Gebr. Heinemann Verwaltungs SEHamburgKonzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2021 bis zum 31.12.2021Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 20211. Grundlagen des Konzerns Die Gebr. Heinemann Gruppe (nachfolgend: Gebr. Heinemann, das Unternehmen oder die Gruppe) gehört zu den bedeutendsten Akteuren des globalen Travel-Retail-Markts. Das Unternehmen betreibt und beliefert Duty Free & Travel Value Shops, in Lizenz geführte Markenboutiquen und Concept Stores an internationalen Flughäfen, auf Kreuzfahrtschiffen und Fähren sowie an Grenzübergängen (Bordershops) und ist Lieferant für Fluggesellschaften (Inflight Retail). Seit seiner Gründung im Jahr 1879 wird das Unternehmen von Mitgliedern der Familie Heinemann geführt. Heute ist die vierte Generation mit den Inhabern Claus und Gunnar Heinemann im Verwaltungsrat und die fünfte Generation durch Inhaber und Co-CEO Max Heinemann in der Geschäftsführung vertreten. Die weiteren Mitglieder der Geschäftsführung sind Co-CEO Raoul Spanger, Chief Sales Officer (CSO) Florian Seidel, Chief Commercial Officer (CCO) Dr. Dirk Schneider sowie Chief Financial Officer (CFO) Dr. Kai Deneke. Die Geschäftsführung in ihrer jetzigen Konstellation besteht seit dem 30.06.2022. Bis zu diesem Datum setzte sich die Geschäftsführung aus Max Heinemann (CEO), Raoul Spanger (COO), Dr. Dirk Schneider (CCO) und Stephan Ernst (CFO) zusammen. Das weltweite operative Geschäft der Gruppe umfasst 44 Konzerngesellschaften, die in vier regionalen Unterstrukturen zusammengefasst sind. Davon werden 28 Gesellschaften vollkonsolidiert, 8 Gesellschaften quotal konsolidiert und 6 Gesellschaften werden at Equity in den Konzernabschluss einbezogen. Von seinem Sitz in der Hamburger HafenCity unterhält Gebr. Heinemann internationale Geschäftsbeziehungen mit regionalen Schwerpunkten in Europa und Asia Pacific. Die Tochtergesellschaft Heinemann Asia Pacific betreibt von ihrem Standort in Singapur aus geschäftliche Aktivitäten von Australien bis Malaysia. Durch seine Tochtergesellschaft Heinemann Americas mit Sitz in Miami agiert Gebr. Heinemann als Shopbetreiber und Lieferant an Bord zahlreicher Kreuzfahrtreedereien in Nord- und Südamerika sowie der Karibik. Gebr. Heinemann hat sich zu einem der modernsten Logistiker auf dem Travel-Retail-Markt entwickelt. Der Warenfluss rund um den Globus wird von zwei Logistikzentren in Hamburg-Allermöhe und Erlensee bei Frankfurt gesteuert. Die Strategie der Gruppe zielt darauf ab, ihre Ertrags- und Finanzkraft durch profitables Wachstum nachhaltig zu steigern und damit ihre führende Marktposition im globalen Travel-Retail-Markt langfristig zu festigen. Hierfür spielen der Gewinn und die Verlängerung von attraktiven Flughafenkonzessionen, der weitere Ausbau des Distributionsgeschäfts, die Entwicklung von innovativen Retailkonzepten zur Steigerung des Umsatzes pro Passagier sowie die Erhöhung von Kundenorientierung und Effizienz in allen kommerziellen und logistischen Kernprozessen eine bedeutende Rolle. Die zentralen Steuerungsgrößen des Konzerns sind Umsatzerlöse und das Ergebnis vor Steuern. Daneben sind auch Kapitaleinsatz und -struktur (Verschuldungsgrad, Eigenmittelquote) wichtige Kennzahlen. 2. Gesamtwirtschaftliches und branchenbezogenes Umfeld Auch im Jahr 2021 stand die weltweite Reisebranche im Schatten der Covid-19-Pandemie. Allerdings zeichnete sich eine leichte Erholung ab, die auf der schrittweisen Lockerung oder Aufhebung von Reisebeschränkungen in Kombination mit steigenden Impfquoten in vielen Ländern beruhte. Die "United Nations World Tourism Organisation" (UNWTO) zählte für das Jahr 2021 415 Millionen internationale Touristenankünfte. Das sind 15 Millionen mehr als 2020 und entspricht einem Wachstum von 4 Prozent. Dennoch lag der internationale Tourismus damit immer noch 72 Prozent unter dem Wert des Jahres 2019 vor der Pandemie. Auch der internationale Flugverkehr zog wieder an. Die "International Air Transport Association" (IATA) stellte fest, dass die wachsende Nachfrage selbst durch die Reisebeschränkungen aufgrund der Omikron-Variante des Coronavirus nicht ausgebremst, sondern nur kurzzeitig - um zwei Wochen im Dezember - verlangsamt wurde. Der Passagierflugverkehr, gemessen in umsatzwirksamen Passagierkilometern, lag 2021 58,4 Prozent unter dem Niveau von 2019. Das ist eine Erholung um 7,4 Prozentpunkte gegenüber dem Jahr 2020, in dem die umsatzwirksamen Passagierkilometer um 65,8 Prozent gegenüber 2019 zurückgegangen waren. Die Gesamtzahl der Flugreisenden lag 2021 rund 53 Prozent unter dem Level von 2019. Das Kreuzfahrtgeschäft war im Jahr 2021 noch in vielen Regionen durch "No-sail-Orders", Stilllegungen einzelner Schiffe oder geringe Passagierauslastungen aufgrund staatlich vorgeschriebener Regelungen und/oder strenger Hygienemaßnahmen beeinträchtigt. Insgesamt lag das weltweite Passagieraufkommen bei knapp 14 Millionen Reisenden und damit 96 Prozent über 2020, jedoch noch fast 50 Prozent unter dem Niveau von 2019. CLIA (Cruise Lines International Association), der größte Verband der Kreuzfahrtindustrie, schätzte, dass zur Jahreswende 2021/2022 etwa 70 Prozent der rund 360 Kreuzfahrtschiffe weltweit wieder in Betrieb waren. Die Pandemie hat sich auf die grundsätzliche Beliebtheit des Reisens mit der Fähre positiv ausgewirkt: Die Marktforschungen sowohl des internationalen Branchenverbands Interferry als auch des deutschen Verbands der Fährschifffahrt und Fährtouristik (VFF) zeigen ein stabiles bis wachsendes Interesse an dieser Art des Reisens. Weltweite Online-Suchanfragen nach Fährverbindungen hatten im Herbst 2021 weitgehend wieder das Vor-Covid-Niveau erreicht, während die Suchanfragen nach Flügen noch deutlich niedriger waren. Fähren werden als sichere Reiseform wahrgenommen. Der VFF hat für den deutschen Quellmarkt ermittelt, dass über die vergangenen fünf Jahre 23 Millionen Passagiere Fährreisen in Nord- und Südeuropa gebucht hatten und dass während der Pandemie die Möglichkeit der Mitnahme des eigenen Pkws als Entscheidungskriterium von wachsender Bedeutung war. Das Bordershop-Geschäft war 2021 weiterhin durch Einschränkungen des Grenzverkehrs betroffen. Hier zeigten sich große regionale Unterschiede im Zeitverlauf der Pandemie und in Abhängigkeit der jeweils gültigen Reiserestriktionen. Die Pandemie hat den Trend zu "erdgebundenen" Reisen, sprich Reisen mit dem eigenen Fahrzeug deutlich verstärkt - davon profitierten auch die Bordershops. Bereits im Jahr 2020, als der Flug- und Kreuzfahrtverkehr erstmals zum Erliegen gekommen war, gewann der Reisehandel an den Grenzübergängen an Bedeutung. Sobald die Grenzen nach den strengen Schließungen allmählich wieder geöffnet wurden, waren die Bordershops schnell wieder im Geschäft und erzielten gute Umsätze. Für 2021 zeichnete die Central & Eastern European Travel Retail Association (CEETRA) ein ähnliches Bild und stellte fest, dass die Grenzshops die vielversprechendsten Anzeichen für eine Erholung des Duty-Free-Geschäfts in Mittel- und Osteuropa boten. Inflight Retail, der Einzelhandel an Bord von Flugzeugen, ist als Vertriebskanal durch eine komplexe Logistik und ein Einkaufserlebnis gekennzeichnet, das sich hauptsächlich auf Trolley-Verkäufe und Kataloge konzentriert. Durch die limitierte Anzahl von Flügen bei gleichzeitig strengen Hygieneauflagen, wurde Inflight Retail von den Auswirkungen der Pandemie besonders hart getroffen. In einem Artikel vom Februar 2022 kommentiert das Fachmagazin TR Business die aktuellen Rahmenbedingungen des Vertriebskanals: "Eine vorsichtige Erholung des Verbrauchervertrauens hat laut IATA dazu beigetragen, die kränkelnden Passagierzahlen im Jahr 2021 anzukurbeln, wobei die globale Luftfahrtindustrie einen Rückgang der Einnahmen pro nachgefragtem Passagierkilometer von 58,4 Prozent gegenüber dem Gesamtjahr 2019 verzeichnete." Aufgrund der Bemühungen der Fluggesellschaften, ihren CO 2 -Ausstoß zu verringern, haben Airlines wie Qantas oder SAS in den vergangenen Jahren bereits den Duty-Free-Verkauf an Bord eingestellt, um Gewicht und damit Treibstoff einzusparen. Andere Airlines setzen für die Zukunft auf ein hybrides Modell, das den Verkauf vom Trolley und digitale Bestellmöglichkeiten vereint sowie auf ein nachhaltigeres, spezielleres Sortiment fokussiert ist. Insgesamt verlief die Erholung der Reisebranche langsam und in den einzelnen Weltregionen uneinheitlich, was auf verschiedene Regularien, Impfquoten und das unterschiedliche Vertrauensniveau der Reisenden zurückzuführen ist. Europa und Nordamerika machten die größten Schritte auf dem Weg in die "neue Normalität", mit einem Wachstum der internationalen Touristenankünfte um 19 beziehungsweise 17 Prozent gegenüber dem historischen Tiefstand im Jahr 2020. Die Asien-Pazifik-Region dagegen hinkt dem Erholungskurs hinterher, da vor allem der Schlüsselmarkt China weiterhin nur geringe Anzeichen für eine baldige Lockerung seiner strengen internationalen Reisebeschränkungen erkennen lässt. Mit der sich abzeichnenden Erholung der Reisebranche gewann 2021 auch der Travel Retail wieder an Stärke. So verzeichnete die "European Travel Retail Confederation" (ETRC) in ihrer Auswertung für 203 europäische Flughäfen ein Umsatzwachstum von 8,8 Prozent gegenüber 2020. Dabei stieg der durchschnittliche Umsatz pro Passagier an diesen Flughäfen deutlich, und zwar um 14 Prozent gegenüber dem Niveau des Vorkrisenjahres 2019. Die Pandemie hat weltweit viele Industriezweige stark geschwächt, was eine erhöhte Inflation und die Unterbrechung globaler Lieferketten nach sich zog. Die Lieferkrise führte auch im Travel Retail zeitweise zu Engpässen in der Produktverfügbarkeit. 3. Geschäftsentwicklung der Gebr. Heinemann Gruppe 3.1. Darstellung des Geschäftsverlaufs Zu Beginn des Jahres 2021 startete Gebr. Heinemann in allen Vertriebskanälen auf einem niedrigen Niveau, bedingt durch die aus der andauernden Coronakrise resultierenden starken Restriktionen für den Reisemarkt. Bis Ende März 2021 war die Hälfte aller Shops von Gebr. Heinemann geschlossen. Auch die Nachfrage der Distributionskunden war zurückhaltend. Eine Erholung stellte sich übergreifend erst in der zweiten Jahreshälfte ein, als insbesondere innerhalb der EU das Reisen für Geimpfte deutlich einfacher wurde. Der größte Umsatzanteil am Gesamtgeschäft entfiel auch im Jahr 2021 auf die Shops an den Flughäfen (insbesondere in der ersten Jahreshälfte). Je nach Reisebeschränkung und Entwicklung des Pandemiegeschehens waren Standorte mehr (Nord- und Westeuropa) oder weniger (Istanbul, Moskau, Kiew) stark von Schließungen und Umsatzeinbußen betroffen. An größeren Flughäfen (z.B. Frankfurt) konzentrierte sich das Geschäft auf wenige Terminals, sodass einige Shops das gesamte Jahr geschlossen blieben. Andere Flughäfen erlaubten eine teilweise Schließung von Shops, um das Geschäft an den verbleibenden Passagieren ausrichten zu können. An den meisten Flughäfen gaben Kunden im Durchschnitt mehr aus. Der zweitstärkste Vertriebskanal 2021 waren Bordershops. Die Shops konnten zumeist das ganze Jahr über geöffnet bleiben (mit wenigen Ausnahmen wie Ukraine und Tschechien), und der Umsatz ging dort im Vergleich zu 2019 deutlich weniger zurück als in den anderen Vertriebskanälen. Gegenüber dem Jahr 2020 ist der Bordershop-Umsatz 2021 insgesamt (Groß- und Einzelhandel) um 16 Prozent gesunken. Im Zuge der Portfolio-Optimierung wurden die Gesellschaft Travel Free Kroatien (4 Shops) und die Bordershops der Gesellschaft Regal GH Slowenien (9 Shops) verkauft. Trotz der oben beschriebenen anhaltenden Reiserestriktionen für Kreuzfahrtschiffe und Fähren konnte das niedrige Umsatzniveau des Vorjahres in diesem Vertriebskanal um 12 Prozent gesteigert werden, es blieb aber mit 40 Prozent des Umsatzes von 2019 noch deutlich unter dem Vor-Corona-Niveau. Heinemann Americas hat in der zweiten Jahreshälfte 2021 die neuen Kreuzfahrtschiffe "Odyssey of the Seas" und "Mardi Gras" in Dienst gestellt und den Betrieb auf den Schiffen "Carnival Liberty", "Sky Princess" und "Independence of the Seas" wieder aufgenommen. Das Fährgeschäft war 2021 durch geringe Passagierauslastungen geprägt, allerdings lag der Umsatz pro Passagier weitestgehend deutlich über Normalniveau. Neues Geschäft gab es vor allem zum Ende des Jahres auf den "Brexit"-Routen. Der Umsatz der Gebr. Heinemann Gruppe nach Warengruppen wies im Jahr 2021 Spirituosen, Tabakwaren, Süßwaren und Delikatessen als stärkste Kategorie aus, gefolgt von Parfüm und Kosmetik sowie der Warengruppe Mode, Accessoires, Uhren und Schmuck. Ein anhaltender Trend zu Luxusartikeln und Geschenken sowie nachhaltigen Produkten war erkennbar. Gebr. Heinemann hat seine Produktpalette anhand marktspezifischer Verkaufsdaten und Wirtschaftlichkeit analysiert und optimiert. Dabei setzt das Unternehmen auf die Erhöhung der Anteile von Top-Artikeln mit hoher Marktrelevanz, regionalen Produkten, exklusiv im Reisemarkt bzw. exklusiv bei Gebr. Heinemann verfügbaren Produkten sowie raren und trendigen Artikeln. Operativ standen im Jahr 2021 die Sicherung der wirtschaftlichen Handlungsfähigkeit von Gebr. Heinemann sowie die Vorbereitung auf den Hochlauf des Geschäfts im Fokus. Das Management führte dafür erneut intensive Verhandlungen mit den Lieferanten. Ein wichtiges Thema war zudem die Warenverfügbarkeit, die aufgrund der begrenzten Frachtkapazitäten sowie Rohstoff- und Produktionsengpässen bei den Lieferanten teilweise nicht zufriedenstellend war. Eine Herausforderung stellten die Preissteigerungen und Verknappungen z.B. bei Transportpaletten und Seecontainern dar, die 2021 unter anderem durch die "Ever Given"-Blockade des Suezkanals getrieben wurden. Diese Auswirkungen werden auch 2022 spürbar sein. Um die Nachfrage dennoch bestmöglich zu bedienen, wurde unter anderem der datengestützte Austausch mit Kunden und Lieferanten entlang der gesamten Prozesskette deutlich intensiviert. Die Lieferfähigkeit der Logistikzentren war während des gesamten Jahres sichergestellt. 3.2. Vermögens-, Finanz- und Ertragslage Gebr. Heinemann erwirtschaftete 2021 ein positives Ergebnis vor Steuern (EBT) von 25 Millionen Euro (Vorjahr: -328 Millionen Euro). Das gegenüber dem Vorjahr deutlich verbesserte Ergebnis wirkte sich positiv auf die Finanzlage aus, so dass die Nettofinanzschulden (Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten abzgl. Kassenbestand und Bankguthaben) um 37 Millionen Euro auf 265 Millionen Euro (Vorjahr: 302 Millionen Euro) reduziert werden konnten. Neben der Wertschöpfung aus dem operativen Geschäft profitierte die Liquidität insbesondere von den weiterhin reduzierten Vorratsbeständen sowie der Beschränkung der Investitionen auf operativ notwendige Themen. Trotz des Konzernjahresüberschusses von 44 Tausend EUR verringerte sich das Eigenkapital zuzüglich der Verrechnungskonten der Gesellschafter 2021 von 465 Millionen Euro um 18 Millionen auf 447 Millionen EUR, was an dem Rückgang der nicht beherrschendenen Anteile sowie der Verbindlichkeiten ggü. den Gesellschaftern liegt. Die so errechnete wirtschaftliche Eigenkapitalquote von 35 Prozent zum Ende 2021 (Vorjahr: 38 Prozent) entsprach aber weiterhin mehr als einem Drittel der Bilanzsumme. Die bilanzielle Eigenkapitalquote ohne Berücksichtigung der Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern beträgt 28 Prozent (Vorjahr: 30 Prozent). Zusammen mit dem zu Beginn 2020 abgeschlossenen syndizierten Kredit mit einer Laufzeit von fünf Jahren und den beiden Waivern (2020 und 2021) war die Finanzierung der Gebr. Heinemann Gruppe zu jeder Zeit gesichert. Abschließend lässt sich festhalten, dass sich das Geschäftsvolumen 2021 mit einer Steigerung der Umsatzerlöse von 26 Prozent zum Vorjahr (43 Prozent des 2019er-Niveaus) im Rahmen der Erwartungen entwickelt hat. Prognostiziert waren 40 bis 50 Prozent des Umsatzes von 2019. Demgegenüber hat das Ergebnis vor Steuern (EBT) mit 25 Millionen Euro die Planung deutlich übertroffen - erwartet war ein Verlust von 35 bis 45 Millionen Euro. Insgesamt blickt die Gruppe daher trotz der noch immer massiven Auswirkungen der Pandemie auf ein erfolgreiches Jahr zurück. 3.2.1 Umsatzentwicklung Der Gruppenumsatz im Geschäftsjahr 2021 betrug insgesamt 1.560 Millionen Euro (Vorjahr: 1.243 Millionen Euro) und lag damit 26 Prozent über dem Vorjahr. Der Einzelhandelsumsatz lag 2021 mit 866 Millionen Euro 18 Prozent über dem Vorjahr (736 Millionen Euro). Dabei entwickelten sich die Umsätze an den Flughäfen (+25 Prozent) und auf den Kreuzfahrtschiffen (+26 Prozent) am stärksten. Der Bordershop-Umsatz sank dagegen (-9 Prozent). Das Distributionsgeschäft verzeichnete 2021 mit 619 Millionen Euro (Vorjahr: 448 Millionen Euro) eine Umsatzsteigerung von 38 Prozent. Regional betrachtet war der europäische Markt mit einem Umsatzanteil von 86 Prozent (Vorjahr: 82 Prozent) und einem Umsatz von 1.347 Millionen Euro (Vorjahr: 1.023 Millionen Euro) weiterhin der bedeutendste Markt für die Gebr. Heinemann Gruppe. An zweiter Stelle lag der Markt Asien-Pazifik mit einem Umsatzanteil von 6 Prozent (Vorjahr: 11 Prozent), dicht gefolgt von dem Markt Naher Osten mit 5 Prozent Umsatzanteil (Vorjahr: 4 Prozent). Die übrigen Gebiete (Amerika und Afrika) blieben 2021 beide unter jeweils 2 Prozent Umsatzanteil. 3.2.2 Ertragslage Das Ergebnis vor Steuern (EBT) 2021 betrug 25 Millionen Euro und lag damit um +353 Millionen Euro über dem Vorjahr (-328 Millionen Euro). Zu der deutlichen Erhöhung des EBT trug die Währungsumstellung der türkischen Tochtergesellschaft Unifree Duty Free Isletmeciligi A.S. (Unifree), Istanbul / Türkei, zum 1. Januar 2021 mit einem in den sonstigen betrieblichen Erträgen ausgewiesenen Ertrag in Höhe von 45 Millionen EUR bei. Gegenläufig wirkte sich die Währungsumstellung der ATÜ Turizm Isletmeciligi A.S (ATÜ), Istanbul / Türkei mit einem in dem Ergebnis aus Beteiligungen ausgewiesenen Aufwand in Höhe von -22 Millionen EUR aus. In den Vorjahren wurden Unifree und ATÜ auf Grundlage von in Türkischer Lira aufgestellten Abschlüssen in den Konzernabschluss einbezogen. Wegen der hauptsächlich in der Währung Euro abgewickelten Transaktionen und der in Euro aufgestellten, türkischen handelsrechtlichen Jahresabschlüsse wurde die Konsolidierung dieser Gesellschaften zum 1. Januar auf die handelsrechtlichen Jahresabschlüsse in der Währung Euro umgestellt, aus der sich die genannten ergebniswirksamen Auswirkungen ergaben. Ohne Berücksichtigung dieser einmaligen Umstellungseffekte trugen die Gesellschaften Unifree bzw. ATÜ im Berichtsjahr auf Grundlage der konsolidierten Euro-Abschlüsse mit einem Jahresüberschuss von 4 Millionen Euro bzw. einem anteiligen Jahresfehlbetrag von 495 Tausend Euro zum Konzernergebnis bei. Die in den Konzernabschluss des Vorjahres einbezogenen Ergebnisse von Unifree (-120 Millionen Euro) und ATÜ (+3 Millionen Euro) sind daher nicht vergleichbar mit dem abgelaufenen Geschäftsjahr. Im Vorjahr wurden in den Euro-Abschlüssen der Gesellschaften Unifree bzw. ATÜ Ergebnisse in Höhe von -49 Millionen Euro bzw. +13 Millionen Euro ausgewiesen. Ein wesentlicher Hebel für die deutliche Steigerung des Ergebnisses war auch das im Jahr 2020 gestartete und 2021 fortgeführte umfangreiche Maßnahmenprogramm für die Gebr. Heinemann Gruppe, welches 2021 seine volle Wirkung entfaltete und gleichermaßen die Basis für die Absicherung der zukünftigen Ertragskraft des Unternehmens ist. Durch den 2020 eingeleiteten Personalabbau und die Nutzung von Kurzarbeitergeld in Deutschland und vergleichbaren staatlichen Unterstützungsgeldern in anderen Ländern konnten die Personalkosten 2021 im Vergleich zu 2019 um 44 Prozent reduziert werden; im Vergleich zu 2020 ergab sich eine Reduzierung von 14 Prozent. Ohne die Nutzung von Kurzarbeitergeld wären die Personalaufwendungen im Berichtsjahr um circa 19 Millionen Euro höher ausgefallen. Die erfolgreichen Verhandlungen mit den Flughäfen zur Anpassung der Konzessionsabgaben waren ein weiterer großer Hebel zur Reduzierung der Kosten. Im Jahr 2021 konnten die Konzessionsabgaben im Vergleich zu 2019 von 23 Prozent auf 20 Prozent des Umsatzes gesenkt werden. Der strukturelle Personalabbau und die Reduzierung der Konzessionsabgaben an mehreren Flughäfen über das Jahr 2021 hinaus sind kurz- bis mittelfristig die wesentlichen Hebel, um während des erwarteten Hochlaufs weiterhin von einer reduzierten Kostenbasis zu profitieren. Nachhaltig verbesserte Lieferkonditionen und der Erhalt des im Jahr 2020 erreichten geringeren Bestandsniveaus waren ebenfalls wichtige Maßnahmen zur Kostensenkung und Liquiditätsabsicherung. Es wurden nur notwendige Investitionen getätigt, und alle operativen Kosten wurden soweit möglich reduziert. Bei der Umsatzerhöhung von 26 Prozent stieg der Materialaufwand (2021: 908 Millionen EUR; 2020: 761 Millionen EUR) unterproportional um 19 Prozent, was hauptsächlich an der hohen Materialaufwandsquote 2020 in Höhe von 61 Prozent (2021: 58 Prozent) aufgrund von Sonder- und Ausverkäufen wegen der Covid-19-Krise lag. Dadurch stieg der Deckungsbeitrag um 3 Prozentpunkte und lag 2021 bei 42 Prozent (Vorjahr: 39 Prozent). Die sonstigen betrieblichen Erträge stiegen deutlich um 31 Prozent von 175 Millionen Euro auf 230 Millionen Euro und resultierten im Wesentlichen aus der im Berichtsjahr erfolgten Währungsumstellung von türkischer Lira auf Euro der Unifree (+45 Millionen Euro), aus Erträgen, die als Ergebnis erfolgreicher Verhandlungen mit Flughäfen hinsichtlich Konzessionen entstanden sind (+41 Millionen Euro) sowie aus Einnahmen aus staatlichen Coronahilfen (+26 Millionen Euro). Gegenläufig hierzu waren niedrigere Währungserträge (-63 Millionen Euro), die im Wesentlichen auf die Währungsumstellung der Unifree von Lira auf Euro (-52 Millionen Euro) zurückzuführen sind. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen sanken um 110 Millionen Euro (-17 Prozent), was im Wesentlichen auf niedrigere Währungsverluste (-165 Millionen Euro) zurückzuführen ist. Davon entfielen -142 Millionen Euro auf die weggefallenen Währungsverluste aufgrund der Währungsumstellung der Unifree von türkischer Lira auf Euro. Gegenläufige Effekte wurden primär bei den Konzessionsabgaben (leicht überproportionale Erhöhung zu den Einzelhandelsumsätzen um 21 Prozent) verzeichnet. Das Ergebnis aus Beteiligungen sank von -13 Millionen Euro im Vorjahr auf -18 Millionen Euro im Berichtsjahr. Die assoziierten Unternehmen erwirtschafteten deutlich bessere Ergebnis als im Vorjahr, aber die Währungsumstellung der ATÜ wirkte sich mit Aufwendungen von -22 Millionen Euro negativ aus. Das Ergebnis aus Beteiligungen betrifft auch Ergebnisse aus assoziierten Unternehmen, in denen Abschreibungen auf Goodwill in Höhe von 5 Millionen Euro (Vorjahr: 19 Millionen Euro Abschreibungen auf Goodwill und Equityansätze) enthalten sind. Die Abschreibungen auf Finanzanlagen und Wertpapiere des Umlaufvermögens bestanden aus Wertberichtigungen auf den Beteiligungsansatz nicht konsolidierter Unternehmen sowie aus Wertberichtigungen auf Ausleihungen an Quotengesellschaften. Das Zinsergebnis verbesserte sich mit -22 Millionen Euro um 4 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahr, was im Wesentlichen auf die bereits dargestellte Umstellung der Währung von Lira auf Euro bei Unifree zurückzuführen ist. Im Vorjahr war das Zinsergebnis durch diesbezügliche Währungsumrechnungseffekte entsprechend belastet. Die Ertragsteuern betrugen im Berichtsjahr -24 Millionen EUR. Die laufende Steuerlast betrug -11 Millionen Euro und die Veränderung der latenten Steuern -13 Millionen EUR. Die Veränderung der latenten Steuern resultiert im Wesentlichen aus der Währungsumstellung des Unifree-Abschlusses und den daraus resultierenden veränderten Abweichungen zwischen Handels- und Steuerbilanz. Der Konzernjahresüberschuss nach nicht beherrschenden Anteilen lag bei 44 Tausend Euro (Vorjahr: 53 Tausend Euro). Damit entsprach das Ergebnis der Ergebniserwartung für das Geschäftsjahr 2021. 3.2.3 Vermögens- und Finanzlage Die Bilanzsumme der Gebr. Heinemann Gruppe lag mit 1.291 Millionen Euro leicht über dem Vorjahresniveau (Vorjahr: 1.234 Millionen Euro). Dabei sank das Sachanlagevermögen, da die Abschreibungen das Investitionsvolumen überstiegen, und die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen stiegen aufgrund des erhöhten Geschäftsvolumens. Die Vorräte (2021: 320 Millionen Euro ; 2020: 323 Millionen Euro) konnten trotz des höheren Umsatzes auf Vorjahresniveau gehalten werden. Die liquiden Mittel (2021: 147 Millionen Euro; 2020: 82 Millionen Euro) waren im Berichtsjahr um 65 Millionen Euro höher als im Vorjahr. Gegenläufig wirkten sich hauptsächlich die niedrigeren latenten Steuern aus. Auf der Passivseite führten im Wesentlichen höhere sonstige Rückstellungen (+34 Millionen Euro), höhere Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten (+28 Millionen Euro) und ein Anstieg der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (+30 Millionen Euro) zur höheren Bilanzsumme. Das Anlagevermögen machte 32 Prozent (Vorjahr: 37 Prozent) der Bilanzsumme aus. Der Anlagendeckungsgrad (das Verhältnis Eigenkapital inklusive langfristiger Bankverbindlichkeiten zum Anlagevermögen) betrug zum Bilanzstichtag 130 Prozent (Vorjahr: 126 Prozent). Unter Berücksichtigung der Verrechnungskonten der Gesellschafter betrug der Anlagendeckungsgrad 140 Prozent (Vorjahr: 146 Prozent). Die Investitionen in das Anlagevermögen wurden auch 2021 aufgrund der Covid-19-Krise auf das Notwendige beschränkt. Hauptsächlich wurde in die Ausstattung der Shops an den Flughäfen, notwendige IT-Ausrüstung sowie in Schulungen, Aus- und Weiterbildungen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter investiert, wobei auch hier im Jahr 2021 weiterhin eine bewusste Kostenreduzierung stattfand. Das Umlaufvermögen lag zum Bilanzstichtag mit 701 Millionen Euro 19 Prozent über dem Vorjahreswert. Die Bestände wurden gezielt auf einem niedrigeren Niveau gehalten, die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen stiegen durch das höhere Geschäftsvolumen um 53 Prozent. Die sonstigen Vermögensgegenstände stiegen dagegen um 28 Prozent, was primär aus Forderungen aus Rückerstattungen von Konzessionsabgaben resultierte. Der Bestand an liquiden Mitteln lag 80 Prozent über dem Vorjahr, was aus höheren Guthaben bei Kreditinstituten einiger Tochtergesellschaften resultierte. Die aktiven und passiven Rechnungsabgrenzungsposten enthalten im Wesentlichen im Voraus bezahlte Konzessionsabgaben bzw. im Voraus erhaltene Konzessionsabgaben von Untermietern am Flughafen Istanbul. Die aktiven latenten Steuern sanken von 35 Millionen Euro im Vorjahr auf 8 Millionen Euro, da im Berichtsjahr eine Saldierung von latenten Steuern auf steuerliche Verlustvorträge mit den passiven latenten Steuern vorgenommen wurde. Im Vorjahr waren die aktiven latenten Steuern auf Verlustvorträge nicht mit den passiven latenten Steuern gemäß § 274 HGB saldiert. Bei einer entsprechenden Saldierung wie im Berichtsjahr hätte sich eine Verminderung der aktiven latenten Steuern um 19 Millionen Euro auf 16 Millionen Euro ergeben. Die Fähigkeit der Unternehmensgruppe, ihren fälligen Zahlungsverpflichtungen nachzukommen, war jederzeit gewährleistet. Allerdings hatte die Coronakrise auch Auswirkungen auf den bestehenden Konsortialkreditvertrag und die damit verbundenen Informations- und Finanzverpflichtungen - insbesondere der vertraglich vereinbarte Verschuldungsgrad-Covenant war von der negativen Geschäftsentwicklung betroffen und musste für mehrere Quartale ausgesetzt werden (Covenant Holiday). Die Aussetzung des Sonderkündigungsrechts aufgrund des nicht eingehaltenen Verschuldungsgrad-Covenants wurde im Mai 2020 und Mai 2021 mit den Kernbanken der Gebr. Heinemann SE & Co. KG verhandelt und von allen Banken bis zum 30. Juni 2022 akzeptiert. Auf dieser Grundlage ist die Finanzierung der Gebr. Heinemann Gruppe derzeit sichergestellt. Das Bankenkonsortium setzt sich aus europäischen Großbanken mit gutem bis sehr gutem Credit Rating zusammen. Die Bankverbindlichkeiten stiegen 2021 von 384 Millionen Euro auf 412 Millionen Euro aufgrund der höheren Inanspruchnahme der Kreditlinien bei der Muttergesellschaft. Zum Bilanzstichtag bestanden zugesagte, aber nicht ausgenutzte Barkreditlinien in Höhe von 235 Millionen Euro (Vorjahr: 319 Millionen Euro). Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen stiegen im Berichtsjahr durch das höhere Einkaufsvolumen um 17 Prozent. Am Jahresende verfügte die Gebr. Heinemann Gruppe über ein Eigenkapital zuzüglich der Verrechnungskonten der Gesellschafter in Höhe von 447 Millionen Euro (Vorjahr: 465 Millionen), was einer Reduzierung um 18 Millionen Euro entspricht. Die so berechnete wirtschaftliche Eigenkapitalquote sank im Berichtsjahr um 3 Prozentpunkte auf 35 Prozent. 4. Unternehmerische Verantwortung Als weltweit tätiges Einzelhandelsunternehmen ist sich Gebr. Heinemann der Auswirkungen seiner Tätigkeit auf die Umwelt und die Gesellschaft bewusst. So werden die eingekauften Produkte oft mit Ressourcen aus verschiedenen Ländern und unter unterschiedlichen Arbeitsbedingungen hergestellt. Die Waren werden häufig über weite Strecken transportiert. Außerdem fällt in allen logistischen Prozessen und in den Beschaffungs- und Produktionsprozessen selbst Abfall an. Darauf basierend hat Gebr. Heinemann im Jahr 2021 die wesentlichen nachhaltigen Entwicklungsziele bis 2030 definiert:
Aktuell werden Maßnahmen zur Teilzielerreichung bis 2024 erarbeitet, die in allen Geschäftsprozessen verankert werden. Gebr. Heinemann hat zudem sein Engagement für die Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen weiter fortgesetzt. Das Unternehmen hat im vergangenen Jahr den dritten UN Global Compact Fortschrittsbericht veröffentlicht. 5. Risiko- und Prognosebericht 5.1. Geschäftsrisiken und Chancen 2021 hat Gebr. Heinemann seine Compliance-Abteilung weiter ausgebaut und das Compliance-Management-System stärker auf einen präventiven Ansatz ausgerichtet. Auf Basis des Code of Ethics wurden die Compliance-Themen Antikorruption, Kartellrecht und Datenschutz systematisch aufgebaut und durch Richtlinien und Pflichtschulungen in das Unternehmen integriert. Die neuen Online-Trainings wurden zielgruppenspezifisch in der Zentrale durchgeführt und wurden verpflichtend von allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern absolviert. Daneben wurden Classroom Trainings zu den Themen Geldwäsche und Sanktionen durchgeführt, die aufgrund der pandemischen Lage per Videoübertragung stattfanden. Eine hohe Aktivität in Sachen Regulierung durch unterschiedliche Gesetzgeber besteht weiterhin rund um das Thema Tabak. Das wirkte sich 2021 vor allem durch das Verbot von Titandioxid und Plastik in Filtern, Verbote verschiedener Displays sowie die Ausweitung der Werbeverbote aus. Zudem existiert eine Initiative der EU zur Verringerung der intra-EU Freimengen für Duty-Paid-Ware sowie eine Diskussion bzgl. der Besteuerung von sogenannten Next Generation Products (NGPs). Seit dem Kriegsbeginn in der Ukraine im Februar 2022 hat Gebr. Heinemann seine Geschäftstätigkeiten in dem Land auf unabsehbare Zeit eingestellt. Die Sicherheit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hat oberste Priorität für Gebr. Heinemann, sodass umgehend Unterstützungsleistungen angeboten und umgesetzt wurden. Gebr. Heinemann ist seit 2010 in der Ukraine vertreten. Aktuell betreibt das Unternehmen gemeinsam mit dem ukrainischen Joint Venture BF&GH Travel Retail Shops an den Flughäfen Boryspil (15 Shops) und Zhuliany (4 Shops) in Kiew sowie am Flughafen in Lwiw (1 Shop). Der geplante Konzernumsatz 2022 wird durch die aktuelle Einstellung der Geschäftsaktivitäten in der Ukraine und in Russland voraussichtlich um 120 Millionen geringer ausfallen, das Konzernergebnis um etwa 15 Millionen Euro belastet. Daneben führt die Entwicklung des Kriegs zu noch nicht absehbaren Auswirkungen auf den Reisemarkt, vornehmlich in Russland. Dies insbesondere vor dem Hintergrund strenger Sanktionsregelungen, an die sich Gebr. Heinemann strikt hält. In der Folge sind ein geringeres Verkehrsaufkommen und ein verminderter Umsatz an den russischen Standorten eingetreten. Durch u.a. eine geringere Kaufkraft aufgrund der Abwertung des russischen Rubels, Einreiseverbote und die Einschränkungen des Flugverkehrs sind negative Auswirkungen auf andere Standorte der Gebr. Heinemann Gruppe nicht auszuschließen. Die im März 2022 stark angestiegenen Öl- und Treibstoffpreise wirken sich zudem auf die Flugpreise aus, woraus Implikationen auf das weltweite Reiseverhalten zu erwarten sind. Weitere allgemeine Risiken liegen insbesondere in Währungsschwankungen, die zu Kaufkraftverlusten in den lokalen Märkten führen können (z.B. türkische Lira, russischer Rubel). Zudem besteht das Risiko von länger anhaltenden Engpasssituationen in einzelnen Beschaffungsmärkten, vor allem aufgrund von Rohstoffknappheiten infolge des Kriegs in der Ukraine sowie fortgesetzter Lockdowns in China und den dadurch unterbrochenen Lieferketten nach Europa. Chancen liegen für die Gruppe vor allem in der wieder stark zunehmenden Dynamik bei Ausschreibungen von Flughafenkonzessionen - besonders an Standorten und in Regionen, wo das Unternehmen bisher nicht vertreten ist (z.B. Frankreich, Spanien) oder seine Präsenz weiter ausbauen kann (z.B. Asien, Australien). Zudem könnte auch eine weitere Konsolidierung des internationalen Travel-Retail-Marktes der Gruppe weitere Möglichkeiten zum Ausbau ihrer Marktposition eröffnen. Wie in Kapitel 2 beschrieben, führen die Aufhebung von Reiserestriktionen vielerorts zu einem starken Anstieg der Reiseaktivitäten sowie deutlich höheren Umsätzen pro Passagier im Vergleich zum Vorkrisenniveau. Hier zeigt sich der hohe Nachholbedarf der Reisenden bezüglich des Produktangebotes im Travel Retail, was vor allem im "Erholungsjahr" 2022 weitere Chancen für die Gruppe birgt. Insbesondere mit Blick auf das hohe Wachstumspotential des globalen Reisemarkts und die bereits hohe Diversifizierung der Gruppe in unterschiedlichsten Regionen und Vertriebskanälen bestehen für Gebr. Heinemann - trotz der momentanen Beeinträchtigungen des Marktes - sehr gute Umsatz- und Ertragsperspektiven, sowohl in 2022 als auch darüber hinaus. 5.2. Prognosebericht Derzeit geht Gebr. Heinemann davon aus, dass die Gruppe 2022 ein Ergebnis vor Steuern (EBT) in Höhe von 60 bis 80 Millionen Euro erwirtschaften wird. Dieser Einschätzung liegt eine detaillierte Planungsrechnung eines als wahrscheinlich erachteten Szenarios (Base Case) zugrunde, welches im Wesentlichen auf folgenden Annahmen basiert:
Mit Blick auf die unterschiedlichen Regionen und Segmente wird prognostiziert, dass sich vor allem das Geschäft an den Flughäfen in der Türkei, Israel und Skandinavien überdurchschnittlich stark erholen wird, ebenso wie das Bordershop-Geschäft, welches bei Lockerung von Reisebeschränkungen erfahrungsgemäß eine deutlich schnellere Erholung verzeichnet als das Flughafen-Geschäft. Ergebnisse der zwischenzeitlich eingeleiteten Restrukturierungsmaßnahmen wurden nur insoweit berücksichtigt, als sie schon vereinbart bzw. umgesetzt wurden. Die Annahmen bezüglich der Erholung des Reisemarkts stimmen mit den veröffentlichten Prognosen der Luftfahrt überein. Die IATA prognostiziert, dass die Zahl der Fluggäste 2022 insgesamt 83 Prozent und 2023 voraussichtlich 94 Prozent des Niveaus vor Covid-19 im Jahr 2019 erreichen wird. Das Überschreiten des Niveaus von 2019 wird für 2024 erwartet. Dieser Trend gilt auch für die international Reisenden. Die IATA erwartet hier für 2022, dass die Passagierzahl 69 Prozent des Vor-Corona-Jahres erreicht, nachdem die Zahl der international Reisenden 2021 auf 27 Prozent des Niveaus von 2019 gesunken war. Das Vor-Corona-Niveau wird bei den international Reisenden nach dieser Prognose allerdings erst wieder 2025 erreicht sein. Je nach Region wird die Erholung jedoch variieren. Umsatzseitig wird für das Jahr 2022 - in Abhängigkeit von der Aufhebung der Reisebeschränkungen und der damit verbundenen Erholung des Passagieraufkommens - mit einem Wachstum von 60 bis 80 Prozent gerechnet. Die Umsatzerwartung bleibt damit weiterhin 20 bis 30 Prozent unter dem Umsatz von 2019. Der Krieg in der Ukraine und seine individuellen Auswirkungen auf einzelne Konzerngesellschaften wurden im betrachteten Szenario berücksichtigt. Dabei wurde für die unmittelbar betroffenen Beteiligungen bis zum Jahresende 2022 die Umsatzerwartung vollständig auf null gesetzt (Ukraine) bzw. in Russland deutlich reduziert (zwischen - 50 Prozent und -75 Prozent im Vergleich zur ursprünglichen Planung). Trotz der mit dem Krieg in der Ukraine einhergehenden Reduzierung der Wertschöpfung geht Gebr. Heinemann aufgrund der verbesserten Kostenstrukturen sowie deren hoher Variabilität davon aus, das Ergebnis vor Steuern aus dem Jahr 2021 (+25 Millionen Euro) deutlich übertreffen zu können. Wie in Kapitel 3.2.3 ausgeführt, wurde die Aussetzung des Sonderkündigungsrechts des Konsortialkreditvertrags aufgrund des nicht eingehaltenen Verschuldungsgrad-Covenants von allen Konsortialbanken bis zum 30. Juni 2022 akzeptiert. Auf Basis der oben beschriebenen Planung geht Gebr. Heinemann davon aus, dass ab dem 30. Juni 2022 alle Covenants eingehalten werden. Nach Auffassung von Gebr. Heinemann wird der internationale Reiseverkehr auch in Zukunft eine große Bedeutung haben und Duty Free & Travel Value wird zu jedem Zeitpunkt ein wichtiger Bestandteil des Reisens bleiben. Das Jahr 2021 hat eindrucksvoll bewiesen, dass gekauft wurde, wenn gereist wurde, und dass der Durchschnittsbon in dieser Zeit sogar höher ausfiel als vor der Pandemie. Das Geschäftsmodell von Gebr. Heinemann funktioniert. Daher bereitet sich das Unternehmen weiter aktiv auf das Hochfahren der globalen Mobilität und die damit verbundenen länderspezifischen Regelungen vor.
Hamburg, 21. Juli 2022 Max Heinemann Dr. Kai Deneke Dr. Dirk Schneider Raoul Spanger Florian Seidel Konzernbilanz zum 31. Dezember 2021AKTIVSEITE
PASSIVSEITE
Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2021 bis 31. Dezember 2021
Entwicklung des Konzerneigenkapitals zum 31. Dezember 2021in TEUR
Konzernkapitalflussrechnung
Konzernanhang für das Geschäftsjahr 2021Allgemeine Angaben zum Konzernabschluss Der Konzernabschluss der Gebr. Heinemann Verwaltungs SE (Amtsgericht Hamburg, HR A 121139) und ihrer Tochtergesellschaften wird nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches aufgestellt. Zur Verbesserung der Klarheit und Übersichtlichkeit werden einzelne Posten in der Konzernbilanz und der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung zusammengefasst und im Konzernanhang gesondert ausgewiesen und erläutert. Die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung wird nach dem Gesamtkostenverfahren gem. §§ 298 Abs. 1, 275 Abs. 2 HGB aufgestellt. Konsolidierungskreis In den Konzernabschluss werden inklusive der Gebr. Heinemann Verwaltungs SE 41 Unternehmen (Vorjahr: 50) einbezogen, bei denen die Gebr. Heinemann Verwaltungs SE direkt oder indirekt die Mehrheit der Stimmrechte besitzt. Außerdem werden 16 Gemeinschaftsunternehmen (Vorjahr: 14) und 8 assoziierte Unternehmen (Vorjahr: 18) in den Konzernabschluss einbezogen. Nicht einbezogen werden 16 Tochtergesellschaften (Vorjahr: 18) und 8 Gemeinschafts- und assoziierte Unternehmen (Vorjahr: 6), die für die Vermittlung eines den tatsächlichen Verhältnissen entsprechenden Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns von untergeordneter Bedeutung sind. Die Unternehmen, die von einem in den Konzernabschluss einbezogenen Konzernunternehmen gemeinsam mit einem nicht in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen geführt werden, werden gemäß § 310 HGB im Rahmen der Quotenkonsolidierung und die assoziierten Unternehmen gemäß § 311 HGB nach der Equity-Methode in den Konzernabschluss einbezogen. In 2021 wurden die Gesellschaften Heinemann Macau Ltd., Macau, und GHARAGE Ventures GmbH, Hamburg, erstmalig als vollkonsolidierte Unternehmen und die Gesellschaften GATEZERO GmbH, Berlin, und Smartseller Sl d.o.o., Brnik / Slowenien, als quotenkonsolidierte Unternehmen in den Konzernabschluss einbezogen. Die Gesellschaft BF & GH Holding Ukraine Ltd., Nicosia / Zypern, wurde auf den 1.1.2021 mit der als assoziierter Gesellschaft einbezogenen T.R.P. Travel Retail Partners Ltd., Larnaka / Zypern, verschmolzen und daher im Berichtsjahr entkonsolidiert. Die Gesellschaften Regal Gebr. Heinemann d.o.o. Ljubljana / Slowenien, Travel Free d.o.o., Zagreb / Kroatien, Heinemann Egypt for Trading, Sharm el Sheikh / Ägypten, Heinemann Egypt Duty Free, Kairo / Ägypten, Sambur AG, Samnaun / Schweiz, BF & GH Travel Retail Ltd., Kyiv / Ukraine und KievRianta LCC, Kyiv / Ukraine wurden im Berichtsjahr aufgrund von Veräußerungen bzw. Änderungen der Anteilsverhältnisse entkonsolidiert. Die Gesellschaften Heinemann Scorpio International Holding Limited, London / Vereinigtes Königreich und Scorpio Worldwide Limited, London / Vereinigtes Königreich, wurden wegen geplanter Liquidierung entkonsolidiert. Im Vorjahr wiesen die entkonsolidierten Gesellschaften kumuliert eine Bilanzsumme von TEUR 25.180 aus und erzielten bei einem Umsatz von TEUR 48.713 und einen Jahresfehlbetrag von TEUR 560. Die Aufstellung des Anteilsbesitzes des Konzerns gemäß § 313 Abs. 2 HGB ist in der Anlage 2 zum Anhang enthalten. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden Für die in den Konzernabschluss einbezogenen voll- und quotenkonsolidierten Gesellschaften werden einheitliche Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden nach den für Kapitalgesellschaften und Personengesellschaften im Sinne von § 264a HGB geltenden Vorschriften angewandt. Eine Anpassung der Bewertungsmethoden der assoziierten Unternehmen an die konzerneinheitlichen Bewertungsmethoden erfolgte nicht. Der Konzernabschluss wurde unter der Zugrundelegung des Grundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufgestellt. Im Berichtsjahr wurde die Gliederung der Kapitalflussrechnung zur Erfüllung aller Anforderungen des DRS 21 im Vergleich zum Vorjahresausweis angepasst. Zur Gewährleistung der Vergleichbarkeit wurden die Vorjahreszahlen entsprechend dem Berichtsjahresausweis angepasst. Konsolidierungsgrundsätze Die Rechnungslegung der in den Konzern einbezogenen Tochtergesellschaften erfolgte einheitlich auf den Stichtag 31. Dezember. Die assoziierten Unternehmen Big Five Duty Free (Pty) Ltd., Gauteng / Südafrika, und RET Retail Export Trading Ltd., Gauteng / Südafrika mit einem abweichenden Geschäftsjahr haben einen Zwischenabschluss zum 31. Dezember 2021 erstellt. Bei der erstmaligen Einbeziehung von voll- und quotenkonsolidierten Unternehmen in den Konzernabschluss wird für die Kapitalkonsolidierung die Neubewertungsmethode auf den Zeitpunkt des Erwerbs der Anteile oder Gründung der Tochtergesellschaft angewandt. Dabei werden die Anschaffungskosten für die Anteile an den Tochtergesellschaften mit dem auf den Konzern entfallenden Anteil am Eigenkapital aufgerechnet. Hierbei entstehende Unterschiedsbeträge werden den zu übernehmenden Vermögensgegenständen und Schulden bis zur Höhe der Zeitwerte zugerechnet. Verbleibende aktive Unterschiedsbeträge werden als Geschäfts- oder Firmenwert aktiviert und über ihre voraussichtliche Nutzungsdauer abgeschrieben. Die voraussichtliche Nutzungsdauer wird grundsätzlich nach der ursprünglichen Laufzeit derjenigen Verträge bemessen, welche die Geschäftsgrundlage der betreffenden Gesellschaft bilden (z.B. dem jeweiligen Konzessionsvertrag). Sofern die wirtschaftliche Entwicklung der betreffenden Gesellschaft schon im Erwerbszeitpunkt mit größeren Unsicherheiten behaftet ist, wird diesem Umstand durch den Ansatz einer kürzeren Nutzungsdauer des Geschäfts- oder Firmenwerts Rechnung getragen. Die Konsolidierung der assoziierten Unternehmen erfolgt grundsätzlich nach der Buchwertmethode. Im Anschaffungs- oder Gründungszeitpunkt ist ein aktiver Unterschiedsbetrag in Höhe von insgesamt TEUR 41.121 entstanden; davon sind TEUR 36.378 abgeschrieben. Aufgrund der Fortführung des anteiligen Eigenkapitals zu historischen Kursen werden Währungskursveränderungen insoweit nicht in den Equityansätzen der Beteiligungen zum Abschlussstichtag abgebildet. Aufgrund der Langfristigkeit der Engagements sehen wir keine Notwendigkeit für eine Abbildung dieser Währungsschwankungen in den Wertansätzen und wenden daher weiterhin die zulässige Bewertung des Eigenkapitals unserer at-Equity einbezogenen Beteiligungen zu historischen Kursen an. Konzerninterne Umsätze, Aufwendungen und Erträge sowie Forderungen, Verbindlichkeiten und Rückstellungen zwischen Konzerngesellschaften werden ebenso eliminiert wie konzerninterne Anlagenverkäufe. Zwischenergebnisse aus konzerninternen Lieferungen und Leistungen werden im Rahmen der Zwischenergebniseliminierung herausgerechnet. Auf die ergebniswirksamen Konsolidierungsvorgänge werden Steuerabgrenzungen vorgenommen, soweit sich der abweichende Steueraufwand in späteren Geschäftsjahren voraussichtlich ausgleicht. Im Berichtsjahr werden erstmals für alle wesentlichen konzerninternen Darlehen mit beteiligungsähnlichem Charakter die währungskursbedingten Differenzen aus der Schuldenkonsolidierung ergebnisneutral in den Posten "Eigenkapitaldifferenz aus Währungsumrechnung" eingestellt. Aus der rückwirkenden Anpassung resultiert ein periodenfremder Ertrag in Höhe von TEUR 9.684. In den Vorjahren wurden die türkische Tochtergesellschaft Unifree Duty Free Isletmeciligi A.S. (Unifree), Istanbul / Türkei, und das assoziierte Unternehmen ATÜ Turizm Isletmeciligi A.S. (ATÜ), Istanbul / Türkei, auf Grundlage von in Türkischer Lira aufgestellten Abschlüssen in den Konzernabschluss einbezogen. Wegen der hauptsächlich in der Währung Euro abgewickelten Transaktionen und der in Euro aufgestellten, türkischen handelsrechtlichen Jahresabschlüsse wurde die Konsolidierung dieser Gesellschaften zum 1. Januar 2021 auf die handelsrechtlichen Jahresabschlüsse in der Währung Euro umgestellt. Aus dieser Umstellung resultierte ein in den sonstigen betrieblichen Erträgen ausgewiesener Ertrag in Höhe von TEUR 45.130 für Unifree und ein im Ergebnis aus Beteiligungen ausgewiesener Aufwand in Höhe von TEUR - 21.851 für ATÜ. Ohne Berücksichtigung dieser einmaligen Umstellungseffekte trugen die Gesellschaften Unifree bzw. ATÜ im Berichtsjahr auf Grundlage der konsolidierten Euro-Abschlüsse mit einem Jahresüberschuss von TEUR 4.238 bzw. einem anteiligen Jahresfehlbetrag von TEUR 495 zum Konzernergebnis bei. Die in den Konzernabschluss des Vorjahres 2020 auf der Grundlage der Türkische Lira-Abschlüsse einbezogenen Jahresergebnisse von Unifree (TEUR - 120.249) und ATÜ (TEUR + 3.185) sind aufgrund der Währungsumstellung nicht vergleichbar mit dem abgelaufenen Geschäftsjahr 2021. In den zum Geschäftsjahr 2021 vergleichbaren Euro-Abschlüssen der Gesellschaften Unifree bzw. ATÜ des Vorjahres 2020 wurden Ergebnisse in Höhe von TEUR - 48.705 bzw. TEUR 13.420 ausgewiesen. Immaterielle Vermögensgegenstände Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände werden zu Anschaffungskosten - vermindert um planmäßige Abschreibungen - angesetzt. Als Nutzungsdauer wird bei den immateriellen Vermögenswerten die Dauer der Nutzungsrechte zugrunde gelegt. Standardsoftware wird über 3, Spezialsoftware über 10 Jahre abgeschrieben. Die voraussichtliche Nutzungsdauer der Geschäfts- oder Firmenwerte wird grundsätzlich nach der ursprünglichen Laufzeit derjenigen Verträge bemessen, welche die Geschäftsgrundlage der betreffenden Gesellschaft bilden (z. B. dem jeweiligen Konzessionsvertrag). Sofern die wirtschaftliche Entwicklung der betreffenden Gesellschaft schon im Erwerbszeitpunkt mit größeren Unsicherheiten behaftet ist, wird diesem Umstand durch den Ansatz einer kürzeren Nutzungsdauer des Geschäfts- oder Firmenwerts Rechnung getragen. Soweit erforderlich werden außerordentliche Abschreibungen vorgenommen. Sachanlagen Das Sachanlagevermögen wird zu historischen Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten, vermindert um die kumulierten Abschreibungen, bewertet. Die planmäßigen Abschreibungen erfolgen grundsätzlich nach der linearen Methode. Um einheitliche Bewertungsmethoden im Konzernabschluss zu erzielen, wird seit 2006 für die HB II der Gebr. Heinemann SE & Co. KG als Abschreibungsmethode die lineare Methode angewandt. Bei den Gebäuden beträgt die Nutzungsdauer 20 bis 50 Jahre, Mietereinbauten werden grundsätzlich über die Vertragslaufzeit abgeschrieben. Andere Anlagen sowie Betriebs- und Geschäftsausstattung werden über 3 bis 15 Jahre, überwiegend jedoch über 8 Jahre abgeschrieben. Geringwertige Wirtschaftsgüter werden bis zur Höhe von 800 EUR im Zugangsjahr voll abgeschrieben. Finanzanlagen Das Finanzanlagevermögen wird zu historischen Anschaffungskosten, vermindert um die vorgenommenen Abschreibungen, bewertet. Ausleihungen und sonstige Darlehen sind zu den Nennwerten bzw. zu den Barwerten abzüglich Wertberichtigungen angesetzt. Vorräte Die Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sowie Handelswaren werden zu Anschaffungskosten unter Berücksichtigung des Niederstwertprinzips bewertet; es wird grundsätzlich das Verfahren der gleitenden Durchschnitte angewandt. Den Risiken der Lagerhaltung wird - soweit erforderlich - durch besondere Abschläge Rechnung getragen. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sowie Wertpapiere Die Bewertung erfolgt zu Anschaffungskosten unter Berücksichtigung des Niederstwertprinzips. Erkennbaren Risiken wird durch Wertberichtigungen Rechnung getragen. Latente Steuern Die aktiven latenten Steuerabgrenzungen resultieren aus Abweichungen zwischen den Wertansätzen in Handels- und Steuerbilanz der einbezogenen Gesellschaften. Weiterhin werden Steuerabgrenzungen auf erfolgswirksame Konsolidierungsvorgänge vorgenommen. Im Vorjahr wurde erstmalig der Ansatz von aktiven latenten Steuern auf steuerliche Verlustvorträge vorgenommen. Die passiven latenten Steuern resultieren ausschließlich aus Abweichungen zwischen den Wertansätzen in Handels- und Steuerbilanz der einbezogenen Gesellschaften. Rückstellungen Die Bewertung der inländischen Pensionsverpflichtungen wird nach versicherungsmathematischer Methode errechnet. Die Höhe der Pensionsverpflichtungen wird als dynamischer Barwert auf der Basis eines Zinsfußes von 1,87 % bzw. 1,90 % sowie der "Richttafeln 2018 G" der HEU-BECK AG ermittelt. Ferner wird eine Rentendynamik von bis zu 1,75 % p.a. berücksichtigt. Die Aktivwerte der abgeschlossenen Rückdeckungsversicherung in Höhe von TEUR 534 (Vorjahr: TEUR 500) werden mit den Pensionsrückstellungen saldiert. Die entsprechenden Aufwendungen und Erträge in Höhe von TEUR 33 (Vorjahr: TEUR 33) werden ebenfalls saldiert. Darüber hinaus werden die im Ausland beim Ausscheiden der Mitarbeiter tariflich fälligen Zahlungen ebenfalls mit ihrem Teilwert berücksichtigt. Die übrigen Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und anderen ungewissen Verbindlichkeiten in erforderlicher Höhe. Sie werden in Höhe des Erfüllungsbetrages passiviert, der nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendig ist. Verbindlichkeiten Verbindlichkeiten werden mit dem Erfüllungsbetrag bewertet. Währungsumrechnung Im Konzernabschluss erfolgt die Umrechnung der in ausländischer Währung aufgestellten Jahresabschlüsse mit dem Mittelkurs des Bilanzstichtages bzw. für die Positionen der Gewinn- und Verlustrechnung mit dem Jahresdurchschnittskurs. Hieraus resultierende Umrechnungsdifferenzen werden erfolgsneutral in den Posten Eigenkapitaldifferenz aus Währungsumrechnung eingestellt. Kursdifferenzen aus der Schuldenkonsolidierung für alle wesentlichen konzerninternen Darlehen mit beteiligungsähnlichem Charakter, werden ergebnisneutral in den Posten "Eigenkapitaldifferenz aus Währungsumrechnung" eingestellt, alle übrigen währungskursbedingten Differenzen aus der Schuldenkonsolidierung werden ergebniswirksam erfasst. In den Abschlüssen der einzelnen Konzerngesellschaften werden monetäre Posten in Fremdwährung mit dem Kurs zum Zeitpunkt des Geschäftsvorfalles bewertet. Gewinne und Verluste aus Kursänderungen werden ergebniswirksam berücksichtigt. Die Wechselkurse der für den Konzernabschluss wichtigsten Währungen betrugen im Berichtsjahr:
Erläuterung der Konzernbilanz Sofern nicht gesondert vermerkt, sind die Werte in den nachfolgenden Übersichten und Erläuterungen in TEUR angegeben. Anlagevermögen Die Aufgliederung der in der Bilanz zusammengefassten Anlagepositionen und ihre Entwicklung im Jahr 2021 sind im Anlagespiegel (Anlage 1 zum Anhang) dargestellt. Die ausgewiesenen aktiven Unterschiedsbeträge (Geschäfts- oder Firmenwerte) resultieren aus Anteilskäufen und Kapitalerhöhungen. Die Veränderung zum Vorjahr ist auf planmäßige Abschreibungen zurückzuführen. Der Bilanzausweis betrifft zwei Geschäfts- oder Firmenwerte, die entsprechend der Vertragslaufzeit des jeweiligen wirtschaftlichen Engagements über 10 Jahre und 15 Jahre abgeschrieben werden. Die Sachanlagenzugänge betreffen insbesondere Soft- und Hardware, Ladenbau und -Einrichtungen sowie übrige Betriebs- und Geschäftsausstattung. Vorräte Bei den Vorräten handelt es sich hauptsächlich um zum Verkauf stehende Handelsware für den Groß- und Einzelhandel. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
Latente Steuern Die in der Bilanz ausgewiesenen latenten Steuersalden haben sich im Berichtsjahr wie folgt entwickelt:
Von den aktiven latenten Steuern entfallen -12.775 (Vorjahr: TEUR 1.157) auf Wertunterschiede zwischen Steuer- und Handelsbilanz, TEUR 1.477 (Vorjahr: TEUR 3.007) auf Konsolidierungsvorgänge und TEUR 16.131 (Vorjahr: TEUR 14.839) auf steuerliche Verlustvorträge. Der Wert der steuerlichen Verlustvorträge beträgt zum Bilanzstichtag TEUR 95.867 (Vorjahr: TEUR 108.316). Die latenten Steuern sind mit dem jeweilig gültigen Steuersatz des Landes (Steuersätze zwischen 9,0 % und 32,28 %) berechnet. Der Steuersatz für Konsolidierungsvorgänge beträgt 17,5 % (Vorjahr: 17,5 %). Im Vorjahr waren die aktiven latenten Steuern nicht mit den passiven latenten Steuern gemäß § 274 HGB saldiert. Bei einer entsprechenden Saldierung wie im Berichtsjahr hätten sich im Vorjahr um TEUR 19 327 geringere aktive latente Steuern in Höhe von TEUR 15 797 ergeben. Eigenkapital Da die Gebr. Heinemann Verwaltungs SE an der Gebr. Heinemann SE & Co. KG ohne Kapitaleinlage beteiligt ist, wird das Konzerneigenkapital des Teilkonzerns der Gebr. Heinemann SE & Co. KG als nicht beherrschende Anteile ausgewiesen. Im Übrigen verweisen wir zur Entwicklung des Konzerneigenkapitals auf den Eigenkapitalspiegel (Anlage 5). Rückstellungen
Der Ausweis der Pensionsrückstellungen ist im Berichtsjahr aufgrund der Bewertung der Altersversorgungsverpflichtungen nach Maßgabe des entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatzes aus den vergangenen zehn Geschäftsjahren um TEUR 193 (Vorjahr: TEUR 259) geringer als bei einem Ansatz nach Maßgabe des entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatzes aus den vergangenen sieben Geschäftsjahren. Die Steuerrückstellungen enthalten Beträge für das laufende Jahr und die noch nicht veranlagten Zeiträume. Die sonstigen Rückstellungen betreffen im Wesentlichen den Personalbereich, Boni sowie sonstige Verpflichtungen aus dem laufenden Geschäftsverkehr. Verbindlichkeiten
Haftungsverhältnisse und sonstige finanzielle Verpflichtungen
Finanzinstrumente
Das oben aufgeführte Devisentermin- und Optionsgeschäft dient der Absicherung der Darlehenstilgung einer Tochtergesellschaft in den Fremdwährungen Australische Dollar und US Dollar und bildet mit dem entsprechenden Grundgeschäft eine Bewertungseinheit. Die Zinsswaps dienen der Absicherung von Zinsänderungsrisiken, die aus dem Abschluss variabel verzinslicher Darlehen entstanden sind. Die Absicherungsinstrumente bilden mit den zugrunde liegenden Kreditverträgen eine Bewertungseinheit. Das abgesicherte Nominalvolumen entspricht dem Kreditvolumen. Wirtschaftlich führt dieses Vorgehen zu einer Verzinsung zu einem Festzinssatz. Erläuterung zur Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung Umsatzerlöse
Sonstige betriebliche Erträge Die sonstigen betrieblichen Erträge in Höhe von TEUR 229.756 (Vorjahr: TEUR 175.470) umfassen im Wesentlichen Erträge aus der Währungsumrechnung, Kostenerstattungen und Werbeerträge. Die Erträge aus der Währungsumrechnung betragen TEUR 12.404 (Vorjahr: TEUR 74.631). Im Berichtsjahr sind folgende außergewöhnliche Erträge enthalten:
Materialaufwand
Personalaufwand
Im Geschäftsjahr waren durchschnittlich 6.913 (Vorjahr: 8.231) Mitarbeiter beschäftigt. Von den Konzernmitarbeitern entfallen 1.205 (Vorjahr: 978) auf Gemeinschaftsunternehmen. Die Personalaufwendungen sind im Berichtsjahr aufgrund der Inanspruchnahme von Kurzarbeitsregelungen um ca. TEUR 19.000 vermindert. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen Bezüglich der Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen verweisen wir auf den als Anlage 1 zum Anhang aufgeführten Anlagespiegel. Sonstige betriebliche Aufwendungen Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen in Höhe von TEUR 532.729 (Vorjahr: TEUR 643.133) enthalten im Wesentlichen Pacht- und Konzessionsabgaben, Kosten für ausgehende Ware, Miet- und Raumkosten sowie Werbekosten. Die Aufwendungen aus Währungsumrechnung betragen TEUR 9.447 (Vorjahr: TEUR 174.281). Die Prüfungshonorare des Konzernabschlussprüfers betrugen im Geschäftsjahr TEUR 165 (Vorjahr: TEUR 176) für Abschlussprüfungsleistungen, Steuerberatungsleistungen TEUR 228 (Vorjahr: TEUR 295) und TEUR 131 (Vorjahr: TEUR 53) für sonstige Leistungen. Ergebnis aus Beteiligungen Das Beteiligungsergebnis besteht aus vereinnahmten Beteiligungserträgen nicht konsolidierter Gesellschaften sowie aus den anteiligen Ergebnissen der "at Equity" in den Konzernabschluss einbezogenen Gesellschaften.
Die Summe der in der Konzernbilanz nicht erfassten negativen Equity-Werte aus der Nebenrechnung beträgt TEUR 770. Im Berichtsjahr sind folgende außergewöhnliche Aufwendungen im Beteiligungsergebnis enthalten:
Abschreibungen auf Finanzanlagen und auf Wertpapiere des Umlaufvermögens
Zinsergebnis
Die Zinsaufwendungen des Vorjahres waren aufgrund von Währungsumrechnungseffekten im Zusammenhang mit einem Darlehen der Unifree Duty Free Isletmeciligi A.S. um TEUR 2.918 höher, als sie bei einer Einbeziehung des Euro-Abschlusses im Vorjahr gewesen wären. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag
Erläuterung zur Konzern-KapitalflussrechnungZusammensetzung des Finanzmittelfonds
Finanzmittel bei quotal einbezogenen Unternehmen Vom ausgewiesenen Finanzmittelfonds entfallen TEUR 55.502 (Vorjahr: TEUR 18.325) auf Unternehmen, die quotal in den Konzernabschluss einbezogen werden. Nachtragsbericht Als Vorgang von besonderer Bedeutung nach dem Bilanzstichtag ist der Russisch-Ukrainische Krieg zu betrachten. Aus diesem Grund hat die Gebr. Heinemann Gruppe im Februar 2022 ihre Geschäftstätigkeit in der Ukraine eingestellt. Aufgrund der unabsehbaren Entwicklung des Kriegs ist mit wesentlichen Auswirkungen auf den russischen Reisemarkt, aber auch auf andere Standorte der Gebr. Heinemann Gruppe zu rechnen. Bestandsgefährdende Risiken sind aber nicht erkennbar. Zu detaillierten Erläuterungen verweisen wir auf Abschnitt 5. Risiko- und Prognosebericht des Konzernlageberichts.
Hamburg, den 21. Juli 2022 Max Heinemann Raoul Spangen Florian Seidel Dr. Dirk Schneider Dr. Kai Deneke Entwicklung des Konzernanlagevermögens zum 31. Dezember 2021
Anhang - Liste § 313 Abs. 2 HGB zum 31.12.2021
* Die Gebr. Heinemann Verwaltungs SE ist an der
Gebr. Heinemann SE & Co. KG ohne Kapitaleinlage
beteiligt Zur Klarheit werden die übrigen
Beteiligungen aus der Sicht der Gebr. Heinemann SE &
Co. KG dargestellt.
Bestätigungsvermerk des unabhängigen AbschlussprüfersAn die Gebr. Heinemann Verwaltungs SE, Hamburg Eingeschränktes Prüfungsurteil zum Konzernabschluss und Prüfungsurteil zum Konzernlagebericht Wir haben den Konzernabschluss der Gebr. Heinemann Verwaltungs SE, Hamburg, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2021, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, dem Konzerneigenkapitalspiegel und der Konzernkapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2021 bis zum 31. Dezember 2021 sowie dem Konzernanhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der Gebr. Heinemann Verwaltungs SE, Hamburg, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2021 bis zum 31. Dezember 2021 geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung mit Ausnahme der genannten Einschränkung des Prüfungsurteils zum Konzernabschluss zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat. Grundlage für das eingeschränkte Prüfungsurteil zum Konzernabschluss und für das Prüfungsurteil zum Konzernlagebericht Im Konzernanhang wurden entgegen § 314 Abs. 1 Nr. 6 Buchstabe a) HGB die für die Mitglieder des Geschäftsführungsorgans gewährten Gesamtbezüge nicht angegeben. Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser eingeschränktes Prüfungsurteil zum Konzernabschluss und unser Prüfungsurteil zum Konzernlagebericht zu dienen. Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Verwaltungsrats für den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist. Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können. Der Verwaltungsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns zur Aufstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
Hamburg, den 21. Juli 2022 Grant
Thornton AG
Cornelia von Oertzen, Wirtschaftsprüfer Thorsten Preisegger, Wirtschaftsprüfer Der Konzernabschluss zum 31.12.2021 wurde in der Verwaltungsratssitzung am 7. November 2022 gebilligt. Bericht des Verwaltungsrats über die Prüfung des Jahres- und Konzernabschlusses Der von den Geschäftsführenden Direktoren nach den Regeln des Handelsgesetzbuchs (HGB) aufgestellte Konzernabschluss und Konzernlagebericht der Gebr. Heinemann Verwaltungs SE für das Geschäftsjahr 2021 wurden unter Einbeziehung der Buchführung von der Grant Thornton AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft geprüft und mit einem (allein wegen fehlender Anhangangaben zu den Organbezügen) eingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen. Allen Verwaltungsratsmitgliedern wurden die Prüfungsberichte rechtzeitig zugestellt. Mit gleicher Post haben alle Verwaltungsratsmitglieder den von den Geschäftsführenden Direktoren nach den Regeln des Handelsgesetzbuchs (HGB) aufgestellten Jahresabschluss der Gebr. Heinemann Verwaltungs SE für das Geschäftsjahr 2021 erhalten. Der Verwaltungsrat hat sich von der Unabhängigkeit des Abschlussprüfers und der für den Abschlussprüfer handelnden Personen überzeugt. Alle Verwaltungsratsmitglieder haben die Abschlussunterlagen und den Prüfungsbericht pflichtgemäß selbst geprüft. Der Verwaltungsrat hat in seiner Sitzung vom 7. November 2022 die Ergebnisse seiner Prüfung erörtert. An dieser Sitzung nahmen die den Konzernabschluss unterzeichnenden Wirtschaftsprüfer teil. Sie berichteten über die Prüfung insgesamt und über die in der Prüfungsplanung festgelegten Prüfungsschwerpunkte. Darüber hinaus beantworteten sie die Fragen der Mitglieder des Verwaltungsrats eingehend. Der Verwaltungsrat nahm den Prüfungsbericht zustimmend zur Kenntnis und billigte nach eigener Prüfung den von den Geschäftsführenden Direktoren aufgestellten Jahresabschluss und Konzernabschluss. Damit sind diese festgestellt. Unter Berücksichtigung der derzeitigen und zu erwartenden finanziellen Situation des Konzerns hat der Verwaltungsrat den Vorschlag der Geschäftsführenden Direktoren zur Verwendung des Bilanzgewinns geprüft, für ausgewogen befunden und sich ihm angeschlossen.
Hamburg, den 17. November 2022 Claus Heinemann Gunnar Heinemann |
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Gebr. Heinemann SE & Co. KG SE & Co. KG
Strukturierte Daten
Geparste, typisierte und über die API direkt abfragbare Felder.
Stammdaten
- Rechtsform
- SE & Co. KG
- Anschrift
- 20457 Hamburg
- Handelsregister
- HRA 15017, Hamburg
- Branche
- Branche · mit API-Key einsehbar API-Key holen →
Finanzen
Bilanz
2022- Umlaufvermögen 62,6 % 938,76 Mio
- Anlagevermögen 26,1 % 391,82 Mio
- Aktive Rechnungsabgrenzungsposten 10,7 % 161,06 Mio
- Aktive latente Steuern 0,5 % 7,05 Mio
- Verbindlichkeiten 59,3 % 888,07 Mio
- Eigenkapital 30,5 % 457,79 Mio
- Rückstellungen 8,4 % 126,35 Mio
- Passive latente Steuern 1,0 % 14,83 Mio
- Passive Rechnungsabgrenzungsposten 0,8 % 11,64 Mio
Bilanzdaten für 6 weitere Geschäftsjahre verfügbar.
Gewinn- und Verlustrechnung
2022- Umsatzerlöse 89,4 % 2,86 Mrd
- Sonstige betriebliche Erträge 5,3 % 170,80 Mio
- Nicht beherrschende Anteile 3,5 % −112,60 Mio
- Auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen 1,5 % 46,47 Mio
- Erträge aus Beteiligungen 0,1 % −4,38 Mio
- Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 0,1 % 3,15 Mio
- Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen des Finanzanlagevermögens 0,1 % 2,13 Mio
- Materialaufwand 52,6 % −1,51 Mrd
- Sonstige betriebliche Aufwendungen 35,1 % −1,01 Mrd
- Personalaufwand 10,7 % −307,29 Mio
- Zinsen und ähnliche Aufwendungen 0,8 % 23,98 Mio
- Abschreibungen auf Finanzanlagen und auf Wertpapiere des Umlaufvermögens 0,5 % −14,07 Mio
- Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 0,3 % −7,37 Mio
- Sonstige Steuern 0,0 % −660,0 k
- Ergebnis nach Steuern 113,31 Mio
- Jahresüberschuss/Jahresfehlbetrag 112,65 Mio
- Konzernjahresüberschuss nach nicht beherrschenden Anteilen 49,0 k
GuV-Daten für 6 weitere Geschäftsjahre verfügbar.
Vertretungsberechtigte
-
A*** S****** G*****
seit 2025 Kommanditist
-
A****** S******
seit 2012 Kommanditist
-
C**** H***** O*** H********
seit 2012 Kommanditist
-
C**** H********
seit 2012 Kommanditist
-
C****** H****************
seit 2026 Kommanditist
-
F******** H****************
seit 2012 Kommanditist
-
H**** H********
seit 2002 Kommanditist
-
M**** H****************
seit 2026 Kommanditist
Eigentum & Beteiligungen
Gesellschafter
- Gebr. Heinemann SE & Co. KG DEU 100.0 % 25k €
Wirtschaftlich Berechtigte (UBOs)
Keine wirtschaftlich Berechtigten eindeutig zugeordnet — 1 mögliche Personen aus dem Transparenzregister.
Beteiligungen an
- CCA Heinemann Beteiligungen GmbH GmbH 100.0 %
- Gebr. Heinemann Russia Holding Verwaltungs GmbH GmbH 100.0 %
- Gebr. Heinemann Beauty Consultant GmbH GmbH 100.0 %
Historie
- 2026
-
30.03.
Sonstiges PersonenereignisF******** H**************** · Limited Partner
-
30.03.
Eintritt eines MitgliedsM**** H**************** · Limited Partner
-
30.03.
Eintritt eines MitgliedsC****** H**************** · Limited Partner
- 2025
-
18.12.
Eintritt eines MitgliedsGebr. Heinemann SE & Co. KG · Limited Partner
-
18.12.
Austritt einer PositionG***** H******** · Limited Partner
-
18.12.
Austritt einer PositionJ*** T***** · Limited Partner
-
18.12.
Sonstiges PersonenereignisA****** S****** · Limited Partner
-
18.12.
Sonstiges PersonenereignisC**** H***** O*** H******** · Limited Partner
Rohdaten & Dokumente
Originaldokumente, Markdown-Volltexte und PDFs – Volltext-Zugriff über die API.
Jahresabschlüsse (Volltext)
Veröffentlichte Berichte als Markdown – inklusive Lagebericht, Bilanz, GuV und Anhang.
- 2022 Konzernabschluss
- 2021 Konzernabschluss ↓
- 2020 Konzernabschluss
- 2019 Konzernabschluss
- 2018 Konzernabschluss
Konzernabschluss 2021
Registerdokumente
PDF-Dokumente direkt vom Amtsgericht – auf Anfrage über den :code Endpunkt abrufbar.
- Aktueller Auszug (AD)
- Chronologischer Auszug (CD)
- Strukturierte Inhalte (SI, XML)
- Gesellschafterliste
- Satzung / Gesellschaftsvertrag
Website-Inhalt
Strukturierter Markdown-Volltext der Unternehmenswebsite – ideal für Anreicherung und AI-Pipelines.
Mit API-Key abrufen API-Key holen →Strukturierte Daten und Volltexte – pro Unternehmen
Vom Jahresabschluss als HTML bis zur UBO-Liste: jedes Feld einzeln über den features Parameter aktivierbar. Eine API, alle Daten.
- Geschäftszahlen Umsatz, Mitarbeiterzahl, Bilanzsumme, Jahresergebnis pro Geschäftsjahr.
- Vertretungsberechtigte Aktuelle und ehemalige Geschäftsführer, Vorstände, Prokuristen mit Rollen und Datumsangaben.
- Bekanntmachungen Amtliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister inkl. Datum und Volltext.
- Gesellschafter Aktuelle Gesellschafterstruktur mit Beteiligungsquoten und Einlagebeträgen.
- Wirtschaftlich Berechtigte (UBOs) Wirtschaftlich Berechtigte gemäß Transparenzregister.
- Beteiligungen Beteiligungen dieses Unternehmens an anderen Gesellschaften.
- Bilanz Vollständige Bilanzpositionen aus den veröffentlichten Jahresabschlüssen.
- Gewinn- und Verlustrechnung GuV-Positionen pro Geschäftsjahr.
- Jahresabschlüsse (HTML) Veröffentlichte Jahresabschlüsse als gerendertes HTML.
- Insolvenzbekanntmachungen Bekanntmachungen aus den amtlichen Insolvenzregistern.
- News Aktuelle Erwähnungen des Unternehmens aus externen Quellen.
In jeden Stack einbaubar
Egal ob klassische API, AI-Agent oder No-Code-Tool – diese Daten lassen sich überall andocken.
Diese Daten in Ihrer App
Holen Sie sich einen API-Key und verwenden Sie diese strukturierten Handelsregisterdaten direkt aus Ihrer Anwendung – ohne Scraping, ohne PDFs.
Tastenkürzel
- Aktives Snippet kopieren
- C
- entity_id kopieren
- I
- Tab wechseln
- 1–6
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