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MVV Energie AG AG

Mannheim ·HRB 1780 Mannheim
Teil 1 / 2

Strukturierte Daten

Geparste, typisierte und über die API direkt abfragbare Felder.

Stammdaten

Rechtsform
AG
Anschrift
Luisenring 49
68159 Mannheim
Handelsregister
HRB 1780, Mannheim
Eintragungsdatum
31 lipca 1974
Unternehmenszweck
Die Erzeugung, der Bezug, die Lieferung, der Handel und die allgemeine Versorgung mit Elektrizität, Gasen, Wasser und Wärme sowie allen Arten von Brennstoffen, die Abscheidung, die Speicherung, der Transport und die Nutzung von CO2, die Entwicklung, die Errichtung, die Vermarktung sowie der Betrieb aller Arten von Anlagen zur Erzeugung von Energie, Wärme und Wasser sowie aller Arten von Infrastrukturen in diesen Bereichen und Industrieparks, Elektromobilität und Smart Cities, die Aufbereitung, Behandlung und die Verwertung von Abfällen und Reststoffen, die Informationsverarbeitung einschließlich der Planung, der Errichtung, der Vermarktung und dem Betrieb von Rechenzentren, die Planung, die Errichtung und der Betrieb von Telekommunikationseinrichtungen, der Erwerb, die Verwertung, die Nutzung und die Verwaltung von Grundstücken, die Grundstücksbewirtschaftung und das Gebäude- und Facilitymanagement sowie die Beratung Dritter und die Erbringung von Dienstleistungen aller Art in den vorstehend genannten Bereichen.

Finanzen

Umsatz 2025
5,96 Mrd. €
Bilanzsumme 2025
6,63 Mrd. €
Jahresergebnis 2025
186,80 Mio. €
18 Vorjahre · Werte mit API-Key einsehbar API-Key holen →

Bilanz

2025
Aktivseite 6,63 Mrd
  • Noncurrent Assets 64,4 % 4,27 Mrd
  • Current Assets 35,6 % 2,37 Mrd
Passivseite 6,63 Mrd
  • Eigenkapital 39,4 % 2,62 Mrd
  • Noncurrent Liabilities 31,3 % 2,08 Mrd
  • Current Liabilities 29,3 % 1,94 Mrd
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Bilanzdaten für 16 weitere Geschäftsjahre verfügbar.

Gewinn- und Verlustrechnung

2025
Erträge 14,19 Mrd
  • Umsatzerlöse 42,0 % 5,96 Mrd
  • Umsatzerlöse nach Strom- und Erdgassteuer 40,8 % 5,79 Mrd
  • EBITDA 3,6 % 516,24 Mio
  • davon EBIT vor Ergebnis aus der Bewertung von Derivaten nach IFRS 9 2,5 % 357,39 Mio
  • EBITA 2,0 % 290,60 Mio
  • EBIT 2,0 % 290,60 Mio
  • Ertrag aus derivativen Finanzinstrumenten 1,6 % 232,11 Mio
  • Ergebnis der Geschäftstätigkeit 1,3 % 186,80 Mio
  • Abzüglich Strom- und Erdgassteuer 1,2 % 166,51 Mio
  • Sonstige betriebliche Erträge 1,0 % 143,48 Mio
  • Ertragsteuern 0,5 % 77,99 Mio
  • EBIT - davon Ergebnis aus der Bewertung von Derivaten nach IFRS 9 0,5 % −66,79 Mio
  • Aktivierte Eigenleistungen 0,3 % 41,54 Mio
  • Bestandsveränderungen 0,2 % −35,17 Mio
  • Finanzerträge 0,2 % 29,87 Mio
  • Ergebnis aus At-Equity-Unternehmen 0,0 % −141,0 k
  • Unverwässertes Ergebnis je Aktie (Euro) 0,0 % 2
  • Verwässertes Ergebnis je Aktie (Euro) 0,0 % 2
Aufwendungen 5,78 Mrd
  • Materialaufwand 79,6 % 4,60 Mrd
  • Personalaufwand 10,7 % 621,15 Mio
  • Sonstige betriebliche Aufwendungen 4,7 % 273,77 Mio
  • Aufwand aus derivativen Finanzinstrumenten 3,8 % 221,39 Mio
  • Finanzaufwendungen 1,0 % 55,67 Mio
  • Wertminderungsaufwand Finanzinstrumente 0,2 % 9,08 Mio
  • Abschreibungen Geschäfts- oder Firmenwerte 0,0 % 0
  • Jahresergebnis vor Ertragsteuern 264,79 Mio
  • Jahresüberschuss - davon Anteile nicht beherrschender Gesellschafter 62,26 Mio
  • Jahresüberschuss - davon Ergebnisanteil der Aktionäre der MVV Energie AG (Jahresüberschuss nach Fremdanteilen) 124,54 Mio
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GuV-Daten für 18 weitere Geschäftsjahre verfügbar.

Vertretungsberechtigte

  • Gabriel Johannes Maria Bernardus Clemens seit 2025 Vorsitzender des Vorstands
  • Hansjörg Rudolf Roll seit 2015 Vorstandsmitglied
  • Johannes Otto Werhahn seit 2026 Vorstandsmitglied
  • Christoph Helle seit 2005 Prokura
  • Daniela Kirchner seit 2022 Prokura
  • Dominik Tobias Deschner seit 2024 Prokura
  • Eberhard Merkle seit 2005 Prokura
  • Ferdinand Nikolaus Höfer seit 2018 Prokura
  • Klaus Kunath seit 2018 Prokura
  • Marc Speicher seit 2024 Prokura
  • Martin E. Auer seit 2006 Prokura
  • Raphaela Haring seit 2025 Prokura
  • Sebastian Heming seit 2022 Prokura
  • Silvia Fischer seit 2023 Prokura
  • Stephanie Raddatz seit 2025 Prokura
  • Tanja Wüst-Pittack seit 2026 Prokura
  • Vinzent Silas Grimmel seit 2026 Prokura
30 ehemalige Vertretungsberechtigte · mit API-Key einsehbar API-Key holen →

Eigentum & Beteiligungen

Wirtschaftlich Berechtigte (UBOs)

Keine wirtschaftlich Berechtigten eindeutig zugeordnet — 1 mögliche Personen aus dem Transparenzregister.

Historie

  1. 2026
  2. 26.06.
    Eintritt eines Mitglieds
    Tanja Wüst-Pittack · Procura
  3. 08.04.
    Eintritt eines Mitglieds
    Vinzent Silas Grimmel · Procura
  4. 08.04.
    Austritt einer Position
    Bernhard Kurt Schumacher · Procura
  5. 02.02.
    Eintritt eines Mitglieds
    Johannes Otto Werhahn · Board Member
  6. 02.02.
    Austritt einer Position
    Ralf Klöpfer · Board Member
  7. 2025
  8. 18.12.
    Eintritt eines Mitglieds
    Stephanie Raddatz · Procura
  9. 10.10.
    Eintritt eines Mitglieds
    Raphaela Haring · Procura
  10. 10.10.
    Austritt einer Position
    Verena Franziska Amann · Board Member
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Teil 2 / 2

Rohdaten & Dokumente

Originaldokumente, Markdown-Volltexte und PDFs – Volltext-Zugriff über die API.

Jahresabschlüsse (Volltext)

Veröffentlichte Berichte als Markdown – inklusive Lagebericht, Bilanz, GuV und Anhang.

  • 2025 Konzernabschluss
  • 2024 Konzernabschluss
  • 2023 Konzernabschluss
  • 2022 Konzernabschluss
  • 2021 Konzernabschluss
Vorjahresbericht – frei einsehbar

Konzernabschluss 2024

Veröffentlicht am 18 lutego 2025 · Quelle: Bundesanzeiger

 Zusammengefasster Lagebericht  Grundlagen des Konzerns  Konzernstruktur MVV Geschäftsbericht 2024 1 [IMAGE] Zusammengefasster Lagebericht Bei den kursiv gestellten Angaben im zusammengefassten Lagebericht handelt es sich um sonstige Informationen, für welche die gesetzlichen Vertreter verantwortlich sind. Sie unterlagen – ebenso wie die zusammengefasste nichtfinanzielle Erklärung, die wir innerhalb des Lageberichts veröffentlichen – keiner inhaltlichen Prüfung durch den Abschlussprüfer. Die zusammengefasste nichtfinanzielle Erklärung wurde durch die KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft einer Prüfung der mit begrenzter Sicherheit (Limited Assurance) nach ISAE 3000 (revised) unterzogen.  Zusammengefasster Lagebericht  Grundlagen des Konzerns  Konzernstruktur MVV Geschäftsbericht 2024 2 Grundlagen des Konzerns Konzernstruktur Unternehmensstruktur und Beteiligungen Als börsennotierte Muttergesellschaft des MVV-Konzerns hält die MVV Energie AG mit Sitz in Mannheim direkt oder indirekt Anteile an den zur Unternehmensgruppe gehörenden Gesellschaften und ist zugleich operativ tätig. Der MVV-Konzern umfasst einschließlich der MVV Energie AG 128 vollkonsolidierte Gesellschaften und 26 nach der At-Equity-Methode konsolidierte Unternehmen (At-Equity-Unternehmen). Die größten Standorte unserer Unternehmensgruppe befinden sich mit Mannheim, Kiel, Offenbach und Wörrstadt in Deutschland sowie mit Plymouth und Dundee in Großbritannien. Einen Überblick über alle Beteiligungen und damit über alle Länder, in denen wir vertreten sind, finden Sie im Kapitel Anteilsliste . Organisationsstruktur Angesichts der in den letzten Geschäftsjahren vollzogenen Veräußerungen von Beteiligungen, was sich insbesondere auf die Struktur unseres bisherigen Berichtssegments Strategische Beteiligungen ausgewirkt hat, und der Weiterentwicklung von MVV haben wir unsere Berichtsstruktur mit Beginn des Geschäftsjahres 2024 angepasst. Das Segment Strategische Beteiligungen wurde aufgelöst. Seit dem 1. Oktober 2023 berichten wir entlang unserer Wertschöpfungskette in vier Berichtssegmenten, denen unterschiedliche Geschäftsfelder zugeordnet sind: Das Berichtssegment Kundenlösungen umfasst unverändert neben dem Geschäftsfeld Commodity Services – bisher Geschäftsfeld Commodities – die beiden Geschäftsfelder Privat- und Gewerbekunden sowie Geschäftskunden. Im Berichtssegment Neue Energien wurde das bisherige Geschäftsfeld Umwelt aufgeteilt in die Geschäftsfelder Umwelt Deutschland und Umwelt UK. Die bisherigen Geschäftsfelder Wind/Biomethan und Projektentwicklung haben wir neu strukturiert: Biomethan beziehungsweise Biogas ist nun unserem Geschäftsfeld Umwelt Deutschland zugeordnet. Die Bereiche Wind, Photovoltaik sowie das ehemalige Geschäftsfeld Projektentwicklung sind im Geschäftsfeld Wind und PV gebündelt.  Zusammengefasster Lagebericht  Grundlagen des Konzerns  Konzernstruktur MVV Geschäftsbericht 2024 3 Das bisherige Berichtssegment Versorgungssicherheit haben wir in Erzeugung und Infrastruktur umbenannt. Es umfasst unverändert die beiden Geschäftsfelder Erzeugung – ehemals Geschäfts-feld Kraft-Wärme-Kopplung – und Netze – bisher Geschäftsfeld Netz. Im Berichtssegment Sonstiges werden weiterhin unsere Shared-Services-Gesellschaften sowie die Querschnittsbereiche und Beteiligungen zusammengefasst. Die Shared-Services-Gesellschaften erbringen Mess-, Abrechnungs- und IT-Dienstleistungen sowie Kundenserviceleistungen innerhalb des MVV-Konzerns. Im Geschäftsfeld Beteiligungen werden weitere Beteiligungen an Unternehmen abgebildet, die keinen anderen Geschäftsfeldern zugeordnet sind. [IMAGE]  Zusammengefasster Lagebericht  Grundlagen des Konzerns  Geschäftsmodell MVV Geschäftsbericht 2024 4 Geschäftsmodell Wir besetzen alle wesentlichen Stufen der energiewirtschaftlichen Wertschöpfungskette: Wir erzeugen und handeln Energie, verteilen sie über eigene Netzgesellschaften und vertreiben Energielösungen an unterschiedliche Kundengruppen. Darüber hinaus sind wir in der Wassergewinnung und -versorgung aktiv. Einen besonderen Schwerpunkt bilden erneuerbare Energien: Wir sind in der Projektentwicklung von Windkraft- und Photovoltaikanlagen, der Betriebsführung von Wind- und Solarparks sowie von Biomasseanlagen und in der thermischen Abfallbehandlung aktiv. Zudem verfügen wir über entsprechende Anlagen in unserem eigenen Erzeugungsportfolio. Den Strom aus diesen Anlagen und Anlagen Dritter vermarkten wir auch über sogenannte Power Purchase Agreements (PPA) oder Power Sale Agreements (PSA). Segment Kundenlösungen Das Berichtssegment Kundenlösungen beinhaltet das Einzelhandels- und Weiterverteilergeschäft von Strom, Wärme, Gas und Wasser. Für Privat- und Gewerbe- als auch für Geschäftskunden verfügen wir über eine breite Palette an Produkten und Dienstleistungen, die ökologischen Ansprüchen genügen – von erneuerbaren Energien bis zur umweltfreundlichen Fernwärme. Dazu gehört auch unser Lösungsangebot rund um selbst erzeugten Photovoltaikstrom, Wärmepumpen und Elektromobilität. Elektromobilität ist darüber hinaus integraler Bestandteil unserer Aktivitäten im Bereich Smart Cities: Als Systempartner für Kommunen bieten wir vernetzte Lösungen für Städte und unterstützen diese mit passenden Dienstleistungen bei der Dekarbonisierung. Bei unserem Angebot für Geschäftskunden liegt der Schwerpunkt auf Projekten und Maßnahmen zur Effizienzsteigerung und Dekarbonisierung für Industrie, Handel und Immobilienwirtschaft. Darüber hinaus beinhaltet das Segment Kundenlösungen das Commodity-, Dienstleistungs- und Handelsgeschäft der MVV Trading. Dort bündeln wir die Energiebeschaffung, den Handel mit Energieprodukten, die Vermarktung von Strom aus erneuerbarer Erzeugung – auch über Direktvermarktung und PPA-/PSA-Modelle – sowie das Portfoliomanagement für unsere Unternehmensgruppe. Diese Leistungen bieten wir auch Drittkunden im Markt an. Segment Neue Energien Im Berichtssegment Neue Energien bündeln wir unsere Kompetenz in der Erzeugung von erneuerbaren Energien aus Wind und Photovoltaik sowie der ökologischen Verwertung von Abfällen und Biomasse. Diese nutzen wir nicht nur in unseren Anlagen in Mannheim, Offenbach, Leuna und Königs Wusterhausen, sondern auch in Großbritannien: In Plymouth betreiben wir eine thermische Abfallbehandlungsanlage mit Wärmeauskopplung, in Ridham Dock ein Kraft-Wärme-Kopplung (KWK)-fähiges Biomassekraftwerk und im schottischen Dundee ebenfalls eine thermische Abfallbehandlungsanlage. In Deutschland verfügen wir über Biogas- und Biomethananlagen, einschließlich der Bioabfallvergärung. Außerdem enthält das Segment Neue Energien eigene Windkraft- und Photovoltaikanlagen und unser nationales und internationales Projektentwicklungsgeschäft. Dabei konzentrieren wir uns auf Windenergie an Land in Deutschland und auf Photovoltaik. Außerdem sind wir Betriebsführer von Wind- und Solarparks und entwickeln Hybrid-Projekte, in denen je nach Bedarf verschiedene Energieerzeugungssysteme mit Speichereinheiten ergänzt und über intelligente Mess- und Regeltechnik gesteuert werden.  Zusammengefasster Lagebericht  Grundlagen des Konzerns  Geschäftsmodell MVV Geschäftsbericht 2024 5 Segment Erzeugung und Infrastruktur Das Berichtssegment Erzeugung und Infrastruktur beinhaltet unser Erzeugungsportfolio mit konventionellen Energien in KWK sowie von Teilen der grünen Wärme. Zu unseren Anlagen mit konventioneller Energieerzeugung zählen unser Küstenkraftwerk in Kiel, unser Heizkraftwerk in Offenbach sowie unsere Minderheitsbeteiligung an der Grosskraftwerk Mannheim AG. Um eine zuverlässige Energie- und Wasserversorgung gewährleisten zu können und die Energiewende umzusetzen, sind leistungsfähige Netze unabdingbar. Aus diesem Grund enthält dieses Segment auch das Netzgeschäft unserer Verteilnetzbetreiber in Mannheim, Kiel und Offenbach. Insgesamt betreiben wir innerhalb des MVV-Konzerns Strom-, Fernwärme-, Gas- und Wassernetze mit einer Gesamtlänge von rund 19.000 Kilometern. Segment Sonstiges Im Berichtssegment Sonstiges fassen wir unsere Shared-Services-Gesellschaften, die Querschnittsbereiche sowie weitere sonstige Beteiligungen zusammen. Mit den Shared Services bieten wir unseren Kunden Mess-, Abrechnungs- und IT-Dienstleistungen sowie Kundenserviceleistungen für Konzerngesellschaften an.  Zusammengefasster Lagebericht  Grundlagen des Konzerns  Unternehmensstrategie MVV Geschäftsbericht 2024 6 [IMAGE] Unternehmensstrategie Wir werden den Wandel gestalten Das Energiesystem der Zukunft muss klima- und umweltfreundlicher werden, aber auch zuverlässig und bezahlbar bleiben. Dies gelingt mit dem vollständigen Verzicht auf fossile Brennstoffe und dem Wechsel hin zu klimafreundlichen Energien. Mit unserer Unternehmensstrategie werden wir diesen Wandel aktiv gestalten, und zwar nicht nur in unserem Kerngeschäft, sondern – soweit uns das möglich ist – auch in den vor- und nachgelagerten Teilen der Wertschöpfungskette. Unsere Klimaschutzstrategie ist integraler Bestandteil unserer Unternehmensstrategie und damit maßgeblich für die Allokation unserer Investitionen und Dienstleistungsschwerpunkte sowie für die weitere Entwicklung von MVV. Unser Kurs: #klimapositiv bis 2035 Wir wollen unseren gesamten CO2-Fußabdruck auf Netto-Null („Net-Zero“) reduzieren und bis 2035 als Unternehmen #klimapositiv werden. Damit wir dieses Ziel erreichen, wollen wir unsere Energieerzeugung vollständig auf erneuerbare Energien umstellen. Außerdem wollen wir unsere Kunden spätestens ab 2035 ausschließlich mit grüner Wärme, grünem Strom und grünen Gasen versorgen und unsere Lieferketten dekarbonisieren. Gleichzeitig stellen wir unsere Produkte und Dienstleistungen auf 100 % klimaneutral um. Um negative Gesamtemissionen zu erreichen und damit #klimapositiv zu werden, entziehen wir der Atmosphäre aktiv CO2, binden es dauerhaft, nutzen oder speichern es. Dafür führen wir unsere bisherigen Klimaschutzaktivitäten konsequent fort und werden zunehmend BECCUS (Bioenergy Carbon Capture Usage and Storage)-Technologie zum Einsatz bringen. Unsere BECCUS-Projekte machen gute Fortschritte: Zum einen ist unsere erste klimapositive Anlage in Dresden seit dem Jahr 2023 in Betrieb und trägt zur CO2-Entnahme aus der Atmosphäre bei. Zum anderen haben wir in Mannheim mit unserer BECCUS-Pilotanlage Tests für Verfahren zur CO2-Abscheidung, -Verflüssigung und -Speicherung initiiert. Auf der Grundlage dieser Erfahrungen  Zusammengefasster Lagebericht  Grundlagen des Konzerns  Unternehmensstrategie MVV Geschäftsbericht 2024 7 haben wir bereits die Entwicklungsphase für unsere erste großtechnische Abscheideanlage in Mannheim eingeleitet. Hier befinden wir uns in der Vorplanung für den zukünftigen Einsatz an unserem zum Heizkraftwerk umgebauten Biomassekraftwerk. Bis 2035 wollen wir unsere restlichen Bioabfallvergärungs-, Biomethan-, Biomasse- und thermischen Abfallbehandlungsanlagen (TAB-Anlagen) technologisch so umrüsten, dass wir CO2 durch geeignete Technologien dauerhaft der Atmosphäre entziehen können und damit als Unternehmen #klimapositiv werden. Unsere Klimaschutzstrategie einschließlich der geplanten Maßnahmen bildet das Herzstück unseres Mannheimer Modells mit seinem Dreiklang aus Wärmewende, Stromwende und grünen Kundenlösungen. Mit der Umsetzung des Mannheimer Modells setzen wir unseren #klimapositiv-Kurs an allen Standorten konsequent fort und untermauern damit unseren Anspruch als Gestalter der Energiewende. Wir treiben die Wärmewende voran Wir haben uns klare Ziele für die Umsetzung der Wärmewende gesetzt: In Mannheim und der Region sowie in Offenbach wollen wir unsere Fernwärme noch in dieser Dekade vollständig, also zu 100 %, auf grüne Energiequellen umstellen. Bis 2035 wollen wir 100 % grüne Fernwärme-Erzeugung im gesamten Konzern, also auch in Kiel, erreichen. Außerdem streben wir bis 2035 an, mehrere Tausend zusätzliche Gebäude in Mannheim, in Offenbach und in Kiel an unsere Fernwärmenetze anzuschließen. Um dies zu erreichen, investieren wir in die Verdichtung unserer Fernwärmenetze und planen an allen Standorten deren Ausbau in ausgewählten Bereichen. In Regionen ohne Fernwärmeversorgung konzentrieren wir uns auf das Geschäft mit Wärmepumpen und positionieren uns auch hier als Systemanbieter. Durch den Ausbau zentraler und dezentraler grüner Wärmelösungen unterstützen wir den Übergang vom fossilen zum klimafreundlichen Heizen und schaffen die Grundlage für die Auflösung paralleler Netzstrukturen zwischen Fernwärme und Gas. Die Umstellung unserer Fernwärme-Erzeugung auf grüne Energien schreitet planmäßig voran. Wir haben unser Mannheimer Biomassekraftwerk zum Heizkraftwerk umgebaut und im Herbst 2024 an das Fernwärmenetz angebunden. Mit dem Anschluss des Biomasseheizkraftwerks konnten wir die zweite Ausbaustufe der Wärmewende in Mannheim erfolgreich abschließen. Damit könnten wir sobald Biomethan anstelle von Gas genutzt würde zirka 60 % der Jahreshöchstlast in grüner Wärme zur Verfügung stellen. Ein wichtiger Schritt zum Erreichen dieser Ausbaustufe war auch die Inbetriebnahme unserer ersten Flusswärmepumpe in Mannheim am Standort des Grosskraftwerks Mannheim Anfang des Geschäftsjahres 2024. Mir ihr gewinnen wir wertvolle Erkenntnisse für die Planung, die Konstruktion und den Betrieb zukünftiger Großwärmepumpen. Einen weiteren Baustein für die Vergrünung der Fernwärme in Mannheim bildet unsere neue Phosphorrecyclinganlage. [IMAGE]  Zusammengefasster Lagebericht  Grundlagen des Konzerns  Unternehmensstrategie MVV Geschäftsbericht 2024 8 Unsere Tochtergesellschaft Energieversorgung Offenbach wird ihr Steinkohle-Heizkraftwerk durch den Einsatz alternativer Erzeugungsquellen ersetzen; dazu zählen die Nutzung von Abwärme aus Rechenzentren, Biomasse beziehungsweise -methan, Power-to-Heat-Anlagen und eine optimierte Nutzung ihres Energiewerks; eine Phosphorrecyclinganlage befindet sich bereits seit einigen Jahren in Betrieb. Bis 2030 soll auch in Offenbach die Fernwärme auf eine 100 % grüne Erzeugung umgestellt werden. Unsere Tochtergesellschaft Stadtwerke Kiel verfolgt ihren „Kurs Klimaneutralität“ mit Ziel 2035 und will dafür unter anderem Großwärmepumpen und Geothermie einsetzen sowie das Küstenkraftwerk auf 100 % Wasserstoff umrüsten. Gleichzeitig untersuchen wir für alle Standorte weitere Alternativen wie beispielsweise Kraft-Wärme-Kopplung auf Basis klimaneutraler Gase, weitere Großwärmepumpen oder industrielle Abwärme. Stromwende mit leistungsfähigen Netzen und erneuerbaren Energien Für das Gelingen der Energiewende und die weitere Dekarbonisierung ist es zudem erforderlich, die Stromnetze an die sich verändernden Anforderungen anzupassen. Wir bauen die Verteilnetze an unseren Standorten weiter aus, um eine zukunftsfähige Energieversorgung für steigende Strombedarfe zu gewährleisten. Deren Treiber sind unter anderem der Bau von Rechenzentren, die Elektromobilität, die Integration dezentraler (Groß-)Wärmepumpen und die insgesamt zunehmende Elektrifizierung von Industrie und Haushalten. Gleichzeitig berücksichtigen wir den Anstieg dezentraler Erzeuger, die ihre – nur teilweise überschüssige – Energie in die Netze einspeisen. Diese Maßnahmen betreffen nicht nur die Nieder- und Mittelspannungsnetze, sondern auch vorgelagerte Netzebenen. Beispiele dafür sind der seit 2021 laufende Ausbau des 110 kV-Netzes in Offenbach und die geplanten Anschlüsse an das Höchstspannungsnetz in der Region Mannheim. Auch in der Stromerzeugung verfolgen wir unsere Ziele weiter: Durch die Übernahme inländischer Wind- und Photovoltaik-Projekte wollen wir unsere Erzeugungsleistung deutlich ausbauen – dabei setzen wir insbesondere auf unsere konzerneigene Projektentwicklung bei Juwi. So wollen wir unsere Stromerzeugungskapazität aus erneuerbaren Energien bis 2030 auf 2.000 MW erhöhen und bis 2035 eine 100 % grüne Stromerzeugung bei MVV realisieren. Deshalb haben wir im Geschäftsjahr 2024 bereits entschieden, weitere Windenergie- und Photovoltaik-Projekte mit einer Leistung von insgesamt 74 MW beziehungsweise 13 MW in unser eigenes Portfolio zu übernehmen, die in den kommenden Jahren gebaut werden. In Betrieb nehmen konnten wir im Konzern im Geschäftsjahr 2024 insgesamt 27 MW an neuer Wind- und 8 MW an neuer Photovoltaik-Leistung. Mit der zunehmenden Umstellung der Stromerzeugung auf erneuerbare Energien steigt auch der Bedarf an Flexibilität im Strommarkt und in den Versorgungsnetzen. Daraus resultiert eine steigende Relevanz des Markts für Batteriespeicher – ein Bereich, in dem wir unsere Aktivitäten [IMAGE]  Zusammengefasster Lagebericht  Grundlagen des Konzerns  Unternehmensstrategie MVV Geschäftsbericht 2024 9 ausweiten. Wir sind bereits aktiv in der Projektentwicklung und Vermarktung von Großbatteriespeichern, wie unser hybrider Solarpark in Seckach zeigt. Dort verbessert ein 3,6 MW-Batteriespeicher die Effizienz des 9,8 MW-Solarparks. Weiterhin evaluieren wir neben Flexibilitätsoptionen auf der Vermarktungsseite auch investive Geschäftsmodelle im Bereich der Großbatteriespeicher abseits von Innovationsausschreibungen. Grüne Kundenlösungen für CO2-Minderung bei unseren Kunden Als Systemanbieter für Lösungspakete, die auf spezifische Kundengruppen zugeschnitten sind, unterstützen wir unsere Kunden bei deren jeweils unterschiedlichen Transformationsanforderungen. Dabei ist es unser Hauptanliegen, bis 2035 ausschließlich klimaneutrale Produkte und Dienstleistungen zur Verfügung zu stellen. Eine optimale Vernetzung zentraler und dezentraler Angebote ist dafür entscheidend. Dafür treiben wir im Dienstleistungsbereich Wachstumsinitiativen gezielt voran. Mit unserem Produkt- und Serviceangebot wollen wir der Kundennachfrage optimal begegnen und dadurch die Zufriedenheit unserer Kunden erhöhen. Dies schließt die Information für unsere Privat- und Gewerbekunden beispielsweise im Kontext der kommunalen Wärmeplanung zu Fernwärme- und Wärmepumpen-Lösungen ebenso ein wie stromseitige Bündelangebote aus Solar-, Lade- und Batteriekomponenten. Für unsere Geschäftskunden erweitern wir die Ingenieursdienstleistungen sowie die Mess- und Beratungskompetenzen bei unserer Tochtergesellschaft MVV Enamic. Zudem bedienen wir mit unseren nachhaltigen Rechenzentrums-Projekten die Nachfrage von Geschäftskunden im Bereich Digitalisierung und Künstlicher Intelligenz (KI). Für kommunale Kunden entwickeln wir Lösungen und Angebote entlang des Mannheimer Modells, zum Beispiel in den Bereichen smarte Wärme und Wärmeplanung sowie für lokale Elektromobilitätsanwendungen. Im Bereich Commodity Solutions ist es uns im Rahmen sogenannter „Green Solutions“ gelungen, unser Erneuerbaren-Direktvermarktungsportfolio zum Ende des Berichtsjahres auf 5,9 Gigawatt zu erhöhen sowie die sonstigen Energiedienstleistungen weiter auszubauen. Transformation benötigt eine starke Basis Wir sehen uns durch die vorgenannten Entwicklungen im Berichtsjahr auf unserem Weg in eine #klimapositive Zukunft von MVV bis 2035 bestätigt. Für die vor uns liegende Transformation sind neben umfangreichen Investitionen weitere wertvolle Kernressourcen nötig. Für die Dekade von 2023 bis 2033 planen wir, insgesamt rund 7 Mrd Euro in das Energiesystem der Zukunft zu investieren. Dabei wollen wir diversifiziert vorgehen und auf diesem Weg unser Geschäft weiterentwickeln und damit zukunftsfest machen. Dazu gehören auch weitere Produkt- und Prozessinnovationen, über die wir im Kapitel Technologie und Innovation berichten. In unserem Umweltgeschäft in Großbritannien wollen wir Wachstumschancen heben und eruieren entsprechende Opportunitäten. Die erfolgreiche Umsetzung unseres Mannheimer Modells gelingt nur gemeinsam mit unseren Mitarbeitenden und mit einer Unternehmenskultur, die diesen Wandel fördert und die Bereitschaft dazu stimuliert. Daher wollen wir als Arbeitgeber ein Miteinander erhalten, bei dem der uneingeschränkte Respekt gegenüber jedem Menschen an erster Stelle steht. Dies unterstreichen wir auch mit unserer Vielfaltsstrategie. Mit ihr wollen wir Chancengleichheit sicherstellen, Benachteiligungen vermeiden, Diskriminierung verhindern sowie Inklusion und Diversität fördern. Digitalisierung ist ebenfalls ein wichtiger Baustein unserer Unternehmensstrategie. Wir setzen Digitalisierungsinstrumente gezielt ein und bauen diese kontinuierlich aus, um die Effizienz und Vernetzung unserer eigenen Geschäftsprozesse, Anlagen und Netze zu optimieren. Gleichzeitig nutzen wir Möglichkeiten der Digitalisierung, um etwa die Energiesituation für unsere Kunden zu analysieren und individuell optimale Lösungen zu gestalten – damit reduzieren wir langfristig auch die Auswirkungen, die der Energieverbrauch auf die Umwelt hat. Übergeordnet betrachtet bedarf die neue dezentrale Energiewelt intelligenter Steuerungs- und Ausgleichsmechanismen; auch vor diesem Hintergrund ist Digitalisierung, dabei insbesondere die Verarbeitung großer Datenmengen durch KI, ein wichtiger Baustein der Zukunftsfähigkeit der Energiewirtschaft und damit auch von MVV.  Zusammengefasster Lagebericht  Grundlagen des Konzerns  Technologie und Innovation MVV Geschäftsbericht 2024 10 Technologie und Innovation Innovative Forschung und Entwicklung Unser Anspruch ist es, intelligente Energieprodukte und innovative Lösungen für die Bedürfnisse unserer Kunden zu entwickeln. Unsere Abteilung Customer Insights bei unserer Shared-Services-Gesellschaft Soluvia Energy Services und unsere Stabsabteilung Innovation leisten einen wesentlichen Beitrag zur Erreichung dieses Ziels: Hier arbeiten Innovationsmanager und Marktforscher an Innovationsprojekten sowie an konkreten Vorhaben zur Steigerung der Kundenzufriedenheit gemeinsam mit Mitarbeitenden aus unseren operativen Geschäftsfeldern. Zudem beteiligen sich unsere operativen Einheiten auch eigenständig an zukunftsweisenden Projekten. Aktuelle Projekte Wir treiben klimafreundliche Wasserstofftechnologien voran Mit den Regelungen zur Errichtung des Wasserstoffkernnetzes durch die Bundesregierung und dem Beschluss des EU-Gasbinnenmarktpakets im Mai 2024 sind wichtige Regelungen für die Wasserstoffnetze getroffen worden. Weitere Informationen dazu befinden sich im Kapitel Rahmenbedingungen . In diesem Umfeld sehen wir uns mit unserer strategischen Ausrichtung im Bereich Wasserstoff gut aufgestellt. In den nächsten Jahren liegt unser Fokus auf dem Aufbau von Kompetenzen durch die Realisierung von Pilotprojekten. Mit dem „Programm Wasserstoff“ haben wir innerhalb des Konzerns ein interdisziplinäres Team etabliert. Dieses stellt eine gemeinschaftliche, einheitenübergreifende Zusammenarbeit bei Wasserstoffanfragen sowie den Wissenstransfer in die Einheiten sicher. Wir entwickeln unsere Wärmenetze intelligent weiter Unser Geschäftsbereich MVV Smart Cities nutzt gemeinsam mit MVV Netze seine Kompetenzen in den Bereichen Digitalisierung und Wärmenetze: Wir entwickeln auf Basis unserer MVV-Datenplattform die Lösung „Smarte Wärme“ – ein digitales Abbild von Wärmenetzen. Die Lösung dient dabei nicht nur als Basis für eine optimale Nutzung und Erweiterung der Netzkapazität von Nah- und Fernwärmenetzen, sondern auch einem vorausschauenden und störungsfreien Betrieb bis zur Optimierung von Kundenstationen. Wir werden smarte Wärme nicht nur innerhalb des Konzerns nutzen, sondern auch deutschlandweit Stadtwerken und Kommunen anbieten. Auf Basis dieser digitalen Lösung treiben wir aktuell die Entwicklung weiterer Anwendungen in den Bereichen Wasserversorgung und Niederspannungsstromnetz voran. Neben dem zentralen Thema Wärme steht auch der Bereich Klima im Fokus unserer digitalen Lösungen. Im Auftrag der Smart City Mannheim GmbH, unserem Joint Venture mit der Stadt Mannheim, errichten wir dort Messnetze zur Mikroklimabestimmung. Diese schaffen die Grundlage für eine KI-basierte Mikroklimaanalyse. Ebenfalls in Zusammenarbeit mit der Smart City Mannheim sowie mit der Universität Mannheim entwickeln wir derzeit eine Verkehrssimulation, die Verkehrssituationen vorhersagen soll und dadurch den Verkehrsfluss optimieren wird.  Zusammengefasster Lagebericht  Grundlagen des Konzerns  Technologie und Innovation MVV Geschäftsbericht 2024 11 Innovationsprozesse Kunde im Fokus beim Ideenmanagement Unser Ideenmanagement hat zum Ziel, unsere Mitarbeitenden in den kontinuierlichen Verbesserungsprozess aktiv einzubinden. Wir fordern damit nicht nur den stetigen Wandel ein, sondern sensibilisieren unsere Beschäftigten mit wiederkehrenden Aktionen dafür. Organisatorisch ist das Ideenmanagement dem Bereich Personal- und Kulturentwicklung zugeordnet. Durch die gemeinsame Sonderaktion „Kunde im Fokus“ des Ideenmanagements und des Bereiches Customer Experience Management erhielten wir im Berichtsjahr zahlreiche prozessoptimierende Lösungsvorschläge. Wir haben im Geschäftsjahr 2024 insgesamt 90 umgesetzte Vorschläge im Hinblick auf ihren finanziellen Nutzen für MVV bewertet. Durch diese Ideen haben wir allein im ersten Jahr der Realisierung 258 Tsd Euro eingespart. Wir haben 77 Tsd Euro an Prämien für die Beschäftigten ausgezahlt. Derzeit beläuft sich der mehrjährige Nutzen (vier Jahre) der im Geschäftsjahr 2024 realisierten Vorschläge auf 353 Tsd Euro. Takeoff – Unser interner Innovationsprozess Bei unserem internen Innovationsprozess „Takeoff“ konnten alle Mitarbeitenden am Standort Mannheim zu Beginn des Geschäftsjahres 2023 wieder ihre Ideen für neue Geschäftsmodelle nah an unserer strategischen Ausrichtung einbringen. Aus den Einreichungen wurden die Ideen zweier Teams ausgewählt, die im Anschluss weiter ausgearbeitet, vertieft und getestet wurden. Im Geschäftsjahr 2024 setzte sich eine Idee durch, die das noch verbleibende Innovationsteam derzeit am Markt testet. Dies wird voraussichtlich bis zum Ende des Kalenderjahres 2024 andauern. Am Ende des Markttests wird der Vorstand final über die weitere Umsetzung der Idee entscheiden.  Zusammengefasster Lagebericht  Grundlagen des Konzerns  Wertorientierte Unternehmenssteuerung MVV Geschäftsbericht 2024 12 [IMAGE] Wertorientierte Unternehmenssteuerung Ziel unserer wertorientierten Unternehmenssteuerung ist es, den Unternehmenswert von MVV nachhaltig zu steigern und unseren Aktionären eine attraktive Dividende zu bieten. Dies erreichen wir, indem wir einen positiven Wertbeitrag (Value Spread) erwirtschaften, das heißt, eine Rendite (Adjusted ROCE) auf das durchschnittlich eingesetzte Kapital (Capital Employed) realisieren, die über unseren Kapitalkosten (WACC) liegt. Wesentliche Ausgangsgröße ist dabei das bereinigte operative Ergebnis vor Zinsen und Ertragsteuern (Adjusted EBIT). Diese Ergebnisgröße bereinigen wir um die Ergebniseffekte aus der stichtagsbezogenen Marktbewertung von Finanzderivaten nach IFRS 9. Die Zinserträge aus Finanzierungsleasing, die in der Gewinn- und Verlustrechnung innerhalb der Finanzerträge ausgewiesen sind, rechnen wir zum Adjusted EBIT hinzu, da sie aus Contracting-Projekten stammen und damit Teil unseres operativen Geschäfts sind. Wir haben die einzelnen Parameter zur Ermittlung des für MVV relevanten WACC für das Berichtsjahr überprüft und aufgrund von Marktveränderungen zum Teil aktualisiert. So ergibt sich für das Geschäftsjahr 2024 ein Konzern-WACC von 8,6 % (Vorjahr: 8,0 %) vor Steuern. Im Geschäftsjahr 2024 sank der Adjusted ROCE von 33,5 % auf 12,5 %. Wesentlicher Treiber für den Rückgang ist das Adjusted EBIT, das im Geschäftsjahr 2024 – wie von uns prognostiziert – deutlich unter dem des Vorjahres lag. Dies ist darin begründet, dass das Adjusted EBIT im Vorjahr von erheblichen Mehrerlösen aufgrund einer außergewöhnlichen Entwicklung im Geschäftsfeld Commodities und durch Veräußerungsgewinne aufgrund des Verkaufs von Beteiligungen geprägt worden ist (Kapitel Darstellung der Ertragslage ); beides war im Berichtsjahr wie erwartet nicht wiederholbar. Aus dem niedrigeren Adjusted ROCE resultiert im Geschäftsjahr 2024 nach Abzug des WACC vor Steuern von 8,6 % ein Rückgang des Value Spread auf 3,9 %. Im Vorjahr lag dieser bei 25,5 %. [IMAGE]  Zusammengefasster Lagebericht  Geschäftsentwicklung des Konzerns  Wesentliche Entwicklungen und Gesamtaussage MVV Geschäftsbericht 2024 13 Geschäftsentwicklung des Konzerns •Adjusted EBIT im Rahmen unserer Erwartungen •Investitionen stärken unsere Zukunftsfähigkeit •Zweite Ausbaustufe der Wärmewende in Mannheim abgeschlossen Wesentliche Entwicklungen und Gesamtaussage Wesentliche Entwicklungen Investitionen in eine klimaneutrale Zukunft Ein fester Bestandteil unserer Unternehmensstrategie und die Grundlage für die Erreichung unseres Ziels #klimapositiv bis 2035 ist unser breit und langfristig angelegtes Investitionsprogramm. Mit einem Investitionsvolumen von 417 Mio Euro investierten wir im Berichtsjahr erneut mehr als im Vorjahr (344 Mio Euro). Damit wir unser Mannheimer Modell mit dem Dreiklang aus Wärmewende, Stromwende und grünen Kundenlösungen erfolgreich umsetzen können, wollen wir unser Investitionstempo in den kommenden Jahren deutlich erhöhen. Im Berichtsjahr sind wir auf unserem Weg in Richtung #klimapositiv bis 2035 weiter vorangekommen. Wir haben Projekte erfolgreich abgeschlossen, konsequent vorangetrieben und neue begonnen. Der Schwerpunkt unserer Investitionen lag auf dem Ausbau der grünen Wärme in Mannheim und der Region, dem Bau von Windparks und deren Übernahme in unser eigenes Portfolio sowie auf dem Ausbau und der Modernisierung unserer Verteilnetze. Wärmewende für Mannheim Unser Ziel für Mannheim und die Region ist es, unsere Fernwärme bis 2030 vollständig auf grüne Energiequellen umzustellen. Hier haben wir im Geschäftsjahr 2024 einen weiteren Meilenstein erreicht: Wir haben unser Mannheimer Biomassekraftwerk zum Heizkraftwerk umgebaut und im Herbst 2024 an das Fernwärmenetz angebunden. Mit dem Anschluss des Biomasseheizkraftwerks konnten wir die zweite Ausbaustufe der Wärmewende in Mannheim erfolgreich abschließen. Damit könnten wir sobald Biomethan anstelle von Gas genutzt würde zirka 60 % der Jahreshöchstlast in grüner Wärme zur Verfügung stellen. Ein wichtiger Schritt zum Erreichen dieser Ausbaustufe war auch die Inbetriebnahme unserer ersten Flusswärmepumpe in Mannheim am Standort des Grosskraftwerks Mannheim Anfang des Geschäftsjahres 2024. Mir ihr gewinnen wir wertvolle Erkenntnisse für die Planung, die Konstruktion und den Betrieb zukünftiger Großwärmepumpen. Einen weiteren Baustein für die Vergrünung der Fernwärme in Mannheim bildet unsere neue Phosphorrecyclinganlage.  Zusammengefasster Lagebericht  Geschäftsentwicklung des Konzerns  Wesentliche Entwicklungen und Gesamtaussage MVV Geschäftsbericht 2024 14 Ergebnis wie erwartet unter hohem Vorjahreswert Mit 426 Mio Euro lag unser Adjusted EBIT zwar wie erwartet deutlich unter dem Vorjahreswert von 880 Mio Euro. Bei dem Ergebnis des vorangegangenen Geschäftsjahres ist jedoch zu berücksichtigen, dass positive Einmaleffekte wie Veräußerungserlöse aus dem Verkauf von Beteiligungen sowie eine außergewöhnliche, großhandelspreisbedingte Entwicklung im Geschäftsfeld Commodity Services zu erheblichen Mehrerlösen geführt hatten. Die Ergebnisentwicklung im Vorjahresvergleich (Kapitel Ertragslage ) ist daher einerseits auf sich nicht wiederholende positive Einmaleffekte im Vorjahr zurückzuführen. Außerdem verzeichneten wir sowohl in unserem Privat- und Gewerbekundengeschäft als auch in unserem Umweltgeschäft Ergebnisrückgänge. Andererseits wurde die Entwicklung des Adjusted EBIT vor allem von höheren Ergebnisbeiträgen aus den Geschäftsfeldern Erzeugung und Netze sowie aus unserem Projektentwicklungsgeschäft geprägt. Hinzu kamen Veräußerungserlöse aus dem Verkauf von japanischen Beteiligungen. Das Vorsteuerergebnis (Adjusted EBT) sank gegenüber dem Vorjahr um 427 Mio Euro auf 402 Mio Euro. Dieser Rückgang spiegelt sich auch im bereinigten Jahresüberschuss nach Fremdanteilen wider: Er reduzierte sich um 280 Mio Euro und belief sich für das Berichtsjahr auf 233 Mio Euro. Gesamtaussage Wir haben uns im Geschäftsjahr 2024 in einem herausfordernden Marktumfeld bewegt, das unter anderem durch rückläufige Energiepreise an den Großhandelsmärkten sowie allgemeine Unsicherheiten (Kapitel Rahmenbedingungen ) gekennzeichnet war. Wie erwartet lag unser Adjusted EBIT mit 426 Mio Euro daher deutlich unter dem Vorjahreswert von 880 Mio Euro; im längerfristigen Vergleich – das Geschäftsjahr 2023 ausgenommen – konnten wir jedoch ein gutes Ergebnis erreichen. Ohne Berücksichtigung von Veräußerungserlösen, die wir im Berichtsjahr mit dem Verkauf von japanischen Beteiligungen erzielt haben, lag unser Adjusted EBIT im Geschäftsjahr 2024 mit 416 Mio Euro am oberen Ende der von uns prognostizierten Bandbreite von 390 bis 420 Mio Euro. Trotz schwieriger Rahmenbedingungen haben wir uns mit unserem breit aufgestellten Geschäftsmodell als resilient bewiesen und blicken auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr zurück. Die im Berichtsjahr abgeschlossenen Projekte und die von uns getätigten Investitionen sind ein Beleg dafür, dass wir in der Lage sind, unsere auf Klimaschutz ausgerichtete Unternehmensstrategie auch konsequent umsetzen zu können. Auch zukünftig wollen wir die Chancen nutzen, die sich aus der Transformation des Energiesystems ergeben, um nachhaltig und profitabel wachsen zu können.  Zusammengefasster Lagebericht  Geschäftsentwicklung des Konzerns  Wesentliche Entwicklungen und Gesamtaussage MVV Geschäftsbericht 2024 15 Vergleich des erwarteten mit dem tatsächlichen Geschäftsverlauf und Ausblick

Vergleich des erwarteten mit dem tatsächlichen Geschäftsverlauf und Ausblick
Prognose GJ 2024 Ergebnisse GJ 2024 Ausblick GJ 2025
Steuerungsrelevante Kennzahlen
Adjusted EBIT Anpassung des Ergebniskorridors nach Ablauf der ersten neun Monate des Geschäftsjahres 2024: Adjusted EBIT ohne Veräußerungsgewinne zwischen 390 und 420 Mio Euro; zuvor lag die erwartete Bandbreite des Adjusted EBIT ohne Veräußerungsgewinne zwischen 360 und 440 Mio Euro Adjusted EBIT von 426 Mio Euro; ohne Veräußerungsgewinne lag das Adjusted EBIT bei 416 Mio Euro Adjusted EBIT zwischen 350 und 400 Mio Euro; generell abhängig vom gesamtwirtschaftlichen Umfeld, von den Witterungs- und Windverhältnissen, den Strom- und Brennstoffpreisen sowie der Verfügbarkeit unserer Anlagen; hohe Volatilität bei Projektentwicklung erneuerbarer Energien
Adjusted ROCE Deutlich unter dem Niveau des Vorjahres (33,5 %) Adjusted ROCE von 12,5 % Deutlich unter dem Niveau des Vorjahres (12,5 %)
Weitere bedeutsame Kennzahlen
Bereinigte Eigenkapitalquote Zielgröße > 30 % Bereinigte Eigenkapitalquote von 42,5 % Zielgröße > 30 %
Investitionen Deutlich über dem Niveau des Vorjahres (344 Mio Euro) Gesamtinvestitionen von 417 Mio Euro Deutlich über dem Niveau des Vorjahres (417 Mio Euro)
Beschäftigte Personalaufbau in Wachstumsberei-chen; weitere Effizienzmaßnahmen im Bestandsgeschäft Anstieg der Mitarbeiterzahl zum von 30. September 2024 auf 6.649 Beschäftigte (Vorjahr: 6.390) aufgrund von Personalaufbau in organischen Wachstumsfeldern Personalaufbau in Wachstumsbereichen; weitere Effizienzmaßnahmen im Bestandsgeschäft

 Zusammengefasster Lagebericht  Geschäftsentwicklung des Konzerns  Rahmenbedingungen MVV Geschäftsbericht 2024 16 Rahmenbedingungen Energiepolitisches Umfeld Die Energiepolitik auf nationaler und europäischer Ebene war auch im Geschäftsjahr 2024 geprägt von zahlreichen gesetzgeberischen Anpassungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Im Zentrum standen dabei Maßnahmen, mit denen die zukünftige Einhaltung der Klimaziele sichergestellt werden soll. Fördermittel für die Energiewende sind knapp Nachdem das Bundesverfassungsgericht im November 2023 die Finanzierung des staatlichen Klima- und Transformationsfonds in Teilen für nichtig erklärt hat, fehlten dem Fonds im Jahr 2024 rund 60 Mrd Euro, die zur Finanzierung zahlreicher Bundesprogramme für die Energiewende vorgesehen waren. Die Bundesregierung hat daraufhin entsprechende Kürzungen an den Programmen vorgenommen. Davon betroffen ist auch die Bundesförderung für effiziente Wärmenetze (BEW), die Anreize für Investitionen in die Dekarbonisierung von Wärmeerzeugung und Wärmenetzen schaffen soll. Nach der jüngsten Haushaltsplanung von August 2024 werden die BEW-Mittel für den Gesamtzeitraum bis 2029 gegenüber der Planung von 2023 um rund 900 Mio Euro auf insgesamt rund 3,2 Mrd Euro reduziert. Die Fernwärmebranche hält dagegen unverändert eine Fördersumme von über 3 Mrd Euro pro Jahr bis nach 2030 für notwendig. Die Branchenverbände AGFW und VKU haben diesen Förderbedarf im Juli 2024 in einer Studie untermauert; dort wird der Investitionsbedarf in die Fernwärme in Deutschland bis zum Jahr 2030 auf insgesamt 43,5 Mrd Euro beziffert. MVV erwartet für die Dekarbonisierung ihrer Fernwärme Fördergelder aus der BEW Einen ersten Antrag stellten wir im September 2024. Verschärft wird die Finanzierungssituation aus unserer Sicht durch das Auslaufen des Gesetzes für die Erhaltung, die Modernisierung und den Ausbau der Kraft-Wärme-Kopplung (KWKG) bereits Ende 2026, da aus dem KWKG auch Investitionen in Wärmenetze und -speicher gefördert werden. Diese Mittel sind umlagefinanziert und somit haushaltsneutral. MVV plädiert daher, wie auch Vertreter der Branche – wie beispielsweise BDEW und 8KU im Mai 2024 –, für eine zeitnahe Verlängerung des KWKG bis mindestens Ende 2029. Rahmen für die Wärmewende Die Wärmewende erhielt mit der Verabschiedung des novellierten Gebäudeenergie-Gesetzes (Gesetz zur Einsparung von Energie und zur Nutzung erneuerbarer Energien zur Wärme- und Kälteerzeugung in Gebäuden – GEG), des Gesetzes für die Wärmeplanung und zur Dekarbonisierung der Wärmenetze (WPG) sowie der überarbeiteten Richtlinie zur Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) im ersten Quartal des Berichtsjahres einen neuen rechtlichen Rahmen. Danach muss jede Kommune in den kommenden Jahren einen Wärmeplan entwickeln, auf dessen Basis die notwendigen Investitionen in Infrastruktur und die Wärmeerzeugung zielgerichtet erfolgen können. Der Bund unterstützt Investitionen in Gebäudesanierungen und neue Heizungen mit Fördersätzen zwischen 30 % und 70 %. Bei neuen Heizungen müssen mindestens 65 % der eingesetzten Energie aus erneuerbaren Quellen stammen – diese Vorgabe kann ein Gebäudeeigentümer auch durch den Anschluss an ein Fernwärmenetz erfüllen. Die Stadt Mannheim hat bereits im Jahr 2024 einen kommunalen Wärmeplan beschlossen. Auf dieser Basis hat MVV die eigene Planung für Ausbau und Dekarbonisierung der Fernwärme weiterentwickelt und mit der Umsetzung begonnen; wir berichten dazu im Kapitel Aspekt Umweltbelange .  Zusammengefasster Lagebericht  Geschäftsentwicklung des Konzerns  Rahmenbedingungen MVV Geschäftsbericht 2024 17 Geothermie wird wichtiger Baustein der Wärmewende Die Bundesregierung hat im September 2024 einen Referentenentwurf für ein Gesetz zur Beschleunigung von Genehmigungsverfahren für Geothermieanlagen, Wärmepumpen und Wärmespeicher sowie weiterer rechtlicher Rahmenbedingungen für den klimaneutralen Ausbau der Wärmeversorgung beschlossen. Mit dem Gesetz, das noch im Kalenderjahr 2024 im Bundestag verabschiedet werden soll, sollen die Wärmepotenziale der Geothermie schneller realisiert werden können. Erreicht werden soll dies unter anderem mit digitalen und standardisierten Genehmigungsverfahren sowie mit festen Fristensetzungen für zuständige Behörden. Eine Umsetzung dieser Regelungen würde auch die Geothermie-Vorhaben von MVV unterstützen. Bundesregierung stellt Eckpunkte ihrer Kraftwerksstrategie vor Im Februar 2024 hat die Bundesregierung Eckpunkte ihrer Kraftwerksstrategie vorgestellt und Anfang Juli 2024 weiter konkretisiert. Demnach sollen auf Grundlage eines neuen Kraftwerkssicherheitsgesetzes in einer ersten Säule 5 GW an neuen H2-ready-Gaskraftwerken und 2 GW an umfassenden H2-ready-Modernisierungen ausgeschrieben werden. Diese Kraftwerke sollen ab dem achten Jahr nach Inbetriebnahme beziehungsweise Umrüstung vollständig mit Wasserstoff betrieben werden. Hinzu kommen 500 MW reine Wasserstoffkraftwerke und 500 MW Langzeitspeicher. In einer zweiten Säule werden dann weitere 5 GW Gaskraftwerksneubauten ausgeschrieben. Erste Ausschreibungen sind laut Bundesregierung bis Frühjahr 2025 geplant. Gleichzeitig sollen die Arbeiten am zukünftigen Strommarktdesign weitergehen – vor allem mit Blick auf einen Kapazitätsmechanismus, der ab 2028 angewandt werden soll. EU reformiert Strommarktdesign Der Prozess zur EU-Strommarktreform wurde als Reaktion auf die Auswirkungen des Krieges in der Ukraine gestartet. Die Beschlüsse in der ersten Jahreshälfte 2024 sollen für stabilere Strompreise und einen besseren Schutz der Verbraucher bei künftigen Krisen sorgen. Dabei wird das grundsätzlich funktionierende Prinzip der Strommärkte nicht verändert. Auf eine erneute Erlösabschöpfung für bestimmte Stromerzeugungstechnologien wurde verzichtet. Veränderungen wird es im Bereich der erneuerbaren Energien geben. Hier haben die Mitgliedsstaaten nach Inkrafttreten der novellierten Richtlinie drei Jahre Zeit, um die Förderung auf freiwillige zweiseitige Differenzverträge (Contracts for Differences, CfDs) beziehungsweise wirkungsgleiche Mechanismen umzustellen. Dabei sind in Zeiten mit sehr hohen Strompreisen Zahlungen von geförderten Anlagen an den Staat vorgesehen, um eine Überförderung zu vermeiden. Direktverträge zwischen Stromerzeugern und Verbrauchern (Power Purchase Agreements, PPA) bleiben weiterhin möglich. Diese EU-Vorgaben sichern stabile Rahmenbedingungen für MVV in den Bereichen der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien sowie des Stromhandels und -vertriebs. Erleichterungen beim Ausbau erneuerbarer Energien Bundestag und Bundesrat haben Ende April 2024 das Solarpaket I beschlossen, um den Ausbau erneuerbarer Energien weiter zu beschleunigen. Das Gesetzespaket unterstützt sowohl den Ausbau von Photovoltaik- als auch von Windkraftanlagen. Bereits bestehende Windenergiegebiete werden zu sogenannten Beschleunigungsgebieten erklärt, in denen die Genehmigung weiterer Windenergievorhaben deutlich schneller erteilt werden kann. Auch die Einführung einer Duldungspflicht für die Verlegung und den Betrieb von Netzanschlussleitungen sowie für Überfahrtsrechte bei erneuerbaren Energien soll sich positiv auf die Umsetzungsgeschwindigkeit von Projekten auswirken, die auf Flächen der öffentlichen Hand geplant sind. Für Photovoltaikdachanlagen bei gewerblich genutzten Gebäuden und Mehrfamilienhäusern sind im Solarpaket I zahlreiche Verbesserungen enthalten. So erleichtert das Modell der „gemeinschaftlichen Gebäudeversorgung“ die Weitergabe von Photovoltaikstrom in Mehrfamilienhäusern. Darüber hinaus wird der Einsatz von Stromspeichern vereinfacht, wenn durch die Speicherung von Strom aus erneuerbaren Energien und aus dem Netz eine Mischnutzung stattfindet.  Zusammengefasster Lagebericht  Geschäftsentwicklung des Konzerns  Rahmenbedingungen MVV Geschäftsbericht 2024 18 Die Änderungen des Solarpakets I stärken die Aktivitäten von MVV beim Ausbau der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien und bei unseren Kundenlösungen. Darüber hinaus hat der Gesetzgeber im Juni 2024 das Bundesimmissionsschutzgesetz novelliert. Insbesondere Windkraftanlagen an Land profitieren von den beschlossenen Regelungen, die das zentrale Genehmigungsverfahren beschleunigen und entbürokratisieren sollen. Beispielsweise wird der Anwendungsbereich von vereinfachten Repowering-Verfahren, in denen Altanlagen durch neuere leistungsstärkere Anlagen ersetzt werden, deutlich ausgeweitet. Auch werden die Genehmigungsverfahren durch stärkere Einschränkungen bei der Nachforderung von Unterlagen durch die Behörden und durch mehr Digitalisierung gestrafft. Regeln für CO2-Abscheidung werden konkreter Die Europäische Kommission hat im Februar 2024 ihre Industrial-Carbon-Management-Strategie vorgestellt. Darin wird die Bedeutung der CO2-Abscheidung sowie -Speicherung und/oder -Nutzung zur Erreichung der europäischen Klimaschutzziele hervorgehoben. Auf nationaler Ebene hat die Bundesregierung Ende Mai 2024 im Bundeskabinett ihre Eckpunkte zur eigenen Carbon-Management-Strategie verabschiedet. Die Strategie sieht den Einsatz der CO2-Abscheidung vor allem bei Prozessemissionen in der Industrie und der Abfallwirtschaft vor. Eine staatliche Förderung soll sich auf diese Anwendungsgebiete konzentrieren. Für MVV ist dabei von Bedeutung, dass die Bundesregierung CO2-Emissionen aus der thermischen Abfallbehandlung als unvermeidbar und damit förderfähig einstuft. Ergänzend zur nationalen Carbon-Management-Strategie arbeitet die Bundesregierung an einer Langfriststrategie für Negativemissionen. Darin sollen Vorschläge für einen Rechtsrahmen für die dauerhafte CO2-Entnahme aus der Atmosphäre (sogenannte Negativemissionen) enthalten sein. Für MVV sind diese Überlegungen zu Negativemissionen ein wichtiger Baustein, damit wir die Potenziale unseres Anlagenparks nutzen und auf diesem Weg bis 2035 klimapositiv werden können. Zukunft der Gas- und Stromnetze: Bewegung im Ordnungsrahmen Anfang August 2024 trat das Gasbinnenmarkt-Paket der EU in Kraft, das den europäischen Rahmen zur Gestaltung der Zukunft der Gasnetze setzt. Die Regelungen ermöglichen es Gasverteilnetzbetreibern, zukünftig auch Wasserstoffverteilnetze zu betreiben. Ferner sind sie verpflichtet, Stilllegungspläne für Teilnetze zu entwickeln, in denen die Gasnachfrage absehbar sinken wird. MVV hält es für dringend erforderlich, dass Bundesregierung und Gesetzgeber das Gasbinnenmarkt-Paket noch in dieser Legislaturperiode in nationales Recht überführen, denn ein verlässlicher Rahmen ist unabdingbar für die Gestaltung der Zukunft der Gasnetze und damit für die erfolgreiche Umsetzung der Wärmewende. Gleichzeitig hat die Bundesnetzagentur (BNetzA) von ihren Ende 2023 erheblich ausgeweiteten Kompetenzen Gebrauch gemacht und eine umfassende Anpassung des regulatorischen Rahmens der Gas- und Stromnetze angestoßen, um die Netzinfrastrukturen an die sich verändernden Zukunftsszenarien anzupassen. So sollen Gasverteilnetzbetreiber beispielsweise künftig die Möglichkeit haben, die regulatorische Abschreibungsdauer für die meisten Anlagegüter zu verkürzen. Auch eine Abschaffung oder Weiterentwicklung des Effizienzvergleichs sowie die Anerkennung der Bildung von Rückstellungen für die Stilllegung von Teilnetzen in der Netzentgeltsystematik werden diskutiert. MVV hat viele der jetzt begonnenen Maßnahmen bereits 2023 in einer online abrufbaren Gasnetzstudie empfohlen, um einen passgenauen Ordnungsrahmen zur Gestaltung der Zukunft der Gasnetze zu schaffen.  Zusammengefasster Lagebericht  Geschäftsentwicklung des Konzerns  Rahmenbedingungen MVV Geschäftsbericht 2024 19 BNetzA ermöglicht Steuerung von Verbrauchern in der Niederspannung Ende November 2023 hat die BNetzA mit der Festlegung zu § 14a des Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG) die Steuerung von steuerbaren Verbrauchseinrichtungen und Netzanschlüssen in der Niederspannung durch den Verteilnetzbetreiber geregelt. Der Verteilnetzbetreiber kann danach den Leistungsbezug aller steuerbaren Verbrauchseinrichtungen, die ab dem 1. Januar 2024 in Betrieb gehen, auf bis zu 4,2 kW reduzieren, wenn dies für den sicheren Netzbetrieb notwendig ist. Zulässig sind dabei sowohl die Direktsteuerung der einzelnen Verbrauchseinrichtung als auch die Steuerung über ein kundeneigenes Energiemanagement-System (HEMS). Im Gegenzug können die Betreiber der steuerbaren Verbrauchseinrichtungen zwischen einer pauschalen Netzentgeltreduzierung oder einer prozentualen Absenkung des Arbeitspreises wählen. Außerdem haben die Betreiber steuerbarer Verbrauchseinrichtungen einen Anspruch auf Anschluss unabhängig von der vorhandenen Netzkapazität. BNetzA erhöht Basiszinssatz für Neuinvestitionen Darüber hinaus hat die BNetzA Ende Januar 2024 die Festlegung von Regelungen für die Bestimmung des kalkulatorischen Eigenkapitalzinssatzes für Neuanlagen im Kapitalkostenaufschlag veröffentlicht. Der Eigenkapitalzinssatz für Neuinvestitionen soll sich für die 4. Regulierungsperiode (bei Gas bis zum 31. Dezember 2027, bei Strom bis 31. Dezember 2028) aus einem jährlich variablen Basiszins (der Umlaufrendite öffentlicher Anleihen) zuzüglich eines Wagniszuschlags von aktuell rund 3 % ergeben. Der Eigenkapitalzinssatz für Bestandsanlagen bleibt hingegen unverändert. Damit wird seitens des Regulierers das Erfordernis einer kurzfristigen Neuskalierung der Netzinvestitionsbedingungen vor dem Hintergrund der Herausforderungen der Energiewende und des aktuellen Zinsumfeldes anerkannt. Wasserstoff-Kernnetz nimmt Form an Im ersten Halbjahr 2024 haben Bundesregierung und BNetzA zudem die Rahmenbedingungen zur Errichtung des Wasserstoff-Kernnetzes geschaffen. Vorgesehen ist eine Finanzierung über sogenannte Amortisationskonten, die die Höhe der Netzentgelte in der Hochlaufphase begrenzen und eine zeitlich gestreckte Vereinnahmung in der Zukunft ermöglichen. Die BNetzA hat den finalen Antrag der Fernleitungsnetzbetreiber zum konkreten Umfang des Kernnetzes im Oktober 2024 in weiten Teilen genehmigt. Umsetzung der Wachstumsinitiative Das BMWK hat Ende Oktober 2024 einen zweiten Referentenentwurf zu Änderungen des EnWG und EEG vorgelegt, der um eine Novelle des Messstellenbetriebsgesetzes (MsbG) und Maßnahmen zur Umsetzung der Wachstumsinitiative der Bundesregierung von Juli 2024 ergänzt wurde. Die vorgeschlagenen Änderungen sollen vor allem die Flexibilität im Stromsystem erhöhen. Dadurch soll die Häufigkeit und Intensität von Spitzen bei der Stromerzeugung adressiert sowie die flächendeckende Installation digitaler Smart Meter unterstützt werden.  Zusammengefasster Lagebericht  Geschäftsentwicklung des Konzerns  Rahmenbedingungen MVV Geschäftsbericht 2024 20 Markt- und Wettbewerbsumfeld Konjunkturelle Schwäche und struktureller Wandel belasten deutsche Wirtschaft In ihrer Gemeinschaftsdiagnose Herbst 2024 erwarten die führenden deutschen Wirtschaftsforschungsinstitute für das Kalenderjahr 2024 einen Rückgang des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 0,1 %. Im Frühjahr 2024 hatten sie noch ein Wachstum von 0,1 % prognostiziert. Belastend wirke neben der konjunkturellen Schwäche auch der strukturelle Wandel der deutschen Wirtschaft. Diese strukturellen Anpassungsprozesse, die laut der Experten durch Dekarbonisierung, Digitalisierung und demografischen Wandel sowie wahrscheinlich auch durch einen stärkeren Wettbewerb mit Unternehmen aus China ausgelöst wurden, begrenzen die Wachstumsperspektiven der deutschen Wirtschaft. Besonders betroffen sei die Industrie – insbesondere Hersteller von Investitionsgütern und energieintensive Zweige; als Auslöser der konjunkturellen Schwäche sehen die Experten das hohe Zinsniveau und hohe wirtschafts- und geopolitische Unsicherheiten. Beides beeinflusse sowohl die Investitionstätigkeit als auch den privaten Konsum. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz legte Anfang Oktober 2024 seine Herbstprojektion vor: Für das Kalenderjahr 2024 erwartet die Bundesregierung, dass das BIP um 0,2 % zurückgehen wird. Als Grund dafür werden – neben konjunkturellen Risiken – strukturelle Probleme Deutschlands angeführt, während zugleich große geoökonomische Herausforderungen bestehen. Stromerzeugung in Deutschland sinkt Nach aktuellen Berechnungen des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) lag die Brutto-Stromerzeugung in Deutschland in den ersten neun Monaten des Jahres 2024 bei 366 Mrd kWh und damit um etwa 1 % unter dem Vorjahr (370 Mrd kWh). Anteil erneuerbarer Energien an deutscher Stromerzeugung steigt auf 59 % Nach Schätzungen des BDEW betrug der Anteil der erneuerbaren Energien an der Brutto-Stromerzeugung in Deutschland in den ersten neun Monaten des Kalenderjahres 2024 insgesamt 59 % – nach 54 % im Vorjahreszeitraum. Besonderen Anteil am Anstieg der Erneuerbaren-Quote hatten dabei Photovoltaikanlagen, die rund 20 % mehr Strom produzierten. Auch die Erzeugung aus Wind nahm zu, wobei sich die Stromproduktion an Land und auf See unterschiedlich stark entwickelte: Während die Stromproduktion aus Windkraftanlagen an Land (Onshore) um 7 % über dem Vorjahr lag, haben die Windkraftanlagen auf See (Offshore) knapp 20 % mehr Strom erzeugt. In Summe hat die Stromerzeugung aus Wind um rund 9 % zugenommen. Die Stromerzeugung aus Biomasse und biogenem Siedlungsabfall war gegenüber dem Vorjahr nahezu unverändert. Insgesamt wurden aus erneuerbaren Energien zirka 218 Mrd kWh Strom produziert. [IMAGE]  Zusammengefasster Lagebericht  Geschäftsentwicklung des Konzerns  Rahmenbedingungen MVV Geschäftsbericht 2024 21 Windenergie wird weiter ausgebaut Im Januar 2024 hat der Bundesverband WindEnergie e.V. (BWE) den „Status des Windenergieausbaus an Land in Deutschland“ für das Kalenderjahr 2023 veröffentlicht: Insgesamt wurden in Deutschland brutto 3.567 MW Windleistung an Land neu installiert. Mit einem Plus von 48 % gegenüber dem Vorjahreszubau hat sich damit der jährliche Aufwärtstrend seit 2019 fortgesetzt. Dennoch liegt der Zubau weiterhin deutlich unter dem der Rekordjahre 2014 bis 2017. Die installierte Gesamtleistung aus Windenergie an Land lag bei 61.010 MW und damit rund 5 % über dem Vorjahreswert. Gemäß der im Juli 2024 veröffentlichten Publikation des BWE zum Status des Windenergieausbaus an Land im ersten Halbjahr des Kalenderjahres 2024 betrug der Brutto-Zubau von Windleistung an Land in Deutschland insgesamt 1.308 MW. Das waren rund 19 % weniger als in den ersten sechs Monaten des Vorjahres. Die installierte Gesamtleistung aus Windenergie an Land stieg gegenüber dem 31. Dezember 2023 um 1,5% an und betrug 61.917 MW. Nachfrage nach Elektrofahrzeugen, Wärmepumpen und Aufdach-Photovoltaikanlagen sinkt In den ersten acht Monaten des Jahres 2024 hat sich laut der Statistik des Kraftfahrt-Bundesamts „Fahrzeugzulassungen und Neuzulassungen von Kraftfahrzeugen mit alternativem Antrieb“ vom August 2024 der Absatz von vollelektrischen Autos in Deutschland im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um rund ein Drittel (32 %) reduziert. Gründe dafür seien abgesetzte Förderungen für Elektroautos und anhaltende politische Diskussionen in diesem Bereich, sowie die weiterhin schlechte Wirtschaftsentwicklung. Für das Jahr 2025 sei ein wieder steigender Absatz zu erwarten, da die europäischen Flottengrenzwerte für Absatzdruck sorgen. Auch im Bereich Elektro-Lkw sei mit zunehmenden Absatzzahlen zu rechnen, nachdem erste Modelle auch im Schwerlastverkehr verfügbar sind. Nach einem Wachstum von jeweils über 50 % in den Jahren 2022 und 2023 ist der Absatz von Wärmepumpen für die dezentrale Wärmeerzeugung im ersten Halbjahr 2024 laut dem Bundesverband Wärmepumpe e.V. stark zurückgegangen und lag leicht über dem Niveau von 2021. Dieser Rückgang führt gemäß den Experten dazu, dass das politische Ziel von 500.000 neuen Wärmepumpen pro Jahr im Jahr 2024 deutlich verfehlt werde. Die allgemeine Investitionszurückhaltung angesichts der schwachen Konjunktur trüge hierzu ebenso bei wie die nach wie vor große Verunsicherung über die kommunalen Wärmepläne. Der Bundesverband Wärmepumpe erwartet im zweiten Halbjahr 2024 eine Verbesserung der Marktsituation, auch aufgrund der hohen Fördersätze für den Einbau von Wärmepumpen. Entsprechend den im Oktober 2024 veröffentlichten Daten der BNetzA war auch bei Aufdach-Photovoltaikanlagen (kleiner 30 kWp) eine sinkende Nachfrage zu verzeichnen: Seit Mai 2024 lag die Leistung der monatlich neu installierten Anlagen unter den Werten des Vorjahres – der stärkste Rückgang war im August zu verzeichnen – und damit deutlich unter den Erwartungen der Branche. [IMAGE]  Zusammengefasster Lagebericht  Geschäftsentwicklung des Konzerns  Rahmenbedingungen MVV Geschäftsbericht 2024 22 Großhandelspreise für Brennstoffe und Strom rückläufig Im Berichtsjahr sanken die Großhandelspreise sowohl für Brennstoffe und CO2-Emissionszertifikate als auch für Strom gegenüber den mittleren Preisen des Vorjahres. Trotz der auf breiter Basis zu beobachtenden Preisrückgänge gegenüber den beiden Vorjahren lagen die Energiepreise – verglichen mit dem Durchschnitt der Jahre 2017 bis 2021 – weiterhin auf einem hohen Niveau.

Großhandelspreise (Durchschnitt) vom 1.10. bis 30.9.
GJ 2024 GJ 2023 +/– Vorjahr % Vorjahr
Rohöl 1 (US-Dollar/Barrel) 82,07 83,61 – 1,54 – 2
Erdgas 2 (Euro/MWh) 38,04 68,25 – 30,21 – 44
Kohle 3 (US-Dollar/Tonne) 113,59 150,29 – 36,70 – 24
CO2-Zertifikate 4 (Euro/Tonne) 72,60 90,48 – 17,88 – 20
Strom 5 (Euro/MWh) 92,97 172,13 – 79,16 – 46
1  Sorte Brent; Frontmonat
2  Marktgebiet Trading Hub Germany; Frontjahr
3  Frontjahr
4  Front Dezemberkontrakt
5  Frontjahr

Insbesondere in der ersten Hälfte des Berichtsjahres waren die Märkte für Strom, Gas, CO2-Emissionszertifikate, Kohle und zum Teil auch Öl von einem übergeordneten Preisrückgang geprägt. Ende Februar 2024 wurden Preistiefs von unter 70 Euro/MWh (Strom-Frontjahreskontrakt) und unter 30 Euro/MWh (Gas-Frontjahreskontrakt) erreicht. Gegenüber den Höchstständen zu Beginn des Geschäftsjahres 2024 im Oktober 2023 entsprach dies einem Rückgang von 46 % und 43 % im Fall der Strom- und Gas-Frontjahreskontrakte 2025. Der Kohlepreis und die Preise für CO2-Emissionszertifikate sanken im Vergleich zu den Preismaxima im selben Zeitraum um 36 % und 42 %. Ausschlaggebend für diese Entwicklung war die Kombination einer guten Versorgungslage mit einer milden Heizperiode. Seit März 2024 stiegen die Großhandelspreise auch als Folge geopolitischer Ereignisse wie dem weiter andauernden Krieg in der Ukraine und dem Nahostkonflikt wieder an, blieben dabei aber unter den Höchstständen vom Oktober 2023. Die Erzeugungsmarge aus Kohle (Clean Dark Spread, CDS) fiel gegenüber dem Geschäftsjahr 2023 deutlich und lag nun ebenfalls wie die Erzeugungsmarge aus Gas (Clean Spark Spread, CSS) im negativen Preisbereich. Die Änderungen der Spreads wirken sich im Rahmen unseres Hedging-Konzepts insbesondere auf das operative Ergebnis des Berichtssegments Erzeugung und Infrastruktur aus, dem die Vermarktung der Erzeugungspositionen unseres Geschäftsfelds Erzeugung zugeordnet ist.  Zusammengefasster Lagebericht  Geschäftsentwicklung des Konzerns  Rahmenbedingungen MVV Geschäftsbericht 2024 23 [IMAGE] [IMAGE] [IMAGE]  Zusammengefasster Lagebericht  Geschäftsentwicklung des Konzerns  Rahmenbedingungen MVV Geschäftsbericht 2024 24 Witterungseinflüsse Wärmere Witterung führt zu niedrigeren Gradtagszahlen Höhere Außentemperaturen führen zu einem geringeren Heizenergiebedarf bei unseren Kunden. Dies schlägt sich auch in niedrigeren Gradtagszahlen nieder, die als Indikator für den temperaturabhängigen Heizenergieeinsatz verwendet werden. Im Berichtsjahr war es insgesamt betrachtet wärmer als im Vergleichszeitraum des Vorjahres: Die Gradtagszahlen lagen nicht nur rund 5 % unter den Werten des Vorjahres, sondern waren die niedrigsten innerhalb der vergangenen zehn Jahre. Das Geschäftsjahr 2024 wies also im Zehnjahreszeitraum die durchschnittlich höchste Temperatur auf. Windaufkommen liegt über Vorjahresniveau Analog zum Heizenergiebedarf unserer Kunden wird auch die Stromerzeugung aus unseren Erneuerbare-Energien-Anlagen von Wettereinflüssen bestimmt. Eine besondere Bedeutung hat dabei das Windaufkommen, von dem die erzeugten Mengen unserer Windkraftanlagen maßgeblich abhängen. In den für uns relevanten Regionen lag das nutzbare Windaufkommen im Geschäftsjahr 2024 insgesamt zirka 15 % über dem langjährigen Mittel. Das Windaufkommen lag dabei über dem Vorjahreswert, der im gleichen Zeitraum das langjährige Mittel an unseren Windstandorten um etwa 4 % übertraf. Für den Vergleich nutzen wir den „EMD-ERA“-Windindex mit einer Referenzperiode (historischer Durchschnitt). [IMAGE]  Zusammengefasster Lagebericht  Geschäftsentwicklung des Konzerns  Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage MVV Geschäftsbericht 2024 25 Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage Der Berichtszeitraum umfasst das Geschäftsjahr 2024 – vom 1. Oktober 2023 bis zum 30. September 2024. Beträge sind in kaufmännisch gerundeten Mio Euro ausgewiesen, daher können sich bei der Addition einzelner Positionen Differenzen in der Summe ergeben. Darstellung der Ertragslage

MVV vom 1.10. bis 30.9.
Mio Euro GJ 2024 GJ 2023 +/– Vorjahr % Vorjahr
Umsatz und Ergebnis
Bereinigter Umsatz ohne Energiesteuern 7.194 7.531 – 337 – 4
Adjusted EBIT 426 880 – 454 – 52
Adjusted EBIT ohne Veräußerungsgewinne 416 747 – 331 – 44
Absatz
Strom (Mio kWh) 19.904 18.941 + 963 + 5
Wärme (Mio kWh) 5.476 5.489 – 13 0
Gas (Mio kWh) 16.869 16.840 + 29 0
Wasser (Mio m3) 38,1 38,4 – 0,3 – 1
Angelieferte verwertbare Restabfälle (1.000 t) 2.326 2.371 – 45 – 2

Bei den Umsatzerlösen eliminieren wir den Unterschied zwischen Sicherungs- und Stichtagskurs nach IFRS 9 zum jeweiligen Realisationszeitpunkt. Im Realisationszeitraum vom 1. Oktober bis 30. September betrug der Saldo – 864 Mio Euro (Vorjahr: – 911 Mio Euro). Insgesamt sanken die bereinigten Umsatzerlöse um 0,3 Mrd Euro auf 7,2 Mrd Euro. Die Umsatzentwicklung wurde vor allem durch rückläufige Großhandelspreise für Strom und Gas beeinflusst. Dieser negative Preiseffekt konnte teilweise durch höhere Stromhandelsmengen kompensiert werden. Im Geschäftsjahr 2024 stammten insgesamt 94 % (Vorjahr: 95 %) des Konzernumsatzes aus dem Inland. Im Ausland erwirtschaftete MVV 6 % des Umsatzes (Vorjahr: 5 %). [IMAGE]  Zusammengefasster Lagebericht  Geschäftsentwicklung des Konzerns  Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage MVV Geschäftsbericht 2024 26 [IMAGE] Das Adjusted EBIT von MVV lag im Berichtsjahr bei 426 Mio Euro (Vorjahr: 880 Mio Euro). Im Geschäftsjahr 2023 wurde das Adjusted EBIT in hohem Maße durch Veräußerungserlöse im Zusammenhang mit dem Verkauf von Beteiligungen geprägt. Sie beliefen sich im Vorjahr auf 133 Mio Euro, im Berichtsjahr dagegen nur auf 10 Mio Euro. Da es sich hierbei um Einmaleffekte handelt, weisen wir in unserer Berichterstattung zusätzlich das Adjusted EBIT ohne Veräußerungsgewinne aus: Im Geschäftsjahr 2024 betrug dieses 416 Mio Euro (Vorjahr: 747 Mio Euro). Damit lag das Adjusted EBIT innerhalb der von uns prognostizierten Bandbreite: In unserem Geschäftsbericht 2023 haben wir für das Geschäftsjahr 2024 ein Adjusted EBIT ohne Veräußerungsgewinne zwischen 360 und 440 Mio Euro erwartet; im Rahmen unserer 9-Monats-Berichterstattung haben wir unsere Prognose konkretisiert und den Korridor auf 390 bis 420 Mio Euro verengt. Neben den bereits erwähnten Veräußerungserlösen aus dem Verkauf von Beteiligungen hatte vor allem auch eine außergewöhnliche, großhandelspreisbedingte Entwicklung im Geschäftsfeld Commodity Services das Adjusted EBIT des Vorjahres beeinflusst. Diese hat im Geschäftsjahr 2023 zu erheblichen, nicht wiederholbaren Mehrerlösen geführt. [IMAGE]  Zusammengefasster Lagebericht  Geschäftsentwicklung des Konzerns  Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage MVV Geschäftsbericht 2024 27 Berichtssegment Kundenlösungen

Kundenlösungen vom 1.10. bis 30.9.
Mio Euro GJ 2024 GJ 2023 +/– Vorjahr % Vorjahr
Umsatz und Ergebnis
Bereinigter Umsatz ohne Energiesteuern 5.908 6.313 – 405 – 6
Adjusted EBIT 117 497 – 380 – 76
Absatz
Strom (Mio kWh) 19.603 18.681 + 922 + 5
Wärme (Mio kWh) 4.192 4.150 + 42 + 1
Gas (Mio kWh) 16.449 16.449 0 0
Wasser (Mio m3) 38,1 38,4 –0,3 – 1
Angelieferte verwertbare Restabfälle (1.000 t) 145 150 – 5 – 3

Die bereinigten Umsatzerlöse nahmen im Vergleich zum Vorjahr vor allem aufgrund rückläufiger Großhandelspreise für Strom und Gas ab. Dieser negative Preiseffekt konnte teilweise durch höhere Stromhandelsmengen kompensiert werden. Der starke Rückgang des Adjusted EBIT resultiert im Wesentlichen daraus, dass wir im Vorjahr im Geschäftsfeld Commodity Services deutliche Mehrerlöse aufgrund einer außergewöhnlichen, großhandelspreisbedingten Entwicklung erwirtschaften konnten. Darüber hinaus lagen auch die Ergebnisbeiträge aus unserem Privat- und Gewerbekundengeschäft unter denen des Vorjahres. Hinzu kamen Ergebnisbelastungen aufgrund der gegenüber dem Vorjahr milderen Witterung. Der Anstieg der Strommengen ist hauptsächlich auf höhere Handelsmengen, insbesondere im Bereich der Direktvermarktung, zurückzuführen. Berichtssegment Neue Energien

Neue Energien vom 1.10. bis 30.9.
Mio Euro GJ 2024 GJ 2023 +/– Vorjahr % Vorjahr
Umsatz und Ergebnis
Bereinigter Umsatz ohne Energiesteuern 842 750 + 92 + 12
Adjusted EBIT 161 176 – 15 – 9
Absatz
Strom (Mio kWh) 257 230 + 27 + 12
Wärme (Mio kWh) 1.262 1.316 – 54 – 4
Gas (Mio kWh) 281 246 + 35 + 14
Angelieferte verwertbare Restabfälle (1.000 t) 2.181 2.221 – 40 – 2

Der Anstieg der bereinigten Umsatzerlöse resultiert vor allem aus unserem Projektentwicklungsgeschäft. Im Berichtsjahr wurde die Entwicklung des Adjusted EBIT von höheren Ergebnisbeiträgen aus unserem Projektentwicklungsgeschäft sowie von Veräußerungserlösen aus dem Verkauf der von unserer Tochtergesellschaft Juwi gehaltenen Anteile an den At-Equity-Gesellschaften Juwi Shizen Energy und Juwi Shizen Energy Operation in Japan geprägt. Demgegenüber verzeichnete unser Umweltgeschäft einen Ergebnisrückgang, was vor allem auf niedrigere Strom- und Dampferlöse und auf eine gegenüber dem Vorjahr geringere Anlagenverfügbarkeit zurückzuführen ist. Dies führte insgesamt dazu, dass das Adjusted EBIT im Berichtssegment Neue Energien zurückging.  Zusammengefasster Lagebericht  Geschäftsentwicklung des Konzerns  Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage MVV Geschäftsbericht 2024 28 Die Entwicklung der Strom- und Wärmeabsatzmengen ist im Wesentlichen auf den Mehr- beziehungsweise Minderbedarf unserer Industriekunden zurückzuführen. Der Anstieg des Gasabsatzes resultiert aus einer besseren Anlagenverfügbarkeit unserer Biomethananlagen. Berichtssegment Erzeugung und Infrastruktur

Erzeugung und Infrastruktur vom 1.10. bis 30.9.
Mio Euro GJ 2024 GJ 2023 +/– Vorjahr % Vorjahr
Umsatz und Ergebnis
Bereinigter Umsatz ohne Energiesteuern 404 405 – 1 0
Adjusted EBIT 140 58 + 82 + 141

Die bereinigten Umsatzerlöse lagen auf dem Niveau des Vorjahres. Die Entwicklung des Adjusted EBIT im Vorjahresvergleich wurde im Wesentlichen durch zwei Effekte beeinflusst: Zum einen profitierte es von einer guten Anlagenverfügbarkeit und positiven Vermarktungsergebnissen einer Erzeugungsanlage. Darüber hinaus stiegen die Erträge bei unseren Netzgesellschaften im Wesentlichen aufgrund von regulatorisch bedingt gestiegenen Netzentgelten sowie kundenseitig höheren Verbrauchsmengen. Berichtssegment Sonstiges

Sonstiges 1 vom 1.10. bis 30.9.
Mio Euro GJ 2024 GJ 2023 +/– Vorjahr % Vorjahr
Umsatz und Ergebnis
Bereinigter Umsatz ohne Energiesteuern 2 40 63 – 23 – 37
Adjusted EBIT 2 8 149 – 141 – 95
Absatz
Strom (Mio kWh) 44 30 + 14 + 47
Wärme (Mio kWh) 22 23 – 1 – 4
Gas (Mio kWh) 139 145 – 6 – 4
1  Informationen zur Veränderung der Berichtssegmente finden Sie im Kapitel Konzernstruktur
2  Vorjahreswert angepasst

Die Entwicklung der bereinigten Umsatzerlöse ist vor allem darauf zurückzuführen, dass im ersten Quartal des Vorjahres noch Umsätze von der MVV Energie CZ-Gruppe enthalten waren; wir hatten die MVV Energie CZ-Gruppe im Dezember 2022 verkauft. Der Rückgang des Adjusted EBIT resultierte daraus, dass wir hier im Vorjahr die Veräußerungserlöse aus dem Verkauf der MVV Energie CZ-Gruppe und unserer Anteile an den Stadtwerken Ingolstadt abgebildet hatten. In der Entwicklung des Stromabsatzes spiegelt sich im Wesentlichen das Geschäft mit B2B-Kunden wider. Hauptursache für den niedrigeren Wärme- und Gasabsatz war die gegenüber dem Vorjahr mildere Witterung.  Zusammengefasster Lagebericht  Geschäftsentwicklung des Konzerns  Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage MVV Geschäftsbericht 2024 29 Überleitungsrechnung zum Adjusted EBIT In der folgenden Tabelle stellen wir dar, wie wir das in der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr 2024 ausgewiesene EBIT auf das steuerungsrelevante Adjusted EBIT überleiten.

Überleitungsrechnung vom EBIT (GuV) zum Adjusted EBIT vom 1.10. bis 30.9.
Mio Euro GJ 2024 GJ 2023 +/– Vorjahr
EBIT gemäß Gewinn- und Verlustrechnung 378 1.063 – 685
Bewertungs- und Realisierungseffekte aus Derivaten 45 – 186 + 231
EBIT vor Ergebnis aus der Bewertung und Realisierung von Derivaten nach IFRS 9 423 877 – 454
Zinserträge aus Finanzierungsleasing 3 3 0
Adjusted EBIT 426 880 – 454

Für unsere Unternehmenssteuerung verwenden wir das Adjusted EBIT. Bei dieser operativen Ergebnisgröße vor Zinsen und Ertragsteuern eliminieren wir vor allem die positiven und negativen Ergebniseffekte aus der stichtagsbezogenen Marktbewertung von Derivaten nach IFRS 9 zum 30. September 2024 im Saldo von – 45 Mio Euro und zum 30. September 2023 von + 186 Mio Euro. In diesen Bewertungseffekten spiegelt sich die Marktpreisentwicklung auf den Rohstoff- und Energiemärkten wider. Sie sind weder zahlungswirksam, noch beeinflussen sie unser operatives Geschäft oder die Dividende. Entwicklung wesentlicher Positionen in der Gewinn- und Verlustrechnung Beim Materialaufwand eliminieren wir den Unterschied zwischen Sicherungs- und Stichtagskurs nach IFRS 9. Im Realisationszeitraum vom 1. Oktober bis 30. September betrug der Saldo – 770 Mio Euro (Vorjahr: – 424 Mio Euro). Der bereinigte Materialaufwand nahm um 42 Mio Euro auf 5.877 Mio Euro ab. In der Entwicklung des Materialaufwands spiegelt sich einerseits vor allem die Erfüllung von Geschäften wider, die noch auf einem höheren Strom- und Gaspreisniveau abgeschlossen worden und im Berichtsjahr in Erfüllung gegangen sind. Einen gegenläufigen Effekt hatten hingegen gestiegene Strommengen und ein erhöhter Materialbezug aus unserem Projektentwicklungsgeschäft. Der Personalaufwand stieg vor allem infolge des Personalaufbaus bei mehreren inländischen Konzerngesellschaften sowie aufgrund von Tariferhöhungen und Einmalzahlungen im Vergleich zum Vorjahr um 44 Mio Euro auf 585 Mio Euro. Der Rückgang des Ertrags aus derivativen Finanzinstrumenten um 3.762 Mio Euro auf 813 Mio Euro sowie des Aufwands aus derivativen Finanzinstrumenten um 3.140 Mio Euro auf 752 Mio Euro ist im Wesentlichen bedingt durch Bewertungseffekte der Commodity-Strom-Derivate infolge der geringeren Volatilität der Großhandelspreise. Der um IFRS 9-Bewertungseffekte bereinigte Ertrag aus derivativen Finanzinstrumenten ging um 170 Mio Euro auf 28 Mio Euro und der [IMAGE]  Zusammengefasster Lagebericht  Geschäftsentwicklung des Konzerns  Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage MVV Geschäftsbericht 2024 30 bereinigte Aufwand aus derivativen Finanzinstrumenten um 173 Mio Euro auf 16 Mio Euro zurück. Hauptursache für die Abnahme waren Bewertungseffekte aus der Kavernenbewirtschaftung. Die Entwicklung der sonstigen betrieblichen Erträge wurde im Wesentlichen durch den Wegfall der Erlöse aus den Verkäufen der MVV Energie CZ-Gruppe und unserer Anteile an den Stadtwerken Ingolstadt im Vorjahr geprägt. Insgesamt nahmen die sonstigen betrieblichen Erträge gegenüber dem Vorjahr um 128 Mio Euro auf 130 Mio Euro ab. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen reduzierten sich gegenüber dem Vorjahr um 38 Mio Euro auf 269 Mio Euro. In dieser Position waren im Vorjahr insbesondere Aufwendungen für die Abschöpfung von Überschusserlösen und zur Gründung einer gemeinnützigen Stiftung enthalten. In der Entwicklung des Ergebnisses aus At-Equity-Unternehmen spiegelt sich vor allem der Wegfall des At-Equity-Ergebnisses der Stadtwerke Ingolstadt wider. Wir hatten unsere Anteile an den Stadtwerken Ingolstadt im 3. Quartal des Vorjahres veräußert. Insgesamt reduzierte sich das Ergebnis aus At-Equity-Unternehmen um 15 Mio Euro auf 7 Mio Euro. Mit 203 Mio Euro lagen die Abschreibungen um 4 Mio Euro unter dem Vorjahr. Das bereinigte Finanzergebnis (Aufwand) – basierend auf dem Adjusted EBIT – verbesserte sich um 27 Mio Euro auf – 24 Mio Euro, hauptsächlich aufgrund von höheren Zinserträgen aus Geldanlagen und Effekten aus der Fremdwährungsumrechnung. Nach Abzug des bereinigten Finanzergebnisses ergab sich im Geschäftsjahr 2024 ein im Vergleich zum Vorjahr um 427 Mio Euro niedrigeres Adjusted EBT von 402 Mio Euro (Vorjahr: 829 Mio Euro). Die bereinigten Ertragsteuern beliefen sich auf 120 Mio Euro (Vorjahr: 237 Mio Euro). Der bereinigte Jahresüberschuss ging um 311 Mio Euro zurück und belief sich für das Berichtsjahr auf 281 Mio Euro. Die bereinigten Anteile nicht beherrschender Gesellschafter lagen mit 49 Mio Euro um 30 Mio Euro unter dem Vorjahr. Der bereinigte Jahresüberschuss nach Fremdanteilen ging um 280 Mio Euro auf 233 Mio Euro (Vorjahr: 513 Mio Euro) zurück. Auf dieser Grundlage ergab sich ein bereinigtes Ergebnis je Aktie von 3,53 Euro (Vorjahr: 7,78 Euro). Die Aktienanzahl lag unverändert bei 65,9 Millionen Stück. Die Ergebniskennzahlen gemäß Gewinn- und Verlustrechnung stellen sich wie folgt dar: Nach Abzug des Finanzergebnisses (Aufwand) in Höhe von 21 Mio Euro (Vorjahr: 41 Mio Euro) ergab sich für das Berichtsjahr ein Ergebnis vor Steuern (EBT) von 358 Mio Euro (Vorjahr: 1.022 Mio Euro). Der Ergebnisrückgang setzt sich auch im Jahresüberschuss fort; dieser belief sich im Geschäftsjahr 2024 auf 250 Mio Euro (Vorjahr: 753 Mio Euro).  Zusammengefasster Lagebericht  Geschäftsentwicklung des Konzerns  Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage MVV Geschäftsbericht 2024 31 Darstellung der Vermögenslage

Bilanzstruktur
Tsd Euro 30.9.2024 30.9.2023 1 % Vorjahr
Aktiva
Langfristige Vermögenswerte 4.213.098 4.198.034 0
Kurzfristige Vermögenswerte 3.662.918 5.361.976 – 32
Bilanzsumme 7.876.016 9.560.010 – 18
Passiva
Eigenkapital 2.514.523 2.479.172 + 1
Langfristige Schulden 2.310.125 2.551.000 – 9
Kurzfristige Schulden 3.051.368 4.529.838 – 33
Bilanzsumme 7.876.016 9.560.010 – 18
1  Vorjahreswerte angepasst

Bilanzentwicklung Die Bilanzsumme reduzierte sich im Vergleich zum 30. September 2023 um 1.684 Mio Euro auf 7.876 Mio Euro, was unter anderem auf das geänderte Marktpreisniveau und die damit veränderten Marktwerte der nach IFRS 9 bilanzierten Energiehandelsgeschäfte zurückzuführen ist. Diese Veränderungen zeigen sich in der Entwicklung der derivativen aktiven und passiven Finanzinstrumente sowie in der Veränderung der aktiven und passiven latenten Steuern. Die derivativen aktiven Finanzinstrumente verringerten sich im Vorjahresvergleich um 1.612 Mio Euro auf 1.941 Mio Euro und die derivativen passiven Finanzinstrumente um 1.476 Mio Euro auf 1.946 Mio Euro. Die langfristigen Vermögenswerte stiegen um 15 Mio Euro auf 4.213 Mio Euro. Die Sachanlagen erhöhten sich um 221 Mio Euro auf 3.145 Mio Euro vor allem aufgrund von Investitionen in Anlagen zur grünen Strom- und Wärmeerzeugung, in die Erweiterung und Modernisierung unserer Verteilnetze sowie in den Bau einer Phosphorrecyclinganlage. Der Rückgang der Beteiligungen an At-Equity-Unternehmen um 31 Mio Euro auf 123 Mio Euro ist im Wesentlichen auf die Veräußerung von Beteiligungen im Berichtsjahr zurückzuführen. Die kurzfristigen Vermögenswerte nahmen um 1.699 Mio Euro auf 3.663 Mio Euro ab. Die Vorräte stiegen um 35 Mio Euro auf 357 Mio Euro vor allem aufgrund des Aufbaus in unserem Projektentwicklungsgeschäft. Der Rückgang der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen um 58 Mio Euro auf 457 Mio Euro ist vor allem auf die gesunkenen Großhandelspreise für Strom und Gas zurückzuführen. Zudem erhielt die Position im Vorjahr noch die erst im Jahresverlauf abgerechneten Beträge der gesetzlichen Preisbremsen für Strom und Gas. Hauptursache für den [IMAGE]  Zusammengefasster Lagebericht  Geschäftsentwicklung des Konzerns  Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage MVV Geschäftsbericht 2024 32 Rückgang der sonstigen finanziellen Forderungen und Vermögenswerte um 134 Mio Euro auf 187 Mio Euro war das Auslaufen von Geldanlagen. Der Anstieg der sonstigen nichtfinanziellen Forderungen und Vermögenswerte um 44 Mio Euro auf 230 Mio Euro resultierte im Wesentlichen aus der Zunahme der sonstigen Vermögenswerte, aus Nachforderungen im Zusammenhang mit dem Strompreisbremsengesetz und aus dem Erwerb von Emissionsrechten. Die flüssigen Mittel nahmen um 196 Mio Euro auf 779 Mio Euro ab. Dieser Rückgang ist hauptsächlich auf Auszahlungen für Investitionen sowie auf die Abflüsse aus Sicherheitshinterlegungen für das Kontrahentenausfallrisiko (Margins) zurückzuführen. Zum Bilanzstichtag belief sich unser Eigenkapital einschließlich der Anteile nicht beherrschender Gesellschafter auf 2.515 Mio Euro und lag damit um 36 Mio Euro über dem Wert des Vorjahres. Die langfristigen Schulden verringerten sich um 241 Mio Euro auf 2.310 Mio Euro. Die kurzfristigen Schulden nahmen um 1.479 Mio Euro auf 3.051 Mio Euro ab. Der Rückgang der sonstigen Rückstellungen um 43 Mio Euro auf 175 Mio Euro resultiert im Wesentlichen aus dem Verbrauch von Rückstellungen für noch nicht abgerechnete Leistungen. Die Zunahme der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen um 76 Mio Euro auf 548 Mio Euro ist vor allem auf Bauprojekte in unserem Projektentwicklungsgeschäft und höhere CO2-Abgrenzungen zurückzuführen. Der Rückgang der kurzfristigen anderen finanziellen Verbindlichkeiten um 162 Mio Euro auf 93 Mio Euro resultiert hauptsächlich aus der Abnahme der Verbindlichkeiten aus Sicherheitshinterlegungen für das Kontrahentenrisiko (Margins). Für die Steuerung unseres Konzerns bereinigen wir unsere Konzernbilanz zum 30. September 2024 um die kumulierten Bewertungseffekte nach IFRS 9: Wir kürzen die Vermögensseite um die positiven Marktwerte der Derivate und um die darauf entfallenden latenten Steuern in Höhe von 1.929 Mio Euro (30. September 2023: 3.532 Mio Euro). Auf der Kapitalseite eliminieren wir bei den Schulden die negativen Marktwerte und die darauf entfallenden latenten Steuern in Höhe von 1.940 Mio Euro (30. September 2023: 3.444 Mio Euro). Beim Eigenkapital eliminieren wir den Saldo in Höhe von – 11 Mio Euro (30. September 2023: + 88 Mio Euro). Daraus ergibt sich zum 30. September 2024 ein bereinigtes Eigenkapital von 2.526 Mio Euro (30. September 2023: 2.391 Mio Euro). Bezogen auf die bereinigte Bilanzsumme von 5.947 Mio Euro (30. September 2023: 6.028 Mio Euro) lag die bereinigte Eigenkapitalquote zum 30. September 2024 bei 42,5 % im Vergleich zu 39,7 % zum 30. September 2023.  Zusammengefasster Lagebericht  Geschäftsentwicklung des Konzerns  Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage MVV Geschäftsbericht 2024 33 Investitionen Wir haben im Geschäftsjahr 2024 insgesamt 417 Mio Euro (Vorjahr: 344 Mio Euro) investiert.

Investitionen vom 1.10. bis 30.9.
Mio Euro GJ 2024 GJ 2023 +/– Vorjahr % Vorjahr
Kundenlösungen 26 29 – 3 – 10
Neue Energien 204 133 + 71 + 53
Erzeugung und Infrastruktur 165 160 + 5 + 3
Sonstiges 1 22 22 0 0
Gesamt 417 344 + 73 + 21
1  Vorjahreswert angepasst

Bei unseren größten Investitionsprojekten handelte es sich um •Investitionen in Anlagen zur Erzeugung grüner Wärme, unter anderem den Bau von Anlagen zur Besicherung und Spitzenlastabdeckung der Fernwärmeversorgung, den Bau unserer ersten Flusswärmepumpe sowie der Netzanbindungen, die hierfür benötigt werden, •den Bau von Wind- und Solarparks sowie deren Übernahme in unser eigenes Portfolio, •die Inbetriebnahme einer neuen Anlagentechnik zur Gewinnung von Phosphor aus Klärschlamm in Mannheim, •die Instandhaltung und Erneuerung unserer Verteilnetze zur Sicherstellung der Versorgungssicherheit sowie •den Ausbau der Ladeinfrastruktur in Mannheim und der Region. [IMAGE]  Zusammengefasster Lagebericht  Geschäftsentwicklung des Konzerns  Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage MVV Geschäftsbericht 2024 34 Darstellung der Finanzlage Die kurz- und langfristigen Finanzschulden verringerten sich um 93 Mio Euro auf 1.705 Mio Euro. Der Neuaufnahme von Krediten standen Tilgungen bestehender Darlehen gegenüber. Gleichzeitig reduzierten sich die flüssigen Mittel um 196 Mio Euro auf 779 Mio Euro. Der Rückgang ist vor allem auf Auszahlungen für Investitionen sowie die Abflüsse aus Sicherheitshinterlegungen für das Kontrahentenausfallrisiko (Margins) zurückzuführen. In Summe erhöhten sich die Nettofinanzschulden (kurz- und langfristige Finanzschulden abzüglich flüssiger Mittel) um 103 Mio Euro auf 926 Mio Euro. Der Cashflow vor Working Capital und Steuern verringerte sich im Vergleich zur Vorjahresperiode um 280 Mio Euro auf 672 Mio Euro. Diese Entwicklung resultiert insbesondere daraus, dass das gegenüber dem Vorjahr niedrigere Ergebnis vor Steuern (EBT) nach Bereinigung der zahlungsunwirksamen und nicht operativen Erträge und Aufwendungen zu einem geringeren zahlungswirksamen operativen Ergebnis führte. Dabei entfielen die größten Effekte der Bereinigung auf die zahlungsunwirksame Bewertung der Derivate nach IFRS 9 sowie die Umgliederung des nicht operativen Ertrags aus dem Verkauf der MVV Energie CZ-Gruppe und unserer Anteile an den Stadtwerken Ingolstadt in der Vorjahresperiode zum Cashflow aus der Investitionstätigkeit. Im Vergleich zur Vorjahresperiode erhöhte sich der Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit um 1.112 Mio Euro auf 498 Mio Euro. Diese Entwicklung ist vor allem auf die geringeren Abflüsse aus Rückzahlungen für Sicherheitshinterlegungen für das Kontrahentenausfallrisiko (Margins) zurückzuführen – im Wesentlichen geprägt dadurch, dass die Großhandelspreise bei Strom, Gas und Kohle in der Berichtsperiode weniger stark gefallen sind als in der Vorjahresperiode. Bereinigt um die Veränderung der hinterlegten Margins reduzierte sich der Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit um 139 Mio Euro auf 647 Mio Euro. Darüber hinaus wirkte sich im Vorjahresvergleich das Auslaufen kurzfristiger Geldanlagen aus, die zu den flüssigen Mitteln umgegliedert wurden. Zudem trugen die Veränderungen der Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen im Vergleich zur Vorjahresperiode zur Verbesserung des operativen Cashflows bei. Die Entwicklung des Cashflows aus der Investitionstätigkeit im Vorjahresvergleich wurde hauptsächlich durch die Einzahlungen aus den Verkäufen der MVV Energie CZ-Gruppe und unserer Anteile an den Stadtwerken Ingolstadt im Vorjahr geprägt. Einen positiven Effekt im Berichtsjahr hatte der Verkauf der von unserer Tochtergesellschaft Juwi gehaltenen Anteile an den At-Equity-Gesellschaften Juwi Shizen Energy und Juwi Shizen Energy Operation in Japan. Darüber hinaus führte auch das gestiegene Investitionsvolumen in der Berichtsperiode dazu, dass sich der Cashflow aus der Investitionstätigkeit im Vergleich zur Vorjahresperiode um insgesamt 358 Mio Euro auf – 370 Mio Euro verringerte. Der Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit reduzierte sich um 44 Mio Euro auf – 329 Mio Euro, was im Wesentlichen auf höhere Dividendenzahlungen an Aktionäre und an nicht beherrschende Gesellschafter zurückzuführen ist. Zum 30. September 2024 wies MVV einen Finanzmittelbestand von 779 Mio Euro (30. September 2023: 975 Mio Euro) aus.  Zusammengefasster Lagebericht  Geschäftsentwicklung des Konzerns  Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage MVV Geschäftsbericht 2024 35 [IMAGE] Finanzmanagement Wir haben einen unverändert guten Zugang zu den Kapitalmärkten und können dadurch den Finanz- und Liquiditätsbedarf von MVV uneingeschränkt decken. Dabei profitieren wir von unserer guten Bonität, unserem diversifizierten Geschäftsportfolio und unserer Unternehmensstrategie, die auf Nachhaltigkeit und profitables Wachstum ausgerichtet ist. MVV verfügt über eine sehr gute Liquiditätsausstattung in Form von flüssigen Mitteln und fest zugesagten Kreditlinien bei Banken. Unser Tilgungsprofil ist über die Jahre ausgeglichen. Unsere bereinigte Eigenkapitalquote von 42,5 % ermöglicht es uns, auch weiterhin auf hohem Niveau zu investieren. Wir finanzieren unsere Investitionen über Abschreibungsgegenwerte, thesaurierte Gewinne sowie projektbezogen optimierte Finanzierungen. Strukturell ähnliche Projekte mit vergleichbaren Laufzeiten bündeln wir vor einer Finanzierung über den Kapitalmarkt. Dabei nutzen wir den Banken- und Schuldscheinmarkt. Zum Bilanzstichtag 30. September 2024 führte MVV Energie für sich und 36 Gesellschaften unseres Konzerns einen Cash Pool. In dieser Funktion steuert, beschafft und sichert sie sowohl ihre eigene kurzfristige Liquidität als auch die der angeschlossenen Beteiligungsgesellschaften. Langfristiger Finanzierungsbedarf für Investitionen wird den Beteiligungsgesellschaften über Gesellschafterdarlehen zur Verfügung gestellt. [IMAGE]  Zusammengefasster Lagebericht  Geschäftsentwicklung des Konzerns  Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage MVV Geschäftsbericht 2024 36 Credit Rating MVV verfügt über kein externes Credit Rating. Jedoch erhalten wir im Rahmen von Ratinggesprächen, die wir mit unseren Kernbanken führen, regelmäßig Rückmeldungen zu unserer Kreditwürdigkeit. Aus diesen Informationen können wir ableiten, dass MVV weiterhin im stabilen Investment-Grade-Bereich eingeordnet ist. In diesem Zusammenhang haben wir ein besonderes Augenmerk darauf, dass wir unsere Kennzahlen als Leitplanken für fremdfinanziertes Wachstum einhalten.  Zusammengefasster Lagebericht  Geschäftsentwicklung des Konzerns  Zusammengefasste nichtfinanzielle Erklärung MVV Geschäftsbericht 2024 37 Zusammengefasste nichtfinanzielle Erklärung Übergreifende Informationen Mit der vorliegenden zusammengefassten nichtfinanziellen Erklärung (nfE) kommen wir unserer Berichtspflicht nach §§ 289b Absatz 1 und 315b Absatz 1 HGB nach. Wir geben die nfE für den MVV-Konzern (MVV) und das Mutterunternehmen, die MVV Energie AG, ab. Die Leitlinien und Konzepte von MVV und MVV Energie AG stimmen überein; es bestehen keine nichtfinanziellen Zielvorgaben, die nur auf die MVV Energie AG beschränkt wären. Die nfE umfasst dieses Kapitel und ist Bestandteil des zusammengefassten Lageberichts. Im Rahmen der Verordnung EU 2020/852 veröffentlichen wir im zur nfE gehörenden Kapitel EU-Taxonomie die entsprechenden Angaben gemäß Artikel 8 EU-Taxonomie-Verordnung sowie den zugehörigen Delegierten Verordnungen und Rechtsakten. Die Berichterstattung in der nfE bezieht sich auf MVV und damit grundsätzlich – wie in den anderen Teilen dieses Geschäftsberichts – auf alle Tochterunternehmen, die im Konzernabschluss vollkonsolidiert sind. Dies gilt auch für die Angaben zu unseren Beschäftigten, zu denen wir auch unsere Auszubildenden, unsere dual Studierenden sowie Beschäftigte in Eltern- oder Pflegezeit zählen. Da wir in unsere strategischen Nachhaltigkeits- und Dekarbonisierungsziele alle Treibhausgasemissionsquellen, einschließlich unserer At-Equity-Beteiligungen, einbeziehen, stellen wir die damit im Zusammenhang stehenden Kennzahlen im Abschnitt Umweltaspekte ergänzend einschließlich der At-Equity-bilanzierten Unternehmen dar. Um Redundanzen innerhalb unseres zusammengefassten Lageberichts zu vermeiden, verweisen wir an den betreffenden Stellen der nfE auf weiterführende Informationen in anderen Kapiteln. Verweise auf Angaben außerhalb des zusammengefassten Lageberichts sind ergänzende Informationen und nicht Bestandteil der nfE. Der Aufsichtsrat hat die KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft mit einer Prüfung der nfE mit begrenzter Sicherheit (Limited Assurance) beauftragt. Grundlage waren die International Standards on Assurance Engagements ISAE 3000 (revised). Der Prüfungsvermerk befindet sich im Kapitel Weitere Informationen . Wir arbeiten konsequent daran, potenziell negative Auswirkungen unserer Geschäftstätigkeit zu minimieren und einen messbaren Beitrag zur Transformation der Energieversorgung sowie zum Klima- und Umweltschutz zu leisten. Seit vielen Jahren informieren wir mit unserem Geschäftsbericht und auf unserer Website über Herausforderungen und Fortschritte zu unserem nachhaltigen Handeln. Aufgrund der Vorbereitungen zur erstmaligen Berichterstattung nach der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) für das Geschäftsjahr 2025 verzichten wir auf die Veröffentlichung eines Nachhaltigkeitsberichts für das Geschäftsjahr 2024. Wir planen jedoch, den auf unserer Website veröffentlichten Nachhaltigkeitsbericht für das Geschäftsjahr 2023 mit einem Update des Datenanhangs KPI für das Geschäftsjahr 2024 im Excel-Format zu ergänzen. Dieses Update soll Anfang des Jahres 2025 erfolgen. Die Basis für die Ermittlung der Inhalte der nfE ist unsere Wesentlichkeitsanalyse. Für sie verfolgen wir kontinuierlich Diskussionen in der Öffentlichkeit sowie die Positionen unserer Stakeholder. Wir bewerten regelmäßig, ob und wie sich die Relevanz der wesentlichen Themen verändert hat. Der mehrstufige Prozess beinhaltet: •Desk Research und interne Analysen •Befragungen von Fachbereichen, die Schnittstellen zu unseren externen Interessengruppen haben •Workshops und Interviews mit ausgewählten Stakeholdern und internen Experten •Nutzung von externen KI-basierten Datenanbietern  Zusammengefasster Lagebericht  Geschäftsentwicklung des Konzerns  Zusammengefasste nichtfinanzielle Erklärung MVV Geschäftsbericht 2024 38 Wir überprüfen den gesamten Wesentlichkeitsprozess alle drei bis vier Jahre, zuletzt im Geschäftsjahr 2021, zudem aktualisieren wir üblicherweise jährlich die Ausprägungen und Priorisierungen, um zu ermitteln, welche Nachhaltigkeitsthemen für uns von besonderer Bedeutung sind. Inhaltlich umfasst die Wesentlichkeitsanalyse auch globale Herausforderungen und Megatrends, die Sustainable Development Goals, branchen- und technologiebezogene Trends sowie die Erwartungen unserer internen und externen Stakeholder. Die Wesentlichkeitsanalyse für das Geschäftsjahr 2024 wurde in Übereinstimmung mit den geltenden gesetzlichen Anforderungen erstellt. Dafür haben wir im ersten Schritt die wesentlichen Themen aus Sicht der Stakeholder zu den Auswirkungen unserer Tätigkeit zusammen mit der Dimension der Geschäftsrelevanz der Themen erfasst und bewertet. Im zweiten Schritt ordneten wir die Ergebnisse dieser Analyse – soweit dazu passend – den in § 289c HGB genannten Aspekten Umweltbelange, Arbeitnehmerbelange, Sozialbelange, Achtung der Menschenrechte sowie der Bekämpfung von Korruption und Bestechung zu. Wir haben geprüft, welche Angaben zu diesen Aspekten erforderlich sind für das Verständnis des Geschäftsverlaufs, des Geschäftsergebnisses, der Lage der MVV Energie AG und des MVV-Konzerns sowie der Auswirkungen unserer Geschäftstätigkeit (Impact) auf diese Aspekte. Wir berichten darüber detailliert in den Abschnitten Klimaneutralität, Erneuerbare Energien und Energiewende, Versorgungssicherheit, Ressourceneffizienz (inklusive dem Thema Wasser), Lokaler Umweltschutz (inklusive dem Thema Extremwetterereignisse), Nachhaltige Kreislaufwirtschaft, Arbeitgeberattraktivität, Gesellschaftliche Unternehmensverantwortung, Verantwortung für Lieferkette und Menschenrechte sowie Compliance. Eine Übersicht hierüber gibt die Tabelle zu den Inhalten . Geschäftsmodell und Risikobetrachtung Wir verfolgen eine langfristige, auf Klimaschutz ausgerichtete Strategie. Dazu gehört es, unsere Kunden mit möglichst umweltfreundlich erzeugter Energie zu versorgen und sie mit innovativen Lösungen dabei zu unterstützen, ihre eigene Energietransformation und Klimaneutralität zu erreichen. Wir besetzen alle wesentlichen Stufen der energiewirtschaftlichen Wertschöpfungskette. Weiterführende Informationen befinden sich in den Kapiteln Geschäftsmodell und Unternehmensstrategie . Im Rahmen unseres bestehenden Risikomanagementsystems, das wir im Kapitel Chancen- und Risikobericht erläutern, erfassen und bewerten wir alle mit unserer Geschäftstätigkeit und unseren Geschäftsbeziehungen verbundenen wesentlichen, auch nichtfinanziellen Risiken. Der Prüfprozess der nichtfinanziellen Risiken führte im Geschäftsjahr 2024 zu dem Ergebnis, dass keine Risiken vorliegen, die die Wesentlichkeitskriterien gemäß § 289c Abs. 3 Nr. 3 und 4 HGB erfüllen. Die politische Umsetzung von Energiewende und Dekarbonisierung hat weiterhin Einfluss auf unser operatives Geschäft, sei es durch veränderte politische Priorisierungen oder veränderte fiskalische Spielräume. Weiterführende Informationen befinden sich im Kapitel Rahmenbedingungen.  Zusammengefasster Lagebericht  Geschäftsentwicklung des Konzerns  Zusammengefasste nichtfinanzielle Erklärung MVV Geschäftsbericht 2024 39 Nachhaltigkeitsmanagement Der Schwerpunkt unseres Nachhaltigkeitsmanagements liegt auf Themen, Prozessen und Maßnahmen, die wir zu unserem Kerngeschäft zählen (sehen Sie hierzu das Kapitel Geschäftsmodell ), und beruht auf unserer Unternehmensstrategie . Unsere Klimaschutzstrategie sowie die strategischen Nachhaltigkeits- und Dekarbonisierungsziele (hierzu verweisen wir auf den Abschnitt Aspekt Umweltbelange ) wurden vom Vorstand beschlossen, im Aufsichtsrat beraten und sind fester Bestandteil unserer Unternehmensstrategie sowie der darauf aufbauenden Geschäftsfeldstrategien. Unser Nachhaltigkeitsmanagement ist auf verschiedenen Ebenen des Konzerns verankert. Der Vorstand trägt die strategische Gesamtverantwortung. Die Abteilung Nachhaltigkeit, die organisatorisch in unserem Bereich Konzernstrategie und Energiewirtschaft angesiedelt ist, koordiniert die Nachhaltigkeitsstrategie, berichtet fortlaufend beziehungsweise anlassbezogen an Vorstand und entsprechende interne Führungs- und Nachhaltigkeitsgremien und leitet das konzernweite Programm Nachhaltigkeit. Neben dem geschäftsfeldübergreifenden Austausch werden dort auch Projekte und Maßnahmen geplant und umgesetzt. Das Nachhaltigkeitsmanagement verantwortet zudem wesentliche Teile des MVV-Stakeholdermanagements. Die Fachbereiche überprüfen, bewerten und steuern fortlaufend die Leistung von MVV auf Basis von Nachhaltigkeitsindikatoren und mittelfristigen Zielvorgaben. Bereits seit vielen Jahren beurteilen wir Investitionsprojekte anhand von Nachhaltigkeitskriterien sowie ihres Beitrags zu unseren Dekarbonisierungs- und Nachhaltigkeitszielen. Um nachhaltige Investitionen noch stärker zu forcieren, nutzen wir eine nachhaltigkeitsbezogene Komponente bei den Wirtschaftlichkeitsanforderungen von Investitionen. Die operative Umsetzung der Maßnahmen und Managementsysteme erfolgt innerhalb der Geschäftsfelder eigenständig. Angaben zu den Inhalten der zusammengefassten nichtfinanziellen Erklärung

Inhalte der zusammengefassten nichtfinanziellen Erklärung
Aspekte gemäß § 289c HGB MVV-Handlungsfeld gemäß MVV-Wesentlichkeits- analyse Angaben zu Konzepten, Zielen, Maßnahmen, Ergebnissen, Due-Diligence-Prozessen und nichtfinanziellen Kennzahlen gemäß § 289c HGB im Abschnitt
Umweltbelange * Transformation des Energiesystems * Klimaneutralität * Erneuerbare Energien und Energiewende * Versorgungssicherheit * Ressourceneffizienz * Lokaler Umweltschutz
* Umwelt und Ressourcen * Nachhaltige Kreislaufwirtschaft
Arbeitnehmerbelange * Gesellschaftliche Verantwortung * Arbeitgeberattraktivität
Sozialbelange * Gesellschaftliche Verantwortung * Gesellschaftliche Unternehmensverantwortung
Achtung der Menschenrechte sowie Bekämp- fung von Korruption und Bestechung * Gesellschaftliche Verantwortung * Verantwortung für Lieferkette und Menschenrechte * Compliance

 Zusammengefasster Lagebericht  Geschäftsentwicklung des Konzerns  Zusammengefasste nichtfinanzielle Erklärung MVV Geschäftsbericht 2024 40 Aspekt Umweltbelange Klimaneutralität Eine der größten Herausforderungen unserer Zeit stellt die Eindämmung des Klimawandels dar. Die EU strebt an, bis spätestens 2050 klimaneutral zu sein. Deutschland hat sich mit dem im Jahr 2021 verabschiedeten Klimaschutzgesetz das Ziel gesetzt, bereits bis 2045 Klimaneutralität zu erreichen. Zur Verwirklichung dieses Ziels wird es nicht nur erforderlich sein, die Treibhausgasemissionen signifikant zu reduzieren, sondern auch nicht-vermeidbare Emissionen auszugleichen. Dafür müssen spätestens ab den 2040er-Jahren negative Emissionen, zum Beispiel durch CO2-Abscheidung, erzielt werden. Die entsprechenden energiepolitischen Entwicklungen im Berichtsjahr beschreiben wir im Kapitel Rahmenbedingungen . Klimaschutz, Dekarbonisierung und erneuerbare Energien haben für MVV seit vielen Jahren eine hohe Bedeutung. Im Abschnitt MVV-Klimabilanz erläutern wir unsere direkten und indirekten CO2-Emissionen Scope 1, 2 und 3. Energiewirtschaft hat eine Schlüsselrolle Als einer der großen Emittenten von CO2 kommt der Energiewirtschaft eine Schlüsselrolle bei der Erlangung der Klimaneutralität zu. Sie muss dazu ihre direkten und indirekten Emissionen schnellstmöglich auf null reduzieren und vollständig auf fossile Energieträger verzichten. Das heißt, es ist nicht nur das Kerngeschäft, also die eigentliche Energieerzeugung, betroffen, sondern auch die vor- und nachgelagerte Wertschöpfungskette beziehungsweise die Beteiligungsunternehmen. Die großen Herausforderungen dieser Dekade sind aus unserer Sicht der zügige Ausstieg aus der Verfeuerung von Kohle sowie die Reduktion des absoluten Energieverbrauchs. Gleichzeitig müssen die Infrastrukturen errichtet beziehungsweise modernisiert werden, um eine vollständig klimaneutrale Energieversorgung zu ermöglichen: Dabei geht es um den beschleunigten Ausbau der erneuerbaren Energien (Strom und Wärme) und der dazu erforderlichen Infrastrukturen für die Erzeugung sowie den Transport ebenso wie für die Nutzung klimaneutraler Gase. Dies sind die technischen Voraussetzungen, um sukzessive auf die Nutzung von fossilem Erdgas verzichten zu können. Klimaneutralität ist nur ein Zwischenschritt Unternehmen verwenden den Begriff Klimaneutralität oft für Strategien, bei denen CO2-Emissionen rechnerisch durch Kompensationsmaßnahmen neutralisiert werden, anstatt die Nutzung fossiler Energie auf nahezu null zu reduzieren („Net-Zero“). Der IPCC-Synthesebericht von 2023 machte deutlich, dass global nicht nur ein vollständiger Verzicht auf fossile Energien notwendig ist, sondern dass die Nettobilanz Mitte des Jahrhunderts negativ werden muss. Das heißt, dass CO2 durch Entnahme aus der Atmosphäre dauerhaft gebunden werden muss, um so nicht vermeidbare Emissionen – beispielsweise aus der Landwirtschaft – zu kompensieren.  Zusammengefasster Lagebericht  Geschäftsentwicklung des Konzerns  Zusammengefasste nichtfinanzielle Erklärung MVV Geschäftsbericht 2024 41 Unsere Klimaschutzstrategie Unter dem Oberbegriff #klimapositiv führt MVV die notwendigen Maßnahmen für mehr Klimaschutz zusammen – wir wollen bis 2035 als eines der ersten Energieunternehmen in Deutschland negative Gesamtemissionen erreichen, und zwar ohne die Nutzung von Kompensationszertifikaten. Wir möchten Vorreiter dafür sein, wie die Energiewirtschaft einen 1,5-Grad-Pfad realisieren kann. Unsere Klimaschutzstrategie sowie die dazugehörigen Nachhaltigkeits- und Dekarbonisierungsziele, einschließlich der geplanten Maßnahmen, bilden das Herzstück unseres Mannheimer Modells. Weitere Informationen dazu befinden sich im Kapitel Unternehmensstrategie . Unsere Klimaschutzstrategie ist integraler Bestandteil unserer Unternehmensstrategie und maßgeblich für die Allokation unserer Investitionen und Dienstleistungsschwerpunkte sowie unsere weitere Entwicklung. Sie basiert auf folgenden Eckpfeilern: •Unsere Nachhaltigkeits- und Dekarbonisierungsziele wurden von der Science Based Targets initiative (SBTi) testiert. •Wir beziehen konsequent alle Treibhausgasemissionsquellen in die MVV-Klimabilanz ein, einschließlich unserer At-Equity-Beteiligungen. •Unsere CO2-Reduktionsstrategie zielt auf die absolute Reduktion von Scope 1, 2 und 3, Kompensations- und Ausgleichsmaßnahmen sind nicht Bestandteil der Strategie. Die Gesamtverantwortung für unsere Klimaschutzstrategie obliegt dem Vorstand; das Klimaschutzmanagement erfolgt durch unser Nachhaltigkeitsmanagement. Unsere strategischen Nachhaltigkeits- und Dekarbonisierungsziele Im Geschäftsjahr 2023 haben wir unsere langfristigen Nachhaltigkeits- und Dekarbonisierungsziele, die wir uns bereits in den Geschäftsjahren 2016 und 2020 gesetzt hatten, nochmals angehoben. Wir reduzieren unseren gesamten CO2-Fußabdruck auf Netto-Null („Net-Zero“) und werden bis 2035 #klimapositiv. Für die Erreichung unseres Scope-1-Ziels werden wir unsere noch verbleibende fossile Energieerzeugung stilllegen und unsere Energieerzeugung vollständig auf erneuerbare Energien umstellen. Bis dahin werden wir – sofern erforderlich – beispielsweise den Kondensationsstrombetrieb in Kohlekraftwerken verringern und zusätzliche Energieeffizienzmaßnahmen ergreifen. Zu den notwendigen Stilllegungen fossiler Erzeugung gehört zum einen die Außerbetriebnahme des Heizkraftwerks in Offenbach. Zum anderen gehen wir davon aus, dass der politisch avisierte, bundesweite Ausstieg aus der Steinkohleverstromung bis 2030 abgeschlossen wird und somit die verbleibenden Blöcke des Grosskraftwerks Mannheim, an dem wir eine Minderheitsbeteiligung haben, aus dem marktlichen Betrieb gehen. Die genauen Zeitpunkte des Ausstiegs werden im Wesentlichen durch die Bundespolitik bestimmt. Um unser Net-Zero-Ziel auch bei den indirekten Emissionen im Scope 2 und 3 zu erreichen, werden wir unsere Kunden spätestens ab 2035 ausschließlich mit grüner Wärme, grünem Strom, grünen Gasen sowie klimaneutralen Produkten und Dienstleistungen versorgen und unsere Lieferketten dekarbonisieren. Für MVV ist Net-Zero dann erreicht, wenn wir auf Portfolioebene unsere absoluten direkten und indirekten Emissionen um mindestens 95 % gegenüber 2018 reduziert haben und eventuelle technisch nicht vermeidbare Restemissionen durch eigene, dauerhafte CO2-Senken ausgleichen. Unvermeidbare Treibhausgasemissionen sind solche, bei denen es aktuell für den gleichen Anwendungsfall keine technischen Alternativen gibt. Zu den unvermeidbaren Emissionen von MVV zählen beispielsweise die direkten Emissionen der thermischen Abfallbehandlung oder die indirekten Emissionen, die durch landwirtschaftliche Bodenbearbeitung bei der Erzeugung nachwachsender Rohstoffe entstehen.  Zusammengefasster Lagebericht  Geschäftsentwicklung des Konzerns  Zusammengefasste nichtfinanzielle Erklärung MVV Geschäftsbericht 2024 42 Durch BECCUS (Bioenergy Carbon Capture Usage and Storage), also die Nutzung und Speicherung von CO2 aus biogenen Quellen, werden wir nicht nur unsere eigenen unvermeidbaren Restemissionen ausgleichen, sondern über zusätzlich entzogene Mengen als Unternehmen #klimapositiv. Dafür werden wir unsere Bioabfallvergärungs-, Biomethan-, Biomasse- und thermischen Abfallbehandlungsanlagen (TAB-Anlagen) bis 2035 technologisch so umrüsten, dass wir CO2 durch geeignete Technologien dauerhaft der Atmosphäre entziehen können. Unsere Biomasse- und TAB-Anlagen werden auf diese Weise langfristig zu industriellen CO2-Senken. Dies beruht darauf, dass rund die Hälfte des in TAB-Anlagen verwerteten Restabfalls aus biologischen, also klimaneutralen Bestandteilen besteht. Bei der anderen Hälfte handelt es sich um Abfälle, die zu nicht vermeidbaren Restemissionen führen. Durch BECCUS wird angestrebt, den Anteil der abgeschiedenen biogenen Emissionen zu „Negativemissionen“ werden zu lassen; der Anteil der abgeschiedenen, nicht biogenen Emissionen wird CO2-neutral. Biogenes CO2, das durch Pflanzen und andere biologische Prozesse erzeugt wird, kann durch natürliche oder künstliche Methoden gebunden und gespeichert werden, wodurch eine CO2-Senke entsteht. Dies führt zu negativen Emissionen, da mehr CO2 aus der Atmosphäre entfernt, als durch menschliche Aktivitäten freigesetzt wird. Beispiele für solche Methoden sind die Aufforstung und die Kohlenstoffabscheidung und -speicherung. Mit unserer im Jahr 2023 realisierten, ersten #klimapositiven Bioabfallvergärungsanlage in Dresden entziehen wir der Atmosphäre dauerhaft CO2, nutzen einen Teil des bei der Biomethangewinnung abgeschiedenen CO2 für innerbetriebliche Prozesse und speichern die überschüssige Menge des verflüssigten CO2 dauerhaft in Abbruchbeton. In Mannheim testeten wir in einem Zeitraum von einem Jahr die Abscheidung, Verflüssigung und Verladung von CO2 aus unseren Rauchgasen der TAB-Anlage und des Biomasseheizkraftwerks (BMHKW) mit einer BECCUS-Pilotanlage. In diesem Zuge sammelten wir wertvolle Erfahrungen in der sicheren und effizienten Anwendung eines CO2-Abscheideverfahrens. Derzeit werten wir die Ergebnisse aus und lassen diese in die Entwicklung unserer ersten großtechnischen BECCUS-Anlage einfließen. Außerdem haben wir auf der Basis der Erfahrungen mit den beiden Anlagen die Vorplanung für die erste großtechnische Abscheideanlage am BMHKW in Mannheim eingeleitet. Noch in dieser Dekade wollen wir weitere BECCUS-Anlagen umsetzen. Die gesamten abfallwirtschaftlichen Emissionen unserer Abfallbehandlungs- und Ersatzbrennstoffanlagen weisen wir in unserer Klimabilanz aus. Die nachfolgende Grafik zeigt nicht nur die historische Entwicklung unserer Gesamtemissionen, sondern auch unsere Erwartungen bis zum Jahr 2035. Aus Transparenzgründen weisen wir in dieser Grafik die Gesamtemissionen einschließlich unserer At-Equity-Beteiligungen – wie unserer Minderheitsbeteiligung an der Grosskraftwerk Mannheim AG – aus. Um unseren ambitionierten Anspruch von Net-Zero bis 2035 gelingen zu lassen, gilt es, auf unserem Weg in Richtung #klimapositiv weitere Ziele und Meilensteine zu erreichen: [IMAGE]  Zusammengefasster Lagebericht  Geschäftsentwicklung des Konzerns  Zusammengefasste nichtfinanzielle Erklärung MVV Geschäftsbericht 2024 43 Wir stellen unsere Fernwärmeerzeugung in Mannheim und Offenbach bis 2030 zu 100 % auf grüne Energiequellen um. Klimaneutralität kann in Deutschland nur durch die Wärmewende erzielt werden, also indem die Wärmeerzeugung flächendeckend und vollständig von fossilen auf erneuerbare Energiequellen umgestellt wird. Als einer der größten deutschen Fernwärmeversorger und als Lieferant von Erdgas haben wir daher eine besondere Verantwortung. Die Bundesregierung hat das Ziel, bis 2030 die Hälfte der deutschen Fernwärmeversorgung aus grünen Energieträgern zu speisen. Wir streben ein deutlich höheres Dekarbonisierungstempo an: In Mannheim und der Region sowie in Offenbach wollen wir bis 2030 100 % grüne Fernwärme erzeugen, in Kiel bis 2035. Dafür erweitern wir unser Fernwärmenetz kontinuierlich, verdichten existierende Fernwärmegebiete mit Anschlüssen an das bereits vorhandene Netz und unterstützen unsere Kundinnen und Kunden beispielswiese bei der Umstellung von Erdgas-Hausanschlüssen. Allen Haushalten in unseren Versorgungsgebieten, die nicht an das Fernwärmenetz angeschlossen werden können, bieten wir klimaneutrale dezentrale Wärmelösungen wie beispielsweise Wärmepumpen an. Zu Beginn des Berichtsjahres haben wir mit unserer ersten Flusswärmepumpe auf dem Gelände des Grosskraftwerks Mannheim einen weiteren wichtigen Meilenstein auf dem Weg zur Vergrünung der Fernwärme in Mannheim und der Region realisiert: Die innovative Flusswärmepumpe ist mit einer thermischen Leistung von 20 MW eine der größten Anlagen dieser Art in Europa. Mit der Verwertung von Alt- und Restholz trägt auch das seit 2003 betriebene, zum Heizkraftwerk umgebaute und im Herbst 2024 an das Fernwärmenetz angeschlossene Mannheimer Biomasseheizkraftwerk (BMHKW) mit rund 270 Gigawattstunden pro Jahr zur weiteren Dekarbonisierung der Fernwärme bei. Einen weiteren Baustein bildet unsere neue Phosphorrecyclinganlage in Mannheim. Mit der erfolgreichen Umsetzung dieser Projekte haben wir die zweite Ausbaustufe für die Vergrünung der Fernwärme in Mannheim abgeschlossen. Damit könnten wir sobald Biomethan anstelle von Gas genutzt würde zirka 60 % der Jahreshöchstlast in grüner Wärme zur Verfügung stellen. Bis spätestens 2035 bieten wir 100 % klimaneutrale Kundenlösungen an. Der Großteil unserer indirekten CO2-Emissionen entsteht durch die Lieferung von Strom und Erdgas an unsere Kunden. Bis 2035 wollen wir unsere Produkte und Dienstleistungen sukzessive auf 100 % klimaneutral umstellen und unsere Kunden ausschließlich mit grüner Energie versorgen. Indem wir bis 2035 den Vertrieb fossiler Energieträger einstellen, wollen wir unsere Treibhausgasemissionen wirksam reduzieren. Außerdem streben wir für Mannheim und die Umlandgemeinden an, ab 2035 über unsere Netze kein fossiles Gas mehr für Haushalte und Gewerbe zur Verfügung zu stellen. Auf dem Weg zur Dekarbonisierung unterstützen und beraten wir unsere Kunden mit Angeboten für nachhaltige Wärmelösungen. Wir verdreifachen unsere Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien bis 2030 auf rund 2.000 Megawatt gegenüber 2022. Erneuerbare Energien stehen bereits seit vielen Jahren im Zentrum unserer strategischen Ausrichtung. Der vermehrte Einsatz erneuerbarer Energien ist nicht nur erforderlich, um die nationalen Klimaschutzziele zu erreichen, für MVV entstehen daraus auch Chancen, weiteres Wachstum zu generieren. Wir werden das Tempo beim Ausbau unseres eigenen Erzeugungsportfolios aus erneuerbaren Energien beschleunigen: Bis 2030 wollen wir unsere Kapazitäten auf etwa 2.000 MWel erhöhen (Basis 2022: 614 MWel). Im Fokus stehen dabei Windenergie an Land und Photovoltaik. Weitere Informationen zu unserem Erneuerbaren-Erzeugungsportfolio befinden sich im Abschnitt Erneuerbare Energien und Energiewende .  Zusammengefasster Lagebericht  Geschäftsentwicklung des Konzerns  Zusammengefasste nichtfinanzielle Erklärung MVV Geschäftsbericht 2024 44 MVV-Klimabilanz 2024 In unserer Klimabilanz unterscheiden wir zwischen direkten und indirekten CO2-Emissionen. Bei der Energieerzeugung in unseren eigenen Anlagen oder in Anlagen, von welchen wir Kontingente beziehen, entstehen die direkten CO2-Emissionen; sie werden nach dem Greenhouse Gas Protocol als Scope 1 bezeichnet. Zum einen werden unsere Scope-1-Emissionen durch die witterungsbedingte Wärmenachfrage sowie die Entwicklung der Stromgroßhandelspreise geprägt. Diese können durch MVV nicht beeinflusst werden, spiegeln sich jedoch in der Auslastung unserer Erzeugungsanlagen wider. Zum anderen ist die mittel- bis langfristige Entwicklung unserer direkten Emissionen maßgeblich von den Stilllegungszeitpunkten unserer Bestandsanlagen abhängig, die fossile Energieträger nutzen, sowie von den für die Sicherstellung der Versorgung erforderlichen neuen Anlagen. Die Scope-1-Emissionen lagen im Geschäftsjahr 2024 auf Vorjahresniveau. Zum einen verzeichneten wir einen Rückgang bei den Erzeugungsmengen unserer konventionellen Kraft-Wärme-Kopplung. Geringfügig gegenläufig wirkte sich ein leichter Anstieg der Erzeugung in unseren TAB-Anlagen aus. Einschließlich unserer At-Equity-Unternehmen sanken die Scope-1-Emissionen gegenüber dem Vorjahr um 4 %. Die indirekten CO2-Emissionen, Scope 2, resultieren im Wesentlichen aus der Energie, die wir für unseren Geschäftsbetrieb jenseits der Energieerzeugung nutzen. Sie haben bei MVV eine nur untergeordnete Bedeutung. Im Berichtsjahr lagen sie sowohl aus vollkonsolidierter Sicht als auch einschließlich unserer At-Equity-Unternehmen 2 % unter dem Vorjahreswert. Die indirekten CO2-Emissionen, Scope 3, umfassen Treibhausgase, die in vor- und nachgelagerten Wertschöpfungsstufen entstehen. CO2-Emissionen auf vorgelagerten Wertschöpfungsstufen entstehen bei Lieferanten für die Herstellung der von MVV eingekauften Produkte und Dienstleistungen. Dies betrifft beispielsweise die Herstellung von Photovoltaik- und Windkraftanlagen oder den Bezug von Strom, der nicht von MVV erzeugt wurde. Zu Emissionsaktivitäten in nachgelagerten Wertschöpfungsstufen zählt vor allem die Nutzung von Erdgas, das MVV an Kunden liefert. Die jährliche Entwicklung der Scope-3-Emissionen ist maßgeblich vom Absatzvolumen von Strom, Gas und Wärme sowie von der Entwicklung der Projektentwicklungsmengen erneuerbarer Energien abhängig. Die Kennzahl beinhaltet auch die Emissionen aus dem Einkauf, die nicht den Commodities zuzurechnen sind. [IMAGE]  Zusammengefasster Lagebericht  Geschäftsentwicklung des Konzerns  Zusammengefasste nichtfinanzielle Erklärung MVV Geschäftsbericht 2024 45 Im Rückgang der Scope-3-Emissionen um 21 % spiegelt sich im Wesentlichen wider, dass sich im Berichtsjahr die Anzahl an realisierten Wind- und Solarprojekten – nach einem starken Anstieg im Vorjahr – normalisierte. Außerdem trug die Verbesserung der Berechnungsmethodik und Datenbasis im Zentral- und Commodityeinkauf in Summe zu einer geringen Niveaureduktion unserer indirekten Emissionen bei. Einschließlich unserer At-Equity-bilanzierten Unternehmen nahmen die Scope-3-Emissionen im Berichtsjahr ebenfalls um 21 % ab. Wir gehen weiterhin davon aus, dass sich die Trendentwicklung der gesamten direkten und indirekten Emissionen auch künftig fortsetzen wird und wir unsere Dekarbonisierungsziele erreichen können. Der Grad der Zielerreichung ergibt sich aus dem prozentualen Anteil zwischen dem Basisjahr 2018 (2,9 Mio Tonnen CO2) und dem Zieljahr 2030 (0,5 Mio Tonnen CO2). Der Grad der Zielerreichung ergibt sich aus dem prozentualen Anteil zwischen dem Basisjahr 2018 (9,9 Mio Tonnen CO2) und dem Zieljahr 2035 (0 Mio Tonnen CO2). Bei den Scope-1-Emissionen wurden ausschließlich die energiewirtschaftlichen Emissionen berücksichtigt. Im Berichtsjahr lagen die Emissionen bei 6,4 Mio Tonnen, was einer Reduktion beziehungsweise einem Zielerreichungsgrad von 36 % entspricht. [IMAGE] [IMAGE]  Zusammengefasster Lagebericht  Geschäftsentwicklung des Konzerns  Zusammengefasste nichtfinanzielle Erklärung MVV Geschäftsbericht 2024 46 Niedrigere spezifische CO2-Emissionen Die spezifischen CO2-Emissionen unseres Erzeugungsportfolios reduzierten sich im Vergleich zum Vorjahr aufgrund der niedrigeren konventionellen Wärmeerzeugung.

Spezifische CO2-Emissionen des konzernweiten Erzeugungsportfolios
g CO2/kWh GJ 2024 GJ 2023
Stromerzeugung 1 366 364
Wärmeerzeugung 1 115 116
Energieerzeugung des Erzeugungsportfolios 207 212
1 Vorjahreswert angepasst

Unsere Anlagen wurden im Geschäftsjahr 2024 genehmigungs- und gesetzeskonform betrieben; die Einhaltung der Genehmigungswerte wurde den Behörden entsprechend den gesetzlichen Vorgaben berichtet.  Zusammengefasster Lagebericht  Geschäftsentwicklung des Konzerns  Zusammengefasste nichtfinanzielle Erklärung MVV Geschäftsbericht 2024 47

Klimabilanz
1.000 Tonnen CO2äq GJ 2024 GJ 2023 +/– Vorjahr % Vorjahr
Direkte CO2-Emissionen (Scope 1) 1 1.533 1.538 – 5 0
Energiewirtschaft 2 669 706 – 37 – 5
davon aus CH4-Emissionen 2, 3 26 42 – 16 – 38
davon aus SF6-Emissionen 2 2 0 0
Entsorgungswirtschaft (TAB) 4 864 832 + 32 + 4
Indirekte CO2-Emissionen (Scope 2) 5 124 127 – 3 – 2
davon bezogene Energie für eigene Anlagen 5 6 – 1 – 17
davon Energieeinsatz für den Netzbetrieb 119 121 – 2 – 2
Indirekte CO2-Emissionen (Scope 3) 4.838 6.091 – 1.253 – 21
davon aus eingekauften Gütern und Sachanlagen (GHG-Kategorie 1) 2, 6 1.032 2.140 – 1.108 – 52
davon aus Brennstoff und Energiebezug (GHG-Kategorie 3) 2 1.932 2.141 – 209 – 10
davon aus Abfall (GHG-Kategorie 5) 2 2 0 0
davon aus Geschäftsreisen (GHG-Kategorie 6) 0 0 0 0
davon aus Pendeln der Arbeitnehmer (GHG-Kategorie 7) 6 6 0 0
davon aus der Nutzung verkaufter Produkte (GHG-Kategorie 11) 1.769 1.709 + 60 + 4
davon aus verkauften Produkten an deren Lebenszyklusende (GHG-Kategorie 12) 1 3 – 2 – 67
davon aus vermieteten Sachanlagen (GHG-Kategorie 13) 2 2 0 0
davon Investitionen in Unternehmensanteile (GHG-Kategorie 15) 94 88 + 6 + 7
Nachrichtlich: indirekte Emissionen aus Gasnetznutzung von Drittvertrieben 7 267 545 – 278 – 51
Nachrichtlich: klimaneutrale biogene Emissionen 8 1.567 1.593 – 26 – 2
Nachrichtlich: an MVV-Anlagen abgeschiedene biogene Emissionen (BECCUS) < 1 < 1
1  Für Brennstoffe nutzen wir die branchenüblichen Emissionsfaktoren aus GEMIS/Öko-Institut; für Strom die Emissionsfaktoren des Umweltbundesamts und für die Fernwärme     zertifizierte Emissionsfaktoren der jeweiligen Standorte.
2  Vorjahreswert angepasst
3  Emissionen aus der Verbrennung von Gasmotoren
4  Einschließlich EBS-Anlagen
5  Geschäftsjahr 2024: Schätzungen auf Basis Kalenderjahresdaten 2023; Geschäftsjahr 2023: Schätzungen auf Basis Kalenderjahresdaten 2022
6  Verwendete Methodik GHG Protocol: ausgabenbasiert sowie Durchschnittsdatenmethode
7  Aufgrund der MVV-Testierung durch SBTi wird eine regelmäßige Veröffentlichung eingefordert. Hierbei handelt es sich um die von anderen Energieunternehmen durch unsere Gasnetze durchgeleiteten Erdgasmengen.
8  Direkte CO2-Emissionen aus festen und gasförmigen Biomassen, insbesondere Holz, biogene Abfälle und Biomethan

[IMAGE]  Zusammengefasster Lagebericht  Geschäftsentwicklung des Konzerns  Zusammengefasste nichtfinanzielle Erklärung MVV Geschäftsbericht 2024 48

Klimabilanz Vollkonsolidierte und At-Equity-Unternehmen
1.000 Tonnen CO2äq GJ 2024 GJ 2023 +/– Vorjahr % Vorjahr
Direkte CO2-Emissionen (Scope 1) 1 2.588 2.684 – 96 – 4
Energiewirtschaft 1.724 1.852 – 128 – 7
davon aus CH4-Emissionen 3 26 42 – 16 – 38
davon aus SF6-Emissionen 2 2 0 0
Entsorgungswirtschaft (TAB) 4 864 832 + 32 + 4
Indirekte CO2-Emissionen (Scope 2) 5 124 127 – 3 – 2
davon bezogene Energie für eigene Anlagen 5 6 – 1 – 17
davon Energieeinsatz für den Netzbetrieb 119 121 – 2 – 2
Indirekte CO2-Emissionen (Scope 3) 4.517 5.736 – 1.219 – 21
davon aus eingekauften Gütern und Sachanlagen (GHG-Kategorie 1) 2, 6 1.032 2.140 – 1.108 – 52
davon aus Brennstoff und Energiebezug (GHG-Kategorie 3) 2 1.607 1.785 – 178 – 10
davon aus Abfall (GHG-Kategorie 5) 2 3 – 1 – 33
davon aus Geschäftsreisen (GHG-Kategorie 6) 0 0 0 0
davon aus Pendeln der Arbeitnehmer (GHG-Kategorie 7) 6 6 0 0
davon aus der Nutzung verkaufter Produkte (GHG-Kategorie 11) 2 1.773 1.709 + 64 + 4
davon aus verkauften Produkten an deren Lebenszyklusende (GHG-Kategorie 12) 1 3 – 2 – 67
davon aus vermieteten Sachanlagen (GHG-Kategorie 13) 2 2 0 0
davon Investitionen in Unternehmensanteile (GHG-Kategorie 15) 94 88 + 6 + 7
Nachrichtlich: indirekte Emissionen aus Gasnetznutzung von Drittvertrieben 7 267 545 – 278 – 51
Nachrichtlich: klimaneutrale biogene Emissionen 8 1.592 1.653 – 61 – 4
Nachrichtlich: an MVV-Anlagen abgeschiedene biogene Emissionen (BECCUS) < 1 < 1
1  Für Brennstoffe nutzen wir die branchenüblichen Emissionsfaktoren aus GEMIS/Öko-Institut; für Strom die Emissionsfaktoren des Umweltbundesamts und für die Fernwärme     zertifizierte Emissionsfaktoren der jeweiligen Standorte.
2  Vorjahreswert angepasst
3  Emissionen aus der Verbrennung von Gasmotoren
4  Einschließlich EBS-Anlagen
5  Geschäftsjahr 2024: Schätzungen auf Basis Kalenderjahresdaten 2023; Geschäftsjahr 2023: Schätzungen auf Basis Kalenderjahresdaten 2022
6  Verwendete Methodik GHG Protocol: ausgabenbasiert sowie Durchschnittsdatenmethode
7  Aufgrund der MVV-Testierung durch SBTi wird eine regelmäßige Veröffentlichung eingefordert. Hierbei handelt es sich um die von anderen Energieunternehmen durch unsere Gasnetze durchgeleiteten Erdgasmengen.
8  Direkte CO2-Emissionen aus festen und gasförmigen Biomassen, insbesondere Holz, biogene Abfälle und Biomethan

Für unsere Klimabilanz des Geschäftsjahres 2024 nahmen wir methodische Weiterentwicklungen vor: Wir berechnen zum einen unsere indirekten Emissionen (Scope 3) detaillierter und unterteilen unseren Stromabsatz in Grün- und Graustrom. Zum anderen haben wir bei den indirekten Emissionen (Scope 3) für das Berichtsjahr erstmals die GHG-Kategorie 15 (Investitionen in Unternehmensanteile) erhoben.  Zusammengefasster Lagebericht  Geschäftsentwicklung des Konzerns  Zusammengefasste nichtfinanzielle Erklärung MVV Geschäftsbericht 2024 49 Erneuerbare Energien und Energiewende Mit dem Ausbau erneuerbarer Energien legen wir nicht nur die Basis für das Erreichen unserer eigenen Ziele, sondern leisten auch gesamtgesellschaftlich einen messbaren Beitrag zu den nationalen Klimaschutzzielen; unsere Klimaschutzstrategie beschreiben wir im Kapitel Unternehmensstrategie . Im Berichtsjahr sind wir unserem Ziel, unsere Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien bis 2030 auf rund 2.000 Megawatt auszubauen, ein Stück nähergekommen. Entwicklungen im Berichtsjahr Grünes Erzeugungsportfolio erweitert Zum Ende des Geschäftsjahres 2024 lag unsere Stromerzeugungskapazität aus erneuerbaren Energien bei 642 MW und damit um 29 MW über dem Vorjahr. Unter Einbezug unserer At-Equity-bilanzierten Unternehmen steigerten wir unsere Stromerzeugungskapazität aus erneuerbaren Energien um 26 MW. Sie lag zum Bilanzstichtag bei insgesamt 661 MW. Der Anteil Erneuerbarer-Energien-Anlagen (einschließlich Biomasse-/Biogasanlagen und TAB/EBS) an unserer gesamten Stromerzeugungskapazität betrug zum Ende des Geschäftsjahres 69 % (Vorjahr: 68 %). Die anteilig installierte Leistung konventioneller Erzeugung blieb im Geschäftsjahr 2024 gegenüber dem Vorjahr unverändert. Einschließlich unserer At-Equity-bilanzierten Unternehmen belief sich der Anteil Erneuerbarer-Energien-Anlagen (einschließlich Biomasse-/Biogasanlagen und TAB/EBS) auf 54 % (Vorjahr: 49 %), die anteilig installierte Leistung konventioneller Erzeugung ist hier im Berichtsjahr um 15 % gesunken.

Stromerzeugungskapazität
MWel GJ 2024 GJ 2023 +/– Vorjahr % Vorjahr
Biomasse- und Biogasanlagen 1 104 108 – 4 – 4
TAB 2 172 172 0 0
Windkraft 296 271 + 25 + 9
Photovoltaik 3 68 60 + 8 + 13
Wasserkraft 2 2 0 0
EE und TAB 642 613 + 29 + 5
Konventionelle Kraft-Wärme-Kopplung und Sonstige 4 282 282 0 0
Gesamt 924 895 + 29 + 3
1  Einschließlich Biomethananlagen
2  Einschließlich EBS-Anlagen und Klärschlammbehandlung
3  Vorjahreswert angepasst
4  Unter Sonstige fallen unter anderem mit fossilen Energieträgern befeuerte Heizkraftwerke und diverse kleine Energieerzeugungsanlagen

[IMAGE]  Zusammengefasster Lagebericht  Geschäftsentwicklung des Konzerns  Zusammengefasste nichtfinanzielle Erklärung MVV Geschäftsbericht 2024 50

Stromerzeugungskapazität Vollkonsolidierte und At-Equity-Unternehmen
MWel GJ 2024 GJ 2023 +/– Vorjahr % Vorjahr
Biomasse- und Biogasanlagen 1 111 120 – 9 – 8
TAB 2 172 172 0 0
Windkraft 307 280 + 27 + 10
Photovoltaik 3 69 61 + 8 + 13
Wasserkraft 2 2 0 0
EE und TAB 661 635 + 26 + 4
Konventionelle Kraft-Wärme-Kopplung und Sonstige 4 557 655 – 98 – 15
Gesamt 1.218 1.290 – 72 – 6
1  Einschließlich Biomethananlagen
2  Einschließlich EBS-Anlagen und Klärschlammbehandlung
3  Vorjahreswert angepasst
4  Unter Sonstige fallen unter anderem mit fossilen Energieträgern befeuerte Heizkraftwerke und diverse kleine Energieerzeugungsanlagen

Die Erzeugungskapazität unserer Biomethananlagen lag zum Ende des Geschäftsjahres 2024 gegenüber dem Vorjahr unverändert bei 34 MW. Biomethan kann sowohl für die Erzeugung von Strom und Wärme eingesetzt werden als auch als Treibstoff für Fahrzeuge. Wir planen, mittelfristig die Kapazität unserer Biomethanerzeugung aus Abfallvergärung weiter auszubauen. Der Anteil der grünen Wärme an unserer gesamten Wärmeerzeugungskapazität bei den vollkonsolidierten Unternehmen betrug zum Ende des Berichtsjahres 36 % (Vorjahr: 43 %). Dabei hat sich die Kapazität unserer grünen Wärmeerzeugung gegenüber dem Vorjahr nicht verändert. Infolge der Inbetriebnahmen unserer Fernwärme-Besicherungsanlagen in Mannheim mit über 300 MW, welche mit konventionellem Gas betrieben und unter der sonstigen Wärmekapazität ausgewiesen werden, nahm hingegen die konventionelle Kapazität zu. Diese Anlagen sollen zum Ende des Jahrzehnts mit Biomethan anstelle von fossilem Erdgas betrieben werden. Unter Einbezug unserer At-Equity-bilanzierten Unternehmen betrug der Anteil der grünen Wärme an unserer gesamten Wärmeerzeugungskapazität 25 % (Vorjahr: 24 %). Der Rückgang unserer konventionellen Kapazität aus KWK resultierte aus der Einstellung des kommerziellen Betriebs von Block 8 des GKM und der anteiligen Auswirkung auf MVV.

Wärmeerzeugungskapazität
MWth GJ 2024 GJ 2023 +/– Vorjahr % Vorjahr
Biomasse- und Biogasanlagen 88 88 0 0
TAB 1 724 724 0 0
Grüne Wärmekapazität 812 812 0 0
Konventionelle Kraft-Wärme-Kopplung und Sonstige 2 1.449 1.075 374 + 35
Gesamt 2.261 1.887 374 + 20
1  Einschließlich EBS-Anlagen und Klärschlammbehandlung
2  Unter Sonstige fallen unter anderem mit fossilen Energieträgern befeuerte Heizkraftwerke und diverse kleine Energieerzeugungsanlagen

 Zusammengefasster Lagebericht  Geschäftsentwicklung des Konzerns  Zusammengefasste nichtfinanzielle Erklärung MVV Geschäftsbericht 2024 51

Wärmeerzeugungskapazität Vollkonsolidierte und At-Equity-Unternehmen
MWth GJ 2024 GJ 2023 +/– Vorjahr % Vorjahr
Biomasse- und Biogasanlagen 88 88 0 0
TAB 1 724 724 0 0
Grüne Wärmekapazität 812 812 0 0
Konventionelle Kraft-Wärme-Kopplung und Sonstige 2 2.446 2.573 – 127 – 5
Gesamt 3.258 3.385 – 127 – 4
1  Einschließlich EBS-Anlagen und Klärschlammbehandlung
2  Unter Sonstige fallen unter anderem mit fossilen Energieträgern befeuerte Heizkraftwerke und diverse kleine Energieerzeugungsanlagen

Projektentwicklung und Betriebsführung für Erneuerbare-Energien-Anlagen Wir verfügen über umfassendes Know-how, um Erneuerbare-Energien-Anlagen zu entwickeln, zu bauen und in Betrieb zu nehmen sowie zu betreiben. Dabei konzentrieren wir uns auf Windkraftanlagen an Land und Photovoltaikanlagen sowohl im In- als auch im Ausland; kleinere Beiträge liefern Biomasse- und Photovoltaikanlagen an Kundenstandorten. Mit unserer Tochtergesellschaft Juwi bieten wir im In- und Ausland die komplette Projektentwicklung und Dienstleistungen rund um die Planung, den Bau und die Betriebsführung von Wind-Onshore- und Photovoltaikfreiflächenanlagen ebenso an wie für Hybrid-Projekte, also Anlagenkombinationen mit Batteriespeichern. Wie schon bisher werden wir mit durch Juwi entwickelte inländische Wind- und Photovoltaik-Projekte unser eigenes Erzeugungsportfolio ausbauen. Im September 2024 haben wir im Hochsauerlandkreis einen von Juwi errichteten 24-MW-Windpark in Betrieb genommen. In der Nähe baut Juwi derzeit einen weiteren Windpark; diesen werden wir 2025 in Betrieb nehmen. Unsere Tochtergesellschaft Avantag ergänzt zudem unser Projektentwicklungsgeschäft um Aufdach-Photovoltaik im B2B-Geschäft. Im Privat- und Gewerbekundenbereich bietet unsere Tochtergesellschaft Beegy dezentrale Erneuerbare-Energien-Lösungen an.

Abgeschlossene Entwicklung neuer Erneuerbare-Energien-Anlagen
MWel GJ 2024 GJ 2023 +/– Vorjahr % Vorjahr
Windkraft 111 218 – 107 – 49
Photovoltaik (Dach) 1 63 83 – 20 – 24
Photovoltaik (Freiflächen) 487 1.218 – 731 – 60
Gesamt 661 1.519 – 858 – 56
1  Erstmaliger Ausweis

 Zusammengefasster Lagebericht  Geschäftsentwicklung des Konzerns  Zusammengefasste nichtfinanzielle Erklärung MVV Geschäftsbericht 2024 52 Das Projektentwicklungsgeschäft ist von Natur aus volatil und zyklisch geprägt – sowohl national als auch in unseren internationalen Märkten. Die jährliche in Betrieb genommene Leistung aus neuen Erneuerbare-Energien-Anlagen ist unter anderem abhängig von gesellschaftlicher und politischer Akzeptanz, der Dauer von Genehmigungsverfahren, den Regularien zur Förderung erneuerbarer Energien sowie vom Umsetzungszeitpunkt der einzelnen Projekte. Sie kann daher im Jahresvergleich deutlich schwanken. Zudem können Veränderungen in den Rahmenbedingungen, wie etwa bei den nationalen Fördermechanismen für erneuerbare Energien und den Modalitäten für Projektabwicklungen einschließlich des jeweiligen Netzanschlusses, die Realisierung von Projekten nennenswert beeinflussen. Der Rückgang unserer abgeschlossenen Projekte im Berichtsjahr gegenüber dem Vorjahr ist im Wesentlichen auf die Vermarktung von Projekten im Ausland zurückzuführen.

Betriebsführung für Erneuerbare-Energien-Anlagen
MWel GJ 2024 GJ 2023 +/– Vorjahr % Vorjahr
Windkraft 1.082 1.159 – 77 – 7
Photovoltaik 2.796 2.549 247 + 10
Gesamt 3.878 3.708 170 + 5

 Zusammengefasster Lagebericht  Geschäftsentwicklung des Konzerns  Zusammengefasste nichtfinanzielle Erklärung MVV Geschäftsbericht 2024 53 Versorgungssicherheit MVV spielt, gemeinsam mit anderen Energieunternehmen, eine wesentliche Rolle bei der Transformation des deutschen Energiesystems in Richtung Klimaneutralität, indem auch wir in die regenerative Energieinfrastruktur investieren, um diese energiewendetauglich und zukunftssicher zu machen. Zugleich übernehmen wir die gesellschaftlich bedeutende Aufgabe, die Strom-, Gas-, Wärme- und Wasserversorgung verlässlich und stabil zu halten. Da die Stromeinspeisung aus Windkraft- oder Photovoltaikanlagen wetter- und tageszeitbedingt schwankt, ist es erforderlich, erneuerbare Energien mit hocheffizienten, flexiblen, steuerbaren Kraftwerken intelligent zu verknüpfen. So ist es uns möglich, unsere Kunden zu jeder Zeit sicher und zuverlässig mit Energie zu beliefern. Versorgungssicherheit ist für MVV ein zentrales Thema. In diesem Zusammenhang und mit Blick auf unsere Fernwärmeversorgung haben wir beispielsweise am Standort Mannheim zwei Besicherungsanlagen realisiert, die wir seit dem Geschäftsjahr 2024 einsetzen können. Mit diesen Anlagen sind wir in der Lage, bereits heute auf zwei Kohlekessel der Grosskraftwerk Mannheim AG (GKM) für die Fernwärmeerzeugung vollständig zu verzichten. Die Zuverlässigkeit, Intelligenz und Leistungsfähigkeit unserer Netze spielen ebenfalls eine tragende Rolle. Daher investieren wir kontinuierlich in die Digitalisierung, Wartung, den Ausbau und die Optimierung unserer Netze und Anlagen, zunehmend vor dem Hintergrund einer beschleunigten Strom- und Wärmewende. Diversifiziertes Erzeugungsportfolio Mehr als die Hälfte unserer Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien Wir wollen grundsätzlich zunehmend erneuerbare und abnehmend konventionelle Energien nutzen und setzen dabei auf unterschiedliche Energieträger und Technologien. Mit einem diversifizierten Erzeugungsportfolio tragen wir zur sicheren Energieversorgung unserer Kunden bei. Dies gilt im besonderen Maße für die Wärmeversorgung von Privat-, Gewerbe- und Industriekunden, die an unsere Fernwärme- und Industriedampfnetze in Mannheim, Offenbach und Kiel angeschlossen sind. Der Anteil der Stromerzeugung aus Erneuerbare-Energien-Anlagen (einschließlich Biomasse/Biogas und biogenem Anteil Abfall/Ersatzbrennstoffe) an unserer gesamten Stromerzeugung lag zum Ende des Geschäftsjahres 2024 bei 55 % (Vorjahr: 56 %). Einschließlich unserer At-Equity-bilanzierten Unternehmen lag der Anteil bei 42 % (Vorjahr: 41 %). [IMAGE]  Zusammengefasster Lagebericht  Geschäftsentwicklung des Konzerns  Zusammengefasste nichtfinanzielle Erklärung MVV Geschäftsbericht 2024 54

Stromerzeugungsmengen
Mio kWh GJ 2024 GJ 2023 +/– Vorjahr % Vorjahr
Biomasse- und Biogasanlagen 316 447 – 131 – 29
Biogener Anteil TAB 1 294 322 – 28 – 9
Windkraft 566 519 + 47 + 9
Wasserkraft 6 3 + 3 + 100
Photovoltaik 48 42 + 6 + 14
EE und TAB 1.230 1.333 – 103 – 8
Strom aus Kraft-Wärme-Kopplung 808 853 – 45 – 5
Sonstige Stromerzeugung 2 183 210 – 27 – 13
Gesamt 2.221 2.396 – 175 – 7
1  Einschließlich EBS-Anlagen und Klärschlammbehandlung
2  Unter Sonstige Stromerzeugung fallen unter anderem mit fossilen Energieträgern befeuerte Heizkraftwerke und diverse kleine Energieerzeugungsanlagen
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Stromerzeugungsmengen Vollkonsolidierte und At-Equity-Unternehmen
Mio kWh GJ 2024 GJ 2023 +/– Vorjahr % Vorjahr
Biomasse- und Biogasanlagen 331 482 – 151 – 31
Biogener Anteil TAB 1 294 322 – 28 – 9
Windkraft 590 548 + 42 + 8
Wasserkraft 6 3 + 3 + 100
Photovoltaik 48 43 + 5 + 12
EE und TAB 1.269 1.398 – 129 – 9
Strom aus Kraft-Wärme-Kopplung 1.024 1.117 – 93 – 8
Sonstige Stromerzeugung 2 754 861 – 107 – 12
Gesamt 3.047 3.376 – 329 – 10
1  Einschließlich EBS-Anlagen und Klärschlammbehandlung
2  Unter Sonstige Stromerzeugung fallen unter anderem mit fossilen Energieträgern befeuerte Heizkraftwerke und diverse kleine Energieerzeugungsanlagen

Der Rückgang der Mengen bei unseren Biomasse- und Biogasanlagen ist vor allem auf eine gegenüber dem Vorjahr geringere Anlagenverfügbarkeit zurückzuführen. Die gestiegenen Erzeugungsmengen aus Windkraft resultieren zum einen daraus, dass das Windaufkommen über dem Vorjahr lag, und zum anderen aus der Übernahme von Windkraftanlagen in unser Erzeugungsportfolio. Im Anstieg der Erzeugungsmengen aus Photovoltaik spiegelt sich ebenfalls der Zubau in unserem Portfolio wider. Wenn wir unsere At-Equity-Unternehmen in die Betrachtung einschließen, zeigen sich die gleichen Entwicklungen wie zuvor beschrieben.

Wärmeerzeugungsmengen
Mio kWh GJ 2024 GJ 2023 +/– Vorjahr % Vorjahr
Biomasse- und Biogasanlagen 137 107 + 30 + 28
TAB 1 2.284 2.358 – 74 – 3
Grüne Wärmeerzeugung 2.421 2.465 – 44 – 2
Sonstige Wärmeerzeugung 2 1.562 1.381 181 + 13
Gesamt 3.983 3.846 + 137 + 4
1  Einschließlich EBS-Anlagen
2  Unter Sonstige Wärmeerzeugung fallen unter anderem mit fossilen Energieträgern befeuerte Heizkraftwerke und diverse kleine Energieerzeugungsanlagen

 Zusammengefasster Lagebericht  Geschäftsentwicklung des Konzerns  Zusammengefasste nichtfinanzielle Erklärung MVV Geschäftsbericht 2024 55

Wärmeerzeugungsmengen Vollkonsolidierte und At-Equity-Unternehmen
Mio kWh GJ 2024 GJ 2023 +/– Vorjahr % Vorjahr
Biomasse- und Biogasanlagen 137 107 + 30 + 28
TAB 1 2.284 2.358 – 74 – 3
Grüne Wärmeerzeugung 2.421 2.465 – 44 – 2
Sonstige Wärmeerzeugung 2 2.874 2.915 – 41 – 1
Gesamt 5.295 5.380 – 85 – 2
1  Einschließlich EBS-Anlagen
2  Unter Sonstige Wärmeerzeugung fallen unter anderem mit fossilen Energieträgern befeuerte Heizkraftwerke und diverse kleine Energieerzeugungsanlagen

Der Anteil der grünen Wärmeerzeugung an unseren gesamten Wärmeerzeugungsmengen lag zum Ende des Geschäftsjahres 2024 bei 61 % (Vorjahr: 64 %). Der Zuwachs bei unseren Biomasse- und Biogasanlagen beruht im Wesentlichen auf einer gestiegenen Wärmeauskopplung durch unser Biomasseheizkraftwerk in Mannheim – zulasten der Stromproduktion. Einschließlich unserer At-Equity-Beteiligungen betrug der Anteil der grünen Wärmeerzeugung 46 % (Vorjahr: 46 %).

Biomethanerzeugungsmengen
Mio kWh GJ 2024 GJ 2023 +/– Vorjahr % Vorjahr
Biomethanerzeugung 281 246 + 35 + 14
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Biomethanerzeugungsmengen Vollkonsolidierte und At-Equity-Unternehmen
Mio kWh GJ 2024 GJ 2023 +/– Vorjahr % Vorjahr
Biomethanerzeugung 293 259 + 34 + 13

Unsere Biomethanerzeugungsmengen stiegen im Vorjahresvergleich vor allem aufgrund einer höheren Anlagenverfügbarkeit.  Zusammengefasster Lagebericht  Geschäftsentwicklung des Konzerns  Zusammengefasste nichtfinanzielle Erklärung MVV Geschäftsbericht 2024 56 Netzverluste Netzverluste entstehen beim Transport elektrischer Energie in den Stromnetzen, insbesondere durch elektrische Widerstände der Übertragungsleitungen sowie durch Transformationsverluste zwischen den verschiedenen Spannungsebenen. In Wärmenetzen sind Netzverluste technisch bedingt und betreffen vornehmlich den Transportweg zwischen Wärmequelle und Wärmesenke. Der Umfang der Netzverluste hängt davon ab, wie gut die Transportleitungen gedämmt sind; maßgeblich bestimmen aber natürliche Umstände wie die Temperatur und das Wetter das Ausmaß der Netzverluste.

Netzverluste
Mio kWh GJ 2024 1 GJ 2023 2 +/– Vorjahr % Vorjahr
Strom 117 126 – 9 – 7
Wärme 409 435 – 26 – 6
1  Schätzungen auf Basis Kalenderjahresdaten 2023
2  Schätzungen auf Basis Kalenderjahresdaten 2022

Durch langfristige Infrastrukturmaßnahmen wie eine verbesserte Rohrdämmung, Temperatur-absenkung oder andere technische Ansätze lassen sich Netzverluste reduzieren. Aus technischen Gründen sind Netzverluste als solche jedoch leider unvermeidbar. Netzstabilität Gesicherte Netzstabilität auch bei steigender Netzbelastung Die Gewährleistung einer sicheren Energieversorgung kann unter anderem an der Häufigkeit und Dauer von Netzausfällen bemessen werden. Ein wesentlicher Leistungsindikator für eine sichere Energieversorgung ist der SAIDI-Wert (System Average Interruption Duration Index). Diese Leistungskennzahl spiegelt die durchschnittliche Versorgungsunterbrechung in Minuten pro Jahr und Kunde wider. Der SAIDI-Wert berücksichtigt nur ungeplante Ausfallzeiten mit einer Dauer von länger als drei Minuten, die nicht durch höhere Gewalt verursacht wurden. Unsere drei großen Netzgesellschaften MVV Netze, Energienetze Offenbach und SWKiel Netz verfolgen das Ziel, eine sichere und unterbrechungsfreie Versorgung zu gewährleisten und Netzausfälle zu vermeiden beziehungsweise schnellstmöglich zu beheben. Wir wollen die störungsbedingte Nichtverfügbarkeit unserer Netze so gering wie möglich halten. Im Geschäftsjahr 2024 haben wir 156 Mio Euro, das entspricht 37 % unserer Gesamtinvestitionen, in die Instandhaltung, die Modernisierung und den Ausbau unserer Netze investiert. Der kumulierte SAIDI-Wert unserer Netzgebiete stieg im Kalenderjahr 2023 auf 12,9 Minuten pro Jahr. Insgesamt konnten wir für unsere Kunden eine weitgehend unterbrechungsfreie Stromversorgung erreichen. Die Geschäftsführungen unserer Netzgesellschaften werden regelmäßig über Störungen informiert und tauschen sich wiederum mit dem Vorstand der MVV Energie AG aus. Notwendige Gegenmaßnahmen berücksichtigen wir in unseren Investitions- und Instandhaltungsvorhaben.

Versorgungsunterbrechungen SAIDI Strom
Minuten/Jahr GJ 2024 1 GJ 2023 2 +/– Vorjahr % Vorjahr
Strom MVV 3 12,9 12,1 + 0,8 + 7
1  Schätzungen auf Basis Kalenderjahresdaten 2023
2  Schätzungen auf Basis Kalenderjahresdaten 2022
3  Vorjahreswert angepasst

 Zusammengefasster Lagebericht  Geschäftsentwicklung des Konzerns  Zusammengefasste nichtfinanzielle Erklärung MVV Geschäftsbericht 2024 57 Ressourceneffizienz Wir setzen für die Energieerzeugung natürliche Ressourcen ein; in unseren konventionellen Erzeugungsanlagen kommen auch endlich verfügbare Ressourcen wie Erdgas und Steinkohle als Brennstoffe zum Einsatz. Dabei legen wir großen Wert auf Effizienz: Wir minimieren die Energieverluste, die bei der Umwandlung von Brennstoffen zu Endenergie, wie beispielsweise Strom oder Wärme, entstehen, und investieren konsequent sowohl in die Steigerung der Energieeffizienz unserer Erzeugungsanlagen als auch in den Ausbau der grünen Wärme in Verbindung mit der hocheffizienten Kraft-Wärme-Kopplung (KWK). Soweit technisch möglich, setzen wir zudem zunehmend auf recycelte Produkte und Einsatzstoffe. Ein wesentlicher Indikator für eine sehr hohe Ressourceneffizienz sind höchste Brennstoffnutzungsgrade durch eine optimierte energetische Nutzung. Energie- und Ressourcennutzung durch MVV Hohe Erzeugungseffizienz durch Kraft-Wärme-Kopplung Die Kennzahl Brennstoffnutzungsgrad beziffert die Erzeugungseffizienz, indem sie die erzeugte Endenergie (Strom und Wärme) ins Verhältnis zur zugeführten Energie (Primärenergie) setzt. Steigt der Brennstoffnutzungsgrad, erhöht sich die Energieausbeute eines Erzeugungsportfolios. Indem wir die Brennstoffnutzungsgrade unserer Anlagen erhöhen, reduzieren wir das Volumen der eingesetzten Brennstoffe und verringern Emissionen. Im Berichtsjahr lag der durchschnittliche Brennstoffnutzungsgrad unserer Anlagen bei 63 % (Vorjahr: 66 %). Der Rückgang beruht neben einer Vielzahl kleinerer Effekte im Wesentlichen auf einer geringeren Erzeugung im KWK-Betrieb. Der Hauptgrund für unsere hohe Erzeugungseffizienz beruht auf der Tatsache, dass wir unsere großen Erzeugungsanlagen fast ausschließlich in hocheffizienter Kraft-Wärme-Kopplung betreiben – denn mit KWK liegt der Brennstoffnutzungsgrad deutlich höher als bei der getrennten Erzeugung von Strom und Wärme. Wie viel Brennstoff in einzelnen Geschäftsjahren eingesetzt wird, hängt im Wesentlichen vom Witterungsverlauf, von den Marktpreisen und den Brennstoffeigenschaften ab – aber auch die geopolitische Situation kann einen bedeutenden Einfluss haben. In unseren thermischen Abfallbehandlungsanlagen und in unseren Heizkraftwerken entstehen Nebenprodukte, primär Asche und Schlacke, die Daten dazu befinden sich im Abschnitt Lokaler Umweltschutz . Der Umfang dieser Asche und Schlacke ist technisch beziehungsweise brennstoffbedingt und kann von MVV nicht gesteuert werden. Diese Nebenprodukte werden, soweit es technisch möglich und wirtschaftlich sinnvoll ist, weiterverwertet. Nach der Aufbereitung werden diese wieder dem Wirtschaftskreislauf zugeführt, beispielsweise als Produkte für die Bauindustrie.  Zusammengefasster Lagebericht  Geschäftsentwicklung des Konzerns  Zusammengefasste nichtfinanzielle Erklärung MVV Geschäftsbericht 2024 58

In Kraftwerken und TAB eingesetzte Brennstoffe und Abfälle
GJ 2024 GJ 2023 +/– Vorjahr % Vorjahr
Biomasse (1.000 Tonnen) 410 501 – 91 – 18
Abfälle/EBS (1.000 Tonnen) 2.050 2.015 35 + 2
Klärschlämme (1.000 Tonnen) 91 72 + 19 + 26
Erdgas (Mio kWh) 2.236 1.982 254 + 13
Steinkohle (1.000 Tonnen) 48 76 – 28 – 37
Sonstige Fossile 1 (Mio kWh) 44 57 – 13 – 23
1  Im Wesentlichen leichtes Heizöl (HEL)
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In Kraftwerken und TAB eingesetzte Brennstoffe und Abfälle Vollkonsolidierte und At-Equity-Unternehmen
GJ 2024 GJ 2023 +/– Vorjahr % Vorjahr
Biomasse (1.000 Tonnen) 425 539 – 114 – 21
Abfälle/EBS (1.000 Tonnen) 2.050 2.015 35 + 2
Klärschlämme (1.000 Tonnen) 91 72 + 19 + 26
Erdgas (Mio kWh) 2.236 1.982 254 + 13
Steinkohle (1.000 Tonnen) 495 568 – 73 – 13
Sonstige Fossile 1 (Mio kWh) 44 58 – 14 – 24
1  Im Wesentlichen leichtes Heizöl (HEL)

Kohlenutzung bei MVV nur in geringem Umfang Die Bundesregierung hat sich im Jahr 2021 in ihrem Koalitionsvertrag darauf verständigt, „idealerweise“ bis zum Jahr 2030 aus der Energiegewinnung aus Kohle auszusteigen. Wir richten unsere Planungen und Maßnahmen auf ein Ende der Kohleverstromung bis zum Ende dieser Dekade aus. An der Grosskraftwerk Mannheim AG (GKM) sind wir mit einem Anteil von 28 % Minderheitsgesellschafter und betreiben das Kraftwerk nicht selbst. Derzeit befinden sich im GKM noch zwei steinkohlebasierte KWK-Kraftwerksblöcke im marktlichen Betrieb. Der Block 9 des GKM gehört zu den jüngsten und effizientesten Steinkohlekraftwerken in Deutschland. Die Festlegung konkreter Stilllegungszeitpunkte für die einzelnen Kraftwerksblöcke steht unter dem Vorbehalt der Versorgungssicherheit sowie der gesetzlichen Rahmenbedingungen und der Vereinbarungen mit dem GKM und den GKM-Aktionären. Mit welchen Maßnahmen wir die Fernwärmeerzeugung für Mannheim und die Region bis 2030 auf 100 % grüne Energiequellen umstellen und dann auf den Wärmebezug vom GKM verzichten werden, berichten wir im Kapitel Unternehmensstrategie . Das Steinkohlekraftwerk in Offenbach mit seiner Leistung von 60 MWel ist das einzige deutsche Steinkohlekraftwerk in unserem mehrheitlich gehaltenen konventionellen Erzeugungsportfolio. Wie im Kapitel Unternehmensstrategie und im Abschnitt Klimaneutralität beschrieben, werden wir die Erzeugung in Offenbach ebenfalls bis 2030 auf erneuerbare Energien umstellen. Die zunehmend begrenzte Verfügbarkeit von Trinkwasser verlangt nach einer effizienteren Nutzung Durch die zunehmende Übernutzung von Grund- und Oberflächenwasser und infolge des Klimawandels gewinnt die Verfügbarkeit von sauberem Süß- und Trinkwasser zunehmend an Bedeutung. Unsere Tochtergesellschaften MVV Netze und Stadtwerke Kiel sind im Grundwasser- und Gewässerschutz aktiv. Da sie die Trinkwassergewinnung und -versorgung in ihrer Region verantworten, analysieren und kontrollieren sie regelmäßig die Wasserversorgungssysteme. Die Förderung, Aufbereitung und Verteilung von Trinkwasser haben dabei nicht nur eine wirtschaftliche Bedeutung; der öffentliche Versorgungsauftrag dient der Daseinsfürsorge. Trinkwasser unterliegt als wichtigstes Lebensmittel strengen Qualitätsanforderungen. Die Einhaltung dieser Qualitätsnormen und die Minimierung der Inhaltsstoffe sind das wichtigste Ziel der  Zusammengefasster Lagebericht  Geschäftsentwicklung des Konzerns  Zusammengefasste nichtfinanzielle Erklärung MVV Geschäftsbericht 2024 59 [IMAGE] Trinkwasserversorgung. Diese und unsere weiteren Ziele für unsere Trinkwasserversorgung haben wir in unserer Wasser-Policy ausformuliert 💻 mvv.de/wasser-policy . Für die nächsten Jahre planen wir am Standort Mannheim substanzielle Investitionen in das bestehende Trinkwassernetz, um so den Ansprüchen an eine zukunftsfähige Trinkwasserversorgung gerecht zu werden. Hierdurch werden langfristig die technischen und qualitätsbezogenen Anforderungen erfüllt beziehungsweise verbessert. Die MVV-Wasserbilanz zeigt, dass der Wasserverbrauch in der Produktion sowie die Durchlaufkühlung in den Kraftwerken den Großteil unserer Wassernutzung ausmachen. Hierfür entnehmen wir vorrangig Wasser aus Flüssen und leiten es nach der Kühlung wieder ein. Die Herausforderung liegt darin, den Wasserverbrauch zu minimieren und gleichzeitig den Verlust von Wasser durch Verdampfung zu reduzieren. Die Mehrheit des von uns geförderten Wassers stammt dabei allerdings aus Grundwasser, das wir für die Trinkwasseraufbereitung und Weiterleitung an unsere Kundinnen und Kunden gewinnen. Wir verfolgen das Ziel, unseren ökologischen Fußabdruck auch beim Wasser systematisch zu reduzieren, und wollen dies durch weitergehende Aktivitäten unterlegen. Deshalb entwickeln wir unsere Positionierung und Strategie beim Thema Wasser fortlaufend weiter. Neben der Frage des strategischen Umgangs mit Wasser im Konzern arbeiten wir daran, unsere Wasserbilanz kontinuierlich zu verbessern und unsere Berichterstattung auszuweiten. So prüfen wir regelmäßig eine Erweiterung unserer Wasserbilanz sowie die Aufnahme weiterer Assets oder Standorte. Wir wollen mittelfristig unsere Berichterstattung dazu ausweiten und haben dafür entsprechende Detailanalysen vorangetrieben; beispielsweise unterscheiden wir intern bei den Wasserquellen zwischen Trinkwasser, das wir selbst gefördert, und Trinkwasser, das wir von Dritten bezogen haben. In unsere Betrachtung der Wassernutzung haben wir im Berichtsjahr auch das für Kreislaufkühlung und erstmals das an den Anlagenorten für Spülungen genutzte Wasser berücksichtigt. Mit dem Geschäftsjahr 2024 haben wir unsere externe Berichterstattung zu Wassermengen auf vollkonsolidierte Assets umgestellt. In der Vergangenheit waren in dieser Darstellung auch unsere  Zusammengefasster Lagebericht  Geschäftsentwicklung des Konzerns  Zusammengefasste nichtfinanzielle Erklärung MVV Geschäftsbericht 2024 60 At-Equity-bilanzierten Assets enthalten. Im Berichtsjahr sank unser Wasserfußabdruck vor allem aufgrund normaler Produktionsschwankungen. Lokaler Umweltschutz Der lokale Umweltschutz ist fester Bestandteil unserer Managementsysteme. Wir orientieren uns beim Umweltschutz auf nationaler und lokaler Ebene stark an gesetzlichen Vorgaben. Sowohl wenn wir Anlagen neu errichten oder modernisieren als auch in unserem täglichen Betrieb, sind die erteilten Genehmigungen und die gesetzlichen Vorgaben unsere Arbeitsgrundlage. Die Einhaltung, insbesondere der vorgeschriebenen Grenzwerte, wird von den zuständigen Behörden überwacht; bestimmte Aspekte unseres Betriebs sind meldepflichtig, zum Beispiel die anlagenspezifischen Emissionen von Großfeuerungsanlagen. Unsere Tochterunternehmen verantworten das operative Management der Umweltbelange dezentral. Da sie verschiedene Technologien einsetzen und die Stakeholder in den jeweiligen Regionen unterschiedliche Anliegen haben, setzen sie im Rahmen konzernweiter Leitlinien ihre jeweils relevanten Schwerpunkte. Für die Steuerung und operative Umsetzung der Umweltschutzmaßnahmen nutzen wir dezentrale Umwelt- und Energiemanagementsysteme. Wo möglich, streben wir es an, weitere Umweltbelastungen, die bei der Erzeugung und Bereitstellung unserer Produkte und Dienstleistungen entstehen, zu vermeiden oder diese auf ein Mindestmaß zu reduzieren. Beispielsweise achten wir auf die Reduktion sonstiger Luftschadstoffemissionen. Da die Nutzung nicht fossiler und fossiler Energieträger mit Oxidationsprozessen verbunden ist, entstehen – neben CO2-Emissionen – auch Luftschadstoffemissionen. Mit dem mittelfristigen Rückgang dieser Verbrennungsprozesse sinken die absoluten, lokalen Schadstofffrachten. Der vollständige Ersatz fossiler Energieerzeugung bis 2035 durch erneuerbare Energie führt nicht zu einer vollständigen Vermeidung von Luftschadstoffemissionen bei MVV. Auch bei erneuerbaren Energien gibt es Oxidationsprozesse, etwa bei holzbasierten Biomasseanlagen, in thermischen Abfallbehandlungsanlagen oder bei der Nutzung von Biomethan. Darüber hinaus bleibt in Geschäftsprozessen neben der Reduktion der Emissionen in die Luft auch die Verringerung von Emissionen in Boden und Wasser eine Daueraufgabe. Mit anfallenden Schadstoffen, besorgniserregenden Stoffen und Mikroplastik gehen wir sorgsam um. Unsere Standards basieren auf geltenden Gesetzen und Vorschriften, gehen stellenweise über diese hinaus und berücksichtigen international anerkannte Grundsätze. Wir haben entsprechende Managementsysteme zur Kontrolle und kontinuierlichen Verbesserung etabliert. Nicht vermeidbare Abfälle aus der Energieerzeugung und der thermischen Abfallbehandlung wie Asche, Metalle und Schlacke, sogenannte Nebenprodukte, werden im Sinne des Kreislaufwirtschaftsgedankens, soweit möglich, als Produkte für andere Unternehmen aufbereitet oder, wenn das nicht möglich ist, ordnungsgemäß deponiert. Einen unverzichtbaren Beitrag für eine nachhaltige Kreislaufwirtschaft leisten wir mit der ökologischen Entsorgung von kommunalem Klärschlamm: Am Standort Offenbach nutzen wir seit 2021 eine Monoklärschlammverwertungsanlage mit einer Jahreskapazität von 80.000 Tonnen Klärschlamm. Am Standort Mannheim haben wir eine Phosphorrecyclinganlage für bis zu 135.000 Tonnen Klärschlamm pro Jahr in Betrieb genommen. Dort können wir zukünftig vor Ort aus dem Klärschlamm Phosphor für die Düngemittelproduktion zurückgewinnen. In unseren konventionellen Kraftwerken setzen wir für die Erzeugung von Strom und Wärme fossile Brennstoffe, vor allem Erdgas und Steinkohle, sowie regenerative Brennstoffe ein. Zu diesen gehören sowohl feste Biomasse als auch sogenannte Ersatzbrennstoffe, die aus Abfällen gewonnen werden und etwa hälftig einen biogenen Anteil enthalten.  Zusammengefasster Lagebericht  Geschäftsentwicklung des Konzerns  Zusammengefasste nichtfinanzielle Erklärung MVV Geschäftsbericht 2024 61

Sonstige Emissionen und Nebenprodukte
Tonnen GJ 2024 1 GJ 2023 2 +/– Vorjahr % Vorjahr
NOx 2.026 2.088 – 62 – 3
SO2 289 338 – 49 – 14
Staub 15 17 – 2 – 12
Flugasche 31.537 37.442 – 5.905 – 16
Asche und Schlacke 513.747 511.757 + 1.990 0
1  Schätzungen auf Basis Kalenderjahresdaten 2023
2  Schätzungen auf Basis Kalenderjahresdaten 2022
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Sonstige Emissionen und Nebenprodukte Vollkonsolidierte und At-Equity-Unternehmen
Tonnen GJ 2024 1 GJ 2023 2 +/– Vorjahr % Vorjahr
NOx 2.454 2.726 – 272 – 10
SO2 565 715 – 150 – 21
Staub 25 27 – 2 – 7
Flugasche 82.502 134.538 – 52.036 – 39
Asche und Schlacke 515.865 514.136 + 1.729 0
1  Schätzungen auf Basis Kalenderjahresdaten 2023
2  Schätzungen auf Basis Kalenderjahresdaten 2022

Weitere Umweltschutzaspekte sind Bestandteil der dezentral verantworteten Umweltmanagementsysteme unserer Tochtergesellschaften und At-Equity-Beteiligungen. Biodiversität Für MVV nimmt das Umweltthema Biodiversität an Bedeutung zu. Auf internationaler Ebene wird das Thema Biodiversität im Rahmen der regelmäßig stattfindenden UN Biodiversity Conference diskutiert. Im Jahr 2022 wurde das Kunming-Montreal-Rahmenabkommen geschlossen, mit dem die weltweiten Anstrengungen zum Erhalt und der Wiederherstellung der Biodiversität verstärkt werden sollen. Auch die EU hat das Thema Biodiversität als eines ihrer fünf strategischen Umweltziele aufgenommen. Nach der neuen EU-Verordnung zur Wiederherstellung der Natur sollen bis 2030 mindestens 20 % der Land- und Meeresgebiete und bis 2050 alle Ökosysteme in einen guten ökologischen Zustand zurückversetzt werden. Zudem sollen außerhalb der EU keine Biodiversitätsverluste mehr verursacht werden. Die Bestrebungen der EU mündeten in konkreten gesetzlichen Vorgaben an Unternehmen, wie beispielsweise die Verpflichtung zur Integration von Biodiversität als Schwerpunktthema in die EU-Taxonomie für nachhaltige Investitionen sowie in künftigen Berichtspflichten durch die Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD). Energieunternehmen besitzen sowohl mittelbare Hebel – beispielsweise über den Einkauf landwirtschaftlicher Substrate – als auch unmittelbare Hebel – etwa beim Bau von Windparks und Photovoltaikanlagen – zur Verbesserung der Biodiversität. MVV setzt sich aktiv für den Schutz und die Verbesserung von Ökosystemen ein. Mit unseren eigenen Liegenschaften haben wir beim Neubau oder bei der Ertüchtigung von Energieinfrastruktur direkten Einfluss vor allem auf die lokale Biodiversität. Die Verantwortung erstreckt sich indirekt aber auch auf die Landnutzung in der vorgelagerten Wertschöpfungskette. Beispielsweise untersuchen wir beim Neubau von Erneuerbare-Energien-Anlagen ortsspezifisch durch Gutachten den Einfluss auf Wasser, Flora und Fauna. Im Rahmen von Verträglichkeitsprüfungen werden mögliche negative Auswirkungen bewertet, Beschränkungen ausgesprochen oder Ausgleichsmaßnahmen eingefordert. Dabei kann ein Spannungsfeld zwischen lokalem Tierschutz, regionalem Artenschutz und Maßnahmen für den Klimaschutz entstehen, das bislang einzelfallbezogen aufgelöst werden muss.  Zusammengefasster Lagebericht  Geschäftsentwicklung des Konzerns  Zusammengefasste nichtfinanzielle Erklärung MVV Geschäftsbericht 2024 62 Perspektivisch erhält der Schutz der Biodiversität bei MVV einen noch höheren Stellenwert: Aktuell konkretisieren wir unsere Biodiversitätsstrategie, mit der vor allem das Themenfeld Flächennutzung eine besondere Bedeutung für MVV erhält. Im Rahmen der Nationalen Strategie zur Biologischen Vielfalt (NBS) der Bundesregierung und geltender regulatorischer Anforderungen werden wir unsere Strategie und Maßnahmen weiterentwickeln und zukünftig detaillierter über Biodiversität berichten. Biodiversität spielt bei MVV auch außerhalb von Infrastrukturprojekten eine Rolle: Wir nutzen verschiedene Biomassetypen für die Energieerzeugung, seien es biogene Restabfälle, nachwachsende Rohstoffe, Landschaftspflegematerial oder Altholz. Wir sind uns bewusst, dass beispielsweise die energetische Nutzung von Frischholz nur einen eingeschränkten Beitrag für den Klimaschutz leistet und zudem auch einen negativen Einfluss auf Wälder haben kann. Aus diesem Grund achten wir sowohl auf nachhaltige Forstwirtschaft als auch auf den Verzicht von Frischholz in unseren Biomasseheizkraftwerken. Bei dem in unseren Anlagen entsorgten Altholz der Schadstoffklassen III und IV handelt es sich unter anderem um schadstoffbelastete Hölzer, wie Bahnschwellen, die ansonsten Schad- und Giftstoffe in die Natur eintragen würden. Aktuell prüfen wir, wie MVV zukünftig negative Auswirkungen auf die Umwelt durch die Nutzung von Biomasse vollständig vermeiden kann. Extremwetterereignisse Mit Voranschreiten des Klimawandels ist davon auszugehen, dass es zukünftig vermehrt zu Extremwetterereignissen wie Starkregen, schweren Stürmen, Überschwemmungen oder anhaltenden Hitzeperioden kommen könnte. Diese könnten sich auch auf MVV auswirken: zum Beispiel in Form von Schäden an Gebäuden, Gefahren für Mitarbeitende oder Unterbrechungen in der Energieerzeugung oder -verteilung. Anhand von Klimaszenarien können wir an den verschiedenen Standorten unseres Unternehmens die möglichen Gefahren mithilfe einer Klimarisikoanalyse einschätzen. Wir berichten im Abschnitt EU-Taxonomie über die Details dieser Analyse, die ergeben hat, dass für sämtliche Assets, die wir zur Erbringung der Wirtschaftstätigkeiten einsetzen, keine Vulnerabilität gegenüber den identifizierten Risiken besteht beziehungsweise dass entsprechende risikominimierende Maßnahmen bereits von uns ergriffen wurden.  Zusammengefasster Lagebericht  Geschäftsentwicklung des Konzerns  Zusammengefasste nichtfinanzielle Erklärung MVV Geschäftsbericht 2024 63 Nachhaltige Kreislaufwirtschaft Die Circular Economy ist eines der zentralen Elemente des EU Green Deal. Durch den EU Circular Economy Action Plan soll der Ressourcen- und Materialeinsatz massiv reduziert werden, um der Ressourcenknappheit entgegenzuwirken und die EU unabhängiger von Importen kritischer Rohstoffe zu machen. Ohne die substanzielle Reduktion der Nutzung natürlicher Ressourcen können die anderen Umweltziele sowie deren Schutzgüter wie beispielsweise der Klimaschutz aus Sicht der EU nicht erreicht werden. Insofern ist eine funktionierende Circular Economy Grundvoraussetzung für die Erreichung der Ziele bei Klima, Wasser, Biodiversität und Umweltbelastung. Eine nachhaltige Kreislaufwirtschaft legt den Fokus darauf, Stoffkreisläufe zu schließen und Abfälle effektiv zu nutzen, bevorzugt so, dass sie der Wirtschaft als Sekundärrohstoffe erneut zu Verfügung stehen oder – wo das nicht möglich oder sinnvoll ist – energetisch verwertet werden. Daher betrachten wir Haushalts- und Gewerbeabfälle – auch nach einer ordnungsgemäßen Trennung der Wertstoffe – nicht als „Müll“. Wir nutzen diese wertvollen Rohstoffe effektiv, um natürliche Ressourcen zu schonen. Kreislaufwirtschaft spielt bei MVV vorrangig in unserem Umweltgeschäft bei der Behandlung von Abfällen am Ende der Abfallhierarchie eine wesentliche Rolle. Aber auch in unserem Geschäftsfeld Geschäftskunden leisten wir wichtige Beiträge zur Ressourcenschonung und Kreislaufwirtschaft. Unsere Ziele und Maßnahmen zur Weiterentwicklung dieser Geschäftsaktivitäten zahlen daher direkt auf das Thema nachhaltige Kreislaufwirtschaft ein. Auch bei der stofflichen und energetischen Nutzung von Abfällen haben wir das Ziel, eine möglichst geschlossene Kreislaufwirtschaft zu erreichen. Die beste Lösung sollte immer sein, Produkte so zu gestalten, dass diese – beispielsweise durch Recycling – dauerhaft im Kreislauf bleiben und nicht als Restabfall anfallen. Solange dies jedoch technologisch und regulativ noch nicht erreicht beziehungsweise nicht möglich ist, liegt die nächstbeste Lösung darin, die nicht vermeidbaren Abfälle energetisch zu nutzen. Neben der energetischen Nutzung werden in unseren Anlagen bestimmte Materialien, wie Metalle oder mineralische Stoffe, bereits heute separiert und dem Wirtschaftskreislauf wieder zugeführt. Die Behandlung von nicht vermeidbaren Abfällen in einer thermischen Abfallbehandlungsanlage unter streng kontrollierten Bedingungen hat einen dreifachen Nutzen: Erstens erfolgt eine Hygienisierung, also die Vernichtung von Stoffen, die für die Gesundheit oder die Umwelt schädlich sind. Zweitens wird die in den Abfällen enthaltene Energie genutzt, um Dampf für Industrie, Wärme für Gewerbe und Haushalte sowie Strom zu erzeugen. Vereinfacht dargestellt liefern die Haushalte ihren Restabfall an MVV und erhalten dafür Energie in Form von Wärme und Strom zurück. Etwa 50 % der erzeugten Energie ist erneuerbar, da etwa die Hälfte der Abfälle biogenen Ursprungs ist. Drittens werden über die thermische Verwertung die bei der Abfalldeponierung entstehenden Emissionen vermieden und dadurch ein aktiver Beitrag zum Klimaschutz geleistet. Wir haben im Geschäftsjahr 2024 etwa 2,0 Mio Tonnen Restabfall und Ersatzbrennstoffe thermisch verwertet. In Deutschland und Großbritannien betreiben wir derzeit sieben thermische Abfallbehandlungsanlagen. Wir nutzen in Offenbach bereits seit 2021 eine Anlage zur thermischen Behandlung von kommunalen Klärschlämmen. Eine weitere Anlage ist an unserem Standort in Mannheim entstanden; dort werden wir zukünftig gleichzeitig Phosphor zurückgewinnen. Dieser wird als Rohstoff zur Herstellung von Dünger genutzt.  Zusammengefasster Lagebericht  Geschäftsentwicklung des Konzerns  Zusammengefasste nichtfinanzielle Erklärung MVV Geschäftsbericht 2024 64 Aspekt Arbeitnehmerbelange Wir sind an den Standorten und in den Regionen, in denen wir tätig sind, Teil der Gesellschaft und tragen damit Verantwortung. Für unsere Beschäftigten ist es unser Ziel, positive Beiträge zu leisten: Wir bieten unseren über 6.600 Beschäftigten attraktive und sichere Arbeitsplätze in einem Umfeld, in dem wir gemeinsam aktiv zur Dekarbonisierung und Versorgungssicherheit beitragen. Arbeitgeberattraktivität Unsere Mitarbeitenden sind unsere Zukunft Leistungsfähige, gesunde und gut qualifizierte Mitarbeitende sind ein maßgeblicher Erfolgsfaktor für MVV. Aufgrund des demografischen Wandels und der Veränderung der Bevölkerungsstruktur werden langfristig gesehen die Anforderungen steigen, geeignete Beschäftigte erfolgreich zu gewinnen und an uns zu binden. Aufgrund dessen konzentrieren wir uns mit unserer konzernweiten Personalstrategie auf die folgenden Bereiche: •Leadership: Wir ergreifen kontinuierlich und systematisch Maßnahmen, um die Führungsqualität im Unternehmen zu verbessern, und passen diese an die sich verändernden Markt- und Mitarbeiteranforderungen an. •Fachkräftesicherung: Wir wollen ein attraktiver Arbeitgeber bleiben. Deshalb bieten wir eine leistungsorientierte Vergütung und engagieren uns für die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben. In der Personalbeschaffung legen wir ein Augenmerk auf den Ausbau der Vielfalt im Unternehmen und dabei insbesondere auf Chancengleichheit. •Neue Arbeitswelten: Wir entwickeln unser Unternehmen und unsere Unternehmenskultur kontinuierlich weiter und bewahren und vertiefen die Kompetenzen unserer Mitarbeitenden. Dazu investieren wir in Qualifikation, Veränderungsbereitschaft und Digitalisierungsthemen. Denn wir benötigen gut ausgebildete, flexible und innovative Fach- und Führungskräfte, die gern ihren Beitrag zum neuen Energiesystem leisten. Wir gestalten unser Unternehmen aktiv weiter – so ist zum Beispiel mobiles Arbeiten ein fester Bestandteil unserer Arbeitsorganisation geworden. •Talentmanagement: Wir identifizieren, unterstützen und entwickeln Talente gezielt – intern auf der Ebene von Auszubildenden und Berufseinsteigern bis hin zu Beschäftigten, die das Potenzial zur Führungskraft haben, und extern durch eine starke Personalbeschaffung am Markt. •Vielfaltsmanagement: Fachkräfte und Talente aller Geschlechter, Altersgruppen, Herkünfte und Lebenssituationen sollen sich bei MVV am richtigen Arbeitsplatz fühlen. Mit unserem Vielfaltsmanagement „Energie für Vielfalt“ arbeiten wir konsequent und mit konkreten Maßnahmen an diesem Ziel und gestalten das entsprechende Umfeld, die Strukturen sowie die Unterstützungsangebote für alle Beschäftigten. 💻 mvv.de/vielfalt Der Personalvorstand ist verantwortlich für alle Aktivitäten im Personalbereich. Eine Berichterstattung zu relevanten Personalthemen erfolgt regelmäßig und anlassbezogen im Gesamtvorstand. Die konkrete Ausgestaltung und Umsetzung der Aufgaben im Personalbereich ist dezentral organisiert: Unsere Teilkonzerne und verschiedene Gesellschaften verfügen über eigene Personalabteilungen, so können Schwerpunkte geschäftsbezogen und entsprechend den lokalen Gegebenheiten zielgerichtet gesetzt werden. Im Rahmen der Vorbereitungen für die Berichterstattung nach der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) ab dem Geschäftsjahr 2025 entwickeln wir derzeit für unsere Beschäftigten konzernübergreifend Ziele, Strategien und Maßnahmen.  Zusammengefasster Lagebericht  Geschäftsentwicklung des Konzerns  Zusammengefasste nichtfinanzielle Erklärung MVV Geschäftsbericht 2024 65 MVV verfügt über einen Konzernbetriebsrat; darüber hinaus bestehen Betriebsratsgremien und -ausschüsse auf den relevanten Ebenen. Mit diesen Gremien arbeitet die Unternehmensleitung vertrauensvoll zusammen, sodass neben den Unternehmensbelangen auch die Belange der Belegschaft bei allen maßgeblichen Entscheidungen berücksichtigt werden. Der Aufsichtsrat der MVV Energie AG 💻 mvv.de/aufsichtsrat ist paritätisch besetzt; die Hälfte der Aufsichtsratsmitglieder wird von den Arbeitnehmern des Konzerns gewählt. Damit sind die Arbeitnehmerbelange auch bei wichtigen Unternehmensentscheidungen an zentraler Stelle eingebunden. Kennzahlen des Berichtsjahres

Personalstand (Köpfe) zum Bilanzstichtag
30.9.2024 30.9.2023 +/– Vorjahr % Vorjahr
MVV 1 6.649 6.390 + 259 + 4
davon Inland 6.081 5.833 + 248 + 4
davon Ausland 568 557 + 11 + 2
1  Darunter 343 Auszubildende (Vorjahr: 331)

Zum 30. September 2024 beschäftigten wir konzernweit 6.649 Mitarbeitende. Der Anstieg ist vor allem auf den Personalaufbau in unseren Wachstumsfeldern zurückzuführen, dabei spielten der Ausbau erneuerbarer Energien und die Wärmewende die größte Rolle. Im Ausland arbeiteten unter anderem 354 Beschäftigte in den Beteiligungen von Juwi sowie 166 bei den britischen Tochtergesellschaften der MVV Umwelt. Aus- und Weiterbildung Ausbildung mit vielversprechenden Zukunftschancen Mit unserem breiten Ausbildungsangebot – allein in Mannheim sind es 17 verschiedene kaufmännische und technische Ausbildungsberufe sowie duale Studiengänge – bieten wir Interessierten eine Vielzahl beruflicher Möglichkeiten. In Mannheim, Offenbach und Kiel sowie in Gersthofen nahe Augsburg zählen wir zu den größten ausbildenden Unternehmen der jeweiligen Region und verfügen dort auch über eigene Lehrwerkstätten. Mit unserem breiten Ausbildungsangebot wollen wir jungen Menscheneine große Vielfalt beruflicher Möglichkeiten im Unternehmen eröffnen. Zum 30. September 2024 beschäftigten wir insgesamt 343 Auszubildende. Auf unsere angebotenen Ausbildungsstellen erhalten wir regelmäßig eine Vielzahl an Bewerbungen, sodass wir die Stellen mit geeigneten Personen besetzen können. Um speziell für junge Menschen attraktiv und sichtbar zu sein und um mit Schülerinnen und Schülern direkt in Kontakt zu kommen, sind wir beispielsweise auf Berufsmessen aktiv, bieten Praktikumsplätze an, pflegen vielfältige Schulpartnerschaften, schalten Anzeigen, nutzen digitale Medien und nehmen an weiteren Initiativen und Veranstaltungen teil. Zielgerichtete Personalentwicklung: Weiterbildungskonzepte vor Ort umgesetzt Wir haben an unseren Standorten zahlreiche Maßnahmen und Instrumente für gezielte Personalentwicklung konzipiert, die auf unserer Erfahrung mit der Dynamik wirtschaftlicher und technologischer Veränderungen beruhen.  Zusammengefasster Lagebericht  Geschäftsentwicklung des Konzerns  Zusammengefasste nichtfinanzielle Erklärung MVV Geschäftsbericht 2024 66 Wir wollen das Potenzial unserer Mitarbeitenden weiterentwickeln. Wir führen unsere dezentral organisierten Weiterbildungskonzepte konsequent fort und bieten eine Vielzahl an virtuellen oder Vor-Ort-Seminaren zu unterschiedlichen Themen auf allen Hierarchieebenen. Mit unseren Weiterbildungsmaßnahmen und verschiedenen Wissensplattformen stellen wir eine gemeinsame Basis zu strategisch übergreifenden Themenfeldern sicher. Neben Inhouse-Schulungen zu unterschiedlichen Themen bieten wir Teamentwicklungs- oder individuelle Maßnahmen an, wie beispielsweise Coaching oder Mentoring. An unserem Standort Mannheim bildet unser MVV-spezifisches Kompetenzmodell die Grundlage für Personalentwicklungsgespräche und individuelle Förderprogramme aller Beschäftigten. An unseren großen Standorten in Deutschland finden außerdem Beurteilungen und Befragungen statt. Dadurch können unsere Mitarbeitenden offen Feedback geben, und wir entwickeln unser Unternehmen weiter. Energie für Vielfalt Wir fördern Chancengleichheit und Vielfalt Wir sind davon überzeugt, dass Vielfalt uns besser macht: Denn vielfältige Teams verstehen beispielsweise Kundenbedürfnisse besser und arbeiten kreativer an innovativen Ideen. Unsere Stabsabteilung Vielfalt und Prävention hat im Geschäftsjahr 2023 definiert, welche weiteren Aspekte aus dem Themenbereich Vielfalt sowohl für unsere Belegschaft als auch für unseren unternehmerischen Erfolg besonders relevant sind. Aktuell haben wir konzernweit – neben dem Schwerpunkt der Anhebung unseres Frauenanteils – unseren Fokus auf die Dimensionen soziale und kulturelle Herkunft, Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben sowie Alter gelegt. Wir werden die Themen im Jahr 2026 und daran anschließend alle zwei Jahre überprüfen. Für die Erreichung der gesetzten Ziele entwickeln wir Maßnahmen in den Bereichen Arbeitgeberimage, Inklusion, Allgemeine Gleichbehandlung, Recruiting, Employer Branding sowie Personal- und Kulturentwicklung und setzen sie um. In enger Zusammenarbeit mit den Fachbereichen planen wir darüber hinaus Aktionen, die auf unsere Vielfaltsdimensionen einzahlen, und verfolgen so unsere Ziele. Um das Bewusstsein für Vielfalt im Unternehmen auf der Führungsebene zu stärken, bieten wir Trainings an, die sich mit den MVV-Vielfaltsschwerpunkten, unbewussten Vorurteilen und Beurteilungsmustern sowie dem Umgang mit Diskriminierung oder Ungleichbehandlung befassen. Wir verfügen konzernweit über mehrere Inklusionsbeauftragte sowie über AGG-Beratungsstellen. Den Austausch zwischen den Beschäftigten fördern wir mit Dialogformaten wie beispielsweise dem „Vielfalts-Talk“, in denen wir unterschiedliche diversitätsbezogene Themen beleuchten. Ergänzend zu unserem internen Mentoringprogramm für Nachwuchsführungskräfte nehmen wir an Mentoringprogrammen für Frauen teil, die in Kooperation mit anderen namhaften Unternehmen in der Region durchgeführt werden. Dadurch erhalten wir wertvolle Impulse von außen und können weitere Angebote schaffen, wie zum Beispiel mit dem regionalen Projekt „Spitzenfrauen BW“, durch [IMAGE]  Zusammengefasster Lagebericht  Geschäftsentwicklung des Konzerns  Zusammengefasste nichtfinanzielle Erklärung MVV Geschäftsbericht 2024 67 das wir interessierten Mitarbeiterinnen ein externes Netzwerk, zugeschnittene Seminare und Zugänge zu Wissensbereichen speziell für Frauen bieten. Frauenanteil: Chancengleichheit unabhängig vom Geschlecht fördern Wir sind davon überzeugt, dass nachhaltiger Unternehmenserfolg nur erreicht werden kann, wenn Frauen und Männern gleichberechtigt Verantwortung übertragen wird. Nicht zuletzt mit Blick auf den demografischen Wandel ist es sinnvoll – sowohl aus gesellschaftlichen als auch aus wirtschaftlichen Gründen –, alle Talente unabhängig von ihrem Geschlecht zu fördern; unter anderem wirkt man so aktiv einem Fach- und Führungskräftemangel entgegen. Weibliche Beschäftigte machen in Unternehmen der Energiebranche bisher nur einen verhältnismäßig geringen Anteil an den Gesamtbelegschaften aus. Wir sehen in der langfristigen Steigerung des Anteils von Frauen in der Unternehmensgruppe einen Schlüssel zur erfolgreichen Weiterentwicklung des Unternehmens. Wir wollen den Frauenanteil in unserer Belegschaft bis zum 30. September 2026 auf 35 % steigern und ihn bei allen Führungskräften auf 25 % erhöhen. Unser Ziel ist es, den Frauenanteil in der Belegschaft unseres Konzerns bis zum 30. September 2026 auf 35 % zu steigern, ausgehend von einem Anteil von 28 % zum 30. September 2021. Zum Ende des Geschäftsjahres 2024 lag er bei 30 %. Bei den Führungskräften wollen wir den Anteil auf 25 % steigern; zum Bilanzstichtag 30. September 2024 lag er bei 21 %. Um unsere Ziele bis 2026 zu erreichen, setzen wir unsere Fördermaßnahmen und -programme konsequent um und bauen sie weiter aus – das gilt insbesondere auch für unsere gezielte Personalentwicklung für Frauen mit dem Potenzial, Führungspositionen zu übernehmen. Ergänzend zu den bereits bestehenden Aktivitäten zur Anhebung des Frauenanteils setzen wir Maßnahmen um, welche die Sichtbarkeit von Frauen bei MVV intern und extern erhöhen. Die Etablierung unseres konzernweiten Frauennetzwerks „wom:energy“, das regelmäßige Netzwerktreffen und eigene Formate organisiert, ist ein wichtiger Teil davon. Außerdem haben wir Maßnahmen ergriffen, um mehr Bewerbungen von aussichtsreichen externen und internen Kandidatinnen zu erhalten. Auch für die MVV Energie AG haben wir uns für den Frauenanteil in der ersten sowie in der zweiten Führungsebene unter dem Vorstand Ziele gesetzt: Im September 2021 legte der Vorstand als Zielgröße für den Frauenanteil in der ersten Führungsebene 25 % und als Zielgröße für den Frauenanteil in der zweiten Führungsebene 30 % fest, die jeweils bis zum 30. September 2026 erreicht werden sollen. In der ersten Führungsebene haben wir unser Ziel schon frühzeitig erreicht: Zum 30. September 2024 lag der Frauenanteil bei 33 % und damit deutlich über der Zielgröße von 25 %. Der Frauenanteil in der zweiten Führungsebene lag bei 25 % und ist damit seit dem Geschäftsjahr 2022 kontinuierlich gestiegen. Wir sehen die erreichten Anteile als Bestätigung, dass die eingesetzten Maßnahmen zielführend sind, vor allem die Weiterentwicklung eigener Führungskräfte. Herkunft, sozial und kulturell: Perspektiven für alle Beschäftigte von unterschiedlicher sozialer und kultureller Herkunft sind eine wertvolle Ressource für eine wettbewerbsfähige, lebendige Belegschaft und den Erhalt unserer Leistungsfähigkeit. Wir schauen gezielt dorthin, wo unentdeckte Potenziale bestehen – und prüfen, wie wir diese für MVV gewinnen können. Neben der Herausforderung des Recruitings von Fachkräften aus anderen Nationen und kulturellen Herkünften hängen Bildungserfolg und Aufstiegschancen in Deutschland auch stark von der sozialen Herkunft ab. Durch Vielfaltsmanagement kann MVV mehr Menschen mit verschiedenen Hintergründen erreichen und sie in unsere Belegschaft integrieren. Wir ermutigen daher Menschen mit unterschiedlichen kulturellen und sozialen Hintergründen gezielt, ihre Entwicklungs- und Karrierechancen bei MVV zu ergreifen. Wir beginnen damit schon im Bewerbungsprozess: Wir berücksichtigen beispielsweise Sprachbarrieren und die damit zusammenhängenden Notenschlüssel.  Zusammengefasster Lagebericht  Geschäftsentwicklung des Konzerns  Zusammengefasste nichtfinanzielle Erklärung MVV Geschäftsbericht 2024 68 Beruf und Privatleben sind bei MVV vereinbar Es ist unser Ziel, dass unsere Beschäftigten die Anforderungen von Familie, Privatleben und Beruf dauerhaft gut miteinander vereinbaren können. Im Verlauf eines Arbeitslebens durchlaufen Beschäftigte viele unterschiedliche Lebensphasen. Wir wollen sie mit dezentral identifizierten und gesteuerten Organisationsmaßnahmen dabei unterstützen, die täglichen Anforderungen im beruflichen wie privaten Umfeld zu meistern. Dazu bieten wir vielfältige Arbeitszeitmodelle mit flexiblen Arbeitszeiten; dies gilt ausdrücklich auch für unsere Führungskräfte. Die Digitalisierung und der Einsatz moderner Kommunikationstechnologie ermöglichen darüber hinaus bedarfsgerechtes mobiles Arbeiten. An den Standorten Mannheim, Kiel, Offenbach und Wörrstadt gibt es Betriebsvereinbarungen zum mobilen/hybriden Arbeiten. Mit unserem Konzept zur Führung in Teilzeit binden wir Leistungsträger über verschiedene Lebensphasen hinweg. Zum einen richtet es sich an Führungskräfte in bestimmten Lebenslagen wie Eltern- und Pflegezeit; es dient also auch dazu, eine schnellere Rückkehr in den Beruf zu erleichtern. Zum anderen ermutigen wir mit dem Konzept auch direkt zur Übernahme einer Führungsposition in Teilzeit. Für unsere Beschäftigten an den Standorten Mannheim, Kiel, Offenbach und Wörrstadt, aber auch an weiteren kleineren Standorten bieten wir verschiedene Familienservices an. Dafür arbeiten wir mit erfahrenen Dienstleistern zusammen, die bei beruflichen, familiären oder finanziellen Fragen beraten und unterstützen – natürlich streng vertraulich. An mehreren Standorten bieten wir für Kinder von Beschäftigten Zugang zu Ferienprogrammen an. Ein weiterer Bereich, in dem die Anforderungen an unsere Mitarbeitenden wachsen, ist die Pflege ihrer Angehörigen. Auch hier unterstützen wir: Beschäftigte, die ihre Angehörigen pflegen, können sich freistellen lassen. Wir klären zum Thema Pflege auf, indem wir Informationsveranstaltungen durchführen, Notfallmappen für das Thema Beruf und Pflege erstellen oder – wie beispielsweise bei unserer Tochtergesellschaft Energieversorgung Offenbach – mit einem Pflegeservice kooperieren. Alter: Wir gehen Demografiemanagement aktiv an Mit der vierten Säule von „Energie für Vielfalt“ stellen wir uns demografischen Herausforderungen und orientieren unsere Personalpolitik auch an den verschiedenen Lebensphasen. Neben umfangreichen Angeboten zur Erhaltung der Gesundheit durch unser betriebliches Gesundheitsmanagement und zur persönlichen Weiterentwicklung nutzen wir eine Methode des modernen Wissenstransfers bei ausscheidenden Beschäftigten; über viele Jahre aufgebautes Know-how soll nach dem Ausstieg unserem Unternehmen erhalten bleiben. Wir sorgen für einen strukturierten und moderierten Übergang und koordinieren, welches Wissen in welchem Zeitraum und Modus transferiert werden soll. Am Standort Mannheim erstellt eine Arbeitsgruppe zum Schwerpunkt lebensphasenorientiertes Arbeiten, unter Befragung und direkter Beteiligung von Mitarbeitenden, kontinuierlich passgenaue Angebote an unsere Belegschaft. Über die Ergebnisse dieser Arbeitsgruppe tauschen wir uns mit den Personalabteilungen anderer Standorte aus. Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz Gelebte Sicherheit weiter im Fokus Wir messen der Sicherheit und der körperlichen und psychischen Gesundheit unserer Beschäftigten und der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die in unserem Auftrag tätig sind, höchste Priorität bei. Daher arbeiten wir kontinuierlich daran, die Arbeitssicherheit im Konzern zu verbessern. Zu diesem Zweck haben wir konzernweit Programme zur Steigerung der Arbeitssicherheit etabliert, die durch die dezentral organisierten Arbeitssicherheitsverantwortlichen aufgegriffen und mit Maßnahmen unterlegt und ergänzt werden, die für den jeweiligen Standort bedeutend sind.  Zusammengefasster Lagebericht  Geschäftsentwicklung des Konzerns  Zusammengefasste nichtfinanzielle Erklärung MVV Geschäftsbericht 2024 69 Unsere Vision: keine Unfälle. Die Unfallzahlen und die ergriffenen Maßnahmen zur Prävention werden monatlich auf Vorstands- und Konzernebene bewertet; ebenso werden weitere Maßnahmen besprochen und geplant. Die Arbeitsschutzausschüsse nach § 11 Arbeitssicherheitsgesetz bilden unsere Gesellschaften vor Ort. Sie setzen sich aus Vertretern der Arbeitgeber und Arbeitnehmer zusammen. Der hohen Bedeutung der Arbeitssicherheit für unser Unternehmen wird auch dadurch Rechnung getragen, dass sie beispielsweise fester Tagesordnungspunkt in unseren Aufsichtsratssitzungen ist. Wir stehen mit den Berufsgenossenschaften und den Arbeitnehmervertretern in engem Austausch und stimmen unsere Strategien und Maßnahmen zur Arbeitssicherheit und Prävention mit ihnen ab. Jeder Unfall ist ein Unfall zu viel Wir arbeiten kontinuierlich daran, die Arbeitssicherheit im Konzern zu verbessern, und formulieren ein klares Ziel: Jeder Unfall ist für uns ein Unfall zu viel. Nur so können wir dazu beitragen, dass Sicherheit in unserem Unternehmen und darüber hinaus auch tatsächlich gelebt wird. Strukturierte Programme und Maßnahmen bilden hierfür eine wichtige Grundlage: Dazu zählen beispielsweise ein elektronisches Unterweisungssystem mit auf den jeweiligen Arbeitsplatz abgestimmten Schulungen zur Arbeitssicherheit, ein Begehungskonzept sowie regelmäßige Sicherheitskurzgespräche – „Safety Moments“, die das Sicherheitsbewusstsein stärken und auf allen Ebenen verankern. In allen Bereichen des Unternehmens führen wir Gefährdungsbeurteilungen gemäß Arbeitsschutzgesetz durch. So identifizieren wir arbeitsbedingte Gefahren, bewerten das damit verbundene Risiko und legen entsprechende technische, organisatorische und persönliche Maßnahmen fest. Die Führungskräfte erstellen gemeinsam mit den Sicherheitsfachkräften die Gefährdungsbeurteilung, sie ziehen bei Bedarf den Betriebsarzt und den Betriebsrat hinzu. Durch die Zusammenarbeit stellen wir sicher, dass wir alle relevanten Regelungen und Informationen berücksichtigen. Im überwiegenden Teil unserer inländischen Unternehmensbereiche werden diese Gefährdungsbeurteilungen digital durchgeführt und dokumentiert. Hierbei analysieren wir die genutzten Arbeitsstätten, die durchgeführten Tätigkeiten, die verwendeten Arbeitsmittel und die eingesetzten Gefahrstoffe. Sofern erforderlich, werden auch besonders gefährdete Personengruppen berücksichtigt. Nachdem wir Schutzmaßnahmen umgesetzt und ihre Wirksamkeit abschließend kontrolliert haben, beurteilen wir das verbliebene Restrisiko erneut. Zudem fließen auch die Ausführungen der diversen Verordnungen zum Arbeitsschutz in unsere Analysen ein. Wir prüfen mindestens jährlich, ob wir die Beurteilungen aufgrund neuer Erkenntnisse, neuer rechtlicher oder betrieblicher Anforderungen anpassen müssen. Im Rahmen von Unterweisungen erläutern wir Zusammenhänge und machen Vorgaben zur Arbeitssicherheit. Wir bieten ergänzend zu persönlichen Schulungen, entsprechend den Ergebnissen der Gefährdungsbeurteilungen, ein elektronisches Unterweisungssystem an. So können sich unsere Mitarbeitenden vielfältige Grundlagenthemen rund um die Arbeitssicherheit flexibel und individuell erarbeiten. Sollte eine Mitarbeiterin oder ein Mitarbeiter in eine Arbeitssituation gelangen, in der die akute Gefahr von Verletzungen oder Erkrankungen droht, muss die Arbeit eingestellt und umgehend mit der Führungskraft Rücksprache gehalten werden. Dies haben wir in entsprechenden Betriebsanweisungen festgelegt, die beispielsweise im Rahmen von Schulungen an die Beschäftigten kommuniziert werden. Gemeldete Unfälle, Beinaheunfälle, unsichere Zustände und unsichere Handlungsweisen untersuchen wir systematisch und leiten bei Bedarf Maßnahmen ab. Bei allen Vorfällen betrachten wir, ob wir Anpassungen in Gefährdungsbeurteilungen vornehmen müssen.  Zusammengefasster Lagebericht  Geschäftsentwicklung des Konzerns  Zusammengefasste nichtfinanzielle Erklärung MVV Geschäftsbericht 2024 70 Wir werten das Unfallaufkommen ebenso konzernweit systematisch aus, wie wir gemeldete Beinahunfälle erfassen. Dabei betrachten wir alle Arbeits- und Wegeunfälle, einschließlich kleinerer Verletzungen. Eine statistische Auswertung von Unfällen mit besonders schweren Verletzungen sowie der Unfallarten führen wir nur anlassbezogen durch. Zu den häufigsten Arten von Unfällen gehören Stolper-, Rutsch- und Sturzunfälle sowie Unfälle beim Hantieren. Die Aus- und Bewertung erfolgt geschlechtsneutral und unter Wahrung des Datenschutzes. Zudem prüfen wir, welche weiteren Präventionsmaßnahmen sinnvoll sind.

Unfallstatistik
GJ 2024 GJ 2023 +/– Vorjahr % Vorjahr
Unfallhäufigkeitsrate (LTIF) 1, 2, 3 3,9 4,3 – 0,4 – 9
Arbeitsbedingte Verletzungen mit schweren Folgen 4 0 2 – 2 – 100
Unfälle mit Todesfolge 1 0 + 1 + 100
1  Umfasst alle inländischen vollkonsolidierten Unternehmen inklusive Handwerksbetrieben (neue vollkonsolidierte Unternehmen fließen frühestens im zweiten Geschäftsjahr nach     Erwerb in die Unfallstatistik ein).
2  Berechnet nach betriebsbedingten Unfällen ab dem ersten Ausfalltag pro 1.000.000 Arbeitsstunden
3  Basis für FTE-Zahlen: FTE-Werte zum Stichtag 30. September     Basis für nicht zentral erhobene FTE-Zahlen: FTE-Werte direkt von den Gesellschaften zum Stichtag 30. September     Arbeitsstunden = Anzahl der FTE (Full Time Equivalent) zum Stichtag 30. September multipliziert mit 1.700 Stunden (entspricht 1 FTE)
4  Nichtrekuperation nach sechs Monaten

Mit einem LTIF von 3,9 liegt die Unfallhäufigkeit unter dem Vorjahreswert von 4,3. Im Berichtsjahr kam es zu einem Verkehrsunfall mit Todesfolge, der nicht selbst verschuldet war. Aktiver Gesundheitsschutz Wir wollen die Gesundheit unserer Belegschaft mit dezentral organisierten, zielgerichteten Angeboten sowie medizinischer Vorsorge erhalten und fördern. Es ist zudem unser Anliegen, das Bewusstsein für psychisches und physisches Wohl zu stärken. Mit vielfältigen Maßnahmen unseres betrieblichen Gesundheitsmanagements, wie online durchgeführten Informations-, Veranstaltungs- und Fitnessformaten sowie umfangreichen Angeboten unserer arbeitsmedizinischen Dienste an den größeren Standorten, bieten wir unseren Mitarbeitenden zahlreiche Möglichkeiten zur zielgerichteten Gesundheitsförderung.  Zusammengefasster Lagebericht  Geschäftsentwicklung des Konzerns  Zusammengefasste nichtfinanzielle Erklärung MVV Geschäftsbericht 2024 71 Aspekt Sozialbelange Gesellschaftliche Unternehmensverantwortung Als regional verwurzeltes Unternehmen sind wir an unseren Standorten und in den Regionen, in denen wir tätig sind, ein aktiver Teil der Gesellschaft. Unserer gesellschaftlichen Bedeutung sind wir uns bewusst. Daher übernehmen wir Verantwortung für unsere Entscheidungen und unser Handeln, für unsere Produkte und Dienstleistungen, gegenüber Kundinnen, Kunden und Kapitalgebern sowie gegenüber unserer Umwelt und der Gesellschaft, in der wir leben. Mit der vor Ort erzeugten Wertschöpfung sind wir an unseren Standorten ein bedeutender Wirtschaftsfaktor. Wir tätigen Investitionen, vergeben Aufträge vorzugsweise lokal oder regional, sichern Arbeitsplätze, bieten eine qualitativ hochwertige Ausbildung und zahlen Steuern sowie Abgaben. Es gehört zu unserem Selbstverständnis, dass wir keine unlauteren Maßnahmen anwenden, um Steuern zu vermindern oder Gewinne grenzüberschreitend zu verschieben. Mit unserer „Stiftung Zukunft“, die wir im Jahr 2023 gegründet haben, setzen wir uns für die Entwicklung und Förderung von Win-win-Lösungen ein, die zeigen, dass die Transformation der Energieversorgung Hand in Hand mit anderen gesellschaftlichen Zielen gehen kann. Die Stiftung unterstützt innovative Ideen und nachhaltige Projekte. Dabei liegen die Förderungsschwerpunkte auf Umwelt- und Klimaschutz, Wissenschaft und Forschung, Kunst und Kultur, demokratischem Staatswesen sowie Bildung. Im Dialog mit unseren Stakeholdern Wir sind offen für die Anliegen aller Interessengruppen und suchen den kontinuierlichen Dialog mit ihnen. So ist es uns möglich, verschiedene Perspektiven und Anliegen zu verstehen und in unsere Unternehmensaktivitäten einfließen zu lassen. Wir sind an unterschiedlichen Standorten und in vielfältigen Geschäftsfeldern aktiv und nehmen daher die Interessen von zahlreichen, oft heterogenen Stakeholdergruppen auf. Dabei gehören unsere Kundinnen und Kunden sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Aktionärinnen und Aktionäre, Vertreter von Staat und Politik ebenso zu unseren Stakeholdern wie Nichtregierungsorganisationen (NGO), Medien, Analysten, Anwohner an unseren Standorten, Verbände und Lieferanten. Hinzu kommen Kooperations- und Geschäftspartner sowie Forschungseinrichtungen. Unser Ziel ist es, mit unseren Stakeholdern transparent und offen zu kommunizieren. Es ist unser Anliegen, mit unseren Interessengruppen einen offenen und transparenten Dialog zu führen: sowohl im persönlichen Kontakt als auch über unsere Internetseiten, Pressemitteilungen, sozialen Netzwerke oder im Rahmen von speziellen Formaten wie beispielsweise Analysten- oder Pressekonferenzen. Wir nehmen an öffentlichen Diskussionen und anderen Veranstaltungen teil, wie etwa energiewirtschaftlichen Fachkonferenzen und Bürgerinformationsveranstaltungen. Wir sind in Gremien, Verbänden und Netzwerken aktiv, engagieren uns in Forschungsprojekten und beteiligen uns am öffentlichen Diskurs mit dem Schwerpunkt Transformation des Energiesystems. Über unsere Mitgliedschaften in Branchenverbänden und Interessengruppen nehmen wir an energiepolitischen und energiewirtschaftlichen Diskussionen teil; dabei sind zum Teil Expertinnen und Experten von MVV auf Fach- und Führungsebene in den Gremien an der Willensbildung beteiligt. Im Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) sind wir mit unserem Vorstandsvorsitzenden Dr. Georg Müller im Verbandsvorstand vertreten. Zudem arbeiten leitende Angestellte von MVV in den BDEW-Lenkungskreisen für Kommunikation, Recht, Energie- und Umweltpolitik, Vertrieb, Mobilität, Energienetze, Energiehandel und Wärme mit. Unser Vorstandsmitglied Dr. Hansjörg Roll ist Präsident des Energieeffizienzverbands für Wärme, Kälte und KWK e. V. (AGFW). Beispielhaft führen wir hier weitere Verbände und Interessengruppen auf, bei denen eine Mitgliedschaft im Geschäftsjahr 2024 bestand: Bundesverband der Deutschen Entsorgungs-, Wasser- und Kreislaufwirtschaft e. V. (BDE), Bundesverband Energiespeicher Systeme e. V. (BVES), Bundesverband Geothermie e. V., Bundesverband neue Energiewirtschaft  Zusammengefasster Lagebericht  Geschäftsentwicklung des Konzerns  Zusammengefasste nichtfinanzielle Erklärung MVV Geschäftsbericht 2024 72 e. V. (bne), Bundesverband WindEnergie e. V. (BWE), Deutscher Verband für negative Emissionen e. V. (DVNE), Interessengemeinschaft der Thermischen Abfallbehandlungsanlagen in Deutschland e. V. (ITAD), Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik e. V. (VDE), Verband für Energie- und Wasserwirtschaft Baden-Württemberg e. V. (VfEW) und vgbe energy e. V. Außerdem ist MVV Mitglied im 8KU-Kreis, in dem sich acht große kommunale Unternehmen zusammengeschlossen haben, um ihre spezifischen Anliegen im politischen Raum zu kommunizieren. Im Jahr 2023 war Dr. Georg Müller mit der Koordinierung der 8KU betraut. Lokale Gemeinschaften Mit unseren Ressourcen und Tätigkeiten bringen wir den Umbau des Energiesystems zu einer nachhaltigeren, effizienteren Energieversorgung voran. Für uns ist klar: Das Ziel der nachhaltigen Energieversorgung ist nur gemeinsam zu erreichen. Die infrastrukturellen Veränderungen, die dieser Umbau mit sich bringt, wie zum Beispiel der Ausbau der Windkraftanlagen an Land, machen einen offenen Austausch mit betroffenen Stakeholdern zu einem wichtigen Aspekt unserer gesellschaftlichen Verantwortung. Wir setzten uns auch im Geschäftsjahr 2024 dafür ein, die Akzeptanz der Menschen vor Ort zu erlangen. Um die Stakeholder und ihre Vertreter und Vertreterinnen vor Ort einzubeziehen, engagieren wir uns dafür, von Beginn an im Rahmen unserer Projekte alle Stakeholder-Positionen zu ermitteln und wo möglich auch Interessensausgleiche zu schaffen. Durch einen offenen Dialog und einen engen Austausch mit Genehmigungsbehörden und Trägern von öffentlichen Belangen fördern wir zudem die Akzeptanz für Vorhaben und treffen so Entscheidungen, die auch Dritte überzeugen können. Dabei stellen wir im Einklang mit regulatorischen Erfordernissen unsere Planungsunterlagen zur Diskussion und setzen Dialogmaßnahmen sowie Veranstaltungen um. Unser Vorgehen ist projektspezifisch und wird dezentral von unseren Tochtergesellschaften und Beteiligungen durchgeführt; so sichern wir einen angemessenen und vertrauensvollen Umgang mit den individuellen Belangen der Stakeholder vor Ort.  Zusammengefasster Lagebericht  Geschäftsentwicklung des Konzerns  Zusammengefasste nichtfinanzielle Erklärung MVV Geschäftsbericht 2024 73 Aspekt Achtung der Menschenrechte sowie Bekämpfung von Korruption und Bestechung Verantwortung für Lieferkette und Menschenrechte Nicht nur in unseren eigenen Geschäftsprozessen, sondern auch entlang der vor- und nachgelagerten Lieferkette nehmen wir Einfluss auf nachhaltigkeitsrelevante Themen. Beispielsweise können wir in der vorgelagerten Lieferkette darüber entscheiden, mit wem wir Geschäfte tätigen und welche Mindestanforderungen wir an unsere Zulieferer stellen. Bedeutende Faktoren bei der Auswahl unserer Lieferanten sind aus nichtfinanzieller Sicht die Themen Korruptionsbekämpfung, Menschenrechte, Arbeitnehmerrechte einschließlich Arbeitssicherheit sowie Umweltschutz. Wir wollen vermeiden, dass durch Aktivitäten entlang unserer Lieferkettenachteilige Auswirkungen auf Menschenrechte und die Umwelt verursacht oder begünstigt werden. MVV-Einkauf Die Lieferkette in der Energiewirtschaft wird stark vom Handel mit Energieträgern geprägt, welche an Börsen oder bilateral gehandelt werden. Ein deutlich geringerer Anteil unseres Gesamtbeschaffungsvolumens entfällt auf Lieferanten, die uns mit Gütern beliefern oder Dienstleistungen erbringen. Wesentlicher Faktor: Commodities Der Großteil unseres Einkaufsvolumens entfällt auf Energieträger wie Strom und Erdgas (Commodities). In den vergangenen Jahren hat die öffentliche Aufmerksamkeit hinsichtlich der Treibhausgasemissionen bei Förderung und Transport von Erdgas zugenommen. Dies betrifft insbesondere importiertes Flüssigerdgas (LNG). Gelegentlich erreichen uns Anfragen zur Herkunft der in unseren Kraftwerken eingesetzten Steinkohle und inwiefern wir Einfluss auf die Abbaubedingungen in den Kohleminen nehmen. Wir betreiben lediglich das Heizkraftwerk in Offenbach selbst und haben dafür im Berichtsjahr rund 18 Tsd Tonnen Steinkohle direkt beschafft. Diese Steinkohle stammt im Wesentlichen aus Latein- und Nordamerika. Wir haben keine direkten Vertragsbeziehungen mit den Betreibern der Minen, sondern beziehen die Brennstoffe aufgrund der geringen Volumina über Zwischenhändler. Auch bei der Grosskraftwerk Mannheim AG (GKM), an der wir als Minderheitsgesellschafter beteiligt sind, wird Steinkohle eingesetzt. Da wir nicht selbst Betreiber der Anlagen sind, haben wir hier keinen direkten Einfluss auf die Brennstoffbeschaffung. Wir sind uns dennoch unserer Verantwortung bewusst. Indem wir mit der GKM in engem Austausch zu Nachhaltigkeitsthemen stehen und Informationen einholen, setzen wir uns dafür ein, dass die Kohleindustrie die Rechte der Menschen respektiert und einen positiven Beitrag zum sozialen und wirtschaftlichen Lebensunterhalt von Arbeitern, Produzenten und Gemeinden leistet. GKM ist seit März 2021 Mitglied der RECOSI-Initiative (vormals Better-Coal-Initiative). Auf Nicht-Commodities entfällt geringeres Einkaufsvolumen Unser über die Energiebeschaffung hinausgehendes Einkaufsvolumen beträgt nur rund ein Fünftel der Commodity-Beschaffung, ist also vergleichsweise gering. Es handelt sich dabei größtenteils um den Zukauf von Gütern, Baudienstleistungen und hoch qualifizierten Dienstleistungen von Vertragspartnern, die uns oftmals seit vielen Jahren bekannt sind. Auf Basis einer gesonderten Analyse setzen wir uns auch mit den wesentlichen potenziellen Risiken in unserer tieferen Lieferkette auseinander. Wir analysieren auch detailliert den CO2-Footprint der von uns bezogenen Produkte und Lösungen und berücksichtigen diesen in unserer Klimabilanz. Unser hierfür zusammengestelltes standortübergreifendes Expertenteam bewertet frühzeitig die jeweils geltenden rechtlichen Anforderungen, diskutiert diese und die aktuellen Entwicklungen im Zentraleinkauf und setzt Maßnahmen zur Weiterentwicklung um. In dieses Expertenteam sind  Zusammengefasster Lagebericht  Geschäftsentwicklung des Konzerns  Zusammengefasste nichtfinanzielle Erklärung MVV Geschäftsbericht 2024 74 sowohl Einkäufer, Juristen als auch unsere Menschenrechtsbeauftragte sowie das Nachhaltigkeitsmanagement eingebunden. Durch das Expertenteam gesteuert, durchlaufen Lieferanten eine automatisierte Risikoprüfung, bei der individuelle Profile von menschenrechtlichen und umweltbezogenen Risiken erstellt werden. Wir nehmen am Branchendialog Energiewirtschaft zur Achtung der Menschenrechte entlang der globalen Liefer- und Wertschöpfungsketten teil. In diesem von der Bundesregierung getragenen Austauschforum werden durch Vertreterinnen und Vertreter der Branche und der Zivilgesellschaft relevante, potenzielle Menschenrechtsverstöße entlang der globalen Lieferketten in den Blick genommen und analysiert, wie die menschenrechtliche Situation verbessert werden kann. Ein auch in diesem Berichtsjahr relevantes Thema waren die potenziellen Menschenrechtsverstöße bei der Herstellung von Photovoltaik-Modulen in China. Dabei handelt es sich nicht um ein spezifisches Risiko der MVV-Photovoltaik-Lieferketten, sondern stellt ein branchenübergreifendes Risiko im Handel mit China dar. Wir haben insbesondere über unsere Tochtergesellschaft Juwi langjährige Lieferbeziehungen zu Modulherstellern. Wir stehen mit unseren Lieferanten zu diesen Themen in engem Kontakt, wobei wir bislang keine Kenntnis von spezifischen Verstößen innerhalb unserer direkten Lieferketten erlangt haben. Dennoch wurden auch vertraglich weitergehende Vorsorgemaßnahmen mit den Lieferanten vereinbart. Unabhängig davon prüfen wir intensiv, welche alternativen Bezugsoptionen für Photovoltaik-Module mittelfristig möglich wären. Einkaufs- und Geschäftsbedingungen für Lieferanten Langfristige, strategische Partnerschaften sehen wir als Schlüssel zu stabilen Lieferbeziehungen, zur Einhaltung höchster Qualitätsstandards und zu unserem wirtschaftlichen Erfolg. Dabei legen wir großen Wert darauf, ethische Geschäftspraktiken in der Lieferkette zu fördern und die Menschenrechte konsequent zu beachten. Wir nutzen Lieferantenmanagementsysteme und fordern bei unseren Lieferanten ein Bekenntnis zu unserem MVV Business Code of Conduct ein – insbesondere zur Korruptionsbekämpfung, zum Umweltschutz, zur Beachtung der Menschen- und Arbeitnehmerrechte in der Lieferkette und zur Übernahme sozialer Verantwortung. Basis für unsere Zusammenarbeit mit Lieferanten und Dienstleistern in Deutschland und der Europäischen Union sind die geltenden Gesetze und Verordnungen, einschließlich des Lieferkettensorgfaltspflichtengesetzes, sowie Compliance-Vorschriften, Verhaltenskriterien und Arbeitspraktiken, die für uns relevant sind. Dazu gehören unter anderem die internationalen Konventionen der Vereinten Nationen (UN), der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) und der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) sowie der UN Global Compact. Der MVV Business Code of Conduct ist auf unserer Internetseite 💻 mvv.de/compliance veröffentlicht. Für den Fall, dass die dort enthaltenen Verpflichtungen verletzt werden, sind vertragliche Sanktionen vorgesehen – unter anderem Vertragsstrafen, Kündigung und Schadensersatz. Zur Umsetzung der vom Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz geforderten Risikoanalyse haben wir ein KI-basiertes Verfahren eingeführt und ein daran anknüpfendes Lieferanten-Risikomanagement etabliert. Dies ermöglicht es uns, etwaige Verstöße unserer Lieferanten gegen Menschenrechte und/oder menschenrechtsbezogene Umweltschutzvorschriften zu erkennen, zu vermeiden, zu beenden oder zu minimieren. Unser Bericht zum Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz 💻 mvv.de/lksg sowie unsere Grundsatzerklärung zur Achtung von Umwelt- und Menschenrechten 💻 mvv.de/compliance sind ebenso auf unserer Internetseite veröffentlicht. Die Lieferanten der MVV Energie, der Energieversorgung Offenbach, von Juwi und den Stadtwerken Kiel sowie von uns zugelassene Nachunternehmen werden im Rahmen unseres Lieferantenmanagementsystems im Hinblick auf Nachhaltigkeit, Risiken und Compliance bewertet. In diesem Zusammenhang müssen alle Lieferanten Angaben dazu machen, ob sie über Compliance- oder Antikorruptionsregelungen sowie über einen Verhaltenskodex verfügen und ob sie sich zum UN Global Compact bekennen. Darüber hinaus müssen sie angeben, ob sie über ein Nachhaltigkeitskonzept verfügen und, wenn ja, wie dieses umgesetzt wird. Entsprechende Informationen und Zertifikate sind in unserem Lieferantenmanagementsystem hinterlegt.  Zusammengefasster Lagebericht  Geschäftsentwicklung des Konzerns  Zusammengefasste nichtfinanzielle Erklärung MVV Geschäftsbericht 2024 75 Für die wichtigsten unserer strategischen Lieferanten führen wir zusätzlich vertiefte Analysen im Hinblick auf deren Strategie und Maßnahmen hinsichtlich Klimaschutz und Nachhaltigkeit durch. Die Einhaltung sozialer Standards ist zudem Gegenstand von Vergabeverfahren. Daten zu weiter vorgelagerten Lieferanten fragen wir im Regelfall nicht selbst ab, sondern bedienen uns externer Informationsquellen. Der überwiegende Anteil unserer Geschäftsaktivitäten findet in Deutschland sowie in Großbritannien statt, also Ländern in Europa, in denen die Achtung der Menschenrechte Kernbestandteil unternehmerischen Handelns ist. Für ausgewählte Geschäftsbereiche mit möglicherweise kritischen Bedingungen haben wir im Rahmen unseres Lieferantenmanagements konkrete Maßnahmen für eine Nachhaltigkeitsevaluation ergriffen. Akquisitionen von oder Beteiligungen an Gesellschaften unterliegen einem sorgfältigen Prüfprozess, der auch die Einhaltung von Menschenrechten, die Einhaltung von Compliance-relevanten Bestimmungen sowie weitere Nachhaltigkeitsaspekte wie beispielsweise Umwelt- und Arbeitsschutz umfasst. Für MVV arbeitet eine Vielzahl von Subunternehmen, die vor allem in europäischen Ländern ansässig sind, in welchen die Menschen- und Arbeitnehmerrechte in der Regel gesetzlich geschützt sind. Wir messen hohen Sicherheitsstandards auch bei unseren Subunternehmen eine hohe Bedeutung bei. Daher setzen wir uns dafür ein, dass sie rechtliche Bestimmungen einhalten, und haben entsprechende Vorschriften, die beispielsweise Gesundheits- und Sicherheitsunterweisungen für Beschäftigte von Fremdunternehmen vorsehen. Eine Überprüfung unserer Subunternehmen erfolgt in Einzelfällen, insbesondere bei Großprojekten. Daten in Bezug auf Arbeitsbedingungen bei unseren Subunternehmern – insbesondere an deren Produktionsstandorten – erfassen wir noch nicht umfassend beziehungsweise nutzen hierfür externe Informationsquellen. Compliance Unser Compliance-Management-System (CMS) unterstützt uns dabei, sicherzustellen, dass geltende Gesetze ebenso eingehalten werden wie unternehmensinterne Richtlinien und ethische Standards, denen wir uns verpflichtet fühlen. Das CMS soll gewährleisten, dass unsere Führungskräfte sowie Mitarbeitenden diese Richtlinien und Standards verstehen und befolgen. Dafür stellen wir ihnen ein detailliertes unternehmensinternes Compliance-Handbuch und begleitende Richtlinien zur Verfügung, um unsere Werte und ethischen Grundsätze in allen Unternehmensbereichen zu verankern. In diesem Handbuch sowie den begleitenden Richtlinien haben wir die wichtigsten Vorschriften, Vorgaben und die für deren Einhaltung erforderlichen Organisationsstrukturen und Prozesse zusammengefasst sowie die Verantwortlichkeiten und Abläufe benannt und detailliert beschrieben. Unsere Compliance-Vorgaben sind für alle Gesellschaften im Teilkonzern Mannheim der MVV Energie verbindlich und stehen allen Beschäftigten des Teilkonzerns Mannheim jederzeit zur Verfügung; die anderen Teilkonzerne haben gleichwertige Compliance-Management-Systeme eingeführt. Darüber hinaus überwachen wir mit dem CMS alle maßgeblichen geschäftlichen Tätigkeiten und Prozesse innerhalb unseres Konzerns. Unsere Compliance Officerin ist für das CMS inhaltlich, organisatorisch und prozessual verantwortlich und stellt die entsprechenden Compliance-Vorgaben zusammen, aktualisiert sie und tauscht sich mit den unterschiedlichen Organisationseinheiten zu diesen aus. Zudem ist sie dafür verantwortlich, dass Mitarbeiterschulungen durchgeführt werden und die Einhaltung der Compliance-Vorgaben überprüft wird. Darüber hinaus begleitet sie beratend und unterstützend Maßnahmen, mit denen Gesetzesverstöße, Korruption und dolose Handlungen vermieden und gegebenenfalls aufgeklärt werden sollen. Die Compliance Officerin berichtet regelmäßig und anlassbezogen an den Vorstand und im Zusammenhang mit dem Jahresabschluss im Bilanzprüfungsausschuss.  Zusammengefasster Lagebericht  Geschäftsentwicklung des Konzerns  Zusammengefasste nichtfinanzielle Erklärung MVV Geschäftsbericht 2024 76 Wir wollen Verstöße gegen Compliance-Regeln präventiv vermeiden. Wir haben unser CMS so ausgerichtet, dass Verstöße präventiv vermieden werden sollen – vor allem durch vorbeugende Maßnahmen in den jeweiligen Geschäftsprozessen (sogenannte systemische Compliance) und Schulungen. Wir prüfen und beraten zu relevanten und sensiblen Vorgängen und Sachverhalten bereits im Vorfeld und greifen – falls erforderlich – frühzeitig korrigierend ein. Strikt untersagt sind Spenden und Zahlungen an Parteien und politische Organisationen, zudem haben wir unsere internen Vorgaben für Spenden und Sponsoringszahlungen in einer gesonderten Richtlinie veröffentlicht. Zahlungen an Eigenkapitalgeber erfolgen ausschließlich über Dividendenausschüttungen. Mit aktiven Präventionsmaßnahmen setzen wir uns dafür ein, strafbare oder grob ordnungswidrige Rechtsverstöße zu verhindern. Dabei gilt insbesondere eine Null-Toleranz-Politik hinsichtlich Bestechungen und aller anderen Formen der Korruption. Zum Thema Korruptionsprävention schulen wir unsere Mitarbeitenden umfassend. Beispielsweise erläutern wir ihnen den Umgang mit Zuwendungen und Einladungen und minimieren so das Risiko der Bestechung und Vorteilsgewährung. Wir ergreifen die erforderlichen Maßnahmen zur Prävention von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung. Im Hinblick auf Produkte, Kundenkreis und geografische Tätigkeitsgebiete besteht für MVV nur ein potenziell geringes Risiko. Bei der Begründung von Geschäftsbeziehungen sind unsere Vorgaben zur Identifizierung der Vertragspartner und von deren wirtschaftlich Berechtigten zu erfüllen. Um sicherzustellen, dass wir keine Geschäftsbeziehungen zu sanktionierten Personen unterhalten, werden unsere Geschäftspartner regelmäßig mithilfe eines IT-Tools gegen die einschlägigen Sanktionslisten abgeglichen. Mit unserer politischen Interessenvertretung verfolgen wir das Ziel, unseren Anliegen in Politik und Verwaltung Gehör zu verschaffen. Dabei arbeiten wir auf der Basis von Offenheit, Transparenz, Ehrlichkeit und Integrität. Im Rahmen der durch uns verfolgten Interessenvertretung gegenüber den Organen, Gremien, Mitgliedern, Fraktionen oder Gruppen des Deutschen Bundestages oder der Bundesregierung ist es uns wichtig, unsere politische Arbeit für die Zivilgesellschaft transparent zu machen. Eine Einsichtnahme in unsere Interessenvertretung ist jederzeit im Lobbyregister des Deutschen Bundestages möglich. Unsere Beschäftigten sowie Dritte können die Compliance Officerin oder eine externe Vertrauensanwältin direkt über unsere „Whistleblower-Hotlines“ erreichen und auch anonym auf mögliches Fehlverhalten hinweisen. Auch auf unserer Internetseite 💻 mvv.de/whistleblower- hotline haben wir alle dafür erforderlichen Informationen und Kontaktdaten veröffentlicht, die Vertrauensanwältin steht auch als Ansprechpartnerin für Fragen über richtiges und regelgerechtes Verhalten zur Verfügung. Der Schutz der Hinweisgebenden ist uns ein zentrales Anliegen. Wir verpflichten uns, Hinweisgebende vor jeglicher Form von Benachteiligung oder Bestrafung zu schützen, und setzen alles daran, ihre Anonymität und Vertraulichkeit zu gewährleisten. Unsere Compliance-Schulungen dienen dazu, unsere Unternehmenswerte sowie die von unseren Beschäftigten erwarteten Verhaltensweisen umfassend und kontinuierlich zu vermitteln. Zudem helfen sie bei der Erkennung von Compliance-Risiken und dem korrekten Umgang mit ihnen auf Basis unserer Compliance-Kultur und unseres CMS. Im Sinne unseres Compliance-Schulungskonzeptes werden alle neuen Mitarbeiter einmalig und alle Führungskräfte, Mitarbeitende mit Kunden-, Dienstleister- oder Lieferantenkontakt sowie mit sonstigem latenten Compliance-bezogenen Risikoexposure regelmäßig geschult. Damit stellen wir sicher, dass sie umfassend über die allgemeinen Compliance-Anforderungen unterrichtet werden und darüber hinaus die gesetzlichen Vorgaben kennen, die für ihre jeweilige Unternehmenseinheit relevant sind. Zu den Schulungsthemen zählen beispielsweise die Bekämpfung von Korruption und Geldwäsche, das Kapitalmarkt- und Börsen- sowie das Wettbewerbs- und Kartellrecht, der Umgang mit Sanktionslisten, die Achtung der Menschenrechte sowie die einschlägigen Bestimmungen des  Zusammengefasster Lagebericht  Geschäftsentwicklung des Konzerns  Zusammengefasste nichtfinanzielle Erklärung MVV Geschäftsbericht 2024 77 Energiewirtschaftsrechts. Im Geschäftsjahr 2024 haben 700 Mitarbeitende im Teilkonzern Mannheim und 363 Mitarbeitende in den anderen Teilkonzernen an diesen Schulungen teilgenommen. Die Mehrzahl der Schulungen wurde in Präsenzveranstaltungen durchgeführt. Parallel dazu wurden 3.335 E-Learning-Schulungen absolviert, die unsere Tochtergesellschaften Stadtwerke Kiel und Energieversorgung Offenbach sowie Juwi anbieten. Die Führungskräfte der ersten Managementebene geben am Ende eines jeden Geschäftsjahres eine Compliance-Management-Erklärung (CME) ab. Gleiches gilt für die Geschäftsführer unserer Tochtergesellschaften und ausgewählter sonstiger Beteiligungen. Darin müssen sie darlegen, ob sämtliche einschlägigen Compliance-Regeln und die gesetzlichen Bestimmungen eingehalten wurden. Unter anderem fragen wir mit der CME ab, ob die Mitarbeitenden der jeweiligen Führungskraft, wie vorgeschrieben, in das CMS eingewiesen und entsprechend geschult worden sind. Darüber hinaus nehmen die Führungskräfte im Rahmen der CME detailliert Stellung zu Fragen, die auf die Gegebenheiten der jeweiligen Unternehmenseinheit abgestimmt sind. Rechtliche Verantwortung und Haftung Im Umfeld der Energiebranche entstehen Fragen zur rechtlichen Verantwortung und Haftung. Wir berichten im Kapitel Chancen- und Risikobericht über die rechtlichen Risiken von MVV. Achtung der Menschenrechte Auch die Achtung der Menschenrechte ist in unserem Compliance-Management-System integriert. Mit unserer Grundsatzerklärung zur Achtung von Umwelt und Menschenrechten 💻 mvv.de/lksg bekennen wir uns zu international anerkannten Menschenrechtsgrundsätzen und tragen dem deutschen Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz Rechnung. Die Grundsatzerklärung wurde durch unseren Vorstand beschlossen; das Management unserer Gesellschaften und Standorte ist für die Einhaltung dieser Vorgaben verantwortlich. Unserer Verpflichtung, regelmäßig einen Bericht über die Erfüllung unserer im LkSG verankerten Sorgfaltspflichten zu veröffentlichen, kommen wir mit größtmöglicher Sorgfalt nach, die jährlichen Berichte zum LkSG sind jederzeit öffentlich zugänglich unter 💻 mvv.de/bericht-zum-lksg . Die Verantwortung für die Implementierung und Überwachung des Risikomanagements zur Erfüllung der Sorgfaltspflichten nach dem Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz trägt die MVV-Menschenrechtsbeauftragte, die direkt an den Vorstand berichtet. Zu ihren Aufgaben gehören beispielsweise die anlassbezogene und jährliche Durchführung der menschenrechtlichen Risikoanalyse des eigenen Geschäftsbereiches, die Definition von Maßnahmen zur Prävention von Menschenrechtsverletzungen in der Lieferkette und unseren eigenen Aktivitäten sowie die Erfüllung der gesetzlichen Berichtspflichten. Als zentrale Anlaufstelle ist sie nicht nur erste Ansprechpartnerin für die Mitarbeitenden, sondern sorgt bei eventuellen Verstößen für Abhilfe und Aufklärung. Es ist uns wichtig, dass alle Verdachtsfälle aufgenommen und geprüft werden. Hierzu können sich Mitarbeitende und Dritte entweder direkt an die MVV-Menschenrechtsbeauftragte wenden oder die anonyme Whistleblower-Hotline nutzen. Mitarbeiterschulungen zum Thema Menschenrechte finden im Rahmen der Compliance-Schulungen statt. Im Berichtsjahr haben wir im Rahmen unseres konzernweiten Projektes zum nachhaltigen Einkauf Strategien und Maßnahmen zur Umsetzung der menschenrechts- und umweltbezogenen Sorgfaltspflichten weiterentwickelt. Durch das Konzernprojekt werden die bestehenden Vorgaben im Bereich des Lieferkettenmanagements konkretisiert und ausgestaltet, sodass die Einhaltung von Menschenrechten sowie die Sensibilisierung der Organisation für potenzielle Menschenrechtsrisiken gestärkt werden.  Zusammengefasster Lagebericht  Geschäftsentwicklung des Konzerns  Zusammengefasste nichtfinanzielle Erklärung MVV Geschäftsbericht 2024 78 EU-Taxonomie Im Rahmen des EU Green Deal nimmt der Aktionsplan „Sustainable Finance“ eine wesentliche Rolle ein. Durch diesen sollen Kapitalströme in ökologisch nachhaltige Technologien und Unternehmen gelenkt werden. Den Rahmen hierfür bildet die Verordnung EU 2020/852 (EU-Taxonomie-Verordnung). Sie dient als Klassifizierungssystem und legt in ergänzenden Delegierten Verordnungen diejenigen technischen Kriterien fest, anhand welcher ermittelt wird, ob Wirtschaftstätigkeiten als „ökologisch nachhaltig“ klassifiziert werden können. Ökologisch nachhaltige Wirtschaftstätigkeiten müssen einen wesentlichen Beitrag zu einem der folgenden sechs Umweltziele (gemäß Artikel 9 EU-Taxonomie-Verordnung) leisten: •1. Klimaschutz (CCM) •2. Anpassung an den Klimawandel (CCA) •3. Nachhaltige Nutzung und Schutz von Wasser- und Meeresressourcen (WTR) •4. Übergang zu einer Kreislaufwirtschaft (CE) •5. Vermeidung und Verminderung der Umweltverschmutzung (PPC) •6. Schutz und Wiederherstellung der Biodiversität und der Ökosysteme (BIO) Für die Beurteilung der Wirtschaftstätigkeiten wird im Rahmen der EU-Taxonomie zwischen taxonomiefähigen und -konformen Wirtschaftstätigkeiten unterschieden: Taxonomiefähige („eligible“) Wirtschaftstätigkeiten sind wirtschaftliche Tätigkeiten eines Unternehmens, für die in den Anhängen zu den Delegierten Verordnungen EU 2021/2139, EU 2022/1214, EU 2023/2485 und EU 2023/2486 final technische Bewertungskriterien genannt werden. Diese Einordnung ist unabhängig davon, ob sie die jeweiligen technischen Bewertungskriterien, die im nächsten Schritt zu prüfen sind, erfüllen oder nicht erfüllen. Taxonomiekonforme („aligned“) und somit ökologisch nachhaltige Wirtschaftstätigkeiten sind gemäß Art. 10 bis 18 EU-Taxonomie-Verordnung nur diejenigen Tätigkeiten, die in den Anhängen der Delegierten Verordnungen EU 2021/2139, EU 2022/1214, EU 2023/2485 und EU 2023/2486 beschrieben werden und die einen erheblichen Beitrag zur Erreichung eines oder mehrerer der sechs Umweltziele leisten („Substantial Contribution“) sowie die Erreichung der fünf anderen Umweltziele nicht erheblich beeinträchtigen („Do Not Significant Harm“ – „DNSH“). Diese beiden letzten Bedingungen gelten als erfüllt, wenn die Wirtschaftstätigkeiten die jeweils aktuell gültigen technischen Bewertungskriterien erfüllen. Zudem muss für alle ökologisch nachhaltigen Wirtschaftstätigkeiten die Einhaltung des Mindestschutzes gewährleistet sein („Minimum Safeguards“). Zunächst wurden in der Delegierten Verordnung EU 2021/2139 die Klassifizierungskriterien für die ersten zwei Umweltziele „Klimaschutz“ und „Anpassung an den Klimawandel“ festgelegt; sie trat am 1. Januar 2022 in Kraft. Anfang März 2022 veröffentlichte die Europäische Kommission eine ergänzende Delegierte Verordnung EU 2022/1214 zu den Umweltzielen „Klimaschutz“ und zur „Anpassung an den Klimawandel“. In dieser sind Kriterien definiert, unter welchen Bedingungen Umsatzerlöse, Investitionsausgaben und Betriebsausgaben in Gas- und Kernkraftenergietätigkeiten als ökologisch nachhaltig eingestuft werden können, da mit ihrer Hilfe der Übergang hin zu einer klimaneutralen Zukunft mit überwiegend erneuerbaren Energieträgern beschleunigt wird. Diese ergänzende Verordnung ist seit dem 1. Januar 2023 verpflichtend anzuwenden. Mit der Delegierten Verordnung EU 2023/2486 (Environmental Delegated Regulation) wurden Ende Juni 2023 auch die Klassifizierungskriterien für die vier weiteren Umweltziele „Nachhaltige Nutzung und Schutz von Wasser- und Meeresressourcen“, „Übergang zu einer Kreislaufwirtschaft“, „Vermeidung und Verminderung der Umweltverschmutzung“ sowie „Schutz und Wiederherstellung der Biodiversität  Zusammengefasster Lagebericht  Geschäftsentwicklung des Konzerns  Zusammengefasste nichtfinanzielle Erklärung MVV Geschäftsbericht 2024 79 und der Ökosysteme“ durch die EU-Kommission genehmigt. Zudem wurden mit der Delegierten Verordnung EU 2023/2485 (Amended Climate Delegated Regulation) das Spektrum der Wirtschaftstätigkeiten erweitert, die einen wesentlichen Beitrag zu den Zielen „Klimaschutz“ und „Anpassung an den Klimawandel“ leisten, sowie Detailfragen zur Verordnung geklärt. Diese Delegierten Verordnungen wurden im November 2023 im EU-Amtsblatt veröffentlicht und – nach Verstreichen der Einspruchsfrist von EU-Parlament und EU-Rat – formal verabschiedet. Demnach sollen betroffene Unternehmen für den Zeitraum vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2024 für die neu durch die Environmental Delegated Regulation sowie die Änderungen der Climate Delegated Regulation eingeführten Wirtschaftstätigkeiten über die Taxonomiefähigkeit berichten, während Änderungen an der Disclosure Delegated Regulation (EU 2021/2178) sowie die Änderungen an bestehenden Wirtschaftstätigkeiten zu den ersten beiden Umweltzielen für Zeiträume beginnend am 1. Januar 2024 bereits vollumfänglich umzusetzen sind. Gemäß der Taxonomie-Verordnung wird die EU-Kommission die technischen Bewertungskriterien der EU-Taxonomie auch in Zukunft regelmäßig überprüfen und fortschreiben – sie ist also ein dynamisches Regelwerk. So sollen technische Fortschritte, neue Erkenntnisse der Wissenschaft und Entwicklungen der EU-Politik integriert werden. Umsetzung der EU-Taxonomie durch MVV MVV ist dazu verpflichtet, für das Geschäftsjahr 2024 über die taxonomiefähigen und taxonomiekonformen Wirtschaftstätigkeiten der sechs Umweltziele sowie deren Anteile an Umsatzerlösen, Investitions- und Betriebsausgaben zu berichten. Wir haben einen Regelprozess zur Prüfung unserer Angaben implementiert. In der EU-Taxonomie und den ergänzenden Delegierten Verordnungen sind nur ausgewählte Wirtschaftstätigkeiten erfasst. Dies führt dazu, dass wir Tätigkeiten nicht als taxonomiefähig einstufen können, die nach unserer Einschätzung einen wichtigen Beitrag zu den Umweltzielen, insbesondere zum Klimaschutz, leisten. Über diese Tätigkeiten berichten wir unter anderem im Abschnitt Aspekt Umweltbelange dieser nfE. Identifizierung und Klassifizierung unserer Wirtschaftstätigkeiten Zunächst haben wir alle MVV-Wirtschaftstätigkeiten auf Basis der Beschreibungen in den Delegierten Verordnungen und deren Anhängen analysiert und unsere taxonomiefähigen Tätigkeiten identifiziert („Eligible“-Prüfung). Auf dieser Grundlage sowie der Einschätzung zur Erreichung der wesentlichen Beiträge sind wir hinsichtlich der Taxonomiefähigkeit für das Geschäftsjahr 2024 zu dem Ergebnis gekommen, dass die identifizierten Wirtschaftstätigkeiten Beiträge zu den Umweltzielen „Klimaschutz“, „Anpassung an den Klimawandel“, „Nachhaltige Nutzung und Schutz von Wasser- und Meeresressourcen“, „Übergang zu einer Kreislaufwirtschaft“ sowie „Vermeidung und Verminderung der Umweltverschmutzung“ leisten. Für das Umweltziel „Schutz und Wiederherstellung der Biodiversität und der Ökosysteme“ haben wir, auch aufgrund des eingeschränkten Spektrums der bisher beschriebenen Wirtschaftstätigkeiten, keine taxonomiefähige Wirtschaftstätigkeit identifiziert.  Zusammengefasster Lagebericht  Geschäftsentwicklung des Konzerns  Zusammengefasste nichtfinanzielle Erklärung MVV Geschäftsbericht 2024 80 Im nächsten Schritt unterliefen alle identifizierten Wirtschaftstätigkeiten einer „Alignment“-Prüfung, also einer Prüfung auf Taxonomiekonformität: Prüfschritt 1: Wesentlicher Beitrag zu den Umweltzielen („Substantial Contribution“) Im Rahmen eines jährlichen Prüfprozesses beurteilen wir individuell jede einzelne unserer taxonomiefähigen Wirtschaftstätigkeiten anhand der technischen Bewertungskriterien gemäß den entsprechenden Artikeln der Delegierten Verordnungen der EU-Taxonomie-Verordnung in Verbindung mit den dazugehörigen Anhängen dahin gehend, ob sie einen wesentlichen Beitrag zu den Umweltzielen leistet. Die erstmalige Erfassung und Prüfung der Wirtschaftsaktivitäten auf Taxonomiekonformität erfolgt mithilfe konzerneinheitlicher Bewertungsbögen. Diese haben wir auf Basis der Delegierten Verordnungen und der entsprechenden Anhänge entwickelt; sie dienen als Arbeits- und Nachweisdokumente. Den Prozess der darauffolgenden jährlichen fachlichen Aktualitätsüberprüfung begleiten wir mit unserem EUT-Managementsystem. Dabei prüfen wir die Angaben und Nachweise aus dem vorangegangenen Geschäftsjahr auf Aktualität, fügen neue Nachweise und Zertifizierungen ein, überprüfen neue, durch unterjährige Ersteinschätzungen hinzugekommene Tätigkeiten und ergänzen offene Themen aus dem Vorjahr. Den Prüfprozess steuern wir zentral, die Überprüfung der jeweiligen Wirtschaftsaktivität erfolgt dezentral durch die für die Wirtschaftstätigkeit verantwortliche Organisationseinheit. Prüfschritt 2: Vermeidung erheblicher Beeinträchtigung („DNSH“) Es wird für jede Wirtschaftstätigkeit geprüft, ob diese den Umweltzielen in erheblicher Weise schadet. Die DNSH-Kriterien gemäß den Anhängen und Anlagen der Delegierten Verordnungen EU 2021/2139 und EU 2023/2486 betreffen für die sechs Umweltziele überwiegend die Einhaltung europäischer beziehungsweise deutscher Rechtsvorschriften. Nach den Delegierten Verordnungen sind hinsichtlich der Vermeidung erheblicher Beeinträchtigungen für das Umweltziel „Klimaschutz“ für die taxonomiefähigen Wirtschaftstätigkeiten von MVV keine Anforderungen definiert. Die Überprüfung der DNSH-Konformität hinsichtlich der Vermeidung erheblicher Beeinträchtigungen des Umweltziels „Anpassung an den Klimawandel“ nimmt aufgrund unserer energiewirtschaftlichen Geschäftstätigkeiten im DNSH-Prüfprozess den größten Raum ein. Um die Konformität laut den Anhängen und Anlagen der Delegierten Verordnungen EU 2021/2139 und EU 2023/2486 zu ermitteln, muss die Bewertung der physischen Klimarisiken erfolgen. Diese beruht auf den Ergebnissen eines Klimarisikomodells und einer Klimarisikoanalyse, die wir mit externen Klimarisikoexperten durchgeführt haben. Dabei wurden die Risiken für einen Standort oder eine Region, in welcher wir eine wirtschaftliche Tätigkeit erbringen, auf Basis unterschiedlicher Klimaszenarien für 15 Klimarisiken ausgewertet. Im Zuge dieser Konformitätsbewertung wurden Klimaprojektionen sowohl im Verhältnis zum Umfang der Tätigkeit als auch im Verhältnis zu ihrer voraussichtlichen Lebensdauer durchgeführt. Aufgrund der von uns grundsätzlich veranschlagten Lebensdauer von 30 Jahren haben wir die Bewertung anhand der höchstauflösenden, dem neuesten Stand der Technik entsprechenden Klimaprojektionen für die bestehende Reihe von Zukunftsszenarien vorgenommen. Für jedes Risiko haben wir eine eigene Bewertung durchgeführt. Je nach Datenlage werden die RCP-Szenarien (2.6, 4.5, 6.0 und 8.5 – nachfolgend erläutert) von klimatologischen Prognosen, wie zum Beispiel Niederschlag oder Globalstrahlung, auf physische Risiken umgelegt. In Deutschland gehen Risiken insbesondere von Stürmen, extremer Hitze, Trockenheit, Starkniederschlägen und damit einhergehenden Überschwemmungen aus. Die Berechnung der Klimarisiken durch Extremwetterereignisse umfasst den Zeitraum bis zum Jahr 2053. Die Umsetzung orientiert sich hierbei an den einzelnen, in der EU-Taxonomie angegebenen Schritten und folgt folgender Logik:  Zusammengefasster Lagebericht  Geschäftsentwicklung des Konzerns  Zusammengefasste nichtfinanzielle Erklärung MVV Geschäftsbericht 2024 81 •Auf Basis der von der EU vorgeschlagenen Datenquellen haben wir in einem ersten Schritt für die angegebenen Standorte oder Regionen die grundsätzlich möglichen Risiken durch Extremwetterereignisse identifiziert. Als primäre Datenquelle diente uns die in den Delegierten Verordnungen EU 2021/2139 und EU 2023/2486 angeführte Datenbank des Copernicus Wetterdienstes. •Anschließend haben wir die vier repräsentativen Konzentrationspfade (Representative Concentration Pathways, RCP) für die Szenarienprojektion verwendet, um die zukünftig möglichen Veränderungen standortspezifisch zu identifizieren und die hieraus resultierenden Klimarisiken abzuleiten. •Der IPCC (International Panel on Climate Change) hat zur besseren Vergleichbarkeit verschiedener Studien die RCP-Szenarien entwickelt, um einen gemeinsamen Prämissensatz an möglichen Entwicklungen des Klimawandels in der wissenschaftlichen Gemeinschaft zu verwenden. Mit dem Begriff Konzentrationspfad soll betont werden, dass sich Szenarien an ausgewählten zeitlichen Verläufen der Treibhausgaskonzentrationen und den zugrunde liegenden sozioökonomischen Modellen orientieren. Wir beziehen uns auf die vom IPCC definierten vier Szenarien 2.6, 4.5, 6.0 und 8.5, die in den Anhängen und deren Anlagen der Delegierten Verordnungen EU 2021/2139 und EU 2023/2486 der EU-Taxonomie-Verordnung Anwendung finden. Diese vier Szenarien sind folgendermaßen beschrieben: Die Projektion jedes Szenarios gibt den Umfang der jeweiligen weltweiten Mitigationsstrategien in Bezug auf den Klimawandel wieder. Das RCP-2.6-Szenario etwa setzt deutliche Anstrengungen in diesem Bereich voraus, während im RCP-8.5-Szenario eine Verdreifachung der CO2 -Emissionen bis Ende des Jahrhunderts, aufgrund gänzlich fehlender Mitigationsmaßnahmen angenommen wird. Das RCP-4.5-Szenario beschreibt hierbei ein mittleres Szenario, in dem fossile Brennstoffe bis zur Mitte des Jahrhunderts genutzt werden, jedoch unter Berücksichtigung von Mitigationsstrategien. Die Emissionen im RCP-4.5-Szenario erreichen um 2040 ihren Höhepunkt und gehen dann zurück. Das RCP-6.0-Szenario beschreibt einen ähnlichen Pfad wie das RPC-4.5-Szenario, jedoch erreichen die Emissionen ihren Höhepunkt hier erst im Jahr 2080. Die Werte beschreiben dabei nicht den erwarteten Temperaturanstieg, sondern vielmehr ist der Temperaturanstieg die Folge des durch die Werte ausgedrückten Strahlungsantriebs durch erhöhte Treibhausgaskonzentrationen in der Atmosphäre. Die Werte beziehen sich auf die kumulierte Gesamtmenge bis zum Jahr 2100 beziehungsweise den daraus resultierenden Strahlungsantrieb. Jedem RCP-Szenario kann zusätzlich eine Erhöhung der globalen Mitteltemperatur zugeordnet werden. Das RCP-8.5-Szenario entspricht dabei einer Erhöhung im Vergleich zum vorindustriellen Zustand um zirka 4,8°C. Im RCP-6.0-Szenario steigt die Mitteltemperatur bis 2100 zwischen 3 und 4 °C an. Im mittleren Szenario RCP 4.5 erreicht die Erderwärmung 2,6 °C gegenüber dem vorindustriellen Wert. Bei dem Szenario RCP 2.6 bleibt der mittlere globale Temperaturanstieg des Modells dagegen unter dem Pariser 2-Grad-Ziel. •Aufgrund der örtlichen Gegebenheiten sowie der Asset-spezifischen Eigenschaften, welche zur Erbringung der Wirtschaftstätigkeit eingesetzt werden, sind Assets trotz der am jeweiligen Standort identifizierten Risiken möglicherweise nicht vulnerabel gegenüber den identifizierten Risiken. Dies haben wir in einem zweiten Schritt untersucht: Für die betroffenen Standorte haben wir die Ergebnisse in Zusammenarbeit mit den jeweiligen Standortleitern dahin gehend beurteilt, ob eine Vulnerabilität, welche die Wirtschaftstätigkeit negativ beeinflussen könnte, gegenüber den identifizierten Risiken tatsächlich vorliegt. Falls ja, haben wir in einem dritten Schritt evaluiert, ob bereits eine entsprechende risikominimierende Maßnahme vorliegt. Diese kann, je nach Risiko, unterschiedlichste Ausgestaltungen haben und sowohl baulicher als auch nicht baulicher Natur sein. Im Ergebnis wurde festgestellt, dass für sämtliche Assets, die wir zur Erbringung unserer Wirtschaftstätigkeiten einsetzen, entweder keine Vulnerabilität gegenüber den identifizierten Risiken besteht oder dass bereits entsprechende risikominimierende Maßnahmen (Anpassungslösungen) vorhanden sind.  Zusammengefasster Lagebericht  Geschäftsentwicklung des Konzerns  Zusammengefasste nichtfinanzielle Erklärung MVV Geschäftsbericht 2024 82 Hinsichtlich der Vermeidung erheblicher Beeinträchtigungen des Umweltziels „Nachhaltige Nutzung und Schutz von Wasser- und Meeresressourcen“ sind nach den Delegierten Verordnungen für diejenigen Wirtschaftstätigkeiten Kriterien zu erfüllen, die durch den Bau und Betrieb auf vorhandene Gewässer einwirken. Wir weisen die Erfüllung dieser Kriterien auf Ebene der Projekte und Anlagen nach, indem wir beispielsweise Einsicht in Genehmigungsanträge, Umweltverträglichkeitsprüfungen und Genehmigungsauflagen mit Bezug zu Gewässern in Abstimmung mit den zuständigen Behörden geben. Ebenfalls auf Ebene der Projekte und Anlagen weisen wir nach, dass wir die Kriterien hinsichtlich der Vermeidung erheblicher Beeinträchtigungen des Umweltziels „Übergang zu einer Kreislaufwirtschaft“ erfüllt haben, indem wir unsere spezifischen Maßnahmen zur Kreislaufwirtschaft darlegen. Um die Vermeidung erheblicher Beeinträchtigungen des Umweltziels „Vermeidung und Verminderung der Umweltverschmutzung“ zu belegen, weisen wir auf Ebene der Projekte und Anlagen durch Vorlegen von Genehmigungsanträgen, Umweltverträglichkeitsprüfungen und Genehmigungsauflagen die Erfüllung der Kriterien nach. Für das Umweltziel „Schutz und Wiederherstellung der Biodiversität und der Ökosysteme“ sind nach den Delegierten Verordnungen Kriterien für alle unsere Aktivitäten zu erfüllen. Den Nachweis der Erfüllung erbringen wir, indem wir belegen, dass wir die Anforderungen aus Genehmigungsverfahren einhalten, zum Beispiel indem wir Einsicht in Ergebnisse von Umweltverträglichkeitsprüfungen geben. Prüfschritt 3: Einhaltung des Mindestschutzes für die Themen Menschenrechte (inklusive Arbeitnehmer- und Verbraucherrechten), Korruption und Bestechung, Besteuerung sowie fairer Wettbewerb („Minimum Safeguards“) Zur Sicherstellung des Mindestschutzes nach Artikel 18 EU-Taxonomie-Verordnung verfolgen wir einen konzernweiten Ansatz. Durch diesen Ansatz stellen wir sicher, dass auf Ebene der einzelnen Wirtschaftstätigkeiten die menschenrechtlichen Sorgfaltspflichten gewahrt werden. Gleiches gilt für unsere Bestrebungen zur Bekämpfung von Korruption und Bestechung. Dabei kommt unserem Compliance-Management-System (CMS), über das wir im Abschnitt Compliance dieser nfE berichten, eine wichtige Rolle zu. Es unterstützt uns dabei, sicherzustellen, dass geltende Gesetze ebenso eingehalten werden wie unternehmensinterne Richtlinien und ethische Standards, denen wir uns verpflichtet haben. Auch die Achtung der Menschenrechte ist in unserem CMS integriert. Mit unserer Grundsatzerklärung zur Achtung von Umwelt und Menschenrechten sowie unserer Menschenrechts-Policy bekennen wir uns zu den international anerkannten Menschenrechtsnormen, -konventionen, -grundsätzen und -richtlinien, zu denen unter anderem die International Bill of Human Rights der Vereinten Nationen (UN), die OECD-Leitsätze für multinationale Unternehmen, die zehn Prinzipien des UN Global Compact, die Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte der Vereinten Nationen sowie die Kernarbeitsnormen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) zählen. Diese sind zudem Bestandteile unseres MVV Business Code of Conduct gegenüber unseren Lieferanten und Geschäftspartnern. Darüber hinaus haben wir erstmals einen Bericht zum Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz (LkSG) veröffentlicht, der auf unserer Webseite einsehbar ist. Unseren Prozess zur Risikoanalyse sowie weitere lieferkettenbezogene Prozesse wurden im Rahmen unserer geschäftsfeld- und standortübergreifenden Arbeitsgruppe „Nachhaltige Lieferkette“ weiterentwickelt und werden ständig verbessert. Auch zu dem im Berichtsjahr relevanten Thema „potenzielle Menschenrechtsverstöße in der Photovoltaik-Lieferkette“ erfolgten ein enges Risikomonitoring und entsprechende Vorsorgemaßnahmen. Wir berichten dazu im Abschnitt Aspekt Achtung der Menschenrechte sowie Bekämpfung von Korruption und Bestechung dieser nfE. Wir fördern das Bewusstsein unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für die Bedeutung der Einhaltung aller geltenden Menschenrechte und Antikorruptionsvorschriften sowie Wettbewerbsgesetze und -vorschriften. Es gab keine rechtskräftigen Verurteilungen des Unternehmens oder von leitenden Angestellten aufgrund von Verstößen gegen Gesetze zur Bekämpfung von Korruption, das Steuer- oder Wettbewerbsrecht und auch keine rechtskräftigen Verurteilungen des Unternehmens im Zusammenhang mit der Verletzung von Menschenrechten. Auf dieser Basis sind wir insgesamt zu der Einschätzung gelangt, dass MVV die Anforderungen an die Minimum Safeguards einhält.  Zusammengefasster Lagebericht  Geschäftsentwicklung des Konzerns  Zusammengefasste nichtfinanzielle Erklärung MVV Geschäftsbericht 2024 83 Sofern die jeweilige Wirtschaftstätigkeit kumulativ alle Punkte der zuvor genannten drei Prüfschritte erfüllt, stufen wir diese als „taxonomiekonform“ ein. Die folgenden Wirtschaftstätigkeiten haben wir für das Geschäftsjahr 2024 als taxonomiekonform identifiziert:

Überblick aller taxonomiekonformen Wirtschaftstätigkeiten GJ 2024
Wirtschaftstätigkeit gemäß EU-Taxonomie Umweltziel MVV-Tätigkeit 1
4.1. Stromerzeugung mittels Fotovoltaik-Technologie Klimaschutz (CCM) Projektierung und Bau von Photovoltaikparks sowie Stromerzeugung aus Photovoltaikanlagen
4.3. Stromerzeugung aus Windkraft Klimaschutz (CCM) Projektierung und Bau von Windparks sowie Stromerzeugung aus Windkraftanlagen an Land
4.5. Stromerzeugung aus Wasserkraft Klimaschutz (CCM) Stromerzeugung aus Wasserkraftanlagen
4.8. Stromerzeugung aus Bioenergie Klimaschutz (CCM) Stromerzeugung aus Biomethan- und Biogasanlagen
4.9. Übertragung und Verteilung von Elektrizität Klimaschutz (CCM) Verteilnetzbetreiber für Strom
4.11. Speicherung von Wärmeenergie Klimaschutz (CCM) Nutzung von Wärmespeichern
4.13. Herstellung von Biogas und Biokraftstoffen für den Verkehr und von flüssigen Biobrennstoffen Klimaschutz (CCM) Biomethanerzeugung
4.14. Fernleitungs-und Verteilernetze für erneuerbare und CO2-arme Gase Klimaschutz (CCM) Verteilnetzbetreiber für grüne Gase
4.15. Fernwärme-/Fernkälteverteilung Klimaschutz (CCM) Fernwärmeversorgung
4.16. Installation und Betrieb elektrischer Wärmepumpen Klimaschutz (CCM) Bau und Betrieb einer Flusswärmepumpe
4.20. Kraft-Wärme/Kälte-Kopplung mit Bioenergie Klimaschutz (CCM) Stromerzeugung in KWK aus Biomasseanlagen
4.24. Erzeugung von Wärme/Kälte aus Bioenergie Klimaschutz (CCM) Wärmeerzeugung aus Biomasseanlagen
4.25. Erzeugung von Wärme/Kälte aus Abwärme Klimaschutz (CCM) Nutzung von Abwärme für die Fernwärmeversorgung
4.30. Hocheffiziente Kraft-Wärme-Kopplung von Wärme/Kälte und Strom aus fossilen gasförmigen Brennstoffen Klimaschutz (CCM) Küstenkraftwerk Kiel
4.31. Erzeugung von Wärme/Kälte aus fossilen gasförmigen Brennstoffen in einem effizienten Fernwärme- und -kältesystem Klimaschutz (CCM) Gasbasierte Besicherungsanlagen zur Fernwärmeversorgung am Standort Mannheim
5.7. Anaerobe Vergärung von Bioabfällen Klimaschutz (CCM) Biomethanerzeugung aus Bioabfällen
6.15. Infrastruktur für einen CO2-armen Straßenverkehr und öffentlichen Verkehr Klimaschutz (CCM) Aktivitäten im Bereich der öffentlichen Ladeinfrastruktur
7.3. Installation, Wartung und Reparatur von energieeffizienten Geräten Klimaschutz (CCM) LED-Contracting
7.4. Installation, Wartung und Reparatur von Ladestationen für Elektrofahrzeuge in Gebäuden (und auf zu Gebäuden gehörenden Parkplätzen) Klimaschutz (CCM) Aktivitäten im Bereich der Ladeinfrastruktur für Geschäfts- und Gewerbekunden
7.5. Installation, Wartung und Reparatur von Geräten für die Messung, Regelung und Steuerung der Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden Klimaschutz (CCM) Messstellenbetrieb
7.6. Installation, Wartung und Reparatur von Technologien für erneuerbare Energien Klimaschutz (CCM) Installation von Photovoltaikanlagen für Geschäfts-, Gewerbe- und Privatkunden
9.3. Freiberufliche Dienstleistungen im Zusammenhang mit der Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden Klimaschutz (CCM) Energieeffizienzberatung für Geschäfts-, Gewerbe- und Industriekunden
2.1. Wasserversorgung Nachhaltige Nutzung und Schutz von Wasser- und Meeresressourcen (WTR) Wassergewinnung und -versorgung
2.1. Phosphorrückgewinnung aus Abwasser Übergang zu einer Kreislaufwirtschaft (CE) Phosphorrecyclinganlagen
2.7. Sortierung und stoffliche Verwertung  nichtgefährlicher Abfälle Übergang zu einer Kreislaufwirtschaft (CE) Rückgewinnung von Sekundärrohstoffen in TAB-Anlagen
2.2. Behandlung gefährlicher Abfälle Vermeidung und Verminderung der Umweltverschmutzung (PPC) Behandlung gefährlicher Althölzer
1  Unsere Anlagen unterliegen unter anderem den strengen Regelungen der Bundesimmissionsschutzverordnungen, durch die wir die Einhaltung der entsprechenden DNSH-Kriterien gewährleisten.

 Zusammengefasster Lagebericht  Geschäftsentwicklung des Konzerns  Zusammengefasste nichtfinanzielle Erklärung MVV Geschäftsbericht 2024 84 Für das Geschäftsjahr 2024 haben wir zudem die folgenden Wirtschaftstätigkeiten als taxonomiefähig, aber noch nicht taxonomiekonform eingestuft:

Überblick aller taxonomiefähigen, aber nicht taxonomiekonformen Wirtschaftstätigkeiten GJ 2024
Wirtschaftstätigkeit gemäß EU-Taxonomie Umweltziel MVV-Tätigkeit
4.29. Stromerzeugung aus fossilen gasförmigen Brennstoffen Klimaschutz (CCM) Gaskraftwerke
4.30. Hocheffiziente Kraft-Wärme-Kopplung von Wärme/Kälte und Strom aus fossilen gasförmigen Brennstoffen Klimaschutz (CCM) Strom- und Wärmeerzeugung aus gasbasierter Kraft-Wärme-Kopplung (außer Küstenkraftwerk Kiel)
4.31. Erzeugung von Wärme/Kälte aus fossilen gasförmigen Brennstoffen in einem effizienten Fernwärme- und -kältesystem Klimaschutz (CCM) Gasbasierte Besicherungsanlagen zur Fernwärmeversorgung am Standort Kiel
8.2. Datenbasierte Lösungen zur Verringerung der Treibhausgasemissionen Klimaschutz (CCM) Systeme zur Energiedatenerfassung und -management

Ermittlung und Definitionen der EU-Taxonomie-Kennzahlen Für die Ermittlung der taxonomiefähigen und taxonomiekonformen Anteile sind wir wie folgt vorgegangen: Die Ermittlung der Leistungsindikatoren orientiert sich an den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden des Konzernabschlusses, den wir in Übereinstimmung mit § 315e Abs. 1 HGB nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) erstellen. Die Erhebung von Kennzahlen basiert grundsätzlich auf den Daten unseres Konzernabschlusses. Soweit für die Ermittlung der EU-Taxonomie-Kennzahlen und deren relevanter Bestandteile der Rückgriff auf lokale IT-Systeme oder die Verwendung von Schlüsseln notwendig ist, stellen wir die Prozesskonformität durch geeignete interne Kontrollen sowohl prozessual (Vier-Augen-Prinzip) als auch systemgestützt (Validierung) sicher und vermeiden eine Doppelzählung. Die Umsatzerlöse entsprechen dem bereinigten Umsatz ohne Energiesteuern. Für diese Kennzahl eliminieren wir bei den Umsatzerlösen nach Strom- und Erdgassteuer gemäß Gewinn- und Verlustrechnung zum Bilanzstichtag den Unterschied zwischen Sicherungs- und Stichtagskurs nach IFRS 9 zum Realisationszeitpunkt (sehen Sie hierzu die Erläuterungen im Abschnitt Darstellung der Ertragslage des Kapitels Geschäftsentwicklung im Konzern). Für die Ermittlung des Anteils unserer taxonomiefähigen beziehungsweise taxonomiekonformen Umsatzerlöse wird die Summe der bereinigten Umsatzerlöse unserer taxonomiefähigen beziehungsweise taxonomiekonformen Wirtschaftstätigkeiten (Zähler) ins Verhältnis zum bereinigten Umsatz des MVV-Konzerns (Nenner) gesetzt. Nähere Angaben hierzu stehen in den Tabellen EU-Taxonomie . Entsprechend den Vorgaben der EU-Taxonomie ergeben sich die Investitionsausgaben aus Zugängen zu immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen. Diese werden ohne Einbezug von Abschreibungen, Neubewertungen und Fair-Value-Änderungen ermittelt. Es müssen im Rahmen des Investitionsbegriffs der EU-Taxonomie folgende Zugänge berücksichtigt werden: •Zugänge zu Sachanlagen gemäß IAS 16.73 (e) (i) und (iii) •Zugänge zu immateriellen Vermögenswerten gemäß IAS 38.118 (e) (i) •Zugänge zu Finanzimmobilien gemäß IAS 40.79 (d) (i) und (ii) •Zugänge zu Leasing-Nutzungsrechten gemäß IFRS 16.53 (h) Damit weicht die Definition der Investitionsausgaben gemäß EU-Taxonomie von unserer Definition der Kennzahl Investitionen ab. In der folgenden Tabelle stellen wir dar, wie wir die Investitionsausgaben gemäß EU-Taxonomie auf unsere Investitionen des Geschäftsjahres 2024 überleiten. Nähere Informationen zu den MVV-Investitionen befinden sich im Abschnitt Darstellung der Vermögenslage .  Zusammengefasster Lagebericht  Geschäftsentwicklung des Konzerns  Zusammengefasste nichtfinanzielle Erklärung MVV Geschäftsbericht 2024 85

Überleitung der Investitionsausgaben
Mio Euro GJ 2024 GJ 2023 +/– Vorjahr
Investitionsausgaben gemäß EU-Taxonomie 463 344 + 118
+ Unfertige Erzeugnisse aus Finance Lease + 4 + 12 – 8
+ Finanzanlagen + 1 + 11 – 10
– Rückbauverpflichtungen – 7 – (– 1) – 8
– Nutzungsrechte – 40 – 19 – 21
– Unternehmenserwerbe – 3 – 5 + 2
Investitionen gemäß MVV-Definition 417 344 + 73

Der taxonomiefähige beziehungsweise taxonomiekonforme Anteil unserer Investitionsausgaben ermittelt sich, indem die Summe unserer taxonomiefähigen beziehungsweise taxonomiekonformen Investitionsausgaben (Zähler) ins Verhältnis zu den Investitionen des MVV-Konzerns gemäß EU-Taxonomie (Nenner) gesetzt wird. Nähere Angaben hierzu stehen in den Tabellen EU-Taxonomie . Im Geschäftsjahr 2024 sind nahezu alle unsere taxonomiefähigen Investitionsausgaben auch taxonomiekonform. Der Zähler stellt damit die „CapEx Kategorie a“ gemäß der Delegierten Verordnung EU 2021/2178 dar. Gemäß der Delegierten Verordnung EU 2021/2178 enthält der Zähler der Investitionsausgaben auch Investitionsausgaben der „CapEx Kategorie b“ und „CapEx Kategorie c“. Unter „CapEx Kategorie b“ sind Investitionsausgaben auszuweisen, die als Teil eines CapEx-Plans zur Ausweitung von taxonomiekonformen Wirtschaftstätigkeiten oder zur Umwandlung von taxonomiefähigen in taxonomiekonforme Wirtschaftstätigkeiten beitragen. Die Prüfung von Investitionen auf ihre Taxonomiefähigkeit beziehungsweise -konformität erfolgt auf Basis einzelner Investitionsprojekte und -programme. Dieser Prozess deckt alle laufenden investiven Maßnahmen bei MVV ab. Insoweit werden hierdurch auch Investitionen erfasst, die über das jeweilige laufende Geschäftsjahr hinausgehen und Teil unseres langfristigen Investitionsprogramms sind. Im Berichtsjahr wurden keine Investitionsausgaben identifiziert, die der „CapEx Kategorie b“ zuzuordnen sind. Unter „CapEx Kategorie c“ sind Einzelinvestitionen auszuweisen, die sich auf den Erwerb von Produktion aus taxonomiekonformen Wirtschaftstätigkeiten und einzelnen Maßnahmen beziehen, durch die die Zieltätigkeiten CO2-arm ausgeführt werden oder der Ausstoß von Treibhausgasen gesenkt wird. Bei MVV betrifft dies vor allem Investitionen von unseren Querschnittsbereichen, insbesondere in Verwaltungsgebäude oder in unseren Fuhrpark. MVV hat nur in Kategorie a wesentliche Investitionen. Investitionen in Kategorie c betreffen marginale sowie keine strategischen Investitionen und sind auch im Volumen vernachlässigbar. Daher beziehen wir keinen CapEx der Kategorie c in den Zähler ein. Für die Ermittlung der Kennzahl Betriebsausgaben werden Zähler und Nenner in der Delegierten Verordnung EU 2021/2178 definiert. Der Nenner setzt sich im Sinne der EU-Taxonomie zusammen aus direkten, nicht aktivierten Betriebsausgaben für Forschung und Entwicklung, Gebäudesanierung, kurzfristiges Leasing, Wartung und Reparaturen sowie sämtlichen anderen direkten Ausgaben, die im Zusammenhang mit der täglichen Wartung von Vermögenswerten des Sachanlagevermögens stehen und die notwendig sind, um die kontinuierliche und effektive Funktionsfähigkeit dieser Vermögenswerte sicherzustellen. Bei MVV beinhaltet diese Position im Wesentlichen Personal- und Materialaufwand sowie sonstigen betrieblichen Aufwand inklusive anteiliger IT-Aufwendungen für die Wartung, Reparatur und Reinigung von Energieerzeugungs- und -verteilanlagen und Aufwendungen für kurzfristiges Leasing. Aufwendungen für Forschung und Entwicklung sowie für Gebäudesanierung spielen bei MVV zurzeit nur eine untergeordnete Rolle.  Zusammengefasster Lagebericht  Geschäftsentwicklung des Konzerns  Zusammengefasste nichtfinanzielle Erklärung MVV Geschäftsbericht 2024 86 Entsprechend der EU-Taxonomie umfasst der Zähler den Anteil der im Nenner enthaltenen Betriebsausgaben, der sich auf Vermögenswerte oder Prozesse bezieht, die mit taxonomiekonformen beziehungsweise taxonomiefähigen Wirtschaftstätigkeiten verbunden sind (OpEx Kategorie a). Bei MVV stellt der Zähler zugleich die „OpEx Kategorie a“ dar. Gemäß der Delegierten Verordnung EU 2021/2178 beinhaltet der Zähler auch den Anteil der im Nenner enthaltenen Betriebsausgaben der „OpEx Kategorie b“ und „OpEx Kategorie c“. In diesem Zusammenhang verweisen wir auf die zuvor beschriebenen Sachverhalte zu den Investitionsausgaben der „CapEx Kategorie b“ und „CapEx Kategorie c“. Dementsprechend wurden im Berichtsjahr auch keine wesentlichen Betriebsausgaben identifiziert, die der „OpEx Kategorie b“ oder „OpEx Kategorie c“ zuzuordnen sind. Die Ansätze der OpEx wurden teilweise mithilfe von geeigneten wertebasierten Schlüsseln ermittelt. Überblick zu den Kennzahlen der EU-Taxonomie Die vollständigen Angaben zu den Kennzahlen der taxonomiefähigen und taxonomiekonformen Wirtschaftstätigkeiten befinden sich im Kapitel Weitere Informationen .

EU-Taxonomie Kennzahlen: Umsatz, Investitionsausgaben (CapEx) und operative Betriebsausgaben (OpEx)
GJ 2024 Mio Euro GJ 2023 Mio Euro +/– Vorjahr GJ 2024 Anteil % GJ 2023 Anteil %
Umsatz gesamt 7.194 7.531 – 337 100,0 100,0
davon taxonomiefähig 1.468 1.290 + 177 20,4 17,1
davon taxonomiekonform 1.416 1.238 + 178 19,7 16,4
Investitionsausgaben (CapEx) gesamt 463 344 + 118 100,0 100,0
davon taxonomiefähig 375 271 + 105 81,1 78,6
davon taxonomiekonform 375 268 + 107 80,9 77,7
Operative Betriebsausgaben (OpEx) gesamt 506 682 – 176 100,0 100,0
davon taxonomiefähig 158 177 – 19 31,3 26,0
davon taxonomiekonform 154 173 – 19 30,5 25,4

 Zusammengefasster Lagebericht  Geschäftsentwicklung des Konzerns  Zusammengefasste nichtfinanzielle Erklärung MVV Geschäftsbericht 2024 87 Umsatzerlöse Wir erwirtschaften den überwiegenden Teil unserer Umsatzerlöse mit dem Vertrieb von Strom und Gas an unsere Geschäfts-, Gewerbe-, Industrie- und Privatkunden und damit einhergehend mit dem Handel von Commodities (sehen Sie hierzu die Erläuterungen im Abschnitt Darstellung der Ertragslage ). Diese Geschäftsaktivitäten werden nicht als Wirtschaftstätigkeit von der EU-Taxonomie erfasst. Wie bereits im Vorjahr fällt nur ein geringer Anteil unseres Umsatzes in den Anwendungsbereich der EU-Taxonomie und ist somit taxonomiefähig. Unser taxonomiekonformer Umsatz stieg im Vergleich zum Vorjahr um 178 Mio Euro – eine Erhöhung um 14 %. Der Anstieg ist im Wesentlichen auf die Übertragung und Verteilung von Elektrizität (WT CCM 4.9) sowie auf die Installation, Wartung und Reparatur von Technologien für erneuerbare Energien (WT CCM 7.6) zurückzuführen. Außerdem lieferten unsere Aktivitäten in der Verteilung von Strom und der Wärmeversorgung (WT CCM 4.9, CCM 4.15) sowie die Tätigkeit Rückgewinnung von Sekundärrohstoffen in unseren TAB-Anlagen (WT CE 2.7) die größten Umsatzbeiträge. Insgesamt nahmen die Umsätze im Zähler der Berechnung (Summe bereinigte Umsatzerlöse taxonomiefähige beziehungsweise taxonomiekonforme Wirtschaftstätigkeiten) im Vorjahresvergleich zu. Der Anteil der taxonomiefähigen Wirtschaftsaktivitäten am Umsatz lag im Geschäftsjahr 2024 bei 20 % (Vorjahr: 17 %); von diesen sind 96 % (Vorjahr: 96 %) auch taxonomiekonform und damit ökologisch nachhaltig. Für einzelne Wirtschaftsaktivitäten, wie der Betrieb unserer Erdgasverteilnetze (WT CCM 4.14), können gemäß den Taxonomieanforderungen keine Umsatzerlöse in Ansatz gebracht werden, sondern lediglich Investitionen. [IMAGE]  Zusammengefasster Lagebericht  Geschäftsentwicklung des Konzerns  Zusammengefasste nichtfinanzielle Erklärung MVV Geschäftsbericht 2024 88 Investitionsausgaben Wir verfügen seit vielen Jahren über ein breites und langfristig angelegtes Investitionsprogramm. Das Investitionsprogramm ist an unseren Dekarbonisierungs- und Nachhaltigkeitszielen (sehen Sie hierzu unsere Ausführungen im Abschnitt Aspekt Umweltbelange dieser nfE) ausgerichtet. Nicht alle dieser Investitionen werden jedoch von der EU-Taxonomie abgedeckt. Wir haben im Geschäftsjahr 2024 taxonomiekonforme Investitionen in Höhe von 375 Mio Euro getätigt (Vorjahr: 268 Mio Euro). Ein Großteil dieser Ausgaben entfiel dabei auf Projekte, die einen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Dazu gehören Investitionen in die Versorgungssicherheit, die nachweislich zur Reduktion von CO2-Emissionen führen – vor allem zur Übertragung und Verteilung von Elektrizität (WT CCM 4.9), zur Versorgung mit Fernwärme (WT CCM 4.14, CCM 4.15, CCM 4.25 und CCM 4.31) sowie insbesondere zur Installation, Wartung und Reparatur von Technologien für erneuerbare Energien (WT CCM 7.6). Von den taxonomiekonformen Investitionen entfallen 8 % auf Nutzungsrechte, der übrige Investitionsanteil betrifft überwiegend das Sachanlagevermögen. Insgesamt stiegen die Investitionsausgaben im Zähler der Berechnung (Summe Investitionsausgaben taxonomiefähige beziehungsweise taxonomiekonforme Wirtschaftstätigkeiten) gegenüber dem Vorjahr. Im Geschäftsjahr 2024 entsprachen 81 % unserer Investitionen (Vorjahr: 79 %) dem Anwendungsbereich der EU-Taxonomie und waren damit taxonomiefähig. Nahezu alle taxonomiefähigen Investitionsausgaben waren zugleich taxonomiekonform; sie zählen damit zu den ökologisch nachhaltigen Investitionen. Bisher deckt die EU-Taxonomie nur einen Bruchteil von Geschäftsaktivitäten der Industrie und des Dienstleistungssektors einschließlich der Energiewirtschaft ab. Unsere hohe Quote bestätigt, dass wir in die richtigen, also zukunftsfähigen Themen investieren. Wir gehen davon aus, dass die Investitionsbeiträge der einzelnen Wirtschaftstätigkeiten zwischen einzelnen Jahren stark schwanken, da sie von der Realisierung größerer Projekte abhängen und die EU-Taxonomie hinsichtlich der CapEx-Beurteilung nur die Zugänge des Berichtsjahres berücksichtigt. [IMAGE]  Zusammengefasster Lagebericht  Geschäftsentwicklung des Konzerns  Zusammengefasste nichtfinanzielle Erklärung MVV Geschäftsbericht 2024 89 Betriebsausgaben Der überwiegende Anteil unserer taxonomiekonformen und -klassifizierten Betriebsausgaben beinhaltet Wartungs- und Instandhaltungsaufwendungen. Unsere taxonomiekonformen Betriebsausgaben lagen im Geschäftsjahr 2024 mit 154 Mio Euro um 19 Mio Euro unter dem Vorjahr. Die größten Positionen stammen aus der Sortierung und stofflichen Verwertung nichtgefährlicher Abfälle in TAB-Anlagen (WT CE 2.7), der Installation, Wartung und Reparatur von Technologien für erneuerbare Energien (WT CCM 7.6) sowie der Wartung und Instandhaltung unserer Verteilnetze (WT CCM 4.9, CCM 4.15 und WT WTR 2.1). Insgesamt sanken die Betriebsausgaben im Zähler der Berechnung (Summe Betriebsausgaben taxonomiefähige beziehungsweise taxonomiekonforme Wirtschaftstätigkeiten) gegenüber dem Vorjahr. Von den Betriebsausgaben entfielen im Berichtsjahr 31 % (Vorjahr: 26 %) auf den Anwendungsbereich der EU-Taxonomie; 98 % (Vorjahr: 98 %) der taxonomiefähigen Betriebsausgaben waren auch taxonomiekonform. Da sich die Betriebsausgaben gemäß der EU-Taxonomie deutlich von der üblichen Abgrenzung im kaufmännischen Kontext unterscheiden, lassen sich sowohl in Hinsicht auf die Höhe als auch auf die Struktur der ausgewiesenen EU-Taxonomie-Kennzahlen keine robusten Schlussfolgerungen treffen oder Analysen erarbeiten. [IMAGE]  Zusammengefasster Lagebericht  Übernahmerelevante Angaben MVV Geschäftsbericht 2024 90 Übernahmerelevante Angaben Der zusammengefasste Lagebericht enthält übernahmerelevante Angaben gemäß §§ 289a und 315a HGB. Der Vorstand hat sich mit diesen Angaben befasst und gibt hierzu folgende Erläuterungen: Zusammensetzung des gezeichneten Kapitals Das gezeichnete Kapital der Gesellschaft betrug zum Bilanzstichtag 30. September 2024 insgesamt 168.721.397,76 Euro. Es war eingeteilt in 65.906.796 auf den Namen lautende nennwertlose Stückaktien mit einem anteiligen Betrag am Grundkapital von 2,56 Euro je Stückaktie. Jede Aktie gewährt eine Stimme in der Hauptversammlung der MVV Energie AG und die sich aus dem Gesetz und der Satzung ergebenden Rechte und Pflichten. Beschränkungen, die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffen; Aktien mit Sonderrechten Nach unserem Kenntnisstand haben die Stadt Mannheim als Mehrheitsaktionärin und ihre Tochtergesellschaften MKB Mannheimer Kommunalbeteiligungen GmbH, Mannheim, Deutschland, und MV Mannheimer Verkehr GmbH, Mannheim, Deutschland, einerseits sowie die FS DE Energy GmbH, Frankfurt am Main, Deutschland, und ihre wesentliche Gesellschafterin FS Energy TopCo S.à r.l., Luxemburg, Luxemburg, sowie die First Sentier Investors International IM Limited, Edinburgh, Schottland, andererseits am 2. April 2020 eine Gesellschaftervereinbarung abgeschlossen. Diese enthält Abreden zu Vorschlägen für die Aufsichtsratsbesetzung, schließt eine Stimmbindung im Übrigen aus und erkennt an, dass die MVV Energie AG weiterhin eine durch die Stadt Mannheim beherrschte Gesellschaft sein soll. Darüber hinaus enthält die Gesellschaftervereinbarung Abreden über die Übertragung von Aktien. Insbesondere ist eine Weiterveräußerung von MVV-Aktien durch die FS DE Energy GmbH vor dem 1. Januar 2029 nur mit Zustimmung der Stadt Mannheim möglich. Aktien mit Sonderrechten, die Kontrollbefugnisse verleihen, existieren nicht. Direkte oder indirekte Beteiligungen am Kapital, die 10 % der Stimmrechte überschreiten Die Stadt Mannheim hielt zum Bilanzstichtag überwiegend mittelbar 50,1 % des Grundkapitals und der Stimmrechte der MVV Energie AG; die FS DE Energy GmbH, Frankfurt am Main, Deutschland, hielt unmittelbar 45,08 % des Grundkapitals und der Stimmrechte. Alleinige Gesellschafterin der FS DE Energy GmbH ist die FS Energy Holdco S.à r.l., Luxemburg, Luxemburg. Gesellschafter der FS Energy Holdco S.à r.l. sind mit einer Beteiligung von 84,9 % der Anteile die FS Energy TopCo S.à r.l., Luxemburg, Luxemburg, und mit 15,1 % der Anteile die Square Beteiligungs GmbH & Co. KG, Frankfurt am Main, Deutschland (Square). Die FS Energy TopCo S.à r.l. ist eine indirekte Tochtergesellschaft eines Fonds, der von First Sentier Investors International IM Limited, Edinburgh, Schottland, verwaltet wird. Gesellschafter (Kommanditisten) der Square Beteiligungs GmbH & Co. KG sind verschiedene Einzelunternehmen der Versicherungskammer Bayern, Versicherungsanstalt des öffentlichen Rechts (VKB), München, Deutschland. Diese mittelbare Beteiligung wird ebenfalls durch First Sentier Investors International IM Limited verwaltet; Square und VKB haben keine Kontroll- oder Managementrechte über die indirekte MVV-Beteiligung. Die Angaben beruhen auf den uns vorliegenden Mitteilungen der Aktionäre, den Eintragungen im Aktienregister und öffentlich verfügbaren Informationen.  Zusammengefasster Lagebericht  Übernahmerelevante Angaben MVV Geschäftsbericht 2024 91 Stimmrechtskontrolle Eine Stimmrechtskontrolle im Sinne von §§ 289a Nr. 5 und 315a Nr. 5 HGB findet nicht statt. Vorschriften zur Ernennung und Abberufung der Mitglieder des Vorstands und zur Satzungsänderung Die Ernennung und Abberufung der Mitglieder des Vorstands richtet sich nach §§ 76 ff. AktG, insbesondere § 84 AktG, und §§ 30 ff. MitbestG. Der Vorstand der Gesellschaft besteht nach der Satzung der Gesellschaft aus mindestens zwei Mitgliedern. Die Bestimmung der Anzahl der Mitglieder sowie deren Bestellung und Abberufung erfolgen durch den Aufsichtsrat. Die Bestellung erfolgt auf längstens fünf Jahre; eine wiederholte Bestellung ist zulässig. Die Änderung der Satzung erfolgt nach §§ 133, 179 AktG in Verbindung mit § 20 der Satzung der Gesellschaft. Gemäß § 20 Absatz 1 der Satzung reicht für eine Satzungsänderung auch die einfache Mehrheit des bei der Beschlussfassung vertretenen stimmberechtigten Grundkapitals aus, soweit nach zwingenden gesetzlichen Gründen keine größere Mehrheit erforderlich ist. Gemäß § 11 Absatz 3 der Satzung der Gesellschaft ist der Aufsichtsrat ermächtigt, Satzungsänderungen zu beschließen, die nur die Fassung betreffen. Befugnisse des Vorstands zur Ausgabe und zum Rückkauf von Aktien Die Hauptversammlung hat den Vorstand durch Beschluss vom 13. März 2020 ermächtigt, bis zum 12. März 2025 eigene Aktien zu erwerben, und zwar bis zu einem Umfang von 10 % des zum Zeitpunkt der Beschlussfassung bestehenden Grundkapitals. Die Hauptversammlung hat den Vorstand durch Beschluss vom 8. März 2024 zudem ermächtigt, das Grundkapital bis zum 8. März 2029 mit Zustimmung des Aufsichtsrats durch Ausgabe von bis zu 20 Mio neuen, auf den Namen lautenden Stückaktien gegen Bar- und/oder Sacheinlagen einmalig oder mehrmalig um bis zu insgesamt 51,2 Mio Euro zu erhöhen. Der Vorstand der MVV Energie AG hat von beiden Ermächtigungen bislang keinen Gebrauch gemacht. Entschädigungsvereinbarungen und Change-of-Control-Klauseln Bei MVV Energie AG bestehen keine wesentlichen Vereinbarungen, die unter der Bedingung eines Kontrollwechsels infolge eines Übernahmeangebots stehen (Change-of-Control-Klauseln). Entschädigungsvereinbarungen der Gesellschaft mit Mitgliedern des Vorstands oder Arbeitnehmern für den Fall eines Übernahmeangebots bestehen ebenfalls nicht.  Zusammengefasster Lagebericht  Geschäftsentwicklung der MVV Energie AG MVV Geschäftsbericht 2024 92 Geschäftsentwicklung der MVV Energie AG Gesamtaussage Die Ergebnisentwicklung des MVV-Konzerns spiegelt sich auch im Ergebnis der MVV Energie AG wider. Der Ergebnisrückgang im Vorjahresvergleich ist vor allem darin begründet, dass sich im Vorjahr Veräußerungsgewinne aus dem Verkauf von Beteiligungen und außergewöhnlich hohe Ergebnisbeiträge aus dem Energiehandel im Rahmen der Vermarktung erneuerbarer Energien sowie der Portfoliobewirtschaftung positiv auf das Ergebnis ausgewirkt hatten. Erläuterungen zum Jahresabschluss der MVV Energie AG (HGB) Als börsennotierte Muttergesellschaft des MVV-Konzerns („MVV“) stellt die MVV Energie AG ihren Jahresabschluss nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuchs sowie nach den ergänzenden Vorschriften des Aktiengesetzes und des Energiewirtschaftsgesetzes auf. Der Konzernabschluss von MVV wird nach den internationalen Rechnungslegungsvorschriften (IFRS), wie sie in der EU anzuwenden sind, erstellt. Im Konzernabschluss sind die Erträge und Aufwendungen der konsolidierten Tochtergesellschaften – im Unterschied zum Einzelabschluss nach HGB – in den einzelnen Ertrags- und Aufwandspositionen der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung enthalten. Weitere Abweichungen zwischen dem Einzelabschluss der MVV Energie AG und dem Konzernabschluss ergeben sich insbesondere aus Ansatz- und Bewertungsunterschieden zwischen den handelsrechtlichen und den internationalen Rechnungslegungsvorschriften nach IFRS. Der Jahresabschluss der MVV Energie AG, der Konzernabschluss von MVV und der zusammengefasste Lagebericht für das Geschäftsjahr 2024 werden im Unternehmensregister veröffentlicht. Unter 💻 mvv.de/investoren stehen der vollständige Jahresabschluss 2024 der MVV Energie AG ebenso wie der Konzernabschluss und der zusammengefasste Lagebericht als Download zur Verfügung. Mit der Verabschiedung des Kohleausstiegsgesetzes am 3. Juli 2020 hat sich der Gesetzgeber klar zu einem wirtschaftlich nachhaltigen Einstieg in ein klimaneutrales Energiesystem bekannt. Der vom Bundestag beschlossene Kohleausstieg sieht dabei ein stufenweises Ende der Kohleverstromung bis spätestens 2038 vor. Während das Kohleausstiegsgesetz für Braunkohlekraftwerke durch gesetzliche Regelungen, flankiert von einem öffentlich-rechtlichen Vertrag, Stilllegungsdaten verbindlich und damit planbar regelt, erfolgt der Ausstieg aus der Steinkohleverstromung zunächst durch Ausschreibungen und erst im Anschluss durch gesetzliche Vorgaben. Für junge Steinkohlekraftwerke ist im Kohleausstiegsgesetz festgeschrieben, vorzeitige Wertberichtigungen und unzumutbare Härten zu vermeiden. Dies kann durch beihilferechtskonforme Entschädigungen in Härtefällen oder durch wirkungsgleiche Maßnahmen erfolgen.  Zusammengefasster Lagebericht  Geschäftsentwicklung der MVV Energie AG MVV Geschäftsbericht 2024 93 Auf der Grundlage des in Kraft getretenen Kohleausstiegsgesetzes ergeben sich beim Grosskraftwerk Mannheim verkürzte Nutzungsdauern der Anlagenblöcke. Dies führt durch Kostenverrechnungen aus der Abnahme von Strom und Fernwärme bei MVV im Berichtsjahr zu Mehraufwendungen in einem mittleren einstelligen Millionenbetrag. Entgangene Gewinne für die nicht realisierten Betriebsjahre zwischen dem Zeitpunkt der gesetzlichen Stilllegung und einer ursprünglich längeren Betriebszeit oder im Zuge unzumutbarer Härten gewährte Entschädigungen sind dabei nicht berücksichtigt. Solche künftigen Entschädigungen für die durch den Kohleausstieg verursachten Aufwendungen wurden bei der Tochtergesellschaft MVV RHE als sonstige Forderung erfasst. Darstellung der Ertragslage der MVV Energie AG

Gewinn- und Verlustrechnung
Tsd Euro 1.10.2023  bis 30.9.2024 1.10.2022  bis 30.9.2023
Umsatzerlöse 2.496.484 2.842.203
Abzüglich Strom- und Erdgassteuer – 121.696 – 122.068
Umsatzerlöse nach Strom- und Erdgassteuer 2.374.788 2.720.135
Erhöhung oder Verminderung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen –48 –125
Andere aktivierte Eigenleistungen 46 94
Sonstige betriebliche Erträge 40.119 224.863
Materialaufwand 2.123.006 2.460.419
Personalaufwand 96.156 97.460
Abschreibungen 24.678 23.253
Sonstige betriebliche Aufwendungen 126.332 162.224
Finanz- und Beteiligungsergebnis 190.496 127.089
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 70.109 137.415
Ergebnis nach Steuern 165.120 191.285
Sonstige Steuern 393 665
Jahresüberschuss 164.727 190.620
Einstellungen in andere Gewinnrücklagen 82.344 95.055
Bilanzgewinn 82.383 95.565

Der Umsatz nach Energiesteuern der MVV Energie AG ging im Vorjahresvergleich um 345 Mio Euro auf 2.375 Mio Euro zurück. Der Rückgang resultiert hauptsächlich aus rückläufigen Großhandelspreisen für Strom und Gas sowie niedrigeren sonstigen Umsätzen für die Beistellung von CO2-Emissionszertifikaten. Der Umsatz wurde ausschließlich in Deutschland erzielt. Auf das Stromgeschäft entfielen 57,8 % des Gesamtumsatzes (Vorjahr: 63,3 %). Es stellt damit weiterhin die umsatzstärkste Sparte der MVV Energie AG dar. Mit 2.123 Mio Euro lag der Materialaufwand um 337 Mio Euro unter dem Vorjahr. Dabei spiegelt sich im Materialaufwand im Wesentlichen die Umsatzentwicklung wider; darüber hinaus sank insbesondere der Strombezug proportional stärker als die Stromerlöse. Die sonstigen betrieblichen Erträge verringerten sich um 185 Mio Euro auf 40 Mio Euro. Der Rückgang resultiert vor allem aus dem Wegfall der Veräußerungserlöse aus dem Verkauf der MVV Energie CZ-Gruppe und der Anteile an den Stadtwerken Ingolstadt im Vorjahr.  Zusammengefasster Lagebericht  Geschäftsentwicklung der MVV Energie AG MVV Geschäftsbericht 2024 94 Zum 30. September 2024 beschäftigte die MVV Energie AG 932 Mitarbeitende; 20 mehr als zum Bilanzstichtag des Vorjahres. Der Personalaufwand ging um 1 Mio Euro auf 96 Mio Euro zurück. Die Abschreibungen lagen mit 25 Mio Euro um 2 Mio Euro über dem Vorjahr. Im Berichtsjahr und im Vorjahr gab es keine außerplanmäßigen Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen nahmen um 36 Mio Euro auf 126 Mio Euro ab. Die Veränderung resultiert hauptsächlich aus im Vorjahr bestehenden höheren Aufwendungen für Abrechnungsdienstleistungen und Aufwendungen zur Gründung einer gemeinnützigen Stiftung anlässlich des 150-jährigen Jubiläums von MVV und ihrer Vorgängergesellschaften. Das Finanz- und Beteiligungsergebnis erhöhte sich im Vorjahresvergleich um 63 Mio Euro auf 190 Mio Euro. Gewinnabführungen und Thesaurierungen haben zu der Entwicklung beigetragen. Das Ergebnis nach Steuern lag mit 165 Mio Euro um 26 Mio unter dem Vorjahr. Nach Abzug der sonstigen Steuern erwirtschaftete die MVV Energie AG im Geschäftsjahr 2024 einen Jahresüberschuss von 165 Mio Euro. In ihrer Prognose für das Geschäftsjahr 2024 hatte die Gesellschaft bereits einen deutlichen Rückgang des Jahresüberschusses gegenüber dem Vorjahr erwartet, was sich entsprechend bestätigt hat. Auf Basis des Gewinnverwendungsbeschlusses der Hauptversammlung vom 8. März 2024 wurde der Bilanzgewinn des Geschäftsjahres 2023 in Höhe von 96 Mio Euro vollständig an die Aktionäre der MVV Energie AG ausgeschüttet. Die Dividende belief sich auf 1,15 Euro je Aktie zuzüglich einer einmaligen Sonderdividende in Höhe von 0,30 Euro je Aktie anlässlich des 150-jährigen Jubiläums von MVV und ihrer Vorgängergesellschaften und der außerordentlichen Ergebnisentwicklung im Vorjahr. Aus dem Jahresüberschuss des Berichtsjahres wurden Gewinnrücklagen in Höhe von 82 Mio Euro gebildet. Zum 30. September 2024 wies die MVV Energie AG einen Bilanzgewinn in Höhe von 82 Mio Euro aus. Die Hauptversammlung findet am 14. März 2025 statt. Sie wird über den Dividendenvorschlag von Vorstand und Aufsichtsrat entscheiden. Der Vorstand wird der Hauptversammlung eine Ausschüttung von 1,25 Euro je Aktie (Vorjahr: 1,15 Euro je Aktie) vorschlagen; der Aufsichtsrat beschließt über seinen Dividendenvorschlag im Dezember 2024.  Zusammengefasster Lagebericht  Geschäftsentwicklung der MVV Energie AG MVV Geschäftsbericht 2024 95 Darstellung der Vermögens- und Finanzlage der MVV Energie AG

Bilanz
Tsd Euro 30.9.2024 30.9.2023
Aktiva
Anlagevermögen
Immaterielle Vermögensgegenstände 1.218 561
Sachanlagen 630.661 586.587
Finanzanlagen 1.773.020 1.617.803
2.404.899 2.204.951
Umlaufvermögen
Vorräte 116 221
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 676.772 880.514
Flüssige Mittel 450.110 518.993
1.126.998 1.399.728
Rechnungsabgrenzungsposten 75 131
3.531.972 3.604.810
Passiva
Eigenkapital
Gezeichnetes Kapital 168.721 168.721
Kapitalrücklage 458.946 458.946
Gewinnrücklagen 777.283 694.939
Bilanzgewinn 82.383 95.565
1.487.333 1.418.171
Empfangene Ertragszuschüsse 33.046 34.728
Rückstellungen 160.333 154.586
Verbindlichkeiten 1.844.329 1.990.116
Rechnungsabgrenzungsposten 9
Passive latente Steuern 6.922 7.209
3.531.972 3.604.810

Die Bilanzsumme nahm im Vergleich zum Vorjahr um 73 Mio Euro auf 3.532 Mio Euro ab, was vor allem auf die gegenüber dem Vorjahr gesunkenen Großhandelspreise für Strom und Gas zurückzuführen ist. Die Aktivseite wird wesentlich durch das Finanzanlagevermögen geprägt: Zum 30. September 2024 summierte es sich auf 1.773 Mio Euro, was einem Anteil an der Bilanzsumme von 50 % entspricht. Im Vorjahr beliefen sich die Werte auf 1.618 Mio Euro beziehungsweise 45 %. Der Anstieg des Finanzanlagevermögens um 155 Mio Euro resultiert vor allem aus höheren Ausleihungen gegenüber Tochterunternehmen. Das Sachanlagevermögen stieg im Vergleich zum Vorjahr um 44 Mio Euro auf 631 Mio Euro. Grund hierfür waren in erster Linie Investitionen in Leitungs- und Versorgungsnetze sämtlicher Medien. Das Umlaufvermögen reduzierte sich im Vergleich zum 30. September 2023 um 273 Mio Euro auf 1.127 Mio Euro. Die Abnahme ergab sich im Wesentlichen aus dem Rückgang der flüssigen Mittel resultierend aus Abflüssen von Sicherheitshinterlegungen für das Kontrahentenausfallrisiko (Margins), gesunkenen Forderungen gegen verbundene Unternehmen sowie aus dem Rückgang sonstiger Vermögensgegenstände. Das Eigenkapital stieg im Berichtsjahr um 69 Mio Euro und belief sich zum Bilanzstichtag auf 1.487 Mio Euro. Die Eigenkapitalquote lag zum 30. September 2024 mit 42 % über dem Vorjahreswert von 39 %.  Zusammengefasster Lagebericht  Geschäftsentwicklung der MVV Energie AG MVV Geschäftsbericht 2024 96 Die Rückstellungen erhöhten sich um 5 Mio Euro auf 160 Mio Euro vor allem aufgrund gestiegener Steuerrückstellungen. Dies resultierte im Wesentlichen aus geringeren Steuervorauszahlungen im Berichtsjahr sowie gestiegenen Ergebnissen bei Organgesellschaften. Die Verbindlichkeiten reduzierten sich um 146 Mio Euro auf 1.844 Mio Euro. Die Abnahme ist hauptsächlich auf den Rückgang der Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen sowie geringere Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten aufgrund von Tilgungen zurückzuführen. Die MVV Energie AG nimmt die Finanzierungsfunktion für verbundene Unternehmen wahr. Im Rahmen dieser Funktion sichert sie die operative Liquidität zahlreicher Gesellschaften und versorgt diese über Gesellschafterdarlehen mit langfristigem Kapital, das für Investitionen verwendet wird. Zur Sicherung der Liquidität stehen zugesagte Kreditlinien in ausreichendem Umfang zur Verfügung. Tätigkeitsabschlüsse 2024 Mit ihren Tätigkeitsabschlüssen 2024 erfüllt die MVV Energie AG die Berichtspflicht nach § 6b des Gesetzes über die Elektrizitäts- und Gasversorgung (Energiewirtschaftsgesetz – EnWG) sowie nach § 3 Messstellenbetriebsgesetz (MsbG). Wir führen in der internen Rechnungslegung jeweils getrennte Konten für die Tätigkeiten der Elektrizitäts- und Gasverteilung, für den Messstellenbetrieb, für andere Tätigkeiten innerhalb des Elektrizitäts- und Gassektors sowie für andere Tätigkeiten außerhalb des Elektrizitäts- und Gassektors. Zudem erstellen wir jeweils eine Bilanz und eine Gewinn- und Verlustrechnung für die Elektrizitätsverteilung, für die Gasverteilung sowie für den Messstellenbetrieb. Elektrizitätsverteilung Im Berichtsjahr wies der Tätigkeitsbereich Elektrizitätsverteilung einen Umsatz von 44 Mio Euro (Vorjahr: 44 Mio Euro) aus. Die Gesamtleistung im Geschäftsjahr 2024 lag damit auf dem Niveau des Vorjahres. Der Umsatz des Tätigkeitsbereichs Elektrizitätsverteilung ist gemessen am Gesamtumsatz des Elektrizitätssektors von 926 Mio Euro (Vorjahr: 1.072 Mio Euro) von geringer Bedeutung. Die Ergebnisse des Tätigkeitsbereichs Elektrizitätsverteilung der MVV Energie AG enthalten neben den Erträgen aus der Verpachtung ihrer Stromnetze an die MVV Netze GmbH auch Erträge aus Konzessionsabgaben. Die MVV Netze GmbH verwaltet und betreibt die Verteilungsanlagen und -netze der MVV Energie AG und ist für deren Instandhaltung verantwortlich. Den sonstigen betrieblichen Erträgen aus der Weiterverrechnung der Konzessionsabgabe an die MVV Netze GmbH bis zum 30. September 2024 standen entsprechende sonstige betriebliche Aufwendungen gegenüber. Im Geschäftsjahr 2024 wies die Elektrizitätsverteilung einen Jahresfehlbetrag von 0,3 Mio Euro auf (Vorjahr: Jahresfehlbetrag 2 Mio Euro). Zum 30. September 2024 lag die Bilanzsumme des Tätigkeitsbereichs Elektrizitätsverteilung bei 181 Mio Euro (Vorjahr: 168 Mio Euro); sie entsprach damit einem Anteil von 52 % (Vorjahr: 39 %) der Bilanzsumme des Elektrizitätssektors der MVV Energie AG. Das Sachanlagevermögen der Elektrizitätsverteilung erhöhte sich gegenüber dem Bilanzstichtag des Vorjahres. Mit 171 Mio Euro (Vorjahr: 158 Mio Euro) entsprach es einem Anteil von 94 % (Vorjahr: 94 %) der Bilanzsumme der Elektrizitätsverteilung. Auf der Passivseite stiegen die Verbindlichkeiten der Elektrizitätsverteilung von 83 Mio Euro auf 87 Mio Euro. Hierbei handelt es sich im Wesentlichen um Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten. Messstellenbetrieb mME/iMSys Im Berichtsjahr wurde aufgrund der Entflechtung nach § 3 Abs. 4 Satz 2 MsbG unter entsprechender Anwendung des § 6b Abs. 3 EnWG der Tätigkeitsbereich Messstellenbetrieb  Zusammengefasster Lagebericht  Geschäftsentwicklung der MVV Energie AG MVV Geschäftsbericht 2024 97 moderne Messeinrichtungen und intelligente Messsysteme mit einem Umsatz von 1,1 Mio Euro (Vorjahr: 0,9 Mio Euro) ausgewiesen. Die Gesamtleistung im Geschäftsjahr 2024 lag damit bei 1,1 Mio Euro. Der Umsatz des Tätigkeitsbereichs Messstellenbetrieb mME/iMSys ist gemessen am Gesamtumsatz des Elektrizitätssektors von 926 Mio Euro (Vorjahr: 1.072 Mio Euro) von geringer Bedeutung. Die Ergebnisse des Tätigkeitsbereichs Messstellenbetrieb mME/iMSys der MVV Energie AG enthalten die Erträge aus der Verpachtung ihrer Stromzähler (mME/iMSys). Dem gegenüber stehen die Abschreibungen der im Anlagevermögen der MVV Energie AG gehaltenen Stromzähler (mME/iMSys) in Höhe von 0,8 Mio Euro (Vorjahr: 0,7 Mio Euro). Im Geschäftsjahr 2024 wies der Messstellenbetrieb mME/iMSys einen Jahresfehlbetrag von 202 Tsd Euro auf (Vorjahr: Jahresfehlbetrag von 118 Tsd Euro). Zum 30. September 2024 lag die Bilanzsumme des Tätigkeitsbereichs Messstellenbetrieb mME/iMSys bei 4,1 Mio Euro (Vorjahr: 3,9 Mio Euro); sie entsprach damit einem Anteil von 1,2 % (Vorjahr: 0,9 %) der Bilanzsumme des Elektrizitätssektors der MVV Energie AG. Das Sachanlagevermögen des Messstellenbetriebs mME/iMSys betrug zum Bilanzstichtag 4,1 Mio Euro (Vorjahr: 3,9 Mio Euro). Es entsprach somit einem Anteil von 99 % (Vorjahr: 99 %) der Bilanzsumme des Messstellenbetriebs mME/iMSys. Auf der Passivseite wurden Verbindlichkeiten des Messstellenbetriebs mME/iMSys in Höhe von 2,3 Mio Euro (Vorjahr: 2,3 Mio Euro) ausgewiesen. Hierbei handelt es sich im Wesentlichen um Verbindlichkeiten gegen andere Tätigkeitsbereiche. Gasverteilung Im Berichtsjahr wies der Tätigkeitsbereich Gasverteilung einen Umsatz von 27 Mio Euro (Vorjahr: 26 Mio Euro) aus. Die Gesamtleistung lag damit auf dem Niveau des Vorjahres. Gemessen am Gesamtumsatz des Gassektors von 117 Mio Euro (Vorjahr: 142 Mio Euro) ist der Tätigkeitsbereich Gasverteilung von geringer Bedeutung. Analog der Elektrizitätsverteilung enthalten die Ergebnisse des Tätigkeitsbereichs Gasverteilung neben den Erträgen aus der Verpachtung ihrer Netze an die MVV Netze GmbH auch Erträge aus Konzessionsabgaben. Den sonstigen betrieblichen Erträgen aus der Weiterverrechnung der Konzessionsabgabe an die MVV Netze GmbH bis 30. September 2024 standen entsprechende sonstige betriebliche Aufwendungen gegenüber. Im Berichtsjahr erwirtschaftete der Tätigkeitsbereich Gasverteilung einen Jahresüberschuss in Höhe von 3 Mio Euro (Vorjahr: 4 Mio Euro). Die Bilanzsumme des Tätigkeitsbereichs Gasverteilung lag zum Bilanzstichtag 30. September 2024 bei 146 Mio Euro (Vorjahr: 141 Mio Euro) und stellte damit einen Anteil von rund 73 % (Vorjahr: 62 %) der Bilanzsumme des Gassektors der MVV Energie AG dar. Das Sachanlagevermögen der Gasverteilung lag mit 140 Mio Euro um 5 Mio Euro über dem Vorjahr und entsprach damit einem Anteil von 96 % (Vorjahr: 96 %) der Bilanzsumme der Gasverteilung. Auf der Passivseite reduzierten sich die Verbindlichkeiten der Gasverteilung von 72 Mio Euro auf 71 Mio Euro. Hierbei handelt es sich im Wesentlichen um Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten.  Zusammengefasster Lagebericht  Geschäftsentwicklung der MVV Energie AG MVV Geschäftsbericht 2024 98 Erklärung zur Unternehmensführung (§§ 289f, 315d HGB) Börsennotierte Unternehmen sind gemäß § 289f HGB verpflichtet, eine Erklärung zur Unternehmensführung abzugeben: In dieser Erklärung berichten sie über die aktuelle Entsprechenserklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex gemäß § 161 AktG und über Unternehmensführungspraktiken, die über die gesetzlichen Anforderungen hinaus angewandt werden. Zudem berichten sie über die Arbeitsweise von Vorstand und Aufsichtsrat, über die Zusammensetzung und Arbeitsweise der Ausschüsse des Aufsichtsrats sowie über die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen. Die Erklärung zur Unternehmensführung mit Entsprechenserklärung wurde am 7. November 2024 auf unserer Internetseite 💻 mvv.de/corporate-governance veröffentlicht. Erklärung gemäß § 312 Aktiengesetz (AktG) Der Vorstand hat für das Geschäftsjahr 2024 gemäß § 312 AktG einen Bericht über Beziehungen zu verbundenen Unternehmen (Abhängigkeitsbericht) erstellt und erklärt: „MVV Energie hat bei den im Bericht über die Beziehungen zur Stadt Mannheim und den verbundenen Unternehmen aufgeführten Rechtsgeschäften nach den Umständen, die dem Vorstand in dem Zeitpunkt bekannt waren, in dem die Rechtsgeschäfte vorgenommen wurden, bei jedem Rechtsgeschäft eine angemessene Gegenleistung erhalten. Maßnahmen im Sinne von § 312 AktG wurden im Geschäftsjahr 2024 auf Veranlassung oder im Interesse der Stadt Mannheim oder den mit ihr verbundenen Unternehmen nicht getroffen oder unterlassen.“ Nichtfinanzielle Erklärung (§§ 315b, 315c in Verbindung mit § 289b ff. HGB) Die nichtfinanzielle Erklärung für das Geschäftsjahr 2024 wird gemeinsam für die MVV Energie AG und den MVV Energie Konzern („MVV“) als zusammengefasste nichtfinanzielle Erklärung im zusammengefassten Lagebericht veröffentlicht.  Zusammengefasster Lagebericht  Prognose-, Chancen- und Risikobericht  Prognosebericht MVV Geschäftsbericht 2024 99 Prognose-, Chancen- und Risikobericht •Adjusted EBIT zwischen 350 und 400 Mio Euro erwartet •Investitionen steigen deutlich Prognosebericht Gesamtwirtschaftliche Entwicklung Die führenden deutschen Wirtschaftsforschungsinstitute prognostizieren in ihrer „Gemeinschaftsdiagnose Herbst“ für das Kalenderjahr 2025 einen Anstieg des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 0,8 %. Die geringfügige Erholung soll aus dem steigenden privaten Verbrauch resultieren, der von den gestiegenen real verfügbaren Einkommen angeregt werde. Außerdem erwarten die Experten, dass der deutsche Außenhandel durch die Belebung der Konjunktur in wichtigen Absatzmärkten gestützt werde. In Verbindung mit besseren Finanzierungsbedingungen soll dies den Anlageinvestitionen zugutekommen. In ihrer Herbstprojektion vom Oktober 2024 rechnet die Bundesregierung ebenfalls auf der Grundlage dieser Erwartungen für das Kalenderjahr 2025 mit einer Belebung und erwartet einen Anstieg des BIP um 1,1 %. Rahmenbedingungen Neben der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung wirken sich vor allem die energie- und klimapolitischen Veränderungen auf nationaler und europäischer Ebene sowie regulatorische Steuerungseingriffe auf den zukünftigen Geschäftsverlauf von MVV aus. Über energiepolitische Veränderungen des Berichtsjahres informieren wir im Kapitel Rahmenbedingungen . Gesamtaussage Wir rechnen insgesamt damit, dass die Energiebranche und damit auch MVV mittel- bis langfristig weiterhin tiefgreifenden Veränderungen ausgesetzt sein wird, auf die wir uns mit unserer Unternehmensstrategie und ihrem Fokus auf Klimaschutz und Dekarbonisierung seit Jahren einstellen. Die nationalen und internationalen Klimaschutzbemühungen und Gesetzesinitiativen bestärken uns darin, dass unser Ziel #klimapositiv bis 2035 richtig und wichtig ist. Um dieses Ziel zu erreichen, werden wir das Tempo bei unseren Aktivitäten zur Realisierung der Wärmewende, zur Umsetzung der Stromwende und zum Ausbau unserer Kundenlösungen für Klimaneutralität unverändert hoch halten. Dafür wollen wir unsere Investitionen in den nächsten Jahren deutlich erhöhen und damit die Basis für nachhaltiges und profitables Wachstum schaffen. Im Zuge unserer ambitionierten Ziele überprüfen wir auch unser Beteiligungsportfolio kontinuierlich. Insgesamt gehen wir davon aus, dass uns unser breit aufgestelltes Geschäftsmodell auch im Geschäftsjahr 2025 Stabilität verleihen wird.  Zusammengefasster Lagebericht  Prognose-, Chancen- und Risikobericht  Prognosebericht MVV Geschäftsbericht 2024 100 Ergebnisentwicklung im Konzern Die Ergebnisentwicklung im Berichtssegment Kundenlösungen ist neben dem Witterungsverlauf besonders vom Markt- und Wettbewerbsumfeld abhängig. Nachdem die Großhandelspreise an den Energiemärkten zurückgegangen sind, erwarten wir auch ein niedrigeres Ergebnis in unserem Energiehandelsgeschäft und der Vermarktung erneuerbarer Energien. Für das Geschäftsjahr 2025 erwarten wir deshalb in diesem Segment insgesamt ein Adjusted EBIT deutlich unter dem des Vorjahres. Für das Berichtssegment Neue Energien gehen wir dagegen von einem deutlichen Anstieg des Adjusted EBIT aus. Dabei rechnen wir mit stabilen Ergebnissen aus unseren Anlagen im Umweltgeschäft sowie mit höheren Ergebnisbeiträgen der Projektentwicklung. Generell wird das Ergebnis im Berichtssegment Neue Energien von der Entwicklung der Abfall- und Biomassepreise und -mengen, den Großhandelspreisen an den Energiemärkten, von der Verfügbarkeit unserer Anlagen sowie von den Witterungsverhältnissen und dem Windaufkommen beeinflusst. Hinzu kommt eine natürlich hohe Volatilität bei der Entwicklung von Wind- und Photovoltaik-Projekten. Im Berichtssegment Erzeugung und Infrastruktur rechnen wir damit, dass das Adjusted EBIT auf dem Niveau des Vorjahres liegen wird. Das Ergebnis des Berichtssegments Erzeugung und Infrastruktur wird dabei vor allem durch die Entwicklung der Beschaffungskosten für Brennstoffe und CO2-Emissionszertifikate, der Witterung sowie von der Verfügbarkeit unserer Anlagen geprägt. Neben den bereits zuvor genannten Faktoren hängt unsere Erwartung für das Adjusted EBIT auch von der weiteren konjunkturellen Entwicklung sowie von den Bedingungen an den Energiemärkten ab. Darüber hinaus unterstellt unsere Prognose, dass es zu keiner geopolitischen Situation kommt, die zu einer Einschränkung der Verfügbarkeit von Rohstoffen und der Einhaltung von Lieferketten oder einem sonstigen Krisenszenario führt. Derzeit sind uns keine Effekte bekannt, die einen Sondereinfluss auf unser Ergebnis des Geschäftsjahres 2025 haben könnten. Auf der Grundlage der Annahmen für unsere Berichtssegmente gehen wir daher aus operativer Sicht davon aus, dass das Adjusted EBIT für den Konzern im Geschäftsjahr 2025 zwischen 350 und 400 Mio Euro liegen wird. Ergebnisentwicklung der MVV Energie AG im Einzelabschluss Für das Geschäftsjahr 2025 gehen wir davon aus, dass der Jahresüberschuss nach Steuern der MVV Energie AG etwa auf dem Niveau des Vorjahres (165 Mio Euro) liegen wird. Für das Ergebnis im Einzelabschluss maßgeblich sind insbesondere der Witterungsverlauf, der Netzbetrieb, das Vertriebsgeschäft sowie Erträge aus den Konzernbeteiligungen. Dividende Wir möchten unseren Anteilseignern eine an der Ergebnisentwicklung von MVV orientierte Dividende zur Verfügung stellen. Deshalb hat der Vorstand beschlossen, die ordentliche Dividende gegenüber dem Vorjahr um 0,10 Euro je Aktie zu erhöhen und der Hauptversammlung am 14. März 2025 eine Dividende von 1,25 Euro je Aktie vorzuschlagen. Der Aufsichtsrat wird über seinen Dividendenvorschlag an die Hauptversammlung im Dezember 2024 beschließen.  Zusammengefasster Lagebericht  Prognose-, Chancen- und Risikobericht  Prognosebericht MVV Geschäftsbericht 2024 101 Investitionen Aus heutiger Sicht werden wir unsere Investitionen im Geschäftsjahr 2025 gegenüber dem Vorjahr (417 Mio Euro) deutlich erhöhen. Renditeentwicklung im Konzern Ziel unserer wertorientierten Unternehmenssteuerung ist es, den Unternehmenswert von MVV nachhaltig zu steigern und unseren Aktionären eine attraktive Dividende zu bieten. Dazu streben wir eine Rendite (Adjusted ROCE) auf das durchschnittlich eingesetzte Kapital (Capital Employed) an, die über unseren Kapitalkosten (WACC) liegt. Vor dem Hintergrund des erwarteten Ergebnisniveaus und der geplanten hohen Investitionen rechnen wir für das Geschäftsjahr 2025 mit einem Adjusted ROCE, der zwar über den Kapitalkosten, jedoch deutlich unter dem Vorjahr liegen wird. Zukunftsgerichtete Aussagen und Prognosen Unser zusammengefasster Lagebericht für MVV (nach IFRS) und die MVV Energie AG (nach HGB) enthält in die Zukunft gerichtete Aussagen, die auf heutigen Annahmen und Einschätzungen beruhen. Auch wenn der Vorstand davon überzeugt ist, dass diese getroffenen Annahmen und Planungen nach bestem Gewissen zutreffend sind, können die tatsächliche Entwicklung und die Ergebnisse in der Zukunft hiervon abweichen.  Zusammengefasster Lagebericht  Prognose-, Chancen- und Risikobericht  Chancen- und Risikobericht MVV Geschäftsbericht 2024 102 Chancen- und Risikobericht Die Energiewirtschaft befindet sich im Wandel. Viele nationale und internationale Akteure intensivieren ihre Bemühungen für Klimaschutz und nachhaltiges Wirtschaften. MVV gestaltet diesen Wandel aktiv mit. Mit unserem „Mannheimer Modell“ wollen wir als eines der ersten Energieunternehmen in Deutschland #klimapositiv werden. Jedoch haben Unsicherheiten in unserer Branche durch geopolitische sowie durch konjunkturelle Entwicklungen zugenommen. Nach unserer Einschätzung werden diese Unsicherheiten auch in der nahen Zukunft weiter bestehen. Unsicherheiten, also Chancen und Risiken, sind Teil unseres unternehmerischen Handelns. Unsere Unternehmensführung hat die Aufgabe, diese frühzeitig zu identifizieren; sie realisiert dabei Chancen und begegnet Risiken mit geeigneten Maßnahmen. Dafür nutzen wir zum einen unser Risikomanagementsystem (RMS), mit dem wir frühzeitig relevante Entwicklungen erfassen können, und zum anderen unser rechnungslegungsbezogenes Internes Kontrollsystem (IKS), dass dazu dient, eine ordnungsgemäße und einheitliche Rechnungslegung sicherzustellen. Erläuterung des Internen Kontrollsystems (IKS) Rechnungslegungsbezogenes IKS Allgemeines Unser rechnungslegungsbezogenes IKS umfasst alle von der Unternehmensleitung, den Führungskräften und anderen Beteiligten eingeführten Grundsätze, Verfahren und Maßnahmen, mit denen wir primär eine zuverlässige und zeitnahe Rechnungslegung mit angemessener Sicherheit erreichen wollen. Beim Aufbau und bei den Abläufen unseres IKS orientieren wir uns an dem weltweit anerkannten und verbreiteten Referenzmodell des Committee of Sponsoring Organizations of the Treadway Commission (COSO). Wir verfolgen dabei einen risikoorientierten Ansatz, bei dem stärker risikobehaftete Organisationseinheiten, Prozesse und Systeme intensiver durch Kontrollaktivitäten abgesichert werden als weniger risikobehaftete. Die durch unser IKS abgedeckte Rechnungslegung umfasst die Quartalsmitteilungen, den Konzernzwischenabschluss, den Halbjahresfinanzbericht, den Konzernabschluss und den zusammengefassten Lagebericht des MVV-Konzerns sowie den Jahresabschluss der MVV Energie AG. IKS-Management Unsere Experten für das IKS-Management sorgen dafür, dass unser IKS zuverlässig funktioniert und kontinuierlich weiterentwickelt wird. Der zentrale IKS-Manager stellt sicher, dass MVV über ein wirksames und konzernweit einheitliches IKS verfügt. Zu diesem Zweck entwickelt er die Grundsätze für Aufbau, Abläufe und Dokumentation unseres IKS – inklusive der erforderlichen IT-Lösungen. Außerdem unterstützt und überwacht er die Umsetzung dieser Vorgaben in den ins IKS einbezogenen Konzerngesellschaften. Die dezentralen IKS-Beauftragten sind auf der Ebene einer Konzerngesellschaft oder einer Querschnittsfunktion zuständig für die Funktionsfähigkeit des IKS. Sie werden von der rechtlich verantwortlichen Leitung bestellt und berichten in dieser Funktion auch an den zentralen IKS-Manager.  Zusammengefasster Lagebericht  Prognose-, Chancen- und Risikobericht  Chancen- und Risikobericht MVV Geschäftsbericht 2024 103 Kontrollumfeld Ein funktionierendes Kontrollumfeld ist das Fundament unseres IKS. Es stellt den Rahmen für die Umsetzung der Grundsätze, Verfahren und Maßnahmen unseres IKS dar und weist folgende Merkmale auf: •Unser gemeinsam von Vorstand, Führungskräften und Mitarbeitenden entwickeltes Programm „Gelebte Energie“ gibt die Werte unseres Unternehmens vor und regelt für alle Mitarbeitenden den Umgang untereinander sowie mit Dritten. •Die Verteilung von Kompetenzen und Verantwortlichkeiten im Unternehmen (Aufbauorganisation) ist mithilfe von Organigrammen und Stellenbeschreibungen geregelt. •Für alle IKS-relevanten Unternehmensprozesse (Ablauforganisation) existieren aktuelle Prozessdiagramme, Handbücher und Umsetzungshilfen. Kontrollaktivitäten werden mitsamt den Anforderungen an ihre Durchführung in Risiko- und Kontrollmatrizen dokumentiert. •Die notwendige fachliche und persönliche Kompetenz unserer Beschäftigten stellen wir mithilfe von Stellenbeschreibungen sicher; sie beinhalten die entsprechenden Anforderungen an die Stelleninhaber. •Das Bewusstsein für die Notwendigkeit und den Nutzen des IKS stärken wir permanent durch Präsentationen, Schulungen und den Austausch innerhalb des Unternehmens. Risikobeurteilung Unser übergeordnetes IKS-Ziel einer zuverlässigen und zeitnahen Rechnungslegung wird durch Risiken negativ beeinflusst, die vor allem durch veränderte oder fehlerhafte interne Prozesse, veränderte oder fehlerhafte IT-Systeme, fehlerhaftes Verhalten von Personen (unabsichtlich oder vorsätzlich) sowie interne und externe Ereignisse (wie etwa Unternehmenskäufe oder neue Bilanzierungsstandards) entstehen. Die systematische Beurteilung von rechnungslegungsbezogenen Risiken wird bei MVV auf mehreren Ebenen vollzogen: Unser IKS-Management prüft jährlich alle Konzerngesellschaften anhand entsprechender Kriterien auf ihre Wesentlichkeit und damit, ob und mit welchen Anforderungen sie ins konzernweite IKS einzubeziehen sind. Zudem veranstaltet unser IKS-Management Workshops mit Vertreterinnen und Vertretern neu einbezogener Konzerngesellschaften, in denen für alle IKS-relevanten Prozesse die operativen IKS-Ziele sowie die ihnen entgegenstehenden Risiken identifiziert und bewertet werden. Außerdem überprüfen unsere Führungskräfte, die für direkt oder indirekt an der Rechnungslegung beteiligte Prozesse verantwortlich sind, mindestens jährlich, ob ihre operativen IKS-Ziele und die vorhandenen Risiken aktuell und vollständig sind; dabei werden sie von ihren IKS-Beauftragten unterstützt. Kontrollaktivitäten Zu den bei uns eingeführten Kontrollaktivitäten gehören alle Grundsätze und Verfahren, mit deren Hilfe sichergestellt werden soll, dass wir den identifizierten Risiken in geeigneter Weise begegnen und unsere IKS-Ziele erreichen. Diese Kontrollaktivitäten betreffen alle Unternehmensebenen und Prozesse und lassen sich grundsätzlich unterscheiden in schriftliche Vorgaben, in denen unter anderem die IKS-Ziele formuliert werden, sowie in Maßnahmen und Verfahren, mit denen die Umsetzung der Vorgaben gewährleistet werden soll. Die Kontrollaktivitäten für alle IKS-relevanten Prozesse bei MVV beruhen auf festgelegten Richtlinien, Handbüchern, Arbeitsanweisungen und Ähnlichem. Wir nutzen geeignete interne Kontrollen zur Absicherung der korrekten Umsetzung der Vorgaben, die wir unter Berücksichtigung  Zusammengefasster Lagebericht  Prognose-, Chancen- und Risikobericht  Chancen- und Risikobericht MVV Geschäftsbericht 2024 104 der identifizierten Risiken festgelegt haben. In jedem Jahr überprüfen wir unsere Richtlinien und Handbücher auf Aktualität sowie unsere Kontrollaktivitäten auf ihre Eignung, die identifizierten Risiken wie beabsichtigt zu verringern. Bei allen IKS-relevanten Konzerngesellschaften und Querschnittsfunktionen kommt unabhängig von der jeweiligen Größe ein einheitlicher Mindestsatz an operativen IKS-Zielen zur Anwendung. Dieser ist durch geeignete interne Kontrollen abzudecken. Hierzu gehören unter anderem die strikte Trennung kritischer Funktionen in allen IKS-relevanten Prozessen sowie die regelmäßige Überprüfung der Zugangsberechtigungen zu den rechnungslegungsrelevanten IT-Systemen. Über diesen Mindestsatz hinaus verfügen die Konzerngesellschaften und Querschnittsfunktionen in Abhängigkeit von Risikofaktoren, wie etwa der Wesentlichkeit für den Konzern oder der Komplexität des Geschäftsmodells, über weitere interne Kontrollen. Diese sichern Vorgänge ab, die Risiken für die Rechnungslegung aufweisen, wie die Bestellung bei und Bezahlung von Lieferanten, die Einstellung und Bezahlung von Mitarbeitenden, die Messung und Rechnungsstellung von erbrachten Leistungen, die Steuerung der Liquidität, die laufende Buchung von Geschäftsvorfällen, die Inventur des Anlage- und/oder Umlaufvermögens, die Erstellung der Einzelabschlüsse und des Konzernabschlusses, die Erstellung und Veröffentlichung des zusammengefassten Lageberichts oder die Erstellung und Abgabe von Steuererklärungen. Die internen Kontrollen sind auf vielfältige Weise ausgestaltet, etwa als Vier-Augen-Prinzip, Freigabegrenzen, Zeichnungsberechtigungen, Prüfung und Freigabe durch Vorgesetzte, Datenabgleiche, Plausibilitätsprüfungen oder Prüfung auf Vollständigkeit und Korrektheit. Neben den in den Rechnungslegungs- und anderen operativen Prozessen von uns angesiedelten Kontrollen haben wir auch unsere IT-Systeme und die Prozesse für ihren zuverlässigen Betrieb durch geeignete allgemeine IT-Kontrollen abgesichert. Hierunter fallen beispielsweise ein rollenbasiertes Berechtigungsmanagement für den Zugriff auf unsere Buchhaltungssysteme, die Verhinderung von kritischen Berechtigungskombinationen, unter getrennten Zuständigkeiten stehende Systeme für Entwicklung, Tests und produktive Nutzung sowie Maßnahmen gegen den Verlust von Daten, den Ausfall von Systemen oder Angriffe mit böswilliger Software. Kommunikation und Information Das IKS soll sicherstellen, dass den zuständigen Stellen im Unternehmen stets alle notwendigen Informationen zur richtigen Zeit und in der erforderlichen Güte zur Verfügung stehen. Hierfür erzeugen wir relevante Informationen intern oder beschaffen sie extern und kommunizieren sie anschließend angemessen im Unternehmen. Unsere Mitarbeitenden erhalten oder erstellen Informationen zu ihren Aufgaben und Verantwortlichkeiten im Zusammenhang mit dem IKS über Organisationshandbücher, Unternehmenshandbücher und Ähnliches. Wir ergänzen diese Informationen mit Richtlinien, Handbüchern und Arbeitsanweisungen für alle relevanten Prozesse. Mit Prozessgrafiken stellen wir Abläufe und die darin eingebetteten internen Kontrollen bildlich dar; Risiko- und Kontrollmatrizen enthalten alle Details zu den internen Kontrollen. Wir wenden IT-Lösungen an, um die Durchführung von Kontrollaktivitäten zu unterstützen und zu dokumentieren. Das IKS-Management führt außerdem Schulungen durch und bietet Beratung und Unterstützung an. Bei Verdachtsfällen auf mögliches Fehlverhalten können sich unsere Beschäftigten auch anonym an eine Whistleblower-Hotline wenden, die von einem externen Vertrauensanwalt von MVV betrieben wird. Über einen regelmäßigen Austausch zwischen IKS-Management und Konzernrevision stellen wir sicher, dass diese beiden zentralen Akteure stets über alle aktuellen Entwicklungen im Zusammenhang mit unserem IKS informiert sind.  Zusammengefasster Lagebericht  Prognose-, Chancen- und Risikobericht  Chancen- und Risikobericht MVV Geschäftsbericht 2024 105 Die Berichterstattung über den Status des Konzern-IKS erfolgt durch den IKS-Manager quartalsweise an die verantwortliche Bereichsleitung sowie jährlich an Vorstand und Aufsichtsrat der MVV Energie AG. Grundlage für die Statusberichte des IKS-Managers sind unter anderem Informationen von den dezentralen IKS-Beauftragten, Daten aus der zentralen IT-Lösung für das IKS-Management sowie Rückmeldungen zu IKS-Prüfungen von der Konzernrevision. Überwachung und Verbesserung Das IKS von MVV wird auf mehreren Ebenen laufend überwacht und verbessert. Unsere Führungskräfte nehmen – mit Unterstützung durch das IKS-Management – mindestens jährlich eine Selbstbeurteilung der Wirksamkeit des IKS in ihrem Verantwortungsbereich vor. Hierzu bewerten sie die Angemessenheit des bestehenden IKS-Aufbaus und vergewissern sich, dass die Kontrollaktivitäten wie vorgesehen durchgeführt wurden. Die Ergebnisse dieser Selbstbeurteilungen werden zur weiteren Verbesserung des IKS genutzt. Die Wirksamkeit des IKS wird in allen IKS-relevanten Prozessen durch die Prozessverantwortlichen und die IKS-Experten sichergestellt. Gemeinsam sorgen sie dafür, dass die IKS-Dokumentation den tatsächlichen Aufbau und die Abläufe des IKS angemessen darstellt und die in der IKS-Dokumentation dargestellten Regelungen zu Aufbau und Abläufen des IKS grundsätzlich geeignet sind, die IKS-Ziele zu erreichen. Darüber hinaus überwachen die Prozessverantwortlichen und die IKS-Experten laufend, dass die Regelungen zu Aufbau und Abläufen des IKS wie vorgesehen eingehalten werden. Gemeinsam mit den Führungskräften überwacht auch das zentrale IKS-Management unser IKS, indem es die Durchführung der Kontrollaktivitäten IT-gestützt steuert, überwacht und bei Nichteinhaltung von Vorgaben einen Eskalationsprozess einleitet. Als rechtlich Verantwortliche bestätigen die Geschäftsführer und Vorstände der ins IKS einbezogenen Konzerngesellschaften sowie die Leiter der ins IKS einbezogenen Querschnittsfunktionen jährlich in einer Entsprechenserklärung, dass das IKS in ihrem Verantwortungsbereich wirksam ist und die Anforderungen von MVV erfüllt. Die Konzernrevision der MVV Energie AG überprüft als unabhängige Instanz regelmäßig das IKS aller einbezogenen Konzerngesellschaften und Querschnittsfunktionen auf Angemessenheit und Wirksamkeit. Etwaige Mängel werden berichtet und von den Verantwortlichen zeitnah beseitigt. Vorstand und Aufsichtsrat der MVV Energie AG kommen ihrer Pflicht zur Überwachung des rechnungslegungsbezogenen IKS nach, indem sie sich jährlich vom IKS-Management über den Status des rechnungslegungsbezogenen IKS informieren lassen. Aus Sicht des Vorstands ist das rechnungslegungsbezogene IKS grundsätzlich angemessen und wirksam. Nachhaltigkeitsbezogenes IKS Um in unserer nachhaltigkeitsbezogenen Berichterstattung mögliche Fehlberichterstattungen zu vermeiden, haben wir Prozesse aufgebaut, mit denen wir die nichtfinanziellen Daten ermitteln, verarbeiten, plausibilisieren und prüfen. Neben Kontrollen in unseren Fachbereichen setzen wir im Berichtserstellungsprozess unter anderem auch auf das Vier-Augen-Prinzip. Im Rahmen der Vorbereitungen für die Berichterstattung nach der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) ab dem Geschäftsjahr 2025 werden wir auf dieser Grundlage unser nachhaltigkeitsbezogenes IKS weiter ausbauen, um es mittelfristig auf das Niveau unseres rechnungslegungsbezogenen IKS anzuheben. Aus Sicht des Vorstands sind hinsichtlich der wesentlichen Belange des nachhaltigkeitsbezogenen IKS keine Anhaltspunkte bekannt, die gegen Angemessenheit und Wirksamkeit sprechen.  Zusammengefasster Lagebericht  Prognose-, Chancen- und Risikobericht  Chancen- und Risikobericht MVV Geschäftsbericht 2024 106 Erläuterung des Risikomanagementsystems (RMS) Unser RMS zielt darauf ab, Chancen und Risiken frühzeitig zu erkennen, die zu positiven beziehungsweise negativen finanziellen Abweichungen des Unternehmensergebnisses von unserer Unternehmensplanung oder unserer Prognose führen können. Risiken verringern wir, wenn möglich, oder geben sie an Dritte weiter. Dafür entwickeln wir geeignete Maßnahmen und überwachen deren Umsetzung. Zu einem unternehmerischen Umfeld gehört es jedoch naturgemäß auch, Risiken oder Unsicherheiten bewusst einzugehen, wenn ihnen angemessene Chancen gegenüberstehen. Risikomanagement im Kontext der MVV-Strategie Die durch MVV verfolgte Strategie hat ebenso wie unsere Umsetzungsprojekte und das gesamte operative Geschäft direkte Auswirkungen auf das finanzielle Risikomanagement. Die Chancen und Risiken spiegeln deshalb auch die Potenziale und Herausforderungen der Transformation hin zu mehr Nachhaltigkeit und klimapositivem Wirtschaften wider. Wir agieren hierbei vor dem Hintergrund hoher Marktunsicherheit und -komplexität einerseits und wachsender Anforderungen an die Nachhaltigkeit, beispielsweise resultierend aus der EU-Taxonomie und der Umsetzung der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD), andererseits. [IMAGE]  Zusammengefasster Lagebericht  Prognose-, Chancen- und Risikobericht  Chancen- und Risikobericht MVV Geschäftsbericht 2024 107 Grundlagen und Organisation des RMS Der Vorstand bestimmt die Risikopolitik und legt sämtliche Prozesse und Zuständigkeiten fest. Das operative Risikomanagement wird von den „Risikoträgern“ in den operativen Geschäftseinheiten verantwortet. Dabei handelt es sich um die Beschäftigten, welche in die Verantwortungskette für die operativen Ergebnisse der jeweiligen Geschäftseinheiten einbezogen sind. Sie prüfen regelmäßig die Geschäftssituation, identifizieren Chancen und Risiken und beurteilen deren Auswirkungen auf das Adjusted EBIT. Ihre Auswertungen melden sie standardisiert an das zentrale Risikocontrolling. Die Risikoträger setzen zudem Maßnahmen um, um Risiken zu vermeiden, zu bewältigen oder zu vermindern und Chancen zu nutzen. Unser zentrales Risikocontrolling überwacht die Risikosituation des Konzerns. Es beobachtet relevante Chancen und Risiken und erstellt ein Chancen-/Risikoprofil. Diese Aggregation erfolgt mit Methoden der Wahrscheinlichkeitsrechnung. Das Profil berücksichtigt alle Gegenmaßnahmen zur Risikominderung, entspricht also einer Nettobetrachtung. Vorstand und Aufsichtsrat erhalten vierteljährlich einen Risikoreport, in dem das Chancen-/Risikoprofil des Konzerns dargestellt ist. Bei neuen signifikanten Risiken oder erheblichen Veränderungen berichten wir diese umgehend an den Vorstand – er wiederum informiert den Aufsichtsrat in angemessenem Umfang. Überwachung Das RMS wird von den Vorständen und Geschäftsführern der Konzerngesellschaften implementiert, gepflegt und überwacht. Unsere Konzernrevision prüft das System regelmäßig im Rahmen einer risikoorientierten Prüfungsplanung und identifiziert potenzielle Schwachstellen. Dem Vorstand wird regelmäßig und wenn erforderlich anlassbezogen über den Stand des Risikomanagements berichtet. Der Aufsichtsrat und der Bilanzprüfungsausschuss überwachen die Angemessenheit und Funktionsweise des RMS. Darstellung der Chancen-/Risikosituation Nachfolgend wird die aktuelle Chancen-/Risikosituation von MVV beschrieben. Diese bewerten wir mithilfe von Wahrscheinlichkeitsverteilungen. Dazu nutzen wir sowohl stetige Verteilungsfunktionen (in der Regel die Beta-Verteilung), als auch diskrete, eintrittsbedingte Verteilungen. Ebenso werden historische Daten als Input verwendet, um Abschätzungen für die Zukunft zu treffen. Expertenbefragungen und Einschätzungen der Facheinheiten bestimmen die Bandbreiten und Eintrittswahrscheinlichkeiten. Bei langfristigen Risiken wird die im Zeitverlauf zunehmende Unsicherheit durch größere Bandbreiten in den jeweiligen Planjahren berücksichtigt. Die Gesamtmenge aller Chancen und Risiken wird mithilfe einer Monte-Carlo-Simulation zu einem Chance-/Risikoprofil aggregiert. Da wir die Chancen und Risiken jeweils einer unserer sechs Kategorien zuordnen, erstellen wir pro Kategorie ein Chance-/Risikoprofil und setzen die mögliche Ergebniswirkung ins Verhältnis zum geplanten Adjusted EBIT des Konzerns. Als Risiko-Kennzahl verwenden wir dabei den sogenannten Conditional Value at Risk. Dieser stellt den wahrscheinlichen durchschnittlichen Maximalschaden im Geschäftsjahr dar. Diese mögliche Ergebniswirksamkeit betrachten wir in drei Risikostufen, als Vergleich zum geplanten Adjusted EBIT von MVV in Prozent: gering (0 % bis 10 %), mittel (10 % bis 40 %) und hoch (> 40 %). Über unsere Prognose des Adjusted EBIT berichten wir im Kapitel Prognosebericht . Erwartete Risikosituation Die Risikosituation des Konzerns ist aktuell neben den geschäftstypischen Chancen und Risiken weiterhin durch die Entwicklung des Zinsniveaus, durch krisenbedingte Marktpreis- und Finanzierungsrisiken, durch anhaltende geopolitische Unsicherheiten und durch die Entwicklung der politischen und gesetzlichen Rahmenbedingungen geprägt. Unser Geschäft wird zunehmend durch Risiken aus der Konjunkturentwicklung und aus der Dekarbonisierungsgeschwindigkeit beeinflusst. Darüber hinaus sehen wir operative Risiken, wie zum Beispiel Cyberrisiken,  Zusammengefasster Lagebericht  Prognose-, Chancen- und Risikobericht  Chancen- und Risikobericht MVV Geschäftsbericht 2024 108 [IMAGE] Kreditrisiken, Risiken aus der Verfügbarkeit von kritischen Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen oder Risiken aus der Verfügbarkeit von Fachkräften. MVV reagiert auf diese Unsicherheiten mit einer Vielzahl von operativen Maßnahmen und Initiativen. Eine detaillierte Erläuterung der wesentlichen Chancen und Risiken erfolgt innerhalb der in der nachfolgenden Grafik gezeigten sechs Kategorien.  Zusammengefasster Lagebericht  Prognose-, Chancen- und Risikobericht  Chancen- und Risikobericht MVV Geschäftsbericht 2024 109 Preischancen und -risiken In der Kategorie der Preischancen und -risiken fassen wir Preisschwankungen von Commodities auf der Bezugs- und Absatzseite, Wechselkursveränderungen und Zinsänderungen zusammen. Um diese Risiken zu begrenzen, verwenden wir Finanzinstrumente, darunter Commodity-, Währungs- und Zinsderivate. Im Rahmen des Hedge-Accountings werden diese ökonomischen Sicherungsbeziehungen anteilig als bilanzielle Sicherungsbeziehungen abgebildet. Bezugspreisniveau und Volatilität sind nach wie vor Herausforderungen Die Energiemengen, die unser Vertrieb für die Lieferungen an unsere Kunden benötigt, beschaffen wir überwiegend am Energiehandelsmarkt. Um die Risiken aus schwankenden Energiebeschaffungspreisen zu dämpfen, schließt unsere Energiehandelstochter MVV Trading – unter Berücksichtigung unseres geltenden Hedging-Regelwerks – Termingeschäfte ab. So verstetigen wir unsere Ergebnisse, erreichen höhere Planungssicherheit und verringern die Auswirkungen der schwankenden Marktpreise auf unsere Beschaffungskosten und die Absatzpreise für unsere Kunden. Des Weiteren können mögliche Lieferengpässe und -verzögerungen vor dem Hintergrund geopolitischer Entwicklungen Preisrisiken bei Rohstoffen, Materialien oder Zulieferprodukten verursachen. Hierbei sind insbesondere Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe für den Kraftwerksbetrieb sowie Komponenten wie Photovoltaikanlagen, Batterien, Wallboxen, Transformatoren, Smart Meter und Kabel zu nennen. Daneben beobachten wir Risiken bei der Verfügbarkeit von Dienstleistern im Bereich des Anlagenbaus und bei Installationen. Schwankende Bezugs- und Absatzpreise können zu signifikanten Chancen und Risiken führen. Solche Situationen könnten einzelnen Marktteilnehmern wirtschaftliche Schwierigkeiten bereiten und die Erfüllung von Verträgen gefährden. Insbesondere bei Insolvenzen von Wettbewerbern kann es dazu kommen, dass kurzfristig Kunden in die Grundversorgung zurückkehren. Für sie ist ein frühzeitiges Hedging nicht möglich, was ein Margenrisiko für MVV als Grundversorger darstellt. Weiterhin kann aus einer möglichen Ersatzbeschaffung infolge von Handelspartnerausfällen ein Preisrisiko resultieren, welches MVV durch ein aktives Management der Handelslimite steuert. Der Energiehandel unserer Tochtergesellschaft MVV Trading ist mit einem eigenen Risikomanagement ausgestattet, das die Chancen und Risiken des Energiehandels operativ überwacht und steuert. Dieses ist in das Konzernrisikomanagement eingebunden. Zinsänderungen zuletzt dynamisch Unsere Finanzabteilung überwacht fortlaufend Zinsänderungsrisiken. Wir finanzieren unsere Investitionsprojekte möglichst mit festen Zinssätzen. Die erwarteten Auswirkungen von Zinsen für die Refinanzierung haben wir in der Unternehmensplanung berücksichtigt. Zinsänderungen wirken sich auch in der Projektentwicklung aus: Bei steigenden Zinsen kann die Nachfrage nach Projekten im Bereich erneuerbare Energien sinken, wenn andere Geldanlageformen für Investoren attraktiver werden. Schwankende Bezugspreise bei Abfall und Biomasse Für den deutschen und britischen Markt beobachten und bewerten wir mögliche Chancen und Risiken aus schwankenden Abfallpreisen. Zudem verfolgen wir europaweit die Entwicklung der Biomassepreise. Mit unserem Stoffstrom- und Substratmanagement identifizieren wir frühzeitig mögliche Preisrisiken und mildern sie durch geeignete Maßnahmen ab. Preisrisiko aus dem vorgelagerten Netz In unseren Versorgungsnetzgebieten kann es zu einem schwankenden Bezug von Strommengen aus dem vorgelagerten Transportnetz kommen. Diese abweichenden Mengen sind mit schwankenden Bezugspreisen verbunden.  Zusammengefasster Lagebericht  Prognose-, Chancen- und Risikobericht  Chancen- und Risikobericht MVV Geschäftsbericht 2024 110 Energiepreisniveau an den Großhandelsmärkten geringer Vor dem Hintergrund geopolitischer und konjunktureller Entwicklungen beobachten wir weiterhin schwankende (volatile) Preise an den Großhandelsmärkten, was sich auf unsere Stromerzeugungsmargen wie den CSS und CDS auswirkt. Der Clean Dark Spread (CDS), der Clean Spark Spread (CSS) sowie das Ergebnis aus der Stromvermarktung unserer Erzeugungsanlagen des Umweltgeschäfts werden aus der Differenz zwischen Stromerlösen an den Großhandelsmärkten und den Kosten für die Stromerzeugung berechnet. Diese Kosten umfassen die Kosten für CO2-Emissionszertifikate, Kohle beim CDS, Gas beim CSS und Substrate bei den Erzeugungsanlagen unseres Umweltgeschäfts. Gegebenenfalls beziehen wir Transportkosten und Währungsumrechnungsdifferenzen dabei mit ein. Mithilfe geeigneter Hedging-Strategien begrenzen wir mögliche negative Auswirkungen aus solchen Preisschwankungen auf unser Erzeugungsportfolio. Den Vermarktungschancen entgegenwirkende Risiken können durch Einschränkungen der technischen Verfügbarkeit unserer Erzeugungskapazitäten eintreten. Eingriffe des Gesetzgebers in die Anlagensteuerung und Betreiberstrategie sind aktuell nicht ersichtlich. Solche Eingriffe könnten unser Chancen-/Risikoprofil jedoch zukünftig verändern. Der Unsicherheit aus schwankenden Spreads und Energiepreisen in der Vermarktung unserer bestehenden Erzeugungskapazitäten in den Geschäftsfeldern Erzeugung sowie Umwelt Deutschland und Umwelt UK stehen im Falle eines erneut ansteigenden Energiepreisniveaus Wachstumschancen in unseren erneuerbaren Geschäftsfeldern gegenüber. So ermöglicht uns die Vermarktung von erneuerbaren Erzeugungsquellen gemeinsam mit Geschäftspartnern, Marktpreischancen zu nutzen, unseren Kunden nachhaltig erzeugte Energieprodukte zu liefern und das Ziel #klimapositiv voranzutreiben. Mengenchancen und -risiken Unser operatives Ergebnis kann durch Mengenschwankungen auf der Beschaffungs-, Erzeugungs- und Absatzseite positiv oder negativ beeinflusst werden. Die damit verbundene Schwankung der transportierten Energiemengen bedingt zudem Chancen und Risiken im Betrieb unserer Netze. Absatzschwankungen durch Witterungsverlauf und Windaufkommen Wesentliche Faktoren für unsere Geschäftsentwicklung sind der Witterungsverlauf und das Windaufkommen. Chancen und Risiken für unsere Geschäftsentwicklung entstehen, wenn die Temperatur in der Heizperiode und/oder das jährliche Windaufkommen von unseren Erwartungen abweichen. Diese Faktoren führen in Kombination mit den entsprechenden Preisverläufen zu Chancen oder Risiken für unsere Geschäftsentwicklung. Konjunkturentwicklung beeinflusst Erzeugungs- und Absatzmengen MVV ist durch eine enge gesamtwirtschaftliche Verflechtung mit dem Konjunkturverlauf, insbesondere aufgrund der Entwicklungen am Energiemarkt, direkt von konjunkturellen Entwicklungen betroffen. So können von der geplanten Vermarktung abweichende Produktionsmengen bei unseren Erzeugungsanlagen finanzielle Risiken zur Folge haben. Des Weiteren sind der Konjunkturverlauf und die Energiemärkte insbesondere dann wesentlich, wenn große Industrie- und Gewerbekunden, die wir mit Energie beliefern, ihre Produktion aufgrund der wirtschaftlichen Lage oder von Lieferengpässen drosseln und von uns geringere Energiemengen beziehen. Auf der anderen Seite erhöhen sich unsere Commodity-Absatzmengen, wenn sie ihre Produktion konjunkturbedingt oder wegen einer starken Wettbewerbsposition steigern. Verfügbarkeit und Qualität von Abfall und Biomasse von hoher Bedeutung Im Zusammenhang mit der Verwertung von Gewerbeabfall und Biomasse kann unser Adjusted EBIT sowohl durch die verfügbaren Mengen als auch durch deren Qualität beeinflusst werden. Beide Aspekte hängen vom Konsumverhalten der Bevölkerung, von der konjunkturellen Lage,  Zusammengefasster Lagebericht  Prognose-, Chancen- und Risikobericht  Chancen- und Risikobericht MVV Geschäftsbericht 2024 111 gesetzlichen Vorgaben, Anlagenkapazitäten im Wettbewerb und Witterungsereignissen ab. Die Mengenrisiken für unsere Anlagen minimieren wir durch ein professionelles Stoffstrom- und Substratmanagement; zudem verfolgen wir eine Ersatzbeschaffungsstrategie. Die weitere konjunkturelle Entwicklung und mögliche Produktions- und Absatzrückgänge in Industrie und Gewerbe können negative Auswirkungen auf Abfallpreise und -beschaffungsmengen haben. Die Produktionsmengen unserer Erzeugungsanlagen können aufgrund veränderter Verfügbarkeit oder preislicher oder regulatorischer Faktoren schwanken. Veränderte Absatzmengen wirken auch auf Netzentgelte und Chancen aus Nachhaltigkeitsmaßnahmen Wenn sich die Absatzmengen verändern, so wirkt sich das auf die von uns erhobenen Netzentgelte aus. Dies gilt auch für Kunden, die nicht von uns beliefert werden, aber in unserem Netzgebiet ihre Energie beziehen. Verminderte Mengen reduzieren die Netzentgelte, höhere Mengen führen zu steigenden Netzentgelten. Non-Commodity-Lösungen Neben der Belieferung unserer Kunden mit Energie und der Vermarktung unserer Erzeugungskapazitäten ist für unseren Geschäftserfolg ebenfalls unser Non-Commodity-Bereich bedeutend. Vor dem Hintergrund steigender Klimaschutzanforderungen unterstützen wir unsere Kunden partnerschaftlich mit innovativen, nachhaltigen und wettbewerbsfähigen Produkten oder Dienstleistungen mit hohem Kundennutzen. Neben den Wertschöpfungspotenzialen ist die Realisierung mit Absatzrisiken verbunden. In diesem Zusammenhang sind insbesondere die Anzahl der Projekte in den Bereichen Photovoltaik, Windkraft, Wärmepumpen, Rechenzentren sowie der Umfang an Dienstleistungen und individuellen Kundenlösungen zur Dekarbonisierung zu nennen. Das realisierbare Volumen im Non-Commodity-Bereich schwankt nachfrageseitig vermehrt mit den politischen und gesetzlichen Rahmenbedingungen, mit Veränderungen bei den Förderanreizen kombiniert mit den Entwicklungen bei Konjunktur und geopolitischen Unsicherheiten. Operative Chancen und Risiken Operative Chancen und Risiken entstehen für MVV hauptsächlich durch die Projektentwicklung im Bereich erneuerbarer Energien sowie durch den Bau und Betrieb von Energieerzeugungsanlagen und Netzen. In jüngerer Zeit stellt die Digitalisierung und speziell die IT-Sicherheit eine zusätzliche Unsicherheit dar. Unsicherheiten im Bereich Projektentwicklung Dezentrale erneuerbare Projekte haben in der Regel kürzere Planungs- und Bauphasen als große Erzeugungsanlagen. Dennoch sind auch diese Projekte mit Unsicherheiten behaftet: Die Entwicklung der relevanten Märkte hängt sowohl von der politischen Regulatorik als auch von der öffentlichen Akzeptanz ab. Die wesentlichen Chancen und Risiken in der Projektentwicklung von Windkraft- und Photovoltaikanlagen resultieren vor allem aus dem regulatorischen Umfeld, dem Umfang und der Ausgestaltung künftiger Projektausschreibungen sowie der Entwicklung der Marktzinsen. Chancen resultieren auch daraus, dass wir im Bereich erneuerbare Energien über umfassendes Know-how und hohe Kompetenz in der Projektentwicklung und Betriebsführung verfügen. Verzögerte oder ausbleibende Bau- und Betriebsgenehmigungen sowie steigende Genehmigungsanforderungen können den Projektverlauf negativ beeinflussen. Ebenfalls von der Entwicklung des Marktumfeldes hängt der Erfolg unserer Dienstleistungen und Projekte für Rechenzentren und individuelle Kundenlösungen zur Dekarbonisierung ab. Weitere Risiken bestehen in möglichen Lieferverzögerungen, -engpässen und Preissteigerungen bei Vorlieferanten und Zulieferprodukten. Dies kann Photovoltaikanlagen, Batterien, Wallboxen, Trafos, Smart Meter und Kabel betreffen, die wir kurzfristig nicht vollständig in unsere  Zusammengefasster Lagebericht  Prognose-, Chancen- und Risikobericht  Chancen- und Risikobericht MVV Geschäftsbericht 2024 112 Absatzplanung einbeziehen können. In der Folge kann dies zu verzögerten Prozessschritten, Inbetriebnahmen und Projekten führen. Um diesen Risiken entgegenzuwirken, haben wir Maßnahmen im Rahmen des Beschaffungsmanagements ergriffen. Neben Risiken aus der Projektrealisierung kommen für uns Risiken aus einer möglicherweise eingeschränkten Verfügbarkeit von Fachpersonal und Handwerkerkapazitäten unserer Partner hinzu. Die Sicherung ausreichend verfügbarer Installations- und Handwerkerkapazitäten steht bei uns deshalb im Fokus. Im Auslandsgeschäft wird unser wirtschaftlicher Erfolg durch die politischen und konjunkturellen Entwicklungen in unseren Zielmärkten bestimmt. Hohe Unsicherheiten ergeben sich aus möglichen Verwerfungen in den internationalen Handelsbeziehungen, die den Marktzugang und die Wettbewerbsfähigkeit beeinflussen können, sowie aus zusätzlichen möglichen Eingriffen in die Förderregime. Gleichzeitig bestehen auch hier Chancen, wenn wir im Bereich erneuerbare Energien unser umfassendes Know-how und unsere hohe Kompetenz in der Projektentwicklung und Betriebsführung einbringen können. Risiken aus dem Verlauf von Bauprojekten gleichbleibend Große Erzeugungsanlagen oder Netzanlagen haben lange Planungs- und Bauphasen und bergen entsprechende Risiken. Verzögerungen bei der Lieferung von Materialien, eine verzögerte Fertigstellung und Inbetriebnahme von Großprojekten, ungeplante Kosten für die Ersatzbeschaffung von Strom und Wärme, zusätzliche ungeplante Materialkosten aufgrund neuer Entwicklungen, kurzfristige Preissteigerungen von Vorlieferanten oder knappe Installationskapazitäten können zu Bau- und Projektverzögerungen sowie Margenrisiken führen und unser erwartetes Adjusted EBIT negativ beeinflussen. Diesen Risiken begegnen wir mit einer professionellen Projektorganisation und der Beauftragung von branchenerfahrenen Lieferanten. Soweit vertraglich möglich, geben wir die Auswirkungen von Projektrisiken – insbesondere durch höhere Kosten und Terminüberschreitungen – an die verantwortlichen Vertragspartner weiter. Unsicherheiten aus dem Anlagenbetrieb unverändert Der Betrieb von Anlagen zur Energieerzeugung sowie von Netzanlagen zur Belieferung unserer Kunden bringt wesentliche operative Unsicherheiten mit sich. Ungeplante Anlagenstillstände können zu Produktionsausfällen oder Lieferunterbrechungen führen. Damit verbunden können weitere finanzielle Aufwendungen nötig werden, zum Beispiel für die Reparatur von Anlagen, Ersatzlieferungen an unsere Kunden und Vertragsstrafen. Zur Sicherstellung der Versorgungssicherheit und Reduzierung der Risiken aus dem Anlagenbetrieb setzen wir bei unseren bestehenden Erzeugungskapazitäten auf regelmäßige Wartungs- und Überwachungsmaßnahmen. So wollen wir Anlagenausfälle und mögliche Folgerisiken minimieren und unserem Anspruch als partnerschaftlicher Versorger gerecht werden. Naturgemäß können wir Ausfälle jedoch nicht gänzlich ausschließen. Um diesen entgegenzuwirken, optimieren wir die geplanten Revisionszeiten im Rahmen unserer Instandhaltungsstrategie. Dies hilft uns, sowohl Chancen durch höhere Erzeugungsmengen zu realisieren als auch Risiken im Betrieb zu vermeiden. Um die finanziellen Auswirkungen möglicher Schäden zu begrenzen, haben wir entsprechende Versicherungen abgeschlossen, die ungeplante Ausfälle jedoch nur teilweise abdecken können. Entwicklungen im Personalbereich spürbar Unsere Mitarbeitenden sind die Basis für unseren Unternehmenserfolg. Um die richtigen Beschäftigten zu gewinnen und langfristig zu binden, nutzen wir eine Vielzahl von Maßnahmen. Eine Chance, als attraktiver Arbeitgeber wahrgenommen zu werden, sehen wir in unserem Ziel, #klimapositiv zu werden. Risiken können jedoch ebenfalls im Personalbereich auftreten: Der demografische Wandel sowie die generelle Verfügbarkeit von qualifiziertem Personal am Markt können zu Kapazitätsrisiken bei Fachkräften führen – sowohl in den Geschäftsfeldern von MVV als  Zusammengefasster Lagebericht  Prognose-, Chancen- und Risikobericht  Chancen- und Risikobericht MVV Geschäftsbericht 2024 113 auch bei unseren Kooperationspartnern für Installation und Service neuer Energielösungen. Das Ausmaß hängt auch von der Attraktivität des Unternehmens und des jeweiligen Standorts ab. Damit wir Schlüsselpositionen effizient besetzen können, qualifizieren wir unsere Mitarbeitenden gezielt weiter und passen unsere Personalbeschaffung an. Digitalisierung und IT-Sicherheit von sehr hoher Bedeutung Die Digitalisierung wird von zunehmenden Risiken, insbesondere aus der IT-Sicherheit, begleitet. Für den Fall von Eingriffen in unsere IT-Systeme bewerten wir Folgerisiken aus der Unterbrechung operativer Prozesse, dem Wiederherstellungsaufwand von Daten, Systemen und Kundenvertrauen sowie aus Sachschäden an unseren Anlagen und Systemen. Eine sichere Speicherung von Daten und eine unterbrechungsfrei funktionierende Informationstechnologie ist für unsere Geschäftsprozesse unabdingbar. Dafür werden unsere Mitarbeitenden regelmäßig im Informations- und Datenschutz geschult und unsere Systeme zur Informationssicherheit werden permanent geprüft, fortlaufend aktualisiert und bei Bedarf erweitert. Unsere IT-Risiken reduzieren wir durch umfangreiche technische und organisatorische Maßnahmen und – soweit verfügbar – auch durch Versicherungslösungen. Wir verwenden Sicherheitssysteme und vergeben Zugriffsberechtigungen auf Systeme und Informationen restriktiv. Aufgrund der steigenden IT-Bedrohungen durch Erpressungs- und Schadsoftware sowie der verschärften Cyber-IT-Bedrohungslage für die kritische Infrastruktur optimieren und entwickeln wir kontinuierlich zusätzliche Maßnahmen zur Steigerung unserer IT-Sicherheit. Gemeinsam mit externen Beratern prüfen und verbessern wir unsere Cyber-IT-Sicherheit regelmäßig. Gesetzliche Risiken Wir fassen in dieser Kategorie Unsicherheiten zusammen, die im Zusammenhang mit der Regulierung oder anderen Veränderungen in den rechtlichen Geschäftsgrundlagen bestehen. Unsicherheiten aus Regulierung bestehen weiter, Chancen aus innovativen Produkten und nachhaltiger Energieerzeugung Für Unternehmen der Energiebranche besteht das Risiko und die Chance, dass Gesetzgeber und Behörden die regulatorischen Rahmenbedingungen verändern. Zukünftig haben energie- oder klimapolitische Entscheidungen wesentliche Auswirkungen auf unsere Geschäftsentwicklung. Beispiele sind Regelungen zum Ausbau erneuerbarer Energien und die Anforderungen zur Erreichung nationaler Nachhaltigkeits- und Klimaschutzziele. Als Folge der geopolitischen Krisen ergeben sich verstärkte Bemühungen, die Strom- und Wärmeerzeugung und -verteilung schnell auf nachhaltiges Wirtschaften umzustellen. Aus der Gesetzgebung zum Kohleausstieg ergeben sich für MVV sowohl Risiken als auch Chancen. Risiken bestehen in möglichen gesetzlichen Einschränkungen oder Eingriffen in unseren geplanten Anlagenbetrieb zur Erzeugung von Fernwärme und Strom. Es besteht zudem Unsicherheit bei der Wirtschaftlichkeit kurzfristiger Ersatz- und Erneuerungsinvestitionen bei Anlagen, die sich bereits in staatlich geplanten Stilllegungen befinden. In den gesetzlichen Rahmenbedingungen für den Wechsel zu nachhaltiger Energieerzeugung sehen wir Herausforderungen, aber auch Potenziale. Diese gehen wir aktiv und konsequent mit innovativen Produkten an – zum Beispiel mit Maßnahmen zum Aufbau grüner Wärmeversorgungsstrukturen, mit individuellen Kundenlösungen und mit neuen Elementen einer Kreislaufwirtschaft im Rahmen des Mannheimer Modells. Aktuell beobachten wir im Markt eine hohe Verunsicherung vor dem Hintergrund der Diskussionen um das Gebäudeenergiegesetz und den damit zusammenhängenden Fördermaßnahmen sowie der kommunalen Wärmeplanung. Diese Herausforderungen betreffen nicht nur unsere Aktivitäten in Deutschland, sondern auch unser internationales Geschäft. Wir begegnen den Risiken aktiv, indem wir uns an der politischen  Zusammengefasster Lagebericht  Prognose-, Chancen- und Risikobericht  Chancen- und Risikobericht MVV Geschäftsbericht 2024 114 Meinungsbildung beteiligen, unsere Prozesse und Geschäftsmodelle anpassen und entsprechende Produkte entwickeln. So können wir gleichzeitig Chancen nutzen. Management von rechtlichen Risiken im Fokus Unser Compliance-Management-System (CMS) trägt dazu bei, Gesetzesverstöße zu minimieren. Wir steuern etwaige Compliance-Risiken mit unserem CMS und erfassen sie gleichzeitig im Risikomanagementsystem (RMS). Zudem ist die Geschäftsentwicklung von MVV Risiken und Chancen ausgesetzt, die sich aus der energiewirtschaftlichen und sonstigen Rechtsprechung ergeben. Beispielsweise könnten unsere Gestaltungsmöglichkeiten bei Verträgen eingeschränkt oder auch erweitert werden oder mögliche Mehrkosten gesetzlich bedingt nur eingeschränkt in die Absatzpreise einbezogen werden. Finanzierungschancen und -risiken In dieser Kategorie weisen wir im Wesentlichen Forderungsausfallrisiken sowie Refinanzierungs- und Liquiditätschancen und -risiken aus. Refinanzierung und Liquidität überwachen und aktiv steuern Als Refinanzierungs- und Liquiditätsrisiko wird die Möglichkeit bezeichnet, dass benötigte Zahlungsmittel zukünftig nicht oder nicht im vollen Umfang beschafft werden können. Das Liquiditätsmanagement betrachten wir vor dem Hintergrund von Marktpreisschwankungen auf unseren relevanten Märkten unverändert aufmerksam. Wir nutzen automatisierte Auswertungen, um frühzeitig mögliche zukünftige Entwicklungen und Einflüsse auf die Liquiditätspositionen im Großhandel zu analysieren. Vor allem die aus Marktpreisschwankungen resultierenden, schwankenden liquiditätswirksamen Sicherheitshinterlegungen aus dem Großhandel, das sogenannte „Margining“, werden hierbei betrachtet. Dabei ergeben sich branchenübliche Anforderungen an die liquiditätswirksame Hinterlegung von finanziellen Sicherheiten für die Eröffnung von Handelspositionen (Initial Margin) und für nachfolgende Marktpreisschwankungen (Variation Margin). Die „Initial Margin“ führt stets zu einer Hinterlegungspflicht und ist abhängig vom aktuellen Marktpreisniveau und der Volatilität der Marktpreise. Um auch bei größeren Schwankungen stets über ausreichend liquide Mittel zu verfügen, ist unsere Margin- und Liquiditätssteuerung und -prognose in die Regelprozesse integriert. Zudem halten wir Barlinien vor. Bei Bedarf können wir frühzeitig Handlungsbedarf identifizieren, gegensteuern und außerbörsliche Geschäfte abschließen, wobei wir potenzielle Forderungsausfallrisiken berücksichtigen. Unsicherheiten mit aktivem Forderungsmanagement begrenzen Es besteht das Risiko, dass Kunden oder Geschäftspartner unsere Rechnungen nicht oder nur teilweise begleichen, beispielsweise bei unseren OTC-Trading-Aktivitäten oder bei langfristigen Lieferbeziehungen mit Geschäftskunden. Zudem verursachen kurzfristige und deutliche Preisanstiege bei Energieprodukten ein verstärktes Risiko, dass einzelne Großhandelspartner in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten und die Vertragserfüllung gefährdet wird. Um solche Forderungsausfallrisiken zu begrenzen, wählen wir unsere Geschäftspartner systematisch und mit kaufmännischer Vorsicht aus, überprüfen deren Bonität und vereinbaren, falls erforderlich, Sicherheiten wie Bürgschaften oder Garantien. Zudem diversifizieren wir unser Portfolio, um eine Ballung von Ausfallrisiken möglichst zu vermeiden. Im Zusammenhang mit zunehmenden konjunkturellen Unsicherheiten können Verzögerungen und Ausfälle bei der Begleichung offener Forderungen auch vermehrt durch Endkundinnen und -kunden eintreten. Wir begegnen diesem Risiko proaktiv mit unserem aktiven Forderungsmanagement und haben zudem Hilfsprogramme für besonders schutzbedürftige Privatkundinnen und -kunden eingerichtet.  Zusammengefasster Lagebericht  Prognose-, Chancen- und Risikobericht  Chancen- und Risikobericht MVV Geschäftsbericht 2024 115 Länderrisiken unverändert im Fokus Länderrisiken bestehen für MVV in Form von Transferrisiken und der Möglichkeit, dass Staaten zahlungsunfähig oder nicht mehr zahlungsbereit sein könnten. Länderrisiken könnten sich aufgrund unserer internationalen Aktivitäten im Segment Neue Energien auf unser Adjusted EBIT auswirken. Vor einem möglichen Markteintritt in neue internationale Märkte führen wir Analysen zu möglichen Risiken durch. Für unsere bestehenden Aktivitäten beobachten wir die politische und wirtschaftliche Situation vor Ort und suchen fortlaufend nach Handlungsalternativen; bei einer Verschlechterung der Situation und Risikolage werden wir uns gegebenenfalls für einen Marktaustritt entscheiden. Strategische Chancen und Risiken Die energiepolitischen und -wirtschaftlichen Rahmenbedingungen verändern sich dynamisch. Dieser Wandel bringt strategische Risiken mit sich, eröffnet aber auch neue Chancen. Vor diesem Hintergrund prüfen wir unsere Investitionsvorhaben genau und entscheiden, in welche Märkte, Technologien, Unternehmen, Projekte und Kundenlösungen wir zu welchem Zeitpunkt und in welchem Umfang investieren wollen. Aufgrund der Transformation des Energiesystems in Deutschland und der Spannweite politischer Rahmenbedingungen ist die Planungssicherheit für unser Unternehmen eingeschränkt. Der Entscheidung der Bundesregierung zum Kohleausstieg und zur Klimaneutralität folgen wir mit einer ambitionierten Dekarbonisierungsstrategie. Die Rahmenbedingungen zum Rückzug aus unseren konventionellen Erzeugungskapazitäten werden dabei zu einem wesentlichen Teil durch das Kohleausstiegsgesetz und mögliche geopolitische Effekte sowie durch die jeweiligen lokalen Gegebenheiten bestimmt. Hieraus und insbesondere aus den kurzfristig geänderten gesetzlichen Rahmenbedingungen entstehen hohe nicht planbare Chancen und Risiken für unser Unternehmen. Herausforderungen und Unsicherheiten sehen wir derzeit noch immer beim Zubau von Windkraftanlagen an Land, wo Umsetzungsrisiken aus den hohen Hürden bei den Genehmigungsverfahren bestehen, insbesondere um den Artenschutz, die Anwohnerinteressen sowie die Verfahrensdauer zur Schaffung von Planungsgrundlagen in Einklang zu bringen. Gesamtaussage Durch die Entwicklungen an den Energie- und Beschaffungsmärkten – insbesondere als Folge der andauernden geopolitischen Krisen – bleibt die Unsicherheit des unternehmerischen Handelns in der Energiebranche allgemein und damit auch für MVV unverändert hoch. Neben dem hohen Wettbewerbsdruck haben die Volatilität an den Energiehandelsmärkten, energie- und klimapolitische Veränderungen sowie regulatorische Eingriffe mit dem daraus resultierenden Kundenverhalten erhebliche Auswirkungen auf unsere Geschäftsentwicklung. Die daraus entstehenden Planungsunsicherheiten bleiben für MVV erheblich, insbesondere bei langfristigen, nachhaltigen Investitionen in Anlagen zur Strom- oder Wärmeerzeugung sowie beim Auf- und Ausbau von Dienstleistungsgeschäftsmodellen für unsere Kunden. Im Bereich Projektentwicklung für erneuerbare Energien hängt die weitere Entwicklung in Deutschland von der Bereitstellung ausreichender Flächen, der Beschleunigung und Vereinfachung der Verfahren sowie von staatlichen Förderinitiativen ab. In unseren internationalen Zielmärkten für erneuerbare Energien sind die maßgeblichen Risikofaktoren neben der Entwicklung der politischen Rahmenbedingungen und der Marktzugangsbedingungen lokale Förder- oder Marktregimes und die lokale konjunkturelle Entwicklung. Nach wie vor ist unsicher, wie sich die durch die andauernden geopolitischen Krisen ausgelösten Chancen, Risiken und Herausforderungen mittel- und langfristig weiterentwickeln. Im Vordergrund stehen dabei unsere Lieferketten, die Verfügbarkeit und Preisentwicklung von Rohstoffen und Materialien, der Bedarf an qualifizierten Fachkräften, die Sicherstellung von Installations- und Handwerkerkapazitäten sowie zunehmend die Auswirkungen dieser Faktoren auf die gesamtwirtschaftliche Entwicklung einschließlich der Verfügbarkeit von Fördermitteln. Die  Zusammengefasster Lagebericht  Prognose-, Chancen- und Risikobericht  Chancen- und Risikobericht MVV Geschäftsbericht 2024 116 verschiedenen staatlichen Ebenen – international und national – versuchen mit einer Vielzahl von Maßnahmen gegenzusteuern und die Auswirkungen auf Gesellschaft und Wirtschaft in Grenzen zu halten. Auf dieser Grundlage rechnen wir damit, dass unsere Branche auch mittel- bis langfristig tiefgreifenden Veränderungen ausgesetzt sein wird und hieraus zusätzliche hohe Planungsunsicherheiten in Bezug auf die relevanten Rahmenbedingungen resultieren. Wir beobachten alle relevanten Entwicklungen und wirken darauf hin, dass unser Chancen-/Risikoprofil trotz dieser Randbedingungen möglichst ausgewogen bleibt. Aus Sicht des Vorstands von MVV gibt und gab es keine Anhaltspunkte dafür, dass Risiken, einzeln oder in ihrer Gesamtheit, den Fortbestand des gesamten Unternehmens oder eines wesentlichen Teilkonzerns im Berichtszeitraum gefährdet haben oder darüber hinaus gefährden könnten. Aus Sicht des Vorstands sind hinsichtlich der wesentlichen Belange des Risikomanagementsystems sowie des Compliance-Management-Systems keine Anhaltspunkte bekannt, die gegen Angemessenheit und Wirksamkeit sprechen.  Konzernabschluss  Prognose-, Chancen- und Risikobericht  Chancen- und Risikobericht MVV Geschäftsbericht 2024 117 [IMAGE] Konzernabschluss  Konzernabschluss  Gewinn- und Verlustrechnung MVV Geschäftsbericht 2024 118 Gewinn- und Verlustrechnung

Gewinn- und Verlustrechnung
Tsd Euro 1.10.2023 bis 30.9.2024 1.10.2022 bis 30.9.2023 Erläuterungen
Umsatzerlöse 6.497.521 6.783.781
Abzüglich Strom- und Erdgassteuer 167.381 164.733
Umsatzerlöse nach Strom- und Erdgassteuer 6.330.140 6.619.048 1
Bestandsveränderungen 657 17.238 2
Aktivierte Eigenleistungen 31.282 26.682 3
Ertrag aus derivativen Finanzinstrumenten 813.100 4.574.871 4
Sonstige betriebliche Erträge 130.199 257.645 5
Materialaufwand 5.106.880 5.495.172 6
Personalaufwand 585.169 541.285 7
Aufwand aus derivativen Finanzinstrumenten 752.238 3.891.854 8
Sonstige betriebliche Aufwendungen 268.970 306.779 9
Wertminderungsaufwand Finanzinstrumente 14.207 14.303 10
Ergebnis aus At-Equity-Unternehmen 7.187 21.683 11
Sonstiges Beteiligungsergebnis – 59 2.174 11
EBITDA 585.042 1.269.948
Abschreibungen 203.343 206.878 12
EBITA 381.699 1.063.070
Abschreibungen Geschäfts- oder Firmenwerte 3.455
EBIT 378.244 1.063.070
davon Ergebnis aus der Bewertung und Realisierung von Derivaten nach IFRS 9 – 44.603 185.867
davon EBIT vor Ergebnis aus der Bewertung und Realisierung von Derivaten nach IFRS 9 422.847 877.203
Finanzerträge 45.201 36.106 13
Finanzaufwendungen 65.588 77.410 14
EBT 357.857 1.021.766
Ertragsteuern 108.061 268.560 15
Jahresüberschuss 249.796 753.206
davon Anteile nicht beherrschender Gesellschafter 66.784 – 291.904
davon Ergebnisanteil der Aktionäre der MVV Energie AG (Jahresüberschuss nach Fremdanteilen) 183.012 1.045.110 16
Unverwässertes Ergebnis je Aktie (Euro) 2,78 15,86
Verwässertes Ergebnis je Aktie (Euro) 2,78 15,86

 Konzernabschluss  Gesamtergebnisrechnung MVV Geschäftsbericht 2024 119 Gesamtergebnisrechnung

Aufstellung der erfolgsneutral im Konzerneigenkapital erfassten Erträge und Aufwendungen
Tsd Euro 1.10.2023 bis 30.9.2024 1.10.2022 bis 30.9.2023
Jahresüberschuss 249.796 753.206
Cashflow Hedges 1 – 74.409 – 650.667
Kosten der Absicherung 213 219
Währungsumrechnungsdifferenz 6.896 10.908
Umgliederbarer Anteil der At-Equity-Unternehmen – 752 – 1.249
In den Folgeperioden in den Gewinn oder Verlust umzugliedern – 68.052 – 640.789
Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste – 6.007 2.239
Nicht umgliederbarer Anteil der At-Equity-Unternehmen – 11.488 39.692
Nicht in den Folgeperioden in den Gewinn oder Verlust umzugliedern – 17.495 41.931
Sonstiges Ergebnis – 85.547 – 598.858
Gesamtergebnis 164.249 154.348
Anteile nicht beherrschender Gesellschafter 1 60.079 – 380.128
Gesamtergebnis der Aktionäre der MVV Energie AG 104.170 534.476
1  Vorjahreswerte angepasst. Siehe Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze (Derivative Finanzinstrumente)

 Konzernabschluss  Bilanz MVV Geschäftsbericht 2024 120 Bilanz

Bilanz
Tsd Euro 30.9.2024 30.9.2023 Erläuterungen
Aktiva
Langfristige Vermögenswerte
Immaterielle Vermögenswerte 322.407 312.670 17
Sachanlagen 3.145.387 2.924.047 18
Nutzungsrechte 159.284 140.393 19
Als Finanzinvestitionen gehaltene Immobilien 2.534 2.678 20
Beteiligungen an At-Equity-Unternehmen 123.491 154.005 21, 22
Übrige Finanzanlagen 10.338 13.541 24
Derivative aktive Finanzinstrumente 1 323.943 536.337 25
Sonstige finanzielle Forderungen und Vermögenswerte 54.041 60.510 26
Sonstige nichtfinanzielle Forderungen und Vermögenswerte 22.441 16.687 27
Aktive latente Steuern 1 49.232 37.166 0
4.213.098 4.198.034
Kurzfristige Vermögenswerte
Vorräte 357.179 322.143
Derivative aktive Finanzinstrumente 1 1.617.289 3.016.655 28
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 457.050 515.010 29
Sonstige finanzielle Forderungen und Vermögenswerte 187.200 321.028 26
Sonstige nichtfinanzielle Forderungen und Vermögenswerte 229.893 185.865 27
Ertragsteuerforderungen 35.399 26.249 30
Flüssige Mittel 778.908 975.026 31
3.662.918 5.361.976
7.876.016 9.560.010
1  Vorjahreswerte angepasst. Siehe Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze (Derivative Finanzinstrumente)

 Konzernabschluss  Bilanz MVV Geschäftsbericht 2024 121

Bilanz
Tsd Euro 30.9.2024 30.9.2023 Erläuterungen
Passiva
Eigenkapital 32
Grundkapital 168.721 168.721
Kapitalrücklage 455.241 455.241
Kumuliertes erfolgswirksames Ergebnis 1.640.112 1.552.624
Kumuliertes erfolgsneutrales Ergebnis 1 – 85.439 – 9.710
Kapital von MVV 2.178.635 2.166.876
Anteile nicht beherrschender Gesellschafter 1 335.888 312.296
2.514.523 2.479.172
Langfristige Schulden
Rückstellungen 145.742 136.280 33, 34
Finanzschulden 1.463.508 1.527.406 35
Derivative passive Finanzinstrumente 1 317.211 481.702 36
Andere finanzielle Verbindlichkeiten 31.891 28.245 37
Andere nichtfinanzielle Verbindlichkeiten 187.098 178.597 38
Passive latente Steuern 164.675 198.770 40
2.310.125 2.551.000
Kurzfristige Schulden
Sonstige Rückstellungen 175.390 217.761 33, 34
Steuerrückstellungen 5.842 4.807 33
Finanzschulden 241.787 270.563 35
Derivative passive Finanzinstrumente 1 1.628.669 2.939.934 36
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 548.452 471.570 39
Andere finanzielle Verbindlichkeiten 93.130 254.510 37
Andere nichtfinanzielle Verbindlichkeiten 234.131 243.855 38
Ertragsteuerverbindlichkeiten 123.967 126.838 40
3.051.368 4.529.838
7.876.016 9.560.010
1  Vorjahreswerte angepasst. Siehe Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze (Derivative Finanzinstrumente)

 Konzernabschluss  Eigenkapitalveränderungsrechnung MVV Geschäftsbericht 2024 122 Eigenkapitalveränderungsrechnung

Eigenkapitalveränderungsrechnung
Eingebrachtes Eigenkapital Erwirtschaftetes Eigenkapital
Kumuliertes erfolgs- neutrales Ergebnis
Tsd Euro Grund-kapital der MVV Energie AG Kapital- rücklage der MVV Energie AG Kumu- liertes erfolgs- wirksames Ergebnis Unter-schieds- betrag aus Währungs- umrech-nung Markt- bewertung von Finanz- instru-menten in Sicher-ungsbe-ziehungen Versicher- ungs- mathe- matische Gewinne und Verluste Kapital von MVV Anteile nicht beherr- schender Gesell- schafter Gesamtes Kapital
Stand zum 1.10.2022 168.721 455.241 569.653 17.031 561.408 – 54.261 1.717.793 728.278 2.446.071
Sonstiges Ergebnis 1 9.502 – 561.633 41.497 – 510.634 – 88.224 – 598.858
Jahresüberschuss 1.045.110 1.045.110 – 291.904 753.206
Gesamtergebnis 1.045.110 9.502 – 561.633 41.497 534.476 – 380.128 154.348
Dividendenausschüttung – 69.202 – 69.202 – 27.147 – 96.349
Kapitalerhöhung/Kapitalherabset- zung bei Tochtergesellschaften
Veränderung Konsolidierungs- kreis/Anteilsveränderungen 7.063 – 18.133 – 5.196 75 – 16.191 – 8.707 – 24.898
Stand zum 30.9.2023 168.721 455.241 1.552.624 8.400 – 5.421 – 12.689 2.166.876 312.296 2.479.172
Stand zum 1.10.2023 168.721 455.241 1.552.624 8.400 – 5.421 – 12.689 2.166.876 312.296 2.479.172
Sonstiges Ergebnis 6.233 – 68.418 – 16.657 – 78.842 – 6.705 – 85.547
Jahresüberschuss 183.012 183.012 66.784 249.796
Gesamtergebnis 183.012 6.233 – 68.418 – 16.657 104.170 60.079 164.249
Dividendenausschüttung – 95.565 – 95.565 – 36.044 – 131.609
Kapitalerhöhung/Kapitalherabset- zung bei Tochtergesellschaften
Veränderung Konsolidierungs- kreis/Anteilsveränderungen 41 3.217 – 103 – 1 3.154 – 443 2.711
Stand zum 30.9.2024 168.721 455.241 1.640.112 17.850 – 73.942 – 29.347 2.178.635 335.888 2.514.523
1  Vorjahreswerte angepasst. Siehe Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze (Derivative Finanzinstrumente)

 Konzernabschluss  Kapitalflussrechnung MVV Geschäftsbericht 2024 123 Kapitalflussrechnung

Kapitalflussrechnung 1
Tsd Euro 1.10.2023 bis 30.9.2024 1.10.2022 bis 30.9.2023
Jahresergebnis vor Ertragsteuern 357.857 1.021.766
Abschreibungen und Zuschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen und als Finanzinvestitionen gehaltene Immobilien 206.798 206.878
Finanzergebnis 20.387 41.304
Erhaltene Zinsen 42.792 28.676
Veränderung der langfristigen Rückstellungen 5.537 – 483
Sonstige zahlungsunwirksame Erträge und Aufwendungen 45.871 – 215.920
Ergebnis aus dem Abgang von langfristigen Vermögenswerten – 7.264 – 130.059
Cashflow vor Working Capital und Steuern 671.978 952.162
Veränderung der sonstigen Aktivposten 99.380 – 224.876
Veränderung der sonstigen Passivposten – 86.744 – 1.249.417
Veränderung der kurzfristigen Rückstellungen – 51.377 17.143
Gezahlte Ertragsteuern – 135.233 – 108.764
Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit 498.004 – 613.752
Auszahlungen für Investitionen in immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen und als Finanzinvestitionen gehaltene Immobilien – 412.129 – 320.675
Einzahlungen aus dem Abgang von immateriellen Vermögenswerten, Sachanlagen und als Finanzinvestitionen gehaltenen Immobilien 835 4.686
Einzahlungen aus Zuschüssen 8.820 5.018
Einzahlungen aus dem Verkauf von vollkonsolidierten Unternehmen 179.729
Einzahlungen aus dem Verkauf von übrigen Finanzanlagen einschließlich At-Equity-Unternehmen, langfristigen Leasingforderungen und Ausleihungen 39.590 151.334
Auszahlungen für den Erwerb von vollkonsolidierten Unternehmen und sonstigen Geschäftseinheiten – 5.392
Auszahlungen für übrige Finanzanlagen einschließlich At-Equity-Unternehmen, langfristige Leasingforderungen und Ausleihungen – 7.033 – 26.476
Cashflow aus der Investitionstätigkeit – 369.917 – 11.776
Einzahlungen aus der Aufnahme von Krediten 2 219.960 26.665
Auszahlungen für die Tilgung von Krediten 2 – 342.877 – 140.498
Auszahlungen für die Tilgung von Leasingverbindlichkeiten 2 – 16.980 – 16.294
Gezahlte Dividende – 95.565 – 69.202
Gezahlte Dividende an Anteile von nicht beherrschenden Gesellschaftern – 36.044 – 27.148
Veränderung aus Kapitaländerungen bei Minderheiten – 399
Gezahlte Zinsen 2 – 57.540 – 58.932
Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit – 329.445 – 285.409
Zahlungswirksame Veränderungen des Finanzmittelbestands – 201.358 – 910.937
Veränderung der flüssigen Mittel aus Währungsumrechnung 5.240 965
Finanzmittelbestand zum 1.10.2023 (bzw. 2022) 975.026 1.884.998
Finanzmittelbestand zum 30.9.2024 (bzw. 2023) 778.908 975.026
davon Finanzmittelbestand zum 30.9.2024 (bzw. 2023) mit Verfügungsbeschränkung 3.281 2.607
1  Siehe weitere Erläuterungen zur Kapitalflussrechnung unter Textziffer 44
2  Siehe dazu Tabelle "Verbindlichkeiten aus Finanzierungsaktivitäten" unter Textziffer 44

 Konzernabschluss  Kapitalflussrechnung MVV Geschäftsbericht 2024 124 Kapitalflussrechnung

Cashflow – aggregierte Darstellung
Tsd Euro 1.10.2023 bis 30.9.2024 1.10.2022 bis 30.9.2023
Finanzmittelbestand zum 1.10.2023 (bzw. 2022) 975.026 1.884.998
Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit 498.004 – 613.752
Cashflow aus der Investitionstätigkeit – 369.917 – 11.776
Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit – 329.445 – 285.409
Veränderung der flüssigen Mittel aus Währungsumrechnung 5.240 965
Finanzmittelbestand zum 30.9.2024 (bzw. 2023) 778.908 975.026

 Konzernabschluss  Erläuterungen zum Konzernabschluss 2024 von MVV MVV Geschäftsbericht 2024 125 Erläuterungen zum Konzernabschluss 2024 von MVV Informationen zum Unternehmen Die MVV Energie AG hat ihren Sitz in Mannheim, Deutschland (Amtsgericht Mannheim HRB 1780). Die Geschäftsanschrift lautet: Luisenring 49, 68159 Mannheim. Sie ist Muttergesellschaft des MVV- Konzerns (MVV), der als Energieerzeuger, -verteiler und -dienstleister tätig ist; die Steuerung erfolgt mit den Berichtssegmenten Kundenlösungen, Neue Energien, Erzeugung und Infrastruktur sowie Sonstiges. Allgemeine Grundlagen der Abschlusserstellung Der Konzernabschluss von MVV wurde in Übereinstimmung mit § 315e Abs. 1 HGB nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) des International Accounting Standards Board (IASB) und den Interpretationen (IFRIC) des IFRS Interpretations Committee (IFRS IC) erstellt. Der Konzernabschluss entspricht daher vollumfänglich den vom IASB und IFRS IC veröffentlichten IFRS und IFRIC, soweit diese bis zum Ende der Berichtsperiode von der Europäischen Union übernommen wurden und bis zum 30. September 2024 verpflichtend anzuwenden waren. Der Konzernabschluss wird auf den Stichtag des Jahresabschlusses der MVV Energie AG aufgestellt und bezieht sich auf das Geschäftsjahr 2024 (1. Oktober 2023 bis 30. September 2024). Der Konzernabschluss wird in Euro aufgestellt. Alle Beträge werden, soweit nicht anders dargestellt, in Tausend Euro (Tsd Euro) angegeben. Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt. Zur übersichtlicheren Darstellung sind in der Gewinn- und Verlustrechnung sowie in der Bilanz einzelne Posten zusammengefasst. Sie werden in den Erläuterungen zum Konzernabschluss gesondert aufgeführt und erläutert. Für die Aufstellung, die Vollständigkeit und die Richtigkeit des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts ist der Vorstand der MVV Energie AG verantwortlich. Der Vorstand hat den Konzernabschluss und den zusammengefassten Lagebericht am 13. November 2024 aufgestellt und anschließend dem Aufsichtsrat zur Feststellung vorgelegt. Auswirkungen von geopolitischen Krisen Das Geschäftsjahr 2024 war weiterhin von geopolitischen und kriegerischen Auseinandersetzungen wie beispielsweise dem Nahostkonflikt und dem Krieg in der Ukraine geprägt. Daraus ergaben sich nach wie vor erhebliche wirtschaftliche Herausforderungen. Trotz dieser geopolitischen Spannungen und der weiterhin hohen Unsicherheit in Bezug auf eine weitere Eskalation in den Krisengebieten reduzierte sich die Volatilität bei den Preisen im Gas- und Strombereich gegenüber den Vorjahren deutlich. Parallel reduzierten sich insbesondere in Deutschland die Inflationsraten und Wachstumsaussichten. Hinzu kamen strukturelle Anpassungsprozesse, die zu einer schwachen Konjunktur und zu einem leichten Rückgang des Bruttoinlandsprodukts führten. Für MVV bedeutet dies, dass sich die bereits im Vorjahr reduzierten bilanzierten Marktwerte in der Bilanz im Geschäftsjahr 2024 insbesondere aus der Erfüllung von Verträgen, die zum 30. September 2023 hohe Marktwerte aufwiesen, nochmals deutlich reduzierten. Die Bilanzsumme verringerte sich ebenfalls nochmals deutlich gegenüber dem Vorjahr. Durch die geringere Volatilität und  Konzernabschluss  Erläuterungen zum Konzernabschluss 2024 von MVV MVV Geschäftsbericht 2024 126 eine geringere Marktpreisveränderung im Jahresverlauf reduzierten sich die Bewertungseffekte in der Gewinn- und Verlustrechnung deutlich. Diese wirken sich insbesondere in den Umsatzerlösen und Materialaufwand sowie in den Erträgen und Aufwendungen aus derivativen Finanzinstrumenten aus. Die aktuellen Entwicklungen werden im Hinblick auf ihre Auswirkungen auf den MVV-Konzern kontinuierlich beobachtet, bewertet und, sofern notwendig, Maßnahmen eingeleitet. Die Identifizierung von Unternehmensrisiken gehört zu den zentralen Aufgaben der Unternehmensführung. Bei sich rasch ändernden Rahmenbedingungen, welche insbesondere durch externe Schocks beeinflusst werden, findet unter anderem die Bildung von bereichsübergreifenden Arbeitsgruppen (Taskforces) statt, durch die ein permanenter Austausch zu potenziellen Risiken stattfindet. Im Geschäftsjahr 2024 war die Bildung einer Taskforce nicht erforderlich. Insgesamt hat sich die Einschätzung von MVV zu den geopolitischen Auswirkungen und den kriegerischen Auseinandersetzungen wie beispielsweise dem Nahostkonflikt und dem Krieg in der Ukraine auf den Konzern gegenüber dem Vorjahr nicht verändert. Bezugspreise, insbesondere bei den Hauptprodukten Strom und Gas, werden weiterhin vertraglich vereinbart. Um das Risiko eines Anstiegs der Beschaffungskosten bei MVV abzusichern, werden Energiehandelsverträge genutzt. Wesentliche Risiken aus offenen Positionen oder offenen am Markt einzudeckenden Mengen bestehen für MVV nicht. Daher werden in diesem Zusammenhang keine Rückstellungen aus belastenden Verträgen gebildet. Wertberichtigungen auf Forderungen sind abhängig vom Zahlungsverhalten der Kunden unter Berücksichtigung der gesamtwirtschaftlichen Lage. Die Entwicklung der Umsatzerlöse und des Materialaufwands im Geschäftsjahr, aber auch zukünftig wird wesentlich von der Entwicklung der Großhandelspreise insbesondere für Strom und Gas beeinflusst. Auswirkungen klimabezogener Risiken In der Energiewirtschaft vollzieht sich bereits seit einigen Jahren ein grundlegender Wandel. Dies wird erheblich durch internationale Ziele zum Klimaschutz und durch geopolitische Krisen beeinflusst. MVV gestaltet diesen Wandel aktiv mit. Unser Weg in die Zukunft ist das „Mannheimer Modell“. Dieses umfasst drei strategische Schwerpunkte, mit denen sowohl Chancen als auch Risiken verbunden sind. Neben der Wärmewende mit dem Wandel hin zu einer zunehmenden erneuerbaren Wärmeerzeugung und der Stromwende – mit dem beschleunigten Ausbau von erneuerbaren Energien, innovativen Vermarktungskonzepten und gebündelten Projektentwicklungskapazitäten – bieten wir unseren Kundinnen und Kunden Lösungen an, um sie bei ihrer eigenen Energiewende zu unterstützen. Vor dem Hintergrund der wachsenden Bedeutung von klimabezogenen Risiken werden diese vom zentralen Risikocontrolling mit der gesamten Risikosituation des Konzerns fortlaufend überwacht und bewertet. Dazu werden Risikoprofile erstellt, in die eingeleitete Maßnahmen bei der Beurteilung mit einfließen. In die Erstellung des Konzernabschlusses zum 30. September 2024 wurden die Chancen und Risiken in Bezug auf den Klimawandel und die Ziele unserer Strategie einbezogen. Alle vorhersagbaren Einflüsse mit Auswirkungen auf Vermögenswerte, Schulden, Aufwendungen und Erträge wurden im Abschluss berücksichtigt.  Konzernabschluss  Erläuterungen zum Konzernabschluss 2024 von MVV MVV Geschäftsbericht 2024 127 Änderungen der Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze Das International Accounting Standards Board (IASB) und das IFRS Interpretations Committee (IFRS IC) haben Standards und Interpretationen geändert beziehungsweise neu verabschiedet, die im Geschäftsjahr 2024 erstmals verpflichtend anzuwenden waren. Diese Standards und Interpretationen hatten keine wesentlichen Auswirkungen auf MVV. Das IASB und das IFRS IC haben Standards und Interpretationen veröffentlicht, die für das Geschäftsjahr 2024 noch nicht verpflichtend anzuwenden waren und die nicht freiwillig vorzeitig angewendet worden sind. Bei allen in der nachfolgenden Tabelle nicht aufgeführten Standards und Interpretationen werden keine wesentlichen Auswirkungen im Zeitpunkt der erstmaligen Anwendung auf MVV erwartet:

Neue Standards
Übernahme durch EU Anwendungs- zeitpunkt 1
IFRS 18 Darstellung und Angaben im Abschluss ausstehend 1.1.2027
1  Für Geschäftsjahre, die am oder nach dem angegebenen Zeitpunkt beginnen

Der neue Standard IFRS 18 „Darstellung und Angaben im Abschluss“ ersetzt den bisherigen Standard IAS 1 „Darstellung des Abschlusses“ und ist (vorbehaltlich der Genehmigung durch die EU) für Geschäftsjahre ab dem 1. Januar 2027 anzuwenden. Die Neuerungen des IFRS 18 werden unter anderem zu Änderungen in der Darstellung der primären Abschlussbestandteile sowie zu zusätzlichen Anhangangaben zu von der Unternehmensleitung definierten Erfolgskennzahlen (Management-defined Performance Measures – MPMs) führen. Die konkreten Auswirkungen auf den Konzernabschluss der MVV Energie AG werden derzeit geprüft. Konsolidierungsmethoden Die in die Konsolidierung einbezogenen Abschlüsse wurden auf der Grundlage einheitlicher Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden zum 30. September 2024 aufgestellt. Tochterunternehmen werden ab dem Erwerbszeitpunkt vollkonsolidiert, das heißt, sobald der Konzern die Beherrschung erlangt. Dementsprechend endet die Einbeziehung in den Konzernabschluss, wenn die Beherrschung durch das Mutterunternehmen nicht mehr besteht. Die Kapitalkonsolidierung erfolgt nach der Erwerbsmethode. Die im Eigenkapital auszuweisenden Anteile, die nicht beherrschende Gesellschafter am Ergebnis und am Reinvermögen vollkonsolidierter Tochterunternehmen halten, sind nicht dem Konzern zuzurechnen. Diese werden in der Konzernbilanz getrennt vom Eigenkapital, das auf die Anteilseigner des Mutterunternehmens entfällt, ausgewiesen. Tochterunternehmen, die aus Wesentlichkeitsgründen nicht vollkonsolidiert in den Konzernabschluss von MVV einbezogen werden, werden unter den sonstigen Beteiligungen mit Mehrheitsbesitz ausgewiesen. Die Wesentlichkeitsprüfung erfolgt anhand finanzieller Kriterien wie Umsatzerlöse, EBIT und Bilanzsumme. Die Schwellenwerte werden auf Grundlage der aktuellen Konzernwerte ermittelt und betragen 0,75 % der genannten Kennzahlen. Es wird zusätzlich überprüft und sichergestellt, dass alle nicht vollkonsolidierten Tochtergesellschaften in Summe unterhalb der genannten Wesentlichkeitsgrenzen bleiben. Die Anteile an assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen werden nach der At-Equity-Methode konsolidiert. Die zwischen den konsolidierten Gesellschaften bestehenden Forderungen und Verbindlichkeiten sowie Erträge und Aufwendungen werden gegeneinander aufgerechnet. Wesentliche Zwischenergebnisse werden eliminiert.  Konzernabschluss  Erläuterungen zum Konzernabschluss 2024 von MVV MVV Geschäftsbericht 2024 128 Konsolidierungskreis und Änderungen des Konsolidierungskreises In den Konzernabschluss von MVV werden neben der MVV Energie AG alle wesentlichen in- und ausländischen Tochterunternehmen einbezogen. Tochterunternehmen sind von der MVV Energie AG unmittelbar oder mittelbar beherrschte Unternehmen. MVV beherrscht ein Unternehmen, wenn MVV schwankenden Renditen aus ihrem Engagement bei dem Unternehmen ausgesetzt ist beziehungsweise Anrechte auf diese besitzt und die Fähigkeit hat, diese Renditen mittels ihrer Verfügungsgewalt über das Unternehmen zu beeinflussen.

Konsolidierungskreis
Vollkonsolidierte Tochter-unternehmen At-Equity-Unternehmen
1.10.2023 112 30
Zugänge 22
Abgänge 7 4
30.9.2024 127 26

Bei den Zugängen zu den vollkonsolidierten Unternehmen handelte es sich um 21 Gesellschaften, die bisher als sonstige Beteiligungen mit Mehrheitsbesitz einbezogen waren und seit dem 3. beziehungsweise 4. Quartal des Berichtsjahres vollkonsolidiert werden. Außerdem wurde die Projektgesellschaft Consortium Solar Power Systems Single Member S.A., Athen, Griechenland im 1. Quartal des Geschäftsjahres 2024 durch den Teilkonzern Juwi erworben. Diese Gesellschaft wurde im 4. Quartal des Berichtsjahres veräußert. Bei den Abgängen im Bereich der vollkonsolidierten Unternehmen handelte es sich zusätzlich um drei Verschmelzungen im 1. und 2. Quartal des Berichtsjahres sowie den Verkauf der Projektgesellschaft juwi Wind Germany 180 GmbH & Co. KG, Wörrstadt, im Teilkonzern Juwi, im 2. Quartal des Berichtsjahres. Ebenfalls im Teilkonzern Juwi wurden im 4. Quartal des Berichtsjahres die Gesellschaften juwi Solar ZA Construction 1 (Pty) Ltd., Kapstadt, Südafrika und Rocky Mountain Solar LLC, Delaware, USA, liquidiert. Im 2. Quartal des Berichtsjahres wurden die Anteile an der At-Equity-Beteiligung Allegro engineering GmbH, Markranstädt-Thronitz, in Höhe von 30 % veräußert. Vor dem Verkauf wurden die Anteile durch die vollkonsolidierte Tochtergesellschaft Energieversorgung Offenbach Aktiengesellschaft, Offenbach am Main, gehalten. Zudem hat die im MVV-Konzern vollkonsolidierte Gesellschaft Juwi GmbH im 3. Quartal des Berichtsjahres ihre Anteile von 50 % an der Juwi Shizen Energy Inc. sowie ihre Anteile von 30 % an der Juwi Shizen Energy Operation Inc., beide Tokio, Japan an den Mitgesellschafter Shizen Energy Inc., Fukuoka, Japan, veräußert. Beide Gesellschaften wurden nach der At-Equity-Methode in den Konzern einbezogen. Im 4. Quartal wurde außerdem die Gesellschaft Beegy Operations GmbH, Mannheim, liquidiert, die ebenfalls davor eine At-Equity-Beteiligung im MVV-Konzern war.  Konzernabschluss  Erläuterungen zum Konzernabschluss 2024 von MVV MVV Geschäftsbericht 2024 129 Währungsumrechnung Transaktionen in fremder Währung werden zu dem Kassakurs erfasst, zu dem die einbezogenen Gesellschaften das Geschäft tätigen. Für monetäre Vermögenswerte und Schulden in Fremdwährung erfolgt an jedem Bilanzstichtag die Währungsumrechnung zum Stichtagskurs. Die Differenzen bei der Währungsumrechnung werden entsprechend ihrer Zuordnung entweder im operativen Ergebnis oder im Finanzergebnis ausgewiesen. MVV wandelt die Jahresabschlüsse seiner ausländischen Konzerngesellschaften in Euro um, die Berichtswährung des Konzerns. Dies geschieht auf der Grundlage des funktionalen Währungskonzepts und der modifizierten Stichtagsmethode. Für jedes Unternehmen legt MVV die funktionale Währung fest. Die Umrechnung der Vermögenswerte und Schulden von der jeweiligen Landeswährung in Euro erfolgt zu Stichtagskursen, das heißt zu den Tagesmittelkursen am Bilanzstichtag. Die Aufwands- und Ertragsposten werden mit Jahresdurchschnittskursen umgerechnet. Treten Währungsdifferenzen aus abweichenden Umrechnungskursen zwischen der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung auf, werden diese erfolgsneutral im Eigenkapital als Unterschiedsbetrag aus Währungsumrechnung unter dem kumulierten erfolgsneutralen Ergebnis ausgewiesen. Für die Währungsumrechnung haben wir folgende wesentliche Wechselkurse zugrunde gelegt:

Währungsumrechnung
Stichtagskurs Durchschnittskurs
1 Euro 30.9.2024 30.9.2023 1.10.2023 bis 30.9.2024 1.10.2022 bis 30.9.2023
Pfund, Großbritannien (GBP) 0,835 0,865 0,855 0,870
US-Dollar, Vereinigte Staaten (USD) 1,120 1,059 1,084 1,068
Rand, Südafrika (ZAR) 19,226 19,981 20,097 19,411
Quelle: Europäische Zentralbank

Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze Im Folgenden werden die grundlegenden Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze dargestellt, die für die Aufstellung des Konzernabschlusses von MVV angewendet wurden.  Konzernabschluss  Erläuterungen zum Konzernabschluss 2024 von MVV MVV Geschäftsbericht 2024 130 Immaterielle Vermögenswerte Immaterielle Vermögenswerte wurden größtenteils entgeltlich erworben und sind mit den Anschaffungs- oder Herstellungskosten – eventuell vermindert um erhaltene Zuschüsse – angesetzt. Sie werden ihrem Nutzungsverlauf entsprechend um planmäßige Abschreibungen nach der linearen Methode vermindert. Den planmäßigen Abschreibungen für wesentliche immaterielle Vermögenswerte liegen folgende Nutzungsdauern, aufgegliedert nach konzerntypischen Vermögenswertklassen, zugrunde:

Nutzungsdauer in Jahren
Kundenverträge und Kundenlisten 4 – 28
Software und Softwarelizenzen 3 – 25
sonstige immaterielle Vermögenswerte 20 – 40

Die angegebenen Nutzungsdauern werden jährlich überprüft und neu ermittelt. Mit Ausnahme von Geschäfts- oder Firmenwerten bestehen keine wesentlichen immateriellen Vermögenswerte, deren Nutzungsdauer als unbestimmbar eingeschätzt wurde. Bei der Festlegung der Nutzungsdauer erfolgt eine Orientierung an wirtschaftlichen Aspekten oder vertraglichen Konditionen. Entwicklungskosten werden als immaterielle Vermögenswerte erfasst, wenn folgende Kriterien erfüllt sind: •Die Fertigstellung ist technisch realisierbar, sodass der Vermögenswert genutzt oder verkauft werden kann. •Das Management hat die Absicht, den Vermögenswert zur Nutzung oder zum Verkauf fertigzustellen. •Es besteht die Fähigkeit, den Vermögenswert zu nutzen oder zu verkaufen. •Es lässt sich nachweisen, wie der Vermögenswert voraussichtlichen zukünftigen Nutzen generieren wird. •Es stehen angemessene technische, finanzielle und sonstige Mittel zur Verfügung, um die Entwicklung abzuschließen und den Vermögenswert zu nutzen oder zu verkaufen. •Die Ausgaben für den Vermögenswert während der Entwicklungsphase können verlässlich bestimmt werden. Die direkt zurechenbaren Kosten, die aktiviert werden, umfassen Mitarbeiterkosten und einen angemessenen Anteil entsprechender Gemeinkosten. Aktivierte Entwicklungskosten werden von dem Zeitpunkt, ab dem der Vermögenswert zur Nutzung bereitsteht, abgeschrieben. Forschungs- und Entwicklungskosten, die die genannten Kriterien nicht erfüllen, werden in der Gewinn- und Verlustrechnung als Aufwand erfasst. Bisher als Aufwand verbuchte Entwicklungskosten werden nicht als Vermögenswert in einer Folgeperiode erfasst.  Konzernabschluss  Erläuterungen zum Konzernabschluss 2024 von MVV MVV Geschäftsbericht 2024 131 Sachanlagen Die Bilanzierung der Sachanlagen erfolgt zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten, abzüglich der ratierlichen Abschreibungen für den Werteverzehr der Anlagen. Bei selbst erstellten Sachanlagen werden die Herstellungskosten anhand der direkt zurechenbaren Einzelkosten sowie angemessenen direkt zurechenbaren Gemeinkosten ermittelt. Fremdkapitalkosten werden als Teil der Anschaffungs- oder Herstellungskosten aktiviert, wenn sie unmittelbar dem Erwerb oder der Herstellung eines qualifizierten Vermögenswerts zugeordnet werden können. Dies geschieht, wenn dieser Vermögenswert über einen längeren Zeitraum von mindestens zwölf Monaten in den beabsichtigten gebrauchs- oder verkaufsfähigen Zustand versetzt wird. Während der Erstellungsphase wird der Saldo aus den angefallenen Aufwendungen und Erträgen aktiviert. Die Anschaffungs- oder Herstellungskosten von Vermögenswerten werden um erhaltene öffentliche Zuschüsse (Investitionszuschüsse) reduziert. Zuwendungen der öffentlichen Hand werden erfasst, wenn es hinreichend sicher ist, dass sie gewährt werden und die damit verbundenen Bedingungen erfüllt sind. Es liegen ausschließlich vermögenswertbezogene Zuwendungen vor; sie werden im Anlagenspiegel offen von den Investitionen abgesetzt. Die Abschreibung der Vermögenswerte im Sachanlagevermögen erfolgt linear entsprechend ihrem wirtschaftlichen Nutzungsverlauf. Im Jahr der Anschaffung erfolgt die Abschreibung zeitanteilig. Die planmäßigen Abschreibungen für wesentliche Sachanlagen basieren auf folgenden Nutzungsdauern, die nach konzerntypischen Vermögenswertklassen aufgegliedert sind:

Nutzungsdauer in Jahren
Gebäude 10 – 50
Technische Anlagen und Maschinen 10 – 45
Leitungsnetze 14 – 50
Betriebs- und Geschäftsausstattung 5 – 33

Die angegebenen Nutzungsdauern werden jährlich überprüft und neu ermittelt. Als Finanzinvestitionen gehaltene Immobilien Die Bewertung der als Finanzinvestitionen gehaltenen Immobilien erfolgt zu fortgeführten Anschaffungs- oder Herstellungskosten. Die Marktwerte werden regelmäßig im Rahmen des Werthaltigkeitstests durch unabhängige Gutachten ermittelt. Hierbei handelt es sich nicht um beobachtbare Marktpreise, daher ist die Bewertung gemäß der Bewertungshierarchie des IFRS 13 der Stufe 3 zuzuordnen. Prüfung der Werthaltigkeit von immateriellen Vermögenswerten, Sachanlagen und als Finanzinvestitionen gehaltenen Immobilien An jedem Bilanzstichtag werden die Buchwerte der immateriellen Vermögenswerte, der Sachanlagen und der als Finanzinvestitionen gehaltenen Immobilien auf Anhaltspunkte überprüft, die auf eine Wertminderung hindeuten. Liegen entsprechende Anhaltspunkte vor, wird ein Werthaltigkeitstest (Impairmenttest) nach IAS 36 durchgeführt. Die Geschäfts- oder Firmenwerte und die immateriellen Vermögenswerte mit unbegrenzter Nutzungsdauer werden nicht planmäßig abgeschrieben, sondern mindestens einmal jährlich einem Werthaltigkeitstest unterzogen. Dies gilt ebenso, wenn sich die Umstände ändern oder sich Sachverhalte ergeben, die darauf hinweisen. Wenn der Buchwert eines Vermögenswerts über seinem erzielbaren Betrag, also über dem höheren Wert aus beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten oder Nutzungswert, liegt, wird eine Wertminderung auf den erzielbaren Betrag vorgenommen. Der beizulegende Zeitwert spiegelt die bestmögliche Schätzung des erzielbaren Betrags wider. Die erzielbaren Beträge sind für jeden Vermögenswert zu bestimmen, es sei denn, der Vermögenswert erzeugt keine weitestgehend unabhängigen Cashflows. In diesem Fall ist der Betrag anzusetzen, für den ein unabhängiger Dritter die zahlungsmittelgenerierende Einheit am Bilanzstichtag erwerben würde.  Konzernabschluss  Erläuterungen zum Konzernabschluss 2024 von MVV MVV Geschäftsbericht 2024 132 Die Zeit- und Nutzungswerte der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten werden anhand von Cashflow-Planungen ermittelt, die von den Management- und Aufsichtsorganen der MVV Energie AG genehmigt wurden. Grundlage der Cashflow-Planungen sind Erfahrungen und Ergebnisse vergangener Geschäftsjahre sowie Erwartungen über zukünftige Marktentwicklungen. Sie basieren auf der erwarteten Entwicklung der gesamtwirtschaftlichen Rahmendaten, die aus volks- und finanzwirtschaftlichen Studien abgeleitet werden. Insbesondere Prämissen über künftige Strom- Gas- und Rohstoffpreise sowie unternehmensbezogene Investitionstätigkeiten und regulatorische Rahmenbedingungen beeinflussen das nachhaltig erzielbare EBIT, auf dem die Ermittlung des erzielbaren Betrags basiert und auf das dieser besonders sensitiv reagiert. Bei dem Teilkonzern Energieversorgung Offenbach gehen wir davon aus, dass sich das nachhaltig erzielbare EBIT infolge der erheblichen erforderlichen Investitionen in Energieinfrastruktur auf 95 Mio Euro belaufen wird. Bei den Teilkonzernen Juwi und Enamic gehen wir ebenfalls von einer Steigerung des nachhaltig erzielbaren EBIT aus. Die Cashflow-Planungen umfassen einen Detailplanungszeitraum von drei Jahren. Für die darauffolgenden Geschäftsjahre werden die Ergebnisse fortgeschrieben, ausgehend vom letzten Jahr des Detailplanungszeitraums. Hierbei werden die aktuell geschätzten Wachstumsraten verwendet. Die Wachstumsraten entsprechen mit jeweils 0,5% den langfristigen durchschnittlichen Wachstumsraten der Märkte, auf welchen die Unternehmen tätig sind. Die Cashflows wurden mit Nachsteuer-Zinssätzen (gewichtete Kapitalkosten) wie folgt für die einzelnen wesentlichen Teilkonzerne diskontiert: Teilkonzern Juwi: 7,2 % (Vorjahr: 8,8 %); Teilkonzern Energieversorgung Offenbach: 5,7 % (Vorjahr: 6,0 %); Teilkonzern Enamic: 6,4 % (Vorjahr: 6,8 %). Eine außerplanmäßige Abschreibung erfolgt, wenn der erzielbare Betrag des Vermögenswerts den Buchwert unterschreitet. Wenn die Gründe einer historischen Wertminderung wegfallen und der erzielbare Betrag des Vermögenswerts den Buchwert bei einem Wertminderungstest überschreitet, wird eine Wertaufholung erfasst. Wertaufholungen werden maximal bis zur Höhe der fortgeführten Anschaffungs- oder Herstellungskosten vorgenommen. Bei Geschäfts- oder Firmenwerten werden keine Zuschreibungen vorgenommen. Übersteigt der Buchwert einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit, der ein Geschäfts- oder Firmenwert zugeordnet wurde, den erzielbaren Betrag, so wird zunächst der zugeordnete Geschäfts- oder Firmenwert abgeschrieben. Ein Abwertungsbedarf, der darüber hinausgeht, wird durch anteilige Reduzierung der Buchwerte der übrigen Vermögenswerte der zahlungsmittelgenerierenden Einheit berücksichtigt. Es erfolgt jedoch keine Abstockung unter den Zeitwert der jeweiligen Vermögenswerte. Sonstige nichtfinanzielle Forderungen und Vermögenswerte Die sonstigen nichtfinanziellen Forderungen und Vermögenswerte umfassen die Vertragsvermögenswerte aus Projektentwicklung, sonstige Vertragsvermögenswerte, sonstige Steuerforderungen, aktive Rechnungsabgrenzungsposten, Emissionsrechte und sonstige übrige nichtfinanzielle Vermögenswerte. Die sonstigen Vertragsvermögenswerte werden zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Die Wertminderungsregelungen von IFRS 9 gelten auch für Vertragsvermögenswerte. Ein Vertragsvermögenswert bildet den Anspruch eines Unternehmens auf eine Gegenleistung im Austausch für Güter oder Dienstleistungen ab, die das Unternehmen an den Kunden übertragen hat. Ein Vertragsvermögenswert wird zur Forderung, wenn der Anspruch eines Unternehmens auf die Gegenleistung unbedingt ist. Dies ist der Fall, wenn die Fälligkeit der Gegenleistung nur noch vom Zeitablauf abhängig ist. Bei den CO2-Emissionszertifikaten mit einer Restlaufzeit von weniger als einem Jahr, die von MVV zugekauft oder getauscht werden müssen, handelt es sich um immaterielle Vermögenswerte, die als sonstige nichtfinanzielle Vermögenswerte mit ihren Anschaffungskosten bilanziert werden. Unentgeltlich zugeteilte Rechte werden mit 0 Euro bewertet.  Konzernabschluss  Erläuterungen zum Konzernabschluss 2024 von MVV MVV Geschäftsbericht 2024 133 Weitere Ausführungen zu den sonstigen nichtfinanziellen Forderungen und Vermögenswerten finden sich unter den Erläuterungen zur Textziffer 27 Sonstige nichtfinanzielle Forderungen und Vermögenswerte . Vorräte Die Vorräte betreffen Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe beziehungsweise unfertige und fertige Erzeugnisse und Leistungen sowie Projektrechte, die hierauf geleisteten Anzahlungen und den Lagerbestand Gas. Sie sind mit dem niedrigeren Wert aus Anschaffungs- oder Herstellungskosten und Nettoveräußerungswert bewertet. Die Anschaffungs- oder Herstellungskosten der Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe werden nach der Durchschnittsmethode ermittelt. Die Herstellungskosten der unfertigen und fertigen Erzeugnisse und Leistungen sowie die Projektrechte umfassen die produktionsbezogenen Vollkosten. Sie setzen sich zusammen aus den direkt zurechenbaren Einzelkosten sowie – auf Basis einer Normalauslastung – den angemessenen Teilen der notwendigen Material- und Fertigungsgemeinkosten. Risiken aus einer geminderten Verwertbarkeit werden durch angemessene Abschläge reduziert. Flüssige Mittel Flüssige Mittel umfassen Kassenbestände sowie Guthaben bei Kreditinstituten mit einer Restlaufzeit zum Erwerbszeitpunkt von weniger als drei Monaten. Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte beziehungsweise Schulden Langfristige Vermögenswerte, die in ihrem gegenwärtigen Zustand veräußert werden können und deren Veräußerung höchstwahrscheinlich ist, werden als „Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte“ ausgewiesen. Schulden, die zusammen mit Vermögenswerten in einer Transaktion abgegeben werden sollen, werden als „Zur Veräußerung gehaltene Schulden“ gesondert ausgewiesen. Vorausgesetzt, dass die jeweils besonderen Standards nicht anzuwenden sind, werden zur Veräußerung bestimmte langfristige Vermögenswerte nicht mehr planmäßig abgeschrieben. Wenn bezüglich der Bewertung kein anderer Standard anzuwenden ist, werden sie mit ihrem Zeitwert bewertet, der um voraussichtliche Veräußerungskosten vermindert ist, sofern dieser niedriger als der Buchwert ist. Gewinne oder Verluste aus der Bewertung einzelner zur Veräußerung bestimmter langfristiger Vermögenswerte sowie von Veräußerungsgruppen, die keine nicht fortgeführte Aktivität darstellen, werden bis zur endgültigen Veräußerung im Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten ausgewiesen. Gewinne oder Verluste aus der Bewertung nicht fortgeführter Aktivitäten und aus bestimmten Vermögenswerten einer nicht fortgeführten Aktivität werden in der Gewinn- und Verlustrechnung gesondert als Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten ausgewiesen. Die Vorjahreswerte der Gewinn- und Verlustrechnung werden entsprechend angepasst. Der Ausweis der betreffenden Vermögenswerte und Schulden erfolgt in den oben genannten separaten Bilanzposten. In der Kapitalflussrechnung werden die Zahlungsströme nicht fortgeführter Aktivitäten sowie die Vorjahreswerte separat angegeben. Eine Anpassung der Bilanz des Vorjahres erfolgt hingegen nicht.  Konzernabschluss  Erläuterungen zum Konzernabschluss 2024 von MVV MVV Geschäftsbericht 2024 134 Latente Steuern Latente Steuern werden gebildet, wenn zwischen den Steuerbilanzen und den IFRS-Bilanzen der Einzelgesellschaften temporäre Differenzen bestehen. Diese entstehen aufgrund der steuerlichen Bewertung der Vermögenswerte und Schulden und der externen Rechnungslegung gemäß IFRS sowie aus ergebniswirksamen Konsolidierungsvorgängen. Ein Überhang an aktiven latenten Steuern aus temporären Differenzen wird nur angesetzt, wenn dieser werthaltig ist. Darüber hinaus werden aktive latente Steuern auf Steuerminderungsansprüche berücksichtigt, die sich in den Folgejahren aus der erwarteten Nutzung bestehender Verlustvorträge ergeben. Eine Aktivierung erfolgt nur, wenn die Nutzbarkeit dieser Verlustvorträge aufgrund von Planungen über einen Prognosezeitraum von maximal drei Jahren hinweg gewährleistet ist. Die Berechnung der latenten Steuern basiert auf den zum Zeitpunkt der Realisierung in den einzelnen Organisationseinheiten geltenden oder erwarteten Steuersätzen. Dabei werden die am Bilanzstichtag gültigen beziehungsweise verabschiedeten steuerlichen Vorschriften berücksichtigt. Rückstellungen Rückstellungen werden für sämtliche am Bilanzstichtag gegenüber Dritten bestehenden rechtlichen oder faktischen Verpflichtungen gebildet, sofern sie auf vergangenen Ereignissen beruhen, die wahrscheinlich zu einem Abfluss von Ressourcen führen und deren Höhe verlässlich geschätzt werden kann. Sie werden mit ihrem voraussichtlichen Erfüllungsbetrag angesetzt und nicht mit Erstattungsansprüchen saldiert. Rückstellungen für eine Vielzahl gleichartiger Ereignisse werden mit dem Erwartungswert der möglichen Ergebnisse bilanziert. Die Rückstellungsbildung für CO2-Emissionszertifikate erfolgt in Höhe der fortgeführten Anschaffungskosten der gehaltenen (aktivierten) CO2-Emissionszertifikate beziehungsweise zum Terminpreis der bereits kontraktierten CO2-Emissionszertifikate. Ist ein Teil der Verpflichtung nicht durch vorhandene beziehungsweise per Termingeschäft kontraktierte CO2-Emissionszertifikate gedeckt, wird die Rückstellung hierfür zum Marktpreis der CO2-Emissionszertifikate am Stichtag bewertet. Alle langfristigen Rückstellungen werden mit ihrem auf den Bilanzstichtag voraussichtlichen Erfüllungsbetrag bilanziert. Die langfristigen Rückstellungen werden diskontiert. Leasing Für Leasingverträge wird auf der Seite des Leasingnehmers das Nutzungsrechtsmodell (right-of-use model) angewendet. Die Leasingverhältnisse werden zu dem Zeitpunkt, zu dem der Leasinggegenstand MVV zur Nutzung zur Verfügung steht, als Nutzungsrecht und entsprechende Leasingverbindlichkeit bilanziert. Eine Ausnahme bilden Verträge mit einer Laufzeit von weniger als zwölf Monaten sowie Leasingverhältnisse, bei denen der zugrunde liegende Vermögenswert von geringem Wert ist. Die mit diesen Leasingverhältnissen verbundenen Leasingzahlungen werden linear über die Laufzeit des Leasingverhältnisses als Aufwand erfasst. Jede Leasingrate wird in Tilgungs- und Finanzierungsaufwendungen aufgeteilt. Die Finanzierungsaufwendungen werden über die Laufzeit des Leasingverhältnisses erfolgswirksam erfasst. Das Nutzungsrecht wird linear über den kürzeren der beiden Zeiträume aus Nutzungsdauer und Laufzeit des Leasingvertrags abgeschrieben. Vermögenswerte und Schulden aus Leasingverhältnissen werden bei Erstansatz zu Barwerten erfasst. Leasingzahlungen werden mit dem impliziten Zinssatz abgezinst, der dem Leasingverhältnis zugrunde liegt, sofern dieser bestimmbar ist. Andernfalls erfolgt eine Abzinsung mit dem Grenzfremdkapitalzinssatz des Leasingnehmers.  Konzernabschluss  Erläuterungen zum Konzernabschluss 2024 von MVV MVV Geschäftsbericht 2024 135 Die Leasingverbindlichkeiten beziehen sich auf Gebäude, verschiedene technische Anlagen sowie auf Betriebs- und Geschäftsausstattung. Die Kfz-Leasingverträge stellen dabei den größten Anteil der Leasingverträge dar. Weitere wesentliche Leasingverträge bestehen für Bürogebäude, Blockheizkraftwerke, Fernwärmespeicher, Lagerplätze sowie Gestattungsverträge für die Nutzung von landwirtschaftlichen Flächen, die notwendig sind, um die Windkraftanlagen und die zugehörige Infrastruktur betreiben zu können. Die Leasingverbindlichkeiten beinhalten den Barwert folgender am Bereitstellungsdatum noch nicht geleisteter Zahlungen für das Recht auf deren Nutzung: •Feste Zahlungen abzüglich etwaiger zu erhaltender Leasinganreize, •variable Leasingzahlungen, die an einen Index- oder Zinssatz gekoppelt sind, •erwartete Restwertzahlungen aus Restwertgarantien des Leasingnehmers, •der Ausübungspreis einer Kaufoption, wenn die Ausübung durch den Leasingnehmer hinreichend sicher ist, •Strafzahlungen für die Kündigung des Leasingverhältnisses, wenn in der Laufzeit berücksichtigt ist, dass der Leasingnehmer eine Kündigungsoption wahrnehmen wird. Einige Leasingverträge enthalten Verlängerungs- und Kündigungsoptionen. Derartige Vertragsbestandteile und -konditionen bieten MVV eine größtmögliche betriebliche Flexibilität. Bei der Bestimmung der Vertragslaufzeiten werden durch das Management sämtliche Umstände und Begebenheiten berücksichtigt, die einen wirtschaftlichen Anreiz zur Ausübung von Kündigungsoptionen bieten. Laufzeitänderungen aus der Ausübung beziehungsweise Nichtausübung solcher Optionen werden bei der Vertragslaufzeit nur berücksichtigt, wenn sie hinreichend sicher sind. Leasingverträge aus Operating-Leasingverhältnissen, bei denen MVV der Leasinggeber ist, werden erfolgswirksam linear über die Laufzeit des Leasingverhältnisses erfasst. Bei den Finance-Leasingverhältnissen gilt hingegen der Leasinggeber nicht als wirtschaftlicher Eigentümer, sodass das Leasingobjekt zu Vertragsbeginn ausgebucht wird. Der Leasinggeber erfasst dann eine Forderung in Höhe sämtlicher noch nicht vereinnahmter Leasingzahlungen mitsamt einer Restwertgarantie diskontiert mit dem Zinssatz, der dem Leasingverhältnis zugrunde liegt. Im Laufe des Finance-Leasingverhältnisses erhöht der Leasinggeber die Leasingforderung erfolgswirksam durch Zinserträge und reduziert sie in Höhe der Tilgungen des Leasingnehmers erfolgsneutral.  Konzernabschluss  Erläuterungen zum Konzernabschluss 2024 von MVV MVV Geschäftsbericht 2024 136 Finanzinstrumente Originäre Finanzinstrumente: Finanzielle Vermögenswerte, wie zum Beispiel Aktien und Gesellschaftsanteile, Ausleihungen, Wertpapiere, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, sonstige Geldanlagen sowie liquide Mittel, werden bei ihrem Zugang zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Im Rahmen der Folgebewertung werden finanzielle Vermögenswerte entweder zum beizulegenden Zeitwert oder zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert. Transaktionskosten werden im Falle einer Folgebewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten mittels der Effektivzinsmethode über die Laufzeit des Finanzinstruments verteilt. Sonst werden sie aufwandswirksam erfasst. Der beizulegende Zeitwert von Finanzinstrumenten, die auf organisierten Märkten gehandelt werden, wird zum Börsenkurs am Bilanzstichtag ermittelt. Der beizulegende Zeitwert von Finanzinstrumenten, für die kein aktiver Markt besteht, wird unter Anwendung von Bewertungsmethoden festgelegt. Solche Verfahren stützen sich auf Transaktionen, die kürzlich zu marktüblichen Bedingungen getätigt wurden, auf den aktuellen Marktwert eines anderen, im Wesentlichen identischen Instruments, auf die Analyse der diskontierten Zahlungsströme oder auf Optionspreismodelle. Bei der Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte werden gemäß IFRS 13 auch die Markt- und Kreditrisiken mit einbezogen. Nicht konsolidierte Tochterunternehmen werden zu Anschaffungskosten bilanziert. Ausschlaggebend für die Folgebilanzierung sind die vertraglich vereinbarten Zahlungsstromeigenschaften sowie das Geschäftsmodell, mit welchem Ziel die Finanzinstrumente gehalten werden. Enthalten die vertraglich vereinbarten Zahlungsstromeigenschaften eines Finanzinstruments ausschließlich Tilgungs- und Zinszahlungen, darf es zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Berücksichtigung der Effektivzinsmethode bilanziert werden, wenn gemäß dem verfolgten Geschäftsmodell die vertraglichen Zahlungen vom Schuldner vereinnahmt werden sollen. Soll laut Geschäftsmodell neben der Vereinnahmung der vertraglichen Zahlungen auch die Veräußerung des Finanzinstruments möglich sein, werden Entwicklungen des beizulegenden Zeitwerts des Finanzinstruments über die Effektivverzinsung hinaus im Sonstigen Ergebnis erfasst. Diese Änderung des beizulegenden Zeitwerts im Sonstigen Ergebnis erfolgt unter Berücksichtigung latenter Steuern. Andere Geschäftsmodelle führen zu einer erfolgswirksamen Bilanzierung des Finanzinstruments zum beizulegenden Zeitwert, insbesondere auch dann, wenn die vertraglich vereinbarten Zahlungsstromeigenschaften auch andere als ausschließlich Tilgungs- und Zinszahlungen umfassen. Aufgrund der Zahlungsstromeigenschaften qualifizieren sich ausschließlich Schuldinstrumente für eine bei erstmaliger Erfassung unwiderruflich festzulegende Zuordnung zu einem der genannten Geschäftsmodelle. Gehaltene Eigenkapitalinstrumente werden grundsätzlich erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bilanziert. Sollten diese ohne eine Handelsabsicht gehalten werden, darf die Wertentwicklung des beizulegenden Zeitwerts des Eigenkapitalinstruments im Sonstigen Ergebnis unter Berücksichtigung latenter Steuern dargestellt werden, ohne jedoch bei Abgang in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert zu werden. Bei Finanzinstrumenten, die der Effektivzinsmethode unterliegen, werden nach dem Expected-Credit-Loss-Modell bereits erwartete Wertminderungen erfasst. Nach dem allgemeinen Ansatz werden Risikovorsorgen differenziert ermittelt, ob sich das Ausfallrisiko eines finanziellen Vermögenswertes seit seinem Zugang wesentlich verschlechtert hat oder nicht. Bei gleichbleibendem Ausfallrisiko (Stufe 1) wird die Risikovorsorge auf Basis möglicher Verlustereignisse innerhalb der nächsten zwölf Monate ermittelt (12-month expected loss). Wenn sich das Ausfallrisiko unter Berücksichtigung aller angemessenen und belastbaren, einschließlich zukunftsorientierter Informationen signifikant erhöht hat (Stufe 2), wird die Risikovorsorge auf die gesamte restliche Laufzeit (lifetime expected credit loss) des Finanzinstruments bezogen, die Effektivverzinsung jedoch weiterhin auf den Bruttobuchwert bezogen. Sofern seit dem letzten Abschlussstichtag zudem objektive Hinweise auf eine Wertminderung vorliegen (Stufe 3), werden  Konzernabschluss  Erläuterungen zum Konzernabschluss 2024 von MVV MVV Geschäftsbericht 2024 137 die Effektivzinsen auf Basis des Nettobuchwertes nach Risikovorsorge (lifetime expected credit loss) bestimmt. Mögliche objektive Hinweise sind: •Es besteht ein Vertragsbruch (zum Beispiel Verzug oder Ausfall) durch den Vertragspartner. •Es wurden Zugeständnisse (zum Beispiel Stundungen) gegenüber dem Vertragspartner gewährt. •Der Vertragspartner ist insolvent. •Die finanziellen Schwierigkeiten des Vertragspartners werden als so groß eingeschätzt, dass ein Vertragsbruch oder Zugeständnisse zu erwarten sind. •Die finanziellen Schwierigkeiten des Vertragspartners werden als so groß eingeschätzt, dass eine Insolvenz möglich ist. Falls die Einschätzung für einen Transfer in Stufe 2 beziehungsweise Stufe 3 nicht mehr vorliegt, erfolgt eine Zuordnung zur ursprünglichen Stufe. Nach dem vereinfachten Ansatz (Simplified Approach) wird die Risikovorsorge dagegen direkt auf Verlustereignisse der gesamten restlichen Laufzeit bezogen. Dem vereinfachten Ansatz unterliegen neben Forderungen aus Lieferungen und Leistungen auch Leasingforderungen und vertragliche Vermögenswerte aus Kundenverträgen. Wertminderungen werden direkt im Periodenergebnis erfasst und können direkt den Buchwert des Finanzinstruments ändern oder über ein Wertberichtigungskonto abgebildet werden. In Folgeperioden erhaltene, früher bereits abgeschriebene Beträge werden in der gleichen Position erfasst. Wertberichtigungen werden über ein Wertberichtigungskonto abgebildet. Bei marktüblichen Käufen und Verkäufen von finanziellen Vermögenswerten erfolgt die Bilanzierung zum Handelstag, das heißt zu dem Tag, an dem das Unternehmen die Verpflichtung zum Kauf oder Verkauf des Vermögenswerts eingegangen ist. Marktübliche Käufe oder Verkäufe schreiben die Lieferung der Vermögenswerte innerhalb eines durch Marktvorschriften oder -konventionen festgelegten Zeitraums vor. Die Ausbuchung finanzieller Vermögenswerte erfolgt, wenn die vertraglichen Rechte auf Zahlungsmittelzuflüsse aus dem Vermögenswert auslaufen oder der finanzielle Vermögenswert übertragen wird, sofern im Wesentlichen alle Chancen und Risiken, die mit dem Eigentum an dem Vermögenswert verbunden sind, übertragen werden, beziehungsweise die Verfügungsmacht über den Vermögenswert abgegeben wird. Finanzielle Verbindlichkeiten wie Finanzschulden, Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und andere finanzielle Verbindlichkeiten werden zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet, gegebenenfalls unter Verwendung der Effektivzinsmethode. Finanzschulden werden beim erstmaligen Ansatz zum beizulegenden Zeitwert unter Berücksichtigung der direkt zurechenbaren Transaktionskosten bilanziert. Bei Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten entsprechen die Anschaffungskosten dem Transaktionspreis beziehungsweise dem beizulegenden Zeitwert der erhaltenen Gegenleistung. Finanzielle Verbindlichkeiten werden ausgebucht, wenn die Verpflichtung, die der Verbindlichkeit zugrunde liegt, erfüllt, gekündigt oder erloschen ist. Von dem Wahlrecht, finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten beim erstmaligen Ansatz als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert zu bewerten, wird kein Gebrauch gemacht. Derivative Finanzinstrumente:  Konzernabschluss  Erläuterungen zum Konzernabschluss 2024 von MVV MVV Geschäftsbericht 2024 138 Zu den derivativen Finanzinstrumenten gehören insbesondere Zins- und Währungsderivate sowie Commodity-Derivate, hauptsächlich für die Commodities Strom, Gas, Kohle und CO2. Derivative Finanzinstrumente werden sowohl bei ihrer erstmaligen Bilanzierung als auch in den Folgeperioden zum beizulegenden Zeitwert bewertet und als derivative aktive Finanzinstrumente oder derivative passive Finanzinstrumente ausgewiesen. Die Wertansätze werden vom Markt abgeleitet oder anhand anerkannter Bewertungsmethoden ermittelt (Barwertmethode oder Optionspreismodelle, denen aktuelle Marktparameter zugrunde gelegt werden). Sofern keine Marktpreise vorliegen, werden insbesondere bestimmte langfristige Energiekontrakte und Zinsderivate anhand anerkannter Bewertungsmethoden bewertet, welche auf internen Fundamentaldaten beruhen. Wertänderungen von Währungsderivaten mit Bezug zur operativen Tätigkeit werden im operativen Ergebnis und von Zins- und Währungsderivaten ohne Bezug zur operativen Tätigkeit innerhalb des Finanzergebnisses entsprechend als Ertrag oder Aufwand erfasst. Wertänderungen aller anderen derivativen Finanzinstrumente erfolgen als Ertrag beziehungsweise Aufwand in den Erträgen und Aufwendungen aus derivativen Finanzinstrumenten. Derivate, die als Sicherungsgeschäft in einem CashflowHedge eingesetzt werden, sind gesondert zu behandeln. Erfüllen diese zusätzlich die Voraussetzungen des Hedge Accountings gemäß IFRS 9, erfolgt der Ausweis des effektiven Teils des Sicherungsinstruments im Rahmen der Fair-Value-Veränderung erfolgsneutral im Eigenkapital unter Marktbewertung von Finanzinstrumenten. Wird das Grundgeschäft erfolgswirksam, wird das Sicherungsgeschäft ebenfalls erfolgswirksam erfasst und kompensiert somit die Auswirkungen des Grundgeschäfts. Neben dem Cashflow-Hedge-Accounting können Absicherungen von Risiken ebenfalls durch Fair-Value-Hedges erfolgen. Hierbei werden die Änderungen des beizulegenden Zeitwerts von Derivaten, die der Absicherung eines beizulegenden Zeitwerts dienen und als Fair-Value-Hedge qualifiziert werden können, gleichzeitig mit dem abgesicherten Risiko erfolgswirksam erfasst. Zusätzlich können bei Fair-Value-Hedges die währungsbedingten Änderungen von originären Finanzinstrumenten durch die währungsbedingten Änderungen von anderen originären Finanzinstrumenten beziehungsweise Währungsderivaten abgesichert werden. Für geschlossene Fremdwährungspositionen werden Fair-Value-Hedge-Sicherungsbeziehungen designiert. Energiehandelsverträge zur Absicherung zukünftiger Commodity-Einkäufe und -Verkäufe können in den Anwendungsbereich von IFRS 9 fallen. Finanzielle Energiehandelsverträge werden als derivative Finanzinstrumente erfasst. Diese werden entweder als Sicherungsinstrumente von Cashflow-Hedge-Sicherungsbeziehungen designiert oder als freistehende Derivate bilanziert. Bei physischen Energiehandelsverträgen ist zu entscheiden, ob diese als derivative Finanzinstrumente nach IFRS 9 zu behandeln sind oder ob die Own Use Exemption anwendbar ist. Die übrigen Energiehandelsgeschäfte werden als All-In-One Cashflow-Hedge-Sicherungsbeziehungen designiert beziehungsweise als freistehende Derivate bilanziert. Fair-Value-Hedge-Sicherungsbeziehungen werden im Wesentlichen zur Absicherung zukünftiger Gaspreisrisiken von eingespeichertem Gas gebildet. Energiehandelsverträge, die zu Handelszwecken oder im Rahmen der Gesamtrisikosteuerung aller Energiehandelsverträge abgeschlossen wurden, fallen in den Anwendungsbereich des IFRS 9. Gewinne und Verluste aus diesen Energiehandelsverträgen werden saldiert als Ertrag aus derivativen Finanzinstrumenten beziehungsweise Aufwand aus derivativen Finanzinstrumenten berücksichtigt. Neben der Betrachtung von Energiehandelsverträgen ist teilweise auch für andere Energielieferverträge und Energiebezugsverträge zu entscheiden, ob diese als derivative Finanzinstrumente nach IFRS 9 zu behandeln sind oder die Own Use Exemption anzuwenden ist. Falls sie in den Anwendungsbereich des IFRS 9 fallen, werden sie als freistehende Derivate bilanziert. Zins-Swaps zur Absicherung zukünftiger Zinsänderungsrisiken fallen in den Anwendungsbereich von IFRS 9. Sie fixieren die zukünftigen Zinszahlungen aus variabel verzinslichen Finanzverbindlichkeiten. Sie werden als Sicherungsinstrumente von Cashflow-Hedge-Sicherungsbeziehungen designiert. Entwicklungen des Zeitwerts von Komponenten eines  Konzernabschluss  Erläuterungen zum Konzernabschluss 2024 von MVV MVV Geschäftsbericht 2024 139 Sicherungsinstruments, welche nicht zur Absicherung eines Risikos aus dem Grundgeschäft designiert sind, können als Kosten der Absicherung im Sonstigen Ergebnis erfasst und mit der Erfolgswirkung des Grundgeschäfts wieder aufgelöst werden. Im Geschäftsjahr 2024 bestand bei einem Tochterunternehmen der MVV Energie AG der Bedarf einer Anpassung gemäß IAS 8.41 ff. Grund ist eine unzutreffende Erfassung eines Sicherungsgeschäfts im Vorjahr. Die derivativen aktiven Finanzinstrumente erhöhten sich dadurch zum 30. September 2023 um 16.638 Tsd Euro auf 3.552.992 Tsd Euro, die derivativen passiven Finanzinstrumente reduzierten sich um 16.638 Tsd Euro auf 3.421.636 Tsd Euro. Nach Berücksichtigung reduzierter latenter Steuern in Höhe von 10.109 Tsd Euro erhöhte sich das kumulierte erfolgsneutrale Ergebnis im Eigenkapital um 23.167 Tsd Euro. Daraus ergaben sich keine wesentlichen Auswirkungen auf das unverwässerte und auf das verwässerte Ergebnis je Aktie des Vorjahres. Ermessensentscheidungen bei der Anwendung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden Bei der Anwendung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden sind Ermessensentscheidungen von MVV zu treffen, die Auswirkungen auf den Ausweis und die Bewertung der Vermögenswerte und Schulden, der Aufwendungen und Erträge sowie der Eventualverbindlichkeiten haben können. Insbesondere sind bei den folgenden Sachverhalten Ermessensentscheidungen zu treffen: Bei Energiehandelsverträgen sowie bei Energielieferverträgen und Energiebezugsverträgen ist zu entscheiden, ob diese als derivative Finanzinstrumente nach IFRS 9 oder nach der Own Use Exemption zu bilanzieren sind. Bei der Einbeziehung von Gesellschaften in den Konzernabschluss von MVV ist eine Einschätzung zu treffen, ob Beherrschung, gemeinschaftliche Führung oder ein maßgeblicher Einfluss ausgeübt werden kann. Dabei werden neben Stimmrechten auch vertragliche Regelungen betrachtet. Bei Vermögenswerten, die veräußert werden sollen, ist zu bestimmen, ob diese in ihrem aktuellen Zustand veräußert werden können und ob die Veräußerung innerhalb der nächsten zwölf Monate sehr wahrscheinlich ist. Falls beides der Fall ist, sind die Vermögenswerte und gegebenenfalls zugehörige Schulden als „Zur Veräußerung bestimmte Vermögenswerte beziehungsweise Schulden“ auszuweisen und zu bewerten.  Konzernabschluss  Erläuterungen zum Konzernabschluss 2024 von MVV MVV Geschäftsbericht 2024 140 Unsicherheiten bei der Bewertung Die Aufstellung eines Konzernabschlusses nach IFRS erfordert, dass Vermögenswerte und Schulden bewertet werden. Insofern müssen auch Annahmen und Schätzungen gemacht werden, die sich auf die Wertansätze der bilanzierten Vermögenswerte und Schulden, der Erträge und Aufwendungen sowie auf die Angaben der Eventualschulden auswirken können. Schätzungen und die zugrunde liegenden Annahmen werden regelmäßig überprüft und – sofern erforderlich – angepasst. Im Folgenden werden die wichtigsten zukunftsbezogenen Annahmen und sonstigen wesentlichen Quellen von Schätzungsunsicherheiten, die am Stichtag bestehen, erläutert. Durch sie kann ein Risiko bestehen, dass innerhalb des nächsten Geschäftsjahres eine wesentliche Anpassung der Buchwerte von Vermögenswerten und Schulden erforderlich sein wird. Bei der Bewertung von Sachanlagen und Immateriellen Vermögenswerten sind Schätzungen bei der Festlegung von Nutzungsdauern erforderlich. Die Überprüfung der Werthaltigkeit der Geschäfts- oder Firmenwerte und der Vermögenswerte erfordert eine Schätzung des erzielbaren Betrags einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit, welcher der Geschäfts- oder Firmenwert beziehungsweise der Vermögenswert zugeordnet ist. Der erzielbare Betrag ist der höhere Wert aus dem beizulegenden Zeitwert unter Berücksichtigung von Veräußerungskosten der zahlungsmittelgenerierenden Einheit und deren Nutzungswert. Dieser wird mit dem Buchwert verglichen. Zur Schätzung des erzielbaren Betrags muss MVV die künftig zu erwartenden Zahlungsmittelüberschüsse aus der zahlungsmittelgenerierenden Einheit schätzen (unter Schätzung der Wachstumsraten und der nachhaltig erzielbaren EBITs). Darüber hinaus muss ein angemessener Abzinsungssatz gewählt werden, um den Barwert der Cashflows zu ermitteln. Sämtliche Annahmen und Schätzungen basieren auf den Verhältnissen und Einschätzungen zum Bilanzstichtag oder zum relevanten unterjährigen Stichtag, zu dem die anlassbezogene Wertminderung erforderlich wird. Abweichende Entwicklungen dieser Rahmenbedingungen können zu Unterschieden zwischen den Schätzwerten und den tatsächlichen Werten führen. In solchen Fällen werden die Annahmen und – falls erforderlich – der Buchwert des Geschäfts- oder Firmenwerts und der Vermögenswerte entsprechend angepasst. Bei der Ermittlung von Wertminderungen für finanzielle Vermögenswerte werden bei der Erhebung von Ausfallrisiken Annahmen getroffen, die die Kreditausfallwahrscheinlichkeit beeinflussen. Die Annahmen basieren auf historischen Erfahrungen sowie zukunftsgerichteten Schätzungen. Die Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts für finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Verbindlichkeiten erfolgt auf Grundlage anerkannter Bewertungsverfahren, sofern die Finanzinstrumente an keinem aktiven Markt gehandelt werden. Für den Fall, dass die Bewertung auf nicht am Markt beobachtbaren Faktoren basiert, sind entsprechende Annahmen zu treffen, die sich auf die Höhe des beizulegenden Zeitwerts auswirken können. Des Weiteren sind Annahmen bei der Berechnung tatsächlicher und latenter Steuern zu treffen. Bei der Beurteilung, ob aktive latente Steuern genutzt werden können, spielt insbesondere die Möglichkeit eine Rolle, zukünftig entsprechende steuerpflichtige Einkommen zu erzielen. Die Unsicherheiten bei der Bewertung der zu bildenden Sonstigen Rückstellungen wurden mit der bestmöglichen Schätzung unterlegt, unter anderem auf Basis von Wahrscheinlichkeitsbetrachtungen.  Konzernabschluss  Erläuterungen zum Konzernabschluss 2024 von MVV MVV Geschäftsbericht 2024 141 Bei der Ermittlung von Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen kann es durch die Wahl der Prämissen hinsichtlich Diskontierungszins oder biometrischer Wahrscheinlichkeiten basierend auf den Heubeck-Richttafeln 2018 G zu Abweichungen im Vergleich zu den tatsächlichen im Zeitablauf entstehenden Verpflichtungen kommen. Die Bewertung von Umsätzen und Materialaufwendungen unterliegt insofern Schätzungen, als zum Stichtag Verbrauchsabgrenzungen für bereits entstandene und noch nicht fakturierte Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen vorgenommen wurden. Grundsätzlich werden bei den Bewertungsunsicherheiten die bestmöglichen Erkenntnisse über die Verhältnisse am Bilanzstichtag herangezogen. Die tatsächlichen Beträge können sich von den Schätzungen unterscheiden. Die im Abschluss erfassten und mit Unsicherheiten behafteten Buchwerte sind aus der Bilanz beziehungsweise den entsprechenden Erläuterungen im Anhang zu entnehmen.  Konzernabschluss  Erläuterungen zum Konzernabschluss 2024 von MVV  Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung MVV Geschäftsbericht 2024 142 Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung 1.Umsatzerlöse nach Strom- und Erdgassteuer Die Umsatzerlöse enthalten alle Erlöse, die aus der typischen Geschäftstätigkeit des Konzerns resultieren. Die Hauptprodukte von MVV sind Strom, Wärme, Gas, Wasser und Abfallbehandlung beziehungsweise -entsorgung. Zusätzlich erwirtschaftet MVV wesentliche Erlöse aus Dienstleistungen sowie der Entwicklung von Solar- und Windprojekten. Erlöse aus Verträgen mit Kunden werden grundsätzlich zum Zeitpunkt der Lieferung oder nach erfolgter Leistung an den Kunden realisiert. Eine Lieferung gilt als abgeschlossen, wenn die Verfügungsmacht auf den Kunden übergegangen ist und ein Anspruch auf eine Gegenleistung nur noch vom Zeitablauf abhängt. Sind Gegenleistungen an andere Bedingungen als den Zeitablauf gebunden, werden diese als Vertragsvermögenswert aktiviert. Übersteigen die erhaltenen Gegenleistungen die erbrachten Leistungen, wird eine Vertragsverbindlichkeit passiviert. Wenn für die Erfüllung des Vertrags im Wesentlichen eine Partei verantwortlich ist, es zu keiner Übernahme von Bestands- und Ausfallrisiken kommt, die Preisgestaltung nicht durch MVV beeinflusst werden kann und die Vergütung in Form einer Provision geleistet wird, handelt MVV als Agent. Insbesondere Leistungen zum Netzbetrieb, denen das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) zugrunde liegt, sind dahin gehend einschlägig. Im Falle der Einspeisevergütung nimmt MVV als Netzbetreiber den Strom von den Anlagenbetreibern ab und stellt diesen dem Übertragungsnetzbetreiber zur Verfügung, der den Strom wiederum an der Börse vermarktet. In diesem Zusammenhang werden Umsatzerlöse mit Materialaufwendungen innerhalb der Produktgruppe Strom saldiert, was zu einer gleichlaufenden Reduzierung von Erlösen und Aufwendungen führt. Die Auswirkung der Saldierung ist abhängig von der zukünftigen Marktprämie und der EEG-Vergütung. Der überwiegende Anteil der Erlöse aus Verträgen mit Kunden wird zeitraumbezogen realisiert. Bei einer zeitraumbezogenen Umsatzrealisierung wird eine angemessene Fortschrittsmessung festgelegt. Der Fertigstellungsgrad wird generell nach der Output-orientierten Methode bestimmt. Teilweise wird auch die Input-orientierte Methode angewendet. Bei vielen Verträgen mit Kunden sind keine festen Abnahmemengen vereinbart. Hier besteht die Leistungsverpflichtung insbesondere in der jederzeitigen Bereitstellung und Abrufmöglichkeit von Energie, sodass die Umsatzrealisation zeitraumbezogen über die Vertragsdauer hinweg erfolgt. Der Leistungsfortschritt wird grundsätzlich nach dem Zeitablauf ermittelt. Der Transaktionspreis setzt sich bei den zugrunde liegenden Verträgen aus der festen Grundgebühr und dem Arbeitsentgelt für die verbrauchte Strom- oder Gasmenge zusammen, da dies die Inanspruchnahme der Leistung am besten widerspiegelt. Bei Projektgeschäft wird der Leistungsfortschritt anhand der Cost-to-cost-Methode ermittelt, da diese nach der Art der Leistungsverpflichtung den Fertigstellungsgrad am besten widerspiegelt. Die von MVV verwendeten Methoden vermitteln ein getreues Bild der Übertragung von Produkten und der Erbringung von Dienstleistungen. Die Erlöse aus Verträgen mit Kunden setzen sich aus den Transaktionspreisen für Produkte und Dienstleistungen zusammen. Die Preise spiegeln den Wert der gelieferten Einheiten wider, einschließlich der geschätzten Abgrenzungsbeträge, die am Bilanzstichtag noch nicht abgelesen oder abgerechnet wurden. Das durchschnittliche Zahlungsziel beträgt üblicherweise zwischen 14 und 30 Tagen. Unter der Textziffer 43 Segmentberichterstattung wird dargestellt, wie sich die Umsatzerlöse aus den einzelnen Segmenten zusammensetzen. Die Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden (Außenumsatz) werden in der folgenden Tabelle nach Berichtssegmenten aufgegliedert dargestellt:  Konzernabschluss  Erläuterungen zum Konzernabschluss 2024 von MVV  Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung MVV Geschäftsbericht 2024 143

Umsatzerlöse ohne Strom- und Erdgassteuer vom 1.10.2023 bis zum 30.9.2024
Tsd Euro Kundenlösungen Neue Energien Erzeugung und Infrastruktur Sonstiges Gesamt
Strom 2.515.060 56.545 221.883 14.408 2.807.896
Wärme 463.630 47.794 4.533 515.957
Gas 1.632.738 31.120 46.129 19.712 1.729.699
Wasser 93.538 93.538
Sonstige 348.318 706.804 127.124 804 1.183.050
5.053.284 842.262 395.137 39.457 6.330.140
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Umsatzerlöse ohne Strom- und Erdgassteuer vom 1.10.2022 bis zum 30.9.2023
Tsd Euro Kundenlösungen Neue Energien Erzeugung und Infrastruktur Sonstiges Gesamt
Strom 2.724.159 61.146 175.374 17.938 2.978.618
Wärme 409.202 65.527 17.626 492.355
Gas 1.815.587 23.994 70.032 24.529 1.934.142
Wasser 88.841 721 89.562
Sonstige 366.455 599.445 156.451 2.022 1.124.372
5.404.245 750.111 401.857 62.836 6.619.048
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Umsatzerlöse nach Regionen
Tsd Euro GJ 2024 GJ 2023
Inland 5.919.438 6.257.769
Ausland 410.702 361.279
6.330.140 6.619.048

Der Anstieg des Umsatzanteils ausländischer Tochtergesellschaften ist im Wesentlichen auf eine höhere Anzahl realisierter Erneuerbarer-Energien-Projekte im Ausland zurückzuführen. Die Umsätze aus der Projektentwicklung beinhalten Umsatzerlöse aus der Entwicklung sowie der funktions- und betriebsbereiten Errichtung von Wind- und Solarprojekten. Die Umsatzerlöse aus dem Verkauf von Projektrechten – auch die, die mittels der Veräußerung von Anteilen an Projektgesellschaften übertragen werden – werden zeitpunktbezogen realisiert. Sofern anschließend weitere Leistungen im Zusammenhang mit der Projektentwicklung, der Lieferung und Errichtung von Windkraft- und Solaranlagen oder dem Bau der entsprechenden Infrastruktur erbracht werden, werden diese Umsatzerlöse zeitraumbezogen realisiert. Die im Berichtsjahr erfassten Umsatzerlöse, welche zu Beginn der Periode im Saldo der Vertragsverbindlichkeiten enthalten waren, betrugen 139.897 Tsd Euro (Vorjahr: 110.375 Tsd Euro). 2.Bestandsveränderungen Die Bestandsveränderungen resultierten hauptsächlich aus unfertigen Projekten und Projektrechten. 3.Aktivierte Eigenleistungen Die aktivierten Eigenleistungen betrafen vor allem den Bau und die Erweiterung von Versorgungsnetzen.  Konzernabschluss  Erläuterungen zum Konzernabschluss 2024 von MVV  Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung MVV Geschäftsbericht 2024 144 4.Ertrag aus derivativen Finanzinstrumenten Der Posten beinhaltet Erträge aus Bewertungseffekten der derivativen Finanzinstrumente im Rahmen der operativen Tätigkeit und umfasst die Commodity-Derivate Strom, Gas, Kohle, CO2 und sonstige Zertifikate sowie Währungsderivate. Der Rückgang resultiert im Wesentlichen aus den geringeren Marktpreisveränderungen gegenüber dem Vorjahr. Der bedeutsamste Bewertungseffekt im Geschäftsjahr 2024 ergab sich aus der Bewertung der Commodity-Strom-Derivate mit einem Anteil von 88 % am Gesamtposten (Vorjahr: 96 %). 5.Sonstige betriebliche Erträge

Sonstige betriebliche Erträge
Tsd Euro GJ 2024 GJ 2023
Auflösung von Rückstellungen 31.892 22.209
Geschäftsbesorgung und Personalgestellung 23.403 27.437
Erstattungen 17.085 21.557
Erträge aus dem Abgang von At-Equity-Unternehmen 9.984 57.745
Erträge aus der Währungsumrechnung 7.645 17.250
Mieterträge 5.827 5.699
Leistungen an Mitarbeiter 4.615 4.111
Betriebliche Steuern 2.925 1.063
Erträge aus dem Abgang verbundener Unternehmen 77.643
Übrige 26.823 22.931
130.199 257.645

Die Erträge aus dem Abgang verbundener Unternehmen und die Erträge aus dem Abgang von At-Equity-Unternehmen haben sich gegenüber dem Vorjahr deutlich verringert. Im Vorjahr beinhalteten diese Positionen die Erträge aus dem Verkauf des Teilkonzerns Tschechien und der strategischen Beteiligung an den Stadtwerken Ingolstadt. Im Geschäftsjahr 2024 beinhaltet der Posten Erträge aus dem Abgang von At-Equity-Unternehmen die Verkäufe von Juwi Shizen Energy und Juwi Shizen Energy Operation. Die Zusammensetzung der Erträge aus Auflösungen von Rückstellungen ergeben sich aus dem Rückstellungsspiegel (siehe Textziffer 33 Rückstellungen ). In den Erstattungen sind Kostenerstattungen von Versicherungen und Vertragsstrafen enthalten. Die Erträge aus betrieblichen Steuern umfassen im Wesentlichen Erstattungen aus Energiesteuern. Die Erträge aus der Währungsumrechnung ergeben sich im Rahmen der operativen Tätigkeiten von MVV.  Konzernabschluss  Erläuterungen zum Konzernabschluss 2024 von MVV  Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung MVV Geschäftsbericht 2024 145 Die übrigen sonstigen betrieblichen Erträge umfassen eine Vielzahl von sonstigen Geschäftsvorfällen beziehungsweise Erträgen, wie zum Beispiel Erträge aus IT-Betrieb, Beitreibungen und Mahngebühren. Die nicht abgezinsten Erträge, die aus künftigen Leasingzahlungen realisiert werden, sind in der nachfolgenden Tabelle aufgeteilt nach Fristigkeiten dargestellt. Es bestehen keine variablen Leasingzahlungen, die nicht an einen Index oder Zinssatz gekoppelt sind.

Künftige Erträge aus Operating Leasing-Zahlungen
Tsd Euro GJ 2024 GJ 2023
Mindestleasingzahlungen mit Fälligkeit < 1 Jahr 11.901 3.147
Mindestleasingzahlungen mit Fälligkeit länger als 1 Jahr und bis zu 5 Jahren 11.111 10.802
davon Mindestleasingzahlungen länger als 1 Jahr und bis zu 2 Jahren 3.209 2.801
davon Mindestleasingzahlungen länger als 2 Jahre und bis zu 3 Jahren 2.954 2.741
davon Mindestleasingzahlungen länger als 3 Jahre und bis zu 4 Jahren 2.544 2.643
davon Mindestleasingzahlungen länger als 4 Jahre und bis zu 5 Jahren 2.404 2.617
Mindestleasingzahlungen mit Fälligkeit länger als 5 Jahre 20.734 21.962

6.Materialaufwand

Materialaufwand
Tsd Euro GJ 2024 GJ 2023
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und bezogene Waren 3.956.214 4.544.791
Bezug von Wind- und Solarenergieanlagen 222.599 184.042
Bezogene Leistungen 928.067 766.339
5.106.880 5.495.172

In den Aufwendungen für bezogene Leistungen waren im Wesentlichen Aufwendungen für Netznutzungsentgelte, Konzessionsabgaben, Aufwendungen für Wartung und Instandhaltung, Entsorgungskosten für Reststoffe und sonstige Fremdleistungen enthalten. 7.Personalaufwand

Personalaufwand
Tsd Euro GJ 2024 GJ 2023
Löhne und Gehälter 481.802 445.467
Soziale Abgaben und Aufwendungen für Unterstützung 79.971 72.941
Aufwendungen für Altersversorgung 23.396 22.877
585.169 541.285

MVV beschäftigte im Jahresdurchschnitt 6.513 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (Vorjahr: 6.260). Davon waren 10 Personen leitende Angestellte (Vorjahr: 11), 6.167 Angestellte (Vorjahr: 5.922), 299 Auszubildende (Vorjahr: 291) und 37 Praktikanten/Diplomanden (Vorjahr: 36). Bei den leitenden Angestellten handelt es sich um Prokuristen und Bereichsleiter der MVV Energie AG.  Konzernabschluss  Erläuterungen zum Konzernabschluss 2024 von MVV  Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung MVV Geschäftsbericht 2024 146 8.Aufwand aus derivativen Finanzinstrumenten Der Posten beinhaltet Aufwendungen aus Bewertungseffekten der derivativen Finanzinstrumente im Rahmen der operativen Tätigkeit und umfasst die Commodity-Derivate Strom, Gas, Kohle, CO2 und sonstige Zertifikate sowie Währungsderivate. Der Rückgang resultiert im Wesentlichen aus den geringeren Marktpreisveränderungen gegenüber dem Vorjahr. Der bedeutsamste Bewertungseffekt im Geschäftsjahr 2024 ergab sich aus der Bewertung der Commodity-Strom-Derivate mit einem Anteil von 87 % am Gesamtposten (Vorjahr: 88 %). 9.Sonstige betriebliche Aufwendungen

Sonstige betriebliche Aufwendungen
Tsd Euro GJ 2024 GJ 2023
Beiträge, Gebühren und Abgaben 40.632 47.070
Aufwendungen für Beratungsleistungen 40.494 35.255
Aufwendungen für Wartungen, Reparaturen und IT-Dienstleistungen 38.871 30.930
Sonstige Dienstleistungen 32.115 24.926
Mieten, Leasing, IT-Anwendungskosten und sonstige wiederkehrende Kosten 23.685 14.577
Betriebliche Steuern (einschließlich Energiesteuern) 19.445 19.092
Sonstige mitarbeiterbezogene Aufwendungen 17.525 16.172
Aufwendungen für Öffentlichkeitsarbeit 15.926 34.746
Aufwendungen aus der Währungsumrechnung 5.701 18.080
Aufwendungen für Büromaterial und Fachliteratur 2.739 2.173
Übrige 31.837 63.758
268.970 306.779

Beiträge, Gebühren und Abgaben haben sich gegenüber dem Vorjahr reduziert. In der Vorjahresperiode waren hier einmalig Aufwendungen für die Abschöpfung von Überschusserlösen im einstelligen Millionen-Euro-Bereich enthalten. Die Aufwendungen für Öffentlichkeitsarbeit reduzierten sich gegenüber dem Vorjahr deutlich. Im Vorjahr waren hier einmalig Aufwendungen zur Gründung einer gemeinnützigen Stiftung enthalten. Die Aufwendungen aus betrieblichen Steuern beinhalten im Wesentlichen Aufwendungen für Energiesteuern aus Energieverbräuchen. Die Aufwendungen aus der Währungsumrechnung ergeben sich im Rahmen der operativen Tätigkeiten von MVV. Die übrigen sonstigen betrieblichen Aufwendungen umfassen eine Vielzahl von sonstigen Geschäftsvorfällen beziehungsweise Aufwendungen, wie zum Beispiel Aufwendungen für kompensatorische Zahlungen und Fuhrparkkosten.  Konzernabschluss  Erläuterungen zum Konzernabschluss 2024 von MVV  Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung MVV Geschäftsbericht 2024 147 10.Wertminderungsaufwand Finanzinstrumente Wertminderungen (+) und Zuschreibungen (-) auf finanzielle Vermögenswerte und Vertragsvermögenswerte werden wie folgt in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst:

Wertminderungsaufwand Finanzinstrumente
Tsd Euro GJ 2024 GJ 2023
Wertminderungsaufwand für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 11.434 11.725
Wertminderungsaufwand für Vertragsvermögenswerte 250 143
Wertminderungsaufwand für Forderungen aus Leasingverhältnissen – 8 30
Wertminderungsaufwand für Ausleihungen 2.015 1.863
Wertminderungsaufwand für Sonstige finanzielle Vermögenswerte, bewertet zu fortgeführten Anschaffungskosten 516 542
14.207 14.303

Weitere Informationen zum Ausfallrisiko finden sich unter der Textziffer 42 Finanzinstrumente. 11.Ergebnis aus At-Equity-Unternehmen und sonstiges Beteiligungsergebnis Anteile an assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen werden zunächst mit den Anschaffungskosten und in den Folgeperioden entsprechend dem fortgeschriebenen anteiligen Nettovermögen bilanziert. Dabei werden die Buchwerte jährlich um die anteiligen Ergebnisse, ausgeschütteten Dividenden und sonstigen Eigenkapitalveränderungen erhöht oder vermindert. Ein bilanzierter Geschäfts- oder Firmenwert wird im Beteiligungsansatz ausgewiesen und nicht separat dargestellt. Eine außerplanmäßige Abschreibung des At-Equity-Buchwerts erfolgt, wenn der erzielbare Betrag den Buchwert unterschreitet. Sofern die Gründe für eine zuvor erfasste Wertminderung des At-Equity-Buchwerts entfallen sind, erfolgt eine entsprechende erfolgswirksame Zuschreibung.

Ergebnis aus At-Equity-Unternehmen und sonstiges Beteiligungsergebnis
Tsd Euro GJ 2024 GJ 2023
Ergebnis aus At-Equity-Unternehmen 7.187 21.683
Ergebnis aus sonstigen Beteiligungen – 59 2.174
7.128 23.857

12.Abschreibungen und Abschreibungen Geschäfts- oder Firmenwerte

Abschreibungen und Abschreibungen Geschäfts- oder Firmenwerte
Tsd Euro GJ 2024 GJ 2023
Abschreibungen 203.343 206.878
davon außerplanmäßig
Abschreibungen Geschäfts- oder Firmenwerte 3.455

13.Finanzerträge

Finanzerträge
Tsd Euro GJ 2024 GJ 2023
Zinserträge aus Finanzierungsleasing 3.146 2.954
Erträge aus der Währungsumrechnung aus Finanzierungstätigkeit 2.278 3.556
Erträge aus derivativen Finanzinstrumenten 324 3.116
Zinserträge aus Kontokorrent, Tages- und Festgeldern 22.249 7.770
Zinserträge aus der Abzinsung von Rückstellungen und Verbindlichkeiten 369 727
Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 16.835 17.983
45.201 36.106

 Konzernabschluss  Erläuterungen zum Konzernabschluss 2024 von MVV  Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung MVV Geschäftsbericht 2024 148 Die Erträge aus der Währungsumrechnung aus Finanzierungstätigkeit ergeben sich primär aus der Umrechnung von in Fremdwährung abgeschlossenen konzerninternen Finanzierungen. Die Erträge aus derivativen Finanzinstrumenten resultieren insbesondere aus der Bewertung von Währungsderivaten, die zur Absicherung von in Fremdwährung abgeschlossenen konzerninternen Finanzierungen dienen. Der Anstieg der Zinserträge aus Kontokorrent, Tages- und Festgeldern ist unter anderem auf das höhere Zinsniveau und erhöhte Anlagebeträge zurückzuführen. Die Veränderung des Zinsertrags aus der Abzinsung von Rückstellungen und Verbindlichkeiten resultiert im Wesentlichen aus einer im Vorjahr vorgenommenen erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bilanzierten finanziellen Verbindlichkeit aufgrund eines Anstiegs des Diskontierungszinssatzes. 14.Finanzaufwendungen

Finanzaufwendungen
Tsd Euro GJ 2024 GJ 2023
Zinsaufwendungen aus Kontokorrent, Darlehen und kurzfristigen Ausleihungen 36.217 35.334
Aufwendungen aus der Währungsumrechnung aus Finanzierungstätigkeit 3.600 18.786
Aufwendungen aus derivativen Finanzinstrumenten 1.407 213
Zinsaufwendungen aus der Aufzinsung von Rückstellungen 6.084 3.796
Zinsaufwendungen aus der Aufzinsung von Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen 4.395 3.885
Sonstige Zinsen und ähnliche Aufwendungen 13.885 15.396
65.588 77.410

Die sonstigen Zinsen und ähnlichen Aufwendungen wurden durch die Aktivierung von Fremdkapitalzinsen in Höhe von 3.988 Tsd Euro (Vorjahr: 1.011 Tsd Euro) gekürzt. Der dabei zugrunde gelegte Finanzierungskostensatz lag im Geschäftsjahr 2024 zwischen 1,2 % und 4,8 % sowie im Vorjahr bei ca. 1,0 %. Der Anstieg der Zinsaufwendungen aus Kontokorrent, Darlehen und kurzfristigen Ausleihungen beruhte in erster Linie auf dem Anstieg des Zinsniveaus. Die Aufwendungen aus der Währungsumrechnung aus Finanzierungstätigkeit ergeben sich insbesondere aus der Umrechnung von in Fremdwährung abgeschlossenen konzerninternen Finanzierungen. Der Aufwand aus derivativen Finanzinstrumenten ist hauptsächlich bedingt durch die Bewertung von Währungsderivaten, die zur Absicherung von in Fremdwährung abgeschlossenen konzerninternen Finanzierungen dienen. Der Aufwand aus der Aufzinsung von Rückstellungen ergab sich vorwiegend aus Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen sowie aus langfristigen Verpflichtungen aus Sanierung, Rückbau und Gewährleistungen.  Konzernabschluss  Erläuterungen zum Konzernabschluss 2024 von MVV  Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung MVV Geschäftsbericht 2024 149 15.Ertragsteuern

Ertragsteuern
Tsd Euro GJ 2024 GJ 2023
Tatsächliche Steuern 123.068 228.005
Latente Steuern – 15.007 40.555
108.061 268.560

Der Aufwand für tatsächliche Steuern umfasst die Gewerbe- und Körperschaftsteuer einschließlich Solidaritätszuschlag sowie ausländische Ertragsteuern. Für die Bewertung der latenten Steuern in Deutschland wird der für das jeweilige Unternehmen geltende Steuersatz herangezogen. Er ergibt sich aus dem gültigen unveränderten Körperschaftsteuersatz von 15 %, dem Solidaritätszuschlag von unverändert 5,5 % und dem jeweils anzuwendenden Gewerbesteuersatz, der derzeit zwischen 12 % und 17 % liegt. Für ausländische Gesellschaften werden die jeweiligen nationalen Steuersätze zugrunde gelegt. Soweit die Voraussetzungen des IAS 12 gegeben sind, werden aktive und passive latente Steuern je Gesellschaft beziehungsweise Organkreis saldiert. Der latente Steuerertrag ergab sich zum einen aus einem Steueraufwand in Höhe von 3.079 Tsd Euro (Vorjahr: 7.059 Tsd Euro), der auf die Veränderung der aktiven latenten Steuern der Verlustvorträge zurückzuführen ist, und aus einem latenten Steuerertrag in Höhe von 18.086 Tsd Euro (Vorjahr: 33.496 Tsd Euro), der auf das Entstehen beziehungsweise die Auflösung temporärer Unterschiede entfällt. Der Steueraufwand reduzierte sich aufgrund der Nutzung bisher nicht berücksichtigter steuerlicher Verluste um 2.868 Tsd Euro (Vorjahr: 3.838 Tsd Euro). Die folgende Tabelle zeigt eine Überleitungsrechnung vom erwarteten zum tatsächlich ausgewiesenen Steueraufwand. Der für die steuerliche Überleitungsrechnung anzuwendende Steuersatz, betrug 30,3 % (Vorjahr: 30,3 %). Er setzte sich aus dem Körperschaftsteuersatz, dem Solidaritätszuschlag und einem durchschnittlichen Gewerbesteuersatz von 14,5 % (Vorjahr: 14,5 %) zusammen.

Überleitung des Ertragsteueraufwands
Tsd Euro GJ 2024 GJ 2023
Ergebnis vor Ertragsteuern (EBT) 357.857 1.021.766
Erwarteter Steueraufwand bei einem Steuersatz von 30,3 % (Vorjahr: 30,3 %) 108.431 309.595
Abweichungen durch die Bemessungsgrundlage für die Gewerbesteuer 2.232 2.232
Abweichungen von dem erwarteten Steuersatz – 5.372 – 16.793
Nutzung von Verlustvorträgen, Veränderung der Wertberichtigung für Verluste sowie Verluste ohne Bildung von latenten Steuern 5.109 – 3.229
Nicht abzugsfähige Aufwendungen 3.395 20.862
Steuerfreie Erträge – 7.527 – 46.984
Ergebnisse aus at-equity-bilanzierten Unternehmen – 757 – 2.879
Permanente Differenzen 1.307 7.109
Steuern für Vorjahre 1.051 – 5.208
Goodwill Impairments 1.047
Sonstige – 855 3.855
Effektiver Steueraufwand 108.061 268.560
Effektiver Steuersatz (%) 30,2 26,3

 Konzernabschluss  Erläuterungen zum Konzernabschluss 2024 von MVV  Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung MVV Geschäftsbericht 2024 150 Globale Mindestbesteuerung MVV ist ab dem Geschäftsjahr 2025 von den Auswirkungen des deutschen Mindeststeuergesetzes vom 21. Dezember 2023 sowie ausländischer Mindeststeuergesetze betroffen. Für das Geschäftsjahr 2024 ergab sich keine finanzielle Auswirkung in Form einer Mindeststeuer. Diese Gesetzgebungen haben möglicherweise Auswirkungen auf die steuerliche Situation des Konzerns in der Zukunft. Diese Auswirkungen der Mindestbesteuerung sind bei der Berechnung der latenten Steuern zum Abschlussstichtag nicht berücksichtigt. Aufgrund der komplexen Natur der Gesetzgebung und der Berechnung des Mindeststeuer-Gewinns oder Mindeststeuer-Verlusts ist es derzeit nicht möglich, die quantitativen Auswirkungen der erlassenen Gesetzgebung in der Zukunft zuverlässig zu schätzen, zumal sich die Werte im Geschäftsjahr 2025 noch verändern werden. MVV arbeitet derzeit eng mit Steuerexperten zusammen, um die Auswirkungen genauer zu analysieren, und hat bereits eine ordnungsgemäße Umsetzung der notwendigen Prozesse in die Wege geleitet. Aus einer ersten indikativen Analyse wurden keine Länder im MVV-Konzern identifiziert, die zu wesentlichen Auswirkungen in Form einer Ergänzungssteuer führen würden. Daher wird derzeit davon ausgegangen, dass MVV nicht wesentlich von der Ergänzungssteuer betroffen sein wird. Mithin hätte sich der durchschnittliche effektive Steuersatz nicht geändert, wenn die Mindeststeuer-Gesetzgebung bereits zum Bilanzstichtag in Kraft gewesen wäre. 16.Ergebnisanteil der Aktionäre der MVV Energie AG und Ergebnis je Aktie

Ergebnisanteil der Aktionäre der MVV Energie AG und Ergebnis je Aktie
GJ 2024 GJ 2023
Ergebnisanteil der Aktionäre der MVV Energie AG (Tsd Euro) 183.012 1.045.110
Aktienanzahl (Tsd) (gewichteter Durchschnitt) 65.907 65.907
Ergebnis je Aktie (Euro) 2,78 15,86
Dividende je Aktie (Euro) 1,25 1,15
Sonderdividende je Aktie (Euro) 0,30

Die Zahl der auf den Namen lautenden Stückaktien der MVV Energie AG betrug zum Bilanzstichtag 65.906.796 Stück. Die Dividende für das Geschäftsjahr 2024 entspricht dem Vorschlag des Vorstands vorbehaltlich der Zustimmung der Hauptversammlung am 14. März 2025. Dementsprechend soll eine Dividende von 82.383 Tsd Euro ausgeschüttet werden. Der Aufsichtsrat wird über seinen Dividendenvorschlag an die Hauptversammlung im Dezember 2024 beschließen. Die Vorschläge zur Höhe der Dividende sowie zur Gewinnverwendung für das Geschäftsjahr 2023 wurden von der Hauptversammlung am 8. März 2024 angenommen; es wurde eine ordentliche Dividende in Höhe von 75.793 Tsd Euro sowie anlässlich des 150-jährigen Jubiläums von MVV und ihrer Vorgängergesellschaften eine Sonderdividende von 19.772 Tsd Euro ausgeschüttet.  Konzernabschluss  Erläuterungen zum Konzernabschluss 2024 von MVV  Erläuterungen zur Bilanz MVV Geschäftsbericht 2024 151 Erläuterungen zur Bilanz 17.Immaterielle Vermögenswerte Die immateriellen Vermögenswerte beinhalten Kundenverträge, Software und sonstige immaterielle Vermögenswerte sowie Geschäfts- oder Firmenwerte und geleistete Anzahlungen. Immaterielle Vermögenswerte, die einer Verfügungsbeschränkung unterliegen, bestanden wie im Vorjahr nicht. MVV ist nur in begrenztem Umfang in Forschung und Entwicklung tätig. Der Betrag für die nach IFRS qualifizierten Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen belief sich im Geschäftsjahr 2024 auf 304 Tsd Euro (Vorjahr: 414 Tsd Euro). Gemäß IAS 38 aktivierte Entwicklungskosten bestanden wie im Vorjahr nicht. Die im Geschäftsjahr 2024 durchgeführten Werthaltigkeitstests für Geschäfts- und Firmenwerte basierten auf der Bestimmung des erzielbaren Betrags der Gruppen von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten, denen Geschäfts- oder Firmenwerte zugeordnet wurden. Diese entsprachen weiterhin den rechtlichen Teilkonzernen. Sofern keine Marktpreise oder andere verbindliche Indikatoren für den Wert der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten vorliegen, erfolgt die Bestimmung ihres jeweiligen beizulegenden Zeitwerts abzüglich Kosten der Veräußerung auf Basis von Discounted-Cashflow-Verfahren als Wert der Bewertungsstufe 3 der Bewertungshierarchie des IFRS 13. Unter Berücksichtigung entsprechender erwarteter Preise aus einschlägigen und validierten Marktprognosen wurden die Cashflows der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten aus der Vergangenheit über einen Prognosezeitraum von grundsätzlich drei Detailplanungsjahren und zwei Folgejahren weiterentwickelt; in begründeten Ausnahmefällen wird hiervon abgewichen. Bei einer zahlungsmittelgenerierenden Vertriebseinheit (Teilkonzern Energieversorgung Offenbach) übersteigt der Buchwert dessen erzielbaren Betrag ab einer Erhöhung des Kapitalisierungszinssatzes nach Steuern um 0,1 Prozentpunkte, ab einer Reduktion der Wachstumsrate um 0,2 Prozentpunkte sowie ab einer Reduktion des nachhaltig erzielbaren EBIT um 2 %. Die Buchwerte der Geschäfts- oder Firmenwerte setzten sich wie folgt zusammen:

Buchwerte Geschäfts- oder Firmenwerte
Tsd Euro 30.9.2024 30.9.2023
Teilkonzern Juwi 84.486 84.497
Teilkonzern Energieversorgung Offenbach 1 65.068 65.068
Teilkonzern MVV Enamic 65.305 65.305
Sonstige Teilkonzerne 11.321 11.319
226.180 226.189
1  Überdeckung erzielbarer Betrag der CGU beträgt 15 % des Buchwerts des Goodwills (Vorjahr: 72 %)

Die geringfügigen Anpassungen der Geschäfts- oder Firmenwerte bei dem Teilkonzern Juwi und bei den sonstigen Teilkonzernen liegen an den Währungsumrechnungseffekten bei den ausländischen Tochtergesellschaften sowie an den gesellschaftsrechtlichen Umstrukturierungen unwesentlicher Tochtergesellschaften.  Konzernabschluss  Erläuterungen zum Konzernabschluss 2024 von MVV  Erläuterungen zur Bilanz MVV Geschäftsbericht 2024 152

Immaterielle Vermögenswerte
Tsd Euro Kundenverträge, Software und sonstige immaterielle Vermögenswerte Geschäfts- oder Firmenwerte Geleistete Anzahlungen Gesamt
Bruttowerte zum 1.10.2022 274.842 285.896 25.257 585.995
Veränderung Konsolidierungskreis – 4.875 – 6.958 – 3 – 11.836
Währungsanpassungen 472 162 634
Zugänge 3.495 10.940 14.435
Abgänge – 6.922 – 1.847 – 8.769
Umbuchungen 3.262 – 3.262
Bruttowerte zum 30.9.2023 270.274 279.100 31.085 580.459
Abschreibungen zum 1.10.2022 – 214.811 – 54.979 – 269.790
Veränderung Konsolidierungskreis 4.361 2.114 6.475
Währungsanpassungen – 139 – 46 – 185
Planmäßige Abschreibungen – 11.136 – 11.136
Abgänge 6.847 6.847
Abschreibungen zum 30.9.2023 – 214.878 – 52.911 – 267.789
Nettowerte zum 30.9.2023 55.396 226.189 31.085 312.670
Bruttowerte zum 1.10.2023 270.274 279.100 31.085 580.459
Veränderung Konsolidierungskreis 3.455 3.455
Währungsanpassungen 724 – 9 715
Zugänge 3.189 17.157 20.346
Abgänge – 375 – 87 – 462
Umbuchungen 3.055 – 3.072 – 17
Bruttowerte zum 30.9.2024 276.867 282.546 45.083 604.496
Abschreibungen zum 1.10.2023 – 214.878 – 52.911 – 267.789
Währungsanpassungen – 204 – 204
Planmäßige Abschreibungen – 10.933 – 10.933
Außerplanmäßige Abschreibungen – 3.455 – 3.455
Abgänge 292 292
Abschreibungen zum 30.9.2024 – 225.723 – 56.366 – 282.089
Nettowerte zum 30.9.2024 51.144 226.180 45.083 322.407

 Konzernabschluss  Erläuterungen zum Konzernabschluss 2024 von MVV  Erläuterungen zur Bilanz MVV Geschäftsbericht 2024 153 18.Sachanlagen

Sachanlagen
Tsd Euro Grundstücke und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken Technische Anlagen und Maschinen Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäfts- ausstattung Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau Gesamt
Bruttowerte zum 1.10.2022 1.051.810 5.280.917 181.123 352.030 6.865.880
Veränderung Konsolidierungskreis – 146.221 – 201.461 – 5.800 – 8.280 – 361.762
Währungsanpassungen 6.010 9.463 – 54 194 15.613
Zugänge 4.978 66.561 11.413 223.579 306.531
Zuschüsse – 47 – 4.838 – 133 – 5.018
Abgänge – 1.214 – 45.094 – 3.225 – 1.426 – 50.959
Umbuchungen 5.220 131.200 1.558 – 132.266 5.712
Bruttowerte zum 30.9.2023 920.536 5.236.748 184.882 433.831 6.775.997
Abschreibungen zum 1.10.2022 – 520.551 – 3.253.715 – 135.725 – 502 – 3.910.493
Veränderung Konsolidierungskreis 77.128 142.885 5.183 242 225.438
Währungsanpassungen – 2.134 – 4.328 39 – 4 – 6.427
Planmäßige Abschreibungen – 22.767 – 145.308 – 10.353 – 178.428
Abgänge 614 14.506 2.840 17.960
Umbuchungen – 390 390
Abschreibungen zum 30.9.2023 – 467.710 – 3.246.350 – 137.626 – 264 – 3.851.950
Nettowerte zum 30.9.2023 452.826 1.990.398 47.256 433.567 2.924.047
Bruttowerte zum 1.10.2023 920.536 5.236.748 184.882 433.831 6.775.997
Veränderung Konsolidierungskreis 4 4
Währungsanpassungen 5.892 10.657 32 125 16.706
Zugänge 4.392 82.151 13.686 295.727 395.956
Zuschüsse – 8.796 – 24 – 8.820
Abgänge – 1.798 – 26.015 – 11.588 – 1.687 – 41.088
Umbuchungen 22.177 225.308 – 311 – 243.288 3.886
Bruttowerte zum 30.9.2024 951.199 5.520.053 186.681 484.708 7.142.641
Abschreibungen zum 1.10.2023 – 467.710 – 3.246.350 – 137.626 – 264 – 3.851.950
Währungsanpassungen – 1.745 – 4.000 – 41 – 5.786
Planmäßige Abschreibungen – 21.697 – 142.519 – 10.075 – 174.291
Abgänge 1.713 21.825 11.235 34.773
Umbuchungen – 19 – 1.668 1.687
Abschreibungen zum 30.9.2024 – 489.458 – 3.372.712 – 134.820 – 264 – 3.997.254
Nettowerte zum 30.9.2024 461.741 2.147.341 51.861 484.444 3.145.387

 Konzernabschluss  Erläuterungen zum Konzernabschluss 2024 von MVV  Erläuterungen zur Bilanz MVV Geschäftsbericht 2024 154 Bei den dargestellten Sachanlagen handelt es sich im Wesentlichen um selbst genutzte Sachanlagen. Im Anlagenspiegel werden die Leitungsnetze der Kategorie technische Anlagen und Maschinen zugordnet. Im Geschäftsjahr 2024 wurden wie im Vorjahr keine Sachanlagen als Sicherheiten für Finanzschulden hinterlegt. Die Sachanlagen, die einer Verfügungsbeschränkung unterliegen, beliefen sich auf 72.697 Tsd Euro (Vorjahr: 73.465 Tsd Euro). Die aufgeführten Zuschüsse sind hauptsächlich Zuwendungen der öffentlichen Hand und betrafen im Geschäftsjahr 2024 vor allem die Förderung einer Flusswärmepumpe und den Ausbau der Ladeinfrastruktur. In diesem Kontext waren keine unerfüllten Bedingungen oder andere Unsicherheiten zu berücksichtigen. In Bezug auf die geleisteten Anzahlungen und die Anlagen im Bau nehmen die geleisteten Anzahlungen nur einen geringen Anteil ein. Die bedeutendsten Zugänge im Geschäftsjahr 2024 betrafen den Anlagenbau zur grünen Strom- und Wärmeerzeugung, die Erweiterung und Erneuerung unserer Verteilungsnetze zur Gewährleistung der Versorgungssicherheit sowie den Bau einer Phosphorrecyclinganlage. Die Sachanlagen beinhalten auch Vermögenswerte, die MVV im Rahmen von Operating Leasing als Leasinggeber vermietet. Die auf diese Vermögenswerte entfallenden Buchwerte teilten sich zum 30. September 2024 auf Grundstücke und Bauten in Höhe von 8.579 Tsd Euro (Vorjahr: 7.050 Tsd Euro), technische Anlagen und Maschinen in Höhe von 5.950 Tsd Euro (Vorjahr: 6.359 Tsd Euro), geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau in Höhe von 216 Tsd Euro (Vorjahr: 16 Tsd Euro) sowie Betriebs- und Geschäftsausstattung in Höhe von 189 Tsd Euro (Vorjahr: 242 Tsd Euro) auf. 19.Leasingverhältnisse als Leasingnehmer Die Entwicklung der Nutzungsrechte an Leasinggegenständen ist in der nachfolgenden Tabelle dargestellt:

Nutzungsrechte an Leasinggegenständen
Tsd Euro Grundstücke und Bauten IT Hard- und Software Fahrzeuge Technische Anlagen und Maschinen Betriebs- und Geschäfts- ausstattung Sonstige Leasingsach- verhalte Gesamt
Anfangsbestand zum 1.10.2022 119.636 889 4.872 19.957 22 35 145.411
Abschreibungen – 12.019 – 547 – 3.115 – 1.590 – 13 – 31 – 17.315
Zugänge 11.848 580 6.543 374 30 104 19.479
Sonstige Veränderungen – 6.401 – 148 – 628 – 4 – 1 – 7.182
Endbestand zum 30.9.2023 113.064 774 7.672 18.741 35 107 140.393
Anfangsbestand zum 1.10.2023 113.064 774 7.672 18.741 35 107 140.393
Abschreibungen – 11.637 – 732 – 4.037 – 1.665 – 15 – 32 – 18.118
Zugänge 31.287 1.561 6.029 1.357 20 40.254
Sonstige Veränderungen – 2.584 – 89 – 571 – 1 – 3.245
Endbestand zum 30.9.2024 130.130 1.603 9.575 17.862 40 74 159.284

 Konzernabschluss  Erläuterungen zum Konzernabschluss 2024 von MVV  Erläuterungen zur Bilanz MVV Geschäftsbericht 2024 155 Weitere Angaben zu den Leasingverhältnissen als Leasingnehmer können der folgenden Tabelle entnommen werden:

Angaben zu Leasingverhältnissen als Leasingnehmer
Tsd Euro GJ 2024 GJ 2023
Zinsaufwand aus den Leasingverbindlichkeiten 4.395 3.885
Zahlungsmittelabflüsse für Leasingverhältnisse 68.120 15.155
Aufwand aus kurzfristigen Leasingverhältnissen 44.155 1.829
Aufwand aus geringwertigen Leasingverhältnissen 4.893 4.546
Aufwand aus variablen Leasingzahlungen 1.215 52
Ertrag aus Unterleasingverhältnissen 128 140

Im Zusammenhang mit den künftigen Leasingzahlungen bestehen bei den Windparks teilweise Risiken aufgrund von variablen Pachtzahlungen, die von der Höhe der Einspeiseerlöse abhängig sind. Weitere Risiken bestehen aufgrund der künftigen Entwicklung von Verbraucherpreisindizes, an die die Leasingzahlungen teilweise gekoppelt sind. Im Berichtsjahr bestanden wie im Vorjahr keine Sale-and-Leaseback-Transaktionen. 20.Als Finanzinvestitionen gehaltene Immobilien Bei der als Finanzinvestition gehaltenen Immobilie handelt es sich um ein vermietetes Grundstück in den USA. Die Mieterträge im Geschäftsjahr 2024 betrugen 88 Tsd Euro (Vorjahr: 93 Tsd Euro). Die direkten betrieblichen Aufwendungen beliefen sich wie im Vorjahr auf 0 Tsd Euro. Der beizulegende Zeitwert der als Finanzinvestition gehaltenen Immobilie entsprach annähernd dem Buchwert.

Als Finanzinvestitionen gehaltene Immobilien
Tsd Euro GJ 2024 GJ 2023
Bruttowerte zum 1.10. 2.678 2.911
Währungsanpassungen – 144 – 233
Bruttowerte zum 30.9. 2.534 2.678
Abschreibungen zum 1.10.
Abschreibungen zum 30.9.
Nettowerte zum 30.9. 2.534 2.678

21.Gemeinschaftsunternehmen Gemeinsam mit Joint-Venture-Partnern betreibt MVV Gemeinschaftsunternehmen. Aufgrund ihrer Größe und des Einflusses auf den Konzern handelt es sich bei der nachfolgenden Gesellschaft um ein wesentliches Gemeinschaftsunternehmen: Die Grosskraftwerk Mannheim AG betreibt in Mannheim eines der effizientesten Steinkohlekraftwerke Europas. Insgesamt 28 % der Kapitalanteile an der Gesellschaft werden von MVV gehalten. Die Grosskraftwerk Mannheim AG ist ein Gemeinschaftskraftwerk der Aktionäre RWE Generation SE, Essen, EnBW Energie Baden-Württemberg AG, Karlsruhe, und der MVV RHE GmbH, Mannheim.  Konzernabschluss  Erläuterungen zum Konzernabschluss 2024 von MVV  Erläuterungen zur Bilanz MVV Geschäftsbericht 2024 156 In den folgenden Tabellen sind Vermögenswerte, Schulden, Eigenkapital sowie Umsatzerlöse, Jahresüberschuss und sonstiges Ergebnis des wesentlichen Gemeinschaftsunternehmens dargestellt:

Gesamtergebnisrechnung für wesentliches Gemeinschaftsunternehmen
Grosskraftwerk Mannheim AG, Mannheim
Tsd Euro Geschäfts- jahr Vorjahr
Umsatzerlöse ohne Energiesteuern 931.810 1.541.759
Planmäßige Abschreibungen – 114.719 – 114.982
Zinsertrag 674 69
Zinsaufwand – 39.865 – 30.456
Ertragsteueraufwand/-ertrag – 9.310 – 13.916
Jahresüberschuss 30.818 24.245
Sonstiges Ergebnis – 41.030 145.180
Gesamtergebnis der Periode – 10.212 169.425
--- --- --- --- ---
Weitere Finanzinformationen für wesentliches Gemeinschaftsunternehmen
Grosskraftwerk Mannheim AG, Mannheim
Tsd Euro Geschäfts- jahr Vorjahr
Aktiva 1.632.644 2.070.786
Langfristige Vermögenswerte 1.156.088 1.266.125
Kurzfristige Vermögenswerte 476.556 804.661
davon liquide Mittel 177 36.182
Passiva 1.632.644 2.070.786
Eigenkapital 336.077 346.289
Langfristige Rückstellungen 568.300 507.149
Langfristige Verbindlichkeiten und sonstige Passiva 339.528 467.384
davon langfristige Finanzverbindlichkeiten 280.000 380.000
Kurzfristige Rückstellungen 277.569 498.520
Kurzfristige Verbindlichkeiten und sonstige Passiva 111.170 251.444
davon kurzfristige Finanzverbindlichkeiten 69.466 56.796
--- --- --- --- ---
Überleitung der zusammengefassten Finanzinformationen auf den Buchwert des wesentlichen Gemeinschaftsunternehmens
Grosskraftwerk Mannheim AG, Mannheim
Tsd Euro Geschäfts- jahr Vorjahr
Nettovermögen zum 1.10. 346.289 176.864
Gewinn/Verlust der Periode 30.818 24.245
Sonstiges Ergebnis – 41.030 145.180
Nettovermögen zum 30.9. 336.077 346.289
Anteil des Konzerns am Nettovermögen 94.102 96.961
Sonstiges 1.897 1.897
Beteiligungsbuchwert Gemeinschaftsunternehmen 95.999 98.858

Das sonstige Ergebnis des wesentlichen Gemeinschaftsunternehmens beinhaltet die Effekte aus der Bewertung der Pensionsverpflichtungen.  Konzernabschluss  Erläuterungen zum Konzernabschluss 2024 von MVV  Erläuterungen zur Bilanz MVV Geschäftsbericht 2024 157 Das einbezogene Gemeinschaftsunternehmen Grosskraftwerk Mannheim AG hat ein von MVV abweichendes Wirtschaftsjahr zum 31. Dezember. Der Ausweis dieses Ergebnisses im Konzern erfolgt entsprechend. Da es sich bei der Gesellschaft um ein Vollkostenersatzkraftwerk mit gleichbleibenden Jahresergebnissen und Ausschüttungen handelt, hat der abweichende Stichtag des Geschäftsjahres keine Auswirkungen auf MVV. Wie im Vorjahr lagen keine öffentlich notierten Marktpreise vor. Die nachfolgende Tabelle enthält die Gewinne/Verluste, Gesamtergebnisse und Buchwerte der nicht wesentlichen Gemeinschaftsunternehmen in Summe:

Zusammengefasste Finanzinformationen der nicht wesentlichen Gemeinschaftsunternehmen
Tsd Euro Geschäfts- jahr Vorjahr
Gewinn/Verlust der Periode – 14.016 1.549
Sonstiges Ergebnis – 36 – 1.836
Gesamtergebnis der Periode – 14.052 – 287
Buchwert des Anteils an den nicht wesentlichen Gemeinschaftsunternehmen 12.383 40.030

Bei den Eventualverbindlichkeiten von Gemeinschaftsunternehmen betrug der Anteil von MVV 4.760 Tsd Euro (Vorjahr: 0 Tsd Euro). 22.Assoziierte Unternehmen Die Gewinne/Verluste, Gesamtergebnisse und Buchwerte der nicht wesentlichen assoziierten Unternehmen sind in Summe in der folgenden Tabelle dargestellt:

Zusammengefasste Finanzinformationen für nicht wesentliche assoziierte Unternehmen
Tsd Euro Geschäfts- jahr Vorjahr
Gewinn/Verlust der Periode 6.004 3.875
Gesamtergebnis der Periode 6.004 3.875
Buchwert des Anteils an den nicht wesentlichen assoziierten Unternehmen 15.110 15.117

Die von MVV vereinnahmten Beteiligungserträge von assoziierten Unternehmen beliefen sich im Geschäftsjahr 2024 auf 1.537 Tsd Euro (Vorjahr: 595 Tsd Euro). Bei den Eventualverbindlichkeiten von assoziierten Unternehmen betrug der Anteil von MVV 1.352 Tsd Euro (Vorjahr: 1.437 Tsd Euro).  Konzernabschluss  Erläuterungen zum Konzernabschluss 2024 von MVV  Erläuterungen zur Bilanz MVV Geschäftsbericht 2024 158 23.Tochterunternehmen mit wesentlichen nicht beherrschenden Anteilen Die Gesellschaften Energieversorgung Offenbach AG, Offenbach am Main, und Stadtwerke Kiel AG, Kiel, wurden aufgrund ihrer Größe und ihres Einflusses auf den Konzern als wesentliche Tochterunternehmen mit wesentlichen nicht beherrschenden Anteilen identifiziert. In den folgenden Tabellen werden die Gesamtergebnisrechnung und die weiteren Finanzinformationen dieser Gesellschaften dargestellt. Es handelt sich hierbei um Beträge vor Konsolidierung.

Gesamtergebnisrechnung für Tochterunternehmen mit wesentlichen nicht beherrschenden Anteilen - Energieversorgung Offenbach AG
Tsd Euro 1.10.2023 bis 30.9.2024 1.10.2022 bis 30.9.2023
Umsatzerlöse ohne Energiesteuern 647.808 668.043
Jahresüberschuss (+) /-fehlbetrag (-) 23.555 – 268.456
Sonstiges Ergebnis 1 – 4.230 – 87.304
davon Marktbewertung von Finanzinstrumenten in Sicherungsbeziehungen 1 – 3.360 – 87.846
davon versicherungsmathematische Gewinne und Verluste – 870 542
Gesamtergebnis der Periode 19.325 – 355.760
Auf nicht beherrschende Anteile entfallendes Gesamtergebnis 9.662 – 177.876
gezahlte Dividende (an nicht beherrschende Anteilseigner) 9.770 10.666
1  Vorjahreswerte angepasst. Siehe Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze (Derivative Finanzinstrumente)
--- --- --- --- ---
Weitere Finanzinformationen für Tochterunternehmen mit wesentlichen nicht beherrschenden Anteilen - Energieversorgung Offenbach AG
Tsd Euro 30.9.2024 30.9.2023
Aktiva 511.697 550.744
Langfristige Vermögenswerte 1 358.548 350.796
Kurzfristige Vermögenswerte 1 153.149 199.948
davon liquide Mittel 17.627 45.911
Passiva 511.697 550.744
Eigenkapital 1 200.826 201.041
davon Marktbewertung von Finanzinstrumenten in Sicherungsbeziehungen 1 8.224 11.583
davon versicherungsmathematische Gewinne und Verluste 1.250 2.121
Langfristige Rückstellungen 17.957 17.189
Langfristige Verbindlichkeiten und sonstige Passiva 1 164.470 159.513
davon langfristige Finanzverbindlichkeiten 128.410 112.884
Kurzfristige Rückstellungen 12.132 10.540
Kurzfristige Verbindlichkeiten und sonstige Passiva 1 116.312 162.461
davon kurzfristige Finanzverbindlichkeiten 18.594 15.822
1  Vorjahreswerte angepasst. Siehe Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze (Derivative Finanzinstrumente)

 Konzernabschluss  Erläuterungen zum Konzernabschluss 2024 von MVV  Erläuterungen zur Bilanz MVV Geschäftsbericht 2024 159

Gesamtergebnisrechnung für Tochterunternehmen mit wesentlichen nicht beherrschenden Anteilen - Stadtwerke Kiel AG
Tsd Euro 1.10.2023 bis 30.9.2024 1.10.2022 bis 30.9.2023
Umsatzerlöse ohne Energiesteuern 1.521.415 1.549.334
Jahresüberschuss (+) /-fehlbetrag (-) 82.840 – 350.940
Sonstiges Ergebnis – 3.915 – 685
davon Marktbewertung von Finanzinstrumenten in Sicherungsbeziehungen – 3.156 – 867
davon versicherungsmathematische Gewinne und Verluste – 759 182
Gesamtergebnis der Periode 78.925 – 351.625
Auf nicht beherrschende Anteile entfallendes Gesamtergebnis 38.673 – 172.296
gezahlte Dividende (an nicht beherrschende Anteilseigner) 16.219 10.068
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Weitere Finanzinformationen für Tochterunternehmen mit wesentlichen nicht beherrschenden Anteilen - Stadtwerke Kiel AG
Tsd Euro 30.9.2024 30.9.2023
Aktiva 914.964 1.030.718
Langfristige Vermögenswerte 709.458 757.681
Kurzfristige Vermögenswerte 205.506 273.037
davon liquide Mittel 670 70.643
Passiva 914.964 1.030.718
Eigenkapital 413.559 367.735
davon Marktbewertung von Finanzinstrumenten in Sicherungsbeziehungen 26 3.182
davon versicherungsmathematische Gewinne und Verluste – 824 – 65
Langfristige Rückstellungen 28.384 31.577
Langfristige Verbindlichkeiten und sonstige Passiva 206.055 215.745
davon langfristige Finanzverbindlichkeiten 146.625 128.971
Kurzfristige Rückstellungen 28.066 17.074
Kurzfristige Verbindlichkeiten und sonstige Passiva 238.900 398.587
davon kurzfristige Finanzverbindlichkeiten 54.916 104.651

Die gesamten nicht beherrschenden Anteile am Eigenkapital von Tochtergesellschaften betrugen im Berichtszeitraum 335.888 Tsd Euro (Vorjahr: 312.296 Tsd Euro). Davon entfielen 195.855 Tsd Euro (Vorjahr: 172.732 Tsd Euro) auf die Stadtwerke Kiel AG, Kiel, 81.553 Tsd Euro (Vorjahr angepasst: 81.075 Tsd Euro) auf die Energieversorgung Offenbach AG, Offenbach am Main, und 58.480 Tsd Euro (Vorjahr: 58.489 Tsd Euro) auf die übrigen Tochtergesellschaften mit unwesentlichen nicht beherrschenden Anteilen. 24.Übrige Finanzanlagen Unter den übrigen Finanzanlagen werden im Wesentlichen die sonstigen Beteiligungen ausgewiesen, die erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bilanziert werden. Daneben werden auch Anteile an Tochterunternehmen sowie assoziierte Unternehmen und Joint Ventures als sonstige Beteiligungen ausgewiesen, soweit diese aus Wesentlichkeitsgründen zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert werden. Die Entwicklung der übrigen Finanzanlagen ist aus der Textziffer 10 Ergebnis aus At-Equity- Unternehmen und sonstiges Beteiligungsergebnis beziehungsweise der Textziffer 42 Finanzinstrumente ersichtlich. Wie im Vorjahr lagen im Berichtsjahr keine Verfügungsbeschränkungen und sonstigen Belastungen vor.  Konzernabschluss  Erläuterungen zum Konzernabschluss 2024 von MVV  Erläuterungen zur Bilanz MVV Geschäftsbericht 2024 160 25.Derivative aktive Finanzinstrumente Im Rahmen der operativen Tätigkeiten von MVV werden Commodity-Derivate auf Strom, Gas, Kohle, CO2 und sonstige Zertifikate sowie Währungsderivate abgeschlossen. Im Finanzierungsbereich werden zur Risikobegrenzung Zins- und Währungsderivate abgeschlossen.

Derivative aktive Finanzinstrumente
30.9.2024 30.9.2023
Tsd Euro Langfristig Kurzfristig Gesamt Langfristig Kurzfristig Gesamt
Commodity-Derivate 1 301.768 1.617.219 1.918.987 499.350 3.009.891 3.509.241
Zinsderivate 22.175 1 22.176 36.686 4.418 41.104
Währungsderivate 69 69 301 2.346 2.647
323.943 1.617.289 1.941.232 536.337 3.016.655 3.552.992
1  Vorjahreswerte angepasst. Siehe Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze (Derivative Finanzinstrumente)

In den folgenden Tabellen werden die derivativen Finanzinstrumente nach deren Sicherungsbeziehung und Kontrahenten aufgegliedert.

Derivative aktive Finanzinstrumente
30.9.2024 30.9.2023
Tsd Euro Langfristig Kurzfristig Gesamt Langfristig Kurzfristig Gesamt
Derivative Finanzinstrumente 1 323.943 1.617.289 1.941.232 536.337 3.016.655 3.552.992
davon ohne Sicherungsbeziehung nach IFRS 9 240.384 1.344.375 1.584.759 307.907 2.328.590 2.636.497
davon in Sicherungsbeziehung nach IFRS 9 1 83.559 272.914 356.473 228.430 688.065 916.495
1  Vorjahreswerte angepasst. Siehe Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze (Derivative Finanzinstrumente)
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Derivative aktive Finanzinstrumente
30.9.2024 30.9.2023
Tsd Euro Langfristig Kurzfristig Gesamt Langfristig Kurzfristig Gesamt
Derivative aktive Finanzinstrumente
gegen Dritte 1 323.943 1.617.289 1.941.232 536.337 3.016.655 3.552.992
323.943 1.617.289 1.941.232 536.337 3.016.655 3.552.992
1  Vorjahreswerte angepasst. Siehe Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze (Derivative Finanzinstrumente)

 Konzernabschluss  Erläuterungen zum Konzernabschluss 2024 von MVV  Erläuterungen zur Bilanz MVV Geschäftsbericht 2024 161 Der Rückgang der Marktwerte resultierte insbesondere aus der Erfüllung von Verträgen, die zum 30. September 2023 hohe Marktwerte aufwiesen. Weitere Angaben unter der Textziffer 42 Finanzinstrumente . 26.Sonstige finanzielle Forderungen und Vermögenswerte In den folgenden Tabellen werden die Sonstige finanzielle Forderungen und Vermögenswerte nach Inhalt und Kontrahenten aufgeschlüsselt.

Sonstige finanzielle Forderungen und Vermögenswerte
30.9.2024 30.9.2023
Tsd Euro Langfristig Kurzfristig Gesamt Langfristig Kurzfristig Gesamt
Forderungen aus Sicherheitsleistungen im Rahmen von Energiehandelsgeschäften 148.751 148.751 138.982 138.982
Forderungen aus Finanzierungsleasing 36.632 9.706 46.338 42.545 9.777 52.322
Debitorische Kreditoren 10.100 10.100 6.318 6.318
Ausleihungen 13.588 921 14.509 13.639 2.387 16.026
Geldanlagen 155.783 155.783
Sonstige übrige finanzielle Vermögenswerte 3.821 17.722 21.543 4.326 7.781 12.107
54.041 187.200 241.241 60.510 321.028 381.538
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Sonstige finanzielle Forderungen und Vermögenswerte
30.9.2024 30.9.2023
Tsd Euro Langfristig Kurzfristig Gesamt Langfristig Kurzfristig Gesamt
Sonstige finanzielle Forderungen und Vermögenswerte
gegen Dritte 40.512 186.341 226.853 46.942 319.409 366.351
gegen sonstige Beteiligungen mit Mehrheitsbesitz 4.219 434 4.653 4.913 1.049 5.962
gegen At-Equity-Unternehmen 8.959 425 9.384 8.304 570 8.874
gegen sonstige Beteiligungen 351 351 351 351
54.041 187.200 241.241 60.510 321.028 381.538

Um das Kontrahentenrisiko bei stark schwankenden Marktwerten von Energiehandelsverträgen zu reduzieren, werden an den Börsenplätzen EEX (European Energy Exchange) und ICE (Intercontinental Exchange) sowie mit einem externen Handelspartner Sicherheitsleistungen ausgetauscht. Es handelt sich hierbei um Margins, die in der Position Forderungen aus Sicherheitsleistungen im Rahmen von Energiehandelsgeschäften enthalten sind. Die Forderungen aus Sicherheitsleistungen erhöhten sich auf 148.751 Tsd Euro (Vorjahr: 138.982 Tsd Euro). Ausleihungen werden zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Die Geldanlagen beinhalteten Festgelder mit einer Laufzeit zwischen größer drei Monate und kleiner einem Jahr und werden zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Finanzierungsleasingverhältnisse werden als Forderung in Höhe des Barwerts der Mindestleasingzahlungen (Nettoinvestitionswert) bilanziert. Die Ausleihungen und Leasingforderungen sind festverzinslich und wurden mit einem durchschnittlichen Zinssatz  Konzernabschluss  Erläuterungen zum Konzernabschluss 2024 von MVV  Erläuterungen zur Bilanz MVV Geschäftsbericht 2024 162 von 5,6 % (Vorjahr: 5,2 %) verzinst. Die durchschnittliche Restzinsbindungsdauer betrug für festverzinsliche Ausleihungen 6,0 Jahre (Vorjahr: 4,7 Jahre) und für Finanzierungsleasing 4,9 Jahre (Vorjahr: 5,0 Jahre). MVV ist bei mehreren Contracting-Projekten und auch bei Nutzungskonzepten von Rechenzentren Leasinggeber im Rahmen von Finanzierungsleasingverhältnissen. Wie im Folgenden dargestellt, werden die Mindestleasingzahlungen zu den Nettoinvestitionen in die Leasingverhältnisse übergeleitet:

Überleitung der Nettoinvestitionen in Leasingverhältnisse
Tsd Euro 30.9.2024 30.9.2023
Mindestleasingzahlungen mit Fälligkeit < 1 Jahr 12.336 12.565
Mindestleasingzahlungen länger als 1 Jahr und bis zu 5 Jahren 28.326 33.890
davon Mindestleasingzahlungen länger als 1 Jahr und bis zu 2 Jahren 9.864 10.042
davon Mindestleasingzahlungen länger als 2 Jahre und bis zu 3 Jahren 6.435 9.774
davon Mindestleasingzahlungen länger als 3 Jahre und bis zu 4 Jahren 6.022 7.762
davon Mindestleasingzahlungen länger als 4 Jahre und bis zu 5 Jahren 6.005 6.312
Mindestleasingzahlungen länger als 5 Jahre 19.178 19.750
Summe der Mindestleasingzahlungen 59.840 66.205
Abzüglich noch nicht realisierter Finanzertrag – 13.500 – 13.883
Nettoinvestitionen in Finanzierungsleasingsverhältnisse 46.340 52.322

In der nachfolgenden Tabelle sind weitere Angaben zu den Leasingverhältnissen aus Finanzierungsleasing zusammengefasst:

Angaben zu Leasingverhältnissen aus Finance Lease als Leasinggeber
Tsd Euro GJ 2024 GJ 2023
Finanzerträge aus der Nettoinvestition in das Leasingverhältnis 3.146 2.954
Verkaufsgewinn oder -verlust 135 – 2.145

Die Wertberichtigungen und die Altersstruktur für die sonstigen finanziellen Forderungen und Vermögenswerte sind unter Textziffer 42 Finanzinstrumente dargestellt.  Konzernabschluss  Erläuterungen zum Konzernabschluss 2024 von MVV  Erläuterungen zur Bilanz MVV Geschäftsbericht 2024 163 27.Sonstige nichtfinanzielle Forderungen und Vermögenswerte In den folgenden Tabellen werden Sonstige nichtfinanzielle Forderungen und Vermögenswerte nach Inhalt und Kontrahenten aufgeschlüsselt.

Sonstige nichtfinanzielle Forderungen und Vermögenswerte
30.9.2024 30.9.2023
Tsd Euro Langfristig Kurzfristig Gesamt Langfristig Kurzfristig Gesamt
Vertragsvermögenswerte Projektentwicklung 5.361 52.437 57.798 48.758 48.758
Sonstige Vertragsvermögenswerte 2.913 16.795 19.708 2.904 20.072 22.976
Sonstige Steuerforderungen 93.401 93.401 91.352 91.352
Aktive Rechnungsabgrenzungsposten 11.946 14.362 26.308 11.178 12.061 23.239
Emissionsrechte 13.441 13.441 4.562 4.562
Forderungen aufgrund EWSG und StromPBG 33.252 33.252 684 684
Sonstige übrige nichtfinanzielle Vermögenswerte 2.221 6.205 8.426 2.605 8.376 10.981
22.441 229.893 252.334 16.687 185.865 202.552
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Sonstige nichtfinanzielle Forderungen und Vermögenswerte
30.9.2024 30.9.2023
Tsd Euro Langfristig Kurzfristig Gesamt Langfristig Kurzfristig Gesamt
Sonstige nichtfinanzielle Forderungen und Vermögenswerte
gegen Dritte 22.441 229.817 252.258 16.687 185.805 202.492
gegen At-Equity-Unternehmen 76 76 60 60
22.441 229.893 252.334 16.687 185.865 202.552

Die Vertragsvermögenswerte aus Projektentwicklung erhöhten sich um 9.040 Tsd Euro aufgrund von noch nicht abgerechneten Projekten. Die Sonstigen Vertragsvermögenswerte reduzierten sich um 3.268 Tsd Euro. Die Abnahme resultierte im Wesentlichen aus noch nicht abgeschlossenen Projekten, bei denen MVV als Generalunternehmer tätig ist. In der nachfolgenden Tabelle werden die Anfangs- und Endbestände der Vertragsvermögenswerte aus IFRS 15 dargestellt:

Vertragsvermögenswerte
Tsd Euro GJ 2024 GJ 2023
Stand zum 1.10. 71.734 38.517
Stand zum 30.9. 77.506 71.734

In den sonstigen Steuerforderungen waren hauptsächlich Vorsteuer- und Energiesteuerguthaben enthalten. Die Emissionsrechte enthielten CO2-Emissionszertifikate, die von MVV zugekauft oder getauscht werden müssen, sowie unentgeltlich zugeteilte Rechte. Die Emissionsrechte erhöhten sich um 8.879 Tsd Euro aufgrund gestiegener Preise und Mengen. In Sonstige langfristigen übrige nichtfinanzielle Vermögenswerte sind in der Vergangenheit aktivierte Aufwendungen für die Erweiterung und Erneuerung von Infrastrukturanlagen der britischen Erzeugungspositionen in Höhe von 2.110 Tsd Euro enthalten. Diese befinden sich nicht in der Verfügungsgewalt von MVV, sind jedoch essenziell für die Strom- und Dampfversorgung. Die Aufwendungen werden über die entsprechenden Vertragslaufzeiten abgegrenzt. Weiterhin werden in dieser Position noch nicht abzugsfähige Vorsteuern ausgewiesen.  Konzernabschluss  Erläuterungen zum Konzernabschluss 2024 von MVV  Erläuterungen zur Bilanz MVV Geschäftsbericht 2024 164 Die Kosten der Vertragsanbahnung (Kundengewinnungskosten) waren im Vorjahr Bestandteil der Position Sonstige übrige finanzielle Vermögenswerte, welche gemäß IFRS 15 aktiviert werden. Kosten für eine Vertragslaufzeit von unter einem Jahr werden sofort im Aufwand erfasst. Die Kosten werden über die durchschnittliche Vertragslaufzeit amortisiert und entwickelten sich wie folgt:

Kundengewinnungskosten gemäß IFRS 15
Tsd Euro GJ 2024 GJ 2023
Stand zum 1.10. 371 708
Stand zum 30.9. 163 371

. 28.Vorräte

Vorräte
Tsd Euro 30.9.2024 30.9.2023
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 143.850 104.343
Fertige und unfertige Erzeugnisse und Leistungen Projektrechte 83.505 83.964
Fertige und unfertige Erzeugnisse und Leistungen Sonstige sowie Handelswaren 60.038 67.175
Geleistete Anzahlungen 45.378 42.801
Lagerbestand Gas 24.408 23.860
357.179 322.143

Auf den Vorräten wurden Wertminderungen in Höhe von 1.984 Tsd Euro (Vorjahr: 4.556 Tsd Euro) erfasst. Wertaufholungen waren aufgrund des gestiegenen Nettoveräußerungspreises mit 1.206 Tsd Euro (Vorjahr: 636 Tsd Euro) enthalten. Die geleisteten Anzahlungen betrafen Wind- und Photovoltaik-Projekte, welche sich im Bau befinden. Der Lagerbestand Gas besteht aus in Kavernen eingespeichertem Gas. 29.Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
Tsd Euro 30.9.2024 30.9.2023
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 457.050 515.010
davon gegen sonstige Beteiligungen mit Mehrheitsbesitz 182 131
davon gegen At-Equity-Unternehmen 3.150 1.758
davon gegen sonstige Beteiligungen 1.951 1.742

In der vorstehenden Tabelle werden ausschließlich Forderungen aus Lieferungen und Leistungen mit einer Laufzeit von unter einem Jahr dargestellt. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen von über einem Jahr sind im Konzern unwesentlich und werden unter Sonstige Forderungen und Vermögenswerte ausgewiesen. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen entstehen aus Verträgen mit Kunden. Unter Textziffer 42 Finanzinstrumente sind die Wertberichtigungen und die Altersstruktur für die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen aufgeführt.  Konzernabschluss  Erläuterungen zum Konzernabschluss 2024 von MVV  Erläuterungen zur Bilanz MVV Geschäftsbericht 2024 165 30.Ertragsteuerforderungen Die Ertragsteuerforderungen in Höhe von 35.399 Tsd Euro (Vorjahr: 26.249 Tsd Euro) enthielten im Wesentlichen Körperschaft- und Gewerbesteuererstattungsansprüche, die mit dem Nominalwert angesetzt wurden. 31.Flüssige Mittel Die flüssigen Mittel bestehen überwiegend aus Bankguthaben. Die von MVV zu leistenden Rückzahlungen und Auszahlungen von hinterlegten Sicherheiten für das Kontrahentenausfallrisiko (Margins) führten im Berichtszeitraum zu einer Reduzierung der flüssigen Mittel in Höhe von 149.162 Tsd Euro (Vorjahr: Mittelabfluss in Höhe von 1.400.040 Tsd Euro). Durch die Erstkonsolidierung von Tochtergesellschaften und sonstigen Geschäftseinheiten gingen Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente in Höhe von 1.785 Tsd Euro (Vorjahr: 80 Tsd Euro) zu. Im Zusammenhang mit der Veräußerung von vollkonsolidierten Unternehmen und sonstigen Geschäftseinheiten gingen Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente in Höhe von 7 Tsd Euro (Vorjahr: 11.455 Tsd Euro) ab. Bankguthaben werden ausschließlich im Rahmen der kurzfristigen Liquiditätsdisposition bei Banken mit zweifelsfreier Bonität unterhalten.  Konzernabschluss  Erläuterungen zum Konzernabschluss 2024 von MVV  Erläuterungen zur Bilanz MVV Geschäftsbericht 2024 166 32.Eigenkapital Die Aufgliederung sowie die Entwicklung des Eigenkapitals sind in der Eigenkapitalveränderungsrechnung dargestellt. Grundkapital: Das Grundkapital der MVV Energie AG in Höhe von 168.721 Tsd Euro verteilt sich auf 65.906.796 auf den Namen lautende Stückaktien über rechnerisch je 2,56 Euro. Die gesamten auf den Namen lautenden Stückaktien sind voll einbezahlt. Ausweislich der zuletzt der MVV Energie AG vorliegenden Stimmrechtsmitteilungen hielten die Stadt Mannheim zum 30. September 2024 unmittelbar und mittelbar 50,1 %, sowie die FS DE Energy GmbH 45,08 % der Aktien. Die übrigen 4,82 % der Aktien befanden sich im Streubesitz. Genehmigtes Kapital II: Die Hauptversammlung der MVV Energie AG hat mit Beschluss vom 8. März 2024 den Vorstand ermächtigt, das Grundkapital bis zum 8. März 2029 mit Zustimmung des Aufsichtsrats durch Ausgabe von bis zu 20.000.000 neuen, auf den Namen lautenden Stückaktien gegen Bar- und/oder Sacheinlagen einmalig oder mehrmalig um bis zu insgesamt 51.200.000,00 Euro zu erhöhen. Den Aktionären ist grundsätzlich ein Bezugsrecht einzuräumen, welches jedoch der Vorstand mit Zustimmung des Aufsichtsrats einmalig oder mehrmals, ganz oder teilweise, insgesamt jedoch höchstens für bis zu 13.180.000 neue, auf den Namen lautende Stückaktien ausschließen kann. Der Vorstand der MVV Energie AG hat von dieser Ermächtigung bisher keinen Gebrauch gemacht. Ermächtigung zum Erwerb eigener Aktien: Die Hauptversammlung hat den Vorstand durch Beschluss vom 13. März 2020 ermächtigt, bis zum 12. März 2025 eigene Aktien im Umfang von bis zu 10 % des zum Zeitpunkt der Beschlussfassung der Hauptversammlung oder – falls dieser Wert geringer ist – des zum Zeitpunkt der Ausübung der Ermächtigung bestehenden Grundkapitals zu erwerben. Der Vorstand der MVV Energie AG hat von dieser Ermächtigung noch keinen Gebrauch gemacht. Kapitalrücklage: Die Kapitalrücklage betrifft die MVV Energie AG. Hierin sind die nach § 272 HGB aufzunehmenden externen Mittelzuflüsse enthalten. Die Abweichung in Höhe von 3.705 Tsd Euro zur Kapitalrücklage im Abschluss der MVV Energie AG resultiert aus den Transaktionskosten der Kapitalerhöhungen im Jahr 2006 beziehungsweise 2007, die als Abzug der Kapitalrücklage bilanziert wurden. Erwirtschaftetes Eigenkapital: Das erwirtschaftete Eigenkapital umfasst – neben den anteiligen Gewinnrücklagen und den kumulierten erwirtschafteten Jahresergebnissen der MVV Energie AG und der sonstigen einbezogenen Gesellschaften nach dem Erstkonsolidierungszeitpunkt – die kumulierten erfolgsneutralen Veränderungen aus der Marktbewertung von Finanzinstrumenten, die im Wesentlichen aus Sicherungsbeziehungen nach IFRS 9 resultieren, und die Währungsumrechnungsdifferenzen aus der Umrechnung ausländischer Abschlüsse sowie die versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste für leistungsorientierte Versorgungspläne. Im Rahmen der Marktbewertung von Finanzinstrumenten wurden im Geschäftsjahr Aufwendungen in Höhe von 68.418 Tsd Euro direkt im Eigenkapital erfasst (Vorjahr angepasst: Aufwendungen von 561.633 Tsd Euro). Für den Anteil nicht beherrschender Gesellschafter wurden Aufwendungen in Höhe von 5.796 Tsd Euro aus der Marktbewertung von Finanzinstrumenten im Eigenkapital erfasst (Vorjahr angepasst: Aufwendungen von 88.861 Tsd Euro).  Konzernabschluss  Erläuterungen zum Konzernabschluss 2024 von MVV  Erläuterungen zur Bilanz MVV Geschäftsbericht 2024 167 33.Rückstellungen

Rückstellungen
Tsd Euro Stand zum 1.10.2023 Verände- rung Kon- solidie- rungskreis Währ- ungs- anpass- ungen Ver- brauch Auf- lösung Zu- führung Erfolgs- neutrale Veränder- ungen Um- buchung Zins- anteil Stand zum 30.9.2024
Langfristige Rückstellungen
Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 73.145 – 3.452 2.225 7.301 2.889 82.108
Verpflichtungen im Personalbereich 7.912 – 2 – 453 – 10 769 – 358 448 8.306
Verpflichtungen aus Sanierung, Rückbau und Gewährleistungen 44.230 213 – 400 – 71 6.489 6.615 – 7.944 2.500 51.632
Rückstellungen für Prozess- und Vertragsrisiken 2.916 – 124 – 1.654 – 858 64 344
Sonstige Sachverhalte 8.077 – 85 – 3.509 115 – 1.052 – 194 3.352
Sonstige Rückstellungen gesamt 63.135 211 – 1.062 – 5.244 7.373 6.615 – 10.212 2.818 63.634
Gesamt langfristige Rückstellungen 136.280 211 – 4.514 – 5.244 9.598 13.916 – 10.212 5.707 145.742
Kurzfristige Rückstellungen
Steuerrückstellungen 4.807 25 19 – 1.728 2.719 5.842
Sonstige Rückstellungen
Verpflichtungen im Personalbereich 57.140 – 390 – 52.297 – 1.663 53.881 358 57.029
Noch nicht abgerechnete Leistungen 103.502 16 – 102.253 – 210 63.051 64.106
Verpflichtungen aus Sanierung, Rückbau und Gewährleistungen 8.492 56 – 1.676 – 1.728 3.128 7.944 16.216
Rückstellungen für Prozess- und Vertragsrisiken 2.466 – 4 – 861 – 788 824 858 2.495
Sonstige Sachverhalte 46.161 329 – 225 – 19.420 – 22.259 29.906 1.052 35.544
Sonstige Rückstellungen gesamt 217.761 329 – 547 – 176.507 – 26.648 150.790 10.212 175.390
Gesamt kurzfristige Rückstellungen 222.568 354 – 528 – 178.235 – 26.648 153.509 10.212 181.232
Gesamt Rückstellungen 358.848 354 – 317 – 182.749 – 31.892 163.107 13.916 5.707 326.974
--- --- --- --- --- --- --- --- --- --- --- --- ---
Rückstellungen nach Fristigkeiten
30.9.2024 30.9.2023
Tsd Euro Langfristig Kurzfristig Gesamt Langfristig Kurzfristig Gesamt
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 82.108 82.108 73.145 73.145
Steuerrückstellungen 5.842 5.842 4.807 4.807
Verpflichtungen im Personalbereich 8.306 57.029 65.335 7.912 57.140 65.052
Noch nicht abgerechnete Leistungen 64.106 64.106 103.502 103.502
Verpflichtungen aus Sanierung, Rückbau und Gewährleistungen 51.632 16.216 67.848 44.230 8.492 52.722
Rückstellungen für Prozess- und Vertragsrisiken 344 2.495 2.839 2.916 2.466 5.382
Sonstige Sachverhalte 3.352 35.544 38.896 8.077 46.161 54.238
145.742 181.232 326.974 136.280 222.568 358.848

Die Steuerrückstellungen beinhalten zum Bilanzstichtag im Wesentlichen Rückstellungen für Stromsteuern. Die Kategorie der „Rückstellungen für Verpflichtungen im Personalbereich“ enthält Rückstellungen für Frühpensionierungen sowie Rückstellungen für Personalkosten.  Konzernabschluss  Erläuterungen zum Konzernabschluss 2024 von MVV  Erläuterungen zur Bilanz MVV Geschäftsbericht 2024 168 Die Rückstellungen für Frühpensionierungen umfassen in erster Linie rechtliche und faktische Verpflichtungen gegenüber Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aufgrund von Altersteilzeitregelungen. Die versicherungsmathematischen Annahmen entsprechen denen, die bei der Bewertung für Pensionen und ähnlichen Rückstellungen angewandt werden. Die Verpflichtungen im Personalbereich beinhalten im Wesentlichen Sachverhalte aus tarifvertraglichen Verpflichtungen, beispielsweise Zuwendungen, Bonuszahlungen und Arbeitszeitguthaben der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie Jubiläumsleistungen. Die Rückstellungen für Personalkosten enthalten einzelne Sachverhalte, bei denen die Inanspruchnahme vom Zielerreichungsgrad abhängt. Die Kategorie „Noch nicht abgerechnete Leistungen“ umfasst vor allem die Beistellung beziehungsweise Inrechnungsstellung von CO2- Kosten gegenüber einer At-Equity-Gesellschaft. Die Bewertung erfolgt auf der Basis sachgerechter Schätzungen. Die Kategorie der Rückstellungen „Verpflichtungen aus Sanierung, Rückbau und Gewährleistungen“ beinhaltet im Wesentlichen Verpflichtungen aus dem Rückbau im Rahmen der Errichtung eines Gasspeichers und für Windkraftanlagen. Die Rückstellungen für Gewährleistungen betreffen abgeschlossene Photovoltaik- und Windenergie-Projekte. Die Rückstellungen sind aufgrund von vertraglichen Regelungen gebildet worden. Der Ansatz erfolgte einzelfallbezogen und auf Grundlage relevanter Faktoren. Die Kategorie „Rückstellungen für Prozess- und Vertragsrisiken“ enthält Rückstellungen für Prozessrisiken für mehrere Einzelrisiken, bei denen die Höhe der Inanspruchnahme unsicher ist. Die Bewertung erfolgt ausgehend vom erwarteten Prozessergebnis, das nach den aktuell verfügbaren Informationen die höchste Eintrittswahrscheinlichkeit besitzt. Zudem werden in dieser Kategorie Rückstellungen für belastende Verträge ausgewiesen. In den sonstigen Sachverhalten sind im Wesentlichen Rückstellungen für Aufwendungen im Zusammenhang mit CO2-Verursachung und für Risiken aus vertraglichen Verpflichtungen von abgeschlossenen Projekten enthalten. Die gebildeten Rückstellungen werden gemäß ihrer Laufzeiteinteilung verbraucht. In Abhängigkeit von der Laufzeit kommen bei langfristigen Rückstellungen Zinssätze zwischen 2,2 % und 3,4 % (im Vorjahr 3,0 % und 4,2 %) zur Anwendung. 34.Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen Die betriebliche Altersvorsorge besteht aus beitragsorientierten und leistungsorientierten Plänen. Die Altersversorgung für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von MVV ist unternehmensspezifisch weitgehend tarifvertraglich geregelt. Hieraus resultieren mittelbare Pensionsverpflichtungen gegenüber Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die fast ausschließlich über kommunale Zusatzversorgungskassen (ZVK) abgesichert sind. Hierfür werden Umlagen für die Ruhestandszeiten entrichtet. Die in diesem Zusammenhang gezahlten Beträge dienen der Finanzierung der laufenden Versorgungsleistungen. Gemäß den Regelungen der IFRS handelt es sich bei dieser Form der Altersvorsorge um einen leistungsorientierten Plan („defined benefit plan“), da die individuellen Versorgungsleistungen der ZVK an frühere Beschäftigte der Mitgliedsunternehmen nicht von eingezahlten Beiträgen abhängen. Darüber hinaus sind in den ZVK Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mehrerer Mitgliedsunternehmen versichert. Aus diesem Grund gilt diese Form der Altersvorsorge als gemeinschaftlicher Plan mehrerer Arbeitgeber („multi-employer plan“), für den besondere Vorschriften anzuwenden sind.  Konzernabschluss  Erläuterungen zum Konzernabschluss 2024 von MVV  Erläuterungen zur Bilanz MVV Geschäftsbericht 2024 169 Aufgrund der Umverteilungen der Leistungen der ZVK auf die an ihr beteiligten Unternehmen und unzureichender Daten über Altersstruktur, Fluktuation und Gehälter der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter liegen keine Informationen über den auf MVV entfallenden Teil der zukünftigen Zahlungsverpflichtungen (wirtschaftliche Verpflichtung) vor. Somit ist es nach IFRS nicht zulässig, eine Rückstellung zu bilden. Aus diesem Grund berücksichtigt MVV die Beträge entsprechend einer beitragsorientierten Versorgungszusage, obwohl es sich um einen leistungsorientierten Pensionsplan handelt. Die Beiträge zum Pensionsplan bemessen sich als Prozentsatz des zusatzversorgungspflichtigen Entgelts und werden von Arbeitnehmern und von Arbeitgebern getragen. Der Beitragssatz wird von den ZVK festgelegt. Für das Geschäftsjahr 2025 rechnet MVV mit Beiträgen in voraussichtlich gleicher Höhe wie im Vorjahr. Die Beiträge werden für die Gesamtheit der Begünstigten verwendet. Sofern die Mittel der ZVK nicht ausreichen, können die ZVK den Pflichtbeitrag erhöhen. Falls MVV die Mitgliedschaft bei den ZVK kündigen sollte, werden die ZVK einen finanziellen Ausgleich erheben. Der Ausgleichsbetrag ermittelt sich als Barwert der bestehenden Ansprüche von Berechtigten, künftigen Ansprüchen von deren Hinterbliebenen sowie bestehenden Versorgungspunkten aus unverfallbaren Anwartschaften zum Zeitpunkt der Beendigung der Mitgliedschaft. Als Leistungen an beitragsorientierte Versorgungssysteme werden die Leistungen an ZVK beziehungsweise an die gesetzliche Rentenversicherung verstanden. Die Beiträge werden als Aufwand erfasst und im Personalaufwand ausgewiesen. Im Geschäftsjahr 2024 wurden an die gesetzlichen Rentenversorgungssysteme Leistungen in Höhe von 41.572 Tsd Euro (Vorjahr: 38.071 Tsd Euro) erbracht. Zudem wurden in beitragsorientierte Versorgungssysteme 17.985 Tsd Euro (Vorjahr: 16.754 Tsd Euro) eingezahlt. Darüber hinaus bestehen unmittelbare Pensionsverpflichtungen aufgrund früherer tarifvertraglicher Regelungen (Bemessung nach der Dauer der Betriebszugehörigkeit und der Vergütung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter) sowie Einzelzusagen gegenüber früheren Vorstandsmitgliedern. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen werden ausschließlich für leistungsorientierte Versorgungspläne gebildet. Bei der Bewertung von Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen stellen insbesondere der Abzinsungsfaktor, biometrische Wahrscheinlichkeiten sowie Trendannahmen wesentliche Schätzgrößen dar. Abweichende Entwicklungen dieser Schätzgrößen können zu Unterschieden zwischen dem bilanzierten Wert und den tatsächlich im Zeitablauf entstehenden Verpflichtungen führen. Die versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste werden vollständig in der Periode erfasst, in der sie auftreten. Sie werden in der Gesamtergebnisrechnung abgebildet sowie in der Aufstellung der im Konzerneigenkapital erfassten Erträge und Aufwendungen ausgewiesen. Diese Pensionsrückstellungen werden gemäß IAS 19 nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren ermittelt (Projected-Unit-Credit-Methode). Dieses Verfahren berücksichtigt neben den am Bilanzstichtag bekannten Renten und Anwartschaften auch zukünftig zu erwartende Gehalts- und Rentensteigerungen. Bei der Berechnung fanden die Heubeck-Richttafeln 2018 G Anwendung. Die wesentlichen Parameter für die Berechnung der leistungsorientierten Pläne zum 30. September 2024 waren:

Parameter
GJ 2024 GJ 2023
Diskontierungszinssatz 3,4 % 4,2 %
Künftige Gehaltssteigerung 2,5-3,0 % 2,5-3,0 %
Künftige Rentensteigerung 1,6-3,0 % 1,6-3,0 %

 Konzernabschluss  Erläuterungen zum Konzernabschluss 2024 von MVV  Erläuterungen zur Bilanz MVV Geschäftsbericht 2024 170 Der Aufwand für diese als leistungsorientierte Pläne ausgestalteten Pensionen und ähnliche Verpflichtungen setzte sich wie folgt zusammen:

Aufwand Pensionsrückstellungen
Tsd Euro GJ 2024 GJ 2023
Dienstzeitaufwand 2.837 3.270
Zinsaufwand 2.889 2.669
5.726 5.939

Der Zinsaufwand für bereits erworbene Versorgungsansprüche ist in der Gewinn- und Verlustrechnung in den Finanzaufwendungen (Aufzinsung von Rückstellungen) ausgewiesen. Die übrigen Aufwendungen sind im Personalaufwand ausgewiesen. Der Barwert der leistungsorientierten Verpflichtungen entwickelte sich wie folgt:

Entwicklung der Versorgungsansprüche
30.9.2024 30.9.2023
Tsd Euro Barwert der leistungs- orientierten Ver- pflichtungen Beizulegender Zeitwert des Plan- vermögens Gesamt Barwert der leistungs- orientierten Ver- pflichtungen Beizulegender Zeitwert des Plan- vermögens Gesamt
Stand zum 1.10. 74.732 1.587 73.145 76.642 1.261 75.381
Laufender Dienstzeitaufwand 2.837 2.837 3.270 3.270
Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand
Zinsaufwand (Zinsertrag) 2.889 2.889 2.669 2.669
Neubewertung
(i) Ergebnis aus Planvermögen 16 – 16 32 – 32
(ii) Versicherungsmathematische Gewinne/Verluste
aus Veränderung finanzieller Annahmen 7.605 – 48 7.653 – 4.664 – 21 – 4.643
aus Veränderung demografischer Annahmen
aus Veränderungen erfahrungsbedingter Anpassungen 797 797 156 156
Gezahlte Leistungen an Begünstigte – 3.465 – 12 – 3.453 – 3.265 – 3.265
Einzahlungen Arbeitgeber 593 – 593 315 – 315
Veränderung Konsolidierungskreis – 76 – 76
Umbuchungen 9 1.160 – 1.151
Stand zum 30.9. 85.404 3.296 82.108 74.732 1.587 73.145

 Konzernabschluss  Erläuterungen zum Konzernabschluss 2024 von MVV  Erläuterungen zur Bilanz MVV Geschäftsbericht 2024 171 Den leistungsorientierten Pensionsverpflichtungen stand im Konzern Planvermögen in geringem Umfang gegenüber. Der Rückstellungsbetrag in der Bilanz ermittelt sich wie folgt:

Ermittlung des Rückstellungsbetrags
Tsd Euro GJ 2024 GJ 2023
Barwert der leistungsorientierten Verpflichtung 85.404 74.732
Beizulegender Zeitwert des Planvermögens 3.296 1.587
Bilanzierte Rückstellung Stand zum 30.9. 82.108 73.145

Das Planvermögen setzt sich zusammen aus Versicherungsverträgen mit privaten Versicherungsträgern sowie aus einem am Kapitalmarkt notierten Investmentfonds einer international tätigen Fondsgesellschaft. Die im Konzerneigenkapital erfassten versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste aus leistungsorientierten Versorgungsverpflichtungen entwickelten sich wie folgt:

Kumulierte im Eigenkapital erfasste versicherungsmathematische Gewinne und Verluste
Tsd Euro GJ 2024 GJ 2023
kumulierte im Eigenkapital erfasste versicherungsmathematische Gewinne (+) und Verluste (-) zum 1.10. 3.175 1.354
Erfassung der versicherungsmathematischen Gewinne (+) und Verluste (-) im Eigenkapital – 5.169 1.821
kumulierte im Eigenkapital erfasste versicherungsmathematische Gewinne (+) und Verluste (-) zum 30.9. – 1.994 3.175

Die erfahrungsbedingten Anpassungen (Prämissenänderungen) des Barwerts der Versorgungsansprüche stellen einen Teil der auf die Versorgungsansprüche entfallenden versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste des jeweiligen Jahres dar. Für das Geschäftsjahr 2025 wird eine Pensionszahlung in Höhe von 7.439 Tsd Euro prognostiziert. Im Berichtsjahr wurde ein der erwarteten gewichteten Restlaufzeit von 13 Jahren entsprechender Zinssatz verwendet. Die erwartete Fälligkeit der undiskontierten Pensionsleistungen zum Stichtag stellt sich wie folgt dar:

Erwartete Pensionszahlungen
Tsd Euro
2025 7.439
2026 11.627
2027 4.454
2028 5.854
2029 8.333
>2029 75.023
112.730

 Konzernabschluss  Erläuterungen zum Konzernabschluss 2024 von MVV  Erläuterungen zur Bilanz MVV Geschäftsbericht 2024 172 Die Sensitivitätsanalyse basiert auf der Änderung einer Annahme, während alle anderen Annahmen konstant gehalten werden. Es ist unwahrscheinlich, dass sich dies in der Realität ereignet. Weiterhin ist es möglich, dass Veränderungen in einigen Annahmen miteinander korrelieren. Bei der Berechnung der Sensitivität der leistungsorientierten Verpflichtung in Bezug auf versicherungsmathematischen Annahmen wurde dieselbe Methode verwendet, mit der Pensionsrückstellungen in der Bilanz ermittelt werden. Die Methoden und Arten von Annahmen zur Vorbereitung der Sensitivitätsanalyse änderten sich im Vergleich zum Vorjahr nicht.

Sensitivitätsbetrachtung
Auswirkungen auf die Verpflichtung
Veränderung der Annahme um Erhöhung der Annahme Verminderung der Annahme
Abzinsungssatz 0,5 Verminderung um 6 % Erhöhung um 6 %
Zukünftige Gehaltssteigerungen 0,5 Erhöhung um 1 % Verminderung um 1 %
Zukünftige Rentensteigerungen 0,5 Erhöhung um 2 % Verminderung um 2 %
Sterbewahrscheinlichkeit 1 Jahr Erhöhung um 3 %

35.Finanzschulden

Finanzschulden
30.9.2024 30.9.2023
Tsd Euro Langfristig Kurzfristig Gesamt Langfristig Kurzfristig Gesamt
Verbindlichkeiten
gegenüber Kreditinstituten 1.297.552 190.469 1.488.021 1.379.073 251.057 1.630.130
aus Leasingverhältnissen 140.012 16.777 156.789 122.468 14.302 136.770
gegenüber sonstigen Beteiligungen mit Mehrheitsbesitz 896 896 838 838
gegenüber At-Equity-Unternehmen 29.627 29.627
gegenüber sonstigen Beteiligungen 1.400 1.400 1.300 1.300
Andere Finanzschulden 25.944 2.618 28.562 25.865 3.066 28.931
1.463.508 241.787 1.705.295 1.527.406 270.563 1.797.969
--- --- --- --- --- --- --- --- --- --- --- --- ---
Fälligkeit in Jahren
30.9.2024 30.9.2023
Tsd Euro < 1 Jahr 1 - 5 Jahre > 5 Jahre < 1 Jahr 1 - 5 Jahre > 5 Jahre
Verbindlichkeiten
gegenüber Kreditinstituten 190.469 512.065 785.487 251.057 547.399 831.674
aus Leasingverhältnissen 16.777 55.458 84.554 14.302 46.822 75.646
gegenüber sonstigen Beteiligungen mit Mehrheitsbesitz, At-Equity-Unternehmen und sonstigen Beteiligungen 31.923 2.138
Andere Finanzschulden 2.618 14.045 11.899 3.066 14.001 11.864
241.787 581.568 881.940 270.563 608.222 919.184

Die festverzinslichen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten in Höhe von 1.187.337 Tsd Euro (Vorjahr: 1.162.540 Tsd Euro) waren mit einem durchschnittlichen Zinssatz von 1,7 % (Vorjahr: 1,5 %), die variabel verzinslichen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten in Höhe von 300.684 Tsd Euro (Vorjahr: 467.590 Tsd Euro) mit einem durchschnittlichen Zinssatz von 4,9 % (Vorjahr: 3,8 %) zu verzinsen. Bei den festverzinslichen Verbindlichkeiten betrug die durchschnittliche Restzinsbindungsdauer acht Jahre (Vorjahr: neun Jahre). Das Zinsänderungsrisiko bei variabel verzinslichen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind durch Sicherungsinstrumente abgesichert.  Konzernabschluss  Erläuterungen zum Konzernabschluss 2024 von MVV  Erläuterungen zur Bilanz MVV Geschäftsbericht 2024 173 Zum 30. September 2024 standen MVV nicht in Anspruch genommene zugesagte Kreditlinien in Höhe von 1.514.095 Tsd Euro (Vorjahr: 1.417.087 Tsd Euro) zur Verfügung. Die Leasingverbindlichkeiten werden mit dem Barwert der über die Laufzeit verpflichtend zu leistenden Leasingzahlungen angesetzt. Diese beziehen sich auf die Nutzungsrechte, die in der Textziffer 18 Leasingverhältnisse als Leasingnehmer dargestellt sind. 36.Derivative passive Finanzinstrumente Im Rahmen der operativen Tätigkeiten werden Commodity-Derivate auf Strom, Gas, Kohle, CO2 und sonstige Zertifikate sowie Währungsderivate abgeschlossen. Im Finanzierungsbereich werden zur Risikobegrenzung Zins- und Währungsderivate abgeschlossen.

Derivative passive Finanzinstrumente
30.9.2024 30.9.2023
Tsd Euro Langfristig Kurzfristig Gesamt Langfristig Kurzfristig Gesamt
Commodity-Derivate 1 317.200 1.628.100 1.945.300 480.579 2.937.566 3.418.145
Zinsderivate 11 11
Währungsderivate 569 569 1.123 2.368 3.491
317.211 1.628.669 1.945.880 481.702 2.939.934 3.421.636
1  Vorjahreswerte angepasst. Siehe Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze (Derivative Finanzinstrumente)

In den nachfolgenden Tabellen werden die derivativen Finanzinstrumente nach deren Sicherungsbeziehung und Kontrahenten aufgeschlüsselt.

Derivative passive Finanzinstrumente
30.9.2024 30.9.2023
Tsd Euro Langfristig Kurzfristig Gesamt Langfristig Kurzfristig Gesamt
Derivative Finanzinstrumente 1 317.211 1.628.669 1.945.880 481.702 2.939.934 3.421.636
davon ohne Sicherungsbeziehung nach IFRS 9 216.450 1.281.887 1.498.337 278.693 2.233.513 2.512.206
davon in Sicherungsbeziehung nach IFRS 9 1 100.761 346.782 447.543 203.009 706.421 909.430
1  Vorjahreswerte angepasst. Siehe Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze (Derivative Finanzinstrumente)
--- --- --- --- --- --- --- --- --- --- --- --- ---
Derivative passive Finanzinstrumente
30.9.2024 30.9.2023
Tsd Euro Langfristig Kurzfristig Gesamt Langfristig Kurzfristig Gesamt
Derivative passive Finanzinstrumente 1 317.211 1.628.669 1.945.880 481.702 2.939.934 3.421.636
davon gegenüber Dritten 1 317.211 1.628.669 1.945.880 481.702 2.939.934 3.421.636
1  Vorjahreswerte angepasst. Siehe Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze (Derivative Finanzinstrumente)

Der Rückgang der Marktwerte resultierte insbesondere aus der Erfüllung von Verträgen, die zum 30. September 2023 hohe Marktwerte aufgewiesen haben. Weitere Angaben finden sich unter Textziffer 42 Finanzinstrumente .  Konzernabschluss  Erläuterungen zum Konzernabschluss 2024 von MVV  Erläuterungen zur Bilanz MVV Geschäftsbericht 2024 174 37.Andere finanzielle Verbindlichkeiten In den nachfolgenden Tabellen werden die anderen finanziellen Verbindlichkeiten nach Inhalt und Kontrahenten aufgeschlüsselt. Nach ihrem erstmaligen Ansatz sind finanzielle Verbindlichkeiten unter Anwendung der Effektivzinsmethode zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet.

Andere finanzielle Verbindlichkeiten
30.9.2024 30.9.2023
Tsd Euro Langfristig Kurzfristig Gesamt Langfristig Kurzfristig Gesamt
Verbindlichkeiten gegenüber Mitarbeitern 35.307 35.307 31.628 31.628
Kreditorische Debitoren 18.388 18.388 15.594 15.594
Zinsverbindlichkeiten 7.230 7.230 7.738 7.738
Verbindlichkeiten aus Sicherheitsleistungen im Rahmen von Energiehandelsgeschäften 16.590 16.590 155.983 155.983
Konzessionsabgaben 1.049 1.049 1.498 1.498
Übrige andere finanzielle Verbindlichkeiten 31.891 14.566 46.457 28.245 42.069 70.314
31.891 93.130 125.021 28.245 254.510 282.755
--- --- --- --- --- --- --- --- --- --- --- --- ---
Andere finanzielle Verbindlichkeiten
30.9.2024 30.9.2023
Tsd Euro Langfristig Kurzfristig Gesamt Langfristig Kurzfristig Gesamt
Andere finanzielle Verbindlichkeiten 31.891 93.130 125.021 28.245 254.510 282.755
davon gegenüber Dritten 31.891 92.627 124.518 28.245 253.825 282.070
davon gegenüber sonstigen Beteiligungen mit Mehrheitsbesitz 503 503 533 533
davon gegenüber At-Equity-Unternehmen 152 152
31.891 93.130 125.021 28.245 254.510 282.755

Um das Kontrahentenrisiko bei stark schwankenden Marktwerten von Energiehandelsverträgen zu reduzieren, werden an den Börsenplätzen EEX (European Energy Exchange) und ICE (Intercontinental Exchange) sowie mit einem externen Handelspartner Sicherheitsleistungen ausgetauscht. Es handelt sich hierbei um Margins, die in der Position Verbindlichkeiten aus Sicherheitsleistungen im Rahmen von Energiehandelsgeschäften enthalten sind. Zum Stichtag 30. September 2024 wurden Verbindlichkeiten aus Sicherheitsleistungen in Höhe von 16.590 Tsd Euro (Vorjahr: 155.983 Tsd Euro) bilanziert. Die übrigen anderen finanziellen Verbindlichkeiten beinhalteten im Wesentlichen Verbindlichkeiten aus vom Basisvertrag abgetrennten Earn-Out-Verpflichtungen und Überverzinslichkeiten sowie abgegrenzte Verbindlichkeiten. Weitere Angaben finden sich unter Textziffer 42 Finanzinstrumente .  Konzernabschluss  Erläuterungen zum Konzernabschluss 2024 von MVV  Erläuterungen zur Bilanz MVV Geschäftsbericht 2024 175 38.Andere nichtfinanzielle Verbindlichkeiten In den nachfolgenden Tabellen werden die anderen nichtfinanziellen Verbindlichkeiten nach Inhalt und Kontrahenten aufgeschlüsselt. Nach ihrem erstmaligen Ansatz sind nichtfinanzielle Verbindlichkeiten unter Anwendung der Effektivzinsmethode zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet.

Andere nichtfinanzielle Verbindlichkeiten
30.9.2024 30.9.2023
Tsd Euro Langfristig Kurzfristig Gesamt Langfristig Kurzfristig Gesamt
Vertragsverbindlichkeiten aus erhaltenen Anzahlungen 126.961 126.961 131.035 131.035
Vertragsverbindlichkeiten aus Baukostenzuschüssen 158.135 10.558 168.693 153.013 10.171 163.184
Sonstige Vertragsverbindlichkeiten 14.600 8.863 23.463 9.785 8.863 18.648
Verbindlichkeiten aus Brennstoffemissionshandelsgesetz 502 51.058 51.560 626 24.532 25.158
Verbindlichkeiten aus sonstigen Steuern 26.415 26.415 34.963 34.963
Verbindlichkeiten aufgrund EWSG und StromPBG 6.723 6.723 31.104 31.104
Verbindlichkeiten im Rahmen der sozialen Sicherheit 481 481 450 450
Übrige andere nichtfinanzielle Verbindlichkeiten 13.861 3.072 16.933 15.173 2.737 17.910
187.098 234.131 421.229 178.597 243.855 422.452
--- --- --- --- --- --- --- --- --- --- --- --- ---
Andere nichtfinanzielle Verbindlichkeiten
30.9.2024 30.9.2023
Tsd Euro Langfristig Kurzfristig Gesamt Langfristig Kurzfristig Gesamt
Verbindlichkeiten 187.098 107.170 294.268 178.597 112.820 291.417
davon gegenüber Dritten 186.931 107.170 294.101 178.430 112.820 291.250
davon gegenüber At-Equity-Unternehmen 167 167 167 167
Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 126.961 126.961 131.035 131.035
davon gegenüber Dritten 126.959 126.959 131.033 131.033
davon gegenüber sonstigen Beteiligungen 2 2 2 2
187.098 234.131 421.229 178.597 243.855 422.452

Die Sonstigen Vertragsverbindlichkeiten zum 30. September 2024 erhöhten sich gegenüber dem Vorjahr. Der Anstieg resultierte im Wesentlichen aus der weitestgehenden Fertigstellung von Projekten im Bereich Planung und Bau von Photovoltaikanlagen. In der nachfolgenden Tabelle werden die Anfangs- und Endbestände der Vertragsverbindlichkeiten aus IFRS 15 dargestellt:

Vertragsverbindlichkeiten
Tsd Euro GJ 2024 GJ 2023
Stand zum 1.10. 312.867 255.694
Stand zum 30.9. 319.117 312.867

MVV rechnet damit, dass 146.382 Tsd Euro (Vorjahr: 150.068 Tsd Euro) des Transaktionspreises, der den nicht erfüllten Leistungsverpflichtungen zum 30. September 2024 zugeordnet wird, in der nächsten Berichtsperiode als Erlös erfasst werden. Die restlichen 172.734 Tsd Euro (Vorjahr: 162.797 Tsd Euro) werden in den folgenden Geschäftsjahren erfasst.  Konzernabschluss  Erläuterungen zum Konzernabschluss 2024 von MVV  Erläuterungen zur Bilanz MVV Geschäftsbericht 2024 176 Die Verbindlichkeiten aus sonstigen Steuern bestanden zum 30. September 2024 insbesondere aus Umsatzsteuerverbindlichkeiten. Bei den übrigen anderen nichtfinanziellen Verbindlichkeiten handelte es sich hauptsächlich um Zahlungen von Mitgesellschaftern eines Gemeinschaftsunternehmens an eine Tochtergesellschaft der MVV zur künftigen Dekarbonisierung der Fernwärme. 39.Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
Tsd Euro 30.9.2024 30.9.2023
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 548.452 471.570
davon gegenüber sonstigen Beteiligungen mit Mehrheitsbesitz 505 775
davon gegenüber At-Equity-Unternehmen 5.668 7.109
davon gegenüber sonstigen Beteiligungen 19 401

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen werden zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Die vorstehende Tabelle enthält ausschließlich Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen mit einer Laufzeit von unter einem Jahr. Mittel- bis langfristige Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen werden unter Andere Verbindlichkeiten ausgewiesen, da sie für den Konzern unwesentlich sind. 40.Ertragsteuerverbindlichkeiten und latente Steuern Es waren Ertragsteuerverbindlichkeiten in Höhe von 123.967 Tsd Euro (Vorjahr: 126.838 Tsd Euro) enthalten. Die Steuerabgrenzungen im Geschäftsjahr 2024 für latente Steuern waren den folgenden Sachverhalten zuzuordnen:

Latente Steuern
30.9.2024 30.9.2023
Tsd Euro Aktive latente Steuern Passive latente Steuern Aktive latente Steuern Passive latente Steuern
Immaterielle Vermögenswerte 7.835 – 8.003 8.473 – 9.448
Sachanlagen 40.587 – 210.490 32.163 – 185.777
Nutzungsrechte – 44.875 – 38.203
Vorräte 61.708 – 6.524 22.955 – 4.232
Derivative aktive Finanzinstrumente 1 381 – 711.581 241 – 1.362.474
Sonstige finanzielle und nichtfinanzielle Forderungen und Vermögenswerte 38.216 – 60.299 68.151 – 36.450
Rückstellungen für Pensionen 11.224 9.093
Langfristige sonstige Rückstellungen 7.437 7.409
Kurzfristige sonstige Rückstellungen 13.713 – 27.052 11.400 – 19.469
Derivative passive Finanzinstrumente 1 717.827 1.284.169
Andere finanzielle und nichtfinanzielle Verbindlichkeiten 121.413 – 136.916 106.352 – 122.169
Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen 44.079 37.256
Verlustvorträge 25.877 28.956
Latente Steuern (brutto) 1.090.297 – 1.205.740 1.616.618 – 1.778.222
Saldierung 1 – 1.041.065 1.041.065 – 1.579.452 1.579.452
Latente Steuern (netto) 49.232 – 164.675 37.166 – 198.770
1  Vorjahreswerte angepasst. Siehe Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze (Derivative Finanzinstrumente)

 Konzernabschluss  Erläuterungen zum Konzernabschluss 2024 von MVV  Erläuterungen zur Bilanz MVV Geschäftsbericht 2024 177 Von den zuvor dargestellten latenten Steuern (netto) entfielen 16.504 Tsd Euro (Vorjahr angepasst: 8.287 Tsd Euro) auf langfristige aktive latente Steuern und 143.318 Tsd Euro (Vorjahr angepasst: 55.695 Tsd Euro) auf langfristige passive latente Steuern. Für körperschaftsteuerliche Verlustvorträge in Höhe von 71.759 Tsd Euro (Vorjahr: 67.683 Tsd Euro), für gewerbesteuerliche Verlustvorträge in Höhe von 62.403 Tsd Euro (Vorjahr: 54.993 Tsd Euro) sowie für ausländische Verlustvorträge in Höhe von 108.025 Tsd Euro (Vorjahr: 143.815 Tsd Euro) wurde kein latenter Steueranspruch angesetzt. Von den ausländischen Verlustvorträgen verfallen nach 8 Jahren 585 Tsd Euro und nach 11 bis 18 Jahren 9.543 Tsd Euro. Auf temporäre Unterschiede aus Beteiligungen in Höhe von 3.891 Tsd Euro (Vorjahr: 7.954 Tsd Euro) wurden in Höhe von 1.179 Tsd Euro (Vorjahr: 2.410 Tsd Euro) keine passiven latenten Steuern erfasst, da eine Umkehrung durch Dividendenausschüttungen oder Veräußerung von Gesellschaften in absehbarer Zeit nicht wahrscheinlich ist. Aktive latente Steuern wurden zum Bilanzstichtag in Höhe von 257 Tsd Euro (Vorjahr angepasst: 3.761 Tsd Euro) bilanziert. Sie resultierten aus Gesellschaften, welche im Geschäftsjahr oder im Vorjahr einen Verlust erzielt haben und deren Realisierung ausschließlich vom Entstehen zukünftiger Gewinne abhängt. Die Realisierung ist im Wesentlichen auf die zeitnahe Vermarktung von Erneuerbare-Energien-Projekten zurückzuführen. Im Geschäftsjahr 2024 wurden latente Steuern in Höhe von 35.538 Tsd Euro im Haben (Vorjahr: 4.201 Tsd Euro im Haben) direkt im sonstigen Ergebnis als Teil des Konzerneigenkapitals ausgewiesen. Die Ertragsteuereffekte im sonstigen Ergebnis als Teil des Konzerneigenkapitals gliederten sich je Bestandteil wie folgt auf:

Ertragsteuereffekte
30.9.2024 30.9.2023
Tsd Euro Ertragsteuer Brutto Ertragsteuer Brutto
Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste 2.443 – 8.450 – 2.247 4.486
Anteil des Gesamtergebnisses der At-Equity-Unternehmen – 11.488 39.692
Posten, die nicht nachträglich in die Gewinn- und Verlustrechnung umklassifiziert werden 2.443 – 19.938 – 2.247 44.178
Cashflow Hedges/Kosten der Absicherung 1 28.894 – 103.090 280.213 – 930.661
Währungsumrechnungsdifferenz 6.896 10.908
Anteil des Gesamtergebnisses der At-Equity-Unternehmen – 752 – 1.249
Posten, die nachträglich in die Gewinn- und Verlustrechnung umklassifiziert werden 28.894 – 96.946 280.213 – 921.002
1  Vorjahreswerte angepasst. Siehe Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze (Derivative Finanzinstrumente)

 Konzernabschluss  Erläuterungen zum Konzernabschluss 2024 von MVV  Erläuterungen zur Bilanz MVV Geschäftsbericht 2024 178 41.Eventualforderungen, -schulden und finanzielle Verpflichtungen Die nachfolgend aufgeführten Verpflichtungsvolumina für Eventualschulden, -forderungen und finanzielle Verpflichtungen entsprachen dem am Bilanzstichtag bestehenden Haftungsumfang. Eventualschulden sind mögliche Verpflichtungen gegenüber Dritten oder bereits bestehende Verpflichtungen, bei denen ein Ressourcenabfluss unwahrscheinlich ist oder deren Höhe nicht verlässlich bestimmt werden kann. Eventualforderungen werden definiert als möglicher Vermögenswert, der aus vergangenen Ereignissen resultiert und dessen Existenz vom Eintreten oder Nichteintreten unsicherer zukünftiger Ereignisse abhängt. Eventualschulden und -forderungen werden in der Bilanz nicht erfasst. Es bestehen Eventualschulden, die sich aus Gewährleistungsverträgen ergeben, in Höhe von 8,3 Mio Euro (Vorjahr: 9,9 Mio Euro). Aus Bürgschaften bestehen Verpflichtungen in Höhe von3,0 Mio Euro (Vorjahr: 9,9 Mio Euro). Sicherheiten für fremde Verbindlichkeiten bestehen wie im Vorjahr nicht. Das Bestellobligo aus erteilten Investitionsaufträgen und die finanziellen Verpflichtungen bei MVV beliefen sich auf 144,2 Mio Euro (Vorjahr: 95,5 Mio Euro). Im Rahmen einer Bodensanierungsmaßnahme besteht eine Eventualforderung gegen das Land Baden-Württemberg und die Stadt Mannheim mit einem Barwert in Höhe von 3,6 Mio Euro (Vorjahr: 2,3 Mio Euro).  Konzernabschluss  Erläuterungen zum Konzernabschluss 2024 von MVV  Erläuterungen zur Bilanz MVV Geschäftsbericht 2024 179 42.Finanzinstrumente Beizulegende Zeitwerte und Buchwerte von Finanzinstrumenten Die Buchwerte der bei MVV bilanzierten Finanzinstrumente sowie deren Aufteilung auf die Bewertungskategorien nach IFRS 9 werden in den folgenden Tabellen dargestellt. Die dargestellten Klassen orientieren sich an der Bilanz.

Bewertungskategorien der Buchwerte nach IFRS 9
Tsd Euro Bewertungskategorien gemäß IFRS 9 30.9.2024 30.9.2023
Aktiva
Übrige Finanzanlagen
davon sonstige Beteiligungen erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert 8.367 8.373
davon sonstige Beteiligungen Nicht anwendbar 1.971 5.168
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen < 1 Jahr Fortgeführte Anschaffungskosten 457.050 515.010
Derivative Aktive Finanzinstrumente
davon Derivate außerhalb Hedge Accounting erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert 1.584.759 2.636.497
davon Derivate im Hedge Accounting 1 Nicht anwendbar 356.473 916.495
Sonstige finanzielle Forderungen und Vermögenswerte
davon Ausleihungen Fortgeführte Anschaffungskosten 14.509 16.026
davon Forderungen aus Finanzierungsleasing Nicht anwendbar 46.338 52.322
davon sonstige übrige finanzielle Forderungen und Vermögenswerte Fortgeführte Anschaffungskosten 180.394 313.190
Flüssige Mittel Fortgeführte Anschaffungskosten 778.908 975.026
3.428.769 5.438.107
Passiva
Finanzschulden
davon Finanzschulden aus Leasingverhältnissen Nicht anwendbar 156.789 136.770
davon sonstige Finanzschulden Fortgeführte Anschaffungskosten 1.548.506 1.661.199
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen <1 Jahr Fortgeführte Anschaffungskosten 548.452 471.570
Derivative passive Finanzinstrumente
davon Derivate außerhalb Hedge Accounting erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert 1.498.337 2.512.206
davon Derivate im Hedge Accounting 1 Nicht anwendbar 447.543 909.430
Andere finanzielle Verbindlichkeiten
davon Andere finanzielle Verbindlichkeiten Fortgeführte Anschaffungskosten 96.805 257.568
davon Andere finanzielle Verbindlichkeiten erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert 28.216 25.187
4.324.648 5.973.930
1  Vorjahreswerte angepasst. Siehe Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze (Derivative Finanzinstrumente)

Aufgrund der vorwiegend kurzfristigen Restlaufzeiten für Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, Ausleihungen, sonstige übrige finanzielle Forderungen und Vermögenswerte und andere finanzielle Verbindlichkeiten sowie flüssige Mittel entsprachen die Buchwerte am Bilanzstichtag im Wesentlichen deren beizulegenden Zeitwerten. Abweichungen ergaben sich bei den Forderungen aus Finanzierungsleasing und bei den sonstigen Finanzschulden. Der Buchwert der Forderungen aus Finanzierungsleasing betrug 46.338 Tsd Euro (Vorjahr: 52.322 Tsd Euro) und der beizulegende Zeitwert 43.553 Tsd Euro (Vorjahr: 42.499 Tsd Euro). Der Buchwert der sonstigen Finanzschulden belief sich auf 1.548.506 Tsd Euro (Vorjahr: 1.661.199 Tsd Euro) und der beizulegende Zeitwert auf 1.614.470 Tsd Euro (Vorjahr: 1.892.496 Tsd Euro). Der beizulegende Zeitwert der Forderungen aus Finanzierungsleasing und der sonstigen Finanzschulden wurde unter Berücksichtigung von zukünftigen Zahlungen als Barwert ermittelt. Die Abzinsung erfolgte mithilfe des aktuell gültigen Zinssatzes zum Bilanzstichtag. Sofern MVV nicht genügend neue Informationen zur Bemessung des beizulegenden Zeitwerts vorlagen, stellten die Anschaffungskosten eine angemessene Schätzung des Fair Values dar.  Konzernabschluss  Erläuterungen zum Konzernabschluss 2024 von MVV  Erläuterungen zur Bilanz MVV Geschäftsbericht 2024 180 Zur Fair-Value-Bemessung von Finanzinstrumenten verweisen wir auf die Ausführungen in den Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätzen zu Finanzinstrumenten. Gemäß IFRS 7 ordnet MVV seine Finanzinstrumente den vorgeschriebenen drei Stufen zu. Die einzelnen Stufen sind wie folgt definiert: Stufe 1: Bewertung basiert auf an aktiven Märkten notierten und unverändert übernommenen Preisen; Stufe 2: Bewertung basiert auf anderen Faktoren als denen aus Stufe 1, welche sich aber direkt oder indirekt beobachten lassen; Stufe 3: Bewertung basiert auf am Markt nicht beobachtbaren Faktoren. In der folgenden Tabelle stellen wir die zum beizulegenden Zeitwert bilanzierten Finanzinstrumente nach ihrer Bemessungshierarchie dar:

Fair-Value-Hierarchie zum 30.9.2024
Tsd Euro Stufe 1 Stufe 2 Stufe 3
Finanzielle Vermögenswerte
Sonstige Beteiligungen 8.367
Derivate außerhalb Hedge Accounting 1.378.492 204.479 1.788
Derivate im Hedge Accounting 177.727 176.478 2.268
Finanzielle Verbindlichkeiten
Derivate außerhalb Hedge Accounting 1.303.583 194.732 22
Derivate im Hedge Accounting 319.328 124.402 3.813
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 28.216
--- --- --- --- --- --- ---
Fair-Value-Hierarchie zum 30.9.2023
Tsd Euro Stufe 1 Stufe 2 Stufe 3
Finanzielle Vermögenswerte
Sonstige Beteiligungen 8.373
Derivate außerhalb Hedge Accounting 2.578.172 53.416 4.909
Derivate im Hedge Accounting 1 606.918 304.070 5.507
Finanzielle Verbindlichkeiten
Derivate außerhalb Hedge Accounting 2.349.348 162.774 84
Derivate im Hedge Accounting 1 700.006 208.135 1.289
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 25.187
1  Vorjahreswerte angepasst. Siehe Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze (Derivative Finanzinstrumente)

 Konzernabschluss  Erläuterungen zum Konzernabschluss 2024 von MVV  Erläuterungen zur Bilanz MVV Geschäftsbericht 2024 181 Im Berichtsjahr fand keine Umgliederung zwischen der Bewertungshierarchie der Stufe 1 und Stufe 2 statt. Auch gab es keine Umgliederungen in oder aus der Stufe 3. Die sonstigen Beteiligungen der Stufe 3 verfügten über keine auf einem aktiven Markt notierten Marktpreise. Der beizulegende Zeitwert von sonstigen Beteiligungen wurde anhand eines kapitalwertorientierten Verfahrens durch Diskontierung der zukünftigen Zahlungsströme ermittelt. Die Diskontierung erfolgte mithilfe des aktuell gültigen Zinssatzes zum Bilanzstichtag, während die Eingangsparameter zur Bewertung des beizulegenden Zeitwerts unter Berücksichtigung von wirtschaftlichen Entwicklungen und verfügbaren Unternehmensdaten festgelegt wurden. Der ermittelte beizulegende Zeitwert kann sich in Abhängigkeit von der Entwicklung der künftigen Umsatzerlöse und des künftigen EBIT erhöhen beziehungsweise verringern. Die Derivate außerhalb des Hedge Accounting der Stufe 3 enthielten Commodity-Derivate. Der beizulegende Zeitwert wurde, sofern keine Marktpreise vorlagen, anhand anerkannter Bewertungsmethoden, welche auf internen Fundamentaldaten beruhen, ermittelt. Wir orientieren uns hierbei an Notierungen auf aktiven Märkten. Liegen keine aktiven Märkte vor, ziehen wir unternehmensspezifische Annahmen heran. Im Wesentlichen betrafen die positiven Marktwerte sogenannte PPA (Power-Purchase-Agreement). Hierbei handelt es sich um langfristige Strombezugsverträge. Der Marktwert der PPA betrug im Berichtsjahr 1.688 Tsd Euro (Vorjahr: 3.075 Tsd Euro). Eine Veränderung des Marktpreises um 30 % (Vorjahr: 40 %) nach oben beziehungsweise nach unten würde den Marktwert um 691 Tsd Euro (Vorjahr: 3.886 Tsd Euro) erhöhen beziehungsweise um 883 Tsd Euro (Vorjahr: 3.886 Tsd Euro) verringern. Die positiven Marktwerte für Derivate im Hedge Accounting der Stufe 3 in Höhe von 2.268 Tsd Euro enthielten im Wesentlichen Grünstromzertifikate, im Vorjahr resultierten die positiven Marktwerte mit 4.909 Tsd Euro insbesondere aus Zins-Swaps mit Floor. Eine Veränderung des Marktpreises um 35 % nach oben beziehungsweise nach unten würde den Marktwert der Grünstromzertifikate um 679 Tsd Euro erhöhen beziehungsweise um 679 Tsd Euro verringern. Die negativen Marktwerte für Derivate im Hedge Accounting der Stufe 3 in Höhe von 3.813 Tsd Euro ergaben sich aus Grünstromzertifikaten (Vorjahr: 1.289 Tsd Euro). Eine Veränderung des Marktpreises um 35 % nach oben beziehungsweise nach unten würde den Marktwert der Grünstromzertifikate um 1.439 Tsd Euro erhöhen beziehungsweise um 1.439 Tsd Euro verringern. Die sonstigen Verbindlichkeiten der Stufe 3 enthielten aus einem Basisvertrag abgetrennte Earn-Out-Komponenten. Zur Bestimmung des beizulegenden Zeitwerts wurde die Discounted-Cashflow-Methode eingesetzt. Hierbei werden die zukünftig erwarteten Zahlungsströme mit einem festgelegten Diskontierungssatz abgezinst und die Eingangsparameter unter Berücksichtigung von vertraglichen Regelungen und verfügbaren Unternehmensdaten festgelegt. Der ermittelte beizulegende Zeitwert würde sich in Abhängigkeit von der Entwicklung der künftigen Umsatzerlöse und des künftigen EBIT erhöhen beziehungsweise verringern.  Konzernabschluss  Erläuterungen zum Konzernabschluss 2024 von MVV  Erläuterungen zur Bilanz MVV Geschäftsbericht 2024 182 Die folgende Überleitungsrechnung zeigt die Entwicklung der bilanzierten Finanzinstrumente in Stufe 3:

Entwicklung der bilanzierten Finanzinstrumente in Stufe 3
Tsd Euro Stand zum 1.10.2023 Gewinne und Verluste in der GuV Gewinne und Verluste im Sonstigen Ergebnis Zugang Abgang Stand zum 30.9.2024
Finanzielle Vermögenswerte
Sonstige Beteiligungen 8.373 5 – 11 8.367
Derivate außerhalb Hedge Accounting 4.909 – 600 – 2.521 1.788
Derivate im Hedge Accounting 5.507 717 1.564 – 5.520 2.268
Finanzielle Verbindlichkeiten
Derivate außerhalb Hedge Accounting 84 4 – 66 22
Derivate im Hedge Accounting 1.289 4.734 – 2.210 3.813
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 25.187 3.029 28.216
--- --- --- --- --- --- --- --- --- --- --- --- ---
Entwicklung der bilanzierten Finanzinstrumente in Stufe 3
Tsd Euro Stand zum 1.10.2022 Gewinne und Verluste in der GuV Gewinne und Verluste im Sonstigen Ergebnis Zugang Abgang Stand zum 30.9.2023
Finanzielle Vermögenswerte
Sonstige Beteiligungen 6.104 2.182 87 8.373
Derivate außerhalb Hedge Accounting 18.881 – 12.380 – 1.592 4.909
Derivate im Hedge Accounting 5.690 3.460 – 3.643 5.507
Finanzielle Verbindlichkeiten
Derivate außerhalb Hedge Accounting 1.251 – 361 – 806 84
Derivate im Hedge Accounting 473 2.743 – 1.927 1.289
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 16.382 8.905 – 100 25.187

 Konzernabschluss  Erläuterungen zum Konzernabschluss 2024 von MVV  Erläuterungen zur Bilanz MVV Geschäftsbericht 2024 183 Die erfolgswirksam erfassten Gewinne und Verluste aus Finanzinstrumenten der Stufe 3 sind in der Gewinn- und Verlustrechnung unter folgenden Positionen erfasst:

Gewinne und Verluste in der Gesamtergebnisrechnung aus Stufe-3-Finanzinstrumenten
Tsd Euro Gesamt Davon am 30.9.2024 noch gehalten
Ertrag und Aufwand aus derivativen Finanzinstrumenten 110 – 405
Finanzergebnis – 3.026 – 3.026
Sonstiges Ergebnis – 3.170 – 2.201
– 6.086 – 5.632
--- --- --- --- ---
Gewinne und Verluste in der Gesamtergebnisrechnung aus Stufe-3-Finanzinstrumenten
Tsd Euro Gesamt Davon am 30.9.2023 noch gehalten
Ertrag und Aufwand aus derivativen Finanzinstrumenten – 20.758 – 20.904
Beteiligungsergebnis 2.182 2.182
Finanzergebnis – 166 – 166
Sonstiges Ergebnis 717 4.218
– 18.025 – 14.670

Saldierung von finanziellen Vermögenswerten und finanziellen Verbindlichkeiten Die finanziellen Vermögenswerte und finanziellen Verbindlichkeiten werden saldiert und als Nettobetrag in der Bilanz ausgewiesen, wenn MVV einen gegenwärtigen Rechtsanspruch hat, die erfassten Beträge miteinander zu verrechnen und die Absicht vorliegt, den Ausgleich auf Nettobasis herbeizuführen oder gleichzeitig mit der Verwertung des Vermögenswerts die zugehörige Verbindlichkeit abzulösen. Ferner wurden Vereinbarungen abgeschlossen, welche die Saldierungskriterien nicht erfüllen, jedoch unter bestimmten Umständen, wie etwa bei Insolvenz, eine Verrechnung der betroffenen Beträge gestatten. In der nachfolgenden Tabelle werden die Beträge der bilanziell saldierten finanziellen Vermögenswerte und finanziellen Verbindlichkeiten dargestellt. Ebenso werden die finanziellen Vermögenswerte und finanziellen Verbindlichkeiten, die zwar einer rechtlich durchsetzbaren Globalaufrechnungsvereinbarung unterliegen, jedoch für Zwecke der Bilanzierung nicht zu saldieren sind, abgebildet. Die zusammenhängenden Beträge, die nicht in der Bilanz saldiert werden, beinhalten im Wesentlichen erhaltene und geleistete Margin-Zahlungen für Börsengeschäfte sowie derivative Finanzinstrumente, welche die Saldierungskriterien nach IAS 32 nicht erfüllen.  Konzernabschluss  Erläuterungen zum Konzernabschluss 2024 von MVV  Erläuterungen zur Bilanz MVV Geschäftsbericht 2024 184

Saldierung finanzielle Vermögenswerte zum 30.9.2024
Bruttobetrag der ausgewiesenen finanziellen Vermögenswerte Bruttobetrag der ausgewiesenen finanziellen Verbindlich- keiten, die in der Bilanz saldiert werden Nettobetrag der finanziellen Vermögens- werte, die in der Bilanz ausgewiesen werden Zusammenhängende Beträge, die nicht in der Bilanz saldiert werden Nettobetrag
Tsd Euro Finanz- instrumente Erhaltene/ gegebene Barsicherheiten
Ausleihungen 14.509 14.509 14.509
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen < 1 Jahr 483.675 – 26.625 457.050 457.050
Derivative Finanzinstrumente 1.941.232 1.941.232 – 1.682.478 – 34.278 224.476
Sonstige übrige finanzielle Forderungen und Vermögenswerte 180.394 180.394 180.394
Flüssige Mittel 778.908 778.908 778.908
3.398.718 – 26.625 3.372.093 – 1.682.478 – 34.278 1.655.337
Saldierung finanzielle Verbindlichkeiten zum 30.9.2024
Bruttobetrag der ausgewiesenen finanziellen Verbindlich- keiten Bruttobetrag der ausgewiesenen finanziellen Vermögens- werte, die in der Bilanz saldiert werden Nettobetrag der finanziellen Verbindlich- keiten, die in der Bilanz ausgewiesen werden Zusammenhängende Beträge, die nicht in der Bilanz saldiert werden Nettobetrag
Tsd Euro Finanz- instrumente Erhaltene/ gegebene Barsicherheiten
Sonstige Finanzschulden 1.548.506 1.548.506 2.837 1.545.669
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen < 1 Jahr 575.077 26.625 548.452 548.452
Derivative Finanzinstrumente 1.945.880 1.945.880 1.682.478 166.440 96.962
Andere finanzielle Verbindlichkeiten 125.021 125.021 125.021
4.194.484 26.625 4.167.859 1.682.478 169.277 2.316.104

 Konzernabschluss  Erläuterungen zum Konzernabschluss 2024 von MVV  Erläuterungen zur Bilanz MVV Geschäftsbericht 2024 185

Saldierung finanzielle Vermögenswerte zum 30.9.2023
Bruttobetrag der ausgewiesenen finanziellen Vermögens- werte Bruttobetrag der ausgewiesenen finanziellen Verbindlich- keiten, die in der Bilanz saldiert werden Nettobetrag der finanziellen Vermögens- werte, die in der Bilanz ausgewiesen werden Zusammenhängende Beträge, die nicht in der Bilanz saldiert werden Nettobetrag
Tsd Euro Finanz- instrumente Erhaltene/ gegebene Barsicherheiten
Ausleihungen 16.026 16.026 16.026
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen < 1 Jahr 549.821 – 34.811 515.010 515.010
Derivative Finanzinstrumente 1 3.552.992 3.552.992 – 3.072.926 – 284.664 195.402
Sonstige übrige finanzielle Forderungen und Vermögenswerte 313.190 313.190 – 173 313.017
Flüssige Mittel 975.026 975.026 – 145.223 829.803
5.407.055 – 34.811 5.372.244 – 3.218.149 – 284.837 1.869.258
Saldierung finanzielle Verbindlichkeiten zum 30.9.2023
Bruttobetrag der ausgewiesenen finanziellen Verbindlich- keiten Bruttobetrag der ausgewiesenen finanziellen Vermögens- werte, die in der Bilanz saldiert werden Nettobetrag der finanziellen Verbindlich- keiten, die in der Bilanz ausgewiesen werden Zusammenhängende Beträge, die nicht in der Bilanz saldiert werden Nettobetrag
Tsd Euro Finanz- instrumente Erhaltene/ gegebene Barsicherheiten
Sonstige Finanzschulden 1.661.199 1.661.199 145.223 2.458 1.513.518
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen < 1 Jahr 506.381 34.811 471.570 471.570
Derivative Finanzinstrumente 1 3.421.636 3.421.636 3.072.926 267.664 81.046
Andere finanzielle Verbindlichkeiten 282.755 282.755 282.755
5.871.971 34.811 5.837.160 3.218.149 270.122 2.348.889
1  Vorjahreswerte angepasst. Siehe Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze (Derivative Finanzinstrumente)

 Konzernabschluss  Erläuterungen zum Konzernabschluss 2024 von MVV  Erläuterungen zur Bilanz MVV Geschäftsbericht 2024 186 Nettoergebnis nach Bewertungskategorien In der Gewinn- und Verlustrechnung wurden folgende Nettoergebnisse nach Bewertungskategorien erfasst:

Nettoergebnis
Tsd Euro GJ 2024 GJ 2023
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten 56.750 679.197
davon: verpflichtend zum beizulegenden Zeitwert bewertet 56.750 679.197
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Vermögenswerte – 14.650 – 34.356
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten 235 4.166

Das Nettoergebnis aus finanziellen Vermögenswerten und finanziellen Verbindlichkeiten, die „erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert“ bewertet sind, beinhaltete im Wesentlichen Ergebnisse aus der Marktbewertung von Commodity Derivaten. Das Nettoergebnis aus finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten, die erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet sind, wurde innerhalb der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Die Nettoergebnisse aus finanziellen Vermögenswerten, die (ohne das unten dargestellte Zinsergebnis) „zu fortgeführten Anschaffungskosten“ bewertet sind, beinhalteten vor allem Wertminderungen und Aufwand und Ertrag aus Währungsumrechnung. Die Nettoergebnisse aus der Kategorie „Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten“ (ohne das unten dargestellte Zinsergebnis) umfassten größtenteils Aufwand und Ertrag aus Währungsumrechnung. In der folgenden Tabelle werden die Gesamtzinserträge und -aufwendungen für finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Verbindlichkeiten, die nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, dargestellt:

Gesamtzinserträge und -aufwendungen
Tsd Euro GJ 2024 GJ 2023
Gesamtzinserträge 38.997 25.721
davon aus finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet 38.997 25.721
Gesamtzinsaufwendungen 64.108 61.220
davon aus finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet 64.108 61.220

 Konzernabschluss  Erläuterungen zum Konzernabschluss 2024 von MVV  Erläuterungen zur Bilanz MVV Geschäftsbericht 2024 187 Die Zinserträge aus finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet wurden, stammten hauptsächlich aus Kontokorrentverzinsung, Tages- und Festgeldern sowie aus sonstigen Zinsen und ähnlichen Erträgen. Die Zinsaufwendungen aus finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet wurden, resultierten zum Großteil aus Darlehensverpflichtungen und sonstigen Zinsen und ähnlichen Aufwendungen. Risikomanagement Durch seine Geschäftstätigkeit ist MVV verschiedenen finanziellen Risiken ausgesetzt. Diese setzen sich zusammen aus Ausfall-, Liquiditäts-, Zins- und Währungsrisiken sowie Commodity-Preisrisiken auf der Beschaffungs- und Absatzseite. Das Risikomanagement von MVV verfolgt das Ziel, die Entwicklungen der Finanz- und Rohstoffmärkte frühzeitig zu erkennen und negativen Auswirkungen daraus entgegenzuwirken. Dies wird anhand interner Richtlinien, Handlungsrahmen, Verantwortlichkeiten, Funktionstrennung, Kontrollen und Prozessen festgelegt. Zur Absicherung gegen Marktrisiken werden derivative Finanzinstrumente eingesetzt. Im Bereich des Zinsrisikos werden überwiegend Zins-Swaps abgeschlossen. Währungsrisiken werden durch den Abschluss von Devisentermingeschäften abgesichert. Im Bereich des Energiehandels werden Commodity-Derivate verwandt. Deren Einsatz zum Zwecke des proprietären Energiehandels ist nur in engen Grenzen erlaubt und wird durch ein separates Limitsystem und robuste Risikoindikatoren überwacht und gesteuert. Das maximale Ausfallrisiko der in der Bilanz angesetzten Vermögenswerte einschließlich der Derivate mit positiven Marktwerten ergibt sich aus den bilanzierten Buchwerten. Als gehaltene Sicherheiten und sonstige Kreditsicherheiten liegen insbesondere im Energiehandel erhaltene Margin-Zahlungen für Börsengeschäfte sowie Globalnettingvereinbarungen vor. Die aus den Finanzinstrumenten resultierenden Risiken sowie die Methoden zur Bemessung und Steuerung der Risiken waren im Geschäftsjahr 2024 gegenüber dem Vorjahr unverändert. Hinsichtlich weiterer Angaben zum Risikomanagementsystem von MVV verweisen wir auf die Ausführungen im Chancen- und Risikobericht als Teil des zusammengefassten Lageberichts. Ausfallrisiken: Die Gefahr eines wirtschaftlichen Verlusts, der dadurch entsteht, dass ein Geschäftspartner seinen vertraglichen Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommt, wird als Ausfallrisiko bezeichnet und umfasst sowohl das unmittelbare Ausfallrisiko als auch das Risiko einer Bonitätsverschlechterung. Bei MVV bestehen im Handelsbereich Geschäftsbeziehungen vorwiegend zu Banken und anderen Handelspartnern mit guter Bonität. Zusätzlich werden Risiken durch Kreditsicherheiten und vertragliche Mitigationsmechanismen besichert und strukturiert. Ausfallrisiken gegenüber Vertragspartnern werden bei Vertragsabschluss geprüft, laufend überwacht und bei wesentlichen Bonitätsverschlechterungen wird versucht, das Kredit-Exposure zu besichern. Durch Festlegung von Limits für das Handeln mit Geschäftspartnern und gegebenenfalls durch das Anfordern von Barsicherheiten wird das Risiko eingeschränkt oder, wenn möglich, bereits im Vorfeld durch geeignete Rahmenverträge mit den Handelspartnern vermindert. Insbesondere Commodity-Geschäfte werden auf Basis von Rahmenverträgen wie zum Beispiel EFET abgeschlossen, wodurch eine sorgfältige Bonitätsprüfung des Kontrahenten gewährleistet ist. Bei mit Börsen abgeschlossenen Handelsgeschäften werden durch unsere Vertragspartner (Kontrahenten) Sicherungszahlungen (Margins) hinterlegt, um zusätzliche Ausfallrisiken zu reduzieren.  Konzernabschluss  Erläuterungen zum Konzernabschluss 2024 von MVV  Erläuterungen zur Bilanz MVV Geschäftsbericht 2024 188 In den Buchwerten der finanziellen Vermögenswerte sind Ausfallrisiken bereits in Form von Wertberichtigungen berücksichtigt. Diese werden nur bei Finanzinstrumenten gebildet, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet sind. Bei Finanzinstrumenten, die zum Fair Value berücksichtigt werden, ist das Forderungsausfallrisiko bereits im Fair Value berücksichtigt. IFRS 9 sieht dabei vor, bereits bei der Einbuchung des Vermögenswerts einen erwarteten Verlust (Expected Credit Loss) in Form einer Wertberichtigung zu erfassen. Die Ermittlung des erwarteten Verlusts erfolgt dabei entweder nach dem allgemeinen Wertminderungsmodell (General Approach) oder dem vereinfachten Wertminderungsmodell (Simplified Approach). Für die Ermittlung von Wertberichtigungen für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Vertragsvermögenswerten und Forderungen aus Leasing wendet MVV das vereinfachte Wertminderungsmodell (Simplified Approach) an. Nach diesem Ansatz muss eine Risikovorsorge in Höhe der über die Laufzeit erwarteten Kreditverluste (Gesamtlaufzeit-Expected-Credit-Loss) erfasst werden. MVV verwendet bei der Ermittlung der Risikovorsorge größtenteils eine Wertberichtigungsmatrix, welche auf historischen Ausfallquoten, zukunftsorientierten und marktdatenbasierten Informationen wie den Kenntnissen über die wirtschaftliche Entwicklung der Kunden und Daten zu volkswirtschaftlichen Entwicklungen beruht. Bei der Verwendung der Wertberichtigungsmatrix müssen Finanzinstrumente unterschiedlichen Kundensegmenten zugeordnet werden, die ähnliche Ausfallmuster aufweisen. Unsere Kundensegmente orientieren sich dabei an den Geschäftsmodellen, die im Wesentlichen auch einem geografisch ähnlichen Gebiet zuzuordnen sind. Sofern für unsere Kunden ein internes oder externes Rating vorliegt, werden die erwarteten Kreditausfälle auf dieser Basis ermittelt. Die Ermittlung der Risikovorsorge für Ausleihungen und sonstige finanzielle Vermögenswerte erfolgt nach dem allgemeinen Wertminderungsmodell (General Approach). Nach diesem Ansatz werden finanzielle Vermögenswerte hinsichtlich ihres Kreditausfallrisikos untersucht und entsprechend der Entwicklung einer der drei Stufen des Wertminderungsmodells zugewiesen. Die der Beurteilung des Kreditausfallrisikos zugrunde liegende Bonität der Vertragspartner wird dabei regelmäßig überwacht. Alle finanziellen Vermögenswerte sind bei Zugang der Stufe 1 zuzuordnen, sofern sie nicht bereits wertgemindert erworben oder ausgereicht wurden. Sobald sich das Kreditrisiko seit dem erstmaligen Ansatz signifikant erhöht hat, wird ein Transfer in Stufe 2 vorgenommen. Die Beurteilung, ob das Kreditrisiko in Folgeperioden signifikant angestiegen ist, erfolgt in einem definierten Ausfallrisikomanagementprozess. Eine signifikante Erhöhung wird bei MVV angenommen, wenn sich das interne Rating des Vertragspartners verschlechtert hat. Ein Transfer in Stufe 3 erfolgt bei Vorliegen direkter Hinweise auf eine Wertminderung beziehungsweise bei einem tatsächlichen Ausfall. Der Ausfall eines Finanzinstruments wird angenommen, wenn der Vermögenswert 720 Tage überfällig ist. Eine Ausbuchung von finanziellen Vermögenswerten erfolgt, wenn diese nach detaillierter Einzelfallprüfung als uneinbringlich eingestuft werden.  Konzernabschluss  Erläuterungen zum Konzernabschluss 2024 von MVV  Erläuterungen zur Bilanz MVV Geschäftsbericht 2024 189 Für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Vertragsvermögenswerte und Forderungen aus Leasing wendet MVV zur Bestimmung der Risikovorsorge den vereinfachten Ansatz gemäß IFRS 9 an. Die Entwicklung der Wertberichtigung ist in der folgenden Tabelle dargestellt:

Risikovorsorge vereinfachter Ansatz
Tsd Euro GJ 2024 GJ 2023
Stand zum 1.10. 38.489 31.551
Saldo Zuführung/Auflösung 11.677 11.898
Ausbuchung – 9.867 – 4.479
Änderung Konsolidierungskreis – 565
Sonstiges 52 84
Stand zum 30.9. 40.351 38.489

Von der zuvor dargestellten Risikovorsorge entfielen 38.916 Tsd Euro (Vorjahr: 37.328 Tsd Euro) auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, 1.123 Tsd Euro (Vorjahr: 841 Tsd Euro) auf Vertragsvermögenswerte und 312 Tsd Euro (Vorjahr: 320 Tsd Euro) auf Forderungen aus Leasing. Die Ausfallrisiken finanzieller Vermögenswerte, für die kein Rating vorliegt, sowie die Höhe der erwarteten Kreditausfälle über die Gesamtlaufzeit und die jeweilige Kreditausfallrate sind nachfolgend je Altersklasse dargestellt:

Forderungsausfallrisiken, vereinfachter Ansatz zum 30.9.2024
Tsd Euro Brutto- buch- wert Risiko- vorsorge Kredit- ausfallrate
nicht überfällig 500.338 6.954 1,4%
überfällig
bis 89 Tage 43.687 4.283 9,8%
90 bis 179 Tage 6.673 2.875 43,1%
180 bis 359 Tage 9.647 6.644 68,9%
größer 359 Tage 16.462 15.923 96,7%
576.807 36.679
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Forderungsausfallrisiken, vereinfachter Ansatz zum 30.9.2023
Tsd Euro Brutto- buch- wert Risiko- vorsorge Kredit- ausfallrate
nicht überfällig 491.362 7.761 1,6%
überfällig
bis 89 Tage 42.184 7.926 18,8%
90 bis 179 Tage 5.553 3.088 55,6%
180 bis 359 Tage 5.569 4.043 72,6%
größer 359 Tage 16.021 15.544 97,0%
560.689 38.362

Auf Vermögenswerte, deren Risikovorsorge anhand eines internen oder externen Ratings ermittelt wird, entfielen Wertberichtigungen in Höhe von 3.672 Tsd Euro (Vorjahr: 127 Tsd Euro). Aufgrund der Ausbuchung von Finanzinstrumenten veränderte sich im Geschäftsjahr 2024 die Risikovorsorge für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen um 9.867 Tsd Euro. Die Ausbuchungen betrafen bereits wertberichtigte uneinbringliche Forderungen.  Konzernabschluss  Erläuterungen zum Konzernabschluss 2024 von MVV  Erläuterungen zur Bilanz MVV Geschäftsbericht 2024 190 Für finanzielle Vermögenswerte, welche nicht unter die Anwendung des vereinfachten Ansatzes nach IFRS 9 fallen, wendet MVV zur Ermittlung der Risikovorsorge den allgemeinen Ansatz des Wertminderungsmodells an. Hierunter fallen im Wesentlichen Ausleihungen und sonstige finanzielle Vermögenswerte. Die nachfolgende Überleitung zeigt die Entwicklung der nach dieser Methode bestimmten Risikovorsorge:

Risikovorsorge allgemeiner Ansatz zum 30.9.2024
Erwarteter 12-Monats- Kredit- verlust Erwarteter Kreditverlust über die Gesamtlaufzeit Gesamt
Tsd Euro Stufe 1 Stufe 2 Stufe 3
Stand zum 1.10.2023 14.304 385 14.689
Zuführung 536 2.016 2.552
Auflösung – 15 – 7 – 22
Ausbuchung – 330 – 285 – 615
Umbuchungen – 7.662 7.662
Sonstiges
Stand zum 30.9.2024 6.833 9.771 16.604
--- --- --- --- --- --- --- --- ---
Risikovorsorge allgemeiner Ansatz zum 30.9.2023
Erwarteter 12-Monats- Kredit- verlust Erwarteter Kreditverlust über die Gesamtlaufzeit Gesamt
Tsd Euro Stufe 1 Stufe 2 Stufe 3
Stand zum 1.10.2022 12.923 374 13.297
Zuführung 2.719 16 2.735
Auflösung – 328 – 2 – 330
Ausbuchung – 1.010 – 3 – 1.013
Umbuchungen
Sonstiges
Stand zum 30.9.2023 14.304 385 14.689

Von der zuvor dargestellten Risikovorsorge entfielen 14.160 Tsd Euro (Vorjahr: 12.159 Tsd Euro) auf Ausleihungen und 2.444 Tsd Euro (Vorjahr: 2.530 Tsd Euro) auf sonstige finanzielle Vermögenswerte.  Konzernabschluss  Erläuterungen zum Konzernabschluss 2024 von MVV  Erläuterungen zur Bilanz MVV Geschäftsbericht 2024 191 Die Aufteilung des Ausfallrisikos auf die entsprechenden Risikoklassen wird in nachfolgender Übersicht dargestellt:

Maximales Ausfallrisiko allgemeiner Ansatz zum 30.9.2024 (Bruttobuchwert)
Gesamt
Tsd Euro Stufe 1 Stufe 2 Stufe 3
Äußerst sichere Vertragspartner 27.760 27.760
Sichere Vertragspartner 15.297 1.291 16.588
Akzeptable Vertragspartner 5.195 10.407 15.602
Spekulative Vertragspartner
Stand zum 30.9.2024 48.252 11.698 59.950
--- --- --- --- --- --- --- --- ---
Maximales Ausfallrisiko allgemeiner Ansatz zum 30.9.2023 (Bruttobuchwert)
Gesamt
Tsd Euro Stufe 1 Stufe 2 Stufe 3
Äußerst sichere Vertragspartner 14.312 14.312
Sichere Vertragspartner 25.650 883 26.533
Akzeptable Vertragspartner 5.339 5.339
Spekulative Vertragspartner
Stand zum 30.9.2023 45.301 883 46.184

Liquiditätsrisiken: Das Liquiditätsrisiko beschreibt die Gefahr, dass ein Unternehmen seine finanziellen Verpflichtungen nicht in ausreichendem Maße erfüllen kann. Liquiditätsrisiken entstehen bei MVV durch die Verpflichtung, Verbindlichkeiten vollständig und rechtzeitig zu tilgen sowie Forderungen von Energiehandelspartnern nach Sicherheitshinterlegungen (Margins) zu bedienen. Ziel des Cash- und Liquiditätsmanagements von MVV ist es, jederzeit die Zahlungsfähigkeit des Unternehmens sicherzustellen. Dafür werden der gesamte Zahlungsmittelbedarf und alle Zahlungsmittelüberschüsse ermittelt. Die wesentlichen Teilkonzerne verfügen über ein Cash-Pooling-Verfahren, wodurch Liquiditätsbedarfe und -überschüsse kurzfristig ausgeglichen und damit die Bankgeschäfte auf ein notwendiges Maß reduziert werden. Die Finanzierung der hundertprozentigen Tochtergesellschaften erfolgt nach Möglichkeit zentral durch die MVV Energie AG. Zur Liquiditätssteuerung werden rollierende Finanzpläne unter Berücksichtigung operativer Cashflows, Investitionen, Desinvestitionen und des Liquiditätsbedarfes für den Energiehandel erstellt. Der Detailgrad der Planung nimmt von der kurzfristigen über die mittelfristige bis hin zur langfristigen Sicht ab. Erkennbarer kurzfristiger Finanzierungsbedarf wird mittels geeigneter Instrumente wie zum Beispiel Kreditlinien im Rahmen der Liquiditätssteuerung gedeckt. Neben der täglich verfügbaren Liquidität verfügt MVV über weitere Liquiditätsreserven in Form von zugesagten Kreditlinien. Der Umfang der vertraglich zugesicherten Kreditlinien ist so dimensioniert, dass auch in einem schwierigen Marktumfeld jederzeit ausreichende Liquiditätsreserven zur Verfügung stehen. Durch die vorhandene Liquidität sowie die bestehenden Kreditlinien sieht sich MVV keinen wesentlichen Liquiditätsrisiken ausgesetzt.  Konzernabschluss  Erläuterungen zum Konzernabschluss 2024 von MVV  Erläuterungen zur Bilanz MVV Geschäftsbericht 2024 192 Mit einem Teil der finanzierenden Banken sind branchenübliche Klauseln (Covenants) vereinbart, die bei wesentlichen Verschlechterungen der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage ein Kündigungsrecht begründen können. Zum Stichtag 30. September 2024 wurden alle vertraglichen Rahmenbedingungen der Finanzierungsverträge eingehalten. Weitere Erläuterungen zu Finanzschulden, deren Fälligkeiten sowie zugesagten Kreditlinien sind in Textziffer 34 Finanzschulden enthalten. Zur Begrenzung ihrer Risiken aus an Konzernunternehmen gewährten Darlehen haben Kreditinstitute Sicherheiten erhalten. Diese gliederten sich in Forderungen und flüssige Mittel mit einer Gesamtsumme von 6.748 Tsd Euro (Vorjahr: 3.989 Tsd Euro) sowie Anteile an Tochterunternehmen in Höhe von 12 Tsd Euro (Vorjahr: 2 Tsd Euro). Es handelte sich hierbei um verpfändete Konten und Gesellschaftsanteile sowie um abgetretene Rechte und Ansprüche aus der Vermarktung von Strom aus Windkraftanlagen, die mittels Kreditverträgen zugesichert wurden. In nachfolgender Tabelle sind die vertraglich vereinbarten Mittelabflüsse der finanziellen Verbindlichkeiten undiskontiert dargestellt. Die korrespondierenden Zinszahlungen sind enthalten.

Undiskontierte Cashflows
30.9.2024 30.9.2023
Tsd Euro Fälligkeiten < 1 Jahr Fälligkeiten 1 – 5 Jahre Fälligkeiten > 5 Jahre Fälligkeiten < 1 Jahr Fälligkeiten 1 – 5 Jahre Fälligkeiten > 5 Jahre
Nicht derivative finanzielle Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 225.269 612.394 843.369 279.414 627.341 888.055
Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen 21.439 69.035 100.463 17.947 58.072 87.085
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 548.452 1.093 1.915 471.570 968 1.727
Sonstige Finanzschulden 35.217 16.753 18.645 5.881 16.708 19.286
Andere finanzielle Verbindlichkeiten 95.505 7.472 21.411 263.332 5.595 19.956
Derivative finanzielle Verbindlichkeiten 1 1.628.668 317.212 2.939.934 481.702
2.554.550 1.023.959 985.803 3.978.078 1.190.386 1.016.109
1  Vorjahreswerte angepasst. Siehe Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze (Derivative Finanzinstrumente)

Marktrisiken: Marktrisiken bestehen im Wesentlichen aus Zins-, Währungs- und Commodity-Preisrisiken. Sie entstehen aufgrund Änderungen von Zinssätzen, Währungskursen sowie Commodity-Preisen, die das Ergebnis von MVV beeinflussen können. Das Management von Marktrisiken hat die Aufgabe, mögliche negative Auswirkungen von Kurs- oder Preisschwankungen bei Zinsen, Währungen und Commodity-Preisen auf das Ergebnis zu begrenzen, indem eine umfassende Hedging-Strategie umgesetzt und Risikopositionen geschlossen werden. Zinsrisiken: Das Zinsrisikomanagement von MVV verfolgt die Zielsetzung, die nominale Höhe sowie die Volatilität des ergebnis- und liquiditätswirksamen Zinsaufwands für Finanzverbindlichkeiten zu minimieren, um negative Einflüsse von Zinsänderungen auf den Unternehmenserfolg und die Dividendenfähigkeit zu reduzieren. Zur Begrenzung des Zinsrisikos werden Investitionsprojekte von MVV möglichst fristenkongruent mit festen Zinssätzen finanziert. Darüber hinaus werden Risiken im Finanzierungsbereich durch Einsatz von Zinsderivaten gesteuert. Die Absicherung erfolgt hierbei durch Zins-Swaps, aus denen über die Laufzeit ein fester Zinssatz gezahlt und umgekehrt ein variabler Zinssatz vereinnahmt wird. Die Sicherungsgeschäfte werden passend zu den für ein Grundgeschäft identifizierten Zinsrisiken gestaltet und abgeschlossen, wodurch ein unmittelbarer ökonomischer Zusammenhang besteht. Das Absicherungsverhältnis bemisst sich am Umfang des abgesicherten Risikos. Weiterhin gehen  Konzernabschluss  Erläuterungen zum Konzernabschluss 2024 von MVV  Erläuterungen zur Bilanz MVV Geschäftsbericht 2024 193 in das Absicherungsverhältnis spezifische Parameter des Grundgeschäfts wie zum Beispiel Laufzeit und Planungssicherheit ein. In der nachfolgenden Sensitivitätsanalyse werden die Auswirkungen von Zinssatzänderungen auf das Eigenkapital dargestellt. Die Analyse wurde unter der Annahme durchgeführt, dass sich alle anderen Parameter, zum Beispiel Wechselkurse, nicht verändern. Es wurden nur Finanzinstrumente in die Analyse einbezogen, deren jeweiliges Zinsänderungsrisiko das Eigenkapital beziehungsweise das Jahresergebnis verändern könnte.

Zinsrisiken
Tsd Euro 30.9.2024 30.9.2023
Erhöhung Zinsniveau + 150 Basispunkte (Vorjahr: + 175 Basispunkte)
davon Zinsderivate im Hedge Accounting Eigenkapital 6.746 14.963
Verringerung Zinsniveau – 150 Basispunkte (Vorjahr: – 175 Basispunkte)
davon Zinsderivate im Hedge Accounting Eigenkapital – 7.223 – 16.464

Durch die vorgenannten Maßnahmen sind auftretende Zinsrisiken primär abgesichert. Das Restrisiko ist für MVV von untergeordneter Bedeutung. Währungsrisiken: Aufgrund der internationalen Tätigkeit außerhalb des Euro-Währungsraums bestehen im Konzern Währungsrisiken. Diese entstehen aus in Fremdwährung erbrachten oder erhaltenen Leistungen oder aus Investitionen und deren Finanzierung in Fremdwährung. Die Überwachung und Steuerung der Währungsrisiken erfolgt dezentral innerhalb der wesentlichen Teilkonzerne. Ziel des Währungsrisikomanagements ist es, negative Einflüsse von Wechselkursschwankungen auf den Unternehmenserfolg und die Dividendenfähigkeit zu minimieren sowie die jederzeitige Zahlungsfähigkeit in jeder relevanten Währung zu gewährleisten. Währungsrisiken werden durch Natural Hedges in Form von währungskongruenter Finanzierung sowie durch den Einsatz von derivativen Finanzinstrumenten abgesichert. Bei Natural Hedges gleichen sich die Zahlungsströme beziehungsweise Marktwertänderungen des Grund- und Sicherungsgeschäfts aus. Derivative Finanzinstrumente in Form von Devisentermingeschäften werden eingesetzt, um das aus der Änderung des jeweiligen Kassa- beziehungsweise Terminkurses entstehende Risiko abzusichern. Die Sicherungsgeschäfte werden passend zu den für ein Grundgeschäft identifizierten Währungsrisiken gestaltet und abgeschlossen, wodurch ein unmittelbarer ökonomischer Zusammenhang besteht. Das Absicherungsverhältnis bemisst sich am Umfang des abgesicherten Risikos. Weiterhin gehen in das Absicherungsverhältnis spezifische Parameter des Grundgeschäfts wie zum Beispiel Laufzeit und Planungssicherheit ein. Im Wesentlichen bestehen für MVV Währungsrisiken in britischen Pfund (GBP) und in US-Dollar (USD). Zur Ermittlung der Währungssensitivität wird anhand einer jährlichen Analyse zur durchschnittlichen Abweichung der Währungskurse die zugrunde zu legende Abweichung adäquat angesetzt. Die nachfolgende Tabelle zeigt eine Analyse über die Auswirkungen von Wechselkursänderungen auf das Jahresergebnis. Hierbei wird die Annahme getroffen, dass alle weiteren Parameter (zum Beispiel Zinsen) unverändert bleiben. In die Analyse wurden Finanzinstrumente einbezogen, deren Währungsrisiko das Eigenkapital sowie das Jahresergebnis folgendermaßen beeinflussen könnten. Insbesondere handelt es sich um Ausleihungen, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Bankguthaben, Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten, Verbindlichkeiten aus Lieferungen  Konzernabschluss  Erläuterungen zum Konzernabschluss 2024 von MVV  Erläuterungen zur Bilanz MVV Geschäftsbericht 2024 194 und Leistungen, Sonstige übrige Finanzschulden, Währungsderivate im Hedge Accounting und Währungsderivate außerhalb Hedge Accounting, die in Fremdwährung denominiert sind.

Währungsrisiken
Tsd Euro 30.9.2024 30.9.2023
Stärkung
Euro gegenüber allen Währungen Jahresergebnis Aufwertung (Vorjahr: Aufwertung) – 843 23.736
Eigenkapital Abwertung (Vorjahr: Aufwertung) 4
davon Euro/GBP Jahresergebnis + 4 % (Vorjahr: + 5 %) 314 – 8.791
davon Euro/USD Jahresergebnis + 5 % (Vorjahr: + 9 %) – 1.208 7.545
Eigenkapital + 5 % (Vorjahr: + 9 %) 4
Schwächung
Euro gegenüber allen Währungen Jahresergebnis Aufwertung (Vorjahr: Aufwertung) 1.539 1.136
Eigenkapital Abwertung (Vorjahr: Aufwertung) – 5
davon Euro/GBP Jahresergebnis – 4 % (Vorjahr: – 5 %) 148 9.717
davon Euro/USD Jahresergebnis – 5 % (Vorjahr: – 9 %) 1.405 – 7.701
Eigenkapital – 5 % (Vorjahr: – 9 %) – 5

Commodity-Preisrisiken: Im Rahmen unserer Energiehandelstätigkeit werden Energiehandelskontrakte für Zwecke der Risikosteuerung, der Lastganganpassung und der Margenoptimierung abgeschlossen. Preisänderungsrisiken entstehen dabei insbesondere durch die Beschaffung und Veräußerung von Strom und Gas sowie durch die Beschaffung von Kohle und Emissionsrechten. Risiken aus diesen Handels- und Portfoliooptimierungsaktivitäten werden durch enge und klar definierte Limitstrukturen begrenzt. Die Einhaltung vorgegebener Limite wird laufend überwacht. Ebenso erfolgt ein regelmäßiges Reporting der Limitauslastung. Die Steuerung der Commodity-Preisrisiken erfolgt dabei im Risikomanagement unserer zentralen Handelsgesellschaft MVV Trading. Unter Berücksichtigung der vorgegebenen Limits werden Commodity-Preisrisiken unter anderem mit geeigneten derivativen Finanzinstrumenten und Sicherungsstrategien gemäß den geltenden Risikomanagement-Richtlinien abgesichert. Durch Simulationen von Preisveränderungen werden mögliche Auswirkungen auf die Handelsgeschäfte ermittelt. Ein kontinuierlicher Abgleich gegenüber den Handels-Limits gemäß Risikomanagement-Richtlinie ermöglicht dann eine aktive Steuerung des Risikos durch entsprechende Sicherungsgeschäfte am Markt. Als Sicherungsinstrumente werden überwiegend Forwards, Futures sowie Swaps eingesetzt. Die Sicherungsgeschäfte werden passend zu den für ein Grundgeschäft identifizierten Risiken gestaltet und abgeschlossen, wodurch ein unmittelbarer ökonomischer Zusammenhang besteht. Der Preisindex der Sicherungsinstrumente wird jeweils so gewählt, dass er mit dem Grundgeschäft übereinstimmt. Somit unterliegen die Sicherungsinstrumente demselben Warenpreisrisiko wie die Grundgeschäfte. Ziel der Sicherungsaktivitäten von MVV ist stets eine Optimierung und Risikominimierung des Gesamtportfolios und der bestehenden Basisrisiken. Im Beschaffungsbereich ist das Ziel, die Einkaufspreise auf dem Marktniveau der geschlossenen Vertriebsverträge zu sichern. Zur Absicherung der im Konzern vorhandenen Erzeugungskapazitäten werden die Vermarktungspreise und die entsprechenden variablen Produktionskosten abgesichert. Nachfolgend wird die Sensitivität der Bewertung von Commodity-Derivaten auf Strom, Gas, Kohle und CO2-Zertifikate analysiert. Die Analyse wurde unter der Annahme durchgeführt, dass alle anderen Parameter unverändert bleiben und eine Abhängigkeit der Commodities untereinander besteht. Es wurden nur Derivate in die Analyse einbezogen, deren Marktwertschwankungen das  Konzernabschluss  Erläuterungen zum Konzernabschluss 2024 von MVV  Erläuterungen zur Bilanz MVV Geschäftsbericht 2024 195 Eigenkapital beziehungsweise das Jahresergebnis beeinflussen. Hierbei handelt es sich im Wesentlichen um die nach IFRS 9 als Derivat bilanzierten Energiehandelsgeschäfte. Für alle Commodities wurden auf Basis der historischen Veränderungen der Marktpreise des jeweils folgenden Lieferjahres typische Volatilitäten bestimmt und gerundet. Diese Volatilitäten geben einen Prozentsatz vor, mit dem die Marktpreise zum Bewertungsstichtag einer Schwankung unterzogen werden. Für alle Commodities wurden die daraus resultierenden Marktpreisänderungen mit den Sensitivitäten multipliziert und pro Commodity aggregiert. Nicht in die Betrachtung einbezogen sind Energiehandelsverträge, die zur physischen Erfüllung nichtfinanzieller Posten gemäß dem erwarteten Einkaufs-, Verkaufs- oder Nutzungsbedarf des Unternehmens bestimmt sind („Own Use“). Diese sind nicht nach IFRS 9 zu bilanzieren. Die nachfolgende Tabelle der Preisrisiken dient der Erfüllung der Angabevorschriften des IFRS 7 und stellt nicht die tatsächlichen ökonomischen Risiken von MVV dar.

Preisrisiken
Tsd Euro 30.9.2024 30.9.2023
Stärkung
Strom
Jahresergebnis + 30 % (Vorjahr: + 40 %) 249.823 35.738
Eigenkapital + 30 % (Vorjahr: + 40 %) 25.321 11.312
Gas
Jahresergebnis + 30 % (Vorjahr: + 50 %) 143.261 9.627
Eigenkapital + 30 % (Vorjahr: + 50 %) 59.468 105.483
Kohle
Jahresergebnis + 25 % (Vorjahr: + 50 %) 20.704 60.428
CO2
Jahresergebnis + 35 % (Vorjahr: + 30 %) 501 588
Eigenkapital + 35 % (Vorjahr: + 30 %) 77.541 107.127
Schwächung
Strom
Jahresergebnis + 30 % (Vorjahr: + 40 %) – 248.251 – 29.938
Eigenkapital + 30 % (Vorjahr: + 40 %) – 23.394 – 10.594
Gas
Jahresergebnis + 30 % (Vorjahr: + 50 %) – 143.998 – 9.314
Eigenkapital + 30 % (Vorjahr: + 50 %) – 57.165 – 104.039
Kohle
Jahresergebnis + 25 % (Vorjahr: + 50 %) – 20.622 – 59.819
CO2
Jahresergebnis + 35 % (Vorjahr: + 30 %) – 489 – 541
Eigenkapital + 35 % (Vorjahr: + 30 %) – 75.957 – 107.026

Mit den beschriebenen Minderungs- und Steuerungsmaßnahmen ist das Commodity-Preisrisiko im Wesentlichen abgesichert und als Restrisiko für MVV von untergeordneter Bedeutung. Dennoch werden die verbleibenden Restrisiken von unserer zentralen Energiehandelsgesellschaft MVV Trading bewertet, im Risikomanagementsystem erfasst, aggregiert und vom zentralen Konzern-Controlling überwacht. Derivative Finanzinstrumente und Sicherungsbeziehungen Zur Absicherung der Commodity-, Zins- beziehungsweise Währungsrisiken setzt MVV im Commodity-Bereich Forwards, Futures und Swaps ein. Im Finanzierungsbereich werden Zins-Swaps und im Devisenbereich Termingeschäfte sowie währungskongruente Finanzverbindlichkeiten eingesetzt.  Konzernabschluss  Erläuterungen zum Konzernabschluss 2024 von MVV  Erläuterungen zur Bilanz MVV Geschäftsbericht 2024 196 Die abgesicherten Risiken der Grundgeschäfte entsprechen den Vertragsbedingungen der abgeschlossenen Sicherungsinstrumente. So entsprechen im Commodity-Bereich die Preisrisiken beziehungsweise im Finanzierungsbereich die Zinsrisiken des Grundgeschäfts dem vereinbarten Preis- beziehungsweise Zinsindex im Sicherungsinstrument. Die Währungsrisiken im Finanzierungsbereich werden mit Sicherungsgeschäften der entsprechenden Währung abgesichert. In allen Sicherungsbeziehungen werden dem Grundgeschäft entsprechende Nominalvolumen als Sicherungsinstrument abgeschlossen. Die Risiken werden in einem Sicherungsverhältnis von 1:1 gesichert. Durch diese Wahl der Sicherungsstrategie kann prospektiv von einer hohen Wirksamkeit der Sicherungsbeziehung ausgegangen werden. Die Effektivität von Sicherungsgeschäften wird jeweils zu Beginn der Sicherungsbeziehung und durch regelmäßige prospektive Beurteilungen anhand der Critical-Terms-Match-Methode bestimmt. Zusätzlich erfolgt eine retrospektive Effektivitätsmessung zur Quantifizierung der Effektivität beziehungsweise Ineffektivität. Dies erfolgt anhand der Dollar-Offset-Methode. Das Nominalvolumen der nach IFRS 9 bilanzierten Derivate ist in der nachfolgenden Tabelle dargestellt:

Nominalvolumen nach Fälligkeit
30.9.2024 30.9.2023
Tsd Euro < 1 Jahr 1 – 5 Jahre > 5 Jahre < 1 Jahr 1 – 5 Jahre > 5 Jahre
Zinsderivate 1.712 104.870 178.839 145.500 110.672 192.896
Commodity-Derivate 13.347.457 4.420.546 1.898 19.192.109 6.840.989 2.634
Währungsderivate 58.989 98.933 16.381
13.408.158 4.525.416 180.737 19.436.542 6.968.042 195.530

Die nach IFRS 9 bilanzierten Commodity-Derivate lassen sich wie folgt unterteilen:

Commodity-Derivate
30.9.2024 30.9.2023
Tsd Euro Nominal- volumen Marktwerte Vermögens- werte Marktwerte Verbindlich- keiten Nominal- volumen Marktwerte Vermögens- werte Marktwerte Verbindlich- keiten
Commodity-Derivate
Strom 1 12.285.323 1.481.698 1.391.267 16.220.188 2.505.372 2.254.892
Kohle 26.585 4.078 13.787 131.806 11.432 48.218
Gas 4.352.873 397.917 442.606 5.868.949 778.678 951.358
CO2-Zertifikate 1.093.417 33.583 93.805 3.808.874 210.836 162.305
Sonstige 11.703 1.712 3.835 5.915 2.923 1.372
17.769.901 1.918.988 1.945.300 26.035.732 3.509.241 3.418.145
Commodity-Derivate
Physische Geschäfte 7.447.451 652.077 673.738 26.006.389 3.498.155 3.400.662
Finanzielle Geschäfte 10.322.450 1.266.911 1.271.562 29.343 11.086 17.483
17.769.901 1.918.988 1.945.300 26.035.732 3.509.241 3.418.145
1  Vorjahreswerte angepasst. Siehe Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze (Derivative Finanzinstrumente)

Da derivative Finanzinstrumente hohen Marktwertschwankungen unterliegen können, wird in der folgenden Übersicht das Kontrahentenrisiko der derivativen finanziellen Vermögenswerte dargestellt, wobei Own-Use-Verträge nicht berücksichtigt sind, da diese kein Commodity-Derivat sind.  Konzernabschluss  Erläuterungen zum Konzernabschluss 2024 von MVV  Erläuterungen zur Bilanz MVV Geschäftsbericht 2024 197 Die Kontrahentenrisiken werden hierbei unter Berücksichtigung von externen Informationen beziehungsweise Ratings analysiert und in Anlehnung an die Ratingkategorien von Standard & Poor´s und/oder Moody´s eingeteilt. Das Kontrahentenrisiko basiert auf Wiederbeschaffungs- und Absatzrisiken, die sich aus den Marktwerten der jeweiligen Position mit dem einzelnen Vertragspartner zum Stichtag ergeben. Die Ermittlung erfolgt unter Berücksichtigung der mit dem Vertragspartner in Rahmenverträgen vereinbarten Netting-Möglichkeiten. Beim Vorliegen einer Netting-Vereinbarung werden positive und negative Marktwerte je Vertragspartner saldiert. Sofern keine Netting-Vereinbarung vorliegt, werden nur positive Marktwerte berücksichtigt.

Kontrahentenrisiko zum 30.9.2024
Tsd Euro Gesamt Davon bis 1 Jahr Davon über 1 Jahr
Kontrahenten-Rating 1 Nominalwert Kontrahenten- risiko Nominalwert Kontrahenten- risiko Nominalwert Kontrahenten- risiko
Ohne Kontrahentenrisiko 3.872.353 1.070.135 3.872.353 1.070.135
AAA und Aaa bis AA– und Aa3 318.914 28.886 5.117 1.607 313.797 27.279
A+ und A1 bis A– und A3 149.500 28.661 80.440 20.252 69.060 8.409
BBB+ und Baa1 bis BBB– und Baa3 1.077.800 226.401 726.340 184.542 351.460 41.859
BB+ und Ba1 und schlechter 103.743 36.051 81.965 31.940 21.778 4.111
5.522.310 1.390.134 4.766.215 1.308.476 756.095 81.658
1  In Anlehnung an Ratingkategorien von Standard & Poor's und/oder Moody's
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Kontrahentenrisiko zum 30.9.2023
Tsd Euro Gesamt Davon bis 1 Jahr Davon über 1 Jahr
Kontrahenten-Rating 1 Nominalwert Kontrahenten- risiko Nominalwert Kontrahenten- risiko Nominalwert Kontrahenten- risiko
Ohne Kontrahentenrisiko 10.926.773 2.925.295 8.203.416 2.533.005 2.723.357 392.290
AAA und Aaa bis AA– und Aa3 822.411 151.570 281.440 93.469 540.971 58.101
A+ und A1 bis A– und A3 2 372.215 65.065 314.521 50.593 57.694 14.472
BBB+ und Baa1 bis BBB– und Baa3 193.891 75.546 123.641 60.414 70.250 15.132
BB+ und Ba1 und schlechter 17.751 7.689 13.625 7.183 4.126 506
12.333.041 3.225.165 8.936.643 2.744.664 3.396.398 480.501
1  In Anlehnung an Ratingkategorien von Standard & Poor's und/oder Moody's
2  Vorjahreswerte angepasst. Siehe Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze (Derivative Finanzinstrumente)

Cashflow Hedges dienen der Absicherung von Schwankungen zukünftiger Zahlungsströme. Bei MVV bestehen diese hauptsächlich im Commodity-Bereich zur Absicherung von Preisrisiken auf Absatz- und Beschaffungsmärkten. Weiterhin setzt MVV Cashflow Hedges zur Begrenzung des Zinsrisikos bei variabel verzinslichen Verbindlichkeiten ein. Zum 30. September 2024 wurden bestehende Grundgeschäfte in Cashflow Hedges mit Laufzeiten bis zu neun Jahren (Vorjahr: bis zu zehn Jahren) im Bereich Zinssicherung einbezogen. Im Commodity-Bereich betragen die Laufzeiten geplanter Grundgeschäfte bis zu fünf Jahre (Vorjahr: bis zu fünf Jahre). Sowohl Zinssicherungsinstrumente als auch Commodity-Derivate bedingen Nettoausgleichszahlungen zu den vertraglich fixierten Terminen, welche im Wesentlichen dem Grundgeschäft entsprechen. MVV hat zur Absicherung von Zinsrisiken im Finanzierungsbereich Sicherungsgeschäfte mit einem durchschnittlichen Zins je Tochterunternehmen von 1,56 % bis 1,76 % abgeschlossen. Der je Tochterunternehmen durchschnittlich abgesicherte Sicherungspreis für Commodity-Preisrisiken im Bereich Strom beträgt 92,35 Euro bis 107,00 Euro, im Bereich Gas 39,46 Euro bis 49,81 Euro und im Bereich CO2-Emissionszertifikate 85,19 Euro bis 88,20 Euro.  Konzernabschluss  Erläuterungen zum Konzernabschluss 2024 von MVV  Erläuterungen zur Bilanz MVV Geschäftsbericht 2024 198 Die nachfolgende Tabelle zeigt die Buchwerte und Nominalbeträge sowie die Marktwertänderungen der im Rahmen der Cashflow-Sicherungsbeziehungen eingesetzten Sicherungsinstrumente und Grundgeschäfte:

Sicherungsbeziehungen in Cashflow Hedges zum 30.9.2024
Buchwert des Sicherungsinstruments Nominalvolumen Marktwert-änderungen des Sicherungs- instruments (Grundlage für die Ermittlung der Hedge-Ineffektivität) Marktwert-änderungen des Grundgeschäfts (Basis für die Ermittlung der Ineffektivität)
Tsd Euro derivative aktive Finanzinstrumente derivative passive Finanzinstrumente
Commodity-Preisrisiko 316.137 445.872 3.020.918 – 189.120 186.560
Zinsrisiko 22.176 11 285.421 – 5.587 7.181
338.313 445.883 3.306.339 – 194.707 193.741
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Sicherungsbeziehungen in Cashflow Hedges zum 30.9.2023
Buchwert des Sicherungsinstruments Nominalvolumen Marktwert-änderungen des Sicherungs- instruments (Grundlage für die Ermittlung der Hedge-Ineffektivität) Marktwert-änderungen des Grundgeschäfts (Basis für die Ermittlung der Ineffektivität)
Tsd Euro derivative aktive Finanzinstrumente derivative passive Finanzinstrumente
Commodity-Preisrisiko 1 861.261 904.663 5.170.966 – 962.226 962.226
Zinsrisiko 41.104 449.067 – 3.021 7.841
902.365 904.663 5.620.033 – 965.247 970.067
1  Vorjahreswerte angepasst. Siehe Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze (Derivative Finanzinstrumente)

 Konzernabschluss  Erläuterungen zum Konzernabschluss 2024 von MVV  Erläuterungen zur Bilanz MVV Geschäftsbericht 2024 199 Die Cashflow-Sicherungsbeziehungen haben folgende Auswirkungen auf die Gesamtergebnisrechnung von MVV:

Auswirkungen Cashflow Hedges auf das Gesamtergebnis zum 30.9.2024
Tsd Euro im sonstigen Ergebnis erfasste Siche- rungs- gewinne (+) / -verluste (–) erfolgs- wirksam erfasste Ineffek- tivität erfolgs-wirksame Umglie-derung
Commodity-Preisrisiko – 186.560 – 2.560 – 102.787
Zinsrisiko – 5.587 14.039
– 192.147 – 2.560 – 88.748
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Auswirkungen Cashflow Hedges auf das Gesamtergebnis zum 30.9.2023
Tsd Euro im sonstigen Ergebnis erfasste Sicherungs-gewinne (+)/ -verluste (–) erfolgs-wirksam erfasste Ineffektivität erfolgs-wirksame Umglie-derung
Commodity-Preisrisiko 1 – 962.226 – 37.798
Zinsrisiko – 3.021 10.994
– 965.247 – 26.804
1  Vorjahreswerte angepasst. Siehe Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze (Derivative Finanzinstrumente)

Aus Cashflow Hedges entstehende Ineffektivitäten, die aufgrund von Diskontierungseffekten entstehen können, sowie die erfolgswirksame Realisation aus dem Sonstigen Ergebnis werden in der Gewinn- und Verlustrechnung innerhalb der Position ausgewiesen, in welcher auch das Grundgeschäft enthalten ist. Im Geschäftsjahr 2024 wurden für Commodity-Sicherungen eine erfolgswirksame Umgliederungen in Höhe von – 685.782 Tsd Euro (Vorjahr: – 28.746Tsd Euro) in die Umsatzerlöse und in Höhe von – 788.569 Tsd Euro (Vorjahr: – 73.497 Tsd Euro) in den Materialaufwand vorgenommen. Für Zinssicherungen erfolgte eine erfolgswirksame Umgliederung in Höhe von – 14.039 Tsd Euro (Vorjahr: – 10.482 Tsd Euro) in den Finanzaufwand. Im Vorjahr wurden aufgrund von Entkonsolidierungen erfolgswirksame Umgliederungen für Commodity-Sicherungen in Höhe von – 6.953 Tsd Euro und für Zinssicherungen in Höhe von – 512 Tsd Euro vorgenommen. Die aus dem Eigenkapital erfolgswirksam in die Gewinn- und Verlustrechnung vorgenommene Reklassifizierung bezieht sich auf Grundgeschäfte, die im Geschäftsjahr realisiert wurden.  Konzernabschluss  Erläuterungen zum Konzernabschluss 2024 von MVV  Erläuterungen zur Bilanz MVV Geschäftsbericht 2024 200 Die nachfolgende Tabelle zeigt die Entwicklung der Rücklage für Cashflow-Sicherungsbeziehungen:

Entwicklung Rücklage für Sicherungsbeziehungen
Tsd Euro GJ 2024 GJ 2023
Stand zum 1.10. – 1.886 936.240
Unrealisierte Veränderung der Rücklage für Kosten der Absicherung
Zinssicherung 308 317
Unrealisierte Veränderung der Cashflow-Hedge-Rücklage
Commodity-Sicherung 1 – 186.560 – 962.226
Zinssicherung – 5.587 – 3.021
Erfolgswirksame Umgliederung
Commodity-Sicherung 102.787 37.798
Zinssicherung – 14.039 – 10.994
Stand zum 30.9. – 104.977 – 1.886
1  Vorjahreswerte angepasst. Siehe Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze (Derivative Finanzinstrumente)

Fair Value Hedges dienen der Absicherung gegen Marktwertänderungsrisiken. Bei MVV sind im Fair Value Hedge Auszahlungen in Fremdwährung mit gesicherten Grundgeschäften in Höhe von 179.615 Tsd Euro (Vorjahr: 247.130 Tsd Euro) enthalten. Als Sicherungsinstrument werden Bankverbindlichkeiten in britischen Pfund sowie Devisentermingeschäfte eingesetzt. Ferner werden Fair Value Hedges zur Absicherung zukünftiger Gaspreisrisiken von eingespeichertem Gas eingesetzt. Als Sicherungsinstrument werden Energiehandelsverträge verwendet. Zum 30. September 2024 wurden bestehende Grundgeschäfte in Fair Value Hedges mit einer Laufzeit bis zu acht Jahren (Vorjahr: bis zu neun Jahren) einbezogen.  Konzernabschluss  Erläuterungen zum Konzernabschluss 2024 von MVV  Erläuterungen zur Bilanz MVV Geschäftsbericht 2024 201 Die nachfolgende Tabelle zeigt die Buchwerte und Nominalvolumen sowie die Marktwertänderungen der im Rahmen von Fair-Value-Sicherungsbeziehungen eingesetzten Grundgeschäfte und Sicherungsinstrumente:

Sicherungsbeziehungen in Fair Value Hedges zum 30.9.2024
Buchwert des Sicherungsinstruments Nominalvolumen Marktwert- änderungen des Sicherungs- instruments (Grundlage für die Ermittlung der Hedge-Ineffektivität) Marktwert- änderungen des Grund- geschäfts (Basis für die Ermittlung der Ineffektivität)
Tsd Euro derivative aktive Finanzinstrumente derivative passive Finanzinstrumente Finanzschulden
Währungsrisiko 87 137.556 179.615 – 4.959 5.306
Commodity-Preisrisiko 18.160 1.573 61.470 3.167 – 2.636
18.160 1.660 137.556 241.085 – 1.792 2.670
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Sicherungsbeziehungen in Fair Value Hedges zum 30.9.2023
Buchwert des Sicherungsinstruments Nominalvolumen Marktwert- änderungen des Sicherungs- instruments (Grundlage für die Ermittlung der Hedge-Ineffektivität) Marktwert- änderungen des Grund- geschäfts (Basis für die Ermittlung der Ineffektivität)
Tsd Euro derivative aktive Finanzinstrumente derivative passive Finanzinstrumente Finanzschulden
Währungsrisiko 2.187 148.004 247.130 – 4.819 4.841
Commodity-Preisrisiko 14.130 2.580 38.405 27.607 – 23.386
14.130 4.767 148.004 285.535 22.788 – 18.545

Die Fair-Value-Sicherungsbeziehungen haben folgende Auswirkungen auf die Gesamtergebnisrechnung von MVV:

Auswirkungen Fair Value Hedges auf das Gesamtergebnis zum 30.9.2024
Tsd Euro erfolgs- wirksam erfasste Ineffektivität
Währungsrisiko 347
Commodity-Preisrisiko 531
878
--- --- ---
Auswirkungen Fair Value Hedges auf das Gesamtergebnis zum 30.9.2023
Tsd Euro erfolgs- wirksam erfasste Ineffektivität
Währungsrisiko 22
Commodity-Preisrisiko 4.221
4.243

Im Geschäftsjahr 2024 wurde ein Ertrag aus der Ineffektivität aus Währungssicherungen in den Finanzerträgen erfasst. Die Ineffektivität ergab sich aus leicht unterschiedlichen Nominalvolumen von konzerninternen Darlehen.  Konzernabschluss  Erläuterungen zum Konzernabschluss 2024 von MVV  Erläuterungen zur Bilanz MVV Geschäftsbericht 2024 202 Im Geschäftsjahr 2024 wurde die Ineffektivität aus dem Commodity-Bereich im Ertrag aus derivativen Finanzinstrumenten erfasst. Kapitalsteuerung Die MVV Energie AG unterliegt keinen gesetzlichen Mindestkapitalanforderungen, sondern verfolgt die interne Zielsetzung, durch ein effektives Finanzmanagement eine zur Erlangung eines guten impliziten Ratings am Finanzmarkt erforderliche Eigenkapitalquote einzuhalten und die Ertragskraft zu stärken. Die zur Steuerung verwendete bereinigte Eigenkapitalquote ist dabei das Verhältnis zwischen dem bereinigten Eigenkapital auf konsolidierter Basis und der bereinigten Bilanzsumme. Das bereinigte Eigenkapital umfasst alle im Konzernabschluss ausgewiesenen Eigenkapitalpositionen einschließlich der Anteile nicht beherrschender oder anderer Gesellschafter ohne nicht operative Bewertungseffekte aus Derivaten nach IFRS 9 sowie daraus resultierender Auswirkungen auf die latenten Steuern. Es ist beabsichtigt, eine bereinigte Eigenkapitalquote von mindestens 30 % zu halten. Zum 30. September 2024 betrug die bereinigte Eigenkapitalquote 42,5 % (Vorjahr: 39,7 %). Maßnahmen zur Einhaltung der Eigenkapitalzielquote erfolgen zunächst im Prozess der Wirtschaftsplanung und bei großen (außerplanmäßigen) Investitionsmaßnahmen im Rahmen der Investitionsrechnung. Die Gesellschaft kann grundsätzlich durch die Thesaurierung von Gewinnen und Aktienemissionen die Eigenkapitalgrundlage den Anforderungen anpassen. Die zentrale Steuerungsgröße unserer wertorientierten Unternehmensführung und der damit verbundenen Kapitalsteuerung ist der Value Spread. Diese Kennzahl errechnet sich aus der Differenz zwischen der periodischen Erfolgsgröße Adjusted ROCE („Return on Capital Employed“), also der Rendite (Adjusted EBIT) auf das eingesetzte Kapital (Capital Employed), und dem gewogenen durchschnittlichen Kapitalkostensatz WACC („Weighted Average Cost of Capital“). Es ist beabsichtigt, einen positiven Value Spread zu erwirtschaften. Im Geschäftsjahr betrug der Value Spread 3,9 % (Vorjahr: 25,5%), welcher sich aus dem Adjusted ROCE von 12,5 % (Vorjahr: 33,5 %) nach Abzug des WACC vor Steuern von 8,6 % (Vorjahr: 8,0 %) ergab. Der Rückgang des Adjusted ROCE ist im Wesentlichen auf die Verringerung des Adjusted EBIT um 454 Mio Euro auf 426 Mio Euro und dem Anstieg des Capital Employed um 782 Mio Euro auf 3.411 Mio Euro zurückzuführen. Das Ziel, einen positiven Value Spread im Geschäftsjahr zu erwirtschaften, wurde erreicht. Mit der Kapitalsteuerung strebt MVV auch eine Optimierung der Kapitalkosten an und damit mittelbar eine Steigerung des Value Spread. Dies schließt ein aktives Working Capital Management ein. Darüber hinaus wird die Kapitalstruktur, und damit einhergehend der Kapitalkostensatz, kosten- und risikooptimal ausgestaltet. Beispielsweise durch die angestrebte angemessene bereinigte Eigenkapitalquote sowie eine an den operativen Erfordernissen orientierten Liquidität. Die Grundanforderungen an die Kapitalsteuerung haben sich zum Vergleichszeitraum nicht verändert.  Konzernabschluss  Erläuterungen zum Konzernabschluss 2024 von MVV  Erläuterungen zur Bilanz MVV Geschäftsbericht 2024 203 43.Segmentberichterstattung Angesichts der in den letzten Geschäftsjahren vollzogenen Veräußerungen von Beteiligungen und der Weiterentwicklung von MVV haben wir unsere Segmentberichterstattung mit Wirkung zum 1. Oktober 2023 angepasst. Das Berichtssegment Strategische Beteiligungen wurde aufgelöst und die verbleibenden kleineren Beteiligungen dem Berichtssegment Sonstiges zugeordnet. Zusätzlich erfolgte die Umbenennung des bisherigen Berichtssegments Versorgungssicherheit in Erzeugung und Infrastruktur. Aus der Neustrukturierung der Geschäftsfelder innerhalb des Berichtssegments Neue Energien ergaben sich keine Auswirkungen auf die berichtspflichtigen Segmente. Das Berichtssegment Kundenlösungen blieb bis auf die Umbenennung eines Geschäftsfeldes unverändert. Im Folgenden wird die Segmentberichterstattung des Berichtszeitraums sowie des Vorjahreszeitraums nach neuer Berichtsstruktur gezeigt:

Segmentbericht vom 1.10.2023 bis zum 30.9.2024
Tsd Euro Bereinigter Außenumsatz ohne Energiesteuern Innenumsatz ohne Energiesteuern Planmäßige Abschreibungen Außerplanmäßige Abschreibungen
Kundenlösungen 5.907.665 571.716 18.218 3.455
Neue Energien 842.262 207.286 90.076
Erzeugung und Infrastruktur 404.424 1.154.446 79.487
Sonstiges 39.457 52.786 15.562
Konsolidierung – 1.986.234
7.193.808 203.343 3.455
Tsd Euro Wesentliche zahlungs- unwirksame Erträge und Aufwendungen Adjusted EBIT Beitrag am Periodenergebnis von At-Equity- Unternehmen Investitionen
Kundenlösungen – 15.735 117.391 759 26.215
Neue Energien – 10.318 160.862 5.700 203.413
Erzeugung und Infrastruktur 7.548 140.106 9.701 165.226
Sonstiges – 1.090 7.634 1.011 22.279
Konsolidierung
– 19.595 425.993 17.171 417.133
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Segmentbericht vom 1.10.2022 bis zum 30.9.2023
Tsd Euro Bereinigter Außenumsatz ohne Energiesteuern Innenumsatz ohne Energiesteuern Planmäßige Abschreibungen Außerplanmäßige Abschreibungen
Kundenlösungen 6.312.829 637.170 18.273
Neue Energien 750.111 260.933 94.321
Erzeugung und Infrastruktur 404.744 1.178.194 76.880
Sonstiges 62.836 46.824 17.404
Konsolidierung – 2.123.121
7.530.520 206.878
Tsd Euro Wesentliche zahlungs- unwirksame Erträge und Aufwendungen Adjusted EBIT Beitrag am Periodenergebnis von At-Equity- Unternehmen Investitionen
Kundenlösungen – 12.911 497.467 202 29.322
Neue Energien – 4.530 176.358 4.348 133.302
Erzeugung und Infrastruktur 4.298 58.060 5.556 159.494
Sonstiges 5.170 148.272 69.322 21.736
Konsolidierung
– 7.973 880.157 79.428 343.854

 Konzernabschluss  Erläuterungen zum Konzernabschluss 2024 von MVV  Erläuterungen zur Bilanz MVV Geschäftsbericht 2024 204 Die externe Berichterstattung folgt der internen Steuerungsstruktur, dem sogenannten „Management Approach“ im Einklang mit IFRS 8. Die Einheiten sind so gruppiert, dass die Bündelung passender Fachkompetenz unter einem Dach die Grundlage für eine stringente Portfoliosteuerung des Konzerns bildet. Den Berichtssegmenten Kundenlösungen, Neue Energien, Erzeugung und Infrastruktur und Sonstiges sind Geschäftsfelder zugeordnet, die an den energiewirtschaftlichen Wertschöpfungsstufen orientiert sind. Die Merkmale, die zur Identifizierung und Zusammenfassung der Segmente verwendet wurden, sind die Art der Produkte und Dienstleistungen, die Art der Produktionsprozesse, die Anlagen- und Kapitalintensität, die Kundenstruktur und -bedürfnisse, die Methoden des Vertriebs sowie gegebenenfalls die regulatorischen Rahmenbedingungen. Analytisch können die Geschäftsfelder weiter nach Teilkonzernen und Einzelgesellschaften mit ihren Produkten untergliedert werden. •Das Berichtssegment Kundenlösungen teilt sich auf in die Geschäftsfelder Commodity Services, Privat- und Gewerbekunden sowie Geschäftskunden. Es umfasst das Einzelhandels- und Weiterverteilergeschäft von Strom, Wärme, Gas und Wasser, das Lösungsgeschäft für alle Kundensegmente sowie das Dienstleistungs- und Handelsgeschäft der MVV Trading. Darüber hinaus gehört der Bereich Smart Cities zu diesem Berichtssegment. Bei der Zuordnung dieser Geschäftsfelder liegt der Fokus auf den Kundenbedürfnissen. Die Kunden stehen im Mittelpunkt der einzelnen Geschäftsfelder, es werden vergleichbare Produkte und Dienstleistungen angeboten. Kennzeichnend sind die Bedeutung von kunden- oder kundengruppenspezifischen Vermarktungsverfahren. •Dem Berichtssegment Neue Energien – mit den Geschäftsfeldern Umwelt Deutschland, Umwelt UK sowie Wind und PV – sind die Abfallbehandlungsanlagen, Biomasse(heiz)kraftwerke sowie die Photovoltaik-, Windkraft-, Biomethan- und Biogasanlagen zugeordnet. Darüber hinaus enthält dieses Berichtssegment die Projektentwicklung erneuerbarer Energien sowie die Betriebsführungsaktivitäten Erneuerbarer-Energien-Anlagen. Die in diesem Segment zusammengefassten Geschäftsfelder sind auf die Herstellung von Leistungen, Lösungen und Produkten im Zusammenhang mit erneuerbaren Energien ausgerichtet. Inhalt des Berichtssegments ist die Planung, die Genehmigung, die Entwicklung, die Errichtung und der Betrieb von technischen Anlagen zur Strom- und Wärmeerzeugung aus nachhaltigen/teilweise nachhaltigen Rohstoffen wie Wind, Altholz, Waldrestholz, Grünschnitt, Abfällen/EBS, Biogas und Sonne. Die Prozesse sind durch lange Planungs-, Genehmigungs-, Bau- und Betriebsphasen gekennzeichnet. •Das Berichtssegment Erzeugung und Infrastruktur umfasst die Geschäftsfelder Erzeugung und Netze und damit neben der konventionellen Energieerzeugung sowie von Teilen der grünen Wärme auch die Netzanlagen für Strom, Wärme, Gas und Wasser. Die in diesem Segment zusammengefassten Geschäftsfelder dienen der verlässlichen und stabilen Versorgung der Kunden mit verschiedenen Produkten. Alle Anlagen weisen insbesondere eine hohe Anlagenintensität, eine hohe Lebensdauer und darauf ausgerichtete Finanzierungsstrukturen auf. •Im Berichtssegment Sonstiges sind die Geschäftsfelder Shared Services, die Querschnitte sowie kleinere Beteiligungen enthalten. •Unter Konsolidierung werden die Eliminierungswerte aus Transaktionen mit anderen Berichtssegmenten für Konsolidierungszwecke gezeigt.  Konzernabschluss  Erläuterungen zum Konzernabschluss 2024 von MVV  Erläuterungen zur Bilanz MVV Geschäftsbericht 2024 205 Die Innenumsätze geben die Höhe der Umsätze zwischen den Segmenten an. Die Verrechnungspreise für Transfers zwischen den Segmenten entsprechen den marktüblichen Konditionen. Aus der Addition von Innen- und Außenumsätzen ergeben sich die Segmentumsätze vor Konsolidierung. Die dargestellte Segmentberichterstattung nach IFRS 8 basiert auf der internen Steuerungsstruktur. Diese findet im Wesentlichen ihre Ausprägung in den Segmentergebnissen (Adjusted EBIT) und den Investitionen. Die Überleitung des EBIT zum Adjusted EBIT ist in der nachfolgend aufgeführten Tabelle dargestellt. Der Begriff der „Investitionen“ in der Management-Perspektive orientiert sich grundsätzlich an den Auszahlungen für Investitionen gemäß Kapitalflussrechnung in der Berichtsperiode. Die Investitionen in der Management-Perspektive beinhalten neben den Auszahlungen für Immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen (bereinigt um die Rückbauverpflichtungen) und als Finanzinvestition gehaltene Immobilien auch die Auszahlungen für den Erwerb von vollkonsolidierten Unternehmen und sonstigen Geschäftseinheiten sowie Auszahlungen in übrige Finanzanlagen. Zusätzlich werden die Zugänge in den unfertigen Erzeugnissen aus Finance Lease als Investitionen berücksichtigt. Die Zugänge in Wertpapieren und Ausleihungen zählen hingegen nicht zum Investitionsbegriff. Der Steuerungssicht (Management Approach) folgend, sind in den Berichtssegmentergebnissen interne Verrechnungsbeziehungen zwischen den Berichtssegmenten (Be- und Entlastungen) enthalten. Die in der Spalte „Adjusted EBIT“ dargestellte Verteilung der Berichtssegmentergebnisse entspricht der Ergebnisverteilung in der internen Berichterstattung. Teilweise sind damit Sachverhalte in anderen Geschäftsfeldern und somit in anderen Berichtssegmenten ergebniswirksam als der für den Ergebniseffekt ursächliche Sachverhalt. Das trifft bei Geschäftsfeldern zu, die ganz oder teilweise nach Cost-Center-Logiken gesteuert werden (Shared Services sowie Querschnitt). Zudem werden Primärkosten für die Erzeugung von Fernwärme, die operativ in den Berichtssegmenten Erzeugung und Infrastruktur und Neue Energien entstehen, an das Berichtssegment Kundenlösungen verrechnet. Letztere erstatten den Berichtssegmenten Erzeugung und Infrastruktur und Neue Energien eine anteilige Verzinsung ihres Capital Employed. Die Segmentierung erfolgt bis zum Adjusted EBIT für alle Segmente gleichermaßen. In der folgenden Tabelle wird die Überleitung des Ergebnisses vor Finanzergebnis und Steuern (EBIT) auf das Adjusted EBIT gezeigt:

Überleitung des EBIT (GuV) zum Adjusted EBIT
Tsd Euro 1.10.2023 bis 30.9.2024 1.10.2022 bis 30.9.2023 +/– Vorjahr
EBIT gemäß Gewinn- und Verlustrechnung 378.244 1.063.070 – 684.826
Bewertungs- und Realisierungseffekte aus Derivaten 44.603 – 185.867 + 230.470
EBIT vor Ergebnis aus der Bewertung und Realisierung von Derivaten nach IFRS 9 422.847 877.203 – 454.356
Zinserträge aus Finanzierungsleasing 3.146 2.954 + 192
Adjusted EBIT 425.993 880.157 – 454.164
--- --- --- --- --- --- ---
Überleitung vom Außenumsatz ohne Energiesteuern zum bereinigten Außenumsatz ohne Energiesteuern
Tsd Euro 1.10.2023 bis 30.9.2024 1.10.2022 bis 30.9.2023 +/– Vorjahr
Umsatzerlöse nach Strom- und Erdgassteuer 6.330.140 6.619.048 – 288.908
Realisierungseffekte aus Derivaten 863.668 911.472 – 47.804
Bereinigte Umsatzerlöse nach Strom- und Erdgassteuer 7.193.808 7.530.520 – 336.712

 Konzernabschluss  Erläuterungen zum Konzernabschluss 2024 von MVV  Erläuterungen zur Bilanz MVV Geschäftsbericht 2024 206 Die bereinigten Segmentumsätze mit externen Kunden wurden zu 94,3 % (Vorjahr: 95,2 %) in Deutschland erzielt. Die Aufteilung der Erlöse auf die Regionen erfolgt nach dem geografischen Sitz der Gesellschaften. Bei MVV gab es keinen einzelnen Kunden, der einen Anteil von 10 % oder mehr zu den gesamten Umsatzerlösen beiträgt. Von den langfristigen Vermögenswerten, welche immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen, Nutzungsrechte, als Finanzinvestition gehaltene Immobilien und Beteiligungen an At-Equity-Unternehmen sowie sonstige nichtfinanzielle Forderungen und Vermögenswerte beinhalten, waren 3.369.362 Tsd Euro (Vorjahr: 3.147.320 Tsd Euro) in Deutschland und 400.712 Tsd Euro (Vorjahr: 403.159 Tsd Euro) in Drittländern gelegen. Die Aufteilung basiert auf den geografischen Standorten der Vermögenswerte. 44.Kapitalflussrechnung Die Kapitalflussrechnung zeigt die Cashflows aus der laufenden Geschäftstätigkeit, der Investitionstätigkeit und der Finanzierungstätigkeit. Die Cashflows aus der Investitions- und Finanzierungstätigkeit werden direkt ermittelt. Demgegenüber wird der Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit indirekt abgeleitet. Der Betrag der flüssigen Mittel in der Kapitalflussrechnung stimmt mit dem entsprechenden in der Bilanz ausgewiesenen Wert überein. Mittelzuflüsse und Mittelabflüsse aus dem Erwerb und der Veräußerung konsolidierter Gesellschaften sind im Cashflow aus der Investitionstätigkeit enthalten. Der Cashflow vor Working Capital und Steuern verringerte sich im Vergleich zur Vorjahresperiode um 280 Mio Euro. Diese Entwicklung resultiert insbesondere daraus, dass das gegenüber dem Vorjahr niedrigere Ergebnis vor Steuern (EBT) nach Bereinigung der zahlungsunwirksamen und nicht operativen Erträge und Aufwendungen zu einem geringeren zahlungswirksamen operativen Ergebnis führte. Dabei entfielen die größten Effekte der Bereinigung auf die zahlungsunwirksame Bewertung der Derivate nach IFRS 9 sowie die Umgliederung des nicht operativen Ertrags aus dem Verkauf der MVV Energie CZ-Gruppe und unserer Anteile an den Stadtwerken Ingolstadt in der Vorjahresperiode zum Cashflow aus der Investitionstätigkeit. Im Vergleich zur Vorjahresperiode erhöhte sich der Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit um 1.112 Mio Euro. Diese Entwicklung ist vor allem auf die geringeren Abflüssen aus Rückzahlungen für Sicherheitshinterlegungen für das Kontrahentenausfallrisiko (Margins) zurückzuführen – im Wesentlichen geprägt dadurch, dass die Großhandelspreise bei Strom, Gas und Kohle in der Berichtsperiode weniger stark gefallen sind als in der Vorjahresperiode. Bereinigt um die Veränderung der hinterlegten Margins reduzierte sich der Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit um 139 Mio Euro auf 647 Mio Euro. Darüber hinaus wirkte sich im Vorjahresvergleich das Auslaufen kurzfristiger Geldanlagen, die zu den flüssigen Mitteln umgegliedert wurden, aus. Zudem trugen die Veränderungen der Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen im Vergleich zur Vorjahresperiode zur Verbesserung des operativen Cashflows bei. Die Entwicklung des Cashflows aus der Investitionstätigkeit im Vorjahresvergleich wurde hauptsächlich durch die Einzahlungen aus den Verkäufen der MVV Energie CZ-Gruppe und unserer Anteile an den Stadtwerken Ingolstadt im Vorjahr geprägt. Einen positiven Effekt im Berichtsjahr hatte der Verkauf der von unserer Tochtergesellschaft Juwi gehaltenen Anteile an den At-Equity-Gesellschaften Juwi Shizen Energy und Juwi Shizen Energy Operation Inc. in Japan. Darüber hinaus führte auch das gestiegene Investitionsvolumen in der Berichtsperiode dazu, dass sich der Cashflow aus der Investitionstätigkeit im Vergleich zur Vorjahresperiode um insgesamt 358 Mio Euro verringerte.  Konzernabschluss  Erläuterungen zum Konzernabschluss 2024 von MVV  Erläuterungen zur Bilanz MVV Geschäftsbericht 2024 207 Der Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit reduzierte sich um 44 Mio Euro auf – 329 Mio Euro, was im Wesentlichen auf höhere Dividendenzahlungen an Aktionäre und an nicht beherrschende Gesellschafter zurückzuführen ist. Zum 30. September 2024 wies MVV einen Finanzmittelbestand von 779 Mio Euro (30. September 2023: 975 Mio Euro) aus. Die Überleitung der Verbindlichkeiten aus Finanzierungsaktivitäten wird in der folgenden Übersicht zusammengefasst:

Verbindlichkeiten aus Finanzierungsaktivitäten
30.9.2023 Zahlungswirksame Veränderungen Nicht-zahlungswirksame Veränderungen 30.9.2024
Tsd Euro Aufnahme Tilgung Zins- zahlun- gen 1 Verände- rung im Konsoli- dierungs- kreis Wechsel- kurs- verände- rungen Zugänge zu den Leasing- verhält- nissen sonstige Anpas- sungen
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 1.630.130 157.439 – 309.774 – 50.715 10.226 1.488.021
Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen 136.770 – 16.980 – 4.395 240 39.794 – 3.035 156.789
Andere Finanzschulden 31.069 62.521 – 33.103 – 2.430 – 2 60.485
1.797.969 219.960 – 359.857 – 57.540 – 2 10.466 39.794 – 3.035 1.705.295
1  Die Zinszahlungen sind kein Bestandteil des Endbestands der Verbindlichkeiten aus Finanzierungsaktivitäten
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Verbindlichkeiten aus Finanzierungsaktivitäten
30.9.2022 Zahlungswirksame Veränderungen Nicht-zahlungswirksame Veränderungen 30.9.2023
Tsd Euro Aufnahme Tilgung Zins- zahlun- gen 1 Verände- rung im Konsoli- dierungs- kreis Wechsel- kurs- verände- rungen Zugänge zu den Leasing- verhält- nissen sonstige Anpas- sungen
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 1.744.123 22.865 – 137.739 – 53.735 – 5.968 6.849 1.630.130
Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen 140.211 – 16.294 – 3.885 – 4.713 21 19.677 – 2.132 136.770
Andere Finanzschulden 32.601 3.800 – 2.759 – 1.312 – 2.582 9 31.069
1.916.935 26.665 – 156.792 – 58.932 – 13.263 6.879 19.677 – 2.132 1.797.969
1  Die Zinszahlungen sind kein Bestandteil des Endbestands der Verbindlichkeiten aus Finanzierungsaktivitäten

 Konzernabschluss  Erläuterungen zum Konzernabschluss 2024 von MVV  Erläuterungen zur Bilanz MVV Geschäftsbericht 2024 208 45.Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen, Personen und Körperschaften An dieser Stelle werden die Geschäftsvorfälle zwischen der Muttergesellschaft und deren konsolidierten Tochterunternehmen, die nahestehende Personen darstellen, nicht erläutert, da sie im Zuge der Konsolidierung eliminiert wurden. Die Stadt Mannheim ist alleinige Gesellschafterin der MKB Mannheimer Kommunalbeteiligungen GmbH. Die MKB Mannheimer Kommunalbeteiligungen GmbH hält 99,99 % der Anteile an der MV Mannheimer Verkehr GmbH, die wiederum zu 50,1 % an der MVV Energie AG beteiligt ist. Die Stadt Mannheim sowie die von ihr beherrschten Unternehmen, assoziierte Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen stellen somit nahestehende Personen im Sinne der IFRS dar. Zwischen Unternehmen von MVV und der Stadt Mannheim bestehen eine Vielzahl von vertraglich vereinbarten Rechtsbeziehungen (Strom-, Gas-, Wasser- und Fernwärmelieferungsverträge, Miet-, Pacht- und Serviceverträge). Darüber hinaus bestehen zwischen der MVV Energie AG und der Stadt Mannheim Konzessionsverträge. Die Konzessionsabgaben an die Stadt Mannheim beliefen sich auf 20.132 Tsd Euro (Vorjahr: 18.284 Tsd Euro). Alle Geschäftsbeziehungen sind zu marktüblichen Bedingungen abgeschlossen worden und unterscheiden sich grundsätzlich nicht von den Lieferungs- und Leistungsbeziehungen mit anderen Unternehmen.

Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen, Personen und Körperschaften
Lieferungs- und Leistungsverkehr Forderungen Verbindlichkeiten
Erträge Aufwendungen
Tsd Euro 1.10.2023 bis 30.9.2024 1.10.2022 bis 30.9.2023 1.10.2023 bis 30.9.2024 1.10.2022 bis 30.9.2023 30.9.2024 30.9.2023 30.9.2024 30.9.2023
Stadt Mannheim 9.184 6.722 23.722 21.588 1.089 608 7.978 6.257
Abfallwirtschaft Mannheim 20.591 13.651 2.581 2.068 5.174 1.436 8.759 6.572
GBG Mannheimer Wohnungsbaugesellschaft mbH 15.428 13.055 37 20 102 807 4 783
m:con - mannheim:congress GmbH 4.915 4.375 251 331 3.750 4.138 491 370
MKB Mannheimer Kommunalbeteiligungen GmbH 73 31
MV Mannheimer Verkehr GmbH 335 739 8 59 47 8
Rhein-Neckar-Verkehr GmbH 9.794 7.390 92 407 173 1.747 602 727
Stadtentwässerung Mannheim 2.237 972 342 337 291 149 15 37
Assoziierte Unternehmen 13.931 12.933 1.423 1.372 682 1.223 147 302
Gemeinschaftsunternehmen 111.761 236.967 245.554 344.598 11.928 9.469 35.315 7.125
Sonstige nahestehende Unternehmen und Personen 28.066 25.255 9.652 9.419 7.145 8.499 11.280 4.294
216.315 322.090 283.654 380.148 30.393 28.123 64.591 26.475

In den Erträgen und Aufwendungen gegenüber sonstigen nahestehenden Unternehmen und Personen sind Erträge in Höhe von 2 Tsd Euro (Vorjahr: 13 Tsd Euro) und Aufwendungen in Höhe von 597 Tsd Euro (Vorjahr: 599 Tsd Euro) aus Lieferungs- und Leistungsbeziehungen mit Mitgliedern des Managements in Schlüsselpositionen enthalten. Gemäß IAS 24 zählen Mitglieder des Managements in Schlüsselpositionen und deren nahe Familienangehörige zu den unternehmensnahen Personen. Zu den Mitgliedern des Managements in Schlüsselpositionen gehören Vorstand und Aufsichtsrat der MVV Energie AG.  Konzernabschluss  Erläuterungen zum Konzernabschluss 2024 von MVV  Erläuterungen zur Bilanz MVV Geschäftsbericht 2024 209 Zwischen der MVV Energie AG und Mitgliedern von Vorstand und Aufsichtsrat bestehen Kundenverträge über die Versorgung mit Strom, Gas, Wasser und Fernwärme sowie Energie-Dienstleistungen, die zu marktüblichen Bedingungen abgeschlossen wurden und die sich nicht von anderen Kundenverträgen unterscheiden. MVV hat darüber hinaus keine wesentlichen Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und Personen abgeschlossen und durchgeführt. Insbesondere sind, ebenso wie im Vorjahr, zum 30. September 2024 weder Vorstandsmitgliedern noch Mitgliedern des Aufsichtsrats Kredite oder Vorschüsse gewährt worden; auch wurden wie im Vorjahr keine Haftungsverhältnisse zugunsten von Mitgliedern des Vorstands oder des Aufsichtsrats eingegangen. Die bei Unternehmen von MVV angestellten Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat erhalten neben ihrer Aufsichtsratsvergütung marktübliche Gehälter. Die MVV Energie AG erstellte für ihr am 30. September 2024 beendetes Geschäftsjahr einen Abhängigkeitsbericht gemäß § 312 AktG. Zudem hat die MVV Energie AG einen Prozess zur Erfassung und Bewertung der Related Parties Transactions nach §§ 111a ff. AktG etabliert. Die angabepflichtige Vergütung des Managements in Schlüsselpositionen des Konzerns umfasst die Vergütung der Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats. Die Gesamtvergütung für das Management in Schlüsselpositionen beträgt im Berichtsjahr 4.486 Tsd Euro (Vorjahr: 5.177 Tsd Euro). Davon entfallen auf kurzfristig fällige Leistungen 3.964 Tsd Euro (Vorjahr: 4.432 Tsd Euro) und auf den Dienstzeitaufwand für Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses 522 Tsd Euro (Vorjahr: 745 Tsd Euro). Der Vorstand erhielt im Berichtsjahr kurzfristig fällige Leistungen von 3.403 Tsd Euro (Vorjahr: 3.890 Tsd Euro). Die kurzfristig fälligen Leistungen umfassten fixe Bezüge von 1.566 Tsd Euro (Vorjahr: 1.566 Tsd Euro), Nebenleistungen von 123 Tsd Euro (Vorjahr: 116 Tsd Euro) und sonstige Bezüge, die Gremienvergütungen bei Tochter- und Beteiligungsunternehmen beinhalten, von 29 Tsd Euro (34 Tsd Euro), die jedoch auf die variable Vergütung der Mitglieder des Vorstands angerechnet werden, sowie erfolgsabhängige Vergütungen von insgesamt 1.685 Tsd Euro (Vorjahr: 2.174 Tsd Euro). Diese variable Vergütung der Vorstandsmitglieder setzt sich aus Jahrestantieme und Nachhaltigkeitstantiemen 1 und 2 zusammen. Die Nachhaltigkeitstantiemen machen im Vergleich zur Jahrestantieme den überwiegenden Teil der variablen Vergütung der Vorstandsmitglieder der MVV Energie AG aus. Die Jahrestantieme orientiert sich jeweils am im abgelaufenen Geschäftsjahr erwirtschafteten Adjusted EBIT von MVV. Die Nachhaltigkeitstantiemen 1 und 2 sind an die langfristige Wertsteigerung des Unternehmens gekoppelt und orientieren sich an den Kennzahlen ROCE und WACC. Die Nachhaltigkeitstantieme 1 wird ausgezahlt, wenn der tantiemerelevante ROCE für drei Jahre die jährlich vom Aufsichtsrat festgelegte Mindestrendite überschreitet. Die Nachhaltigkeitstantieme 2 wird gewährt, wenn der tantiemerelevante ROCE (im Durchschnitt der letzten drei Jahre) die Kapitalkosten (ebenfalls im Durchschnitt der letzten drei Jahre) übersteigt. Die Tantiemekomponenten kommen jährlich zur Auszahlung. Darüberhinausgehende langfristige Vergütungsziele sind nicht vereinbart. Aktienbasierte Vergütungsvereinbarungen oder vergleichbare Instrumente bestehen nicht. Zum Stichtag 30 September2024 wurden für die Verpflichtungen aus Tantiemen Rückstellungen in Höhe von 1.501 Tsd Euro erfasst (Vorjahr: 2.207 Tsd Euro). Für die gegenwärtigen Mitglieder des Vorstands bestehen zum 30. September 2024 Pensionsrückstellungen in Höhe von 10.708 Tsd Euro (Vorjahr: 8.577 Tsd Euro). Der Dienstzeitaufwand für Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses beträgt 522 Tsd Euro (Vorjahr: 745 Tsd Euro).  Konzernabschluss  Erläuterungen zum Konzernabschluss 2024 von MVV  Erläuterungen zur Bilanz MVV Geschäftsbericht 2024 210 Die Mitglieder des Aufsichtsrats wurden wie folgt vergütet:

Aufsichtsratsvergütung
Tsd Euro GJ 2024 GJ 2023
Fixe Vergütung (einschließlich Sitzungsgelder) 561 542

Für frühere Mitglieder des Aufsichtsrats sind im Geschäftsjahr 2024 keine Aufwendungen angefallen (Vorjahr: 55 Tsd Euro). Zum Bilanzstichtag bestehen gegenüber Aufsichtsratsmitgliedern offene Verpflichtungen für Aufsichtsratstätigkeit in Höhe von 33 Tsd Euro (Vorjahr: 69 Tsd Euro). Die ehemaligen Mitglieder des Vorstands erhielten im Berichtsjahr Bezüge in Höhe von 907 Tsd Euro (Vorjahr: 820 Tsd Euro). Für Pensionsverpflichtungen gegenüber früheren Mitgliedern des Vorstands sind insgesamt 14.646 Tsd Euro (Vorjahr: 13.101 Tsd Euro) zurückgestellt. Im Berichtsjahr betrug die Gesamtzuführung 531 Tsd Euro (Vorjahr: 366 Tsd Euro).  Konzernabschluss  Erläuterungen zum Konzernabschluss 2024 von MVV  Erläuterungen zur Bilanz MVV Geschäftsbericht 2024 211 46.Beteiligungen von MVV

Anteilsliste von MVV zum 30.9.2024
Stadt Land Kapitalanteil  % 1 Fußnoten
Vollkonsolidierte Tochterunternehmen
Verbundene Unternehmen (national)
beegy GmbH Schwalbach am Taunus Deutschland 100,00 4
BEG Gernsbacher Höhe UG (haftungsbeschränkt) & Co. KG Mainz Deutschland 83,33 5a, 8
BFE Institut für Energie und Umwelt GmbH Mannheim Deutschland 100,00 4
Biokraft Naturbrennstoffe GmbH Offenbach am Main Deutschland 100,00
Cerventus Naturenergie GmbH Offenbach am Main Deutschland 50,00 5b
Cerventus Naturenergie Verwaltungs GmbH Offenbach am Main Deutschland 100,00
Dabit Grundstücksverwaltungsgesellschaft mbH & Co. Vermietungs KG Mainz Deutschland 94,00
DC-Datacenter-Assets GmbH Mannheim Deutschland 100,00
DC-Datacenter-Group GmbH Wallmenroth Deutschland 100,00
DecarTec GmbH Trier Deutschland 100,00
econ solutions GmbH München (Sitz Mannheim) Deutschland 100,00 4
En/Da/Net GmbH Erfurt Deutschland 100,00 4
Energienetze Offenbach GmbH Offenbach am Main Deutschland 100,00 4
Energieversorgung Dietzenbach GmbH Dietzenbach Deutschland 50,00 5b
Energieversorgung Offenbach Aktiengesellschaft Offenbach am Main Deutschland 48,42 2
eternegy GmbH Mannheim Deutschland 100,00
EVO Ressourcen GmbH Offenbach am Main Deutschland 100,00 4
Fernwärme Rhein-Neckar GmbH Mannheim Deutschland 100,00 4
Gasversorgung Offenbach GmbH Offenbach am Main Deutschland 74,90
Gesellschaft für Hochspannungsbau Offenbach mbH Offenbach am Main Deutschland 100,00
IGS Netze GmbH Gersthofen Deutschland 100,00 4
Infrastruktur Oberheimbach II GmbH & Co. KG Wörrstadt Deutschland 72,00
Infrastruktur Waldweiler GmbH & Co. KG Wörrstadt Deutschland 60,40
Infrastrukturgesellschaft Hungerberg GmbH & Co. KG Offenbach am Main Deutschland 100,00
Infrastrukturgesellschaft Veldenz GmbH & Co. KG Wörrstadt Deutschland 56,03
iwo Pellet Rhein - Main GmbH Offenbach am Main Deutschland 100,00
juwi Bestandsanlagen GmbH Wörrstadt Deutschland 100,00 4
JUWI GmbH Wörrstadt Deutschland 100,00
JUWI UW GmbH Wörrstadt Deutschland 100,00 4
juwi Wind Germany 135 GmbH & Co. KG Wörrstadt Deutschland 75,45
juwi Wind Germany 162 GmbH & Co. KG Wörrstadt Deutschland 80,00
juwi Wind Germany 221 GmbH & Co. KG Wörrstadt Deutschland 100,00
juwi Wind Germany 223 GmbH & Co. KG Wörrstadt Deutschland 100,00
juwi Wind Germany 226 GmbH & Co. KG Wörrstadt Deutschland 100,00
juwi Wind Germany 244 GmbH & Co. KG Wörrstadt Deutschland 100,00
juwi Wind Germany 250 GmbH & Co. KG Wörrstadt Deutschland 100,00
juwi Wind Germany 251 GmbH & Co. KG Wörrstadt Deutschland 100,00
juwi Wind Germany 254 GmbH & Co. KG Wörrstadt Deutschland 100,00
juwi Wind Germany 260 GmbH & Co. KG Wörrstadt Deutschland 100,00
juwi Wind Germany 262 GmbH & Co. KG Wörrstadt Deutschland 100,00
juwi Wind Germany Verwaltungs GmbH Wörrstadt Deutschland 100,00
Köthen Energie GmbH Köthen (Anhalt) Deutschland 100,00
luminatis Deutschland GmbH Landau in der Pfalz Deutschland 100,00
MVV Alpha drei GmbH Mannheim Deutschland 100,00 4
MVV Alpha eins GmbH Mannheim Deutschland 100,00

 Konzernabschluss  Erläuterungen zum Konzernabschluss 2024 von MVV  Erläuterungen zur Bilanz MVV Geschäftsbericht 2024 212

Anteilsliste von MVV zum 30.9.2024
Stadt Land Kapitalanteil  % 1 Fußnoten
MVV Alpha fünfzehn GmbH Mannheim Deutschland 100,00 4
MVV Biogas GmbH Mannheim Deutschland 100,00
MVV Biomethan GmbH Mannheim (Sitz Wanzleben-Börde) Deutschland 100,00 4
MVV Enamic GmbH Mannheim Deutschland 100,00 4
MVV Enamic Korbach GmbH Korbach Deutschland 100,00 4
MVV Enamic Ludwigshafen GmbH Mannheim Deutschland 100,00
MVV Enamic Naturenergie GmbH Mannheim Deutschland 100,00
MVV EnergySolutions GmbH Mannheim Deutschland 100,00 4
MVV Grüne Wärme GmbH Mannheim Deutschland 100,00 4
MVV ImmoSolutions GmbH Berlin (Sitz Mannheim) Deutschland 100,00 4
MVV Industriepark Gersthofen GmbH Gersthofen Deutschland 100,00 4
MVV Netze GmbH Mannheim Deutschland 100,00 4
MVV RHE GmbH Mannheim Deutschland 100,00 4
MVV Trading GmbH Mannheim Deutschland 100,00 4
MVV Umwelt Asset GmbH Mannheim Deutschland 100,00 4
MVV Umwelt GmbH Mannheim Deutschland 100,00 4
MVV Umwelt Ressourcen GmbH Mannheim Deutschland 100,00 4
MVV Windenergie GmbH Mannheim Deutschland 100,00 4
Netzgesellschaft Köthen mbH Köthen (Anhalt) Deutschland 100,00 4
New Breeze GmbH Wörrstadt Deutschland 100,00
Soluvia Energy Services GmbH Offenbach am Main Deutschland 100,00
Soluvia IT-Services GmbH Kiel Deutschland 100,00
Stadtwerke Kiel Aktiengesellschaft Kiel Deutschland 51,00
SWKiel Netz GmbH Kiel Deutschland 100,00 4
SWKiel Speicher GmbH Kiel Deutschland 100,00 4
Umspannwerk Kirchberg 2 GmbH & Co. KG Wörrstadt Deutschland 51,60
Windpark Albisheim GmbH & Co. KG Offenbach am Main Deutschland 100,00
Windpark Dirlammen GmbH & Co. KG Offenbach am Main Deutschland 100,00
Windpark Hungerberg I GmbH & Co. KG Offenbach am Main Deutschland 100,00
Windpark Hungerberg II GmbH & Co. KG Offenbach am Main Deutschland 100,00
Windpark Kirchberg GmbH & Co. KG Offenbach am Main Deutschland 100,00
Vollkonsolidierte Tochterunternehmen
Verbundene Unternehmen (international)
AVANTAG Energy S.à.r.l. Wecker Luxemburg 100,00
Cactus Garden Solar LLC Delaware USA 100,00
Corsoleil EURL i.L. Saint Florent Frankreich 100,00
Electaparc S.A. Montevideo Uruguay 100,00
GEMdev S.r.l. Mailand Italien 70,00
JSI 01 Srl Mailand Italien 100,00
JSI Construction Group LLC Delaware USA 100,00
JSI Equipment Purchasing Inc. Delaware USA 100,00
JSI Equipment Solutions LLC Delaware USA 100,00
JSI Milford Realty Company LLC Delaware USA 100,00
JSI O&M Group LLC Delaware USA 100,00
juwi Development 04 Srl Mailand Italien 100,00
juwi Development 06 Srl Mailand Italien 100,00

 Konzernabschluss  Erläuterungen zum Konzernabschluss 2024 von MVV  Erläuterungen zur Bilanz MVV Geschäftsbericht 2024 213

Anteilsliste von MVV zum 30.9.2024
Stadt Land Kapitalanteil  % 1 Fußnoten
juwi Development 07 Srl Mailand Italien 100,00
juwi Development 09 Srl Mailand Italien 100,00
juwi Development 10 Srl Mailand Italien 100,00
juwi Development 11 Srl Mailand Italien 100,00
juwi Development 14 Srl Mailand Italien 100,00
juwi Development 16 Srl Mailand Italien 100,00
juwi Development 17 Srl Mailand Italien 100,00
juwi Development 18 Srl Mailand Italien 100,00
juwi Development 19 Srl Mailand Italien 100,00
juwi Development 20 Srl Mailand Italien 100,00
juwi Energie Rinnovabili Srl Mailand Italien 100,00
juwi Energy Services (Pty) Ltd. Kapstadt Südafrika 80,00
juwi Hellas Renewable Energy Sources Single Member S.A. Athen Griechenland 100,00
juwi Holding US LLC Delaware USA 100,00
juwi Inc. Delaware USA 100,00
juwi India Renewable Energies Private Limited Bengaluru Indien 100,00
juwi Philippines Inc. Pasay City Philippinen 99,99
juwi Renewable Energies (Pty) Ltd. Kapstadt Südafrika 100,00
juwi Renewable Energies Limited London Großbritannien 100,00
juwi renewable energies Pvt. Ltd. Singapur Singapur 100,00
juwi Renewable Energies Thai Co., Ltd. Bangkok Thailand 74,40
juwi Renewable Energy Pty. Ltd. Perth Australien 100,00
juwi Singapore Projects Pvt. Ltd. Singapur Singapur 100,00
juwi Solar ZA Construction 2 (Pty) Ltd. Kapstadt Südafrika 92,00
juwi Solar ZA Construction 3 (Pty) Ltd. Kapstadt Südafrika 80,00
juwi Solar ZA Construction 4 (Pty) Ltd. Kapstadt Südafrika 60,00
juwi Solar ZA O&M 1 (Pty) Ltd. Kapstadt Südafrika 49,00 5b
juwi Solar ZA O&M 2 (Pty) Ltd. Kapstadt Südafrika 100,00
juwi Viet Nam Company Limited Hanoi Vietnam 100,00
juwi Wind LLC Delaware USA 100,00
MVV Environment Baldovie Energy Limited Dundee Großbritannien 100,00
MVV Environment Baldovie Limited Dundee Großbritannien 100,00
MVV Environment Baldovie Waste Limited Dundee Großbritannien 100,00
MVV Environment Devonport Limited Plymouth Großbritannien 100,00
MVV Environment Limited Plymouth Großbritannien 100,00
MVV Environment Ridham Limited Sittingbourne / Iwade Großbritannien 100,00
MVV Environment Services Limited Plymouth Großbritannien 100,00
Trifylli Iliaki Single Member S.A. Athen Griechenland 100,00
Nicht konsolidierte Sonstige Beteiligungen9
Verbundene Unternehmen (national)
Blue Village FRANKLIN Mobil GmbH Mannheim Deutschland 100,00 4
EVO Vertrieb GmbH Offenbach am Main Deutschland 100,00
JUWI Deutschland Verwaltungs GmbH Wörrstadt Deutschland 100,00
juwi Reinstedt Verwaltungs GmbH Wörrstadt Deutschland 100,00
juwi Wind Germany 126 GmbH & Co. KG Wörrstadt Deutschland 100,00
juwi Wind Germany 127 GmbH & Co. KG Wörrstadt Deutschland 100,00

 Konzernabschluss  Erläuterungen zum Konzernabschluss 2024 von MVV  Erläuterungen zur Bilanz MVV Geschäftsbericht 2024 214

Anteilsliste von MVV zum 30.9.2024
Stadt Land Kapitalanteil  % 1 Fußnoten
juwi Wind Germany 128 GmbH & Co. KG Wörrstadt Deutschland 100,00
juwi Wind Germany 204 GmbH & Co. KG Wörrstadt Deutschland 100,00
juwi Wind Germany 220 GmbH & Co. KG Wörrstadt Deutschland 100,00
juwi Wind Germany 224 GmbH & Co. KG Wörrstadt Deutschland 100,00
juwi Wind Germany 225 GmbH & Co. KG Wörrstadt Deutschland 100,00
juwi Wind Germany 232 GmbH & Co. KG Wörrstadt Deutschland 70,00
juwi Wind Germany 234 GmbH & Co. KG Wörrstadt Deutschland 100,00
juwi Wind Germany 235 GmbH & Co. KG Wörrstadt Deutschland 100,00
juwi Wind Germany 236 GmbH & Co. KG Wörrstadt Deutschland 100,00
juwi Wind Germany 237 GmbH & Co. KG Wörrstadt Deutschland 100,00
juwi Wind Germany 238 GmbH & Co. KG Wörrstadt Deutschland 100,00
juwi Wind Germany 239 GmbH & Co. KG Wörrstadt Deutschland 100,00
juwi Wind Germany 242 GmbH & Co. KG Wörrstadt Deutschland 100,00
juwi Wind Germany 243 GmbH & Co. KG Wörrstadt Deutschland 100,00
juwi Wind Germany 246 GmbH & Co. KG Wörrstadt Deutschland 100,00
juwi Wind Germany 248 GmbH & Co. KG Wörrstadt Deutschland 100,00
juwi Wind Germany 252 GmbH & Co. KG Wörrstadt Deutschland 100,00
juwi Wind Germany 253 GmbH & Co. KG Wörrstadt Deutschland 100,00
juwi Wind Germany 255 GmbH & Co. KG Wörrstadt Deutschland 100,00
juwi Wind Germany 256 GmbH & Co. KG Wörrstadt Deutschland 100,00
juwi Wind Germany 258 GmbH & Co. KG Wörrstadt Deutschland 100,00
juwi Wind Germany 259 GmbH & Co. KG Wörrstadt Deutschland 100,00
juwi Wind Germany 261 GmbH & Co. KG Wörrstadt Deutschland 100,00
juwi Wind Germany 263 GmbH & Co. KG Wörrstadt Deutschland 100,00
juwi Wind Germany 264 GmbH & Co. KG Wörrstadt Deutschland 100,00
juwi Wind Germany 265 GmbH & Co. KG Wörrstadt Deutschland 100,00
juwi Wind Germany 266 GmbH & Co. KG Wörrstadt Deutschland 100,00
juwi Wind Germany 267 GmbH & Co. KG Wörrstadt Deutschland 100,00
juwi Wind Germany 268 GmbH & Co. KG Wörrstadt Deutschland 100,00
juwi Wind Germany 269 GmbH & Co. KG Wörrstadt Deutschland 100,00
juwi Wind Germany 270 GmbH & Co. KG Wörrstadt Deutschland 100,00
juwi Wind Germany 271 GmbH & Co. KG Wörrstadt Deutschland 100,00
juwi Wind Germany 272 GmbH & Co. KG Wörrstadt Deutschland 100,00
juwi Wind Germany 273 GmbH & Co. KG Wörrstadt Deutschland 100,00
juwi Wind Germany 274 GmbH & Co. KG Wörrstadt Deutschland 100,00
juwi Wind Germany 275 GmbH & Co. KG Wörrstadt Deutschland 100,00
juwi Wind Germany 276 GmbH & Co. KG Wörrstadt Deutschland 100,00
MVV Alpha zwei GmbH Mannheim Deutschland 100,00 4
MVV Insurance Services GmbH Mannheim Deutschland 100,00
MVV Regioplan GmbH Mannheim Deutschland 100,00 4
MVV Windpark Verwaltungs GmbH Mannheim Deutschland 100,00
PEJO Elektrotechnik GmbH Mannheim Deutschland 100,00
Windpark Hellenthal Wiesenhardt GmbH & Co. KG Wörrstadt Deutschland 100,00
Windwärts Betriebs- und Beteiligungsgesellschaft mbH Hannover Deutschland 100,00

 Konzernabschluss  Erläuterungen zum Konzernabschluss 2024 von MVV  Erläuterungen zur Bilanz MVV Geschäftsbericht 2024 215

Anteilsliste von MVV zum 30.9.2024
Stadt Land Kapitalanteil  % 1 Fußnoten
Nicht konsolidierte Sonstige Beteiligungen9
Verbundene Unternehmen (international)
Achab Wind Farm (Pty) Ltd. Kapstadt Südafrika 100,00
Adobe Creek Solar LLC Delaware USA 100,00
Axial Basin Solar LLC Delaware USA 100,00
Baca Solar LLC Delaware USA 100,00
Blue Springs Solar LLC Delaware USA 100,00 7
Caballo Solar LLC Delaware USA 100,00 7
Camino Real Solar LLC Delaware USA 100,00 7
Canyonland Solar LLC Delaware USA 100,00
Carmel South BESS 2 (Pty) Ltd Kapstadt Südafrika 100,00 7
Carpe Diem North BESS 1 Kapstadt Südafrika 100,00
Chugwater Flats Solar LLC Delaware USA 100,00 7
Coalbank Creek Solar LLC Delaware USA 100,00
Coyote Spring Solar LLC Delaware USA 100,00
Delareyville Solar Farm (Pty) Ltd. Kapstadt Südafrika 100,00
Dolores Canyon Solar LLC Delaware USA 100,00
Durbavert (Pty) Ltd. Kapstadt Südafrika 100,00
Eagle Peak Solar LLC Delaware USA 100,00 7
Hartebeest Wind Farm (Pty) Ltd. Kapstadt Südafrika 100,00
Highland Solar LLC Delaware USA 100,00
Hotazel Solar Farm 1 (Pty) Ltd. Kapstadt Südafrika 100,00
Hotazel Solar Farm 2 (Pty) Ltd. Kapstadt Südafrika 100,00
Iron Spring Solar LLC Delaware USA 100,00
JSI Procurement Group LLC Delaware USA 100,00
JUWI Construction ZA Kapstadt Südafrika 100,00
juwi Development 01 Srl Mailand Italien 100,00
juwi Development 15 Srl Mailand Italien 100,00
juwi Development 21 Srl Mailand Italien 100,00
juwi Development 22 Srl Mailand Italien 100,00
juwi Development 23 Srl Mailand Italien 100,00
juwi Development 24 Srl Mailand Italien 100,00
juwi Development 25 Srl Mailand Italien 100,00
juwi Energy Services 2 (Pty) Ltd. Kapstadt Südafrika 80,00
juwi Solar ZA Construction 9 (Pty) Ltd. Kapstadt Südafrika 60,00
JWT Asset Co., Ltd. Bangkok Thailand 49,80 5b
Kaip Wind Farm (Pty) Ltd. Kapstadt Südafrika 100,00
Kap Vley Wind Farm (Pty) Ltd. Kapstadt Südafrika 100,00
Kenhardt PV1 (Pty) Ltd. Kapstadt Südafrika 100,00
Kenhardt PV2 (Pty) Ltd. Kapstadt Südafrika 100,00
Kenhardt PV3 (Pty) Ltd. Kapstadt Südafrika 100,00
Kiowa Solar LLC Delaware USA 100,00
Koppie Enkel Solar Farm (Pty) Ltd. Kapstadt Südafrika 100,00
Kronos Solar Farm 1 (Pty) Ltd. Kapstadt Südafrika 100,00
Kronos Solar Farm 2 (Pty) Ltd. Kapstadt Südafrika 100,00
Kronos Solar Farm 3 (Pty) Ltd. Kapstadt Südafrika 100,00
La Garita Solar LLC Delaware USA 100,00
Lava Valley Solar LLC Delaware USA 100,00 7

 Konzernabschluss  Erläuterungen zum Konzernabschluss 2024 von MVV  Erläuterungen zur Bilanz MVV Geschäftsbericht 2024 216

Anteilsliste von MVV zum 30.9.2024
Stadt Land Kapitalanteil  % 1 Fußnoten
Los Pinos Solar LLC Delaware USA 100,00 7
Marovax (Pty) Ltd. Kapstadt Südafrika 100,00
Merritt Creek Solar LLC Delaware USA 100,00 7
Monarch Solar LLC Delaware USA 100,00
Namies Wind Farm (Pty) Ltd. Kapstadt Südafrika 100,00
North Platte Solar LLC Delaware USA 100,00
Oasis Wind Farm (Pty) Ltd. Kapstadt Südafrika 100,00
Outeniqua Wind Farm (Pty) Ltd. Kapstadt Südafrika 100,00
Pronghorn Solar LLC Delaware USA 100,00
Rifle Gap Solar LLC Delaware USA 100,00
San Carlos Solar LLC Delaware USA 100,00
San Miguel Solar LLC Delaware USA 100,00 7
Snake River Solar LLC Delaware USA 100,00
Thorn Ranch Solar LLC Delaware USA 100,00 7
Vredendal Solar Farm (Pty) Ltd. Kapstadt Südafrika 100,00
Wildebeest Wind Farm (Pty) Ltd. Kapstadt Südafrika 100,00
Williams Creek Solar LLC Delaware USA 100,00
Zingesele Wind Farm (Pty) Ltd. Kapstadt Südafrika 100,00
At-Equity
Gemeinschaftsunternehmen (national)
ABeG Abwasserbetriebsgesellschaft mbH Dietzenbach Deutschland 49,00
AvanLog Solar GmbH Rosental (Sitz München) Deutschland 50,00
AVR BioGas GmbH Sinsheim Deutschland 41,50
Biomasse Rhein-Main GmbH Flörsheim am Main Deutschland 33,33
Gemeinschaftskraftwerk Kiel Gesellschaft mit beschränkter Haftung Kiel Deutschland 50,00
GeoHardt GmbH Schwetzingen Deutschland 50,00
Grosskraftwerk Mannheim Aktiengesellschaft Mannheim Deutschland 28,00
Infrastruktur Donnersberg GmbH & Co. KG Wörrstadt Deutschland 22,91
Mainnetz GmbH Obertshausen Deutschland 25,10
Qivalo GmbH Mannheim Deutschland 42,50
sMArt City Mannheim GmbH Mannheim Deutschland 50,00
Solventus GmbH & CO. KG Kiel Deutschland 50,00
Solventus Verwaltungsgesellschaft mbH Kiel Deutschland 50,00
Stadtwerke Sinsheim Versorgungs GmbH & Co. KG Sinsheim Deutschland 30,00
Umspannwerk Donnersberg GmbH & Co. KG Wörrstadt Deutschland 22,91
Windpark Reinstedt Repowering GmbH & Co. KG Wörrstadt Deutschland 55,00 3
Windpark Worms Repowering GmbH & Co. KG Wörrstadt Deutschland 100,00 3
wärme.netz.werk Rhein-Neckar GmbH Heidelberg Deutschland 33,34
At-Equity
Assoziierte Unternehmen (national)
ESN EnergieSystemeNord GmbH Schwentinental Deutschland 25,00
Infrastrukturgesellschaft Erbes-Büdesheim GmbH & Co. KG Wörrstadt Deutschland 22,36
juwi Wind Germany 100 GmbH & Co. KG Wörrstadt Deutschland 34,32
Naturenergie Main-Kinzig GmbH Gelnhausen Deutschland 50,00

 Konzernabschluss  Erläuterungen zum Konzernabschluss 2024 von MVV  Erläuterungen zur Bilanz MVV Geschäftsbericht 2024 217

Anteilsliste von MVV zum 30.9.2024
Stadt Land Kapitalanteil  % 1 Fußnoten
Netzgesellschaft Edingen-Neckarhausen GmbH & Co. KG Edingen-Neckarhausen Deutschland 24,00
Phoenix Energie GmbH Hannover Deutschland 0,05 6
Stadtwerke Buchen GmbH & Co. KG Buchen-Odenwald Deutschland 25,10
Zweckverband Wasserversorgung Kurpfalz Mannheim (Sitz Heidelberg) Deutschland 51,00 3
Sonstige Minderheitsbeteiligungen
(national)
8KU GmbH Berlin Deutschland 12,50
juwi Wind Germany 129 GmbH & Co. KG Wörrstadt Deutschland 16,00
Klimaschutzagentur Mannheim gemeinnützige GmbH Mannheim Deutschland 40,00 9
Main-Kinzig-Entsorgungs- und Verwertungs GmbH Gelnhausen Deutschland 49,00 9
Management Stadtwerke Buchen GmbH Buchen-Odenwald Deutschland 25,20 9
RIO Holzenergie GmbH & Co. Langelsheim KG Wörrstadt Deutschland 37,55 9
Stadtmarketing Mannheim GmbH Mannheim Deutschland 3,09
Stadtwerke Langen Gesellschaft mit beschränkter Haftung Langen Deutschland 10,00 4
Stadtwerke Schwetzingen GmbH & Co. KG Schwetzingen Deutschland 10,00
Stadtwerke Schwetzingen Verwaltungsgesellschaft mbH Schwetzingen Deutschland 10,00
Stadtwerke Sinsheim Verwaltungs GmbH Sinsheim Deutschland 30,00 9
Stadtwerke Walldorf GmbH & Co. KG Walldorf Deutschland 25,10 9
Stadtwerke Walldorf Verwaltungs GmbH Walldorf Deutschland 25,10 9
SWT Regionale Erneuerbare Energien GmbH Trier Deutschland 51,00 9
Wasserversorgungsverband Neckargruppe Edingen-Neckarhausen Deutschland 25,00 9
WiWi Windkraft GmbH & Co. Westpfalz KG i. L. Wörrstadt Deutschland 5,32
WVE Wasserversorgungs- und -entsorgungsgesellschaft Schriesheim mbH Schriesheim Deutschland 24,50 9
1  Kapitalanteil am 30.9.2024 gemäß § 16 Absatz 4 AktG; Eigenkapital und Jahresergebnis nach HGB beziehungsweise lokalen Vorschriften
2  Mehrheit der Stimmrechte
3  Keine Stimmrechtsmehrheit
4  Ergebnisabführungs-/Betriebsergebnisabführungsvertrag
5a  Beherrschender Einfluss - Komplementär-GmbH übt Geschäftsführung aus
5b  Beherrschender Einfluss aufgrund vertraglicher Regelungen
6  Maßgeblicher Einfluss aufgrund Gesellschaftsvertrag
7  Zugang im Geschäftsjahr
8  Bürgerenergiegesellschaft im Konzern
9  Gesellschaft von untergeordneter Bedeutung
Für weitere Angaben wird auf die Anteilsliste der MVV Energie AG verwiesen.

 Konzernabschluss  Erläuterungen zum Konzernabschluss 2024 von MVV  Erläuterungen zur Bilanz MVV Geschäftsbericht 2024 218 47.Honorare des Abschlussprüfers Für die im Geschäftsjahr 2024 erbrachten Dienstleistungen des Abschlussprüfers des Konzernabschlusses, KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, fielen folgende Honorare in Deutschland an:

Honorare des Abschlussprüfers
Tsd Euro GJ 2024 GJ 2023
Abschlussprüfung 2.480 2.399
Andere Bestätigungsleistungen 528 684
Sonstige Leistungen 60 212
3.068 3.295

Die KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft hat den Jahres- und Konzernabschluss nebst (Konzern) Lagebericht der MVV Energie AG geprüft und verschiedene Jahresabschlussprüfungen bei Tochterunternehmen durchgeführt. Ferner beinhalten die Honorare für andere Bestätigungsleistungen im Wesentlichen die Prüfung der Nachhaltigkeitsberichterstattung und von energiewirtschaftlichen Vorschriften/Testaten (EEG, KWKG) sowie von freiwilligen Bestätigungsleistungen. Die Honorare für sonstige Leistungen umfassten im Wesentlichen eine projektbegleitende Prüfung. 48.Inanspruchnahme von § 264 Abs. 3 HGB Die folgenden inländischen Tochtergesellschaften werden im Geschäftsjahr 2024 von der Befreiungsvorschrift des § 264 Abs. 3 HGB Gebrauch machen: •BFE Institut für Energie und Umwelt GmbH, Mühlhausen •MVV Alpha zwei GmbH, Mannheim •MVV Alpha drei GmbH, Mannheim •MVV Alpha fünfzehn GmbH, Mannheim •MVV Grüne Wärme GmbH, Mannheim •MVV Umwelt GmbH, Mannheim •MVV Umwelt Ressourcen GmbH, Mannheim 49.Entsprechenserklärung gemäß § 161 AktG Die Erklärung zur Unternehmensführung mit Entsprechenserklärung wurde am 7. November 2024 auf unserer Internetseite 💻 mvv.de/corporate-governance veröffentlicht. 50.Angaben zu Konzessionen Neben den zwischen der Stadt Mannheim und der MVV Energie AG abgeschlossenen Konzessionsverträgen (siehe Textziffer 45 Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen, Personen und Körperschaften ) bestehen weitere Konzessionsvereinbarungen zwischen Unternehmen von MVV und Gebietskörperschaften. Die Restlaufzeiten liegen zwischen 8 und 19 Jahren. In den Verträgen ist die Verpflichtung geregelt, die jeweiligen Versorgungsnetze zu betreiben und für deren Instandhaltung zu sorgen. Sollte es nach Ablauf der Verträge zu keiner Verlängerung kommen, werden die Versorgungseinrichtungen vom neuen Konzessionär gegen angemessenes Entgelt übernommen.  Konzernabschluss  Erläuterungen zum Konzernabschluss 2024 von MVV  Erläuterungen zur Bilanz MVV Geschäftsbericht 2024 219 51.Ereignisse nach dem Bilanzstichtag Es sind keine Ereignisse nach dem Bilanzstichtag bekannt. Mannheim, 13. November 2024 MVV Energie AG Vorstand

Dr. Georg Müller Verena Amann Ralf Klöpfer Dr. Hansjörg Roll

[IMAGE] [IMAGE] [IMAGE] [IMAGE]  Konzernabschluss  Organe der Gesellschaft (Teil des Anhangs) MVV Geschäftsbericht 2024 220 Organe der Gesellschaft (Teil des Anhangs) Vorstand der MVV Energie AG Dr. Georg Müller Vorsitzender, Kaufmännische Angelegenheiten Verena Amann Personal und Arbeitsdirektorin Ralf Klöpfer Vertrieb Dr. Hansjörg Roll Technik  Konzernabschluss  Organe der Gesellschaft (Teil des Anhangs) MVV Geschäftsbericht 2024 221 Aufsichtsrat der MVV Energie AG Christian Specht (Vorsitzender) Oberbürgermeister der Stadt Mannheim Heike Kamradt-Weidner 1 (Stellvertretende Vorsitzende) Vorsitzende des Konzernbetriebsrats Kathrin Biro 1 Gewerkschaftssekretärin, Geschäftsführerin ver.di Bezirk Rhein-Neckar (seit 16. Oktober 2023) Angelo Bonelli 1 Gewerkschaftssekretär ver.di Landesbezirk Baden-Württemberg Timo Carstensen 1 Stellvertretender Vorsitzender des Betriebsrats der Stadtwerke Kiel AG Sabine U. Dietrich Aufsichtsrätin, Beraterin Detlef Falk 1 Vorsitzender des Betriebsrats der Stadtwerke Kiel AG Martin F. Herrmann Business Angel & Mentor Barbara Hoffmann Wirtschaftsprüferin, Steuerberaterin Dr. Simon Kalvoda 1 Bereichsleiter Facility Management der MVV Energie AG Gregor Kurth Partner; Igneo Infrastructure Partners (Igneo), London, UK Thoralf Lingnau 1 Mitglied des Betriebsrats der MVV Energie AG Dr. Lorenz Näger Ehemaliger stellvertretender Vorstandsvorsitzender und Finanzvorstand der HeidelbergCement AG(heute Heidelberg Materials AG) Erik Niedenthal 1 Vorsitzender des Betriebsrats der Energieversorgung Offenbach AG Dr. Volker Proffen Bürgermeister der Stadt Mannheim (seit 16. Oktober 2023) Tatjana Ratzel Rechtsanwältin, Fachbereichsleiterin INTER Krankenversicherung AG Mannheim  Konzernabschluss  Organe der Gesellschaft (Teil des Anhangs) MVV Geschäftsbericht 2024 222 Thorsten RiehleBürgermeister der Stadt Mannheim Andreas Schöniger 1 Stellvertretender Vorsitzender des Betriebsrats der MVV Energie AG Susanne Schöttke 1 Landesbezirksleiterin ver.di Nord Dr. Stefan Seipl Unternehmer, selbstständiger Unternehmensberater Die Mandate der Vorstände und Aufsichtsräte in Aufsichtsräten oder vergleichbaren Kontrollgremien sind auf den folgenden Seiten detailliert dargestellt. 1 Vertreter der Arbeitnehmer  Konzernabschluss  Organe der Gesellschaft (Teil des Anhangs) MVV Geschäftsbericht 2024 223 Mitglieder der Ausschüsse des Aufsichtsrats der MVV Energie AG

Ausschuss Name
Bilanzprüfungsausschuss * Dr. Lorenz Näger (Vorsitzender) * Heike Kamradt-Weidner (Stellvertretende Vorsitzende) * Angelo Bonelli * Detlef Falk * Martin F. Herrmann * Gregor Kurth
Personalausschuss * Christian Specht (Vorsitzender) * Heike Kamradt-Weidner (Stellvertretende Vorsitzende) * Angelo Bonelli * Barbara Hoffmann * Gregor Kurth * Andreas Schöniger
Nominierungsausschuss * Christian Specht (Vorsitzender) * Barbara Hoffmann * Gregor Kurth * Dr. Lorenz Näger * Tatjana Ratzel * Thorsten Riehle
Vermittlungsausschuss * Christian Specht (Vorsitzender) * Heike Kamradt-Weidner * Gregor Kurth * Andreas Schöniger
Ausschuss zur Schaffung eines neuen genehmigten Kapitals * Christian Specht (Vorsitzender) * Heike Kamradt-Weidner * Gregor Kurth * Dr. Lorenz Näger * Dr. Volker Proffen (seit 16. Oktober 2023) * Tatjana Ratzel * Thorsten Riehle * Andreas Schöniger

 Konzernabschluss  Organe der Gesellschaft (Teil des Anhangs) MVV Geschäftsbericht 2024 224 Mitglieder des Vorstands der MVV Energie AG

Name Mandate in anderen gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten von inländischen Gesellschaften Mitgliedschaft in vergleichbaren in- und ausländischen Kontrollgremien von Wirtschaftsunternehmen
Dr. Georg Müller * ABB AG, Mannheim * Energieversorgung Offenbach AG, Offenbach (Vorsitzender) * Grosskraftwerk Mannheim AG, Mannheim * JUWI GmbH, Wörrstadt (Vorsitzender) * Stadtwerke Kiel AG, Kiel (Vorsitzender) * MVV Enamic GmbH, Mannheim (Stellvertretender Vorsitzender) * MVV Trading GmbH, Mannheim (Stellvertretender Vorsitzender) * MVV Umwelt GmbH, Mannheim
Verena Amann * Energieversorgung Offenbach AG, Offenbach * JUWI GmbH, Wörrstadt * MVV Netze GmbH, Mannheim (Stellvertretende Vorsitzende) * Stadtwerke Kiel AG, Kiel * MVV Enamic GmbH, Mannheim * Soluvia IT-Services GmbH, Kiel (Mitglied seit 1. Oktober 2023, Vorsitzende seit 12. Oktober 2023 bis 31. Oktober 2024)
Ralf Klöpfer * Energieversorgung Offenbach AG, Offenbach * JUWI GmbH, Wörrstadt * Stadtwerke Kiel AG, Kiel * MVV Enamic GmbH, Mannheim (Vorsitzender) * MVV Trading GmbH, Mannheim (Vorsitzender) * Qivalo GmbH, Mannheim (Stellvertretender Vorsitzender) * Stadtmarketing Mannheim GmbH, Mannheim
Dr. Hansjörg Roll * Energieversorgung Offenbach AG, Offenbach * Grosskraftwerk Mannheim AG, Mannheim (Mitglied, Vorsitzender bis 15. Mai 2024) * JUWI GmbH, Wörrstadt (Stellvertretender Vorsitzender) * MVV Netze GmbH, Mannheim (Vorsitzender) * Stadtwerke Kiel AG, Kiel * MVV Umwelt GmbH, Mannheim (Vorsitzender)

 Konzernabschluss  Organe der Gesellschaft (Teil des Anhangs) MVV Geschäftsbericht 2024 225 Mitglieder des Aufsichtsrats der MVV Energie AG

Name Beruf Mandate in anderen gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten von inländischen Gesellschaften Mitgliedschaft in vergleichbaren in- und ausländischen Kontrollgremien von Wirtschaftsunternehmen
Christian Specht (Vorsitzender) Oberbürgermeister der Stadt Mannheim * GBG Unternehmensgruppe GmbH, Mannheim (Mitglied, Vorsitzender seit 13. Oktober 2023) * Rhein-Neckar-Verkehr GmbH, Mannheim (Vorsitzender) * Universitätsklinikum Mannheim GmbH, Mannheim (Vorsitzender) * GBG Wohnen GmbH, Mannheim (Vorsitzender seit 27. Oktober 2023) * mg: mannheimer gründungszentren gmbh, Mannheim (Vorsitzender) * MKB Mannheimer Kommunalbeteiligungen GmbH, Mannheim (Vorsitzender) * MV Verkehr GmbH, Mannheim (Vorsitzender bis 26. September 2024) * MWS Projektentwicklungsgesellschaft mbH, Mannheim (Vorsitzender) * Sparkasse Rhein Neckar Nord, Mannheim (Stellvertretender Vorsitzender) * Stadtmarketing Mannheim GmbH, Mannheim (Stellvertretender Vorsitzender) * Verkehrsverbund Rhein-Neckar GmbH (VRN), Mannheim (Vorsitzender) * Veranstaltungen - Tourismus - Marketing: Mannheim erleben GmbH (Vorsitzender) (seit 5. Juli 2024)
Heike Kamradt-Weidner (Stellvertretende Vorsitzende) Vorsitzende des Konzernbetriebsrats * MVV Netze GmbH, Mannheim * MVV Enamic GmbH, Mannheim * MVV Trading GmbH, Mannheim * Soluvia Energy Services GmbH, Offenbach * Soluvia IT-Services GmbH, Kiel
Kathrin Biro Gewerkschaftssekretärin, Geschäftsführerin ver.di Bezirk Rhein-Neckar (seit 16. Oktober 2023)
Angelo Bonelli Gewerkschaftssekretär ver.di Landesbezirk Baden-Württemberg * TransnetBW GmbH, Stuttgart
Timo Carstensen Stellvertretender Vorsitzender des Betriebsrats der Stadtwerke Kiel AG * Stadtwerke Kiel AG, Kiel
Sabine U. Dietrich Aufsichtsrätin, Beraterin * Commerzbank AG, Frankfurt * H&R GmbH & Co. KGaA, Salzbergen
Detlef Falk Vorsitzender des Betriebsrats der Stadtwerke Kiel AG * Stadtwerke Kiel AG, Kiel * Soluvia Energy Services GmbH, Offenbach * Soluvia IT-Services GmbH, Kiel
Martin F. Herrmann Business Angel & Mentor * Česká pošta, s.p., Prag, Tschechien (Vorsitzender)
Barbara Hoffmann Wirtschaftsprüferin, Steuerberaterin * Berliner Stadtreinigungsbetriebe, Anstalt des öffentlichen Rechts, Berlin
Dr. Simon Kalvoda Bereichsleiter Facility Management der MVV Energie AG
Gregor Kurth Partner; Igneo Infrastructure Partners (Igneo), London, UK * Owlcastle Holdings Limited, London, Großbritannien * Utilitas Group, Tallinn, Estland * westconnect GmbH, Essen * terralayr AG, Zug, Schweiz (seit 14. Juli 2024)
Thoralf Lingnau Mitglied des Betriebsrats der MVV Energie AG * MVV Enamic GmbH, Mannheim

 Konzernabschluss  Organe der Gesellschaft (Teil des Anhangs) MVV Geschäftsbericht 2024 226

Name Beruf Mandate in anderen gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten von inländischen Gesellschaften Mitgliedschaft in vergleichbaren in- und ausländischen Kontrollgremien von Wirtschaftsunternehmen
Dr. Lorenz Näger Ehemaliger stellvertretender Vorstands- vorsitzender und Finanzvorstand der HeidelbergCement AG (heute Heidelberg Materials AG) * PHOENIX Pharma SE, Mannheim * Blanc & Fischer Familienholding SE & Co. KGaA, Oberderdingen, Deutschland * PHOENIX Pharmahandel GmbH & Co. KG, Mannheim, Deutschland
Erik Niedenthal Vorsitzender des Betriebsrats der Energieversorgung Offenbach AG * Energieversorgung Offenbach AG, Offenbach (Stellvertretender Vorsitzender) * Soluvia Energy Services GmbH, Offenbach * Soluvia IT-Services GmbH, Kiel
Dr. Volker Proffen Bürgermeister der Stadt Mannheim (seit 16. Oktober 2023) * MKB Mannheimer Kommunalbeteiligungen GmbH, Mannheim (Stellvertretender Vorsitzender seit 26. September 2024) * MV Verkehr AG, Mannheim (Vorsitzender seit 26. September 2024)
Tatjana Ratzel Rechtsanwältin, Fachbereichsleiterin INTER Krankenversicherung AG Mannheim
Thorsten Riehle Bürgermeister der Stadt Mannheim * GrossMarkt Mannheim GmbH, Mannheim (Vorsitzender) (seit 1. März 2024) * m:con mannheim:congress GmbH, Mannheim (Vorsitzender) (seit 1. März 2024) * mg: mannheimer gründungszentren gmbh, Mannheim, (Mitglied, Vorsitzender seit 1. März 2024) * MKB Mannheimer Kommunalbeteiligungen GmbH, Mannheim (seit 1. März 2024) * Rhein-Neckar-Flugplatz GmbH, Mannheim (Vorsitzender) (seit 1. März 2024) * Stadtmarketing Mannheim GmbH, Mannheim (bis 8. März 2024)
Andreas Schöniger Stellvertretender Vorsitzender des Betriebsrats der MVV Energie AG * MVV Trading GmbH, Mannheim * MVV Umwelt GmbH, Mannheim
Susanne Schöttke Landesbezirksleiterin ver.di Nord * Deutsche Telekom AG, Bonn
Dr. Stefan Seipl Unternehmer, selbstständiger Unternehmensberater * Ferngas Netzgesellschaft mbH, Schwaig (Vorsitzender) * Pfisterer Holding SE, Winterbach * Nordion Energi AB, Malmö, Schweden
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Registerdokumente

PDF-Dokumente direkt vom Amtsgericht – auf Anfrage über den :code Endpunkt abrufbar.

  • Aktueller Auszug (AD)
  • Chronologischer Auszug (CD)
  • Strukturierte Inhalte (SI, XML)
  • Gesellschafterliste
  • Satzung / Gesellschaftsvertrag
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  • Bekanntmachungen Amtliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister inkl. Datum und Volltext.
  • Gesellschafter Aktuelle Gesellschafterstruktur mit Beteiligungsquoten und Einlagebeträgen.
  • Wirtschaftlich Berechtigte (UBOs) Wirtschaftlich Berechtigte gemäß Transparenzregister.
  • Beteiligungen Beteiligungen dieses Unternehmens an anderen Gesellschaften.
  • Bilanz Vollständige Bilanzpositionen aus den veröffentlichten Jahresabschlüssen.
  • Gewinn- und Verlustrechnung GuV-Positionen pro Geschäftsjahr.
  • Jahresabschlüsse (HTML) Veröffentlichte Jahresabschlüsse als gerendertes HTML.
  • Insolvenzbekanntmachungen Bekanntmachungen aus den amtlichen Insolvenzregistern.
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