active Legal form GmbH

Studio 100 International GmbH

München ·HRB 250436 München ·studio100international.com

Overview

Legal form
GmbH
Address
Neumarkter Straße 18-20
81673 München
Commercial register
HRB 250436, München
Registration date
June 5, 2019
Industry
Fernsehveranstalter und Verbreitung von Videoinhalten
Hörfunkveranstalter und Verbreitung von Audioinhalten
Betrieb von Einrichtungen für kunstschaffende Tätigkeiten und darstellende Künste a. n. g.
Registered capital
50,000.00 EUR
Representation rules

Ist nur ein Geschäftsführer bestellt, so vertritt er die Gesellschaft allein. Sind mehrere Geschäftsführer bestellt, so wird die Gesellschaft durch zwei Geschäftsführer oder durch einen Geschäftsführer gemeinsam mit einem Prokuristen vertreten.

Purpose
Produktion, Erwerb, Vertrieb und Vermarktung von Kinder- und Jugendprogrammen (einschließlich Zeichentrickprogrammen), Veranstaltung und Vermarktung von Kinder- und Jugendfernsehkanälen sowie Erwerb, Produktion, Vertrieb und Vermarktung von Rechten an Kinofilmen, TV- und anderen audiovisuellen Werken (insbesondere im Kinder- und Jugendbereich, einschließlich Zeichentrickprogrammen) und Merchandising-Rechten aller Art, Herstellung und Auswertung von Musikproduktionen, Betrieb von Musikverlagen, sowie alle damit zusammenhängenden Dienstleistungen.

Financials

Revenue 2025
18,97 Mio. €
Employees 2025
55
Total assets 2025
58,86 Mio. €
Net income 2025
−4,90 Mio. €
Annual accounts · –
7 previous years · values unlocked with an API key Get API key →

Balance sheet

Annual accounts · –
2025
Assets 58,86 Mio
  • Net Loss Not Covered by Equity 52,4 % 30,82 Mio
  • Current Assets 33,2 % 19,57 Mio
  • Fixed Assets 14,2 % 8,38 Mio
  • Prepaid Expenses 0,2 % 90,7 k
Liabilities and Equity 58,86 Mio
  • Liabilities 84,2 % 49,59 Mio
  • Provisions 15,4 % 9,06 Mio
  • SONDERPOSTEN FÜR INVESTITIONSZUSCHÜSSE 0,4 % 214,5 k
  • Equity 0,0 % 0
Full balance sheet line items with an API key Get API key →

Balance sheet data available for 7 earlier fiscal years.

Profit & loss

Annual accounts · –
2025
Income 33,43 Mio
  • Revenue 56,7 % 18,97 Mio
  • Other operating income 34,3 % 11,46 Mio
  • Erträge aus Gewinnabführungsverträgen 7,2 % 2,39 Mio
  • Other capitalized own work 1,5 % 495,9 k
  • Other interest and similar income 0,3 % 109,9 k
Expenses 38,33 Mio
  • Depreciation 43,9 % −16,81 Mio
  • Material expenses 24,4 % −9,34 Mio
  • Personnel expenses 13,5 % −5,19 Mio
  • Other operating expenses 9,3 % −3,57 Mio
  • Aufwendungen aus Verlustübernahme 4,5 % −1,72 Mio
  • Interest and similar expenses 3,5 % −1,33 Mio
  • Income and profit taxes 0,9 % −354,6 k
  • Other taxes 0,0 % −12,0 k
  • Result after taxes −4,89 Mio
  • Annual net profit/loss −4,90 Mio
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P&L data available for 7 earlier fiscal years.

Authorized representatives

  • Hans Bourlon since 2019 Managing Director
  • Martin Krieger since 2019 Managing Director
  • Ellen Van Elsen since 2022 Procura
  • Holger Mautz since 2024 Procura
5 former representatives · viewable with an API key Get API key →

Ownership & holdings

Shareholders

Ultimate beneficial owners (UBOs)

The ultimate beneficial owners behind these holdings could not be conclusively identified.

Holds shares in

3 more holdings · viewable with an API key Get API key →

History

  1. 2024
  2. 19.06.
    Merger
    Studio 100 International GmbH
  3. 02.04.
    Exit of position
    C****** W****** · Procura
  4. 02.04.
    Correction of personal data
    Hans Bourlon · Managing Director
  5. 02.04.
    Member entry
    Holger Mautz · Procura
  6. 21.02.
    Change of bylaws
    Studio 100 International GmbH
  7. 21.02.
    Change of company name
    Studio 100 International GmbH
  8. 2022
  9. 14.10.
    Member entry
    C****** W****** · Procura
  10. 14.10.
    Exit of position
    D**** L**** · Procura
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Annual statements

Original published statements, ordered by fiscal year.

5 documents
Fiscal year Document Published Access
2025 Jahresabschluss Published Via the API
2024 Jahresabschluss Published Read full text
2023 Jahresabschluss Published Via the API
2022 Jahresabschluss Published Via the API
2021 Jahresabschluss Published Via the API
2024 Jahresabschluss Full text

Studio 100 International GmbH (vormals: Studio 100 Media GmbH)

München

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2024 bis zum 31.12.2024

B. GRUNDSÄTZLICHE FESTSTELLUNGEN

I. Stellungnahme zur Lagebeurteilung der gesetzlichen Vertreter

Der von den gesetzlichen Vertretern der Gesellschaft aufgestellte Lagebericht enthält nach unserer Einschätzung folgende Kernaussagen zum Geschäftsverlauf, zur Lage und zu den Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Unternehmens:

Insgesamt lag der Geschäftsverlauf der Gesellschaft im Berichtsjahr leicht über den Erwartungen. Die Aufhebung der Corona Sanktionen, die weltweite Öffnung der Kinos, die wieder stattfindenden nationalen und internationalen Verkaufsmessen wie MIPCOM, KIDSCREEN etc. und die hohe Nachfrage bei den bestehenden und neuen Streaming Plattformen führten zu einer deutlichen Stabilisierung des Geschäfts.

Die Gesamtleistung mit EUR 13,1 Mio. liegt unter dem Vorjahresniveau (Vorjahr: EUR 18,1 Mio.). Die Umsätze haben sich um 13 % von EUR 12,0 Mio. auf EUR 10,4 Mio. reduziert und damit lag der Umsatzrückgang leicht über den Erwartungen von bis zu 20 %. Dies lag hauptsächlich an einer Verschiebung eines Filmprojekts vom Jahr 2024 nach 2025. Die anderen Geschäftsbereiche Global Distribution sowie Licensing & Merchandising haben sich positiv entwickelt und sind gewachsen. Die sonstigen betrieblichen Erträge haben sich von EUR 5,7 Mio. auf EUR 2,6 Mio. im Wesentlichen aufgrund von weniger ertragswirksamen Filmfördereinnahmen reduziert.

Das EBITDA ohne Erträge und Aufwendungen aus Ergebnisabführungsverträgen lag mit EUR 2,8 Mio. unter dem Vorjahresniveau von EUR 6,6 Mio. und damit über den Erwartungen. Erwartet worden war eine EBITDA-Reduzierung zwischen 60 % - 70 %. Dies ist weitestgehend auf margenstärkeres Geschäft sowie Kosteneinsparungen zurückzuführen.

Die Jahre 2024 sowie 2025 sind Übergangsjahre für die Gesellschaft. Die Gesellschaft wird sich weiterhin konsequent zu einem Produktionsunternehmen für Content weiterentwickeln, damit mehr eigene Programme für die Distribution zur Verfügung stehen. Das zukünftige Distributionsvolumen wird durch zusätzliche Eigenentwicklungen, Koproduktionen und der Akquise von Drittprogrammen erhöht. Hierfür wurden Executive Producer national und international eingestellt. Aufgrund von Produktionsverschiebungen aus dem Jahr 2024 ins Jahr 2025 stehen im Jahr 2025 mehrere Neuproduktionen aus dem Konzernverbund sowie auch eine höhere Anzahl von Drittprogrammen zur Verfügung. Es wird ein deutlicher Umsatz und EBITDA Anstieg erwartet. Die erwartete Umsatz- und Ergebnissteigerung basiert im Wesentlichen auf drei Faktoren: Der Auslieferung mehrerer geplanter Eigen- und Koproduktionen, dem Hochlauf neu akquirierter Drittmarken im Licensing-Bereich sowie der Erweiterung des Vertriebsportfolios um neue Drittprogramme in den Segmenten Global Distribution und Movie.

Nach dem Ergebnis unserer Prüfung und den dabei gewonnenen Erkenntnissen ist die Beurteilung der Lage der Gesellschaft einschließlich der dargestellten Chancen und Risiken der künftigen Entwicklung plausibel und folgerichtig abgeleitet. Die Lagebeurteilung durch die Geschäftsführung ist dem Umfang nach angemessen und inhaltlich zutreffend.

II. Bestandsgefährdende Tatsachen

Nach § 321 Abs. 1 Satz 3 HGB haben wir als Abschlussprüfer über bei Durchführung der Prüfung festgestellte Tatsachen zu berichten, die den Bestand gefährden.

Die Bilanz der Gesellschaft weist zum 31. Dezember 2024 einen nicht durch Eigenkapital gedeckten Fehlbetrag von EUR 25.919.192,61 aus. Ein buchmäßiger Fehlbetrag alleine ist grundsätzlich nicht geeignet, eine Insolvenzantragspflicht aufgrund von Überschuldung der Gesellschaft i. S. d. Insolvenzordnung festzustellen. Es bedarf darüber hinaus einer negativen Fortbestehensprognose.

Wir haben die Geschäftsführung auf § 15a InsO, §§ 17 bis 19 InsO (Insolvenzantragspflicht), § 15b InsO, § 30 GmbHG sowie auf die Anfechtungsvorschriften, insbesondere nach § 135 InsO, §§ 6, 6a AnfG hingewiesen.

Die Geschäftsführung der Gesellschaft hat zum 31. Dezember 2024 unter Ansatz des Vermögens der Gesellschaft zu Liquidationswerten und unter Berücksichtigung einer Fortführungsprognose einen Status erstellt und hat uns versichert, dass die Fortführung des Unternehmens in den nächsten zwölf Monaten nach den Umständen überwiegend wahrscheinlich ist.

Wir verweisen auf Angabe "Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden" im Anhang sowie die Angaben in Abschnitt "Finanzwirtschaftliche Risiken" des Lageberichts, in denen die gesetzlichen Vertreter beschreiben, dass die Muttergesellschaft Studio N.V., Schelle, Belgien, einen Rangrücktritt ihrer Forderungen an die Gesellschaft erklärt hat, um eine Überschuldung zu vermeiden. Die Muttergesellschaft Studio N.V., Schelle, Belgien, hat sich danach verpflichtet, hinsichtlich des Teilbetrags von EUR 26,0 Mio. ihrer Forderungen von EUR 46,2 Mio. zum 31. Dezember 2024 gegen die Gesellschaft zugunsten aller anderen gegenwärtigen und zukünftigen Gläubiger, insbesondere hinter die in § 39 Abs. 1 Nr. 1 bis 5 InsO bezeichneten Forderungen, im Range zurückzutreten, solange die Überschuldung besteht. Zahlungen auf ihre Forderungen einschließlich Zinsen und Kosten sind (solange der Zustand der Überschuldung der Gesellschaft besteht) lediglich aus einem zukünftigen Vermögens- oder einem künftigen Liquidationserlös zu leisten. Die Muttergesellschaft Studio N.V., Schelle, Belgien, hat sich verpflichtet, ihre Forderungen gegenüber der Gesellschaft solange nicht geltend zu machen, solange die teilweise oder vollständige Befriedigung dieser Forderungen zu einer Überschuldung der Gesellschaft i. S. d. § 19 InsO führen würde.

Die Geschäftsführung geht von einer positiven Fortführungsprognose für die nächsten Jahre aus, gestützt auf die von der Muttergesellschaft Studio N.V., Schelle, Belgien, mit Laufzeit bis zum 31. Dezember 2026 abgegebene harte Patronatserklärung, in der sich die Muttergesellschaft verpflichtet, die Studio 100 International GmbH derart mit finanziellen Mitteln auszustatten, dass diese jederzeit in der Lage ist, ihren Verbindlichkeiten nachzukommen, sofern kein anderweitiger Zugriff auf Liquidität besteht. Die Aufrechterhaltung der Zahlungsfähigkeit und damit die Fortführung der Unternehmenstätigkeit hängt daher von der weiteren finanziellen Unterstützung der Muttergesellschaft ab. Wie in Angabe "Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden" und Abschnitt "Finanzwirtschaftliche Risiken" dargelegt, zeigen diese Ereignisse und Gegebenheiten, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen kann und die ein bestandsgefährdendes Risiko im Sinne des § 322 Abs. 2 Satz 3 HGB darstellt.

Unsere Prüfungsurteile sind bezüglich dieses Sachverhalts nicht modifiziert.

Im Rahmen unserer Prüfung wurden ansonsten keine entwicklungsbeeinträchtigenden oder bestandsgefährdenden Tatsachen i. S. d. § 321 Abs. 1 Satz 3 HGB festgestellt.

C. WIEDERGABE DES BESTÄTIGUNGSVERMERKS

Nach dem abschließenden Ergebnis unserer Prüfung haben wir dem als Anlagen 1 bis 3 beigefügten Jahresabschluss zum 31. Dezember 2024 und dem als Anlage 4 der Studio 100 International GmbH, München, den folgenden uneingeschränkten Bestätigungsvermerk erteilt:

"BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die Studio 100 International GmbH, München

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der Studio 100 International GmbH, München, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2024 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2024 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Studio 100 International GmbH, München, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2024 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

•

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2024 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2024 und

•

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 S. 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit

Wir verweisen auf Angabe "Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden" im Anhang sowie die Angaben in Abschnitt "Finanzwirtschaftliche Risiken" des Lageberichts, in denen die gesetzlichen Vertreter beschreiben, dass die Gesellschaft am Bilanzstichtag bilanziell überschuldet ist und die alleinige Gesellschafterin, die Studio 100 N.V., Schelle, Belgien, für bestehende Verbindlichkeiten in Höhe eines Betrages von EUR 26,0 Mio. eine Rangrücktrittserklärung abgegeben hat. Die Geschäftsführung geht von einer positiven Fortführungsprognose für die nächsten Jahre aus, gestützt auf die von der Studio 100 N.V. mit Laufzeit bis zum 31. Dezember 2026 abgegebene harte Patronatserklärung, in der sich die Muttergesellschaft verpflichtet, die Studio 100 International GmbH derart mit finanziellen Mitteln auszustatten, dass diese jederzeit in der Lage ist, ihren Verbindlichkeiten nachzukommen, sofern kein anderweitiger Zugriff auf Liquidität besteht. Die Aufrechterhaltung der Zahlungsfähigkeit und damit die Fortführung der Unternehmenstätigkeit hängt daher von der weiteren finanziellen Unterstützung der Muttergesellschaft ab. Wie in Angabe "Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden" und Abschnitt "Finanzwirtschaftliche Risiken" dargelegt, zeigen diese Ereignisse und Gegebenheiten, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen kann und die ein bestandsgefährdendes Risiko im Sinne des § 322 Abs. 2 Satz 3 HGB darstellt. Unsere Prüfungsurteile sind bezüglich dieses Sachverhalts nicht modifiziert.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

•

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass eine aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellung nicht aufgedeckt wird, ist höher als das Risiko, dass eine aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellung nicht aufgedeckt wird, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

•

erlangen wir ein Verständnis von den für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollen und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit der internen Kontrollen der Gesellschaft bzw. dieser Vorkehrungen und Maßnahmen abzugeben.

•

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

•

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

•

beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

•

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft.

•

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel in internen Kontrollen, die wir während unserer Prüfung feststellen."

D. GEGENSTAND, ART UND UMFANG DER PRÜFUNG

I. Gegenstand der Prüfung

Gegenstand unserer Prüfung waren die Buchführung für das Geschäftsjahr 2024, der Jahresabschluss zum 31. Dezember 2024 sowie der Lagebericht für das Geschäftsjahr 2024 der Gesellschaft.

Der Jahresabschluss wurde nach den deutschen Rechnungslegungsvorschriften aufgestellt.

Den Lagebericht haben wir daraufhin geprüft, ob er mit dem Jahresabschluss und den bei unserer Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht und ob er insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt; dabei haben wir auch geprüft, ob die Chancen und Risiken der künftigen Entwicklung zutreffend dargestellt sind. Die Prüfung hat sich auch darauf erstreckt, ob die gesetzlichen Vorschriften zur Aufstellung des Lageberichts beachtet worden sind.

Die Prüfung der Einhaltung anderer gesetzlicher Vorschriften gehört nur insoweit zu den Aufgaben der Abschlussprüfung, als sich aus diesen anderen Vorschriften üblicherweise Rückwirkungen auf den Jahresabschluss oder den Lagebericht ergeben.

Gegenstand unseres Auftrages sind damit weder die Aufdeckung und Aufklärung strafrechtlicher Tatbestände, wie z.B. Unterschlagungen oder sonstige Untreuehandlungen, noch außerhalb der Rechnungslegung begangene Ordnungswidrigkeiten.

Unsere Prüfung hat sich auch nicht darauf zu erstrecken, ob der Fortbestand des geprüften Unternehmens oder die Wirksamkeit und Wirtschaftlichkeit der Geschäftsführung zugesichert werden kann (§ 317 Abs. 4a HGB).

II. Art und Umfang der Prüfung

Unsere Prüfung erfolgte nach den §§ 316 ff. HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Durchführung von Abschlussprüfungen.

Die Grundzüge unseres prüferischen Vorgehens haben wir bereits im Abschnitt Wiedergabe des Bestätigungsvermerks (vgl. Abschnitt C.) dargestellt. Zusätzlich geben wir folgende Erläuterungen zu unserem Prüfungsansatz und unserer Prüfungsdurchführung:

Auf der Grundlage eines risiko- und systemorientierten Prüfungsansatzes haben wir zunächst eine Prüfungsstrategie erarbeitet. Diese basiert auf Kenntnissen über die Geschäftstätigkeit, der Einschätzung des wirtschaftlichen und rechtlichen Umfeldes des Unternehmens, Auskünften der Geschäftsführung über die wesentlichen Ziele, Strategien und Geschäftsrisiken, analytischen Prüfungshandlungen zur Einschätzung von rechnungslegungsrelevanten Risiken der Gesellschaft sowie einer grundsätzlichen Beurteilung des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems. Nach Maßgabe der festgestellten Risiken werden kritische Prüfungsfelder identifiziert und entsprechende Prüfungsschwerpunkte festgelegt. Im Rahmen der Prüfung werden die Nachweise für die Angaben in Buchführung, Jahresabschluss und Lagebericht überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt.

Wir gewinnen ein Verständnis von dem für die Abschlussprüfung relevanten internen Kontrollsystem, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, die Wirksamkeit des internen Kontrollsystems der Gesellschaft zu beurteilen.

Die im Rahmen unserer Prüfungsstrategie von uns identifizierten kritischen Prüfungsfelder führten zu folgenden Prüfungsschwerpunkten:

•

Umsatzrealisierung

•

Vollständigkeit und Bewertung der Rückstellungen

Weiterhin haben wir u.a. folgende Nachweise und Bestätigungen - teilweise in Stichproben - als Grundlage unserer Urteilsbildung herangezogen. Die Bestimmung dieser Stichproben erfolgte in Abhängigkeit unserer Erkenntnisse über das rechnungslegungsbezogene interne Kontrollsystem sowie von Art und Umfang der jeweils zu beurteilenden Geschäftsvorfälle im Weg einer bewussten Auswahl der zu prüfenden Stichprobenelemente.

An der körperlichen Bestandsaufnahme des Vorratsvermögens haben wir nicht teilgenommen. Durch geeignete Stichproben haben wir uns jedoch von der Ordnungsmäßigkeit der körperlichen Bestandsaufnahme und der Bewertung überzeugt.

Für Kunden und Lieferanten, denen gegenüber zum Abschlussstichtag Forderungen bzw. Verbindlichkeiten bestanden, wurden auf der Grundlage von Stichproben nach der bewussten Auswahl Saldenbestätigungen angefordert.

Weiterhin wurden von sämtlichen Kreditinstituten, mit denen die Gesellschaft im Geschäftsjahr 2024 in Geschäftsverbindung stand, Bankbestätigungen eingeholt.

Für die Einschätzung der Risiken aus Rechtsstreitigkeiten wurden Rechtsanwaltsbestätigungen angefordert.

Den Forderungen gegen verbundene Unternehmen und den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen lagen von Seiten der Gesellschaft (lückenlos) erstellte interne Saldenabstimmungen zu Grunde.

Für die Einschätzung der steuerlichen Risiken wurden Steuerberaterbestätigungen angefordert.

Ausgangspunkt unserer Prüfung war der Jahresabschluss zum 31. Dezember 2023 unter Einbeziehung des Lageberichts für das Geschäftsjahr 2023, den wir ebenfalls geprüft und dazu einen uneingeschränkten Bestätigungsvermerk erteilt haben; wir verweisen auf unseren Bericht vom 17. Mai 2024.

Abschließend haben wir eine Gesamtbeurteilung der Prüfungsergebnisse sowie des Jahresabschlusses und Lageberichts vorgenommen. Aufgrund dieser Gesamtbeurteilung bildeten wir unsere Prüfungsurteile.

Wir haben unsere Prüfung mit Unterbrechungen in den Monaten März bis Mai 2025 in den Geschäftsräumen der Gesellschaft sowie abschließend in unseren Geschäftsräumen durchgeführt. Die Prüfung wurde am 9. Mai 2025 abgeschlossen.

Alle von uns erbetenen Aufklärungen und Nachweise sind erbracht worden. Die gesetzlichen Vertreter haben uns die Vollständigkeit dieser Aufklärungen und Nachweise sowie der Buchführung, des Jahresabschlusses und des Lageberichts schriftlich bestätigt.

Nach der als Anlage zur Vollständigkeitserklärung abgegebenen Erklärung sind die nicht gebuchten Prüfungsdifferenzen einzeln als auch insgesamt unwesentlich.

E. FESTSTELLUNGEN UND ERLÄUTERUNGEN ZUR RECHNUNGSLEGUNG

I. Ordnungsmäßigkeit der Rechnungslegung

1. Buchführung und weitere geprüfte Unterlagen

Die Bücher der Gesellschaft sind ordnungsgemäß geführt. Die Buchführung und die weiteren geprüften Unterlagen entsprechen nach unseren Feststellungen in allen wesentlichen Belangen den gesetzlichen Vorschriften einschließlich der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung.

Im Rahmen unserer Prüfung haben sich keine Anhaltspunkte dafür ergeben, dass die von der Gesellschaft getroffenen organisatorischen und technischen Maßnahmen nicht geeignet sind, die Sicherheit der verarbeiteten rechnungslegungsrelevanten Daten und IT-Systeme zu gewährleisten.

2. Jahresabschluss

Unsere Prüfung ergab, dass in dem uns zur Prüfung vorgelegten Jahresabschluss zum 31. Dezember 2024 in allen wesentlichen Belangen alle für die Rechnungslegung der Gesellschaft geltenden gesetzlichen Vorschriften einschließlich der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung beachtet sind.

Die Bilanz und die Gewinn- und Verlustrechnung wurden nach den Gliederungs- und Bewertungsvorschriften des HGB und des GmbHG aufgestellt und ordnungsgemäß aus den Büchern der Gesellschaft und den weiteren geprüften Unterlagen entwickelt.

Nach unseren Feststellungen wurden die Ansatz-, Ausweis- und Bewertungsvorschriften in allen wesentlichen Belangen beachtet.

Der Anhang entspricht den gesetzlichen Vorschriften. Die Angaben im Anhang sind in allen wesentlichen Belangen vollständig und zutreffend.

Die Gesellschaft macht hinsichtlich der Angaben zu den Bezügen der Geschäftsführung von der Schutzklausel gemäß § 286 Abs. 4 HGB nach unserer pflichtgemäßen Beurteilung zu Recht Gebrauch.

3. Lagebericht

Der Lagebericht entspricht in allen wesentlichen Belangen den deutschen gesetzlichen Vorschriften.

II. Gesamtaussage des Jahresabschlusses

1. Feststellungen zur Gesamtaussage des Jahresabschlusses

Nach unserer Beurteilung vermittelt der Jahresabschluss unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft

2. Wesentliche Bewertungsgrundlagen

Die von der Gesellschaft angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze sind im Anhang erläutert.

Die Ausübung von Bilanzierungs-, Bewertungs- und Ausweiswahlrechten erfolgte unverändert zum Vorjahresabschluss.

F. SCHLUSSBEMERKUNG

Diesen Prüfungsbericht erstatten wir in Übereinstimmung mit den gesetzlichen Vorschriften und unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Berichterstattung bei Abschlussprüfungen (IDW PS 450 n.F. (10.2021)).

Der von uns mit Datum vom 9. Mai 2025 erteilte uneingeschränkte Bestätigungsvermerk ist in Abschnitt C. "Wiedergabe des Bestätigungsvermerks" wiedergegeben.

 

München, 9. Mai 2025

DR. KLEEBERG & PARTNER GMBH
WIRTSCHAFTSPRÜFUNGSGESELLSCHAFT
STEUERBERATUNGSGESELLSCHAFT

Wittmann, Wirtschaftsprüfer

Neu, Wirtschaftsprüfer

Bei Veröffentlichung oder Weitergabe des Jahresabschlusses und/oder des Lageberichtes in einer von der bestätigten Fassung abweichenden Form (einschließlich der Übersetzung in andere Sprachen) bedarf es zuvor unserer erneuten Stellungnahme, sofern hierbei unser Bestätigungsvermerk zitiert oder auf unsere Prüfung hingewiesen wird; wir weisen insbesondere auf § 328 HGB hin.

BILANZ ZUM 31. DEZEMBER 2024

AKTIVA

31.12.2024 31.12.2023
EUR EUR
A. ANLAGEVERMÖGEN
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 10.280.993,02 6.161.557,39
2. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 3.849.918,97 4.121.013,60
14.130.911,99 10.282.570,99
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 83.289,24 100.521,49
2. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 139.659,82 195.245,88
222.949,06 295.767,37
III. Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen 83.501,00 110.501,00
14.437.362,05 10.688.839,36
B. UMLAUFVERMÖGEN
I. Vorräte
Waren 77.453,91 115.240,82
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 5.220.270,99 4.615.576,36
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 6.010.219,50 6.987.979,30
3. Sonstige Vermögensgegenstände 2.027.514,48 2.691.417,09
13.258.004,97 14.294.972,75
III. Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten 2.411.314,11 1.091.196,99
15.746.772,99 15.501.410,56
C. RECHNUNGSABGRENZUNGSPOSTEN 65.333,86 114.610,21
D. NICHT DURCH EIGENKAPITAL GEDECKTER FEHLBETRAG 25.919.192,61 27.440.023,47
56.168.661,51 53.744.883,60

PASSIVA

31.12.2024 31.12.2023
EUR EUR
A. EIGENKAPITAL
I. Gezeichnetes Kapital 50.000,00 50.000,00
II. Kapitalrücklage 16.085.162,57 16.085.162,57
III. Verlustvortrag -43.575.186,04 -39.716.357,16
IV. Jahresüberschuss/-fehlbetrag 1.520.830,86 -3.858.828,88
V. Nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag 25.919.192,61 27.440.023,47
0,00 0,00
B. SONDERPOSTEN FÜR INVESTITIONSZUSCHÜSSE 1.593.002,37 860.003,00
C. RÜCKSTELLUNGEN
Sonstige Rückstellungen 3.762.815,10 5.441.535,15
D. VERBINDLICHKEITEN
1. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 275.969,59 1.214.495,71
2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 475.930,14 960.815,46
3. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 47.571.690,19 43.385.429,46
4. Sonstige Verbindlichkeiten 2.489.254,12 1.882.604,82
- davon aus Steuern: EUR 114.068,22 (Vorjahr: EUR 134.715,22)
- davon im Rahmen der sozialen Sicherheit: EUR 9.093,97 (Vorjahr: EUR 9.820,95)
50.812.844,04 47.443.345,45
56.168.661,51 53.744.883,60

GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR VOM 1.1. BIS ZUM 31.12.2024

1.1. - 31.12.2024 1.1. - 31.12.2023
EUR EUR
1. Umsatzerlöse 10.420.969,22 12.003.800,48
2. Andere aktivierte Eigenleistungen 66.622,87 408.803,87
3. Sonstige betriebliche Erträge 2.627.986,53 5.719.408,63
- davon aus Währungsumrechnung: EUR 70.348,03 (Vorjahr: EUR 64.535,34)
4. Materialaufwand
a) Aufwendungen für Lizenzen, Provisionen und Material -897.383,42 -851.676,60
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen -536.705,41 -936.037,90
-1.434.088,83 -1.787.714,50
5. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter -4.322.324,39 -4.267.662,54
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung -687.962,14 -660.878,88
- davon für Altersversorgung: EUR -5.033,67 (Vorjahr: EUR-6.351,42)
-5.010.286,53 -4.928.541,42
6. Abschreibungen -1.975.200,55 -8.330.822,11
7. Sonstige betriebliche Aufwendungen -3.839.277,84 -4.846.067,02
- davon aus Währungsumrechnung: EUR -47.050,97 (Vorjahr: EUR -103.065,70)
8. Erträge aus Gewinnabführungsverträgen 301.226,70 0,00
9. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 600.422,61 102.796,30
- davon aus verbundenen Unterrnehmen: EUR 148.334,36 (Vorjahr: EUR 102.785,30)
- davon aus Abzinsung: EUR 2.248,25 (Vorjahr: EUR 0,00)
10. Aufwendungen aus Verlustübernahme -554.392,94 -1.106.414,72
11. Zinsen und ähnliche Aufwendungen -1.204.607,77 -1.052.826,30
- davon an verbundene Unternehmen: EUR -1.204.607,77 (Vorjahr: EUR -989.510,42)
- davon aus Aufzinsung: EUR 0,00 (Vorjahr: EUR -18.561,86)
12. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 1.521.512,50 -40.338,09
13. Ergebnis nach Steuern 1.520.885,97 -3.857.914,88
14. Sonstige Steuern -55,11 -914,00
15. Jahresüberschuss/-fehlbetrag 1.520.830,86 -3.858.828,88

ANHANG FÜR DEN ZEITRAUM VOM 01. JANUAR BIS 31. DEZEMBER 2024

Allgemeine Erläuterungen

Mit Eintragung ins Handelsregister vom 21. Februar 2024 firmiert die Gesellschaft als Studio 100 International GmbH (vorher: Studio 100 Media GmbH) mit Sitz in München und ist im Handelsregister des Amtsgerichts München unter Nummer HRB 250436 eingetragen.

Der Jahresabschluss der Studio 100 International GmbH, München, wird gemäß der Vorschriften einer mittelgroßen Kapitalgesellschaft aufgestellt. Es gelten die Vorschriften des Handelsgesetzbuches gemäß §§242ff. und §§264ff. HGB sowie den einschlägigen Vorschriften des GmbH-Gesetzes.

Der Abschluss ist in Euro aufgestellt.

Für die Gewinn- und Verlustrechnung wurde das Gesamtkostenverfahren gemäß §275 Abs. 2 HGB gewählt.

Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Der Jahresabschluss wurde unter der Annahme der Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufgestellt. Die Fortführung der Unternehmenstätigkeit hängt maßgeblich von der finanziellen Unterstützung der Muttergesellschaft Studio 100 N.V. (kurz S100 NV) ab. Mit Wirkung zum 31. Dezember 2022 hat die S100 NV einen Rangrücktritt von EUR 26,0 Mio. in Bezug auf das Intercompany Darlehen in Höhe von EUR 46,2 Mio. erklärt. Zudem hat die S100 NV eine harte Patronatserklärung mit Laufzeit bis zum 31. Dezember 2026 abgegeben. Die Geschäftsführung geht weiterhin von einer positiven Fortführungsprognose aus. Dabei waren unverändert die nachfolgenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden maßgebend.

Selbst geschaffene Filmrechte und Kinoproduktionen sind zu Herstellungskosten bewertet. Die Herstellungskosten enthalten neben den direkt zurechenbaren Material- und Lohnkosten angemessene Teile der betrieblichen Gemeinkosten. Allgemeine Verwaltungskosten, Aufwendungen für soziale Einrichtungen des Betriebs, für freiwillige soziale Leistungen und für betriebliche Altersvorsorge sowie Vertriebskosten werden nicht aktiviert. Die Abschreibung erfolgt entsprechend der voraussichtlichen Nutzungsdauer degressiv in Abhängigkeit vom Verhältnis zwischen den periodischen und den insgesamt erwarteten Umsatzerlösen.

Der Restbuchwert der selbst geschaffenen immateriellen Vermögensgegenstände (TEUR 10.281; Vj. TEUR 6.162) gilt als ausschüttungsgesperrt nach §268 Abs. 8 HGB.

Erworbene immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens sind zu Anschaffungskosten bilanziert und werden, sofern sie der Abnutzung unterliegen, entsprechend ihrer Nutzungsdauer um planmäßige lineare Abschreibungen (2 bis 20 Jahre) vermindert.

Das Sachanlagevermögen ist zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten angesetzt und wird, soweit abnutzbar, um planmäßige Abschreibungen vermindert. Die Abschreibungen auf das Sachanlagevermögen erfolgen pro rata temporis linear über eine Nutzungsdauer von 3 bis 13 Jahren. Zinsen für Fremdkapital werden bei den Herstellungskosten nicht angesetzt.

Geringwertige Wirtschaftsgüter mit einem Anschaffungswert von netto bis zu EUR 800,00 werden im Jahr des Zugangs voll abgeschrieben bzw. als Aufwand erfasst, ihr sofortiger Abgang wird unterstellt.

Die Waren werden zu Anschaffungs- und Herstellungskosten bzw. zu den niedrigeren Tageswerten angesetzt. Für bestimmte Vorräte (gleichartige Handelsware) werden die Werte mithilfe zulässiger Bewertungsvereinfachungsverfahren unter Beachtung des Niederstwertprinzips ermittelt.

Alle erkennbaren Risiken im Vorratsvermögen, die sich aus überdurchschnittlicher Lagerdauer, geminderter Verwertbarkeit und niedrigeren Wiederbeschaffungskosten ergeben, sind durch angemessene Abwertungen berücksichtigt.

Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände werden zum Nennbetrag angesetzt. Allen risikobehafteten Posten ist durch die Bildung angemessener Einzelwertberichtigungen Rechnung getragen. Unverzinsliche Forderungen mit einer Laufzeit von mehr als einem Jahr sind abgezinst.

Kassenbestände und Guthaben bei Kreditinstituten werden zum Nominalwert oder - im Falle von Fremdwährungen - mit dem Devisenkassamittelkurs zum Abschlussstichtag umgerechnet bilanziert.

Rechnungsabgrenzungsposten werden für Ausgaben oder Einnahmen vor dem Abschlussstichtag ausgewiesen, soweit diese Aufwand oder Ertrag für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen.

Erhaltene Investitionszuschüsse werden auf der Passivseite als Sonderposten für Investitionszuschüsse ausgewiesen und über die entsprechende Nutzungsdauer der Vermögensgegenstände ertragswirksam vereinnahmt.

Die Rückstellungen berücksichtigen ungewisse Verbindlichkeiten und drohende Verluste aus schwebenden Geschäften. Die Bewertung der Rückstellungen erfolgt nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung in Höhe des voraussichtlichen Erfüllungsbetrags, wobei ggf. künftige Preis- und Kostensteigerungen berücksichtigt werden.

Verbindlichkeiten sind zum Erfüllungsbetrag angesetzt.

Auf fremde Währung lautende Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten wurden grundsätzlich mit dem Devisenkassamittelkurs zum Abschlussstichtag umgerechnet. Bei einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr wurde dabei das Realisationsprinzip (§252 Abs. 1 Nr. 4 Halbsatz 2 HGB) und das Anschaffungskostenprinzip (§253 Abs. 1 Satz 1 HGB) beachtet.

Für die Ermittlung latenter Steuern aufgrund von temporären oder quasi-permanenten Differenzen zwischen den handelsrechtlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten und ihren steuerlichen Wertansätzen oder aufgrund steuerlicher Verlustvorträge werden die Beträge der sich ergebenden Steuerbe- und -entlastung mit den unternehmensindividuellen Steuersätzen (rd. 33 %) im Zeitpunkt des Abbaus der Differenzen bewertet und nicht abgezinst. Die Aktivierung latenter Steuern unterbleibt in Ausübung des dafür bestehenden Ansatzwahlrechts (§274 Abs. 1 HGB). Wesentliche Differenzen bestehen beim Anlagevermögen bei den selbstgeschaffenen immateriellen Vermögensgegenständen.

Zeitpunkt der Umsatzrealisierung

Vertriebs- und Vermarktungsprovisionen für Film- und Merchandisingrechte werden bei Abschluss der Verträge erfasst, da die Gesellschaft ihre Leistung erfüllt hat.

Darüber hinaus erfolgt die Umsatzrealisierung erst dann, wenn die folgenden Bedingungen erfüllt sind:

―

es liegt ein vor dem Bilanzstichtag gültiger Vertrag vor,

―

die Filme und Serien bzw. Programme sind fertiggestellt und ausgeliefert oder stehen zur Auslieferung bereit,

―

es kann davon ausgegangen werden, dass nichts gegen die Begleichung der Forderungen spricht,

―

der Gesamtbetrag der Lizenzgebühren steht fest, er ist mit dem Lizenznehmer vereinbart und auch bei Nicht-Ausstrahlung der Serien bzw. Programme seitens des Lizenznehmers zu zahlen und

―

die Lizenzzeit hat begonnen oder die Gesellschaft hat ihre Leistung bereits erfüllt.

Erläuterungen zur Bilanz

Anlagevermögen

Außerplanmäßige Abschreibungen werden vorgenommen, wenn infolge veränderter Umstände eine voraussichtlich dauernde Wertminderung gegeben ist. Bei Wegfall der Gründe, für in Vorjahren vorgenommene außerplanmäßigen Abschreibungen, werden entsprechende Zuschreibungen vorgenommen. Im Geschäftsjahr wurden folgende außerplanmäßige Abschreibungen auf in Arbeit befindliche Projekte (2024: 1 Projekt, 2023: 3 Projekte) vorgenommen, die nicht mehr weiterentwickelt werden:

Zusammensetzung:

31.12.2024 31.12.2023
TEUR TEUR
außerplanmäßige Abschreibungen 16 33

Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens ist unter Angabe der Abschreibungen des Geschäftsjahres im Anlagenspiegel (siehe Anlage) dargestellt.

Angaben zum mittel- und unmittelbaren Anteilsbesitz

Name und Sitz der Gesellschaft Anteil am Kapital Eigenkapital 2024 Ergebnis 2024
in % in TEUR in TEUR1
Unmittelbar gehaltene Anteile:
m4e GmbH, München 100 -8.602 -1.380
Studio 100 Verwaltungs GmbH, München 100 -8.617 -92
Studio 100 Film GmbH, München 100 253 0
Studio Isar Animation GmbH, München 100 25 0
Studio 100 Holding GmbH, München 100 -14 -2

1 Ergebnis nach Ergebnisabführung

Zum 19.06.2024 wurde das Tochterunternehmen Studio 100 Entertainment GmbH rückwirkend zum 01.01.2024 im Rahmen eines Upstream Mergers zu Buchwerten auf die Gesellschaft verschmolzen. Dabei wurden Aktivwerte in Höhe von EUR 20.163,22 und Passivwerte in Höhe von EUR 6.723,68 übernommen. Es ergab sich ein Verschmelzungsverlust in Höhe von EUR 13.560,46. Es ergaben sich somit keine wesentlichen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft.

Zwischen der Gesellschaft und dem verbundenen Unternehmen Studio 100 Film GmbH besteht seit 2016 ein Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag sowie ergänzend auch seit dem 16. September 2018 mit der Studio Isar Animation GmbH.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Von den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen haben TEUR 757 (Vj. TEUR 1.286) eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr.

Zusammensetzung:

31.12.2024 31.12.2023
TEUR TEUR
Bruttoforderung 5.318 4.928
Abzinsung langfristiger Forderungen -11 -13
Wertberichtigungen -87 -299
Nettoforderung 5.220 4.616

Unverzinsliche Forderungen mit einer Endfälligkeit größer einem Jahr sind mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Geschäftsjahre abgezinst, wie er von der Deutschen Bundesbank veröffentlicht wird.

Einzelwertberichtigungen in Höhe von TEUR 87 (Vj. TEUR 299) wurden separat auf diejenigen Forderungen vorgenommen, soweit die Fälligkeit der Forderungen nach Einzelfallprüfung um mindestens 180 Tage überschritten wurde oder individuelle Gründe hierfür vorlagen.

Die Bildung der Einzelwertberichtigungen erfolgt nach folgender Staffel:

Überfälligkeit: Wertberichtigung:
> 180 Tage 25 %
> 270 Tage 50 %
> 360 Tage 100 %

Weitere Wertberichtigungen durch Bildung einer Pauschalwertberichtigung wurden nicht vorgenommen.

Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen setzen sich wie folgt zusammen:

Zusammensetzung:

31.12.2024 31.12.2023
TEUR TEUR
Bruttoforderung 6.654 7.551
Abzinsung langfristiger Forderungen 0 0
Wertberichtigungen -644 -563
Nettoforderung 6.010 6.988

Die ausgewiesenen Forderungen haben eine Fälligkeit von weniger als einem Jahr; TEUR 2.922 (Vj. TEUR 5.528) betreffen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen.

Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen enthalten Forderungen gegen Gesellschafter in Höhe von TEUR 0 (Vj. TEUR 126).

Einzelwertberichtigungen in Höhe von TEUR 644 (Vj. TEUR 563) wurden separat auf diejenigen Forderungen vorgenommen, soweit die Fälligkeit der Forderungen nach Einzelfallprüfung um mindestens 180 Tage überschritten wurde oder individuelle Gründe hierfür vorlagen.

Weitere Wertberichtigungen durch Bildung einer Pauschalwertberichtigung wurden nicht vorgenommen.

Die sonstigen Vermögensgegenstände setzen sich wie folgt zusammen:

Zusammensetzung:

31.12.2024 31.12.2023
TEUR TEUR
Garantiezahlungen 482 620
noch nicht eingegangene Filmförderungen 688 1.429
Kautionen, Restlaufzeit größer ein Jahr 121 121
Wertzeitkonten 1 1
Umsatzsteuer 204 515
übrige Forderungen 532 5
Gesamt 2.028 2.691

Bei den Garantiezahlungen handelt es sich um bezahlte Minimumgarantien für Vertriebs- und Vermarktungsrechte. Bei den übrigen Forderungen ist ein kurzfristiges Darlehen in Höhe von TEUR 500 enthalten.

Die Wertzeitkonten sind saldiert. Der Aktivwert beträgt in diesem Jahr TEUR 35 (Vj. TEUR 27) und der Passivwert beträgt TEUR 34 (Vj. TEUR 26).

Sonderposten für Investitionszuschüsse

Die erhaltenen Zuschüsse werden entsprechend der Nutzungsdauer und Abschreibungsmethode der ihnen zugehörigen Vermögensgegenstände erfolgswirksam vereinnahmt. Es wurden Erträge in Höhe von TEUR 40 (Vj. TEUR 1.856) ausgewiesen.

Die sonstigen Rückstellungen setzen sich wie folgt zusammen:

Zusammensetzung:

31.12.2024 31.12.2023
TEUR TEUR
Lizenzgebühren/Lizenzgeberansprüche 1.367 1.430
ausstehende Rechnungen Dritte 422 329
Lizenzgeberansprüche verb. Unternehmen 1.165 983
ausstehende Rechnungen verb. Unternehmen 129 1.644
Personalrückstellungen 347 330
Abschluss- und Prüfungskosten 181 268
sonstige Rückstellungen 152 459
Gesamt 3.763 5.442

Die Lizenzgeberansprüche gegen verbundene Unternehmen enthalten Ansprüche vom Gesellschafter in Höhe von TEUR 127 (Vj. TEUR 111).

Die ausstehenden Rechnungen gegen verbundene Unternehmen enthalten Rechnungen vom Gesellschafter in Höhe von TEUR 1 (Vj. TEUR 0).

Verbindlichkeiten

in TEUR 31.12.2024
Restlaufzeit gesamt
Art der Verbindlichkeit bis 1 Jahr 1 bis 5 Jahre über 5 Jahre
Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 276 0 0 276
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 476 0 0 476
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 29.870 17.702 0 47.572
Sonstige Verbindlichkeiten 2.489 0 0 2.489
davon aus Steuern 114 0 0 114
davon im Rahmen der sozialen 9 0 0 9
in TEUR 31.12.2023
Restlaufzeit gesamt
Art der Verbindlichkeit bis 1 Jahr 1 bis 5 Jahre über 5 Jahre
Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 1.214 0 0 1.214
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 961 0 0 961
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 25.683 17.702 0 43.385
Sonstige Verbindlichkeiten 1.883 0 0 1.883
davon aus Steuern 135 0 0 135
davon im Rahmen der sozialen 10 0 0 10

Von den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen betreffen TEUR 46.170 (Vj. TEUR 39.852) die alleinige Gesellschafterin Studio 100 N.V., Schelle. Davon entfallen TEUR 17.702 (Vj. TEUR 17.702) auf eine Darlehensverpflichtung und TEUR 28.468 (Vj. TEUR 22.150) auf das konzerninterne Cashpooling. Von den verbleibenden Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen ergibt sich ein Betrag in Höhe von TEUR 847 (Vj. TEUR 2.427) aus Lieferungen und Leistungen. Aus Ergebnisabführungsvereinbarungen mit Tochtergesellschaften werden TEUR 554 (Vj. TEUR 1.106) ausgewiesen.

Der Darlehensvertrag mit der Muttergesellschaft Studio 100 NV, Belgien hat eine Endfälligkeit bis zum Jahr 2026.

Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

Umsatzerlöse

Zusammensetzung:

31.12.2024 31.12.2023
TEUR TEUR
TV-Sales 3.539 4.848
Merchandising & Licensing incl. HE 4.401 1.667
Filmerlöse 174 3.537
Musikrechte 875 469
Sonstiges 1.432 1.483
Gesamt 10.421 12.004

Die Gesellschaft erzielt ihren Umsatz aus der Vermittlung bzw. Vermarktung von Drittrechten und erhält hierfür eine Provision zwischen 20 und 50 Prozent des abgeschlossenen Lizenzvolumens. Weiterhin hält die Gesellschaft Eigenrechte, welche sie zur langfristigen Nutzung erworben hat und zur Umsatzerzielung unterlizenziert.

Von den Umsätzen entfallen geographisch TEUR 8.783 (Vj. TEUR 8.426) auf den deutschsprachigen Raum, TEUR 1.136 (Vj. TEUR 1.199) auf das restliche Europa und TEUR 502 (Vj. TEUR 2.379) auf die restliche Welt.

Die sonstigen betrieblichen Erträge setzen sich wie folgt zusammen:

Zusammensetzung:

31.12.2024 31.12.2023
TEUR TEUR
Überbrückungshilfe III 0 441
Ausbuchung Darlehen Filmförderanstalt 1.559 3.780
Auflösung von Rückstellungen 243 459
Auflösung von Einzelwertberichtigungen 246 41
Erträge aus Kursdifferenzen 70 65
Weiterbelastungen 182 667
periodenfremde Erträge 42 227
Schadenersatz 250 0
Sonstige Erträge 36 39
Gesamt 2.628 5.719

Die periodenfremden Erträge bestehen im Wesentlichen aus verjährten Lizenzgeberverpflichtungen.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen setzen sich wie folgt zusammen:

Zusammensetzung:

31.12.2024 31.12.2023
TEUR TEUR
Beratungs- und Consultingkosten 466 428
Marketingkosten 941 1.120
Reisekosten 160 168
Managementkosten 235 309
Mietkosten incl. Nebenkosten 567 407
Verluste aus Kursdifferenzen 47 103
Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungskosten 215 278
Rechts- und Gerichtskosten 5 10
Wartungskosten für Hard- und Software 198 297
Lizenzgebühren für Hard- und Software 155 0
externe Dienstleistungen / Zeitarbeit 286 187
Forderungsverluste 26 0
Einstellung EWB 116 147
Versicherungen und Abgaben 93 81
Kfz-Kosten 43 72
periodenfremde Aufwendungen 42 70
Sonstige Aufwendungen 244 1.169
Gesamt 3.839 4.846

Sonstige Angaben

Haftungsverhältnisse und sonstige finanzielle Verpflichtungen

Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Am 31. Dezember 2024 bestanden folgende finanzielle Verpflichtungen aus langfristigen Miet- und Leasingverträgen:

Zusammensetzung:

31.12.2024 31.12.2023
TEUR TEUR
Fällig innerhalb eines Jahres 416 404
Fällig zwischen einem und fünf Jahren 1.272 720
Fällig über mehr als fünf Jahre 0 0
Gesamt 1.688 1.124

Bei der Ermittlung der sonstigen finanziellen Verpflichtungen wurden keine Abzinsungen vorgenommen. Den sonstigen finanziellen Verpflichtungen liegen vertragliche Vereinbarungen zugrunde, von einer Inanspruchnahme ist daher auszugehen.

Haftungsverhältnisse

Im Jahr 2020 wurde eine Bankbürgschaft gegenüber dem Geschäftspartner Leonine Distribution GmbH in Höhe von TEUR 50 als Sicherheit von Zahlungsverpflichtungen aus dem Retourenrisiko hinterlegt. Die Wahrscheinlichkeit der Inanspruchnahme dieser Bankbürgschaft wird als gering eingeschätzt.

Anzahl der Mitarbeiter

Die Gesellschaft beschäftigte im abgelaufenen Berichtszeitraum durchschnittlich 54 (Vj. 56) Mitarbeiter. Es handelt sich bei den Mitarbeitern ausnahmslos um Angestellte.

Ergebnisverwendung

Die Geschäftsführung schlägt vor, den Jahresüberschuss in Höhe von TEUR 1.521 auf neue Rechnung vorzutragen.

Geschäftsführer:

Hans Bourlon CEO der Studio 100 Gruppe, Antwerpen, Belgien Geschäftsführer seit 30. Juli 2019
Martin Krieger Kaufmann, München, Deutschland Geschäftsführer seit 20. August 2019

Für die Bezüge der Geschäftsführung nimmt die Gesellschaft die Befreiungsmöglichkeit nach §286 Abs. 4 HGB wahr.

Konsolidierungskreis

Die Gesellschaft wird in den Konzernabschluss der Studio 100 N.V., Schelle, einbezogen, welcher im „Belgisch Staatsblad“ veröffentlicht wird. Die Studio 100 N.V., Schelle erstellt den Konzernabschluss für den größten und den kleinsten Kreis der Unternehmen.

Nachtragsbericht

Es haben sich nach Schluss des Geschäftsjahres 2024 ansonsten keine weiteren Vorgänge ereignet, die für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft von besonderer Bedeutung sind und zu einer veränderten Beurteilung des Unternehmens führen könnten.

 

München, den 09. Mai 2025

Studio 100 International GmbH, München

Martin Krieger, Geschäftsführer

Hans Bourlon, Geschäftsführer

ENTWICKLUNG DES ANLAGEVERMÖGENS IM GESCHÄFTSJAHR 2024

ANSCHAFFUNGS- UND HERSTELLUNGSKOSTEN
1. Jan. 2024 Zugänge Abgänge Umbuchungen 31. Dez. 2024
EUR EUR EUR EUR EUR
I. IMMATERIELLE VERMÖGENSGEGENSTÄNDE
1. Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 49.090.461,57 4.618.228,93 16.161,09 -21.989,75 53.670.539,66
2. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 36.207.789,87 1.117.535,67 58.000,00 21.989,75 37.289.315,29
85.298.251,44 5.735.764,60 74.161,09 0,00 90.959.854,95
II. SACHANLAGEN
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 278.566,43 0,00 0,00 0,00 278.566,43
2. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 671.004,82 14.958,71 93.831,38 0,00 592.132,15
949.571,25 14.958,71 93.831,38 0,00 870.698,58
III. FINANZANLAGEN
Anteile an verbundenen Unternehmen 12.426.539,80 0,00 27.000,00 0,00 12.399.539,80
98.674.362,49 5.750.723,31 194.992,47 0,00 104.230.093,33
AUFGELAUFENE ABSCHREIBUNGEN
1. Jan. 2024 Zugänge Abgänge 31. Dez. 2024
EUR EUR EUR EUR
I. IMMATERIELLE VERMÖGENSGEGENSTÄNDE
1. Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 42.928.904,18 476.803,48 16.161,02 43.389.546,64
2. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 32.086.776,27 1.410.620,04 57.999,99 33.439.396,32
75.015.680,45 1.887.423,52 74.161,01 76.828.942,96
II. SACHANLAGEN
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 178.044,94 17.232,25 0,00 195.277,19
2. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 475.758,94 70.544,78 93.831,39 452.472,33
653.803,88 87.777,03 93.831,39 647.749,52
III. FINANZANLAGEN
Anteile an verbundenen Unternehmen 12.316.038,80 0,00 0,00 12.316.038,80
87.985.523,13 1.975.200,55 167.992,40 89.792.731,28
NETTOBUCHWERTE
31. Dez. 2024 31. Dez. 2023
EUR EUR
I. IMMATERIELLE VERMÖGENSGEGENSTÄNDE
1. Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 10.280.993,02 6.161.557,39
2. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 3.849.918,97 4.121.013,60
14.130.911,99 10.282.570,99
II. SACHANLAGEN
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 83.289,24 100.521,49
2. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 139.659,82 195.245,88
222.949,06 295.767,37
III. FINANZANLAGEN
Anteile an verbundenen Unternehmen 83.501,00 110.501,00
14.437.362,05 10.688.839,36

LAGEBERICHT FÜR DEN ZEITRAUM VOM 1. JANUAR BIS ZUM 31. DEZEMBER 2024

1. Grundlagen des Unternehmens

1.1 Unternehmen und Geschäftsmodell

Die Studio 100 International GmbH (vormals: Studio 100 Media GmbH, im folgenden „S100Int“) ist ein international tätiges Produktions- und Vertriebsunternehmen im Bereich Kinder- und Familienunterhaltung. Die Gesellschaft mit Sitz in München ist Teil der belgischen Studio 100 Gruppe und eine 100-prozentige Tochtergesellschaft der Studio 100 N.V., Schelle, Belgien.

Das Unternehmen entwickelt und akquiriert neue Kinofilme und Serien (nachfolgend als „Programme“ oder „Programmformate“ bezeichnet), beteiligt sich als Koproduzent an deren Realisierung und ist zudem für den weltweiten Vertrieb des eigenen Rechteportfolios sowie für den Drittvertrieb von Programmen und Lizenzen zuständig.

Die Geschäftsbereiche der S100Int erstrecken sich auf sämtliche Wertschöpfungsaktivitäten eines integrierten Medienunternehmens und sind unterteilt in die folgenden drei Segmente:

•

Movie (Produktion von Kinofilmen und weltweiter Vertrieb von Kinofilmen)

•

Global Distribution (Produktion von Serien und weltweiter Vertrieb von TV-, VOD-, EST- und Home Entertainment Rechten)

•

Licensing & Merchandising (Vermarktung von Rechten an Eigen- und Drittmarken wie „Bluey“)

Damit wird fast die gesamte Wertschöpfungskette des Film-, Fernseh- und Streaminggeschäftes abgedeckt. Die Kundenstruktur setzt sich dementsprechend zusammen aus Kinoverleihern, privaten- und öffentlich-rechtlichen Sendern, Streamingplattformen sowie Handels- und Produktionsunternehmen im Rahmen des Licensing Geschäftes.

1.2 Strategie

Die Studio 100 Gruppe verfolgt das strategische Ziel, nachhaltig profitabel zu wachsen. Im Mittelpunkt steht dabei, die vorhandenen Marken kontinuierlich mit neuen Inhalten zu versorgen, am Puls der Zeit zu sein und neue Möglichkeiten für das Lizenzprogramm zu entwickeln.

Die S100Int sieht sich als ein führendes Unternehmen im Independent Kinder- und Familienunterhaltungsbereich mit dem Ziel, attraktiven Content herzustellen und die Marken von morgen zu schaffen, die Kinder, Familien und die Entertainment-Industrie schätzen.

Die S100Int verfügt bereits über einen umfangreichen Programmkatalog mit namhaften Marken wie „Biene Maja“, „Heidi“, „Nils Holgersson“, „Mia and me“ und „Wickie“ und hat erfolgreich neue Serien- und Kinoproduktionen wie z.B. „100 % Wolf“ inhouse oder mit anderen Studio 100 Tochtergesellschaften entwickelt. Des Weiteren erwirbt die S100Int attraktive Vermarktungsrechte an Lizenzen wie „Vegesaurs“ oder „Bluey“ und vermarktet diese in der DACH-Region aber auch global.

1.3 Unternehmensstruktur

Die Organisationsstruktur der S100Int stellt sich wie folgt dar.

BEAV = Beherrschungs- und Ergebnisabführungsvertrag.

Die S100Int ist der internationale Vertriebsarm der gesamten Studio 100 Gruppe und steuert die Aktivitäten der Studio 100 Gruppe in Deutschland. Hier sind auch die deutschen Zentralfunktionen wie Legal, Marketing & Presse, Accounting, Finanzen, Steuern, Controlling, HR und IT angesiedelt. Die Studio Isar Animation GmbH ist das eigene Produktionsstudio für Animationen im Kinder- und Familienunterhaltungs-Bereich. Die Studio 100 Film GmbH ist für den internationalen Kinovertrieb zuständig. Die m4e GmbH hält den Rechtekatalog der im Jahr 2017 übernommenen m4e AG und produziert Serien basierend auf eigenentwickelten Charakteren. Die Studio 100 Verwaltungs GmbH ist derzeit nicht operativ tätig. Zudem wurde mit Verschmelzungsvertrag vom 19. Juni 2024 die Tochtergesellschaft (100 %) Studio 100 Entertainment GmbH mit Wirkung zum 1. Januar 2024 im Rahmen eines Upstream Mergers zu Buchwerten auf die S100Int verschmolzen.

1.4 Steuerungssysteme

Zielsetzung der Steuerungssysteme ist die Erreichung der Unternehmensziele gemäß dem verabschiedeten Budget und der 5 Jahresplanung.

Dabei kommen zwei zentrale Steuerungsgrößen zum Einsatz:

Kennzahl: Berechnung:
Umsatzerlöse Umsatz der Periode
EBITDA Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen

Die Umsätze werden nach den drei Segmenten Movie, Global Distribution und Licensing & Merchandising gesteuert und monatlich in Verkaufsmeetings analysiert sowie Jahresprognosen erstellt. Des Weiteren werden die Kennzahlen viermal im Jahr im Rahmen von Forecasts aktualisiert, um bei Bedarf rechtzeitig Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Diese Forecasts werden vierteljährlich von den Gesellschaftern verabschiedet. Des Weiteren werden Deckungsbeitragsrechnungen nach Geschäftsbereichen zur Feinsteuerung erstellt. Für neue Programmprojekte werden sogenannte „Greenlightsheets“ erstellt, in denen die Profitabilität und Finanzierung eingeschätzt wird. Diese werden im Anschluss durch die Gesellschafterversammlung freigegeben. Laufende Projekte werden auch mit Hilfe dieser Greenlightsheets gesteuert. Rechnungen und Verträge werden durch digitale mehrstufige Freigabeworkflows kontrolliert und freigegeben.

1.5 Forschung und Entwicklung

Die S100Int entwickelt ständig neue Programmformate und Marken. Dies erfolgt Inhouse im Rahmen von Eigenentwicklungen aber auch durch Koproduktionen oder durch den Zukauf von Drittrechten. Zur Verstärkung der Aktivitäten und um sicherzustellen, dass genügend Produktionen für die Distribution zur Verfügung stehen, wird die Gesellschaft von zwei Executive Producern für nationale und für internationale Projekte unterstützt. Insgesamt arbeiteten Ende des Geschäftsjahres in der Entwicklung 6 (Vorjahr: 6) Executive Producer. Im Berichtsjahr wurden selbst erstellte immaterielle Vermögensgegenstände in Höhe von EUR 4,6 Mio. (Vorjahr: EUR 4,8 Mio.) aktiviert.

2. Wirtschaftsbericht

2.1 Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen

Das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt (BIP) war im Jahr 2024 nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) um 0,2 % niedriger als im Vorjahr. Kalenderbereinigt betrug der Rückgang des Wirtschaftswachstums ebenfalls -0,2 %.1 Die gesamtwirtschaftliche Lage in Deutschland war weiterhin beeinflusst durch strukturelle Herausforderungen in Deutschland, anhaltend hohe Energiepreise sowie geopolitische Unsicherheiten im Zusammenhang mit dem Ukrainekrieg. Diese Faktoren führten zu einer anhaltend verhaltenen Konjunktur, steigender Unsicherheit im Marktumfeld und reduzierter Konsum- und Investitionsbereitschaft.

2.2 Branchenumfeld Entertainment Industrie

Der Anteil der Audio- und audiovisuellen Mediennutzung am gesamten Medienzeitbudget der Nutzer:innen in Deutschland (ab 14 Jahren) lag im zurückliegenden Jahr bei knapp 90 %. Im Durchschnitt konsumierten die Menschen im Jahr 2024 mit 9 Stunden und 38 Minuten täglich acht Minuten weniger als im Vorjahr, jedoch ca. 39 Minuten länger Audio- und audiovisuelle Medien als noch im Vorkrisenjahr 2019 (2019: 8 Stunden und 59 Minuten). Im Verhältnis zum Rekordjahr 2021 ist die durchschnittliche Nutzung 2024 leicht zurückgegangen (2021: 10 Stunden). Dies geht aus der aktuellen VAUNET-Mediennutzungsanalyse 2024 hervor, die der „VAU- NET - Verband privater Medien“ Mitte Februar 2025 auf Basis von Sekundärquellen veröffentlicht hat.2 Mit Filmen und Serien wurden laut Statista über OTT (Over-the-Top) Plattformen in Westeuropa in 2024 ca. USD 35 Mrd. Umsatz erzielt (Vorjahr USD 31 Mrd. Umsatz). Bis zum Jahr 2029 wird ein OTT-Markt von USD 47 Mrd. erwartet.3

Kino

Der Kinomarkt in Deutschland lag mit einem Umsatz im Jahr 2024 von EUR 868 Mio. (Vorjahr EUR 929 Mio.) leicht unter dem Niveau des Vorjahres und damit immer noch unter dem Wert vor der Corona-Pandemie (vor dem Corona-Jahr 2019 mit einem Umsatz von EUR 1.024 Mio.).4 Auch der globale Kinomarkt entwickelte sich im Jahr 2024 um ca. 11,5 % mit ca. USD 30 Mrd. im Vergleich zum Vorjahr rückläufig, unter anderem aufgrund der Streiks in den USA im Filmgeschäft sowie aufgrund eines schwächeren Asiengeschäfts. Auch hier ist der Gesamtmarkt immer noch ca. 20 % (exklusive China) unter dem 3-Jahresdurchschnitt (2017-2019) vor der Corona-Pandemie.5

1 DESTATIS, Pressemitteilung vom 15.01.2025
2 VAUNET, Mediennutzungsanalyse 2024, Pressemitteilung vom 12.02.2025
3 Statista: Market insight OTT January 2025Digital TV research, Western Europe OTT TV and Video Forecasts - Published March 2024
4 Statista, Entwicklung des Kinoumsatzes in Deutschland in den Jahren 1992 bis 2024
5 Deadline magazine vom 15.01.2025 “Global Box Office Hit $30B”

Produktion

Der deutsche Produktionsmarkt ist sehr fragmentiert. Eine große Anzahl von mittelständischen Produzenten produziert für die öffentlich-rechtlichen Fernsehsender, die privaten Sender und für die internationalen und nationalen Streamingplattformen. Dies führt zu einer Nachfrage nach hochwertigen, lokalen und zunehmend auch international ausgerichteten Produktionen, um sich gegenüber dem Wettbewerb zu differenzieren. Trotzdem hat die Pandemie teilweise zu niedrigeren Produktionsmargen bei gleichzeitig steigenden Kosten geführt. Auch die Programmbudgets bei den klassischen TV-Kunden wurden zum Teil gekürzt. Des Weiteren haben die internationalen Streamingplattformen durch die zunehmende Konkurrenz und geringeres Abonnentenwachstum ihr Kostenmanagement verschärft.6

S100Int produziert im Wesentlichen für die eigene Distribution und vermarktet ihren Content nicht nur in der DACH-Region, sondern hat eine globale Ausrichtung. Dies stellt einen strategischen Vorteil gegenüber lokalen deutschen Produzenten dar. Gleichzeitig arbeitet S100Int mit nationalen und internationalen Partnern und Koproduzenten zusammen, um Risiken zu reduzieren und die Finanzierung zu ermöglichen.

Global Distribution

Die S100Int ist durch ihren umfangreichen Rechtekatalog einer der größten Lizenzhändler für Kinder- und Familienprogramm im deutschsprachigen Raum. Des Weiteren hält die S100Int auch viele internationale Rechte und vermarktet diese weltweit zum größten Teil selbst. Gleichzeitig werden laufend neue Programme hergestellt oder mit Tochtergesellschaften der Studio 100 Gruppe koproduziert. Des Weiteren werden im Bereich Global Distribution auch attraktive Drittthemen zur Vermarktung und Ergänzung der eigenen Library erworben (wie z.B. Vegesaurs, Gifted, Dino Mates).

Content Abnehmer sind vor allem die großen öffentlich-rechtlichen und privaten TV-Sender sowie die internationalen Streaming Anbieter wie z.B. Amazon oder Netflix. Gleichzeitig bauen die nationalen TV Sender ihre eigenen Mediatheken aus (RTL+, JOYN, Toggo von Super RTL, etc.) und neue Streamingplattformen kommen auf den Markt wie z.B. Paramount+, Apple+ und Max (die gemeinsame Plattform von HBO, Warner und Discovery).

Dies sorgte weiterhin für eine große Nachfrage nach Kinder- und Jugendprogrammen im Jahr 2024. Im Allgemeinen führt die hohe Nachfrage jedoch nicht zu einem entsprechenden Anstieg des Preisniveaus. Dies hängt einerseits damit zusammen, dass eine Vielzahl an Katalogprogramm am Markt angeboten wird und gleichzeitig die Streamingplattformen durch den zunehmenden Wettbewerb ihre Kosten reduzieren müssen. Durch die vielen neuen Plattformen und die meist nicht-exklusiven Programmverkäufe kann dies meist durch eine höhere Anzahl an Vertragsabschlüssen ausgeglichen werden.7

6 Blickpunkt Film vom 03.04.2023, S.54-56, „Streamer ersetzen Sender nicht bei Investitionen; Bundesanzeiger, Leonine Geschäftsbericht 2021, S.39
7 Blickpunkt Film, Ausgabe 51/52 vom Dez. 2022, S.72-75, Streamingmarkt 2022 Blickpunkt Film vom 10.04.2023, S.50-53, „SVOD braucht den Werbedollar“

Licensing / Merchandising

Wie bereits in den Vorjahren gehören Lizenzprodukte zum festen Warenangebot von Discountern und Einzelhandelsunternehmen. Trademarks und Brands haben eine große Bedeutung bei der Vermarktung im Merchandising. Gerade in Verbindung mit neuen Inhalten sind die sogenannten Markenklassiker wie bspw. „Die Biene Maja“, „Wickie“ sowie „Heidi“ Marken, die sich dauerhaft am Markt behaupten können. Darüber hinaus betreibt die Gesellschaft den Vertrieb von Drittrechten wie „Bluey“ und „Miffy“ und hat mit den „Vegesaurs“ eine neu kreierte Marke im Portfolio, die global bereits Erfolge zeigt und in mehrere Länder verkauft werden konnte. In Deutschland zeigte sich der Einzelhandel 2024 insgesamt aufgrund der Ukraine Krise, den gestiegenen Energiepreisen und der generellen Marktunsicherheit weiterhin noch recht zurückhaltend bei Neuaufträgen.

Musikrechte

Musikrechte haben sich als relativ krisensicher erwiesen. Durch den Vormarsch der Digitalisierung und Dank der User-getriebenen Streaming-Kultur, die über Spotify hinaus auch die Gaming-Industrie, On-Demand- Videoplattformen oder gar Fitness-Apps umfasst, gibt es immer neue Vermarktungsoptionen. Das grundsätzlich attraktive Wachstumsumfeld resultiert in steigenden Marktpreisen in den letzten Jahren.8

2.3 Geschäftsverlauf

Insgesamt lag der Geschäftsverlauf im Jahr 2024 leicht über den Erwartungen. Die Aufhebung der Corona Sanktionen, die weltweite Öffnung der Kinos, die wieder stattfindenden nationalen und internationalen Verkaufsmessen wie MIPCOM, KIDSCREEN etc. und die hohe Nachfrage bei den bestehenden und neuen Streaming Plattformen führten zu einer Stabilisierung des Geschäfts.

Es kam im Geschäftsjahr zu Umsatzverlagerungen von der S100Int zu der 100 %-igen Tochtergesellschaft S100 Film GmbH, wodurch die Gesamtumsätze unter den Erwartungen lagen. Die Umsätze der S100Int haben sich in den Bereichen Global Distribution EUR 6,2 Mio. (Vorjahr: EUR 4,8 Mio.) und Merchandising & Licensing EUR 4,1 Mio. (Vorjahr EUR 1,7 Mio.) positiv entwickelt. Die Filmerlöse haben sich jedoch auf EUR 0,2 Mio. (Vorjahr 3,5 Mio.) aufgrund einer Produktionsverschiebung vom Jahr 2024 nach 2025 im Filmbereich reduziert.

Die Gesamtleistung der S100Int mit EUR 13,1 Mio. liegt unter dem Vorjahresniveau (Vorjahr EUR 18,1 Mio.). Mit der Gesamtleistung der 100 %-igen Tochtergesellschaft S100 Film GmbH zusammen lag die Gesamtleistung jedoch um 14 % über den Erwartungen (die Gesamtleistung ergibt sich aus den Umsatzerlösen, aktivierten Eigenleistungen sowie leistungsbezogenen sonstigen betrieblichen Erträgen).

8 Finance Magazin, Januar / Februar 2023, S.33-34, „Moneymaker Musikrechte“

Die Umsätze haben sich um 13 % von EUR 12,0 Mio. auf EUR 10,4 Mio. reduziert und damit lag der Umsatzrückgang leicht über den Erwartungen von bis zu 20 %. Dies lag hauptsächlich an einer Verschiebung eines Filmprojekts vom Jahr 2024 nach 2025. Die anderen Geschäftsbereiche Global Distribution sowie Licensing & Merchandising haben sich positiv entwickelt und sind gewachsen. Die sonstigen betrieblichen Erträge haben sich von EUR 5,7 Mio. auf EUR 2,6 Mio. im Wesentlichen aufgrund von weniger ertragswirksamen Filmfördereinnahmen reduziert.

Das EBITDA ohne Erträge und Aufwendungen aus Ergebnisabführungsverträgen lag mit EUR 2,8 Mio. unter dem Vorjahresniveau von EUR 6,6 Mio. und damit über den Erwartungen. Erwartet worden war eine EBITDA- Reduzierung zwischen 60 % - 70 %. Dies ist weitestgehend auf margenstärkeres Geschäft sowie Kosteneinsparungen zurückzuführen.

Der Ukraine Krieg und die erhöhte Inflation hatten im Geschäftsjahr wenig Auswirkungen auf die 3 Geschäftssegmente. Im Movie Bereich hat sich ein Filmprojekt nach 2025 verschoben.

2.4 Vermögens-, Finanz- und Ertragslage

2.4.1 Vermögenslage

Das Anlagevermögen hat sich um EUR 3,7 Mio. bzw. 35 % auf insgesamt EUR 14,4 Mio. erhöht. Diese Erhöhung resultiert im Wesentlichen aus Zugängen im Anlagevermögen in Höhe von EUR 5,7 Mio., weitestgehend aufgrund der laufenden Kinofilmproduktionen „Heidi Movie“ sowie „Arnie und Barnie“. Gegenläufig sind die laufenden planmäßigen Abschreibungen in Höhe von EUR 2,0 Mio.

Das Umlaufvermögen ohne Kassenbestand hat sich um EUR 1,0 Mio. bzw. 7 % auf Mio. 13,3 Mio. (Vorjahr: EUR 14,4 Mio.) verringert. Dieser Rückgang resultiert im Wesentlichen aus den sonstigen Vermögensgegenständen aufgrund von geringeren ausstehenden Filmförderraten in Höhe von EUR 0,7 Mio. sowie einer Reduktion der Umsatzsteuerforderungen in Höhe von EUR 0,3 Mio., gegenläufig höhere sonstige Vermögensgegenstände in Höhe von EUR 0,7 Mio. Darüber hinaus haben sich die Forderungen insgesamt um EUR 0,4 Mio. vermindert.

Das Guthaben bei Kreditinstituten hat sich im Berichtsjahr auf EUR 2,4 Mio. um EUR 1,3 Mio. bzw. 121 % aufgrund von erhaltenen Filmförderungen erhöht.

Auf der Passivseite verminderte sich der nicht durch Eigenkapital gedeckte Fehlbetrag im Jahr 2024 um EUR 1,5 Mio. auf EUR 25,9 Mio. Ein buchmäßiger Fehlbetrag ist grundsätzlich nicht geeignet, eine Überschuldung der Gesellschaft im Sinne der Insolvenzordnung festzustellen. Das Gesellschafterdarlehen in Höhe von EUR 46,2 Mio. ist nachrangig bis EUR 26,0 Mio. Die Muttergesellschaft Studio 100 N.V. hat zudem eine harte Patronatserklärung bis zum Ende des Geschäftsjahres 2026 ausgestellt. Die Geschäftsführung geht daher davon aus, dass die Fortführung des Unternehmens in den nächsten zwölf Monaten nach den beschriebenen Umständen überwiegend wahrscheinlich ist.

Die Sonderposten für Investitionszuschüsse erhöhten sich gegenüber dem Vorjahr um EUR 0,7 Mio. auf EUR 1,6 Mio., aufgrund von Zuschüssen für noch nicht fertiggestellten Filmprojekte.

Die Rückstellungen haben sich im Vergleich zum Vorjahr um insgesamt EUR 1,7 Mio. bzw. 31 % auf EUR 3,8 Mio. reduziert. Im Wesentlichen resultiert der Rückgang aus der Auflösung und dem Verbrauch von Lizenzrückstellungen gegenüber Dritten sowie gegenüber verbundenen Unternehmen.

Die Verbindlichkeiten der Gesellschaft sind im Geschäftsjahr 2024 um insgesamt EUR 3,3 Mio. bzw. 7 % auf EUR 50,8 Mio. gestiegen. Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen verminderten sich um EUR 0,5 Mio. Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen erhöhten sich um EUR 4,2 Mio. weitestgehend aufgrund von Erhöhung eines konzerninternen Darlehens der Muttergesellschaft Studio 100 N.V., gegenläufig waren Zahlungen von Programmlieferungen an verbundene Unternehmen. Die gesamte Darlehenssumme zum Stichtag 31. Dezember 2024 belief sich auf EUR 46,2 Mio. (Vorjahr: EUR 39,9 Mio.). Die sonstigen Verbindlichkeiten haben sich um EUR 0,6 Mio. auf EUR 2,5 Mio. erhöht aufgrund von neuen Filmförderdarlehen. Rückläufig sind die erhaltenen Anzahlungen um EUR 0,9 Mio. auf EUR 0,3 Mio. aufgrund der Auslieferung von Produktionen.

2.4.2 Finanzlage

Das Finanzergebnis beläuft sich in der Berichtsperiode auf EUR 0,9 Mio. (Vorjahr: EUR -2,1 Mio.). Die Veränderung resultiert im Wesentlichen aus einer Steuerrückzahlung für Vorjahre und die darauf angefallenen Zinsen sowie aus höheren Ergebnissen aus den Ergebnisabführungsverträgen mit Tochtergesellschaften. Gegenläufig sind die Zinszahlungen an die Muttergesellschaft für das gewährte Darlehen in Höhe von EUR 1,2 Mio.

Die Finanzierung der Gesellschaft erfolgt durch ein konzerninternes Darlehen gegenüber der Muttergesellschaft Studio 100 N.V. Die gesamte Darlehenssumme zum Stichtag 31. Dezember 2024 belief sich auf EUR 46,2 Mio. (Vorjahr: EUR 39,9 Mio.). Die Endfälligkeit des Darlehens ist im Dezember 2026. Der Zinssatz wird jeweils quartalsweise zum gewichteten Kapitalkostensatz der Studio 100 Gruppe neu ermittelt und lag Ende 2024 bei 2,7 % p.a. (Vorjahr: 4. Quartal 2,65 %).

Die Nettofinanzschulden (Darlehen abzüglich Bankguthaben) lagen zum 31. Dezember 2024 bei EUR 43,8 Mio. und damit um EUR 5,0 Mio. über dem Vorjahr.

Die Muttergesellschaft Studio 100 NV hat einen Rangrücktritt von EUR 26,0 Mio. in Bezug auf das Intercompany Darlehen in Höhe von aktuell EUR 46,2 Mio. erklärt.

Des Weiteren hat die Studio 100 NV gegenüber der S100Int eine harte Patronatserklärung („Letter of Support“) abgegeben und sich damit verpflichtet jederzeit eine angemessene finanzielle Unterstützung zu gewähren und die S100Int bei der Erfüllung ihrer Verbindlichkeiten zu unterstützen, soweit dem Unternehmen keine Mittel zur Erfüllung dieser Verbindlichkeiten zur Verfügung stehen. Dies umfasst insbesondere die Vermeidung der Zahlungsunfähigkeit im Sinne des § 17 der Insolvenzordnung und die Vermeidung der Überschuldung im Sinne des § 19 der Insolvenzordnung. Diese Erklärung ist bis zum 31.12.2026 befristet und wurde in den letzten Jahren jährlich verlängert.

Die S100Int nimmt am Cash Pooling der Studio 100 Gruppe teil. Damit werden Cash Überschüsse der S100Int an die Muttergesellschaft überwiesen und gleichzeitig Liquidität bei anstehenden Zahlungen bereitgestellt. Damit ist die S100Int von der Cash Bereitstellung und Liquidität der Muttergesellschaft Studio 100 NV abhängig.

Die Muttergesellschaft Studio 100 NV verfügt über ein Darlehen in dreistelliger Millionenhöhe bei einem belgischen Bankenkonsortium und über ausreichend freie Kreditlinien. Die S100Int erhält in regelmäßigen Abständen den Finanzstatus der Studio 100 Gruppe.

Die Gesellschaft wickelt ihre Geschäfte zum Großteil in Euro ab, so dass die Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft nicht über das Normalmaß hinaus abhängig ist von Wechselkursentwicklungen.

Die Entwicklungen in der Ukraine und die damit verbundenen Wirtschaftssanktionen gegenüber Russland haben derzeit nur geringfügige direkte Auswirkungen auf die Ertrags- und die Finanzlage der S100Int, auch wenn sich die indirekten Folgen wie Energiepreise und Inflation im Marktumfeld zeigen.

Der operative Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit lag im Geschäftsjahr bei EUR 3,0 Mio. (Vorjahr: EUR 2,2 Mio). Der Cashflow aus Investitionstätigkeit belief sich auf EUR -5,7 Mio. (Vorjahr: EUR -5,2 Mio.). Es wurden EUR 5,6 Mio. in Content und EUR 0,1 Mio. in Trademarks und Software investiert. Die Programminvestitionen bestehen vor allem in der Erstellung von eigenen oder koproduzierten Serien- und Kinofilmformaten sowie in der Akquise von Drittthemen.

Der Cashflow aus Finanzierung betrug EUR +4,4 Mio. weitestgehend aufgrund von Gesellschafterdarlehen in Höhe von EUR +6,3 Mio. sowie Zinszahlungen an die Muttergesellschaft in Höhe von EUR -1,2 Mio. und Darlehen an Tochtergesellschaften und Dritte in Höhe von EUR -0,7 Mio. Der Free Cashflow der Gesellschaft belief sich auf EUR +1,4 Mio.

Die Studio 100 war im Berichtsjahr jederzeit in der Lage ihre fälligen Verbindlichkeiten fristgerecht zu bedienen.

2.4.3 Ertragslage

Die Umsatzerlöse in Höhe von EUR 10,4 Mio. verminderten sich um 13 % bzw. EUR 1,6 Mio. gegenüber dem Vorjahr. Verantwortlich für diese Umsatzminderung sind die Verschiebung von neuen Produktionen nach 2025, welche sich auf den Bereich Global Distribution & Filmerlöse auswirkt. Gegenläufig sind Umsatzsteigerungen im Bereich Merchandising & Licensing sowie Musikrechte aufgrund starker Erlöse aus der Library.

31.12.2024 31.12.2023 Abs. Abw. Rel. Abw.
TEUR TEUR TEUR in %
Global Distribution (TV, VOD, HE) 3.539 4.848 -1.309 -27 %
Merchandising & Licensing incl. HE 4.401 1.666 2.734 +64 %
Filmerlöse 174 3.537 -3.363 -95 %
Musikrechte 875 469 406 -87 %
Sonstiges 1.432 1.483 -51 -3 %
Gesamt 10.421 12.004 -1.583 -13 %

Von den Umsätzen entfallen geographisch EUR 8,8 Mio. (Vorjahr: EUR 8,4 Mio.) auf den deutschsprachigen Raum, EUR 1,1 Mio. (Vorjahr: EUR 1,2 Mio.) auf das restliche Europa und EUR 0,5 Mio. (Vorjahr: EUR 2,4 Mio.) auf die restliche Welt.

31.12.2024 31.12.2023 Abs. Abw. Rel. Abw.
TEUR TEUR TEUR in %
D/AT/CH 8.783 8.426 +357 +4 %
Europa 1.136 1.199 -63 -5 %
Restliche Welt 502 2.379 -1.877 -79 %
Gesamt 10.421 12.004 -1.583 -13 %

Die sonstigen betrieblichen Erträge verminderten sich im Jahr 2024 um EUR 3,1 Mio. gegenüber Vorjahr. Dies liegt im Wesentlichen daran, dass im Jahr 2024 geringere rückzahlbare Förderdarlehen in Höhe von EUR 1,6 Mio. (Vorjahr EUR 3,8 Mio.) ertragswirksam ausgebucht werden konnten. Der Materialaufwand mit EUR 1,4 Mio. lag um ca. 20 % unter dem Vorjahresniveau von EUR 1,8 Mio. aufgrund des geringeren Umsatzes und der Ausbuchung von Lizenzgeberverbindlichkeiten. Der Personalaufwand lag mit EUR 5,0 Mio. leicht über dem Vorjahresniveau (Vorjahr: EUR 4,9 Mio.) weitestgehend aufgrund von Inflationsanpassungen der Gehälter.

Die Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände reduzierten sich von EUR 8,3 Mio. in 2023 auf EUR 2,0 Mio. in 2024, da keine Abschreibungen auf Neuproduktionen wie im Vorjahr vorgenommen wurden.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen haben sich um EUR 1,0 Mio. im Vergleich zum Vorjahr vermindert und betrifft diverse sonstige Aufwendungen. Dies lag im Wesentlichen an einer Senkung der Aufwendungen für Weiterbelastungen (TEUR 450), einer einmaligen Buchung einer Rückstellung im Vorjahr (TEUR 290) und einer Reduzierung von Werbungs- bzw. Repräsentationskosten (TEUR 245).

Das Finanzergebnis lag bei EUR 0,9 Mio. (Vorjahr: EUR -2,1 Mio.). Die Erhöhung liegt im Wesentlichen an einer Steuerrückzahlung aus Vorjahren sowie den daraus resultierenden Zinsen und höheren Erträgen aus Gewinnabführungsverträgen. Der Zinsaufwand für das Darlehen der Muttergesellschaft liegt mit EUR 1,2 Mio. über dem Niveau des Vorjahrs. Das Ergebnis nach Steuern lag bei EUR 1,5 Mio. (Vorjahr: EUR -3,9 Mio.).

Die Gesellschaft fokussiert sich im Wesentlichen auf die Kennzahlen Umsatz und EBITDA, die sich wie folgt darstellen und anhand derer die Gesellschaft gesteuert wird.

in TEUR Abw. 2024 zu 2023
Zusammensetzung: 2024 2023 2022 absolut prozentual
Umsatz 10,4 12,0 15,6 -1,6 -13 %
andere aktivierte Leistungen 0,1 0,4 0,6 -0,3 -84 %
sonstiger betrieblicher Ertrag 2,6 5,7 2,6 -3,1 -54 %
Summe Output 13,1 18,1 18,7 -5,0 -28 %
Materialaufwand 1,4 1,8 2,9 -0,4 -20 %
Personalaufwand 5,0 4,9 4,6 0,1 2 %
sonstiger betrieblicher Aufwand 3,8 4,8 4,4 -1,0 -21 %
EBITDA 2,8 6,6 6,9 -3,7 -57 %

3. Chancen und Risikobericht

3.1 Risikobericht

3.1.1 Risikomanagementsystem

Die Verantwortung für die Früherkennung und Steuerung unternehmensgefährdender Risiken obliegt der Geschäftsführung, wobei die operative Verantwortung bei den Abteilungsleitern liegt. Der Risikomanagementprozess ist in den regulären Planungsprozess integriert. Im Rahmen von Forecast, Budgets und einer Mehrjahresplanung werden potenzielle Risiken identifiziert, bewertet und entsprechende Maßnahmen zur Gegensteuerung beschlossen. Diese werden regelmäßig im Rahmen der Gesellschaftermeetings besprochen. Trotz angemessener und funktionsfähiger Methoden kann eine absolute Sicherheit zur vollständigen Identifizierung und Steuerung der Risiken nicht gewährleistet werden.

Die untenstehende Risikobewertung erfolgt durch Einschätzung der Eintrittswahrscheinlichkeit der Risiken einerseits und den damit verbundenen finanziellen Auswirkungen andererseits.

3.1.2 Einzelrisiken

3.1.2.1 Gesamtwirtschaftliche Risiken

Längere Phasen eines wirtschaftlichen Abschwunges wie auch Phasen von konjunkturellen Schwankungen können zu einer Veränderung der wirtschaftlichen Situation für Kunden, Wettbewerber und Zulieferer der S100Int führen. Auch Änderungen des Konsumentenverhaltens, der Medienregulierungen und des Werbe- und Streamingmarktes können die Programmauswahl und die damit verbundene Einkaufsstrategie von Fernsehsendern und Plattformen beeinflussen und sich somit positiv oder negativ auf die Nachfrage nach Programmen für das Unternehmen auswirken und zu Nachfragerisiken führen. Eine stärkere Konkurrenzsituation und ein schwaches Wirtschaftsumfeld können zu stärkerem Druck auf die Margen und zu Preisrisiken führen.

Die Abschaffung der Coronamaßnahmen wirkt sich insgesamt positiv auf die wirtschaftliche Entwicklung von S100Int aus. Der Ukrainekrieg verbunden mit Sanktionen gegen Russland, die hohen Energiekosten sowie die Inflation haben bisher nur geringe Effekte auf das Geschäft der S100Int.

Die Einschätzung der gesamtwirtschaftlichen Risiken gegenüber dem Vorjahr hat sich nicht geändert. Unter Berücksichtigung der gegenläufigen Effekte und gestützt auf die offiziellen Konjunkturerwartungen schätzen wir die Eintrittswahrscheinlichkeit von gesamtwirtschaftlichen Risiken als unwahrscheinlich ein, bei einer potenziell moderaten Schadenshöhe.

3.1.2.2 Branchenrisiken

Die Situation der Medienbranche hat sich, wie oben beim Geschäftsverlauf beschrieben, durch den Wegfall der Corona Beschränkungen insgesamt verbessert, liegt aber teilweise immer noch deutlich unter dem Jahresdurchschnitt vor der Corona-Pandemie.

Wir schätzen das branchenbezogene Risiko gegenüber dem Vorjahr als unverändert ein. Wir schätzen damit die Eintrittswahrscheinlichkeit der branchenbezogenen Risiken als möglich ein bei einer potenziell moderaten Schadensauswirkung.

3.1.2.3 Operative Risiken

Produktionsrisiken

Die S100Int produziert neuen Film- und Seriencontent in Form von Eigen- oder Koproduktionen. Dafür wird ein entsprechender Finanzierungs- und Kostenplan im Rahmen von sogenannten Greenlightsheets erstellt, die von der Gesellschafterversammlung genehmigt werden müssen. Die Finanzierung besteht dabei aus Kofinanzierungen, Förderungen, Vorabverkäufen und Einschätzungen zu globalen Absatzpotenzialen. Nur wenn die Gesamtfinanzierung gesichert ist, wird ein Projekt freigegeben. Es ist jedoch nicht auszuschließen, dass es aus produktionstechnischen Gründen zu einer Erhöhung der kalkulierten Herstellungskosten kommt oder das prognostizierte Absatzpotenzial niedriger als erwartet ausfällt. Kommen diese Risiken zum Tragen, reduziert sich der Deckungsbeitrag oder es kann zu Verlusten kommen. Um dies zu vermeiden, wird von den Inhouse-Produzenten gemeinsam mit dem Controlling eine Überwachung der internen und externen Projektkosten sowie eine Liquiditätssteuerung durchgeführt. Die Einschätzung des Risikos hat sich gegenüber dem Vorjahr nicht verändert. Die Eintrittswahrscheinlichkeit stufen wir aktuell als möglich bei einer mittleren Schadenshöhe ein.

Vermarktungsrisiken

Im Berichtsjahr entfallen ca. 62 % der Gesamtleistung auf die 10 größten Kunden. Ein Ausfall eines Großkunden kann deutliche finanzielle Auswirkungen haben. S100Int pflegt daher sehr enge Kundenbeziehungen, um frühzeitig auf Entwicklungen reagieren zu können. Gleichzeitig erweitert S100Int laufend seine Kundenbasis und treibt die internationale Vermarktung weiter voran.

Der wirtschaftliche Erfolg von neu produzierten oder eingekauften Kinofilmen und Serien ist abhängig von der richtigen Prognose der Zuschauerpräferenzen und den zukünftigen Programmstrategien der Sender und Plattformen. Hier kommt es daher auf die richtige Einschätzung der zukünftigen Entwicklungen durch das Management und die verantwortlichen Produzenten an, um Vermarktungsrisiken und finanzielle Verluste zu vermeiden.

Die Risiken von Kundeninsolvenzen sind im DACH- und europäischen Raum eher gering einzuschätzen, da S100Int einen hohen Anteil der Umsätze mit größeren bonitätsstarken Kunden macht und gleichzeitig ein proaktives Forderungsmanagement betreibt. Im außereuropäischen Raum sind die Risiken von Umsatzausfällen höher, jedoch ist das Verkaufsvolumen im Berichtsjahr mit ca. 16 % der Gesamtleistung im Rahmen der Prognosen und es wird zudem oft mit lang etablierten Partnern gearbeitet, was das Insolvenzrisiko erheblich reduziert.

Die Vermarktungsrisiken gegenüber dem Vorjahr sind gleichgeblieben. Die Eintrittswahrscheinlichkeit von Vertriebsrisiken wird als möglich eingestuft. Die Eintrittswahrscheinlichkeit eines Vermarktungsrisikos wird als hoch gesehen, jedoch mit einer geringen wirtschaftlichen Auswirkung.

Personalrisiken

Das Risiko von Knowhow Verlust durch Mitarbeiteraustritte besteht in allen Bereichen. Neukundengewinnung, die Pflege bestehender Kundenbeziehungen sowie die Akquise neuer Film- und Serienproduktionen hängen zum großen Teil von den persönlichen Beziehungen der Geschäftsführung, dem Führungs- und dem Vertriebspersonal ab. Des Weiteren ist für die Tochtergesellschaft Studio Isar Animation GmbH die Bindung von Mitarbeitern und die Akquise von neuem Fachpersonal für einen effektiven und effizienten Produktionsprozess sehr wichtig. Darüber hinaus besteht in Abteilungen mit geringen Mitarbeiterzahlen und hohen Spezialkenntnissen ein höheres Risiko, diese Kenntnisse kurzfristig ersetzen zu müssen.

S100Int begegnet diesen Herausforderungen durch Jahresgespräche, Vergütungsregelungen, Schulungsangebote sowie Firmenevents. Des Weiteren gibt es u.a. Remote Working Vereinbarungen und attraktive ergänzende Mitarbeiterleistungen, um so wettbewerbsfähige Arbeitsbedingungen und eine produktive Unternehmenskultur zu schaffen.

Die Einschätzung gegenüber dem Vorjahr ist gleichgeblieben. Die Eintrittswahrscheinlichkeit dieses Risikos wird als möglich eingeschätzt bei einer moderaten finanziellen Auswirkung.

3.1.2.4 Finanzwirtschaftliche Risiken

Die Aufrechterhaltung der Zahlungsfähigkeit und damit die Fortführung der Unternehmenstätigkeit hängt von der weiteren finanziellen Unterstützung der Muttergesellschaft ab. Die Geschäftsführung geht von einer positiven Fortführungsprognose für die nächsten Jahre aus. Die Eintrittswahrscheinlichkeit eines Liquiditätsrisikos schätzt die Geschäftsführung als gering, die potenzielle Schadenshöhe als sehr hoch ein. Das Risiko hat sich gegenüber dem Vorjahr nicht geändert.

3.1.2.5 Sonstige Risiken

Rechtliche und vertragliche Risiken

Die S100Int hat eine Vielzahl von Verträgen über die Lizenzierung und Herstellung von Programmen mit Produzenten, Lizenzgebern und Lizenznehmern geschlossen. Dabei bestehen zum einen allgemeine vertragliche Risiken, z.B. das Vertragserfüllungsrisiko, zum anderen müssen die zu einer Auswertung der Programme benötigten Urheber- und Leistungsschutzrechte der Gesellschaft eingeräumt werden. Trotz umfassender Rechtebestandsgarantien in den zu Grunde liegenden Verträgen ist nicht auszuschließen, dass Dritte Ansprüche im Hinblick auf Urheber- und Leistungsschutzrechte geltend machen.

Die Eintrittswahrscheinlichkeit eines Vertragsrisikos wird als möglich und die finanziellen Auswirkungen bei Schadenseintritt als moderat angesehen. Das Risiko bleibt gegenüber dem Vorjahr unverändert.

Compliance Risiken

Zum Schutz vor Compliance Verstößen hat die Muttergesellschaft Studio 100 N.V. Geschäftsordnungen erlassen, die vor allem auch zustimmungspflichtige Geschäfte regeln. Ein Inhouse Justiziar sowie die Geschäftsleitung stellen die Einhaltung dieser und gesellschaftsrechtlicher Gesetze und Vorschriften sicher. Des Weiteren gibt es Reise- und Bewirtungsrichtlinien. In regelmäßigen Abständen werden seitens der Muttergesellschaft interne Audits bzgl. verschiedener Prozessthemen durchgeführt, die von einem Audit Komitee gesteuert werden. Die Einschätzung des Risikos hat sich gegenüber dem Vorjahr nicht verändert. Aktuell schätzen wir die Compliance Risiken als gering mit einer moderaten Schadenshöhe ein.

Regulatorische Risiken

Die Regulierung der Medienbranche kann sowohl auf der Umsatzseite (Werberegulierung, Rundfunkgebühren, Verwertungsrechte), auf der Kostenseite (Green Production, urheberrechtliche Vergütungsansprüche) als auch bezüglich der Fördermöglichkeiten (Reform der Filmförderung, Steueranreizmodelle) auf internationaler, nationaler und lokaler Ebene erheblichen Einfluss auf die Chancen und Risiken der S100Int haben. Hier verfügt das Unternehmen über eigene Experten für Förderthemen und ist in relevanten Branchenverbänden wie der Produzentenallianz vertreten.

Die Eintrittswahrscheinlichkeit eines Risikos wird als möglich mit einem moderaten finanziellen Risiko eingeschätzt. Das Risiko hat sich gegenüber dem Vorjahr nicht verändert.

Währungsrisiken

Die S100Int tätigt Ihre Geschäfte im Wesentlichen auf EURO Basis und im EURO Raum. Die Geschäfte mit anderen Währungen, insbesondere dem USD, sind überschaubar. Daher erfolgen aktuell auch keine Währungsabsicherungen. Die Einschätzung des Risikos gegenüber dem Vorjahr hat sich nicht geändert. Die Eintrittswahrscheinlichkeit für Währungsrisiken und das Ausmaß einer finanziellen Auswirkung wird als gering angesehen.

IT und Cybercrime Risiken

Die Betreuung der IT erfolgt durch die Muttergesellschaft Studio 100 NV sowie durch einen lokalen IT-Betreuer. Im Jahr 2022 wurden neue Backup Systeme angeschafft und im Frühjahr 2023 wurden die bestehenden Server, Switches und Storages erneuert. Im laufenden Geschäftsjahr wurde in die Ausstattung der Mitarbeiter investiert in Form von neuen Endgeräten.

Das Unternehmen ist auf eine hohe Verfügbarkeit Ihrer IT-Systeme angewiesen. Daher werden in Zusammenarbeit mit der Muttergesellschaft laufend Maßnahmen ergriffen, um Risiken bezüglich Computerkriminalität und dem Ausfall von EDV-Komponenten zu vermeiden.

Die Eintrittswahrscheinlichkeit von Risiken hat sich durch die Investitionen in neue EDV-Komponenten und IT- Sicherheit sowie Mitarbeiterschulungen gegenüber dem letzten Stichtag reduziert. Allerdings nehmen die Bedrohungen durch Cyberangriffe zu, so dass wir das Risiko insgesamt als möglich bei einer potenziell hohen Schadenssumme einschätzen.

3.2 Chancenbericht

Im Rahmen der Mehrjahresplanung, des Budgets und des Forecastprozesses werden Chancen laufend identifiziert, bewertet und in der Planung in konkrete Maßnahmen umgesetzt. Als Grundlage dienen Markt- und Wettbewerbsanalysen sowie der regelmäßige Austausch im internen Führungsteam, mit Managern der Konzernmutter, auf der Gesellschafterversammlung sowie im Rahmen von Gesprächen mit Kunden, Wettbewerbern sowie externen Experten.

Folgend finden sich Chancen, die im Rahmen der Mehrjahresplanung bis 2029 aufgenommen wurden:

•

Ausbau des Produktionsvolumens durch Eigenentwicklungen, internationale Koproduktionen und der Akquise von Drittprogrammen zur Vermarktung

•

Aufbau von FAST und SVOD Channels (z.B. auf Amazon Prime)

•

Ausbau des Merchandising- & Licensing Geschäftes mit Eigen- sowie Drittmarken

3.3 Gesamtaussage zur Risiko- und Chancenlage

Alle dargestellten Risiken bestehen zum Bilanzstichtag und betreffen auch die zukünftige Entwicklung. Bestandsgefährdende Risiken bestehen im Rahmen der Finanzierung. Hier ist die Gesellschaft auf die Finanzierung durch die Muttergesellschaft angewiesen wie oben detailliert dargestellt ist. Die Risiko- und Chancenlage hat sich gegenüber dem Vorjahr nicht wesentlich verändert.

4. Prognosebericht

4.1 Gesamtwirtschaft

Im Jahreswirtschaftsbericht 2024 erwartet die Bundesregierung für 2025 eine leichte Zunahme des Bruttoinlandsprodukts um 0,3 % (Vorjahr: -0,2 %), jedoch bestehen weiterhin große Unsicherheiten aufgrund des Krieges in der Ukraine, der schwachen weltwirtschaftlichen Entwicklung, grundlegender struktureller Probleme in Deutschland und der hohen Energiepreise. Die Inflationsrate wird für 2025 mit 2,2 % (Vorjahr: 2,2 %) erwartet. Es wird mit einer Steigerung des verfügbaren Einkommens von 2,3 % gerechnet, was zu einem Zuwachs des Realeinkommens bei den Haushalten führt.9

Der IWF hob die Prognose für das Weltwirtschaftswachstum für 2025 von zuletzt 3,2 auf 3,3 % an.10

4.2 Entertainment Branche

Kino

Während sich die Kinobesucherzahlen in mehreren Ländern von der COVID-19-Krise fast erholt haben, stellen zum einen strukturelle Änderungen den Kinomarkt vor Herausforderungen, wie z. B. die zunehmende Konkurrenz durch abonnementbasierte Streamingplattformen. Darüber hinaus sind auch andere Faktoren relevant, wie z. B. Veränderungen im Publikumsverhalten.

Insgesamt hat sich der weltweite Kinomarkt im Jahr 2024 um ca. 11,5 % rückläufig auf ca. USD 30 Mrd. im Vergleich zum Vorjahr entwickelt, unter anderem aufgrund der Streiks in den USA im Filmgeschäft sowie aufgrund eines schwächeren Asiengeschäfts.11 Der Europäische Kinomarkt mit einem Rückgang von ca. 2 %12 sowie der deutsche Kinomarkt mit einem Rückgang von ca. 3,7 %13 waren jedoch nur leicht unter dem Vorjahresniveau. Insgesamt wird jedoch das internationale Branchenumfeld positiv bewertet und es wird ein Wachstum von ca. 8 % auf insgesamt 33 Mrd. USD erwartet.14

9 Jahreswirtschaftsbericht 2025 der Bundesregierung vom 29.01.2025
10 Nord/LB Energy Newsletter Februar 2025
11 Deadline magazine vom 15.01.2025 "Global Box Office Hit $30B", Statista Umsätze der Kinos weltweit in den Jahren 2005 bis 2024
12 Creative Europe - Aktuelle Berichte der Audiovisuellen Informationsstelle vom 26.02.2025
13 FFA Pressemitteilung vom 12.02.2025
14 MOTIVATE VAL MORGAN, Artikel vom 06.01.2025

Merchandising & Licensing

Im Bereich Licensing & Merchandising ist aktuell die Zurückhaltung im Einzelhandel zu spüren, da es zu mehreren Insolvenzen (z.B. Karstadt) und der weiteren Schließung von stationären Geschäften (z.B. aller Filialen der Otto Group Tochter „mytoys“) kam. Hier wirkt die Corona Krise immer noch nach und es ist die teilweise vorhandene Kaufzurückhaltung der Verbraucher zu spüren, auch teilweise bedingt durch die hohe Inflation der vergangenen Jahre.15

Global Distribution

Im Geschäftsfeld Global Distribution hat sich für die Segmente TV & Video on Demand ein stabiles Umsatzniveau abgezeichnet. Dank eines großen Rechtekatalogs wird von vielen Relizenzen profitiert, da neue Produktionen seit einiger Zeit länger brauchen bis sie finanziert sind und Relizenzen somit die Lücke schließen. Der Bereich physisches Home Entertainment (DVD/Blu-ray) hingegen verzeichnet insgesamt einen starken Umsatzrückgang, auf Grund eines allgemein regressiven Home Entertainment-Marktes. Die Endkonsumenten nutzen mittlerweile immer mehr Video On Demand-Angebote, weshalb der stationäre Handel den Verkauf von DVDs & Blu-rays immer mehr reduziert und sich das verbleibende Home Entertainment Geschäft vor allem zu Amazon verlagert hat.

4.3 Unternehmen

Die Jahre 2024 sowie 2025 sind Übergangsjahre für die Gesellschaft. Die S100Int wird sich weiterhin konsequent zu einem Produktionsunternehmen für Content weiterentwickeln, damit mehr eigene Programme für die Distribution zur Verfügung stehen. Das zukünftige Distributionsvolumen wird durch zusätzliche Eigenentwicklungen, Koproduktionen und der Akquise von Drittprogrammen erhöht. Hierfür wurden Executive Producer national und international eingestellt. Aufgrund von Produktionsverschiebungen aus dem Jahr 2024 ins Jahr 2025 stehen im Jahr 2025 mehrere Neuproduktionen aus dem Konzernverbund sowie auch eine höhere Anzahl von Drittprogrammen zur Verfügung. Es wird ein deutlicher Umsatz und EBITDA Anstieg erwartet. Die erwartete Umsatz- und Ergebnissteigerung basiert im Wesentlichen auf drei Faktoren: Der Auslieferung mehrerer geplanter Eigen- und Koproduktionen, dem Hochlauf neu akquirierter Drittmarken im Licensing-Bereich sowie der Erweiterung des Vertriebsportfolios um neue Drittprogramme in den Segmenten Global Distribution und Movie.

15 RTL news vom 12.03.2023, „Mytoys schließt: Alle Filialen machen dicht“; Express.de vom 04.03.2023 „Nächste Pleite nach Karstadt, Görtz & Co.: Mode-Händler aus NRW steht vor dem Aus“

Die geplante Entwicklung der finanziellen Leistungsindikatoren basiert auf den derzeitigen Konjunkturprognosen. Sollten sich die Rahmenbedingungen über die getroffenen Annahmen hinaus verschlechtern oder größere Risiken eintreten, könnte dies die Ergebnisziele negativ beeinflussen. Der Start in das 1. Quartal lässt jedoch eine positive Entwicklung auf Budgetniveau erwarten.

 

München, 9. Mai 2025

Studio 100 International GmbH

Martin Krieger

Hans Bourlon

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