active Legal form GmbH

Nexi Germany GmbH

EschbornFrankfurt am Main, DEU ·HRB 57036 Frankfurt am Main

Overview

Legal form
GmbH
Address
Helfmann-Park 7
65760 Eschborn
Commercial register
HRB 57036, Frankfurt am Main
Registration date
June 11, 2003
Industry
Geld- und Wertdienste
Beteiligungsgesellschaften
Managementtätigkeiten von sonstigen Holdinggesellschaften
Registered capital
2,609,000.00 EUR
Representation rules

Ist nur ein Geschäftsführer bestellt, so vertritt er die Gesellschaft allein. Sind mehrere Geschäftsführer bestellt, so wird die Gesellschaft durch zwei Geschäftsführer oder durch einen Geschäftsführer gemeinsam mit einem Prokuristen vertreten.

Purpose
Die Erbringung des E-Geldgeschäfts im Sinne des § 11 Zahlungsdienstaufsichtsgesetz in der ab 13. Januar 2018 geltenden Fassung, nebst der Erbringung von Zahlungsdiensten und anderen Geschäftstätigkeiten als der Ausgabe von E-Geld im Rahmen der geltenden gemeinschaftsrechtlichen und nationalen Rechtsvorschiften sowie die Vermittlung des Abschlusses und der Nachweis der Gelegenheit zum Abschluss von Verträgen über Darlehen gem. § 34c Abs. 1 Nr. 2 GewO.

Financials

Employees 2016
386
Total assets 2016
736,89 Mio. €
Net income 2016
75,00 Mio. €

Balance sheet

2024
Assets 1,07 Mrd
  • Forderungen an Kreditinstitute 53,7 % 572,81 Mio
  • Forderungen an Kunden 19,1 % 203,41 Mio
  • Shares in Affiliated Companies 15,2 % 162,20 Mio
  • Other Assets 6,8 % 72,51 Mio
  • Intangible Assets 2,9 % 31,27 Mio
  • Tangible Assets 1,7 % 18,31 Mio
  • Equity Interests 0,3 % 3,50 Mio
  • Prepaid Expenses 0,2 % 2,49 Mio
  • Aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung 0,0 % 355,7 k
Liabilities and Equity 1,07 Mrd
  • Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 0,0 % 228,1 k
Full balance sheet line items with an API key Get API key →

Balance sheet data available for 18 earlier fiscal years.

Profit & loss

2024
Income 796,30 Mio
  • Provisionserträge 68,6 % 546,10 Mio
  • General administrative expenses 18,7 % 148,74 Mio
  • Other operating income 3,2 % 25,16 Mio
  • On intangible assets and property, plant, and equipment 2,5 % 19,87 Mio
  • Aufgrund einer Gewinngemeinschaft, eines Gewinnabführungs- oder eines Teilgewinnabführungsvertrages abgeführte Gewinne 1,1 % −9,07 Mio
  • Other operating expenses 1,1 % 8,98 Mio
  • Zinserträge 1,1 % 8,82 Mio
  • Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit 0,9 % 7,56 Mio
  • Depreciation on financial assets and current asset securities 0,8 % 6,33 Mio
  • Gewinnvortrag aus dem Vorjahr 0,6 % 5,08 Mio
  • Balance sheet profit/loss 0,6 % 5,08 Mio
  • Erträge aus Zuschreibungen zu Forderungen und bestimmten Wertpapieren sowie aus der Auflösung von Rückstellungen im Kreditgeschäft 0,3 % 2,73 Mio
  • Other taxes 0,2 % −1,51 Mio
  • Laufende Erträge 0,1 % 920,0 k
  • Interest and similar expenses 0,0 % 349,8 k
  • Income and profit taxes 0,0 % 0
  • Annual net profit/loss 0,0 % 0
Expenses 391,45 Mio
  • Provisionsaufwendungen 98,5 % 385,56 Mio
  • Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Forderungen und bestimmte Wertpapiere sowie Zuführungen zu Rückstellungen im Kreditgeschäft 1,5 % 5,89 Mio
Full P&L line items with an API key Get API key →

P&L data available for 18 earlier fiscal years.

Authorized representatives

  • Christian Andreas Marra since 2023 Managing Director
  • Jens Gebhardt since 2024 Managing Director
  • Thomas Spreitzer since 2026 Managing Director
  • Annekatrin Ott since 2024 Procura
  • Carmine Petraglia since 2024 Procura
  • Christian Jung since 2024 Procura
  • Frank-Michael Schlesinger since 2024 Procura
  • Henning Max Ruppersberg since 2025 Procura
  • Jochen Weiß since 2024 Procura
  • Martin Sivander since 2025 Procura
  • Stefan Schadowski since 2024 Procura
  • Suzan Stehr since 2024 Procura
30 former representatives · viewable with an API key Get API key →

Ownership & holdings

Shareholders

Ultimate beneficial owners (UBOs)

The ultimate beneficial owners behind these holdings could not be conclusively identified.

Holds shares in

History

  1. 2026
  2. 15.05.
    Member entry
    Thomas Spreitzer · Managing Director
  3. 15.05.
    Exit of position
    Thomas Spreitzer · Procura
  4. 2025
  5. 12.12.
    Exit of position
    Matthew Rowsell · Procura
  6. 14.10.
    Member entry
    Martin Sivander · Procura
  7. 14.10.
    Exit of position
    Omar Haque · Procura
  8. 18.09.
    Exit of position
    Luca Zanotti · Procura
  9. 10.09.
    Member entry
    Henning Max Ruppersberg · Procura
  10. 20.08.
    Change of purpose
    Die Erbringung des E-Geldgeschäfts im Sinne des § 11 Zahlungsdienstaufsichtsgesetz in der ab 13. Januar 2018 geltenden Fassung, nebst der Erbringung von Zahlungsdiensten und anderen Geschäftstätigkeiten als der Ausgabe von E-Geld im Rahmen der geltenden gemeinschaftsrechtlichen und nationalen Rechtsvorschiften sowie die Vermittlung des Abschlusses und der Nachweis der Gelegenheit zum Abschluss von Verträgen über Darlehen gem. § 34c Abs. 1 Nr. 2 GewO.
136 more events including all details Get API key →

Annual statements

Original published statements, ordered by fiscal year.

5 documents
Fiscal year Document Published Access
2024 Jahresabschluss Published Via the API
2023 Jahresabschluss Published Read full text
2022 Jahresabschluss Published Via the API
2021 Jahresabschluss Published Via the API
2020 Jahresabschluss Published Via the API
2023 Jahresabschluss Full text

Nexi Germany GmbH (vormals: Concardis GmbH)

Eschborn

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023

Lagebericht für das Geschäftsjahr 2023

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

1. Grundlagen der Gesellschaft

1.1. Geschäftstätigkeit und Struktur

1.2. Leistungsangebot

1.3. Ziele und Strategien

1.4. Steuerungssystem

2. Wirtschaftsbericht

2.1. Allgemeine wirtschaftliche Rahmenbedingungen

2.2. Entwicklung der Branche

2.3. Geschäftsentwicklung

2.4. Lage der Gesellschaft

3. Risiko- und Chancenbericht

4. Prognosebericht

1. Grundlagen der Gesellschaft

1.1. Geschäftstätigkeit und Struktur

Geschäftstätigkeit

Die Nexi Germany GmbH (vormals Concardis GmbH, im Folgenden kurz "Nexi Germany" oder "Gesellschaft") ist ein Zahlungsinstitut mit Hauptsitz in Eschborn. Daneben bestehen Betriebsstätten in Köln und in München.

Das Geschäftsmodell der Nexi Germany beruht auf der Abwicklung und Abrechnung von Kredit- bzw. Debitkartenzahlungen (inklusive Girokarten) im Präsenz- und Distanzgeschäft (E-Commerce) sowie dem Verkauf und der Vermietung der dafür notwendigen physischen Terminals und Bereitstellung von virtuellen Terminals.

Darüber hinaus bietet Nexi Germany als von der Deutschen Kreditwirtschaft zertifizierter Netzbetreiber die technische Abwicklung von Girocard-Transaktionen im Präsenzgeschäft sowie die darauf basierende Lastschriftverarbeitung (ELV (elektronisches Lastschriftverfahren), CLV+ (Nexi Germany Lastschriftverfahren mit dem Plus)) an. In der unwesentlichen Product Area "Other" bzw. "Sonstiges" werden sonstige Nebenleistungen in den DACH-Regionen (Deutschland, Österreich, Schweiz) erbracht. Hierzu zählen unter anderem fakultative Nebenleistungen wie Sammelkonto, Tax Free oder Zahlungsmethoden wie Alipay, WeChat oder TWINT in der Schweiz.

Nachfolgend werden die wesentlichen Product Areas dargestellt:

Acquiring

Im Rahmen der Product Area Acquiring vermittelt Nexi Germany Akzeptanzen zur Abwicklung von Kredit- und Debitkartenzahlungen im stationären Einzelhandel sowie im Online-Vertrieb. Es handelt sich dabei um einen regulierten Zahlungsdienst. Die Akzeptanzvermittlung beinhaltet insbesondere die Abwicklung von Zahlungen und Rückerstattungen, den Empfang der Gelder auf Treuhandkonten sowie deren Auszahlung an die Händler und die Abwicklung von Rückbelastungen ("Chargebacks"). Zur Abwicklung der Kreditkartentransaktionen hat Nexi Germany Lizenzen von den Kartenorganisationen ("Schemes") Mastercard, Visa, Union Pay International, JCB und Diners Club International / Discover. Als Lizenznehmer der Kartenorganisationen sind Nexi Germany als Acquirer sowie die kartenausgebenden Institute mit den Systemen der Kartenorganisationen verbunden. Dies gewährleistet, dass jeder Karteninhaber (via kartenausgebendem Institut) bei jedem Händler (via Acquirer) weltweit zahlen kann. Als Lizenznehmer ist Nexi Germany an die Regelwerke, Prozesse, Gebührenstrukturen und sonstigen Vorgaben der Kartenorganisationen gebunden. Im Rahmen des Acquiring werden ebenfalls Zusatzleistungen, wie DCC ("Direct Currency Conversion") sowie die Abwicklung von Bargeldabhebungen mittels Kredit- und Debitkarten von Visa und Mastercard im Rahmen des Automatengeschäfts (ATM-Geschäft) angeboten.

Point-of-Sale ("POS")

Die zentrale Komponente der Product Area Point-of-Sale (POS) ist die technische Abwicklung von Debitkartentransaktionen, insbesondere der Girocard-Netzbetrieb. Bei diesem verfügt Nexi Germany über einen Netzbetreibervertrag mit der Deutschen Kreditwirtschaft. D. h. die Gesellschaft übernimmt als von der Deutschen Kreditwirtschaft zertifizierter Auftragsdienstleister die technische Verarbeitung von Girocard-Zahlvorgängen im stationären Einzelhandel und ist für die Berechnung und Abführung der mit den kartenausgebenden Instituten verhandelten Gebühren für die angeschlossenen Händler zuständig. Dabei handelt es sich um die sogenannten Händlerentgelte. Händler, die einen Vertrag für den POS-Service mit Nexi Germany abgeschlossen haben, sind an das Girocard-System angebunden und können Girocard-Umsätze akzeptieren. Voraussetzung für die Girocard-Abwicklung ist, dass der Konsument eine von den teilnehmenden Banken der Deutschen Kreditwirtschaft herausgegebene Girocard nutzt. Der Händler muss dabei ebenfalls eine Kontoverbindung zu einem der teilnehmenden Institute besitzen. Die Product Area POS umfasst u. a. die Bereitstellung eines POS-Terminals (Miete oder Kauf), die Wartung und Instandhaltung des Terminals sowie alle Dienstleistungen im Zusammenhang mit der Abwicklung von Transaktionen im Girocard-System. Die Erlöse aus dem kaufmännischen Netzbetrieb (KNB) sind der Product Area "Local Debit" zugeordnet.

Local Debit

Die Product Area Local Debit umfasst die Abwicklung der Kartenzahlungen der Product Area POS. Hierbei bietet Nexi Germany die Produkte Girocard-Zahlungen unter Eingabe der PIN, gewährleistete Lastschriftzahlungen (CLV+) sowie Zahlungen im elektronischen Lastschriftverfahren (ELV) an.

Bei Girocard-Zahlungen unter Eingabe der PIN erfolgt eine Autorisierungsabfrage, sodass eine Zahlungsgarantie der kartenausgebenden Institute für den Händler besteht, sofern die Zahlung innerhalb von sieben Tagen vom Händler zur Abwicklung eingereicht wird. Die Autorisierungsabfrage erfolgt durch den Netzbetreiber zwischen dem kartenausgebenden Institut und dem Terminal und umfasst eine Abfrage bei dem kartenausgebenden Institut. Für Girocard-Transaktionen mit PIN-Eingabe bietet Nexi Germany sowohl das direkte Clearing als auch die Abwicklung über Treuhandkonten der Nexi Germany an. Durch den Einsatz von Treuhandkonten werden Transaktionsumsätze auf diesen gesammelt und gebündelt von der Nexi Germany an die Hausbank des Händlers überwiesen, sodass die Händler bei Nutzung dieses regulierten Zahlungsdienstes Postengebühren bei der eigenen Hausbank einsparen können.

Die CLV+-Zahlungen basieren auf dem SEPA-Lastschriftverfahren und werden durch Nexi Germany gewährleistet. CLV+ ermöglicht dem Händler die risikolose Annahme von kostengünstigen ELV-Zahlungen. CLV+-Transaktionen wickelt Nexi Germany über Treuhandkonten ab. Die Rücklastschriften werden über Eigenmittelkonten gebucht. Bei jedem Zahlvorgang bewertet ein Algorithmus das Ausfallrisiko und entscheidet, ob für die Transaktion eine Unterschrift ausreicht oder ob eine PIN-Eingabe notwendig ist.

Bei einem Bezahlvorgang, bei dem der Zahlbetrag per ELV vom Karteninhaber eingezogen wird, besteht ein Rücklastschriftenrisiko für den Händler, da hier im Rahmen der Transaktionsabwicklung keine Autorisierungsabfrage erfolgt.

Gateway und Payment-Service-Provider ("PSP")

Im Rahmen der Product Area Gateway und Payment-Service-Provider (PSP) bietet Nexi Germany Produkte und Leistungen zur technischen Anbindung von Onlinehändlern und Webshops verschiedene Bezahlverfahren an. Dabei ist die Gateway-Plattform das Internet- Terminal. Dies allein stellt keinen regulierten Zahlungsdienst dar. Darüber hinaus bietet die Gesellschaft als Zahlungsdienstleistung den sogenannten Collecting-Service an. Dabei handelt es sich um den gebündelten Empfang von Geldern aus Internet-Bezahlvorgängen auf einem Treuhandkonto und anschließender ebenfalls gebündelter Auszahlung an den Händler. Das Angebot der Nexi Germany begrenzt sich dabei auf die Abwicklung von Online-Bezahlvorgängen per ELV. Dieser Service stellt einen regulierten Zahlungsdienst dar.

Aufsichtsrecht

Seit 2018 verfügt die Gesellschaft über die Erlaubnis zum Betreiben des E-Geld-Geschäfts (§ 1 Abs. 2 Satz 2 Zahlungsdiensteaufsichtsgesetz (ZAG)). Gemäß § 11 Abs. 1 Nr. 1 ZAG umfasst die erteilte Erlaubnis hierbei die Erbringung aller Zahlungsdienste im Sinne des § 1 Abs. 1 ZAG. Zuvor verfügte die Gesellschaft bereits über die Erlaubnis zum Betreiben des Acquiring-Geschäfts (§ 1 Abs. 1 Satz 2 Nr. 5 ZAG). Die Leistungserbringung der Nexi Germany für Händler beinhaltet regulierte sowie nicht regulierte Produkte und Dienstleistungen.

Beteiligungsverhältnisse und Tochterunternehmen

Nexi Germany ist eine 100 %-ige Tochter der Nexi Germany Holding GmbH (vormals Concardis Holding GmbH, nachfolgend: Nexi Holding), Eschborn, welche Teil der Nets A/S und somit der Nexi S.p.A.-Gruppe ist. Die Nexi S.p.A. ist ein italienisches, börsennotiertes Unternehmen, das sich auf die Entwicklung von elektronischen Zahlungslösungen und Dienstleistungen spezialisiert. Die in Dänemark ansässige Nets A/S schloss sich am 1. Juli 2021 mit der Nexi S.p.A. zusammen. Ebenso wie die Nexi S.p.A. bietet sie Zahlungsdienstleistungen an.

Nexi Germany hat Tochtergesellschaften in Berlin (orderbird GmbH), in Frankfurt am Main (paytec payment provider GmbH), in Österreich (Nexi Austria GmbH) und in der Schweiz (Nexi Schweiz AG). Daneben hält die Gesellschaft eine Beteiligung an der WEAT Electronic Datenservice GmbH, Düsseldorf.

Neben dem Sitz in Eschborn bestehen weitere Betriebsstätten der Nexi Germany in Köln und in München.

Gesellschaft Sitz Anteil 31.12.2023 Buchwert 31.12.2023
(TEUR)
WEAT Electronic Datenservice GmbH Düsseldorf 40,00 % 3.500
Beteiligungen 3.500
Nexi Germany Austria GmbH 1 Leobersdorf, Österreich 100,00 % 2.098
Nexi Schweiz AG 2 Wallisellen, Schweiz 100,00 % 31.476
orderbird GmbH Berlin 98,15 % 114.146
paytec payment provider GmbH Frankfurt am Main 100,00 % 16.877
Anteile an verbundenen Unternehmen 164.597

1 Vormals Concardis Austria GmbH

2 Vormals Nets Schweiz AG

An der WEAT Electronic Datenservice GmbH, Düsseldorf, die im Bereich des POS- Terminalvertriebs im Tankstellensektor tätig ist, hält Nexi Germany 40,00 % der Anteile.

An der orderbird GmbH, Berlin, hielt Nexi Germany zum Bilanzstichtag 31.12.2023 98,15 % der Anteile. Im abgelaufenen Geschäftsjahr erfolgte eine Einstellung in die freie Kapitalrücklage i. H. v. EUR 1,2 Mio. Im September 2023 wurde eine Vereinbarung über die Ausübung der Call-Option für die verbliebenen 1,85 % der Anteile im Januar 2024 geschlossen. Im Januar 2024 wurden die verbleibenden Anteile im Rahmen der Call-Option erworben.

Im Berichtsjahr 2023 wurde mit der Alleingesellschafterin Nexi Holding erneut ein Gewinnabführungsvertrag mit Wirkung ab 1.1.2023 und fünfjähriger Gültigkeitsdauer abgeschlossen.

Die Gesellschaft wird seit dem 1. Juli 2021 in den Konzernabschluss der Nexi S.p.A., Mailand, Italien (im Folgenden kurz "Nexi") einbezogen.

1.2. Leistungsangebot

Das Leistungsangebot ist umfassend im Rahmen der Beschreibung der Product Areas in Abschnitt 1.1. dargelegt.

Im Geschäftsjahr 2023 lag der Fokus weiterhin auf dem Vertrieb der genannten Leistungen in einem Paket, welches die einzelnen Komponenten bündelt: Kartenlesegerät kombiniert mit der Akzeptanz von verschiedenen Debit- und Kreditkarten, sowie einem digitalen Portal (Desktop und Mobile) zur Nachverfolgung aller Transaktionen und Auszahlungen.

Folgende Dienstleistungen finden sich in allen Produktbereichen wieder: Zahlungsabwicklung und Abrechnung von Zahlungsmöglichkeiten für Handels- und Dienstleistungsunternehmen von nationale Debitkarten (Girocard) sowie internationalen Debit- und Kreditkarten (Mastercard, Visa, etc.). Auch wickelt Nexi Germany Bargeldauszahlungen an Karteninhaber über Geldautomaten ab und rechnet diese ab.

1.3. Ziele und Strategien

Das Jahr 2023 war das erste Jahr, in dem Nexi Germany im Rahmen des neuen Target Operating Models, welches zum 1.1.2023 implementiert wurde, wieder eigenständig im Markt agierte und die Organisation hierauf ausrichtete. Während Nexi Germany wesentlich von den Produkten und Plattformen der Gruppe profitiert, kann es sich gleichzeitig auf den lokalen Markt mit seinen Spezifika fokussieren gemäß der Strategie der Gruppe "European by scale, local by nature". Die Gruppe verfügt aus Sicht der Geschäftsführung über alle Voraussetzungen, um den digitalen und bargeldlosen Wandel in Europa voranzutreiben. Nexi Germany profitiert zudem von den finanziellen Ressourcen der neuen Gruppe, um im DACH-Markt weiter zu wachsen.

Aufgrund der breiten Aufstellung der Nexi Germany im DACH-Markt soll das Wachstum entlang aller Kundensegmente erfolgen und schließt somit das KMU-Segment (kleine und mittelständische Kunden) und das LAKA-Segment ("Large and key accounts" = Großkunden), aber auch das auf den Onlinemarkt spezialisierte E-Commerce-Segment ein, in dem bereits im Jahre 2022 Investitionen in die Produktentwicklung und die Stärkung des Marktangangs geflossen sind.

Neben der Versorgung mit Zahlungslösungen verfolgt Nexi Germany strategisch das Ziel, die Händler mit vor allem digitalen Leistungsangeboten beim Geschäftsbetrieb zu unterstützen und über die Integration der Zahlungsabwicklung in die Geschäftsprozesse des Händlers an Nexi Germany zu binden. Dies beinhaltet beispielsweise Softwarelösungen, die der Kunde in seinem operativen Geschäftsbetrieb nutzt und die eine Verbindung zu der Zahlungslösung aufweisen. Ein Beispiel hierfür ist die in 2022 erfolgte Akquisition der orderbird GmbH mit Fokus auf Gastronomiekunden. Darüber hinaus fallen hierunter auch sogenannte datengestützte Mehrwertdienstleistungen, mit denen der Händler aus Sicht der Geschäftsführung perspektivisch wichtige Erkenntnisse aus den Zahlungsinformationen ziehen und somit seinen Geschäftsbetrieb optimieren kann.

1.4. Steuerungssystem

Die Organe des Unternehmens sind die Geschäftsführung sowie die Gesellschafterversammlung. Das Unternehmen wird durch die Geschäftsführer vertreten. Die Geschäftsführung findet sich in geplanten Präsenzterminen bzw. virtuellen Sitzungen ein, in denen sie wichtige Unternehmensinformationen und -entscheidungen erörtert und beschließt.

Nexi Germany nutzt finanzielle und nichtfinanzielle Kennzahlen zur Überwachung und Steuerung der Geschäftstätigkeit.

Zu den wichtigsten finanziellen Kennzahlen gehören die Transaktionsvolumina, d.h. abgerechnete Zahlungen, aus dem Acquiring und dem Girocard Zahlungsgeschäft, Provisionsüberschuss und EBITDA vor Sondereffekten ("normalisiert"). Zur Ermittlung des normalisierten EBITDA wird das EBITDA um nicht wiederkehrende, einmalige Aufwendungen und Erträge bereinigt. Darunter sind unter anderem Einmalaufwendungen im Zusammenhang mit dem Kauf und der Integration neuer Beteiligungen sowie die Realisierung strategischer Projekte zu verstehen.

Die wichtige nichtfinanzielle Kennzahl für Kundenzufriedenheit ist der transactional Net Promoter Score (tNPS). Dieser misst, inwieweit Kunden mit dem Service der Nexi Germany (nach einer erfolgten Interaktion) zufrieden sind. Dabei werden die Bewertungen aus den Kundenrückmeldungen aggregiert und mit den Vormonaten verglichen.

Die Überwachung und Steuerung der Nexi Germany mittels finanzieller und nichtfinanzieller Kennzahlen dient der Sicherung einer kontinuierlich erfolgreichen und profitablen Unternehmensentwicklung sowie der Aufrechterhaltung einer soliden Eigenkapitalausstattung und eines ausreichenden Finanzmittelbestands.

2. Wirtschaftsbericht

2.1. Allgemeine wirtschaftliche Rahmenbedingungen

Die deutsche Wirtschaft ist nach Einschätzung des ifo Instituts im Jahr 2023 um 0,4% geschrumpft. 1

Die Gründe für das negative Wachstum im Jahr 2023 sind vielfältig. Zu den Herausforderungen gehörten insbesondere eine hohe Inflation sowie geopolitische Spannungen. Die derzeit trotz merklichem Rückgang immer noch auf einem hohen Niveau verweilende Inflation belastet Verbraucher und Unternehmen gleichermaßen. Die geopolitischen Spannungen, vor allem der Krieg in der Ukraine, sorgen für Unsicherheit und bremsen die Investitionen.

2.2. Entwicklung der Branche

Die tiefgreifenden Auswirkungen der Corona-Pandemie haben sich nachhaltig im Bezahlverhalten der Konsumenten niedergeschlagen. Gemäß einer Studie von BCG zahlten Deutsche im vergangenen Jahr im Durchschnitt 284-mal elektronisch, was einem Anstieg von 5 % im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Trotz dieses Zuwachses befindet sich Deutschland laut derselben Studie im europäischen Vergleich weiterhin auf dem 12. Platz von 17, was auf ungenutztes Wachstumspotenzial hindeutet. 2

Die hohe Profitabilität und das signifikante Marktwachstum im elektronischen Zahlungsverkehr in den vergangenen Jahren haben zu zunehmendem Wettbewerb geführt, der sich teilweise in leichtem Margendruck manifestiert. Insbesondere die verstärkte Präsenz von FinTech-Unternehmen trägt dazu bei.

Nexi Germany Fokus auf das KMU-Segment

Das Kundensegment der kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) ist der wichtigste Umsatz- und Ertragsbringer für Anbieter im elektronischen Zahlungsverkehr. Auch diverse Wettbewerber bauen zunehmend kundenbezogene Lösungen für dieses stark wachsende Segment auf. Im LAKA-Segment besteht weiterhin ein hoher Wettbewerbsdruck, obwohl es zunehmend gelingt, die Margen risikoadäquat zu vereinbaren.

1 https://www.ifo.de/pressemitteilung/2023-09-07/ifo-institut-bestaetigt-schrumpfen-der- wirtschaft :~:text=Das%20ifo%20Institut%20hat%20seine,Prozentpunkte%20weniger%20als%20bislang%20ged acht.

2 https://www.bcg.com/press/12september2023-trotz-wachstum-der-payment-branche-beim-digitalen-bezahlen- hinken-die-deutschen-hinterher

Aufgrund der Aufstellung und Größe der Nexi Gruppe im europäischen Markt, strebt Nexi Germany mit Hilfe verschiedener Initiativen an, sowohl im KMU-Segment als auch im Großkundensegment, weiterhin stark zu wachsen. So wurde auch im Jahr 2023 die deutschlandweite Aufstellung verstärkt. Dazu wurde insbesondere in das Zusammenspiel zwischen Vertrieb und Service investiert, mit dem Ziel Neu- und Bestandskunden in beiden Segmenten noch besser bedienen zu können.

Zunehmende Bedeutung von Omnichannel

Die kontinuierliche Entwicklung des Handels in Richtung Omnichannel, welche durch die Corona-Pandemie befeuert wurde, hat auch im Jahr 2023 weiter angehalten.

Omnichannel bietet Händlern verbesserte Kundenerfahrung durch ein einheitliches Einkaufserlebnis, was zu höherer Zufriedenheit und Loyalität führt. Es steigert die Effizienz, optimiert Prozesse und senkt Kosten. Zudem eröffnet Omnichannel neue Geschäftsmöglichkeiten wie Click & Collect, Buy-Online-Pick-Up-in-Store oder die Implementierung eines Live-Chat-Supports. Zahlungsanbieter müssen die veränderten Kundenbedürfnisse durch Anpassung ihres Angebotes berücksichtigen, was eine Herausforderung aber auch einen relevanten Wachstumstreiber darstellt.

Wettbewerbsdruck und damit verbundene Marktkonsolidierung

In den letzten Jahren hat der Wettbewerb in der Payment-Branche zugenommen. Neue Anbieter aus dem In- und Ausland drängen verstärkt auf den Markt.

Verschiebung zu neuen Technologien und Methoden

Die Dynamik in der Payment-Branche wird maßgeblich vom technologischen Wandel geprägt. Der Eintritt disruptiver Wettbewerber wie FinTechs erhöht den Marktdruck. Bestehende Marktteilnehmer sind dazu aufgefordert, ihre Tech-Infrastruktur sowie zunehmend den Einsatz von generativer Künstlicher Intelligenz zu evaluieren, um Effizienzpotenziale zu nutzen und keinen Wettbewerbsnachteil zu erfahren. Die Verwendung innovativer Bezahlmethoden wie "Buy Now, Pay Later" (BNPL) wird zunehmend bedeutender, besonders unter jüngeren Konsumenten. Laut Bitkom nutzen 84 % der jüngeren Bevölkerung gelegentlich ihr Smartphone oder ihre Smartwatch zum Bezahlen. 3

Zudem könnte der Trend zu Konto-zu-Konto-Transaktionen im Einzelhandel die Verwendung von Kartenzahlungen negativ beeinflussen. Der fundamentale Wandel in der Branche zeigt sich auch in der potenziellen Einführung digitaler Währungen, die sich langsam von Konzepten zur

3 https://www.bitkom.org/Presse/Presseinformation/Fast-alle-bezahlen-kontaktlos

Realität bewegen. Über 90% der Zentralbanken weltweit experimentieren bereits aktiv mit dieser Alternative und erwägen ihre Nutzung als Bargeldergänzung 4.

Verschiebung von national zu international

Mit zunehmendem Anteil des E-Commerce bzw. Online-Handels erhöht sich die geografische Reichweite vieler Händler. Dies hat zur Folge, dass die größeren pan-europäisch aktiven Händler die zu erbringenden Payment-Dienstleistungen zunehmend im Rahmen eines Tender-Verfahrens ausschreiben. Für Nexi Germany ergibt sich daraus ein steigender Wettbewerbsdruck, bei dem sie in den Ausschreibungsprozessen zunehmend anderen großen europäischen Wettbewerbern begegnet. Darüber hinaus steigen die Komplexität und der Umfang der eingeforderten Leistungen. So sind nach Einschätzung der Geschäftsführung Services entlang der Wertschöpfungskette mit regionalen Besonderheiten, verschiedenen Bezahlmethoden und Unterstützung aller Vertriebskanäle zielführend. Diese Herausforderungen treffen insbesondere auf das LAKA-Segment der Nexi Germany zu, das sich auf Großkunden fokussiert. Diese agieren üblicherweise Grenzen übergreifend, haben hohe Anforderungsprofile und erwarten maßgeschneiderte Lösungen. Hier kann Nexi Germany deutlich von der Zusammenarbeit in der Gruppe profitieren.

Steigende regulatorische Anforderungen

Verstärkt durch Vorfälle der letzten Jahre, wie den Wirecard-Skandal, intensivieren Regulierungsbehörden ihre Überwachung von Zahlungen, erweitern den Regelkatalog und verstärken die Durchsetzung. Dies wird die Risikomanagement- und Compliance-Praktiken sowohl etablierter als auch nicht-traditioneller Akteure weiter auf die Probe stellen.

2.3. Geschäftsentwicklung

Integrations- und Umstrukturierungsmaßnahmen

In den vergangenen Jahren wurden bei Nexi Germany erfolgreich Integrations- und Umstrukturierungsmaßnahmen in den Bereichen Organisation, Geschäftsbetrieb und Prozesse fortgesetzt. Ein zentraler Schwerpunkt lag dabei auf der gruppenweiten Integration der Nets Gruppe in Nexi. In 2023 stand die Implementierung des neuen Target Operating Models (TOM) der Nexi Gruppe im Mittelpunkt, welches im Rahmen des Capital Market Day im September 2022 vorgestellt wurde.

Das neue TOM unterstützt die strategische Ausrichtung der Nexi Gruppe mit dem Leitmotiv "European by Scale, Local by Nature". Neben dem Aufbau von Personal in strategisch relevanten Bereichen, profitiert Nexi auf Gruppenebene von Skaleneffekten und Synergien in der Produkt- und Technologieentwicklung, dem Ausbau strategischer Fähigkeiten sowie kontinuierlicher operativer Transformation über alle Regionen hinweg. Gleichzeitig bleibt in den lokalen Einheiten der Fokus auf den Kunden erhalten. Marketing- und Vertriebseinheiten sowie

4 https://www.bcg.com/publications/2023/bcg-global-payments-report-2023

das Kunden- und Stakeholdermanagement werden weiterhin regional gesteuert. Im Rahmen des neuen TOM werden die Kunden weiterhin marktseitig in die Segmente KMU, LAKA sowie Kunden im Online-Handel (E-Commerce-Kunden) klassifiziert.

Dieser integrative Ansatz stärkt die Position der Nexi Germany im Markt und ermöglicht nachhaltiges Wachstum sowie die Realisierung von Wettbewerbsvorteilen.

Innerhalb des Geschäftsbetriebs sind insbesondere Maßnahmen im KMU-Segment hervorzuheben. Im Jahr 2023 lag weiterhin ein besonderer Fokus auf diesem Segment, dessen Bearbeitung vertriebstechnisch und insbesondere produktseitig weiter gestärkt wurde. Das Potential liegt insbesondere bei kleineren Händlern, die beginnen, digitale Zahlungen zu akzeptieren oder sogar zu bevorzugen. Gerade für diese Händler hat Nexi Germany bestehende Lösungen mit neuen Funktionalitäten weiterentwickelt, um ihnen ein noch einfacheres und transparenteres Angebot zu liefern. So wurde ab Q3 2023 beispielsweise ein neues kommerzielles Angebot veröffentlicht, welches den Kunden ein Disagio von 1% auf alle Kartentypen gleichermaßen anbietet und somit insbesondere new-to-card-Kunden den Einstieg in das digitale Bezahlen deutlich erleichtert. Dies unterstreicht auch die Mission der Nexi Germany, kleine und mittelständische Unternehmen bei der Digitalisierung zu unterstützen.

Das Produktportfolio der Nexi Germany im E-Commerce-Segment wurde weiter gestärkt. Mit der rückwirkenden Übernahme zum 1.1.2023 von 30 % der Unternehmensanteile an Computop durch die Alleingesellschafterin Nexi Holding, ist die Nexi Gruppe eine weitere strategische Beteiligung eingegangen. Die Nexi Gruppe erweitert durch die Beteiligung ihre Möglichkeiten zur Abwicklung von Omnichannel-Transaktionen in Europa. Nexi-Kunden können über das Computop Paygate auch in den USA, Kanada und Australien Omnichannel-Lösungen nutzen. Computop wird Projekte für individuelle Lösungen für Händler und Industrieunternehmen auch für Nexi-Kunden übernehmen. Diese profitieren zudem von Computops Erfahrung und Netzwerk außerhalb Europas. Computop ist bereits ein langjähriger Kooperationspartner der Nexi Germany und kann durch seine große Expertise im DACH-Raum Nexi hervorragend ergänzen.

Auf Prozessebene wurde im Jahr 2023 weiterhin die gruppenweite Vereinheitlichung von Prozessingplattformen vorangetrieben, welche zu Kostensenkungen und geringeren Abhängigkeiten von externen Dienstleistern führen soll. Für Nexi Germany betrifft dies insbesondere die organisatorische und technische Kundenmigration auf die Nets- Prozessingplattform NDS/CAPS der dänischen Schwestergesellschaft mit Fokus auf die skandinavischen Länder, welche im Jahr 2022 gestartet ist und bis Ende 2023 größtenteils durchgeführt werden konnte. In einer letzten Migrationswelle Anfang 2024 wurden komplexe Großkunden auf die neue Plattform migriert. Der vollständige Abschluss des Projektes wird im laufenden Jahr erfolgen.

2.4. Lage der Gesellschaft

Ertragslage

Nexi Germany schloss das Geschäftsjahr 2023 mit einem Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit in Höhe von EUR 19,0 Mio. (Vorjahr EUR 23,8 Mio.) ab.

Das EBITDA vor Sondereffekten beträgt EUR 45,9 Mio. und liegt damit leicht über dem Vorjahreswert (EUR 45,8 Mio., unter Berücksichtigung von Anpassungen in der Normalisierung EUR 53,2 Mio.) und damit ca. 10 % unter den Erwartungen. Dies ist insbesondere durch einen Ressourcenaufbau insbesondere in Vertriebs- und Compliance-Bereichen im Rahmen der Fokussierung auf die DACH-Region zurückzuführen.

Der Provisionsüberschuss aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit lag mit EUR 150,6 Mio. um 16,9 % über dem Vorjahreswert von EUR 128,8 Mio. und ist im Wesentlichen auf die um 13 % (EUR 8.4 Mio.) gestiegenen Transaktionsumsätze in den Bereichen Acquiring und Debitkarten zurückzuführen. Auch im Terminalgeschäft ist eine positive Entwicklung zu verzeichnen. Aus dem Anstieg der Girocard-Transaktionsumsätze um 10,8 % konnten die Girocard- Provisionserträge um EUR 3,6 Mio. gesteigert werden. Die höheren operativen Kosten werden dadurch nur teilweise kompensiert.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2023 konnte Nexi Germany ein Transaktionsvolumen in Höhe von insgesamt EUR 53,6 Mrd., davon aus dem Acquiring-Geschäft in Höhe von EUR 43,3 Mrd. (Vorjahr EUR 38,5 Mrd., Steigerung 12,5 %) und aus Girocard-Geschäft von EUR 10,3 Mrd. (Vorjahr EUR 9,2 Mrd., Steigerung 12,0 %) verarbeiten. Das Transaktionsvolumen aus dem Acquiring- und dem Girocard-Geschäft hat sich gegenüber der Prognose im unteren zweistelligen Prozentbereich positiv entwickelt, was vor allem auf die positive Entwicklung insbesondere bei Großkunden in Deutschland zurückzuführen ist. Dabei wurden 1,0 Mrd. (Vorjahr 803,8 Mio.) Kundentransaktionen mit internationalen Kredit- und Debitkarten verarbeitet, was einem Anstieg von 24,4 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. Aus Sicht der Gesellschaft ist letzteres kein zentraler Leistungsindikator.

Nachfolgend die Erläuterungen der wesentlichen GuV-Posten:

[in TEUR] Veränderung
2023 2022 absolut prozentual
Zinsergebnis 4.969 901 4.068 > 100 %
Laufende Erträge 1.240 1.080 160 15 %
Provisionserträge 540.054 469.351 70.703 15 %
Provisionsaufwendungen 389.420 340.572 48.848 14 %
Sonstige betriebliche Erträge 119.958 138.754 -18.796 -14 %
Allgemeine Verwaltungsaufwendungen 146.438 135.607 10.831 8 %
Abschreibungen und Wertberichtigungen auf immaterielle Anlagewerte und Sachanlagen 16.523 15.547 976 6 %
Sonstige betriebliche Aufwendungen 94.010 92.438 1.572 2 %
Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Forderungen und bestimmte Wertpapiere sowie Zuführungen zu Rückstellungen im Kreditgeschäft 5.349 3.723 1.626 44 %
Erträge aus Zuschreibung zu Forderungen und bestimmten Wertpapieren sowie aus Auflösungen von Rückstellungen im Kreditgeschäft 31 1.640 -1.609 -98 %
Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit 14.512 23.839 - 9.327 -39 %
Steuern -1.041 -1.223 182 -15 %
Aufwendungen aus Gewinnabführung 15.553 25.062 -9.509 -38 %
Jahresüberschuss 0 0 0 0 %

Die Provisionserträge des Unternehmens bestehen überwiegend aus den Disagio-Erlösen und den Erlösen aus sonstigen erbrachten Dienstleistungen an Kunden in den unten dargestellten Product Areas. Die Provisionserträge betrugen im abgelaufenen Geschäftsjahr EUR 540,1 Mio. und lagen damit um EUR 70,7 Mio. über dem Wert des Vorjahres. Die Provisionsaufwendungen betrugen im abgelaufenen Geschäftsjahr EUR 389,4 Mio. und lagen damit um EUR 48,8 Mio. über dem Wert des Vorjahres

Die Zusammenfassung der obigen Provisionserträge und Provisionsaufwendungen ergibt ein Provisionsüberschuss und kann nach den Product Areas wie folgt dargestellt werden:

Provisionsüberschuss
in Mio. EUR
Product Area 2023 2022 Veränderung
absolut prozentual
Acquiring 110,1 95,4 14,7 15,4 %
Local Debit 11,5 8,7 2,8 32,2 %
POS 24,9 19,9 5,0 25,1 %
PSP 4,2 4,8 -0,6 -12,5 %
Summe 150,7 128,8 21,9 17,0 %

Trotz der schwierigen gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen konnte die Gesellschaft die Kundentransaktionen mit Kreditkarten gegenüber dem Vorjahr von EUR 592,6 Mio. auf EUR 744,5 Mio. oder um 25,6 % steigern. Der Acquiring-Transaktionsumsatz konnte innerhalb eines Jahres um 12,5 % auf EUR 43,3 Mrd. gesteigert werden. Daraus ergibt sich für das Acquiring ein Ergebnis in Höhe von EUR 110,1 Mio., das um 15,4 % oder EUR 14,7 Mio. über dem Vorjahr liegt.

Immer mehr kleine Händler im Bereich KMU haben begonnen, ihr Geschäftsmodell auf digitale Zahlungen umzustellen. So konnte auch im Jahr 2023 die Anzahl an angeschlossenen und aktiven Terminals im KMU-Bereich weiter ausgebaut und das Produktangebot deutlich erweitert werden.

Der Anstieg des Local Debit-Ergebnisses von EUR 8,7 Mio. auf EUR 11,5 Mio. ist im Wesentlichen auf den Anstieg der Debitkarten-Transaktionsumsätze zurückzuführen.

Der Provisionsüberschuss aus POS konnte um EUR 5,0 Mio. gesteigert werden. Dies ist auf das wachsende Mietportfolio, Verkäufe im KNB-Geschäft sowie gestiegene Transaktionserlöse durch mehr Transaktionen zurückzuführen.

Die sonstigen betrieblichen Erträge unterteilen sich wie folgt:

Position
(in TEUR)
2023 2022
Erträge aus Fremdwährungsumrechnung und Wechselkursgewinnen 63.417 94.616
Erlöse verbundene Unternehmen 25.796 535
Erträge aus dem Terminalgeschäft 15.541 18.634
Auflösung von Rückstellungen 3.310 15.303
Erträge aus Personalbuchungen 2.753 3.275
Erträge aus Chargebackgebühren 159 7
Erträge aus NAV / Umsatzsteuer 151 4.335
Sonstige Erträge 8.831 2.049
Summe 119.958 138.754

Der Rückgang der Erträge aus Fremdwährungsumrechnungen und Wechselkursgewinnen ist durch eine gewisse Volatilität der Wechselkurse im Geschäftsjahr 2023 begründet.

In den Erträgen gegenüber verbundenen Unternehmen sind periodenfremde Erträge i. H. v. EUR 18,7 (Vorjahr: EUR 0,0) enthalten. Diese betreffen die Weiterbelastung vergangener Projektdienstleistungen.

Die allgemeinen Verwaltungsaufwendungen haben sich auf EUR 146,4 Mio. erhöht und liegen damit mit EUR 10,8 Mio. über dem Wert des Vorjahres. Dies geht insbesondere auf gestiegene Personalaufwendungen und Beratungsleistungen zurück.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen unterteilen sich wie folgt:

Position
(in TEUR)
2023 2022
Aufwendungen aus Fremdwährungsumrechnung und Wechselkursverlusten 62.387 88.777
Aufwendungen aus Chargebackabrechnungen 502 519
Aufwendungen aus dem Terminalgeschäft 471 1.369
Aufwendungen verbundene Unternehmen 25.031
Sonstige Aufwendungen 5.619 1.773
Summe 94.010 92.438

Der Rückgang der Aufwendungen aus Fremdwährungsumrechnungen und Wechselkursverlusten ist durch eine gewisse Volatilität der Wechselkurse im Geschäftsjahr 2023 begründet.

Die sonstigen Aufwendungen enthalten EUR 18,6 Mio. periodenfremde Aufwendungen aus Projektdienstleistungen, welche an verbundene Unternehmen weiterbelastet wurden.

Die Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Forderungen und bestimmte Wertpapiere sowie Zuführungen zu Rückstellungen im Kreditgeschäft sind im laufenden Geschäftsjahr vornehmlich durch den Ausfall einzelner Kunden beeinflusst (EUR 5,3 Mio.).

Finanzlage

a) Kapitalstruktur

Zum 31. Dezember 2023 belief sich das Eigenkapital der Nexi Germany auf EUR 268,0 Mio. (Vorjahr: EUR 221,0 Mio.). Im Geschäftsjahr 2023 wurde keine Ausschüttung an die Gesellschafterin vorgenommen. Für den Bilanzgewinn 2023 in Höhe von EUR 5,1 Mio. schlägt die Geschäftsführung der Gesellschafterversammlung der Nexi Germany vor, diesen auf neue Rechnung vorzutragen.

Die kurzfristigen Verbindlichkeiten weisen eine Fristigkeit von bis zu 30 Tagen auf, resultieren aus der Abwicklung von Acquiring-Zahlungsdiensten und bestehen gegenüber den Händler- Vertragspartnern.

Kapitalanlagen bestehen in Form von Unternehmensbeteiligungen.

Gemäß unserer kurz- und mittelfristigen Finanzplanung erwarten wir, dass der zukünftige Kapitalbedarf des laufenden Geschäftes, für Investitionen in das Anlagevermögen bis zu dem in der Vergangenheit üblichen Umfang aus den vorhandenen Eigenkapitalressourcen bzw. dem Cashflow aus laufendem Geschäftsbetrieb gedeckt werden kann.

b) Investitionen

Im Geschäftsjahr 2023 betrugen die Investitionen im Anlagevermögen EUR 27,7 Mio. (Vorjahr: EUR 126,9 Mio.). Hiervon entfielen auf Anteile an verbundenen Unternehmen EUR 1,2 Mio. (Vorjahr EUR 104,5 Mio.), auf Sachanlagevermögen EUR 9,8 Mio. (Vorjahr EUR 13,4 Mio.) und auf immaterielle Anlagewerte EUR 16,7 Mio. (Vorjahr EUR 9,0 Mio.).

Der Investitionsfokus der Nexi Germany lag im immateriellen Anlagevermögen hierbei auf der laufenden Modernisierung der technischen Infrastruktur, der Erstellung bzw. Implementierung von Anwendungssoftware sowie der Investitionen in neue Produkte.

Die Investitionen wurden aus dem generierten Cashflow der Berichtsperiode bzw. aus den verfügbaren Barmitteln sowie mit einer Kapitalerhöhung durch Einzahlungen in die Rücklagen durch den Gesellschafter finanziert. Die anfallenden Investitionsauszahlungen kommender Jahre sind sowohl in der mittelfristigen Budgetplanung als auch in der Liquiditätsplanung antizipiert.

c) Liquidität

Nexi Germany war im Berichtsjahr zu jedem Zeitpunkt in der Lage, ihren Zahlungsverpflichtungen nachzukommen. Liquiditätsengpässe sind nicht aufgetreten.

Die Liquiditätsflüsse der Nexi Germany aus der laufenden Geschäftstätigkeit werden kontinuierlich ermittelt und überwacht.

Vermögenslage

Geschäftsbedingt bestehen die größten Forderungen und Verbindlichkeiten gegenüber den Kreditkartengesellschaften bzw. den Händlern aus dem Kreditkarten-Acquiring. Die Forderungen und Verbindlichkeiten aus dem Kreditkartengeschäft unterliegen starken Schwankungen und werden neben dem Transaktionsvolumen davon beeinflusst, ob das Clearing und Settlement mit den Kartenorganisationen zum Bilanzstichtag bereits erfolgt ist oder noch bevorsteht.

Die Eigenkapitalausstattung entspricht mit EUR 268,0 Mio. (Vorjahr: EUR 221,0 Mio.) vollumfänglich den Anforderungen der Aufsicht. Zum Bilanzstichtag besteht ein über den aufsichtsrechtlichen Anforderungen liegender Eigenmittelüberschuss.

Die Vermögens- und Finanzlage ist durch die statische Darstellung der maßgeblichen Bilanzpositionen wie folgt abzuleiten:

Position
(in EUR Mio.)
2023 2022
Forderungen an Kreditinstitute 380,1 359,1
Forderungen an Kunden 398,2 233,6
Summe Forderungen 778,3 592,7
Verbindlichkeiten ggü. Kreditinstituten 0,3 9,0
Verbindlichkeiten ggü. Kunden 667,4 520,5
Summe Verbindlichkeiten 670,0 529,5

Der Anstieg der Forderungen an Kunden resultiert maßgeblich aus dem Acquiring Geschäft in Höhe von EUR 174,1 Mio. Der Anstieg resultierte im Wesentlichen aus der Datierung des Bilanzstichtags im Geschäftsjahr 2023 auf einem Sonntag. Zur Herleitung des gesamten Effektes ist stets ein Vorjahresvergleich der Forderungen an Kreditinstituten, der Forderungen an Kunden und die Verbindlichkeiten gegenüber Kunden in Bezug auf Provisionen und Treuhandvermögen durchzuführen. Die Veränderung dieser Forderungen (EUR 174,1 Mio.) korrespondiert zur Veränderung der Verbindlichkeiten gegenüber Kunden aus Zahlungsvorgängen (EUR 149,5 Mio.).

Verbindlichkeiten stehen fristen- und währungskongruente Forderungen aus dem Settlement an die Kreditkartenorganisationen entgegen. Sowohl diese Forderungen als auch diese Verbindlichkeiten sind zinsloser Natur. Die Verbindlichkeiten gegenüber Kunden haben eine Fristigkeit von nicht mehr als 30 Tagen. Da die bei den Kartenorganisationen eingereichten Kartenumsätze überwiegend zeitnah den Settlement-Konten des Unternehmens gutgeschrieben werden und Auszahlungsintervalle von bis zu 30 Tagen mit den Kunden vereinbart sind, bestehen keine bedeutsamen Finanz- und Liquiditätsrisiken.

Im Rahmen der Einstellung des Geschäftsbereiches Digital Services in 2021 wurden potentielle Verbindlichkeiten gegenüber Kunden des Geschäftsbereiches, reduziert um den in 2022 geleisteten Wertersatzbeitrag, separiert. Vor dem Hintergrund der inzwischen veränderten Sachlage sowie anhängiger Rechtsstreitigkeiten diesbezüglich, wurde zum Stichtag ein Betrag in Höhe von EUR 23,3 Mio. in eine Rückstellung umgebucht. Es ist aktuell nicht absehbar, ob und wenn ja in welcher Höhe mögliche Forderungen diesbezüglich zum Tragen kommen. Vor diesem Hintergrund wurden die verbliebenen Gelder vollumfänglich zurückgestellt, was den Anstieg der Rückstellungen im Wesentlichen begründet.

Kundenzufriedenheit

Auch im Jahr 2023 lag ein großer Fokus auf der Entwicklung des nichtfinanziellen Leistungsindikators Kundenzufriedenheit.

Der tNPS, der die Kundenzufriedenheit nach einer Interaktion des Kunden mit dem Kundendienst misst, im Zeitraum von Ende 2022 bis Dezember 2023 verbessert werden. Der tNPS-Wert stieg von +1 Ende 2022 auf +11 im Dezember 2023, was die fortlaufenden Bestrebungen zur Verbesserung des Kundendienstes unterstreicht. Einen großen Einfluss hatte die Beauftragung eines externen Dienstleisters, um interne Resources zu stärken. Dies ermöglichte den Hochlauf der Prozesse im Operations-Bereich und die zeitnahe Bearbeitung von Vertragseingängen. So wurde das Ziel, in 2023 einen tNPS von +10 zu erreichen, sogar übertroffen.

Gesamtaussage zur wirtschaftlichen Lage

Die wirtschaftliche Lage von Nexi Germany im abgelaufenen Geschäftsjahr ist unter Berücksichtigung der gesamtwirtschaftlichen und branchenspezifischen Entwicklungen sowie der Sondereffekte klar positiv zu bewerten. Die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage ist geordnet.

3. Risiko- und Chancenbericht

Die Gesamtrisiko- und Chancensituation ergibt sich aus den dargestellten Einzelrisiken und - chancen. Um die Beherrschung dieser Risiken zu gewährleisten, wurde ein umfangreiches Risikomanagementsystem geschaffen.

Als E-Geld-Institut im Sinne von § 1 Abs. 2 S.1 Nr. 1 ZAG unterliegt Nexi Germany der regulatorischen Aufsicht durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) und die Deutsche Bundesbank und ist gemäß § 27 Abs. 1 ZAG verpflichtet, ein angemessenes Risikomanagementsystem vorzuhalten.

Das Management und die Steuerung sämtlicher Risiken liegen im Verantwortungsbereich der Geschäftsführung und stehen im Einklang mit der Geschäfts- und Risikostrategie. Die Risikostrategie leitet sich unmittelbar aus der Unternehmensstrategie ab und beschreibt den Umgang mit Risiken, die sich aus den geplanten Geschäftsaktivitäten ergeben. Mit der Festlegung des Risikoappetits in der Risikostrategie entscheidet die Geschäftsführung, in welchem Umfang das Unternehmen bereit ist, Risiken einzugehen, um die in der Unternehmensstrategie festgelegten strategischen Ziele zu erreichen.

Nexi Germany übernimmt Risiken, soweit sie im angemessenen Verhältnis mit der geschäftlichen Ausrichtung und der Erzielung eines wirtschaftlichen Erfolgs stehen. Kernaufgabe des zu diesem Zweck eingerichteten Risikomanagementsystems ist die unabhängige Risikoüberwachungs- und Risikosteuerungsfunktion zur Vermeidung und Minderung unerwarteter Verluste oder anderer unvorhersehbarer Einflüsse auf die Geschäftstätigkeit der Nexi Germany.

Den Geschäftsführern obliegt die Verantwortung für die Risikostrategie, die ordnungsgemäße Organisation sowie die wesentlichen Elemente des Risk Managements. Dazu gehören die Aufbau- und Ablauforganisation, die Risikosteuerungs- und Risk-Controlling-Prozesse sowie die interne Revision.

Organisation des Risikomanagements

Das Risikomanagement der Nexi Germany ist dem Geschäftsführer Marktfolge zugeordnet und damit funktional vom Marktbereich getrennt. Die Organisation folgt dem etablierten Modell der drei Verteidigungslinien, welches die an der Steuerung der Risiken beteiligten Abteilungen in drei Bereiche unterteilt. Zielsetzung ist eine Governance Struktur, in der alle Risiken erkannt, beurteilt, gesteuert, überwacht und reduziert werden.

Die 1. Verteidigungslinie besteht aus allen operativen Einheiten. In der 2. Verteidigungslinie befinden sich die Organisationseinheiten, die das operative Geschäft steuern und überwachen, wie beispielsweise Compliance oder Risk Controlling. Die 3. Verteidigungslinie ist die Interne Revision. Sie prüft als unabhängige Instanz sowohl das operative Geschäft der 1. Verteidigungslinie als auch die Überwachungsfunktionen der 2. Verteidigungslinie.

Zusätzlich wird das Risikomanagement durch externe Instanzen, z. B. Wirtschaftsprüfer, Aufsicht und Behörden gestaltet. Diese überwachen und prüfen die gesamte Organisation und stehen dazu im Austausch mit allen 3 Verteidigungslinien sowie der Geschäftsführung.

In der schriftlich fixierten Ordnung sind die zentralen Risikomanagementvorgaben und Aufgaben über Richtlinien, Prozessbeschreibungen und Arbeitsanweisungen dokumentiert. Die Richtlinien- und Verfahrenslandschaft unterliegt der fortlaufenden Überwachung und Vollständigkeitskontrolle der termingerechten, ordnungsgemäßen Aktualisierung aller im Rahmenwerk vorgeschriebenen Inhalte.

Risikotragfähigkeit

Die Darstellung der Gesamtrisikolage und der Risikotragfähigkeit erfolgt mit Hilfe der GuV- und bilanzorientierten Sichtweise. Das Konzept der Risikotragfähigkeit bezeichnet den Abgleich von Risiken und Risikodeckungspotenzial. Die Risikodeckung sollte dabei ausreichend hoch sein, um den maximal quantifizierten potenziellen Schaden aus den wesentlichen Risiken abzudecken, ohne die Erfüllung finanzieller Verpflichtungen und regulatorischer Kapitalanforderungen zu gefährden.

Zur Sicherstellung der langfristigen Risikotragfähigkeit werden unter Berücksichtigung des in der Risikostrategie festgelegten Risikoappetits die Risikolimite der als wesentlich eingestuften Risikoarten ermittelt. Die Bewertung erfolgt nach dem Unternehmensfortführungsansatz mit einem Betrachtungshorizont von 12 Monaten. Im Rahmen der Risikobewertung werden die einzelnen Risikoarten quantifiziert. Die Summe der so ermittelten Einzelrisikowerte ergeben den Gesamtwert der Risiken, der der vorhandenen Risikodeckungsmasse gegenübergestellt wird. Die Risikodeckungsmasse setzt sich dabei aus dem Eigenkapital und dem Fonds für allgemeine Bankrisiken gemäß § 340g HGB abzüglich der Posten gemäß § 7 ZIEV und gemäß § 15 ZAG zusammen. Die Risikotragfähigkeit ist grundsätzlich gegeben, wenn die Auslastung von Risiko zu Risikodeckungsmasse kleiner 100 % beträgt.

Zum 31.12.2023 beträgt der Gesamtrisikowert EUR 78,0 Mio. gegenüber einer Risikodeckungsmasse von EUR 255,0 Mio. Das etablierte Risikolimit beläuft sich auf EUR 145,0 Mio. Die Auslastung des Risikodeckungspotentials liegt mit 54,0 % auf unkritischem Niveau und verlief während des Geschäftsjahres 2023 stabil im Bereich zwischen 51,0 % und 56,0 %. Haupttreiber hierbei sind die operationellen Risiken.

Zusätzlich werden verschiedene Stresstests durchgeführt, in denen die Auswirkungen kritischer Szenarien betrachtet werden, so werden beispielsweise im Kreditrisikobereich Erhöhungen der Ausfallwahrscheinlichkeit betrachtet. Die Limitauslastungen der berechneten sowie der gestressten wesentlichen Einzelrisiken werden über ein Ampelsystem überwacht und in der vierteljährlichen Risikoberichterstattung an die Geschäftsleitung kommuniziert.

Risikokategorien

Die Risikostrategie bildet das Rahmenwerk für das Risikomanagement. Sie beinhaltet neben übergreifenden risikopolitischen Grundsätzen konkrete Vorgaben für den Umgang mit den aus den geplanten Geschäftsaktivitäten resultierenden Risiken. Die Prüfung, inwieweit diese Risiken die Vermögens-, Ertrags- oder Liquiditätslage der Nexi Germany beeinflussen, erfolgt über die mindestens einmal jährlich durchgeführte Risikoinventur. Darin werden die identifizierten Risiken einzeln nach ihrer Eintrittswahrscheinlichkeit, der potenziellen Schadenshöhe und der Effektivität der bestehenden Risikomanagementprozesse beurteilt und in wesentliche bzw. relevante, aber nicht wesentliche Risikoarten unterteilt.

Aus der Gesamtrisikoprofilbetrachtung werden für die wesentlichen Risikoarten Maßnahmen zur Risikominderung und Überwachung sowie die quantitative Risikobewertung abgeleitet.

Nexi Germany unterscheidet die folgenden Risikoarten, die im Folgenden erläutert werden und deren Einstufung gegenüber dem Vorjahr unverändert blieb:

―

Adressenausfallrisiken (wesentlich),

―

Marktpreisrisiken (wesentlich),

―

Liquiditätsrisiken (relevant),

―

Operationelle Risiken (wesentlich),

―

Geschäftsrisiken (wesentlich),

―

Beteiligungsrisiken (wesentlich)

Adressenausfallrisiken

Unter dem Adressenausfallrisiko werden mögliche Wertverluste verstanden, die durch Zahlungsunfähigkeit oder -unwilligkeit eines Geschäftspartners verursacht werden können. Risikobehaftete Forderungen gegen Händler werden beispielsweise aufgrund von Insolvenz, schlechter Bonität oder durch Verstöße des Händlers gegen geltende Regularien der Kartenorganisationen verursacht. Kreditrisikoinduzierte Verluste resultieren vorwiegend aus Rückbelastungen von Kreditkartentransaktionen mit denen der Acquirer belastet wird, sogenannten Chargebacks.

Um dem Risiko eines Ausfalls vertraglicher Zahlungsverpflichtungen des Geschäftskunden vorzubeugen, werden diese vor Abschluss einer Geschäftsbeziehung einer umfassenden Bonitätsanalyse unterzogen und die Erfüllung der Anschlussvoraussetzungen überprüft. Zur regelmäßigen Überwachung der Risiko- und Bonitätslage der bestehenden Geschäftskunden werden die Zahlungsströme überprüft, offene Forderungen kontinuierlich verfolgt sowie ggf. externe Ratings (Bisnode, Creditsafe), Presseinformationen und Finanzberichte eingeholt.

Zur Kreditrisikosteuerung ist ein Limitsystem auf Einzelkreditnehmer- und Branchenebene etabliert. Über die Festlegung von Ausschlussbranchen und Transaktionsumsatzgrenzen werden Konzentrationsrisiken vermieden und das Länderrisiko durch die Beschränkung auf Händler mit Sitz in einem EU-Land begrenzt. Dabei wird die Überwachungsintensität bei Einzelkreditnehmern segmentiert nach Exposure- und (externen) Ratingklassen festgelegt. In den Hochrisikobranchen, bei denen ein verlängerter Zeitraum zwischen Kartenzahlung und Leistungserbringung das Chargeback Risiko erhöht (z. B. Ticketing, Reiseveranstalter), besteht ein kontinuierliches Monitoring von Exposure- und Bonitätsentwicklungen.

Die Risikobegrenzung der offenen Forderungen gegenüber den Kunden erfolgt durch individuelle Sicherheitseinbehalte bzw. alternative Sicherungsmittel, wie eine verzögerte Auszahlung an den Händler oder Bankgarantien bzw. Bürgschaften der Kunden.

Die Risikovorsorge richtet sich nach der Altersstruktur der offenen Forderungen gegenüber den Kunden. Die Wertberichtigung erfolgt ab einem Alter von 90 Tagen zu 100% im Acquiring-Geschäft bzw. gestaffelt im Terminalgeschäft.

Das Kreditrisiko wird vierteljährlich nach der Expected Loss Methodik quantifiziert, die Ermittlung des Exposure at Default (EAD) und der Ausfallwahrscheinlichkeit erfolgt segmentiert auf Einzelkreditnehmer- und Branchenebene. Die Ausfallwahrscheinlichkeiten werden über externe Kundenratings ermittelt und liegen im Portfoliodurchschnitt stabil unter 1 %.

Zum 31.12.2023 lag die in der Risikotragfähigkeitsbewertung ermittelte Limitauslastung für das Kreditrisiko mit 21,0 % auf unkritischem Niveau.

Marktpreisrisiken

Marktpreisrisiken entstehen bei Nexi Germany durch mögliche negative Zins-, Kurs- und Wechselkursentwicklungen. Für das Unternehmen ist vor allem das Fremdwährungsrisiko offener Forderungen relevant. Mögliche Fremdwährungsrisiken sind auf mögliche Umsatzspitzen in Fremdwährung, auf internationale Interchange-Gebühren sowie Disagien in Fremdwährung begrenzt.

Die vierteljährliche Berechnung des Fremdwährungsrisikos erfolgt über den Varianz-Covarianz Ansatz mit dem 3-Monatsdurchschnitt aller Währungspositionen und dem 5-Jahresdurchschnitt der entsprechenden Währungskurse.

Zum 31.12.2023 lag die in der Risikotragfähigkeitsbewertung ermittelte Limitauslastung für das Marktpreisrisiko mit 58,0 % auf unkritischem Niveau.

Liquiditätsrisiken

Unter Liquiditätsrisiko wird die Gefahr verstanden, dass Nexi Germany aufgrund unzureichender liquider Mittel fällige Zahlungen nicht oder nur zu höheren Refinanzierungskosten fristgerecht leisten kann. Die Liquiditätsausstattung der Fremdmittel auf Treuhandkonten (den Kunden zustehende Beträge) und der Eigenmittel der Nexi Germany werden im täglichen Liquiditätsmanagement separat betrachtet.

Die Einhaltung der basierend auf der Liquiditätsrisikobereitschaft gesetzten Limite zur Mindestverfügbarkeit liquider Mittel wird regelmäßig überwacht. Liquiditätsrisikomanagement, Eskalationsprozesse sowie risikomindernde Maßnahmen sind in Prozessbeschreibungen geregelt.

Zum 31.12.2023 wurde das Liquiditätsrisiko analysiert und als relevant, aber nicht wesentlich eingestuft. Die potenziellen Liquiditätsrisiken werden in der Risikotragfähigkeitsbewertung über den Puffer für nicht-materielle Risiken abgedeckt.

Operationelle Risiken

Nexi Germany versteht unter operationellen Risiken die Gefahr von Schäden, die infolge der Unangemessenheit oder des Versagens von internen Verfahren und Systemen, von Menschen oder infolge externer Ereignisse eintreten können und nicht schon in anderen Risikofeldern behandelt werden. Operationelle Risiken beinhalten Prozessversagen, sicherheitsrelevante Ausfälle von internen IT-Systemen oder externen Dienstleistungen (Auslagerungen), Verstoß gegen Geldwäsche-, Datenschutz- und Compliance-Richtlinien, strafbare Handlungen sowie Rechtsrisiken im Rahmen von Vertragsabschlüssen mit Händlern.

Zur Begrenzung dieser Risiken sind zentrale Vorgaben durch Organisationsanweisungen und Prozessbeschreibungen eingerichtet worden.

Weitere Maßnahmen sind die Verwendung von rechtlich geprüften Vertragsformulierungen, das Auslagerungsmanagement, die etablierten Prozesse unter Verantwortung der Notfall-, IT-Sicherheits-, Datenschutz- und Geldwäschebeauftragten zur Minderung oder Verhinderung operationeller bzw. sicherheitsrelevanter Risiken sowie die laufende Aus- und Weiterbildung der Mitarbeiter. Speziell mit Blick auf das Migrationsprojekt des Acquiring-Processings-Systems werden im Rahmen der Hypercare-Phase potentiell weitere Maßnahmen erforderlich sein.

Risk Controlling führt eine zentrale Schadensfalldatenbank zur Dokumentation operationeller Risiken und kontrolliert im Rahmen des internen Kontrollsystems die Einhaltung der erlassenen betrieblichen Verfahren und Regelungen. Potentielle IT-Sicherheits- und Stabilitätsrisiken werden über den IT-Risikobewertungsprozess identifiziert und evaluiert. Die Sicherstellung des Geschäftsbetriebs in oder nach Notfallsituationen wird über Notfall-, Betriebsfortführungs- und Wiederanlaufpläne geregelt.

Die Quantifizierung der verschiedenen operationellen Risiken erfolgt vierteljährlich und getrennt für die einzelnen Risikofelder. Dabei kommen qualitative Experteneinschätzungen nach etablierten Parametern (Eintrittswahrscheinlichkeit, potenzielle Schadenshöhe und Effektivität der bestehenden Risikomanagementprozesse) sowie Szenario-Betrachtungen zur Anwendung. Für die als signifikant eingestuften operationellen Risiken werden Maßnahmen zur Überwachung, Steuerung und Risikobegrenzung entwickelt und vierteljährlich nachgehalten.

Zum 31.12.2023 lag die in der Risikotragfähigkeitsbewertung ermittelte Limitauslastung für operationelle Risiken mit 75,0 % auf unkritischem Niveau. Größter Treiber in dieser Kategorie sind die IT-Sicherheits- und Stabilitätsrisiken mit 46 %. Die weiteren wesentlichen operationellen Risikofelder sind AML Compliance mit 15 %, Prozessrisiken und Rechtsrisiken mit jeweils 12 %, sowie Risiken aus Auslagerungen, Kartenzahlungssystemverträgen und DSGVO Compliance mit jeweils 5 %.

Geschäftsrisiken

Als Geschäftsrisiko definiert Nexi Germany insbesondere die Gefahr eines Ergebnisrückgangs aufgrund unerwarteter Änderungen des Transaktionsvolumens und/oder von Margen sowie korrespondierende (Bezugs-)Kosten. Hierzu erfolgt neben regelmäßigen Soll-/Ist- Abweichungsanalysen zur Entwicklung des Transaktionsvolumens auch eine Bewertung der Risiken einzelner Planerreichungsziele in Bezug auf das normalisierte EBITDA. In dieser Betrachtung werden sowohl Risiken in der Umsetzung von Initiativen als auch die damit verbundenen Reputationsrisiken berücksichtigt.

Zum 31.12.2023 lag die in der Risikotragfähigkeitsbewertung ermittelte Limitauslastung für das Geschäftsrisiko mit 65,0 % auf unkritischem Niveau.

Beteiligungsrisiken

Unter Beteiligungsrisiko wird die Gefahr von unerwarteten Verlusten verstanden, die sich aus dem Sinken des Marktwerts der Beteiligungen unter ihren Buchwert ergeben. Die im Anlagebuch abgebildeten Beteiligungen der Nexi Germany werden regelmäßig geprüft und die Beteiligungswerte in der vierteljährlichen Berechnung der Risikotragfähigkeit berücksichtigt.

Zum 31.12.2023 lag die in der Risikotragfähigkeitsbewertung ermittelte Limitauslastung für das Beteiligungsrisiko mit 68,0 % auf unkritischem Niveau.

Risk Management-Prozess

Kontrollen und Risk Assessments

Über das interne Kontrollsystem steuert Nexi Germany die Prozesse zur Umsetzung der Unternehmensaktivitäten und überwacht die Einhaltung der dazu erlassenen Regelungen. Zusätzlich zu etablierten, prozessintegrierten Kontrollen werden dabei prozessunabhängige Kontrollen in der ersten Verteidigungslinie (z. B. Credit Risk) durchgeführt, von der zweiten Verteidigungslinie (z. B. Compliance) überwacht und von der dritten Verteidigungslinie (Internal Audit) geprüft. Durch die funktionale Trennung von organisatorischen Kontrolleinheiten werden Interessenskonflikte vermieden und Prozessrisiken reduziert.

Im Rahmen der vierteljährlichen Risikotragfähigkeitsbewertung werden Risk Assessments zu allen wesentlichen Risikoarten durchgeführt. Diese basieren auf Stakeholder Interviews und Analyse der verfügbaren Risikodaten. Die Ergebnisse werden anhand standardisierter Vorgaben ermittelt und plausibilisiert, bevor sie in die Risikotragfähigkeitsbetrachtung einfließen. Ein weiterer Bestandteil der Risk Assessments ist die Dokumentation geplanter oder bestehender Maßnahmen zur Steuerung und Reduzierung der identifizierten Risiken.

Risikoberichterstattung

Das Management Board ist zentrales Steuerungs- und Entscheidungsgremium für sämtliche Risikofragen der Nexi Germany. Es setzt sich aus den Geschäftsführern der Nexi Germany und permanenten Teilnehmern zusammen und tagt alle 2 Wochen, um unternehmenskritische Entscheidungen zu treffen. Anlassbezogen werden spezifische Risk Assessments, IT oder sonstige operationelle Themen in diesem Gremium präsentiert und Maßnahmen abgestimmt.

Monatlich findet die Monthly Business Review mit dem Geschäftsführer Marktfolge und dem Head of Credit Risk statt, um Kreditrisikoentwicklung sowie spezifische Adressenausfallrisiken aus dem Händlergeschäft zu besprechen.

Das Management Board wird vierteljährlich in Form eines standardisierten Risikoberichts über die aktuelle Risikolage informiert. Der Risikobericht wird von Risk Controlling erstellt und enthält die laufende Bewertung und Analyse der Risikotragfähigkeit sowie eine Darstellung der aktuellen Risikolage aller relevanten Risikoarten. Zusätzlich werden die in der Risikostrategie definierten Risikokennzahlen und die Einhaltung der zur Risikosteuerung festgelegten Risiko- und Konzentrationslimite überwacht.

Interne Revision

Der Revisionsplan basiert auf einer risikobasierten Mehrjahresplanung. Für Nexi Germany wurden von der internen Revision im Jahr 2023 zwölf Prüfungen vorgenommen und im Rahmen von Prüfungsberichten dokumentiert.

Externe Prüfungen

KRITIS: Als Betreiber Kritischer Infrastrukturen wurde Nexi Germany im Geschäftsjahr 2023 gemäß der BSI-Kritisverordnung nach §8a Gesetz über das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSIG) geprüft. Die Einhaltung der Regularien und IT-Sicherheitsanforderungen wurde bestätigt.

PCI DSS: Einhaltung des Payment Card Industry Data Security Standard wurde bestätigt.

Regulatorische Risiken

Die BaFin hat in Bezug auf Nexi Germany im Prüfungszeitraum 2022 ein ordnungswidrigkeitenrechtliches Anhörungsverfahren sowie eine hiervon unabhängige Prüfung nach § 19 Abs. 1 Satz 2 bis 4 ZAG durchgeführt und gegenüber Nexi Germany angeordnet, Mängel zu beseitigen und Maßnahmen zu ergreifen, um den regulatorischen Verpflichtungen vollumfänglich nachzukommen. Nexi Germany hat daraufhin im Geschäftsjahr 2023 ein Programm zur Behebung der Beanstandungen umgesetzt und berichtet regelmäßig über den Fortschritt der Maßnahmen an die BaFin. Es wurden bisher keine Bußgelder oder sonstige Sanktionen gegen Nexi Germany in diesem Zusammenhang verhängt.

Gesamtbild der Risikolage

Zum 31.12.2023 lag die für den Beurteilungszeitraum von einem Jahr berechnete Auslastung des Risikodeckungspotenzials mit 54,0 % auf unkritischem Niveau und die in den wesentlichen Risikoarten festgelegten Risikolimite wurden nicht überschritten. Bestandsgefährdende Risiken sind aus heutiger Sicht nicht erkennbar und zusätzliche risikosteuernde Maßnahmen sind nicht erforderlich.

Chancenbericht

Im Folgenden werden die Chancen für Nexi Germany dargestellt. Eine wesentliche Veränderung gegenüber dem Vorjahr gab es nicht.

Die Branche für Zahlungsverkehr konnte in den letzten Jahren von erheblichem Marktmomentum und Wachstumsraten profitieren, angetrieben von einer technologischen Entwicklung und sich wandelndem Kundenverhalten, insbesondere die zunehmende Ersetzung von Bargeld durch Kartenzahlungen. Obwohl die gegenwärtige wirtschaftliche Unsicherheit kurzfristig durch einen möglichen Rückgang des privaten Konsums den Anstieg des Transaktionsvolumens sowohl von Kreditkarten als auch im Girocard-Bereich beeinträchtigen könnte, wird diese durch die Zunahme von Kartenzahlungen überkompensiert. Auch gehen wir im kommenden Jahr von einer Stabilisierung und weiterem Wachstum aus. Zum Zeitpunkt des Bilanzstichtages erwarten wir, dass Nexi Germany in bedeutendem Umfang am positiven Branchentrend partizipieren wird. Der angesprochene technologische Wandel in der europäischen Zahlungsverkehrsbranche sowie die einhergehende Digitalisierung bieten enorme Chancen für Nexi Germany. Neue Technologien wie Künstliche Intelligenz (KI), der Ausbau des 5G-Netzwerks sowie Blockchain werden das Bild des Sektors und der deutschen Wirtschaft nachhaltig prägen. Nexi Germany erkennt zahlreiche Möglichkeiten, kleine und mittelständische Unternehmen bei der Digitalisierung zu unterstützen, insbesondere durch digitale Zahlungslösungen wie Mobile POS und E-Commerce-Produkte. Ferner sehen wir auch viele Anwendungsmöglichkeiten im eigenen Betrieb für Automatisierung, Digitalisierung und KI-Anwendungen, insbesondere in unserer Business Unit Operations, um die Prozesse im Onboarding sowie den Customer Support zu verbessern und im Bereich Compliance, im Einsatz für die Betrugs- und Geldwäscheprävention.

Das Zahlungsverhalten in Deutschland hat sich in den letzten Jahren - beflügelt durch den technologischen Wandel und die Corona-Pandemie - signifikant verändert. Bargeldlose Zahlungen haben an Bedeutung gewonnen, insbesondere kontaktlose Zahlungen und Mobile Payment. Dieser Trend wird sich in den nächsten Jahren weiter fortsetzen, da immer mehr Verbraucher den Komfort und die Sicherheit von bargeldlosen Zahlungen schätzen. Die zunehmende Transparenz im Markt stärkt das Vertrauen der Händler sowie der Verbraucher darüber hinaus. Händler, die nur Bargeld akzeptieren, werden in Zukunft einen Nachteil haben. Sie riskieren, Kunden zu verlieren, die bargeldlos bezahlen möchten, und wir gehen davon aus, dass in Zukunft auch kleinere Geldbeträge zunehmend bargeldlos am POS bezahlt werden. Für Zahlungsdienstleister wie Nexi Germany bietet dieser Trend eine große Chance. Nexi Germany kann New-to-Card-Händlern bei der Einführung und Akzeptanz von bargeldlosen Zahlungsmethoden unterstützen. Dadurch können Händler ihre Kundenbindung stärken und ihre Umsätze steigern. Nexi Germany ist gut positioniert, um von dem Trend zum bargeldlosen Zahlen zu profitieren. Das Unternehmen verfügt über ein starkes Portfolio an Zahlungslösungen und eine enge Zusammenarbeit mit Händlern.

Der weltweite E-Commerce-Markt wird voraussichtlich auch in den nächsten Jahren weiterhin im hohen einstelligen Prozentbereich wachsen 5 , obwohl die Dynamik nach den Corona-Jahren etwas abzuebben scheint. Nichtsdestotrotz bieten sich Zahlungsverkehrsdienstleistern Chancen, das Geschäft zu erweitern. Nexi Germany stellt hier eine einfache, schnelle und kostengünstige E-Commerce-Lösung für die Abwicklung von Zahlungen zur Verfügung, in die wir weiterhin gezielt investieren werden und die sich an Kunden mit bereits bestehender oder ohne E-Commerce-Lösung richtet. Hierbei sehen wir auch insbesondere das Cross-Selling-Potenzial bei Händlern aus unserem Kundenbestand.

Den Omnichannel-Trend in vielen Branchen, auch im Zahlungsverkehr, hat Nexi Germany frühzeitig erkannt. So bieten wir durch unser Produktportfolio und in Zusammenarbeit mit unserem Partner Computop ganzheitliche Lösungen an, die sich nahtlos integrieren lassen und nach Einschätzung der Geschäftsführung ein verbessertes Kundenerlebnis ermöglichen. In Zukunft werden wir weiterhin unser Augenmerk darauflegen, uns in diesem Bereich zu verbessern, um erfolgreich mit dem erheblichen Wettbewerb im deutschsprachigen Raum zu konkurrieren.

Durch das Rebranding von Concardis zu Nexi, ist Nexi Germany, als deutscher Teil der Nexi Gruppe, noch enger mit der Muttergesellschaft zusammengerückt. Der Namenswechsel geht mit vielen Vorteilen einher, da die Nexi Marke für gute Qualität und Kundenvertrauen steht. Ferner gehen wir davon aus, dass die Gruppe auch wie in der Vergangenheit weiterhin stark in das Deutschlandgeschäft investieren wird und dies das Wachstum der Nexi Germany beflügeln wird. Darüber hinaus gehen wir davon aus, dass ab nächstem Jahr diverse Synergie- und Skalierungseffekte, insbesondere durch die Zusammenlegung von IT-Systemen für die Zahlungsabwicklung, stärker sichtbar werden. Aus Sicht des Managements haben sich Chancen durch die verstärkte Integration in die Nexi-Gruppe und des Rebrandings eher verbessert, wiewohl keine wesentlichen Änderungen in den grundlegenden positiven Trends bestehen.

5 https://de.statista.com/outlook/emo/ecommerce/weltweit :~:text=Der%20Umsatz%20im%20eCommerce%20Markt, (CAGR%202024%2D2029)

4. Prognosebericht

Für 2024 wird ein moderater Aufschwung erwartet, der vor allem auf eine leichte Erholung der Weltwirtschaft zurückzuführen ist. Die Weltwirtschaft wird voraussichtlich im Jahr 2024 um 2,7 % wachsen 6. Als erhebliches Risiko sehen wir weiterhin die andauernden geopolitischen Spannungen, insbesondere die Kriege in der Ukraine und Gaza, sowie den fortbestehenden USA-China-Konflikt. Die daraus resultierende unsichere Lage spiegelt sich in einer stagnierenden Wirtschaft und verhaltenen Wachstumsprognosen für Deutschland wider, insbesondere für die produzierende Industrie sowie den Handel 7. Ferner haben wir im Jahresverlauf einen ansteigenden Trend von Insolvenzfällen beobachtet, auch in Branchen, in denen Nexi Germany aktiv ist. Der hohe, aber leicht zurückgehende Inflationsdruck und die anhaltend hohen Zinsen dürften den Privatkonsum weiterhin belasten; die Effekte der Mehrwertsteueranpassung in der Gastronomie bleiben abzuwarten. Trotz des makroökonomischen Gegenwinds gehen wir weiterhin von signifikantem Wachstum in der Payment-Branche aus, da wir insbesondere in Deutschland erhebliches Aufholpotenzial sehen, den Anteil von Kartenzahlungen zu steigern. Die zugenommenen Anforderungen des Regulators an die Branche im Hinblick auf Compliance und Risikomanagement begreifen wir als Chance, unsere Organisation weiter zu stärken.

In den letzten Jahren hat der Wettbewerb in der Payment-Branche erheblich zugenommen. Neue Anbieter aus dem In- und Ausland drängen verstärkt auf den Markt. Dies geht mit einem steigenden Margendruck sowie vermehrten M&A-Aktivitäten einher. Obwohl Übernahmen weiterhin eine wichtige Rolle spielen werden, gehen wir davon aus, dass der Fokus vermehrt auf kleineren, spezifischen Transaktionen liegen wird, die das Kerngeschäft ergänzen. Hierzu zählen alternative Zahlungsmethoden, integrierte Softwareanbieter, Mehrwertdienste und Kundenbindung.

Im Verlauf des Jahres 2024 werden weiterhin gezielt Investitionen in der Produktentwicklung getätigt, um das Wachstum in der DACH-Region zu beschleunigen. Bedingt durch die wirtschaftliche Lage werden diese Investitionen sorgsam abgewogen. Des Weiteren gehen wir davon aus, dass die zunehmende Kooperation und Integration mit der Beteiligung Computop zu weiteren Synergien auf der Umsatz- sowie Kostenseite führen werden. Nexi DACH strebt kontinuierlich eine präzise Optimierung der Organisationsstruktur an, um eine effiziente Ausrichtung des Unternehmens zu gewährleisten. Dies soll ideale Voraussetzungen schaffen, um zukünftiges Wachstum zu fördern und das Marktmomentum in der Payment-Branche in vollem Umfang zu nutzen.

Im Rahmen der nichtfinanziellen Leistungsindikatoren legen wir besonderes Augenmerk auf kundenorientierte Kennzahlen, mit dem fortlaufenden Ziel, kontinuierliche Verbesserungen

6 https://www.oecd.org/newsroom/economic-outlook-a-mild-slowdown-in-2024-and-slightly-improved-growth-in- 2025.htm :~:text=The%20Outlook%20projects%20global%20GDP,as%20it%20has%20in%202023

7 https://economy-finance.ec.europa.eu/economic-surveillance-eu-economies/germany/economic-forecast- germany_en

voranzutreiben. Unser Bestreben ist es, unseren Kunden auch zukünftig einen zeitgemäßen und schnellen Service anzubieten.

Speziell konzentrieren wir uns darauf, den positiven Trend in der Kundenzufriedenheit weiter zu steigern, was sich in einem zunehmenden tNPS widerspiegelt. Unser Ziel ist es, diesen bis zum Jahresende 2024 um 7 Punkte auf 18 zu erhöhen Dieses Ziel werden wir durch die fortlaufende Optimierung interner Prozesse, Verbesserung der Fähigkeiten unserer Mitarbeiter sowie durch Automatisierung und Digitalisierung von Kundeninteraktionen erreichen.

Darüber hinaus ist geplant, die Migration auf die NDS/CAPS Plattform im Jahr 2024 erfolgreich abzuschließen. Dies wird unseren Kunden weiterhin die hervorragenden und verlässlichen Payment-Dienstleistungen ermöglichen, die sie gewohnt sind.

Aufgrund der oben genannten Initiativen erwarten wir, dass sich die nichtfinanziellen Leistungsindikatoren auch im Jahr 2024 gut entwickeln werden. Die Veränderungen der nichtfinanziellen Leistungsindikatoren nach Plan hätten positive Auswirkungen auf die operative Leistung der Firma und würde sowohl die Zufriedenheit unserer Kunden als auch unserer Mitarbeitenden steigern.

Erwartete Vermögens-, Finanz- und Ertragslage

Für die kommenden Geschäftsjahre erwarten wir eine positive Entwicklung des Unternehmens, insbesondere durch ein Umsatzwachstum der Kunden im Mittelstand sowie durch die Erweiterung des Kundenportfolios. Insgesamt gehen wir von einem jährlichen Wachstum des digitalen Zahlungsverkehrs i. H. v. 8% bis 12% aus an dem Nexi Germany in gleichem Umfang profitieren kann.

Sowohl für das Acquiring als auch für das Girocard-Transaktionsvolumen erwarten wir weiterhin einen Anstieg im hohen einstelligen bis unteren zweistelligen Prozentbereich.

Als Resultat hieraus, gehen wir von einem weiteren Anstieg des Provisionsüberschusses von 3-6 % aus.

Durch weitere Kostenoptimierung sowie die in 2024 umgesetzte Reorganisation gehen wir von einem weiter ansteigenden EBITDA vor Sondereffekten ("normalisiert") auf EUR 45-65 Mio. aus.

Wir erwarten zudem, dass sich der Zusatzaufwande aufgrund regulatorischer Anforderungen im einstelligen Millionenbereich liegen wird und das EBITDA nicht nachhaltig belastet. Darüber hinaus wird in 2024 mit Kosten aus geplanten Investitionen in neue Produkte und die technische Infrastruktur sowie die Umsetzung der Integrationsprojekte gerechnet.

Trotz jener gesamtwirtschaftlichen Unsicherheit sind die Geschäftsaussichten in der Zahlungsverkehrsbranche allgemein, insbesondere jedoch vor dem Hintergrund des anhaltenden Marktwachstums in Folge zunehmender Akzeptanz von bargeldlosen Bezahllösungen bei Konsumenten und Händlern grundsätzlich positiv zu bewerten. Die Investitionstätigkeit der Vorjahre in den Ausbau von Produktangeboten insbesondere im KMU und E-Commerce-Bereich, aber auch im Compliance-Bereich wird auch im Jahr 2024 weiter fortgeführt. Gleichzeitig wird erwartet, dass die Einführung neuer Produkte und Dienstleistungen dem bestehenden Margendruck entgegenwirkt.

 

Eschborn, 03. Juli 2024

Die Geschäftsführung

Dr. Christian Andreas Marra

Dr. Götz Möller

Carola Wahl

Bilanz zum 31. Dezember 2023

Aktivseite

EUR EUR EUR Vorjahr volle
EUR
1. Forderungen an Kreditinstitute 380.085.878,38 359.144.330
a) aus Zahlungsdiensten und der Ausgabe von E-Geld 379.585.790,62 358.735.406
davon auf Treuhandkonten EUR 292.438.906,44 (Vorjahr: EUR 309.332.307,96)
b) aus sonstigen Tätigkeiten 500.087,76 408.924
aa) täglich fällig 500.087,76 408.924
2. Forderungen an Kunden 398.206.794,44 233.561.273
a) aus Zahlungsdiensten und der Ausgabe von E-Geld 390.877.726,10 216.817.167
davon:
aa) aus Provisionen EUR 390.877.726,10 (Vorjahr: EUR 216.817.167,11)
b) aus sonstigen Tätigkeiten 7.329.068,34 16.744.106
3. Beteiligungen 3.500.000,00 3.500.000
a) aus Zahlungsdiensten und der Ausgabe von E-Geld 3.500.000,00 3.500.000
darunter: 3.500.000,00 3.500.000
aa) an Instituten im Sinne des § 1 Absatz 3 ZAG
4. Anteile an verbundenen Unternehmen 164.596.570,49 163.396.570
a) aus sonstigen Tätigkeiten 164.596.570,49 163.396.570
5. Immaterielle Anlagewerte 32.869.122,56 23.803.188
a) aus Zahlungsdiensten und der Ausgabe von E-Geld 32.869.122,56 23.803.188
aa) selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 23.495.696,02
bb) entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und
ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 1.183.076,00 5.689.557
cc) geleistete Anzahlungen 8.190.350,54 12.701.371
6. Sachanlagen 19.987.368,00 19.504.317
a) aus Zahlungsdiensten und der Ausgabe von E-Geld 18.199.812,30 17.343.677
b) aus sonstigen Tätigkeiten 1.787.555,70 2.160.640
7. Sonstige Vermögensgegenstände 71.226.699,90 64.847.538
a) aus Zahlungsdiensten und der Ausgabe von E-Geld 1.405.359,92 2.177.709
b) aus sonstigen Tätigkeiten 69.821.339,98 62.669.830
8. Rechnungsabgrenzungsposten 2.551.600,44 1.917.223
b) aus sonstigen Tätigkeiten 2.551.600,44 1.917.223
9. Aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung 424.579,00 0
b) aus sonstigen Tätigkeiten 424.579,00 0
Summe der Aktiva 1.073.448.613,21 869.674.440

 

Eschborn, 03. Juli 2024

Passivseite

EUR EUR EUR Vorjahr volle
EUR
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 291.500,61 9.031.800
a) aus Zahlungsdiensten und der Ausgabe von E-Geld 274.094,57 9.031.783
aa) täglich fällig 274.094,57 9.031.783
b) aus sonstigen Tätigkeiten 17.406,04 17
aa) täglich fällig 17.406,04 17
2. Verbindlichkeiten gegenüber Kunden 667.383.163,71 520.536.620
a) aus Zahlungsdiensten und der Ausgabe von E-Geld 663.482.410,88 514.025.546
aa) davon Verbindlichkeiten zur Ausführung von Zahlungsvorgängen EUR 665.796.146,58 (Vorjahr: EUR 514.025.546,40)
b) aus sonstigen Tätigkeiten 3.900.752,83 6.511.074
3. Sonstige Verbindlichkeiten 53.037.443,14 52.368.892
a) aus Zahlungsdiensten und der Ausgabe von E-Geld 23.193.958,47 30.251.346
b) aus sonstigen Tätigkeiten 29.843.484,67 22.117.545
4. Rückstellungen 74.715.227,32 56.715.850
a) Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 2.138.955,22 2.168.601
aa) aus Zahlungsdiensten und der Ausgabe von E-Geld 2.138.955,22 2.168.601
b) Steuerrückstellungen 11.000,00 8.640.117
aa) aus Zahlungsdiensten und der Ausgabe von E-Geld 9.977,00 7.663.784
bb) aus sonstigen Tätigkeiten 1.023,00 976.333
c) andere Rückstellungen 72.565.272,10 45.907.132
aa) aus Zahlungsdiensten und der Ausgabe von E-Geld 64.380.849,89 41.530.847
bb) aus sonstigen Tätigkeiten 8.184.422,21 4.376.284
5. Fonds für allgemeine Bankrisiken 10.000.000,00 10.000.000,00 10.000.000
6. Eigenkapital 268.021.278,43 221.021.278
a) gezeichnetes Kapital 2.609.000,00 2.609.000
b) Kapitalrücklage 111.805.055,61 64.805.056
c) Gewinnrücklagen 148.525.864,15 148.525.864
dd) andere Gewinnrücklagen 148.525.864,15 148.525.864
d) Bilanzgewinn 5.081.358,67 5.081.358,67 5.081.359
Summe der Passiva 1.073.448.613,21 869.674.440
1. Eventualverbindlichkeiten 6.981.376,80 4.129.206
a) aus Zahlungsdiensten und der Ausgabe von E-Geld 0,00 0
b) aus sonstigen Tätigkeiten 6.981.376,80 4.129.206

Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar 2023 bis 31. Dezember 2023

EUR EUR EUR EUR Vorjahr volle
EUR
1. Zinserträge 5.277.574,89 1.257.183
a) aus Zahlungsdiensten und der Ausgabe von E-Geld 4.037.357,34 5.491
aa) Kredit- und Geldmarktgeschäften 4.037.357,34 5.491
b) aus sonstigen Tätigkeiten 1.240.217,55 1.251.692
aa) Kredit- und Geldmarktgeschäften 1.240.217,55 1.251.692
2. Zinsaufwendungen 307.886,86 356.584
a) aus Zahlungsdiensten und der Ausgabe von E-Geld 271.079,50 292.251
b) aus sonstigen Tätigkeiten 36.807,36 64.333
3. Laufende Erträge 1.240.000,00 1.080.000
a) aus sonstigen Tätigkeiten 1.240.000,00 1.080.000
aa) Beteiligungen 1.240.000,00 1.080.000
4. Provisionserträge 540.054.020,37 469.350.760
a) aus Zahlungsdiensten und der Ausgabe von E-Geld 506.080.362,21 435.965.866,03
b) aus sonstigen Tätigkeiten 33.973.658,16 33.384.893,54
5. Provisionsaufwendungen 389.420.386,32 340.572.322
a) aus Zahlungsdiensten und der Ausgabe von E-Geld 379.171.460,83 330.405.974
b) aus sonstigen Tätigkeiten 10.248.925,49 10.166.348
6. Sonstige betriebliche Erträge 119.957.986,13 138.753.727
a) aus Zahlungsdiensten und der Ausgabe von E-Geld 95.827.834,15 106.794.114
b) aus sonstigen Tätigkeiten 24.130.151,98 31.959.613
7. Allgemeine Verwaltungsaufwendungen 146.438.135,47 135.607.349
a) aus Zahlungsdiensten und der Ausgabe von E-Geld 134.667.567,05 122.686.947
aa) Personalaufwand 49.976.771,94 41.862.186
aaa) Löhne und Gehälter 42.519.850,16 35.981.925
bbb) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 7.456.921,78 5.880.261
darunter: für Altersversorgung EUR 998.468,17 (Vorjahr: EUR 788.505,72)
bb) andere Verwaltungsaufwendungen 84.690.795,11 80.824.761
b) aus sonstigen Tätigkeiten 11.770.568,42 12.920.402
aa) Personalaufwand 5.100.602,12 5.333.063
aaa) Löhne und Gehälter 4.359.808,23 4.583.943
bbb) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 740.793,89 749.120
darunter: für Altersversorgung EUR 78.570,97 (Vorjahr: EUR 93.831,88)
bb) andere Verwaltungsaufwendungen 6.669.966,30 7.587.339
8. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf immaterielle Anlagewerte und Sachanlagen 16.522.733,39 15.546.352
a) aus Zahlungsdiensten und der Ausgabe von E-Geld 1.152.239,99 1.262.499
b) aus sonstigen Tätigkeiten 15.370.493,40 14.283.852
9. Sonstige betriebliche Aufwendungen 94.009.917,22 92.438.254
a) aus Zahlungsdiensten und der Ausgabe von E-Geld 91.762.270,65 89.600.657
b) aus sonstigen Tätigkeiten 2.247.646,57 2.837.597
10. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Forderungen und bestimmte Wertpapiere sowie Zuführungen zu Rückstellungen im Kreditgeschäft 5.349.489,92 3.721.958
a) aus Zahlungsdiensten und der Ausgabe von E-Geld 1.259.908,83 1.017
b) aus sonstigen Tätigkeiten 4.089.581,09 3.720.941
Esc Erträge aus Zuschreibungen zu Forderungen und bestimmten Wertpapieren sowie aus der Auflösung von Rückstellungen im Kreditgeschäft 31.393,14 1.640.615
a) aus Zahlungsdiensten und der Ausgabe von E-Geld 31.393,14 1.640.615
12. Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit 14.512.425,35 23.839.465
a) aus Zahlungsdiensten und der Ausgabe von E-Geld -2.307.580,01 156.740
b) aus sonstigen Tätigkeiten 16.820.005,36 23.682.725
13. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -7.981.348,38 -1.230.201
a) aus Zahlungsdiensten und der Ausgabe von E-Geld -7.239.082,98 -1.091.189
b) aus sonstigen Tätigkeiten -742.265,40 -139.013
14. Sonstige Steuern, soweit nicht unter Posten 9 ausgewiesen 6.940.703,46 6.971
a) aus Zahlungsdiensten und der Ausgabe von E-Geld 6.295.218,04 6.183
b) aus sonstigen Tätigkeiten 645.485,42 788
15. Aufgrund einer Gewinngemeinschaft, eines Gewinnabführungs- oder eines Teilgewinnabführungsvertrages -15.553.070,27 -25.062.696
a) aus Zahlungsdiensten und der Ausgabe von E-Geld 1.363.715,07 -1.241.746
b) aus sonstigen Tätigkeiten -16.916.785,34 -23.820.950
16. Jahresüberschuss 0,00 0
a) aus Zahlungsdiensten und der Ausgabe von E-Geld 0,00 0
b) aus sonstigen Tätigkeiten 0,00 0
17. Gewinnvortrag aus dem Vorjahr 5.081.358,67 5.081.359
a) aus sonstigen Tätigkeiten 5.081.358,67 5.081.359
18. Bilanzgewinn 5.081.358,67 5.081.359

 

Eschborn, 03. Juli 2024

Anhang zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2023

Inhaltsverzeichnis

1. Allgemeine Angaben

2. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

3. Erläuterungen zur Bilanz

4. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

5. Sonstige Angaben

1. Allgemeine Angaben

Die Nexi Germany GmbH, Eschborn (vormals Concardis GmbH, im Folgenden kurz "Nexi Germany" oder "die Gesellschaft") ist eingetragen im Handelsregister des Amtsgerichts Frankfurt am Main unter der Nummer HRB 57036.

Nexi Germany besitzt die Erlaubnis zum Betreiben des E-Geld-Geschäfts (§ 1 Abs. 2 Satz 2 ZAG). Gemäß § 11 Abs. 1 Nr. 1 ZAG umfasst die erteilte Erlaubnis hierbei die Erbringung aller Zahlungsdienste im Sinne des § 1 Abs. 1 ZAG. Zuvor verfügte die Gesellschaft bereits über die Erlaubnis zum Betreiben des Acquiringgeschäfts (=Akquisitionsgeschäft im Sinne § 1 Abs. 1 Satz 2 Nr. 5 ZAG). Die Leistungserbringung der Nexi Germany für Händler beinhaltet regulierte sowie nicht regulierte Produkte und Dienstleistungen. Das Geschäftsmodell der Nexi Germany zielt vorwiegend auf die Abwicklung und Abrechnung von Kredit- bzw. Debitkartenzahlungen, die sowohl im Präsenzgeschäft (Terminal) als auch im Distanzgeschäft (E-Commerce) entstehen, ab.

Die Bilanzierung und Bewertung erfolgt nach den allgemeinen Rechnungslegungsvorschriften des HGB, den ergänzenden Vorschriften des HGB für Zahlungsinstitute sowie den rechtsformspezifischen und branchenspezifischen Vorschriften des GmbHG und der RechZahlV. Es gelten die Vorschriften für große Kapitalgesellschaften.

Für die Gliederung der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung wurden die Formblätter 1 und 2 der RechZahlV verwendet. Zur besseren Übersicht wurde auf den Ausweis von Nullposten verzichtet.

Die verschiedenen Bilanz- und GuV-Posten nach Zahlungsdiensten und sonstigen Tätigkeiten weist die Gesellschaft den folgenden Geschäftstätigkeiten zu:

a)

aus Zahlungsdiensten: alle dem Acquiringgeschäft zuordenbaren Geschäftsvorfälle

b)

sonstige Tätigkeiten: vor allem alle dem Terminalgeschäft (beispielsweise Vermietung, Wartung und Verkauf) zuordenbaren Geschäftsvorfälle.

Im Rahmen der allgemeinen Verwaltungsaufwendungen und sonstiger nicht direkt zuordenbarer Geschäftstätigkeiten wurden die entsprechenden Aufwendungen und Erträge anhand eines ermittelten Verteilungsschlüssels zugeordnet.

Im Berichtsjahr 2023 wurde mit der Alleingesellschafterin Nexi Germany Holding GmbH erneut ein Gewinnabführungsvertrag mit Wirkung ab 1.1.2023 und fünfjähriger Gültigkeitsdauer abgeschlossen.

2. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Für die Aufstellung des Jahresabschlusses waren unverändert die nachfolgenden handelsrechtlichen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden unter Beachtung des Prinzips der Unternehmensfortführung maßgebend.

Die Forderungen an Kreditinstitute und die Forderungen an Kunden sind grundsätzlich mit ihrem Nennwert angesetzt, soweit erforderlich, vermindert um Risikovorsorge in Form von Einzel- und Pauschalwertberichtigungen.

Innerhalb der Forderungen an Kunden werden Forderungen gegenüber Vertragspartnern aus dem Acquiringgeschäft, deren Altersstruktur sich über 90 Tage erstreckt, zu 100 % wertberichtigt. Forderungen aus dem Terminalgeschäft werden gemäß nachfolgender Aufstellung gestaffelt wertberichtigt:

0 bis 90 Tage 0 %
91 bis 180 Tage 25 %
181 bis 270 Tage 50 %
271 bis 365 Tage 75 %
mehr als 365 Tage 100 %

Beteiligungen und Anteile an verbundenen Unternehmen werden zu ihren Anschaffungskosten bilanziert. Sofern von einer voraussichtlich dauernden Wertminderung auszugehen ist, erfolgt die Bewertung zum niedrigeren beizulegenden Wert. Bei voraussichtlich dauernden Wertminderungen erfolgt eine außerplanmäßige Abschreibung auf den niedrigeren beizulegenden Zeitwert. Entfallen die Gründe für die außerplanmäßige Abschreibung, erfolgt eine Zuschreibung auf den beizulegenden Wert, allerdings maximal bis zur Höhe der Anschaffungskosten.

Die selbst geschaffenen gewerblichen Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte werden mit aktivierbaren Aufwendungen auf die Herstellungskosten in der Entwicklungsphase (Entwicklungskosten) angesetzt und zum Zeitpunkt der Fertigstellung aktiviert. Die planmäßigen Abschreibungen bei den selbst geschaffenen immateriellen Anlagewerten werden linear über einen Zeitraum von 5 Jahren vorgenommen, im Zugangsjahr pro rata temporis. Bei voraussichtlich dauernden Wertminderungen erfolgt eine außerplanmäßige Abschreibung auf den niedrigeren beizulegenden Zeitwert. Die Forschungs- und Entwicklungskosten sind ausschließlich für immaterielle Vermögensgegenstände angefallen.

Entgeltlich erworbene immaterielle Anlagewerte sind zu Anschaffungskosten bzw. niedrigeren beizulegenden Werten bilanziert und werden über eine Nutzungsdauer von 3 bis 5 Jahren um planmäßige Abschreibungen vermindert. Die planmäßigen Abschreibungen bei den immateriellen Anlagewerten werden linear vorgenommen, im Zugangsjahr pro rata temporis. Eine außerplanmäßige Abschreibung auf den beizulegenden Zeitwert erfolgt bei voraussichtlich dauernder Wertminderung des Vermögensgegenstandes.

Die geleisteten Anzahlungen immaterieller Anlagewerte wurden zu Anschaffungs- und Herstellungskosten angesetzt.

Das Sachanlagevermögen ist zu Anschaffungskosten angesetzt und wird um planmäßige lineare Abschreibungen entsprechend der Nutzungsdauer von 3 bis 13 Jahren vermindert. Für die Ermittlung der planmäßigen Abschreibungen orientiert sich Nexi Germany an den steuerlichen Abschreibungstabellen.

Die planmäßigen Abschreibungen bei den Sachanlagen werden linear vorgenommen, im Zugangsjahr pro rata temporis. Bei voraussichtlich dauerhafter Wertminderung wird das Wirtschaftsgut außerplanmäßig abgeschrieben.

Für Anlagegüter mit einem Netto-Einzelwert unter EUR 250,00 erfolgt eine Sofortabschreibung. Für Anlagegüter mit einem Netto-Einzelwert von mehr als EUR 250,00 bis EUR 1.000,00 wird das steuerliche Sammelpostenverfahren aus Vereinfachungsgründen auch in der Handelsbilanz angewandt. Der Sammelposten wird pauschalierend jeweils mit 20 % p.a. im Zugangsjahr und in den vier darauffolgenden Jahren abgeschrieben.

Die sonstigen Vermögensgegenstände sind unter Beachtung des Niederstwertprinzips zu Anschaffungskosten angesetzt.

Als Rechnungsabgrenzungsposten sind auf der Aktivseite Ausgaben vor dem Abschlussstichtag auszuweisen, soweit sie Aufwand für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen. Diese sind zum Nennwert angesetzt.

Der Aktive Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung resultiert aus der Verrechnung von zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Vermögensgegenstände, die dem Zugriff aller übrigen Gläubiger entzogen sind, mit saldierungsfähigen Schulden aus Altersversorgungsverpflichtungen.

Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und Verbindlichkeiten gegenüber Kunden sind zum Erfüllungsbetrag angesetzt.

Sonstige Verbindlichkeiten sind zum Erfüllungsbetrag angesetzt.

Auf der Passivseite sind als Rechnungsabgrenzungsposten Einnahmen vor dem Abschlussstichtag auszuweisen, soweit sie einen Ertrag für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen. Diese sind zum Erfüllungsbetrag angesetzt.

Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen werden nach den anerkannten Grundsätzen der Versicherungsmathematik mittels der sog. "Projected-Unit-Credit-Method" (PUC-Methode) unter Verwendung der "Richttafeln 2018 G" von Prof. Dr. Klaus Heubeck ermittelt. Folgende weitere Parameter aus dem Gutachten der Mercer Deutschland GmbH liegen der Berechnung zugrunde:

•

Rechnungszinssatz p. a.: aufgrund einer im Dezember 2023 vorgenommenen Hochrechnung wurden 1,83 % verwendet (10-Jahres-Durchschnitt; effektiv verwendet)

•

Rechnungszinssatz p. a.: 1,75 % (7-Jahres-Durchschnitt; zur Information)

•

Rententrend p. a.: 2,50 %

•

Als Finanzierungsendalter wurde die Vollendung des 65. Lebensjahres angesetzt

Die ausschließlich der Erfüllung der Altersversorgungsverpflichtungen dienenden, dem Zugriff aller übrigen Gläubiger entzogenen Vermögensgegenstände (Deckungsvermögen i. S. d. § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB) wurden mit ihrem beizulegenden Zeitwert bewertet und mit den korrespondierenden Rückstellungen verrechnet.

Rückgedeckte Pensionsverpflichtungen wurden entsprechend dem Rechnungslegungshinweis IDW RH FAB 1.021 abgebildet. Die Umsetzung des Rechnungslegungshinweises erfolgte mit dem Deckungskapitalverfahren unter der Wahl des Passivprimats. Dabei wurde mit Hilfe der von der Deutschen Aktuarvereinigung e. V. genannten "Biometriefaktoren" eine multiplikative Umschätzung der biometrischen Rechnungslegungsgrundlagen zwischen den "Richttafeln 2018 G" von Klaus Heubeck und den DAV-Tafeln vorgenommen.

Die anderen Rückstellungen berücksichtigen alle ungewissen Verbindlichkeiten und drohende Verluste aus schwebenden Geschäften. Sie sind in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrags angesetzt. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden mit den von der Deutschen Bundesbank bekannt gegebenen laufzeitadäquaten Zinssätzen abgezinst.

Gemäß § 340g HGB wurde in der Vergangenheit ein Sonderposten " Fonds für allgemeine Bankrisiken" nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung eingestellt und im Berichtjahr weiterhin ausgewiesen.

Zwischen der Nexi Germany Holding GmbH und der Nexi Germany GmbH besteht seit dem 1. Januar 2018 ein Ergebnisabführungsvertrag der zum 1. Januar 2023 erneut abgeschlossen wurde. Da insgesamt die Voraussetzungen einer steuerlichen Organschaft erfüllt sind, werden sämtliche auftretende Differenzen zur Berechnung der latenten Steuern beim Organträger berücksichtigt.

Die Gesellschaft gehört zu der Nexi-Gruppe und wird indirekt zu 100 % von der Gesellschaft Nexi S.p.A., Italien, gehalten. Die Gesellschaft Nexi S.p.A. qualifiziert als oberste Muttergesellschaft des Konzerns und ist daher unter der italienischen Pillar 2 Regelung steuerpflichtig. Eine nationale Ergänzungssteuer wird für die deutschen Gruppengesellschaften nicht erwartet.

Auf fremde Währung lautende Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten aus der Fremdwährungsumrechnung werden grundsätzlich zu den am 31. Dezember 2023 geltenden Referenzkursen der Europäischen Zentralbank (EZB) bewertet und entsprechend DRS 14.42, bzw. 256a HGB bewertet. Bei Währungen, die nicht von der EZB geliefert werden, z. B. AED, wird der Kurs der Danske Bank zum Stichtag verwendet.

Auf fremde Währung lautende GuV-Positionen stellen im Wesentlichen Provisionserträge und -aufwendungen dar. Diese werden zum jeweils gültigen Kurs zum Transaktionszeitpunkt umgerechnet. Sich bis zum Zahlungszeitpunkt ergebende Wechselkursänderungen stellen Währungskursgewinne bzw. -verluste dar.

3. Erläuterungen zur Bilanz

Forderungen an Kreditinstitute

Die ausgewiesenen Guthaben bestehen aus Konten in laufender Rechnung. Davon sind EUR 292,4 Mio. (Vorjahr: EUR 309,3 Mio.) auf Treuhandkonten eingezahlt.

Forderungen an Kunden

Die Forderungen an Kunden betragen im Geschäftsjahr 2023 insgesamt EUR 398,2 Mio. (Vorjahr: EUR 233,6 Mio.). Davon entfallen EUR 390,9 Mio. (Vorjahr: EUR 216,8 Mio.) auf das Acquiringgeschäft und EUR 7,3 Mio. (Vorjahr: EUR 16,7 Mio.) aus sonstigen Tätigkeiten, hier im Besonderen aus dem Terminalgeschäft. Sämtliche Forderungen an Kunden sind unverbrieft.

Es handelt sich bei diesem Posten zum einen um Forderungen gegenüber den Kartenorganisationen aus Clearing & Settlement, die taggleich bzw. maximal mit zwei Tagen Valuta ausgeglichen werden. Zum anderen handelt es sich um Forderungen gegenüber Vertragspartnern.

Die Forderungen haben folgende Restlaufzeiten:

bis 3 Monate 3 bis 6 Monate 6 bis 12 Monate > 12 Monate
Forderungen an Kunden TEUR 398.207 TEUR 0 TEUR 0 TEUR 0

Nach dem Stichtag kam es zu keinen wesentlichen Ausfällen.

Unter den Forderungen an Kunden werden zum 31. Dezember 2023 Forderungen an Kunden aus Leistungsverhältnissen in Höhe von TEUR 171 ausgewiesen, die mit TEUR 171 im Vorjahr noch unter den Sonstigen Vermögensgegenständen ausgewiesen waren.

Beteiligungen und Anteile an verbundenen Unternehmen

Gesellschaft Sitz Anteil 31.12.2023 Buchwert 31.12.2023
WEAT Electronic Datenservice GmbH Düsseldorf 40,00 % TEUR 3.500
Beteiligungen TEUR 3.500
Nexi Austria GmbH (vormals Concardis Austria GmbH) Leobersdorf, Österreich 100,00 % TEUR 2.098
Nexi Schweiz AG (vormals Nets Schweiz AG) Wallisellen, Schweiz 100,00 % TEUR 31.476
orderbird GmbH Berlin 98,15 % TEUR 114.146
Paytec Payment Provider GmbH Frankfurt am Main 100,00 % TEUR 16.877
Anteile an verbundenen Unternehmen TEUR 164.597

Im abgelaufenen Geschäftsjahr erfolgte eine Einstellung in die freie Kapitalrücklage i. H. v. EUR 1,2 Mio. der orderbird GmbH.

Anteilsbesitzliste

Gesellschaft Sitz Eigenkapital 31.12.2023 Jahresergebnis 31.12.2023
WEAT Electronic Datenservice GmbH 1) Düsseldorf TEUR 11.861 TEUR 4.301
Nexi Austria GmbH 2) Leobersdorf, Österreich TEUR 1.662 TEUR 400
Nexi Schweiz AG 2) Wallisellen, Schweiz TEUR -2.596 EUR 403
orderbird GmbH 1) Berlin TEUR 3.066 TEUR 2.366
Paytec Payment Provider GmbH 1) Frankfurt am Main TEUR 14.045 TEUR 28

1) Auf Basis des Jahresabschluss 31. Dezember 2023

2) Auf Basis des Jahresabschluss 31. Dezember 2022

Immaterielle Anlagewerte und Sachanlagen

Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens ist im Anlagenspiegel dargestellt. Die selbsterstellten, aktivierten Softwareentwicklungen enthalten nur Entwicklungskosten.

Sonstige Vermögensgegenstände

Die sonstigen Vermögensgegenstände beinhalten im Wesentlichen Forderungen an verbundene Unternehmen i. H. v. EUR 58,9 Mio. (Vorjahr EUR 41,1 Mio.) sowie den Warenbestand an Terminals im Umlaufvermögen i. H. v. EUR 8,9 Mio. (Vorjahr EUR 19,7 Mio.).

Die Forderungen an die Nexi Germany Holding GmbH als Gesellschafterin betragen insgesamt EUR 3,0 Mio.

Unter den sonstigen Vermögensgegenständen werden zum 31. Dezember 2023 Forderungen an verbundenen Unternehmen in Höhe von TEUR 19.874 ausgewiesen, die mit TEUR 3.348 im Vorjahr noch unter den Forderungen an Kunden ausgewiesen waren.

Sämtliche Forderungen innerhalb der sonstigen Vermögensgegenstände sind unverbrieft.

Nachrangige Vermögensgegenstände

In den folgenden Bilanzposten sind nachrangige Vermögensgegenstände im genannten Umfang enthalten:

in Mio. EUR 31.12.2023 31.12.2022
Sonstige Vermögensgegenstände aus sonstigen Tätigkeiten 52,5 41,1
darunter: an verbundene Unternehmen 52,5 41,1

Aktive Rechnungsabgrenzungsposten

Die aktiven Rechnungsabgrenzungsposten resultieren im Wesentlichen aus Eingangsrechnungen, die bereits gezahlt wurden, deren Aufwand jedoch erst in der Zukunft entstehen wird.

Aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung

Als aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung von Deckungsvermögen mit den Pensionsverpflichtungen wird zum 31. Dezember 2023 ein Betrag von TEUR 425 ausgewiesen, der mit TEUR 328 im Vorjahr noch als aktiver Rechnungsabgrenzungsposten ausgewiesen war.

Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten

Der Posten weist Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten aus, die nicht als Card Schemes gegenüber der Nexi Germany operieren.

Verbindlichkeiten gegenüber Kunden

Der Posten umfasst Verbindlichkeiten gegenüber Vertragspartnern. Die Verbindlichkeiten haben folgende Restlaufzeiten:

bis 3 Monate 3 bis 6 Monate 6 bis 12 Monate > 12 Monate
Verbindlichkeiten gegenüber Kunden TEUR 667.383 TEUR 0 TEUR 0 TEUR 0

Sämtliche Verbindlichkeiten gegenüber Kunden sind unverbrieft.

Unter den Verbindlichkeiten gegenüber Kunden werden zum 31. Dezember 2023 Verbindlichkeiten Kunden aus Leistungsverpflichtungen in Höhe von TEUR 849 ausgewiesen, die mit TEUR 8.187 im Vorjahr noch unter den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten ausgewiesen waren. Es handelt sich um Verbindlichkeiten gegenüber Card Schemes wie z.B. Visa und Mastercard.

Die sonstigen Verbindlichkeiten beinhalten im Wesentlichen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen i. H. v. EUR 5,8 Mio. und Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen i. H. v. EUR 47,2 Mio. Von den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen entfallen im Wesentlichen EUR 16,3 Mio. auf Umsatzsteuerverbindlichkeiten aus der Organschaft, EUR 6,4 Mio. aus Liefer- und Leistungsbeziehungen und EUR 15,6 Mio. aus dem Ergebnisabführungsvertrag gegenüber der direkten Gesellschafterin Nexi Germany Holding GmbH.

Rückstellungen für Pensionen

Die Rückstellungen für Pensionen werden gemäß § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB mit dem Deckungsvermögen saldiert.

Die Rückstellung für Pensionen und der aktive Unterschiedsbetrag aus Vermögensverrechnung stellen sich wie folgt dar:

Rückstellungen für Pensionen
(TEUR)
2023
Verpflichtungswert 5.491
Deckungsvermögen vor Anwendung IDW RH FAB 1.021 4.202
Deckungsvermögen nach Anwendung IDW RH FAB 1.021 3.352
Rückstellung für Pensionen 2.139
Aktiver Unterschiedsbetrag aus Vermögensverrechnung
(TEUR)
2023
Verpflichtungswert 586
Deckungsvermögen vor Anwendung IDW RH FAB 1.021 1.114
Deckungsvermögen nach Anwendung IDW RH FAB 1.021 1.011
Aktiver Unterschiedsbetrag aus Vermögensverrechnung 425

Aus der Erstanwendung von IDW RH FAB 1.021 wurde für das verpfändete Deckungsvermögen ein Bewertungsunterschied von TEUR 953 erfasst. Die historischen Anschaffungskosten des Deckungsvermögens betragen TEUR 3.919.

Der für das Geschäftsjahr 2023 erfasste Zinsaufwand aus der Pensionsverpflichtung beträgt TEUR 105. Der Zinsertrag aus Deckungsvermögen beträgt TEUR 202, der als sonstiger betrieblicher Ertrag ausgewiesen wird.

Der Unterschiedsbetrag nach § 253 Abs. 6 HGB beträgt TEUR 58 per 31. Dezember 2023 und unterliegt einer Ausschüttungssperre, aber keiner Abführungssperre.

Die anderen Rückstellungen enthalten Rückstellungen für drohende Verluste in Höhe von TEUR 847 (Vorjahr: TEUR 9.984).

Im Rahmen der Einstellung des Geschäftsbereiches Digital Services in 2021 wurden potentielle Verbindlichkeiten gegenüber Kunden des Geschäftsbereiches, reduziert um den in 2022 geleisteten Wertersatzbeitrag, separiert. Vor dem Hintergrund der inzwischen veränderten Sachlage sowie anhängiger Rechtsstreitigkeiten diesbezüglich, wurde zum Stichtag ein Betrag in Höhe von EUR 23,3 Mio. in eine Rückstellung umgebucht. Es ist aktuell nicht absehbar, ob und wenn ja in welcher Höhe mögliche Forderungen diesbezüglich zum Tragen kommen. Vor diesem Hintergrund wurden die verbliebenen Gelder vollumfänglich zurückgestellt, was den Anstieg der Rückstellungen im Wesentlichen begründet.

Des Weiteren sind Rückstellungen für das Acquiringgeschäft TEUR 28.112 (Vorjahr: TEUR 15.606), ausstehenden Eingangsrechnungen TEUR 8.510 (Vorjahr: TEUR 8.094) und Personal TEUR 8.028 (Vorjahr: TEUR 8.426) enthalten.

Fonds für allgemeine Bankrisiken

Im Geschäftsjahr 2023 wurde der Fonds für allgemeine Bankrisiken gemäß dem Beschluss der Geschäftsführung vom 29. Februar 2024 nicht erhöht und bleibt unverändert bei TEUR 10.000.

Eigenkapital

Bilanzgewinn/ ausschüttungsgesperrte Beträge

Der Bilanzgewinn ist aufgrund des Ergebnisabführungsvertrages zwischen der Nexi Germany und der Nexi Germany Holding GmbH im Vergleich mit dem Vorjahr unverändert und resultiert ausschließlich aus dem Gewinnvortrag. Der Gewinnvortrag beträgt TEUR 5.081 und betrifft die Zeit vor Abschluss des in 2023 erneut abgeschlossenen Ergebnisabführungsvertrages mit der Nexi Germany Holding GmbH.

Die selbst erstellten immateriellen Anlagewerte führen zu einer Ausschüttungssperre im Sinne von § 268 Abs. 8 Satz 1 HGB i. H. v. TEUR 23.496. Dieser Betrag darf nur insoweit im Rahmen des Gewinnabführungsvertrages an die Nexi Germany Holding GmbH abgeführt werden, als dass dieser durch frei verfügbare Rücklagen gedeckt ist. Bei Nexi Germany übersteigen die frei verfügbaren Rücklagen diesen Betrag.

Die ausschließlich der Erfüllung der Altersversorgungsverpflichtungen dienenden und dem Zugriff aller übrigen Gläubiger entzogenen Vermögensgegenstände (Deckungsvermögen i. S. d. § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB) führen bei der Bewertung zum beizulegenden Zeitwert nach Verrechnung mit den korrespondierenden Rückstellungen zu einer Ausschüttungssperre im Sinne von § 268 Abs. 8 HGB Satz 2 i. H. v. TEUR 1.616. Dieser Betrag darf nur insoweit im Rahmen des Gewinnabführungsvertrages an die Nexi Germany Holding GmbH abgeführt werden, als dass dieser durch frei verfügbare Rücklagen gedeckt ist. Bei Nexi Germany übersteigen die frei verfügbaren Rücklagen diesen Betrag.

Vermögensgegenstände und Schulden, die auf Fremdwährung lauten

Zum Bilanzstichtag belaufen sich die Schulden der Gesellschaft in Fremdwährung auf insgesamt EUR 28,8 Mio. Auf der Vermögensseite stehen diesen Schulden EUR 17,6 Mio. Forderungen sowie EUR 12,6 Mio. Bankbestände in Fremdwährung gegenüber. Alle vorgenannten Positionen sind Treuhand-Positionen und resultieren aus der Abwicklung von Zahlungsvorgängen.

4. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

Zinserträge und Zinsaufwendungen

Die Zinserträge i. H. v. EUR 5,3 Mio. (Vorjahr EUR 1,3 Mio.) resultieren aus EUR 4,5 Mio. (Vorjahr EUR 0,0) Zinserträgen auf Bankguthaben sowie Zinserträgen aus Darlehen gegenüber verbundenen Unternehmen i. H. v. EUR 0,8 Mio. (Vorjahr EUR 1,3 Mio.). Die Zinsaufwendungen resultieren im Wesentlichen aus Zinsaufwendungen gegenüber Banken und betragen EUR 0,3 Mio. (Vorjahr EUR 0,4 Mio.).

Laufende Erträge

Die laufenden Erträge beinhalten das Ergebnis der Beteiligungsunternehmen i. H. v. TEUR 1.240 (Vorjahr: TEUR 1.080).

Provisionserträge und Provisionsaufwendungen

Die Provisionserträge der Nexi Germany setzen sich zum überwiegenden Teil aus den für die Akzeptanz der Zahlungstransaktionen zu leistenden Provisionen (Disagien) für die mit Nexi Germany abgerechneten Kartenumsätze zusammen.

Die Provisionserträge des Unternehmens bestehen überwiegend aus den Disagioerlösen im Acquiring und den Erlösen aus sonstigen erbrachten Dienstleistungen an Kunden. Die Erträge betrugen im abgelaufenen Geschäftsjahr EUR 540,1 Mio. und lagen damit um EUR 70,7 Mio. über dem Wert des Vorjahres. Der höhere relative Anteil an bargeldlosen Zahlungen im abgelaufenen Geschäftsjahr im Vergleich zum Vorjahr wirkte sich positiv auf die Entwicklung der Provisionserträge aus. Die Provisionsaufwendungen betrugen im abgelaufenen Geschäftsjahr EUR 389,4 Mio. und lagen damit um EUR 48,8 Mio. über dem Wert des Vorjahres. Das Provisionsergebnis betrug im abgelaufenen Geschäftsjahr EUR 150,6 Mio. und erhöhte sich damit gegenüber dem Vorjahr um EUR 21,8 Mio.

Aufgliederung der Provisionserträge nach geographischen Märkten

Die Gliederung der Provisionserträge nach § 28 Abs. 2 RechZahlV nach geographischen Märkten stellt sich wie folgt dar:

2023
(TEUR)
2022
(TEUR)
Deutschland 379.226 320.520
Europäisches Ausland 153.375 142.213
Nicht-europäisches Ausland 7.453 6.618
Summe 540.054 469.351

Die sonstigen betrieblichen Erträge unterteilen sich wie folgt:

2023
(TEUR)
2022
(TEUR)
Erträge aus Fremdwährungsumrechnung und Wechselkursgewinnen 63.417 94.616
Erträge verbundene Unternehmen 25.796 535
Erträge aus dem Terminalgeschäft 15.541 18.634
Auflösung Rückstellung 3.310 15.303
Erträge aus Personalbuchungen 2.753 3.275
Erträge aus Chargebackgebühren 159 7
Erträge aus nicht abzugsfähiger Vorsteuer / Umsatzsteuer 151 4.335
Sonstige Erträge 8.831 2.049
Summe 119.958 138.754

Der Rückgang der Erträge aus Fremdwährungsumrechnungen und Wechselkursverlusten ist durch eine Volatilität der Wechselkurse im Geschäftsjahr 2023 begründet.

In den Erträgen gegenüber verbundenen Unternehmen sind periodenfremde Erträge i. H. v. TEUR 18.734 (Vorjahr: TEUR 0) enthalten. Diese betreffen die Weiterbelastung von vergangenen Projektdienstleistungen.

Allgemeine Verwaltungsaufwendungen

Unter den allgemeinen Verwaltungsaufwendungen fallen insbesondere Aufwendungen für fremde Dienstleistungen i. H. v. TEUR 66.010 (Vorjahr: TEUR 54.833) wie Marketing und IT- sowie sonstige Dienstleistungen, Personalaufwendungen i. H. v. TEUR 55.077 (Vorjahr: TEUR 47.247), Geschäftsbesorgungskosten gegenüber verbundenen Unternehmen i. H. v. TEUR 18.745 (Vorjahr: TEUR 17.257), Dienstleistungsaufwendungen aus dem Processing i. H. v. TEUR 4.793 (Vorjahr: TEUR 10.849) sowie sonstige Aufwendungen i. H. v. TEUR 1.814 (Vorjahr: TEUR 5.371).

In den Verwaltungsaufwendungen sind periodenfremde Aufwendungen i. H. v. TEUR 207 (Vorjahr: TEUR 0) enthalten

Abschreibungen und Wertberichtigung auf immaterielle Anlagewerte und Sachanlagen

Die Abschreibungen und Wertberichtigung auf immaterielle Anlagewerte und Sachanlagen belaufen sich auf TEUR 16.523 (Vorjahr: TEUR 15.546) und sind im Wesentlichen auf die Abschreibung von Terminals und Software zurückzuführen.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen unterteilen sich wie folgt:

2023
(TEUR)
2022
(TEUR)
Aufwendungen aus Fremdwährungsumrechnung und Wechselkursverlusten 62.387 88.777
Aufwendungen aus Chargebackabrechnungen 502 519
Aufwendungen aus dem Terminalgeschäft 471 1.369
Aufwendungen verbundene Unternehmen 25.031 0
Sonstige Aufwendungen 5.619 1.773
Summe 94.010 92.438

Der Rückgang der Aufwendungen aus Fremdwährungsumrechnungen und Wechselkursverlusten ist durch eine gewisse Volatilität der Wechselkurse im Geschäftsjahr 2023 begründet.

Die sonstigen Aufwendungen enthalten TEUR 18.615 periodenfremde Aufwendungen aus Projektdienstleistungen, welche an verbundene Unternehmen weiterbelastet wurden.

Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Forderungen und bestimmte Wertpapiere sowie Zuführungen zu Rückstellungen im Kreditgeschäft

Die Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Forderungen und bestimmte Wertpapiere sowie Zuführungen zu Rückstellungen im Kreditgeschäft sind im laufenden Geschäftsjahr vornehmlich durch den Ausfall einzelner Kunden beeinflusst (EUR 5,3 Mio.; Vorjahr EUR 3,7 Mio.).

Erträge aus Zuschreibungen zu Forderungen und bestimmten Wertpapieren sowie aus der Auflösung der Rückstellungen im Kreditgeschäft.

Die Erträge aus Zuschreibungen zu Forderungen und bestimmten Wertpapieren sowie aus der Auflösung der Rückstellungen im Kreditgeschäft betragen sich auf TEUR 31 (Vorjahr: TEUR 1.641) und resultieren im Wesentlichen aus der Auflösung von Rückstellungen.

Steuern vom Einkommen und vom Ertrag

Der Posten Steuer vom Einkommen und vom Ertrag beinhalten im Wesentlichen periodenfremde Erträge aufgrund der Auflösung von Steuerrückstellungen auf Basis von Betriebsprüfungen für vergangene Jahre.

5. Sonstige Angaben

Haftungsverhältnisse

Bestellung von Sicherheiten für fremde Verbindlichkeiten

Zum Bilanzstichtag bestehen Bürgschaften i. H. v. TEUR 121,8 gegenüber Dritten.

Gegenüber nahestehenden Unternehmen besteht eine selbstschuldnerische Bürgschaft bis zu einem Höchstbetrag von EUR 2,0 Mio. für bestehende Ansprüche des Gläubigers aus Leasingvereinbarungen sowie eine Patronatserklärung für bestehende Ansprüche der Vermieterin aus einem Mietvertrag. Derzeit ist nicht davon auszugehen, dass diese Sicherheiten in Anspruch genommen werden. Dieser Betrag wurde erstmalig im Berichtjahr aufgenommen. Zwecks Vergleichbarkeit im Sinne § 265 (1) HGB hätte diese Bürgschaft im Vorjahr EUR 2,0 Mio. als Eventualverbindlichkeiten ausgewiesen werden müssen.

Darüber hinaus besteht eine Rangrücktrittsvereinbarung mit der Nexi Schweiz AG i. H. v. TEUR 4.860. Ergänzend hat die Gesellschaft mit Datum vom 6. Mai 2022 eine Patronatserklärung zugunsten der Nexi Schweiz AG abgegeben. Durch diese Patronatserklärung verpflichtet sich die Gesellschaft, dass die Nexi Schweiz AG in einer Weise finanziell ausgestattet bleibt, so dass diese in der Lage ist sämtliche gegenwärtige und zukünftige Verpflichtungen zu erfüllen. Zurzeit ist nicht davon auszugehen, dass die Sicherheiten in Anspruch genommen werden.

Hinzu kommt eine Patronatserklärung gegenüber der Nexi Germany Sales GmbH (vormals CPG Sales GmbH) für sämtliche Verpflichtungen aus einem Mitverhältnis gegenüber einem externen Gläubiger.

Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Neben den Haftungsverhältnissen bestehen in Höhe von TEUR 17.185 sonstige finanzielle Verpflichtungen. Im Einzelnen betreffen diese Verpflichtungen folgende Sachverhalte:

(TEUR)
Zahlungsverpflichtungen aus Wartungs- und sonstigen Dienstleistungsverträgen 6.296
Zahlungsverpflichtungen ausMiet-und Leasingverträgen 10.889

Die Miet- und Leasingverträge enden zwischen 2024 und 2026. Es handelt sich um laufende Verpflichtungen, für die aufgrund vertraglicher Verpflichtungen von einer Inanspruchnahme auszugehen ist.

Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und Personen

Sämtliche Darlehensforderungen und Darlehensverbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen waren im Geschäftsjahr 2023 nicht besichert. Im Geschäftsjahr 2023 wurden mit nahestehenden Unternehmen und Personen keine Geschäfte getätigt, die nicht marktüblich gewesen sind.

Geschäftsführung

Name Beruf Datum
Martin Skov Geschäftsführer Marktfolge (Finanzen, IT, Procurement) (bis 28. Juli 2023)
Janus Hillerup Geschäftsführer Marktfolge (Legal und Compliance) (bis 15. Mai 2023)
Dr. Christian Andreas Marra Geschäftsführer Markt l (Produkt und IT) (seit 26. Januar 2023)
Robert Hoffmann Sprecher der Geschäftsführung (bis 18. Januar 2023)
Dr. Götz Möller Geschäftsführer Marktfolge (Backoffice) (seit 28. Juli 2023)
Carola Wahl Geschäftsführerin Markt II (Strategy, Sales, Personal) (seit 16. Januar 2024) 1

Gesamtbezüge ehemaliger Mitglieder der Geschäftsführung

Die für die Tätigkeiten im Geschäftsjahr 2023 gewährten Gesamtbezüge der Geschäftsführung beliefen sich auf TEUR 2.283.

Ehemalige Mitglieder der Geschäftsführung haben im abgelaufenen Geschäftsjahr Vergütungen von TEUR 2.234 erhalten.

Rückstellungen für Pensionen ehemaliger Mitglieder der Geschäftsführung

Die Pensionsrückstellungen für ehemalige Mitglieder der Geschäftsführung und ihre Hinterbliebenen sind in voller Höhe gebildet und belaufen sich zum 31. Dezember 2023 auf TEUR 6.077.

Mitarbeiter

Im Jahr 2023 waren bei Nexi Germany durchschnittlich beschäftigt:

2023 2022
Mitarbeiter in Vollzeit 474 390
davon Führungskräfte 60 46
Mitarbeiter in Teilzeit 61 58
davon Führungskräfte 1 2
535 448

1 Die Verantwortlichkeiten des Bereiches Markt II lagen im Geschäftsjahr 2023 bei Herrn Dr. Christian Andreas Marra.

Führungskräfte werden bei Nexi Germany als Mitarbeiter definiert, die disziplinarisch wie auch fachlich Mitarbeiter anleiten.

Konzernverhältnisse

Der Jahresabschluss der Nexi Germany wird in den Konzernabschluss der Nexi S.p.A., Mailand, Italien, einbezogen.

Zur Erstellung eines Konzernabschlusses war Nexi Germany zum 31. Dezember 2023 nicht verpflichtet, da die Nexi S.p.A., Mailand, Italien, einen Konzernabschluss und Konzernlagebericht mit befreiender Wirkung für die Nexi Germanyerstellt.

Der Konzernabschluss ist am Sitz in Italien einsehbar.

Honorar des Abschlussprüfers

Im Geschäftsjahr 2023 wurden vom Abschlussprüfer Honorare für die Jahresabschlussprüfung i. H. v. TEUR 1.788 (davon TEUR 1.038 für das Vorjahr) berechnet.

Nachtragsbericht

Fr. Carola Wahl hat Ihr Amt als Geschäftsführer der Nexi Germany GmbH mit Wirkung vom 16.01.2024 aufgenommen.

Im Januar 2024 wurden die restlichen Anteile (1,85 %) an der orderbird GmbH für TEUR 3.134 erworben. Seitdem ist die orderbird GmbH eine 100%ige Tochtergesellschaft der Nexi Germany.

In einem herausfordernden makroökonomischen Umfeld hat die Nexi Gruppe Initiativen zur Effizienzsteigerung und Strukturanpassung angestoßen. In diesem Kontext kommt es neben organisatorischen Anpassungen durch Optimierungen zur Reduktion von ca. 40 Mitarbeitern in Q2 2024.

Darüber hinaus sind keine weiteren Vorgänge von besonderer Bedeutung bekannt, die nach dem Bilanzstichtag eingetreten sind.

Angaben zum Zahlungsvolumen und zu den Transaktionen im Geschäftsjahr 2023

Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2023 konnte Nexi Germany ein Zahlungsvolumen in Höhe von EUR 53,6 Mrd., davon aus dem Acquiringgeschäft in Höhe von EUR 43,3 Mrd. (Vorjahr EUR 38,5 Mrd., Steigerung 12,5 %) verarbeiten. Dabei wurden 1,0 Mrd. (Vorjahr 803,8 Mio.) Kundentransaktionen mit internationalen Kredit- und Debitkarten verarbeitet, was einem Anstieg von 24,4 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. Die Provisionserträge aus Zahlungsdiensten konnten dementsprechend um 15,1 % auf EUR 540,1 Mio. (Vorjahr EUR 469,4 Mio.) gesteigert werden.

Ergebnisverwendungsvorschlag

Die Geschäftsführung schlägt der Gesellschafterversammlung vor, den Bilanzgewinn des Vorjahres in Höhe von EUR 5.081.358,67 auf neue Rechnung vorzutragen.

 

Eschborn, 03. Juli 2024

Die Geschäftsführung

Dr. Christian Andreas Marra

Dr. Götz Möller

Carola Wahl

Anlagespiegel zum 31. Dezember 2023

Historische Anschaffungskosten
Stand 01.01.2023
EUR
Umbuchungen
EUR
Zugänge
EUR
Abgänge
EUR
Stand 31.12.2023
EUR
I. Beteiligungen
Beteiligungen 3.500.000,00 0,00 0,00 0,00 3.500.000,00
II. Anteile an verbundenen Unternehmen
Anteile an verbundenen Unternehmen 163.396.570,49 0,00 1.200.000,00 0,00 164.596.570,49
III. Immaterielle Anlagewerte
1. selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 6.447.937,43 19.301.443,86 9.965.561,18 0,00 35.714.942,47
2. entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 40.896.363,26 -7.341.433,80 11.621,39 -894.992,97 32.671.557,88
3. geleistete Anzahlungen 13.989.439,81 -12.169.862,82 6.701.860,36 -331.086,81 8.190.350,54
61.333.740,50 -209.852,76 16.679.042,93 -1.226.079,78 76.576.850,89
IV. Sachanlagen
Sachanlagen 55.682.447,38 209.852,76 9.816.665,12 -8.107.657,98 57.601.307,28
283.912.758,37 0,00 27.695.708,05 -9.333.737,76 302.274.728,66
kumulierte Abschreibungen
Stand 01.01.2023
EUR
Umbuchung Zugänge Abgänge
EUR
Stand 31.12.2023
EUR
I. Beteiligungen
Beteiligungen 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
II. Anteile an verbundenen Unternehmen
Anteile an verbundenen Unternehmen 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
III. Immaterielle Anlagewerte
1. selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 1.035.677,46 7.954.290,19 1.760.992,80 0,00 10.750.960,45
2. entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 35.206.806,26 -4.923.323,80 3.552.232,39 -878.946,97 32.956.767,88
3. geleistete Anzahlungen 1.288.068,88 -3.030.721,58 1.913.212,51 -170.559,81 0,00
37.530.552,60 244,81 7.226.437,70 -1.049.506,78 43.707.728,33
IV. Sachanlagen
Sachanlagen 36.178.130,38 -244,81 9.296.295,69 -7.860.241,98 37.613.939,28
73.708.682,98 0,00 16.522.733,39 -8.909.748,76 81.321.667,61
Buchwerte
Stand 31.12.2023
EUR
Stand 31.12.2022
EUR
I. Beteiligungen
Beteiligungen 3.500.000,00 3.500.000,00
II. Anteile an verbundenen Unternehmen
Anteile an verbundenen Unternehmen 164.596.570,49 163.396.570,49
III. Immaterielle Anlagewerte
1. selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 24.963.982,02 5.412.259,97
2. entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten -285.210,00 5.689.557,00
3. geleistete Anzahlungen 8.190.350,54 12.701.370,93
32.869.122,56 23.803.187,90
IV. Sachanlagen
Sachanlagen 19.987.368,00 19.504.317,00
220.953.061,05 210.204.075,39

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die Nexi Germany GmbH, Eschborn

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der Nexi Germany GmbH, Eschborn, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Nexi Germany GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

•

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 und

•

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

•

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

•

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

•

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

•

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können.

 

Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

•

beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

•

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft.

•

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Frankfurt am Main, den 6. Juli 2024

PricewaterhouseCoopers GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Anne Witt, Wirtschaftsprüferin

Axel Menge, Wirtschaftsprüfer

Der Jahresabschluss zum 31.12.2023 wurde am 07.08.2024 festgestellt.

Register documents

Bring original register extracts and company documents into your application as PDF or XML.

GET/v1/fetch-document
View the document API
  • Current extract (AD) PDF
  • Chronological extract (CD) PDF
  • Structured content (SI, XML) XML
  • Shareholders list PDF
  • Articles of association PDF

Explore more companies

Handelsregister API · MCP

Company data in your AI chat

Ask about directors, ownership and financial figures. Our MCP server connects your assistant to the Handelsregister API.

MCP documentation

Connect your assistant

  1. Open Connectors in Claude and add a custom connector.
  2. Enter this server URL and add the connector:
    https://mcp.handelsregister.ai/mcp
  3. Connect with your handelsregister.ai account, then enable the connector in your chat via “+” → “Connectors”.
  1. In ChatGPT on the web, open Settings → Apps and create a custom app. Developer mode must be enabled for your account.
  2. Use “handelsregister” as the name, OAuth for authentication and this server URL:
    https://mcp.handelsregister.ai/mcp
  3. Sign in with your handelsregister.ai account, create the app and select it from the tools menu in your chat.

Run once in your terminal:

Terminal
claude mcp add --transport http handelsregister https://mcp.handelsregister.ai/mcp \
  --header "X-API-Key: YOUR_API_KEY"

Replace YOUR_API_KEY with your handelsregister.ai API key.

Add this MCP server as a tool in your application:

Python
from openai import OpenAI

client = OpenAI()
response = client.responses.create(
    model="gpt-6-astra",
    input="Show me the directors, shareholders and latest available financial figures for Nexi Germany GmbH. Include fiscal years and sources.\n\nentity_id: 8a9c82103fb670247c45e06b4280d4fb",
    tools=[{
        "type": "mcp",
        "server_label": "handelsregister",
        "server_url": "https://mcp.handelsregister.ai/mcp",
        "headers": {"X-API-Key": "YOUR_API_KEY"},
        "require_approval": "never",
    }],
)
print(response.output_text)

Replace YOUR_API_KEY with your handelsregister.ai API key.

Add this configuration to your MCP client:

JSON
{
  "mcpServers": {
    "handelsregister": {
      "url": "https://mcp.handelsregister.ai/mcp",
      "headers": { "X-API-Key": "YOUR_API_KEY" }
    }
  }
}

Replace YOUR_API_KEY with your handelsregister.ai API key.

Ask about this company

Once connected, ask your assistant this question:

Show me the directors, shareholders and latest available financial figures for Nexi Germany GmbH. Include fiscal years and sources.

entity_id8a9c82103fb670247c45e06b4280d4fb