoD-Dienst TV Now, der nun vermehrt Exklusivinhalte und Online-First-Formate anbietet. Zusammen mit Partnern startete die Mediengruppe RTL Deutschland die Log-in-Allianz European NetID Foundation. In Frankreich lag der Umsatz der Groupe M6 leicht unter Vorjahr, das Operating EBITDA legte zu. Zur Ertragssteigerung trugen insbesondere M6 Web und Veräußerungsgewinne aus den Transfers von Girondins-de-Bordeaux-Spielern bei. Der Fußballverein wurde zum Jahresende veräußert. Die Groupe M6 erreichte einen kombinierten Zuschauermarktanteil in der Hauptzielgruppe von 21,4 Prozent (Vj.: 22,3 Prozent). Im Sommer 2018 kündigte die Groupe M6 zusammen mit Partnern eine gemeinsame Streaming-Plattform namens Salto an. RTL Nederland verzeichnete 2018 höhere Werbeeinnahmen sowie Zuwächse beim VoD-Angebot Videoland und weiteren Digitalgeschäften. Umsatz und Ergebnis von RTL Nederland stiegen. Fremantle weist für 2018 kräftiges Wachstum aus, getragen von gut laufenden Geschäften in Nordamerika und Deutschland. Das Unternehmen war mit zahlreichen fiktionalen Serien wie "My Brilliant Friend" oder "Deutschland 86" erfolgreich, die international auf großes Interesse stießen. Zum 1. Januar 2018 übernahm Bert Habets als alleiniger CEO die Führung der RTL Group. Umsatzanalyse
Umsatz nach Regionen in Prozent (ohne Innenumsätze)
Umsatz nach Erlösquellen in Prozent
Penguin Random HousePenguin Random House verzeichnete im Geschäftsjahr 2018 organisches Umsatzwachstum in Höhe von 1,3 Prozent. Negative Wechselkurseffekte konnten mit einer starken Bestsellerperformance, Akquisitionen und Zuwächsen bei Audio-Downloads mehr als kompensiert werden. Unter Berücksichtigung der vollständig von Bertelsmann gehaltenen deutschen Verlagsgruppe Random House erzielte der Unternehmensbereich 2018 einen um 1,9 Prozent gesteigerten Umsatz von 3,4 Mrd. € (Vj.: 3,4 Mrd. €). Das Operating EBITDA der Buchgruppe legte um 1,3 Prozent auf 528 Mio. € (Vj.: 521 Mio. €) zu. Die EBITDA-Marge erreichte mit 15,4 Prozent erneut ein hohes Niveau (Vj.: 15,5 Prozent). Stärkste Wachstumstreiber waren Hörbücher, die in allen Kernmärkten kräftig zulegten, sowie die Veröffentlichung der Autobiografie "Becoming" der früheren First Lady der USA, Michelle Obama. Der Titel, der Mitte November 2018 unter der Regie von Crown Publishing zeitgleich in 31 Sprachen auf den Markt gebracht wurde, stürmte die Bestsellerlisten und verkaufte sich in den sechs Wochen bis zum Jahresende mehr als sieben Millionen Mal in allen Formaten. Penguin Random House verkündete die Aufstockung seines Anteils am brasilianischen Verlagshaus Companhia das Letras auf 70 Prozent. Das Verlagsportfolio wurde außerdem mit dem Erwerb des Sachbuchverlags Rodale Books in den USA und des Hindi-sprachigen Taschenbuchverlags Hind Pocket Books in Indien erweitert. In Singapur wurde die neue Einheit Penguin Random House South East Asia aufgebaut. Penguin Random House investierte zudem in den Ausbau direkter Leserbeziehungen und setzte die Optimierung der Lieferketten in den Einzelhandel fort. In den USA platzierte die Buchverlagsgruppe im vergangenen Jahr 481 Titel auf den Bestsellerlisten der "New York Times", davon 69 auf Platz eins. Neben dem Toptitel "Becoming" von Michelle Obama waren insbesondere "The President Is Missing" von Bill Clinton und James Patterson, "12 Rules for Life" von Jordan B. Peterson sowie "The Reckoning" von John Grisham erfolgreich. Mehr als elf Millionen Mal verkauften sich Kinderbuchklassiker von Dr. Seuss. Penguin Random House UK verzeichnete 2018 stabile Umsätze, mit Wachstum bei digitalen Formaten und Lizenzerlösen. Die britischen Verlage stellten 39 Prozent aller Top-10-Titel auf den wöchentlichen Bestsellerlisten der "Sunday Times". Zu den meistverkauften Büchern gehörten auch dort "Becoming" von Michelle Obama und "12 Rules for Life" von Jordan B. Peterson, außerdem "Jamie Cooks Italy" von Jamie Oliver und "Diary of a Wimpy Kid: The Meltdown" von Jeff Kinney. Die Penguin Random House Grupo Editorial steigerte 2018 ihren Umsatz und weitete ihr Kinder- und Hörbuchangebot für den spanischsprachigen Raum aus. Größte Bestseller waren "La desaparición de Stephanie Mailer" von Joël Dicker, "Tú no matarás" von Julia Navarro und "Sabotaje" von Arturo Pérez Reverte. In Deutschland behauptete die Verlagsgruppe Random House ihre marktführende Stellung; das Unternehmen wuchs sowohl im Umsatz als auch im Ergebnis. Die Verlagsgruppe platzierte 386 Titel auf den "Spiegel"-Bestsellerlisten, 20 davon auf Platz eins. Meistverkaufter Titel war Michelle Obamas Autobiografie "Becoming". Die Verlagsgruppe erwarb im Berichtsjahr den Audio Verlag und baute damit ihr Hörbuchangebot auch akquisitorisch aus. Zahlreiche Autoren von Penguin Random House gewannen renommierte Auszeichnungen, darunter Michael Ondaatje den Golden Man Booker Prize für "The English Patient" als bestes fiktionales Werk aus den bisherigen insgesamt 50 Man-Booker-Preisträgern in fünf Jahrzehnten. Umsatzanalyse
Umsatz nach Regionen in Prozent (ohne Innenumsätze)
Umsatz nach Erlösquellen in Prozent
Gruner + JahrGruner + Jahr setzte seine Transformation fort. Der Umsatz ging aufgrund von Portfoliobereinigungen auf 1,4 Mrd. € (Vj.: 1,5 Mrd. €) zurück, organisch blieb der Umsatz stabil auf Vorjahresniveau. Der Digitalumsatzanteil in den Kernländern konnte weiter ausgebaut werden. Das Operating EBITDA lag mit 140 Mio. € (Vj.: 145 Mio. €) moderat unter Vorjahr. Die EBITDA-Marge verbesserte sich auf 9,7 Prozent (Vj.: 9,6 Prozent). In Deutschland wuchs G+J erneut sowohl im Umsatz als auch im Ergebnis. Der im Marktvergleich moderate Rückgang im Printanzeigen- und Vertriebsgeschäft konnte durch starkes Digitalwachstum, den Ausbau des Lizenzgeschäfts und neue Magazingeschäfte kompensiert werden. Territory, die Agentur für inhaltegetriebene Kommunikation, steigerte Umsatz und Ergebnis stark. Zum guten Geschäftsverlauf in Deutschland trug auch das wachsende Digitalgeschäft wesentlich bei. Im deutschen Kernmarkt stieg der digitale Anteil am Gesamtumsatz auf rund 29 Prozent. Dieser Anstieg ist vor allem durch die starke Entwicklung der Vermarktungsplattform AppLike getrieben, die ihren Umsatz mehr als verdoppeln konnte. Positiv wirkten zudem der Ausbau des Lizenzgeschäfts, etwa bei "Schöner Wohnen", und das Wachstum von "Eat the World". Darüber hinaus lancierte G+J in 2018 neue innovative Magazine: Neben dem Feinschmeckermagazin "B-Eat" prägte G+J etwa mit "Guido" und "Dr. von Hirschhausens Stern Gesund Leben" das Genre der Persönlichkeitsmagazine. Die DDV Mediengruppe verzeichnete einen Umsatz auf dem Niveau des Vorjahres. Das Geschäft von G+J Frankreich verzeichnete insgesamt einen starken Umsatz- und Ergebnisrückgang. Ursächlich dafür waren neben der Veräußerung des Titels VSD vor allem die digitalen Vermarktungsplattformen. Das Markengeschäft hingegen konnte trotz rückläufiger Printumsätze sein Ergebnis erheblich steigern. Insbesondere die Digitalangebote der klassischen Magazinmarken, etwa "Voici", "Gala" und "Télé Loisirs", erzielten abermals hohe Wachstumsraten bei Umsatz und Ergebnis. Umsatzanalyse
Umsatz nach Regionen in Prozent (ohne Innenumsätze)
Umsatz nach Erlösquellen in Prozent
BMGDie Bertelsmann-Musiktochter BMG verzeichnete 2018, zehn Jahre nach der Neugründung, weiterhin deutliche Zuwächse bei Umsatz und Ergebnis, vor allem in ihren Kernmärkten USA, Großbritannien und Deutschland. Der Schwerpunkt verlagerte sich nach Jahren des akquisitorischen Wachstums vermehrt auf organisches Wachstum. BMG profitierte insbesondere vom Ausbau seines Labelgeschäfts, das im Berichtsjahr kräftig zulegte; das Musikverlagsgeschäft wies ebenfalls stabiles Wachstum auf. BMG-Künstler und -Songwriter konnten 2018 zahlreiche Hits und Alben in den Charts platzieren. Der Umsatz von BMG stieg trotz negativer Wechselkurseffekte um 7,5 Prozent auf 545 Mio. € (Vj: 507 Mio. €). Dahinter stand vor allem organisches Wachstum. Das Operating EBITDA legte überproportional um 17,3 Prozent auf 122 Mio. € (Vj.: 104 Mio. €) zu, beflügelt durch den Umsatzanstieg sowie durch Skaleneffekte. Die EBITDA-Marge erhöhte sich auf 22,5 Prozent (Vj.: 20,5 Prozent). Im Labelgeschäft, dessen Marktwachstum vom Streaming getrieben wird, wuchs BMG dank Nummer-eins-Singles und -Alben von Künstlern wie Lil Dicky, Jason Aldean, Kylie Minogue, The Prodigy oder Kontra K. Neue Verträge schloss BMG mit Künstlern wie Dido, Marianne Faithfull, Lenny Kravitz und Adel Tawil ab. Keith Richards, der seine Verlagsinteressen seit 2013 zusammen mit Mick Jagger von BMG vertreten lässt, unterzeichnete zusätzlich einen weltweiten Vertrag für seine Solo-Aufnahmen. BMG erwarb das Weltmusik-Label World Circuit Records und das auf Hip-Hop und Rap spezialisierte US-Label RBC Records. Im Verlagsgeschäft wirkten sich Welttourneen von Künstlern wie Roger Waters und The Rolling Stones sowie die Verwaltung des Fremantle-Katalogs durch BMG positiv aus. Auch erfolgreiche Veröffentlichungen der Werke von Songwritern wie Jason Evigan, Bebe Rexha, George Ezra, Jess Glynne und The BossHoss trugen zum Wachstum bei. Zu den prominentesten Signings zählten Ringo Starr und JuiceWRLD. Lenny Kravitz und Yusuf alias Cat Stevens erneuerten ihre Verträge mit dem Unternehmen. BMG-Songwriter trugen zu drei der fünf größten Sommerhits im US-Radio bei. Ausgebaut wurde die Geschäftseinheit BMG Production Music, die Musik speziell für Filme, Videospiele oder Werbung anbietet und dank neuer Büros in Singapur und Hongkong in nunmehr acht Ländern präsent ist. Das wachsende Geschäftsfeld Filme wurde erfolgreich weiterentwickelt. Zu den Highlights zählte, dass die US-Verleihfirma Magnolia Pictures die nordamerikanischen Rechte an der ersten größeren Filmproduktion von BMG, einer Dokumentation über die Rocksängerin Joan Jett ("Bad Reputation"), erwarb. Im Geschäftsfeld Buch verdoppelte sich die Zahl der von BMG herausgegebenen Buchtitel im Vergleich zu 2017. Zu den Veröffentlichungen zählen die illustrierten Titel "Johnny Cash at Folsom and San Quentin" und "Dreaming of Dylan". Umsatzanalyse
Umsatz nach Regionen in Prozent (ohne Innenumsätze)
Umsatz nach Erlösquellen in Prozent
ArvatoArvato verzeichnete im Berichtsjahr 2018 eine sehr erfreuliche Geschäftsentwicklung. Der Umsatz der Dienstleistungsgeschäfte von Bertelsmann stieg um 7,2 Prozent auf 4,1 Mrd. € (Vj.: 3,8 Mrd. €), das Operating EBITDA konnte sogar um 17,8 Prozent verbessert werden und wuchs auf 377 Mio. € (Vj.: 320 Mio. €). Treiber für diese äußerst positive Entwicklung waren insbesondere die von Arvato SCM Solutions bereitgestellten Services für Kunden aus den Bereichen Hightech und Fashion, die Finanzdienstleistungsgeschäfte von Arvato Financial Solutions sowie die innovativen IT-Lösungen von Arvato Systems. Die EBITDA-Marge von Arvato verbesserte sich auf 9,2 Prozent nach 8,4 Prozent im Vorjahr. Nachdem Bertelsmann Ende Januar 2018 darüber informiert hatte, dass der Konzern strategische Optionen für das CRM-Geschäft von Arvato prüfe, wurde im September 2018 bekanntgegeben, dass Bertelsmann und die marokkanische Saham Group planen, ihre weltweiten CRM-Geschäfte zusammenzulegen. Die seit dem 4. Januar 2019 existierende neue Unternehmensgruppe Majorel zählt zu den Marktführern in Europa, Afrika und dem Nahen Osten, verbunden mit einer starken Präsenz in Amerika und Asien. Die Dienstleistungsgeschäfte innerhalb von Arvato CRM Solutions verliefen 2018 insgesamt zufriedenstellend und trugen zum Umsatz- und Ergebnisanstieg von Arvato bei. Maßgeblicher Wachstumstreiber war der Ausbau der Geschäfte mit großen, international tätigen Kunden aus den Bereichen Hightech und E-Commerce. In Deutschland konnte der Vertrag mit einem großen Mobilfunkanbieter verlängert werden. Zudem wurde das weltweite Standortnetzwerk weiter auf- und ausgebaut. Die Logistikdienstleistungsgeschäfte innerhalb der Solution Group SCM wuchsen im Berichtszeitraum insbesondere mit im Vorjahr neu hinzugewonnenen Aufträgen und Kunden aus den Branchen Fashion, Hightech und Healthcare organisch stark. Zudem wurden wichtige Rahmenkundenverträge verlängert. Das bestehende weltweite Standortnetzwerk wurde durch die Inbetriebnahme neuer und die Erweiterung bestehender Distributionszentren weiterentwickelt. Die bei Arvato Financial Solutions gebündelten Finanzdienstleistungsgeschäfte entwickelten sich im Berichtszeitraum ebenfalls positiv. Umsatz und Ergebnis lagen über den Vorjahreswerten. Gestützt wurde dies vor allem durch einen guten Geschäftsverlauf in der DACH-Region. Mit dem Ziel, das bestehende Lösungsangebot für die deutsche KFZ-Versicherungsbranche auszubauen und weiter zu automatisieren, wurde im ersten Halbjahr 2018 die 3C Deutschland GmbH übernommen. Der IT-Dienstleister Arvato Systems wuchs im Berichtszeitraum organisch und profitabel. Das Geschäft mit eigenen Software-Lösungen konnte unter anderem durch den Gewinn eines Großkunden aus den USA erfolgreich ausgebaut und weiterentwickelt werden. Zudem erzielte der IT-Dienstleister bei der Transformation der bestehenden Geschäftsmodelle deutliche Fortschritte und konnte insbesondere im stark wachsenden Cloudgeschäft zahlreiche Kundenaufträge gewinnen. Umsatzanalyse
Umsatz nach Regionen in Prozent (ohne Innenumsätze)
Umsatz nach Erlösquellen in Prozent
Bertelsmann Printing GroupDie Bertelsmann Printing Group sah sich im Geschäftsjahr 2018 mit einem herausfordernden Marktumfeld konfrontiert: Insbesondere Papierpreissteigerungen führten zu Zurückhaltung bei vielen Auftraggebern. Vor diesem Hintergrund verzeichnete die Gruppe einen Umsatzrückgang von -2,5 Prozent auf 1.639 Mio. € (Vj.: 1.681 Mio. €). Das Operating EBITDA verminderte sich auf 85 Mio. € (Vj.: 118 Mio. €). Die EBITDA-Marge betrug 5,2 Prozent (Vj.: 7,0 Prozent). Die Offsetdruckgeschäfte der Bertelsmann Printing Group konnten sich im Geschäftsjahr 2018 trotz rückläufiger Marktentwicklung gut behaupten. Mohn Media verlängerte im Jahresverlauf wichtige Kundenverträge. Das auf Printlösungen für Buchverlage spezialisierte Unternehmen GGP Media blieb aufgrund einer schwächeren Nachfrage bei einigen großen Kunden im Umsatz etwas hinter dem Vorjahresniveau zurück. Die auf Zeitschriften und Kataloge im kleinen bis mittleren Auflagenbereich spezialisierte BPG-Tochter Vogel Druck konnte neue Referenzkunden gewinnen. Die in der Prinovis-Gruppe gebündelten Tiefdruckaktivitäten entwickelten sich im Berichtszeitraum in Deutschland aufgrund deutlich geringerer Volumen im Versandhandel und bei Zeitschriftenverlagen stark rückläufig und lagen bei Umsatz und EBITDA deutlich unter den Werten des Vorjahres. Das Tiefdruckgeschäft der Gruppe in Großbritannien entwickelte sich trotz schwieriger Marktbedingungen planmäßig. Auch im US-Markt war die Nachfrage insbesondere im ersten Halbjahr 2018 verhalten; die Geschäftsaktivitäten der US-Druckereien der Bertelsmann Printing Group entwickelten sich infolgedessen ebenfalls rückläufig. Verträge mit zwei wichtigen Großkunden konnten langfristig abgesichert werden. Die Umsätze in der Speichermedienreplikation gingen vor dem Hintergrund des rückläufigen Marktes erwartungsgemäß zurück. Mit der Akquise von zwei Großkunden konnte Sonopress Marktanteile hinzugewinnen. Mit den der Bertelsmann Printing Group zugeordneten drucknahen Marketingdienstleistungsgeschäften werden kanalübergreifende Kommunikationsleistungen, insbesondere für Handel, E-Commerce und Werbewirtschaft, angeboten. Diese Geschäfte entwickelten sich positiv; unter anderem konnten in den Geschäftsbereichen Kampagnen-Management und dem Multipartnerprogramm DeutschlandCard neue Kunden gewonnen und wichtige Verträge verlängert werden. Die DeutschlandCard feierte im ersten Halbjahr 2018 ihr zehnjähriges Bestehen. Umsatzanalyse
Umsatz nach Regionen in Prozent (ohne Innenumsätze)
Umsatz nach Erlösquellen in Prozent
Bertelsmann Education GroupGetragen von der steigenden Nachfrage nach Bildungsangeboten verzeichneten die in der Bertelsmann Education Group gebündelten Bildungsaktivitäten des Konzerns weiteres Wachstum. Umsatz und operatives Ergebnis der Gruppe legten deutlich zu; alle Unternehmen des Bereichs entwickelten außerdem ihr Lehr- oder Dienstleistungsangebot strategisch weiter. Der Umsatz im Bildungsbereich stieg im Geschäftsjahr 2018 signifikant um 36,4 Prozent auf 258 Mio. € (Vj.: 189 Mio. €). Maßgeblich trugen hierzu die Vollkonsolidierung des US-Hochschuldienstleisters HotChalk, das fortgesetzte Wachstum des Online-Bildungsanbieters Relias sowie die Übernahme des US-Online-Bildungsanbieters OnCourse Learning bei. Das Operating EBITDA der Bertelsmann Education Group verbesserte sich infolgedessen signifikant auf 37 Mio. € (Vj.: 3 Mio. €). Die EBITDA-Marge betrug 14,5 Prozent (Vj.: 1,8 Prozent). Die Bertelsmann-Tochter Relias wuchs im Berichtszeitraum organisch zweistellig und vergrößerte ihre Kundenbasis auf mehr als 8.400 Institutionen, deren Mitarbeiter 2018 rund 37,2 Mio. Onlinekurse absolvierten. Im November erwarb Bertelsmann den US-Online-Bildungsanbieter OnCourse Learning vollständig vom Private-Equity-Unternehmen CIP Capital und integrierte dessen Weiterbildungssparte für den Sektor Gesundheitswesen in Relias. Das Unternehmen erweiterte so seine Aktivitäten im Bereich Akutversorgung deutlich. Die Online-Weiterbildungsplattform Udacity entwickelte ihr Lehrangebot weiter und führte neue Nanodegree-Programme ein, unter anderem im Themenbereich Künstliche Intelligenz. Auch das B2B-Geschäft wurde weiter ausgebaut; Ende 2018 nutzen mehr als 50 Unternehmenskunden Angebote von Udacity. Bertelsmann hält einen signifikanten Anteil an dem US-Unternehmen aus dem Silicon Valley. Am US-Hochschuldienstleister HotChalk übernahm die Bertelsmann Education Group im Berichtszeitraum die Mehrheit. Das Unternehmen verzeichnete einen deutlichen Ergebnisanstieg und baute die Partnerschaft mit dem größten Kunden deutlich aus. Die Anzahl der eingeschriebenen Studenten in Kursen, die von HotChalk betreut werden, entwickelte sich ebenfalls positiv. Die auf die Bereiche Psychologie und Pädagogik spezialisierte Alliant International University verzeichnete im vergangenen Jahr einen Anstieg der Studentenanzahl und setzte den Aufbau ihres digitalen Lehrangebots fort. Umsatzanalyse
Umsatz nach Regionen in Prozent (ohne Innenumsätze)
Umsatz nach Erlösquellen in Prozent
Bertelsmann InvestmentsBertelsmann Investments erweiterte im Geschäftsjahr 2018 erneut sein globales Netzwerk aus Beteiligungen an innovativen, jungen Unternehmen. Bertelsmann Asia Investments (BAI), Bertelsmann Brazil Investments (BBI), Bertelsmann India Investments (BII) und Bertelsmann Digital Media Investments (BDMI) tätigten im Berichtszeitraum rund 60 Neu- und Folgeinvestitionen. Parallel wurden mehrere Exits vollzogen, sodass Bertelsmann über seine Corporate-Fonds zum Jahresende 189 Beteiligungen hielt. Bertelsmann Investments leistet erneut einen signifikanten positiven Beitrag zum Konzernergebnis im abgelaufenen Jahr, der sich im Wesentlichen aus Wertsteigerungen der Beteiligungen und Veräußerungsgewinnen zusammensetzt. Das EBIT lag bei 96 Mio. € (Vj.: 141 Mio. €). BAI tätigte 23 neue Investitionen, unter anderem in die chinesische Musik-Streaming-Plattform NetEase Cloud Music. Folgeinvestitionen flossen in 16 Unternehmen, darunter die Fitness-App Keep und der Finanzdienstleister Linklogis. Wie schon 2017 gingen auch 2018 vier BAI-Beteiligungen an die Börse: das Gebrauchtwagenportal Tuanche, die Rabatt-Plattform Meituan Dianping, die Mode-E-Commerce-Plattform Mogu sowie das Tech-Unternehmen Xiaomi, an dem der Fonds indirekt beteiligt ist. In den zehn Jahren des Bestehens gingen zehn Beteiligungen von BAI an die Börse. In Brasilien folgten weitere Investitionen im Schwerpunktbereich Bildung. Im April übernahm Bertelsmann über BBI die Mehrheit an Affero Lab, einem der größten Corporate-Training-Anbieter des Landes, und stockte diese Beteiligung im Dezember ein weiteres Mal auf. Zusammen mit dem Partner Crescera Investimentos wurde außerdem das Bildungsnetzwerk im Gesundheitsbereich weiter ausgebaut. BII beteiligte sich neu am indischen Unternehmen Licious, einer direct-to-consumer Food-Plattform, und der Logistikplattform Lets Transport. Dazu kamen Folgeinvestitionen in das Social-Media-Portal Roposo sowie das Weiterbildungsunternehmen Eruditus Executive Education, das gemeinsam mit internationalen Ivy-League-Universitäten Fortbildungskurse entwickelt. Darüber hinaus gelangen BII die ersten zwei Desinvestitionen bei Saavn und IndiaProperty. BDMI tätigte 17 Neu- und Folgeinvestitionen, unter anderem in das auf die Live-Übertragung von Sport-Events spezialisierte Netzwerk FloSports. Seit 2012 investierten die vier Fonds knapp 800 Mio. € in Digitalunternehmen, Rückflüsse durch Verkäufe von Beteiligungen betrugen im selben Zeitraum mehr als 400 Mio. €. Gesamtaussage der Unternehmensleitung zur wirtschaftlichen LageBertelsmann verzeichnete im abgelaufenen Geschäftsjahr 2018 insgesamt eine positive Geschäftsentwicklung. Der Konzern verbesserte sein Wachstumsprofil durch den fortgesetzten organischen und akquisitorischen Ausbau seiner Wachstumsplattformen. Die strategische Transformation hin zu einem wachstumsstärkeren, digitaleren, internationaleren und diversifizierteren Konzern setzte Bertelsmann konsequent fort. Im Berichtszeitraum erhöhte sich der Konzernumsatz moderat um 2,8 Prozent auf 17,7 Mrd. € nach 17,2 Mrd. € im Vorjahr und entsprach damit den Einschätzungen (Prognose im Geschäftsbericht 2017: moderat steigender Umsatz). Das organische Umsatzwachstum betrug 2,7 Prozent. Das Operating EBITDA lag mit 2.586 Mio. € lediglich leicht um 1,9 Prozent unter dem hohen Vorjahreswert von 2.636 Mio. €, der materielle Veräußerungsgewinne aus strategischen Immobilientransaktionen enthielt (Prognose im Geschäftsbericht 2017: moderat rückläufiges Operating EBITDA). Der zur Konzernsteuerung verwendete BVA lag mit 121 Mio. € stark unter dem Vorjahreswert von 163 Mio. € (Prognose im Geschäftsbericht 2017: stark abnehmender BVA). Die Entwicklung spiegelt den investitionsbedingten Anstieg des durchschnittlich investierten Kapitals und das geringere operative Ergebnis wider. Im Geschäftsjahr 2018 wurde weiter intensiv an der Umsetzung der Strategie gearbeitet. Neben dem Fokus auf lokale Inhalte und Eigenproduktionen der RTL Group sowie neuen Magazinen bei Gruner + Jahr trug insbesondere die ab 2019 wirksame Zusammenlegung der CRM-Geschäfte von Bertelsmann und der Saham Group zur Stärkung der Kerngeschäfte bei. Im Zuge der digitalen Transformation baute die RTL Group ihr Video-on-Demand-Angebot weiter aus und bündelte zudem die Online-Werbevermarkter SpotX und SmartClip. Die Verlagsgruppe Random House stärkte ihr Angebot im Audiomarkt mit dem Erwerb des Hörbuchverlags DAV und Gruner + Jahr baute die App-Discovery-Plattform AppLike weiter aus. Die Wachstumsplattformen wurden insbesondere im Bereich Bildung durch die Übernahme des US-Online-Bildungsanbieters OnCourse Learning und die Übernahme der Mehrheit am US-Hochschuldienstleister HotChalk erweitert. Ebenso verzeichnete Bertelsmann Fortschritte in China, Indien und Brasilien mit einer Vielzahl von Neu- und Folgeinvestitionen über die im Unternehmensbereich Bertelsmann Investments gebündelten Fonds. Die Finanz- und Vermögenslage ist trotz der erhöhten Verschuldung nach wie vor solide. Aufgrund der Übernahme von OnCourse Learning im vierten Quartal 2018 lag der Leverage Factor im Berichtszeitraum mit 2,7 über dem Niveau des Vorjahres. Das Fälligkeitsprofil der Kapitalmarktfinanzierungen wurde durch die im Geschäftsjahr 2018 getätigte Emission weiter optimiert. Die ausgewiesenen liquiden Mittel zum 31. Dezember 2018 in Höhe von 1,4 Mrd. € (31. Dezember 2017: 1,4 Mrd. €) stellen eine ausreichende Liquidität dar. Die Ratingagenturen Moody's und S&P stuften die Kreditwürdigkeit von Bertelsmann unverändert mit Baa1 bzw. BBB+ und einem stabilen Ausblick ein. Alternative Leistungskennzahlen (Alternative Performance Measures)Zur Erläuterung der Ertragslage bzw. der Finanz- und Vermögenslage werden im vorliegenden zusammengefassten Lagebericht ergänzend die folgenden Alternativen Leistungskennzahlen verwendet, die nicht nach IFRS definiert sind. Diese sollten nicht isoliert, sondern als vervollständigende Information zur Beurteilung der Geschäftslage von Bertelsmann betrachtet werden und unterscheiden sich wie das wertorientierte Steuerungssystem u. a. in Steuerungskennzahlen im engeren von jenen im weiteren Sinne. Organisches Umsatzwachstum
Das organische Wachstum ergibt sich, indem das ausgewiesene Umsatzwachstum um den Einfluss von Wechselkurseffekten sowie Unternehmenserwerben und -veräußerungen sowie sonstigen Effekten bereinigt wird. Bei den Wechselkurseffekten wird die im jeweiligen Land gültige funktionale Währung zur Berechnung herangezogen. Zu den sonstigen Effekten zählen bspw. Methoden- und Ausweisänderungen. Diese betreffen im Berichtszeitraum vorwiegend Ausweisänderungen in der Gewinn- und Verlustrechnung aus der erstmaligen Anwendung von IFRS 15 (detaillierte Erläuterung hierzu im Konzernanhang "Auswirkungen von neuen Rechnungslegungsstandards"). Operating EBITDA
Das Operating EBITDA ist als das Ergebnis vor Finanzergebnis und Steuern sowie planmäßigen und außerplanmäßigen Abschreibungen festgelegt und um Sondereinflüsse bereinigt. Die Bereinigungen um Sondereinflüsse dienen der Ermittlung eines nachhaltigen unter normalen wirtschaftlichen Gegebenheiten wiederholbaren operativen Ergebnisses, das nicht durch Sondersachverhalte oder strukturelle Verwerfungen beeinflusst wird. Zu den Sondereinflüssen zählen im Wesentlichen Wertminderungen und Wertaufholungen, Bewertungen zum beizulegenden Zeitwert, Restrukturierungsaufwendungen und/oder das Ergebnis aus Beteiligungsverkäufen. Hiermit eignet sich das Operating EBITDA als aussagekräftige Steuerungsgröße. Veräußerungseffekte aus strategischen Immobilientransaktionen zählen nicht zu den Sondereinflüssen. BVA
Der BVA misst den über die angemessene Verzinsung des investierten Kapitals hinaus erwirtschafteten Gewinn. Diese Form der Wertorientierung findet sowohl in der strategischen Investitions- und Portfolioplanung als auch in der operativen Geschäftssteuerung ihren Ausdruck und bildet zusammen mit qualitativen Kriterien die Grundlage für die Bemessung des variablen Anteils der Managementvergütung. Der BVA berechnet sich aus der Differenz von Net Operating Profit After Tax (NOPAT) und Kapital kosten. Ausgangsbasis zur Berechnung des NOPAT ist das Operating EBITDA. Unter Abzug von Abschreibungen, soweit diese nicht in den Sondereinflüssen enthalten sind, sowie pauschalierter Steuern von 33 Prozent ergibt sich das für die BVA-Berechnung zugrunde gelegte NOPAT. Die Kapitalkosten entsprechen dem Produkt aus Kapitalkostensatz und durchschnittlich investiertem Kapital. Der Kapitalkostensatz beträgt einheitlich 8 Prozent nach Steuern. Das durchschnittlich investierte Kapital ergibt sich quartalsweise aus den Vermögenspositionen der Bilanz, die dem operativen Betriebszweck dienen, abzüglich solcher Verbindlichkeiten, die dem Unternehmen unverzinslich zur Verfügung stehen. Zusätzlich werden 66 Prozent des Nettobarwerts der Operating Leases zuzüglich der sonstigen Verpflichtungen aus technischen Übertragungseinrichtungen bei der Ermittlung des investierten Kapitals berücksichtigt. Die Ermittlung des BVA erfolgt ohne Berücksichtigung des Unternehmensbereichs Bertelsmann Investments, da die Geschäftsentwicklung hier im Wesentlichen auf Basis des EBIT dargestellt wird. Somit ergibt sich methodisch kein NOPAT-Beitrag dieses Unternehmensbereiches. Aus Konsistenzgründen wird das auf den Unternehmensbereich Bertelsmann Investments entfallende investierte Kapital daher korrigiert, seine Kapitalkosten werden mithin neutralisiert. Cash Conversion Rate
Als Maßstab für die Finanzmittelfreisetzung aus den Geschäften dient die Cash Conversion Rate, die aus dem Verhältnis von Operating Free Cash Flow zu Operating EBIT ermittelt wird. Die Ermittlung des Operating Free Cash Flow setzt auf dem Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit gemäß Konzern-Kapitalflussrechnung auf, wobei die Effekte aus gezahlten Ertragsteuern und der Veränderung der Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen auf den Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit neutralisiert werden. Der Operating Free Cash Flow ist des Weiteren um Investitionen in immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen vermindert, ggfs. erhöht um Erlöse aus dem Verkauf langfristiger Vermögensgegenstände. Weitere Bereinigungen erfolgen, um einer periodengerechten Zuordnung der Kapitalflüsse gerecht zu werden und um den Einfluss von aus Sondereinflüssen resultierenden Zahlungsströmen auf den Operating Free Cashflow methodisch konsistent zum Operating EBITDA zu neutralisieren. Die weiteren Bereinigungen im Geschäftsjahr 2018 umfassten überwiegend Zahlungseffekte aus Restrukturierungsmaßnahmen. Ausgehend vom Operating EBITDA ergibt sich das Operating EBIT durch den Abzug von Abschreibungen, soweit diese nicht in den Sondereinflüssen enthalten sind. Angestrebt wird im langjährigen Mittel eine Cash Conversion Rate zwischen 90 und 100 Prozent. Wirtschaftliche Schulden
Ausgehend von den Bruttofinanzschulden, die sich aus den Bilanzpositionen kurzfristige und langfristige Finanzschulden zusammensetzen, und gemindert um die liquiden Mittel, ergeben sich die Nettofinanzschulden. Die Wirtschaftlichen Schulden sind definiert als Nettofinanzschulden abzüglich des 50-prozentigen Anteils des Nominalkapitals der Hybridanleihen, zuzüglich Pensionsrückstellungen, Genusskapital und Nettobarwert der Operating Leases. Bei der Berechnung der Wirtschaftlichen Schulden werden die Hybridanleihen nur zur Hälfte berücksichtigt, da beide Anleihen von den Ratingagenturen ebenfalls zur Hälfte als Eigenkapital eingestuft werden. Für Berechnungszwecke des Leverage Factor werden die Wirtschaftlichen Schulden modifiziert. Leverage Factor
Zu den Finanzierungszielen gehört ein dynamischer Verschuldungsgrad (Leverage Factor), der sich aus dem Verhältnis von Wirtschaftlichen Schulden zum Operating EBITDA ergibt und den definierten Wert von 2,5 nicht dauerhaft überschreiten sollte. Bei der Ermittlung des Verschuldungsgrads werden die Wirtschaftlichen Schulden und das Operating EBITDA modifiziert, um eine der Struktur des Konzerns und seiner verkraftbaren Verschuldung entsprechende finanzielle Steuerung zu ermöglichen. Die Modifikationen betreffen bei den Wirtschaftlichen Schulden überwiegend liquide Mittel, die im Konzern gebunden sind, während die Modifikationen beim Operating EBITDA die Struktur des Konzerns mit seinen Mitgesellschafteranteilen adressieren. Der ermittelte Leverage Factor ist somit stets konservativer, als er sich bei Verwendung der rein bilanziellen Positionen ergeben würde. NachtragsberichtMit Wirkung zum 4. Januar 2019 wurden die weltweiten Customer-Relationship-Management-Geschäfte von Bertelsmann und der marokkanischen Saham Group zusammengelegt. Beide Partner halten je 50 Prozent der Anteile des neuen Unternehmens Majorel, das zu den Marktführern in Europa, Afrika und dem Nahen Osten zählt, verbunden mit einer starken Präsenz in Amerika und Asien. Die Einbringung der CRM-Geschäfte durch Saham wird im Bertelsmann-Konzernabschluss als ein Unternehmenszusammenschluss im Sinne von IFRS 3 erfasst und durch den Bertelsmann-Konzern erstmals ab dem Geschäftsjahr 2019 vollkonsolidiert. Am 1. Februar 2019 informierte die zur RTL Group gehörende Groupe M6 über die geplante Übernahme der TV-Aktivitäten der Groupe Lagardère. Die beiden französischen Unternehmen befinden sich in exklusiven Verhandlungen. Die Groupe M6 würde damit unter anderem ihre Senderfamilie um den Marktführer im französischen Kinderfernsehen, Gulli, ausbauen. Risiko- und ChancenberichtRisikomanagementsystemDas Risikomanagementsystem (RMS) von Bertelsmann dient der Früherkennung, Beurteilung und Steuerung interner und externer Risiken. Das Interne Kontrollsystem (IKS) als integraler Bestandteil des RMS überwacht die Wirksamkeit der implementierten Gegenmaßnahmen. Ziel des RMS ist es, materielle Risiken für den Konzern rechtzeitig zu identifizieren, um Gegenmaßnahmen ergreifen und Kontrollen durchführen zu können. Risiken sind mögliche künftige Entwicklungen oder Ereignisse, die zu einer für Bertelsmann negativen Prognose bzw. Zielabweichung führen können. Darüber hinaus können sich Risiken negativ auf die Erreichung der strategischen, operativen sowie berichterstattungs- und Compliance-relevanten Ziele des Konzerns sowie auf dessen Reputation auswirken. Der Prozess des Risikomanagements erfolgt in Anlehnung an die international anerkannten Rahmenwerke des Committee of Sponsoring Organizations of the Treadway Commission (COSO Enterprise Risk Management - Integrated Framework bzw. Internal Control -Integrated Framework) und ist in die Teilschritte Identifikation, Bewertung, Steuerung, Kontrolle, Kommunikation und Überwachung gegliedert. Schwerpunkt der Risikoidentifizierung ist die Risikoinventur, die jährlich die wesentlichen Risiken der Unternehmenstätigkeit vom Profit Center aufwärts ermittelt. Diese werden stufenweise auf Unternehmensbereichs- und Konzernebene zusammengefasst. So ist sichergestellt, dass Risiken am Ort ihrer Wirksamkeit erfasst werden. Zusätzlich erfolgen halbjährlich eine konzernweite Nacherhebung der wesentlichen Risiken sowie quartalsweise eine Berichterstattung mit Negativmeldungen. Durch die Ad-hoc-Berichterstattungspflicht werden unterjährig wesentliche Veränderungen in der Risikoeinschätzung dem Vorstand zur Kenntnis gebracht. Den Risiken werden Steuerungsmaßnahmen und Kontrollaktivitäten gegenübergestellt. Auf diese Weise wird das sogenannte Nettorisiko ermittelt. Der Zeithorizont für die Einschätzung von Risiken beträgt sowohl ein Jahr als auch drei Jahre, um Steuerungsmaßnahmen frühzeitig einleiten zu können. Ausgangspunkt für die Ermittlung der wesentlichen Konzernrisiken ist analog der mittelfristigen Unternehmensplanung der Dreijahreszeitraum. Dabei ergibt sich die Bewertung eines Risikos als Produkt aus geschätzter negativer Auswirkung auf den Free Cashflow des Konzerns bei Eintritt des Risikos und geschätzter Eintrittswahrscheinlichkeit. Die Risikoüberwachung durch das Management erfolgt fortlaufend. Das RMS sowie das IKS als Teil des RMS werden kontinuierlich weiterentwickelt und sind in die laufende Berichterstattung an Vorstand und Aufsichtsrat von Bertelsmann eingebunden. Um die Erfüllung gesetzlicher und interner Anforderungen sicherzustellen, finden in regelmäßigen Abständen Sitzungen des Corporate Risk Committee statt. Der Konzernabschlussprüfer prüft das Risikofrüherkennungssystem gemäß § 91 Abs. 2 AktG auf seine Eignung, Entwicklungen, die den Fortbestand der Bertelsmann SE & Co. KGaA gefährden könnten, frühzeitig zu erkennen, und berichtet die Ergebnisse an den Aufsichtsrat der Bertelsmann SE & Co. KGaA. Die Konzernrevision führt fortlaufend Prüfungen der Angemessenheit und der Funktionsfähigkeit des RMS in allen Unternehmensbereichen außer der RTL Group durch. Das RMS der RTL Group wird durch die eigene interne Revision sowie den externen Abschlussprüfer beurteilt. Aufgedeckte Mängel werden zeitnah durch geeignete Maßnahmen beseitigt. Der Bertelsmann-Vorstand hat Umfang und Ausrichtung des RMS anhand der unternehmensspezifischen Gegebenheiten ausgestaltet. Dennoch kann selbst ein angemessen eingerichtetes und funktionsfähiges RMS keine absolute Sicherheit für die Identifikation und Steuerung von Risiken gewährleisten. Rechnungslegungsbezogenes Risikomanagementsystem und Internes KontrollsystemDie Ziele des rechnungslegungsbezogenen RMS und des IKS sind zum einen die Ordnungsmäßigkeit und Verlässlichkeit der externen und internen Rechnungslegung gemäß der geltenden Gesetzeslage sowie eine zeitnahe Bereitstellung von Informationen. Zum anderen soll die Berichterstattung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage von Bertelsmann vermitteln. Die nachstehenden Aussagen gelten für den Konzernabschluss (einschließlich Konzernanhang und zusammengefassten Lageberichts) inklusive der Zwischenberichterstattungen wie auch für das interne Management Reporting. Das IKS für den Rechnungslegungsprozess besteht aus folgenden Teilbereichen: Die konzerninternen Regeln zur Abschlusserstellung und Bilanzierung (z. B. IFRS-Handbuch, Richtlinien, Rundschreiben) werden allen eingebundenen Mitarbeitern zeitnah zur Verfügung gestellt. Die Erstellung des Konzernabschlusses erfolgt in einem konzernweit einheitlichen Berichterstattungssystem. Durch umfangreiche automatische Systemkontrollen wird die Datenkonsistenz der Abschlüsse sichergestellt. Die kontinuierliche Weiterentwicklung des Systems erfolgt durch einen dokumentierten Änderungsprozess. Systemseitige Abstimmprozesse von konzerninternen Geschäftsvorfällen dienen zur Vorbereitung der entsprechenden Konsolidierungsschritte. Sachverhalte, die zu wesentlichen Fehlaussagen im Konzernabschluss führen können, werden jeweils zentral von Mitarbeitern der Bertelsmann SE & Co. KGaA sowie der RTL Group (für den vorkonsolidierten Teilkonzern) überwacht sowie gegebenenfalls unter Hinzunahme externer Experten verifiziert. Zentrale Ansprechpartner der Bertelsmann SE & Co. KGaA sowie der Unternehmensbereiche stehen zudem in kontinuierlichem Kontakt mit den Tochterfirmen vor Ort, um die IFRS-konforme Bilanzierung sowie die Einhaltung von Berichtsfristen und -pflichten sicherzustellen. Abgerundet werden diese präventiven Maßnahmen durch Kontrollen in Form von Analysen durch das Konzernrechnungswesen der Bertelsmann SE & Co. KGaA sowie der RTL Group (für den vorkonsolidierten Teilkonzern). Diese Analysen dienen der Aufdeckung verbliebener Inkonsistenzen. In das interne Management Reporting sind zudem die Controlling-Abteilungen der Unternehmensbereiche und des Konzerns eingebunden. Im Rahmen der quartalsweisen Segmentabstimmung erfolgt eine Abstimmung zwischen dem internen und dem externen Berichtswesen. Durch die Einführung eines weltweit verbindlichen Kontrollrahmens für die dezentralen Rechnungslegungsprozesse soll zudem ein standardisierter Aufbau des IKS auf Ebene der lokalen Buchhaltungen aller vollkonsolidierten Konzerngesellschaften erreicht werden. Feststellungen der externen Prüfer sowie der Konzernrevision und der internen Revision der RTL Group in Bezug auf die Bilanzierung werden zeitnah mit den betroffenen Unternehmen besprochen und Lösungswege werden erarbeitet. Im Rahmen einer Selbsteinschätzung erfolgt jährlich eine Bestandsaufnahme der Qualität des IKS in den wesentlichen vollkonsolidierten Konzerngesellschaften. Die Ergebnisse werden auf Ebene der Unternehmensbereiche diskutiert. Gleichwohl gilt grundsätzlich auch für jedes IKS, analog zum RMS, dass es keine absolute Sicherheit liefern kann, wesentliche Fehlaussagen in der Rechnungslegung zu vermeiden oder aufzudecken. Die Konzernrevision sowie die interne Revision der RTL Group beurteilen die rechnungslegungsrelevanten Prozesse im Rahmen ihrer Prüfungstätigkeit. Darüber hinaus berichtet der Konzernabschlussprüfer im Rahmen seiner Abschlussprüfung dem Prüfungs- und Finanzausschuss des Aufsichtsrats der Bertelsmann SE & Co. KGaA über im Rahmen der Prüfung gegebenenfalls erkannte wesentliche Schwächen des rechnungslegungsbezogenen IKS und die Feststellungen zum Risikofrüherkennungssystem. Wesentliche KonzernrisikenBertelsmann ist einer Reihe von Risiken ausgesetzt. Die für Bertelsmann wesentlichen Risiken, die im Rahmen der Risikoberichterstattung identifiziert wurden, sind in der nachfolgenden Tabelle ihrem Rang nach aufgelistet. Über die Risiken der Informationssicherheit wird in einem nachfolgenden Abschnitt separat berichtet. Entsprechend der Höhe des möglichen Mittelabflusses werden die Risiken im Sinne der Risikotragfähigkeit als gering, moderat, signifikant, erheblich oder bestandsgefährdend klassifiziert. Im Rahmen der abgelaufenen Risikoinventur wurden keine Risiken, die als erheblich oder bestandsgefährdend einzustufen wären, identifiziert. Übersicht wesentlicher Konzernrisiken
Risikoklassifizierung (möglicher Mittelabfluss im Dreijahreszeitraum): gering: < 50 Mio. €, moderat: < 100 Mio. €, signifikant: < 250 Mio. €, erheblich: < 500 Mio. €, bestandsgefährdend: > 500 Mio. € ■ Vorhandene Risiken Aufgrund der Heterogenität der Konzerngeschäfte und der damit verbundenen unterschiedlichen Risiken, denen die einzelnen Unternehmensbereiche ausgesetzt sind, werden im Folgenden die identifizierten wesentlichen strategischen und operativen Konzernrisiken konkretisiert. Als übergeordnete Risiken wurden Risiken aus Akquisitionen sowie Risiken der Informationssicherheit identifiziert und separat beschrieben. Im Anschluss erfolgt eine Erläuterung der rechtlichen und regulatorischen Risiken sowie der Finanzmarktrisiken. Diese Risiken werden über die Konzernfunktionen im Wesentlichen zentral gesteuert. Strategische und operative RisikenDas Expansionstempo der Weltwirtschaft hat im Jahr 2018 etwas nachgelassen. Im weiteren Verlauf wird mit einer konjunkturellen Normalisierung der Wachstumsdynamik gerechnet. Die Geschäftsentwicklung von Bertelsmann unterliegt gewissen Risiken. Insbesondere ein ungeordneter Austritt von Großbritannien aus der EU oder eine weitere Verschärfung der internationalen Handelskonflikte könnten sich negativ auf das makroökonomische Umfeld von Bertelsmann auswirken und so das Risiko aus konjunkturellen Entwicklungen erhöhen. Bertelsmann beobachtet seit der Brexit-Entscheidung kontinuierlich den Austrittsprozess, um etwaige Risiken frühzeitig zu erkennen. Zur Koordination der Informationen wurde eine konzernweite "Brexit Taskforce" eingerichtet. Darüber hinaus stellen der Verlust an Zuschauer- und Marktanteilen, Kundenrisiken, Änderungen im Marktumfeld, Preis- und Margenrisiken, Risiken aus Lieferantenbeziehungen sowie Risiken aus der konjunkturellen Entwicklung kurz- und mittelfristig signifikante Konzernrisiken dar. Deren Entwicklung kann durch ein verändertes Kundenverhalten infolge der fortschreitenden Digitalisierung, durch die Entwicklung und Einführung von Produkten und Dienstleistungen durch Wettbewerber, durch Forderungsausfälle sowie Ausfälle und Beeinträchtigungen entlang der Produktionsstufen der einzelnen Unternehmensbereiche wesentlich beeinflusst werden. Rechtliche und regulatorische sowie mitarbeiterbezogene Risiken stellen für Bertelsmann moderate Risiken dar, während Finanzmarktrisiken und Risiken aus dem zukünftigen technologischen Wandel im betrachteten Dreijahreszeitraum als gering klassifiziert werden. Zunehmender Wettbewerb und stetiger Wandel, insbesondere im digitalen Umfeld, resultieren in einer stärkeren Fragmentierung der Märkte der RTL Group, da die Zuschauer immer mehr Auswahl haben (u. a. durch Onlineplattformen) und gleichzeitig die Markteintrittsbarrieren sinken. Mögliche Risiken für die RTL Group sind rückläufige Zuschauer- und Werbemarktanteile ihrer werbefinanzierten Sender und damit letztlich sinkende Umsatzerlöse. Um diesen Risiken zu begegnen, erfolgt eine kontinuierliche Überarbeitung und Weiterentwicklung der Sender- und Programmstrategie. Durch eine Verknüpfung der traditionellen, linearen mit den neuen, digitalen Geschäftsmodellen sowie die Stärkung getätigter Investitionen im Onlinevideo-Markt und in Werbetechnologien begegnet die RTL Group Risiken aus der Digitalisierung und gestaltet die Entwicklung aktiv mit. Ein zunehmender Wettbewerb in der Programmakquisition und TV-Produktion sowie die zunehmende Abhängigkeit von einzelnen Produktionsfirmen, verbunden mit dem Risiko potenzieller Kostensteigerungen, könnten die Ertragskraft der RTL Group ebenfalls beeinträchtigen. Durch die Ausweitung der Eigenproduktionen am Programmanteil, insbesondere lokale Inhalte, wird dieses Risiko gemindert. Ferner hat die konjunkturelle Entwicklung einen unmittelbaren Einfluss auf die TV-Werbemärkte und damit auf die Erlöse der RTL Group. Diesem Risiko wird mit der Erschließung werbeunabhängiger Einnahmequellen, z. B. durch Distributionsumsätze von Plattformbetreibern, begegnet. Zur Verringerung des Risikos von Kundenverlusten wird das Ziel verfolgt, langfristige Kundenbeziehungen aufzubauen. Ein Risiko für Penguin Random House stellen sinkende E-Book-Umsätze dar, insbesondere ausgelöst durch sinkende Verkaufspreise. Ein weiteres Risiko sind sinkende Umsätze mit physischen Büchern, bedingt durch rückläufige Entwicklungen im stationären Buchhandel. Penguin Random House begegnet diesen Risiken mit einer differenzierten Preisgestaltung, der Steigerung der Onlineumsätze mit physischen Büchern sowie der fortlaufenden Prüfung alternativer Verkaufs- und Vermarktungsmöglichkeiten. Ein Forderungsausfallrisiko wird durch ein Debitorenmanagement und teilweise durch Kreditversicherungen begrenzt. Neben dem Risiko von Kostensteigerungen sieht sich Penguin Random House dem Risiko einer allgemeinen konjunkturellen Unsicherheit, die zu geringeren Verkäufen führen könnte, ausgesetzt. Die Risiken werden durch Lieferantenmanagement, innovative Vermarktungsaktivitäten sowie flexible Kostenstrukturen, die eine schnelle Reaktion auf konjunkturelle Schwächephasen ermöglichen, adressiert. Die Gefahr einer Eintrübung des gesamtwirtschaftlichen Umfelds und infolgedessen sinkender Anzeigen- und Vertriebserlöse sowie sich fortlaufend ändernde Rahmenbedingungen im Digitalgeschäft stellen für Gruner + Jahr wesentliche Herausforderungen dar. Ein sich änderndes Marktumfeld, geprägt durch Produktinnovationen sowie eine zunehmende Konzentration bei Agenturen und Vermarktern, trifft auf eine grundsätzlich rückläufige Nachfrage nach Printprodukten und kann durch Preis- und Konditionendruck zusätzlich zu sinkenden Margen führen. Weiterhin besteht die Gefahr des Verlustes von Schlüsselkunden, da z. B. Anzeigenkunden verstärkt auf andere, vor allem digitale Medien ausweichen könnten. Begegnet wird den Risiken durch Kosten- und Kundenmanagement, die Entwicklung neuer, insbesondere digitaler Angebotsformen sowie Produkt-, Preis- und Qualitätsverbesserungen. BMG betreffende Risiken umfassen das Klientenportfolio (Vertragsverlängerungen mit Künstlern/Autoren), deren Monetarisierung (physische und digitale Vertriebspartner), das Unternehmenswachstum (Integration von Akquisitionen) und die Skalierbarkeit des Unternehmens (technische Plattform und Organisation). Marktseitige Risiken werden durch hohe Umsatzdiversifikation (Klienten/Kataloge, Geschäftssegmente, Regionen) und vertragliche Schutzklauseln (Absicherung der Einspielung von Vorauszahlungen) adressiert. Arvato sieht sich insbesondere Risiken aus Kunden- und Lieferantenbeziehungen ausgesetzt. Dem Verlust von Großkunden wird durch Vertragsgestaltungen mit umfangreichen Leistungsbündeln bei gleichzeitig flexiblen Kostenstrukturen entgegengetreten. Lieferantenseitig bestehen Risiken in der Verfügbarkeit von Dienstleistungen. Gegenmaßnahmen sind ein aktiver Austausch mit bestehenden Lieferanten sowie der Abschluss von Langzeitrahmenverträgen. Technologische Trends, die sich aus der Digitalisierung und der fortschreitenden Automatisierung ergeben, können bei einzelnen Kundensegmenten das Geschäftsmodell und die Wettbewerbsfähigkeit in Teilen beeinträchtigen. Der Markteintritt neuer Wettbewerber könnte den Wettbewerbsdruck erhöhen und zu geringeren Margen führen. Eine Fortentwicklung des Leistungsportfolios soll die Wettbewerbsposition verbessern und die Kundenbindung durch integrierte Lösungen erhöhen. Eine Verschlechterung des wirtschaftlichen Umfelds könnte zu sinkenden Umsatzerlösen und damit zu geringeren Deckungsbeiträgen führen, was Kostensenkungsmaßnahmen und Kapazitätsanpassungen erfordern würde. Risikomindernd wirkt die breite Diversifikation über Regionen und Branchen hinweg. Für die Bertelsmann Printing Group stellen Kundenrisiken das bedeutendste Risiko dar. Preis- und Margendruck resultieren zudem aus einem Marktumfeld, das von Überkapazitäten gekennzeichnet ist. Steigende Rohstoffpreise - insbesondere für Papier - stellen neben der Abhängigkeit von wenigen Lieferanten weitere Risiken auf Lieferantenseite dar. Ferner kann auch die Verschlechterung des konjunkturellen Umfelds zu Auflagenrückgängen führen. Eine zunehmende Verbreitung digitaler Medien forciert ebenfalls den Auflagenrückgang, insbesondere im Zeitschriftensegment. Risikominimierungsstrategien beruhen insbesondere auf dem Ausbau innovativer Druckdienstleistungen, auf einer ständigen Optimierung der Kostenstrukturen sowie einer permanenten Marktbeobachtung. Für die Bertelsmann Education Group kann der wachsende Wettbewerb mit anderen Onlineanbietern, insbesondere im US-Gesundheitswesen, zu einem steigenden Preis- und Margendruck führen und sich auf die geplanten Wachstumsziele auswirken. Diesen Risiken wird insbesondere durch strategische Partnerschaften sowie Marketingmaßnahmen entgegengetreten. Die wesentlichen Risiken bei Bertelsmann Investments bestehen in fallenden Portfoliobewertungen oder ausbleibenden Exit-Opportunitäten. Durch einen standardisierten Investitionsprozess und eine fortlaufende Überwachung der Investitionen wird diesen Risiken Rechnung getragen. Eine zunehmend schnellere Veränderung der Märkte und damit auch in den Geschäftsbereichen von Bertelsmann verlangt Mitarbeitern in Zukunft mehr Anpassungsbereitschaft und -fähigkeit ab. Weiterhin bestehen demografische Risiken, die durch Verschiebungen in der Altersstruktur Auswirkungen auf Gewinnung, Entwicklung und Bindung von Talenten haben. Als Gegenmaßnahmen werden Mitarbeitern individuelle Weiterbildungsmöglichkeiten, umfangreiche Gesundheitsprogramme, eine wettbewerbsfähige Vergütung und flexible Arbeitszeitmodelle angeboten. Zudem verstärkt Bertelsmann das Talent Management durch die forcierte Digitalisierung der Rekrutierungsprozesse und -maßnahmen und erleichtert interne Wechsel durch die kontinuierliche Harmonisierung von Prozessen und Strukturen. Risiken aus AkquisitionenDie Konzernstrategie beinhaltet neben organischem Wachstum Akquisitionen von Geschäften. Das Risiko möglicher Fehlentscheidungen bei der Auswahl von Investitionsobjekten und der Allokation von Investitionsmitteln wird durch strikte Investitionskriterien und -prozesse begrenzt. Die Akquisitionen bergen sowohl Chancen als auch Risiken. So erfordert die Integration in den Konzern Einmalaufwendungen, denen in der Regel langfristig Vorteile durch Synergieeffekte gegenüberstehen. Risiken bestehen darin, dass die Integrationskosten höher als erwartet ausfallen oder die Synergien nicht in dem Maße eintreten wie prognostiziert. Die Integrationsprozesse werden daher vom Management permanent überwacht. Risiken der InformationssicherheitFür Bertelsmann ist die Fähigkeit, Informationen zeitgerecht, vollständig, fehlerfrei und vertraulich zur Verfügung zu stellen und störungsfrei zu verarbeiten, erfolgskritisch und gewinnt zunehmend an Bedeutung. Bertelsmann begegnet den verschärften Rahmenbedingungen auf Management-Ebene durch den konzernweiten Betrieb eines Information Security Management System (ISMS, basierend auf dem Industriestandard ISO 27001) zum strukturierten Management von Cyber-Risiken und zur Überwachung der Einhaltung der Konzernmindestvorgaben. Um Zugriff auf modernste Cyber-Security-Technologien und im Krisenfall Zugriff auf Spezialisten-Know-how zu haben, betreibt Bertelsmann ein Netzwerk an externen Partnern und ist Mitglied in der Deutschen Cybersicherheitsorganisation (DCSO). Darüber hinaus begegnet Bertelsmann der erhöhten Bedrohungslage mit konkreten Maßnahmen, wie beispielsweise der Einführung einer konzernweiten Plattform zur Identifizierung von Schwachstellen und Sicherheitsvorfällen aller mit dem Internet verbundenen Systeme weltweit. Eine indikative Bewertung der Risiken der Informationssicherheit erfolgte im Geschäftsjahr 2018 auf Basis der Bewertungsmethodik operativer Konzernrisiken. Demnach sind die Risiken der Informationssicherheit analog der Kategorisierung der wesentlichen Konzernrisiken als moderat zu klassifizieren. Rechtliche und regulatorische RisikenBertelsmann ist als weltweit tätiger Konzern einer Vielzahl rechtlicher und regulatorischer Risiken ausgesetzt, die beispielsweise Rechtsstreitigkeiten oder unterschiedliche Auslegungen steuerlicher Sachverhalte betreffen können. Bertelsmann betreibt in mehreren europäischen Ländern Fernseh- und Radioaktivitäten, die regulatorischen Bestimmungen unterworfen sind, in Deutschland beispielsweise durch die medienrechtliche Aufsicht der Kommission zur Ermittlung der Konzentration im Medienbereich. Unternehmen des Bertelsmann-Konzerns nehmen in vielen Geschäftsfeldern führende Marktpositionen ein, sodass akquisitorisches Wachstum aus wettbewerbsrechtlichen Gründen begrenzt sein kann. Darüber hinaus unterliegen die Bildungsaktivitäten regulatorischen Bestimmungen von staatlichen Behörden und Akkreditierungsstellen. Weitere Risiken umfassen Rechtsstreitigkeiten im Zusammenhang mit Unternehmenskäufen und -verkäufen, die sich im Wesentlichen auf unterschiedliche Auslegungen von Vertragsbestandteilen beziehen, sowie steigende datenschutzrechtliche Anforderungen, die zu wachsenden Herausforderungen, insbesondere für die datenbasierten Geschäftsmodelle, führen. Diese Risiken werden durch die entsprechenden Fachbereiche des Konzerns laufend überwacht. Mehrere Tochtergesellschaften der RTL Group werden von dem Sender RTL 2 Fernsehen GmbH & Co KG und seinem Werbezeitenvermarkter El Cartel Media GmbH & Co KG vor dem Landgericht Düsseldorf auf Offenlegung von Informationen zur Begründung eines möglichen Schadensersatzanspruchs verklagt. Die Klage wurde eingereicht, nachdem das Bundeskartellamt im Jahre 2007 eine Geldbuße gegen IP Deutschland GmbH und Seven One Media GmbH verhängt hatte, die den Missbrauch der marktbeherrschenden Stellung bei der Gewährung von Rabatten ("Share Deals") an Mediaagenturen sanktionierte. Das Bundeskartellamt argumentierte, dass diese Rabatte den Werbemarkt für kleine Sender abschotten würden. Im Jahr 2014 entschied das Landgericht Düsseldorf, ein Sachverständigengutachten anzuordnen. Der Sachverständige kam im Februar 2018 zu dem Ergebnis, dass eine positive Schadenswahrscheinlichkeit nicht mit Sicherheit festgestellt werden könne. RTL II hat im Juli 2018 einen Befangenheitsantrag gegen den Gutachter gestellt. IP Deutschland hat den Befangenheitsantrag als unbegründet zurückgewiesen. Das Gericht hat über den Antrag noch nicht entschieden. Ähnliche Klagen anderer, kleinerer Fernsehsender bei verschiedenen Gerichten waren erfolglos oder wurden zurückgezogen. Im Juni 2016 wurde Fun Radio von seinen Hauptwettbewerbern vorgeworfen, eine Befragung zur Ermittlung der Zuhörermarktanteile durch das hierfür zuständige Institut "Médiamétrie" zu seinen Gunsten beeinflusst zu haben. Ein Moderator der Morning Show soll die Zuhörer dazu aufgerufen haben, in dieser Befragung für Fun Radio abzustimmen. Als Reaktion auf diese Anschuldigungen hat Médiamétrie entschieden, die für Fun Radio ermittelten Ergebnisse nicht zu veröffentlichen. Aufgrund einer von Fun Radio hiergegen eingereichten Klage wurde Médiamétrie dazu verpflichtet, die Ergebnisse für Fun Radio ab September 2016 wieder zu veröffentlichen. Allerdings hat Médiamétrie entschieden, das für Fun Radio tatsächlich ermittelte Ergebnis mit einem Abschlag zu belegen, um eine mögliche Verzerrung der Ergebnisse zu berücksichtigen ("Halo-Effekt"). Nach einem von Fun Radio eingeleiteten Verfahren wurde im Dezember 2017 ein Gerichtssachverständiger bestellt, der die Einschätzung von Médiamétrie zum angeblichen "Halo-Effekt" prüfen sollte. Es wird erwartet, dass das Gutachten im 2. Quartal 2019 vorgelegt wird. Seit September 2017 veröffentlicht Médiamétrie wieder die vollständigen Zuhörermarktanteile von Fun Radio. Parallel zu dem oben genannten Verfahren haben die Hauptwettbewerber von Fun Radio im Dezember 2016 auch eine Schadenersatzklage wegen unlauteren Wettbewerbs eingereicht. Dieses Verfahren ist bis zur Vorlage des Gutachtens ausgesetzt. In der Zwischenzeit haben vier der insgesamt sechs Kläger ihre Klagen zurückgenommen. Am 22. Februar 2018 informierte die spanische Wettbewerbsbehörde (CNMC) Atresmedia über die Einleitung eines Sanktionsverfahrens wegen möglicher wettbewerbsbeschränkender Praktiken, die nach Artikel 1 des spanischen Wettbewerbsgesetzes verboten sind. Am 6. Februar 2019 übermittelte die CNMC die Beschwerdepunkte, denen zufolge bestimmte Geschäftspraktiken von Atresmedia den Wettbewerb beschränken. Die Direktoren der Gesellschaft und ihre Rechtsberater sind der Ansicht, dass die vorgenannte Mitteilung der Beschwerdepunkte nicht hinreichend begründet ist und vertrauen auf einen positiven Ausgang für Atresmedia, entweder während des Verwaltungsverfahrens oder in einem Gerichtsverfahren für den Fall, dass die CNMC Sanktionen verhängen sollte. Ausländische Direktinvestitionen in der Volksrepublik China sind Gegenstand einiger regulatorischer Beschränkungen. Um den lokalen Anforderungen zu genügen, werden einige der Bertelsmann-Aktivitäten in China im Rahmen sog. VIE-Strukturen gehalten. Derartige Gestaltungen sind für Investitionen in China marktüblich. Diese Strukturen sind jedoch nur selten Gegenstand gerichtlicher Auseinandersetzungen in China, sodass ein gewisses Risiko besteht, dass VIE-Strukturen gerichtlich nicht durchgesetzt werden können; insbesondere dann, wenn die Volksrepublik China ihre Politik gegenüber Investitionen von Ausländern (vor allem gegenüber VIE-Strukturen) ändert oder Gerichte oder Behörden ihre Rechtsprechung bzw. Verwaltungspraxis ändern. Im Dezember 2018 wurde der Entwurf aus 2015 des "PRC Foreign Investment Law" im Lichte des amerikanisch-chinesischen Handelskonfliktes und einer Gleichbehandlung ausländischer Investoren in China vom chinesischen Wirtschaftsministerium überarbeitet. Im Unterschied zu dem früheren Entwurf von 2015 nimmt dieser Entwurf nicht mehr Bezug auf die VIE-Strukturen und einige Kommentatoren gehen davon aus, dass VIE-Strukturen damit weiterhin gesetzlich ungeregelt bleiben. Bei einer Verletzung der Vorschriften droht der Einzug aller Einkünfte von verbotenen oder nur eingeschränkt möglichen Investitionen. Andere Kommentatoren vermuten, dass die chinesische Regierung (nur) in besonders kritischen Industrien chinesische Gesellschaften trotz ihrer VIE-Struktur als ausländische Gesellschaften behandeln wird. Die weitere Entwicklung des Gesetzgebungsprozesses wird eng von den lokalen Bertelsmann-Juristen und deren Beratern in Abstimmung mit der Konzernrechtsabteilung beobachtet, um die Auswirkungen des Gesetzes möglichst früh vorwegnehmen zu können. Dies betrifft Gesellschaften von Fremantle, BMG, Arvato und der Bertelsmann Education Group sowie Investitionen von Bertelsmann Asia Investments (BAI). Abgesehen von den oben genannten Sachverhalten sind gegenwärtig keine weiteren für den Konzern wesentlichen rechtlichen und regulatorischen Risiken ersichtlich. FinanzmarktrisikenAls international tätiger Konzern ist Bertelsmann einer Reihe von Finanzmarktrisiken ausgesetzt. Hierzu zählen insbesondere Zins- und Währungsrisiken. Diese Risiken werden im Wesentlichen durch die Zentrale Finanzabteilung auf Basis einer durch den Bertelsmann-Vorstand festgelegten Richtlinie gesteuert. Derivative Finanzinstrumente werden dabei ausschließlich zu Sicherungszwecken eingesetzt. Bertelsmann setzt vornehmlich Währungsderivate zur Absicherung gegen bestehende Wechselkursrisiken aus konzerninternen Finanzierungen und operativen Verpflichtungen ein. Bei einigen festen Abnahmeverpflichtungen in Fremdwährung erfolgt bei Vertragsabschluss eine Teilsicherung, die fortlaufend angepasst wird. Eine Reihe von Tochtergesellschaften ist außerhalb des Euro-Währungsraums angesiedelt. Die Steuerung der sich hieraus ergebenden Translationsrisiken auf den Leverage Factor erfolgt auf Basis des Verhältnisses von Wirtschaftlichen Schulden zu Operating EBITDA (Leverage Factor). Hierbei orientiert sich Bertelsmann langfristig an der für den Konzern definierten Höchstgrenze für den Leverage Factor. Translationsrisiken aus Nettoinvestitionen in ausländische Gesellschaften werden nicht abgesichert. Im Rahmen des Zinsmanagements wird das Cashflow-Risiko aus Zinsänderungen zentral überwacht und gesteuert. Dabei wird ein ausgewogenes Verhältnis verschiedener Zinsbindungen durch die Wahl entsprechender Fristigkeiten bei den originären liquiditätswirksamen Finanzaktiva/-passiva und fortlaufend durch den Einsatz von Zinsderivaten erzielt. Das Liquiditätsrisiko wird regelmäßig auf Basis der Planungsrechnung überwacht. Eine syndizierte Kreditlinie und eine angemessene Liquiditätsvorsorge bilden einen ausreichenden Risikopuffer für ungeplante Auszahlungen. Kontrahentenrisiken bestehen im Konzern bei angelegten liquiden Mitteln sowie in Höhe der positiven Marktwerte aus bestehenden Derivaten und werden grundsätzlich nur mit einem fest definierten Kreis von Banken mit einwandfreier Bonität abgeschlossen. Im Rahmen der Richtlinien wurde für Finanzanlagen und Derivate für jeden Kontrahenten ein vom Bertelsmann-Vorstand vorgegebenes Risikolimit vergeben. Die Einhaltung der Limits wird regelmäßig von der Zentralen Finanzabteilung überwacht. Die Richtlinien zur Anlage liquider Mittel werden kontinuierlich überprüft und bei Bedarf erweitert. Geldanlagen erfolgen kurzfristig, um das Anlagevolumen im Falle einer veränderten Bonitätseinschätzung reduzieren zu können. Insgesamt werden die Finanzmarktrisiken als gering eingeschätzt. Gesamtaussage zur RisikolageDie im Geschäftsjahr 2018 identifizierten Risiken haben keinen bestandsgefährdenden Charakter. Ebenso sind keine Risiken ersichtlich, die den Fortbestand des Konzerns zukünftig gefährden könnten. Die Gesamtrisikoposition befindet sich leicht unter Vorjahresniveau. Die größten Konzernrisiken sind im Vergleich zum Vorjahr ihrer Art nach unverändert. Ein möglicher Verlust an Zuschauer- und Marktanteilen bei der RTL Group, ein sich änderndes Marktumfeld, Preis- und Margenrisiken sowie Risiken im Zusammenhang mit Kunden- und Lieferantenbeziehungen und eine volatile konjunkturelle Entwicklung stellen nach wie vor die wesentlichen Herausforderungen dar. Allerdings bestehen aufgrund der Diversifikation des Konzerns weder auf der Beschaffungs- noch auf der Absatzseite Klumpenrisiken aus der Abhängigkeit von einzelnen Geschäftspartnern oder Produkten. Die finanzielle Ausstattung des Konzerns ist solide, der Bedarf an liquiden Mitteln ist durch vorhandene Liquidität und freie Kreditlinien gedeckt. ChancenmanagementsystemEin effizientes Chancenmanagementsystem ermöglicht Bertelsmann, den unternehmerischen Erfolg langfristig zu sichern und Potenziale optimal auszuschöpfen. Chancen sind mögliche künftige Entwicklungen oder Ereignisse, die zu einer für Bertelsmann positiven Prognose- bzw. Zielabweichung führen können. Das Chancenmanagementsystem ist, wie auch das Risikomanagementsystem, ein integraler Bestandteil der Geschäftsprozesse und Unternehmensentscheidungen. Im Strategie- und Planungsprozess werden die wesentlichen Chancen jährlich vom Profit Center aufwärts ermittelt und anschließend stufenweise auf Divisions- und Konzernebene zusammengefasst. Durch die systematische Erhebung auf mehreren Berichtsebenen können entstehende Chancen frühzeitig erkannt und genutzt werden. Darüber hinaus wird eine bereichsübergreifende Übersicht über die aktuellen Chancen von Bertelsmann geschaffen. Eine halbjährliche Nacherfassung maßgeblicher Änderungen der Chancen erfolgt auf Ebene der Unternehmensbereiche. Zudem wird das vorwiegend dezentrale Chancenmanagement durch zentrale Stellen im Konzern koordiniert, um Synergien durch zielgerichtete Kooperationen der einzelnen Bereiche zu heben. Der bereichsübergreifende Erfahrungsaustausch wird in regelmäßigen Treffen des GMC weiter gestärkt. ChancenEinerseits können den beschriebenen Risiken bei einer positiven Entwicklung entsprechende Chancen gegenüberstehen, und andererseits werden gewisse Risiken eingegangen, um Chancenpotenziale zu nutzen. Aus dieser Verknüpfung mit den wesentlichen Konzernrisiken ergeben sich für Bertelsmann strategische und operative, rechtliche und regulatorische sowie finanzwirtschaftliche Chancen. Strategische Chancen können vorrangig aus den vier strategischen Stoßrichtungen des Konzerns abgeleitet werden. Die Stärkung der Kerngeschäfte, die digitale Transformation, der Aufbau von Wachstumsplattformen sowie die Expansion in Wachstumsregionen umfassen die wichtigsten langfristigen Wachstumschancen für Bertelsmann (siehe Abschnitt "Strategie"). Insbesondere durch die strategischen Portfolioerweiterungen entstehen teilweise Chancen zur Nutzung von Synergien. Neben der Möglichkeit einer günstigeren gesamtwirtschaftlichen Entwicklung bestehen in den einzelnen Unternehmensbereichen individuelle operative Chancen. Wesentliche Chancen für die RTL Group sind eine bessere Entwicklung der TV-Werbemärkte als erwartet sowie höhere Zuschauer- und Werbemarktanteile. Darüber hinaus schaffen die zunehmende Digitalisierung und Fragmentierung der Medienlandschaft neue Möglichkeiten. Professionell produzierte Inhalte können auf unterschiedlichen Plattformen national sowie international verbreitet werden. Durch die Verwertung bestehender TV-Inhalte auf unterschiedlichen Plattformen sowie die Entwicklung eigener digitaler Inhalte könnten neue Ertragsströme generiert werden. Ebenso könnte die RTL Group mit einer verstärkten Präsenz im digitalen Bereich den Absatz von Onlinevideo-Werbung auf allen Geräten und TV-Plattformen steigern und Bezahlmodelle im On-Demand-Geschäft aufbauen. Auf diese Weise könnten durch das Angebot neuer interaktiver oder gezielt einsetzbarer Werbeformen (HbbTV, IPTV oder mobiles Fernsehen) neue Werbeumsätze erschlossen werden. Als etablierter Inhalteproduzent mit globaler Präsenz könnte die RTL Group ihre digitale Verbreitung durch Multiplattform-Netzwerke und digitale Streamingplattformen weiter ausbauen. Penguin Random House ist die weltweit größte Publikumsverlagsgruppe. Dank dieser Position kann die Verlagsgruppe weiter neue Autoren und Buchprojekte gewinnen, um ihren Marktanteil zu steigern, und gleichzeitig in neue Märkte und diverse Inhalte weltweit investieren, in denen die Verlagsgruppe sich die steigende Nachfrage nach Büchern zunutze machen und ihre Produkte einer möglichst großen Leserschaft anbieten kann. Generell bietet die digitale Transformation der Buchmärkte Chancen für die Entwicklung neuer Produkte und den Aufbau effizienterer Vermarktungswege. Digitale Audiobücher verzeichnen weltweit Wachstum, während neue Technologien Bücher interessanter und Buchinhalte einem breiteren Publikum zugänglich machen könnten. Die Entwicklung neuer Marketinginstrumente und -plattformen erweitert die Möglichkeiten der Bindung zwischen Autoren und ihren Lesern. Für Gruner + Jahr bestehen wesentliche Chancen in einer besseren Entwicklung der Anzeigen- und Vertriebsmärkte. Darüber hinaus ergeben sich Chancen aus der Transformation durch die Entwicklung neuer Geschäfte rund um die publizistischen Marken. Wachstumschancen entstehen vor allem im Auf- und Ausbau von Digitalaktivitäten sowie in Kooperationen mit anderen Verlagen und Vermarktern. In der Vermarktung könnte G+J durch neue Werbeformen in den Medienkanälen Online, Mobile und Video neue Kunden gewinnen. Der Fokus von BMG liegt auf organischem Wachstum durch zusätzliche Abschlüsse von Verträgen mit Songwritern und Künstlern. Zudem können sich Chancen für die Übernahme weiterer ausgewählter Musikrechtekataloge ergeben. Die wachsende Marktdurchdringung von Abonnement-basierten Streamingangeboten beinhaltet darüber hinaus die Chance der Markterweiterung auf internationaler Ebene im Label- und Verlagsbereich. Bei Arvato können sich durch bereichsübergreifende Kooperationen und Großprojekte zusätzliche Chancen der Neukundengewinnung ergeben. Der weltweite E-Commerce-Markt wird in den kommenden Jahren dynamisch weiterwachsen. Arvato könnte an diesem Wachstum durch neue Dienstleistungen insbesondere der Solution Groups SCM und Financial Solutions überdurchschnittlich partizipieren. Weitere Wachstumschancen aus der fortschreitenden Digitalisierung liegen in der Entwicklung innovativer IP-basierter Lösungen und Cloud-basierter IT-Services. Die Geschäfte der Bertelsmann Printing Group könnten durch zusätzliche Volumina von Bestands- und Neukunden weniger stark zurückgehen. Ferner könnte es zu einer weiteren Konsolidierung der Wettbewerber kommen, die eine zusätzliche Stärkung der eigenen Marktposition bewirken könnte. Neben Medien und Dienstleistungen wird das Bildungsgeschäft zur dritten Ertragssäule von Bertelsmann ausgebaut. Weitere Wachstumschancen für das Bildungsgeschäft könnten sich dabei durch eine weiter zunehmende Verlagerung weg vom klassischen Präsenzunterricht hin zu online- und kompetenzbasierten Schulungen ergeben. Durch den wachsenden Markt für Onlinebildung ergeben sich organische Wachstumschancen für die Unternehmen der Bertelsmann Education Group. So hat beispielsweise Relias das Potenzial, durch den Ausbau der Produkte zur Mitarbeiterbeurteilung und Datenanalyse sowie durch Internationalisierung weiter zu wachsen. Udacity besitzt Möglichkeiten, sich vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels und des kontinuierlichen Bedarfs an Weiterbildung im Technologiesektor zu einer Premiummarke auf dem Gebiet der IT- und Technologieschulungen zu entwickeln. Für die Fondsaktivitäten von Bertelsmann Investments ergibt sich die Chance, aufgrund gestiegener Portfoliobewertungen oder durch den Verkauf von Beteiligungen höhere Gewinne als erwartet zu realisieren. Zusätzliche Chancenpotenziale für die einzelnen Unternehmensbereiche bieten die vorhandenen Innovationsbemühungen, die im Abschnitt "Innovationen" dargestellt sind. Weitere Chancen können durch Änderungen der rechtlichen und regulatorischen Rahmenbedingungen entstehen. Die finanzwirtschaftlichen Chancen beziehen sich weitgehend auf eine für Bertelsmann vorteilhafte Entwicklung der Zinsen und Wechselkurse. PrognoseberichtErwartete gesamtwirtschaftliche EntwicklungFür das Jahr 2019 geht Bertelsmann von der folgenden Entwicklung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen aus. Die Weltwirtschaft dürfte 2019 weiterwachsen, jedoch weniger stark als im Vorjahr. Angesichts der erhöhten Auslastung der gesamtwirtschaftlichen Kapazitäten in den meisten Volkswirtschaften ist mit einer Verlangsamung des Wachstums zu rechnen. Gemäß der Prognose des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW) wird die Weltproduktion im Jahr 2019 um 3,4 Prozent nach 3,7 Prozent im Jahr 2018 zunehmen. Risiken für die konjunkturelle Entwicklung bestehen insbesondere im Euroraum durch einen drohenden ungeordneten Austritt von Großbritannien aus der EU. Zudem belastet die Verunsicherung durch eine mögliche Verschärfung der internationalen Handelskonflikte die Aussichten. Im Euroraum dürfte der Wirtschaftsaufschwung weiter anhalten, wenngleich mit einer etwas abgeschwächten Wachstumsdynamik. Das realwirtschaftliche Wachstum soll nach Einschätzung des IfW im Jahr 2019 bei 1,7 Prozent liegen. Für Deutschland rechnet das IfW ebenfalls mit einem realen Wachstum des BIP von 1,7 Prozent. Die reale Wachstumsrate für Frankreich wird bei 1,4 Prozent erwartet. Für Großbritannien wird mit einem geringeren realen Anstieg des BIP im Jahr 2019 um 1,0 Prozent gerechnet. Für die USA wird aufgrund der anhaltenden soliden Konjunkturaussichten mit einem realen Wirtschaftswachstum von 2,5 Prozent gerechnet. Erwartete Entwicklung relevanter MärkteDie globale Medienindustrie wird maßgeblich von der Entwicklung der Weltwirtschaft und der daraus resultierenden Wachstumsdynamik beeinflusst. Aus dem fortgesetzten Trend zur Digitalisierung von Inhalten und Vertriebskanälen, einer sich ändernden Mediennutzung sowie dem zunehmenden Einfluss der Schwellenländer werden sich auch in den kommenden Jahren Chancen und Risiken ergeben. Durch die angestrebte Transformation des Konzernportfolios entlang der vier strategischen Stoßrichtungen erwartet Bertelsmann, in zunehmendem Maße von den sich daraus ergebenden Chancen zu profitieren. Bertelsmann ist mit seinen Geschäften in einer Vielzahl unterschiedlicher Märkte und Regionen vertreten, deren Entwicklungen einer Reihe von Einflüssen unterliegen und gesamtwirtschaftlichen Tendenzen nicht linear folgen. Im Folgenden wird nur auf Märkte und Regionen abgestellt, die für Prognosezwecke eine hinreichende Größe aufweisen und deren voraussichtliche Entwicklung angemessen aggregiert und beurteilt werden kann bzw. die aus Konzernsicht über eine strategische Bedeutung verfügen. Für das Jahr 2019 werden stabile bis leicht wachsende europäische TV-Werbemärkte erwartet. Bei den Buchmärkten wird mit einer insgesamt stabilen Entwicklung gerechnet. Im Zeitschriftengeschäft werden für 2019 anhaltend starke Rückgänge der Printanzeigen-märkte und deutliche Rückgänge der Vertriebsmärkte in Deutschland und Frankreich erwartet, während im Digitalbereich in Deutschland mit einem fortgesetzt starken Wachstum gerechnet wird. Für das Jahr 2019 wird ein anhaltend moderates Wachstum des weltweiten Musikmarkts in dem Segment Verlagsrechte erwartet. Für das Segment Recordingrechte wird mit einem deutlichen Wachstum gerechnet. Die Dienstleistungsmärkte zeigen 2019 erwartungsgemäß ein ähnliches Wachstum wie im Vorjahr. Der Tiefdruckmarkt in Europa entwickelt sich 2019 voraussichtlich weiterhin deutlich rückläufig. Für den Offsetmarkt in Europa wird eine fortgesetzt moderat rückläufige Entwicklung und für den Buchdruckmarkt in Nordamerika eine fortgesetzt stabile Entwicklung erwartet. Für die relevanten US-amerikanischen Bildungsmärkte wird insgesamt mit einem anhaltend starken Wachstum gerechnet. Erwartete GeschäftsentwicklungDie nachfolgenden Erwartungen basieren auf der Annahme einer allmählichen Normalisierung der gesamtwirtschaftlichen Lage und unterstellen ein weitgehendes Eintreten der prognostizierten Marktentwicklungen und der von den Forschungsinstituten geäußerten konjunkturellen Erwartungen. Bertelsmann erwartet für das Geschäftsjahr 2019, dass die Geschäftsentwicklung von stabilen europäischen TV-Werbemärkten und Buchmärkten sowie wachsenden Dienstleistungs- und Musikmärkten getragen wird. Die durch die strategischen Portfolioerweiterungen eingeleiteten Wachstumsimpulse werden das Wachstumsprofil von Bertelsmann weiterhin positiv beeinflussen. Neben den unterstellten Marktentwicklungen bilden die erwarteten konjunkturellen Entwicklungen in den geografischen Kernmärkten Westeuropa und USA den Ausgangspunkt für die zu erwartende Geschäftsentwicklung. Bei einem zu erwartenden Umsatz- und Ergebnisanteil von derzeit rund zwei Dritteln innerhalb des Euroraums richtet sich die Bandbreite des Wachstums vor allem nach der prognostizierten wirtschaftlichen Entwicklung in diesem Wirtschaftsraum. So prognostiziert das IfW für den Euroraum einen Anstieg des realen BIP um 1,7 Prozent und der Internationale Währungsfonds einen Anstieg um 1,6 Prozent für das Jahr 2019. In Anbetracht dieser konjunkturellen Erwartungen geht Bertelsmann insgesamt von einem moderat steigenden Umsatz für das Geschäftsjahr 2019 aus. Für das Operating EBITDA wird im Geschäftsjahr 2019 mit einem starken Anstieg gerechnet. Einen wesentlichen Einfluss hierauf hat die erstmalige Anwendung des neuen Rechnungslegungsstandards IFRS 16 "Leasingverhältnisse" (detaillierte Erläuterung hierzu im Konzernanhang "Auswirkungen von zukünftig verpflichtend anzuwendenden Rechnungslegungsstandards"). Ohne diesen Effekt wird für das Operating EBITDA mit einer stabilen bis leicht steigenden Entwicklung gerechnet. Das durchschnittlich investierte Kapital wird infolge getätigter Akquisitionen, fortgesetzter Investitionen in Wachstumsgeschäfte sowie der Auswirkungen des neuen Rechnungslegungsstandards IFRS 16 im Geschäftsjahr 2019 weiter ansteigen. Kompensierende Effekte aus Ergebnisbeiträgen werden teilweise erst zeitversetzt erwartet. Vor diesem Hintergrund wird weiterhin mit einem stark abnehmenden BVA für den Konzern gerechnet. Die vorstehenden Erwartungen basieren auf der operativen Planung und der mittelfristigen Vorschau für die Unternehmensbereiche unter der Annahme konstanter Wechselkurse. Gegenwärtig wird nicht erwartet, dass die voraussichtliche Entwicklung eines für den Bertelsmann-Konzern wesentlichen Bereichs deutlich von jener des Konzerns abweicht. Abhängig von der weiteren konjunkturellen Entwicklung geht Bertelsmann davon aus, dass sich aufgrund der mittel- bis langfristigen Finanzierung zunächst keine wesentlichen Auswirkungen auf die durchschnittlichen Finanzierungskosten aus Zinsänderungen ergeben. Die Liquiditätssituation wird für den Prognosezeitraum als ausreichend erwartet. Den Prognosen liegt die Geschäftsausrichtung des Bertelsmann-Konzerns zugrunde, die im Kapitel "Unternehmensprofil" dargelegt ist. Generell spiegeln die Prognosen eine Risiko- und Chancenabwägung wider. Alle Aussagen hinsichtlich der möglichen zukünftigen konjunkturellen und geschäftlichen Entwicklung stellen Einschätzungen dar, die auf Basis der derzeit zur Verfügung stehenden Informationen getroffen wurden. Sollten die zugrunde gelegten Annahmen nicht eintreffen und/oder weitere Risiken eintreten, können die tatsächlichen Ergebnisse von den erwarteten Ergebnissen abweichen. Eine Gewähr für die Angaben kann daher nicht übernommen werden. Erläuterungen zum Jahresabschluss der Bertelsmann SE & Co. KGaA (gemäß HGB)Ergänzend zur Konzernberichterstattung wird im Folgenden die Geschäftsentwicklung der Bertelsmann SE & Co. KGaA erläutert. Die Bertelsmann SE & Co. KGaA ist Muttergesellschaft und Konzern-Holding des Bertelsmann-Konzerns. Als Konzernholding übt sie zentrale Konzernfunktionen wie die Festlegung und Weiterentwicklung der Konzernstrategie, die Kapitalallokation, die Finanzierung und die Managemententwicklung aus. Hinzu kommen Dienstleistungsfunktionen einiger Bereiche des Corporate Center. Ferner ist sie die steuerliche Organträgerin für die meisten inländischen Tochtergesellschaften. Die Lage der Bertelsmann SE & Co. KGaA wird im Wesentlichen vom geschäftlichen Erfolg des Bertelsmann-Konzerns bestimmt. Der Jahresabschluss der Bertelsmann SE & Co. KGaA wird im Gegensatz zum Konzernabschluss nicht nach den International Financial Reporting Standards (IFRS), sondern nach den Vorschriften des deutschen Handelsgesetzbuches (HGB) sowie den ergänzenden Regelungen des Aktiengesetzes (AktG) aufgestellt. Ertragslage der Bertelsmann SE & Co. KGaAGewinn- und Verlustrechnung der Bertelsmann SE & Co. KGaA nach HGB
Die Entwicklung der Ertragslage der Bertelsmann SE & Co. KGaA wird aufgrund ihrer Funktion als Muttergesellschaft des BertelsmannKonzerns maßgeblich durch die Höhe des Beteiligungsergebnisses geprägt. Die Verminderung des Jahresüberschusses auf 306 Mio. € (Vj.: 363 Mio. €) ist im Wesentlichen auf den Rückgang der sonstigen betrieblichen Erträge sowie die Zunahme der Abschreibungen auf Finanzanlagen zurückzuführen. Gegenläufig haben sich der Anstieg des Beteiligungsergebnisses und die Verminderung der Steuern vom Einkommen und Ertrag auf die Entwicklung des Jahresüberschusses ausgewirkt. Die sonstigen betrieblichen Erträge sind aufgrund geringerer Zuschreibungen auf die Anteile an der Bertelsmann, Inc., Wilmington, und Währungsgewinne um 109 Mio. € gegenüber dem Vorjahr gesunken. Die Zunahme der sonstigen betrieblichen Aufwendungen von 194 Mio. € auf 245 Mio. € ist zu einem wesentlichen Teil durch gestiegene Währungsverluste bedingt. Die Entwicklung des Beteiligungsergebnisses von 687 Mio. € im Vorjahr auf 759 Mio. € ist insbesondere auf gestiegene Erträge aus Ergebnisabführungsverträgen zurückzuführen. Gegenläufig hat sich der Anstieg der Aufwendungen aus Verlustübernahmen ausgewirkt. Diese Veränderungen stehen zum einen im Zusammenhang mit der Entwicklung der durch Tochterunternehmen vereinnahmten Erträge aus Beteiligungen. Zum anderen ist das Ergebnis von Tochterunternehmen des Geschäftsjahres 2018 durch Einmalaufwendungen belastet. Die Zunahme der Abschreibungen auf Finanzanlagen betrifft im Wesentlichen eine außerplanmäßige Abschreibung auf die Anteile an der Media Communication S.A.S., Vendin-Le-Vieil. Die Steuern vom Einkommen und Ertrag sind im Geschäftsjahr 2018 auf -111 Mio. € (Vj.: -198 Mio. €) aufgrund eines verminderten zu versteuernden Einkommens des Organkreises gesunken. Finanz- und Vermögenslage der Bertelsmann SE & Co. KGaABilanz der Bertelsmann SE & Co. KGaA nach HGB (Kurzfassung)
Die Bilanzsumme der Bertelsmann SE & Co. KGaA hat sich geringfügig von 21.182 Mio. € im Vorjahr auf 21.871 Mio. € erhöht. Die Finanz- und Vermögenslage ist weiterhin durch einen hohen Anteil des Eigenkapitals (44 Prozent) und der Finanzanlagen (78 Prozent) an der Bilanzsumme geprägt. Die Zunahme der Finanzanlagen resultiert zu einem Teil aus der Leistung von Einlagen in Tochterunternehmen in Höhe von 514 Mio. €, die im Wesentlichen die Bertelsmann Capital Holding GmbH, Gütersloh, betreffen. Gegenläufig hat sich die Rückzahlung eines Darlehens in Höhe von 142 Mio. € durch die Bertelsmann, Inc., Wilmington, ausgewirkt. Der Anstieg der Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände steht im Zusammenhang mit der Finanzierung von Eigenkapitaleinzahlungen in Tochterunternehmen durch die Reinhard Mohn GmbH, Gütersloh. Das Eigenkapital erhöhte sich um den Jahresüberschuss des Berichtsjahres in Höhe von 306 Mio. € und verminderte sich um Ausschüttungen an die Anteilseigner in Höhe von 180 Mio. €. Der Anstieg der Verbindlichkeiten auf 11.767 Mio. € (Vj.: 11.177 Mio. €) umfasst mit 550 Mio. € die Anleihen und Schuldscheindarlehen aus der Ausgabe einer neuen Anleihe und der Rückzahlung eines Schuldscheindarlehens. Risiken und Chancen der Bertelsmann SE & Co. KGaADa die Bertelsmann SE & Co. KGaA unter anderem durch Finanzierungs- und Garantiezusagen sowie durch mittel- und unmittelbare Investitionen in die Tochtergesellschaften weitgehend mit den Unternehmen des Bertelsmann-Konzerns verbunden ist, ist die Risiko- und Chancensituation der Bertelsmann SE & Co. KGaA wesentlich von der Risiko- und Chancensituation des Bertelsmann-Konzerns abhängig. Insoweit gelten die Aussagen zur Gesamtbewertung der Risiko- und Chancensituation durch die Unternehmensleitung auch als Zusammenfassung der Risiko- und Chancensituation der Bertelsmann SE & Co. KGaA (siehe Abschnitt "Risiko- und Chancenbericht"). Ausblick der Bertelsmann SE & Co. KGaAAls Muttergesellschaft des Bertelsmann-Konzerns erhält die Bertelsmann SE & Co. KGaA Gewinnausschüttungen und Erträge bzw. Aufwendungen aus Ergebnisabführungsverträgen von ihren Tochtergesellschaften sowie Erlöse aus Leistungen an diese. Infolgedessen wird die Entwicklung der Bertelsmann SE & Co. KGaA im Wesentlichen durch die Geschäftsentwicklung des Bertelsmann-Konzerns bestimmt (siehe Abschnitt "Prognosebericht"). Abhängigkeitsbericht (Erklärung gemäß § 312 AktG)Der Vorstand der Bertelsmann Management SE als persönlich haftender Gesellschafterin der Bertelsmann SE & Co. KGaA hat dem Aufsichtsrat der Bertelsmann SE & Co. KGaA in analoger Anwendung der §§ 278 Abs. 3, 312 Abs. 1 Aktiengesetz einen freiwilligen Bericht über Beziehungen zu verbundenen Unternehmen für das Geschäftsjahr 2018 vorgelegt. Der Vorstand erklärt, dass die Bertelsmann SE & Co. KGaA nach den Umständen, die bei der Vornahme der Rechtsgeschäfte bekannt waren, bei jedem Rechtsgeschäft eine angemessene Gegenleistung erhalten hat. Zusammengefasste nichtfinanzielle ErklärungDie nachfolgenden Angaben beziehen sich auf die Bertelsmann SE & Co. KGaA und den Bertelsmann-Konzern ("Bertelsmann") mit seinen einbezogenen vollkonsolidierten Tochtergesellschaften ("Tochtergesellschaften") gemäß §§ 315b, 315c HGB in Verbindung mit §§ 289b bis 289e HGB. Bertelsmann ist in den Kerngeschäftsfeldern Medien, Dienstleistungen und Bildung in rund 50 Ländern aktiv (siehe Abschnitt "Unternehmensprofil"). Verantwortungsvolles Handeln - im wirtschaftlichen Umfeld, gegenüber Mitarbeitern, in der Gesellschaft und im Umgang mit der Umwelt - ist fest in der Unternehmenskultur von Bertelsmann verankert. Mit seinem Corporate-Responsibility-Management verfolgt Bertelsmann das Ziel, ökonomische Interessen mit sozialen und ökologischen Anliegen innerhalb und außerhalb des Unternehmens in Einklang zu bringen. Zur Identifikation relevanter Themen und zur Konzeptbeschreibung wurden für die Erstellung der nichtfinanziellen Erklärung die GRI Standards 2016 der Global Reporting Initiative genutzt (GRI Standards 2016 102 und 103). Zusätzlich erfolgt jeweils zur Jahresmitte eine freiwillige CR-Berichterstattung nach den GRI Standards (2016; Option "core"). Unternehmensgrundsätze und LeitlinienVoraussetzung für eine Unternehmenskultur, in der Mitarbeiter, Unternehmensführung und Gesellschafter erfolgreich, respekt- und vertrauensvoll zusammenarbeiten, sind gemeinsame Ziele und Grundwerte. Festgeschrieben sind diese in der Unternehmensverfassung sowie in den Bertelsmann Essentials. Des Weiteren definiert der Bertelsmann Code of Conduct als verbindliche Leitlinie Standards für gesetzeskonformes und ethisch verantwortungsvolles Handeln innerhalb des Unternehmens sowie gegenüber Geschäftspartnern und der Öffentlichkeit. Der im Dreiklang "To Empower. To Create. To Inspire." stehende Sense of Purpose schafft darüber hinaus Orientierung für Mitarbeiter und Partner des Unternehmens. Auch externe Leitlinien sind für Bertelsmann handlungsleitend. Das Unternehmen folgt weitgehend den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex für gute und verantwortungsvolle Unternehmensführung sowie den OECD-Leitlinien für multinationale Unternehmen. Bertelsmann bekennt sich zu den Grundsätzen der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte, den Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte der Vereinten Nationen und den Kernarbeitsnormen der Internationalen Arbeitsorganisation. Bertelsmann ist seit 2008 Unterzeichner des United Nations Global Compact. Corporate-Responsibility-ManagementOrganisationDas Gremium für die strategische Weiterentwicklung von Corporate Responsibility bei Bertelsmann ist das CR-Council. Das CR-Council setzt sich zusammen aus dem Personalvorstand und Vertretern der Unternehmensbereiche und befasst sich mit konzernweiten, die Unternehmensstrategie flankierenden CR-Zielsetzungen sowie der bereichsübergreifenden Koordination der CR-Aktivitäten im Konzern. Auf Konzernebene koordiniert und unterstützt die Abteilung Corporate Responsibility & Diversity Management in enger Zusammenarbeit mit weiteren Konzernfunktionen die Arbeit des CR-Council. Im Sinne der dezentralen Bertelsmann-Unternehmensstruktur liegt die Verantwortung für die Umsetzung von Corporate Responsibility durch konkrete CR-Maßnahmen und -Projekte bei den lokalen Geschäftsführungen. Die Unternehmensbereiche und Firmen haben - entsprechend den lokalen Erfordernissen - dafür eigene Strukturen und Prozesse implementiert. ThemenfelderZur Identifikation thematischer CR-Schwerpunkte führt Bertelsmann regelmäßig eine "CR-Relevanzanalyse" durch. Die aktuelle Analyse wurde Anfang 2018 finalisiert. Dafür wurden interne und externe Stakeholder befragt: Die externen Stakeholder schätzten die Auswirkungen der Geschäftstätigkeit von Bertelsmann auf Themen ein, während die internen Stakeholder deren Geschäftsrelevanz bewerteten. Auf diese Weise wurden für Bertelsmann besonders relevante Themen zu den Aspekten Arbeitnehmerbelange, Sozialbelange, Achtung der Menschenrechte, Bekämpfung von Korruption und Bestechung und Umweltbelange identifiziert. Die Betrachtung dieser Themen erfolgt innerhalb der Grenzen des Unternehmens, soweit nicht anders angegeben. CR-Themen einschließlich nichtfinanzieller Leistungsindikatoren verfügen über keine unmittelbare Geschäftsrelevanz und zählen daher nicht zum wertorientierten Steuerungssystem von Bertelsmann. Aufgrund einer bisher nur eingeschränkten Messbarkeit können keine unmittelbar quantifizierbaren Aussagen zu Wirkungszusammenhängen und Wertsteigerungen mit Relevanz für den Konzern getroffen werden. Die nichtfinanziellen Leistungsindikatoren werden daher nicht zur Steuerung des Konzerns verwendet (vgl. Abschnitt "Wertorientiertes Steuerungssystem"). RisikenMit den für Bertelsmann relevanten CR-Themen sind eine Reihe von Risiken verbunden. Diese Risiken können sich aus der eigenen Geschäftstätigkeit oder aus Geschäftsbeziehungen sowohl für das Unternehmen selbst wie auch für das Unternehmensumfeld und seine Stakeholder ergeben. Für die im deutschen HGB definierten nichtfinanziellen Aspekte Arbeitnehmer- und Sozialbelange, Bekämpfung von Korruption und Bestechung, Achtung der Menschenrechte und Umweltbelange waren im Rahmen der Berichterstattung 2018 keine wesentlichen Risiken erkennbar. Ausführungen zu den relevanten Risiken befinden sich im Abschnitt "Risiko- und Chancenbericht". ArbeitnehmerbelangeMotivierte Mitarbeiter sichern nachhaltig Qualität, Innovation und Wachstum. Grundlage der Personalarbeit bei Bertelsmann ist daher das partnerschaftliche Selbstverständnis, wie es in der Unternehmensverfassung und in den Unternehmensgrundsätzen niedergelegt ist. Ergänzende Regelungen werden durch den Bertelsmann Code of Conduct und die Vorstandsrichtlinien zur Personalarbeit getroffen. Hauptverantwortlich für Arbeitnehmerbelange im Konzern ist der Personalvorstand. Er arbeitet eng mit den Personalverantwortlichen aus den Unternehmensbereichen zusammen, die über ein Dotted-Line-Konzept an ihn berichten. Zu seinen Aufgabenschwerpunkten gehören die Festlegung der strategischen HR-Agenda, die Weiterentwicklung der Betriebspartnerschaften, die Ausrichtung der Führungskräfteentwicklung auf die strategischen Stoßrichtungen des Konzerns, die Steuerung von Besetzungs- und Vergütungsprozessen für Konzernschlüsselpositionen sowie die Standardisierung und IT-Unterstützung wichtiger HR-Prozesse. Im Jahr 2018 wurden Maßnahmen in den nachfolgenden Themen umgesetzt. MitspracheDen kontinuierlichen Dialog zwischen Mitarbeitern und Unternehmensführung sieht Bertelsmann als grundsätzliche Voraussetzung für den Unternehmenserfolg. Obwohl Bertelsmann als Medienunternehmen tendenzgeschützt ist und insofern nicht der gesetzlichen Mitbestimmung im Aufsichtsrat unterliegt, stellen auf freiwilliger Basis die Mitarbeiter im Aufsichtsrat der Bertelsmann SE & Co. KGaA fünf Mitglieder: Davon sind vier Betriebsratsmitglieder und eines ist Mitglied der Bertelsmann Führungskräftevertretung. Zudem verfügen Führungskräfte, Belegschaft, Mitarbeiter mit Behinderung und Auszubildende über verschiedene Plattformen, um sich auszutauschen, gemeinsame Themen voranzutreiben und ihre Anliegen einzubringen. Die Bertelsmann Konzerndialog-Konferenz dient dem Austausch zwischen Vorstandsvorsitzendem, Personalvorstand und Konzernbetriebsratsmitgliedern aus den Unternehmensbereichen. Weiterhin sind die Mitarbeiter über standardisierte Personalgespräche (Leistungs- und Entwicklungsdialog, Zielvereinbarung, Teamgespräch) sowie durch konzernweite Mitarbeiterbefragungen in die Ausgestaltung ihrer Arbeitsbedingungen eingebunden. Im Jahr 2018 wurde die Digitalisierung und Fokussierung der Mitarbeiterbefragung vorangetrieben und deren nächste Durchführung im Jahr 2019 vorbereitet. LernenGroße Herausforderungen wie die fortschreitende Internationalisierung des Konzerns, die digitale Transformation von Medien und Dienstleistungen und der demografische Wandel lassen sich nur mit gut ausgebildeten Mitarbeitern bewältigen. Durch Angebote für lebenslanges Lernen trägt Bertelsmann zum dauerhaften Erhalt der Beschäftigungsfähigkeit der Mitarbeiter bei. Mit vier verschiedenen Campus-Bereichen - Strategy, Leadership, Function, Individual - ist die Bertelsmann University die zentrale Learning-Organisation im Unternehmen. Zu den wichtigsten Maßnahmen und deren Umsetzung im Jahr 2018 zählten u. a. die Weiterentwicklung internationaler Programme in den Feldern Leadership, Strategy und Transformation sowie Formate zu den Themen Creativity & Entrepreneurship. Neben der Entwicklung neuer HR-Programme wurde im Jahr 2018 ein internationales Stipendienprogramm im Bereich Data Science durchgeführt. Im Rahmen der von Bertelsmann in Deutschland angebotenen Ausbildungs- und Studiengänge wurden inhaltliche Ergänzungen vorgenommen, die sich an veränderten Anforderungen der Arbeitswelt orientieren. VielfaltFür Bertelsmann ist die Vielfalt seiner Mitarbeiterschaft eine Voraussetzung für Kreativität, Innovation und nachhaltigen Unternehmenserfolg. Dies wird auch im 2018 verabschiedeten Bertelsmann Diversity Statement des Vorstands zum Ausdruck gebracht. Die Diversity-Strategie wird durch die Abteilung Corporate Responsibility & Diversity Management mit Unterstützung einer konzernübergreifenden Arbeitsgruppe umgesetzt. Der Fokus liegt auf den Dimensionen "Geschlechter", "Generationen" und "Nationalität". Im Group Management Committee, das aktuell aus 18 Mitgliedern (Vj.: 17) besteht, sind 6 Frauen (Vj.: 6) und 7 Nationalitäten (Vj.: 6) vertreten. Um die Vielfalt auf den Führungsebenen weiter zu steigern, wird z. B. seit 2017 in den Talent Pools eine Erhöhung des Frauenanteils auf ein Drittel angestrebt (Top-Management-Pool, Senior-Management-Pool, Career-Development-Pool). Weitere Schwerpunktthemen sind Inklusion sowie sexuelle Orientierung/Identität. 2018 wurde dazu an der Erstellung eines Bertelsmann Aktionsplans Inklusion sowie am Roll-out von Diversity Trainings gearbeitet. GesundheitZur Gestaltung eines gesundheitsförderlichen Arbeitsumfelds und zur Vorbeugung arbeitsbedingter Krankheitsrisiken erfolgt der Ausbau eines systematischen Gesundheitsmanagements von Bertelsmann an den deutschen Standorten. Damit betraut ist das Bertelsmann Gesundheitsmanagement, das gemeinsam mit einem funktionsübergreifenden Strategiekreis die deutschlandweite Gesundheitsstrategie verantwortet und entsprechende Aktivitäten koordiniert. Einen wichtigen Beitrag dazu leistet die bereichsübergreifende "Health Community", die sich aus Gesundheitsexperten, Konzernbetriebsratsvorsitzenden, Aufsichtsratsmitgliedern, Personalverantwortlichen und Schwerbehindertenvertretern zusammensetzt. Durch gezielte Vernetzung dient sie auch der Verbreitung einheitlicher Standards für alle deutschen Standorte. Im Jahr 2018 wurde eine weitere Arbeitsgruppe gegründet, um die Umsetzung von Gesundheitsmanagement in den Firmen verstärkt voranzutreiben. Faire ArbeitsbedingungenVergütungsfragen sind bei Bertelsmann essenzieller Bestandteil des Themas "faire Arbeitsbedingungen". Als Grundsatz werden konsistente und transparente Vergütungsstrukturen im Konzern etabliert. Dabei soll das Vergütungssystem eine markt-, funktions- und leistungsgerechte Entlohnung unter Berücksichtigung geschäftsspezifischer Eigenheiten gewährleisten. Die in Deutschland etablierte Gewinnbeteiligung orientiert sich an denselben Kriterien wie die Bemessung variabler Vergütungsbestandteile von Vorständen und Führungskräften. Darin einbezogen sind Bertelsmann und alle Tochtergesellschaften mit Sitz in Deutschland, mit Ausnahme der RTL Group und Gruner + Jahr. Diese sowie eine Vielzahl ausländischer Tochtergesellschaften haben ähnliche, nach lokalen Anforderungen individuell ausgestaltete Erfolgs- und Gewinnbeteiligungsmodelle. Im Jahr 2018 wurden aus dem Ergebnis des Geschäftsjahres 2017 konzernweit insgesamt 105 Mio. € an Gewinn- und Erfolgsbeteiligungen ausgezahlt. SozialbelangeGesellschaftliche Verantwortung ist ein Bertelsmann Essential und damit fest in der Unternehmenskultur verankert. Bertelsmann ist bestrebt, als guter "Corporate Citizen" einen Leistungsbeitrag für die Gesellschaft zu erbringen, und hat 2018 in den folgenden Themenbereichen Maßnahmen umgesetzt. Kreative UnabhängigkeitBertelsmann steht für redaktionelle und journalistische Unabhängigkeit sowie für Presse- und künstlerische Freiheit. Das Unternehmen veröffentlicht eine Vielfalt an Meinungen und Positionen. Diese Grundprinzipien der Geschäftsaktivitäten werden im Bertelsmann Code of Conduct festgeschrieben. Bertelsmann versteht diese Unabhängigkeit in zwei Richtungen: im Innenverhältnis gilt, dass die Geschäftsführungen nicht versuchen, die Entscheidungen von Künstlern, Redakteuren und Programmverantwortlichen zu beeinflussen oder diese in ihrer künstlerischen oder redaktionellen Freiheit einzuschränken. Gemäß dem Bertelsmann "Chefredakteursprinzip" obliegen redaktionelle Entscheidungen allein den Inhalteverantwortlichen. Nach außen gilt für das Unternehmen, in seiner Berichterstattung politischer oder wirtschaftlicher Einflussnahme nicht nachzugeben sowie bestehende Regeln zur Trennung von Werbung und redaktionellen Inhalten einzuhalten. Daraus resultiert der Anspruch auf sorgfältige Recherche und qualitative Berichterstattung, unbeeinflusst von Fake News und Online-Desinformation. Über den Bertelsmann Code of Conduct hinaus setzten 2018 zahlreiche Tochtergesellschaften bzw. deren Redaktionen und Kreativabteilungen die Implementierung eigener Statuten und Regelwerke zur Sicherung der redaktionellen und künstlerischen Unabhängigkeit im Tagesgeschäft fort und entwickelten diese bei Bedarf weiter. Hier geht es vor allem um Sorgfaltspflichten, Persönlichkeitsrechte sowie um den Umgang mit Gewaltdarstellungen und Jugendschutz. InhalteverantwortungBertelsmann bedenkt die Wirkung produzierter und verbreiteter Inhalte, um die Rechte und Interessen der Mediennutzer, Kunden und Dritter bestmöglich zu schützen. Übergeordnete medienethische Prinzipien und Grundsätze sind durch Presse-, Rundfunk- und Multimediagesetze auf nationaler und internationaler Ebene, durch freiwillige Bekenntnisse zu externen Leitlinien, z. B. zu Ethikkodizes nationaler Presseräte, sowie unternehmensintern durch den Bertelsmann Code of Conduct und Redaktionsstatuten festgelegt. Demzufolge verpflichten sich die Inhalteverantwortlichen bei Bertelsmann u. a. "zur Achtung der Privatsphäre sowie zum korrekten Umgang mit Informationen, Meinungen und Bildern". Gemäß dem "Chefredakteursprinzip" obliegt die Verantwortung für Medieninhalte allein den Inhalteverantwortlichen in den Redaktionen und Kreativabteilungen der Firmen. Im Bereich Jugendmedienschutz werden, in Übereinstimmung mit nach Medium und Region unterschiedlichen Auflagen, Inhalte bei Bertelsmann daraufhin überprüft, ob sie die Entwicklung von Kindern oder Jugendlichen beeinträchtigen könnten. In diesem Fall treten verschiedene Beschränkungen in Kraft, z. B. Sendezeitbeschränkungen oder Inhalte- bzw. Produktkennzeichnungen. Durch freiwillige Kennzeichensysteme geht Bertelsmann dabei teilweise über Regulierungen hinaus, die auf europäischer und nationaler Ebene insbesondere im Bereich der Rundfunkindustrie bestehen. Weitere spezifische Vorgaben zum Thema Inhalteverantwortung werden durch ergänzende Statuten auf Unternehmensbereichs-, Firmen- und Redaktionsebene getroffen. KundendatenschutzBertelsmann misst dem Schutz von Kundendaten eine große Bedeutung bei. Dazu zählen der Schutz personenbezogener Daten zu einzelnen Kunden sowie solcher Daten, die Bertelsmann von seinen Geschäftspartnern über deren Kunden zur Verfügung gestellt werden. Anliegen des Kundendatenschutzes ist die Wahrung des Rechts Einzelner, selbst zu bestimmen, wer wann welche Kenntnis über ihre Person erlangt. Dazu gehört, dass mit personenbezogenen bzw. personenbeziehbaren Informationen nur entsprechend gesetzlichen Vorgaben umgegangen wird und dass diese Informationen vor unbefugtem Zugriff angemessen geschützt werden. Zusätzlich zum Bertelsmann Code of Conduct wird der Kundendatenschutz im Unternehmen u. a. durch Vorstandsrichtlinien zu den Themen Informationssicherheit und IT-Risikomanagement geregelt. Die Vorstandsrichtlinie zum Thema Datenschutz adressiert die bei Bertelsmann geltenden datenschutzrechtlichen Rahmenbedingungen auf Basis der in der Europäischen Union seit dem 25. Mai 2018 geltenden Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) und zielt auf eine konzernweite Harmonisierung des Datenschutzmanagements bei Bertelsmann ab. Seit 2017 besteht ein konzernweites Datenschutzmanagement-IT-System, das insbesondere die Umsetzung der Dokumentations- und Rechenschaftspflichten nach DSGVO sowie Anforderungen hinsichtlich der Governance-Pflichten adressiert. Die Verantwortung für den Bereich Kundendatenschutz liegt dezentral bei den Geschäftsführungen der Tochtergesellschaften. Für die Umsetzung lokaler rechtlicher Vorgaben verfügen die Tochtergesellschaften in Deutschland über eine Datenschutzorganisation, die aus zentralen Datenschutzbeauftragten und lokalen Datenschutzkoordinatoren besteht. Letztere berichten sowohl an die lokale Geschäftsführung als auch jährlich oder anlassbezogen an die zentralen Datenschutzbeauftragten, die wiederum dem BertelsmannVorstand Bericht erstatten. Bei Tochtergesellschaften außerhalb Deutschlands existiert eine ähnliche Organisation. Ein Information Security Management System (ISMS) basierend auf dem Industriestandard ISO 27001 schafft die technischen Rahmenbedingungen für eine vertrauliche Datenverarbeitung. Das ISMS beinhaltet eine regelmäßige und strukturierte Erhebung zur Einhaltung gesetzlicher Vorgaben zur Informationssicherheit, eine systematische Erfassung von Risiken sowie die Ableitung zugehöriger Mitigationsmaßnahmen. Schutz geistigen EigentumsDie Geschäfte von Bertelsmann beinhalten die Entwicklung, Erstellung, Übertragung, Lizenzierung und den Verkauf von Produkten und Dienstleistungen, die als geistiges Eigentum geschützt sind. Für Bertelsmann ist die Wahrung geistigen Eigentums Grundlage des Unternehmenserfolgs. Daher setzt sich das Unternehmen für ein weltweit hohes Schutzniveau - auch in der digitalen Welt - im Urheberrecht ein. Die konzernweite Taskforce Copyright mit Vertretern der relevanten Unternehmensbereiche begleitet die aktuellen Entwicklungen zum Urheberrecht und bündelt ihre Positionen in Form gemeinsamer Papiere. Achtung der MenschenrechteDurch seine Unternehmensgrundsätze und die Selbstverpflichtung zu externen Leitlinien bekennt sich Bertelsmann zur Achtung und zum Schutz der Menschenrechte im Unternehmen und in seinen Geschäftsbeziehungen. Der Bertelsmann-Vorstand hat daher ein Integrity & Compliance-Programm etabliert und ein Corporate Compliance Committee (CCC) berufen. Das CCC erstattet dem Bertelsmann-Vorstand sowie dem Prüfungs- und Finanzausschuss des Aufsichtsrates jährlich einen Compliance-Bericht. Für die laufende Tagesarbeit wurde die Abteilung Integrity & Compliance (I&C) geschaffen, die organisatorisch dem CCC unterstellt ist. I&C unterstützt das CCC bei der Erfüllung seiner Aufgaben und bringt Vorschläge zu erforderlichen Verbesserungen des Integrity & Compliance-Programms ein. I&C stellt weltweit sicher, dass die Mitarbeiter über die wesentlichen gesetzlichen Bestimmungen und unternehmensinternen Richtlinien, einschließlich solcher zur Achtung der Menschenrechte, informiert sind, und führte auch 2018 die hierfür notwendigen Trainings- und Kommunikationsmaßnahmen durch. Die Einhaltung der Menschenrechte, auch in der Lieferkette, ist durch den Bertelsmann Code of Conduct und den Supplier Code of Conduct ausdrücklich festgeschrieben. Dazu gehören das Verbot von Kinder- und Zwangsarbeit, das Verbot von Diskriminierung und Einschüchterung und die Bekräftigung des Rechts auf Vereinigungsfreiheit und Kollektivverhandlungen. Zusätzlich haben sowohl einzelne Tochtergesellschaften als auch Bertelsmann selbst im Jahr 2018 Statements gemäß dem "UK Modern Slavery Act" veröffentlicht, die alle Formen moderner Sklaverei, von Zwangs- und Kinderarbeit sowie von Ausbeutung und Diskriminierung verurteilen und Maßnahmen zur Vermeidung dieser Menschenrechtsverletzungen darstellen. Diese Statements werden (bei Bedarf) jährlich überarbeitet. Verstöße gegen die hier genannten Prinzipien können bei Bertelsmann durch Mitarbeiter und durch Dritte über die Meldewege des bestehenden Compliance-Management-Systems angegeben werden. Im Hinblick auf Antidiskriminierung sind außerdem an allen deutschen Standorten Ansprechpartner für das "Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz" (AGG) ernannt worden, an die sich Mitarbeiter bei vermuteten Verstößen wenden können. Die Mitarbeiter werden über vielfältige Kommunikationskanäle über ihre Rechte nach dem AGG informiert und geschult. Konzernweit wurde das Thema Antidiskriminierung in einem E-Learning angesprochen, um alle Mitarbeiter zu sensibilisieren und auf ihre Rechte hinzuweisen. Diese Aktivitäten wurden auch 2018 laufend weiterentwickelt. Bekämpfung von Korruption und BestechungSowohl der Bertelsmann Code of Conduct als auch die Bertelsmann-Vorstandsrichtlinie Antikorruption und Integrität verbieten ausdrücklich jegliche Form von Korruption und Bestechung. Dieses Verbot gilt auch für alle Dritten, die für, gemeinsam mit oder im Namen von Bertelsmann tätig werden, wie im Supplier Code of Conduct festgeschrieben. Neben Anweisungen für den Umgang mit Amtsträgern und Leitlinien für das Gewähren oder Annehmen von Zuwendungen im Rahmen von Geschäftsbeziehungen legt die Richtlinie Antikorruption und Integrität angemessene Due-Diligence-Prozesse für den Umgang mit Dritten fest. Eine angemessene Due-Diligence-Prüfung erfolgt je nach individuellem Risikoprofil durch eine entsprechende Risikoklassifizierung. Außerdem beschreibt diese Vorstandsrichtlinie Wege, um vermutete Verstöße zu melden oder um Beratung nachzusuchen, sowie weitere Maßnahmen zur Prävention und Kontrolle. Die "Richtlinie zum Umgang mit Hinweisen auf Compliance-Verstöße" verankert eine Meldepflicht von vermuteten Verstößen gegen das Korruptionsverbot an das Bertelsmann Corporate Center. Das Thema Korruptionsprävention wird global durch die Abteilung I&C gesteuert und weiterentwickelt. Zu den wichtigsten Maßnahmen zählten im Jahr 2018 u. a. die Beratung und Schulung von Führungskräften und Mitarbeitern zu Antikorruption sowie der weitere Roll-out des 2017 neu konzipierten E-Learnings zu diesem Thema. Fairer Wettbewerb und KartellrechtBertelsmann bekennt sich zum Wettbewerbsprinzip und verurteilt Kartellrechtsverstöße sowie wettbewerbswidriges Verhalten. Das Unternehmen geht gegen jeden Verstoß vor und konsultiert in kartell- und wettbewerbsrechtlichen Fragen interne oder externe Experten. Der Bertelsmann-Vorstand hat eine "Konzernrichtlinie zur Einhaltung kartellrechtlicher Vorschriften" erlassen. Es besteht eine Meldepflicht für Kartellverstöße. Die Konzernrechtsabteilung bietet den Unternehmensbereichen, deren Geschäftsführung und Mitarbeitern Programme zum Kartellrecht an. Ein auch 2018 durchgeführtes, umfangreiches verpflichtendes Schulungsprogramm für Mitarbeiter, die in kartellrechtsrelevanten Bereichen tätig sind, dient der Früherkennung kartellrechtlicher Risiken und der Vermeidung von Kartellrechtsverstößen. UmweltbelangeLeitlinien für den konzernweit verantwortungsvollen Einsatz natürlicher Ressourcen sowie für eine umweltbewusste Energie- und Materialbeschaffung setzen die Bertelsmann-Umweltpolitik und die Bertelsmann-Paper-Policy. Das Umweltengagement erstreckt sich dabei über die eigenen Standorte hinaus auch auf die Lieferkette, insbesondere durch Auswahl von und Einflussnahme auf Papierlieferanten und Energieunternehmen. Die operative Verantwortung für das Energie- und Umweltmanagement sowie für die Umsetzung von Maßnahmen liegt dezentral bei den Geschäftsleitungen der Firmen. Die international besetzte "be green"-Arbeitsgruppe mit Vertretern aus den Bertelsmann-Unternehmensbereichen wurde auch 2018 als Plattform für den bereichsübergreifenden Austausch zu Umweltthemen genutzt. Schwerpunkte der Zusammenarbeit liegen in der Ausweitung des Einsatzes von Papier zertifizierten oder recycelten Ursprungs und in der Verringerung der Treibhausgasemissionen aus dem Verbrauch von Strom, Wärme und Treibstoffen. Die Experten der "be green"-Arbeitsgruppe koordinieren außerdem die jährliche Erhebung von Umweltkennzahlen, die Transparenz über die Umwelt- und Klimaauswirkungen von Bertelsmann schaffen und das Ableiten von Handlungsfeldern ermöglichen. 2018 wurde für die jährliche Umweltdatenerhebung in Teilen des Konzerns erstmals eine IT-gestützte Umweltplattform eingesetzt und es wurde der Roll-out in den weiteren Unternehmensbereichen vorbereitet. Die konzernweiten Umweltkennzahlen werden auf der Bertelsmann-Unternehmenswebsite veröffentlicht. Versicherung der gesetzlichen VertreterWir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Jahresabschluss der Bertelsmann SE & Co. KGaA ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens vermittelt und im zusammengefassten Lagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Bertelsmann-Konzerns sowie der Bertelsmann SE & Co. KGaA so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Bertelsmann-Konzerns bzw. der Bertelsmann SE & Co. KGaA beschrieben sind.
Gütersloh, den 14. März 2019 Bertelsmann SE & Co. KGaA vertreten durch: Bertelsmann Management SE, die persönlich haftende Gesellschafterin Der Vorstand Thomas Rabe Markus Dohle Immanuel Hermreck Bernd Hirsch Bestätigungsvermerk des unabhängigen AbschlussprüfersAn die Bertelsmann SE & Co. KGaA, Gütersloh VERMERK ÜBER DIE PRÜFUNG DES JAHRESABSCHLUSSES UND DES LAGEBERICHTSPrüfungsurteileWir haben den Jahresabschluss der Bertelsmann SE & Co. KGaA, Gütersloh, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2018 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2018 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Bertelsmann SE & Co. KGaA, der mit dem Konzernlagebericht zusammengefasst ist, einschließlich der nichtfinanziellen Erklärung nach § 289b Abs. 1 HGB und § 315b Abs. 1 HGB für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2018 geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat. Grundlage für die PrüfungsurteileWir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-Abschlussprüferverordnung (Nr. 537/2014; im Folgenden "EU-APrVO") unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den europarechtlichen sowie den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Darüber hinaus erklären wir gemäß Artikel 10 Abs. 2 Buchst. f) EU-APrVO, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen nach Artikel 5 Abs. 1 EU-APrVO erbracht haben. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen. Besonders wichtige Prüfungssachverhalte in der Prüfung des JahresabschlussesBesonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten in unserer Prüfung des Jahresabschlusses für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2018 waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Jahresabschlusses als Ganzem und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt; wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab. Aus unserer Sicht war folgender Sachverhalt am bedeutsamsten in unserer Prüfung: (1) Werthaltigkeit der Anteile an verbundenen Unternehmen sowie der Ausleihungen an und der Forderungen gegen verbundene Unternehmen (Gesamtengagement) Unsere Darstellung dieses besonders wichtigen Prüfungssachverhalts haben wir wie folgt strukturiert: [1] Sachverhalt und Problemstellung [2] Prüferisches Vorgehen und Erkenntnisse [3] Verweis auf weitergehende Informationen Nachfolgend stellen wir den besonders wichtigen Prüfungssachverhalt dar: (1) Werthaltigkeit der Anteile an verbundenen Unternehmen sowie der Ausleihungen an und der Forderungen gegen verbundene Unternehmen (Gesamtengagement) [1] Sachverhalt und Problemstellung Im Jahresabschluss der Gesellschaft werden unter dem Bilanzposten "Finanzanlagen" Anteile an verbundenen Unternehmen von € 14.408 Mio. (65,9 % der Bilanzsumme) sowie Ausleihungen an verbundene Unternehmen von € 1.179 Mio. (5,4 % der Bilanzsumme) ausgewiesen. Darüber hinaus werden unter dem Bilanzposten "Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände" Forderungen gegen verbundene Unternehmen von € 4.107 Mio. (18,8 % der Bilanzsumme) ausgewiesen. Zusammen beträgt der Buchwert der Gesamtengagements € 19.694 Mio. (90,0 % der Bilanzsumme). Die handelsrechtliche Bewertung von Anteilen an verbundenen Unternehmen richtet sich nach den Anschaffungskosten und dem niedrigeren beizulegenden Wert. Die Ausleihungen an und Forderungen gegen verbundene Unternehmen sind zum Nominalwert oder zum niedrigeren beizulegenden Wert zu bewerten. Die Ermittlung der jeweiligen beizulegenden Werte erfolgt grundsätzlich auf der Grundlage der Barwerte der erwarteten künftigen Zahlungsströme, die sich aus den von den gesetzlichen Vertretern erstellten Planungsrechnungen ergeben, mittels eines Discounted-Cashflow-Modells. Hierbei werden auch Erwartungen über die zukünftige Marktentwicklung und Annahmen über die Entwicklung makroökonomischer Einflussfaktoren berücksichtigt. Die Diskontierung erfolgt mittels individuell ermittelter Kapitalkosten der jeweiligen verbundenen Unternehmen. Auf Basis der ermittelten Werte sowie weiterer Dokumentationen ergab sich für das Geschäftsjahr ein Abwertungsbedarf von insgesamt € 129 Mio. und ein Zuschreibungsbedarf von insgesamt € 95 Mio. Das Ergebnis dieser Bewertungen ist in hohem Maße abhängig davon, wie die gesetzlichen Vertreter die künftigen Zahlungsströme einschätzen, sowie von den verwendeten Diskontierungszinssätzen und den verwendeten Wachstumsraten. Die Bewertungen sind daher mit wesentlichen Unsicherheiten behaftet. Vor diesem Hintergrund und aufgrund der hohen Komplexität der Bewertungen und der wesentlichen Bedeutung für die Vermögens- und Ertragslage der Gesellschaft war dieser Sachverhalt im Rahmen unserer Prüfung von besonderer Bedeutung. [2] Prüferisches Vorgehen und Erkenntnisse Im Rahmen unserer Prüfung haben wir unter anderem das methodische Vorgehen zur Bewertung nachvollzogen. Wir haben insbesondere beurteilt, ob die beizulegenden Werte sachgerecht mittels eines Discounted-Cashflow-Modells unter Beachtung der relevanten Bewertungsstandards ermittelt wurden. Dabei haben wir uns unter anderem auf einen Abgleich mit allgemeinen und branchenspezifischen Markterwartungen sowie auf umfangreiche Erläuterungen der gesetzlichen Vertreter zu den wesentlichen Werttreibern gestützt, die den erwarteten Zahlungsströmen zugrunde liegen. Mit der Kenntnis, dass bereits relativ geringe Veränderungen der verwendeten Diskontierungszinssätze wesentliche Auswirkungen auf die Höhe der ermittelten Werte haben können, haben wir uns intensiv mit den bei der Bestimmung der verwendeten Diskontierungszinssätze herangezogenen Parametern beschäftigt und das Berechnungsschema nachvollzogen. Die von den gesetzlichen Vertretern angewandten Bewertungsparameter und zugrunde gelegten Bewertungsannahmen sind unter Berücksichtigung der verfügbaren Informationen aus unserer Sicht insgesamt geeignet, um die Bewertung der Anteile an verbundenen Unternehmen sowie der Ausleihungen an und der Forderungen gegen verbundene Unternehmen sachgerecht vorzunehmen. [3] Verweis auf weitergehende Informationen Die Angaben der Gesellschaft zu den Anteilen an verbundenen Unternehmen und Ausleihungen an verbundene Unternehmen sind im Abschnitt 1 und zu den Forderungen gegen verbundene Unternehmen im Abschnitt 2 des Anhangs enthalten. Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Jahresabschluss und den LageberichtDie gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten -falschen Darstellungen ist. Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können. Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des LageberichtsUnsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-APrVO unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen. Wir geben gegenüber den für die Überwachung Verantwortlichen eine Erklärung ab, dass wir die relevanten Unabhängigkeitsanforderungen eingehalten haben, und erörtern mit ihnen alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit auswirken, und die hierzu getroffenen Schutzmaßnahmen. Wir bestimmen von den Sachverhalten, die wir mit den für die Überwachung Verantwortlichen erörtert haben, diejenigen Sachverhalte, die in der Prüfung des Jahresabschlusses für den aktuellen Berichtszeitraum am bedeutsamsten waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte im Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus. SONSTIGE GESETZLICHE UND ANDERE RECHTLICHE ANFORDERUNGENÜbrige Angaben gemäß Artikel 10 EU-APrVOWir wurden von der Hauptversammlung am 14. Mai 2018 als Abschlussprüfer gewählt. Wir wurden am 29. August 2018 vom Aufsichtsrat beauftragt. Wir sind ununterbrochen seit dem Geschäftsjahr 2011 als Abschlussprüfer der Bertelsmann SE & Co. KGaA, Gütersloh, tätig. Wir erklären, dass die in diesem Bestätigungsvermerk enthaltenen Prüfungsurteile mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Artikel 11 EU-APrVO (Prüfungsbericht) in Einklang stehen. VERANTWORTLICHER WIRTSCHAFTSPRÜFERDer für die Prüfung verantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Christian Landau.
Bielefeld, den 14. März 2019 PricewaterhouseCoopers
GmbH
Christian Landau, Wirtschaftsprüfer Volker Voelcker, Wirtschaftsprüfer Bericht des AufsichtsratsSehr geehrte Aktionäre, die Weltwirtschaft wuchs auch im Berichtsjahr 2018 dynamisch, wenngleich das Expansionstempo leicht nachließ. Die für Bertelsmann relevanten Märkte entwickelten sich erwartungsgemäß uneinheitlich. Die TV-Werbemärkte verzeichneten Zuwächse in Frankreich und den Niederlanden, in Spanien und Ungarn blieben sie stabil, in Deutschland und Belgien waren sie hingegen rückläufig. Die relevanten Märkte für gedruckte Bücher entwickelten sich insgesamt leicht positiv, die Verlagsumsätze mit E-Books gingen hingegen deutlich zurück. Die Märkte für Audiobücher in den USA und Großbritannien setzten ihr starkes Wachstum fort. Während die Zeitschriftenmärkte in Deutschland und Frankreich durch deutlich bis stark rückläufige Anzeigen- und Vertriebsmärkte geprägt waren, wuchsen die relevanten Digitalmärkte weiterhin stark. Ebenfalls anhaltendes Wachstum verzeichneten sowohl die Musikmärkte für Verlags- und Recordingrechte als auch die Dienstleistungsmärkte in den für Bertelsmann relevanten Branchen. Dagegen gingen die europäischen Druckmärkte weiter zurück, wobei sich die Offsetdruckmärkte robuster entwickelten als die Tiefdruckmärkte. Die für Bertelsmann relevanten Bildungsmärkte in den Bereichen E-Learning und Hochschulbildung setzten ihr insgesamt starkes Wachstum fort. In diesem divergenten Marktumfeld steigerte der Bertelsmann-Konzern erneut sowohl das organische Umsatzwachstum als auch den Anteil der Wachstumsgeschäfte am Konzernumsatz. Das operative Ergebnis ging - wie erwartet -aufgrund hoher Gewinne aus Immobilientransaktionen im Vorjahr zurück. Der Aufsichtsrat der Bertelsmann SE & Co. KGaA hat auch im Berichtsjahr die ihm nach Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung übertragenen Aufgaben mit großer Sorgfalt wahrgenommen. Er hat die persönlich haftende Gesellschafterin, die Bertelsmann Management SE, die durch ihren Vorstand vertreten wird, bei der ihr obliegenden Leitung und Führung der Geschäfte des Unternehmens beraten und überwacht. Gegenstand dieses Berichts ist die Tätigkeit des Aufsichtsrats der Bertelsmann SE & Co. KGaA. Die Tätigkeit des Aufsichtsrats der Bertelsmann Management SE, des Aufsichtsrats der persönlich haftenden Gesellschafterin der Bertelsmann SE & Co. KGaA, ist nicht Gegenstand der Berichterstattung. Beratung und Überwachung des Vorstands der Bertelsmann Management SEIm Rahmen seiner Beratungs- und Überwachungstätigkeit war der Aufsichtsrat der Bertelsmann SE & Co. KGaA in die für das Unternehmen bedeutsamen Entscheidungen und Geschäftsvorgänge unmittelbar und frühzeitig eingebunden und hat diese auf Basis der Berichte des Vorstands ausführlich erörtert und eingehend geprüft. Der Aufsichtsrat wurde von der persönlich haftenden Gesellschafterin, vertreten durch den Vorstand der Bertelsmann Management SE, regelmäßig sowohl in schriftlicher als auch in mündlicher Form zeitnah und umfassend über alle für die Bertelsmann SE & Co. KGaA bedeutsamen Fragen der Strategie, der Planung, des Geschäftsverlaufs, der beabsichtigten Geschäftspolitik und andere grundsätzliche Fragen der Geschäftsführung informiert. In den Sitzungen des Aufsichtsrats standen zahlreiche Sachthemen und Vorhaben zur Diskussion an. Die Berichterstattung des Vorstands umfasste unter anderem die Lage und Entwicklung des Unternehmens, vor allem die aktuelle Geschäfts- und Finanzlage, sowie wesentliche Geschäftsvorfälle, insbesondere größere Investitions- und Desinvestitionsvorhaben. Abweichungen des Geschäftsverlaufs von den festgelegten Plänen und Zielen wurden dem Aufsichtsrat im Einzelnen erläutert und vom Aufsichtsrat anhand der vorgelegten Unterlagen geprüft. Der Aufsichtsrat hat sich regelmäßig über die Entwicklung der Finanzschulden informieren lassen. Ein weiteres Augenmerk des Aufsichtsrats galt der Risikolage sowie dem Risikomanagement. Das interne Kontrollsystem, das Risikomanagementsystem und das interne Revisionssystem waren Gegenstand regelmäßiger Berichterstattungen und Erörterungen. Auch über die Entwicklung der Corporate Governance und die Compliance bei Bertelsmann hat sich der Aufsichtsrat regelmäßig berichten lassen. Über die Corporate Governance und die Compliance bei Bertelsmann berichten Vorstand und Aufsichtsrat gemeinsam auf den Seiten 140-142. AufsichtsratsplenumGegenstand regelmäßiger Beratungen im Plenum des Aufsichtsrats der Bertelsmann SE & Co. KGaA waren die Berichte des Vorstands zur aktuellen Geschäfts- und Finanzlage des Konzerns und der einzelnen Unternehmensbereiche sowie die Berichterstattung über die Konzernplanung und wesentliche Geschäftsvorfälle, insbesondere größere Investitions- bzw. Desinvestitionsvorhaben. Der Aufsichtsratsvorsitzende, der zugleich auch Vorsitzender des Aufsichtsrats der Bertelsmann Management SE ist, berichtete im Aufsichtsratsplenum regelmäßig und ausführlich über die Themen und den Verlauf der Erörterungen im Aufsichtsrat der Bertelsmann Management SE. Der Aufsichtsrat wurde vom Vorstand in seinen Sitzungen regelmäßig über den Stand der Umsetzung der Konzernstrategie auf dem Laufenden gehalten. Der Aufsichtsrat der Bertelsmann SE & Co. KGaA hat gemeinsam mit dem Vorstand der Bertelsmann Management SE grundsätzliche Fragen der strategischen Konzernentwicklung erörtert und Modifikationen an der Konzernstrategie besprochen. Soweit in Gesetz, Satzung oder Geschäftsordnung vorgesehen, fasste das Plenum die notwendigen Beschlüsse. Im Geschäftsjahr 2018 kam der Aufsichtsrat zu vier Sitzungen und zu einer gemeinsam mit dem Vorstand durchgeführten zweitägigen Strategieklausur zusammen. In der ersten Sitzung des Aufsichtsrats am 31. Januar 2018 stand neben dem Bericht über die aktuelle Geschäfts- und Finanzlage die Erörterung und Beschlussfassung über das Konzernbudget 2018 im Mittelpunkt. Ferner befasste sich der Aufsichtsrat auch mit Überlegungen zur weiteren Entwicklung des Konzernportfolios von Bertelsmann. Im Mittelpunkt stand dabei eine Diskussion über die weitere Entwicklung der weltweiten Customer-Relationship-Management-Geschäfte von Bertelsmann (Arvato CRM). In der darauffolgenden Sitzung am 20. März 2018 berichtete der Vorstand neben Routineberichten insbesondere über die aktuelle Geschäftslage und den Stand der Umsetzung der Konzernstrategie. Weiterer Tagesordnungspunkt war die Billigung des Jahres- und Konzernabschlusses 2017 sowie des zusammengefassten Lageberichts. Auf Empfehlung des Prüfungs- und Finanzausschusses und nach Erörterung mit dem Abschlussprüfer PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft (PwC) billigte der Aufsichtsrat den Jahres- und Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2017 sowie den zusammengefassten Lagebericht der Bertelsmann SE & Co. KGaA. Auch der Gewinnverwendungsvorschlag der persönlich haftenden Gesellschafterin wurde gebilligt. Darüber hinaus ist der Aufsichtsrat der Wahlempfehlung des Prüfungs- und Finanzausschusses für den Abschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2018 und den Prüfer des Halbjahresfinanzberichts gefolgt und hat über seinen entsprechenden Vorschlag an die Hauptversammlung beschlossen. Ein weiteres Thema der Sitzung war ein Folgebericht über die Pläne des Vorstands für die Zukunft der Customer-Relationship-Management-Geschäfte von Bertelsmann. Im Rahmen der zweitägigen Sitzung des Aufsichtsrats am 11. und 12. Juli 2018 fand wie üblich der jährliche gemeinsame Strategiedialog zwischen Vorstand und Aufsichtsrat statt. Der Aufsichtsrat hat sich zunächst ein aktuelles Bild vom Stand der Strategieumsetzung und von den seit dem letzten Strategiedialog erzielten Fortschritten bei der Transformation des Konzernportfolios verschafft. Er konnte ein immer stärker werdendes operatives Wachstum, einen zunehmenden Umsatzanteil digitaler und wachstumsstarker Geschäfte und einen Rückgang der Werbeabhängigkeit der Konzerngeschäfte feststellen. Der Konzern hat auch seine Geschäfte in den Wachstumsregionen China, Indien und Brasilien weiter ausbauen können. Ferner befasste sich der Aufsichtsrat mit beispielhaften Wachstums- und Innovationsprojekten aus den einzelnen Unternehmensbereichen sowie mit vorbildlichen Kooperationsprojekten zwischen einzelnen Geschäften verschiedener Bereiche. Die vorgestellte Personalstrategie bildet ein wesentliches Element für den Umsetzungserfolg der Konzernstrategie. Der Aufsichtsrat sieht aufgrund der Ergebnisse der Strategieklausur Bertelsmann für die Herausforderungen der Zukunft gut aufgestellt. Er befasste sich dann auch konkret mit den Plänen des Vorstands zur Zusammenlegung der weltweiten Customer-Relationship-Management-Geschäfte von Bertelsmann und der marokkanischen Saham Group und mit potenziellen Investitionsprojekten der Bertelsmann Education Group. In der letzten Aufsichtsratssitzung des Geschäftsjahres am 11. Oktober 2018 befasste sich der Aufsichtsrat wiederum mit der Geschäfts- und Finanzlage des Konzerns und erhielt vom Vorstand einen Ausblick auf das Gesamtgeschäftsjahr. Schwerpunktthema der Sitzung war ein Update des Vorstands über die Schritte und Maßnahmen zur Weiterentwicklung und Neufassung der Bertelsmann Essentials, in denen die Werte der Bertelsmann Unternehmenskultur zum Ausdruck gebracht werden. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats stand auch außerhalb der Aufsichtsratssitzungen in laufendem Kontakt mit dem Vorstand, insbesondere mit dem Vorstandsvorsitzenden, und hat sich über die aktuelle Geschäftslage und die wesentlichen Geschäftsvorfälle informiert. Es haben alle Aufsichtsratsmitglieder an mindestens der Hälfte der Aufsichtsratssitzungen teilgenommen. Potenzielle Interessenkonflikte im Aufsichtsrat sind nicht entstanden. Der Aufsichtsrat hat sich mit den Vorgaben des Deutschen Corporate Governance Kodex und deren Befolgung durch Bertelsmann befasst. Ein gemeinsamer Bericht von Aufsichtsrat und Vorstand der Bertelsmann Management SE zur Corporate Governance im Unternehmen ist auf Seite 140 ff. dieses Geschäftsberichts zu finden. Als nicht börsennotiertes Unternehmen gibt Bertelsmann keine formelle Entsprechenserklärung nach § 161 des Aktiengesetzes ab. Jahres- und Konzernabschlussprüfung für das Geschäftsjahr 2018Die PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Frankfurt, hat den vom Vorstand der Bertelsmann Management SE aufgestellten Jahresabschluss und den Konzernabschluss sowie den Konzernlagebericht der Bertelsmann SE & Co. KGaA, der mit dem Lagebericht der Gesellschaft zusammengefasst ist, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2018 bis zum 31. Dezember 2018 geprüft und jeweils mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen. Der Jahresabschluss ist nach den Regeln des HGB aufgestellt worden; der Konzernabschluss der Bertelsmann SE & Co. KGaA wurde gemäß § 315a HGB auf der Grundlage der internationalen Rechnungslegungsstandards IFRS, wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind, aufgestellt. Der Prüfungs- und Finanzausschuss des Aufsichtsrats hatte entsprechend dem Beschluss der Hauptversammlung den Prüfungsauftrag an den Abschlussprüfer für die Jahresabschlussprüfung und die Konzernabschlussprüfung vergeben. Der Abschlussprüfer hat die Prüfung unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsgemäßer Abschlussprüfung vorgenommen. Aufgrund einer Erweiterung des Prüfungsauftrags ist vom Abschlussprüfer auch das Risikofrüherkennungssystem der Bertelsmann SE & Co. KGaA beurteilt und im Sinne des § 91 Absatz 2 AktG für geeignet befunden worden. Die vorläufigen Ergebnisse der Key Audit Matters wurden mit dem Abschlussprüfer in einer Videokonferenz am 7. März 2019 erörtert. Die Abschlussunterlagen, die Prüfungsberichte des Abschlussprüfers sowie die weiteren Abschlussunterlagen wurden allen Mitgliedern des Aufsichtsrats fristgemäß vor der Bilanzsitzung zugesandt. Der Abschlussprüfer hat am 21. März 2019 im Prüfungs- und Finanzausschuss sowie am 22. März 2019 im Plenum des Aufsichtsrats jeweils an der Bilanzsitzung teilgenommen. Hierbei hat er umfangreich Bericht erstattet und stand für ergänzende Fragen und Auskünfte zur Verfügung. Er konnte bestätigen, dass im Rahmen der Abschlussprüfung keine wesentlichen Schwächen des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems festgestellt wurden. Der Prüfungs- und Finanzausschuss hat die Abschlussunterlagen und die Prüfungsberichte intensiv diskutiert. Das Ergebnis der Prüfung durch den Abschlussprüfer wurde sorgfältig bei der eigenen Prüfung des Jahresabschlusses und des Konzernabschlusses herangezogen. Der Prüfungs- und Finanzausschuss hat dem Plenum über die Prüfung des Jahresabschlusses bzw. Konzernabschlusses sowie der Prüfungsberichte in dessen Sitzung ausführlich berichtet. Das Plenum des Aufsichtsrats hat am 22. März 2019 unter Berücksichtigung der Empfehlung des Prüfungs- und Finanzausschusses und des Prüfungsberichts des Abschlussprüfers sowie nach weiterer Diskussion mit dem Abschlussprüfer den Jahresabschluss und den Konzernabschluss sowie den zusammengefassten Lagebericht intensiv geprüft und eingehend erörtert. Der Aufsichtsrat stimmte dem Ergebnis der Abschlussprüfung zu. Der Aufsichtsrat folgte damit der entsprechenden Empfehlung des Prüfungs- und Finanzausschusses und erhob nach dem abschließenden Ergebnis der eigenen Prüfung des Jahresabschlusses bzw. Konzernabschlusses sowie des zusammengefassten Lageberichts keine Einwendungen. Die vom Vorstand der Bertelsmann Management SE aufgestellten Abschlüsse wurden gebilligt. Darüber hinaus hat der Aufsichtsrat den Bericht des Aufsichtsrats an die Hauptversammlung sowie den Bericht zur Corporate Governance wie auch seine Beschlussvorschläge zu den Tagesordnungspunkten der ordentlichen Hauptversammlung am 21. Mai 2019 verabschiedet. Der Aufsichtsrat hat ferner den Vorschlag des Vorstands der Bertelsmann Management SE zur Höhe der Verwendung des Bilanzgewinns an die Aktionäre geprüft und sich diesem angeschlossen. Die vom Vorstand der Bertelsmann Management SE vorgeschlagene Gewinnausschüttung ist nach Ansicht des Aufsichtsrats angesichts der Höhe des Konzerngewinns und unter Berücksichtigung des konjunkturellen Umfelds, der wirtschaftlichen Lage des Unternehmens sowie der Interessen der Aktionäre angemessen. Prüfungs- und Finanzausschuss des AufsichtsratsDer Aufsichtsrat der Bertelsmann SE & Co. KGaA hat zur effizienten Wahrnehmung seiner Aufgaben im Rahmen seines Verantwortungsbereichs den Prüfungs- und Finanzausschuss eingerichtet. Der Prüfungs- und Finanzausschuss hat vier Mitglieder, wobei der Aufsichtsratsvorsitzende nicht den Vorsitz dieses Ausschusses innehat. Vorsitzender des Prüfungs- und Finanzausschusses ist Bodo Uebber. Entsprechend der Vorgabe des Deutschen Corporate Governance Kodex ist der Vorsitzende des Prüfungs- und Finanzausschusses unabhängig im Sinne der Kodex-Anforderungen und verfügt über besondere Kenntnisse und Erfahrungen in der Anwendung von Rechnungslegungsgrundsätzen und internen Kontrollverfahren. Die Mitglieder des Prüfungs- und Finanzausschusses sind in ihrer Gesamtheit mit dem Sektor, in dem die Bertelsmann SE & Co. KGaA tätig ist, vertraut. Der Prüfungs- und Finanzausschuss erörterte im Rahmen der ihm zugewiesenen Aufgaben im Berichtsjahr insbesondere Fragen der Unternehmensfinanzierung, der Finanzplanung, der Steuerpolitik sowie einzelne negative Planabweichungen des Geschäftsverlaufs von Konzerngeschäften. Ferner befasste sich der Ausschuss eingehend mit der Rechnungslegung und dem Rechnungslegungsprozess und überwachte die Wirksamkeit und Funktionsfähigkeit des Risikoüberwachungs- und Risikomanagementsystems, des internen Kontrollsystems sowie des internen Revisionssystems. Er hat sich hierzu auch vom Leiter der Konzernrevision regelmäßig Bericht erstatten lassen. Der Ausschuss befasste sich ferner mit Fragen der Compliance, insbesondere mit der Wirksamkeit und Funktionsfähigkeit des Compliance-Management-Systems. Des Weiteren widmete sich der Prüfungs- und Finanzausschuss eingehend der Umsetzung des Abschlussprüfungsreformgesetzes sowie der EU-Datenschutzgrundverordnung bei Bertelsmann. Ein regelmäßiges Thema der Sitzungen des Prüfungs- und Finanzausschusses waren der Stand und die Entwicklung der Cyber-Security im Konzern. Im Rahmen der routinemäßigen Behandlung struktureller Themen in einer gesonderten Sitzung stand unter anderem der anstehende Prozess der Neuausschreibung des Abschlussprüfermandats im Fokus. Nachdem der Ausschuss zunächst über die neuen gesetzlichen Regelungen für das Ausschreibungsverfahren informiert worden war, hat er den Beginn vorbereitender Maßnahmen für eine Ausschreibung des Abschlussprüfermandats beschlossen. Weiteres Thema der Sitzung war die EU-Datenschutzgrundverordnung (DSGVO). Hier wurde der Prüfungs- und Finanzausschuss über die Datenschutzstrategie des Konzerns und den Aufbau einer den gesetzlichen Anforderungen entsprechenden Datenschutzorganisation im Konzern informiert. Ferner befasste sich der Prüfungs- und Finanzausschuss auch noch mit der Steuerpolitik und -organisation im Konzern. Einen Schwerpunkt der Arbeit des Prüfungs- und Finanzausschusses bildete die Prüfung des Jahresabschlusses sowie des Konzernabschlusses (siehe oben, Abschnitt "Jahres- und Konzernabschlussprüfung"). Die Prüfungsschwerpunkte der Abschlussprüfung waren bereits während des Geschäftsjahres 2017 vom Prüfungs- und Finanzausschuss mit dem Abschlussprüfer erörtert und dann in einer Ausschusssitzung festgelegt worden. Ebenso waren auch die Key Audit Matters des Bestätigungsvermerks mit dem Abschlussprüfer in der Ausschusssitzung Ende Januar 2018 vorab erörtert worden. Die vorläufigen Ergebnisse der Konzern- und Jahresabschlussprüfung des Geschäftsjahres 2017 wurden vom Vorsitzenden des Prüfungs- und Finanzausschusses in einem fortlaufenden Prozess vor der Bilanzsitzung des Ausschusses, die am 20. März 2018 stattfand, mit dem Abschlussprüfer eingehend diskutiert. Der Ausschuss befasste sich in diesem Zusammenhang auch mit der Unabhängigkeit des Abschlussprüfers und den vom Abschlussprüfer zusätzlich erbrachten Leistungen. Es gab dabei keine Anhaltspunkte für Befangenheitsgründe oder eine Gefährdung der Unabhängigkeit. Der Halbjahresfinanzbericht 2018 wurde vor seiner Veröffentlichung am 29. August 2018 im Ausschuss ausführlich erörtert. Der Prüfungs- und Finanzausschuss der Bertelsmann SE & Co. KGaA kam im Berichtsjahr 2018 zu vier Sitzungen zusammen. Darüber hinaus wurde eine Telefonkonferenz durchgeführt. Der Vorsitzende des Prüfungs- und Finanzausschusses oder sein Vertreter informierten im Rahmen einer regelmäßigen Berichterstattung das Aufsichtsratsplenum kontinuierlich über die Arbeit des Ausschusses. Zu einzelnen Tagesordnungspunkten waren die Leiter von Fachabteilungen, wie beispielsweise der Bereiche Konzernrechnungswesen und Konzernsteuerwesen sowie der Konzernrechtsabteilung, vertreten. Zusätzlich führte der Vorsitzende des Prüfungsausschusses auch Einzelgespräche mit dem verantwortlichen Abschlussprüfer durch. Veränderungen im Vorstand der Bertelsmann Management SE und im Aufsichtsrat, Ziele für die Zusammensetzung des AufsichtsratsDie Geschäfte der Bertelsmann SE & Co. KGaA werden von ihrer persönlich haftenden Gesellschafterin, der Bertelsmann Management SE, vertreten durch ihren Vorstand, geführt. Im Vorstand der Bertelsmann Management SE gab es im abgelaufenen Geschäftsjahr folgende Veränderung: Frau Anke Schäferkordt, Vorstandsmitglied und Geschäftsführerin der Mediengruppe RTL Deutschland, schied mit Ablauf des 31. Dezember 2018 im besten gegenseitigen Einvernehmen aus dem Vorstand der Bertelsmann Management SE aus. Der Aufsichtsrat bedankt sich sehr herzlich bei Frau Schäferkordt für ihre hervorragenden Leistungen. Im Laufe des Geschäftsjahres bzw. des Berichtszeitraums ergaben sich folgende Veränderungen im Aufsichtsrat: Mit Ablauf der ordentlichen Hauptversammlung der Bertelsmann SE & Co. KGaA am 14. Mai 2018 endete die Amtszeit der Aufsichtsratsmitglieder Prof. Dr. Werner Bauer, Kai Brettmann, Murat Cetin, Helmut Gettkant, Ian Hudson, Gigi Levy-Weiss, Christoph Mohn und Christiane Sussieck. Frau Christiane Sussieck sowie die Herren Prof. Dr. Werner Bauer, Gigi Levy-Weiss, Christoph Mohn, Kai Brettmann, Murat Cetin und Ian Hudson wurden mit sofortiger Wirkung erneut zu Mitgliedern des Aufsichtsrats der Bertelsmann SE & Co. KGaA gewählt. Der Aufsichtsrat bedankt sich bei Helmut Gettkant, der für eine Wiederwahl nicht zur Verfügung stand, für die langjährige, sehr gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit. Am 9. Juli 2018 erfolgte die Wahl von Günter Göbel, Konzernbetriebsratsvorsitzender der Bertelsmann SE & Co. KGaA, zum neuen Mitglied des Aufsichtsrats. Herr Murat Cetin schied am 28. Februar 2019 aus dem Aufsichtsrat der Bertelsmann SE & Co. KGaA aus. Der Aufsichtsrat bedankt sich auch bei ihm für die langjährige, sehr gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit. Derzeit sind alle zehn Mitglieder des Aufsichtsrats der Bertelsmann Management SE auch Mitglieder des zurzeit vierzehnköpfigen Aufsichtsrats der Bertelsmann SE & Co. KGaA. Für den Aufsichtsrat der Bertelsmann SE & Co. KGaA, die kein börsennotiertes Unternehmen ist, findet das "Gesetz für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern in Führungspositionen in der Privatwirtschaft und im öffentlichen Dienst" keine Anwendung. Dennoch unterstützt der Aufsichtsrat die Zielsetzung des Gesetzes. Strategisch verfolgt der Aufsichtsrat das Ziel, auch durch die Vielfalt seiner Mitglieder seiner Überwachungs- und Beratungsfunktion gerecht zu werden. Der Aufsichtsrat wird aber bis auf Weiteres keine Zielquote für Frauen im Aufsichtsrat festlegen. Er ist davon überzeugt, dass im Unternehmen in den Bereichen der Nachfolgeplanung, der Managemententwicklung und der Auswahlprozesse geeignete Maßnahmen getroffen wurden, um die gleichberechtigte Teilhabe von Männern und Frauen nachhaltig zu implementieren. Im Aufsichtsrat soll der derzeit bestehende Frauenanteil im Fall von Neubesetzungen nicht zurückgehen. Idealerweise haben die Biografien von Neumitgliedern Bezüge zu den Wachstumsregionen und -märkten von Bertelsmann. (Dazu siehe auch der Abschnitt "Vielfalt als gelebte Praxis" im Bericht zur Corporate Governance auf Seite 141 f.) Neben den drei Vertretern der Familie Mohn und den vier Vertretern der Mitarbeiter besteht der Aufsichtsrat der Bertelsmann SE & Co. KGaA ausschließlich aus unabhängigen Aufsichtsratsmitgliedern. Der Aufsichtsrat erkennt die Intention der Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex bei ihrer Forderung nach einer Festsetzung von Zielen für eine Altersgrenze und einer Regelgrenze für die Dauer der Zugehörigkeit zum Aufsichtsrat an. Vor dem Hintergrund der besonderen Gesellschafterstruktur von Bertelsmann und der bereits in der Satzung der Gesellschaft enthaltenen Altersgrenzenregelung erscheint es dem Aufsichtsrat aber nicht angebracht, bei Bertelsmann weitere bzw. weitergehende Zielvorgaben zu Altersgrenze und Zugehörigkeitsdauer zu formulieren. Der Aufsichtsrat spricht dem Vorstand für seinen großen Einsatz und seine gute unternehmerische Leistung im Geschäftsjahr 2018 seine Anerkennung aus. Der Aufsichtsrat dankt allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Bertelsmann-Konzerns und der Unternehmensleitung für ihr Engagement und ihren Beitrag zum erfolgreichen Geschäftsjahr 2018.
Gütersloh, den 22. März 2019 Christoph Mohn, Aufsichtsratsvorsitzender |
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Bertelsmann SE & Co. KGaA SE & Co. KGaAAktiengesellschaft
Structured data
Parsed, typed and queryable directly through the API.
Overview
- Legal form
- SE & Co. KGaA
- Address
-
Carl-Bertelsmann- Str. 270
33335 Gütersloh - Commercial register
- HRB 9194, Gütersloh
- Registration date
- May 4, 2012
- Industry
-
Beteiligungsgesellschaften
Managementtätigkeiten von sonstigen Holdinggesellschaften
Verlegen von Zeitschriften - Purpose
- Die Gesellschaft leitet als Konzernholding eine Gruppe von Medien- und Dienstleistungsunternehmen, die insbesondere in folgenden Geschäftsbereichen tätig sind: "Herstellung, Vertrieb von Erzeugnissen sowie die Verwaltung und Verwertung von Rechten auf den Gebieten des Fernsehens, der Musik, des Films, des Hörfunks und sonstiger Formen der elektronischen oder digitalen Individual- und Massenkommunikation, insbesondere Herstellung und Vertrieb von Fernseh- und Hörfunkbeiträgen und -programmen, Fernseh- und Kinofilmen, Musikbeiträgen und - programmen aller Art; Verbreitung von Fernseh- und Hörfunkprogrammen und anderer elektronischer oder digitaler Kommunikationsangebote sowie entsprechender Programmteile als Fernseh- und Hörfunkveranstalter und als Anbieter von elektronischen oder digitalen Kommunikationsdiensten aller Art"; "Verlag und Vertrieb von Büchern aller Art (einschließlich audiovisueller, elektronischer und digitaler Ausgaben, unabhängig vom technischen Vertriebsweg), insbesondere der Betrieb von Buchverlags- und -handelsunternehmen und verwandten Unternehmen, sowohl Publikumsverlage als auch Unternehmen zum Vertrieb geschäftlicher und spezialisierter Informationen für gewerbliche und privater Abnehmer"; "Verlag und Vertrieb von Zeitungen, Zeitschriften und sonstigen Druckerzeugnissen aller Art (einschließlich elektronischer und digitaler Ausgaben, unabhängig vom technischen Vertriebsweg"; "Erbringung von Dienstleistungen aller Art für gewerbliche und private Abnehmer, namentlich in den Bereichen Medien, Kommunikation, Outsourcing und Bildung sowie damit verwandter Geschäftstätigkeiten, einschließlich der Herstellung und dem Vertrieb von Druckerei-, elektronisch-technischen Erzeugnisse, Ton-, Daten- und Bildträgern aller Art sowie der Verwaltung und Verwertung von Rechten aller Art (mit und ohne Urheberrechts- oder sonstigen Rechtsschutz)").
Financials
Balance sheet
2019- Fixed Assets 77,3 % 17,29 Mrd
- Current Assets 22,6 % 5,05 Mrd
- Prepaid Expenses 0,1 % 19,94 Mio
- Liabilities 53,4 % 11,94 Mrd
- Equity 44,0 % 9,85 Mrd
- Provisions 2,6 % 570,42 Mio
- Accrued Expenses 0,0 % 4,01 Mio
Balance sheet data available for 12 earlier fiscal years.
Profit & loss
2019- Beteiligungsergebnis 18,2 % 663,88 Mio
- Balance sheet profit/loss 18,2 % 663,47 Mio
- Gewinnvortrag 12,6 % 460,85 Mio
- Result after taxes 11,0 % 400,94 Mio
- Annual net profit/loss 10,9 % 397,62 Mio
- Other operating expenses 5,8 % −212,46 Mio
- Einstellung in andere Gewinnrücklagen 5,3 % −195,00 Mio
- Other operating income 5,2 % 188,86 Mio
- Personnel expenses 4,7 % −171,01 Mio
- Revenue 3,1 % 112,84 Mio
- Zinsergebnis 1,8 % −67,12 Mio
- Income and profit taxes 1,7 % −60,27 Mio
- Material expenses 0,8 % −30,62 Mio
- Depreciation 0,6 % −23,16 Mio
- Other taxes 0,1 % −3,32 Mio
- Depreciation on financial assets and current asset securities 0,0 % −25,7 k
- Other capitalized own work 0,0 % 8,3 k
P&L data available for 13 earlier fiscal years.
Authorized representatives
-
Alexander Friedrich Rüdiger Torklus
since 2023 Procura
-
Alexander Jolk
since 2024 Procura
-
Andreas Richert
since 2014 Procura
-
Christoph Mittendorf
since 2025 Procura
-
Daniel Klofat
since 2019 Procura
-
Deniz Derya Pielsticker
since 2019 Procura
-
Dirk Kemmerer
since 2019 Procura
-
Elvan Heesen
since 2019 Procura
-
Frank Guenter Schirrmeister
since 2016 Procura
-
Franz-Rudolf Northoff
since 2024 Procura
-
Henrik Pahls
since 2021 Procura
-
Hilke Heise
since 2025 Procura
-
Janina Meinert
since 2025 Procura
-
Jens Gehrandt
since 2019 Procura
-
Jörn Hellweg
since 2024 Procura
-
Kay Christian Krafft
since 2014 Procura
-
Klaus Röttger
since 2017 Procura
-
Luigi Sanfilippo
since 2013 Procura
-
Martin Kewitsch
since 2016 Procura
-
Matthias Moeller
since 2016 Procura
-
Michael Kronenburg
since 2012 Procura
-
Nico Benjamin Wegmann
since 2019 Procura
-
Nicolas Johanna
since 2017 Procura
-
Nicole Friesen
since 2025 Procura
-
Olaf Pack
since 2016 Procura
-
Patricia Johanna Engels
since 2021 Procura
-
Steven Moran
since 2016 Procura
-
Thomas Andreas Götz
since 2012 Procura
-
Ulrich Cordes
since 2012 Procura
-
Viktor Görzen
since 2024 Procura
Ownership & holdings
Ultimate beneficial owners (UBOs)
No beneficial owners conclusively identified — 1 possible matches from the transparency register.
Holds shares in
- Reinhard Mohn GmbH GmbH 100.0 %
- Bertelsmann China Holding GmbH GmbH 100.0 %
- Bertelsmann Aviation GmbH GmbH 100.0 %
History
- 2026
-
12.01.
Exit of positionMartin Dannhoff · Procura
-
12.01.
Exit of positionLazarus Robert Johannes Lippa · Procura
- 2025
-
08.10.
Exit of positionThomas Werth · Procura
-
02.07.
Member entryHilke Heise · Procura
-
02.07.
Exit of positionKerstin Samberger · Procura
-
20.01.
Member entryChristoph Mittendorf · Procura
-
07.01.
Member entryJanina Meinert · Procura
-
07.01.
Exit of positionRoger Schweitzer · Procura
Raw data & documents
Original filings, full-text markdown and PDFs — full content via the API.
Annual statements (full text)
Published reports as markdown — including management report, balance sheet, P&L and appendix.
- 2019 Jahresabschluss
- 2018 Jahresabschluss ↓
- 2017 Jahresabschluss
- 2016 Jahresabschluss
- 2016 Jahresabschluss
Jahresabschluss 2018
Register documents
PDF documents straight from the court register — fetched on demand via the :code endpoint.
- Current extract (AD)
- Chronological extract (CD)
- Structured content (SI, XML)
- Shareholders list
- Articles of association
Website content
Structured markdown rendering of the company's public website — perfect for enrichment and AI pipelines.
- Website snapshot (auto-discovered) AI
Structured data and full text — per company
From annual statements as HTML to UBO lists: enable each field individually via the features parameter. One API, all data.
- Key figures Revenue, employee count, total assets, net income — per fiscal year.
- Authorized representatives Current and former managing directors, board members, signatories — with roles and date ranges.
- Publications Official commercial register publications including date and full text.
- Gesellschafter Current shareholder structure with stakes and contributions.
- Wirtschaftlich Berechtigte (UBOs) Ultimate beneficial owners as recorded in the German transparency register.
- Beteiligungen Stakes this company holds in other entities.
- Bilanz Full balance sheet line items from published annual statements.
- Gewinn- und Verlustrechnung P&L line items per fiscal year.
- Jahresabschlüsse (HTML) Published annual financial statements rendered as HTML.
- Insolvenzbekanntmachungen Notices from the official insolvency registers.
- News Recent mentions of the company from external news sources.
Plug into any stack
Whether you're building a classical API integration, an AI agent, or a no-code workflow — this data slots in.
Use this data in your app
Grab an API key and pull this structured commercial register data straight from your application — no scraping, no PDFs.
Keyboard shortcuts
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